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SEP 20 1 1 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE E N E RG I E

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chic chic chic

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E D I TO R I A L WAS ZUNÄCHST EINMAL GESAGT WERDEN MUSS... Liebe Leserinnen, liebe Leser, vor einem Jahr entstand in der Heilbronner Salzstraße die Idee, ein Gesellschaftsmagazin für die Region Heilbronn zu entwickeln. Es sollte unterhalten, informieren, über erstaunliche Facetten und Menschen unserer Heimatregion berichten - und bei alledem gut aussehen und multimedial sein. Also machten wir uns auf, Mitstreiter zu suchen. Und siehe da: mittlerweile sind über 20 Leute beteiligt und wir können etwas stolz diese erste Ausgabe präsentieren. Für unser Interview des Monats trafen wir Reinhold Gall, den Innenminister Baden-Württembergs. Der Sülzbacher Ortsvorsteher a. D. nahm sich ausgiebig Zeit, um unsere Fragen nach Heimatliebe, globalem Terror und direkter Demokratie zu beantworten. Nach dem Gespräch bat Fotografin Ulla Kühnle den Innenminister auf die Straße. Unser Fotoshooting mit dem SPDPolitiker erregte die Aufmerksamkeit von zwei angeheiterten Zeitgenossen. Die beiden wählten die direkte Ansprache, um herauszufinden, welche Celebrity denn hier gerade abgelichtet wird. »Hey, bisch Du Politiker?«, krakelte es in Reinhold Galls Richtung. Während die persönliche Leibgarde Galls die beiden bereits mürrisch musterte, gab sich Gall volksnah und bejahte die Frage nach seinem Beruf. Flugs wurde er mit Autogrammwünschen konfrontiert. »Kein Problem«, antwortete Gall und zückte routiniert seinen Kugelschreiber aus dem Sakko. Nicht weniger erfahren kramte einer der beiden Autogrammjäger einen Bescheid der Arbeitsagentur aus seinem Geldbeutel, drückte dem Innenminister diesen zum Signieren in die Hand und stellte wortlos seinen Rücken als Schreibunterlage zur Verfügung. Auf der Suche nach einem geeigneten Cover-Motiv für unsere Titelgeschichte »ENERGIE« stieß Artdirektor Raimar Schurmann auf die phantastische Superman-Illustration von Frank Quitely. Das Motiv ziert das Cover des hochwertigen Sammelbandes »Absolute Allstar Superman« von »DC Comics«. Unsere äußerst blumige Anfrage, ob wir das Motiv für unser erstes Cover nutzen dürfen, ohne dass es uns zu viel Geld kostet, beantwortete uns »DC Comics« in der lässigsten Art und Weise: »Hi, any image that is on our website is free for you to use. Thank you, Alex Nagorski« Danke, Alex! Und nun viel Spaß beim Lesen, Gucken & Hören dieser ersten Ausgabe! P.S.: Durch die Zoom-Funktion (einfach auf den Text klicken) lassen sich die Beiträge bequem lesen. HANIX gibt es über die keosk-App auch kostenlos für Euer iPhone & iPad! Einfach Ausprobieren! Kostet schließlich... HA, NIX Spontane Open-AirAutogrammstunde: Baden-Württembergs neuer Innenminister Reinhold Gall befriedigte während des HANIX-Fotoshootings auf unkonventionelle Art Autogrammwünsche. Absolute Superman: Die globale SuperheldenIkone - Superman - ziert das Cover unserer ersten Ausgabe. Wir sind stolz und finden das Super, man!

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I N H A LT HANIX Nº1 16 THOMAS AU R I C H MEINE PLATTENKISTE 34 W E LT K L A S S E SPORTTASCHE 46 QUA L I TÄTSWEIN WEIN SPEZIAL Gastronom und Stadtrat Thomas Aurich erklärt, wieso »Ganz in weiß« zu seinen Lieblingssongs gehört. Katharina Rumpus ist eine der weltbesten Speedskaterinnen im Juniorenbereich. Die Fleiner Gymnasiastin fährt im September in Südkorea um WM-Medaillen. Andreas Schicks Weine sorgen deutschlandweit für Gesprächsstoff. Im Interview erzählt uns der Heilbronner Winzer, wieso das so ist. 50 FA L K E N - K APITÄN LU I G I C ALCE DER KÜHLSCHRANK VON... 30 SIBEL & D A N I E L SINGLES DES MONATS 38 L I QU I D K I T T Y MUSIKKOFFER Ein Blick in den Kühlschrank der Heilbronner Eishockey-Legende. Am Ende wurden wir sogar bekocht. Wir haben Sibel und Daniel zuhause besucht und zusammen getanzt und gerappt. Wir hatten Fragen. Liquid Kitty hat sie uns beantwortet. Ein Interview mit einer der bekanntesten Bands der Region 42 V E S PA H O L I K E R KULTURBEUTEL 52 H A A RE KUNSTREGION Der Heilbronner Stoneheads SC erfand das größte Schaltroller-Rennen der Welt. Ein Mekka für Vespafans. Papierhaarfriesuren von Sonja Knoblauch

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58 IM GE SP R ÄC H: R EINH O LD G A L L INTERVIEW DES MONATS A L L EYC AT & M OTO R M A N RUN STADTLEBEN / LANDLEBEN 10 & 12 Der neue Innenminister BadenWürttembergs stammt aus Sülzbach. Wir sprachen mit dem SPDPolitiker über Heimatliebe und globalen Terror. OR I E N T I E RU N G S LO S SMS MICH MAL LO N D O N B E I N AC HT HARALD LIEST M Ä RC H E N E S E L HEIMATLIEBE I N D E C A & P F E F F E R L E B E NS MIT TE L AUSBILDUNG & MACHER IM UNTERLAND 26 & 30 H E I L B RO N N E R A N S I C HTEN 66 E N E RG I E TITELTHEMA SPIEGELREFLEX E I N E F R AG E QUIZ Energie ist eines der beherrschenden globalen Themen in diesem Jahr. Wir haben uns dem Thema lokal genähert. H OT AS H E L L & E I N F E S T OH N E B I ER BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS JOHANNESBURG / NEI`GSCHMECKT 108 & 110 D J S PI N N A FROM NEW YORK CITY TO HEILBRONX S AN S PE R AT E , 2 0 0 9 VIA ARCHIV G I A N C A R LO R AG U SI BERLIN CALLING IMPRESSUM (118), DER HISTORISCHE SCHUSS (120), DATEN (122)

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DAS HANIX TEAM WER UND WI ESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 33 JAHRE Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. WAS I S T H A N I X ? Das m u l t i m e d i al e Ma g a z i n f ü r d i e Region Heilbronn - f ü r L e s e r, d i e i n t e re s s i e r t , kulturell aufgeschlo s s e n u n d n e u g i e r i g a u f e i n en alternativen Blick a u f St a d t -. L a n d k re i s - u n d S zenekultur sind. WER M AC H T H A N I X ? Heilbro n n e r Me d i e n - u n d Ku l t u r s chaffende, die ihre Er f a h r u n g e n u . a . i n Be r l i n , München, Stuttgar t od e r Ha m b u r g g e s a m m e l t h a b en und nun etwas in i h re r He i m a t b e we g e n w o l l en. WAS W I L L H A N I X ? Das m u l t i m e d i al e Ma g a z i n f ü r L e u te und Gesells c h a f t d e r Re g i o n He i l b ro n n will mit spannenden , u n t e r h a l t s a m e n u n d i n f o r mativen Beiträgen die re g i o n a l e Me d i e n l a n d s c h a f t bereichern. MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION 37 JAHRE Bier zapfen alleine macht nicht glücklich. Außerdem erstelle ich für´s Leben gerne Terminpläne, die dann hoffentlich jeder einhält.

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FR AGE DES MONATS: WARUM BIST DU DABEI? SEVTAP CELIK GRAFIK 25 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 27 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Heilbronn wird in den nächsten Jahren wachsen. Und dieses Magazin wird die Stadt dabei begleiten. Klar will ich dabei mitwirken! »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA PR, NETZWERK & FILM 25 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION & FILM 34 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 23 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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FR AGE DES MONATS: WARUM BIST DU DABEI? RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 37 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 34 JAHRE ROBERT BEUTELSPACHER FILM & ANIMATION 24 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar - die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Mein Chef hat gesagt, wir machen jetzt ein Magazin. Jetzt mache ich das und habe auch noch Spaß dabei. Danke, Chef. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 20 JAHRE WOLFGANG FISCHER REDAKTION 61 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 37 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Weil ich noch jung genug bin. Nach knapp vier Jahrzehnten Arbeit bei Printmedien freue ich mich auf ein neues Kapitel des Journalismus. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit - und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION 36 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 28 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 41 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. STEVEN ZULEGER VIDEO 28 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 45 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 55 JAHRE Manche Magazine sind ein Stück Leben. Dieses Magazin ist wie ein Stück Kuchen. Ich mag Kuchen! Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber

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STADTLEBEN: SEPTEMBER 2011 R A D S C H N I T Z E L J AG D Nu r e i n g e we i h t e w i s s e n vo m »Alleycat«, einer Fahrrad-Schnitzeljagd d u rc h He i l b ro n n . In d i e s e m September findet das Velo-Happening er n eu t s t a t t . Wir ve rrate n abe r nich t wann. Fahrradkuriere sieht man in Heilbronn selten. Zugestellt wird in dieser Stadt meist motorisiert. Nichtsdestotrotz findet jedes Jahr das Heilbronner Alleycat statt. »Ein Alleycat bildet auf spielerische Art mehr oder weniger den Fahrradkurieralltag ab«, so der Veranstalter. Es gilt verschiedene Kontrollpunkte mit dem Fahrrad abzufahren. Dabei sind charmante Aufgaben zu lösen. Um dem Job des Fahrradkuriers möglichst nahe zu kommen, erfahren die Teilnehmer erst kurz vor Start durch ein Manifest den Streckenablauf und die Aufgaben. Die Fahrer können als Team um den Pokal fahren, oder als egoistische Einzelfahrer um die Krone in die Pedale treten. Verkleidung ist erwünscht aber nicht Bedingung. Wer mitmachen will erfährt über den Plem-Plem-Kaufraum wann und wo es stattfindet. STATI STI K A M T Pflegebedürftig im Stadtkreis Heibronn sind Menschen pflegebedürftig. Im Jahr 1999 waren es noch 2307 Menschen. 2700 Zwei Kneipen-Gäste im Gespräch, nachdem sich einer frischen Lavendel von der BarDeko zupfte und sich damit eine Phantasie-Tüte drehte: »Du kannst doch kein Lavendel rauchen, Alter!« »Wieso nicht? Ist doch legal!«

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L ANDLEBEN: SEPTEMBER L AU F D E R HART E N Am 10 . Se p t e m b e r Ve r a n s t a l t e t d e r TSV Ne u e n s t a d t e i n e n b e s o n d e r s ke rnige n Laufwe t t b e wer b. Was passiert, wenn einer der größten Sportvereine der Region, der TSV Neuenstadt und Eventexperten zusammenkommen? Eine Idee wird realisiert, die in der Region ihresgleichen sucht. Das Organisationsteam ist natürlich laufbegeistert und wahrscheinlich sado-masochistisch veranlagt. Alle gängigen Laufstrecken haben sie sich gegeben: 5 km, 10 km, Marathon, Triathlon. Alles Pipifax fanden die Macher des »Motorman Run«. Ein Lauf darf den Läufern gerne mehr Schmerzen bereiten. Es fehlte noch etwas Besonderes. Etwas härteres und launiges: Es müsste ein Lauf sein, der alles fordert: Kraft, Ausdauer, Mut und Durchhaltevermögen. Abwechslungsreich sollte er auch sein. Also wurden Hindernisse auf die Wegstrecke gebaut. Wassergräben wurden gegraben, die durchwatet werden sollen. Die Läufer müssen hangeln, kriechen, Reifenstapel überwinden und sich auf allen Vieren durch knietiefen Matsch kämpfen. Der »Motorman Run« ist sicher nichts für Sitzpinkler. Mehr Infos: www.MotorManrun.de STATISTIK AMT E i n ehe m a l i g e r K icke r d e s VfR He ilbron n beim »H euc helb erg Cup « a l s e r h ör t e , dass d e r N ach folgeverein des VfR, d e r FC H e i l b ro n n, inzwischen nur noch Bezirksliga, unter a nd ere m g e g e n Möckm ü h l, s pie lt : » H a , d a b i n i c h f r üher alleine hingefahren und habe 3:0 g ewo nn e n . « Pflegebedürftig im Landkreis Heibronn sind Menschen pflegebedürftig. Im Jahr 1999 waren es noch 5226 Menschen. 7144

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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SM S MI C H M A L ! UNGEWOLLT LITERARISCHES IN CA. 160 ZEICHEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON WWW.SMSVONGESTERNNACHT.DE A lt er. . . ho lst m ich ab ! ? Ich hab e geschlaf en ! War u m gehs t d u n icht zu FUSS o d er TA XI, man?! Bin ja gelau f en . . ab er au f halb em Weg wo llt ich m ir n e K ip p e an machen, habe mich wegen dem Win d u m ged reht d am it ich sie an b ek o m me und bin weiter gelaufen. Jetzt stehe ich wied er vo r d em Clu b . Hab e vergessen mich umzudrehen! :( FACTS Nokia X7 Der orientierungslose Heimläufer verschickte seine Nachricht von einem Nokia Smartphone. ZEICHEN 06.08.2011 DATUM 05:31 Iphone 4 Von seinem Kumpel aus dem Schlaf gerissen wurde ein »iPhone 4«Besitzer. Ob er sich noch auf den Weg gemacht hat, ist nicht überliefert. UHRZEIT A F T ER BUKOWSKI N ach einer durc hta nzten Na c ht verlor unser H obbyPfadfinder irgendwo die Orientierung und lief zur ü c k a u f A n fang. Wa s folgte wa r ein verzweifelter H ilferuf p e r S MS . ZEICHEN

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GESELLSCHAFTSMAGAZIN FÜR LEUTE DER REGION HEILBRONN

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Gas tro n o m u n d St a d t r a t T h o m a s Au r i c h öffnett seinee Plattenkiste eund d e r z ä h l t Gastronom und Stadtrat Thomas Aurich ö f f n e s e i n Pl a t t e n k i s t u n erzählt wwarum Roy Bl a c k iin s e i n e r Top 6 vertretennist.t . a r u m Roy Black n seiner To p 6 ve r t re t e i s VON WOLFGANG FISCHER WOLFGANG FISCHER V E R L I Z U » G I N » G A N Z E B T W E I S S « !! FOTO ULLA KÜHNLE

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MEINE PL ATTENKISTE: THOMAS AURICH D I E T O P 6 VON THOMAS AURICH: 1. Roy Black, »Ganz in weiss« (Thomas Aurich: »Ich war zum ersten Mal verliebt.«) 2. Adamo, »Inch Allah« (»Aus der Phase als ich den Glaub e n h i n t er f r a g t e . « ) 3. Chris Norman und Suzi Quattr o , » S t u m b l i n ` i n« (»Der Song kann Emotionen wecken, wie wenige ander e L i ed e r . « ) 4 . C a r o l K i n g , »Hardrock Cafe« ( » D i e s e r T i t e l erinnert mich an eine hervorragende Gastro-Idee.«) 5. Supertramp, »Breakfast in A m e r i c a « ( » B r e a kfast, für viele Amerikaner eine wichtige Mahlz e it.«) 6. Lena, »Satellite« (»Ich denke, Lena tut uns gut.«) Ist Thomas Aurich ein Softi? Zumindest bei seinen »for ever«-LieblingsMusiktitel könnte dieses Urteil über den innovativen Heilbronner Gastronom zutreffen. So nennt er die Edel-Schnulzen »Ganz in Weiß« von Roy Black oder »Inch Allah« von Salvadore Adamo, beides Hits aus der zweiten Hälfte der 60er Jahre. Ferner aus dem breiten Strom des Rock und Pop der 70er greift der 55-Jährige Supertramp und ihr Frühstück in Amerika (»Breakfast in America«), das Duo Chris Norman / Suzi Quatro mit »Stumblin` in« sowie Carol King mit »Hardrock Cafe« heraus. Das hier und heute vertritt - man mag es ebenfalls kaum glauben - Lena mit dem 2010er Grand-Prix-Siegertitel, »Satellite«. Seine Erläuterungen machen schnell klar, dass er gewiss kein »Softi« ist. Die Auswahl ist sehr wohl bedacht und er hat ja auch großen Durchblick. Im Keller seines Hauses haben sich rund 5.000 Tonträger (Schallplatten und CD´s) angesammelt. Viele Jahre führte er die RockBurg der Region, das »Altstadt« sowie das »Bukowski«, der Treffpunkt der Unterländer Nachtschwärmer. »Ganz in Weiß« würde ihn an seine erste Liebe erinnern - die Auserwählte wurde schließlich seine Gattin. Für »Inch Allah« nennt der Heilbronner CDU-Stadtrat seine damalige Neugier, mehr über die Weltreligionen zu erfahren. Er hinterfragte den Glauben, wählte sogar Religion als Leistungskurs. Über »Breakfast in America« und »Hardrock-Cafe« ließ sich Aurich nicht aus, jedoch fällt es leicht Rückschlüsse zu ziehen. Beide Titel haben Verwandtschaft mit der Gastronomie. Da durften zum Beispiel die Hardrock-Cafes - das erste öffnete 1971 in London und heute gibt es ein weltumspannendes Netz mit Restaurants, Hotels und sogar Casinos - nicht fehlen. Und stets etwas Spezielles ist ein »Breakfast in America«, was man heute auch in einigen Heibronner Bistros genießen kann.

