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Nº11 SEP 2012 KULTURBEUTEL: ALLES KUNST?! MEISTER LAMPE IM INTERVIEW ZUM FALSCHEN HASENMAHL IM GESPRÄCH: BUGA-GESCHÄFTSFÜHRER HANSPETER FAAS ÜBER STADTENTWICKLUNG UND UNROMANTISCHEN UMGANG MIT BLUMEN ESSEN & TRINKEN MUSIK: WUNDERBARE KATZE ÜBER ABSICHTSLOSIGKEIT & ZU VIELE COVERBANDS

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SEP 2011 OKT 2011 DEZ 2011 / JAN 2012 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT teilt, NOV 2011 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG D ER DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR e i l t , IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN weilt, BILDUN G ENERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E I T ARMUT Nº3 Nº4 FEB 2012 MRZ 2012 APR 2012 EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO - GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE - MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL - MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD REBELLION e ä d s lä n Au INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº10 AUG 2012 HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK HIER GEHT'S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER Nº10

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E D I TO R I A L Iss, was gar ist, trink, was klar ist, red' was wahr ist. (Martin Luther) Liebe Leserinnen und Leser, vor einem Jahr sind wir mit unserem ambitionierten Magazin-Projekt gestartet und waren sehr gespannt ob wir das erste Jahr überstehen und ob unsere Regional-Postille überhaupt wahrgenommen wird. Nach nun zwölf Monaten und insgesamt elf Ausgaben HANIX können wir behaupten, dass es sich gelohnt hat. Über 5 000 Leser im Schnitt, die jede Ausgabe dreimal aufrufen und pro Besuch etwas über 13 Minuten in unserem Magazin verweilen, stellen uns für das Startjahr mehr als zufrieden. Denn die Zahlen belegen, dass sich die HANIX-Leser mit dem Magazin auseinandersetzen und es tatsächlich lesen, schauen und hören. Dafür ein großes Dankeschön, liebe Leser. Ein nicht weniger großes DANKESCHÖN geht an alle Mitwirkenden, die seit einem Jahr den größten Anteil daran haben, dass HANIX bisher jedesmal pünktlich und in einem Umfang von durchschnittlich über 150 Seiten erschienen ist. So gibt es inklusive dieser Jubiläums-Ausgabe insgesamt 1 726 Seiten HANIX, die bisher produziert wurden. In dieser Ausgabe widmen wir uns dem Themenschwerpunkt Essen & Trinken. Dafür haben wir Chris getroffen, der unter anderem in Heilbronn containert. Das heisst, er durchwühlt die Abfallcontainer nach Essbarem und kann nicht klagen. Er hat uns glaubhaft versichert, dass er sich dadurch mehr als ausgewogen ernähren kann. Ebenfalls haben wir uns mit Walter Kress (Kartoffelbauer), Bodo Peter (Imker), Stefan Kerner (Speiseölhersteller) und Thomas Pfeffer (Feinkosthändler) über Lebensmittel unterhalten. Unsere Reporterin Maria Sanders hat Slow-Food-Bäcker Hönnige mitten in der Nacht besucht, um den Bäckern beim Backen über die Schulter zu schauen. In Degmarn führt Fritzi Lenz seit nun zehn Jahren das wahrscheinlich beste Sportheim im Landkreis. Für ihren Rostbraten ist sie weit über Degmarns Grenzen hinaus bekannt, hat sie uns verraten. Besonders stolz sind wir auf die wundervolle Illustrationsstrecke der Heilbronnerin Larissa Bertonasco, die inzwischen in Hamburg lebt. Für die von ihr gestalteten Kochbücher hat sie mehrere Preise abgesahnt. Und wir haben mit unserem Mittagstisch-Test begonnen. In dieser Ausgabe gibt es die durchweg leckeren Test-Ergebnisse aus dem Charivari, dem Velo, dem Insel Hotel und dem Vinum. Hinweisen möchten wir auch auf das Falsche Hasenmahl, das am 22. September zum 2. Heilbronner Kunstwochenende auf der Insel-Piazza und der Inselspitze vor der Galerie Rieker stattfinden wird. Dafür sprachen wir mit Meister Lampe höchstpersönlich. Hanspeter Faas wird in den nächsten Jahren dafür zuständig sein, dass Heilbronn 2019 zur Bundesgartenschau in grünem Gewand daher kommt. Wir interviewten den neuen Geschäftsführer der Buga GmbH und entlockten ihm, dass er bei Gartenarbeit nicht entspannen kann und ihn seine Nachbarin für seinen wilden Garten schon mal rügt. Diese Geschichten und viele mehr gibt es in dieser Ausgabe. Wir hoffen, den Geschmack unserer Leserschaft damit getroffen zu haben. In diesem Sinne: Hoch die Tassen! Denn: Wozu die Wahrheit im Kaffeesatz suchen, da sie doch so angenehm im Wein untergebracht ist. Hanspeter Faas: Wir sprachen den Bayern, der sich als Buga-Chef in den kommenden Jahren darum bemühen wird, Heilbronn ergrünen zu lassen und das Stadtbild zu erneuern. Meister Lampe: Am 22. September findet im Rahmen des 2. Heilbronner Kunstwochenendes das Falsche Hasenmahl statt. Ein unwichtiges Gespräch mit dem falschen Hasen über Nichtigkeit und Belanglosigkeit dieses öffentlichen Essens.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº11 SEP 2012 KULTURBEUTEL: ALLES KUNST?! MEISTER LAMPE IM INTERVIEW ZUM FALSCHEN HASENMAHL IM GESPRÄCH: BUGA-GESCHÄFTSFÜHRER HANSPETER FAAS ÜBER STADTENTWICKLUNG UND UNROMANTISCHEN UMGANG MIT BLUMEN ESSEN & TRINKEN MUSIK: WUNDERBARE KATZE ÜBER ABSICHTSLOSIGKEIT & ZU VIELE COVERBANDS

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº11 18 PAOLO GAM B I N O MEINE PLATTENKISTE 36 WUNDERBARE K AT Z E MUSIKKOFFER 44 FA L S C H E R HASE KULTURBEUTEL Paolo Gambino ist Betreiber des Eckstein in Heilbronn. Der Schweizer ist Jazz-Liebhaber und hat uns seine fünf Lieblingsplatten vorgestellt. Wunderbare Katze aus Brackenheim gehörten zu den zehn besten Bands Baden-Württembergs. Auch heute sind die Zabergäuer immer noch eine verdammt gute Musikkapelle. Was die Wichtigen können, können die Unbedeutenden schon lange. Meinen sie zumindest. Ein Interview mit dem Falschen Hasen zum Falschen Hasenmahl am 22. September im Rahmen des Kunstwochenendes. 56 BEST O F KÜHLSCH R A N K DER KÜHLSCHRANK VON... 58 ALLES KUNST!? KUNSTREGION 68 I M G E S P RÄCH: H A N S PE T E R FAAS INTERVIEW DES MONATS Ein Jahr lang haben wir uns ganz dreist lecker bekochen lassen. Wir zeigen die besten Szenen und betrunkensten Gespräche in unserem Bestof-Zusammenschnitt. In diesem Jahr findet das 2. Heilbronner Kunstwochenende unter dem Motto Alles Kunst?! statt. Hingehen lohnt sich finden wir. Der neue Buga-Geschäftsführer spricht über seinen ersten und zweiten Eindruck von Heilbronn.

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78 ESSEN & TRINKEN TITELTHEMA D RU I D E N H ÄU S L E & PUBLIC GOLF STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 Abdu'l-Bahá, der Sohn Bahá'u'llás, des Begründers der Bahá'i-Religion, war auf einer Reise von einer Familie zum Essen eingeladen worden. Die Frau des Hauses meinte es besonders gut und wollte ihre ganze Kochkunst unter Beweis stellen. Als sie die Speisen auftrug, entschuldigte sie sich dafür, daß das Essen angebrannt sei. Sie habe nämlich während des Kochens Gebete gelesen, in der Hoffnung, daß das Mahl dadurch besonders gut gelingen werde. 'Abdu'l-Bahá antwortete mit einem freundlichen Lächeln: "Es ist gut, daß du betest. Nimm aber doch in der Küche nächstes Mal das Kochbuch.. B RU D E R S TO L Z SMS MICH MAL DER »DITTRICH, KLOTZ & KÖNI«-SKETCH S U C U K - PA S TA J AG S T RO M A N T I K HEIMATLIEBE BEST OF M AC H E R & AU S B I L D U N G IM UNTERLAND AUSBILDUNG & MACHER IM UNTERLAND 32 & 34 S P R AC H W E LT E N KULTURBEUTEL 2 PARTHENAS WELT GENUSS 140 & 142 BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS REYKJAVIK / NEI'GSCHMECKT ISLAND & LECKER! LECKER! WIESBADEN, 2005 VIA ARCHIV 13 8 GEWIN N M A L WIE D E R QUIZ A LT E R B E S E N HISTORISCHER SCHUSS V E R A N S TA LT U N G S K A L E N D E R SEPTEMBER VERANSTALTUNGSKALENDER LESERBRIEFE/IMPRESSUM (148)

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DAS HANIX TEAM WER UND WIESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 33 JAHRE Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i m e d i a l e Ma g a z i n f ü r d i e Region Heilbronn - f ü r L e se r, d i e i n t e re s s i e r t , kulturell aufgeschlo s s e n u n d n e u g i e r i g a u f e i n en alternativen Blick a u f St a d t - . L a n d k re i s - u n d S zenekultur sind. WER MACHT HANIX? Heilbro n n e r Me d i e n - u n d Ku l t u r s chaffende, die ihre Er f a h r u n g e n u . a . i n Be r l i n , München, Stuttgar t od e r Ha m b u r g g e s a m m e l t h a b en und nun etwas in i h re r He i m a t b e we g e n w o l l en. WA S W I L L H A N I X ? MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION 38 JAHRE Das m u l t i m e d i a l e Ma g a z i n f ü r L e u te und Gesell s c h a f t d e r Re g i o n He i l b ro n n will mit spann enden , u n t e r h a l t s a m e n u n d i n f o r mativen Beiträgen di e re g i o n a l e Me d i e n l a n d s c h a f t bereichern. Heilbronn ist besser als sein Ruf, entwickelt sich weiter und hat dieses Magazin verdient.

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JESSICA ZIPPAN VERMARKTUNG/ANZEIGENVERKAUF 23 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 27 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Der Vogel kämpft sich aus dem Ei und wir sind mit dabei! Die Werbeagentur Hettenbach freut sich auf die Zusammenarbeit. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA PR, NETZWERK & FILM 25 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION & FILM 34 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 23 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 37 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 34 JAHRE ROBERT BEUTELSPACHER FILM & ANIMATION 24 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar - die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Mein Chef hat gesagt, wir machen jetzt ein Magazin. Jetzt mache ich das und habe auch noch Spaß dabei. Danke, Chef. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 20 JAHRE WOLFGANG FISCHER REDAKTION 61 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 37 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Weil ich noch jung genug bin. Nach knapp vier Jahrzehnten Arbeit bei Printmedien freue ich mich auf ein neues Kapitel des Journalismus. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit - und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION 36 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 28 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 41 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. STEVEN ZULEGER VIDEO 28 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 45 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 55 JAHRE Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTL EBEN: SEPTEMBER 2012 E I N O RT Z U M S P I E L E N U N D T R ÄU M E N Mitten im Biberacher Stadtwald steht neuerdings ein ganz besonderes Gebäude aus Holz: Das Druidenhäusle haben drei Waldarbeiter des Reviers Heilbronn-West selbst gebaut. Den Standort am Sportpfad abseits der Grillstelle hat ihr Revierleiter Heinz Steiner bewusst gewählt: »Das Häusle soll als weitere Möglichkeit stehen, um Kindern Raum zum Spielen und Träumen zu geben.« Alle drei Wochen kommen dort die Kindergärten aus Biberach zu ihren Waldwochen in den Wald. »Drei Wochen lang haben wir daran gearbeitet«, erzählt Waldarbeiter Silas Rössl, der das Druidenhäusle mit Dietmar Romagna und Thomas Christ gebaut hat. »Wir haben die Bäume gefällt und entrindet und das Haus aufgebaut.« In sorgfältiger Handarbeit entstand so der gemütliche Rückzugsort. Das Knifflige am Projekt: Die Waldarbeiter hatten keinen Bauplan, sondern nur ein ähnliches »Häusle« als Inspiration. Als Ideengeber diente der städtischen Forstabteilung ein Druidenhäusle des Forstamtes beim Landratsamt Heilbronn auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Rappenau. »Wir haben überlegt, wie man das umsetzen kann«, berichtet Dietmar Romagna. »Jeder hat sich eingebracht.« Das Betriebsamt half beim Aufstellen des großen Stammes im Inneren des Häusles und beim Transport der Bäume. STA DT H EILBRONN: 1999 wurden 837 325 Rinder Heilbronn. Vor dem Klinikum am Gesundbrunnen. Zwei Frauen treten aus dem Klinikum und unterhalten sich offensichtlich über ihre Krankengeschichten. im Stadtkreis Heilbronn gehalten. Im Jahr 2010 waren es nur noch Rinder. Frau 1: »Bei mir haben sie heute Hirnströme gemessen!« Frau 2: »Und?« Frau 1: »...auch nichts festgestellt!«

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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taLHeimer Hof -- baLd pubLic goLf in der region ! Zwischen Talheim, Flein und Ilsfeld entsteht derzeit die Golfanlage »Public Golf Talheimer Hof«. Wer das neue Angebot kennenlernen möchte, hat vom 14. bis 16. September die beste Gelegenheit dazu. Das Jubiläum 40 Jahre Besenwirtschaft Talheimer Hof und 100 Jahre Landwirtschaft Talheimer Hof wird gebührend gefeiert und die neue Golfanlage ist mit einem Infostand vertreten. Golfen auf dem Public Golf Talheimer Hof soll einfach anders sein. Dort wird in bälde Golf für alle Interessierten, unkompliziert und ohne Verpflichtung angeboten. Die Macher des öffentlichen 9-Loch-Kurses räumen nach eigenen Angaben mit allen Vorurteilen auf. Golf soll kein Elitensport mehr bleiben. Golfsport ist für alle da könnte das Credo heissen. Ein Freizeiterlebnis für Familien und Sportbegeisterte soll zukünftig in Talheim angeboten werden. Derzeit befindet sich die Anlage noch im Bau. Sofern es das Wetter erlaubt, wird zum Ende des Jahres die Driving Range eröffnet. Der 9-Loch-Championskurs und der 9-Loch-Kurzplatz mit Trainingsanlage öffnen im Frühjahr 2013 die Pforten. Leingarten. In einem Club. Ein Gespräch zwischen einem Mädel und einem Typen, die sich gerade kennengelernt zu haben scheinen. Sie hält einen minutenlangen Monolog, warum sie zur Zeit kein Interesse an Männern hat. Egal ob Beziehung, Affäre, One-Night-Stand: Sie: »Ja, so ist das eben.« Er legt den Arm um sie. Sie: »Und was machen wir nun?« Er: »Rum?« ... und so war es dann auch. L ANDKREIS HEILB RO N N : 1999 wurden 20829 13184 Rinder im Landkreis Heilbronn gehalten. Im Jahr 2010 waren es nur noch Rinder.

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ALLER GUTEN DINGE SIND DREI Innovative Werbefomen für den interaktiven Kundendialog Fotos Ergänzen Sie Ihre Anzeige um mehrere Fotos. Audio Fügen Sie Ihrer Anzeige einen Audioclip hinzu. Video Integrieren Sie in Ihre Anzeige ein komplettes Video. WERBUNG 2.0 www.hanix-mediadaten.de

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SM S M I C H M A L ! UNGEWOLLT LITERARISCHES IN CA. 240 ZEICHEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON WWW.SMSVONGESTERNNACHT.DE Die kleine Schwester, die noch nie eine Steuererklärung gemacht hat, hat ihre Nachricht in ein LG Optimus Speed getippt. 23:07 Jetzt häng ich hier mit 25 Jahren an der S-Bahn, ohne Schlüssel, mit 2% Akku, 2EUR im Por temonnaie, habe noch nie eine Steuererklär ung gemacht, besitze noch kein eigenes Auto, wohne immer noch in einer WG, war noch nie auf Bali und habe eine S-Bahn die erst in 30 min kommt. warum sind wir nochmal so schnell groß geworden? 23:31 Ich habe eine Steuererklärung gemacht und muss nachzahlen, ich fahre ein Auto und war gerade für 1,70EUR den Liter tanken, ich habe meine eigene Wohnung mit Anke, die ich nicht heiraten möchte und die jeden Tag danach fragt, und ich habe eine kleine Schwester die denkt ihr Leben ist vorbei. Ich bin so stolz auf dich. FACTS ZEICHEN 11.08.2012 DATUM Der mutmachende Bruder schrieb seine Antwort in ein Samsung Galaxy S. 23:07 Alles nicht so schlimm: Wer denkt, dass das eigene Leben und die materiellen Fortschritte weit hinter dem Durchschnitt hinterherhinken, braucht einen großen Bruder, der einfühlsam erklärt, wieso all die erstrebenswerten Errungenschaften unseres modernen Lebens manchmal gar nicht so erstrebenswert sind. UHRZEIT ZEICHEN

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MEINE PL ATTENKISTE: PAOLO GAMBINO » PAO LO L I E B T G A M B I N O J A Z Z « TEXT:ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE Der S c h we i ze r Pa o l o Ga m b i n o h at die Liebe zum Jazz von seinem Vater geerbt. De r Ec k s t e i n - Be t re i b e r kramte für uns in seiner Plattenkiste. Ich bin Paolo Gambino, 47 Jahre alt, und betreibe seit sechs Jahren, zusammen mit meiner Lebensgefährtin, das »Eckstein«. Ich höre, wahrscheinlich jobbedingt, leider nicht mehr so viel Musik, war aber früher auf vielen Festivals und Konzerten in Deutschland und vielen anderen Ländern unterwegs. Ich komme aus einer Familie die sehr viel Jazz gehört hat, mein Vater war noch dazu ein sehr guter Hobby-Pianist und somit bin auch ich dem Jazz verfallen. Im Eckstein läuft wenig straighter Jazz, weil meine Mitarbeiter und auch meine Lebensgefährtin der Meinung sind, dass es dem Laden nicht so gut tun würde. Somit war der Kompromiss dass alles etwas smoother oder auch schneller gespielt klingt. Aber Jazz-Einflüsse sind natürlich auch in meinem Laden erkennbar und je später der Abend desto jazziger wird es manchmal, was auch immer von den Gästen abhängt. Irgendwann kam ich durch eine rebellische Phase etwas ab vom Jazz, letztendlich bin ich aber beim Jazz-Rock gelandet, wo ich auch schon bei meiner ersten Platte, sprich

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MEINE PL ATTENKISTE: PAOLO GAMBINO Platz Nummer fünf wäre. Dies ist »Romantic Warrior« aus dem Jahr 1976 von der Return-to-Forever-Gruppierung, die übrigens immer noch unterwegs ist, in meinen Augen eine der besten Jazz-Rock-Platten überhaupt. Diese Musiker bestechen einfach durch Virtuosität und absolutem Können und waren Mitbegründer des Jazz-Rock in den siebziger Jahren. Mit der Zeit kam ich dann wieder zurück zum Jazz, wobei mich ehrlich gesagt der frühe Jazz á la Benny Goodman nie richtig interessiert hat, da »mein« Jazz in den 40er Jahren mit dem Bebop beginnt. Zu den früheren JazzZeiten zählt natürlich ein Standard-Werk der Cool-Ära und das ist mein Platz Nummer vier, »Kind of Blue« von Miles Davis. Das Schöne an dieser Platte ist, dass sie auch von Leuten gehört und geschätzt wird die nicht unbedingt affin mit der Jazz-Musik sind, da die Platte einfach diesen Cool Way mit relativ smoothen Sounds aufzeigt, defintiv immer noch eine ganz große Scheibe. Dann auf Platz drei eine Platte meines, man kann fast sagen, musikalischen Mentors der übrigens schon meinen Vater beeindruckt hat. »A Simple Matter of Conviction« ist nur eine von mindestens acht tollen Platten von Bill Evans, aber ich kann ja nur eine Platte meines Lieblingsmusikers raus ziehen. Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass dieser Künstler für mich ein Gott ist, dessen unglaubliche Sensibilität am Piano legendär ist. Dann musste ist natürlich noch eine Live-Scheibe mit einbringen, womit wir bei Platz zwei wären. Auch hier handelt es sich um eine Gruppe von Männern die einfach gesagt zur Top-Liga der Jazzmusik gehören. Es ist ein Konzert aus Tokio im Jahr 1977 und die Scheibe heißt »Tempest in the Colosseum« vom VSOP-Quintett bestehend aus Herbie Hancock, Wayne Shorter, Freddie Hubbard, Ron Carter und Tony Williams. Diese Platte ist sogar meine Lieblingsscheibe wenn es um extreme Intensität und Hardbop vom Feinsten geht. Zumal die Platte noch eine Liveaufnahme ist und jeder Jazzmusiker, der schon in Japan aufgetreten ist, von dem Land und der unglaublichen Begeisterung für Jazzmusik schwärmt. Meine letzte Platte, also mein erster Platz, ist von einem Trio, bestehend aus Piano, Bass und Schlagzeug, was meine favorisierte Combo ist. Einer der Künstler ist weltberühmt, da er viele verschiedene Stücke interpretiert hat, dies ist Keith Jarrett. Die Platte spielt er zusammen mit seinen Lieblingsfreunden Gary Peacock am Bass und Jack DeJohnette am Schlagzeug. Diese drei Herren liefern natürlich das Feinste an Jazzmusik ab was man sich vorstellen kann. Die Combo hat zig Standard-Werke herausgebracht, die alle sehr gut hörbar sind, aber diese Platte, »Changes«, wird ein bisschen anders gespielt, und Zuhören ist hier ein absoluter Traum wobei es sehr lange und extensive Stücke sind. Keith Jarrett ist einfach in der Lage das gesamte Panoptikum eines Pianos zu zeigen, was nur sehr wenige Künstler beherrschen. Übrigens habe ich, mit Ausnahme von Bill Evans, schon alle erwähnten Künstler live gesehen, alle sind sie für sich gut, aber bei der Combo um Keith Jarrett fehlen einem einfach die Worte, da die drei unheimlich harmonisch miteinander spielen. Man merkt einfach beim Zuhören, dass sich die drei Künstler unheimlich gut kennen und mögen.

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D I T T R I C H , K LOT Z & KÖ N I ! Di t t r i c h , K l o tz & Köni drehen lustige Filme. Sketche zum Beispiel. Di esmal: SUCUK-PASTA De r j u n g e Ko c h St e f a n steht vor einer großen Herausforder ung: De r C h e f kommt zum Essen vorbei! Wi e w i rd d e r Be r u f s a n f ä nger mit dieser prekären Situation umgehen? Ne r ve n a u freibend! (Har te Kost, quasi!) D I T T R I C H , KLOTZ & KÖNI SIND BUCHBAR! K ONTAKT: 0176/99053371 W W W .DERDRANGZUMKLANG@WEB.DE WWW.LISAMARIAKLOTZ.DE

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON ROBERT MUCHA & MELI DIKTA Falscer Hase Angelehnt an eine alte Heilbronner Tradition, lädt ein einflussloses Stadtmagazin unwichtige Menschen zu dieser nichtigen Veranstaltung. Auf der Piazza des insel-hotels wird »Falscher Hase« für die 30 bis 50 belanglosesten Menschen der Stadt serviert. Anschließend wird auf der Halbinsel vor der Galerie Rieker der unbedeutendste Heilbronner des Jahres gekürt. Selbstredend wird der bedeutungsloseste von allen Heilbronnern auch eine nicht erwähnenswerte Rede halten. Wer der unerheblichste Bürger der Stadt wird, was er zu sagen hat und wie sein Preis aussehen wird, ist äußerst geheim. Samstag 18.30 Uhr »Falscher Hase« (Piazza des insel-hotels) Samstag ca. 20 Uhr »Hasenklage« von Heinrich Brummack (Inselspitze).

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Waldspielplatz In den Löwensteiner Bergen zwischen Stocksberg und Gronau befindet sich der Prevorster Waldspielplatz, der Kindern genügend Angebote zum Schaukeln, Wippen, Torwandschießen oder Sandburgenbauen bietet. Währenddessen können sich die Eltern am Schwenkgrill versuchen.

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Jagstromantik Wer während der Hitzewelle im August keine Lust auf die überfüllten städtischen Freibäder hatte, war gut beraten, eine der vielen Badestellen der Jagst anzufahren. Dabei gilt: Je weiter entfernt von der Stadt, desto mehr Ruhe und weniger Mitbadende hatte man zu erwarten. Die Badestelle in Züttlingen kann dabei mit einem Tau punkten, mittels dessen sich groß und klein in die kühle Jagst schwingen können.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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»Zehner springt« Das Mineralfreibad in Bad Wimpfen lockt viele Turmspringer an. Dabei organisieren sich die ins Wasser hüpfenden Jugendlichen selbst. Bevor man springt, ruft man laut die Turmhöhe, von der ins Wasser gesprungen wird, damit die Springer auf den anderen Plattformen nicht gleichzeitig den Sprung ins Becken wagen. Dieses System scheint gut zu funktionieren. Verletzte gab es keine, nur zufriedene Gesichter.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Bierchen zum Minigolf Wer sich an den heissen August-Tagen sportlich betätigen wollte, ohne groß ins Schwitzen zu kommen, war mit Minigolf gut beraten. Und wer selbst dazu keine Lust hatte, wie diese beiden Herren, machte es sich beim kühlen Bier gemütlich und kommentierte besserwisserisch die Fehlversuche der aktiven Minigolfer.

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karrierestarten de 365 Tage Messe online rund um deinen Beruf w.fotoli Bild: ww signa a.de (First folge uns auch auf www.facebook.com/karrierestarten

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A U S B I L D U N G U N T E R L A N D : B E S T O F AU S B I L D U N G FOTOS: MEHMET FILIZ Seit u n s e re r e r s t e n Au s g a b e b e s u c hen wir Ausbildungsbetriebe in der Region, um die vie l f ä l t i g e n Mö g l i c h k e i t e n e i n e Karriere in unserer Region zu star ten aufzuzeigen. In u n s e re m Be s t - o f - Au s b i l d u ng-Zusammenschnitt zeigen wir, in welchen Unt e r n e h m e n w i r w a re n u n d w as für Ber ufe dor t erlernt werden können.

