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Content:
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Nº2 1 SEP 2013 I M G ESPR ÄC H M I T HEI NO : »Ich weiß, was eine Schillautheria* ist« *Chill-out-Area PO LITIK AUßERDEM: MULTIMONO-NEUERÖFFNUNG, FÜRSCHD RENJAY, GRUMPY CAT, POLIZISTENMORD, SUPPENKÜCHE, METIN DE TERK, LLORET DE MAR, GO VEGAN! U. V. M.

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Nº4 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT Nº2 OKT 201 1 DEZ 2011 / JAN 2 01 2 Nº5 FEB 2 01 2 Nº1 SEP 2011 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR t e i lt , e i l t , Nº3 NOV 20 11 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. weilt, BILD UNG E N ERGI E BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E IT ARM UT REBELLION Nº1 Nº6 MRZ 2012 Nº2 Nº 7 APR 2012 Nº3 Nº4 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIKMUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº4 Nº9 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº5 N º10 AUG 2012 Nº8 MAI 2012 AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD er ä d lä n s HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER Nº6 Nº11 SEP 2012 Nº7 Nº12 OKT 2012 Nº8 N º13 NOV 2012 Nº9 Nº1 4 DEZ 2012 / JAN 2013 Nº10 N º 15 FEB 2013 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAMKEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT IM GESPRÄCH: TED BAUER DER HEILBRONNER VERTRITT JAMES GILL, EINEN DER GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT AU S „ F O R E V E R YO U N G “ A L P H AV I L L E RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT WI RTSC H A F T PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB E SS E N & TRI N K E N WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SC HA FFE, SC HA FFE HÄ USLE BAUE! J UG E N D BABEL WORLD: DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº11 N º 16 MÄRZ 2013 Nº12 Nº 17 APRIL 2013 Nº13 Nº18 MAI 2013 Nº14 Nº19 JUNI / JULI 2013 Nº15 N º20 AUG 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZWEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN IM GESPRÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KUNSTREGION: STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE H ANDARB EI T AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK WO H L F Ü HL EN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. AUTO Nº19 N E C K A R NECK AR: MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN Nº16 Nº17 Nº18 Nº20

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E D I TO R I A L »Wahlen allein machen noch keine Demokratie.« (Barack Hussein Obama II) Liebe Leserinnen, liebe Leser, in was für einem Land leben wir eigentlich? Das darf man sich dieser Tage ruhig fragen. Nicht nur der Abhörskandal um Edward Snowden und das allgemeine Rumgedruckse der Bundesregierung schockieren. Leben wir gar in einer überwachungsstaatlichen Bananenrepublik? Nicht nur deshalb haben wir uns dazu entschieden, das Schwerpunktthema »Politik« zu wählen. Wir haben nämlich die Wahl. Jeden Tag und nicht nur am 22. September zur Bundestagswahl. Das sagt jedenfalls Ken Jebsen von KenFM der für uns den Fall Edward Snowden und das Verhalten der westlichen Regierungen kommentiert. Jebsen meint: »Wähle dich selbst. Treffe diese Wahl auf allen Gebieten, indem du nicht aus dem Schrott aussuchst, den man dir anbietet, sondern indem du anfängst, dir deine eigenen individuellen Quellen usammenzusuchen. In jedem Segment.« Auch der Mordfall an der Polizistin Michèle Kiesewetter hat politische Dimensionen erreicht. Sogar im Kanzleramt wurde darüber gesprochen, den auch Geheimdienste sind möglicherweise in den Fall verstrickt. Reporter Frank Brunner recherchierte über drei Monate und kam zu dem Schluss, dass die Ermittlungsergebnisse der Heilbronner Polizei und des LKA in Stuttgart mit der Anklagebegründung der Generalbundesanwaltschaft nicht zusammenpassen. Der Wahl-Frankfurter Oliver Maria Schmitt ist Bundeskanzlerkandidat für DIE PARTEI. Im Selbstversuch beschreibt er, wie man es ohne Vorkenntnisse in 100 Tagen vom Menschen zum Machtpolitiker bringt. Wir veröffentlichen einen Auszug aus Schmitts Buch »Mein Wahlkampf«, in dem es um die ersten politischen Gehversuche des HenriNannen-Preis-Gewinners in seiner Geburtsstadt Heilbronn geht. Die Illustrationen für den »Aufmacher« unseres jeweiligen Titelthemas kommen stets von Kathrin Leisterer. Diesmal haben sie und ihr Freund Petar im wahrsten Sinne des Wortes einen Pudding an die Wand genagelt. So, wie es die Politik stets auch versucht. Dabei haben sie auch ein Foto von Kanzlerin Merkel großformatig ausgedruckt. Auf dem Ausdruck des Bildes, kann man beim genaueren Betrachten sehen, dass unsere Bundeskanzlerin Fingernägel kaut. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Onychophagie Zusätzlich in dieser Ausgabe: Heino im Interview des Monats. Heilbronns neuer Kaufladen »multimono«. Schwabenrapper Fürschd Renjay. Und vieles mehr! Immer die richtige Wahl: HANIX. Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe. Heino ist erfolgreicher denn je: Noch nie wurde ein Album eines deutschen Künstlers so oft legal heruntergeladen wie »Mit freundlichen Grüßen« von Heino. Oliver Maria Schmitt hat einen Traum: Einen Traum von Deutschland mit ihm als Bundeskanzler, sodass er jeden Monat ein klar definiertes Gehalt überwiesen bekommt.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS N º2 1 SEP 2013 IM GE SP RÄ CH MI T HE IN O: » Ic h w e iß , w a s e in e S c h il la u th e r ia * is t« *C hil l-o ut- Ar ea POLITIK M O RD, Y, PO LI ZI ST EN RS C H D RE N JA . N G, FÜ E TE RK U. V. M N EU ER Ö FF N U C H E, M ET IN D M U LT IM O N O R, SU PP EN KÜ M N EC K A N EU ES PI ER A

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº21 16 TA NJA SAG A SSER MEINE PLATTENKISTE VATERKOLUMNE MUSIKKOFFER M A H L ZE I T M A M A F Ü R S C H D RE N JAY Der Mensch muss essen. Aber was? Schwäbisch-Rapper Fürschd Renjay Und wann? Und wie oft? Und was sagt spricht über »Mach dei Kreuzle«, den die eigene Mutter dazu? Unser Vaterko- neuen Song seiner Band »Schwobelumnist Nicolai Köppel haut rein. land«. Eine Wahlaufforderung. Stadträtin Tanja Sagasser lässt sich von Bekannten Musik empfehlen. Zum Beispiel von den Eels. M U LTI MONO KULTURBEUTEL 56 AUD I F U T U R E LAB KUNSTREGION 60 I M G E S P RÄCH: H E I NO INTERVIEW DES MONATS Das »PlemPlem« ist tot, es lebe »multimono«. Der neue Kaufladen in der Salzstraße bietet Kunst, Bücher, Zines, Klamotten und vieles mehr. Wir sprachen mit zwei der Macher, Sandra Miassar und Natalis Lorenz über den neuen Shop. Wir sprachen mit dem bekanntesDie Sonderausstellung »Audi future ten aller Schlagerstars über Bushido, lab: mobility« präsentiert einen Blick Campino und Wohlfühlbereiche. Außerdem, sagt Heino, seien Rockfans in die Zukunft in den Bereichen: viel disziplinierter als die Fans seiner future engines, future energies und volkstümlichen Musik. urban future.

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68 POLITIK TITELTHEMA QUAT E RQU E S T & V E G AT I V STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 »Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?« John F. Kennedy (* 29. 05. 1917 - Brookline, Massachusetts † 22. 11. 1963 - Dallas, ermordet) 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Kennedy war der jüngste ins Amt gewählte US-Präsident und der bislang einzige Katholik in diesem Amt. Trotz seiner kurzen Präsidentschaft gilt er als einer der einflussreichsten Präsidenten der USA. Die Hintergründe seiner Ermordung 1963 sind bis heute stark umstritten. DE TERK VS. NSA METIN DE TERK G RU M P Y C AT HEIMATLIEBE POLITISCHE MUSIK PLATTEN VOR GERICHT SOUP IN MITTAGSTISCHTEST FEININGER-FINALISTEN SPIEGELREFLEX G EW I N N M A L W I E D E R ! QUIZ ÖSTERREICH, 2006 VIA ARCHIV 13 8 LLORE T D E M A R BRIEF AN DIE HEIMAT AUS SPANIEN LESERBRIEFE & IMPRESSUM ÜBER UNS Carolin Kantimm war mit ihrem Freund Sencer im Verliebten-Urlaub in Lloret de Mar und Barcelona. Auf dem Weg zum Camp Nou, dem Stadion des FC Barcelona landeten die beiden Fußballignoranten im Olympiastadion, wo Espanol Barcelona seine Heimspiele austrägt. THEODOR HEUSS HISTORISCHER SCHUSS V E R A N S TA LT U N G E N S E P T E M B E R VERANSTALTUNGSKALENDER

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DAS HANIX TEAM W ER UND W I ES O ? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. WA S I S T H A N I X ? Das multimediale Magazin für die Region He ilbron n – für L es er, d ie in t eres s ie r t, k ulture ll aufgeschlossen und neugierig auf einen alternativen Blick a uf St adt - . L a n d k reis - u n d S ze ne k ultur s ind . WER MACHT HANIX? He ilbron n e r Me d ien - u n d Ku l t u r s c h affe nd e , d ie i h r e E r f a h r u n g e n u . a . i n B e r l i n , Mü n c h e n , St u t t g a r t o d e r H a m b u r g g e s a m m e l t h a b e n u n d nun etwas in ihrer Heimat bewegen wollen. WA S W I L L H A N I X ? MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION & SOCIAL MEDIA Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r L eute und Ge s e llschaft de r Re g i o n Hei l b ro n n w il l mit s panne nd e n, u nte rh al t same n u n d in f o r m a t i ven Be iträg e n d ie region al e Me di en l a n d s c h a f t b erei c he rn. Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient.

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STEVEN ZULEGER VIDEO MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE RAFAELA JECKLE REDAKTION MEHMET FILIZ FOTO So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION LISA HOFMANN GRAFIK Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar – die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT JOSHUA ENDRESZ KOLUMNIST LEO VOLLAND ILLUSTRATION Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Ich schreibe für's HANIX weil ich jedem meine Meinung sagen will. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit – und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION PHILIPP SEITZ SOUND ULLA KÜHNLE FOTO Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. KRIS RAMPMAIER VIDEO MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO HARALD RIEGG REDAKTION Videos zu machen ist keine Zauberei, sondern meine Leidenschaft. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTLEBEN: SEPTEMBER 2013 HEILBRONN MIT NEUER APP ENTDECKEN Ob Tourist, frisch zugezogen oder langjähriger Einwohner – jeder kann mit Quarterquest spannende Orte und geheimnisvolle Plätze bei der Expedition durch Heilbronn kennenlernen. Als eine Mischung aus touristischer Stadtführung, Schnitzeljagd und Geocaching, so die Macher aus Hamburg, verwandelt Quarterquest einen Spaziergang durch die KäthchenStadt in eine aufregende Entdeckungsreise. Alles, was man dazu braucht, sind ein Smartphone, Neugierde und Spaß am Entdecken. Am meisten Spaß macht Quarterquest zu zweit oder in der Gruppe, denn in jedem Durchgang sind zehn aus rund 50 spannenden Fragen zu beantworten. Damit ist jeder Durchgang anders. Die technischen Anforderungen sind gering: Ein iPhone oder Android-Handy genügt bereits, um sofort zu starten. Quarterquest funktioniert ohne GPS das schont den Akku - und auch offline – das schont die Handyrechnung. Quarterquest ist jederzeit nutzbar, es gibt keine festen Termine, keinen Gruppenzwang. Jeder Nutzer geht in seinem eigenen Tempo. Weitere Infos: www.quarterquest.com/quests/de/heilbronn/altstadt

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AndreAs Feininger KUnsTHALLe VOgeLMAnn Städtische Museen Heilbronn, Allee 28, www.museen-heilbronn.de >> 13.07.– 06.10.2013 Andreas Feininger, Empire State Building, 1940, © Andreas Feininger Archiv , c/o Zeppelin Museum Friedrichshafen

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L ANDLEBEN: SEPTEMBER 2013 GO VEGAN IN GEMMINGEN Nun ist es also soweit. Anfang September eröffnet die erste Verkaufsstätte im Kreis Heilbronn mit rein veganem Sortiment. Ab September können sich Kunden in der Schwaigerner Straße 2 in Gemmingen in freundlicher Atmosphäre von den vielfältigen Möglichkeiten der veganen Ernährung inspirieren und überzeugen lassen. Alle hier angebotenen Produkte sind garantiert frei von tierischen Inhaltsstoffen und somit zu 100 % vegan. »Das tolle daran, ist, dass sich jeder damit etwas Gutes tun kann. Zum einen gesundheitlich und zum anderen für ein gutes Gewissen und die Erkenntnis einen Beitrag zu einem respektvollen Umgang mit Tier und Natur geleistet zu haben!« so die Betreiber Corinna und Matthias Budig. Für die Kundschaft wird es hier allerlei Neues zu Entdecken und Probieren geben – aber auch alt Bekanntes in Form gesunder und veganer Alternativen. Neben frischen Artikeln wie Käse- und Wurstaufschnitt oder verschiedensten Fleischersatzprodukten auf Weizen- oder Sojabasis werden bei vegativ außerdem zahlreiche süße und herzhafte Brotaufstriche, Fertiggerichte für die schnelle Küche, Saucen und Dips, tierleidfreie Süßigkeiten und Desserts angeboten. Grundzutaten wie Süßungsmittel, Sahne- und Eiersatz auf pflanzlicher Basis, sowie Essig- und Ölspezialitäten und eine vielfältige Auswahl an Getränken runden das Angebot ab. Tierversuchsfreie Naturkosmetik, fair produzierte Accessoires und geschmackvolle Geschenkideen sorgen zusätzlich für eine attraktive Warenauswahl. Kreativschaffenden aus der Region wird in den Räumlichkeiten außerdem die Möglichkeit gegeben, hier ihre Produkte zu präsentieren – ohne dabei selbst anwesend sein oder gar eigene Ausstellungsfläche besitzen zu müssen. Am Samstag, den 31. August erhalten Interessierte bei der Eröffnung einen kleinen Vorgeschmack auf das vegane Sortiment, welches ihnen gesunden Genuss ermöglicht, ohne ständig Inhaltsstoffe kontrollieren zu müssen. Gerade auch Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten werden vom Angebot begeistert sein. Über das vielseitige Angebot an veganen Lebensmitteln, erdölfreier Naturkosmetik und fair produzierten Accessoires möchten die Betreiber von vegativ möglichst viele Menschen für ihr Handeln gegenüber anderen Lebewesen, der Umwelt und der Notwendigkeit zur Liebe der eigenen Gesundheit sensibilisieren - und die geht ja bekanntermaßen durch den Magen …

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MEINE PL ATTENKISTE: TANJA SAGASSER PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTO: ROBERT MUCHA TA N J A S A G A S S E R : Ä R Z T E , E E L S & H A N N E S WA D E R Tan ja Sa g a s s er ( 3 6 ) i s t s eit 2005 für d ie SP D He ilbro nne r Stad trä ti n, d a vo r w a r s i e be i d e n Jus o s s tark e ng agie r t. In der To p Five d er L o k alpo litik e rin find e n s ich Hip-Ho p, Ro c k, Si n g er s o n g w r it er u n d s o fte r Po p wie d e r. Eine bunte Mis ch ung.

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MEINE PL ATTENKISTE: TANJA SAGASSER Die Ärzte Nach uNs Die siNtflut Auf dem fünften Platz habe ich die Ärzte mit ihrem Album »Nach uns die Sintflut«. Ich habe die Band immer gerne gehört. Als Schülerzeitungsredakteurin durfte ich die Ärzte in der Harmonie, wie sie ein Konzert gegeben haben, interviewen. Die Jungs haben mir dann auch dieses Album signiert – auf Vinyl. Die Platte hing sehr, sehr lange an meiner Wand. * eels Daisies of the Galaxy Band auch dieses Jahr live auf dem Gaffenberg gesehen. Am Anfang waren viele Besucher etwas skeptisch, was da auf sie zukommen wird mit Moop Mama. Am Ende haben aber alle mitgegrooved, auch die älteren Leute. * sPortfreuNDe stiller MtV uNPluGGeD iN New york Auf meinen vierten Platz hat es die US-amerikanische Band Eels mit dem Album »Daisies of the Galaxy« geschafft. Diese Platte und Band wurde mir empfohlen. Da ich mich mit Musik und neuen Trends nicht so auskenne, bin ich auf Hinweise von Freunden und Bekannten angewiesen. Dieses Album der Band ist nicht ganz so melancholisch, wie viele andere Eels-Alben, das gefällt mir ganz gut. Die Eels fehlen nie auf meinem iPod. * MooP MaMa DeiNe Mutter Den zweiten Rang in meiner Top Fünf haben sich die Sportfreunde Stiller mit ihrem unplugged Album »MTV Unplugged in New York«. Diese Platte habe ich immer mit dabei. Die Songauswahl ist sehr breit, die Songs sind etwas anders arrangiert als die ursprünglichen Songs der Band. Ich mag von den Sportfreunden und gerade auf diesem Album alles. Die Musik, die Texte, die Performance – alles einfach. Erst vor Kurzem habe ich die Jungs wieder Live gesehen. * haNNes waDer haNNes waDer Die Bronzemedaille erhalten Moop Mama und deren Platte »Deine Mutter«. In der Süddeutschen-Zeitung hatte ich einen Artikel über eine politische Aktion der Band zusammen mit Mehmet Scholl und anderen gelesen. Ich finde das Zusammenspiel der Bläser mit Hip-Hop und die gesellschaftskritischen Texte sehr gut. Ich habe die Mein Favorit, auch wenn ich die Platte heute nicht mehr so häufig höre, ist Hannes Wader mit seinem Album »Hannes Wader singt Arbeiterlieder«. Auf dem Album sind Lieder wie zum Beispiel »Die Internationale« oder »Bella ciao«. Diese Platte habe ich oft, sehr oft gehört. Ich war früher bei den Jusos sehr aktiv und es gehörte sozusagen zum guten Ton, Hannes Wader zu hören. Die Platte hat das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen, verstärkt. Mit dieser Platte verbinde ich sehr viele schöne Jugenderinnerungen.

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M E T I N , D E T E R K Me t in i s t Ho f f en h ei m er und film t s ich ge rne s e lbs t. Übe rall! Un d d a b ei b a b b el t er, wie ih m s e in bad is ch -anato lis ch e r Sch na bel g e wach s e n is t. Diesmal: DE TERK VS. NSA WAS WAREN DAS NOCH FÜR ZEITEN ALS MAN ZEHN MARK IN DIE HAND BEKAM, UM IN DER KLEINEN DORFKNEIPE DAS STAMMTISCHGESPRäCH ZU BELAUSCHEN. DREI BIER SPäTER GING MAN ZURÜCK ZU DEN GENOSSEN UND ERZäHLTE WAS DER KLASSENFEIND SO PLANT. HEUTE IST DAS ALLES ANASCHT ... BLICKT MIT METIN HINTER DEN VORHANG. ANSCHAULICH UND MIT VIEL LIEBE ZUM DETAIL ENTFÜHRT ER UNS IN DIE SCHöNE NEUE WELT. WWW.FACEBOOK.COM/TERKESEIT

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Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV GEHTS

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FotograFische Liebesgrüsse aN Die regioN H E I M A T L I E B E FotograFieN VoN MeLi DiKta, PatricK LabitZKe & robert MUcha

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION After-Hour: Wenn man nach einer durchtanzten Nacht einfach nicht aufhören will, kehrt man in den Bierkrug ein. Hier gibt es regelmäßig technoide After-Hours. Nicht gut drauf In einem Hinterhof ten trafen wir auf Laune sieht (vorige Seite): im Heilbronner Os»Grumpy Cat«. Gute anders aus.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Tunnelblick: Der Heilbronner Käthchenhof wird umgebaut und modernisiert. Der temporäre Eingangstunnel hat seinen ganz eigenen Charme.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Viertele schlotza: Ein echter Schwabe fährt sonntags raus aufs Land um sich bei wohligen Temperaturen ein, zwei oder drei Viertele zu gönnen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Treckertreff in den Löwensteiner Bergen: Alter Trecker, junges Weib, das ist der schönste Zeitvertreib!

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Getränkeangebot: In der Öhlmühle in Prevorst lässt es sich gut Zeit verteiben. Und bei einem Trollinger mit Lemberger für 3,50 Euro kann man auch nicht meckern.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Grillflotte: Am alten Neckar in der Nähe des Freibades, neben der Kaffeebucht, werden die runden Grillboote gern gemietet.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Zu den Gleisen: Wer Heilbronn ohne Auto verlassen will, muss zum Bahnhof. Am Gleis angekommen, wartet dann meist ein Regional Express, um den reisewilligen Heilbronner nach Heidelberg, Mannheim, Stuttgart oder Würzburg zu bringen, wo es dann auch richtig schnelle Züge gibt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Stilleben: Irgend ein Straßenmusikant hatte wohl keine Lust mehr auf seinen Job und hinterließ ein funktionstüchtiges Akkordeon auf der Theresienwiese. Wahrscheinlich liegt das Instrument noch heute dort.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Weg damit: Das Gebäude in dem über Jahrzehnte das Kaufhaus C&A beheimatet war, wird aktuell seinem Schicksal zugeführt und abgerissen. Ersetzt wird es durch einen Komplex, der Gastronomie, Kinos, Arztpraxen, Büros und Luxuswohnungen beheimaten wird.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Ausfahrt: Die Straßen in der Region laden zu einer Motorradtour ein. Zum Pausemachen findet sich immer ein grünes Örtchen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Palmengarten: Wer mag, kann mediteranes Flair am Kilianzplatz genießen und sich unter einer Palme lümmeln. Die Gefahr, dass man durch Kokosnüsse attakiert wird, besteht im Herzen Heilbronns zum Glück nicht.

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Bereit für den großen Auftritt als Azubi im Technischen Produktdesign, Praktikant, Bachelorand oder Berufseinsteiger (m/w) ? www.csi.karr ierestarten.d Wir suchen junge Talente, die es im Job richtig krachen lassen wollen! csi ist auf Tour und sucht Nachwuchs für den Standort Neckarsulm. Hast Du Talent? Bist Du wild auf Strak, Karosserie, Interieur und Exterieur? Dann komm zu uns und starte Deine Karriere in einem richtig tollen Team mit interessanten Aufgaben im Bereich Automobilentwicklung. Bei uns kannst Du bereits in der Ausbildung rocken. An unserem Standort Neckarsulm bilden wir Dich zum Technischen Produktdesigner (m/w) aus. Am besten, Du bewirbst Dich gleich unter we-will-rock-you@csi-online.de

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M AH L Z E I T M A M A Der Mensch muss essen. Aber was? Und wann? Und wie oft? Und was sagt die eigene Mutte r dazu? Un s er Va t erk o l u m n i s t Nico lai Kö ppe l h aut re in. Während meines Studiums habe ich alles gegessen, was da war, und zwar, wann immer es mir möglich war. In der Praxis hieß das, am Monatsanfang wurde mit Auszahlung der monatlichen Bezüge der Kühlschrank einmal dicke vollgepackt und dann davon runtergelebt. Nach einer Weile hatte man es sogar raus, auch Dinge auf den Zettel zu schreiben bzw. in den Einkaufswagen zu werfen, deren Verzehr auch nach der Monatsmitte noch möglich sein würde. Wenn der Kühlschrank langsam leerer wurde, dachte ich nicht daran, rechtzeitig kleinere Mengen Nachschub ‚einzuholen‘, und wenn nichts mehr da war, sagte mir mein Geldbeutel mit unschöner Regelmäßigkeit, dass es sinnvoller sei, bis zum nächsten Großeinkauf am kommenden Monatsanfang zu warten. Die oft über zwei Wochen bis dahin kriegte man schon rum. Außerdem hatte man ja WG-Kollegen, die ihr Geld anders verwalteten, und das karge Bohemien-Leben auszuprobieren, bei dem man nur von Kaffee, Zigaretten, Rotwein und Dummschwatz lebte, schien eine angenehm zurückgelehnte Koketterie mit den dunkleren Erwartungswelten für eine Zeit nach dem Studium darzustellen. Mein Kampfgewicht in jener Zeit lag knapp 15 Kilo unter dem heutigen, und ich frage mich heute ernsthaft nicht nur, woher ich in dieser Zeit das Geld für Zigaretten, sondern auch, woher ich die Kraft hatte, abzuaschen. Heute ist das alles anders. Meine damals normalgewichtigen Freunde sind heute stellenweise angenehm pneumatisch, meine damals schon dicken Freunde sind heute lebensfrohe Planeten, und ich sehe beim Einatmen einigermaßen normalgewichtig aus. Manche von uns haben Kinder, manche sogar feste Jobs. Die Zeit macht alles gleich, und wo sie das nicht

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DIE VATERKOLUMNE: TEIL 5 hinkriegt, schubst sie einen weiter auf der bereits eingeschlagenen Bahn. Wirklich wahr? Ganz Gallien? Natürlich nicht. Die Einnahme fester Mahlzeiten unter konsequenter Auslassung sportlicher Aktivitäten (und nachts im dunklen Zimmer einsamen Ausdruckstanz zu vollführen, den man selbst nicht sehen möchte, zählt nicht, weil man mit kabelgebundenen Kopfhörern in seinen Bewegungen einfach zu eingeschränkt ist) hat mich seltsam dauerhungrig werden lassen, der phasenweise Verzicht auf appetitzügelnde Zigaretten hat sein Übriges getan. Dazu kommt selbstverständlich, dass der Mann ab 35 leichter dick wird. Vermutlich ist da ein archaischer Uhrwerk-Faktor im Spiel: Die Älteren des Clans müssen mehr Wärme speicherndes Fett ansetzen, weil sie auf der Jagd langsamer und daher verletzungsanfälliger werden und demzufolge öfter mal ein paar Nächte in den kühlen Wäldern herumliegen müssen, bis der verstauchte Knöchel ausheilt. Aber richtig haarig wurde die Sache erst, als ich Vater wurde. Meine Mutter hat uns besucht. Natürlich, um die Enkelei anzugucken, sicher ist es auch von beiderseitigem Sozialvorteil, sich so zu benehmen, als schätze man den Familienzusammenhalt und ehre ihn ab und an über Visiten – aber im Ernst kommen die Eltern doch nur wegen einer Sache: Sie wollen sich versichern, dass sie alles richtig gemacht haben. »Du hast zugenommen. Steht dir gut!«, sagt sie noch im Türrahmen. Klar, denke ich, Sixpack hab ich ausprobiert, das sieht an mir einfach nicht aus, was bleibt mir übrig, Mutter? Nach einer halben Stunde (sie bleibt den ganzen Tag) ist es Zeit, das zweite Frühstück für den Kleinen zu richten. Das geht noch in Ordnung. Zwischen zweitem Frühstück und Mittagessen jedoch fordert der süße Fratz die Herausgabe einer »Nane«, die ihm von Omaseite mit den Worten »Ist doch bald Mittagessenzeit« verweigert wird. »Nein«, sage ich, »das machen wir« und schäle das Ding schneller, als man »Biosupermarkt« sagen kann. Meine Mutter guckt pikiert, als ihr Enkel sich die halbe Südfrucht einverleibt. Die zweite Hälfte will er dann nicht mehr, also esse ich sie. »Du bist ganz schön inkonsequent«, sagt sie. Ich schüttle den Kopf und widerspreche mit vollem Mund und mit den Worten meiner lieben Gattin: »In dem Alter brauchen sie viel Kalorien und all das. Der kleine Körper will doch wachsen. Also machen wir einfach viele Angebote.« Meine Mutter zuckt die Achseln. »Du hast damals dreimal am Tag zu essen bekommen und gut war’s« »Was heißt denn hier gut wars?«, wende ich ein, »hatte ich zwischendurch keinen Hunger?« »Doch.« »Und?« »Nix und. Aus dir ist doch auch was geworden.« Ja, denke ich, ein HANIX-Autor, sage es aber nicht, denn ich will ja nicht, dass meine Mutter anfängt, diese Kolumne hier zu lesen. Also sage ich »Stimmt.« – das funktioniert immer. Beim Mittagessen lässt mein Sohn den Teller nach einer Dreiviertelportion stehen. Meine Mutter räuspert sich. Ich beeile mich, auf die große Portion hinzuweisen, bevor ich neben meiner eigenen auch die Reste der Kinderportion vertilge. Auch einen Nachtisch gebe ich heraus. Der wird gegessen, und zwar nicht nur die Kinderportion, sondern meine auch noch halb. Bis zum Nachmittagssnack werden Apfelschnitze (zwei von vier gehen weg, den Rest übernehme ich) und eine weitere Banane (halbe-halbe) angeboten. Was vom Nachmittagssnack übrigbleibt, esse ich auch. Das Abendessen wird von der heimgekehrten werktätigen Mutter bereichert und ist derart von der Wiedersehensfreude des Erstgeborenen geprägt, dass ich die beiden vorab geschmierten Brote in kinderhandlich portionierten Stücken hälftig an den Hund und hälftig an mich verfüttere. Meine Mutter patscht mir zum Abschied auf die kleine Wampe und sieht mich vielsagend an, und ich denke, das ist immer noch besser, als wenn sie wirklich viel gesagt hätte. Ich weiß es doch selber. Kurz vor dem Schlafengehen wird ein Müsli gefordert, über dem der Kleine dann aber einnickt. Entgegen meiner Vorstellungen aus der Zeit vor der Vaterschaft kann man einem schlafenden Menschen die Zähne putzen. Dann trinken wir noch ein elterliches Doppelglas Rotwein und legen uns ins Bett, wo ich von den leicht auseinandergehenden Vorstellungen in der Kleinkindernährung berichte, die sich im Lauf des Tages mit meiner Mutter gezeigt haben. Wir grinsen, und meine liebe Gattin patscht mir zärtlich auf die Wampe. Stimmt, denke ich. Aber wenn es funktioniert?