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R E ! Ha r a l d R i e gg schreibt und veröffentlicht Ku r z g e s c h i c hten. Seine Geschichten ließt Ha r a l d g e r n e Leuten vor. So auch an dieser St e lle . Ein Le s e vid e o. Di es m a l eine Ge s ch ich te aus Lo nd o n.

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IMPRESSIONEN AUS DER REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MEHMET FILIZ & ROBERT MUCHA

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AUS DER REGION Märchenesel: Wie das letzte Einhorn aus einem Märchenwald mutet dieser Unterländer Esel an. Kurz vor Billensbach im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald hat er zusammen mit einem Artgenossen seine Heimat gefunden.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AUS DER REGION 3-2-1-Polo: Ein neuer Randgruppensport schlägt in Heilbronn gerade zarte Wurzeln. Bikepolo heißt die verrückte Sportart. Wer zu arm für richtiges Polo ist, schnappt sich seinen Drahtesel, montiert einen zurecht gefrästen Plastikzylinder ans Ende eines ausgedienten Skistocks und los kann es gehen. Wer allerdings über den Anfängerstatus hinaus ist, sollte sich unbedingt mit Helm und Protektoren schützen. Die vier Bikepolo-Spieler auf dem Foto kommen noch ohne Protektoren aus.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AUS DER REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AUS DER REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AUS DER REGION Fountain-Festival: Freestylesportarten, Livemusik, Jugendkultur. Was sich hip anhört war auch so gedacht. Die Neckarbühne und die Untere Neckarstraße wurden ende Juli zum »Mekka« für junge Leute, Familien und Action Sport begeisterte. Die Untere Neckarstraße verwandelte sich in eine Eventmeile, auf der Vereine, Heilbronner Händler und verschiedene Aussteller ihre Angebote präsentieten. Der 1. Süddeutsche Fingerboard Cup auf der originalen WM-Rampe war dabei ein Highlight.

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A U S B I L D U N G U N T E R L A N D : I N D E C A I N D E C A i st keine normale Heilbronner Fi r m a . Die A r be its atm o s ph äre be im Inte rne td i e n s t l e i s t e r ist locker, die Räumlichkeiten s in d l i c ht d u rch flute t und d as Te am is t j ung und motivier t. Wi r h a b e n Geschäftsführer Marcel Appolt u n d s e ine A zubis be s uch t.

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"Geredet wurde schon viel, jetzt was für die rechte Gehirnhälfte"

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M A C H E R U N T E R L A N D : P F E F F E R L E B E N S M I T T E L Die Ge b r ü de r P f ef f er wa ren m i t i hre r Tag bar lange e in k ulinaris ch e r Gehei mti p p i n ver s t e c k t e r L a g e . Mi t i h re m n e uen Konzept am Marktplatz, einer Kombination aus Fe i n k o s t l a d e n u n d E s p re s s o b ar, haben die Br üder die Innenstadt ausprobier t. Wir h a b e n d a s Br u d e r paar in beiden Lokalitäten besucht.

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VON RAFAELA CARRIJO | FOTOS: MEHMET FILIZ S IBEL TAYL A N MOTTO: »NEVER FORGET TO FUCK OFF!« Sibel Taylan sagt, dass man nur mit dem Herzen gut sieht. Ihre beiden bisherigen Beziehungen haben die 33-jährige weiter gebracht und ihr geholfen zu erkunden, wer sie wirklich ist. Was sie erlebt, schreibt sie auf oder lässt es sich auf den Oberarm stechen. Ein Hausbesuch mit Tanzeinlage.

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SINGLE DES MONATS (W): SIBEL TAYL AN Sibel Taylan muss man live erleben. Voller Energie erzählt sie von ihrem bisherigen Lebensweg und veranschaulicht diesen durch ihr Tattoo. Auf ihrem linken Oberarm hat sie sich ihr bisheriges Leben unter die Haut stechen lassen und erklärt, wieso auch Snoopy und das Data einen Platz auf ihrem Bizeps gefunden haben. Was nicht auf den Oberarm passt, verewigt Sibel in ihren Tagebüchern. Das hilft ihr zu reflektieren und das Erlebte zu verarbeiten. Vielleicht wird Sibel ihre »Zeitmaschinen«-Tagebücher eines Tages veröffentlichen. Vorstellen kann sie es sich. Das Sibel in den Siebzigern geboren wurde, sieht man ihr nicht an. Mit ihrer Lockenmähne und ihrem punkigen Style wirkt sie eher wie eine Mittzwanzigerin. Und auch ihre Figur kann locker mit den fitten Twen-Mädchen mithalten. Kurz gesagt: Sie ist eine sehr schöne, exotische Frau und findet ihre Augen und ihre Lippen am besten. Sibel hat türkische Wurzeln, bricht mit allen Stereotypen und Konventionen. Sie ist intelligent und sie hat eine süße und sensible Seite. Wer mit ihr anbendeln möchte, muss aber wissen, dass er mit Eric das Bett teilen wird. Mit Flat Erik. Die Plüschpuppe begleitet Sibel nicht nur auf allen Partys. Zu Heilbronn entwickelte Sibel eine Art Hassliebe. Deshalb ist sie letztes Jahr nach Berlin gezogen, um dort festzustellen, dass sie Heilbronn, Familie und Freunde vermisst. Das Multitalent (u. a. DJane, Vorleserin, Schreiberin; sie war Geschäftsführerin im Size11 und hat das Data gegründet) glaubt an DEN großen Geist, an die Tiere, an das Universum und an ihre Träume. Ihr größter Traum ist Schriftstellerin zu werden. Sex bedeutet für sie Medizin und Freiheit. Sibel hat Spaß an ihrem Leben und hat auch schon mit Frauen experimentiert. Manche Frauen knutscht sie gerne. Aber eine Beziehung mit einer Frau kann sie sich nicht vorstellen. Dafür soll es dann doch bitteschön ein Mann sein. »Markante, kantige Männer, die ihr eigenes Ding machen«, findet Sibel, »sind die interessantesten Typen«. Lust sIbeL kennen zu Lernen? MaIL an: sIngLefrau@hanIx-MagazIn.de STECKBRIEF Alt er : 33 B eruf ung: Sc hreiben Kinder : 0 Tiere: 0 Bester Tr i p : S p o n ta n z u e i n e m DJ Hell-G ig nac h I biza gef logen

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VON RAFAELA CARRIJO | FOTOS: MEHMET FILIZ DA N IE L N ASS E MOTTO: »LIVE IS NO PONYRANCH« Da n i e l Na s s e m u s s a l s K i n d e i n ähnliches Schicksal erlitten haben, wie der Gal l i e r Ob e l ix . Nu r d a s Da n , w ie ih n alle ne nne n, nich t in e ine n Sup p enke sse l vol l m it Za u b er t r a n k g ef alle n is t. In s e ine m Suppe nk e s s e l wurde verm u t l i c h g u t e L a u n e g e k o c h t . Wir besuchten den Schwaben und bekamen s p o n t a n e i n e n Drive-Through-Rap ser vier t.

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SINGLE DES MONATS (M): DANIEL NASSE Daniel (27 Jahre), den alle nur Dan nennen, ist ein lässiger Hund, wie man so schön sagt. Dan sagt, dass seine Traumfrau eine coole Sau sein muss. Denn mit Dan wird es nie langweilig und Aktivität ist angesagt. Da muss die Frau an Dans Seite schon mithalten können. Eine Couchpotatoe braucht Dan sicher nicht. Der Heilbronner mit einer unglaublichen blonden Löwenmähne ist ein witziger, kreativer und nicht auf den Mund gefallener Zeitgenosse, den man einfach nur lieb haben kann. Zumindest kann man Dan nie lange böse sein. Er hat seinen mitleiderregenden Hundeblick nämlich perfektioniert. Am meisten Spaß bereitet Dan neben seinem Beruf (Grafikdesigner & Fotograf ) das interagieren mit Menschen. Egal wann, egal wo und auch fast egal mit wem. Mit Menschen zu kommunizieren bereitet dem jungen Schwaben, der seine Drive-through-Bestellung auch schon mal rappt, den STECKBRIEF Alt er : 27 Berufung : Ko m m u n i ka t i o n K inder : 0 Tiere: 0 Bester Trip: Jeder neue Tag größten Spaß im Leben. Zuhause ist Daniel wenig, aber er mag seine Wohnung. Wenn er mal da ist, liegt er oft auf seinem Bett oder Dan steht in der Küche um zu kochen. Er kocht sehr gerne und sehr gut. Er liebt Fleisch aber er isst keinen Nachtisch weil Zucker nicht gut für die Gesundheit ist. Dan trinkt auch keinen Alkohol. Der Junge braucht keinen Alkohol um gut drauf zu sein und Spaß zu haben. Dan ist etwas exzentrisch, extrem verspielt, er provoziert gerne, hat einen schwarzen Humor und Dan liebt Brettspiele. Weniger gut findet der Lockenkopf, dessen Frisur an Rocklegenden der Achtziger erinnert, Fernsehen. »Die Glotze verdummt die Leute«, sagt Dan. Dan liebt es während einer Unterhaltung mit seiner Gesprächspartnerin zu spielen. Aber Vorsicht Mädels, er gewinnt fast jedes Spiel. Der Grafikdesigner hat die Fähigkeit, Menschen schüchtern zu machen. Lust danIeL kennen zu Lernen? MaIL an: sIngLeMann@hanIx-MagazIn.de

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MIT 60 SACHEN AN dIE wElTSpITzE FOTOS VON MEHMET FILIZ Speedskaterin Katharina Rumpus aus Flein läuft sich Schritt für Schritt in die weltspitze. Text wOlFGANG FISCHER

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SP ORTTASCHE: K ATHARINA RUMPUS M i t 6 0 S t u n d e nkilometern im Auto durch die Stadt ist (eigentlich) zu schnell, kann f ü r Ve rd r u ss s o rg e n . We r m it 60 über die Landstraße bummelt, wird als »Verkehrsbremser« besc h i m p f t . U n d we r m i t b i s zu 60 Stundenkilometern auf Inlinern über den Asphalt jagt, anget r i e b e n vo n Mu s ke l s tä rke , d e r e r n t e t St au n e n . E rst Rec ht, wenn es ein junges Mä dc hen ist . So geht es der 18-jährigen Katharina Rumpus aus Flein. Sie gehört im Speedskating, vor allem über die Langstrecken, zu den besten Juniorinnen der Welt. »In der Sprint- und Finalphase kommen die Weltbesten Linke Seite: Katharina Rumpus in ihrem Element. Rechte Seite: Mit sieben Medaillen kehrte die Fleinerin von den Junioren-Europameisterschaften aus Holland zurück. Die 18 jährige Spitzensportlerin will im September auch bei der WM in Südkorea Medaillen sammeln. schon auf diesen Speed und da geht es mächtig zur Sache«, erzählt die Gymnasiastin. Bei den Juniorinnen im Langstreckenbereich auf Bahn und Straße ist sie in Deutschland die Nummer eins, in Europa steht sie auf den Plätzen zwischen eins bis drei, und in der Welt wird sie auf den Rängen zwischen eins und acht geführt. Die Medaillen stapeln sich in ihrem Zimmer. Die wichtigsten, allein aus den letzten 18 Monaten sind: 2010 bei der Junioren-WM in Kolumbien Gold (20 km Ausdauer), Silber (15 km Ausdauer) und Bronze (10 km Punktewertung); viermal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze bei der Junioren-EM in Italien. Letztendlich fünfmal Gold gab es für den »Blitz aus Flein« bei den nationalen Meisterschaften. Bei den diesjährigen Titelkämpfen nahm sie gleich wieder viermal Gold mit. Und bei der U20-EM in den Niederlanden hat sie im August weitere sieben Medaillen sammeln können. In den nächsten Wochen wird die Edelmetall-Sammlung bei Katharina sicher weiter wachsen. Die WM steht noch an. Obwohl die Kurzstrecken nicht unbedingt ihr Fall sind, führt sie hier die deutsche Rangliste an. In Europa zählt sie noch zu den besten Acht. Körperbau und ihre Beinlänge sind überraschender Weise für den Sprint- und Ausdauerbereich ideal. So könnte sie auch die Königsdisziplin beim Speedskating, den 500 m-Sprint, laufen. In rund 40 Sekunden wird der halbe Kilometer abgespult. Das sei jedoch nicht ihr Ziel. Katharina schätzt die Langstrecken. Neben den Grundvoraussetzungen mit einer überdurchschnittlichen Motorik, taktischem Verständnis, Kraft und Ausdauer, bleibt Glück trotzdem ein wichtiger Faktor.