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M A C H E R U N T E R L A N D : B E S T M AC H E R FOTOS: MEHMET FILIZ Der S c h w a b e i s t e i n Tü f t l e r u n d hat eine natürliche Neigung zum Selbermachen. Wir h a b e n e i n g a n ze s Ja h r l a n g Macher im Unterland besucht und uns deren Geschäft s i d e e e rk ä re n l a s s e n . Ne b e n her sprachen wir mit den Selbständigen über die Vor- u n d Na c h t e i l e d e r Se l b s t ä n digkeit in Heilbronn und der Region. Auch hier prä s e n t i e re n w i r u n s e r Be s t - o f -Macher-im-Unterland im Zusammenschnitt.

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INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE W u n d e r b a r e K a t z e

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MUSIKKOFFER: WUNDERBARE K ATZE H A N I X -- Liebe Wunderbare Katze, wie setzt sich eure Musikkapelle zusammen? Wir haben zu zweit angefangen, nachdem wir schon vorher gemeinsam in der Band HiPNoSES waren, die sich aufgelöst hatte. Der Beatboxer Sebastian Fuchs kam dann dazu und war drei Jahre oder besser gesagt anderthalb Platten mit dabei. Sebastian war ursprünglich aus München und hat in Stuttgart Sprecherziehung studiert, mittlerweile lebt er in Berlin, wo er als Dozent an der Ernst-Busch-Schule unterrichtet. Für uns war von Anfang an klar, der Mann ist jung und gut und gefragt in seinem Metier Sprecherziehung aber auch als Beatboxer und Sprecher, und irgendwann werden wir ihn ziehen lassen müssen. Carpe diem! Von daher war die Idee mit Sebastian noch die besten gemeinsam erarbeiteten Songs einzuspielen die perfekte Lösung. Schaut euch seine Seite an: www.sprechersebastianfuchs.de. Die CD aufgenommen hat unser »neuer« Mann Jörg Bielfeldt, der uns unheimlich gut ergänzt und auch schon in unserer früheren Band dabei war. GUDRUN MOHÁCSI -- H A N I X -- Und wer hat welche Rolle in der Band inne? zeitmenschen erinnert. Er hat die Bassdrum vor sich hingelegt und spielt dazu Tom-Waits-artiges Geraschel. Das Ganze ist ein Zwischending aus reduziertem Schlagzeug und Percussion mit unglaublichem Timing und Feingefühl. Somit verdienen wir also alle unseren Lebensunterhalt mit Musik oder sagen wir doch gerne als Künstler. H A N I X -- Wie kam es zu dem Namen? Ich bin, schlicht gesagt, die Sängerin. Von mir kommen Melodien und Texte. M A I K I M A I -- Ich spiele die Gitarren und Jörg spielt sein spezielles Schlagzeug und hinzu kommen, wie eben erwähnt, noch die Beatbox-Sets von Sebastian. GUDRUN MOHÁCSI -- H A N I X -- Und was macht ihr, wenn ihr nicht zusammen spielt? Ich gebe Gesangsunterricht, bin ganz offiziell freischaffende Künstlerin und Stimmtrainerin nach Atemtypen. MAIKI MAI -- Ich bin Gitarrenlehrer und Tai Chi-Lehrer. Jörg ist durch und durch Schlagzeuger und lehrt ebenfalls. Er hat mehrere Bands, was bei Schlagzeugern üblich ist, spielt Liveloops in der Electronicband GOMO PARK und Latingrooves bei Bedarf. Für uns hat er sich aber ein ganz besonderes Set ausgedacht, was irgendwie an SteinG U D RU N M O H Á C S I -- Es ist der Name eines Zen-Buches. Karl Friedrich von Dürkheim hat in den 1920iger Jahren den Zen-gedanken für Europäer übersetzt und u.a. eine Geschichte über eine Katze geschrieben die mittels Absichtslosigkeit Mäuse fängt. Das heißt, die Katze legt sich einfach hin und die Mäuse kommen zu ihr. Als wir zu zweit angefangen haben, wollten wir es etwas anders angehen als in unser vorherigen Band, die durchaus ambitioniert war, einen Agenten und auch hohe Ziele hatte. Mit der alten Band HiPNoSES, gehörten wir nach Auswahlverfahren der Rockstiftung BW und des SWR zu den zehn besten Bands in Baden Württemberg, allerdings hat uns das irgendwie nirgends hingebracht und es entstand natürlich schon auch ein gewisser Druck. Als wir dann die Geschichte gelesen haben, stand fest, dass alles was zukünftig passieren sollte, sich irgendwie von alleine ergeben soll, also, Mitmusiker, Partner, Konzertveranstalter, Arbeitsweisen, weg von dem gierigen Blick auf den Markt , hin zu einer autentischen und gelösten Kunst und somit war der Name prädestiniert für unsere neue Band und unseren neuen Weg, zumal man sich den Namen sehr gut merken kann. G U D RU N M O H Á C S I -- H A N I X -- Seit wann gibt es die Wunderbare Katze? Wir haben im Jahr 2007 zu zweit mit unseren ersten Konzerten angefangen und dann ist auch sehr schnell der Basti hinzugekommen. Unsere erste CD namens Soap, haben wir dann schon zu dritt im Jahr 2008 herausgebracht. Darauf ist sehr spartanische eins-zu-eins-Musik zu hören. Die neue CD »Gold on the pavement« klingt anders. Da wir einfach nicht wussten GUDRUN MOHÁCSI --

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MUSIKKOFFER: WUNDERBARE K ATZE in welchen Konstellationen wir die CD aufnehmen werden, haben wir einfach angefangen unsere Songs einzuspielen und uns im Nachhinein Gedanken gemacht, was daraus werden kann. Letztendlich hat dies dann auch sehr gut funktioniert. M A I K I M A I -- Ich hatte damals auch einfach mal Lust ein wenig zu experimentieren. Die ganzen verschiedenen Sound-Elemente machen Spaß und ich wollte diese dann eben auch mal einsetzen. H A N I X -- Kommen bei absichtslosem Musizieren dann auch Anerkennung und Erfolg von alleine? G U D RU N M O H Á C S I -- Der erste absichtslose Erfolg der kam, war der 23jährige Basti, den ich in einem relativ spontanem Beat-Box-Kurs kennengelernt habe und der sagte, »ich hab Lust bei euch mitzumachen!«. Wir versuchen unser Credo natürlich weitgehend zu halten, aber der Weg des Zen ist eben auch nicht immer einfach. Da wir anders geprägt sind, fällt es manchmal schon schwer nur das zu nehmen was kommt. Der Punkt ist, wach, aufmerksam und offen zu sein, um dann im rechten Augenblick in Aktion zu treten. Generell können wir aber sagen, dass es sich besser anfühlt als vorher, da man die Standards wie Plattenvertrag oder im Radio gehört zu werden, nicht mehr erfüllen muss. Natürlich sind die Wünsche immer

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MUSIKKOFFER: WUNDERBARE K ATZE noch da und wir möchten auch eine breite Masse ansprechen, aber wir nehmen eben die Zuhörer und die Veranstalter, die auf uns zukommen und die wir bekommen und erreichen. Somit habe ich immer noch das Gefühl, dass der Weg breiter ist als vorher und dadurch ist die Arbeit, wenn man es überhaupt so nennen kann, einfach entspannter. H A N I X -- Ihr seid eine akkustische, alternative Indieband. Das liest man auf eurer Myspace-Seite. Was darf man sich darunter vorstellen? Wir sind noch immer unabhängig, weil es niemanden gibt, der uns vorschreiben kann, wie unsere Musik klingen soll oder wann eine neue CD fertig sein muss. Unsere Musik wird nicht mehr als ganz so »anders« gehört wie früher, es gibt mittlerweile auf den Festivals viele Bands wie wir die in keine Schublade passen. Schubladendenken ist auch wirklich letztes Millenium und nur Ausdruck von Hilflosigkeit, nennen wir es doch schräge Gitarrenmusik mit weiblichen Gesang musikalisch auf hohem Niveau. Neue Schublade auf - Wunderbare Katze rein... GUDRUN MOHÁCSI -- H A N I X -- Erzählt mehr von den Wurzeln eurer Musik. Wie würdet ihr sie beschreiben? fektgeräte, um sie zu kombinieren oder zu verfremden, was mir unheimlich viel Spaß macht. Somit fließen auch bei mir alle möglichen Musikstile, von Folk über Klassik bis hin zu arabischer Musik ein. Dies allerdings weniger in der puristischen Form sondern eher in einer Kombination aus verschiedenen Stilen, Instrumenten und Soundmaschinen. Allerdings muss ich schon darauf aufpassen dass dies nicht Mittel zum Selbstzweck wird, da klar ist: Gudrun will Songs! Ich könnte mich auch stundenlang in irgendwelchen Klängen verlieren, wobei hier dann kein Song heraus entstehen könnte. Ganz oft entsteht ein ganzer Song oder eine Melodie in Gudruns Kopf und ich kann dann ein Gerüst darunter bauen, Feinheiten unterlegen, Melodien unterstreichen oder Gegenpole dazu setzen, was mir die liebste Arbeitsweise ist. Somit sind unsere Konzerte nicht irgendein Soundgewaber sondern Konzerte mit echten Songs die Boden haben. H A N I X -- Für wen schreibt ihr eure Songs? Meine Wurzeln fangen beim White Album von den Beatles an und zwar genau in dieser Vielseitigkeit. Frauen wie Janis Joplin, Lotte Lenya, Nina Hagen, PJ Harvey, Björk und Crissie Hynde von den Pretenders haben mich geprägt, aber eben in früher Kindheit auch die fifties-Schlagertonbänder meines Vaters. Maiki hat mich geprägt, die Art wie er in allen Stilen großzügig plündert, haha. Schon bei HiPNoSES hat mich inhaltlich immer interessiert, was so an den Grenzen der Aggregatszustände passiert, auf Messers Schneide, zwischen Lachen und Weinen, Sanftmut und Mordgelüsten, das ergibt bei mir den mittlerweile sehr breitgefächerten stimmlichen Ausdruck Man könnte auch sagen, mir graust erstmal vor nix, aber ich liebe auch glockenreinen Gesang. M A I K I M A I -- Ich glaube tief im innersten bin ich ein Folkey, womit ich ganz am Anfang auch begonnen habe. Durch mein klassisches Studium habe ich aber auch viel neue Musik kennengelernt und selbst gemacht, wodurch ich auch einen sehr großen Hang zum experimentieren habe. Grundsätzlich zupfe ich auch auf der E-Gitarre sehr viel mit Fingern und schicke diese Töne dann durch EfGUDRUN MOHÁCSI -- Es ist schon so, dass es bei den meisten Songs vom Inhalt her einen Adressaten, beispielsweise Freunde, gibt. Wenn ich allerdings einen Song schreibe, geht der in erster Linie mal an mich und durch mich, eine Art Katharsis, dann darf er raus. Wir machen aber nie Songs weil es zu dem Zeitpunkt eine bestimmte Richtung gibt. Zeitgeist ist was mich umgibt und ich bin immer wieder überrascht, wer alles unsere Musik mag, wen sie berührt. G U D RU N M O H Á C S I -- H A N I X -- In Kürze kommt euer neues Album »Gold in the pavement« heraus. Wie lange seid ihr an dem Silberling gesessen? Es hat SEHR lange gedauert. Durch den Wechsel unseres dritten Mannes und unseren überraschenden Umzugs hat alles eben etwas mehr Zeit benötigt. Als ich die Stuttgarter Künstlerin Kerstin Schaefer und mit ihr eine Schwester im Geiste »lass uns spielen!« kennengelernt haben, die unser benötigtes Layout gestaltet hat, hat das Projekt augenblicklich Fahrt aufgenommen. Ehrlich gesagt können wir eine echte Zeitspanne von Idee bis zum Herausbringen der CD gar nicht nennen, da wir einfach meistens im Jetzt leben. G U D RU N M O H Á C S I -- H A N I X -- Was darf man vom neuen Album erwarten? Die neue CD »Gold on the Pavement«, ist eine Ansammlung von Schätzen, eine CD, die man sehr laut im Auto hören und auch auf eine Party mitG U D RU N M O H Á C S I --

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MUSIKKOFFER: WUNDERBARE K ATZE bringen kann. Die Platte ist ein Appetizer auf ein Konzert aber auch eine Belohnung nach einem Konzert. Die ganze Musik ist sehr rund und beinhaltet auch ungewöhnliche Pop-Songs, somit ist es also nicht das was man heute so im Radio hört. M A I K I M A I -- Ich würde sagen, man kann mit der CD eine Entdeckungsreise mit außergewöhnlichen Sounds und besonderen Melodiebögen und -formen machen. Man sollte allerdings Gitarren und Frauenstimmen mögen. HANIX -- Geht ihr damit auch auf kleine Tour durch die Region oder gar überregional? Auch dies lassen wir tatsächlich auf uns zukommen. Ich sehe uns natürlich in sehr vielen Städten spielen, aber momentan bereiten wir uns auf zwei Auftritte in Heilbronn vor, am 1.September beim HANIX-Jubiläum - Glückwunsch, endlich 1!, dann am 15.September in der Ebene3 in Heilbronn, wo wir gleich fremdgehen und mit einem schwedischen Schlagzeuger auftreten, da Jörg verhindert ist. Visionen sind definitiv vorhanden. Warum nicht Glastonbury? Later with Jools, das Gloria in Köln, das Mobilat in Heilbronn (Grinst) man muss zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute erreichen und treffen, dann geht vieles von allein und entwickelt sich immer weiter und wird immer größer. Sollte dies aber nicht so sein, wird es dem Glück, welches ich empfinde, weil ich tun darf was ich liebe und am besten kann und auch der CD überhaupt nicht schaden. M A I K I M A I -- Natürlich muss man auch selbst etwas tun und unternehmen. Mit der neuen CD im Ärmel geht jetzt auch wieder die Heimarbeit los - Veranstalter bestücken und hinterhertelefonieren, so richtig gehts erst im 1.Halbjahr 13 los, also nach dem Weltuntergang. G U D RU N M O H Á C S I -- H A N I X -- Habt ihr ein Label oder ist das Album in Eigenregie entstanden? er hat sie bearbeitet. Zu finden am Ende der CD! H A N I X -- Ihr seid schon lange gemeinsam unterwegs. Sicher gab es schöne, schreckliche und skurile Momente ... Wir haben das Ganze schon in Eigenregie gemacht, haben aber auch ein Label, Tucan Records in Kornwestheim, das uns unterstützt, für uns produziert und unsere CD vertreibt. Gerade im Bereich Vertrieb benötigt man Fachleute, um die ganzen Kanäle, wie YouTube und iTunes, anzusprechen. Jörg hat eine ganz große Rolle gespielt, er war vom ersten Moment an dabei und hat kurz vor Schluß noch zwei Asse aus dem Ärmel gezaubert, zwei klasse Songs, die ich für ihn blanko eingesungen hatte und MAIKI MAI -- Ich bin mal zu HiPNoSES-Zeiten im Longhorn in Stuttgart mit Tomaten beworfen worden. Das ich die Tomaten abbekommen habe lag daran, dass wir die vierte Vorband waren und die Fans des Hauptacts dann verständlicherweise irgendwann ungeduldig geworden sind. Dies war also dann mein schrecklichstes Erlebnis. Das schönste gibt es nicht, meistens ist es sehr schön. G U D RU N M O H Á C S I -- H A N I X -- Kann man euch nur hier in der Region live hören oder duchaus auch überregional? In den allermeisten Fällen sind wir irgendwo im Raum Stuttgart unterwegs. Wir spielen allerdings auch sehr gern in den Regionen Jagsttal und Taubertal, denn dort kommt es uns immer so vor, als ob es noch mehr Leute mit »Ohren« gibt, die etwas besonderes G U D RU N M O H Á C S I --

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MUSIKKOFFER: WUNDERBARE K ATZE hören wollen. Als Basti noch ständig dabei war, hatten wir auch ein paar Auftritte in Berlin, was natürlich toll war, da man hier davon ausgehen konnte, dass niemand unsere Musik kennt und für die Zuhörer alles etwas neues ist. H A N I X -- Wo habt ihr für eure Musik das beste und offenste Publikum erlebt? Für viele überraschend sagen wir jetzt nicht Berlin sondern Lauda-Königshofen. Hier hatten wir einen indischen Sitar-Spieler dabei und das Publikum hat unsere Musik von vornherein als »nicht zum Sitzen« empfunden und nach der Hälfte des Konzerts hat die Decke getropft. Man kann vielleicht sogar generell sagen, dass das Publikum in ländlichen Regionen einfach dankbarer und offener ist. Außerdem kann so ein Publikum sehr gut erkennen, dass es bei uns etwas Neues zu hören bekommt, was nicht unbedingt im Radio rauf und runter läuft. MAIKI MAI -- HANIX -- Wie nehmt ihr Musikszene im Unterland wahr? G U D RU N M O H Á C S I -- Wir haben eher Kontakte zu jungen Bands, weil wir eben auch unterrichten und Bandcoachings anbieten. Über angesagte Heilbronner oder Unterländer Bands können wir allerdings nicht soviel sagen, was nicht heißt, dass es diese nicht gibt. Nur wir haben uns eben eher um unsere Entwicklung gekümmert und kennen nur die Stuttgarter Szene gut. Aber kennt ihr schon KAELA? Aus Lauffen? Richtig geil!. M A I K I M A I : Es gibt meines Wissens auch nicht den einen Club in Heilbronn, in dem man mal spontan erfahren könnte, welche alten und neuen Bands es in Heilbronn und Umgebung gibt. H A N I X -- Nach unserem Geschmack gibt es zu viele beliebige Coverbands hier im Heilbronner Land. Empfindet ihr das genauso? Dies sehen wir absolut genauso. Ich denke der Grund hierfür ist, dass diese Art von Musik ein relativ leichtes Futter ist, alle Zuhörer kennen die G U D RU N M O H Á C S I --

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MUSIKKOFFER: WUNDERBARE K ATZE Songs und müssen sich eben auf nichts neues einlassen, was auch anstrengend sein könnte. Ich muss aber sagen, dass ich als Jugendliche auch gecovert habe und bekannt war wie ein bunter Hund. Heute bekommen wir eben auch keine 900 Menschen mehr in unsere Konzerte. M A I K I M A I -- Ich denke dies liegt daran, das Musik jahrelang wie Leitungswasser verkauft wurde und irgendwann sehr vieles gleich geklungen hat. Hinzu kommt noch, dass, obwohl bei jungen Menschen, das Thema »Radio hören« in den letzten Jahren wieder extrem zugenommen hat, und die Radiolandschaft, mit wenigen Ausnahmen, nicht gerade individuell ist und die Zuhörer mit den sagenumwobenen 100 Titeln abspeist. G U D RU N M O H Á C S I -- In meinen Augen ist dies eine große Fehlentwicklung was den öffentlich-rechtlichen Bildungauftrag angeht. meiner Meinung nach müssen Radio und TV-Sender auch musikalische Vielfalt und Neues zu zeigen, anstatt nur wiederzukäuen. Das geschieht leider nur sehr selten. H A N I X -- Gudrun, du hast Heilbronn lange gemieden. Inzwischen entdeckst du die Stadt aber neu. Wieso hast du so lange einen Bogen um die Stadt gemacht und was war deine erste städtische Neuentdeckung in der letzten Zeit? G U D RU N M O H Á C S I -- Erstmal muss man sagen, dass wir plötzlich wieder mehr Freunde in Heilbronn haben. Ich hatte mich jahrelang nach Stuttgart ausgerichtet, wir gingen dort aus und spielten dort gerne. Wir möchten eigentlich unsere Musik immer für unsere Leute und für unser Umfeld spielen, von daher haben wir mehrmals versucht in einschlägige Läden in Heilbronn, wie das Mobilat zu kommen. Doch ehrlich gesagt wollte uns niemand da haben, wir fanden keine Ansprechpartner womit dann damals für uns klar war, es in der Stadt Heilbronn auch erstmal nicht mehr zu versuchen. Allein in der Ebene3 im K3 waren wir regelmäßig, die Veranstalterin findet uns gut. In letzter Zeit ist es aber so, dass viele Freunde von uns hier wohnen, die sehr interessante Dinge machen, man hat also das Gefühl dass sich in Heilbronn etwas tut. Ohne schleimen zu wollen: Auch bei eurem Magazin »HANIX« hatte ich sofort das Gefühl: Hurra, das sind Leute die so ticken wie ich, was ich sehr selten so empfinde. Zusammenfassend kann man vielleicht sagen, dass ich nicht mehr nach Berlin reisen muss um Gleichgesinnte zu treffen und sich zu fühlen wie ein »normaler« Mensch. M A I K I M A I -- In dieser Region ist es nun mal auch so, dass man als Musiker und Tai-Chi-Lehrer so ein bisschen ein »Alien« ist und das Schöne momentan ist, dass es immer mehr dieser »Aliens« gibt, die selbst etwas neues entwickeln und umsetzen wollen. H A N I X -- Was würdet ihr euch für Heilbronn und die Subkultur in der Stadt wünschen? Ich würde mir wünschen, dass es Begegnungsstätten gibt, die so gestaltet sind, dass dort sowohl Konzerte, aber auch Ausstellungen und Veranstaltungen jeglicher Art stattfinden können. Ein guter Anfang ist mit dem Complex23 gemacht. Und davon darf es bitteschön noch viel viel mehr geben. Es gibt momentan eine Art Vakuum in diesem Bereich. Um es aber positiv zu sehen: Vakuum heißt auch immer, dass es viel Platz für Neues gibt. Ein tolles Beispiel in Stuttgart sind hier die Wagenhallen, in denen viele kleine Läden auf einem Fleck sind und wo man auch nach einem Reggae-Konzert noch zum Tango-Tanzen gehen kann. Und ich würde mir viele neue und alte Fans in Heilbronn wünschen, die dürfen dann alle mal von meinem Badewasser schlürfen. G U D RU N M O H Á C S I --

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KULTURBEUTEL: DER FALSCHE HASE » D A K A N N J A J E D E R KO M M E N « INTERVIEW: NICOLAI KÖPPEL FOTOS: MELI DIKTA A n g e l e h n t a n e i n e a l t e He i l b ro n n e r Tr a d i t i o n , l ä d t e i n e i n f l u s s l o s e s St a d t m a g a z i n u n w i c h t i g e Me n s c h e n z u d i e s e r n i c h t i g e n Ve r a n s t a l t u n g . Au f d e r Pi a z z a d e s In s e l - Ho t e l s w i rd » Fa l s c h e r Ha s e « f ü r d i e 3 0 - 5 0 b e l a n g l o s e s t e n Me n s c h e n d e r St a d t s e r v i e r t . A n s c h l i e ß e n d w i rd a u f d e r Ha l b i n s e l vo r d e r Ga l e r i e R i e k e r d e r u n b e d e u t e n d s t e He i l b ro n n e r d e s Ja h re s g e k ü r t . Se l b s t re d e n d w i rd d e r b e d e u t u n g s l o s e s t e vo n a l l e n He i l b ro n n e r n a u c h e i n e n i c h t e r w ä h n e n s we r t e Re d e h a l t e n . We r d e r u n e r h e b l i c h s t e Bü r g e r d e r St a d t w i rd , w a s e r z u s a g e n h a t u n d w i e s e i n Pre i s a u s s e h e n w i rd , ist äußerst geheim. Ni c o l a i Kö p p e l s p r a c h m i t Me i s t e r L a m p e ü b e r d i e Ve r a n s t a l t u n g .