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» P O L I T I S C H E TEXT: UWE GRAMLICH A L B E N « Hallo ! ! He ftth e m a: Po litik Kur ze rk lär ung: Ges t a l t u n g d er Ord nung e ine s Ge m e inwe s e ns und L en k u n g d es ind ivid ue lle n Ve rh alte ns s e ine r Mitglie d e r. . . . wen n e s d o ch s o e infach wäre ... S ch ö ne So m m e r tage Uwe

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PL ATTEN VOR GERICHT: P OLITIK BILLY BRAGG must i paint you a picture? the essential billy bragg 2013 Im Jahr 1957 als Steven William Bragg in Barking, Essex geboren versuchte er sich nach der Schule in verschiedenen Berufen, um dann 1977 die Band Riff Raff zu gründen, die sich wegen Erfolgslosigkeit 1981 wieder trennte. Der arbeitslose Bragg verdingte sich bei der britischen Armee, um sich nach 90 Tagen mit der »klügsten 175 Pfund Zahlung seines Lebens«(O-Ton Bragg) freizukaufen. Danach fristet er mit seiner elektrischen Gitarre ein Dasein als Straßenmusiker und spielte im Vorprogramm bekannter Musiker. 1983 veröffentlichte er sein Debüt, um in den folgenden Jahren, weitere folgen zu lassen. Seine Songs, eine Mischung aus Liebesliedern, scharfer sozialer Satire und sozialistischen Politikkommentaren (Trouser Press), sang er mit seiner rauhen Stimme und findet in seiner Gitarre Unterstützung. Bekannt wurde er auch unter anderem durch seine diversen politischen Aktivitäten: Verhaftung bei einem Anti-Apartheid-Sit-In vor dem Londoner South Africa House, Gründer der Red Wedge Bewegung, deren Ziel es war, junge Wähler für die Labour Partei zu begeistern, Unterstützung des Britischen Bergarbeiterstreiks durch Benefizkonzerte und erneute Verhaftung im Zusammenhang mit der Zerstörung eines Zauns an einem Luftwaffenstützpunkt in Norfolk im Verlauf einer Anti-AtomDemonstration. Capitalism Is Killing Music (O-Ton Bragg) KEVIN COYNE marjory razor blade 1973 Der 1944 in Darby geborene Sohn einer Arbeiterfamilie galt als besonderer und auch sonderbarer Individualist, der persönliche Erfahrungen (arbeitete u. a. als Sozialhelfer) und politische Spannungen authentisch und kompromisslos, in meist recht minimal instrumentierte Songs zum Ausdruck brachte. Auf dieser, seiner zweiten LP, befindet sich u. a. der Coyne Klassiker »eastbourne ladies«, in welchem er gegen die Vereinsamung und Isolation klagt und mehr Menschlichkeit fordert. Seine schonungslose Offenheit und Unangepasstheit, machten es dem Eigenbrötler nicht immer leicht. Völlig überraschend verstarb Kevin Coyne im Jahr 2004.

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PL ATTEN VOR GERICHT: P OLITIK CRASS the feeding of the 5000, 1978 Debütalbum, der zwischen 1977–1984 tätigen, politisch radikalen, Anarcho-Punk Band aus UK, die sich konsequent der Musikindustrie verweigerte und herbe Kritik an der herrschenden Politik, den patriarchalen Gesellschaftsstrukturen und der Ideologie der christlichen Kirchen übte. Ursprünglich sollte der Song »reality asylum« auf diesem Album erscheinen, aber da das Presswerk sich weigerte, diesen Song auf das Album zu pressen (Grund: inhaltlich ging es um den frauenfeindlichen Charakter des Christentums), wurde er durch den aus zwei Minuten Stille bestehenden Track »the sound of free speech« ersetzt. Zeitweise gab es Probleme mit Polizei und Scotland Yard, ihre Konzerte wurden teilweise von der National Front gestürmt, beim Stonehenge-Festival bezogen sie Prügel von Bikern und standen zudem auf der schwarzen Liste der BBC. D.I.Y. BOB DYLAN the freewheelin' bob dylan 1963 Über Bob Dylan noch viel zu sagen, würde bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen. Nur soviel, auf diesem, seiner zweiten Veröffentlichung, finden sich mit die bedeutendsten Werke des Singer/Songwriters wie z. B. »masters of war«, »a hard rain's gonna fall«, »don't think twice« oder sein wohl bekanntester Titel »blowin' in the wind«. Sein unverwechselbares Kennzeichen war seine nasale Stimme, die perfekt mit seinem rauhen, abgehackten Gitarrenspiel und seiner Mundharmonika harmonierte. Ein zeitloser Klassiker. BOB MARLEY rastaman vibration 1976 Das vielleicht ausgereifteste Werk und ein Meilenstein des Reggae, des charismatischen Dreadlocks. Eingebettet im fast schon meditativen Reggaerhythmus, singt Marley über Korruption, Arbeitslosigkeit, Rassentrennung, Unterdrückung von Minderheiten und des Rastafari-Glaubens, für Frieden und Gerechtigkeit. Zu Lebzeiten »der sanfte Revolutionär«(MusikExpress), machte ihn sein früher Tod zum unsterblichen Poeten. Get Up Stand Up POP GROUP for how much longer do we tolerate mass murder? 1980 Auch auf ihrem Zweitwerk brachen die fünf Kunststudenten aus der linken Szene Bristols mit eingefahrenen Hörgewohnheiten. Ihr brachialer Mix aus Jazz, Funk und Punk, vermischt mit politischen Parolen, die in wütenden Attacken gegen Rassismus, Unterdrückung oder Hunger ihren Ausdruck fanden übertrafen mit ihrer Radikalität alles, was bisher in dieser Richtung veröffentlicht wurde. Ein brillantes Zeitdokument.

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PL ATTEN VOR GERICHT: P OLITIK CURTIS MAYFIELD superfly 1972 Einer seiner größten Erfolge, wenn nicht sogar der Erfolgreichste. Diese Veröffentlichung war der Soundtrack zu dem Film »Superfly« und enthält die drei Hit-Singles »freddie's dead«, »superfly«, und »pusherman«. Der Erneuerer von Funk und Soul, scheute sich nicht über brisante Themen zu schreiben, wie zum Beispiel die Korruption in der Politik, Rassendiskriminierung, Kapitalismus, Drogen. Meisterhaft verstand es Mayfield seine sozialkritischen Texte mit dem fortschrittlichen Chicago-Soul zu verbinden, unterstützt von seinem einzigartigem Timbre. Meisterwerk!!! PUBLIC ENEMY it takes a nation of millions to hold us back 1988 Die vielleicht wichtigste und einflussreichste Rapgruppe ihrer Zeit konnte sich mit diesem Album an die Spitze ihres Genres setzen. Begleitet von einem aggressiven, intensiven Hardcore Hip-Hop setzen sich PE mit der Situation der Schwarzen, Drogenproblemen, Aids oder Rassismus auseinander. In der »Rolling Stone« Liste der 500 besten Alben belegt dieses Album auf Platz 48 die höchste Platzierung eines Hip-Hop Albums. Public Enemy Number One. RAGE AGAINST THE MACHINE same 1992 Bereits mit ihrem Debüt schufen RATM einen Klassiker des Crossover-Genres. Zu den bekanntesten Songs des Albums zählen » bombtrack«, »bullet in the head« und vor allem »killing in the name«. Mit ihrer explosiven Mischung aus Hip-Hop, Metal und sozialkritischen Texten erlebte die Band einen rasanten Aufstieg. Aufmerksamkeit erregte auch das Cover, das den vietnamesischen Mönch Thich Quang Dirc zeigt, der sich aus Protest gegen die Politik der Regierung 1963 in Saigon verbrannte. TON STEINE SCHERBEN keine macht für niemand 1972 TSS waren in den 1970er Jahren eine der ersten und einflussreichsten deutschsprachigen Rockbands. Mit ihren konkreten politischen und gesellschaftskritischen Texten wurde die Band schnell zum Kult der linken Subkultur. Mit am deutlichsten wird dies in dem Stück »die letzte schlacht gewinnen wir«, in dem eine Veränderung des bestehenden Systems gefordert wird. Auch nach über 40 Jahren findet sich »keine macht für niemand» als Graffiti immer wieder an Hauswänden oder auf Transparenten der alternativen Szene. Ganz im Sinne von TSS – » schreibt die parole an jede wand«.

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MIT TAGST I SC H T E ST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: PATRICK LABITZKE We r ke n n t d a s Pro b l em n i c ht : Mittags paus e - abe r wo h in zum E s s e n. Desha lb hab e n w i r u n s d a z u en t s c h l o s s en , e ine n re gio nale n Mittag s tis ch -Te s t zu sta r ten. Di e sm al w a ren w ir i m S O U P IN auf d e r A lle e . Ge te s te t wurd e ne ben dem Ge sc h mac k a u c h d i e Ges c hwin d igk e it, d ie Fre und lich k e it d e s Se r vice - Persona ls, natü r l i c h de r Preis u n d a u c h d i e ind ivid ue lle n Eige nh e ite n d e r Lo k alit ä t. Im Test habe n w i r u n s f ü r d a s u m g ek eh r t e Sch ulno te n-Sys te m e nts ch ie d e n. Das bedeutet, d ass di e 6 , 0 d i e Hö c h s t n o t e i s t . Was wir ge g e s s e n h abe n, g ibt e s h ie r z um Na chl es en : w ww. f ace bo o k .co m / H A N IX.Magazin

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INTERVIEW: SASCHA WARTHA FOTOS: ROBERT MUCHA, PRIVAT »WIR FEIERN S C H WÄ B I S C H E K U L T U R U N D D A S E N G S T I R N I G E TO TA L A B « Fü r sc h d Ren j a y u n d s ei n e Hip-Ho p-C o m bo Sch wo be land k o m m e n gut a n m i t i h re m Mu n d a r t - R a p. Wi r trafe n d e n Ne ck ars ulm e r um übe r d e n neuen Son g » Mac h d ei K reu z l e« , d i e A nfänge vo n Sch wo be land und d ie ungla ubl i c h e A n z a hl vo n ü b er 1 08 581 K lick s auf Yo utube zu plaud e rn.

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MUSIKKOFFER: FÜRSCHD RENJAY HANIX — Bist du seit Anbeginn deines musikalischen Interesses dem Sprechgesang verfallen? Also bei mir ging das mit der Musik mit dreizehn Jahren los, und tatsächlich war von Anfang an Hip-Hop und insbesondere deutscher Rap mein Steckenpferd. Es dauerte nicht lange, bis mich regionaler HipHop in seinen Bann zog. Als Neckarsulmer Jung kamst du gegen 1996/97 zum Beispiel nicht an THC vorbei, falls Ihr euch daran noch erinnern könnt. Auf jahrelangem Konsum folgten dann 2005 die ersten Texte aus der eigenen Feder. FÜRSCHD RENJAY — HANIX — ... und sofort auf Schwäbisch? Schwäbisch zu machen und so kam es, dass ich just for fun zwei Stücke schrieb, die dann ein Freund für mich produzierte. Das war zum einen »Schwäbischer Baschdard« dem dann kurz darauf der Titel »Schwobeland« folgte. Nachdem wir für den Titel Schwobeland ein Self-Made-Video für Youtube rausgehauen hatten, waren wir sehr überrascht, welche Resonanz dieses nach sich zog. Von diesem Zeitpunkt an war Nafdalin und dann auch das Gselzbärle fester Bestandteil dieses Projekts, das wir kurzerhand nach dem Titel Schwobeland tauften. HANIX — Was hat es mit deinem Adelstitel auf sich? Nein. Da gab es 2009 den ersten Versuch. Das Ganze begann eigentlich aus einer Schnapsidee und kam dann aber rückblickend mit voller Wucht. Zu Beginn fanden es alle sehr lustig, bis dann nach und nach der Comedyaspekt dem Lokalpatriotismus wich. Oh, da fällt mir gerade ein, dass ich auch eine Heavy-Metal-Zeit durchlebte, sogar angefangen habe E-Gitarre zu spielen. Aber das Fundament meines musikalischen Interesses bildet dann doch seit jeher Hip-Hop. FÜRSCHD RENJAY — HANIX — Wie kam es zu der Kombo »Schwobeland«? Diesbezüglich diente Fürst Rainier III von Monaco als Vorbild. Ich experimentierte mit meinem bürgerlichen Namen herum, heiße mit Zweitnamen Rene und so entstand nach diversen schwäbischen Filtern aus dem Fürsten Rainier der Fürschd Renjay. FÜRSCHD RENJAY — HANIX — Seid Ihr im Laufe eures schwäbischen Schaffens auch mit Dialekt-Rassismus konfrontiert worden? Wir Schwaben haben es ja bundesweit nicht ganz einfach mit unserer Sprache. Schwobeland besteht aktuell aus drei Personen. Unser Sänger und Rapperin dem Gselzbärle, dem Rapper und Produzenten Nafdalin und mir. Wir kennen uns alle schon seit vielen Jahren, sind Neckarsulmer Kinder. Mich begeisterte der Gedanke Mundart Rap auf FÜRSCHD RENJAY — Also gemessen an der positiven Resonanz halten sich die negativen Kommentare, wie zum Beispiel auf Youtube sehr in Grenzen. Was sich deutlich bemerkbar macht, ist die öffentliche Wahrnehmung dessen, was wir tun. Zu Beginn hatte das Ganze, also Rap auf Schwäbisch, schon einen leichten Comedy-Ansatz bei den Menschen geweckt. Man fand es eher lustig so FÜRSCHD RENJAY —

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MUSIKKOFFER: FÜRSCHD RENJAY etwas zu hören, war es doch in Sachen Hip-Hop etwas völlig neues. Mittlerweile spüren wir einen leichten Lokal Patriotismus, die Leute, die uns hören, bekennen sich zu Ihrem Dialekt und finden es gut sich in unseren Texten wiederzuerkennen. Mit zunehmender Bekanntheit wich das Schmunzeln der Leute. Aber klar, bundesweit haben es Acts wie wir natürlich schwer, nicht jeder versteht uns. Aber was sollen denn die Sachsen sagen. HANIX — Ihr definiert ja mit eurer Art das im HipHop gern benutzte Wort »Real« völlig neu. Wie steht Ihr anderen Genres, wie zum Beispiel Gangster Rap, der sich bei den jungen Menschen größter Beliebtheit erfreuen, gegenüber? den jungen natürlich noch an Reife. Damit aufgrund von finanzieller und kommerzieller Raffgier gedankenlos umzugehen ist nicht in Ordnung. HANIX — Nun habt Ihr ja passend zum HANIX-Titelthema »Politik« den Song »Mach dei Kreuzle« herausgebracht. Wie kam es dazu, sich als schwäbische HipHop Kombo mit dieser Thematik auseinanderzusetzen? Wir haben zu diesem Thema eigentlich schon genug gesagt. Nur soviel. Als Künstler sollte man sich der Verantwortung den Kindern und Jugendlichen gegenüber schon bewusst sein. Wie willst du als junger Mensch diese Texte richtig einordnen? Die Gefahr ein Leben in eine falsche Richtung zu lenken ist einfach gegeben. Um diese Dinge richtig einzuordnen, fehlt es FÜRSCHD RENJAY — Anlässlich der diesjährigen Wahlen gibt es zeitgleich die U18-Wahl, eine Aktion bei der ausgewertet wird, wie die unter 18 Jährigen sich denn im Moment entscheiden würden und wie hoch grundsätzlich das Interesse der Minderjährigen an Politik ist. Daniel Schütt vom Popbüro sowie der Kreisjugendring kamen dann auf die Idee, dass es doch eine tolle Sache wäre, wenn wir passend dazu ein Stück produzieren, um auf diesem Weg weitere Jugendliche für dieses Thema zu gewinnen. Da wir den Standpunkt vertreten nicht untätig den politischen Geschehnissen zu folgen, sondern selbst die Werkzeuge der Demokratie zu nutzen, um Einfluss zu nehmen, machten wir uns darüber Gedanken. Daraus entstand dann das FÜRSCHD RENJAY —

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Filmformate im HA N I X Magazin Imagefilme Firmenfilme Kunst- und Kultureventfilme Kontakt: kionka@formatf ilm.tv

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MUSIKKOFFER: FÜRSCHD RENJAY Lied »Mach dei Kreuzle«. Nachdem die Produktion zum Song abgeschlossen war, drehte das Popbüro gemeinsam mit dem Kreisjugendring und uns zusammen das dazugehörige Video. HANIX — Hätte es auch ohne die Initiative des Popbüros sowie des Kreisjugendrings ein politisch motiviertes Schwobeland Stück gegeben? mache mein Kreuzle, seit ich wahlberechtigt bin und kann auch nur alle dazu ermuntern diese Möglichkeit Einfluss zu nehmen zu nutzen, denn gemeinsam tragen wir die Verantwortung durch demokratische Wahlen Parteien und Politiker zu installieren, damit diese mit Nachdruck unsere Interessen verfolgen. HANIX — Was entgegnest du denen, die das Gefühl haben Ihre Stimme wird nicht gehört oder ordentlich vertreten? Bist du mit der tatsächlichen Arbeit und den Ergebnissen gewählter Parteien oder Politiker nach einem vollmundig geführten Wahlkampf mit vielen Versprechen zufrieden? FÜRSCHD RENJAY — Ich kann die Zweifel und die Frustration einiger total nachvollziehen, denn was uns versprochen und im Gegensatz dazu gehalten wird, zeigt uns ja des öfteren eine gewisse Diskrepanz auf. Doch wenn wir mit einzelnen Parteien nicht zufrieden sind, haben wir die Möglichkeit uns andere Parteien anzuschauen und denen unsere Stimme zu geben. Das Spiel der Politik um Macht und Geld, um Interessen und Wählerstimmen ist nun mal Abseits unserer Mundart-Stücke, die ja eher zur Unterhaltung dienen, haben wir tatsächlich schon das ein oder andere ernsthafte Stück geschrieben, wie zum Beispiel »NSU« oder »Adam«. Über kurz oder lang wäre somit auch ein politisch motiviertes Stück wie dieses von Schwobeland entstanden, das denke ich schon. FÜRSCHD RENJAY — HANIX — Bist du denn selbst politisch motiviert? FÜRSCHD RENJAY — Also Politik ist jetzt nicht mein Hobby Nummer eins. Aber ich vertrete die Meinung sich um die Zukunft unseres Landes Gedanken zu machen und nicht untätig zuzuschauen, was mit uns als Volk passiert. Die Demokratie wurde hart erkämpft, in vielen Teilen unserer Erde beneiden Sie uns doch um unsere Stimme. Ich selbst

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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MUSIKKOFFER: FÜRSCHD RENJAY kein Wunschkonzert. Aber es ist nötig, um für geordnete Verhältnisse zu sorgen. Ein Pro zieht meistens auch ein Kontra mit sich. Eine Demokratie bringt Veränderung der kleinen Schritte, bei aller Bürokratie sind schnelle Entscheidungen über die Köpfe der anderen hinweg nicht möglich. Damit muss man sich arrangieren. Ohne den Einsatz unserer Stimme akzeptieren wir alles, was geschieht, doch wir sollten versuchen Einfluss zu nehmen. Denn es geht ja letztendlich um unser Leben. HANIX — Fiktiv. Der Fürschd Renjay sitzt an den mächtigen Hebeln der Politik. Was wird sich ändern unter deinem Einfluss? Mich stören am meisten die Folgen des Kapitalismus im Sinne von ungerechter Verteilung. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Voraussetzungen etwas zu erreichen und vorwärtszukommen sind nicht mehr gesund verteilt. Wir hier in Baden-Württemberg klagen im Vergleich zu anderen Bundesländern sicher auf sehr hohem Niveau. Für uns normal Sterbliche sind zum Beispiel die Entwicklungen der astronomisch hohen Abfindungen der Manager doch überhaupt nicht mehr greifbar. Wer braucht bitteschön solch horrende Summen, insbesondere wenn er von seinem Unternehmen freigestellt wird? Versuche das Mal zum Beispiel den Schlecker- oder Karstadt-Damen zu erklären. Hat das noch etwas mit Gerechtigkeit zu tun? Ich denke nicht. Da ich selbst eine junge Familie gegründet habe, würde mein weiteres Augenmerk auf der Unterstützung dieser liegen. Entlastung würde uns allen sehr gut tun. FÜRSCHD RENJAY — HANIX — Zurück zu Schwobeland. Ende 2012 hattet Ihr einen Fernsehauftritt bei Kaffee oder Tee, dem beliebten Sendeformat des SWR. Wie kam es dazu? FÜRSCHD RENJAY — Die Sendung hat eine Rubrik »Musiker sehen für das Marketing einer Band ein enormer Gewinn. Man wird halt auf einen Schlag etwas Bekannter, das kann eigentlich nur helfen, um als Band ein paar Schritte vorwärtszukommen. Wobei wir auch schon im Radio, bei BIG FM, zu Gange waren und diese Plattform gezielter unsere Zielgruppe anspricht. Es hat uns einige Türchen geöffnet und uns zu mehr Auftritten verholfen, und das ist es ja, worum es geht. Der Auftritt beim SWR war in diesem Sinne für uns bahnbrechend, da wir das erste Mal mit einer wirklichen Band aufgetreten sind, nicht wie sonst üblich von unserem DJ begleitet wurden. Das hat uns nachhaltig beeindruckt, sodass wir in Zukunft öfters mit Musikern auf der Bühne stehen werden, wie zum Beispiel auf dem diesjährigen Ganzhornfest in unserer Heimat Neckarsulm. HANIX — Was steht in den nächsten Monaten für Schwobeland an? FÜRSCHD RENJAY — Wie schon erwähnt, spielen wir am 7. September auf dem Ganzhornfest in Neckarsulm. Ein Heimspiel quasi, auf das wir uns ganz besonders freuen, ist es doch unser Städtle. Davor sind wir am 31. August in Oedheim auf einem Pfadfinder Jubiläum zu hören. Des weiteren arbeiten wir intensiv an unserer nächste EP. Eventuell wird es sogar ein ganzes Album, das zum Ende des Jahres fertig sein sollte. Grundsätzlich geht es uns um Live Auftritte, da möchten wir im Anschluss an die Studioarbeit dann 2014 soviel wie möglich einfahren. HANIX — Ist es für euch ein Ziel euren schwäbischen Mundart Rap über die Landesgrenzen nach außen zu tragen und wenn ja, wie schwierig schätzt du das ein? aus dem Südwesten« in der Bands unserer Region ihr Schaffen präsentieren dürfen. Als wir davon erfuhren, bewarb sich der Nafdalin mit unserem Projekt beim Sender. Zu unserer Überraschung bekamen wir umgehend eine Antwort um daraufhin sechs Wochen später schon im SWR Studio bei Kaffee oder Tee zu sitzen, um einige unserer Stücke zu performen. HANIX — Welche Resonanz zieht ein überregionaler Fernsehauftritt wie dieser für eine junge Band nach sich? FÜRSCHD RENJAY — Natürlich ist eine Plattform wie Fern48 Also wir sind komplett down to earth, eher so die realistischen Typen. Mit schwäbischer Kunst hast du natürlich eine Art Handicap. Nicht jedem gefällt es und nicht jeder versteht es. Natürlich gibt es Dialekt Gruppen, die sich national längst einer großen Beliebtheit erfreuen, wie zum Beispiel Bap. Aber wir sind damit zufrieden, wie es sich derzeit bei uns entwickelt, empfinden überhaupt nicht mehr den Druck vergangener Tage einen auf Vollzeit Musiker machen zu müssen. Natürlich, sollte es sich so ergeben, haben wir überhaupt kein Problem damit, doch eigentlich möchten wir nur weiterhin mit so viel Freude und auch Unterstützung unserer Schwobenposse Musik machen und mehr und mehr Auftritte spielen. Dann ergibt das für uns schon genug Sinn, um unser Ding FÜRSCHD RENJAY —