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SP ORTTASCHE : K ATHARINA RUMPUS Bild: Zeit, die Sommerferien zu genießen, hat Katharina Rumpus selten. Zum Beispiel bei den Auslosungen für die »Serienläufe«. Da kann es vorkommen, dass einige der Meisterschaftsfavoriten gleich in eine Startgruppe gelost werden und sie sich gegenseitig rauswerfen. Seit zehn Jahren steht die sympathische junge Frau auf den Hightec-Rollschuhen. Sie machte vorher Leichtathletik beim TV Flein bis sie zum Spaß mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Stefan an einem Straßenrennen teilnahm. Sie war gleich eine der besten in ihrer Altersklasse. Der Landestrainer sah ihr Talent und überredete sie von der Leichtathletik in den Speedskating-Sport zu wechseln. So begann ihre erfolgreiche Karriere. Das Turndress und die Laufschuhe hatten ausgedient. Sie nahm an Trainingslagern und an ersten Rennen teil. Das erste Gold holte sie beim Baden-Württembergischen Inline-Cup in Rastatt. Weil das Brüderchen ihr nicht nachstand, hatte Papa Bernd - Lehrer an einer Neckarsulmer Schule - einen neuen Nebenjob. Er machte den Trainerschein und wurde Coach seiner beiden Sprösslinge. Mittlerweile ist er Junioren-Bundestrainer. Sohn Stefan zählt zur Elite bei den Herren. Er ist Deutscher Vize-Meister über die Halbmarathonstrecke und absolviert gerade sein soziales Jahr. Im Oktober beginnt er mit dem Studium. Zur Musterfamilie gehört noch Mama Petra. Sie ist nicht so sportlich wie die beiden Kinder und ihr Gatte, jedoch, und das ist nicht minder wichtig, ist sie der ruhende Pol im Haus. Dazu ist sie die »Ca- tering- und Logistik-Expertin«, hat stets den Überblick auf die unterschiedlichen Terminpläne. Während viele junge Leistungssportlerinnen und Sportler auf ihrem Weg nach oben von einer »verlorenen Jugend« sprechen, entgangenen Freizeiten und Hobbys nachtrauern, hat Katharina noch nie ihre Entscheidung mit den damit verbundenen Entbehrungen in Frage gestellt. Das harmonische Umfeld ist der Hauptgrund. Die Eltern würden Sorge für guten Ausgleich zwischen Sport, Schule und Freizeit tragen. 60 Prozent ihrer Zeit einer Woche ist der Schule gewidmet, 30 dem Sport und zehn der Freizeit, also der Ablenkung von den Pflichten. Das fast tägliche Training will sie nicht als Pflicht werten. Auf den Inlinern zu stehen ist ihre große Liebe. Davon gibt es jetzt noch eine zweite - ihr Freund ist ebenfalls Skater, lebt jedoch in Darmstadt und so trifft man sich nur an Wochenenden bei Trainingsmaßnahmen oder Wettkämpfen.Nur wer sich Ziele setze, könne auf Erfolge hoffen, ist ihre Ansicht. Aber sie bleibt realistisch. So steht jetzt erst das Abitur im kommenden Frühjahr im Vordergrund. Sie will dann Mathematik und Sport studieren. Dann folgen die Pläne für den Sport. An erster Stelle WM-Medaillen auf den Langstrecken natürlich. In der Schublade »Träume« liegt das Thema Olympia. Bei einer ersten Präsentation zur Aufnahme in das Programm entschieden sich die Olympiamacher jedoch für Golf, statt für Speedskating. Was noch nicht ist, kann noch kommen - ein Schritt kommt nach dem anderen, wie beim Skaten, so im Leben, ist ihre Einstellung.

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K in o sta r t He r bst 2 012 Spende jetzt und unterstütze uns unter: www.thisaintcalifornia.de WILDFREMD PRODUCTION PRÄSENTIERT EINEN MARTEN PERSIEL FILM PRODUZIERT VON RONALD VIETZ UND MICHAEL SCHÖBEL KO-PRODUZIERT VON JÖRG A. HOPPE GESCHRIEBEN VON MARTEN PERSIEL RECHERCHIERT VON DIRK REIHER KAMERA FELIX LEIBERG CASTING KAREN WENDLAND CASTING SZENENBILDNER FALK FÜRSTENBERG/ANNE ZENTGRAF KOSTÜMBILD SIMONE EICHHORN MASEKENBILD C.I.S.E.L.

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Liquid K i t t y f o r m i e r t e s i c h 2 0 0 7 i n Heilbronn und machen seitdem »irgendetwas i n Rich t un g Roc k' n' Ro l l « . Da s er s t e Ko nze r t s pie lte n s ie g e m e ins am 2008 i n Tüb inge n au f de r So m m er i n s el , ein em Ope n-A ir-Fe s tival. 2010 h abe n s ie ihre erste Platte »T h e Swe e t e s t Pe t In T h e World« selbstständig auf Vinyl veröffent licht. Wir hab e n de n v ier Ju n g s ein ig e Frag e n ge s te llt, d ie uns bre nne nd inte ressi eren. VON FLORIAN GEIGER | FOTOS: MEHMET FILIZ L I Q U I D K I T T Y ÜBER VERGANGENES, GEGENWÄRTIGES UND ÜBERHAUPT

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MUSIKKOFFER: LIQUID KITTY H ANI X -- Hallo und danke, dass ihr euch für die erste Ausgabe des »HANIX« Zeit genommen habt. Ihr gehört zu den bekannteren Bands, die Heilbronn zu bieten hat. Worin lag euer Antrieb eine Band zu gründen und wie habt ihr euch gefunden? L I Q U I D K I T T Y -- Moinsen. Die Band bestand zunächst aus Philipp, Yves und Jens. Also aus Bass, Piano und Gitarre. Über einen gewissen sen Songs haben wir uns bei verschiedenen Clubs und Festivals beworben und angefangen Auftritte zu spielen. Unsere Antriebsgründe gemeinsam Musik zu machen bzw. eine Band zu gründen sind eigentlich eher profan. Wir sind alle verrückt nach Musik und wir haben Spaß daran Lieder zu schreiben, sie aufzunehmen und sie auf der Bühne zu spielen. Pretty simple! H A N IX -- Wie würdet ihr das was ihr Musikalisch macht, jeman- und dreht gemeinsam mit uns am Rad! HA NI X -- Euch gibt es jetzt seit 2007. Habt ihr schon immer diese eher spezielle Musik gemacht oder habt ihr früher anders geklungen als heute? Ob unsere Musik speziell ist oder nicht, das sollen andere bewerten. Wir machen die Art von Musik auf die wir Lust haben, die uns etwas sagt und es uns ermöglicht LIQUID KITTY -- Liquid Kitty The Sweetest Pet In The World Zeitraum hatten wir einen Schlagzeuger, der ein elektronisches Drumset benutzte. Alles andere als Rock'n'Roll. Unsere Musik war zu dieser Zeit eher etwas jazzig und loungig angelegt. Von manch' einem unserer Freude wurde die Musik auch als »Fahrstuhlmusik« beschimpft. Nevermind. Zu dritt waren wir dann gegen Ende 2007 auf der Suche nach einem neuen Schlagzeuger. Eines Abends hat Yves einen Typen - den Hans - im Club Mobilat angehauen und zu einer Probe eingeladen. Ein Wochenende später saßen wir dann das erste Mal gemeinsam zu viert im Proberaum. So nahm die Geschichte ihren Lauf. Nach einigen Wochen und den ersten Proben haben wir unsere erste EP »Kill TV« aufgenommen. Mit die- dem, der euch bisher noch nicht gehört hat, beschreiben? L I Q U I D K I T T Y -- Liquid Kitty sind zu viert. Einer spielt Bass, einer Gitarre, einer Piano und einer Schlagzeug. Drei singen. Unsere Musik geht in Richtung Power-Pop-Rock'n'RollHip-Hop-Blues-Jazz-Soul-AcidThrash-Beat mit etwas Schokoladensoße und Paprika-Tortilla-Dip dazu. Mal ehrlich, es gibt einfach zu viele Schubladen in welche man versucht Bands einzuordnen. Wir machen es uns da einfach und sagen wir machen »irgendetwas in Richtung Rock'n'Roll«. Wir machen Musik, die sich live wohl noch besser entfaltet als zu Hause auf der Couch. Für alle, die uns bisher noch nicht gehört haben: Kommt auf ein Liquid Kitty-Konzert live Vollgas zu geben und durchzudrehen. Natürlich entwickeln wir uns als Band von Tag zu Tag, von Probe zu Probe und von Auftritt zu Auftritt weiter. Und wenn man unsere ersten Aufnahmen mit den aktuellen vergleicht, dann liegen da -- zum Glück -- inzwischen Welten dazwischen. Unsere Songs werden ausgereifter und differenzierter. Durch die Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, wissen wir heute genauer was wir mit unserer Musik erreichen wollen und wie sie klingen soll. Die Konstellation in unserer Band ist nicht so, dass wir alle den gleichen musikalischen Background haben und ein genau definiertes musikalisches Ziel verfolgen. Jeder bringt sich mit seinen Gedanken und

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MUSIKKOFFER: LIQUID KITTY Vorstellungen ein und daraus entsteht die Musik von Liquid Kitty. Unser Ziel ist es in der Zukunft weiter als Band zu wachsen, verstärkt Auftritte zu spielen und weiter Platten aufzunehmen. HAN IX -- Mit welchen Inhalten setzt ihr euch lyrisch auseinander? Schreibt ihr gemeinsam die Texte oder ist das die alleinige Aufgabe des Sängers? Die Text- und Liedideen kommen in der Regel von Yves - unserem Sänger. Wir arbeiten LIQUID KITTY -- gemeinsam im Proberaum am Musikalischen, während diesem Prozess verändern oder erweitern sich Texte des Öfteren. Die Inhalte der Songs behandeln unsere subjektive Sichtweise auf die Welt, auf Alltägliches und zwischenmenschliche Beziehungen. Wir verpacken das Ganze oft in einen ironischen, unterhaltsamen Kontext, wobei die Inhalte aber durchaus Ernst gemeint sind. »It could be good to be in love with a sweet pet...« H A N I X -- Habt ihr noch Erinnerungen an euer erstes Konzert? Lief dabei alles so ab wie ihr euch das vorgestellt habt? Das erste Konzert war das erste Konzert. Nichts wirklich Spektakuläres. Wahrscheinlich lief das bei uns so wie bei jeder anderen Band ab, man war ein bisschen aufgeregt und hat gehofft, dass man keine Songs vergisst. Am Ende hat alles einigermaßen geklappt und wir waren bereit für mehr. Es war ein Anfang, nicht mehr und nicht weniger. LIQUID KITTY -- HA NI X -- Gibt es irgendein Instrument bei euch innerhalb

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MUSIKKOFFER: LIQUID KITTY der Band auf das Ihr verzichten könntet? Oder eines ohne welches eure Musik nicht so klingen würde wie sie es jetzt tut? LIQUID KITTY -- Strange Frage. Also wenn es ein Instrument geben würde, auf das wir verzichten könnten, dann würden wir es nicht benutzen. Alles was wir benutzen hat seinen Platz und damit zum zweiten Teil der Frage. Hätten wir kein Klavier, keinen Bass, keine Gitarre und kein Schlagzeug, sondern zwei Trompeten, eine Tuba und ein Saxophon, dann wären wir ne Blaskapelle und nicht Liquid Kitty. Ist klar, oder? HANIX -- Welche Bands würdet ihr mit Liquid Kitty gerne mal supporten? LIQUID KITTY -- Backstreet Boys, Take That und Michael Jackson. HANIX -- Ihr habt uns zwei Songs von eurem Album zum Reinhören gegeben? Welcher davon ist euer Favorit? Um was geht es bei diesem Song, hat das Lied eine besondere Story? LIQUID KITTY -- Yes. Yes. The Songs are »Love Pt. 2« und »Living A Lie«. Die sind beide so dermaßen gut, da gibt es von unserer Seite wirklich keinen echten Favoriten. Bei Love Pt. 2 geht es um eine durchschnittliche, langweilige und ziemlich armselige Person, die allerdings nicht versteht warum deren Leben so trist ist, wie es nun mal ist. Unsere Lösung für dieses arme Würstchen ist ganz einfach: Er braucht einfach ein bisschen mehr Liebe in seinem Leben, dann würde es ihm wieder besser gehen. »You need love...« HANIX -- Wieso habt ihr eure aktuelle Platte »The Sweetest Pet In the World« auf Vinyl rausgebracht? H ANI X -- Wäre da eine CD nicht praktischer gewesen? LIQUID KITTY -- ter, schlacksiger Typ am Bass, welcher schöner, größer und besser. Nein, ganz sich non-stop einen abgrinst und im Ernst, wir wollten durch die Veröfseine legendären Disko-Dance-Moves fentlichung auf Vinyl genau die Leute auspackt. It's Philly Phil. In der Mitte erreichen, welche wirklich Wert auf ist der Platz der Rampensau am Piano. Musik legen. Und das sind nun mal Allerdings treibt sie sich die meiste hauptsächlich Leute, die sich Platten kaufen. Zu denen zählen wir vier eben- Zeit wälzend auf dem Boden rum oder turnt durch die tanzende Menge. Naso. Die Platte lebt und wird niemals türlich spielt er neben seinem sehr spesterben. Für alle, die unsere Songs ziellen Zirkeltraining auch Klavier und digital haben möchten gibt's zu jeder singt. It's Mister Yves Alexander. Ach Platte das komplette Album als MP3ja - fast vergessen - Download dazu. links in der Ecke steht Es stellt sich für Wir verpa c ken unsere Songso ein Typ, der fast uns also nicht keine Miene verzieht, die Frage eine texte oft in einen ironischen, niemals lacht und CD zu produzieren. Mit unterha ltsa men Kontext - die so aussieht als hätte er überhaupt keinen einer Vinyl plus Spaß an der Sache. MP3-Download Inhalte sind aber durchaus Allerdings packt dieser decken wir alles, Kerl zur rechten Zeit was für uns inteErnst gemeint . seine zungenschnalressant ist, ab. Es zenden Solos aus seiner Gitarre 'raus. kommt aber auch immer wieder vor, Zusammen sind diese vier sehr unterdass sich Leute unsere Platte gekauft haltsamen Herren Liquid Kitty und sie haben ohne einen Plattenspieler zu hasorgen bei jedem Auftritt, egal ob auf ben. Die stellen sich das Ding einfach in's Regal, hängen sich die Platte an die einer WG-Party vor 30 Leuten oder auf einem Festival vor 100 000 MenWand oder im besten Fall kaufen sie schen, dafür das die Temperatur und sich einen Plattenspieler und wir haben sie »bekehrt«. Mission completed! das Schweißbarometer enorm ansteigt. Deshalb solltet ihr uns auf jeden Fall HANIX -- Warum sollte man euch ein- - nein - mehrmals live sehen! mal Live sehen? LIQUID KITTY -- Ganz hinten sitzt ein HANIX -- Vielen Dank, dass ihr Typ am Schlagzeug, der sich einen ab- euch die Zeit genommen habt drischt bis man ihn nach dem Auftritt euch Vorzustellen. Was ihr wie ein nasses Handtuch auswrinschon immer loswerden wolltet gen und über die Wäscheleine zum lautet? LIQUID KITTY -- Blockflöte Trocknen hängen kann. Some call spielen ist unter Umständen wesenthim Hansen. Rechts daneben steht lich mehr Rock'n'Roll als Luftbalein langhalsiger, dezent unterernährlons aufzublasen! Wer Lust darauf hat Liquid Kitty live on stage zu sehen, kann sich über die Termine auf der Homepage der Band - www.liquid-kitty.de - informieren. Allerdings wird es in den Sommermonaten nur wenige Konzerte von Liquid Kitty geben, da sie sich zum Aufnehmen ihrer zweiten Platte in's Studio begeben werden. Man darf gespannt sein. Eine Vinyl ist

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dIE VESpAHOlIKER: dAS GRÖSSTE SCHAlTROllER-RENNEN dER wElT der Heilbronner Stoneheads SC hat der Scooter-Szene 2003 durch die Erfindung des »Run & Race« neues leben eingehaucht. Inzwischen sind die Motorsportler mit ihren Vespas als offizielle Rennserie des deutschen Motorsport Verbandes unterwegs. Text ROBERT MUCHA