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KULTURBEUTEL: DER FALSCHE HASE H A N I X -- Ich frag gleich was zum Falschen Hasenmahl. Aber was ist denn erstmal das »Hasenmahl«? Das Hasenmahl ist eine lange Heilbronner Tradition. Der normale hasenfüßige Bürger kommt da gar nicht rein, weiß auch gar nicht, was da passiert. Das gibt's seit 1493, war am Anfang bißchen geheimnisumwoben, bisschen mysteriös, man wußte nicht, wer trifft sich da oder nicht - und seitdem gibt's das, mit immer mal wieder ein paar Pausen von paar Jahren, weil Kriege dazwischenkamen oder was auch immer, Pest und Cholera, und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es wieder eingeführt vom damaligen ehemaligen Oberbürgermeister Paul Meyle, einem Hobbyjäger, dem passte das gut in den Kram, und seitdem treffen sich im Ratskeller im Januar die wichtigsten Heilbronner in Anzug und Krawatte ... und essen Hasen. So etwa sechzig Hasen werden am Abend benötigt, hört man. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Klingt doch reichlich. Was fehlt am Hasenmahl, was jetzt das Falsche Hasenmahl bringt? Spannendes passiert. Vermuten wir. Es wird nichts Wichtiges verkündet, es werden keine wichtigen Reden gehalten. H A N I X -- Wie seid ihr denn auf die Idee gekommen, das Falsche Hasenmahl zur Heilbronner Kulturnacht am 22. September ins Leben zu rufen? Das ging ganz schnell. Wir wollten eigentlich was mit dem vor sich hingammelnden Holzpenis machen, der am Schlachthof hinter dem Hauptbahnhof gelagert wird, das wollte aber das Museum nicht, und da dachten wir: machen wir doch stattdessen das Falsche Hasenmahl. Eine Zehntelsekunde, länger hat das nicht gedauert, sich das auszudenken. Die Veranstaltung ist also zweite Wahl. Unwichtiger geht's kaum. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Was passiert denn nun beim Falschen Hasenmahl? Es dürfen nur der OB und der Gemeinderat zu diesem Mahl einladen, knapp hundertfünfzig wichtige Leute. Was ist mit dem nichtigen Bürger, der kommt zu uns, denn zu uns kann ja jeder kommen. Wir sind transparent, jeder kann uns sehen, uns zuhören, über was für unwichtige Themen und Sachen wir reden. Unsere Zielgruppe ist viel größer. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Unwichtige Menschen reden über ihr unwichtiges Leben und andere unwichtige Menschen hören zu? Es wird Falscher Hase (FH) gereicht, vielleicht auch die vegane Variante GFH (Ganz Falscher Hase), es wird völlig unwichtigen Menschen unwichtiger Falscher Hase serviert, der wird verspeist, danach hört man sich noch zwei, drei unwichtige Reden an, an unwichtigen Plätzen, der Inselterrasse und der Inselspitze - da kommt ja kein Mensch vorbei - und das war's dann, danach werden die Lichter ausgemacht, es wird nach Hause gegangen. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Wer ist eingeladen zum Falschen Hasenmahl? Genau. Die ganze Veranstaltung ist unwichtig. Das Wichtgste daran ist, glaube ich, darauf hinzuweisen: Kommt nicht hin! Es lohnt sich nicht, weil ja wie beim echten Hasenmahl auch, eigentlich nichts MEISTER LAMPE -- Gar niemand. Wir laden keinen ein, denn nur wichtige Menschen werden irgendwohin eingeladen, und gerade die wollen wir bei uns nicht haben, weil ihnen die Veranstaltung auch nicht gerecht werden kann. Wichtigen Menschen kann man keinen Hackbraten vorsetzen, für die muss es frisch geschossener Hase MEISTER LAMPE --

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KULTURBEUTEL: DER FALSCHE HASE sein. Wir haben keinen Hasen gefunden, der unwichtig genug war, um sich von uns zubereiten zu lassen. Eins muss aber gesagt sein: diejenigen, die beim echten Hasenmahl eingeladen sind, die laden wir hiermit aus. Die sollen nicht kommen. Also ohne groß Wirbel zu machen oder so. Nur hier im Hanix steht das. H A N I X -- Warum nicht persönlich, brieflich, in aller Form ausladen? H A N I X -- Beim echten Hasenmahl werden doch sicher in vertraulichen Gesprächen Pläne geschmiedet, Deals vorbereitet - was für Konsequenzen sind denn vom Falschen Hasenmahl zu erwarten? Ach, so wichtig ist es uns auch wieder nicht. Man soll ja was für Minderheiten tun, aber das ginge doch zu weit. MEISTER LAMPE -- Beim echten Hasenmahl ist das sicher ein bisschen wie beim Golfspielen, aber wir wollen nichts anleiern. Wir wollen auch keine neuen Kontakte knüpfen - denn was soll es denn bitte bringen, mit diesen unwichtigen Menschen in Kontakt zu treten ... MEISTER LAMPE -- H A N I X -- ... die ihr ja schließlich auch gar nicht eingeladen habt

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KULTURBEUTEL: DER FALSCHE HASE Genau. Aber ein Programm gibt's trotzdem, weil wir finden, dass es in der heutigen Zeit nichts gibt, was unwichtiger ist als ein Begleitprogramm. Essen und Reden, eingebettet in eine Art Ablauf - soviel kann ich schon mal versprechen. So eine Mischung aus Rock am Ring und einer Party mit zwei Freunden, wo man nur miteinander redet. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Wer redet denn beim echten, ursprünglichen Hasenmahl? ner, diese Rednerin schon zumindest für die Dauer der Rede zumindest an diesem Abend oder so der oder die wichtigste Bürgerin, der wichtigste Bürger Heilbronns. Des Jahres. H A N I X -- Wirklich? Da gbt's immer einen bis zum Schluss geheimen Redner, und inoffiziell ist dieser RedMEISTER LAMPE -- So sehen wir das, wenn's anders ist, uns auch egal, es ist unwichtig. Wir hingegen küren den unwichtigsten Heilbronner und zeichnen ihn aus. Es gibt hier so viele Menschen, die umtriebig sind, die unheimlich viel machen, aber was die tun, hat keine Relevanz. Und diese Belanglosigkeit, die schätzen wir, die wollen MEISTER LAMPE --

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KULTURBEUTEL: DER FALSCHE HASE wir für einen Moment herausheben, um zu zeigen: hier sind sie und sie haben im mindestens doppelten Sinne nichts zu sagen. Dafür gibt's nen Orden. H A N I X -- Und wer hat Chancen auf die Auszeichnung als unwichtigster Heilbronner? so, da freuen wir uns doch, dass auch unwichtige Menschen einen Weg gefunden haben, ihre Wünsche wahr werden zu lassen. Das macht Mut. H A N I X -- Mut wozu? Das wollen sie doch nicht wirklich wissen. H A N I X -- Stimmt. MEISTER LAMPE -- Alle. Oder vielmehr jeder und jede. Ich will jetzt keine Berufsgruppe besonders herausheben, aber das ist eine Ehre, die einen ganz überraschend treffen kann. MEISTER LAMPE -- HANIX -- Das Falsche Hasenmahl findet 2012 zum ersten Mal statt? Ein bisschen spät nach 519 Jahren. Mir doch egal. H A N I X -- Das macht Ihnen Spaß, stimmt's? M E I S T E R L A M P E -- Unwichtige Dinge dürfen Spaß machen. Auch am 22. September dürfen straflos dreckige, flache Witze erzählt werden. Auch beim Hasenmahl sind die Reden ja angeblich humorvoll gemeint und so klingen sie auch. Da wollen wir mindestens gleichziehen, damit es hinterher nicht heißt, die wichtigen Leute hätten den ganzen Spaß in der Stadt. Außerdem kommt alles, was ernst ist, irgendwie so unangehm wichtig rüber. Man kann also sagen, Ernsthaftigkeit ist sowas wie unser Erbfeind. H A N I X -- Soviel zum Spirit. Was ist die Message der Veranstaltung? Vielleicht gab's ja 1494 schon die erste Gegenveranstaltung, und es wurden dann alle gewaltsam niedergemetzelt, weiß man ja nicht. Wir sind jedenfalls die erste Veranstaltung dieser Art in der Moderne, in der Neuzeit. Obwohl, ganz sicher kann man sich nicht sein. Könnte auch sein, es gibt das jedes Jahr und es fällt nur nicht auf, weil es immer so gut gemacht ist. Weil es so unwichtig ist. Wir erwarten jedenfalls, dass es unwichtig bleibt, nicht wahrgenommen wird ... wenn am nächsten Tag keiner mehr weiß, was los war, dann waren wir erfolgreich. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Wie wichtig ist es, dass viele Menschen kommen? Vielleicht für die, die die Reden halten, wär's nett, uns ist es egal. Aber für die Menschen, die kommen, ist es sicher angenehm, zu sehen, dass auch noch andere kommen. Da sieht man sich und denkt: Ach Gott, der ist auch unwichtig. So wie ich. Das kann wohl ganz schön werden. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Man wird ja auch nicht wichtiger, weil man beim Falschen Hasenmahl erscheint. Wir wollen den hundert Gästen des echten Hasenmahls zeigen: schaut her, ihr seid wirklich was ganz Besonderes, die hundert Wichtigsten. Respekt. Wir sind bloß die hundertzweiundzwanzigtausendachthundert anderen Heilbronner. Aber auch wir können was bewegen. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Jetzt wird's spannend. Was können sie denn bewegen? M E I S T E R L A M P E -- Nein, das ... war nur'n Witz. Am Ende steht die Ebertbrücke voll, und die Treppe zum Theaterschiff auch, und alle kauen genüsslich und wippen im Takt, halten sich gegenseitig Regenschirme über den Kopf und haben ne super Zeit. H A N I X -- Das will ja keiner. Um Gottes willen. Das muss belanglos bleiben, wir wollen ja keine Welle machen. Wenn es Kult wird, das wäre echt schlimm für uns. Revolution machen, Dinge verändern, Macht ausüben, das ist alles viel zu wichtig. Machen wir nicht mit. Wenn einer kommt, der sich wichtig machen will, würd ich jetzt sagen, den bekäme man im Normalfall eingenordet, aber bei uns hoffe ich, dass die Veranstaltung schon rein atmosphärisch solche Leute nicht anzieht. MEISTER LAMPE -- H A N I X -- Apropos. Wie soll denn das Wetter werden am 22. September? Eben. Es ist ja auch noch Kulturnacht. Das ist doch schon mal was. MEISTER LAMPE -- Samstag 18.30 »FALSCHER HASE« (PIAZZA DES INSEL-HOTELS) Samstag ca. 20 Uhr Es soll regnen. Wenn all diese unwichtigen Menschen nass werden wollen, was können wir dagegen tun? Nichts. Die wollen das doch vielleicht MEISTER LAMPE -- »HASENKLAGE« VON HEINRICH BRUMMACK (INSELSPITZE)

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INTERVIEW: MARC OLIVER OLSCHEWSKI FOTOS: PRIVAT, STADTBIBLIOTHEK HEILBRONN, BJ LATTNER, FREISCHAFFENDER LICHBILDNER, HEILBRONN 2012 » spracH-WeLten « in der stadtbibLiotHeK HeiLbronnn

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KULTURBEUTEL 2: SPR ACHWELTEN Sprach-Welten ist ein umfangreiches Projekt-Bündel der Stadtbibliothek Heilbronn. Ziel des Projektes ist, den Wandel von Sprache vor dem Horizont der Globalisierung sichtbar zu machen. Die Veranstaltungen finden statt von September bis November diesen Jahres. Sie werden gefördert durch das Land Baden-Württemberg, durch die Stabsstelle Integration, Heilbronn. Das Inter view mit dem Organisator Dr. Bernhard Stumpfhaus gibt Aufschluss über die Hintergründe von Sprach-Welten. HANIX -- Warum gibt es das Projekt Sprach-Welten? Es hat ja so viele Aspekte, von der Stimme, über die Körpersprache bis hin zu Fragen nach der Möglichkeit der Übersetzung... der Umfang des muttersprachlichen Vokabulars ab; selbst in Großbritannien oder Irland, also in den Ländern, in denen die Weltsprache Englisch zuhause ist. Das Projekt fragt nach solche Veränderungen. HANIX -- Es gibt also Bedarf, über Sprache zu sprechen? Das Projekt gibt es aus zwei Gründen: Zum einen hat das Reden über Sprache eine politische Aktualität, die natürlich verbunden ist mit den Fragen nach einer gelungenen Integration. Als deren Voraussetzung werden die entsprechenden Sprachkenntnisse genannt. Ich habe mich gefragt, ob Integration allein an der Sprachorientierung festzumachen ist. Wie vielen Menschen begegnet man, mit denen man sich gut unterhält, ohne dass sie Grammatik und Vokabular korrekt beherrschen? Ist es die richtige angewandte Sprachregel, die Menschen verbindet und sich zugehörig fühlen lässt, oder vielmehr auch das, worüber man redet und wie man sich begegnet... Zum anderen habe ich in einer Dokumentation gelesen, dass in den großen europäischen Nationen zwar die Vielsprachigkeit zunimmt, immer mehr Leute immer mehr Sprachen sprechen. Aber gleichzeitig nimmt BERNHARD STUMPFHAUS -- Allerdings! Was bedeutet es, wenn man die Forderung erhebt, dass man zur Integration die Sprache des Landes, in das es sich zu integrieren gilt, zu lernen habe? Für mich ist das eine nicht durchdachte Forderung. Immerhin gewärtigen wir ja, dass die hohen Bildungsinstitutionen, die Universitäten, zunehmend Deutsch als Wissenschaftssprache beseitigen. Es unterrichten deutschsprachige Professoren ihre deutschsprachigen Studenten auf Englisch. Publiziert wird auch zunehmend auf Englisch. Die großen Dax-Unternehmen haben Englisch als Firmensprache eingeführt. Man kommuniziert entweder auf Englisch oder in einem unternehmensspezifischen Sprachdesign. Auch im Alltag begegnen wir Veränderungen im Sprachgebrauch. Unternehmen BERNHARD STUMPFHAUS --

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KULTURBEUTEL 2: SPR ACHWELTEN etwa führen ihre Bewerbungsgespräche als 'speed dating' durch. Hier kommt es im Allgemeinen nicht auf elaborierten Sprachgebrauch an. Die Werbung ist sich uneins, in welcher Sprache sie werben will: Englisch oder Deutsch? Und gerade das Internet zeigt, dass man sich mit einfachen Buchstaben, einem abenteuerlichen Sprachmix und verworrener Schreibweise bestens verständigen kann. Der Forderung nach Integration durch Spracherwerb stehen also völlig anders geartete Erfahrungen sowohl im Oberstübchen wie im Hauptbau der Gesellschaft gegenüber. HANIX -- In der veröffentlichten Meinung wird besondere Sprachkenntnis mit Bildung gleichgesetzt. Einen gebildeten Menschen erkennt man an seiner Sprache, heißt es? Bildung! Das ist ein schrecklich weites Feld... Es ist völlig unklar, was wir heute unter Bildung verstehen. Soweit ich sehe, wird Bildung in den öffentlichen Debatten mit Ausbildung - also einem funktionsgebundenen Wissen und seiner spezifischen Anwendung - gleichgesetzt. In diesem funktionalen Sinne, also im Sinne eines pragmatischen, anwendbaren Wissens, kommen ja auch wieder viele neue Worte dazu. Von hier aus stellt sich durchaus die Frage, wie wir muttersprachlichen Sprachschatz definieren. Aber Bildung im klassischen Sinne als eine Lebensform, eine Haltung, die einen von den Nöten des Alltags zu befreien in der Lage ist, spielt in der Tat keine Rolle mehr. BERNHARD STUMPFHAUS -- HANIX -- Wahrscheinlich dauert Bildung in diesem Sinne einfach zu lange und gibt wohl auch kaum Antworten, was wir mit der heutigen Form der Globalisierung anfangen sollen. Wir kommunizieren ja in beinahe Lichtgeschwindigkeit und sind abhängig von Prozessen im nano-Bereich. Ja, die Zeit wird knapper. Die Informationsflut ist nur ein Stichwort. Und vielleicht führen uns die neuen Informations- und Produktionstechniken vor Augen, dass Sprache als menschliche Sprache für die aktuellen Vorgänge zu langsam ist. Vielleicht ist das auch ein Grund, dass wir uns vor allem in Zahlen aufhalten. Es wird zumindest maschinell schneller gerechnet als wir ein Reden gefunden haben. Wenn man sich einmal vorstellt, dass früher der Gedanke, der ja wortgebunden ist, das schnellste war, was wir uns vorstellen konnten, so ist es heute der Datenverkehr zwischen der Londoner und der New Yorker Börse. Und angeblich, glaubt man den Neurobiologen, soll der Körper ja schneller entscheiden BERNHARD STUMPFHAUS -- können, als wir es in Gedanken realisieren. Aber vielleicht kommt gerade durch diese Herausforderung, diese vermessenen Ultraschnelligkeiten gedanklich meistern zu müssen im Sinne eines bewussten, gesellschaftsfreundlichen Umgangs damit, doch so etwas wie Bildung im klassischen Sinne ins Spiel. Wir werden herausgefordert, in immer kürzerer Zeit nicht nur klar und deutlich so zu sprechen, dass unser Gegenüber den Sinn der Rede präzise verstehen kann, sondern der Apell geht auch an den Zuhörer, dass er guten Willens und aufmerksam das Gemeinte treffsicher erkennen möge. Beides setzt Selbsterkenntnis voraus, Erfahrung der besprochenen Sache, Menschenkenntnis und nicht zuletzt Besonnenheit und Verantwortung gegen sich und den anderen - alles Werte klassischer Bildung. Jedenfalls spart präzises Reden und aufmerksames Zuhören eine Menge Zeit. WEITERE INFOS: WWW.SPRACHWELTEN-HEILBRONN.DE

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KULTURBEUTEL 2: SPR ACHWELTEN V E R A N S TA LT U N G S HINWEISE 5. Oktober STADTBIBLIOTHEK IM K3 -- RAP-BATTLE: MUTTERSPRACHENCONTEST: Meine Sprache ist schöner als Deine! 5. Oktober 2012 Ab 20 Uhr -- Eintritt frei 23. November STADTBIBLIOTHEK IM K3 -- ANDREAS ISMAIL MOHR: DIE SPRACHE DES KORANS Vortrag mit öffentlicher Diskussion 23. November 2012 Ab 19.30 Uhr -- Eintritt frei ab 20. September WELTSPRACHEN - SPRACHEN DER WELT - KARIKATURENAUSSTELLUNG In Kooperation mit der Stabsstelle Migration HN Die Macher: Satire-Zeitschrift »Don Quichotte« und Referat für Migration und Integration, Esslingen. Stadtbibliothek im K3 20. September TIMO BRUNKE - LAUTERATUR PERFORMANCE 19 Uhr, Stadtbibliothek im K3 Eintritt frei

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KOLUMNE: PARTHENAS WELT G E N U S S »Wer will ein Eis?«, fragte K., als wir mit Freunden am Eisstand stehen blieben. Ich wusste, dass es eher eine rhetorische Frage war, denn K. kannte meine Antwort genau. Er schaute direkt zu mir und sah das Grinsen, das sich bis über meine beiden Ohren hinausstreckte. Die Sache war beschlossen. In der Schlange stehend, warf ich, mit voller Lust und Vorfreude, einen Blick auf die tollen Eisvariationen. Alle zusammen liefen wir mit unseren leckeren Eisbechern in der Hand den Neckar entlang. Zuvor besuchten wir ein schönes Restaurant und erfreuten uns mit dem Auge und natürlich mit dem Gaumen an den Köstlichkeiten. Wir bestellten viele verschiedene Häppchen und Vorspeisen und ließen diese in die Mitte des Tisches servieren. So konnte jeder von uns alles kosten und in einen kulinarischen Trancezustand verfallen. »Oh man ist das gut«, hörte ich den einen und »Mmmhhh, lecker«, den anderen sagen. Ich selber lies beim ersten Bissen nur ein »Wow« raus und hörte nicht auf zu essen, bis ich kaum noch richtig atmen konnte. Da wir uns rundum wohlfühlten und länger nicht gesehen hatten, führten wir unseren Genuss im nächsten Lokal mit einem kleinen, aber feinen Dessert und Käffchen fort. Danach gönnten wir uns noch einen schönen Cocktail. Später, nach unserem Spaziergang am Neckar, setzten wir uns gemütlich auf eine Bank, quatschten, lachten und genossen einfach die letzten Sonnenstrahlen bis zur Abenddämmerung. Es war herrlich und tat einfach nur gut.Was bedeutet eigentlich Genuss? Die meisten von euch denken bei dem Begriff Genuss zu erst an das Kulinarische. Aber für mich persönlich ist es die pure Freude auf etwas, das mir besonders gefällt und meiner Seele gut tut. Wie Dinge zu unternehmen, die mir zusagen. Zu essen und zu trinken, worauf ich ein Verlangen habe. Mit jemandem Zeit zu verbringen, den ich gern hab. Mich von Kopf bis Fuß verwöhnen zu lassen. Mich schwerelos im Meer von der Leichtigkeit der Wellen treiben zu lassen und dabei von der Sonne gestreichelt zu werden. All das genieße ich. Es bringt mich dazu, Lust auf mehr zu bekommen und diese schönen Momente zu wiederholen, denn Genuss bedeutet auch Lebensfreude.Ich finde auch, um das Leben in vollen Zügen zu genießen, sollte man jeden positiven Augenblick bewusst erleben, auch wenn er noch so kurz ist. Wie zum Beispiel, das Betrachten des Sonnenuntergangs beim Heimgehen. Selbst der Weg zur Arbeit oder zu einem Termin kann Vergnügen bereiten, wenn man einfach die richtige Musik und Strecke auswählt. Ganz gleich wie begrenzt die Zeit ist, man muss bloß wissen, wie man sie genießt. Genuss bedeutet für mich die sinnlichste Nutzung des Lebens.

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D E R K Ü H L S C H R A N K V O N : D E R B E S T O F K Ü H L S C H R A N K VO N ... FOTOS: MEHMET FILIZ Ei n Ja h r l a n g h a b e n w i r uns ganz dreist lecker bekochen lassen. Wi r ze i g e n a n d i e s e r St e l le die besten Szenen und betr unkensten Ge s p r ä c h e i n u n s e re m Best-of-Kühlschrank-Zusammenschnitt.

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A L L E S K U N S T ?! FOTOS: STÄDTISCHE MUSEEN HEILBRONN

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KUNSTREGION: ALLES KUNST?! In Anlehnung an die Eröffnungs-Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann - »Beuys für alle« - stand das 1. Heilbronner Kunstwochenende 2010 unter dem Motto »Kunst für alle!« Mit dem auf »Alles Kunst?!« umgewandelten Motto wird beim 2. Heilbronner Kunstwochenende 2012 nicht nur jene entscheidende Frage gestellt, die die Rezipienten moderner Kunst schon seit langem umtreibt, sondern es wird auch im gleichen Atemzug bereits die Antwort gegeben: »Alles ist Kunst!«. Die Stadt Heilbronn will an den Erfolg des 1. Kunstwochenendes 2010 anknüpfen und diese Veranstaltung als Reihe in zweijährigem Turnus fortführen. Das Heilbronner Kunstwochenende konzentriert sich weitgehend auf die Bildende Kunst und auf den innerstädtischen Bereich zwischen Bahnhof und TheodorHeuss-Gymnasium und zwischen Salzstraße und Südstrasse. Alle Veranstaltungsorte sind also fußläufig erreichbar, der Eintritt ist frei. Eine weitere Besonderheit: Wieder haben wir das Programm auf zwei Tage erweitert. Die Veranstaltungen beginnen am Samstag um 15 Uhr und enden am Sonntag, der insbesondere Familien anspricht, um 17 Uhr. Alle Kunstfreunde haben bei der Vielzahl der speziellen Angebote und Projekte die Qual der Wahl und können sich zwischen Lesungen, Vorträgen, Führungen, Aktionen und Workshops entscheiden. Eine Übersicht über die Einzelveranstaltungen finden Sie in blauen Lettern auf der Seite des jeweiligen Kunstanbieters sowie als komprimierte Zusammenfassung auf der letzten Innenseite des Flyers. Die zeitgenössische Kunst präsentiert sich an diesem Wochenende in ganz unterschiedlichen Facetten. Die durchgängig hohe Qualität der Angebote mit hochkarätigen Programmpunkten zeigt, dass sich Heilbronn heute auch auf diesem Gebiet überregional messen kann.

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IM GESPRÄCH MIT HANSPETER FAAS » I C H E N T S PA N N E N I C H T B E I G A RT E N A R B E I T « INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MEHMET FILIZ

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INTERVIEW DES MONATS: HANSPETER FAAS Wi r s p r a c h e n d en Bayern Hanspeter Faas, der sich als Buga-Chef i n d e n k o m m e nden Jahren dar um bemühen wird, Heilbronn ergr ün e n z u l a s s e n u nd das Stadtbild zu erneuern. H A N I X -- Herr Faas, haben Sie ihre Frau im Garten kennengelernt? H A N S P E T E R FA A S -- Kennengelernt habe ich sie tatsächlich im Grünen. Sie hatte einen Planungswettbewerb für die Landesgartenschau in Augsburg 1985 gewonnen. Näher gekommen sind wir uns bei einer Veranstaltung. die ganze Woche darauf am Wochenende meinen Rasen mähen zu dürfen. Eine große Last ist es allerdings auch nicht. Meine Nachbarin nimmt mich gerne auf den Arm, weil der Garten noch gepflegter sein könnte. Ich persönlich entspanne in den Bergen am Besten. H A N I X -- Was fasziniert Sie so am Garten- und Landschaftsbau? Immerhin beschäftigen Sie sich beruflich seit nunmehr 32 Jahren mit Gartenschauen und deren Umsetzung. H A N I X -- Ihre Frau, Claudia Knoll, ist momentan Geschäftsführerin der Landesgartenschau in Bamberg, Sie gehen ihre dritte Bundesgartenschau in führender Position an. Im Hause Faas-Knoll wird viel über Grünzeug und Blumen geredet, stellen wir uns vor. H A N S P E T E R FA A S -- Eigentlich nicht. Unser Garten hat dennoch eine besondere Rolle. Wir leben mitten in einer Kleinstadt und haben einen schönen alten Garten. Er hat aber keine traditionell repräsentativen Funktion. Vielmehr ist er für uns wie ein weiteres Zimmer. Im Sommer wohnen wir praktisch im Garten. HANIX -- Entspannen Sie in ihrer Freizeit bei Gartenarbeit? H A N S P E T E R FA A S S -- Klar, der Rasen muss gemäht und die Hecke geschnitten werden. Aber ich freue mich nicht Das Grün in der Stadt stellt für mich einen Qualitätsanspruch dar. Park- und Grünanlagen sind Rückzugs- und Erholungsgebiet für uns Menschen. Aber auch für die ökologische Entwicklung einer Stadt ist das Grün wichtig. Es ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Und das begeistert mich an den Freiräumen in Städten. Darüber hinaus, und das ist eine neue Entwicklung, wird die Lebensqualität in einer Stadt immer mehr über diese Freiräume definiert. Die Stadt wird heute viel bewusster über das Grün wahrgenommen als noch vor 20 Jahren. Und eine Gartenschau kann einen guten Beitrag dazu leisten, das die Wahrnehmung und das Image der Freiräume gesteigert wird und H A N S P E T E R FA A S --

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INTERVIEW DES MONATS: HANSPETER FAAS auch in die Köpfe der Menschen transportiert wird. Das ist es, was mich an Gartenschauen begeistert. H A N I X -- So, nun Butter bei die Fische, wie wir Gärtner sagen. Was hat Sie dazu bewogen, nach Heilbronn zu kommen? Der erste Eindruck kann es ja nicht gewesen sein, wie wir in der Heilbronner Stimme lesen konnten. H A N S P E T E R FA A S -- Ich bin jemand, der von Anfang an mit Gartenschauen neue Konzepte verfolgt hat. Meiner Meinung nach ist nicht die eigentliche sechsmonatige Schau am wichtigsten. Sie ist auch wichtig, soll aber als Transportmittel fungieren, um städtebauliche Konzepte zu realisieren. An dem Heilbronner Konzept ist sehr reizvoll, dass hier die Chance besteht, etwas extrem zukunftsorientiertes umzusetzen. Das ehemalige Fruchtschuppenareal hat ein großes Entwicklungspotential. Um diese Maßnahmen in Gang zu setzen, bedarf es einer großen Kraftanstrengung. Gleichermaßen bin ich überzeugt davon, dass es möglich ist, das zeitnah zu realisieren. Und aus meiner persönlichen Erfahrung möchte ich behaupten, dass eine Gartenschau das ideale Instrument ist, um derartige Pläne umzusetzen. Ich gebe auch gerne zu, dass ich in meiner beruflichen Zeit meistens im süddeutschen Raum tätig war und mir die Mentalität der Menschen im südlichen Teil der Republik einfach etwas mehr zusagt. Auch das war ein Beweggrund, mich für die Aufgabe hier in Heilbronn zu entscheiden. H A N I X -- Sie sagten: »Der zweite Eindruck der Stadt, ist besser als der erste.« Was haben Sie beim zweiten Hingucken gesehen, was ihnen beim erstenmal verschlossen blieb? Wir behaupten ja, dass man manchmal sogar drei-, viermal schauen muss, bevor man die Perlen dieser Stadt entdeckt und zu schätzen lernt. H A N S P E T E R FA A S -- Der zweite Blick hat mir offenbart, dass es unglaublich schöne Ecken und Details hier in Heilbronn gibt. Auch das Thema »Grün in der Stadt« spielt hier traditionell eine große Rolle. So sind die ganzen Bereiche um den Neckar wunderbare Flächen inmitten der Stadt, die in den letzten Jahren meiner Meinung nach mit unglaublichem Engagement und Liebe fürs Detail gestaltet wurden. Man spürt auch, dass die Stadt sich in einem Umbruch befindet. Heilbronn positioniert sich neu und stellt sich neu auf. Und das ist etwas, was ich auf den zweiten Blick sofort erkannt habe. Ich habe auch das Gefühl, dass die Menschen, die hier leben, Lust auf diese Veränderung haben. Der erste Eindruck, den ich von der Stadt hatte, war geprägt von meiner Fahrt ab von der Autobahn bis ins Stadtzentrum. Zunächst durchfährt man einfach Gewerbe- und Industriegebiete und dann hat die Stadt, begründet durch die Zerstörung im 2. Weltkrieg, eine sehr durchwachsene, lebhafte Architektur, wo nicht