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MUSIKKOFFER: FÜRSCHD RENJAY fortzuführen. HANIX — Offensichtlich vereint euch eine tiefgehende Verbundenheit zur Region. Woher rührt diese? unsere Heimat. HANIX — Deine Message an die HANIX-Leser lautet? Wir sind alle Neckarsulmer Kinder und dieser spezielle Charme mit Industrie und doch ländlichem Charakter hat es uns angetan. Wir finden es toll unsere Verbundenheit nach außen zu tragen, schwätzen auch so wie uns die Gosche gewachsen isch. Wir feiern unsere Kultur und mitunter auch das Engstirnige total ab. Die Kehrwoche, samstags das heilige Blechle putzen. Das sind wir, die Schwaben. Wir ziehen den Karren aus dem Dreck, wenn es sein muss, und lieben unser Land, unsere Weinberge oder Seen. Dazu sind wir fleißig und schlozen nach getaner Arbeit gerne mal an Trolliner Lemberger im Bese. Ist doch alles total in Ordnung, wir lieben uns Schwaben und das Schwabenländle. Es ist FÜRSCHD RENJAY — Also auf »Mach dei Kreuzle« und die anstehenden Wahlen bezogen, würden wir uns sehr freuen euch mit unserem Lied tatsächlich zum Kreuzlemachen motivieren zu können. Nehmt das ernst und übernehmt Verantwortung. Wer weiß, vielleicht könnt Ihr auch irgendwann Schwobeland wählen. Feiert unser schwäbisches Ding genau wie wir. Wir sind von hier, sind Schwaben. Und an alle Nicht-Schwaben: Ihr dürft unser Ding natürlich auch feiern und seit herzlich eingeladen mitzumachen. Schwobeland – haut nei wie n Muckebatscher. FÜRSCHD RENJAY —

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KULTURBEUTEL: MULTIMONO INTERVIEW: FLORIAN DIETZ FOTOS: PATRICK LABITZKE »ES ENTSTEHT VIEL ÜBER DEN DIALOG MIT DEN KÜNSTLERN«

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KULTURBEUTEL: MULTIMONO We r si c h i n Hei l b ro n n z u r k ü n s tle ris ch -k re ative n Sze ne zäh lt, k o m m t f r üher oder s pät e r n i c h t a m K rea t iv zen t r u m und d e m Co m ple x 23 in d e r Salzs traße vorbei . Ge n au h i e r e n t s t eh t z u m 2 4 . 0 8 . m it d e m » m ultim o no « d e r m o nate lang gep la nte Nac h fol g e r d es » Pl em Pl em « - Sho ps . Ich h atte vo rab d ie Mö g lich k e it in ei nem aus fü h r l i c h e n In t er v i e w m i t z we i Be tre ibe rn d e s ne ue n » K auflad e ns « , wi e si e i hren Sho p auf i h re r eig en en Web s i t e lie be vo ll ne nne n, übe r d as Ko nze pt, di e krea ti ve S ze n e i n He i lb ro n n u n d d eren Entwick lung zu s pre ch e n. Sand ra Mias sa r kümmer t s ich h i e r b e i a l s o f f i z i el l e In h a b e rin um d ie Ve r waltung und Org anis ati on des Pro je kte s u n d g ib t d i es em d i e o f fizie lle , le be ns no twe nd ige Bas is . Ih r Geschä f tspar tn e r Nata l i s L o ren z zei g t s ic h als fre is ch affe nd e r Küns tle r und Illustra tor mit de n dre i wei t eren k rea t iven Kö pfe n A nnik a Wink e lm ann, Sabine Ba um und Norm e n Stoll f ü r d en k ü n s t l er is ch -k re ative n Input und d ie Pro d uk tio n der e igen e n Pr i n t s u n d Mo t ive ver a ntwo r tlich . Das ge s am te Pro j e k t wird von ei nem bre i t e n u n d v iel s c h ic h t i g en k ü n s tle ris ch e n Te am um s pannt, d as e s zu dem mac h t, w as es i s t – ei n e a n a l o g e Fo rm e ine s s o ziale n Ne tzwe rk s . HANIX — Wie unterscheiden sich multimono- Konzept und der neu geschaffene Verkaufsraum vom Vorgänger? Was ist neu oder andersartig? Wir knüpfen schon an das an, was wir mit dem PlemPlem über Jahre aufgebaut haben, zum Beispiel was das künstlerische Netzwerk und Teile des Sortiments betreffen. Das wird ja auch so in unserem Blog oder auf unserer Website kommuniziert. Aber wir sehen das multimono als eine Mischung aus Neu- und Weiterentwicklung, in dem wir neue Gedanken mit einbringen und bestehende funktionierende Ideen und Konzepte konsequent aber behutsam weiterentwickeln wollen. NATALIS — Das PlemPlem gab es nun auch schon ein paar Jahre und wir haben da alle mal mehr, mal weniger mitgewirkt und gemerkt, was künstlerisch und ökonomisch funktioniert und was eben nicht. Über die Jahre ist ein Netzwerk an lokalen und internationalen Künstlern und SANDRA — Labels aufgebaut worden. Dieser Erfahrungsbackground bildet natürlich den Grundstock für das Neue multimono und genau deshalb kann man mit ganz anderen Einsichten und Herangehensweisen in so ein neues Projekt starten. HANIX — Der Name »multimono« lässt die Interpretation zu, aus vielem etwas Einzigartiges zu machen bzw. vieles zu einem Ganzen zu bündeln. War genau das die Intension dahinter oder wie kam es zu der Namensgebung? NATALIS — Wir haben natürlich viel überlegt, welche Namen inhaltlich passen, aber gleichzeitig auch leicht über die Lippen kommen und gut ins Ohr gehen. Multimono vereint trotz seiner scheinbaren Widersprüchlichkeit als Wort all diese Anforderungen. Gerade weil wir auch durch Kleinauflagen, limitierte Geschichten und Unikate viel Einzigartiges haben und uns trotzdem als Plattform verstehen, wo einfach viele unterschiedliche Sachen von

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KULTURBEUTEL: MULTIMONO 1/2 Seite Anzeige passt hier? Raiders on the storm verschiedenen Künstlern zusammenkommen. HANIX — Die kreative Szene in der Region ist insgesamt breiter geworden, hat sich aber auch immer stärker differenziert. Ist es heute schwerer, das »Kreativgut« unter einen Hut beziehungsweise in einen Shop zu bekommen? Oder sind die Ansprüche der Kunden und Künstler an eine für Heilbronn einzigartige Handelsplattform gar nicht so unterschiedlich? dass wir uns als Zusammenarbeit mit den Kreativen sehen und wir natürlich unsere Vorgaben stellen, was wir uns im Laden so vorstellen können, entsteht viel über den Dialog mit den Künstlern. Wir suchen also explizit mit den Kreativen, von denen wir denken, dass sie zu uns passen, die Zusammenarbeit, stimmen ab, was wir uns vom Konzept und den Gegebenheiten im Laden her ausmalen und was sie sich unter der Zusammenarbeit vorstellen. Da muss man dann schauen, ob man so auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Bei der letztendlichen Umsetzung lassen wir ihnen dann aber vollkommen freie Hand. Wir sehen uns selbst nicht einfach nur als Shop, der strikte Vorgaben stellt, sondern die Komponente der Zusammenarbeit mit den jeweiligen Künstlern ist uns SANDRA — Dadurch, wichtig. Zu dem Ganzen gehören natürlich auch viel Ehrlichkeit, Erfahrung und Kommunikation. Wenn man nun einen Kreativen hat, der z. B. durch seine Entwicklung mittlerweile sehr hohe Ansprüche im Finanziellen oder im Präsentationsbereich hat, sind wir vielleicht für ihn die falsche Plattform. Nicht unbedingt, weil wir es uns nicht leisten können, sondern weil er über uns als Plattform einfach nicht die Leute erreicht, die er womöglich gerne ansprechen möchte. Wir versuchen auch, die Ansprüche der Kreativen bestmöglich zu bedienen. NATALIS — Vieles entsteht auch aus einem Projektgedanken heraus, aber auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Je nach Person ist es so, dass man beispielsweise mit jemandem eine Idee ausarbeitet und dann etwas daraus entsteht. Bei einem anderen Künstler ist es wiederum vielleicht so, dass er einen breiten Fundus an Zeichnungen oder Illustrationen hat, die wir dann in Rücksprache z. B. als T-Shirt-Prints umsetzen. Der Designer muss einerseits seinen Ansprüchen gerecht werden können und andererseits muss es zu uns passen, wobei dieses »zu uns passen« dadurch, dass wir vielschichtig und breit gefächert sind, auf ganz unterschiedliche Arten möglich sein kann.

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HANIX — In einem Interview keine ehemaligen mehr haben, Burnside-Betreiber musste man kürzlich lesen, dass Einzelhandelskonzepte Zukunft weil man nicht mit den Preisen der großen OnlineHändler konkurrieren könne. Was sind eure Meinungen zum digitalen Kaufverhalten? Dadurch, dass ich mehr aus dem künstlerischproduktiven Bereich komme, kann ich die ökonomische Tragweite nicht zu hundert Prozent beurteilen. Wir haben hier den regionalen Faktor und das bestehende Netzwerk als Vorteil auf unserer Seite. Zudem sind unsere Produkte von sehr guter Qualität. Gerade im Vergleich mit den unzähligen Online-Plattformen habe ich das in den letzten drei Jahren selbst sehr gemerkt, weil ich mir natürlich auch schon das eine oder andere T-Shirt im Internet bestellt habe, wenn mir ein Shirt vom Design her gut gefallen hat. Leider sind viele dieser Digitaldrucke und Folientransfers nach sieben bis acht Mal waschen echt hinüber. Es ist mittlerweile sogar schon recht schwer geworden, qualitativ gut bedruckte Shirts im Netz zu finden. Wir drucken kleinere Auflagen im hochwertigen Siebdruck und erzielen auch durch unsere Erfahrung damit eine gute Qualität. Die Leute, die sich mit Mode auseinandersetzen, sind schon bereit für eine gute Qualität und gute Motive ein paar Euro mehr auszugeben. Dadurch, dass wir auch noch diverse andere Geschichten wie z. B. Accessoires mit anbieten, decken wir mit unserem breiten Sortiment einfach auch ganz individuelle Ansprüche ab, die ein auf Absatz ausgerichteter Online-Shop nicht bedient. NATALIS — HANIX — Lassen sich das Angebot von Textilien und Kunst, die eher eine Nische und nicht die breite Masse bedienen, überhaupt mit Profitzielen, die ihr als Händler verfolgt, vereinbaren? gut über die Bühne. Mittlerweile sind wir auch für Kreative aus ganz Deutschland eine Anlaufstelle. Wenn diese z. B. auf Besuch oder Durchreise in der Gegend sind, kommen sie bei uns vorbei. Das Feedback dafür, dass es so eine Plattform wie unsere in Heilbronn gibt, ist durchweg positiv. HANIX — Bald ist das multimono per S-Bahn noch besser ans öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Erhofft ihr euch durch den gesamten Infrastrukturausbau für den gesamten Complex 23 und die Kreativwirtschaft rund um die Salzstraße positive Effekte? Was muss die Stadt Heilbronn zukünftig noch tun, um kreative Unternehmungen weiter zu stärken? Wir sind mit dieser Nische und dem Klientel, das wir bedienen schon recht einzigartig. Gerade für Heilbronn selbst ist es auch sehr wichtig, dass es so eine Plattform gibt. Wir leben hier, arbeiten selbst im kreativen Bereich und daher ist es für uns schon eine Herzensangelegenheit auch so eine Plattform anzubieten. In größeren Städten wie Berlin findet man solche Ladenkonzepte ja fast an jeder Ecke. SANDRA — Wir haben schon unseren festen Kundenkreis. Dadurch, dass der Laden jetzt, anders als ein Einzelhandelsgeschäft, als Projekt angelegt ist und jetzt nicht unbedingt so, dass wir alle von dem Laden leben können müssen, bekommen wir auch die schwankenden Zeiten NATALIS — die S-Bahn-Anbindung erhoffen wir uns natürlich schon, dass sich der ein oder andere mehr hier hin »verirrt«. Für die Künstler, die an der Fassade aktiv sind, ist es natürlich auch schön, wenn mehr Frequenz stattfindet und sie vom Durchfahrpublikum bewusster wahrgenommen werden. NATALIS — Die Laufkundschaft bleibt hier halt momentan noch komplett aus. Dadurch, dass die Leute bald hier vorbei fahren werden, kommt zumindest mal automatisch SANDRA — Durch

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KULTURBEUTEL: MULTIMONO die Aufmerksamkeit und vielleicht das Interesse daran, den Shop einmal zu besuchen. SANDRA — Mittlerweile gibt es ja einen Bereich, der sich um die Kreativwirtschaft in Heilbronn bemüht. Förderungen und konkrete Unterstützungen z. B. bei Publikationen wären natürlich wünschenswert. Potenzial und Bedarf gibt es genug. Man muss abwarten, wie sich das Ganze entwickelt, weil sich das alles noch im Aufbau befindet. Wir werden schauen, dass wir bei gegenseitigem Interesse die entsprechenden Leute mit ins Boot holen, wenn z. B. Veranstaltungen anstehen. Das Netzwerken zwischen Verwaltung, Kreativwirtschaft und vor allem Industrie ist über die letzten Jahre schon intensiver und besser geworden, gerade im kulturellen Bereich. Man wird positiv wahrgenommen, anstatt belächelt zu werden. HANIX — Fallt Ihr mit dem Shop-Konzept unter Förderprogramme der Stadt oder z. B. das Innovationsgutschein-Programm des Landes Baden-Württemberg? SANDRA — Über den Kultur- und Kunstbereich bekommen wir für bestimmte Projekte, die im Haus stattfinden, auf Antrag Förderungen von der Stadt, aber es ist nicht so, dass wir als Haus oder Shop pauschal unter irgendwelche Förderprogramme fallen. HANIX — Zurück zum multimono. Am 24.8. feiert ihr ab 14 Uhr eure Eröffnung. Was habt ihr am Eröffnungstag und in Zukunft an Aktionen geplant? NATALIS — Also für die Eröffnung haben wir außer Grillen, ein paar Getränken und befreundeten DJs, die auflegen werden, nichts Großes geplant. Das soll alles im gediegenen Rahmen ablaufen, weil der ganze Auf- und Umbau jetzt schon genug an Aktion war. Zukünftig haben wir schon bestimmte Geschichten geplant, die wir nach und nach an den Start bringen wollen. Klar wollen wir im Textilbereich etwas machen, vielleicht selbst etwas schneidern. Auch mit Musikschaffenden wollen wir, wie zum Beispiel schon im multimonomix vol. 1 auf unserer Website zu hören ist, weiterhin zusammenarbeiten und auch im Print-Bereich wird es z. B. Poster oder selbst gemachte Heftchen in Kleinserien geben. HANIX — Geöffnet ist der Kaufladen immer von Do. bis Sa. von 15:00–19:00Uhr. Wechselt Ihr euch mit dem Verkauf ab? Was macht ihr außerhalb der öffnungszeiten beruflich so? Ist eine Ausweitung der öffnungszeiten geplant? wir schon alle um das Haus und den Laden herum, aber wir haben schon eine gewisse Aufteilung untereinander. NATALIS — Bei mir ist es so, dass ich als freischaffender Illustrator ein Atelier in der Zigarre in Heilbronn habe, in dem ich arbeite. Dadurch, dass man auch außerhalb des multimonos viel mit den Leuten hier zusammenarbeitet, ist man aber schon öfters hier vor Ort. SANDRA — Wir haben ja das komplette Haus inklusive Bar unter unseren Fittichen und dadurch habe ich organisatorisch schon einiges zu tun. Zudem bin ich unter anderem noch bei den Besitzern des Mobilats angestellt. Somit hat man schon immer eine lange Woche und rund um das Haus gibt es einfach einiges zu tun. NATALIS — Vielleicht noch kurz ein paar Worte über die Leute, die heute nicht hier sind. Wenn es nicht stimmen sollte, sind sie selbst schuld. (Lacht) SANDRA — (Lacht noch herzhafter) NATALIS — Also mit dabei sind noch der Normen Stoll, der ebenfalls Künstler bzw. Grafiker ist und am Kolping-Bildungswerk Schriftgrafik unterrichtet. Die Annika Winkelmann studiert Kunst in Stuttgart und die Sabine Baum ist Fotografin und Inhaberin des Foto- und Gestaltungsstudios Binenbaum in Heilbronn. SANDRA — Dadurch, dass wir nicht in der Innenstadt sind, sondern eher im Randgebiet, ist das einfach ein StandortDing. Geplant ist es momentan nicht, dass wir die Öffnungszeiten erweitern, aber ausgeschlossen ist es je nach Entwicklung nicht. HANIX — Ihr seid auf dem diesjährigen Römersee Open Air mit einem Verkaufsstand vertreten gewesen. Wie waren die ersten Resonanzen auf den neuen Shop, die Produkte und euer exklusives Festival-Paket? wir sind immer abrufbereit. (Lacht) SANDRA — Wenn es die Zeit und die Arbeit zulässt, schwirren NATALIS — Klar, hat echt gut gepasst. Wir haben gutes Feedback bekommen, mit dem wir voll und ganz zufrieden sind, und konnten eben ein bisschen Werbung für unser Projekt machen. Dadurch, dass wir auch bei der Organisation und dem Aufbau vom Römersee Festival mit dabei sind, war das für uns schon ein Stück weit ne Herzensangelegenheit. SANDRA — Ja, genau. Wir waren nun insgesamt das dritte Mal dort vertreten und es war wie jedes Jahr echt toll und ein guter und würdiger Start fürs multimono. Das Festival-Paket kam unter dem Publikum supergut an. Ich schätze das Festival, die Leute, die dahinter stehen und auch die Gäste dort auch persönlich sehr. HANIX — Auf eurer Website kann man sich den gelungenen NATALIS — Es

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KULTURBEUTEL: MULTIMONO und abwechslungsreichen multimonomix Vol. 1 anhören. Wird es regelmäßig Mixes dort zu hören geben? Was hört ihr privat so bzw. was könnt ihr unseren Lesern als Musiktipp mit auf die Ohren geben? Ja, es kam schon vor, dass wir ein shirt aus einer alten Kollektion, das wir noch vorrätig hatten, nach Kanada geschickt haben. Die Welt hat uns also auf dem schirm. (lacht) saNDra — HaNiX — Danke dafür, dass ihr euch so kurz vor der Eröffnung noch die Zeit für das Gespräch genommen habt. Gibt es noch etwas, dass in dem Gespräch noch nicht gesagt wurde, aber unbedingt gesagt werden sollte? saNDra — ich finde persönlich, dass Heilbronn eine schöne Ja, es sind schon weitere Mixe geplant, eventuell auch in gepresster Version dann als Paket mit einem t-shirt oder Ähnlichem. ich persönlich höre auch privat sehr gerne sehr verschiedene DJ-sets, weil man es einfach neben der arbeit gut durchhören kann. saNDra — ich bin musikalisch auch sehr breit gefächert und lege mich da ungerne fest, aber jedem, der nicht auf dem römersee war, empfehle ich die reverend shine Jungs, die dort aufgetreten sind. Das war echt ein sehr gutes Konzert. Natalis — HaNiX — Ihr seid ja auch digital sehr aktiv. Wird es auch einen multimono-Onlineshop geben? stadt zum leben und kreativen arbeiten ist, in der es sich auch lohnt, kreativ aktiv zu sein. Weitere Infos zum Kaufladen und zum multimonomix: www.multimono.de & www.multimono.de/multimonomix ist für uns als kleiner shop vom aufwand her wohl nicht realisierbar. aber bei besonderen anfragen sind wir schon flexibel. Wenn irgendjemand am anderen Ende der Welt unbedingt ein shirt haben will, schicken wir es ihm in ausnahmefällen auch mal zu. Natalis —Das

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» M o b i l i tät d e r Z u k u n f t i M Au d i n e c k A r s u l M « Bi s En de Se p t em b er Au di For u m Nec k a r s u l m f o ru M Das Audi Forum Neckarsulm zeigt einen Ausblick auf die Mobilität der Zukunft. Die Sonderausstellung »Audi future lab: mobility« präsentiert vom 13. Juli 2013 bis Ende September 2013 einen Blick in die Zukunft in den Bereichen: future engines, future energies und urban future. Die Exponate zeigen Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft sowie Mobilitätslösungen für die Metropolen der Welt. Präsentiert werden alle drei Themenbereiche mit attraktiven Exponaten. Unter ihnen sind zukunftsweisende Autos – der R8 e-tron, der Le Mans-Sieger R18 e-tron quattro und der A3 Sportback g-tron, der mit e-gas läuft. Die Studien Audi urban concept Spyder und Audi e-Bike Wörthersee geben Ausblicke auf die Mobilität von übermorgen.

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KUNSTREGION: AUDI FORUM NECK ARSULM

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KUNSTREGION: AUDI FORUM NECK ARSULM

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IM GESPRäCH MIT HEINO » B U S H I D O G E H Ö RT I N DIE KLAPSE« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: PR De r 7 4 j ä h r ig e Vo l k s b a rd e He ino is t m o m e ntan s o e r fo lg re ich wie ni e i n se i n er l a n g en K a r r iere. Be im j ung e n Publik um e r fäh r t d e r s trohb l on d e Sä n g er m it d er d unk le n So nne nbrille e ine Be lie bth e it, w i e son st n u r d i e Ba n d s u n d Küns tle r, d ie e r auf s e ine m ak tue lle n A lbum » Mi t freu n d l i c hen Gr ü ß en« cove r t. A nfang Se pte m be r tritt He ino i n St utt g ar t a u f. Wi r s p r a c h en m it d e m g e bür tige n Düs s e ld o r fe r über den Un te r sc h ied z wis c hen Ro ck - und Vo lk s s ch lag e r fans , d as g e m e insa me Bac kstage- Tr in k en m i t R a m m s te in und wie s o Bus h id o e ine n Fe h ler i m Ge h i r n s y s t em h a t u n d C a m pino He ino m us ik alis ch nich t be e ind r uckt.

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INTERVIEW DES MONATS: HEINO damals zusammen schöne Fotos gemacht. Es sind schon Parallelen da. Wir lassen uns beide nicht unterbuttern. HANIX — Ihr Album »Mit freundlichen Grüßen« ist sofort auf Platz eins der deutschen Albumcharts geschossen und wurde legal so häufig wie kein anderes Album eines deutschen Künstlers heruntergeladen. Wissen Sie, wie man ein Album im Internet legal herunterladen kann? Ich weiß, wie das funktioniert. Im Downloadbereich bin ich ja Halbjahressieger geworden. MediaControl hat mir die Gratulation geschickt. Das hat mich schon sehr erstaunt, dass das Album gerade bei jungen Leuten so viel Anklang gefunden hat. HEINO — HANIX — Nutzen Sie privat das Internet? Ich hab mein iPhone. Auf diesem Weg bin ich oft im Netz. Also auf diesem Gebiet bin ich nicht so versiert wie Menschen, die sich Tag und Nacht damit auseinandersetzen. Aber wenn ich was hören will, wenn ich was machen will, wenn ich was verschicken will, ist mir das alles geläufig. HEINO — HANIX — Vor Kurzem standen Sie gemeinsam mit Rammstein beim Wacken-Festival vor 80 000 Menschen auf der Bühne. Ihr bisheriges Karriere-Highlight? HANIX — Guten Tag, Heino. Sind Sie der Jupp Heynckes der deutschen Musikszene? Auch der Ex-Coach der Bayern war raus aus dem hellen Rampenlicht, ehe er erfolgreicher denn je zurückkam und historische Erfolge einheimsen konnte und auch bei der Jugend gut ankam. HEINO — Im Fußball ist es ein bisschen anders als bei uns Sängern. Man ist als Sänger ja immer irgendwo »da«. Man wird immer irgendwo gespielt, irgendwo wird eine CD verkauft. Aber im Grunde genommen war und ist Jupp Heynckes auch sehr beliebt und einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. Da sehe ich schon Ähnlichkeiten. Ich kenne Jupp Heynckes ja schon aus den 70ern. Wir haben Es war einer meiner Höhepunkte, und ich muss sagen, die ganze Atmosphäre hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Nach dem Mauerfall hab ich in Dresden für 150 000 Menschen gesungen. Die große Besucheranzahl ist mir also nicht neu, aber die Atmosphäre in Wacken war anders. Wie soll ich Ihnen das erklären? Als der Till Lindemann mich angesagt hat, da ist ein Jubelorkan losgebrochen! Toll – das hat mich unheimlich beeindruckt. Vor allem die Musiker von Rammstein waren so zuvorkommend zu mir. Das sind ja immerhin Weltstars. Wenn ich mit manchen volkstümlichen Interpreten zusammen bin, die meinen, dass sie große Stars wären und sich auch entsprechend benehmen, ist das kein Vergleich. Die Musiker von Rammstein haben sich unheimlich nett mit mir unterhalten und haben mich wirklich sehr unterstützt auf der Bühne. Das sind Könner, und ich kann denen nur mein höchstes Lob aussprechen. HEINO — HANIX — Gefällt Ihnen die Musik von Rammstein auch persönlich?