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KULTURBEUTEL : STONEHEADS SC Bevor Andreas Preidl seinen ersten Rundgang über das Gelände der Kartbahn in Liedolsheim bei Karlsruhe startet, steht noch eine kurze Katzenwäsche auf dem Plan. Während sich der Schaltroller-Enthusiast vor einem VW-Bus, in dem er nur wenige Stunden Schlaf gefunden hat, in CamperManier die Zähne putzt, erzählt er von seinem Dilemma. Der Motor seiner Vespa streikt und deshalb kann Preidl nicht am Race, dem Höhepunkt des »Run & Race«, teilnehmen. Andreas Preidl ist einer der drei Gründerväter des Stoneheads SC und da ärgert es natürlich doppelt, ausgerechnet beim Heim-Grand-Prix nicht antreten zu können. Das vom Stoneheads SC initiierte »Run & Race« feierte in diesem Sommer seine neunte Auflage. Run steht dabei für das klassische Szene-Treffen mit Festzelt, Sound- und Lichtsystemen, Bier vom Fass, Customshow, einem Prüfstand und natürlich Fungames. Das Faszinierende am Leben und der E i n s t e l l u n g eines Scooterboys, ist schwer erklär b a r. Da s B e s t e sind die Freundsc ha ften. D urc h dies e hat sic h e in Zusa mmenha lt entwic kelt, der eine g ro ß e Ve rb un denheit zwisc hen den Sc ooterboys wac h se n lie ß. Linke Seite: Andreas Preidl linst bei seinem Rundgang nach dem Aufstehen nur durch den Zaun auf das Renngeschehen. Ein Motorschaden hat ihn zum Zuschauen verdammt. Rechte Seite: Der Rasta-Racer. Einer von fast 100 Rennfahrern. Sicherlich ein heißer Kandidat für den »BesteFrisur-Award«. Die zweite Komponente, das Race, ist das Motorsport-Highlight unter ambitionierten Klassik-Schaltroller-Rennfahrern. Diese Kombination kommt in der Szene so gut an, dass aus anfänglich 30 Rennfahrern inzwischen weit über 100 aktive Vespa-Sportler geworden sind und die Stoneheads zweimal die Auszeichnung »Bestes Deutsches Treffen« beim »Classic Scooter Award« ans Revers geheftet bekamen. Überhaupt hat die Idee der Stoneheads der Szene einen neuen Impuls gegeben. Valerio Abbate vom Pacemaker SC aus dem niederbayerischen Deggendorf bestätigt das: »Alles war um die Jahrtausendwende etwas eingeschlafen und dann haben die Stoneheads diese geniale Idee gehabt. Zunächst war es nur ein Versuch. aber es waren 500 Leute da und 30 Starter.« Da es so gut ankam, war klar, das eine Rennserie daraus werden sollte. Andreas Preidl, der auf seinem Rundgang in der Zwischenzeit im Fahrerlager angekommen ist und seine malade Renn-Vespa begutachtet, war von den Scooter-Runs etwas angeödet. »Auf Rollertreffen in der Szene gab es immer nur Fungames. Aber immer nur Fungames, ist auch nicht lustig. Wir wollten etwas bewegen und anders machen«, erklärt Preidl. Alexander Häcker, ebenfalls Gründungsmitglied der Stonheads und Rekordhalter in Liedolsheim, teilt an diesem Wochenende das Schicksal seines Kumpels. Auch sein Roller funktioniert nicht und er ist ebenfalls zum Zuschauen verdammt.

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KULTURBEUTEL : STONEHEADS SC Riding my Vespa was a cure, giving me a m o m e n t h o l y a nd pure! Even though the da y wa s foggy an d g ray. Oben: Zeigt her eure Roller. Selbstverständlich, dass die Besucher des »Run & Race« vorher ihre Roller aufpolliert haben. »Das ist bitter. Sechs Wochen Schrauberei völlig umsonst«, ist Häcker frustriert. Dennoch kann er mit seinem Scooter Club auf eine Erfolgsgechichte des »Run & Race« zurückblicken. Nach wie vor sind die Stoneheads das erfolgreichste Team der ESC (European Scooter Challenge), die eine offizielle Rennserie des Deutschen Motorsport Verbandes ist. Durch vier Länder (Österreich, Ungarn, Frankreich & Deutschland) touren die rasenden Scooter-Boys und -Girls. Demnächst soll es auch ein Show-Rennen auf einer großen Strecke geben. Und sogar kleine Wirtschaftszweige haben sich durch die Rennserie entwickelt. Der Deggendorfer Abbate weiß: »Kleine Manufakturen wurden gegründet, Continental hat extra Reifen entwickelt, viele Firmen, die mit der Ersatzteilproduktion für Vespas aufhören wollten, haben jetzt sogar neue Teile entwickelt. Weil der Absatz da ist.« Andreas Preidl hat seinen Rundgang beendet und ist hinter der Theke im Festzelt, um sich einen Kaffee zu machen. Das Heißgetränk schmeckt gräulich. Es ist ihm egal. »Viel wichtiger ist«, sagt Andreas Preidl, »dass alle Besucher und Teilnehmer des »Run & Race« hier alles haben, was sie brauchen«. Denn alle samt vereint das Motto: »It´s easy to be happy. Vespa!«

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ROBERT MUCHA »WIR VERSUCHEN H O C H Q UA L I TAT I V E WEINE ZU PRODUZIEREN« De r He i l b ro n n e r A n d re a s Schick weiß genau, wie er seinen Wein h a b e n w i l l . In z w i s c h e n i s t sein »weissausrot« der meist verkaufte Wei n b ei Stark ö ch in Sarah Wie ne r.

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WEIN SPEZIAL Der Weinhandel von Schick & Springer umfasst über 100 Weine im Sor timent . Pro Jahr kommt m axim al e in n e u e s Weingut hinzu. HANIX -- Herr Schick, wann und wieso entstand der Gedanke, eigene Weine zu produzieren und zu vermarkten? und genau beobachtet, hat man am Ende Ergebnisse auf der Hand. So war das bei uns auch. H A N I X -- Dann kam ihr Austritt aus der Genossenschaftskellerei. -- Dazu muss ich etwas ausholen. Das Projekt schwirrt sicher schon seit zwölf, dreizehn Jahren in meinem Kopf herum. Ich habe mich immer für Wein über die Landesgrenzen hinaus interessiert. Deshalb hat sich zunächst der Handel mit internationalen Weinen angeboten. Gegründet wurde der Weinhandel 2002 und ein Jahr später gingen wir damit auf den Markt. Wir importieren direkt von den Winzern aus unterschiedlichen europäischen Anbaugebieten und aus Südafrika. Das ist sehr spannend und die Zusammentreffen mit den verschiedenen Winzern sind immer lehrreich. Außerdem reise ich sehr gerne. Das lässt sich also gut kombinieren. Wir waren als Mitglied der Genossenschaftskellerei Heilbronn außerdem stark in der Premium-Produktion tätig und konnten dadurch feststellen, auf welchen Flächen wir nachhaltig hohe Qualität erzeugen können. H A N I X -- Wie stellt man fest, ob nachhaltig hohe ANDREAS SCHICK Qualität erzeugt werden kann? -- Nach der Gründung des Importhandels war das der nächste Schritt. 2008 haben wir dann unseren ersten Jahrgang auf den Markt gebracht. H A N I X -- Ihr Betrieb ist eine Dreimann-Show. NeANDREAS SCHICK ben ihrer Stieftochter Maximiliane, die ihr erstes Lehrjahr als Winzerin im Familienbetrieb absolviert, gehört Jochen Springer zum Team. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Jochen Springer? -- Wir kennen uns schon lange aus der Nachbarschaft. Nachdem Jochen vor zwölf Jahren seine Ausbildung als Küfer und Weinbautechniker abgeschlossen hat, ist er hier im Betrieb angestellt. Seit vier Jahren ist er federführend verantwortlich für die Arbeit im Weinberg. Ich selbst kümmere mich um den Vertrieb. H A N I X -- Was ist wichtig, um guten Schick-Wein zu ANDREAS SCHICK machen? -- Wir haben unterschiedliche Lagen mit gleichen Sorten bestückt. Wenn man dann intensiv ANDREAS SCHICK -- Wir sind darauf angewiesen, dass die Weine, die wir hier auf die Flasche bringen eine sehr akkurate Produktion und hohe Qualität der Arbeit im ANDREAS SCHICK

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WEIN SPEZIAL Wir regulieren schon beim Anschnitt der Reben im Winter unse ren Er trag. Das ist mit einem gewissen R is iko ve r bunden. Weinberg benötigen. Das fängt beim Anschnitt der Reben im Winter an. Damit regulieren wir im Prinzip unseren Ertrag. Natürlich ist es ein Risiko, sich auf kleine Erträge festzulegen. Aber wenn wir das nicht so machen würden und erst kurz vor der Ernte stark ausdünnen, hätte der Rebstock über das Jahr zu viel Kraft vergeudet. Jochen Springer verantwortet die Traubenproduktion. Den weiteren Schritt vollzieht dann federführend Hans Hengerer vom Weingut Kistenmacher-Hengerer. Wir hatten definiert, wie wir uns den Wein vorstellen. Und Hans Hengerer ist einfach ein hervorragender Weinmacher. Er hat es bestens verstanden, unsere Vorgaben umzusetzen. Denn Qualität lässt sich nicht nur auf den Zuckergehalt reduzieren. Es ist ein ganzer Strauß von Inhaltsstoffen, die am Ende einen komplexeren Wein ergeben, wenn der Stock nicht so viel Ertrag durchziehen muss. H A N I X -- Nennen Sie uns die drei wichtigsten Faktoren für guten Wein. kann man sicherlich noch ein Kilogramm Ernteertrag dazurechnen. H A N I X -- Auf ihrer Homepage ist folgendes zu lesen: »Wir gehen mit größtem Ernst an die Sache heran um beim anschließenden Öffnen der Flaschen das noch größere Vergnügen zu haben.« -- Ich bin der Ansicht, dass ganz allgemein in der Qualitätsproduktion für viele Anbaugebiete noch Luft nach oben ist. Das soll nicht falsch verstanden werden. Wir haben eine sehr kleine Produktion und versuchen das Maximale heraus zu holen. Ein großer Betrieb kann das gar nicht leisten. Aber beim Streben die Spitze zu erreichen, das Mögliche auszureizen, sehe ich schon noch Möglichkeiten. Es tut sich in diesem Bereich inzwischen auch mehr in Deutschland und auch hier in der Region. Das sehe ich mit großer Freude. H A N I X -- Ihre Idee war es von Anfang an, hochANDREAS SCHICK preisige Weine zu produzieren und Sternerestaurants zu beliefern. -- Ich würde die weinbauerliche Arbeit, die Güte des Bodens und die Lage nennen. H A N I X -- Wie hoch ist der Ertrag ihrer Rebstöcke ANDREAS SCHICK im Vergleich zu Weinen, die für den Großhandel produziert werden? -- Wir versuchen hochqualitative Weine zu produzieren und auch den Preis dafür zu erzielen. Wir liegen bei unseren Spitzenweinen bei 800 Gramm pro Stock. Beim Trollinger liegen wir ungefähr bei 2,5 Kilogramm je Rebstock. Wenn man Alltagsweine produzieren möchte, die für den Großhandel bestimmt sind, ANDREAS SCHICK -- Wir haben sechs Produkte und füllen insgesamt ungefähr 18 000 Flaschen ab. In diesem Produktions-Bereich funktioniert es wirtschaftlich nur, wenn man Spitzenqualität produziert. Mit einem Wein, der den Massengeschmack treffen soll und dementsprechend günstig angeboten werden muss, würde es, mit einem Produktionsvolumen wie wir es haben, keinen Sinn machen. H A N I X -- Inzwischen stehen ihre Weine in mehreren ANDREAS SCHICK überregional bekannten Restaurants auf der Wein-

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WEIN SPEZIAL zUR pERSON: Inzwischen kümmert sich Andreas Schick hauptsächlich um den Vertrieb seiner Weine. Die Arbeit im Weinberg tätigt Jochen Springer federführend. -- Wir wollen konsequent weiter arbeiten. Unsere Produktion werden wir aber nicht erhöhen. Und dann hoffen wir, dass wir mit unseren Weinen weiter im Gespräch bleiben. Der Weinhandel soll etwas ausgebaut werden. Momentan haben wir ungefähr 110 Weine im Sortiment. H A N I X -- Wovon machen Sie es abhängig, einen Wein ANDREAS SCHICK in ihr Sortiment aufzunehmen? karte, wie beispielsweise in Tim Mälzers »Bullerei« in Hamburg oder im »Grill Royal« in Berlin. Wie funktioniert es, dass Top-Restaurants auf einen Württemberger Wein aufmerksam werden? -- Das funktionierte relativ schnell, da ich durch unseren Importhandel schon viele Kontakte geknüpft hatte. Ohne diese Vorarbeit im Vertrieb, wäre das aber nicht möglich gewesen. Zumindest nicht in der Geschwindigkeit. Dazu kam, dass wir freundliche Unterstützung von Sommeliers hatten, die den Wein für gut befanden und das auch transportiert haben. H A N I X -- Stimmt es, dass ein Schick-Wein momentan ANDREAS SCHICK im Berliner Restaurant von Starköchin Sarah Wiener der am meist getrunkene Wein ist? -- Wir besuchen die Weingüter persönlich vor der Ernte, weil wir uns selbst ein Bild vor Ort machen wollen, wie auf den Weingütern gearbeitet wird. Die Qualität der Weine muss im Weinberg entstehen. Wenn das passt, gehen wir in den Keller und verkosten die Weine. H A N I X -- Laienhaft gefragt: Wo kann die Qualität ANDREAS SCHICK sonst entstehen, wenn nicht im Weinberg? A N D R E A S S C H I C K -- Die Kellertechnik, gerade im Ausland, ist sehr viel weiter gefasst als hier in Deutschland. Wir legen Wert darauf, dass keine Hilfsmittel, wie beispielsweise Holzchips eingesetzt werden, um der Qualität nachzuhelfen. H A N I X -- Kann man euren Stand auf dem Heilbronner Weindorf besuchen? -- Das ist wahr. Unser »weissausrot« scheint den Berlinern zu schmecken. Das freut uns natürlich sehr, da wir nie damit gerechnet hätten. H A N I X -- Und wie werden Schick-Weine hier in der Region wahrgenommen? A N D R E A S S C H I C K -- Überregional sind wir sicherlich aktiver. Aber auch hier in der Region erfreuen wir uns über eine schöne Akzeptanz bei etlichen Restaurants. H A N I X -- Ihr Flaschenetikett hat ein schlichtes, ANDREAS SCHICK modernes Design. War das von Anfang an gewollt, kein traditionelles Motiv auf die Flasche zu kleben? -- Nein, dort sind wir nicht vertreten. Es würde für unsere Weine auch keinen Sinn machen. Ich mag die schwäbischen Weinfeste sehr. Dort trifft man sich aber eher, um gesellig zu sein und gute Alltagsweine zu genießen. H A N I X -- Sie sind auch Veranstalter. Welche ANDREAS SCHICK Events gibt es von »Schick & Springer«? -- Ein traditionelles Motiv macht doch nur Sinn, wenn man Tradition hat. Wir sind hier eine Aussiedlung, gerade einmal 15 Jahre alt. Auch unser Verkostungsraum ist puristisch gehalten. Das ist unsere Haltung und so sollte auch das Etikett aussehen. Wir setzen als Namen für unsere Weine auch nur Farben ein. Das kam sehr gut an: ob bei den Gästen im Restaurant oder bei den Sommeliers. H A N I X -- Was darf man in Zukunft von Schick & ANDREAS SCHICK Springer erwarten? -- Wir bieten hochwertige Weinverkostungen an. Viel läuft dabei über Anfragen. Wir veranstalten aber auch mal einen Themenabend, den wir im Vorfeld kommunizieren. Wir verkosten auf unseren Events in der Regel zwischen zehn und zwölf Weine und bieten Kleinigkeiten zum Essen an. H A N I X -- An welches Restaurant würden Sie ihre ANDREAS SCHICK Weine besonders gerne verkaufen? -- Im Moment sind wir noch nicht im Restaurant von Vincent Klink in Stuttgart vertreten. An die »Wielandshöhe« würde ich gerne verkaufen. Ganz einfach aus dem Grund, dass ich Vincent Klink auch als Typ sehr spannend finde. Er hat viel Witz, dazu eine poetische Ader. Ich finde ihn einfach gut. ANDREAS SCHICK