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INTERVIEW DES MONATS: HANSPETER FAAS alles zueinander passt. Und das irritiert zunächst einmal. Wenn man ein paar Wochen da ist, wie ich jetzt, und die Menschen hier kennenlernt, macht die Arbeit hier sehr viel Spaß. HANIX -- Wie erwähnt, haben Sie an vielen Landesund Bundesgartenschauen federführend mitgewirkt. Wenn Sie die Heilbronner Ausgangssituation betrachten und mit den Startbedingungen anderer Gartenschauen, für die Sie tätig waren, verglei- chen: Wo steht Heilbronn im Ranking? H A N S P E T E R FA A S -- Was ich jetzt sage, ist wirklich ernst gemeint. Ich sage das nicht nur, weil ich in Zukunft hier arbeiten werde. Heilbronn steht da ganz weit vorne. Das liegt an der hervorragenden Vorarbeit, die die Stadtverwaltung und das Buga-Projektbüro hier betrieben hat. Viele Eckpfeiler sind schon gesteckt, die Stadt ist diesbezüglich sehr gut aufgestellt. Ich persönlich empfinde es so, dass hier ein guter Entscheidungs- und

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INTERVIEW DES MONATS: HANSPETER FAAS Meinungsbildungsprozess im Gange ist. Gerade zu der jetzigen Zeit des Projektes. Alles wird sehr offen diskutiert, um den besten Weg für Heilbronn zu finden. H A N I X -- Die Buga 2019 ist in der Stadt jetzt schon in aller Munde. Fast jeder Heilbronner, so unser Eindruck, hat schon mal darüber gesprochen. Viele Heilbronner hoffen, dass durch die Buga auch hier ein Fleckchen Stadt entsteht, der sogar für einen ersten guten Eindruck taugt. Und das sieben Jahre vor der vermeintlichen Eröffnung. Das erinnert etwas an die Vorfreude der FußballWM 2006 im eigenen Land. Kann, natürlich nur auf die Stadt und die Region bezogen, ein ähnlicher Hype entstehen? Bundesgartenschau im Vergleich zur Fußball-WM deutlich die Nase vorne. Unsere Aufgabe wird es also sein, dafür zu sorgen, dass die Menschen in Heilbronn über die Buga sprechen, sie in ihren Köpfen haben und auch ihr Potential erkennen. Der Höhepunkt der Vorfreude muss erst kurz vor Eröffnung erreicht sein und nicht schon zwei Jahre vorher. Insofern werden wir den offenen Austausch mit dem Bürger suchen, wir werden aber nicht schon frühzeitig die größten Marketingmaßnahmen einleiten. Fatal wäre, wenn wir ein Strohfeuer abbrennen würden und uns 2018 die Luft ausginge. H A N I X -- Alle hoffen auf ein Stück vom Buga-Kuchen. Ob es Gastronomen, Immobilien-Makler, Künstler und Kulturschaffende, Freizeitjunkies oder FKK-Anhänger sind. Schafft man es, alle Gruppen zu befriedigen? Hanspeter Faas: Zunächst möchte ich einmal sagen, dass es mich als jemanden, der Gartenschauen macht, etwas ärgert, dass Gartenschauprojekte gelegentlich belächelt werden. Die Nachhaltigkeit und die Wirtschaftlichkeit wird hier deutlich unterschätzt. Sicherlich kann eine Gartenschau medial nicht mit einem sportlichen Großereignis mithalten. In allen anderen Feldern aber schon. Für mich war es ein spannendes Erlebnis als Christian Ude, Münchens Oberbürgermeister, sich positiv über die Bundesgartenschau geäußert hat. Er hatte 2005 die Buga in seiner Stadt, ein Jahr später war München Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Im Nachgang hat er gesagt, dass das Feedback aus der städtischen Wirtschaft positiv war, dass man lieber nochmals eine Buga in der Stadt hätte als eine Fußball-Weltmeisterschaft. Weil der Impuls viel stärker ist. Bei der wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung für eine Stadt, hat die Allen gerecht werden kann man nie. Unsere Aufgabe wird sein, mit allen offen und ehrlich zu sprechen und ganz klar auch Grenzen aufzuzeigen. Gleichzeitig müssen wir aber auch die vielen Chancen präsentieren, die meiner Ansicht nach alle noch gar nicht offenkundig sind. Ich glaube, dass die Vorbereitung in verschiedenen Stufen abgearbeitet wird. Zunächst die Grundsatzentscheidung des Gemeinderates, ob die Stadt die Buga durchführen wird. Wenn das der Fall sein sollte, wovon ich ausgehe, wird die nächste zu klärende Frage sein, was die Stadt mit der Bundesgartenschau erreichen will und wie diese dafür im Detail aussehen muss. Danach wird man Partner suchen und finden müssen. Eine Gartenschau ist aber grundsätzlich eine so große Plattform, dass viele davon profitieren werden. Es darf aber nicht darum gehen, nur im Blick zu haben, eine möglichst großes Stück des Buga-Kuchens abzubekommen. Das wäre ein falscher Ansatz. Meiner Meinung nach muss jeder, der hier mitspielen will, auch ein eigenes Stück Torte mitbringen. H A N S P E T E R FA A S -- H A N I X -- Sie haben gesagt, dass durch eine Bundesgartenschau nicht nur die Kommune, in der das grün-bunte Treiben stattfindet, profitiert, sondern auch die Region drumherum. Ich bin überzeugt davon, dass eine Gartenschau nur funktioniert, wenn Stadt und Umland zusammen arbeiten. Es ist häufig so, dass in Städten in vergleichbarer Größe Heilbronns, die oft auch Oberzentren der jeweiligen Regionen darstellen, eine Art Konkurrenzsituation unter den Nachbarn herrscht. Ich glaube, H A N S P E T E R FA A S --

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INTERVIEW DES MONATS: HANSPETER FAAS dass eine Gartenschau auch das Potential birgt, diese gewachsene Konkurrenz etwas aufzubrechen. Das man eben gemeinsam Dinge realisiert. In Koblenz, wo ich für die Bundesgartenschau tätig war, hat die Gartenschau bewirkt, dass die ganze Region touristische Projekte in Gang gesetzt hat, die vorher über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht umgesetzt werden konnten. Wir hatten in Koblenz zum Beispiel die 13 Meisterwerke der Region gezeigt. Das ist ein Beispiel dafür, dass die Region auch wirtschaftlich von einer Gartenschau profitieren kann. In Koblenz sind die Übernachtungszahlen etwa 50 Prozent nach oben geschnellt. Darüber hinaus wird durch eine Gartenschau auch ganz anders über eine Stadt und deren Region berichtet. Auch überregional wird plötzlich positiv informiert. Hier ziehe ich ebenfalls gerne Koblenz als Vergleichsstadt heran. Auch dort wurde ein Großteil im Krieg zerstört, die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt war sehr gering. Durch die Gartenschau fand hier tatsächlich eine Umkehrung statt, die Leute waren plötzlich stolz auf ihre Stadt. Ganz wichtig ist es auch, herauszuheben, dass die Gartenschau nur das Instrument ist. Die Gartenschau findet 2019 statt, doch eigentlich geht es um den Zeitraum nach 2019. Das heisst, wie schafft es die Stadt samt der Region sich durch die Gartenschau für die Zukunft zu positionieren? H A N I X -- Es gibt sicherlich Studien darüber: Wie lange währt die Strahlkraft einer Bundesgartenschau für die Stadt im Nachhinein und worin liegen nachhaltig die positivsten Effekte? H A N S P E T E R FA A S -- durch die Stadt getätigt wurden, sich nach sieben bis acht Jahren amortisiert haben. An solchen Ergebnissen merkt man, dass eine Gartenschau langfristige Auswirkungen für eine Stadt und deren Region hat. H A N I X -- Wird das Thema Bildung in die Buga integriert? Es könnten zum Beispiel Flächen angelegt werden, die von Kindergärten, Schulen aber auch ganz normalen Bürgern bepflanzt und gehegt werden. Eine Art urbaner Bildungs-Gemüse-Garten. Oder ist Gemüse bei der Buga kein Thema? Es gibt keine Studien über ein Zeitfenster von 20 bis 30 Jahren. Aber es gibt Beispiele wie sich Städte und auch Unternehmen über eine Gartenschau positioniert haben. Auch Heilbronn mit seiner Landesgartenschau 1985 im Wertwiesenpark ist hier ein gutes Beispiel. Ich denke, dass die positiven Effekte der damaligen Landesgartenschau bis heute wirken. Die Heilbronner, so mein Eindruck, sind froh über den Wertwiesenpark. Es gibt zur Gartenschau in Koblenz Untersuchungen, die besagen, dass direkt oder indirekt durch die Gartenschau etwa 500 Millionen Euro in Bewegung gesetzt wurden. Und der größte Teil der Investitionen wird auch in der betreffenden Region eingesetzt. Das ist Wirtschaftsförderung erster Güte. Eine weitere Untersuchung sagt, dass die langfristige Wertschöpfung dazu führen wird, dass die Ausgaben, die Gemüse und Obst spielen eine große Rolle bei den Gartenschauen, für die ich gearbeitet habe. Es ist von der Handhabe her nicht ganz einfach aber für mich persönlich haben Gemüse und Obst einen großen Stellenwert. Und dabei geht es nicht nur darum, Obst und Gemüse als Lebensmittel wahrzunehmen. Es sind auch ganz starke, schöne Impressionen, die damit kreiert werden können. Wenn sie sich nur die diversen Salatsorten mit ihren unterschiedlichen Farben vorstellen. Wenn man sie großflächig anpflanzt, ist das ein wunderbares Bild auf einer Gartenschau, das durchaus mit den bunten Blumenbeeten mithalten kann. Und meiner Meinung nach hat eine Gartenschau auch einen Bildungsauftrag - und zwar nicht nur für Kinder und Jugendliche sondern auch für Erwachsene. Dabei geht es um Fragen der Stadtentwicklung und Fragen der Nachhaltigkeit. Solche Themen können durch eine Gartenschau gut transportiert werden. Aber natürlich hat solch eine Großveranstaltung auch einen Bildungsauftrag für die ganz persönlichen Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger. Dabei geht es um ganz allgemeine Fragen zum Garten und um den Garten herum. Gibt es Neuentwicklungen und wie kann der Kleingärtner diese in seinen Garten integrieren. Das Thema »Gemüseanbau zurück in die Städte« gewinnt auch immer mehr Relevanz. Urbane Gemüsegärten sind in den Metropolen schon gegenwärtig und Trend. Das sind teilweise revolutionäre Gedanken zum Thema Garten. H A N S P E T E R FA A S -- H A N I X -- Nicht alle angedachten Projekte für die Buga 2019 seien notwendig, so ihre Meinung. Durch die Stadt wabern Gerüchte, dass es einen städtischen Badesee auf dem Buga-Gelände geben soll. Dieses Projekt, dass wurde uns vom kleinen und großen Mann auf der Straße als persönliche Nachricht an Sie mitgegeben, ist notwendig! Wir wollten es nur einmal gesagt haben, damit es hinter-

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INTERVIEW DES MONATS: HANSPETER FAAS

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MEHR SEHEN ?! M USEU TSCHHOF M 012 U M D E ab 22.09.2 I NEUE ENTATION PRÄS HEILBRONN AM NECKAR / ENTWICKLUNG EINER STADT AM FLUSS ERÖFFNUNGSWOCHENENDE | Eintritt frei Samstag | 22. September | 14 Uhr: Eröffnung | 14-18 Uhr: Familiennachmittag Sonntag | 23. September | 11.30 Uhr: Führung | 13-17 Uhr: Familiennachmittag >> Eine Ausstellung für alle Interessierten von Kunst, Kultur und Geschichte MUSEUM IM DEUTSCHHOF | Städtische Museen Heilbronn 74072 Heilbronn, Deutschhofstr. 6, Tel. 07131/562295, www.museen-heilbronn.de >> Neue Öffnungszeiten: Di 10-19 Uhr, Mi-So, Feiertag: 10-17 Uhr | Eintritt frei

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INTERVIEW DES MONATS: HANSPETER FAAS her nicht heisst, Sie hätten von nichts gewusst. Der Projektrahmen der Bundesgartenschau Heilbronn wird nicht von der BUGA 2019 GmbH vorgegeben. Dieses ist das legitime Recht der politischen Gremien. Für mich ist ganz wichtig, dass die Stadt, wie schon erwähnt, hervorragende Basisarbeit geleistet hat, was alles möglich wäre. Diese Punkte müssen dann detailliert abgearbeitet werden, um am Ende entscheiden zu können, welche Projekte bis 2019 umgesetzt und realisiert werden und welche nicht. Aber 2019 ist kein Schlusspunkt der Entwicklung. Es geht in erster Linie um die Jahre nach 2019. Wenn man so will, ist die Buga ein Konzept 2040 oder gar 2050. Stadtentwicklung ist nach meinem Verständnis ein dauerhafter Prozess, der nicht irgendwann abgeschlossen ist. H A N S P E T E R FA A S -- H A N I X -- Wenn die Buga in Heilbronn tatsächlich umgesetzt wird, steht Heilbronn hinterher in neuem Gewand da. Wie so oft ist die Finanzierung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Wer finanziert die Buga und welche Geldmittel sollten und müssten die jeweils Beteiligten anteilig bringen, damit die Buga 2019 in Heilbronn stattfinden kann? H A N S P E T E R FA A S -- der Gartenschau geredet werden. Der Koalitionsvertrag der Landesregierung geht auch mit allem was wir machen, konform. Ob es um Förderung der Baukultur geht oder um die Vereinbarkeit von ökologischen und ökonomischen Themen bei der Stadtentwicklung. All das will Heilbronn durch das Projekt und Instrument Bundesgartenschau forcieren. Insofern müsste hier zwischen Stadt und Land die angesprochene fachliche Diskussion in Gang gesetzt werden. Aber man muss auch wissen, dass dieser ganze Prozess sich gerade erst am Anfang befindet. Ich bin hoffnungsfroh, dass sich diese fachliche Auseinandersetzung zwischen Stadt und Land in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird. H A N I X -- Bevor wir es ganz vergessen. Wir sind hier schließlich im sparsamen Schwabenland. Was wird die Buga in Heilbronn eigentlich kosten? H A N S P E T E R FA A S -- Es gibt bislang nur grobe Schätzungen, aber wir werden demnächst mehr wissen. H A N I X -- Zum Abschluss zurück in ihren Garten. Sie haben sicherlich eine Lieblingsblume oder -pflanze in ihrer privaten Parzelle, Herr Faas. Sprechen Sie mit ihr? Und wenn ja: Was sagen Sie ihr? H A N S P E T E R FA A S -- Ich glaube nicht, dass es momentan eine Frage der prozentualen Beteiligung ist, zumindest kann man das gegenwärtig nicht seriös sagen. Die Stadt sagt aus meiner Sicht zurecht, dass sich das Land an einem solchen überregionalen Projekt beteiligen muss, da die Bundesgartenschau auch eine Wirkung für das gesamte Bundesland hätte. Es gibt zum einen Fördertöpfe des Landes, die angezapft werden können, um einen Teil zu finanzieren. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn sich das Land mit einem Festbetrag an der Finanzierung der Bundesgartenschau beteiligen würde. Das Land wird feststellen, dass es auch zu den Nutzniessern der Bundesgartenschau gehören wird, weil eben die Wirkung weit über die Grenzen Baden-Württembergs strahlt. Das betrifft das Image aber auch den wirtschaftlichen Profit. Was ich derzeit etwas schade finde ist, dass sich die Diskussion zwischen Stadt und Land ausschließlich auf eine finanzielle Diskussion reduziert. Meiner Ansicht nach muss sich die Diskussion zu einer fachlichen Diskussion entwickeln. Es muss über die Inhalte Eine Lieblingsblume habe ich natürlich. Es ist die Christrose. Mich begeistert ihre einfache Struktur. Und sie zeigt den Wechsel zwischen den Jahreszeiten wunderbar an. Wenn sie durch den Schnee hindurch bricht und zu blühen beginnt, zeigt mir das jedes Mal wieder die Kraft der Natur. Ich gebe aber zu, dass ich nicht viel mit ihr spreche. Das hängt vielleicht auch mit meinem beruflichen Werdegang zusammen. Ich habe Gärtner gelernt. Vielleicht ist dann die Art mit Pflanzen umzugehen etwas unromantisch.

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MITTAGSTISCH-TEST Wir testen die ersten vier Mittagstische in Restaurants der Stadt QUALITÄT BENÖTIGT INDIVIDUALITÄT UND ZEIT Ein Gespräch mit Lebensmittel-Erzeugern und Händlern über hoch- und minderwertiges Essen und Trinken GASTHAUS WALDBLICK In Degmarn steht das kulinarisch beste Sportheim der Region OFFIZIELLE HASENMAHLREDE VON KLAUS ZWICKEL Zur festen Tradition des Mahls gehört auch die Hasenmahlrede durch eine vom OB ausgewählte Persönlichkeit SLOWFOOD-BÄCKER HÖNNIGE Fastfood war gestern, heute ist Slowfood angesagt CONTAINERN IST IN HEILBRONN NICHT EINFACH Containern bezeichnet die Mitnahme von weggeworfenen Lebensmitteln aus Abfallcontainern LA CUCINA VERDE Eine kulinarische Illustrations-Strecke der mehrfach ausgezeichneten Heilbronnerin Larissa Bertonasco

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M I T TAGST I SC H T E ST TEXT: ROBERT MUCHA & PHILIPP KIONKA FOTOS: MEHMET FILIZ Wer k e n n t d a s Pro b l e m n i c h t : Mi ttagspause - aber wohin zum Essen. Deshalb haben w i r u n s d a z u e n t s c h l o s s e n , e i nen regionalen Mittagstisch-Test zu star ten. Zunächst h a b e n w i r u n s i n d e r He i l bronner Innenstadt umgesehen und sind im Charivari , i m Vi n u m , i m Ve l o u n d i m Insel Hotel eingekehr t. Getestet wurde neben dem Ge s c h m a c k a u c h d i e Ge s c h w indigkeit, die Freundlichkeit des Ser vice-Personals, n a t ü r l i c h d e r Pre i s u n d a u c h die individuellen Eigenheiten der je weiligen Lokalitä t e n . Im Te s t h a b e n w i r u n s f ür das umgekehr te Schulnoten-System entschieden. Da s b e d e u t e t , d a s s d i e 6 , 0 d ie Höchstnote ist. Was wir gegessen haben, gibt e s h i e r z u m Na c h l e s e n : www.facebook.com/HANIX.Magazin

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Insel Hotel Willy-Mayer-Brücke | 74072 HN T 07131 919170 6,0 Preise 8,80 EUR Geschmack 6,0 Geschwindigkeit 22 Minuten Apfelschorlen-Index (0,5l) 4 EUR Individualität Chefin grüßt persönlich Service

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Velo Eichgasse 14 | 74072 Heilbronn T 07131 7905907 5,0 Preise 7 EUR Geschmack 6,0 Geschwindigkeit 26 Minuten Apfelschorlen-Index (0,4l) 2,80 EUR Individualität Nur vegane Gerichte Service

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Vinum Am Marktplatz 1 | 74072 Heilbronn T 07131 6427220 6,0 Preise ab 5,90 EUR - 10,90 EUR Geschmack 5,5 Geschwindigkeit 17 Minuten Apfelschorlen-Index (0,4l) 3,50 EUR Individualität Kcal werden angegeben Service

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Charivari Gymnasiumstr. 28 | 74072 Heilbronn T 07131 962932 6,0 Preise ab 6 EUR - 19,90 EUR Geschmack 5,5 Geschwindigkeit 20 Minuten Apfelschorlen-Index (0,4l) 3,50 EUR Individualität Minieis zum Espresso Service

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»QUA L I T Ä T B E N Ö T I GT I N D I V I D UA L I T ÄT U N D Z E I T« TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN es gibt seit einigen Jahren eine gegenbewegung zum fastfood. slowfood, wie sonst sollte sie heissen. Wir unterhielten uns mit Walter Kress (Kartoffelbauer), bodo peter (imker), stefan Kerner (speiseöl-Hersteller) und thomas pfeffer (feinkosthändler) über hochwertige Lebensmittel und mcdonalds. H A N I X -- Was bedeutet Slow Food überhaupt? einmal hat es überhaupt nichts mit der Produktion zu tun, da man von folgendem, ganz anderem Ansatz ausgeht: Lebensmittel werden unserer Ansicht nach nicht produziert sondern entweder handwerklich hergestellt oder sie wachsen eben. Man meint immer, der Landwirt ist auch der Produzent. Aber in der Richtung Slow Food muss man eben immer mehr mit der Natur zusammenarbeiten und die Natur hegen und pflegen. Slow Food ist ursprünglich, vor 30 Jahren, in Italien aus Protest gegen die FastFood-Ketten entstanden. Daher rührt auch der Gegenbegriff. Mittlerweile ist dieser Bereich stark angewachsen und eine richtige Bewegung beziehungsweise Lebenseinstellung geworden, in der man natürlich auch den Genuss nicht zu kurz kommen lassen möchte. H A N I X -- Also ist ihr Motto: Gutes braucht Zeit. WA LT E R K R E S S -- WA LT E R K R E S S -- Zuerst Aber es benötigt eben auch den Menschen als Heger und Pfleger der Natur. Das ursprünglichste Beispiel ist vielleicht das Thema Bienen, da gerade in der Imkerei soviel grundsätzliches Zusammenwirken von Natur und Mensch enthalten ist. H A N I X -- Der Begriff »Slow Food« kommt aus Italien, wann kam er nach Deutschland...? Richtig, dies ist der Grundsatz den wir eigentlich alle verinnerlicht haben. Qualität benötigt immer Individualität und viel Zeit. Damals vor ungefähr 25 Jahren waren es vor allen Dingen Münchner, die schon lange sehr affin mit der italienischen Lebensweise waren, die das Thema Slow Food in Italien kennengelernt und dann nach Deutschland gebracht haben. Slow Food in Deutschland kommt eigentlich mehr aus dem kulinarischen und weniger aus dem bäuerlichen Ansatz. Heute sind wir aber schon soweit, dass man den ganzheitlichen Ansatz sieht und für uns, die wir aus dem Biobereich kommen, ist es natürlich wichtig, dass das Thema Bio heute offener als noch vor einigen Jahren angenommen und gesehen wird. WA LT E R K R E S S -- H A N I X -- Wieviele Slow Food Hersteller gibt es hier in der Region? Dies ist relativ schwer zu beantworten, da es für den Bereich Slow Food, im Gegensatz zum Bio-Bereich, keine Zertifizierung oder sonstige Richtlinien gibt, was uns auch sehr wichtig ist. Es gibt eher gewisse Grundsätze, die erfüllt werden müssen, um ein sogenannter Förderer im Slow Food Bereich zu werden. Diese Grundsätze sind in drei Worten zu beschreiben: Gut, Sauber, Fair. WA LT E R K R E S S -- H A N I X -- Herr Kress, Sie sind Kartoffelbauer. Worin liegt der Unterschied zwischen ihren Kartoffeln und denen, die beispielsweise für die McDonaldsPommes verwendet werden? WA LT E R K R E S S -- Zu McDonalds kann ich natürlich nur wenig sagen, aber es ist ja mittlerweile so, das Pommes teilweise gar nicht mehr aus Kartoffeln hergestellt werden sondern aus einem Pulver welches dann in die entsprechende Form gepresst wird. Was meine Kartoffeln angeht, bestätigen mir das hauptsächlich meine Kunden, dass sie sehr dicht im Geschmack und nicht wässrig sind. Dies liegt daran, dass ich keinerlei Mineraldünger verwende und somit

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN weniger Wasser in der Kartoffel enthalten ist. Das ist aber auch eine Bodenfrage, ähnlich wie beim Wein, der seinen Geschmack aus dem Boden holt. Leider wissen viele Menschen heutzutage gar nicht mehr, wie man Kartoffeln richtig zubereitet und achten gerade bei diesem Produkt nicht auf Qualität. Doch monetär gesehen spielt es nicht so eine große Rolle ob ich günstige Kartoffeln kaufe oder eben für viel mehr Qualität etwas mehr Geld ausgebe, da der Kostenunterschied nicht gewaltig ist. Grundsätzlich muss es bei allen Lebensmitteln darum gehen auf Qualität zu setzen und den Trend zu Billig-Produkten wieder umzukehren. H A N I X -- Wenn sie die McDonalds Werbung mit dem Bauern der über den Acker fährt sehen... Kunde möchte heutzutage immer mehr wissen. Wo genau das gekaufte Produkt herkommt und wie es entstanden ist? Dieser Trend ist schon eine ganze Zeit lang erkennbar und mit Sicherheit auch der richtige Weg. H A N I X -- Hat sich da tatsächlich etwas im Bewusstsein der Verbraucher getan? THOMAS PFEFFER -- ... erkenne ich den Trend, dass auch die großen Lebensmittelhersteller versuchen an die Natur und Ursprünglichkeit anzuknüpfen und die Aha-Erlebnisse von früher mit emotionaler Werbung wieder zu wecken. Wir kleineren Slow Food Betriebe müssen eben einfach durch unsere Qualität bestehen, um diese emotionalen Geschmackserlebnisse von früher beim Verbraucher hervor zu rufen. T H O M A S P F E F F E R -- Bei uns kann man eben die Qualität schmecken und nicht nur auf schönen, teilweise manipulierten Bildern sehen. S T E FA N K E R N E R -- Wichtig ist hierbei natürlich auch die Identität des Kunden mit dem Erzeuger. Der WA LT E R K R E S S -- Absolut, früher war das Thema Bio eher ein Thema für Randgruppen und wurde auch immer mit einer Einstellung gegen die Gesellschaft in Verbindung gebracht. B O D O P E T E R -- Ich glaube dass man, auch durch Bestrebungen wie Gentechnik, einfach wach geworden ist und schon viel genauer auf die Erzeugnisse schaut. Es kommt jetzt eben auch das Ego hinzu, dass sich Kunden bewusst gesund ernähren möchten und hier gibt es eben nur eine richtige Chance: Und zwar durch regionale Produkte, bei denen man einfach nachvollziehen kann wie, wo und durch wen die Lebensmittel erzeugt wurden. Außerdem arbeiten die Slow Food Betriebe natürlich auch zusammen. Es ist ein schönes Gefühl, wenn beispielsweise meine Bienen dafür verantwortlich sind Pflanzen anderer Betriebe zu bestäuben. Ein generelles Problem ist einfach, dass der Mensch bei finanziellen Engpässen als allererstes an den Lebensmitteln spart. WA LT E R K R E S S -- H A N I X -- Ist diese Sparsamkeit bezüglich Lebensmitteln ein deutsches Phänomen? Ich glaube schon, denn wenn man sich die statistischen Zahlen ansieht, sind wir Deutsche diejenigen, die durchschnittlich am wenigstens für Essen ausgeben. In anderen Ländern, insbesondere im mediterranen Raum, ist bei dem Thema schon noch ein anderes Bewusstsein und ein anderer Stolz vorhanden, wenn es um Lebensmittel geht.So kauft man natürlich beispielsweise in Italien auch in den sogenannten Discount-Märkten ein, aber im Bereich Grundnahrungsmittel, wie beispielsweise Olivenöl oder Pasta, ist es eine Frage der Ehre, dass diese eben nicht in großen Supermärkten erworben werden. WA LT E R K R E S S -- Nach dem zweiten Weltkrieg herrschte, insbesondere im Ernährungsbereich, eine Mangelwirtschaft und dann hat man, neben der Intensivierung der Landwirtschaft, eben auch die Intensivierung der Lebensmittelindustrie vorangetrieben. Mittlerweile kommt man aber immer mehr zu dem Schluss, dass irgendwas nicht stimmen kann und das Ganze geht ja weiter. In den Dörfern haben wir keine Läden mehr. So wird das Thema mangelnde Nahversorgung immer relevanter. Durch den demografischen Wandel, die Bevölkerung wird immer älter, dabei aber nicht mobiler, kommen in Zukunft auch Versorgungsfragen auf uns zu. Im Bereich ländliche Metzgereien sieht es jetzt schon ganz schlecht aus und daher merken die Menschen auch, dass so langsam die Zeit reif für eine