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INTERVIEW DES MONATS: HEINO HEINO — Na klar. Ich hab das schon vor vielen Jahren gesagt. Mir muss nicht alles gefallen, aber wenn ich »Amerika« höre, oder den Song »Engel«, oder »Sonne«, was ich jetzt auch gesungen habe, dann sind das wunderschöne, durchdachte Kompositionen, die schön klingen und die gut vorbereitet sind. Ich habe für Rammstein große Hochachtung. HANIX — Sie hätten das erste Mal vor einem Auftritt weiche Knie gehabt, konnte man lesen. Wieso war das Lampenfieber bei diesem Auftritt für ihre Verhältnisse deutlich höher als vor normalen Konzerten? Man muss sich vorstellen, wenn ein junger Fußballspieler das erste Mal in der Nationalmannschaft spielt, dann hat ja der auch ein bisschen Respekt, den hatte ich auch. Aber die Jungs von Rammstein haben mir alles genommen, so, dass ich frei und fröhlich singen konnte. HEINO —

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INTERVIEW DES MONATS: HEINO Wir haben davor noch nie zusammen auf einer Bühne gestanden, und wir trafen uns erst am Abend, an dem wir auch zusammen auftreten würden, das erste Mal. Die haben ein ganz anderes Arrangement als ich bei »Sonne«. Der Ablauf ist der Gleiche, aber ich habe beispielsweise Bläser drin, Rammstein haben gar keine Bläser drin, die haben nur Gitarren und Schlagzeug. Da muss man sich schon anstrengen, um das Konzept zu verstehen, das die Jungs haben. Aber ich bin sehr gut aufgenommen worden, und nachdem ich mit Rammstein in der Garderobe eine halbe Stunde geprobt hatte, war auch kein Lampenfieber mehr da. HANIX — War es ihr erster Auftritt mit Pyroshow? zian schon mal in einer Rap-Version gemacht, und jetzt mach ich den Enzian-Rap in einer Bläserversion. Musikalisch also ist das wirklich auf dem neuesten Stand. Ich hab die besten Musiker dabei, die man sich für diese Musik wünschen kann. Zwei haben sogar vor wenigen Wochen noch bei der Barbra Streisand mitgespielt, als die in Köln war. HANIX — Sind Rock-Liebhaber, im Vergleich zu ihren Stammhörern HEINO — und -besuchern, die besseren, weil lauteren Fans? Ja, der Erste mit so einer Riesen-Pyroshow. Das haben die Jungs mir schon gesagt: Heino, du musst ein bisschen aufpassen, wenn wir einen Meter zurückgehen, dann musst du mitgehen, weil da kann es dann heiß werden. Das hab ich alles befolgt, ich kann ja gut zuhören, und das hat wunderbar funktioniert. HEINO — HANIX — Sind Sie nach dem Auftritt noch zusammen mit Rammstein in den Backstage-Bereich, um gemeinsam einen zu heben? Nein, aber die sind disziplinierter. Also wenn ich volkstümliche Open-Air-Veranstaltungen mache und im Vergleich dazu ein Rock-Open-Air, sind die Rocker wesentlich disziplinierter als viele Besucher auf volkstümlichen Veranstaltungen. Da hab ich mich auch selbst gewundert. Was da abging an Disziplin, da kann ich nur staunen, das hab ich nie gedacht, dass da so ein Unterschied ist. Die Rocker haben mehr Respekt und Toleranz. Ich bin ja schon fünfzig Jahre im Geschäft und habe nie solche Toleranz erlebt wie jetzt bei den letzten Rockkonzerten. HANIX — Campino, der Frontman der Toten Hosen, bescheinigte ihnen, dass ihr Coverversionenalbum »taktisch klug gemacht« sei. Trotz der ausgeklügelten PR-Strategie für ihr Album: Waren Sie vom durchschlagenden Erfolg überrascht? Ja klar, ich hab noch einen Rosé getrunken, die Jungs haben auch noch ihren Drink genommen. Wir waren mindestens noch anderthalb Stunden Backstage in der Garderobe. HEINO — HANIX — Momentan sind Sie auf Tour. Worauf dürfen sich Besucher ihrer Konzerte freuen? Gibt es SpezialEffekts mit Laser- und Pyro-Show? Intonieren Sie auch ihre alten Volkslieder? HEINO — Man wird alles hören. Ich werde das neue Album natürlich ganz präsentieren. Allerdings nicht mit PyroShow. Das kann aber alles noch kommen. Da es meine erste Begegnung mit Rockliedern ist, habe ich vier Bläser dabei. Das ist zwar auch unüblich im Rock, aber es ist harmonisch und sehr interessant. Die jungen Leute im Publikum honorieren das, die zollen mir unheimlich viel Applaus, singen alles mit und sind sehr diszipliniert und freuen sich. Ich muss auch immer wieder feststellen, dass nach einer halben oder einer Dreiviertelstunde auch viele aus dem Publikum anfangen nach dem Enzian zu rufen oder nach Karamba, Karacho. Das freut mich und zeigt auch, dass ich die letzten fünfzig Jahre nicht viel verkehrt gemacht habe. Den Enzian gibt es also auch zu hören, aber in einer moderneren Form. Ich hab ja 1988 den En63 Mich hat der Erfolg überrascht in einer Form, die ich so noch nie erlebt habe. Ich habe schon damit gerechnet, dass es, wenn ein Volkssänger, der in diesem Jahr 75 Jahre wird, ein Rock-Album herausbringt, einen Medienaufschlag gibt. Ich habe auch damit gerechnet, dass viele Neugierige die Platte kaufen, die sehen wollen, was ich da überhaupt mache. Aber dass ich sofort von null auf eins gekommen bin, auch im Downloadbereich, mit einem großen Abstand zum Rest, damit habe ich natürlich nicht gerechnet. Das zeugt doch davon, dass die jungen Leute, die »Mit freundlichen Grüßen« gekauft haben, mich kannten und auch gemocht haben, aber das alte Repertoire nicht gekauft haben, weil sie das Gefühl hatten, dass sie nicht »Wenn die bunten Fahnen wehen« oder die »Schwarze Barbara« oder den »Enzian« kaufen können, weil sie dann altmodisch wären. Da versteh ich ja die jungen Leute sogar. Jetzt hab ich was für sie gemacht, und sie haben es angenommen. Ich finde das toll, die jungen Leute finden es toll, mein Publikum hat sich um vierzig HEINO —

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INTERVIEW DES MONATS: HEINO Also kann es musikalisch nicht weit her sein mit ihm. Ein Musiker, der wirklich was Fundiertes kann, der muss nicht parodieren. Der hat sich ja mit meinen Liedern geschmückt, das muss er zugeben. Campino ist für mich gar kein Gesprächspartner, ich müsste erst mal wissen, wie er musikalisch drauf ist. Wir können über Musik reden, aber im Grunde genommen interessiert er mich nicht. HANIX — Auf ihrem Album covern Sie Songs von den Fantas, den Sportfreunden, von Peter Fox, Rammstein und vielen anderen. Welcher Song gefällt ihnen in der Originalversion am besten? Mir gefällt von den Sportfreunden Stiller der Titel »Kompliment« unheimlich. Der ist wirklich frech, der ist sehr gut. Ich wusste nicht, was eine »Chill-out-Area« ist. Das sind so kleine Spielereien, Worte, die modern sind, das mag ich. Der Song kommt auch fantastisch an, wenn ich den auf der Bühne singe. HEINO — HANIX — Und welcher Song war am schwersten zu interpretieren? Jahre verjüngt und ich mich auch. HANIX — Campino missfiel allerdings das Medienecho auf ihr Album, speziell das Feuilleton hat er ins Visier genommen. Er warf den Journalisten Schönschreiberei und Speichelleckerei vor und ihnen, dass Sie nur erfolgreich seien, weil Sie ungefragt »mal ein paar gute Lieder« genommen hätten. Ungefragt Sachen machen und sich bedienen ist doch eigentlich die pure Form des Punkrock. Sich im Gegenzug darüber aufzuregen zeugt von Spießertum. Sind in Wahrheit Sie der Punkrocker und Campino ein Spießer, der sich mal lockermachen soll? Das ist »MFG« von den Fantastischen Vier. Den Song mach ich jetzt auch nicht auf der Bühne wieder. Die Fantastischen Vier haben es zu viert einfacher, den Song zu interpretieren als ich ganz alleine. Da muss man schon den Kopf beisammenhaben. Aber ansonsten ist das alles nicht so schwierig. Ich kann Ihnen sagen, den Enzian über drei Oktaven zu singen ist eine andere Hausnummer. Die Songs auf dem aktuellen Album machen mir keine Schwierigkeiten. HEINO — HANIX — Wissen Sie jetzt, was eine Chill-out-Area ist? Bei ihnen klingt das Wort gesungen eher wie »Schillautheria« ... HEINO — Ich hab mich inzwischen erkundigt. (lacht) HANIX — Hatten Sie Einfluss auf die Songauswahl auf ihrem Album? Mich interessiert nicht, was Campino sagt. Mich interessiert, was die Leute sagen, die die CD gekauft haben. Ich weiß nicht, ob Campino richtig Musik machen kann, das müsste ich mal prüfen. Es gibt in der Branche immer Leute, die neidisch sind. Damit muss man umgehen. Wenn der Campino dieses oder jenes meint, dann ist das sein Problem. Campino war ja derjenige, der damals in den 80er Jahren vor seinen Konzerten einen Sänger genommen hat: Blonde Haare, dunkle Brille, Schallplatte von mir aufgelegt und dann imitieren. Das war Campino. HEINO — Im Grunde ja. Auf alles, was ich mache, habe ich den größten Einfluss. Ich würde nichts machen, womit ich nicht einverstanden bin. Es war ja auch meine Idee, das Album aufzunehmen. Natürlich lasse ich mich beraten. HEINO — HANIX — Vor einigen Wochen gab es zwischen ihnen und Bushido einen medialen Battle. Sie forderten Gefängnis für den Gangster-Rapper. Ein PR-Gag oder muss der Berliner aus ihrer Sicht tatsächlich weggesperrt werden?

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INTERVIEW DES MONATS: HEINO Nein, ich brauche keine PR-Gags. Dazu bin ich schon viel zu lange im Geschäft. Aber wenn einer auffordert zu Mord, zum Erschießen, dann muss der in die Klapsmühle, dann hat er einen Fehler in seinem Gehirnsystem. Und wenn er das wirklich ehrlich meint, dann muss er hinter Schloss und Riegel. Ganz logisch. Wo leben wir denn? Ich wurde 1938 geboren, ich hab die letzten Jahre des Krieges mitgemacht. Das muss doch aufhören, dass man hingeht und sagt »Ich erschieß dich«. Ich hab das doch gesehen, ich hab Bomben fallen sehen, ich hab Menschen sterben sehen. Da reg ich mich schon auf. Wenn ein Mensch so was rumposaunt, dann gehört er hinter Schloss und Riegel, ganz einfach. HEINO — HANIX — Ein Duo mit Bushido auf dem nächsten SplashFestival könnten wir uns allerdings witzig vorstellen. Sie auch? Aus Marketing-Gesichtspunkten wäre das wohl der musikalische Coup des Jahres ... kehrt. Wenn sich Bushido bessern würde, hätte ich keine Probleme, das zu tun. Man muss immer an das Gute im Menschen glauben. Das mache ich auch, und wenn Bushido sagt »Kinder, alles, was ich bisher gemacht habe, das war nicht so das Richtige, ich entschuldige mich, ich geb den Bambi wieder zurück, ich hab ihn nicht verdient, ich mach so was nicht mehr«, dann können wir über alles reden. HANIX — Mit ihrer Plattenfirma haben Sie noch einen Vertrag über zwei weitere Alben. Werden diese Alben ebenfalls Cover-Alben? HEINO — Wir werden jetzt sechs weitere Titel für ein »Mit freundlichen Grüßen«-Doppelalbum aufnehmen, und dann werden wir im Januar, Februar ein weiteres Album produzieren. Hierzu weiß ich noch nicht genau, was wir am Ende tun werden. Aber wir werden ganz bestimmt ein paar alte Heino-Songs modernisieren. Die jungen Leute schreien nach dem »Enzian«, der »Schwarzen Barbara« und dem »Mohikaner«. Das habe ich vor 30 Jahren gesungen, Man muss einem Menschen immer die Chance geben, sich zu bessern. Jeder Mensch macht mal etwas verHEINO —

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INTERVIEW DES MONATS: HEINO das singen die jetzt auch. Ich singe ja auch die Haselnuss in einer Swing-Version und in einer Rap-Version, und die jungen Leute drehen dabei durch. Jetzt ist die Frage: Mach ich in dieser Richtung nochmal was? Dass ich ein paar Volkslieder aufnehme, um die jungen Leute für Volkslieder zu interessieren? Denn das ist ja sehr wichtig. HANIX — Sie sind 74 Jahre alt und wirken sehr rüstig und fit. Welches Programm steht für dieses Jahr noch auf ihrem Programm? Und wann gönnen Sie sich die nächste kleine künstlerische Pause? HEINO — Ich brauche keine künstlerische Pause. Ich wohne HANIX — ABSCHLIESSEND DIE FRAGE NACH IHREM PERSÖNLICHEN KÜNSTLERISCHEN TRAUM. WELCHES MUSIKALISCHE PROJEKT WÜRDEN SIE GERNE NOCH VERWIRKLICHEN? GIBT ES EINEN STILLEN HEINO-TRAUM? HEINO — Ich hab ja musikalisch alles erreicht und gemacht, was man machen kann. Von Schlager über Seemannslieder hin zu Volksliedern, Kirchenliedern, klassischen Stücken, Rock, Pop- und Rapmusik. Also im Grunde hab ich mir alles, was ich machen wollte, erfüllt. in einem wunderschönen Ort – wenn ich einen oder zwei Tage da bin, hab ich meinen Akku wieder aufgeladen. In diesem Jahr hab ich noch mindestens fünfundvierzig Konzerte. Das beinhaltet die Rockkonzerte, und Ende des Jahres gebe ich Kirchenkonzerte mit Stücken von Schubert, Bach, Mozart und Tschaikowsky. Und dann ist das Jahr wieder zu Ende. Ich muss nicht groß Pause haben. Was meinen Kalender angeht, der ist mit Funk-, TV- und Konzertauftritten gespickt voll. Jens Krönke Ferdinand-Braun-Straße 17 Blue Office 2.0 Businesspark Schwabenhof 74074 Heilbronn T 07131 / 203 99 - 6 F 07131 / 203 99 - 82 www.kroenke-stb.de info@kroenke-stb.de

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WER ERSCHOSS MICHÈLE KIESEWETTER? Waren mehr als zwei Täter vor Ort? Möglich. INFORMATIONSAUSTAUSCH IM KANZLERAMT Reporter Frank Brunner über seine Recherche zum Fall Kiesewetter. OLIVER MARIA SCHMITTS »MEIN WAHLKAMPF« Vom Mensch zum Machtpolitiker in 100 Tagen. IM ERNSTFALL WIRD SCHWÄBISCH GSCHWÄTZT Cem özdemir auf Wahlkampftour in Heilbronn. GLOBALE BESPITZELUNG Ken Jebsen über Edward Snowden und die Spionagepraktiken der NSA. 10 AMTSSCHIMMEL Eine behördliche Portraitstrecke von Ulla Kuehnle. JOSHIS MEINUNG Politiker dürfen auch nicht alles. MEHR FRAUEN AN DIE MACHT Rafaela Jeckle meint, dass die Welt mit mehr Frauen an der Macht sanfter wäre.

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W E R E R S C H O S S M I C H E L E K I E S E W E T TEXT: FRANK BRUNNER FOTOS: ROBERT MUCHA Für die Ankläger im Münchener NSU-Prozess waren es die beiden Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Doch Ermittlungsakten des LKA Baden-Württemberg lassen den Schluss zu: Entweder haben sich Kriminalisten und Zeugen geirrt – oder es waren mehr als zwei Tatbeteiligte vor Ort. Ungeklärt ist bis heute auch die Rolle US-amerikanischer Sicherheitsbehörden.

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TITELTHEMA: P OLITIK T E R ? Kurz bevor die Welt um ihn herum verschwindet, schaut Polizeimeister Martin Arnold noch einmal in den Rückspiegel. Deshalb sieht er ihn kommen, diesen Mann, der aus dem Schatten des Trafohäuschens tritt, neben dem er und seine Kollegin mit ihrem grün-silbernen 5er-BMW parken. Der Mann im Spiegel ist im mittleren Alter, trägt ein helles Kurzarmhemd, dunkle Jeans, dunkle Schuhe, dunkle Haare. Noch ein paar Schritte und er erreicht die Beifahrertür. In diesem Moment bemerkt Arnold eine zweite Gestalt auf der anderen Seite des Wagens, dort, wo seine Streifenpartnerin hinterm Steuer die Pause mit einer ihrer geliebten Gauloises genießt. Es ist ein sonniger Tag, 25 Grad Celsius, die Beamten haben die Seitenscheiben heruntergelassen; sie reden, rauchen. Bis die Männer auftauchen. »Nicht mal hier hat man seine Ruhe«, hört Arnold die Kollegin sagen. Dann geht alles ganz schnell. Der junge Polizist sieht noch die weißgrauen Härchen auf den Armen des Mannes, registriert ein Geräusch, spürt, wie er aus dem Fahrzeug fällt und mit dem Gesicht auf die Kieselsteine kracht. An dieser Stelle enden seine Erinnerungen. So schildert er es später den Ermittlern der Sonderkommission. Denn wie durch ein Wunder überlebt Martin Arnold den Kopfschuss aus unmittelbarer Nähe. Für seine Kollegin Michèle Kiesewetter kommt an jenem 25. April 2007 jede Hilfe zu spät. Der Mord an der 22-jährigen Polizistin zählt zu den rätselhaftesten Verbrechen der vergangenen Jahre. Noch immer ist unklar, was sich abspielte, damals, auf der Theresienwiese in Heilbronn. Zunächst verdächtigen die Fahnder einige Schausteller, die am Tattag auf dem Gelände campierten, später jagten sie zwei Jahre lang das »Heilbronner Phantom«, eine vermeintliche Serientäterin, deren DNA an Kiesewetters Streifenwagen und an 40 weiteren Tatorten gefunden wurde. Doch das Erbgut gehörte einer Frau, die in einem Verpackungsbetrieb mit jenen Wattestäbchen hantierte, die zur Spurensicherung verwendet wurden. DIE MUTMASSLICHEN MöRDER SIND TOT Im November 2011 scheint der Fall endlich geklärt. Seinerzeit fliegt eine Neonazigruppe auf, die sich »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) nennt und die zwischen 2000 und 2006 neun Kleinunternehmer mit ausländischen Wurzeln getötet haben soll. Menschen, die sterben mussten, weil sie offensichtlich nicht in die Streichholzschachtelwelt von braunen Kriminellen passten. Die mutmaßlichen Mörder müssen sich dafür nicht verantworten. Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die – obwohl zur Fahndung ausgeschrieben – jahrelang unbehelligt untertauchen konnten, werden tot in einem Wohnmobil in Eisenach gefunden. »Selbstmord«, sagen die Ermittler. Neben den leblosen Terroristen finden Beamte ein ganzes Arsenal geladener Waffen, darunter zwei Heckler & Koch. Es sind die Dienstpistolen von Michèle Kiesewetter und Martin Arnold, die nach dem Anschlag in Heilbronn gestohlen wurden. Als Kriminalisten anschließend das letzte Versteck des NSU, eine Wohnung im sächsischen Zwickau, durchsuchen, folgt die nächste Überraschung: Das Haus gleicht einer Ruine, nachdem es von Beate Zschäpe, einer mutmaßlichen Komplizin von Böhnhardt und Mundlos, angezündet wurde. Im Brandschutt stoßen die Männer von der Spurensicherung auf ein nahezu unversehrtes Bekennervideo, eine mit dem Blut Kiesewetters befleckte Hose sowie auf eine Radom und

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TITELTHEMA: P OLITIK es keinen Zeugen, der Böhnhardt und Mundlos in Heilbronn gesehen hat? DIEBE. DEALER. POLIZEIROUTINE eine Tokarew – die Tatwaffen von Heilbronn. Zschäpe wird derzeit vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gemacht. Aber bisher schweigt die 37-jährige Angeklagte. Daher bleiben viele Fragen offen: Warum gerieten Kiesewetter und ihr Kollege ins Visier der Neonazis? Ein Anschlag auf deutsche Polizisten passt nicht ins rassistische Muster der Morde an Migranten. Waren die Ordnungshüter tatsächlich »Zufallsopfer«, die angegriffen wurden, »weil sie Vertreter des verhassten Staates waren«, wie die Generalbundesanwaltschaft vermutet? Weshalb fanden sich an den sichergestellten Tatwaffen keine Fingerabdrücke oder DNA-Spuren der Rechtsextremisten? Aus welchem Grund endete die Mordserie nach diesem Anschlag? Warum gibt Und das sind nicht die einzigen Ungereimtheiten. HANIX konnte zahlreiche Ermittlungsakten einsehen – tausende Seiten mit Fotos, Vernehmungsprotokollen und Fallanalysen. Sichtbar wird in diesem Konvolut vor allem eins: Manche Spuren wurden nicht verfolgt, Zeugenaussagen, nach denen mehr als zwei Personen vom Tatort flüchteten, werden von der Bundesanwaltschaft als nicht tatrelevant eingestuft. Unerklärlich ist auch, dass der private E-MailVerkehr von Kiesewetter nicht gesichert wurde. Gleichzeitig lassen etliche Ergebnisse der LKA-Experten an der offiziellen Version vom Tatgeschehen zweifeln. Möglicherweise könnten Mitarbeiter amerikanischer Behörden die fehlenden Puzzleteile liefern. Geheime Unterlagen von Bundesnachrichtendienst (BND) und Militärischem Abschirmdienst (MAD) legen nahe, dass zum Zeitpunkt des Überfalls in Heilbronn eine FBIOperation stattfand. Was also geschah am 25. April 2007? Es ist kurz vor 9.30 Uhr an diesem Mittwoch, als die sechs Beamten der Bereitschaftspolizei Böblingen das Gebäude der Heilbronner Polizeidirektion betreten. Unter ihnen Michèle Kiesewetter und Martin Arnold. An diesem Tag sollen sie die Kollegen beim Einsatz »Sichere City« unterstützen. Es geht um Präsenz, Prävention und Abschreckung gegen Rowdies, Diebe, Dealer. Polizeiroutine. Viertel nach zehn Uhr beginnen Kiesewetter und Arnold den Streifendienst. In ihrem BMW-Kombi fahren die Polizisten Richtung Zentrum, kontrollieren am Trinkertreffpunkt »Fontäne« die üblichen Verdächtigen, überprüfen kurz darauf beim Friedhof einen offensichtlich drogensüchtigen Mann. Eigentlich sollte Michèle Kiesewetter an diesem Tag ganz woanders sein. Nicht in dieser Stadt, nicht in diesem Auto,

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TITELTHEMA: P OLITIK nicht in Uniform. Denn normalerweise hätte die junge Frau frei gehabt. Am vergangenen Donnerstag ist sie deshalb in ihr Heimatdorf, ins thüringische Oberweißbach gefahren, hat Eltern und Freunde besucht, sich ein bisschen erholt vom Job bei der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) 523 der Bereitschaftspolizei Böblingen. Doch die Polizistin möchte lieber arbeiten, bricht ihren Urlaub ab. »Nach dem Wochenende bin ich wieder in Böblingen«, sagt sie am Telefon dem Kollegen, der die Dienstpläne zusammenstellt. Michèle Kiesewetter liebt ihren Beruf. Das bestätigen alle, die später von den LKA-Beamten danach gefragt werden. »Ihre Meinung war mir wichtig«, sagt ein Kollege. »Ich habe sie als fröhlichen Menschen erlebt«, sagt ihr Chef. »Sie hatte ein klares Ziel vor Augen«, sagt ihre Mutter. Eine Woche untätig rumsitzen, das sei ihr zu viel, sagte Michèle Kiesewetter. Deshalb ist sie jetzt in Heilbronn. »SONDERKOMMISSION PARKPLATZ« Gegen 11.30 Uhr gönnen sich die beiden Beamten eine Auszeit. Sie halten vor einer Bäckerei, kaufen belegte Brötchen, fahren dann weiter Richtung Theresienwiese. Das Festgelände, zentral gelegen und doch etwas abseits vom Trubel, ist ein bei manchen Polizisten beliebter Rückzugsort. Auch Michèle Kiesewetter kennt den Platz. Denn es ist nicht ihr erster Einsatz in Heilbronn. Im Sommer 2006 war sie als »nicht öffentlich ermittelnde Polizeibeamtin« in der Stadt, kaufte als Lockvogel Heroin. Bei einem weiteren verdeckten Einsatz öffnete sie kurz vor der Razzia in einer Diskothek den Notausgang des Etablissements. Neun Monate später parkt Michèle Kiesewetter den Streifenwagen auf der Theresienwiese. Mit Martin Arnold bildet sie heute zum ersten Mal ein Team; sie erzählt dem Kollegen von ihren Plänen, sich in Karlsruhe zu bewerben. Dort lebe eine Tante von ihr. Vielleicht der nächste Schritt in Kiesewetters Karriere. Die begann Anfang 2003. Damals kam die Zusage für eine Ausbildung an der Polizeischule Biberach. Die junge Frau, die nach der Realschule zunächst eine Fachoberschule besucht hat, zieht nach BadenWürttemberg; seit September 2005 ist sie Polizeimeisterin. Michèle Kiesewetter erzählt noch, dass ein befreundeter Kollege ebenfalls nach Karlsruhe wechseln möchte, man gemeinsam eine Wohnung suche. Dann ist die Pause zu Ende und die Polizisten kehren zurück ins Polizeirevier, absolvieren mit anderen Kollegen eine Schulung, bevor sie kurz vor 14 Uhr erneut die Theresienwiese ansteuern. Zur gleichen Zeit ist Peter S. mit dem Fahrrad unterwegs. Vom Radweg, der Richtung Hauptbahnhof führt, kann er die Theresienwiese gut überblicken. Die ist schon fast hinter ihm verschwunden, als er aus den Augenwinkeln den Streifenwagen entdeckt. Hier stimmt was nicht, sagt ihm sein Gefühl. »Der Wagen stand offen, etwas hing aus der Tür«, erzählt er später den Ermittlern. Peter S. radelt zurück und sieht zwei Menschen voller Blut. Weil er kein Handy dabei hat, rast er zum Bahnhof, bittet den Taxifahrer Mustafa K., die 110 zu wählen. Genau um 14.12 Uhr klingelt das Telefon in der Einsatzzentrale. Fünf Minuten danach sind die ersten Beamten vor Ort, kurz darauf trifft die Notärztin ein. Martin Arnold wird mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Michèle Kiesewetter ist tot. Mit allen verfügbaren Kräften fahndet die Polizei nach den Tätern. Hubschrauber steigen auf, Spezialeinheiten werden alarmiert. Noch am selben Tag beginnt die »Sonderkommission Parkplatz« mit ihrer Arbeit.