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DER KÜHLSCHRANK VON...: LU I G I & TA N J A C A L C E FOTOS: MEHMET FILIZ / VIDEO: ROBERT BEUTELSPACHER Der Kühlschrank: MARKE: Siemens MODELL: KI26E440 TYP: Standkühlschrank NUTZINHALT: 230 Liter ENERGIEEFFIZIENSKLASSE: A++ ENERGIEVERBRAUCH: 292 kWh in 365 Tagen ABMESSUNGEN: 159 x 56 x 55 cm (HxBxT) Die Besitzer: VORNAME: Tanja & Luigi NACHNAME: Calce KINDER: 2 TIERE: 2 (Hund & Hase) MAHLZEITEN, DIE DIESER KÜHLSCHRANK HERGIBT: Frühstück - Heidelbeeren. Bananen,Papaya, Müsli mit Joghurt Mittagessen - Tofuwürstchen und Tofu-ChickenNuggets mit Ketchup; Gurkensalat Abendessen - SpaghettiSalat aus Gurken und Rettich mit Honig-Melone und Sesam; Kürbissuppe; Apple Crumble Das sagen Tanja & Luigi zu ihrem Kühlschrank: »Es ist ein Nirvana-Kühlschrank. Ein Kühlschrank, in dem man nichts findet.«

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DER KÜHLSCHR ANK VON...: LUIGI & TANJA CALCE Im Hause des Kapitäns der Heilbronner Falken, Luigi Calce, befindet man sich in einer fleischfreien Zone. Ehefrau Tanja Calce ist nämlich praktizierende Veganerin und eröffnet bald ein vegetarisches Restaurant in Heilbronn.

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H A AR E EINE HAPTISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM THEMA HAARE VON SONJA KNOBLAUCH We n n d u nur nachempfinden k ö n n t est, was ich alle s s e h e ! Wa s ich alles spüre! Wa s i c h a l l es höre in deinen Haaren! Me i n e Se ele wird vom Duft weit e n t r ü c k t wie die Seelen anderer Me n s c hen von der Musik. » D i e h a l be We lt in de ine m Haar« Ch arle s Baude laire

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KUNSTREGION: SONJA KNOBL AUCH

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Haare sind ein entscheidendes Element d er Se lb std arst ellun g , zen t rale s Element der nonverba len Kommunika t ion . H a are si nd p syc hol ogi sc h auß er- ordentlic h wic htig für da s Selbstwer t- un d Sic he rh eit sg e füh l, z ur S t eig e - rung des Wohlbefindens und der Zufried en he it m it sic h se lb st . Wir kümmern uns in regelmä ßigen Abstä nd e n u m un se re Haa re . Wir st ut- zen, kämmen, frisieren, färben, waschen,... sie. Wir en tw ic ke ln Ri tua le , KUNSTREGION: SONJA KNOBL AUCH Muster, die immer wieder ablaufen. Durc h d as Frisie ren de r Ha are g ib t m an ihnen eine Form und Struktur. In diesem Zusa mmenha ng besc hä ftigten mi ch fo lg en d e Frag en : Welche Eigenschaften besitzt das Haar? We lc he A kt ivit äte n b rin gt man mit H a a ren in Verbindung? Wa s ist da s Prin zi p d e r H aare? Ka nn man d ie se s Prinzip als Gestaltungsgrundlage nutzen? Kann man H aare in ei n a nd e re s Gebiet übersetzen? Sind H a a re mit ein er an de re n Sac he ve rgle ic hb ar?

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KUNSTREGION: SONJA KNOBL AUCH

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IM GESPRÄCH MIT REINHOLD GALL ICH BR AU C H E NOC H Z E I T, U M MIC H A B Z U NA B E L N TEXT ROBERT MUCHA FOTOS ULLA KÜHNLE Der Sü l z b a c h e r Re i n h old Gall ist der neue Innenminister Ba d e n -Wü r t t e m b e r g s . Wi r sprachen mit dem neuen Sicherheitschef u n se re s Bu n d es l a n d es ü b er He im atlie be , Lö s ch e ins ätze und s e inen Ab n a b el u n g s ver s u ch vo n d e r Ko m m unalpo litik . H A N I X - Herr Minister, kneifen Sie sich morgens nach dem Aufstehen des Öfteren in den Arm? GAL L -- Nein. Ich weiß, dass ich Innenminister BadenWürttembergs bin und welche Verantwortung mit dem Amt einher geht. Und ich habe mich auf die Aufgabe vorbereitet. Es war vorher klar, dass ich bei einer Regierungsbeteiligung der SPD einer der Kandidaten sein werde, der für die Leitung des Innenressorts in Frage kommt. ich in der Landespolitik wirke. Aber Anfang März haben die Umfragewerte schon angedeutet, dass es einen Regierungswechsel geben kann. Es war auch unser klares Ziel, einen Regierungswechsel in Baden-Württemberg herbeizuführen. HA NI X -- Lassen Sie uns auf den 27. März zurückblicken. Was ging in Ihnen vor, als Sie an besagtem Sonntag aufwachten? Überwog die Hoffnung, dass die Niederlage für die SPD nicht zu heftig ausfallen möge; Angst, mit der SPD völlig leer auszugehen; oder, am Abend glücklich auf einen großen Tag zurückschauen zu können? GAL L -- HAN IX -- Dass die CDU in Baden-Württemberg als regierende Partei nach über 57 Jahren abgelöst werden würde, war Anfang März nicht abzusehen. Sie müssen sich immer noch fühlen wie im Traum!? G ALL -- An diesem politischen Ziel arbeite ich schon seit Grundsätzlich bin ich an Wahltagen immer auf-

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INTERVIEW DES MONATS: REINHOLD GALL geregt. Zunächst wollte ich mein Mandat in Neckarsulm verteidigen. Darüber hinaus war ich unsicher. Menschen entscheiden heutzutage viel kurzfristiger als in vergangenen Jahrzehnten. Ich war mir deshalb nicht sicher, zu welchen Verschiebungen die Katastrophe in Fukushima führen würde. In Zeiten der Unsicherheit entscheiden sich Wähler oft auch für politische Stabilität. Die Baden-Württemberger haben sich mehrheitlich aber für politischen Wandel entschieden. H ANI X -- Die Bewohner Sülzbachs, ihrem Heimatort, sind sicherlich mächtig stolz auf ihren ehrenamtlichen Ortsvorsteher a. D.? GAL L -- beurteilen. Aber die Resonanz, die ich erfahren habe, fand ich außerordentlich. Der ein oder andere Brief und auch persönliche Glückwünsche haben mich gerührt. Ich empfand die mir gegenüber ausgedrückte Herzlichkeit und Wärme wirklich als ernsthaft. HANI X -- Wenn man über Sie recherchiert, drängt sich einem der Eindruck auf, dass Sie Unterländer mit Leib und Seele sind. Was sind die drei besten Dinge unserer Heimatregion? GA L L -- Ob die Menschen stolz sind, kann ich nicht Ich fühle mich hier außerordentlich wohl. Ich finde, hier gibt es eine tolle Landschaft. Außerdem hat in unserem Raum bürgerschaftliches Engagement einen sehr hohen Stellenwert. Ich finde auch den Menschenschlag

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INTERVIEW DES MONATS: REINHOLD GALL We n n ich am Abend in mein Dor f fahre u n d e i ne neue Baustelle sehe, denke ich m i r ` Wie s o we iß ich d avon n ic hts? `. hier im Heilbronner Land richtig gut. Und unsere Region bietet wirtschaftliche Stabilität. Deswegen lebe ich gerne hier. HANI X --Und in welchen Bereichen kann sich das Heilbronner Land noch verbessern? Im Ausbau des Tourismus sehe ich viel Potential. Dafür habe ich auf kommunaler Ebene lange gekämpft. Inzwischen gibt es die Touristikgemeinschaft Heilbronner Land, die erfolgreich arbeitet. Auch bei Forschung und Entwicklung gibt es noch Verbesserungsbedarf, obwohl wir mit der Ansiedlung von DLR, Bosch und Getrag schon einiges erreicht haben. GA L L -- HANI X -- Seit 1989 waren Sie das Sülzbacher Gemeindeoberhaupt. Sie werden als bodenständig und heimatverbunden beschrieben und haben sogar am Abend nach ihrer Vereidigung als freiwilliger Feuerwehrangehöriger in Obersulm dabei geholfen, einen Großbrand in Berwangen zu löschen. Fällt es ihnen schwer, nur noch Innenminister zu sein? GA L L -- Ich habe alle früheren Ämter gerne bekleidet und viel Herzblut in diese Arbeit gelegt. Deshalb fällt es mir schwer, mich nicht mehr um diese Dinge kümmern zu können. Wenn ich am Abend in mein Dorf fahre und eine neue Baustelle sehe, denke ich mir: `Wieso weiß ich davon nichts?` Ich hatte einfach täglich mit diesen Dingen zu tun. Daher brauche ich noch etwas Zeit, um mich davon abzunabeln. Aber meine neue Aufgabe ist mindestens genau so spannend. HANI X -- Wie haben Ihre Personenschützer reagiert, als Sie zu dem Löschen ausgerückt sind? Wollten sie Sie vom Einsatz abhalten oder haben ihre Bodyguards in Berwangen auch zum Schlauch gegriffen?

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INTERVIEW DES MONATS: REINHOLD GALL Die Führungsschleife des Landkreises wurde alarmiert und da war für mich ganz normal, dass ich mit ausrücke. Erst während der Anfahrt wurde mir bewusst, dass es wegen meines Amtes vielleicht doch ein Problem geben könnte. Ich habe mich deshalb bei dem Einsatz auch bewusst hinter allen Kameras bewegt. Kein Journalist hatte registriert, dass ich vor Ort war. Die Polizei hat dann aber ordentlich vermerkt, dass der Innenminister am Löscheinsatz beteiligt war. GAL L -- H ANI X -- Die Regierungskoalition in Stuttgart zeigt sich bisher harmonisch. Der Einklang zwischen der SPD und den Grünen ist schon fast unglaublich. Dazu scheint der Umzug aus der Opposition auf die Regierungsbank reibungslos zu funktionieren. Wie lief der Seitenwechsel bei Ihnen ab? on, aus der sie den Stimmenanteil wieder steigern kann - speziell im Hinblick auf die Bundestagswahl in zwei Jahren? GA L L -- Wir sind Regierungspartner auf Augenhöhe. Die Grünen haben im Landtag gerade einen Sitz mehr als wir. Natürlich hoffe ich, dass wir den Menschen im Land aus der Regierungsverantwortung heraus zeigen können, dass wir verlässlich sind. Das betrifft die Wirtschafts- und Sozialpolitik, die Finanzpolitik, aber auch die innere Sicherheit. HANI X -- Man könnte vermuten, mit dem Weiterbau von Stuttgart 21, werden die Zeiten für die Koalition härter. Ihr Ministerium und Sie werden verstärkt in den Mittelpunkt rücken. Wie wollen Sie, anders als die CDU, Ausschreitungen verhindern oder extremen Demonstranten entgegen treten? GA L L -- Die Ich habe mein Büro am Freitag,den 13. Mai, einen Tag nach meiner Vereidigung, bezogen. Das war die erste Hürde, die es zu meistern galt. Denn einer meiner Vorgänger, Frieder Birzele, wurde vom Pförtner nicht ins Ministerium gelassen. Er kannte ihn schlichtweg nicht. Zum Glück wurde ich vom Haus und den Mitarbeitern freundlich empfangen. Ich habe auch nur drei Positionen ausgetauscht. Und zwar den Zentralstellenleiter, den Pressesprecher und den Ministerialdirektor. Alle anderen Mitarbeiter habe ich auf ihren Positionen belassen, weil ich darauf baue, dass diese Spitzenbeamten ihre Pflicht als Staatsdiener erfüllen. Deshalb haben wir auch keinen Staub aufgewirbelt und konnten sofort unsere Arbeit aufnehmen. GAL L -- H ANI X -- Die SPD ist - wie man sagt - der JuniorPartner in dieser Regierung. Ist das eine Positi- Polizei verfolgt einerseits eine Strategie der Deeskalation. Dafür steht auch der neue Stuttgarter Polizeichef Thomas Züfle, der das Gespräch mit den Bürgern und den Stuttgart 21-Gegnern sucht. Bei Protestaktionen werden verstärkt Anti-Konflikt-Teams eingesetzt. Als Folge aus den Zwischenfällen am 20. Juni will die Polizei aber auch stärkere Kräfte aufbieten, um Sachbeschädigungen an der Baustelle zu verhindern. HANI X --Sie versprachen nach ihrem Amtsantritt Aufklärung und eine Untersuchung des »schwarzen Donnerstags« im Stuttgarter Schlosspark als friedliche Demonstranten mittels massiver Polizeigewalt aus dem Park entfernt wurden. Wie weit sind Sie mit der Aufklärung der Geschehnisse mittlerweile gekommen? GA L L -- Die Polizei hat dem Innenausschuss des Landtags

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INTERVIEW DES MONATS: REINHOLD GALL inzwischen einen Untersuchungsbericht vorgelegt. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Polizei nicht die primäre Ursache für den unvorhergesehenen Verlauf des Einsatzes war. Ihre Anweisungen sind von Anfang an von den hoch emotionalisierten Gegnern ignoriert worden. Allerdings ist auch die gewählte Polizeitaktik, die auf dem Überraschungsmoment aufbaute, wegen interner Umstände nicht aufgegangen. HANI X -- Nach der mutmaßlichen Ermordung Osama bin Ladens durch das legendäre »Navy SEAL Team Six« sprach BKA-Präsident Jörg Ziercke im Nachrichtenmagazin FOCUS von einer erhöhten Gefahr von Racheakten durch al-Qaida in Deutschland. Welche Terrorwarnstufe gibt es derzeit in Baden-Württemberg? GA L L -- Derzeit gibt es keine konkreten Anhaltspunkte, dass im Südwesten mit Anschlägen zu rechnen ist. Aber die Sicherheitsbehörden sind wachsam und beobachten vor allem sogenannte Gefährder. HANI X -- Ist es für Sie nicht ein wenig komisch: Quasi gestern haben Sie sich noch um Spielplätze in Obersulm gekümmert und heute müssen Sie sich unter anderem um den globalen Terror kümmern? Meine kommunalen Mandate habe ich zwar niedergelegt, aber die Kontakte sind ja nicht abgerissen. Über die aktuellen Ereignisse in meiner Region bin ich deshalb immer noch grob informiert. Im Bundesrat und der Innenministerkonferenz beschäftige ich mich natürlich auch mit der Gesetzgebung des Bundes und grenzüberschreitenden Themen. Dennoch werde ich nicht die Bodenhaftung verlieren. GA L L -- HANI X -- Ihre Karriere unterscheidet sich von der klassischen Laufbahn eines Berufspolitikers. Sie sind von Hause aus Handwerker und haben sich seit ihrem Beitritt in die SPD 1975 Sprosse um Sprosse nach oben gearbeitet. Werden Sie von den Juristen, B e i d e r ersten Kaminrunde d e r I n n enminister mit der K a n z l e ri n e r le b t e ich gle ich e i n e Überraschung. die den Großteil der politischen Kaste stellt, nicht argwöhnisch beäugt? GA L L -- Bei meinen ersten Rundgängen durch das Ministerium habe ich schon gespürt, dass die Mitarbeiter offen auf mich zugehen. Für sie ist es vielleicht schon ungewöhnlich, dass sie keinen Juristen vor sich sehen. HANI X -- Worin liegen aus ihrer Sicht die markantesten Unterschiede zwischen Kommunalpolitik und ihrer aktuellen Aufgabe als Mitglied der Landesregierung mit bundespolitischem Einfluss? GA L L -- In der Kommunalpolitik sind oft Kompromisse