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Veränderung dieses Systems hin zu einer offenen und transparenten Produktionskette wäre. Dies kann eben die Lebensmittelindustrie nicht mehr leisten, weswegen dann die schönen Bilder der Werbung benötigt werden. S T E FA N K E R N E R -- Das ist genau der Punkt, eine offene Produktionskette. So kann jeder meinen Produktionsprozess offen anschauen, was für den Kunden auch eine Art positives Erlebnis ist. H A N I X -- Herr Kerner, sie drei sind Erzeuger von Speiseölen. Wodurch unterscheidet sich ihr Herstellungsprozess von dem eines industriell hergestellten Öles? S T E FA N K E R N E R -- Grundsätzlich haben wir uns vor sechs Jahren, als die Ölmühle gegründet wurde, auf die Fahne geschrieben, dass wir von der Saat bis zum Öl alles aus einer Hand machen. Dieses Credo wird sich nicht ändern. Das heißt, wir bauen die Rohstoffe selbst an, pressen selbst, mit dem klassischen Prinzip der Kaltpressung so dass alle Vitamine und wichtigen Stoffe erhalten bleiben, und das Öl bleibt naturbelassen. Es findet also keine Filterung und keine Zugabe von chemischen Konservierungsstoffen statt. HANIX -- Herr Peter, und wie fragen mich, was denn der Unterschied zu anderen Imkern ist, da ja meine Bienen auch zu anderen Blüten fliegen. Hier kann ich dann antworten, dass eben nicht die Blüte das Auschlaggebende ist, sondern es kommt darauf ankommt, wie die Bienen gehalten werden. Es ist eben wie in jeder artgerechten oder wesensgemäßen Tierhaltung so, dass wir die Bienen eben anders halten als im konventionellen Bereich. Es gibt auch in der Bienenzucht die schrecklichsten Möglichkeiten den Ertrag zu steigern. Auch ich könnte ein Drittel mehr Ertrag erarbeiten, wenn ich konventionell arbeiten würde, was dann aber zu Lasten der Qualität ginge. Der Prozess des Honigmachens in einer Biene bleibt bei mir einfach natürlich erhalten und wird nicht durch gewisse Einschnitte beeinflusst oder beschleunigt. Des weiteren ist es bei allen qualitativ hochwertigen Erzeugnissen wichtig, wie diese nach dem Entstehen behandelt werden. Deshalb fülle ich den Honig in Violett-Gläser ab, da der Honig auch im Dunkeln des Bienenstocks entsteht und nach der Ernte nicht lange dem Licht ausgesetzt werden soll. Diese Abfüllung setzt aber wiederum großes Vertrauen voraus, da der Kunde nicht sieht, was er da im Glas kauft. H A N I X -- Herr Pfeffer, Sie handeln mit solchen hochwertigen Lebensmitteln. THOMAS PFEFFER -- sieht es bei der Produktion ihres Honigs aus. Auch hier gibt es sicherlich Unterschiede zur industriellen Herstellungsweise? BODO PETER -- Viele Menschen Ich bin ursprünglich Koch und hatte immer

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN mit der Frage zu tun, wie ich an gute Erzeuger von qualitativ hochwertigen Lebensmitteln komme. Hier tut man sich als Koch einfach ganz schwer, wenn man dies konsequent umsetzen möchte. Selbst wenn man regional bleiben will, ist man viel unterwegs um passende Erzeuger zu finden. Letztendlich ist dies schon ein komplett eigenständiger Job. Dieses Beschäftigen mit Lebensmitteln hat mir so gut gefallen, dass ich meine »Kochkarriere« etwas an den Nagel gehängt und nach Italien »abgehauen« bin, um auch bei Erzeugern, wie Winzern und Olivenbauern zu arbeiten, um zu erfahren wie diese Menschen ticken, was man beachten muss und wie man mit den Rohstoffen umgeht. H A N I X -- Ist ihre Kundschaft auch an Informationen über die Erzeugerbetriebe der von ihnen angebotenen Lebensmittel interessiert? Das auf jeden Fall. Ich merke schon, dass das Interesse an solchen Themen gewachsen ist. Auf der anderen Seite ist dies aber noch ein wenig zweischneidig. Die einen Kunden fragen weil sie wirklich Interesse an diesem Thema haben und mehr dazu wissen möchten, die anderen wollen sich vielleicht etwas über das Essen profilieren. Heute ist es up-to-date hochwertige Lebensmittel zu kaufen und hier gehört es dann zum guten Ton nach der Herkunft der Produkte zu fragen. Die Bewegung, dass das Essen als echtes Statussymbol gesehen wird nimmt momentan extrem zu, was das Essen eigentlich nicht verdient hat. Es sind aber die Extreme die unsere Gesellschaft ausmachen. Entweder man kauft extrem billiges Essen oder THOMAS PFEFFER -- es muss unheimlich hochwertig sein. Wo gibt es denn noch die richtig gutbürgerliche Küche für den Mittelstand? Heutzutage werden irgendwo auf einem Bauernhof die Maultaschen selbst gemacht, das steht dann in einem Hochglanz-Gourmet-Magazin und zwei Wochen später stehen nur noch Porsche und Ferrari auf dem Hof, weshalb sich die Einheimischen nicht mehr hin trauen. Ich denke trotzdem, dass wir auf einem guten Weg sind. Meiner Meinung nach müsste man sich etwas mehr um diejenigen kümmern, die nicht in einen Laden wie meinen reingehen möchten und glauben auf den Kauf im Supermarkt angewiesen zu sein. Hier erhoffe ich mir auch von der Slow Food Bewegung einen gewissen Druck gegenüber der Politik, die hier einfach gefordert ist. WA LT E R K R E S S -- Wir haben leider seit ein paar Jahren den Trend weniger selbst zu kochen und hin zur reinen Nahrungsaufnahme irgendwo. Wenn man heute durch die Städte geht ist Essen allgegenwärtig, ob in Cafés, Restaurants, im Stehen, im Gehen oder im Sitzen. Des weiteren ist es so, das Essen zu allen Anlässen wie Empfängen oder Sitzungen kostenlos gereicht wird und somit seine Wertigkeit verliert. Ich nenne das ganz gerne Schnittchengesellschaft. Wir von der Slow Food Bewegung möchten aber das einzelne Lebensmittel und dessen Wertigkeit wieder in den Vordergrund stellen. Dann braucht man auch gar nicht mehr soviel drumherum und vor allen Dingen benötigt man nicht die großen Fertigkeiten das Essen zuzubereiten, da das Lebensmittel an sich schon hochwertig ist. HANIX -- Fressen die Leute heutzutage zu viel? jetzt unser Hans-Peter Hagen da wäre, würde er das Beispiel mit den Kaffee-Pads nennen. Diese kosten verhältnismäßig wenig, die Kaffeemaschinen sind günstig, aber hochgerechnet kostet es in etwa acht mal soviel, als wenn ich irgendwo gute Kaffeebohnen kaufe. Oder man schaut sich an, wie die vollen Einkaufswägen aus Supermärkten rausgefahren werden. Diese Lebensmittel sind zwar billig, allerdings landet ein großer Anteil davon im Müll. S T E FA N K E R N E R -- Man muss sich in solchen Fällen schon fragen, ob nicht das kleinere aber qualitativ hochwertigere Stück Fleisch, vor allen Dingen von den Nährwerten her, besser ist als die Familienpackung aus dem Supermarkt. Leider ist aber auch die Gesellschaft so, dass man sich einbildet nicht die Zeit zu haben um sich über diese Themen Gedanken zu machen oder über Lebensmittel nachzudenken. T H O M A S P F E F F E R -- Zumal Hunger und satt werden nicht heißt einfach nur den Magen zu füllen. Qualitätsprodukte riechen gut, sehen gut aus und schmecken. Es werden mehrere Sinne angesprochen und somit wird sich auch das Sättigungsgefühl früher einstellen. Ein Supermarktkäse hingegen kann das einfach nicht leisten weil er die Qualität nicht hat. Unser Kopf sagt uns dann erst das man satt ist, wenn ein Völlegefühl eingetreten ist. B O D O P E T E R -- Es sind aber natürlich auch immer zwei Seelen in einem wenn man über gutes Essen spricht. Auf der einen Seite ist man in und en vogue wenn man über Qualitätsessen redet, auf der anderen Seite ist die WA LT E R K R E S S -- Wenn

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Versuchung aber trotzdem wahnsinnig groß, wenn es die sogenannten unschlagbaren Angebote in DiscountMärkten gibt. Der Mensch hat also einerseits das Bedürfnis sich gesund zu ernähren, andererseits reizt es ungemein bei sogenannten Schnäppchen zuzuschlagen. WA LT E R K R E S S -- Es ist auch die unglaubliche Angebotsvielfalt in den Supermärkten, die in meinen Augen nicht nötig ist. Ich persönlich würde lieber auf 20 von 25 Leberwurstsorten verzichten, dafür aber sicher sein, das die dann fünf angebotenen Sorten qualitativ hochwertig sind. T H O M A S P F E F F E R -- Ich sehe das auch in meinem Laden. Ich biete eben nur saisonale Produkte an und nicht beispielsweise 25 verschiedene Käsesorten. Wenn dann mal ein Produkt aus ist, was für den Kunden eine ganz neue Erfahrung bedeutet, habe ich es noch nicht erlebt, dass der Kunde dann geht. Er freut sich eher, dass er jetzt etwas anderes hochwertiges empfohlen bekommt und ausprobieren kann. Unsere Waffe ist einfach das Know How über Lebensmittel, so dass wir immer wieder neue Geschmackserlebnisse präsentieren können, über die sich die Kunden freuen. S T E FA N K E R N E R -- Das Thema ist natürlich nicht nur bei Produkten wie Käse zu erkennen. Auch im Obstund Gemüsebereich versuchen die großen Supermärkte das ganze Jahr beispielsweise Erdbeeren anzubieten und nicht auf die Saisonalität zu achten. Viel mehr sollte es so sein, dass es bestimmte Produkte nur zu bestimmten Zeiten gibt. Sind dann diese Produkte ausverkauft, gibt es andere für andere Jahreszeiten. Hier müsste man eigentlich ansetzen und einen gewissen Bildungsauftrag im Bereich Lebensmittel erfüllen, was natürlich auch einen großen Umerziehungsprozess, sowohl beim Kunden als auch bei den großen Herstellern hervorrufen müsste. Es muss einfach wieder ein größerer Bezug zum Lebensmittel an sich und zur Entstehung der Erzeugnisse geschaffen werden. H A N I X -- Muss das vielleicht auch in die Schulen hereingetragen werden? BODO PETER -- Dies ist ein gutes Stichwort. In den Schulen fängt das Thema ja schon an. Ich verkaufe ehrenamtlich zweimal die Woche Essensmarken an der Waldorfschule. In der Mensaküche dort wird tatsächlich richtig gekocht, möglichst mit Demeterprodukten, falls nicht dann aber mit Erzeugnissen aus biologischem Anbau. Ich kenne auch Lehrer an einer großen Heilbronner Privat91 schule, die erst vor einigen Jahren gebaut wurde. In der schuleigenen Mensa gibt es eine Küche, in der man nicht mal kochen kann, da es nur Steckdosen zum Warmhalten gibt. Es kommt ein Caterer aus dem Landkreis, der dann Essen in Warmhalteboxen anliefert. Hier sagen sogar Lehrer, dass man aufgrund der Gerüche keine Tür offen lassen kann und sie selbst gehen in der Pause in andere Lokalitäten zum Suppe essen. Was muten wir also unseren Kindern zu, wenn wir nicht mal in der Lage sind eine neue Schule mit einer modernen und echten Küche auszustatten. WA LT E R K R E S S -- Wichtig hierbei ist für die Zukunft auch, den Berufen, wie Koch oder Metzger wieder die Anerkennung zu geben die sie verdient haben. Früher war der Metzger eine höchst angesehene Persönlichkeit, wie es heute in Italien immer noch der Fall ist. Leider gab es dann eine Zeit in der genau diese Berufe nicht mehr geachtet wurden. Wir probieren Jugendliche wieder an diese Berufe und an den richtigen Umgang mit Lebensmitteln heranzuführen in dem wir beispielsweise im Herbst gemeinsam auf den Acker gehen und Getreide aussähen um auch einfach wieder ein Gefühl für die Natur zu vermitteln. Es gibt die überladenen Erntedank-Gottesdienste, aber der Erntedank muss unserer Meinung nach draußen und vor allen Dingen in den Köpfen der Menschen statt finden. Unser aller Wunsch hierbei ist nicht, dass es uns die Gesellschaft dankt, sondern der Gesellschaft muss gutes und gesundes Essen etwas wert sein. Momentan gibt es zwei große Chancen zum Wandel. Dies ist einmal das Thema Energiewende und

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN zweitens das Thema Nahversorgung über ländliche »Tante-Emma-Läden«. Hierzu benötigt es Menschen wie uns, da es auch eine große Chance für die soziale Gemeinsamkeit ist. Es ist doch wunderschön gemeinsam an einer großen Tafel zu sitzen und hochwertige Nahrung zu sich zu nehmen, von der man auch noch weiß, woher sie kommt. STEFAN KERNER -- Es ist ja heute oft wieder erforderlich das beide Elternteile arbeiten müssen, und dadurch geht natürlich auch die Sitte des gemeinsamen Essens verloren. Allein schmeckt es einfach nicht so gut und dadurch geht dann auch die Wertschätzung für unsere Lebensmittel verloren. HANIX -- Supermärkte werfen unglaubliche Mengen guter Lebensmittel einfach weg. Wie sieht es bei Slow-Food-Erzeugern aus? WALTER KRESS -- Wir sind zu Hause sechs Personen und nehmen alles, was zum verkaufen zweite Wahl wäre, mit nach Hause und verarbeiten es. Die Reste gebe ich dann mit großer Freude an meine Schweine weiter. Früher konnte man so was auch noch verkaufen, aber heute muss ja alles hygienisiert werden, was auch der Grund dafür ist, das es sich kleine Kindertagesstätten gar nicht mehr leisten können selbst zu kochen. Diese Auflagen schießen meiner Meinung nach absolut über das Ziel hinaus. Das Containern ist beispielsweise ein Mittel um die Gesellschaft auf Missstände aufmerksam zu machen, auch wenn es nicht jedermann´s Sache ist. ßenden Frage: Wann sind Sie das letzte mal in einem Fast-FoodRestaurant zum Essen gewesen? HANIX -- Kommen wir zur abschlie- In der Wurstbraterei Silzer kann man mich durchaus mal erwischen. Firmen wie McDonalds macht man es auch sehr leicht damit, dass es kaum noch Angebote von gutem Essen für unterwegs gibt. Ehrlich gesagt: Bevor ich irgendwas an der Autobahnraststätte zu mir nehme, gehe ich dann auch eher zum McDonalds, da es hier einfach an Alternativen fehlt, gerade für Reisende die nicht stundenlang nach einer guten Möglichkeit suchen können. WALTER KRESS -- Ich gehe nicht zu McDonalds, da es hier kein Glas Wein zum Essen gibt und mir außerdem die Esskultur nicht gefällt. Wobei ich schon auch mal etwas schnelles vespere, das wird dann aber eben auch daheim zubereitet. STEFAN KERNER -- Aber selbst dann wird dies mit hochwertigen Lebensmitteln geschehen. THOMAS PFEFFER --

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Kreativzentr Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn

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GAST H AU S WA L D B L I C K TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN In Degmarn führ t Fritzi Lenz seit nun zehn Jahren das k u l inarisch beste Spor theim im Landkreis. Für ihren Ro stbraten ist sie weit über Degmarns Grenzen hinaus b e kannt, hat sie uns verraten. H A N I X -- Frau Lenz, Anfang September feiern Sie zehnjähriges Jubiläum als Pächterin des Degmarner Sportheims »Waldblick«. Eine lange Zeit. F R I T Z I L E N Z -- Genau, vor zehn Jahren habe ich das Waldblick übernommen. Das Vereinsheim lief damals schon ganz gut. Seit ich hier Pächterin bin, gab es in dieser Zeit nochmals eine Umsatzsteigerung von 35 - 40 %. H A N I X -- Wie kamen Sie dazu Pächterin eines Sportheims zu werden? F R I T Z I L E N Z -- In der Zeitung stand eine Stellenanzeige des Waldblick. Daraufhin habe ich mich gemeldet und wurde auch sofort eingestellt. Ich habe also fünf Jahre bevor ich Pächterin wurde angefangen hier in Degmarn zu bedienen. Davor habe ich auch in der Spaghetti-Oper gearbeitet und im Café Münch ausgeholfen. Das war mir dann irgendwann alles zu schick, deshalb wollte ich aufs Land. Ich muss auch sagen, dass ich mich hier auf dem Land wohler fühle als in städtischer Gastronomie. Vor zehn Jahren wurde dann das Vereinsheim zur Pacht ausgeschrieben und ich habe mich zusammen mit meiner Tochter beworben. Ich habe dann glücklicherweise auch den Zuschlag bekommen aber in den ersten anderthalb Jahren gleichzeitig immer noch für den ASB gearbeitet. H A N I X -- Worin liegt ihr Erfolg. Ein Pächterwechsel birgt ja immer auch die Gefahr, dass langjährige Stammgäste die Lokalität wechseln. FRITZI LENZ -- und der Verein noch nie eine solche Wirtin hatte. Das hat mich natürlich gefreut und auch stolz gemacht. H A N I X -- Es klingt so als wären Sie gerne hier in Degmarn. F R I T Z I L E N Z -- Inzwischen habe ich auch eine Wohnung hier in Degmarn und bin richtige Degmarnerin geworden, möchte ich behaupten. H A N I X -- Wer außer die Degmarner Sportler und Fans besucht ihr Sportheim noch? FRITZI LENZ -- Zum einen in meinem guten Serviceteam, das von Beginn an mit dabei ist. Dazu habe ich fleißige Helfer in der Küche. Ich selbst kümmere mich um Einkauf, das Kochen und, wenn man es so nennen will, das Management des Waldblick. Ich bin immer da, das ist den Leuten sehr wichtig. Dann möchte ich behaupten, dass ich gut koche. Bei mir gibt es gut bürgerliche Küche. Und ich gehe auf die Wünsche meiner Gäste ein. H A N I X -- Gab es denn hier in Degmarn auch Skeptiker als Sie das Sportheim als Pächterin übernommen haben? Zunächst waren viele Skeptiker da. Der Vorstand des TSV Degmarn hat nun zu meinem zehnjährigen Jubiläum als Pächterin in der Vereinszeitung geschrieben, dass alle Anfangsskepsis verflogen ist FRITZI LENZ -- Ich habe hier neben den Gästen aus dem Vereinsumfeld auch sehr viele Familienfeiern, wie Geburtstage, Hochzeiten, Kommunionen und Konfirmationen. Oft kommen auch Wander- oder Fahrradgruppen. Neben dem Sportheim liegt die Sporthalle, so dass ich dadurch auch größere Feiern bewirten kann. 210 Gäste war bisher die größte Zahl an Menschen, die wir hier auf einmal betreut haben. Die Halle wird dann immer schön dekoriert, dabei helfen mir immer Leute des TSV. Und der schöne Spielplatz neben dem Sportheim ist sicherlich auch ein Argument für Familien hier bei mir einzukehren. H A N I X -- Ihre Gäste kommen aus dem gesamten Heilbronner Landkreis oder beschränkt es sich auf die Degmarner Ecke?

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN H A N I X -- Was würden Sie Menschen raten, die sich überlegen, eine Vereinsgastronomie zu übernehmen? Sicher muss man etwas anders vorgehen als bei einem »normalen« Restaurant. FRITZI LENZ -- Meine Gäste kommen tatsächlich aus dem ganzen Landkreis. Das beschränkt sich zum Glück nicht nur auf die Nachbargemeinden Degmarns. Auch darauf bin ich ein bisschen stolz, da ich keine Werbung betreibe und sich das alles über Mund-zu-Mund-Propaganda herumgesprochen hat, dass man in Degmarn im Waldblick gut essen und sich wohlfühlen kann. FRITZI LENZ -- H A N I X -- Ihr Sportheim ist sicherlich eines der besten im Unterland. Haben Sie mit diesem Ruf und diesem Erfolg geliebäugelt als Sie vor zehn Jahren angefangen haben? FRITZI LENZ -- und ich muss sagen, dass mich die Menschen hier unheimlich unterstützt und ermutigt haben nach diesem Schicksalsschlag weiter zu machen. Das Sportheim war damals sogar noch besser besucht, weil mir die Degmarner zeigen wollten, dass ich auf sie zählen kann. Dafür bin ich unglaublich dankbar. Mit dieser Unterstützung hatte ich nicht gerechnet, das vergesse ich den Menschen hier auch nicht. Der ganze Ort stand hinter mir. H A N I X -- Welche Sportler kehren hier bei ihnen ein? Fußball wird in Degmarn ja nicht gespielt, obwohl es einen wunderbaren Rasenplatz direkt vor ihrer Außenterrasse gibt. FRITZI LENZ -- Eine klare Linie mit der Vereinsvorstandschaft ist unabdingbar. Das muss auch ganz am Anfang abgeklärt und abgesprochen werden. Wie man miteinander zusammenarbeiten will und sich die Zusammenarbeit vorstellt muss unmissverständlich definiert sein. Daran müssen sich danach auch beide Seiten halten. Klar ist, dass das Waldblick das Sportheim des TSV Degmarn ist und der Verein und seine Mitglieder Vorrang haben. Aber auch von meiner Seite mussten Grenzen gesteckt werden. Vom Verein erwarte ich zum Beispiel, dass die Sportler ab und zu auf eine andere Lokalität ausweichen, wenn ich gerade eine große Familienfeier im Waldblick habe. Aber das funktioniert hier in Degmarn sehr gut. H A N I X -- Sie kochen selbst, haben Sie uns verraten. Wofür sind Sie besonders bekannt? Ich bin bekannt für meinen Rostbraten und die diversesten Schnitzelvariationen. Meine Soßen setze ich übrigens jede Woche selbst an. Das ist auch nicht überall Gang und Gebe. Und ich möchte behaupten, dass man das auch schmeckt. FRITZI LENZ -- H A N I X -- Ihr zehnjähriges Jubiläum steht kurz bevor. Wird es auch ein zwanzigjähriges geben? Mit dem Erfolg hatte ich nicht gerechnet. Ich wollte eigentlich vor vier Jahren, mit 60 Jahren, kürzer treten und an meine Tochter übergeben. Leider ist sie durch einen tragischen Unfall verstorben. Das war vor sechs Jahren. Zurück zum ASB wollte ich nicht Wir in Degmarn sind eine reine Handballhochburg. Sonntag abends bin ich bei den Spielen natürlich auch dabei und schaue zu. Ich sponsore unsere Handballer auch. Das fünfzehnjährige Jubiläum strebe ich hier im Waldblick schon an. Ob es ein zwanzigstes geben wird, steht noch in den Sternen. Da lasse ich mich selbst überraschen. FRITZI LENZ --

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DAS H AS E N M A H L FOTOS: MELI DIKTA einer tradition aus dem 15. Jahrhundert folgend, als sich obrigkeit und bürgerschaft Heilbronns zum feierlichen gelöbnis gegenseitiger treue trafen, laden oberbürgermeister und gemeinderat noch heute alljährlich zum Hasenmahl ein. dabei finden menschen aus allen bereichen der stadt zu zwanglosem gespräch zusammen. zur festen tradition des mahls gehört auch die Hasenmahlrede durch eine vom oberbürgermeister ausgewählte persönlichkeit. die rede aus dem Jahr 2004 wird exemplarisch hier nun zum nachlesen veröffentlicht.