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TITELTHEMA: P OLITIK HECHTSPRUNG INS AUTO Die Ermittler werten tausende Mobilfunknummern aus, die zur Tatzeit in Tatortnähe eingeloggt waren, befragen Zeugen, Kollegen, Angehörige, sichten später Videoaufzeichnungen von Tankstellen, Restaurants und Geschäften. Mal vermuten sie hinter dem Verbrechen eine unbekannte Serientäterin, dann den Chef einer serbischen Diebesbande oder russische Kriminellenkreise, in denen »Polizistenmord eine statusaufwertende Tat darstellt«. Hinweise auf einen rechtsextremen Hintergrund sucht man in den Ermittlungsakten vergebens. Im Gegenteil: »Ein politisch motivierter Anschlag gegen Staatsorgane ist eher auszuschließen (…), die Tat weist insgesamt zu viele Elemente einer allgemeinkriminellen Tat auf«, heißt es in der Operativen Fallanalyse des LKA vom 22. Mai 2009. Zu den wenigen konkreten Spuren zählen die Beobachtungen von fünf Zeugen, die – unabhängig voneinander – ein halbes Dutzend Personen vom Tatort flüchten sahen. Doch nachdem im November 2011 der NSU auffliegt, konzentrieren sich die Ermittlungen nur noch auf zwei Täter – Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Aus Sicht der Bundesanwaltschaft waren es allein die beiden Neonazis, die mehr oder weniger spontan die arglosen Polizisten attackierten und unerkannt entkamen. »Anhaltspunkte, dass mehr als zwei Personen an der Tat beteiligt waren, bestehen (…) nicht«, heißt es in der Anklageschrift gegen Beate Zschäpe. Wenn das stimmt, haben sich nicht nur die Zeugen geirrt, sondern auch die Ermittler des LKA Baden-Württemberg. Denn die Kriminalisten halten die Angaben der Zeugen für äußerst plausibel. Die von Lieselotte W. beispielsweise. Sie hört die Schüsse, beobachtet dann von ihrem Wagen aus, wie ein Mann, dessen gesamte linke Seite mit Blut verschmiert ist, in eine Limousine mit Mosbacher Kennzeichen flüchtet. Oder Anton M. Ihm kommen auf dem Neckaruferweg zwei Männer und eine Frau entgegen. Erstaunt beobachtet er, dass einer der Männer kurz vor dem Zusammentreffen eine Treppe zum Fluss hinunterläuft und dort seine Hände wäscht. Sie sind voller Blut. Wenig später spazieren Zeliha und Muzaffer K. dort vorbei. Das Ehepaar beobachtet einen Mann, der die Treppe nach oben läuft, in den Park rennt und augenscheinlich versucht, sich vor einem Polizei-

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TITELTHEMA: P OLITIK helikopter zu verstecken. Ein Zeuge, dem die Ermittler Vertraulichkeit zusicherten, bemerkt einen dunkelblauen Audi 80 mit Mosbacher Kennzeichen, der mit laufendem Motor geparkt hat. Als der Zeuge fünf Meter von dem Fahrzeug entfernt ist, sieht er einen Mann, der ohne die hupenden Autos zu beachten die Straße überquert, auf den Audi zurennt, in die rechte hintere Tür hechtet, während der Wagen schon mit quietschenden Reifen wendet und dann wegfährt. Der rechte Arm des Mannes sei bis über den Ellenbogen blutverschmiert gewesen, so der Zeuge. Ein anderer Beobachter, der in den LKA-Akten als »anonymer Rentner« geführt wird, sagt aus, dass er von einer Person fast umgerannt wurde, bevor diese in ein Auto springt, in dem ein Fahrer und ein weiterer Passagier auf der Rückbank sitzen. »Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass sich die Aussagen der Zeugen (…) gegenseitig ergänzen beziehungsweise stützen«, notieren die LKA-Spezialisten. Demnach wären insgesamt sechs Personen an der Tat beteiligt, heißt es weiter. Doch keine der nach diesen Aussagen angefertigten Phantomzeichnungen ähnelt Böhnhardt oder Mundlos. Keines der Bilder wird je veröffentlicht. Die Generalbundesanwaltschaft (GBA) meint dazu: »Soweit einige Zeugen in Tatortnähe blutverschmierte Personen beschreiben, kann es sich schon aus zeitlichen Gründen nicht um Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gehandelt haben.« Denn laut GBA saßen die beiden Rechtsextremisten zu diesem Zeitpunkt bereits in einem Wohnmobil und flohen aus der Stadt. Auch wenn die GBA bislang keine Beweise für die These präsentiert hat, dass sich im Camper tatsächlich Böhnhardt und Mundlos befanden. Ausgeschlossen ist das keineswegs. Die Frage, wer die blutverschmierten Verdächtigen am Tatort gewesen sein könnten, wird aber damit nicht beantwortet. Dabei korrespondieren die Zeugenaussagen mit den Fallanalysen der Profiler. Dort heißt es unter anderem, dass sich »die Täter beim Entwenden der Waffen über die blutenden Opfer beugen mussten und dabei ihre Kleidung großflächig verschmutzt worden sei«. BMW MIT TARNKENNZEICHEN Licht ins Dunkel bringen könnten möglicherweise Mitarbeiter von US-amerikanischen Behörden. Ende November 2011 berichtet der »Stern«, dass Angehörige einer in Deutschland stationierten Spezialeinheit den Mord an Kiesewetter offenbar beobachteten, während sie einen Islamisten der Sauerlandgruppe samt Begleitung observierten. Als Beweis präsentiert das Magazin ein geheimes Observationsprotokoll des Militärgeheimdienstes Defense Intelligence Agency (DIA). Die US-Regierung bestreitet eine solche Aktion, das Protokoll sei gefälscht. So erklärten die Amerikaner, dass die Zeitangabe in den Aufzeichnungen als »1350hrs«, und nicht als »13:50 hrs« geschrieben sein müsste. Doch in Unterlagen, die HANIX einsehen konnte, befindet sich auch ein »Agents Investigation Report« der Amerikaner. Darin geht es um einen 3er-BMW, der etwa eine dreiviertel Stunde vor dem Mord auf der Autobahn A6 im Bereich Heilbronn geblitzt wurde. Als die Beamten das Stuttgarter Nummernschild überprüfen, stellen sie fest, dass es sich um ein Tarnkennzeichen der Amerikaner handelt. Mit welchem Auftrag der Mann am 25. April 2007 bei Heilbronn unterwegs war, ist bis heute unklar. Dass jemand unterwegs war, bestätigen die US-Streitkräfte, ebenso die Uhrzeit – im Report als »13:05:46« geschrieben. Wie aus Unterlagen des Bundeskriminalamts hervorgeht, saß am Steuer des BMW der Elitesoldat H., ein Master Sergeant der in Böblingen stationierten Special-Forces-Group. Diese Einheit wird unter anderem zur Bekämpfung islamistischen Terrors eingesetzt. Mittlerweile ist H. nicht mehr in Deutschland. Während vor den Kameras und Mikrofonen jede Präsenz der Amerikaner zum Polizistenmord dementiert wird, herrscht hinter den Geheimdienst-Kulissen helle Aufregung. Anlass ist der Anruf eines Verbindungsbeamten der »Koordinierungsstelle der US-Geheimdienste in Süddeutschland« beim MAD-Büro in der Stuttgarter Theodor-Heuss-Kaserne am 2. Dezember 2011. Er bitte den deutschen Militärgeheimdienst, ihm eine Kontaktperson zu vermitteln, mit der er über den Polizistenmord sprechen könne, erklärt der Anrufer. Der US-Mann wird daraufhin mit einem Mitarbeiter der BND-Verbindungsstelle Süd verbunden, die ihren Sitz im Keller desselben Gebäudes hat. Zusammenkunft auf höchster Ebene Am 6. Dezember 2011 trifft sich im siebten Stock des Bundeskanzleramts die sogenannte Präsidentenrunde, ein geheim tagendes Gremium, in dem unter anderem der Bundesinnenminister, der Chef des Bundeskanzleramts und die Leiter der Sicherheitsbehörden vertreten sind. An diesem Dienstag setzt BND-Präsident Ernst Uhrlau den »angeblich gefälschten Geheimdienstbericht« auf die Tagesordnung. Zwei Tage danach schreibt Uhrlau an den damaligen MAD-Präsidenten

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TITELTHEMA: P OLITIK Karl-Heinz Brüsselbach. In dem bis Ende 2071 als »amtlich geheimgehalten« eingestuften Dokument berichtet der BND-Chef vom Telefonat mit dem US-Geheimdienstmann. »Man hätte von US-Seite Hinweise darauf, dass möglicherweise das FBI im Rahmen einer Operation auf deutschem Boden zwei Mitarbeiter nach Deutschland habe reisen lassen und diese nach dem Vorfall in Heilbronn wieder zurückbeordert hatte«, zitiert Uhrlau den US-Beamten. Von all dem erfährt die Öffentlichkeit zunächst nichts. Umso überraschter dürften viele Beobachter auf einen Bericht von »Spiegel-Online« reagiert haben, der einige Monate nach den internen Untersuchungen titelte: »Bundesanwaltschaft beendet Spekulation um FBI-Operation«. Die Hinweise auf eine angebliche Anwesenheit von US-Sicherheitsbehörden hätten sich als »nicht tragfähig« erwiesen, zitiert das Nachrichtenportal einen Sprecher der Bundesanwaltschaft. Das Erstaunliche daran: Bis zu diesem Zeitpunkt wurde eine mögliche Anwesenheit des FBI in Heilbronn öffentlich gar nicht diskutiert. Im »Stern«-Bericht war lediglich vom Geheimdienst »DIA« die Rede. Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages mochte dem Versuch, das Thema abzumoderieren, nicht folgen. USamerikanische Bezüge seien »politisch für den Ausschuss von Bedeutung«, heißt es im Protokoll der Sitzung vom 13. Dezember 2012. Die möglicherweise letzte Chance, die Ereignisse dieses 25. April 2007 doch noch aufzuklären, dürfte der derzeit laufende NSU-Prozess in München sein. Dort wird sich zeigen, ob es der Justiz gelingt, das Wirrwarr an Widersprüchen zu einer Wahrheit zusammenzufügen. »Und alles Getrennte findet sich wieder.« Diesen Satz ließen die Angehörigen in den Grabstein von Michèle Kiesewetter gravieren.

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TITELTHEMA: P OLITIK Frank Brunner machte eine Ausbildung zum Koch; arbeitete mehrere Jahre als Caterer bei Rockkonzerten und tourte mit einer Punkband durch Europa. Anschließend Studium der Philosophie, Politikwissenschaft und Publizistik in Berlin. Er recherchierte für den Spiegel und war anschließend zwei Jahre Redakteur bei einer Tageszeitung. Als Politikjournalist schrieb er Berichte und Reportagen für die Berliner Zeitung, den Tagesspiegel, Zeit-Online, Spiegel-Online, taz und die spanische Zeitschrift Diagonal. 2010 Gewinner des Otto BrennerRecherche-Stipendiums für kritischen Journalismus. Von Januar 2011 bis September 2012 im Journalistenbüro Schön & Gut. 2011/2012, u. a. Autor und Textchef für den W. Bertelsmann-Verlag. Seit Dezember 2012 bei Zeitenspiegel Reportagen. ZUR PERSON: H A N I X - Frank Brunner, Sie sind Reporter und investigativer Journalist. Wann sind Sie auf den Mordfall Kiesewetter aufmerksam geworden? davon zur Version der GBA passt. HANIX Sie mussten einen riesigen Berg Akten abarbeiten. Wie lange haben Sie mit der Recherche verbracht und wie viele Dokumente haben Sie einsehen können? Der Tod der jungen Polizistin war ja 2007 wochenlang der Aufmacher in den Medien. Dass ich selbst dazu recherchiert habe, ist eher Zufall gewesen. Das Thema Rechtsextremismus ist zwar einer meiner Schwerpunkte. Aber in letzter Zeit ist dieser Teil meiner Arbeit weniger geworden. Einfach, weil ich auch mal etwas anderes machen wollte. Deshalb habe ich den gesamten NSUKomplex interessiert verfolgt – mehr aber auch nicht. Erst als ich vor etwa einem halben Jahr von Berlin nach BadenWürttemberg gezogen bin, wurde ich auf die vielen offenen Fragen in diesem Fall aufmerksam. F R A N K B RU N N E R H A N I X - Wieso fanden Sie den Fall so spannend, dass Sie angefangen haben, zu recherchieren? Insgesamt waren es mehrere tausend Seiten Ermittlungsakten. Zunächst war ich noch mit anderen Themen beschäftigt und konnte nur abends reinschauen. Später habe ich vierzehn Tage lang nur gelesen, Zusammenfassungen geschrieben, Excel-Tabellen angelegt, Namen und offene Fragen notiert. Bei so einer Masse an Material muss man eine Struktur finden, um alles zu ordnen. Zu dieser Arbeit im stillen Kämmerlein kamen Gespräche mit Experten. Vom ersten Blick in die Akten bis zum fertigen Text vergingen etwa drei Monate, davon habe ich vier Wochen ausschließlich dieses Thema bearbeitet. F R A N K B RU N N E R H A N I X - War es schwer für Sie an Informationen oder Gesprächspartner zu kommen? Der Mord an einer Polizistin unterscheidet sich von den übrigen Verbrechen der NSU, bei denen Menschen mit ausländischen Wurzeln starben. Erstaunlich finde ich, dass die Generalbundesanwaltschaft (GBA) den Fall als aufgeklärt betrachtet – trotz vieler Widersprüche. Vielleicht gibt es für diese Ungereimtheiten tatsächlich plausible Erklärungen. Bislang stehen diese aber noch aus. Richtig neugierig wurde ich nach einem ersten Blick in die Ermittlungsakten des LKA Baden-Württemberg. Dadurch konnte ich die jahrelange, teilweise sehr akribische Polizeiarbeit nachvollziehen und stellte fest, dass wenig F R A N K B RU N N E R - Nein. Aber das verdanke ich auch den Kollegen der Agentur Zeitenspiegel, in der ich arbeite. Als Zugezogener fehlen mir natürlich noch manche Verbindungen vor Ort. Denn Informanten wenden sich normalerweise nur an Journalisten, die sie lange und gut kennen. Durch Zeitenspiegel kam ich an diese Quellen. Gleichzeitig konnte ich auf mein eigenes Netzwerk zurückgreifen. Als es etwa darum ging, spezielle technische Details der Ermittlungen zu verstehen, halfen Experten mit den nötigen Wissen und F R A N K B RU N N E R -

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TITELTHEMA: P OLITIK »ES FAND EiN iNFORMATiONSAUSTAUSch AUF höchSTER EBENE STATT« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTO: PRIVAT vor allem mit viel Geduld, die Materie einem Laien wie mir zu erklären. Im Text tauchen solche Gespräche nicht auf. Aber die sind wichtig, um nachzuvollziehen, wie bestimmte Ermittlungsergebnisse zustande kommen. H A N I X - Der Fall schaffte es bis ins Kanzleramt. Sehr außergewöhnlich, selbst für einen Mord an einer Polizistin? Anlass für die Runde im Kanzleramt war ja nicht der Mord an der Polizistin, sondern ein Bericht des Magazins stern, der nahelegte, dass der Mord möglicherweise unter den Augen deutscher und US-amerikanischer Geheimdienste stattfand. Offiziell wurde das ja ganz schnell dementiert. Deshalb war ich zunächst erstaunt, als ich eine Korrespondenz zu diesem stern-Report zwischen den Präsidenten von BND und MAD in die Hände bekam. Eine angeblich völlig aus der Luft gegriffene Geschichte löst einen Informationsaustausch auf höchster Ebene aus. Nachvollziehbar wird das erst, wenn man liest, dass ein USamerikanischer Verbindungsbeamter eine Operation am Tattag in Heilbronn nicht ausschließt. F R A N K B RU N N E R H A N I X - Ihr Text wurde mehrmals geprüft, denn schon kleine Abweichungen könnten juristische Konsequenzen haben. Erläutern Sie das für den journalistischen Laien: Ist die ganze Geschichte so brisant und delikat, dass Sie diverse Sätze absichern lassen mussten? F R A N K B RU N N E R - Geheimdienstakten. Schon eine kleine Ungenauigkeit – etwa ein falsches Datum, eine falsche Uhrzeit – können die ganze Geschichte in Frage stellen. Deshalb muss jeder Satz noch mal von außen geprüft werden. Es macht einen Unterschied, ob ich zum Beispiel schreibe, der bei Heilbronn geblitzte BMW mit Tarnkennzeichen ist ein Fahrzeug des US-Geheimdienstes – was zwar naheliegend, aber nicht hundertprozentig beweisbar ist – oder ob da steht, dass es sich um einen Wagen der US-Amerikaner handelt – was ich belegen kann. Ein anderes Problem ist die Namensnennung. In einer ersten Version des Textes habe ich den Special Forces-Soldaten H., der am Tattag in eben jenem BMW saß, mit vollständigem Namen genannt. Davon wurde mir abgeraten. H A N I X - Glauben Sie persönlich daran, dass es der Justiz gelingt, beim derzeit laufenden NSU-Prozess in München, das Wirrwarr an Widersprüchen zu einer Wahrheit zusammenzufügen? Ich hoffe es. Schon weil die Angehörigen von Michèle Kieswetter ein Recht darauf haben, zu erfahren, warum die junge Frau sterben musste. Ich denke, die Version der Generalbundesanwaltschaft vom Tatgeschehen ist noch nicht das letzte Wort. Vermutlich werden wir in diesem Prozess noch einige Überraschungen erleben. F R A N K B RU N N E R - Ich zitiere aus Ermittlungs- und

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TEXT: OLIVER MARIA SCHMITT FOTOS: ULLA KUEHNLE; PRIVAT K A LT E R G L üH w E K A LT E w ü RSTC

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TITELTHEMA: P OLITIK EIN, HEN Wahlkampf in heilbronn – die Anfänge des sagenhaften politischen Aufstiegs Von Oliver Maria Schmitt Wahlkampf focht, war ich aber noch völlig auf mich allein gestellt. Für die Landtagswahl 1988 trat ich in meiner Geburtsstadt am Neckar als parteiloser Listenkandidat an und kämpfte für den Einzug in den Baden-Württembergischen Landtag. Die Wahlplakate sprühte ich von Hand und klebte ein selbst gemaltes und selbst kopiertes Selbstporträt dazu, der griffige Slogan darunter musste es bringen: »Macht alle mit, wählt Oliver Schmitt.« Meine allerersten Wahlstände dienten noch nicht der Machtergreifung, sie waren eher Feldforschungseinrichtungen, um herauszufinden, wie der Wähler eigentlich so tickte. Schon als junger, parteiloser Landtagskandidat wollte ich wissen, wie man mit dem Bürger auf ideale Weise ins Gespräch kam. In der Heilbronner Fußgängerzone baute ich einen Wahlstand auf, gemeinsam mit den Punkbandkollegen der unfreien Wähler, vormals Tiefschlag. Wir klappten einen Tapeziertisch aus und stellten einen Sonnenschirm daneben – bis heute die unverzichtbare Basis eines jeden Wahlstands. Als Kandidat trug ich einen dunklen Anzug, Hemd und Krawatte, dazu einen langen, schwarzen Ledermantel, was mir ein leicht gestapohaftes Fluidum verlieh. Schließlich wollte ich grundseriös wirken. Ein FuZo-Wahlstand war damals in den Achtzigern – abgesehen von Flugblättern und kostspieligen Plakaten, Buttons und Aufklebern – die einzige Möglichkeit, als Einzelbewerber auf sich aufmerksam zu machen. Die örtliche Guten Tag, mein Name ist Oliver Maria Schmitt. Ich will am 22. September Bundeskanzler dieses Landes werden – und das, obwohl ich aus Heilbronn stamme. Heilbronner können normalerweise allerhöchstens ARD-TagesthemenModerator werden, IG-Metall-Chef, Generalbundesanwalt oder Pornostar. Ich bin jedoch überzeugt, dass ich es schaffen kann, schließlich habe ich meine politische Grundausbildung in Heilbronn genossen, habe hier für Landtag und das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert und somit mein Handwerk von der Pike auf gelernt. Schon als kleines Kind war ich von Wahlplakaten fasziniert. Darauf waren Köpfe zu sehen, feiste Konterfeis meist alter Männer mit ohnehin schon dicken Schädeln. In den siebziger Jahren regierte im deutschen Südwesten mit Gottes Segen ausschließlich die CDU. Von den Wahlplakaten der Partei grinsten rosige Freibiergesichter mit feuerroten Säufernasen, da lachten mehrfach bekannte Mostköpfe mit Blumenkohlohren und Glasbausteinbrillen, und fettig schimmernde Provinzfürstenrüben mit Glatzendeckersträhnen und Pornoschnäuzern grienten demokratisch um die Wette. So schön wollte ich’s auch mal haben, dachte ich und träumte von einem eigenen Wahlplakat. Doch dazu braucht man natürlich eine Partei und ein Wahlkampfbudget. Als ich mit zweiundzwanzig Jahren in meiner Heimatstadt Heilbronn in die aktive Politik ging und meinen ersten

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TITELTHEMA: P OLITIK Tageszeitung berichtete nicht, sie war fest in CDU-Hand und schwer damit beschäftigt, den CDU-Kandidaten täglich beim Wahlkampf abzubilden: Blumenübergabe zum neunzigsten Geburtstag, Autohaus-Eröffnung, Fassanstich, beim Kreissparkassen-Konzert in der ersten Reihe sitzen, Blumenübergabe zum fünfundachtzigsten Geburtstag – das Leben eines Provinzpolitikers war und ist nervenaufreibend und immer an der Sache orientiert. Mein Kampfauftrag hieß daher ganz klar: Aufbau einer Gegenöffentlichkeit. Was heute eine Einzelperson mit Facebook und Twitter in Sekunden mitteilen kann, ließ sich in der jungen KohlRepublik nur mühsam über persönliche Ansprache und Mundpropaganda verbreiten. Und über den Wahlstand. Mit unseren begrenzten Mitteln versuchten wir, den Stand so offiziell wie möglich aussehen zu lassen. Da wir kaum eigenes Prospekt- und Infomaterial hatten, legten wir die Broschüren der anderen Parteien aus, die wir kurz zuvor an deren Wahlständen geklaut hatten. So konnte sich jeder was aussuchen. Für die Hungrigen gab es Wiener Würstchen, direkt aus der Dose. Weil unsere Kochplatte kaputt war, waren sie leider kalt. So eiskalt wie der Glühwein, den wir gratis aus Zweiliterflaschen ausschenkten. Wir wollten testen, was sich die Leute alles bieten lassen würden. Ein Kassettenrecorder spielte herrlich stumpfe Marschmusik, die wir, damit sie nicht ganz so dröge klang, mit doppelter Plattenspielergeschwindigkeit aufgenommen hatten: Prussian Marches on 45 rpm. Ein handgelettertes Flugblatt verkündete meine Basispositionen, immer schön in Gegensatzpaaren, damit für jeden was dabei war: Dem kleinen Mann muss es wieder besser gehen! Unternehmerrisiko muss sich wieder lohnen! Die Aufrüstung muss ein Ende haben! Frieden kann nur durch militärisches Gleichgewicht auf höchster Stufe erreicht werden! - Die Renten müssen wieder steigen! - Die Mieten auch! Die Wähler kamen an den Stand, stürzten sich auf die kalten Würste, zu denen es weder Brot noch Senf noch Servietten gab, tranken dazu kalten Glühwein, hörten hektisch dudelnde Marschmusik – und beschimpften uns nach Kräften. Aus Prinzip gaben wir allen immer recht. Die Irritation darüber hielt jedoch nur kurz an, dann wurde umso heftiger weitergeschimpft. CDU-Wähler sahen die SPDBroschüren und zeterten los, FDP-Anhänger wüteten beim Anblick der Grünen-Prospekte, Rüstungsgegner machten uns fertig, Kriegstreiber verachteten uns, eine Frau schrie: »Die Mieten sollen steigen? Ihr habt sie wohl nicht mehr alle!« Meine Antwort, dass steigende Löhne und Renten das doch ausgleichen würden, machte sie nur noch rasender. Jeder pöbelte frisch drauflos. Diese Bürger hingen nicht

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TITELTHEMA: P OLITIK an Wahlständen herum, um sich zu informieren, sondern um sich mit vollem Munde mal so richtig auszukotzen. Politik hat offenbar nicht nur mit der Gestaltung des Gemeinwesens zu tun, sondern vor allem mit Triebabfuhr und Aggressionsabbau. Doch es gab auch versöhnliche, ja konstruktive Gespräche. Ein alter Mann, der mich schon längere Zeit gemustert hatte und den offenbar mein schwarzer Ledermantel beeindruckte, wanzte sich an mich ran und erklärte, dass er unsere forsche Art sehr gut finde. Die schmissige Musik auch. » Wissen Sie, eigentlich bin ich Sozialist«, sagte er. » Sehr gut – ich auch«, pflichtete ich ihm bei. » Ich bin aber auch national.« » Hervorragend. Dann sind sie ja praktisch – Nationalsozialist?« » Genau«, sagte der Mann und strahlte mich zufrieden an. Nach all den Jahren hatte er endlich wieder einen Parteigenossen gefunden. Die politische Arbeit erstreckte sich jedoch nicht nur auf Agitieren – auch Demonstrieren war für uns sehr wichtig. Vor allem nachts. Zu einer Zeit, da Deutschland noch BRD hieß, war in Heilbronn eine von drei Atomraketenbasen des Landes. Auf der Waldheide, einem Naherholungsgebiet, nur drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, hatte die US Army eine schwer gesicherte, stacheldrahtumzäunte Basis für ihre Pershing-II-Mittelstreckenraketen errichtet. Als es dort 1985 zu einem tödlichen Unfall mit einer angeblich nicht atomar bestückten Rakete gekommen war, kochte der Volkszorn hoch, und es wurde erste Bürgerpflicht, die Raketenbasis Tag und Nacht durch eine Sitzblockade am Vollzug des atomaren Vernichtungsschlags zu hindern. Tagsüber kamen hin und wieder prominente Unterstützer und setzten sich für Pressefotos vors Tor. Tagsüber hatten wir keine Zeit, da mussten wir ja kalten Glühwein kochen. Also blockierten wir nachts. Nachdem unsere Stammkneipe Eulenspiegel in der Weinsberger Straße hinter uns geschlossen hatte, fuhren wir mit dem Taxi hoch zur Waldheide, um uns demonstrativ vor das Haupttor der Basis zu setzen, misstrauisch beäugt von US-Soldaten und deutschen Polizisten. Die hatten uns wegzutragen, wenn Fahrzeuge das Tor passieren wollten. Und das wollten sie ständig und vor allem nachts, wenn die betrunkenen Soldaten aus den Kneipen zurückkamen. Obwohl alle anderen Tore frei und passierbar waren, ließen sie sich per Taxi immer nur durch das Haupttor fahren. Sie hatten Spaß an den Räumungsaktionen der Polizei, die dann die angetrunkenen deutschen Blockierer irgendwie wegschaffen musste. So kämpften wir an der vordersten Front der kalten Kriegslinie, Nacht für Nacht: Betrunkene Deutsche gegen amerikanische Saufbolde. Es war ein zähes Ringen um den Weltfrieden. Irgendwann gab Gorbatschow schließlich auf, und alle Raketen wurden verschrottet. Den drei toten US-Soldaten, die bei dem Raketenunfall ums Leben kamen, wurde ein Denkmal errichtet. Uns Sitzblockierern, den Bewahrern des Friedens, keins. Mein Landtagswahlkampf bescherte mir am Wahltag immerhin für satte 0,2 Prozent der Wählerstimmen, damals mein bestes Wahlergebnis seit Kriegsende. Dass ich damit stimmenmäßig gleichauf mit der DKP lag, erfüllte mich mit Stolz. Immerhin vertraten die Kommunisten eine komplette und damals noch ganze Staaten tragende Weltanschauung – ich hingegen hatte außer mir selbst eigentlich gar nichts vertreten. Wenn ich also genau so stark war wie eine große Ideologie, dann war letztlich alles möglich. aus: »MeiN wahlkaMPf« VoN oliVer Maria schMitt. rowohlt BerliN VerlaG, 256 seiteN, 9,99 euro.

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TEXT: MARIA SANDERS FOTOS: MARIA SANDERS WENN’S ERNST WIRD, WIRD S C H WÄ B I S C H G S C H WÄ T Z T Auf die Plätze, fertig, los - heißt es wieder beim Rennen um die Gunst der Wähler und ihre wertvollen Stimmen. Am 22. September sind Bundestagswahlen. Und pünktlich wie immer werden gut drei Monate vorher die Geschütze aufgefahren. Wahlduelle und Werbespots im Fernsehen, die Bäume mit endlosen Wahlplakaten behangen und eifrige Politiker, die von Stadt zu Stadt ziehen, um ihr Wahlprogramm zu verkünden. Auch cem özdemir von Bündnis ’90/Die Grünen ist unterwegs. Nach drei Terminen ist das Fleischhaus in heilbronn seine letzte Station an jenem Mittwochabend.