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INTERVIEW DES MONATS: REINHOLD GALL zwischen den Lagern möglich. Für die Landesregierung gelten zunächst einmal die im Koalitionsvertrag ausgehandelten Regeln, mit der Landtagsopposition ergibt sich nur selten Übereinstimmung. Weil ich als Innenminister auch in der bundespolitischen Debatte gefordert bin, erwachsen bisweilen auch Konflikte mit der eigenen Partei. H ANI X -- Wie empfinden Sie es, plötzlich mit den bundespolitischen Größen in Berlin an einem Tisch zu sitzen? Ist das ein eigenartiges Gefühl oder haben Sie sich von Beginn an wohl gefühlt unter Merkel, Schäuble und Co.? Immer mehr Menschen nutzen die Möglichkeiten des Internets und sind in bestimmten Bereichen gut informiert. Dann erwarten manche, auch stärker mitbestimmen zu können. Die Vereinzelung in der Gesellschaft hat auch zur Folge, dass viele ihre eigene Meinung verabsolutieren und dafür Geltung beanspruchen. GAL L -- HANI X -- Weltweit ist zu erkennen, dass sich Völker empören und nach mehr direkter Demokratie streben. Ob in Spanien, Griechenland, Nordafrika, im Nahen Osten oder in unserer Landeshauptstadt Stuttgart: die Leute wollen bei wichtigen Themen direkt mitentscheiden. Was halten Sie von diesem Trend? Und wie stellen Sie sich die Entwicklung der direkten Demokratie vor, auch auf kommunaler Ebene? Als Neuling werde ich vor allem erst einmal zuhören. Bei der ersten Kaminrunde der Innenminister mit der Kanzlerin erlebte ich gleich eine Überraschung. Denn beim Thema Bundeswehrreform zeigte sich, dass Frau Merkel an den Auswirkungen für Feuerwehr und Katastrophenschutz sehr interessiert war - weil diese bisher offenbar wenig angesprochen wurden. GAL L -- H ANI X -- Auf ihrer Homepage steht, dass Sie die Bodenhaftung bei einigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft vermissen. Wie meinen Sie das? Manchmal habe ich den Eindruck, dass an den Bedürfnissen vieler Bürger vorbei regiert wird, weil manche Politiker zu weit weg davon sind. In der Wirtschaft haben sich vor allem die Maßstäbe für Gehälter und Abfindungen falsch entwickelt, diese können kaum mehr nachvollzogen werden. GAL L -- HANIX -- Als Bürger hat man immer öfter das Gefühl, dass Volkes Meinung den meisten Politikern in entscheidenden Punkten egal ist. Können Sie verstehen, dass der Frust und Unmut über die politische Kultur und Entscheidungsfindung bei immer mehr Menschen dazu führt, zum Wutbürger zu werden und unser aktuelles Demokratie-Modell ernsthaft zu hinterfragen? Im Nahen Osten wurden die Bürger in manchen Ländern unterdrückt. Die Jüngeren nehmen es jetzt nicht mehr hin, dass sie eher schlechte Zukunftschancen besitzen, vor allem aus wirtschaftlicher Sicht. Bei uns drücken immer stärker die finanziellen Nöte der öffentlichen Hand, worauf die Regierenden nicht immer die richtigen Antworten finden. Aber die Wahlergebnisse werden zum Umdenken zwingen. GA L L -- HANI X -- Zum Schluss nochmals zurück in Ihre Heimat. Können Sie sich vorstellen, irgendwann in die Kommunalpolitik zurückzukehren und vielleicht wieder Ortsvorsteher in Sülzbach zu werden und sich um neue Radwege und Spielplätze zu kümmern? In meiner Heimat werde ich sicher nicht nochmals Ortsvorsteher werden. Da sind künftig andere Kräfte gefragt. Aber ich werde die Kommunalpolitik nach wie vor genau beobachten. Vielleicht kann ich in dem ein oder anderen Fall auch einen Rat geben, wenn ich gefragt werde. GA L L --

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E n E r g i E Nec k a r wes t hei m Die Ruhe nach dem Sturm Oh n e En er g ie l ä u f t nich ts Der Antrieb von Allem Di e En er g i e i n u n s Neue Antworten auf die Fragen des Menschseins

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TITELTHEMA: ENERGIE

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De r 1 1 . Mä r z 2 0 1 1 i s t d e n Neckar westheimern noch in guter Erinner ung. Es w a r e i n Fre i t a g a l s d i e Os t k üste Japans von mehreren Erdbeben, einer riesigen Ts u n a m i we l l e u n d d e m Super-GAU in Fukushima heimgesucht wurde. Von e i n e m Ta g a u f d en a n d ere n d re h te s ich d ie Haltung d e r Bund esregi er ung um 1 8 0 Gr a d . At o m s t ro m wa r plö tzlich o ut, ach t Re ak to re n wurd e n bundeswei t umg e h e n ds t i l l g el eg t . Wie es de n k le ine n K raftwe rk s tand o r te n d abe i ergeht, i st de r Bu n de s reg i er u n g z i em l ic h e g al. Die Ge m e ind e und d ie Bürg e r Necka r westh ei m s m üs s e n s ich s e lbs t h e lfe n. ROBERT MUCHA D I E R U H E N A C H D E M S T U R M ! Elisabeth Rech führt das »Hotel am Markt« in Neckarwestheim seit 20 Jahren. Ihr Sohn soll das Hotel in ein paar Jahren übernehmen und weiterführen. Doch ob es dazu kommt, weiß Elisabeth Rech momentan noch nicht. »Ende des Jahres müssen wir Bilanz ziehen und sehen, ob es sich überhaupt noch rechnet«, erzählt die 64-jährige Hotelbesitzerin, die ihren Gästen das Frühstück jeden Tag im traditionellen Dirndl serviert. Direkt nach der Katastrophe von Fukushima wusste die Neckarwestheimerin zunächst nicht, wie es weitergehen soll. Von einem Tag auf den anderen blieben die Buchungen aus. Bis zu 35% Umsatzeinbruch hat Rech befürchtet. Doch so schlimm ist es nicht gekommen. Denn: »Selbst sind die Neckarwestheimer.« Elisabeth Rech hat für ihr Gasthaus geworben. »Auch im Ludwigsburger Kreis«, erklärt Rech. Inzwischen bekommt sie Übernachtungsbuchungen von Firmen aus Bietigheim oder Bissingen. Früher war das »Hotel am Markt« schon zum Jahresbeginn für viele Wochen im Voraus durch Buchungen des Kraftwerks geblockt. Nun gewinnt sie neue Kunden, die in der Vergangenheit keine Chance hatten, bei ihr ein Zimmer zu ergattern. Auch Neckarwestheims Bürgermeister Mario Dürr kann »keine Landflucht erkennen«. Die Bürger gehen gelassen mit der Atomwende nach Fukushima um. Und umsichtig war der Neckarwestheimer Gemeinderat schon immer. Auch wenn nicht jeder Neckarwestheimer die Investiti69 onen für den Bau der neuen Gemeindehalle gutheißt. Schließlich kostet das Imageprojekt satte 16 Millionen Euro. Dennoch: seit über 20 Jahren ist die Gemeinde schuldenfrei und hat - selbst nach dem Bau der neuen Halle -Rücklagen in Höhe von 30 Millionen Euro auf der hohen Kante. Die mittelfristige Finanzplanung wurde bereits im aktuellen Haushaltsplan umgestellt Dabei werden die Gewerbesteuereinnahmen von sieben Millionen Euro im Jahr 2010 auf zwei Millionen Euro im Jahr 2014 sinken. Für eine kleine Gemeinde wie Neckarwestheim sicherlich ein schwieriges Unterfangen, diesen Einnahmeeinbruch aufzufangen. Auch weil Mario Dürr weiß: »Die Standorte kommen in den Überlegungen der

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TITELTHEMA: ENERGIE Das Kernkraftwerk Neckarwestheim liegt zehn Kilometer südlich von Heilbronn auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs direkt am Neckar. Block 1 stammt aus dem Jahr 1976 und wurde im März 2011, kurz nach der Katastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima, abgeschaltet. Block 2 ist der jüngste deutsche Meiler und ging erst 1989 in Betrieb. Er soll nach den Plänen der schwarz-gelben Bundesregierung bis 2022 laufen. Die EnBW betrieb in Neckarwestheim zwei Druckwasserreaktoren. Block 1 hatte eine elektrische Leistung von 840 Megawatt. Block 2 hat eine elektri sche Leistung von 1400 Megawatt. Im Jahr 2010 erzeugten beide Blöcke zusammen über 13 Milliarden Ki lowattstunden Strom. Das entspricht etwa einem Viertel des Stromverbrauchs in Baden-Württemberg. Bild unten: Unter dem Rathaus befindet sich der Notbunker der Gemeinde Neckarwestheim. Sollte es einmal zu einem größeren Störfall kommen, wird von einem unterirdischen Schreibtisch, der anmutet als würde er aus der Zeit des frühen kalten Krieges stammen, der Rettungseinsatz koordiniert Bilder nächste Seite: Bürgermeister Mario Dürr sieht seine Gemeinde für die Zukunft gut gewappnet. Hotelbesitzerin Elisabeth Rech ist nicht unzufrieden mit der Entwicklung nach Fukushima. Ihre schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Nach wie vor hat sie Gäste in ihrem Hotel.

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TITELTHEMA: ENERGIE B ürg e r m e is t e r Mar io Dürr : » Neckar westheim wird Energiestandor t bleiben. Wir liegen in einem Netzknoten. Kein Energieversorger wird dau e r h aft au f e in e n solc hen Sta ndor t verzic hten. « Bundesregierung faktisch nicht vor. Beim Stahl und der Kohle hätschelt der Bund seit jeher die betroffenen Regionen, bei uns und anderen vom Atomausstieg betroffenen Kommunen macht sich Frau Merkel offenbar keinerlei Sorgen, wobei die rot-grüne Vorgängerregierung nicht besser war.« Um sich selbst zu helfen, hat die Gemeinde vorausschauend neue Gewerbeflächen im Flächennutzungsplan definiert. »Es gibt bereits erste Anfragen und es wird sicher gewerbliche Neuansiedlungen in Neckarwestheim geben. Aber einen Betrieb mit 800 Mitarbeitern zu ersetzen ist nicht ganz einfach«, erklärt Dürr in seinem Bürgermeisterzimmer. Wenn er an die Zukunft seiner Gemeinde denkt, sieht er Neckarwestheim weiter als Energiestandort. Die Infrastruktur ist in Neckarwestheim gegeben und es sind finanzielle Mittel vorhanden, um nachzubessern. Der Ort liegt dazu an einem Netzknotenpunkt. »Kein Energieversorger kann es sich dauerhaft leisten auf einen solchen Standort zu verzichten«, meint Mario Dürr zu wissen. »Irgendwo auf der grünen Wiese wird ein neuer Standort nicht gelingen. Zumindest nicht in der, für den anvisierten Energiewandel bis 2022 notwendigen, Geschwindigkeit. Denn es wird auch gegen Windparks oder Umschaltwerke bürgerliche Protestbewegungen geben, die viele Genehmigungsverfahren und bauliche Maßnahmen verzögern werden«, liefert Neckarwestheims Bürgermeister seine Argumente nach. Außerdem sind die Neckarwestheimer einem Energieversorger gegenüber sehr aufgeschlossen. Das sieht auch Elisabeth Rech so. »Wes Brot ich ess, des Lied ich sing«, erklärt sie pragmatisch. Ihr Sohn wird das Hotel wahrscheinlich übernehmen können und in Zukunft, genau wie seine Mutter, Mitarbeiter aus Energieunternehmen beherbergen.

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Di e En e r g i e i s t e i n e physikalische Größe, die in allen Te i l g e b i e t e n d e r Ph y s i k s ow ie in der Technik, der Chemie, der Biologie u n d d er Wir t s c haft e ine ze ntrale Ro lle s pie lt. SARAH FISCHER O H N E E N E R G I E L ÄU F T N I C H T S DER ANTRIEB VON ALLEM! warme Dusche und Heizung wird jede Frau aus dem Wir alle sind abhängig vom Energienetz. Wasser, ElekFrieren nicht mehr herauskommen: »Schatz, ich habe trizität und Gas braucht nahezu jeder für fast alle Leseit einer Woche kalte Füße - mach was!« Kein Fernsebenslagen des Alltags. Wer möchte morgens keinen hen. Kein Telefon. Kein Computer. frisch gekochten Kaffee genießen? Kein Radio. Kaum Lebensmittel. Es Wer fährt nicht jeden Tag einen Die Sonne hält unseren kann nur das Eingeständnis geben: Computer oder Laptop hoch? Und Planeten bewohnbar. Mittels Wir sind komplett abhängig von oft wird der Rechner gar nicht erst wieder heruntergefahren. Nicht zu Ph ot ovolta ik könnte Sonnen- jeglicher Energie. Ohne würde nichts mehr funktionieren!. Immer schneller vergessen, im Dunkeln sind wir doch kraft auc h den Energiebeda r f - immer weiter. Das war das Motto beinahe blind. Was würden wir ohne der letzten Jahre. Jetzt heißt es auf Licht machen? Außerdem ist es doch in Haushalten decken und einmal: Immer schneller - aber bitte mittlerweile Out, Sex im Dunkeln s oga r überproduzieren. sparsam und umweltfreundlich. Wie zu haben - dafür sehen wir doch alle soll das bitteschön auf einmal funktiviel zu gut aus! Oder wie geht der onieren? Spruch? Ja, manch einer macht sich Ja, der Preis. Stetig teurer sogar durch seine elektrische Zahnwird der Energieverbrauch, gerade bürste abhängig vom Energienetz. umweltfreundlicher Energie. Um Viele haben schon einmal einen vor grüner Energie abzuschrecken? Stromausfall erlebt. Meistens dauAber wenn man sich doch an all die erte dieser nicht länger als ein paar Annehmlichkeiten gewöhnt hat, Minuten. Aber ganz ohne Strom - für wenn alles bis dahin einfach schon Wochen? Wir wären ziemlich aufgeimmer so war, kann man nicht von schmissen. Was ist dann mit unseren Smartphones? Irgendwann gibt auch der beste Akku den heute auf morgen sagen: Jetzt geht's anders. Das fängt bei den ganz Großen an. Die ersten Schritte in Richtung Geist auf. Wenn das Szenario auf die Spitze getrieben Energiewandel ist Deutschland schon gegangen. Sieben wird, werden die Aussichten noch weit düsterer. Ohne