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN HASENMAHLREDE 2004 GEHALTEN VON KLAUS ZWICKEL 1993-2003 IG METALL-VORSITZENDER Liebe Festgäste, das Hasenmahl ist ja immer für Überraschungen gut und für Unvorhergesehenes bekannt. Und das betrifft ja nicht nur die Qualität des Essens oder die Qualität der Getränke. So auch heute. Es hat die meisten von Ihnen heute Abend sicher überrascht, »den linken Zwickel« an der rechten Seite des Oberbürgermeisters zu sehen. Ich will alle denkbaren Spekulationen von vorne herein ausschliessen und auch die üblichen Gerüchte erst gar nicht aufkommen lassen. Deshalb schon jetzt unmissverständlich und auch schriftlich fürs Protokoll: »Der Zwickel« hat die Seite nicht gewechselt. Weil ich nicht vergesse, wo ich herkomme, weiss ich auch, wo ich hingehöre. Ich bin mir sicher, dass ich mit diesen Hinweisen meine politischen Freunde nicht wirk lich überrascht und meine gewerkschaftlichen Kollegen für immer beruhigt habe. Das hoffe ich zumindest! Ihr könnt also weiterhin auf mich bauen, so wie ich auch weiter auf euch vertrauen werde. Anderseits weiss ich es auch zu schätzen, dass ich mit dieser Klarstellung meine politischen »Gegner« nicht übermässig verwirrt und meine persönlichen Kritiker, die es ja Gerüchten zufolge immer noch geben soll, nicht wirklich enttäuscht habe. Auch Sie wissen, wer ich bin. Und Sie wissen auch, was ich bleiben werde. Der Herr Oberbürgermeister hat mich also trotz meiner gewerkschaftspolitischen Vergangenheit und des Wissens um meine politische Überzeugung in die Reihe der »Oberhasen« aufgenommen. So weit, so gut. Ich habe lange gerätselt, warum er das gemacht hat und was er sich davon verspricht. Das Hasenmahl vereint ja in langer Tradition »Freund und Feind«. Das könnte schon ein Grund für diese Einladung sein. Aber war es auch der wirkliche Anlass? Sicher hat der OB ein grosses Herz und viel Verstand. Herz und Verstand zeichnen die Oberbürgermeister von Heilbronn immer aus. Wie könnte es auch anders sein? Vielleicht wollte Herr Himmelsbach aber auch nur Mitgefühl zeigen. Und deswegen dachte er vermutlich: Wenn die Gewerkschaften gegenwärtig schon nichts zu lachen haben, dann soll wenigstens einer von ihnen uns hier zum Lachen bringen! Schadenfreude ist bekanntlich ja die schönste Freude. Aber ich warne schon jetzt vor falscher Freu de und schneller Gewissheit, und das mit keinem schlauen Gedanken eines Gewerkschafters, sondern mit einem klugen Spruch von Wilhelm Busch, der besagt: »Wer sich freut, wenn wer betrübt, macht sich meistens unbeliebt!« Aber daran kann der Oberbürgermeister kein Interesse haben. Auch der Oberbürgermeister von Heilbronn kann sich Schadenfreude trotz lautstarker Agenda-Politik von Gerhard Schröder im Bund und leiser Samthandschuh-Politik von Ute Vogt im Ländle sicher nicht leisten. Schliesslich will er bei der nächsten Wahl parteiübergreifend bestätig werden. Nicht wahr, Herr Himmelsbach? Also bin ich mir sicher, es sollte keine Schadenfreude über den Zustand der Gewerkschaften sein, die mir diese Einladung verschafft hat. Hoffentlich hat auch die Erwartung keine Rolle gespielt, dass ich hier einen Abgesang auf meine Mitstreiter anstimme. Wer darauf spekuliert hat, wird enttäuscht werden. Es muss also wohl andere Gründe für meine Einladung geben. Vermutlich gibt es einen ganz einfachen Hintergedanken. Jetzt, wo »der Zwickel« aus dem grossen politischen Geschäft raus ist und mit seiner Rente den Umsatz der lokalen Geschäfte steigert, hat er es endlich verdient, uns den Hasenmahlredner zu machen. Und/Oder es soll, nach den Böckinger HasenmahlrednernSiegfried Schilling und Otto Egerter, ein weiterer Beitrag zur Wiedergutmachung der Annektierung von Böckingen sein. Ich wohne zwar schon lange und gerne in Sontheim, aber wenn ich über den Neckar fahre, kommt immer der Gedanke »Es gibt keinen Weg, der nicht auch nach Hause führt«. Danke, Herr Himmelsbach, für die Einladung. Auf die Gesundheit von uns allen und auf die Umsatzsteigerung der Heilbronner Geschäfte! Verehrte Gäste, meine Damen und Herren, das Heilbronner Hasenmahl hat eine lange Tradition und stellt ein aussergewöhnliches Ereignis dar. Deshalb ist auch die Hasenmahlrede eine besondere Herausforderung für mich und ein herausragendes Erlebnis. Für alle Redner war es immer zugleich eine grosse Ehre, diese Festmahlansprache halten zu dürfen. Aber meistens war es auch die letzte Chance für sie, noch mit einer Aufgabe zu

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN wachsen. Das ist die eine Seite der Medaille, die andere betrifft die Zuhörer. Für sie war es immer eine gute Gelegenheit, mit Beifall die verbalen Bosheiten der Sprecher zu beklatschen und die spitzen Gemeinheiten der Redner zu bejubeln. Bosheiten und Sticheleien, die man sich selbst nicht traut zu äussern - zumindest nicht in der Öffentlichkeit und vor den Ohren der Presse. Gelegentlich sollen interessierte Zuhörer auch schon mal auf deftige politische Entgleisungen gehofft und auf kräftige Schläge für den politischen Gegner gewartet haben. Entgleisungen und Attacken, zu denen man angeblich selbst nie und nimmer fähig ist - zumindest nicht im nüchternen Zustand. Journalisten, Politiker, Stadträte und andere anwesende Honoratioren trinken ja gelegentlich so wenig, wie gerade noch hineingeht. Also sind sie weder zu unflätigen Bosheiten in der Lage noch zu verbalen Attacken fähig. Gewerkschaftern wird ja bekanntlich das Gegenteil unterstellt. Aber das ist eine andere Geschichte, die heute hier nicht passt. Bei den Hasenmahlfeiern ist im Laufe der Zeit eine illustre Schar von Festrednern aufgetreten. Es ist über die Jahre eine beeindruckende Sammlung von Festansprachen zusammen gekommen. Unzählige ausgewiesene Hasen-Experten gaben sich hier die Ehre. Das Ergebnis ist, dass wohl in Heilbronn inzwischen jeder den Unterschied zwischen Stallhase und Feldhase kennt und genau zu unterscheiden weiss zwischen Dachhase und Osterhase. Auch die Begriffe »Meister Lampe« oder »Mümmelmann« gehören längst zum aktiven Sprachschatz aller Heilbronner. Das liegt daran, dass hier in jedem Jahr in feierlicher Runde die Gelegenheit geboten wird, lexikalisches Wissen aufzufrischen und die Verbundenheit mit der Natur zu unterstreichen. Günther Jauch sollte niemals einem Heilbronner die Hasenfrage stellen. Für die richtige Antwort braucht er ganz sicher weder das Wissen des Publikums noch die Hilfe des Telefonjokers. Es ehrt den Heilbronner, dass er viel weiss und das auch jederzeit unter Beweis stellen kann - oft ungefragt und meist auch ungebeten. Aber es zeichnet ihn besonders aus, dass er alles über Hasen weiss und das auch immer präsent hat. Dem Hasenmahl sei Dank! Verdienstvoll ist sicher auch, dass beim Festmahl immer wieder alte Hasen zeigen, was sie »jungen Füchsen« voraushaben. Viele haben diese Chance genutzt - nicht immer zum persönlichen Vorteil, aber oft zur allgemeinen Belustigung des Publikums. Um die Angsthasen, die schon bei der ersten vorsichtigen Anfrage, ob sie als Gastmahlredner in Frage kommen,

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN das Hasenpanier ergriffen haben, ist es deshalb auch überhaupt nicht schade. Ganz im Gegenteil: Es ist gut so, dass das Hasenmahl sich seiner Tradition bewusst ist und auch treu bleibt. Für falsche Hasen ist hier kein Platz! So stehe ich heute hier und gestehe: Mein Name ist Zwickel, und ich halte die diesjährige Hasenmahlrede! Also wird von mir - wie üblich - erwartet, überflüssiges flüssig vorzutragen. Meine Damen und Herren, was aber bleibt für mich an Themen angesichts der geistreichen Reden der letzten Jahre und der vielen geglückten Ansprachen in der Hasenmahltradition? Was also erzählen und gleichzeitig verhindern, als Hasenfuss in die Geschichte dieser Veranstaltung einzugehen? Oder - was noch schlimmer wäre: Zum Gespött der Heilbronner Stimme zu werden. Man kommt ja leicht ins Gerede, wenn man den hohen Erwartungen nicht entspricht und sich den grossen Herausforderungen nicht stellt. Ein Knaller wäre sicher, wenn ich jetzt das Ende des Hasenmahls fordern würde. Aber bitte, meine Damen und Herren, und ich meine damit besonders die Anhänger der Carneval-Gesellschaft Heilbronn: Hegen Sie jetzt bloss keine falschen Hoffnungen! Ich plädiere nicht dafür, künftig auf die Ausrichtung des Hasenmahls zu verzichten. Das würde zwar dem kommenden Redner die Qual der Vorbereitung ersparen, aber auch das Publikum um die Geselligkeit dieses Abends bringen. Herr Kilgus von der CGH hat ja kürzlich eine Absage des Hasenmahls in Erwägung gezogen und gleichzeitig die CGH schon mal als Betreiberin eines künftigen Landerer-Spielcasinos ins Gespräch gebracht und den Stadtkämmerer aufgefordert, künftig Lotto zu spielen. Wer so denkt, sollte konsequent sein und im Rahmen der Verwaltungsreform die Abschaffung des Finanzdezernats fordern. Wer also hat den Mut, jetzt in den Gemeinderatswahlkampf mit dem Motto zu gehen: Privatisierung der Stadtkasse - Glücksritter ersetzen Stadtkämmerer? Meine Damen und Herren Stadträte, es widerspricht dem Zeitgeist, die Finanznot der Stadt mit Transparenten und Demonstrationen zu beklagen. Innovationen sind gefragt! Wie diese aussehen könnten, wurde am Dienstag dieser Woche schon einmal geübt. Exklusiv in Heilbronn ging ein Euro-Regen nieder. Der OB hat sich schon ein mal den Niedergang der Scheine angesehen. Zugegriffen hat er noch nicht. Vielleicht aber gibt es bereits Überlegungen, »reformfreigesetzte« städtische Mitarbeiter künftig leistungs entlohnt als »Euro-Sammler«

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN einzusetzen. Ich füge gleich hinzu, wer bei solchen Privatisierungsinnovationen jetzt auf Neckarwestheim verweist, gehört zu den Blockierern. Verwundert bin ich, dass darauf die Stadtliberalen noch nicht gekommen sind, wo doch ihr Landes-Döhring vor jedem Dreikönigstreffen beklagt, die FDP wäre zu langweilig. Aber ich bin jetzt weggekommen von der volksnahen Überlegung, das Hasenmahl für die Sanierung der Stadtkasse zu opfern. Meine Schwiegermutter, der Herr hab sie selig, hat mir schon vor zwanzig Jahren vorgehalten, dass »die da« auf Kosten der Stadt feiern würden. übrigens die Absicht, Hasenessen zu verbieten, ist nicht neu. Anno 751, also schon vor sehr langer Zeit, verbot Papst Zacharias den Verzehr von Hasenfleisch. Nicht aus finanziellen Gründen oder um etwa den Hasenbestand zu sichern. Vielmehr war er der Meinung, dass das damals »Teufelsbraten« genannte Hasenfleisch für die keuschen Christen eine Gefahr darstelle. Ja, Sie haben richtig gehört: Hasenfleisch galt damals als Gefahr für Christen! Gut, dass dieser Papst nicht heute lebt. Ich hoffe jedenfalls, Sie alle schliessen sich meiner Forderung an: Das Hasenmahl muss bleiben! Gut, dass sie schon Beifall gegeben haben. Ich wollte noch anfügen, wenn die Not noch grösser wird, könnte vielleicht und unter Umständen eventuell in Erwägung gezogen werden, am Ende des Essens nicht nur die Knochen einzusammeln, sondern auch einige Euros. Nachdem Kranksein mit Selbstbeteiligung modern sein soll, sollten sich die »Nutzniesser« des Hasenmahls kollektiv schützen, um erst gar nicht den Verdacht einer »sozialistischen« Feier aufkommen zu lassen. Mit anderen Worten, ich schlage statt der Abschaffung ein Hasenmahlbündnis vor mit Öffnungsklausel und mehr Flexibilität für alle, die auch den Wein bezahlen können. Ich hoffe, dass mich der Chefredakteur der »Stimme«, Herr Dr. Bok, dabei unterstützt. Um Flexibilität geht es heute überall. Besonders meine Partei sucht eine neue Furche, dem alten Märchen der Gebrüder Grimm vom Hasen und dem Igel eine wahltaktische Fassung zu geben. Wir wissen ja inzwischen, dass der Igel als »Kaktus des Tierreiches« gelegentlich unterschätzt und als »Steckkissen unter den Tieren« manchmal falsch eingeschätzt wird. Aber auch das Bild vom scheuen Hasen trifft nicht immer die Realität. So stellt sich in der politischen Auseinandersetzung die Frage immer wieder neu: Wer ist der schlaue Igel, und wer macht den schnellen Hasen? Wer jagt hier wen übers Feld und mit welchem Ergebnis durch die Furche? Die Heilbronner SPD scheint mir jedenfalls weiter zu sein als die Bundes-SPD. 40 Prozent der Ge mein deratskandidaten, so war zu vernehmen, gehören nicht der SPD an. Man will es ja verstehen. Mir kamen dabei zwei Überlegungen in den Sinn: Erstens, damit soll Offenheit, Toleranz und Bürgernähe gezeigt werden. Dafür scheint es kein ausreichendes Potenzial an Parteimitgliedern zu geben. Zweitens, die parteilosen Kandidaten werden nach Auszählung der Stimmen vom SPD-Stimmenanteil

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN abgezogen, damit erscheinen die gewählten SPD-Mitglieder rechnerisch besser abgeschnitten zu haben. Damit könnte Heilbronn zum Musterbeispiel für eine bundesweite SPD-Wahlarithmetik werden. Ich weiss: In der Politik ist das NichtErwischt-Werden bereits der halbe Erfolg! Es stellt sich also die Frage, wie sieht die moderne Form der Hase-und-Igel-Fabel etwa auf Bundesebene aus? Lädt etwa DGB-Kollege Sommer Bundeskanzler Schröder zum Wettlauf ein und dieser muss dann im Ziel frustriert feststellen, dass der Bsirske schneller war und die Gewerkschaften schon da sind? Oder - die zweite Variante - der Kanzler trifft sich heimlich mit Sommer. Beide laufen gleichzeitig los. Und der eine gewinnt, weil der andere aus der Spur gekommen ist und das Ziel aus den Augen verloren hat. Ich lasse bei dieser Variante jetzt mal bewusst offen, wer von den beiden das Ziel erreicht und wer es verfehlt, weil er sich verrennt. Oder - meine dritte Variante - scheucht gar der SPD-Vorsitzende den Arbeitgeberpräsidenten wie einen Hund übers Feld und der wird von Müntefering mit einem »Wir sind schon lange da!« empfangen? Aber vielleicht sind wir inzwischen ja so weit, dass das ganze Märchen völlig umgeschrieben werden muss und sich ganz neue Interpretationen ergeben. Beispiel gefällig? Frau Merkel von der CDU treibt den SPD-Bundeskanzler und den DGBVorsitzenden gemeinsam übers Feld. Wenn dann beide völlig fix und fertig am Waldrand ankommen, nimmt der Stoiber sie grinsend in Empfang. Und er teilt den drei dann nur trocken mit: »Alle zu spät gekommen - ich bin schon da!« Und schliesslich könnte es auch passieren, dass Schröder eigentlich nur den Sommer kreuz und quer übers Feld jagen will, aber aus Solidarität sich auch die anderen Gewerkschaftschefs völlig ziellos verrennen, der SPD-Chef dann aber, nach diesem Kraftakt, keine Energie mehr hat, sich beim Wettstreit gegen Merkel und Stoiber zu behaupten. Mit ihren Kräften völlig am Ende müssen sie dann erstaunt feststellen, dass am Schluss der Koch schon als erster im Ziel ist. Sie sehen, meine Damen und Herren, selbst auf alten Erzählungen und die vertrauten Märchen kann man sich heute nicht mehr verlassen. Verehrte Hasenmahlgäste, alles ändert sich, vieles ist in Bewegung, manches für immer weg, aber manches kommt wieder, so z. B. die Verwaltungsreform. Ich kann Ihnen versichern, dass der Satz »Unser Kohl heisst Erwin« nicht von Herrn Strobl oder Herrn Throm stammt, auch nicht vom Oberbürgermeister oder vom Landrat, hat doch unser Ministerpräsident mit seinen Vorstellungen zur Verwaltungsreform eine kommunalpolitische Steilvorlage geliefert. Geht es nach

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN ihm, sollen die staatlichen Schul-, Versorgungs-, Vermessungs-, Gewerbeaufsichts-, Strassenbauund Forstämter und Teile der Polizei in der Landkreis- bzw. Stadtkasse eingegliedert werden. Mehr Bürgernähe und weniger Kosten, so die Botschaft! Wer wollte dem widersprechen?! Aber Stopp! Mir fällt ein, vor Jahren gab es für das ganze Unterland ein gut funktionierendes Gesundheitsamt in der Uhlandstrasse. Dann kam die grosse Reform. Ergebnis war: Jetzt gibt es zwei Gesundheitsämter in jeweils kommunaler Regie. Es soll Stimmen geben, die befürchten, und andere, die wollen, dass am Ende der »Teuflischen« Reform das Gesundheitsamt beispielgebend ist. Insoweit kann der Heilbronner Gemeinderat weitsichtig sein, wenn er eine Verkleinerung ablehnt und mit der Aufgabenerweiterung eine Verdopplung des Ehrenamtes überlegt. Ich denke die Mehrheitsfraktion im Rathaus und im Kreistag hat sicherlich Gelegenheit beim Bürgerempfang in wenigen Tagen, sich selbst und den Bürgern über Sinniges und Unsinniges Rede und Antwort zu stehen. Meine Damen und Herren, ich will aber jetzt am Schluss noch einen Haken zu einem sinnvollen Reformbeispiel schlagen. Wir können in Heilbronn eine Reform mit Stolz vorzeigen, nämlich die nach jahrelanger Diskussion noch rechtzeitig erfolgte Fusion unserer Krankenhäuser des Stadt- und Landkreises. Das ist ein Beispiel für viele Regionen. Das mein »Krankenkässle« die Gesundheitskasse, wie sie sich heute nennt dabei einen wichtigen Beitrag geleistet hat, sage ich besonders in Anerkennung der langjährigen Arbeit von Herrn Staehle, der in den nächsten Tagen verabschiedet wird. Man hört nun nach dieser Fusion würde es noch kübelweise Probleme geben. Aus eigener Erfahrung weiss ich, Fusionen dauern, und ihr Gelingen hängt vor allem von den Verantwortlichen an der Spitze ab. Das ist wie bei einem Motor. Herr Lindner könnte das am besten erklären, aber so viel verstehe ich als ehemaliger Werkzeugmacher auch. Wenn die Kraftstoffeinspritzung nicht optimal funktioniert, kann der Rest des Motors noch so gut sein, der hohe Energieverbrauch bringt dann keine Höchstleistung. So ist es auch bei Fusionen. Aus der Presse habe ich entnommen, dass Heilbronner Klinikum leide unter unzureichenden Betriebsmitteln. Da frage ich mich allerdings, was hindert den Heilbronner Gemeinderat, diesen Mangel eines so ausgezeichneten und hochqualifizierten Klinikums schnellstens zu beseitigen? Bei aller Finanznot, Frau Erste Bürgermeisterin Mergen, in Ihrem Tresor liegt eine beachtliche Gutschrift aus dem ZEAG-Aktienverkauf. Einen kleinen Teil davon in unser Krankenhaus zu investieren ist für die Heilbronner Bürgerinnen und Bürger wesentlicher als eine private Universität oder noch eine Arena. Wenn ich mich in dieser ehrenvollen Runde umsehe, dann bin ich sicher, für alle ist ein gutes Krankenhaus wichtiger als vieles andere. Meine Damen und Herren, in den letzten 17 Jahren war ich immer nur für wenige Stunden in unserer Stadt. Meine Tätigkeit brachte es mit sich, dass ich das ganze Jahr über kreuz und quer durch Deutschland und weit darüber hinaus reisen musste. Jetzt geniesse ich es, als Rentner über den Markt zu schlendern, alte Bekannte zu treffen oder mit den Enkeln zu spielen. Man muss offenbar viel auswärts gewesen sein, um die Gemütlichkeit und Wärme unserer Stadt richtig zu spüren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein gesundes Jahr und der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern alles Gute.

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GUTES B R AU C H T SE I N E ZEIT TEXT UND FOTOS: MARIA SANDERS fast food war gestern, heute ist slow food angesagt. aber was ist das überhaupt und was bringt es einem? bäckermeister markus Hönnige ist auf backwaren spezialisiert, die auf diese art hergestellt werden. eine nacht im betrieb zeigt, warum ein gutes brot einfach mehr zeit braucht.

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Montagmorgen in Weinsberg. Es ist zwei Uhr und stockdunkel draußen. Auf den Straßen ist weit und breit niemand zu sehen. Die Fensterläden sind unten und alle paar hundert Meter leuchtet nur eine Laterne. Fast ein bisschen unheimlich ist es. Kaum vorstellbar, dass manche Menschen um diese Zeit schon auf den Beinen sind. Einer ist in jedem Fall schon wach: Markus Hönnige. Der Bäckermeister steht jeden Morgen zehn vor zwei auf. Dann macht er sich kurz frisch, zieht seine Arbeitskleidung an und geht ein Stockwerk tiefer in seine Backstube. Bäckermeister Markus Hönnige lebt für seine Arbeit und kann auf 27 Jahre Erfahrung zurückschauen. Den Betrieb seines Vaters hat er im Jahr 2000 übernommen. »Ich wollte immer ehrliche Produkte machen«, sagt Hönnige und erklärt, was »Slow Food« eigentlich bedeutet. »Slow Food« kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt »langsame Lebensmittel«. Es steht für Nahrungsmittel, die mehr Zeit zum Gären brauchen. Die Zutaten und die Verarbeitung des Teigs machen den Unterschied. Bei Zimmertemperatur muss dieser nämlich mindestens 24 Stunden quellen. Das ist besonders wichtig. Industrielle Produkte hingegen werden massenhaft hergestellt, gären etwa drei Stunden und werden dann abgepackt. Sie enthalten in der Regel Zusatzstoffe und brauchen daher weniger Zeit. »Ding, dang, dong«, klingelt es plötzlich aus dem hinteren Eck der Backstube. Die Brötchen sind fertig. Markus Hönnige öffnet die Ofenklappe. Dann stützt er den Schießer, eine Art gerade Blechschippe, an die Kante des Backofens und schiebt diesen mit voller Wucht hinein. Rund zwanzig goldbraune Brötchen fischt er auf einmal aus dem Ofen. Croissants, Nudelschnecken und Streuseltaler liegen zum Auskühlen auf dem Blech nebendran. Und wie das duftet. Je früher der Morgen anbricht, desto intensiver drängt sich ein verführerischer Duft von Süßstückchen und frischem Brot durch den Raum. »Jede Region hat ihren eigenen Ge schmack«, sagt Bäckerchef Hönnige. Es sei doch schade, wenn ein Brot in Hamburg gleich schmeckt, wie eines aus Heilbronn. Und was ist dann das Geheimnis für ein gutes Brot? Zeit und Wasser. Damit ein Brot nämlich gut verdaulich und schmackhaft wird, muss das Verhältnis von Mehl und Wasser stimmen. Das ist sehr wichtig. Ein »unfertiges« Brot enthält einen Wasseranteil von 52 bis 55 Prozent. Ein »fertiges« Brot dagegen, wird mit 67 bis 70 Wasser hergestellt. Das Wasser bindet das Mehl zu einer weichen Masse. Nun kann die Magie wirken.

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Die Stärke, also der Zucker, verwandelt sich in Alkohol und Kohlendioxid. Die Enzyme bauen dann neue Aroma- und Geschmacksstoffe auf, während der Teig langsam vor sich hin blubbert. Bei dem »unfertigen« Brot handelt es sich um einen »schnellen« Zucker, der das Brot später schneller austrocknen lässt und Verdauungsprobleme verursachen kann. Das »fertige« Brot bildet wegen der langen Garzeit einen »langen« Zucker, und bleibt hingegen tagelang frisch. Brot braucht daher Zeit und muss atmen. Ein Tipp vom Fachmann lautet daher: Brot sollte immer in einer Papiertüte aufbewahrt werden. In einer Plastiktüte kann das Brot nicht atmen. Die Feuchtigkeit zieht nicht ab, und das Brot wird schneller ungenießbar und schimmlig. Derweil legt Mitarbeiter Roland Vogt am Verarbeitungstisch ordentlich einen Zahn zu. In weniger als fünf Sekunden hat er den Roggenmischteig mit einem Spachtel abgeteilt, gewogen und neben den nächsten Teigklops geworfen. Bis zu 200 Brote formt er jeden Morgen mit seinen Händen. »Ich mach das ja auch schon eine Weile«, sagt Bäckermeister Vogt, der seit 30 Jahren im Unternehmen mithilft. Fix formt er auch schon den nächsten Brotteig zu einem Klops. Was zum einen das große Plus der Bäckerei Hönnige ist, ist zum anderen auch ihre große Schwäche. »Unsere Produkte brauchen eben Zeit«, sagt der 45-jährige Angestellte aus Gellmersbach und hofft auf Nachsicht: »Manche Kunden verstehen nicht, warum die Bestellung bei uns so wichtig ist.« Egal, ob Brot oder Süßstückchen, der Teig muss immer mindestens 24 Stunden gären. Erst dann entspricht er der Qualitätsnorm der Bäckervereinigung »Die Bäcker«. »Wir müssen mehr im Voraus planen, als herkömmliche Bäcker«, sagt Vogt. Wenn Kunden zwei Tage vorher bestellen, ist das gar kein Problem. Nur ausgewählte Zutaten von regionalen Erzeugern werden für die Zubereitung der Backwaren verwendet. Das ungespritzte und naturbelassene Getreide kommt daher von der Mühle Kraichgau Korn aus Zaberfeld. Die Kürbiskerne stammen vom Familienbetrieb Seybold Naturkost aus Lauffen. Wallnüsse und Mohn gibt es von der Erlenbacher Mühle Kerner. Eier, Milch und Obst liefert der ortsansässige FrüchteFrank. »Manchmal müssen wir aber auch improvisieren«, gibt Bäcker Hönnige zu. Noch vor drei Wochen haben sie die Erdbeeren aus Spanien von einem Frischobstlieferanten be zogen, da die heimischen Erdbeeren noch nicht reif für die Ernte waren. Jetzt ist es acht Uhr. Der Verkaufsraum ist schon seit eineinhalb Stunden geöffnet. Immer wieder kommen Kunden herein und warten geduldig, bis sie an der Reihe sind. Auf dem schwarzen Lederpolster in der Sitzecke haben es sich Elfrieda und Karlheinz Fellger gemütlich gemacht. Das Ehepaar hat sich gerade ein »Deutsches Frühstück« gegönnt. Rentnerin Elfrieda (67) erzählt: »Zweimal im Monat kommen wir zum Frühstück her.« Ihrem Mann gefällt der freundliche Service am meisten. »Die Verkäuferinnen wissen schon was wir möchten«, sagt er, »da kommt man gerne her.« Hönniges Backwaren können aber auch Kunden von weiter her beziehen. Entweder gibt man die Bestellung telefonisch auf oder über das Bestellformular im Internet. Das Brot wird dann auf dem Postweg versandt. Kundin Melanie Wiska hat von dem »Brot per Post« zwar noch keinen Gebrauch gemacht, findet die Idee aber gut. Die 36-Jährige wohnt ganz in der Nähe, und kauft ein bis zwei Mal die Woche bei Slow-Bäcker Hönnige ein. »Es schmeckt einfach genial«, schwärmt sie von den Produkten. Die Polizeikommissarin kauft ihr Brot lieber dort ein, als im Supermarkt. »Die Verkäuferinnen wissen genau, welche Zutaten in jedem Brot stecken«, erklärt sie. Das sei eine gute Mischung aus »leckeren Produkten und qualifiziertem Personal«. Qualität, Geschmack und Frische sind ihr wichtig. Für Melanie Wiska bedeutet gutes Essen ein Stück Lebensqualität. Und Gutes braucht eben seine Zeit.