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TITELTHEMA: P OLITIK Steuern, Gerechtigkeit und Europa sind die Themen, über die Cem Özdemir spricht. Dazu gehören auch eine faire Bezahlung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Grünen wollen Niedriglöhne abschaffen und dafür einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde einführen. »Darunter darf künftig kein Lohn liegen«, sagt Özdemir. Weiter fordert er eine Mindestlohnkommission. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und die Wissenschaft legen dann die Löhne gemeinsam fest, je nach Branche und Region. Auch der überstrapazierten Nutzung von befristeten Arbeitsverträgen wollen sie entgegenwirken. »Das war eine Fehlentwicklung aus der Agenda 2010«, führt Cem Özdemir fort, »dem muss ein Riegel vorgeschoben werden.« Und die Kluft von etwa 20 Prozent Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen soll ebenfalls gleichgestellt werden. Ganz nach dem Prinzip: gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit. »Berufstätige Frauen sollen das gleiche Geld verdienen«, ruft Cem Özdemir in den lang gezogenen Raum des Restaurant Pfeffers im Fleischhaus hinein. Weiter kritisiert der Bundestagsabgeordnete den Schuldenberg in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes liegt der im Jahr 2011 bei 78,1 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt und ist damit um rund 18 Prozent zu hoch. Der müsse reduziert werden und die Steuern sollen dazu effizienter genutzt werden. »Künftige Generationen müssen auch das Recht haben, politisch zu entscheiden, zu gestalten und zu verändern«, sagt Cem Özdemir mit großer Gebärde. Dazu seien sie aber nicht in der Lage, wenn alle Gelder für Schuldendienst und Zinstilgung ausgegeben werden. Am Handgelenk trägt der Abgeordnete Özdemir zwei Freundschaftsbändchen. Für eine schwarz-grüne Verbindung scheinen die Bänder sicher nicht zu stehen, höre man Özdemirs häufige Kritik an Merkels Politik genauer zu. Es sieht vielmehr so aus, als setzen die Grünen ihr Vertrauen besonders in die junge Wählerschaft: »Wir nehmen Kinder und Jugendliche mit ihren Anliegen ernst und setzen auf eine Jugendpolitik, die sie ermutigt und es ihnen ermöglicht, ihre jeweils eigene Identität zu entwickeln«, heißt es im Wahlprogramm von Bündnis ‘90/Die Grünen. Jeder soll mitmachen und etwas bewegen können. Ein klarer Aufruf der Partei zum Handeln. Daher wollen Die Grünen das Wahlalter auf das 16. Lebensjahr senken. Jugendliche sollen dann über die Entwicklung ihrer Stadt mitgestalten und mitentscheiden können. Schade nur, dass es so wenige Jugendliche mitbekommen haben. Bis auf eine Handvoll junger Sympathisanten, die sich mit Cem Özdemir im Nachhinein fotografieren ließen, sind an jenem Abend nur wenige Jugendliche gekommen. Stattdessen ein Publikum von rund 50 Neugierigen oder Grünen-Anhängern, die meisten im Alter 40 plus. »Gerechtigkeit hat für uns eine mehrdimensionale Bedeutung«, sagt Cem Özdemir. Deutschland soll nachhaltiger werden. Lobbyisten und atomarer Energie sagen Die Grünen den Kampf an. Energiesparen, faire Strompreise und mehr Energieeffizienz wollen sie fördern. Die Partei setzt sich für »gleiche Rechte« in vielen Bereichen ein. Zumindest sind es zwei starke Worte, die eben mit fast allen Themengebiete kompatibel sind. Das macht sie attraktiv einsetzbar. Gleichheit und Gerechtigkeit sind den Grünen wichtig. Das soll das neue Logo der Partei symbolisieren, das innerhalb der Wahlperiode auf Plakaten, Aufklebern und Werbebroschüren zu sehen ist. Zwei übereinanderliegende, grüne Balken. Ein Gleichheitszeichen. Gehen wir nicht von leeren Wahlversprechen, sondern vom Guten aus, also von künftigen Taten, die Deutschland voranbringen, dann stellen wir fest, dass viele Themen nicht nur gut gewählt sind, sondern auch den Nerv der Zeit

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TITELTHEMA: P OLITIK treffen. Auffällig ist in jedem Fall: Wenn es ernst wird, spricht Cem Özdemir auf Schwäbisch weiter. Kindergartenplätze und Tagesstätten wollen Bündnis ‘90/ Die Grünen ausbauen. Das Vorhaben ist absolut wichtig und nachhaltig. Kinder sind unsere Zukunft. Worin sollten wir also am meisten investieren, wenn nicht in unsere Kinder? Das verbessert die Familienfreundlichkeit in Deutschland und wirkt dem demografischen Wandel, also der alternden Bevölkerung gegenüber der sinkenden Geburtenrate, entgegen. »Mich würde das sehr freuen«, sagt Corinna Lamprecht, die für ihre Tochter letztes Jahr keinen Kita-Platz mehr bekommen hatte. »Dann könnte ich auch wieder arbeiten gehen.« Die 32 jährige Mutter aus Heilbronn steht am hinteren Durchgang des Raumes und sinnt über das Wahlprogramm. Ganz einfach würde sich der Plan wahrscheinlich nicht umsetzen. Es bedarf mehr Betreuungsstätten, mehr Fach- und Führungskräfte, mehr Geld für die Realisation und definitiv einen klaren Konsens auf Bundesebene über Wichtigkeit dieses Projekts. Wie ein Schutzschild hält Cem Özdemir das Mikrofon mit seiner rechten Hand fest vor dem Körper, mit seiner linken macht er große Gesten. Mal eine Faust, mal einen ausschweifenden Arm, der mit scharfer, gespannter Handkante auf dem Tisch landet. Bündnis ‘90/ Die Grünen sind vorbereitet und entschlossen. Die Körpersprache überzeugt. Was nicht immer überzeugt, sind Teile der Rede. Als Zuhörer bekommt man bisweilen das Gefühl, als würden einfach mal alle sympathieerregenden Themen angesprochen werden. Eines davon wird schon dem Bedürfnis des jeweiligen Zuhörers entsprechen. »Gefühlt« sind alle Themen dabei, die die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland derzeit beschäftigen: Unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, höherer Mindestlohn, Nutzung erneuerbarer Energien und Maßnahmen gegen den Terrorismus. Bei einer Sache müssen wir Herrn Özdemir und dem Bündnis ‘90/Die Grünen wohl uneingeschränkt recht geben: Es kann nicht schaden, das Wirtschaftswachstum als Maß aller Dinge, infrage zu stellen. Wenn es das nämlich nicht ist, weil uns soziale Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Terrorismus et cetera widerstrebt, dann ist es wirklich Zeit für neue Ansichten. Das heißt, wir brauchen neue Indikatoren für Wohlstand und Lebensqualität.

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info@memografie.com 0175-5629515 SHOOTING KEIN CENT BILLIGER* EURO *That shit cray.

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TEXT: Ken Jebsen / KenFM EDwARD SNOw D E N . D IE LUN T E A M PULv E RfASS DER GLO BA L E N BESPITZE LU N G

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TITELTHEMA: P OLITIK Ex-NSA-Agent Edward Snowden ist ein US-amerikanischer Whistleblower. Seine Enthüllungen gaben Einblicke in das Ausmaß der weltweiten Überwachungs- und Spionagepraktiken von US-Diensten und lösten so die Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 aus. Ein Kommentar von Ken Jebsen von KenFM. Wenn man in den USA zum Hörer greift, um einen Notruf zu tätigen, wählt man die 911. Seit »Nine Eleven« 2001 greift die US-Regierung selbst permanent zum Hörer, wenn irgendwo in der Restwelt X versucht, mit Y Kontakt aufzunehmen. Offizielle Begründung: Terrorbekämpfung. So etwas nennt man Überwachungsstaat, oder neudeutsch Komplett-Erfassung. Diese Komplett-Erfassung ist illegal, da sie nicht nur die in der amerikanischen Verfassung verankerten Bürgerrechte mit Füßen tritt, sondern darüber hinaus die Souveränität aller nicht amerikanischen Staaten bricht. Amerika ist groß. Die Restwelt ist viel grösser. Die USA sind zu einem Land mutiert, das glaubt, über dem Gesetz zu stehen, ein Land, das sich vorbehält, wen auch immer, wo auch immer mittels Drohnen in die Luft zu sprengen. Und das auch nicht zimperlich tut. Die USA der Gegenwart sind ein Land, das für sich in Anspruch nimmt, jeden Telefon- oder Internet-Anschluss, jede Datenbank, jede Behörde, jede Glasfaser-Autobahn, jedes Hinterzimmer anzuzapfen, zu verwanzen, abzuhören oder zu hacken, wenn es die »Nationale Sicherheit« erforderlich macht. Nur wer bestimmt das? Kein Kommentar. Jeder, der sich dieser Politik nicht unterordnet, der sie anprangert, ihr widerspricht oder sie offen legt, ist ein Staatsfeind und wird von den USA auch unter Obama gejagt. So wie Edward Snowden.

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TITELTHEMA: P OLITIK Ed Snowden ist das, was man heute einen Whistleblower nennt. Whistleblower sind Menschen, die, wenn sie sich entscheiden müssen, ob sie eher auf ihr Gewissen denn auf einen Befehl, der ins totale Verderben führt, hören, ihrem Gewissen folgen. Whistleblower gelten sofort als Verräter. Sie werden immer gejagt, und müssen dabei einen extrem hohen Preis bezahlen. Ihr eigentliches Vergehen besteht in der Tatsache, dass sie zu früh aufgestanden sind. Sie haben sich zu früh entschieden, keine Mitläufer mehr zu sein. Sie haben sich zu früh für Zivilcourage entschieden. In der Gegenwart wird man sie dafür als Verräter brandmarken, mitunter mit dem Tod bestrafen oder für möglichst lange Zeit hinter Gitter stecken. In der Zukunft wird man nach diesen Menschen Straßen und Plätze benennen. Sie zu Helden erklären. Claus Schenk Graf von Stauffenberg oder die Geschwister Scholl zum Beispiel waren zu Lebzeiten Staatsfeinde, heute benennen wir unsere besten Schulen nach ihnen (http://www.geschwister-scholl-siegen.de/ & http://www.gsg-os.net/). Die, die diese Verräter von damals ÜBER KENFM: KenFM ist ein freies Presseportal, eine Plattform, die bewusst das Internet als einziges Verbreitungsmedium nutzt, um das klassische Sendegebiet eines UKW-Radios auf den ganzen deutschsprachigen Raum auszudehnen. KenFM steht für politische Statements und aufwendig produzierte Spezialsendungen. Darüber hinaus führt KenFM jede Woche Interviews zu tagesaktuellen Ereignissen. KenFM wurde jahrelang durch GEZ Gebühren ermöglicht, stieß dabei aber immer häufiger an die Grenzen dessen, was KenFM unter Pressefreiheit verstand. KenFM wird heute ausschließlich von den Usern finanziert. KenFM geht es nicht um die Quote, sondern um Relevanz. KenFM kann heute so arbeiten, da die Redaktion ausschließlich dem User verpflichtet ist und nicht einer Intendanz mit Parteibuch. Die finanzielle Unterstützung der User macht KenFMs Arbeit überhaupt erst möglich. KenFM versteht sich selbst daher auch als das Portal all derer, die KenFM mit ihrem Geld den Auftrag gegeben haben, im Dreck zu wühlen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Weitere Infos und wie man KenFM unterstützen kann: http://www.kenfm.de/unterstutze-kenfm/ zu den Helden von heute stilisiert haben, sind dieselben Typen, die Menschen wie Edward Snowden heute zum Abschuss freigeben, wie die Nazis ihre Feinde seinerzeit. Kann man das vergleichen? Man »kann« es nicht vergleichen. Man muss es sogar. Solange ein Land, ein System, ein Staatsapparat, eine Ideologie noch in der Lage ist, Personen wie Edward Snowden hervorzubringen, verfügt es über ein zumindest noch teilweise intaktes ethisches Immunsystem. Edward Snowden warnt uns alle vor einer Krankheit, die wir Totalitarismus oder Faschismus nennen. Er ist die Auffrischungs-Impfung, der es bedarf, damit ein angeschlagener demokratischer Geist endlich auf einen ebenfalls angeschlagenen kränkelnden Volkskörper aufmerksam wird. Wer Edward Snowden für einen Verräter hält, der glaubt auch, dass ein Fallschirm nur dann benutz werden sollte, wenn man zuvor den Reserveschirm ausgebaut hat. Auf Befehl des Sprungplatzbetreibers. Wir, die Springer, die wir noch in der Maschine sitzen, aber schon demnächst »in die Tür zum Exit« müssen, sollten in der Person Edward Snowden unseren Reserveschirm erkennen, der uns soeben davor bewahrt hat, tödlich aufzuschlagen, da er rechtzeitig aufging, während unser Hauptschirm vollständig kollabierte (http://de.wikipedia.org/wiki/ Fallschirm). Snowden erinnert uns daran, dass wir es verlernt haben, unseren Fallschirm, wie früher üblich, selber zu packen. Wer nur noch mit Packern arbeitet, kann zwar häufiger den freien Fall genießen, nur er verlernt auch das Packen des eigenen Fluggerätes. Er wird abhängig. Er muss blind vertrauen. Demokratien, deren Bürger begonnen haben, blind zu vertrauen, verwandeln sich über Nacht in totalitäre Systeme. Diese Systeme erkennt man sehr leicht daran, wie sie mit Menschen verfahren, die nicht mehr mitmachen. Die ausscheren. Die Widerstand leisten. Was bedeutet denn Demokratie? Für den Einzelnen? Demokratie bedeutet, »Nein« zu sagen, auch wenn alle »Ja« sagen, da man persönlich das Gefühl hat, dass etwas

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TITELTHEMA: P OLITIK komplett falsch läuft. Demokratie bedeutet, trotz aller persönlichen Attacken, denen man ausgesetzt sein wird, wenn man sich solo erhebt, es dennoch zu tun. Sich nicht wegzuducken. Einen persönlichen Preis zu bezahlen, um die Massen vor dem Verderben zu retten. Demokratie bedeutet, auf sein Gewissen zu hören. Zu handeln, wenn es nötig ist. Sich nicht, wie der große Rest, auf die feige Ausrede zu einigen: »Halt dich raus, dann kommst du in nichts rein«. Edward Snowden hat mit Prism und Tempora die größte illegale Überwachungsstory aller Zeiten aufgedeckt (http:// www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/internetueberwa chung-tempora-ist-schlimmer-als-prism-a-907337.html). Er hat offen gelegt, dass die USA zusammen mit Großbritannien die ganze Welt bespitzeln. Hier handelt es sich um einen Spionageskandal, dessen Ausmaß den meisten Menschen noch immer nicht klar zu sein scheint, und dessen Motiv nur ein Ziel kennt. Weltherrschaft. Mit allen Mitteln. Zu jedem Preis. Es geht um die totale Bespitzlung eines jeden Bürgers, zu jeder Zeit und an jedem Ort. Als Rechtfertigung wird der Kampf gegen den Terror angeführt, doch in Wahrheit ist das nur ein Deckmantel, um sämtliche »Mitbewerber« auf diesem Planeten, die von Amerikanern und Briten nur als »Konkurrenten« angesehen werden, auszuspähen, zu übervorteilen und damit daran zu hindern,

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TITELTHEMA: P OLITIK eine bessere Idee, auf welchem Gebiet auch immer, zum Erfolg zu bringen. Der freie Markt ist ein Fake. Prism und Tempora beinhalten ja auch Wirtschaftsspionage im großen Stil. Die Hersteller von effizienten Windkraftanlagen »Made in China« werden genauso abgehört wie Angela Merkels E-Mails mitgelesen werden, wenn diese in Kontakt mit den Vertretern palästinensischer Menschenrechtsaktivisten steht. Die Gebäude der EU in Brüssel werden, wenn man sich hinter geschlossenen Türen über den Status quo des Euro unterhält, genauso abgehört wie die Diensttelefone hoher Mitarbeiter der IAEA, wenn diese sich über die nicht vorhandenen Atomanlagen des Iran austauschen. Wissen ist macht, und wer nicht spurt, in dessen Privatleben wird solange herumgestöbert, bis sich irgendetwas findet, um ihn wieder auf eine Linie zu bringen. Eine Linie, die den USA und Großbritannien nützt und der Restwelt schadet. Diese Form, Macht auszuüben, indem man illegal erworbene Daten nutzt, um Menschen unter Druck zu setzten, nennt man Erpressung. Die USA sowie Großbritannien gehören als Nationen geächtet und isoliert. Ihre, für diesen ungeheuerlichen Abhörskandal verantwortlichen, Auftraggeber, gehören vor ein Zivilgericht, für Jahre hinter Gitter. Kollektiv. Man sollte sie verhaften und Edward Snowden als Kronzeugen auffahren. Die nötigen Gesetzte existieren. Die Straftaten, die die Anwendung der entsprechenden Gesetze rechtfertigen, wurden begangen. Kein Mitleid (http://www.spiegel. de/politik/deutschland/analyse-von-thomas-darnstaedtwie-kriminell-ist-die-nsa-a-909013.html). Jetzt gehört ein Exempel statuiert, das die Drohnenmorde des US-Präsidenten beinhaltet und sich an die Nürnberger Prozesse von 1961 anlehnt. Die Banalität des Bösen wiederholt sich vor unseren Augen (http://www.3sat.de/mediathek/index.php? display=1&mode=play&obj=36977). Edward Snowden sollte uns eine finale Warnung sein, mit wem wir es hier eigentlich zu tun haben. Seine Feinde sind auch unsere Feinde, denn sie sind die Feinde der Demokratie. Sie misstrauen uns. Den Bürgern. Sie hören uns ab. Die, die sie zu vertreten vorgeben. Edward Snowden hat in 19 Staaten Asyl beantragt. In Russland will er nicht bleiben, denn auch Putin hat Bedingungen gestellt, die kein »Aktivist« unterschreiben kann. Deutschland, das wie kein anderes Land aus der eigenen Geschichte wissen müsste, wie wichtig Menschen sind, die gegen ein Terrorsystem aufstehen, hat sein Asyl-Gesuch bereits abgelehnt (http:// www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesregierunglehnt-aufnahme-von-edward-snowden-in-deutschlandab-a-909090.html). Edward Snowden wird sein Leben lang auf der Flucht sein. Ganz gleich, ob es ihm gelingt, ein Land, das ihm Asyl gewährt, zu erreichen oder nicht. Die USA werden mit allen Mitteln versuchen, ihn fertigzumachen, wie sie das auch schon bei den Aktivisten Bradley Manning oder Julian Assange versucht haben. Zum Teil mit Erfolg. Edward Snowden ist wie ein Kommissar, der bei den Ermittlungen in einem Mordfall auf einen Kinderporno-Ring stößt dessen Kopf der Polizeipräsident ist und der dann, von eben dieser Behörde, mit allen Mitteln gejagt wird, die dieser Behörde zur Verfügung stehen, und die um so massiver werden, je mehr über das Ausmaß des Verbrechens und all

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TITELTHEMA: P OLITIK seiner Mittäter bekannt wird. Warum schaut die Zivilgesellschaft dieser Menschenjagd eigentlich so tatenlos zu? Hier geht es doch um ein Verfahren. Regierung gegen Volk. Können oder wollen wir nicht erkennen, was sich im Moment vor unseren Augen abspielt? Edward Snowden hat offengelegt, dass das System, das vorgibt, unsere Freiheit zu schützen, in der Realität nichts anderes zu tun hat, als eben diese Freiheit mit allen Mitteln abzuschaffen. Es geht um einen globalen, digitalen Knast mit all seinen Konsequenzen. Es geht um das Installieren eines Überwachungsstaates nach dem Modell von George Orwell. Edward Snowden, der Geheimnisverräter, ist kein Einzelfall. Er war bis vor wenigen Wochen noch Teil der NSA-Spitzelmaschine, bis er erkannte, welches Ziel diese Maschine tatsächlich verfolgt. Eine als Demokratie getarnte, globale Diktatur einer winzigen Finanzelite, die die Menschen, mittels erfundener Bedrohung von außen, an die Kette legen möchte. Die wahren Terroristen tragen Krawatte und erbauen mit unseren Steuergeldern unser Gefängnis. Vor Edward Snowden gab es Menschen wie Daniel Ellsberg (http://de.wikipedia.org/ wiki/Daniel_Ellsberg). Ellsberg ist ein Mann, der in den 60ern für einen CIA-Think-Tank, die RAND-Corporation, arbeitete und dann mit den »Pentagon Papers«, die er an alle großen amerikanischen Zeitschriften verschickte, ebenfalls Verrat im großen Stil beging. Ellsberg verriet die Mechanik der Lügen in Fall Vietnam. Er wurde damit zum Staatsfeind Nr.1 (http://www.youtube.com/watch?v=_zPdXOZ5okE). Ebenfalls fast vergessen: Der ehemalige CIA-Agent Philip Agee, der die »Firma« verließ, da er deren verbrecherischen Methoden, »Politik« zu machen, nicht mehr mittragen wollte (http://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Agee). Wer sein 1975 erschienenes Buch »CIA Intern. Tagebuch 1956 –1974« erneut ließt, hat das Gefühl, Edward Snowden würde zu ihm sprechen. Die Methoden, mit denen die CIA damals höchst illegale Handlungen rechtfertigte, und mit denen Abtrünnige quer über den Globus gejagt wurden, ähneln heute den Methoden der NSA wie ein Ei dem anderen. Die letzen Sätze des Philip Agee in seinem Buch, das er über die CIA schrieb, könnten exakt so von Edward Snowden über die NSA geschrieben worden sein. Agee schrieb: »Jeder von uns muss sich heute entscheiden, ob er ein System unterstützen will, in dem Militär-und Polizeigewalt einer Minderheit Annehmlichkeiten und Privilegien garantiert, oder ob er es vorzieht, für die wirkliche Chancengleichheit und gerechte Verteilung der Güter in jedem Land und zwischen den Ländern zu kämpfen. Man kann nicht mehr die Augen davor verschließen, dass es zwei Seiten gibt, dass wir, ob wir wollen oder nicht, Tag für Tag entweder die eine oder die andere unterstützen.« Diese Erkenntnis stammt aus dem Jahre 1975, doch sie ist 2013 aktueller denn je. Wer Edward Snowden jagt, macht Jagd auf die Wahrheit. Wer Snowden kein Asyl gewährt, gewährt dem sozialen Frieden kein Asyl. Wer Snowden an die USA ausliefert, damit er dort für immer hinter Gittern verschwindet, der versucht, ein Pulverfass, das kurz vor der Explosion steht, dadurch seiner Sprengkraft zu berauben, indem er einen möglichst gigantischen Stein auf den Deckel dieses Fasses hievt. Die längst überfällige und sich ankündigende Detonation kommt trotzdem, und sie wird, gerade wegen des zusätzlichen Steines, derart heftig sein, dass der Sachschaden des 11. September 2001 in New York City dagegen wie ein leichter Auffahrunfall wirken wird.

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AM TSSC H I M M E L !

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TITELTHEMA: P OLITIK ULRICH WALDBÜSSER Leiter Personal- und Organisationsamt Ein Behördenleiter (auch Dienststellenleiter oder veraltet Amtsvorsteher oder Dienstvorsteher) ist der Leiter einer Behörde (oder Dienststelle). Er füllt eine berufliche Funktion (Führungskraft) aus und wird benannt (nicht ernannt oder berufen). Seine Besoldung richtet sich nach der Anzahl der ihm unterstellten Mitarbeiter sowie nach der Stellenbewertung durch die nächsthöhere Dienststelle. Die Aufgaben sind klassische Aufgaben des Managements wie das Personalwesen, die Organisation, das haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen, die Kommunikation nach innen und außen sowie die Repräsentation. Der Amtsleiter steuert durch den richtigen Einsatz von Personal und Material das Zusammenspiel der einzelnen Sachgebiete bei ihren Aufgaben im Rahmen der Organisationsstruktur. Behördenleitern wird in Deutschland eine Behördenleiterzulage gewährt. in Deutschland sind die meisten Behördenleiter Beamte des höheren Dienstes, teilweise aber auch des gehobenen Dienstes, aber auch Angestellte sind Behördenleiter. Die Stellen als Behördenleiter werden in der Regel ausgeschrieben. Je nach Größe ist die Funktion in der Wirtschaft mit einem Filial- oder Gebietsleiter vergleichbar. Fotografin Ulla Kuehnle hat zehn heilbronner Amtsleiter und Amtsleiterinnen in deren Büros besucht. Eine behördliche Portraitstrecke. »Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten lässt sich immer noch regieren. Bei schlechten Beamten helfen die besten Gesetze nichts.« Otto von Bismarck (1815 – 98), preuß.-dt. Staatsmann, Gründer d. Dt. Reiches u. 1871 – 90 dessen erster Kanzler

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TITELTHEMA: P OLITIK ROSWITHA KEICHER Leiterin Stabsstelle Integration

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TITELTHEMA: P OLITIK SILVIA PAYER Leiterin Stabsstelle Frauenbeauftragte

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TITELTHEMA: P OLITIK KURT BAUER Leiter Rechtsamt

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TITELTHEMA: P OLITIK

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TITELTHEMA: P OLITIK HANS-PETER BARZ Leiter Grünflächenamt

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TITELTHEMA: P OLITIK BERND WERNER Leiter Ordnungsamt

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TITELTHEMA: P OLITIK CHRISTIANE EHRHARDT Leiterin Amt für Straßenwesen

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Kreativzentr Heilbronn „Wir halten kreative Köpfe in Heilbronn und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen“ (Philipp Kionka / FormatFilm) Räume zu vermieten Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 • 74072 Heilbronn • www.kreativzentrum-heilbronn.de • kionka@formatfilm.tv Kreativzentrum Heilbronn

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TITELTHEMA: P OLITIK EBERHARD JOCHIM Leiter Feuerwehr

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TITELTHEMA: P OLITIK

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TITELTHEMA: P OLITIK KARIN SCHÜTTLER Leiterin Schul-, Kultur- und Sportamt

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TITELTHEMA: P OLITIK HELGA SCHWEDE Leiterin Bürgeramt

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J OS H I S MEINUNG

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TITELTHEMA: P OLITIK Bei der Politik gibt es verschiedene Gruppen, so wie die FDP, CDU, die Grünen, SPD und die Linken. Jeder will immer der Beste sein. Politik hat außerdem was mit Ländern und dann auch wieder mit Krieg zu tun, auch da will jeder immer toller sein als der andere. Krieg machen die Länder nämlich, um mehr Platz zu erobern, um größer und wichtiger zu sein als die anderen. Der Adolf Hitler, über den man ja immer nicht reden soll, so wie »der dessen Name nicht genannt werden darf« bei Harry Potter, der hat auch Krieg gemacht und ganz viele Menschen damit getötet. Den Krieg finde ich nicht toll. Der Bruder von meiner Uroma ist im Krieg umgekommen, das ist doch schlimm. Über die Uroma hab ich schon mal erzählt, die hat auch die ersten Autos in Bremen gesehen, davon hab ich im HANIX zum Thema Auto berichtet. Diese Uroma hat zwei Weltkriege erlebt und ihr Mann war in Gefangenschaft, sie hat ihre Kinder eine zeitlang nicht gesehen und eine Bombe ist auf ihr Haus gefallen. Das kann man sich alles gar nicht vorstellen. Aber es gibt ja auch jetzt in diesem Moment Krieg in manchen Ländern und wir sitzen da und jammern über irgendwas Doofes wie Hausaufgaben oder eine matschige Banane. Die Politiker sind Menschen, die für Sachen zuständig sind, die alle hier in Deutschland brauchen, zum Beispiel die Polizei, Bundeswehr, Bundesrat, Minister für Schule und so. Und Bürgermeister. Unser Oberbürgermeister war letztens auf dem Gaffenberg, hat uns Kinder in der Freizeit besucht. Da hab ich ihn dann gesehen und sie haben Fotos von ihm gemacht. Dann ist so ein Bürgermeister wohl berühmt. Politiker wie ein Bundeskanzler, also auch Bundeskanzlerin, sind wirklich berühmt, haben wirklich viel Macht, sodass sie zum Beispiel bestimmen können, wie viele Läden es in einer Stadt gibt und wo es die gibt und so weiter und so fort. Alles dürfen sie aber nicht bestimmen, zum Beispiel eine Stadt einfach mal eben umbenennen oder Stadtnamen einfach tauschen, sodass aus Heilbronn Berlin wird und aus Berlin Heilbronn. Das wäre ja auch Quatsch. Bundeskanzler dürfen offiziell keinen Quatsch machen. Das heißt nicht, dass sie nicht auch mal Witze machen dürfen, die dürfen nämlich wie wir alle auch ganz schön viele Witze machen, aber halt nicht so große.