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TITELTHEMA: ENERGIE Wind: Windkrafträder und Windparks werden in Zukunft für Energie sorgen. Atomkraftwerke wurden abgeschaltet. Kein Grund zu glauben, dass die Arbeitslosenzahl jetzt wieder nach oben steigt, denn die Meiler brauchen über 40 Jahre, um komplett zurück gebaut zu werden. Viel Arbeit also für alle Beteiligten. Und ein Schritt in die umweltbewusste, richtige Richtung. Das bestätigen auch die zahlreichen Aktivisten und Sympathisanten, die an ihren »Atomkraft - nein Danke!«-Aufklebern zu erkennen sind. Ja - der große Umweltbewusstseins-Boom hat begonnen. Der Menschheit wird langsam aber sicher bewusst, was ihr Handeln in Zukunft bewirken wird - beziehungsweise was es schon bewirkt hat. Bilder von hungernden Eisbären haben einiges bewegt. Und auch der Berliner Eisbär Knut tat sein übriges dazu.. Wir müssen an unsere Zukunft denken. An die Zukunft unserer Erde. Da die Aufgaben der Großen kaum von uns kleinen Bürgern übernommen werden können, muss jeder von uns Kleinen anfangen, über für uns selbstverständliche Dinge im Alltag, die mit Energieverbrauch verbunden sind, nachzudenken. Und das heißt nicht unbedingt, dass man bei den unterschiedlichsten Bierherstellern Geld spenden muss um einen Quadratmeter Regenwald zu retten. Wenn der Handyakku geladen ist, einfach das Ladekabel aus der Steckdose ziehen. Man muss nicht rund um die Uhr den Fernseher laufen lassen. Meistens läuft der sowieso Zeitgleich mit dem Lap75 top und selbst die Zeit am Laptop kann man einschränken. Sitzt man nicht aus Arbeitsgründen schon genug vor diesen Bildschirmen? Mit dem Vergleich Vollbad gegen Dusche fangen wir jetzt gar nicht an. Wichtig ist, dass wir unser Grunddenken und Handeln verändern. Dass wir bewusster durchs Leben gehen. Obwohl es bequemer ist den Rechner in den Ruhezustand zu versetzen anstatt ihn auszuschalten. Aber genau hier liegt ein großes Problem. Durch die Hektik im Alltag erledigt man das Meiste auf die einfache Art und Weise. Nehmen wir die Situation morgens am Arbeitsplatz: Der PC fährt hoch und läuft und läuft. Ausgeschaltet werden die meisten Rechner erst wieder zum Feierabend. In dieser langen Zeit saugen Computer und Drucker ohne Unterbrechung Strom aus dem Netz wie Elefanten Wasser aus einem Wasserloch. Leerlaufzeiten wie Mittagspausen und Besprechungen werden von den wenigsten Anwendern berücksichtigt. Die Folge für Arbeitgeber: Die Kosten schießen unnötig in die Höhe. Einfach mal ausschalten muss zum allgemeinen Motto werden! Allerdings darf man keinesfalls alle unter einen Kamm scheren. Es gibt zwischenzeitlich viele äußerst umweltbewusste Menschen, die nicht nur diese Einstellung haben, sondern das Ganze auch praktizieren. Wirklich sinnvolle Investitionen werden getätigt.

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TITELTHEMA: ENERGIE Energie ist nötig, um einen Körper zu beschleunigen od e r u m i h n e n t g e g e n einer Kra ft zu bewegen, um eine Substa nz zu e r w ärme n , u m e in Ga s zusa mmenzudrüc ken, um elektrisc hen Strom f lie ß e n zu lass e n oder um elektroma gnetisc he Wellen a bzustrahle n . Pflan ze n , Tiere und Mensc hen benötigen Energie, um le b e n z u kön n e n . Energie benötigt ma n a uc h für den Betrieb von C o mp ute rsys t e m e n , für Telekommunika tion und für jeglic he wir ts c haf tlic he Prod u kt ion. Solarzellen auf Dächern sind keine Seltenheit und immer mehr Windräder stehen in der Landschaft - Photovoltaik nicht zu vergessen. Ein weiterer Schritt in die umweltbewusste Richtung. Ob Solarenergie und Photovoltaik auf dem eigenen Dach wirklich rentabel ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Bis dahin bietet jede Bank natürlich das beste Finanzierungsangebot. Photovoltaik und Solarenergie sind nicht die einzigen Maßnahmen, die man an seinem Eigenheim treffen kann. Wenn ein Haus saniert oder neu gebaut wird, gibt es derweilen Energiesparvorschriften. Jedes Haus muss beispielsweise nach Vorschrift gedämmt sein, damit weniger Wärme durch die Hauswand nach Außen dringen kann. Logisch. Und sparsam! Haushalte haben den größten CO2-Ausstoß und liegen somit statistisch noch vor der Industrie. Daher ist die Energiesparverordnung so sinnvoll wie aus Korn Mehl zu gewinnen. Eine weitere Energiesparmaßnahme betrifft das richtige Heizen. Zentralheizung war gestern und Gas wird immer teurer. Zeit umzuschwingen. Die Pelletsheizung ist im Durchschnitt die sparsamste Heizvariante. Eine passende Heizanlage ist allerdings Voraussetzung. Die Zahl der Angebote und Tipps für die Praxis steigt stetig. Heizungsrohre dämmen, Rollläden regeln, Fenster austauschen, Kellerdecke dämmen, Glühlampen wechseln, mit der Sonne heizen, auf Spargang waschen, und so weiter. Angebote sowie Vorschläge gibt es genug, Vorschriften auch. Natürlich kann jeder für sich entscheiden, was von alledem sinnvoll ist und was nicht. Dazu kommt, dass zweifellos nichts davon umsonst ist. Aber es gibt immer mehr Menschen, die diese Maßnahmen für sinnvoll halten. Immer deutlicher wird es, dass praktische Maßnahmen zum Energie sparen nicht nur für den Klimaschutz von Bedeutung sind sondern auch einen großen Vorteil für den eigenen Geldbeutel bringen. Wir müssen einfach anfangen. Anfangen, mehr über die Auswirkungen unserer Taten nachzudenken. die Kleinen wie die Großen. Jeweils auf unterschiedliche Art und Weise. Wir müssen anfangen, unser Handyladegerät aus der Steckdose zu ziehen und nicht zehn Lampen zur Dekoration brennen zu lassen. Die Hausbesitzer sollen darüber nachdenken, was an der eigenen Immobilie verändert werden kann, um Energie einzusparen. Weiter geht es mit der Industrie. Jeder einzelne kann beginnen, umweltbewusster zu Denken und zu Handeln. Eltern können Ihren Kindern ein Beispiel sein, Teenager können Ihren Kumpels beibringen die Kippe im Aschenbecher auszumachen anstatt sie auf den Boden zu werfen und Chefs können im Betriebsrat vorschlagen, die Energieeinstellungen am PC zu überdenken. Unsere Energie muss effizienter verwaltet werden. Jeder kann etwas für eine bessere, grünere Zukunft beitragen und in Zeiten knapper werdender Ressourcen und zunehmender Umweltbelastung ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Energie wichtiger denn je. Will nicht jeder von uns in zehn, zwanzig oder dreißig Jahren noch am Herd und nicht über dem Feuer kochen?

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Kreativzentr Heilbronn<br/> Kreativzentrum Heilbronn<br/> &quot;Wir halten kreative Köpfe in der Stadt und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen&quot;<br/> (Philipp Kionka/KK Media Solutions) Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 o 74072 Heilbronn o www.kreativzentrum-heilbronn.de o info@kk-media.de<br/>

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TITELTHEMA: ENERGIE E r i n n ern Sie sich noch an das tolle G e f ü hl, als Sie Ihre Arbeit gut gemacht h a b e n u n d e in d icke s L ob vom Chef ka ss i er t haben? Lob und Anerkennung tun d e m Se lbs t we r t g e fü h l gut, und s p o rn en an zu m e h r.

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VON MARIA SANDERS D I E E N E R G I E I N U N S Ps ych i sc h e St ä rk e en t w ic k el t s i c h aus ve rs ch ie d e ne n Ko m po ne nte n, und sorgt da - für, w i e w i r Din g e b e wer t en u n d uns e nts pre ch e nd ve rh alte n. Abe r was gena u i st e s , das un s u n s ere K r ä f t e r a u b t o d e r uns unge h e ue r s tark füh le n läs s t? Neue Antwo r t e n auf Fr a g en d es Men s c hs eins . Gut drauf: Manchmal strotzen wir nur so vor Leichtigkeit und Kraft. »Wie geht's dir?« ist eine der wahrscheinlich meist gestellten Fragen am Tag. Gleich nach dem »Hallo« folgt sie. Manchmal ersetzt sie sogar die Begrüßung. Aber ist es auch so gemeint? Wollen Sie wirklich wissen, wie es Ihrem guten Bekannten geht, dem Sie nur alle paar Wochen zufällig in der Stadt begegnen? Den einen interessiert es, den anderen vielleicht nicht. Schließlich haben die meisten Menschen ihre eigenen Belange, die sie beschäftigen. Allerdings ist es wichtig, wie es uns geht und genau das sagen uns unsere Gefühle. Sie bringen uns dazu, uns gut oder schlecht zu fühlen. Erinnern Sie sich noch an das tolle Gefühl, als Sie Ihre Arbeit gut gemacht haben und ein dickes Lob vom Chef kassiert haben? Lob und Anerkennung tun dem Selbstwertgefühl gut, und spornen an zu mehr. Es ist eines von so vielen Gefühlen in unserem Körper. Und gesteuert werden diese Emotionen von Hormonen, Erfahrungen und der persönlichen Einstellung. Durch Gefühle bewerten wir schließlich Situationen und regulieren, motivieren und koordinieren unser Verhalten. Das Lob tat gut und Sie sind hochmotiviert. Zudem auch ganz neu im Unternehmen. Seit Monaten arbeiten Sie rund um die Uhr. Pausen brauchen Sie nicht, dafür haben Sie keine Zeit. Und dass Sie Ihren Partner nur noch nachts sehen, wenn Sie zu

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TITELTHEMA: ENERGIE Erschöpft: Keine Lust auf gar nichts. Wenn wir uns ausgepowert und kraftlos fühlen, ist selbst sitzen zu anstrengend. Bett gehen, ist eben der Preis, den Sie für Ihren Erfolg zahlen. Zweifel haben Sie nicht. Es läuft alles perfekt. Sie haben eine super Führungsposition in der Firma, verdienen viel Geld und werden von den Kollegen für Ihre Leistungen bewundert. Den täglichen Druck sehen Sie als Herausforderung. Eines stimmt dabei: Zeitdruck oder Leistungsdruck zu spüren, muss nicht immer von Nachteil sein. Denn in kurzweiligen Stresssituationen schüttet unser Körper Adrenalin aus. Die Muskeln sind angespannt, das Herz schlägt schneller und wir kommen rasch in Bewegung. Fight-or-flight nennen Psychologen diese Reaktion. Wir sind in diesem Moment schneller und leistungsfähiger, als in einer entspannten Situation. Doch etwas hat sich verändert. Nach mehreren Jahren fühlen Sie sich nicht mehr so gut, wie am Anfang. Sie sind müde, haben immer Rückenschmerzen und schlafen mit einem Rauschen im Ohr ein, wenn Sie überhaupt schlafen können. Spaß an ihrer Arbeit haben Sie schon lange nicht mehr und den täglichen Druck empfinden Sie mittlerweise als Dauerbelastung. An diesem Punkt geraten viele Menschen und haben dann ein schlechtes Gewissen, weil sie denken, schwach zu sein. Zu lang andauernder Stress kann zu psychischen und körperlichen Schäden, schlimmstenfalls sogar zum Zusammenbruch des Organismus führen. Dauerstress macht krank und verändert die Hormone. Anstatt Adrenalin, schüttet der Körper nun das schädliche Hormon Cortisol aus. Sie fühlen sich kraftlos, haben Selbstzweifel und ziehen sich immer mehr zurück. Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Petra Wolf aus Heilbronn ist spezialisiert auf den Bereich Verhaltenstherapie. Sie weiß, dass Überforderung nur ein Aspekt der Dauerbelastung sein kann. »Aber konstante Unterforderung kann auch krank machen«, sagt sie. Wenn jemand seinen Job verliert und nach Monaten immer noch keine passende Stelle findet, nagt das am Selbstbewusstsein. Die meisten Menschen fühlen sich nach geraumer Zeit nutzlos und im gesellschaftlichen Leben nicht mehr richtig integriert. Oft kommt es vor, dass ihnen vieles gleichgültig wird und sie sich selbst vernachlässigen. Sei es die eigene Körperhygiene, die Wohnung oder die Freunde. Eine gewisse Lethargie stellt sich ein und es gibt kaum noch etwas, was diesen Menschen Freude bereitet. Die Lebensqualität schwindet. »Es können auch kritische Lebensereignisse sein, die einen aus der Bahn werfen können«, erklärt Petra Wolf. Wie zum Beispiel der Tod einer geliebten Person, Trennung, Um-

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TITELTHEMA: ENERGIE Konstante Unter forderung kann genauso k ran k m achen wie perma nenter D ruc k und Üb e r be an spruc hung unserer Krä fte. zug oder Krankheit. Mit schwierigen Situationen umzugehen oder gar den Verlust der eigenen Kompetenz hinzunehmen, ist nicht leicht. Und dass die Psyche eines 40-jährigen Familienvaters ins Wanken gerät, der durch einen Autounfall beide Beine verliert und seine ursprüngliche Arbeit als Außendienstmitarbeiter nicht mehr ausüben kann, ist mehr als verständlich. Solche schwierigen Ereignisse können dazu führen, dass sich Betroffene den alltäglichen Dingen nicht mehr gewachsen fühlen. Nämlich dann, wenn nicht ausreichend Bewältigungsmechanismen zur Verfügung stehen. Ist die Psyche aufgrund unterschiedlicher Einflüsse irritiert und fühlt man sich über einen längeren Zeitraum mental nicht gut, sollte dies ernst genommen werden. In Petra Wolfs psychotherapeutischer Praxis ist die häufigste aller psychischen Erkrankungen die Depression. Oft folgt sie im Anschluss nach einem Burn-out. Als depressiv gelten Personen, die sich mindestens zwei Wochen am Stück traurig, erschöpft und gleichgültig fühlen sowie Interesse und Freude an allem, was ihnen zuvor gefallen hat, verloren haben. Weiterhin bestehen oft Schlafstörungen und ein äußerst geringes Selbstwertgefühl, eine negative Sicht der Zukunft und der Umgebung. Nicht zu unterschätzen seien auch in den letzten Jahren kontinuierlich zunehmende Erkrankungen wie soziale Phobien, die unter anderem durch übermäßige Nutzung des Internets begünstigt werden können. Menschen mit diesem Krankheitsbild haben Angst vor anderen Menschen und vor Kritik. Sie empfinden es als unangenehm, sich mit fremden Menschen auseinander zu setzen. Zudem besteht die Sorge, sie könnten kritisiert werden, in der Öffentlichkeit etwas falsch machen oder sich blamieren. Um das zu vermeiden, verlassen sie erst gar nicht die Wohnung oder das Haus. Ähnlich ist die Agoraphobie. Auch hier scheuen sich Erkrankte nach draußen zu gehen. Öffentliche Plätze wie Marktplatz oder Fußgängerzone sind eine Qual für sie. Diese Angst kann durch ein negatives Erlebnis ausgelöst worden sein, dass sie von einem öffentlichen Platz nicht weg konnten, als ihnen danach war und sie sich immer mehr unwohl gefühlt haben. Die Vermeidung dieser gefürchteten Situationen verstärkt die Angst und erhält diese aufrecht. Erkrankungen dieser Art stellen eine sehr große Beeinträchtigung des gesamten Lebens dar, können aber mit Verhaltenstherapie meist erfolgreich behandelt werden. Mit schwierigen Lebensumständen geht eben jeder anders um, und so ist auch die gefühlte Belastung von