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» CO N TA I N E R N I ST IN H E I L B RO N N NICHT E I N FAC H « TEXT UND FOTOS: ROBERT MUCHA

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Con t a i n e r n b e ze i c h n e t d i e Mi t nahme wegge wor fener Lebensmittel aus Abf a l l c o n t a i n e r n . Da s C o n t a i n e rn er folgt in der Regel bei Abfallbehältern von Su p e r m ä rk t e n , a b e r a u c h b ei Fabriken. Die Nahr ungsmittel werden mei s t we g e n a b g e l a u f e n e n Mi n desthaltbarkeitsdaten, Dr uck- und Gammelstel l e n o d e r a l s Üb e r s c h u s s we g ge wor fen. Viele dieser Lebensmittel sind jedo c h o h n e we s e n t l i c h e Ge s c h macks- und Qualitätseinbußen und ohne erh ö h t e s g e s u n d h e i t l i c h e s R i s i k o eine ge wisse Zeit genießbar. H A N I X -- Chris, seit ein paar Jahren containerst Du unter anderem auch in Heilbronn. Wie kamst Du dazu, dir dein Essen in den Abfallcontainern der Supermärkte zusammen zu sammeln? nicht so lange in den Containern wühlen muss. H A N I X -- Funktioniert containern in Heilbronn gut? Kennengelernt habe ich das Containern in Spanien als ich dort für ein Jahr mit Leuten, die mit extrem wenig Geld zurecht kommen mussten, zusammen gelebt habe. Wir sind dann immer in die nächst größere Stadt gefahren und kamen mit einem vollgeladenen Auto zurück. Wenn man containert hat man meist auch soviel Lebensmittel zusammen, dass man gar nicht alles verbrauchen kann. Ich versuche immer noch regelmäßig containern zu gehen. Ich lebe in einer WG und oft teilen wir uns unsere Touren auch auf, so dass wir mehrmals in der Woche losziehen. Man muss auch regelmäßig unterwegs sein, da es durchaus sein kann, dass auch mal nichts in den Containern drin ist. CHRIS -- H A N I X -- Containert wird meistens Nachts? Es ist in Heilbronn nicht ganz einfach. Es gibt zwei, drei gute Container in Heilbronn, ansonsten sieht es eher mau aus. Die meisten Container sind gut gesichert, oft werden die Lebensmittel auch mutwillig von den Angestellten zerstört. CHRIS -- H A N I X -- Und welche Lebensmittel oder Waren findest Du in den Containern, die Du aufsuchst? Alles mögliche. Eigentlich das ganze Supermarkt-Sortiment. Ich habe auch schon Kondome gefunden oder Schokolade, Eis, Obst, frisch gepressten Orangensaft, Fleisch und Gemüse. Eigentlich wirklich alles, was ein Supermarkt so hergibt. CHRIS -- H A N I X -- Containern nur junge Leute? Das war zu Beginn vielleicht so. Ich habe nachts auch schon Senioren an Containern angetroffen. Containern ist also etwas für jede Altersschicht. CHRIS -- H A N I X -- Sicher gibt es zwischen den Supermarktketten Unterschiede. Welcher Supermarkt ist am ergiebigsten? Genau, im Dunkeln hat man einfach mehr Ruhe. Aber Freunde von mir sind durchaus auch bei Tageslicht unterwegs. Man wird dann häufiger angesprochen, was man da macht und manchmal versuchen auch Supermarktangestellte einem das Zeug hysterisch wieder wegzunehmen. Andererseits findet man auch ab und zu die Lebensmittel ordentlich aufgestapelt vor, dass man CHRIS -- Das hängt wirklich von der Belegschaft der jeweiligen Märkte ab. Ich bin REWE-Fan, soviel kann ich sagen. Aber auch das ist von Markt zu Markt unterschiedlich. In Heilbronn gibt es drei REWE-Märkte und nur bei CHRIS --

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Euro. Ich kenne kaum jemanden, der so viel Gemüse in seinen Gerichten verkocht. H A N I X -- Wer containert muss sich also um gesunde, ausgewogene Ernährung keinen Kopf machen? C H R I S -- Das würde ich behaupten, ja. Ich würde auch Hartzern empfehlen zu containern. Von dem Geld, das diesen Menschen zur Verfügung steht, kann sich niemand wirklich ausgewogen ernähren. Obwohl es meiner Meinung nach das Recht dieser Leute ist. Und es wird alles in ausreichender Menge und guter Qualität weggeschmissen. H A N I X -- Wurdest Du auf deinen Touren auch schon mal erwischt? Und mit welchen Konsequenzen wurdest Du konfrontiert? einem kommt man an den Container dran. In den Containern sind erstaunlicher Weise auch meist die Waren, die teurer sind. Ich schaue meist nach Dingen, die ich mir normal nicht leisten würde oder könnte. Eine Mango oder Papaya zum Beispiel ist fast immer drin. Bei LIDL und ALDI ist containern sehr schwer. Dort gibt es meist Presscontainer. Die Sachen sind dann natürlich kaputt und nicht mehr zu gebrauchen. H A N I X -- Wieso containerst Du eigentlich. Ist es dein stiller Protest gegen die Wegwerfgesellschaft oder bist Du aus finanziellen Gründen dazu gezwungen? Zu Beginn musste ich quasi containern, da ich mich dazu entschlossen hatte, mit so wenig Geld wie möglich auszukommen. Inzwischen bin ich unterwegs, weil es mir Spaß macht und ich so auch an Lebensmittel komme, die ich mir nicht leisten könnte. Oft verkoche ich für meine Gemüse-Spaghetti einen Einkaufswert von zehn CHRIS -- Da ich meist nachts unterwegs bin, kam das noch nicht zu oft vor. Aber klar wurde ich auch schon von Menschen angesprochen. Ich muss ja oft irgendwo drüber klettern oder halte mich dann in den Hinterhöfen der Supermärkte auf, wo sich eher weniger Leute nachts aufhalten. Erwischt wurde ich bisher einmal. Ein Nachbar hatte die Polizei angerufen, die dann auch schnell mit sechs Einsatzwägen angerauscht kam. Ich war keine drei Minuten am Container und schon war die Polizei vor Ort. Ich bekam dann eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Diebstahl. Die Polizei hat dann zwei Bananen und einen Salatkopf beschlagnahmt und ein Polizeihund hat mir in den Allerwertesten gebissen. Die Anzeige wurde dann aber wegen Geringfügigkeit fallen gelassen. Es will ja auch niemand wirklich einen Prozess führen wegen Dingen, die aus einem Mülleimer geholt wurden. Für mich ist es auch schwer nachzuvollziehen, wieso man Dinge wegschmeissen darf und dann Leute daran hindern darf, das Weggeschmissene zu benutzen. CHRIS --

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www.facebook.com/memografie

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LA CUCINA VERDE ILLUSTRATIONEN: LARISSA BERTONASCO Lar i s s a Be r t o n a s c o , g e b o re n 1 9 72 in Heilbronn, studier te ein paar Semester Italien i s c h u n d Ku n s t g e s c h i c h t e i n Siena und Hamburg, anschließend Illustration a n d e r A r m g a r t s t r a s s e , h e ute HAW Hamburg, Depar tment Design. Ihr Di p l o m m a c h t e s i e 2 0 0 3 m i t dem Kochbuch »La nonna La cucina La vita«, welche s z u m Be s t s e l l e r w u rd e u n d mittler weile in der 12. Auflage und in mehreren Übersetzungen erschienen ist. Seither arbeitet sie frei als Illustratorin für Magazine, Verlage und Werbung. Sie veranstaltet kulinarische Lesungen sowie Ausstellungen und i s t s e i t 2 0 0 4 Mi t h e r a u s g e b erin und Autorin des Zeichnerinnenmagazins SPRING. Sie macht Workshops und Kunst-Projekte mit Kindern und Jugendlichen, g i b t Ku r s e u n d h ä l t Vo r träge für Studenten und Er wachsene. Sie hat zwei Kinder und lebt zusammen mit dem Maler Ari Goldmann in Hamburg.

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VIVA L'ITALIA! LA CUCINA VERDE DIE ITALIENISCHE KÜCHE IST GERADE FÜR GEMÜSELIEBHABER EIN WAHRES SCHLARAFFENLAND. CARLO BERNASCONIS AUSGESUCHTE REZEPTKREATIONEN, DIE OFT AUF ERINNERUNGEN AN DIE KÜCHENTRADITION SEINER ITALIENISCHEN FAMILIE ZURÜCKGEHEN, GEPAART MIT LARISSA BERTONASCOS FARBENFROHEN ILLUSTRATIONEN, MACHEN DIESES BUCH ZU EINER GENUSSREICHEN REISE DURCH DEN ITALIENISCHEN GEMÜSEGARTEN. IM SONNENVERWÖHNTEN ITALIEN GEDEIHEN RUND UMS JAHR ZAHLLOSE GEMÜSESORTEN, DIE VON BOZEN BIS PALERMO AUF VIELFÄLTIGE WEISE ZUBEREITET WERDEN. VON ARTISCHOCKE BIS ZUCCHINI HAT CARLO BERNASCONI INSGESAMT ACHTZEHN GEMÜSESORTEN AUSGEWÄHLT, MIT DENEN IN ITALIEN GERN GEKOCHT WIRD. ER ERKLÄRT DIE BEDEUTUNG UND VERWENDUNG DER EINZELNEN GEMÜSE UND LÄSST DABEI AUCH PERSÖNLICHE ERINNERUNGEN AN DIE KÜCHE SEINER NONNA UND SEINER MAMMA EINFLIEßEN. DIE SINNLICHEN ILLUSTRATIONEN VON LARISSA BERTONASCO FANGEN DEN BUNTEN REIGEN DER GEMÜSESORTEN EIN UND WECKEN ITALIEN-SEHNSÜCHTE. VOR DAS KOCHEN UND SCHMAUSEN HAT SIE DEN AUGENSCHMAUS GESETZT. CARLO BERNASCONI / LARISSA BERTONASCO LA CUCINA VERDE DIE SCHÖNSTEN ITALIENISCHEN GEMÜSEREZEPTE 192 S., GEB.,17 X 23,5 CM, DURCHGEHEND FARBIG ISBN 978-3-941087-79-8 EUR [D] 19,95|EUR [A] 20,60|SFR 28,50

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QUIZ DICH GLÜCKLICH !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº11 frage: Wie Heisst der KartoffeLbauer aus der region, der dem Hiesigen sLoWfood-conViVium VorsteHt? sLoW food ist eine Vereinigung Von beWussten Konsumenten, die sicH zur aufgabe gemacHt Haben, die KuLtur des essens und trinKens zu pfLegen und Lebendig zu HaLten und eine VerantWortLicHe LandWirtscHaft und fiscHerei, artgerecHte VieHzucHt, traditioneLLes LebensmitteLHandWerK und beWaHrung der regionaLen gescHmacKsVieLfaLt zu fördern YO´ANDGO BURNSIDE PFEFFER-LEBENSMITTEL VELO 15 GUTSCHEINE MIXTAPE-USB-STICK EINKAUFSGUTSCHEIN ESSENSGUTSCHEIN Frozen Joghurt ist die leichte Alternative zu Eis. yo`andgo hat seit über einem Jahr einen Frozen-Joghurt-Store am Wollhaus in der Heilbronner Innenstadt. Wir verlosen 15 Frozen-Joghurt Gutscheine. Erinnerst du dich an Mixtapes? Du hast einst sicherlich deine Lieblingslieder auf Tonkassetten aufgenommen und mit deinen Freunden geteilt. Wenn du Mixtapes vermisst, wird dich dieser Preis inspirieren! Bei den Gebrüdern Pfeffer kann man lecker Essen und Köstliches einkaufen. Mit einem 40EUR-Gutschein macht das gleich viel mehr Spaß. Ob in der Tagbar oder im Feinkostladen am Markt - der Gutschein gilt. Endlich gibt es in Heilbronn wieder eine vegetarische Alternative. Das VELO von Tanja Calce in der Innenstadt hat seine Pforten geöffnet. Wir verlosen einen Essensgutschein im Wert von 60 Euro. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: IN VINO VERITAS! EINSENDESCHLUSS IST DER 21. SEPTEMBER 2012. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: ZIEMLICH BESTE FREUNDE

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EIN BRIEF AUS REYKJAVIK, ISLAND VON MANUELA HOMM GELESEN VON RADANA BROCKHOFF L I E B E H E I M AT, TON: PHILIPP SEITZ FOTOS: PRIVAT stecKbrief Na m e : M a n u e l a H o m m A l t e r : 27 J a h re i n Re y k j av i k s e i t : A p r i l 2 0 1 2 Fr ü h e re r Wo h n o r t : B re t z f e l d D e r ze i t i g e r Wo h n o r t : Re y k j av i k / I s l a n d Du fragst dich sicher, was mich gerade hierher nach Island ins Praxissemster für mein Schmuck- und ObjektdesignStudium gebracht hat? Ganz ehrlich, es waren die 200 Vulkane und Bjoerks Stimme. Beides Dinge, die Du nicht zu bieten hast. Die aussergewöhnlich junge Erde hier wirkt surreal. Es fühlt sich an als ob man auf dem Mars wäre. Endlos schwarzer Sand, zig graue Lavaskulpturen, Wiesen voller dampfender, kochender Quellen die nach Schwefel riechen und auch ganz normale Dinge, die ich von dir kenne: Berge und Wasserfälle zum Beispiel. Nur sind sie hier ein bisschen größer und viel häufiger zu sehen. Besonders Wasser gibt es hier en masse. In den heissen Quellen hier, die mindestens 38 Grad warm sind, hocken die stämmigen, germanischen Nachfahren und scheinen dabei nicht zu schwitzen. Dabei unterhalten sich die Isländer wild gestikulierend in einer seltsam klingenden Sprache mit komischen Lauten die geschrieben ebenso seltsam aussehen (Þ, Æ, Ð). Gibt es hier mal ein Problem mit der Wasserleitung kommt schon mal 50 Grad heisses Wasser aus dem Hahn anstatt Eiskaltes wie ich es von dir kenne. Island ist ein Land mit circa 70 % erneuerbaren Energien. Kein anderes Land der Welt kann da mithalten. Es gibt saftige isländische Tomaten aus Gewächshäusern, die mit Erdwärme beheizt werden. Nicht selten fliesst heisses Wasser den Bach herunter. Für mich ist das ein wirkliches Geschenk der Natur an die Isländer. Für die Isländer eine Selbstverständlichkeit. Du, liebe Heimat, würdest die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn Du das sehen würdest. Es ist hier Gang und Gebe, die heisse Dusche laufen zu lassen und mal kurz oder auch mal länger weg zu gehen oder man lässt die Badewanne voll bis zum Rand laufen, um das Wasser nach zwei Minuten wieder abzulassen. Natürlich ist die Heizung fast immer an und die Fenster dabei sperrangelweit offen und das Auto, meist ein Jeep, wird mit laufendem Motor während des Einkaufens warm gehalten. Gut das Du all dies nicht tagtäglich sehen musst. Da blutet das Herz des sparsamen Schwaben. Ja, das Bewusstsein für Ressourcen lässt hier zu wünschen übrig, obwohl sich hier anscheinend

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS REYKJAVIK, ISL AND diesbezüglich nach dem Finanz-Crash 2008 viel getan haben soll. Man entdeckt immer mehr Einheimische auf dem Fahrrad und sieht sie am Strand entlang laufen anstatt mit dem Auto zu fahren. Auch gehen immer mehr Isländer anstatt ins Fastfood-Restaurant in die neuen, gesunden Restaurants mit vegetarischem Angebot. Die isländische Finanzkrise war auf jeden Fall dazu gut, die Inselbewohner hier zum Nachdenken anzuregen. Zudem war geplant, die innerstädtischen Altbauten für große Shoppingcenter abzureißen, wozu dann glücklicherweise das Geld fehlte. Dafür sind dort jetzt kleine, süße Designerläden zu finden. Ein Umstand, den ich nicht schlecht finden kann. In Sachen Mode sind die isländischen Hauptstädter sehr weltoffen. Dabei ist Reykjavik eher eine Kleinstadt als eine Metropole. 120 000 Menschen leben in der größten Stadt der Insel. Jedenfalls trägt hier jeder wozu er Lust hat. Mal sind es High-Heels und am nächsten Tag gemütliche Badeschlappen. Mal sind die Isländer kunterbunt unterwegs dann wieder komplett schwarz gekleidet. Ich muss sagen, die trauen sich echt was, im Vergleich zu deinen Bewohnern, liebe Heimat. Für mich ist das alles sehr inspiriernd. Sogar die Männer achten hier sehr auf ihr Äusseres, egal ob sie die langen Haare zu einem Dutt binden oder im Anzug im Club stehen. Den Isländern geht es um Stil und den haben sie hier wirklich. Obwohl Reykjavik eine Kleinstadt ist, ist hier ziemlich viel los. Alles ballt sich hier und besonders die Musik- und Designszene hat großes Potential. Fast jeder Isländer hat zwei oder drei Jobs. So braucht man sich nicht wundern, wenn ein Barkeeper auch Bassist in einer bekannten Band ist und nebenher noch als Journalist für verschiedene Magazine schreibt. Nochmal zurück zur isländischen Badekultur. Offene Umkleideplätze und Duschen mit ständig nackten Menschen sind im Schwimmbad ein normaler Anblick. Nacktsein ist hier selbstverständlich. Ich glaube, so ähnlich müssen sich Haremsdamen fühlen. Das Wetter hier ist für Schwaben, trotz der heissen Quellen, sehr gewöhnungsbedürftig. Richtig warm wird es hier nie. Immer wieder sehne ich mich nach deinen lauen Sommernächten und nach deinem guten Bier, liebe Heimat. Wenn die Temperatur hier mal über 15 Grad steigt, heisst das für die Einheimischen: Sommerzeit. Dann packen die Isländer ihre Sandalen, Shorts und Röcke aus. Da fröstelt es mich schon beim hinsehen. Was mir ebenfalls aufgefallen ist: Man sieht hier sehr viele Kinder. Es ist normal in Island mit 21 Jahren ein Kind zu bekommen. Ich weiß nicht, wie viele gutaussehende junge Männer ich hier alleine mit Kinderwagen entdeckt habe. Einheimische zerbrechen sich hierrüber nicht den Kopf. Hier geht alles, ob mit oder ohne Kind. Kinder scheinen das Leben der Isländer nicht einzuschränken. Die Heilbronner gehen das Thema »Kinder« viel kopflastiger an. Diesbezüglich würde die isländische Gelassenheit den Heilbronnern gut tun. Das gilt auch für andere Bereiche des Lebens. Der typische Isländer würde sagen: Diskutier nicht soviel rum sondern mach einfach! Bis bald, deine Ela

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L E C K E R , L E C K E R , L E C K E R ! TEXT: RAFAELA JECKLE FOTO: PRIVAT Rafaela Jeckle schwör t auf die vielfältige brasilianische Küche. Eigentlich, so dachte sie, kann keine andere Küche der Welt kulinarisch mithalten. Bis sie durch ihren angeheiratet en Schwaben Maultaschen, Schupfnudeln und Kar toffelsalat kennengelernt hat. Inzwischen bringt sie ihren Ver wandten in Brasilien schwäbische Speisen mit.

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NEIG'SCHMECKT: LECKER, LECKER, LECKER! Die brasilianische Küche ist für mich auf jeden Fall ein wichtiges und leckeres kulturelles Erbe! Durch die Essengewohnheiten ist es möglich merkwürdige Aspekte eines Landes zu identifizieren. Die Auswahl der Speisen und wie man die Lebensmittel zubereitet, spiegelt auf eine geschmackvolle Art und Weise die Identität eines Volkes wieder. Diesmal werde ich einige Leckereien aus meiner Heimat vorstellen. Die typischen brasilianischen Gerichte bestehen aus einer riesigen Auswahl an diversesten Lebensmitteln, beeinflusst von der afrikanischen und portugiesischen Küche, wie die berühmte Feijoada, einem Fleisch- und Bohnen-Eintopf mit Reis. Oder die Speisen indischer Herkunft, die meist aus Maniok hergestellt werden, beispielsweise Escondidinho. Hierbei werden Rindfleischstücke im Inneren versteckt, ummantelt von einem köstlichen Maniok-Püree und mit Käse überbacken. Dazu gibt es gehackte Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Schnittlauch. Oder das Essen aus Minas Gerais, im Landesinneren Brasiliens. Meine Mutter und Großmutter haben diese Speisen immer sehr lecker zubereitet und nun ist es an mir, das kulinarische Erbe weiter zu pflegen. Die Spezialität aus Minas Gerais ist Galinhada. Dabei handelt es sich um Hühnerreis mit Safran, Knoblauch, Zwiebeln, einer Frucht namens Pequi und Chilischoten, gennant »Pimenta Bode«. Selbst mein deutscher Schwiegervater kann seine Mahlzeiten nicht mehr ohne »Pimenta Bode« essen. Ich muss für ihn aus Brasilien immer welche mitbringen. An der Nordküste von Brasilien, in Bahia, wo ich aufgewachsen bin, sind Meeresfrüchte en vouge. Riesen-Garnelen werden mit Kokosmilch und Palmöl gekocht. Das Gericht namens Moqueca ist eine einzigartige Spezialität. Von den typischen brasilianischen Gerichten ist unser Churrasco aus dem Süden Brasiliens am bekanntesten in Europa. Churrasco wird in unseren Grillhäusern, gennant Churrascaria, serviert. In diesen Fleischrestaurants ist der Spieß143 braten das Nonplusultra. Die Spezialität ist »Picanha« ein saftiges Rinderfilet. Ich, als eine gute Esserin gestehe, dass ich absolut begeistert bin von der Bandbreite der verschiedenen Geschmäcker. Ich probiere gerne neue Geschmacksrichtungen aus und genieße in vollen Zügen. Heute werde ich meine Meinung über deutsches Essen kundtun. Ich werde zuerst über eine meiner deutschen Lieblingsessen erzählen, eine schwäbische Spezialität, die in vielen Häusern und Restaurants der Region gefunden werden kann. Die erste Nahrung die mein Schatz mir auftischte hörte sich hässlich für meine Ohren an. «Maultaschen«! Da saß ich vor einem Topf voll grünlich-gelblicher Brühe, in der Pasta in Form von Minikissen schwamm. Ich war ein wenig misstrauisch, aber ich wollte meinen Mann nicht enttäuschen und so entschied ich mich, die Spezialität zu probieren. Lecker, Lecker, Lecker! Ein unvergleichliches Geschmackserlebnis! Und so lernte ich auch eine der ersten Adjektive auf Deutsch - lecker! Diese Taschen aus Nudelteig, gefüllt mit Brät, Spinat, Zwiebeln und Semmelbrösel gewannen meine Anerkennung. Ich liebe Maultaschen - vor allem in kalten Nächten im Herbst und Winter. Die schwäbischen Maultaschen sind eine Art von Ravioli, die noch viel, viel schmackhafter ist als die italienische Version. Ich glaube, ich bin ein Pionier und werde irgendwann diese schwäbische Delikatesse nach Brasilien bringen. Klar habe ich ein Paar Maultaschen meiner Familie gebracht und sie liebten es. Es gibt unzählige Maultaschenrezepte. Gekocht, gebraten, gegrillte Maultaschen, Maultaschen mit Eiern oder a la Italiana, mit Käse und Tomatensoße. Aber für mich sind Maultaschen in der Brühe die Besten. Eine weitere interessante Sache über dieses Gericht ist die Legende über die Herkunft der Mautaschen. Die Geschichte habe ich durch meinem Schwiegervater erfahren. Die Legende besagt, dass auf diese Weise die Mönche des Klosters Maulbronn (daher

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NEIG'SCHMECKT: LECKER, LECKER, LECKER! auch der Name Maultasche) in der Fastenzeit das Fleisch vor dem lieben Herrgott verstecken wollten. Hierzu passt die Tradition in schwäbischen Familien, das »Maultaschen in der Brühe« das typische Gericht an Ostern ist. Deutschland hat mir schnell gezeigt, dass es mehr als das Land der Würste ist. Fisch schmeckt köstlich hier und ich komme aus einer Stadt an der Küste. Hier im Schwabenland habe ich einzigartigen Fisch gegessen. Meine Schwiegermutter, die im Himmel ist, war sicher eine der besten Köchinnen im Bundesgebiet. An Freitagen bereitete sie eine Kombination aus leckerem Fisch- und Kartoffelsalat zu. Die typischen süddeutschen Kartoffelsalate, ohne Mayo, mit klein geschnittenen Zwiebeln, Essig und Öl sind die perfekte Beilage zu Fisch und dieser eigentümliche Geschmack und das Aroma habe ich hier durch die Mama meines Manns kennen gelernt. Ich konnte in meiner neuen schwäbischen Heimat also guten Fisch essen. Ich war mir als brasilianisches Strandmädchen nicht so sicher, ob ich hier Fisch bekomme, der mich zufrieden stellt. Zu meiner Überraschung fand ich eine spezielle Ecke, in der meine Wünsche jeden Freitag erfüllt werden. Ich kann sagen, dass ich den besten Fisch meines Lebens in Heilbronn gegessen habe. Nahe der Kilianskirche, in einem Restaurant Namens Vinum, habe ich den besten Kabeljau überhaupt probiert. Jeden Freitag überrascht der Chef seine Kunden mit einem neuen Rezept. Der Fisch wird entweder mit Kartoffeln, Reis, Gemüse oder Salat serviert. Etwas das hier ebenfalls fantastisch schmeckt sind Salate. Mein Schwiegervater macht die leckersten Salatsoßen und zu Hause essen wir vor allem Eisbergsalat, Aquasalat und Kopfsalat. Aber hier gibt es nicht nur leichtes Essen sondern auch sehr deftige Gerichte. So wie es mein älterer Bruder sagt, ist die deutsche Küche für männliche Jäger. Denn die Gerichte sind großzügig wie nirgendwo sonst in der Welt, echt riesig, dazu sehr gehaltvoll. Die Schwaben sind bekannt als die sparsamsten Deutschen und es ist fast eine Beleidigung den Teller nicht leer zu essen. Eine Eigenart, die sicher aus dem mageren Nachkriegsjahren herrührt. Nach dem Krieg, gebeutelt von rauem, kaltem Wetter haben die Deutschen Techniken zur Konservierung von Lebensmitteln entwickelt. Nicht umsonst sind die schwäbischen Keller voll von Konservendosen für härtere Zeiten, wie man hier immer sagt. Aber auch die Vielfalt begeistert mich. Ich habe nicht schlecht gestaunt als ich gehört habe, dass es in Deutschland über 1500 Wurstsorten gibt. Die Bratwurst ist sicher die Königin der Würste. Ähnlich sieht es hier mit Brot aus. Die Deutschen Metzgereien und Bäckereien sind etwas einzigartiges. Brote aller Art werden in der Region produziert. In Deutschland soll es derzeit rund 300 Brotsorten und 1200 Arten von Kleingebäck geben. Seit ich hier bin habe ich gelernt, Sonnenblumenkernbrötchen und Kurbiskernbrötchen zu essen. Körnerbrötchen dürfen nie mehr bei meinem Frühstück fehlen. Eine schöne Gelegenheit, die Küche der Region kennenzulernen, sind die schwäbischen Straßenfeste. Ob Schupfnudeln oder Zwiebelkuchen - auf den diversen Festen kann man kulinarisch ins Schwabenland eintauchen. Andere typisches Orte, wo man das beste Essen dieser Region essen kann, sind die Besenwirtschaften, wie zum Beispiel das Blockhaus. Dort habe ich Sauerbraten und Rostbraten probieren dürfen und war begeistert. Auch Spargelgerichte habe ich lieben gelernt. Auch mein Mann hat mich beeindruckt mit seinen kulinarischen Spezialitäten. Er stellte mir Spätzle noch in Brasilien vor. Ich kann wirklich sagen, dass mir die schwäbische Küche so gut schmeckt, dass ich langsam probiere schwäbisch zu kochen. Linseneintopf ist meine Spezialität. Jedes Mal wenn ich Besuch aus meiner Heimat Brasilien bekomme, zeige ich meine Fähigkeiten als schwäbische Hausfrau durch dieses leckere Gericht.