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P O L I T I S C H E F R AU E N P OW E R TEXT: RAFAELA JECKLE FOTO: PR Rafaela Jeckle glaubt, dass es mehr Frauen in politischen Führungspositionen geben sollte. Denn ihrer Meinung nach, wäre die Welt dann viel sanfter und familiärer.

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TITELTHEMA: P OLITIK Ich lebe in dem Land, in dem die mächtigste Frau in der Weltpolitik, Angela Merkel, regiert. Die Deutsche Bundeskanzlerin führt die Nation, die heute wieder eine große Macht ist und dabei beliebt, wie selten. Wie die BBC berichtete, ist Deutschland eines der beliebtesten Reiseziele auf dem Planeten. Das Land der Würste ist ganz oben auf der Liste platziert und hat sein Bild in der Welt positiv gewandelt. Trotz der Unzufriedenheit, die sich wegen der Eurokrise in Deutschland und Europa breitmacht, schreiben viele Journalisten in Brasilien Angela Merkel zu, verantwortlich für die hohe Reputation des Landes zu sein. Gründe dafür sind, dass ein Land, das ständig gegen die Ressentiments zweier verursachter Weltkriege ankämpfen muss, von einer Frau angeführt wird. Sie hat es geschafft, so die Meinung in Brasilien, ein Bild von Deutschland zu schaffen, dem vertraut wird. Ein Bild von einem Deutschland, das sich für das Wohlergehen der Welt einsetzt. Ich finde es interessant, dass Deutschland mit seiner schrecklichen Kriegsgeschichte nun von einer Frau angeführt wird. In Deutschland wird inzwischen debattiert und nicht mehr geschossen. Ich kenne mich nicht gut aus in der deutschen Politik und brauche sicher noch ein paar Jahre, bis ich mir einen einigermaßen objektiven Überblick über die Parteienlandschaft und deren Wahlprogramme erschlossen habe. Ich selbst bin immer noch in Brasilien wahlberechtigt. Deshalb kann ich auch schwer einschätzen, ob Angela Merkel die richtige Führungsfigur für Deutschland ist. Aber ich finde es cool, dass dieses Land eine Bundeskanzlerin hat. Frauen müssen für ihre Anerkennung und darum ernst genommen zu werden mehr kämpfen als Männer. Angela Merkel ist anerkannt und sie wird ernstgenommen. Obwohl die Chancen für eine Dame Staatsoberhaupt zu werden in den meisten Ländern immer noch selten ist, hat der Aufstieg der Frauen in der Politik in den letzten Jahren großen Erfolg. Brasilien selbst wird aktuell auch von einer Präsidentin regiert. Neben Präsidentin Dilma Rousseff gibt es mindestens 15 Frauen, die ihr Land anführen. Liberia, Argentinien, Costa Rica, Trinidad und Tobago, Chile, Neuseeland, Philippinen, Irland, Mosambik, Finnland, Indien und die Ukraine sind Beispiele für Nationen, die von Frauen geführt wurden oder werden. Frauen an der Staatsspitze haben noch keine lange Tradition, deswegen würde ich gerne sehen können, wie die Welt in 300 Jahren wäre, wenn mehrere Mütter regiert hätten. Wäre diese Welt mütterlicher und freundlicher? Wäre unsere Erde ein Platz mit größerer Gleichheit und mehr Liebe? Gäbe es mehr Respekt für Kinder, Familie und besonders gegenüber unserer Mutter Erde? Jetzt werde ich ein bisschen über Dilma, Brasiliens Präsidentin und die Proteste, die sich während des Confederations Cups in Brasilien abspielten, schreiben. Zunächst gilt festzuhalten: Ich bin einverstanden mit den Protesten. Demonstrationen sind die Grundlage der Demokratie und wichtig, um ein Land zu verbessern. Womit ich nicht einverstanden bin, ist, der Präsidenten die alleinige Schuld zu geben für eine allgemein kaputte Politik. Diese politische Insolvenz ist das Erbe der Diktatur, der unserer junge Republik lange ausgesetzt war. Die Korruption, Armut und soziale Ungleichheit ist schon lange ein großes Problem in Brasilien. Doch obwohl noch viel getan werden muss, hat sich in Brasilien in den letzten Jahren einiges zum Besseren gewandelt. Vor allem für die Menschen der unteren Klassen, die zum Teil schon in die Mittelschicht aufsteigen konnten. Ich denke, dass die Präsidentin sehr gut reagiert hat nach den Protesten, die, wie schon geschrieben, wichtig und gut für das Land waren. Präsidentin Rousseff kündigte Investitionen in Höhe von 23 Milliarden Dollar in das Transportsystem an. Sie sagte auch, dass ihre Regierung Projekte in den fünf Kernbereichen, die von den Demonstranten gefordert wurden, fördern würde. Diese fünf Bereiche, die den brasilianischen Bürgern wichtig sind, lauten finanzpolitische Verantwortung und Kontrolle der Inflation, politische Reformen, eine bessere Gesundheitsversorgung, öffentlicher Verkehr und Bildung. Das finde ich toll, die brasilianischen Politiker müssen wissen, dass sie für uns arbeiten und nicht wir für sie. Ich hoffe, dass Dilma Rousseff und Angela Merkel, wenn sie weiter regieren werden, nicht nur ein besseres Image für ihr Land erarbeiten, sondern auch tolle Mütter für ihre Völker sein werden und dafür streiten, die Welt zu verbessern.

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I M M U S E U M GE L A N Par a l l el z u r Au s s t el l u n g » Ke e p it s im ple – A nd re as Fe ininge r« f a nd ei n Fot owet t b e wer b s t a t t . Aus ge h e nd vo n d e n be r üh m te n Sch war zwei ßAu fn a hm en vo n A n d rea s Fe ininge r ware n d ie Te ilne h m e r aufgef order t, mi t d em s el b en k ü n s t l eris ch e n Blick He ilbro nn und d ie Um g ebung w ah r z u n ehm en u n d in e ine m Fo to fe s tzuh alte n. Auf www.fo t oku n s t h a l l e. d e ha t t en d i e Te ilne h m e r d e s Fo towe ttbe we rbs d ie Mögl i c hk eit , i hren S c h n a p p s ch us s e ine s He ilbro nne r Mo tivs im Sti l der b e r ü hm t en S c h wa r z wei ß-Aufnah m e n d e s Küns tle rs A nd re as Fei ni nger p e r f ek t in S zen e z u s et ze n. A ns ch lie ße nd k o nnte bis zum 25. August on l in e ü b er d ie Fa vo r ite n abge s tim m t we rd e n. Die 15 Fo to s mi t den me i s t en St im m en s i n d nich t nur auf d e n fo lge nd e n Se ite n s o ndern a uch vom 1 0 . Sep t em b er b i s zum 3. Ok to be r in d e r Kuns th alle Vo gelma nn zu seh en . Hier en t s c hei d e n d ie Be s uch e r und e ine Jur y, we lches Bi ld a m 6 . Ok t o b er u m 1 6 : 3 0 U h r als Sie ge rm o tiv g e k ür t wird . Das Ge win n er b il d w ird für 250€ für d ie Sam m lung d e s Mus eums a ng e ka u f t . Na t ü r l ic h g eh e n d ie 15 Finalis te n nich t le e r aus : Neben tollen Pre i s en d ü r f en d ie Kü ns tle r ih r Fo to als h o ch we r tig e n A lu-Di bond Di rek t d r u c k m it n a c h Haus e ne h m e n.

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 3 mit 141 Stimmen: »Der Gaffenberg-Engel« Evelin Schwab / Heilbronn

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 2 mit 150 Stimmen: »Big City Life« Paul Bering / Obersulm

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 10 mit 100 Stimmen: »Nachts bei Sturm« Michael Hofmann / Bad Friedrichshall

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 15 mit 97 Stimmen: »Sommer im Hip Island« Michael Lehr / Obereisesheim

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 5 mit 117 Stimmen: »Hagenbucher / Experimenta« Damir Brajlovic / Untergruppenbach

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 7 mit 102 Stimmen: »Mittendrin« Simon Habart / Pfedelbach

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 11 mit 100 »Schleuse« Nico Mast / Backnang Stimmen:

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 13 mit Stimmen: »Uferglück« Manuela Munz / Heilbronn

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 99 Stimmen: »Wolkenfabrik« Robert Mucha / Heilbronn

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 6 mit 104 Stimmen: »Heilbronn im Neckar« Katrin Müller / Untergruppenbach

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TITELTHEMA: BOOMTOWN

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 4 mit 134 Stimmen: »Heilbronn macht Dampf!« Federico Barone / Heilbronn

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 9 mit 101 Stimmen: »City Transfer« Franz Leyer / Heilbronn

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TITELTHEMA: NECK AR

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 8 mit 101 Stimmen: »Qbig Heilbronn« Elena Schmidt / Bad Friedrichshall

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 14 mit 97 Stimmen: »Regentanz« Patricia Kiefer / Schwaigern

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SPIEGELREFLEX: ANDREAS FEININGER FOTOWETTBEWERB Platz 1 mit 164 Stimmen: »All ways lead to Heilbronn« Adrian Lamm / Korbach

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QUIZ DICH GL ü C KLICH !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº21 FRAGE: WiE LAUTETE iN DEN 80ER JAhREN SchMiTTS GRiFFiGER SLOGAN BEi SEiNEM WAhLKAMPF iN hEiLBRONN? OLiVER MARiA SchMiTT iST NichT NUR BUchAUTOR, hENRi-NANNENPREiS-GEWiNNER UND MiThERAUSGEBER DER TiTANic, SONDERN AKTUELL AUch KANZLERKANDiDAT DER PARTEi »DiE PARTEi«. SEiNE ERSTEN POLiTiSchEN GEhVERSUchE iN DER hEiLBRONNER FUSSGÄNGERZONE LiEGEN ÜBER 20 JAhRE ZURÜcK. ROWOHLT HEILBRONNER MUSEEN CHOUCHOU KUNSTVEREIN HEILBRONN 3 x Buch 3 x Kunstkatalog 3 x 20-EURO-Gutschein 3 x Kunstkatalog Wir verlosen »Mein Wahlkampf« von Kanzlerkandidat Oliver Maria Schmitt. Im Selbstversuch beschreibt der Heilbronner seinen Weg vom Mensch zum Machtpolitiker in 100 Tagen - ohne jegliche Vorkenntnisse. Der hübsche Kunstkatalog zur aktuellen Ausstellung »Keep it simple« von Fotograf Andreas Feininger in der Heilbronner Kunsthalle Vogelmann zeigt eindrucksvolle Fotografien des FotoMeisters. Französischer Chic und Coolness in Heilbronn. chouchou, die kleine aber feine Boutique in der Oberen Neckarstraße verlost drei Gutscheine im Wert von je 20 Euro. Die in den Filmen und Fotografien der beiden jungen Berliner Künstler Matthias Wermke und Mischa Leinkauf gezeigten Aktionen sind spektakulär. Wir verlosen den zugehörigen Ausstellungskatalog dreimal. WER MEINT, DIE LöSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: »MEIN WAHLKAMPF« EINSENDESCHLUSS IST DER 19. SEPTEMBER 2013. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: 25 TORE

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EIN BRIEF VON CAROLIN KANTIMM & SENCER KOCAK TON: PHILIPP SEITZ GELESEN VON: RADANA BROCKHOFF L I E B E H E I M AT, STEcKBRiEF Name: Carolin Kant imm & Senc er Koc ak Alt er : 2 2 Jahre Reiseziel: L loret de M ar Aufenth alt vom 13 . Juni bis 2 0. Juni 2 0 13 L ieblings or t : St rand nun war es endlich soweit ... Am 13. Juni 2013, 7:30 Uhr, starteten wir endlich unseren ersten gemeinsamen Urlaub im Ausland. Nach Lloret de Mar sollte es gehen. Aber erstmal kam die Anreise zum Flughafen. Natürlich musste sich jemand bereit erklären, uns zum Flughafen nach Frankfurt zu fahren und das machte kein anderer als mein Bruder Marcel. Die Autobahn war frei, also waren wir ziemlich schnell dort. Nach einem kurzen Abschied von Marcel ging es auch schon los. Einchecken, Gepäck abgeben, teuren Kaffee aus dem Automaten trinken und warten, bis wir ins Flugzeug einsteigen durften. Der Flug dauerte gerade einmal 1 ½ Stunden. Um 12:30 Uhr landeten wir endlich in Spanien, um genau zu sein in Barcelona. Ein riesengroßer Flughafen. Wir landeten im Terminal 1, holten dort unser Gepäck ab und mussten dann 20 Minuten über die Autobahn zum Terminal 2 fahren. Dort endlich angekommen warteten drei From2Travel-Mitarbeiter, die uns mit Händen

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS LLORET DE MAR und Füßen versuchten zu erklären, wohin wir laufen müssen, um zum Transfer-Bus zu gelangen. Eine lange, sechsspurige Straße, die wir dann auch noch überqueren sollten, ohne Ampel oder Zebrastreifen versteht sich. Im Gott sei Dank klimatisierten Bus ging es dann fast 2 Stunden Richtung Lloret de Mar. Wir fuhren an Klippen, wunderschönen Stränden und kleinen Cafés vorbei. Der Busfahrer warf uns dann an einer Hauptstraße raus, ohne uns überhaupt zu sagen, wo das Hotel lag. Keine Spur davon. Nach 45 Minuten langer Suche im Lloret-Dschungel dann endlich die Erleichterung. In einer kleinen Gasse nicht weit vom Meer etwas oberhalb des Strandes lag das Hotel. Nach dieser langen Rumstreunerei erst einmal das All-Inklusiv-Programm ausnutzen, Cocktails trinken, und vor allem viel essen. Der erste Weg nach dem Essen führte uns natürlich ans Meer. Einfach traumhaft: klares, kühles Wasser, weicher Kiesstrand und was nicht fehlen durfte, ein romantischer Sonnenuntergang. In diesen Momenten muss man einfach ehrlich sein und sagen, dass wir Dich, liebe Heimat, kein Stück vermisst haben. Wir stürzten uns ins Nachleben und versuchten so viel wie nur möglich in den nächsten 7 Tagen zu erleben. Das Wichtigste jedoch, einfach nur abschalten, am Strand liegen und nichts tun. Den Alttag bei dir liebe Heimat, einfach vergessen. Das Beste daran, mittags am Strand hat man seine Ruhe. Keiner, der dir einen Sangria-Eimer über den Kopf leert oder dir die Dauer-Schlager-Musik ins Ohr mixt. Entspannung pur. Es herrscht überhaupt keine Hektik, in Ruhe durch die Stadt laufen, durch die kleinen engen Straßen, in denen ich jeden Tag einen neuen kleinen Laden entdeckt hatte. Aber nicht nur das Chillen am Strand oder das gemütliche Shoppen auf Llorets Straßen war auf der Urlaubsspaßliste. Nein auch etwas Kultur musste her. Barcelona. Mit dem Bus ging es von Lloret nach Barcelona. Eine Stadt wie aus dem Märchenbuch. So viele tolle Gassen, mit noch tolleren kleinen Cafés an jeder Ecke. Egal, in welche Richtung man schaute, es gab immer wieder neue Eindrücke. Die »La Rambla«, ist der zentrale Boulevard Barcelonas. Er führt mitten durch die Stadt, an jeder Ecke gibt es Neues zu sehen. Ein Fress- und Einkaufsparadies. Hier wird wirklich jeder Wunsch erfüllt. Eines jedoch faszinierte uns am meisten: Der Mercat de la Boqueria. Der größte und für uns persönlich schönste Markt, den wir je gesehen haben. Mittendrin noch lebende Meeresbewohner, gefühlte 1000 geräucherte Fleischarten, exotische Früchte, Fruchtshakes. Man könnte ein Buch darüber schreiben. Genug Eindrücke gesammelt und durch keine Ahnung mehr wie viel Obst und Fruchtshakes gestärkt ging es dann mit der Metro zum berühmten Camp Nou: Dem Fußballstadion des FC Barcelona. Circa 20 Minuten Metrofahrt von der Innenstadt entfernt, sofern man in die richtige Metrolinie einsteigt und nicht denkt, dass es sich um das Olympiastadion handelt. Da waren wir nämlich zunächst gelandet. Naja, irgendwann sind wir in Camp Nou angekommen, dort liefen wir total verwirrt durch dieses große Stadion. Wir hatten überhaupt kein Ziel und genauso wenig Plan, wo es wie lang geht. Im Fernseher sieht alles immer so winzig aus, aber wenn man erst einmal selbst auf dem Aussichtspunkt der Kommentatoren sitzt, mein lieber Scholli. Im Stadion befindet sich ein Museum mit unzählbaren Pokalen. Das meiste dreht sich aber eh nur um Messi. Mit der Metro ging es dann zurück zu unserem Treffpunkt, um mit unserem Reisebus wieder nach Lloret de Mar zu fahren. Die restlichen Tage verbrachten wir dann am Strand in Lloret de Mar. Die Wellen waren am vorletzten Tag voller Kraft, was wir natürlich ausnutzen. Wir kauften uns Luftmatratzen und ließen uns durch die Lüfte werfen. Einfach frei sein, machen, was man will ... Am letzten Tag ging es schon früh zum Flughafen. Das erste Ziel nach der Gepäckabgabe war – wie für die meisten Urlauber – der McDonalds. Vermisst haben wir dich, liebe Heimat, in den sieben Tagen so gut wie gar nicht.

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AUS DEM VIA ARCHIV PiNNBOARD VIA GRAFIK Zur Markteinführung der DS-Konsole wurde dieser Wallride aufgestellt und ein Shooting angesetzt, um Fotos zu produzieren, die aufgrund der spektakulären Optik in einschlägigen Magazinen landen würden. Für uns eine willkommene Abwechslung zum Alltag, mit dem Pistenbully zur Arbeit gefahren zu werden und anschließend auch noch ein paar schöne Abfahrten machen zu können. LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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Touch Me, österreich, 2006

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LESER B R IEFE Hallo HANIX, schön war eure letzte Ausgabe. Mit großem Interesse und viel Freude habe ich die Neckar-Beiträge gelesen und mir auch gleich Mark Twains Buch »Bummel durch Deutschland« gekauft. Wer hätte gedacht, dass der große amerikanische Schriftsteller wohlwollend über Heilbronn berichtet hat. Dazu noch Texte von Hölderlin und Andersen. Toll. Macht weiter so und vorab schon einmal herzlichen Glückwunsch zum Zweijährigen. ThOMAS FiSchER, L AUFFEN Guten Tag, ich bin auf eure Geburtstagsfeier aufmerksam geworden und in diesem Zuge auch auf das Magazin. Über eine Stunde habe ich darin gestöbert und viel interessantes gefunden. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und werde auch Gast in der Ebene 3 sein, wenn ihr feiert. Das Programm verspricht ja so einiges. Großstadtpotenzial! MARcUS DREWS, hEiLBRONN Liebe Magazin-Macher, immer wieder erstaunlich, was für Geschichten und Menschen aus der Region ihr auftreibt. Einer der besten Flötisten auf dieser Welt stammt aus Heilbronn. Was für eine Überraschung. Ich habe meine alte verstaubte Blockflöte wieder ausgegraben. Nach ein paar schiefen Tönen habe ich sie dann doch wieder eingemottet. c L A U D i A S c h ö P F, hEiLBRONN Hallo liebes HANIX-Team, ich wollte euch schon lange einmal schreiben und mitteilen, dass ich großer Fan eurer Rubrik »Brief an die Heimat« bin. Jedesmal packt mich das Fernweh. ASTRiD MÜLLER, UNTERGRUPPENBAch Hallo HANIX-Redaktion, immer, wenn ich in euer Magazin schaue, habe ich den Eindruck, dass Heilbronn eine wirklich tolle Stadt ist. Dabei ist Heilbronn doch maximal 08/15. Das es euch immer wieder gelingt, Heilbronn so gut darzustellen, ist eine reife Leistung, denn ihr überzeichnet nicht sondern stellt so dar, wie es wirklich ist. Und ich muss feststellen, dass ich gegenüber Heilbronn oft etwas zu kritisch bin. Also: Entschuldigung, liebes Heilbronn. K AT h R i N S c h N E P F, BR AcKENhEiM

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I MP RESSU M Verlag und Redaktion 74elf Marcel kantimm & robert Mucha Gbr kastanienweg 12 74080 heilbronn e-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel kantimm robert Mucha Chefredakteur robert Mucha (V.i.s.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter rafaela Jeckle, Maria sanders, sascha wartha, leo Volland, Peter wanner, uwe Gramlich, Joshua endresz, frank Brunner, ken Jebsen, florian Dietz, oliver Maria schmitt, Nicolai köppel, Valerie Grübele, carolin kantimm, leo Volland, radana Brockhoff e-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp kionka (leitung), sarah fischer, kris rampmaier, Bildredaktion Mehmet filiz, ulla kühnle, Patrick labitzke, Meli Dikta Artdirektion raimar schurmann, kathrin leisterer Grafik & Illustration lisa hofmann, florian Geiger, kathrin leisterer Audio Philipp seitz (aNt studio) IT-Support Martin riemer (easy Networx / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Marcel kantimm marcel.kantimm@ hanix-magazin.de robert Mucha robert.mucha@ hanix-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des herausgebers bzw. der redaktion wieder. für die richtigkeit von angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der herausgeber bzw. die redaktion keine Verantwortung übernehmen. haftung für links: hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen inhalten aller gelinkten seiten auf unserer homepage und machen uns diese inhalte nicht zu eigen. Diese erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten links. herausgeber und redaktion übernehmen keinerlei haftung für die hier angebotenen informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Am 15./16. September 1950 war Theodor Heuss zum ersten Mal als Bundespräsident zu einem offiziellen Besuch in Heilbronn. Anlass war die Einweihung der wiederaufgebauten Rosenauschule und der RobertMayer-Oberschule. Außerdem hatte der Gemeinderat am 14. September einstimmig beschlossen, das frühere Karlsgymnasium nach Theodor Heuss zu benennen. Da das Rathaus noch nicht wieder aufgebaut war, fand die Feierstunde am Vormittag des 16. September in kleinerem Rahmen in den Scala-Lichtspielen (Gymnasiumstraße) statt. Um 17 Uhr sprach Heuss dann von der Freitreppe der Rathausruine herab zu mehreren Tausend, die trotz Regen auf den Marktplatz gekommen waren. Im Zentrum seiner Rede stand seine Verbundenheit mit der Stadt; er erinnerte an seinen Vater Louis Heuss, der von 1890 bis 1900 als Leiter des Tiefbauamtes wichtige städtebauliche Neuerungen umgesetzt hatte und er erwähnte seinen Bruder Ludwig, der zwanzig Jahre lang Stadtarzt sowie für die Demokratische Partei Mitglied des Gemeinderats gewesen war. Heuss fragte, ob man nicht einige Ruinen innerhalb der Stadt stehen lassen sollte, damit nicht vergessen werde, wohin »Deutschland durch eine unsinnige Politik geführt wurde«. In den Mittelpunkt seiner Rede stellte der Bundespräsident jedoch, was Heilbronn für ihn selbst bedeutete: »In dieser Stunde darf ich [davon] sprechen, was ich dieser Stadt zu verdanken habe. Was hat Heilbronn mir, was hat Heilbronn Ihnen, die lebendige Männer sind und Frauen, gegeben? Demokratie als Lebensform. Das ist das Erbe dieser Stadt. Und was heißt denn Demokratie als Lebensform? Doch nur dies: Dem Menschen, gleichviel wer er sei und woher er kommt, als Mensch begegnen.« Der Text und das Foto wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Mehr über Theodor Heuss und Heilbronn bietet u. a. die Ausstellung »Heilbronn historisch!« im neuen Haus der Stadtgeschichte (Otto Rettenmaier Haus, Eichgasse 1).