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KLEINANZEIGEN

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AUS DEM VIA ARCHIV pinnboard VIA GRAFIK Das Betrachten dieses Dokuments löst immer noch schönste Erinnerungen in mir aus. Selten hat Wiesbaden eine Veranstaltung wie diese Via Grafik Ausstellung/Party erlebt - zumindest seit ich hier wohne und unter denen, denen ich beiwohnte. Der Ort »Passage«, ein altes Kino keine 200 m von meiner Wohnung entfernt gelegen, und der Zeitpunkt passten offensichtlich perfekt, um gemeinsam mit ca. 700 weiteren Leutchen die Fetzen gehörig fliegen zu lassen. Und was man dabei kaum glauben möchte: die Skulptur blieb heile. Leo VoLLand Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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Wardrobe, black, yellow, white; Wiesbaden, 2005 

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L E SERBRIEFE Halli-Hallo-Hallöchen! Mir kam zu Ohren, dass das letzte HANIX-Cover von einem dreijährigen Kind gestaltet wurde. Eine großartige Idee, eure wichtigste Seite in der Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt »Kinder« auch von einem Kind gestalten zu lassen. Ich finde das klasse. L aur a Krüger, L auffen habe einen guten Eindruck davon gewonnen, wie so ein Tag dort abläuft. Ich ziehe meinen Hut vor ihrem Fotografen. Wunderbare Fotografien. J u L i a K r a p f, HeiLbronn Hey ihr, das es die Sandwich-Mama gibt, habe ich durch euren schönen Film den ihr dort gedreht habt, erfahren. Natürlich musste ich sofort ein Sandwich probieren. Mir hat es geschmeckt und satt geworden bin ich auch. Eine weitere Alternative für meine Mittagspause. Danke für den Tipp. J ö r g e c K e r t, HeiLbronn Ein herzliches Servus! Hätte ich nur früher vom Häldenrennen erfahren, ich wäre doch glatt hingegangen zur Deutschen-Skateboard-Downhill-Meisterschaft, die hier vor unserer Haustüre stattfand. Wieso erfährt man immer erst danach von den guten Veranstaltungen? Das hättet ihr in eurem Veranstaltungskalender der Juni/Juli-Ausgabe aufnehmen müssen. Jetzt muss ich ein Jahr warten. Blöd! HenriK martin, Leingarten Hallo liebes Hanix-Team, die aktuelle Ausgabe ist echt klasse geworden, insbesondere aus unserer Sicht natürlich der Bericht über das Kindersolbad! Herzlichen Dank dafür und viele Grüße aus dem Kindersolbad. benJamin K aufmann, bad friedricHsHaLL Liebes HANIX-Team, danke für das sehr interessante und lesenswerte Interview mit dem Heilbronner Museumsdirektor Dr. Marc Gundel. Heinz KöHLer, berLin Guten Tag liebe Redaktion, die Fotos aus der Olgakrippe von ihrem Fotografen Mehmet Filiz haben mich verzaubert. Die Augen der Kinder leuchten so schön. Und ich Hallo ihr Lieben! Auf Seite 182 eurer August-Ausgabe ist mein lieber Sohn Michael mit einem Brief an die Heimat zu lesen. Die Mutter freut sich ganz toll und hat sogar ein Tränchen der Rührung vergossen. Danke für diesen emotionalen Moment, den ihr mir verschafft habt. e L Ly m ü L L e r , beiLstein

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IMP R E S S U M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Salzstraße 27 74076 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Jeckle, Maria Sanders, Meli Dikta, Leo Volland, Peter Wanner (Stadtarchiv Heilbronn), Nicolai Köppel, Marc Oliver Olschewski, BJ Lattner, Annika Winkelmann, Larissa Bertonasco, Manuela Homm, Radana Brockhoff, Parthena Iakovidou E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka (Leitung), Robert Beutelsbacher, Sarah Fischer, Matthias Bitsch, Stefan Dittrich, Lisa Maria Klotz, Ben Sommerfeld, Nicolai Köppel, Chris Rampmaier Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kühnle Artdirektion Raimar Schurmann, Sonja Knoblauch Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer, Via Grafik Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) PR & Netzwerk Philipp Kionka Vermarktung & Sales HETTENBACH GMBH & CO KG WERBEAGENTUR GWA Werderstraße 134 74074 Heilbronn: Jessica Zippan Telefon: 07131 - 79 30 121 Fax: 07131 - 79 30 229 Mail: zippan@hettenbach.de www.hettenbach.de www.hanix-mediadaten.de Verlagskoordination & Administration Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Ein Besen am Eingang zur Schwibbogengasse an der Sülmerstraße; um 1940 Bis zum Zweiten Weltkrieg hatten viele Wengerter ihre Betriebe mitten in der Heilbronner Innenstadt; hier weist ein Besen am Schwibbogen in der Sülmerstraße auf eine der typischen temporären Weinwirtschaften hin. Der Wein war in der Heilbronner Kulturgeschichte das wichtigste »Lebensmittel«. In der Beschreibung des Oberamts Heilbronn aus dem Jahr 1901 heißt es etwa: »Die Nahrung zeigt nichts besonders eigentümliches. Bei der Weinlese fehlte früher das Spanferkel nicht; jetzt ist es durch Bratwürste ersetzt. Getrunken wird vor allem Wein und zwar mehr als in den besten Jahren in Heilbronn überhaupt wachsen kann. Eine Weingärtnergesellschaft überwacht die Kelterung und sorgt für Reinheit der Weine, die der Heilbronner gern in seinem Ratskeller, aber auch in anderen öffentlichen und privaten Wirtschaften trinkt. Denn die Weingärtner haben von altersher das Recht, ihre Weine ohne Wirtschaftskonzession ausschenken zu dürfen. Wer im Herbst nicht verkaufen will, keltert ein und schenkt dann zu einem ihm günstig scheinenden Zeitpunkt aus. Ein Besen bezeichnet ein solches Haus, die Wirtschaft heißt Besenwirtschaft.« Die Besen gehören bis heute zur Heilbronner Weinkultur. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es ungefähr 150 im Stadtgebiet, 1965 nur noch acht, heute sind es wieder mehr als 20. Der Text und das Bild wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Weitere Einblicke in die Geschichte der Stadt gibt es auf www.stadtarchiv-heilbronn.de und im neuen Haus der Stadtgeschichte (Otto Rettenmaier Haus, Eichgasse 1).

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V E R A N S TA LT U N G E N IM SEPTEMBER 7. September bis 16. September 7. September MARKTPLATZ HEILBRONN -- HEILBRONNER WEINDORF BUKOWSKI -- DA BOMB DA BIRTHDAY Am 7. September 2012 ist es endlich wieder soweit: Das gemütliche Weindorf rund um das Heilbronner Rathaus lädt bis zum 16. September »Zehntelesschlotzer« aus aller Welt ein! Zehn Tage ist »Deutschlands gemütliches Weindorf« Treffpunkt für Weinfreunde und -kenner aus Nah und Fern. Das 42. Heilbronner Weindorf verspricht köstlichen Genuss mit Spitzenweinen aus dem Heilbronner Land und aus Hohenlohe. Über 250 000 Besucher werden rund ums Rathaus erwartet. Die Anziehungskraft des Heilbronner Weindorfes liegt in seiner Atmosphäre und an der Vielfalt der Württemberger Weine aus der Region. Zwölf Genossenschaften sowie siebzehn Weingüter und Kellereien bieten zu dieser größten öffentlichen Verkostung weit über die Region hinaus in Zehntele-Gläsern 306 Weine der Jahrgänge 1999, 2003 und 2005 bis 2011 an. Dies ist keine Werbung, es ist eine Warnung: Bombi feiert Geburtstag und bringt seine Freunde mit ... das bedeutet Ausnahmezustand! Das Team an den Decks tritt mit drei Sturmspitzen an - Marton Lami, Michaela Arotera und natürlich dem Geburtstagskind himself, Da Bomb Da Beat! Wer dagegen ankommen will, dem ist mit Defensivarbeit nicht geholfen: Entweder Ihr gebt selbst offensiv alles, oder Ihr lasst Euch einfach mitreissen! Happy Birthday, hoch die Tassen! Einlass: 23 Uhr 8. September NEUENSTADT AM KOCHER -- MOTORMAN RUN 2012 September INTERSPORT VERANSTALTUNGSCENTER REDBLUE -- SISSI PERLINGER »GÖNN' DIR 'NE AUSZEIT« »Der Allround-Derwisch« hat wieder zugeschlagen! Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und den großen Pointen unserer Zeit, nimmt Sissi Perlinger das sich schräg lachende Publikum mit auf eine rasante Reise. Das Publikum bekommt Seelennahrung, die den Verstand fordert, die Sinne erfreut und die Lachmuskeln trainiert. In einem Pointen-Feuerwerk schlüpft die »Kaiserin der Comedy« in diverse Rollen, singt und tanzt. Auch entwickelte sich Sissi Perlinger zur Vollblut-Musikerin, die gekonnt mit Gitarre, Schlagzeug und Djembee ihre eigenen Songs begleitet. Ein wahrer Augenschmaus sind Kostüme, Choreografien und die kunstvoll ausgefeilte Lichtregie. Man kommt aus dem Theater wie aus dem Urlaub. Innerlich erfrischt, angeregt und wie neu geboren. Nach den zwei erfolgreichen Jahren des Motorman Runs folgt am 8. September 2012 die dritte Auflage des härtesten Laufs in Baden-Württemberg. Mit der neuen Strecke im letzten Jahr hat der Motorman Run noch einmal an Qualität und Herausforderung gewonnen. Dies hat die knapp 1.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen begeistert. »Wir werden in diesem Jahr zu großen Teilen die Strecke wie 2011 beibehalten und die Hindernisse weitgehend so übernehmen«, so Jochen Baum, Vorstand TSV Neuenstadt. Es warten aber auch neue Herausforderungen auf die Teilnehmer. Seit Jahren haben die Neuenstädter mit dem Lindenlauf sehr gute Erfahrungen mit Laufveranstaltungen gesammelt. 2012 werden die Verantwortlichen aus der Kocherstadt den Lauf erstmals eigenständig durchführen. Der Abenteuer- und Hindernislauf wird zukünftig verantwortlich von Stefan Rüdele, Michael Ganz und Manfred Haußecker geplant und durchgeführt. Mit Martina Schmiedeberg ist in der Geschäftsstelle eine neue Mitarbeiterin am Start, die für die Teilnehmer und Läufer Ansprechpartnerin vor Ort ist. »Die Vorbereitungen für diesen verrückten Lauf verbreiten eine tolle, geradezu ansteckende Stimmung«, so Martina Schmiedeberg. Start: 14 Uhr

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER September MOBILAT -- BUSS DI DANCE PRESENTS: 10 JAHRE YARDSTYLE SOUND Dancehall/Reggae Floor: ETZIA »LIVE« (Schweden) Pow Pow Movement (Köln) Buschwerk Bounce (Freiburg) Yardstyle Sound (Heilbronn) +Special Guests 14. September Drum n Bass Floor: DJ Julez, Rollin G, Jano P & MC Maso ( me2you Crew ) Ashley Aames (Sleepwalker ) Einlass 21:30 Uhr - Eintritt 8 EUR MOBILAT -- WHO THE FUCK September GALERIE RIEKER / INSEL-SPITZE/FRIEDRICHEBERT-BRÜCKE -- BACTEREALITY & FRAKTALE Neue Bilder auf Fotobasis von Wolfgang Ganter (Jahrgang 1978) aus der Werkserie »Bactereality« und neuere Stahlskulpturen von Hans Schüle (Jahrgang 1965) aus der Werkgruppe »Fraktale« präsentiert die Galerie Rieker zusammen in einer Ausstellung. Am Kunstwochenende (22. und 23. September) erklingt in der Doppelausstellung an verschiedenen Orten elektronische Musik von Lothar Heinle, die eigens für die Heilbronner Kunstnacht komponiert wurde. Einlass: Di. - Fr. 14 - 18:30 Uhr, Sa./So. 11-13 Uhr Ching Ching - lasset die Gläser klirren: whothefuck feiert sein 3jähriges Bestehen! Wir blicken zurück auf viele tolle Parties mit vielen tollen Gästen wie u.a. Sammy Dee, Oleg Poliakov, RNDM, Dan Andrei, DJ Deep, Oskar Offermann & Edward, Christopher Rau. Zur Geburtstagsfete besucht uns der junge Rumäne Gescu aus Bukarest, der uns auf dem letztjährigen Sunwaves-Festival in Mamaia mit einem B2b-Set mit seinem Buddy Piticu begeistert hat. Musikalische Einstimmung gibt's von Candy Pollard. Auf dem unteren Floor begrüssen wir die Common Sense People aka Konstantin Sibold & Leif Müller aus Stuttgart. Seit über einem Jahr veranstalten die beiden im Rocker33 monatlich dicke Events mit hochkarätigen Gästen wie Levon Vincent, Redshape, Soundstream oder Efdemin. Das Vorprogramm übernimmt hier unser angehender Doktor der Chemie, Michael Mutterkorn. Als wäre das noch nicht genug, gibt es für euch ab 20 Uhr nebenan im Complex23 eine Videoinstallation zu begutachten, dazu Musik von Karl Ferdinand. Cheerio! Einlass: 22 Uhr - Eintritt: bis 23 Uhr 6 EUR, danach 8 EUR

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER September September AUDI FORUM NECKARSULM -- JAZZCLUB CAVE61: JEFF CASCARO »THE OTHER MAN« JÄGERHAUS HEILBRONN -- HEILBRONNER WALDNACHT »NACHTS IM WALD...« Seit dem Soulrevival sind die großen Namen der Black Music wieder in aller Ohren. Unabhängig von Trends und Retro-Moden trägt der Soul hierzulande schon etwas länger einen Namen: Jeff Cascaro. Mit dem neuen Werk »The Other Man« und seinem bewährten Team, spürt er wieder intensiv seinem anfänglichen Soul-Antrieb nach. Zentral für das Album ist der Südstaaten-Groove »Beale Street«, mit dem die Wurzelsuche ins Epizentrum von Memphis führt. Und schließlich wird auch Jazzgrößen von Charles Mingus bis Ray Brown Tribut gezollt, in den komplexen Grooves und Harmonien von »Swing Thing«, das den Protagonisten gar zu einer Scat-Einlage herausfordert. Start: 20 Uhr - Eintritt: 21 Euro, ermäßigt 18 Euro Eine Führung bei Nacht ist eines der spannendsten Naturerlebnisse, die man sich vorstellen kann. Sie ist ein intensives Sinneserlebnis für Alt und Jung. Tauchen Sie ein in die lebendige und spannende Welt des nächtlichen Waldes. Wie beim Heilbronner Waldtag im letzten Jahr sind Sie wieder herzlich eingeladen zum Staunen, Erleben, Mitmachen ... Programm: 19:30 Uhr Eröffnung der Waldnacht durch Erste Bürgermeisterin Magarete Heidler und Jagdhornbläsern 20/21/22 Uhr Wald-Führungen mit den Förstern, Treffpunkt: Jägerhausparkplatz, Dauer: ca. 45 Minuten 20-23 Uhr Mitmach-Stationen entlang der Böckinger Ebene: Fühlquiz bei Nacht; Nachts im Wald - wer erkennt die Tierstimmen?; Party der Tiere bei Nacht; Nächtliche Waldgeschichten im Adlerhorst; Bäume ertasten; Labyrinth; Mutprobe - von Licht zu Licht (ab 21 Uhr) ab 20:30 Uhr Köstlichkeiten vom Wildschwein an der Grillstelle Waldspielplatz September THEATERSCHIFF -- SUCHE IMPOTENTEN MANN FÜRS LEBEN Die Männer wollen immer nur das eine und sind dabei auf diesem Gebiet meist auch keine Überflieger, denkt Carmen. Carmen hat genug vom »rumexperimentieren« und gibt eine Anzeige auf: «Suche impotenten Mann fürs Leben». Ihr Wunsch: Eine Beziehung voller Nähe, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit - ohne Sex. Es muss doch einen geben, der Spaß am Leben hat, und nicht nur immer an das eine denkt. Ein schwieriges Unternehmen, denn es melden sich schräge Typen, mit durchaus größeren Macken. Doch dann erscheint der Traummann - ist aber nicht impotent ... und so nimmt die Geschichte einen anderen Lauf wie ursprünglich geplant. Eine herrliche Komödie von Florian Battermann nach Gaby Hauptmanns Bestseller. Start: 20 Uhr - Eintritt: 19 EUR, ermäßigt 16 EUR September BUKOWSKI -- HERBST START, ELEKTRONISCHER ART Der Herbst ist da, die Blätter werden bunt...? Mag sein, aber bevor es Euch gleich zu frösteln beginnt: Die Heilbronner Hafenstraße liegt bekanntlich in einem Tiefdruckgebiet, in dem es immer heiß hergeht! Am 21.09. läuten Robin Hirte, DJ Shakaree und Strompunkt offiziell die dritte Jahreszeit ein, und das natürlich elektronisch. Bunt werden bei uns also mehr die Beats als die Blätter, und das ist allemal was Gutes! Einlass: 23 Uhr

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER 22. September & 23. September HEILBRONNER INNENSTADT -- 2. KUNSTWOCHENENDE Paulinenstraße Mannheimer Straße 13 Weinsberger Straße Allee 11 Bahnhofstraße 03 02 05 04 08 09 10 Oststraße 12 Kunst-+KulturWerkHaus Zigarre, Achtungstraße 37 Galerie Manfred Rieker U. d. Friedrich-Ebert-Brücke Hanix Magazin Friedrich-Ebert-Brücke DANA-Produzentengalerie Marktplatz 2 / Käthchenhof Netzwerk Kultur Marktplatz 2 / Käthchenhof Museum im Deutschhof Deutschhofstraße 6 Freie Künstlergruppe Siebeneichgasse 19 / ABM Galerie Jahn Schulgasse 9 Kunsthalle Vogelmann Allee 28 Kunstverein Heilbronn Allee 28 Performa Allee 43 Künstlerbund Heilbronn Karlstraße 55 NEUE KUNST IM HAGENBUCHER Dammstraße 47 Basementizid & Mural Gallery Salzstraße 23 Annika Winkelmann Urbanstraße 35 / Tankstelle ner eilbron ende 2012 2. H hen n s t w o c 012 Ku r 17 Uh 3.9.2 So 1122.+ 2 + 24 Uhr Sa 15- Veranstalter Städtische Museen Heilbronn in Zusammenarbeit mit den Heilbronner Kunstinitiativen Projektleitung Dieter Brunner In Anlehnung an die Eröffnungs-Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann - »Beuys für alle« - stand das 1. Heilbronner Kunstwochenende 2010 unter dem Motto »Kunst für alle!« Mit dem auf »Alles Kunst?!« umgewandelten Motto wird beim 2. Heilbronner Kunstwochenende nicht nur jene entscheidende Frage gestellt, die die Rezipienten moderner Kunst schon seit langem umtreibt, sondern es wird auch im gleichen Atemzug bereits die Antwort gegeben: »Alles ist Kunst!«. Das Heilbronner Kunstwochenende konzentriert sich weitgehend auf die Bildende Kunst und auf den innerstädtischen Bereich zwischen Bahnhof und Theodor-Heuss-Gymnasium und zwischen Salzstraße und Südstraße. Alle Veranstaltungsorte sind also fußläufig erreichbar, der Eintritt ist frei. Alle Kunstfreunde haben bei der Vielzahl der speziellen Angebote und Projekte die Qual der Wahl und können sich zwischen Lesungen, Vorträgen, Führungen, Aktionen und Workshops entscheiden. 

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER Samstag, 22.09.2012 Sonntag, 23.09.2012 11 Uhr - »cheap sheep« auf dem Marktplatz (Nr. 7) 14 Uhr - Eröffnung »Heilbronn am Neckar« (Deutschhof, Nr. 6) 15 Uhr - Tanzperformance (Künstlerbund, Nr. 12) 15 Uhr - »die Nadel_ wozu?« _ Lösungsideen (Netzwerk Kultur, Nr. 5) 17 Uhr - Künstlergespräch mit Michel Lamoller (Galerie Jahn, Nr.8) 17.30 Uhr - Erläuterungen von Kurt App (Dammstraße 47, Nr. 13) 18 Uhr - Aktion (ABM-Salon, Nr. 7) 18 Uhr - Jazzkonzert (Künstlerbund, Nr. 12) - Dauer bis 21 Uhr 18.30 Uhr - Rap- und Hip-Hop-Einlagen zum Handyfilm-Projekt (Deutschhof, Nr. 6) 18.30 Uhr - »Falscher Hase« - Hasenmahl (insel-Piazza, Nr. 3) 19 Uhr - Performance (DANA-Produzentengalerie, Nr. 4) - Dauer bis 23 Uhr 19 Uhr - Podiumsdiskussion »cheap sheep« (ABM-Salon, Nr.7) 20 Uhr - Erläuterungen von Kurt App (Dammstraße 47, Nr. 13) 20 Uhr - Führung »Otto Mueller« (Kunsthalle, Nr. 9) 20 Uhr - »Hasenklage« von Heinrich Brummack (Insel-Spitze, Nr. 3) 20.15 Uhr - Chansons (Performa, Nr.11) 20.30 Uhr - Lesung (Kunstverein, Nr. 10) 21 Uhr - Performance (ABM-Salon, Nr. 7) 21 Uhr - Lichtinstallation (Tankstelle / Urbanstr. 35, Nr. 15) 21.15 Uhr - Führung »Otto Mueller« (Kunsthalle, Nr. 9) 22 Uhr - Lothar Heinle und seine Musik (Galerie Rieker, Nr. 2) 22.15 Uhr - Lichtinstallation (Basementizid, Nr. 14) 11 Uhr - Tanzperformance/Matinee (Künstlerbund, Nr. 12) 11 Uhr - Beziehungstests _ mit Beziehungsdrinks (Netzwerk Kultur, Nr. 5) 11.30 Uhr - Führung »Heilbronn am Neckar« (Deutschhof, Nr. 6) 14 Uhr - Führung »Siegfried Anzinger« (Kunstverein, Nr. 10) 14 Uhr - Lichtinstallation (Basementizid, Nr. 14) 15 Uhr - Literarische Führung zu »Otto Mueller« (Kunsthalle, Nr. 9) 15 Uhr - Kunstseminar (ABM-Salon, Nr. 7) 16 Uhr - Führung durch die Kunstsammlung (Deutschhof, Nr. 6) 17 Uhr - Künstlergespräch (Zigarre, Nr. 1) 17.30 Uhr - Erläuterungen von Kurt App (Dammstraße 47, Nr. 13) 18 Uhr - Aktion (ABM-Salon, Nr. 7) 19 Uhr - Aktion (ABM-Salon, Nr. Ab 15 Uhr - Eintritt frei September MOBILAT -- LATERNE LAPTOP ORCHESTER Der Sommer ist zurück! Felus, Mux und Jan Hummel Laden zum Tanz. Diesmal haben sie etwas ganz Besonderes vor: Dass die drei nicht nur das DJ-Handwerk fest im Griff haben, sondern es auch musikalisch und technisch faustdick hinter den Ohren haben, davon könnt ihr euch nach ihrem Auftritt auf dem Römersee Open Air Festival nun auch im Mobilat überzeugen. Als »Laterne Laptop Orchester«? liefern sie eine Performance aus Djing, Synthesizern, Drum Machines und Live-Keyboards, bei der garantiert kein Tanzbein stehen bleibt. Zwischen Techno, House und Disco strahlt der mit viel Liebe dekorierte Club dabei im Licht bunter Visuals. Dort oben da leuchten die Sterne, hier unten da leuchten wir! Laterne Laptop Orchester sind: Felus, Jan Hummel & Mux Einlass 21:30 Uhr - Eintritt 4 EUR

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D I E N Ä C H ST E AU SGA B E H A N I X E R SC H E I N T A M 2 8 . S E PT E M B E R