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Bundespräsident Theodor Heuss in Heilbronn, 1950

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V E R A N S TA LT U N G E N IM SEPTEMBER September Ebene 3 im Kulturforum K3 Tango Argentino Tanzabend Eigensinn nicht im Widerspruch zueinanderstehen. Als Special Guests wurden der renommierte Jazzpianist Rainer Böhm und Bujazzo-Sängerin Miriam Ast gefeatured. 5. September Tango ist Sehnsucht, Geheimnis, Leidenschaft und Erotik. Wer vom Tango einmal berührt ist, der wird infiziert sein und der Sucht dieses Tanzes nachgeben müssen. Wer selbst nicht tanzen mag, kann bei einem gemütlichen Glas Wein auch einfach nur zuhören und zuschauen, wie andere Tango tanzen. Zuschauer und Mittänzer sind herzlich eingeladen! 2. September Mobilat OUT OF THE DARK Gothic, Darkwave, EBM, Industrial, Mittelalter, 80ies 6. September Jazzclub Cave 61 Funk & Soul Sharrie Williams und Band (USA/D) Jazzclub Cave 61 Konzert + Session: Benno Reinhardt Quartett 4. September Ebene 3 im Kulturforum K3 Jam Session 4. September Jazzclub Cave 61 Konzert + Session: The Ropesh Sharrie Williams gewinnt ihr Publikum, indem sie aus ihrem Innersten heraus singt, ihr zu lauschen ist ein reines Vergnügen, aber sie performen zu sehen, macht einen zu ihrem Fan. Sharrie Williams hat eine warme und strahlende Bühnenpräsenz, die ergreift, fasziniert und bezaubert. Der Klang ihrer Stimme ist bezwingend, denn er verspricht Erlösung. Mit jedem Ton wird sie gleichzeitig zum Weinen, zum Lachen und zum Tanzen bringen. Und Sharrie hat eine beeindruckend energiegeladene Band hinter sich: »The Wiseguys«. Diese Band reißt mit und lässt nicht mehr los. Nicht verpassen! 6. September ist das selbstbetitelte Debüt dieses Quintetts, auf dem ausschließlich Eigenkompositionen zu hören sind. Prägend für den vielschichtigen Bandsound sind die jeweils sehr unterschiedlichen musikalischen Wurzeln der fünf Musiker, die neben Jazz auch Funk, Klassik, Pop, aber ebenso Hip-Hop, Metal, Industrial, Progressive und elektronische Musik als Einflüsse benennen. Mit ihrer besonderen Instrumentierung und der Experimentierfreudigkeit betrachten sie den modernen Jazz schräg von der Seite, durchsetzen ihn fantasievoll mit elektronischen Klängen, die sich mit schönen Melodien und markant groovenden bis treibenden Rhythmen verbinden. In der Verschmelzung von Inspiration und Konstruktion entstand so eine kollektive Einheit, wobei farbenreiches Zusammenspiel und Mobilat DUBWARS SUMMER SPECIAL Los gehts ab 19:00 Uhr im Hip Island - und ab 23:00 Uhr steigt die große Aftershow Party im Mobilat! Auf 2 Floors gibts das Beste aus Dancehall, Dubstep, Drum’n’Bass, Techno & House, präsentiert von den heißesten Acts der Szene! Kommt und feiert mit uns ein weiteres rauschendes Fest und lässt Euch von unseren Acts die Bässe um die Ohren hauen! Ein besonderes Highlight wird der exklusive Auftritt von NOSLIW, der nicht zum ersten Mal in unserer Käthchenstadt auftritt und auch diesesmal wieder die Meute zum ausrasten bringen wird! Natürlich wird es

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER noch weitere Specials geben, mehr wird aber erstmal nicht verraten! Nur eines noch - zum Dank an unsere tollen Fans gibts das Ganze für gerade mal EUR 8,– ( Aftershow Party Mobilat ), mit Eintrittskarte vom Hip Island sogar nur EUR 6,–!! - nuff said! ;) 6. September afrikanischen Rhythmen, gemischt mit europäischer Musik, wider. Auf der Bühne verleihen afrikanische Tänzerinnen der Show mehr Farbe. 8. – 29. September Galerie KunstEtage K55 Ausstellung: Brigitta Loch/Sabine Jacobs »Da schau her, ...« Robert-Mayer-Sternwarte Wega, Deneb, Atair - Das Sommerdreieck Neben den 88 offiziellen Sternbildern gibt es am Himmel noch eine Reihe weiterer auffälliger Sternenkonstellationen. Das Sommerdreieck besteht aus den auffälligsten Sternen des Sommerhimmels und enthält eine Vielzahl interessanter Objekte. Seine Sterne helfen bei der Orientierung am Himmel und weisen den Weg zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten für das Teleskop. Eng benachbarte, farbige Sonnen erwarten uns ebenso wie die Überreste von Sternen, die vor Jahrtausenden starben. 7. September Antlitz - Brigitta Loch großformatige Arbeiten in Acryl auf Leinwand. Gesichter, klar und ernst im Ausdruck, den Charakter aufspürend, frei von Raum und Zeit, auf das Wesentliche konzentriert.... unerwartet ein Blick, ein Gedanke, eine Bewegung die uns verbindet. Sabine Jacobs zeichnet in den Raum. Wesenhaft anmutende Objekte aus Draht und Papier thematisieren die Verbindung von Mensch und Natur. Filigrane Fragmente der Wahrnehmung mit assoziativer Kraft. 8. September Heilbronn Tag des offenen Denkmals: »Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?« Mobilat The Paisley Club LIVE: THE ODD COUPLE (BERLIN) Das junge berliner Duo The Odd Couple erzeugt in einen Songs eine Energie, die auch die letzten Sehnen des Körpers zur Kontraktion zwingen. Ihr elektrisierender Sound mit Einflüssen aus Garage, Psych und Surf Rock bläst gehörig den Staub von diesen in die Jahre gekommenen Genres. Wild wechseln dabei Jascha Kreft und Tammo Dehn zwischen Gitarre, Orgel und Schlagzeug hin und her. Auf der Bühne generieren die beiden aus ihrem bilateralen musikalischen Autismus dabei ein Mojo, das man wahrscheinlich seit den Anfängen der Black Keys oder Kills nicht mehr so erlebt hat! Davor und danach gibts den gewohnten 60's Sound von den Paisley Boys Thomas & Manuel, Überraschungs-Gast DJ wird einen Tag vor der Party announced!! Keep your Eyes peeled!! 7. September Wenn jedes Jahr am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen öffnen, dann sind Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen. Rund 8.000 Objekte in 2.700 Städten und Gemeinden öffnen bundesweit ihre Türen. So kann man in allen Regionen Deutschlands Restauratoren über die Schulter schauen, archäologische Ausgrabungsstätten erkunden, die sonst verschlossenen Kellergewölbe einer Burg bestaunen und noch vieles mehr. »Geschichte zum Anfassen«, das bietet der Denkmaltag dem Besucher dabei in wohl einmaliger Weise. 9. September Kulturkeller Literatur am Montag: Horst Wolfram Geißler (1893–1983) Ebene 3 im Kulturforum K3 Tropical Beat Tropical Beat spielt heiße afrikanische Tanzmusik, unter anderem Reggae, Zouk und Ndombolo. Mit dem Schlagzeuger Gerd Hirsch und dem Pianist Wilhelm Schmid sind zwei erfahrene und sehr talentierte Musiker hinzugekommen. So spiegelt sich in der Musik die Magie der Ein/e Schauspieler/in liest aus den Werken des deutschen Schriftstellers. Anne-Gabriele Michaelis erzählt aus dem Leben und Werk von Horst Wolfram Geißler.

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER 12. September 13. September Ebene 3 im Kulturforum K3 Salsa-Party mit DJ Tobi Mobilat Who the fuck is Ryan Elliott? Das Highlight im September bildet das NewYorker Trio - Phisbacher - um den Pianisten Walter Fischbacher. Phisbacher Piano Trio das ist kontrollierter Piano Trio Wahnsinn. Melodiöse, spannungsgeladene Musik, mit viel Groove, fernab des Alltäglichen. Drei Länder – drei Musiker und viele musikalische Hintergründe sind eine großartige Basis um Eigenkompositionen und Chartstürmer mit ihrem speziellen Trio Sound einzufärben. U2, Coldplay, The Beatlex und Katy Perry werden hier »verphisbachert «. Walter Fischbacher, Voran Vujic und Ulf Stricken, bilden dieses elektrisierende Trio, das Sie keinesfalls versäumen sollten. 13. September Theaterschiff Macho Man Mit Ryan Elliott besucht uns im Mobilat Club zum ersten mal ein Artist aus dem Hause Ostgut Ton. Ryan ist nicht nur bekannt durch seine Residency im Berliner Berghain, sondern vor allem wegen seiner Genauigkeit hinter den Plattenspielern – ein wahrhafter DJ's DJ! Erst 2009 hat er seine Heimatstadt Detroit für Berlin verlassen – »…beide Städte haben ihre Ecken und Kanten und ein ehrliches Herz«, so Ryan. Seinem Stil treu geblieben können wir uns auf einen von der Bassline getriebenen Techno freuen, auf House, welcher auf das Wesentliche reduziert ist. Auf Floor zwei serviert uns KitJens Chefkoch Tipure zusammen mit seinem Sous-Chef Leif Müller von den Common Sense People ein musikalisches Sterne-Menü. Cheerio & guten Appetit! 13. – 22. September Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden – und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er–Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen. Er fliegt in die Türkei. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Daniel schwebt im siebten Himmel. Wird aber sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt ... 13. September Rund ums Rathaus 43. Heilbronner Weindorf Zehntelesschlotzer aus aller Welt treffen sich, um die edlen Tropfen zu verkosten. Rund 300 Weine und 16 Jahrgangssekte aus dem Großraum Heilbronn werden direkt von 30 Weingärtnergenossenschaften und privaten Weingütern angeboten. Für Unterhaltung sorgen die zahlreichen Livekapellen 14. September Kaffeehaus Hagen »Kriminelle Weinprobe» mit Joachim Raaf & Simone von Racknitz Ebene 3 im Kulturforum K3 Improtheater »Ohne Gewähr« Wie aufregend, rührend und witzig kann Theater sein? Und vor allem: wie spontan? Wenn es sich um Improvisationstheater handelt, dann kann die Antwort nur lauten: Ziemlich! Gespielt und gesungen werden Szenen nach den Vorgaben der Zuschauer. Die setzt das Improtheater ohne jede Vorbereitungszeit und mit viel Lust am Fantasieren um; daraus können Romanzen, satirische Szenen, Gruselgeschichten, Märchen oder sogar ganze Romane erwachsen. Beim Wein geht es um Genuss und Geselligkeit. Wein kann aber auch zu finsteren sogar tödlichen Phantasien anregen. Bei uns allerdings ohne Gefahr für Leib und Leben. Zur kriminellen Weinprobe servieren wir Kurzkrimis von Wolfgang Ohler, Gitta List, Jean-Philipp Devise und Angela Esser. Gelesen von Joachim Raaf und Simone von Racknitz. Musikalisch eingerahmt. 14. September Apparat34 Komisch, Komisch! Clownfestival Es ist soweit, Denis Fink präsentiert »komische« Kollegen. Alles unter dem Motto »technisch sauber«! Im Programm

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER Slavica, Frau Göttle, Theo, Paul und Herr Fink. 14. September Mobilat BUSS DI DANCE PRES. 11 JAHRE YARDSTYLE SOUND Main Floor // Dancehall & Reggae 14. September Jazzclub Cave 61 Trioscene (D) The new young faces of German Jazz! Ihre stilistische Bandbreite reicht von Jazz über Fusion, Folk, Pop und Worldmusic, bis zum ganz eigenen Stil, den sie Trioscene als »songjazz« bezeichnet. 15. September am griffigen Titel. Gaby Hauptmann weiß, was Frauen (und Männer) gern lesen, um sich zu unterhalten. Sie beherrscht das Metier nicht nur souverän, sondern auch geistreich. Das zeigt sie seit zwei Jahrzehnten mit jedem neuen Roman: »Nur ein toter Mann ist ein guter Mann«, »Die Lüge im Bett«, »Die Meute der Erben« – Bestseller, wohin man schaut. Ihre spezielle Mischung aus Spannung, Erotik und Witz kommt an, nicht nur in Deutschland. Inzwischen müssen sich Übersetzer zum Beispiel mit der Frage quälen, wie man »Mantafahrer« ins Chinesische übertragen soll. Ein Riesenerfolg ist auch die Pferdebuchreihe »Kaya«. Inzwischen ist bereits der neunte Band der Reihe erschienen: »Kaya rettet Fohlen«. Vor kurzem kam nun »Ich liebe dich, aber nicht heute« in die Buchhandlungen, der neue Roman stellt eine alte Weisheit in Frage: Alte Liebe rostet nicht – oder doch? 18. September Bürgerzentrum Brackenheim GEORG SCHRAMM (D) Meister Yodas Ende - Kabarett Harmonie, Theodor-Heuss-Saal Württ. Kammerorchester: 1. Heilbronner Konzert »Mendelssohn-Projekt Teil 1« mit Ronald Brautigam Der scharfzüngigste Kabarettist dieser Republik kommt zum letzten Mal nach Brackenheim, nach 25 Jahren auf der Bühne und vor der Kamera wird »Meister Yodas Ende« das Abschieds-Programm von Georg Schramm. Schon seit Wochen ist diese Veranstaltung ausverkauft – auch an der Abendkasse wird es keine Karten mehr geben. 15. September Theater Heilbronn, Foyer Großes Haus Theaterfrühstück zu »Sein oder Nichtsein«, »Die Tagebücher von Adam und Eva« und »Homo faber« Immer sonntags vor einer Premiere im Großen Haus laden wir Sie zum Theaterfrühstück ins Foyer des Großen Hauses ein. Dort gibt es nicht nur einen schmackhaften Brunch, sondern auch jede Menge geistige Nahrung zu den bevorstehenden Stücken. Die Inszenierungsteams der jeweiligen Produktion stellen ihre Ideen und deren Umsetzung vor. Man erhält einen Eindruck von der Gestaltung der Bühne, der Kostüme und dem Umgang der Regie mit dem jeweiligen Stoff. 16. September Das WKO präsentiert Mendelssohns energiegeladene Musik in unterschiedlichsten Formen und Instrumentierungen. Die Musik des weltgewandten, faszinierenden und hochgebildeten Multitalents ist Schwerpunkt der Programmgestaltung in der Saison 2013/2014. Die Werke, die am ersten Mendelssohn-Abend zu hören sein werden, entstanden in einem zeitlichen Rahmen von nur drei Jahren. Es ist eine unstete Zeit in Mendelssohns Leben: 1827 schreibt er sich an der Berliner Universität ein. 1829 dirigiert er die Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion in der Berliner Singakademie. Im Jahr dazwischen entsteht die Konzertouvertüre »Meeresstille und glückliche Fahrt«. Im Mai 1830 tritt er seine große Italienreise an, von der er erst über ein Jahr später zurückkehren wird. Die »Reformationssinfonie« zur 300. Wiederkehr der Augsburger Konfession und sein erstes Klavierkonzert entstehen also auf Reisen. Konzerteinführung ist um 18:30 Uhr. 18. September Ebene 3 im Kulturforum K3 Blues Session mit John Lee & Friends Theater Heilbronn, Komödienhaus Autorin im Gespräch: Gaby Hauptmann »Suche impotenten Mann fürs Leben« – gleich ihr erster Roman war ein sensationeller Erfolg, und das lag nicht nur Zu der monatlichen Blues Session treffen sich regelmäßig regionale Blues Musiker. Gespielt wird moderner und

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KLEINANZEIGEN

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER traditioneller Blues im Stil der alten Meister. 19. September da unten leuchten wir! 20. September Kaffeehaus Hagen »Völlig ausgebucht» von Becky Mode Jazzclub Cave 61 Christian Muthspiel4 feat. Steve Swallow (USA/A/F) 25 Personen - ein Schauspieler - eine turbulente Komödie Die feine Gesellschaft ist es, die hier unter die Lupe und gleichwohl auf den Arm genommen wird. Mit Corvin Tondera-Klein 20. September Kulturkeller Szenische Lesung mit Ruth Weipert und Volkmar Köhler »Wie ich Dich liebe Rätselleben ...« Der Dirigent, Komponist, Pianist und Posaunist Christian Muthspiel spielt mit seinem Quartett wunderbar melodienselige Jazzadaptionen des Renaissance-Komponisten John Dowland – 400-jährige Musik in zeitaktueller Übersetzung. Muthspiel hat die melancholischen Melodien grandios umgesetzt. 21. September Sie war Wegbegleiterin von Friedrich Nietzsche, leidenschaftliche Geliebte, lebenslange Freundin von Rainer Maria Rilke und Schülerin von Siegmund Freud – und war viel mehr als deren Muse. Schon zu ihren Lebzeiten war Lou Andreas Salomé (1861–1937) ihren Zeitgenossen ein faszinierendes Rätsel. Nicht nur ihre Schönheit und schillernde Persönlichkeit war Anziehungspunkt vieler berühmter Männer und Frauen – auch ihre Intelligenz und ihre Unabhängigkeit im Leben und im Denken brachte ihr deren ebenbürtige Anerkennung und Bewunderung ein. Als Schriftstellerin und Psychoanalytikerin war sie überaus erfolgreich. Nach ihrem Tod ist sie zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Ein Abend über eine einzigartige Frau und ihr außergewöhnliches Leben. 20. September Theater Heilbronn, Großes Haus Sein oder Nichtsein - Komödie von Nick Whitby Mobilat Laterne Die Laterne leuchtet wieder. Diesmal mit von der Partie ist LSW 4 – dieser dürfte Freunden von staubigem Bummtschak unter dem Namen Loop Skywalker bekannt sein. Warmes und rohes Samplematerial dienen auch bei seinen House Produktionen als Hauptzutat. In seine Dj Sets baut LSW 4 auch Eigenkompositionen und Loops mit seiner MPC ein. Daneben nimmt Börger den weiten Weg aus Berlin auf sich, um das Mobilat mit einem seiner satt groovenden Sets das sein zu lassen was es ist: eine Disco! Die beiden Gastgeber Felus und Jan Hummel stehen diesmal gemeinsam hinter den Decks und erwarten euch im liebevoll herausgeputzten Club mit gewohnt stilsicherem Tanzmaterial. Da oben leuchten die Sterne, Warschau 1939. Im Theater wird die Nazi-Satire »Ein Geschenk von Hitler« geprobt. Da wird das Stück einen Tag vor der Premiere abgesagt, um Deutschland nicht zu provozieren. Stattdessen wird »Hamlet« gespielt – mit Josef Tura, dem selbsternannten Star des Ensembles, in der Titelrolle. Aber warum verlässt in jeder Vorstellung, ausgerechnet beim Monolog »Sein oder Nichtsein« ein Offizier mit Blumen den Saal? Josef Tura ahnt nicht, dass Stanislaw Sobinsky seine Gattin Maria Tura in der Garderobe aufsucht. Als wenig später Polen von den Nazis besetzt ist, kämpft Sobinsky im Untergrund. Er soll einen Agenten stoppen, der die Namen aller Widerstandskämpfer an die Gestapo in Warschau ausliefern will. Sobinsky sucht Hilfe beim Schauspielensemble. Wozu haben sie die Kulissen und Kostüme von »Ein Geschenk von Hitler« aufbewahrt? Kurzerhand verwandeln sie ihr Theater in die Gestapo-Zentrale. Für Josef Tura und seine Schauspielkollegen geht es nun wirklich um »Sein oder Nichtsein«. 21. September Mobilat God Save The Queen BritPop mit Andrew & Thilo 21. September Ebene 3 im Kulturforum K3 Udo Klopke Band. The Pirate's Son - Tour. Die Band begeistert regelmäßig das Publikum und die Presse gleichermaßen. Die Musik ist viel mehr als Rock. Das famose Trio bedient sich virtuos vieler Stile um seine

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KLEINANZEIGEN Gute Werbung ist nachhaltig! Öko-Werbeartikel für verantwortungsvolle Kommunikation. Leebelle Leebelle www.greenpromotion.de

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DIALOGUE EN PERSEPCTIVE BERLINALE INTERNATIONALE FILMFESTSPIELE GEWINNER WETTBEWERB KARLOVY VARY INTERNATIONAL FILM FESTIVAL WETTBEWERB SHANGHAI INTERNATIONAL FILME FESTIVAL WETTBEWERB WARSCHAU FILM FESTIVAL BESTER DOKUMENTAR FILM CANNES INDEPENDENT FILM FESTIVAL GEWINNER WIR WAREN KEINE AXT IM WALD, WIR WAREN EIN GANZES SÄGEWERK. EIN FILM ÜBER LIEBE. AB 16. AUGUST IM KINO www.thisaintcalifornia.de

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER Songs zu transportieren. Blues, Country, Jazz, schottische und sogar orientalische Melodien blitzen durch. Mit seiner aktuellen DVD »The pirates son – live« im Gepäck, ist Udo Klopke jetzt auf Tour. Ralf Metz (Bass/ Vocals, Starlight Express), Jan Wienstroer (Drums, Harald Schmidt Show). 25. September Theaterschiff Rainer Moritz - »Und das Meer singt ein Lied« Eine Schlagerreise mit Rainer Moritz – von Rudi Schuricke bis Herbert Grönemeyer. »Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt und vom Himmel die bleiche Sichel des Mondes blinkt, erklingt das alte Lied von Boot zu Boot« … und das seit mittlerweile bald siebzig Jahren. Rudi Schuricke hat mit seinen »CapriFischern« das Erkennungslied des Nachkriegsschlagers schlechthin interpretiert – der ohne das Meer gar nicht denkbar ist: Für Freddy Quinn sind das Meer und die Musik die einzig zuverlässigen Begleiter (»Jimmy wollt’ ein Mädchen lieben / doch ein anderer kam daher / und als Trost sind ihm geblieben / die Gitarre und das Meer«), Herbert Grönemeyer schreitet »selbstbewusst auf dem Weg zum Meer«, Howard Carpendale leistet Trauerarbeit am Strand (»Deine Spuren im Sand«), und Hans Albers kennt nur eine Liebe (»Meine Braut ist die See/ und nur ihr kann ich treu sein«). Rainer Moritz steuert an diesem Abend als Kapitän durch die deutsche Schlagergeschichte. Er liest, erzählt und lässt natürlich auch das eine oder andere erinnerungsträchtige Lied erklingen. Das waren Zeiten. 26. September taucht, ist der erste Mensch alles andere als entzückt. Sie nennt sich Eva, ihm gibt sie den Namen Adam. Sie räumt auf – er ist sauer, weil alles durcheinander ist. Sie schwärmt von der Schönheit der Sterne – er hört ihr gar nicht zu. Er findet sie geschwätzig – sie ihn nüchtern und kalt. »Manchmal glaube ich, dass ich nicht aus deiner Rippe gemacht wurde, sondern aus deinem Herzen. Denn du hast keins«, wirft Eva dem Adam entnervt an den Kopf. Alles, was sie denkt, schreibt sie in ihr Tagebuch. Adam gibt sie auch eins. Und so erfahren wir die Geschichte des ersten Liebespaares der Welt aus ihrer und aus seiner Sicht. Kein anderer als der großartige Mark Twain hat Adam und Eva diese Tagebucheinträge in die Feder diktiert. Mit liebevoller Ironie nimmt er die Unterschiede zwischen Mann und Frau aufs Korn, die auch schon das erste Paar der Welt fast zur Verzweiflung getrieben haben. 2 7 . S e p t ember Mobilat RIDERS ON THE STORM : ENTER ZION Kaffeehaus Hagen »Vaginamonologe« Einen Abend lang dreht sich alles nur um Sie. Die »Vaginamonologe» sind sexy, komisch, mutig, tiefsinnig und höchst origenell. Basierend auf einer Sammlung von 200 Interviews schrieb Eve Ensler dieses Theaterstück. Cosima Greeven u. Simone v.Racknitz 27. September Theater Heilbronn, Komödienhaus Die Tagebücher von Adam und Eva - Musical nach dem Buch von Mark Twain Als dieses langhaarige Geschöpf in seinem Garten auf155 »Heute ist der Tag. Der Tag an dem sich die Brut versammelt, gemeinsam in die Schattenwelt des Untergrunds hinabsteigt um zusammen mit Trommeln und Bass die Gemeinschaft zu feiern. Dies ist unsere Höhle, dies ist unser Tanz. Die Familie versammelt sich und ruft: RIDERS – ENTER ZION! RIDERS ON THE STORM. Wir verabschieden uns vom Sommer, gemeinsam und voller Drum & Bass Energie. Heute begrüßen wir im Kreise unserer Familie KRONIK aus Saarbrücken. Der DJ und Veranstalter zeichnet sich durch seine Leidenschaft für Deepe und Darke Grooves aus und hat mit TIEFKLANG einen Event im Rücken, der geprägt durch diesen Stil eine ganz besondere Feiercrowd hervorbrachte. Des Weiteren ist nach langer Unvollständigkeit die komplette Mannschaft der ME2YOU CREW mit JANO P , ROLLIN G , JULEZ , ASHLEY AAMES & MASO am Start. Die Crew nutzte in den letzten Wochen und Monaten Gigs in Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Reutlingen, selbst Großbritannien und natürlich Woche für Woche die Live Radio Show ME2YOU CREW LIVE auf dem No.1 Drum and Bass Webchannel www.dnbradio.com um Heilbronner & speziell Mobilat DnB zu repräsentieren. Von Deep / Dark über Liquid hin zu Jump Up werden wie jeher alle erdenklichen Stile gefeatured. Abgerundet wird der Abend von MORO, einem lokalen DJ Team, das die RIDERS Bühne nutzen möchte

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER um euch zu zeigen was es kann. 27. September Kulturbühne Kapelle im Schloss Brackenheim JESSY MARTENS & BAND (D) »Break Your Curse« - Blues-Rock Die einen nennen sie Blues-Röhre, die anderen RockLady, wieder andere rufen Soul-Diva und alle haben Recht! Jessy Martens explodiert auf der Bühne wie eine Naturgewalt und haucht schon im nächsten Moment eine ergreifende Ballade ins Mikro: Jessy Martens' unverwechselbare Stimme braucht Vergleiche nicht zu scheuen, denn sie hat längst ihren eigenen Stil gefunden, wurde mit Preisen überhäuft und von der Presse gefeiert. Erst Ende 2010 formiert, haben sich das Energiebündel und ihre Band in nur zwei Jahren an die Spitze der Rock- und Bluesszene gespielt. Sie wurde 2012 mit dem Deutschen Rockpreis und dem German Blues Award ausgezeichnet. 28. September junger Deutscher fällt ihm auf, der, wie sich herausstellt, der Bruder seines früheren Studienfreundes Joachim ist. Von Joachim hat Faber zuletzt 1936 gehört als er selbst nach Bagdad gegangen ist, um seinen ersten Job als Ingenieur anzutreten. Er ließ damals seine Freundin Hanna bei Joachim, dem angehenden Arzt zurück. Der wollte Hanna, die von Faber schwanger war, bei der Abtreibung des Kindes beistehen. So war es verabredet. Fast 20 Jahre später lernt er bei seiner Überfahrt nach Europa an Bord eines Schiffes ein junges Mädchen kennen, Elisabeth, das ihn mehr und mehr bezaubert ... 28. September Jazzclub Cave 61 Orioxy (CH) Mobilat Wortsport Lounge Cosmo Gang Soundsystem feat. Johny Space [Aschaffenburg] Die Rap-und Produzentencrew »Cosmo Gang« machte das erste Mal im Sommer 2012 auf sich aufmerksam. Im »Bombay«-Video sieht man pizzabackende, Hazerauchende Jungs, die tiefenentspannt über ein noch tiefenentspannteres Instrumental nuscheln. Mittlerweile hat man vier kostenlose EP’s draußen und es wird Zeit, dass die Welt von den Jungs mitbekommt. Passend dazu veröffentlicht im September Johny Space, Member der Cosmo Gang, sein Debütalbum »OCB & Lipton Sparkling« über das Heilbronner Label WSP, davor gibt es noch eine Free EP fürs Netz. 28. September Mit ihrem Experimental Folksound bringen uns diese vier Musiker in eine Welt voller Kontraste. Yael Miller ist eine Sängerin und Komponistin, die ihre Inspirationen aus ihren verschiedenen Herkünften und zahlreichen Reisen bezieht. Julie Campiche ist eine Harfenistin und Komponistin, die es geschafft hat, ihre klassische Ausbildung mit ihrem Geschmack für Improvisation zu verbinden und ihre Harfe in die Welt des Jazzes einzugliedern. Orioxy bedeutet auch eine Begegnung mit Roland Merlinc, einem organischen Schlagzeuger mit melodischem Spiel, und Manu Hagmann, Kontrabassist mit warmem Ton und ansteckendem Groove. Mit viel Persönlichkeit gestalten diese beiden Komplizen den Puls von Orioxy und einen Fächer von Klangfarben, der auf dem reichen Nährboden unterschiedlichster musikalischer Erfahrungen gewachsen und doch mit der Tradition des Jazz verbunden ist. 29. September Theater Heilbronn, Foyer Großes Haus Theaterfrühstück zu »Dialogues des Carmélites« Theater Heilbronn, Großes Haus Homo faber - Schauspiel nach dem Roman von Max Frisch Walter Faber, Schweizer Ingenieur bei der UNESCO in New York, ist Rationalist durch und durch. Er glaubt an die Mathematik. Begriffe wie Mystik und Schicksal haben in seinem Denken nichts zu suchen. Auf einem Flug nach Venezuela muss die Maschine notlanden. Hencke, ein Immer sonntags vor einer Premiere im Großen Haus laden wir Sie zum Theaterfrühstück ins Foyer des Großen Hauses ein. Dort gibt es nicht nur einen schmackhaften Brunch, sondern auch jede Menge geistige Nahrung zu den bevorstehenden Stücken. Die Inszenierungsteams der jeweiligen Produktion stellen ihre Ideen und deren Umsetzung vor. Man erhält einen Eindruck von der Gestaltung der Bühne, der Kostüme und dem Umgang der Regie mit dem jeweiligen Stoff.

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D I E NÄ C H ST E AU SGA B E H A N Ix ER SC H E I N T A M 30. S E PT E M BE R 2 0 1 3