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TITELTHEMA: ENERGIE Leer: Wenn die Aufgaben des Alltags überhand nehmen, äußerer Druck zunimmt fühlen wir uns oft, wie eine ausgepresste Zitrone. Saftund Kraftlos. Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der eine hat eine höhere Frustrationsgrenze als der andere. Das heißt, was den einen schon zur Weißglut bringt, empfindet der andere als Banalität, und bleibt völlig entspannt. Wie also mit Problemen und schwierigen Lebensereignissen umgegangen wird, liegt an der Persönlichkeit, der eigenen Lebenseinstellung, den Erfahrungen, die bis dahin gemacht wurden und die Bewertung der jeweiligen Situation. Auch die Anzahl der positiven und negativen Ereignisse im Leben eines Menschen spielt eine Rolle. In der Psychologie spricht man von Life-Events, das insbesondere die negativen und kritischen Lebensereignisse beschreibt. Je nachdem wie häufig, intensiv und in welcher allgemeinen Lebenslage sich die Life-Events ergeben, richtet sich danach das Empfinden: Die Bewertung (ob als Herausforderung, Chance, Belastung, Misserfolg oder Bedrohung) dieses Ereignisses hat Auswirkung auf das Befinden und folglich auf das Verhalten. Und wie eine Situation bewertet wird, hängt von der grundlegenden psychischen Verfassung ab sowie von den bisherigen Lebens- und Lernerfahrungen und der eigenen Tagesform. Nun ist die Frage, wie man am besten mit Life-Events umgeht? Ohne es zu wissen, üben wir bereits bestimmte Strategien aus, die uns mehr Wohlbefinden geben. Sie helfen uns dabei, besser mit schwierig empfundenen Ereignissen fertig zu werden. Coping-Strategien werden sie genannt. Sie sind ein Teil der Stressbewältigungstheorie des amerikanischen Psychologen Richard S. Lazarus. Es gibt hunderte von Strategien, die wir uns unbewusst zu Nutze machen, der eine mehr und der andere weniger. Schon wenn Sie sich gedanklich selbst motivieren und zu sich sagen »Ich schaff das jetzt«, machen Sie Gebrauch von dieser Methode und fühlen sich gut. Und sich gut zu fühlen ist wichtig. Denn dieses positive Grundgefühl sorgt dafür, Herausforderungen im Alltag gut zu meistern. Sei es eine Auseinandersetzung mit der Kollegin zu führen, die man jeden Tag sieht oder dem Ober im Restaurant zu sagen, dass er das falsche Getränk gebracht hat. »Das Erfreuliche und Entlastende ist«, macht Petra Wolf bewusst, »dass wir Einfluss auf unser Leben haben.«

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WAS MACHT EIGENTLICH

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TITELTHEMA: ENERGIE Himmelhoch Jauchzend: In Momenten der Ausgeglichenheit, Glückseeligkeit, Ruhe und innerer Zufriedenheit fühlen wir uns leicht wie eine Feder. Gute Laune inklusive. Es müsse vieles nicht einfach so hingenommen werden. Traumatische Erlebnisse können oft ebenso aufgearbeitet werden, wie schlechte Angewohnheiten, die einem bei der Bewältigung des Alltags oder bei zwischenmenschlichen Beziehungen hinderlich sind. Denn wir handeln im Endeffekt nach der Wechselwirkung unserer Gedanken und Gefühle. Das bedeutet, wenn wir an etwas denken, entwickeln wir dazu die entsprechenden Gefühle. Und wenn wir etwas fühlen, entstehen schnell die dazugehörigen Gedanken. Es gibt zahlreiche unbekannte Strategien, die in Trainings vermittelt werden. Dabei lernt man, seine Gedanken zu modifizieren und sich emotional zu distanzieren, um mit Stressmomenten besser umgehen zu können und eine gesunde Psyche zu erhalten. Auch Frau Wolf arbeitet erfolgreich mit Trainings in ihrer Praxis. So können Betroffene lernen, nein zu sagen, sich abzugrenzen oder auch mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Stressmanagement und Entspannung sind erlernbar. Durch Übung können diese Fähigkeiten dann gefestigt werden, genauso, wie Sie eine neue Sprache oder eine neue Sportart erlernen würden. Indem Sie auf Ihre Lebensweise achten, können Sie auch Ihr mentales Wohlbefinden verbessern. Umgeben Sie sich mit Menschen die Ihnen gut tun, und pflegen Sie diese Beziehungen durch Gespräche und Unternehmungen. Lernen Sie auch Nein zu sagen. Sie werden trotzdem geliebt, auch wenn Sie nicht nur nach den Wünschen anderer leben. Achten Sie auf eine maßvolle Aufgabe im Berufsoder Privatleben, um nicht ständig unter- oder überfordert zu sein. Gönnen Sie sich schöne Erlebnisse mit Freunden oder der Familie. Unternehmen Sie etwas, das Sie glücklich macht und Sie schon lange nachholen wollten. Haben Sie Mut etwas zu verändern und bei Problemen nach Lösungen zu suchen, als nur über die Problematik nachzudenken. Wenn Sie auf die Zeichen Ihres Körpers achten und sich um eine ausgewogene Lebensweise bemühen, steht Ihrem gesunden Geist kaum noch etwas im Wege. Und genau der ist der Schlüssel zu all Ihrer guten Energie.

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TITELTHEMA: ENERGIE TIppS dER ExpERTIN zUM wOHlFÜHlEN Es ist, wie es ist Werden Sie ausgeglichener, indem Sie lernen, Dinge anzunehmen, die Sie nicht ändern können und Dinge zu ändern, die veränderbar sind. Das ist auch eine nützliche Methode, um mit der Vergangenheit Frieden zu schließen. Nein sagen Erkennen Sie, dass es Ihnen gut tut, nicht immer allem zu zustimmen. Sagen Sie freundlich aber bestimmt nein, wenn Sie etwas nicht möchten. Lächeln Sie Denn Gefühle sind unter anderem die Wahrnehmung unserer eigenen Körperzustände. Soll heißen: Sie lachen nicht nur, weil Sie glücklich sind, sondern Sie sind auch glücklich, weil Sie lachen. Probieren Sie es aus! In Bewegung Gehen Sie täglich spazieren. Denn schon nach 20 Minuten Bewegung schüttet der Körper Endorphine aus, die Ihr Wohlbefinden steigern. Gemeinsam Austauschen Sprechen Sie mit vertrauten Personen und tauschen Sie sich aus. Holen Sie sich Vertrauen und Zuwendung von nahestehenden Personen. Zeit für sich Gönnen Sie sich mal eine Auszeit und fahren übers Wochenende weg. Oder machen Sie sich nach Feierabend einen Video-Abend und schlemmen auch mal dabei. Genügend Schlaf Tun Sie sich etwas Gutes, indem Sie ausreichend und regelmäßig schlafen. Ein erwachsener Mensch braucht etwa sieben bis neun Stunden Schlaf, was individuell unterschiedlich ist. In dieser Zeit regenerieren sich die Muskeln und die Nerven, die Zellen erneuern sich und das am Tag Erlebte wird verarbeitet. Schlafen Sie zu wenig, werden bestimmte Hormone, die für eine gute Stimmung und Gesundheit unabdingbar sind, nicht ausgeschüttet. Neues ausprobieren Unternehmen Sie etwas mit Freunden und probieren Sie auch mal etwas Neues aus. Für eine gute Laune ist es besser aktiv zu sein und sich Abwechslung zu gönnen, als nur alleine zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen. BUCHTIppS eMotIonaLes traInIng dIe kraft der eMotIonen von dagMar herzog | gräfe und unzer verLag gMbh, Isbn 3-7742-5625-x der kLeIne taschentherapeut - In 60 sekunden wIeder ok von arnoLd a. Lazarus , kLett-cotta verLag, Isbn 3-608919724

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HEILBRONNER ANSICHTEN EIN FOTOSTRECKE MIT BILDERN VON ULLA KÜHNLE Christophstraße » Da s le be n dig e L e b e n m u ss etwa s ungla ublic h Einfa c hes sein. U n d de s h alb ge h e n wir an ihm vorüber, ohne es zu erkennen. « ( F j o d or M . Dos t ojews k i)

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Gerberstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Paul-Metz-Brücke

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Karl-Nägele-Brücke

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Obere Neckarstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Olagastraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Turmstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Edisonstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Schaeuffelenstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Untere Neckarstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Lohtorstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Wertwiesenpark

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Allee

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Badstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Kiliansplatz

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Fügerstraße

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Marktplatz

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Marktplatz

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Friedrich-Ebert-Brücke

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER ANSICHTEN Obere Neckarstraße

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QUIZ DICH GLÜ C K L I C H

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº1 wER wIRd GESUCHT? dER VON UNS GESUCHTE HEIlBRONNER HAT UNTER ANdEREM IN jOHANNESBURG, MOSKAU UNd BERlIN GEARBEITET. GEGENwäRTIG lEBT UNd ARBEITET ER IN NEw yORK. IN KRITIK GERIET UNSER MANN, NACHdEM ER IM AUGUST 2008 EIN GESpRäCH MIT VlAdIMIR pUTIN GEFÜHRT HATTE. MAN wARF IHM UNd SEINEM ARBEITGEBER zENSUR VOR. AlSO: wIE HEISST dER MANN, dER SO VIEl HERUMGEKOMMEN IST? PFEFFER lebensmittel TAGBAR UND FEINKOSTVERSAND BERLIN FESTIVAL SUBTIL BIKES PFEFFER LEBENSMITTEL ALTEREGO MOVIE 1 x 2 TICKETS BF 1 x SKULL-LED-SET 1 x 40EUR-GUTSCHEIN 2 x DVD ALTEREGO Auf dem alten Berliner Flughafen Tempelhof, wo früher die Rosinenbomber gelandet sind, feiern im September zig Tausende zwischen alten Flugzeugen das Berlin Festival. Zwei Tickets gibt es zu gewinnen. Subtil-Bikes hat etwas für Velo-Piraten: LED-Lichter in Totenkopf-Design. Die Teile sehen dabei nicht nur super aus, sondern sind auch richtig schön hell. Wir verlosen ein Set, wahlweise in rot oder blau. Bei den Gebrüdern Pfeffer kann man lecker Essen und Köstliches einkaufen. Mit einem 40EUR-Gutschein macht das gleich viel mehr Spaß. Ob in der Tagbar oder im Feinkostladen am Markt - der Gutschein gilt. Die weltweite Graffiti-Doku gibt einen intimen Einblick in die Details einer öffenlichkeitsscheuen Bewegung, die gleichzeitig wohl die grösste Kunstbewegung aller Zeiten ist, und oft nicht als solche verstanden wird. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: HABEN WILL! EINSENDESCHLUSS IST DER 16. SEPTEMBER. SEPTEMBER, DIE TICKETS 10 UHR MIT DER FÜR DAS BERLIN ACHTUNG: UNTER ALLEN EINSENDUNGEN, DIE BIS ZUM 5. RICHTIGEN ANTWORT EINGEGANGEN SIND, WERDEN AM 5. FESTIVAL VERLOST. SEPTEMBER DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT UND NAMENTLICH VERÖFFENTLICHT.

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VON MICHAEL MÜLLER L I E B E H E I M AT, EIN BRIEF AUS JOHANNESBURG / SÜDAFRIKA es ist schon seltsam, so lange sind wir schon getrennt und nie habe ich Dir geschrieben. Über die Jahre habe ich viele Kilometer zwischen uns gebracht aber sei versichert: je länger und weiter ich weg bin, desto öfter denke ich an Dich. Gerade sitze ich in einem kleinen Flugzeug auf dem Weg von Johannesburg in die Kalahariwüste. Ich fliege in ein Dorf unweit der Grenze von Namibia und Botswana mit dem Namen Hotazel (ausgesprochen »hot as hell« - der Name ist Programm). Der Motor rattert und die kleine Maschine hat Schwierigkeiten an Höhe zu gewinnen aber ich habe mich schon daran gewöhnt und irgendwie kommen wir immer an. Seit einem Jahr ist das ein beinahe wöchentlicher Ausflug für mich und ich genieße die Zeit im Mitten von nichts, die mein Job mir regelmäßig beschert. Leute aus Heilbronn haben früher immer zu mir gesagt meine Heimat Billensbach in den Löwensteiner Bergen ist Niemandsland. Meine Definition hat sich über die Jahre verändert. Sicherlich ist mein kleines Billensbach nicht der Nabel der Welt, aber Niemandsland sieht anders aus. Lone Hill Village in Johannesburg, wo ich mit meiner Frau lebe hat da schon mehr Ähnlichkeiten mit Dir meiner Heimat. Auch hier wohnen wir praktisch in einem Dorf. Nur das dieses von einer Mauer mit Elektrozaun umringt ist - so wie alle Dörfer in der Nachbarschaft. Auch hier ist das Auto ein wichtiges Lebenselement, öffentlicher Verkehr Fehlanzeige. Um genau zu sein: durch Billensbach fahren mehr Busse als durch Lone Hill Village. Ansonsten hat Johannesburg mit seinen über acht Millionen Bewohnern sehr wenig heimatliches und wenn man die sicheren Dorfmauern verlässt, befindet man sich

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS JOHANNESBURG im ständigen Spannungsfeld von Überfluss und bloßem Überlebenskampf. Endlos scheint diese Stadt und endlos scheint auch Armut und Reichtum. Am besten ist Südafrika außerhalb der Stadt und die Vielfalt der Natur entschädigt für das vorgetäuschte Landleben in Johannesburg. Daher musst Du mir verzeihen, dass ich in nächster Zeit meine Urlaube in der Ferne verbringe um Afrika etwas zu erkunden. Südafrika kann sehr kalt werden und im Moment hat es in Johannesburg morgens teilweise Frost - das nervt. Mein Projekt hier wird mich noch eine Weile beschäftigen und ich fürchte, wir sehen uns erst nächstes Jahr wieder. Der rot schimmernde Sandboden der Kalahari nähert sich und meine Reise ist für heute beinahe zu Ende. Ein langer Tag auf der Baustelle voller Besprechungen liegt vor mir, gefolgt von einem sehr ruhigen Abend in Hotazel. Was da geht? Ha, nix! Ich verspreche ich melde mich öfter und das wird nicht der letzte Brief sein. Gehab Dich wohl! Dein Michael STECKBRIEF A l t e r : 33 Be r u f : Ba u i n g en i eu r H e r ku n f t : Bi l l e nsb a ch Wo h n o r t : J o h a n n esb u rg I n J o h a n n e s b u rg s e i t: 8/20 1 0 Mi t b ewo h n e r : E h e f ra u E l i za H e i m a t b e s u ch e p.A . : 0, 5 Verbliebene Freunde in der Heimat: 4-5 L i e b l i n g s o r t i n S ü d a f r i ka : K r ü g er N a ti o n a l p a r k

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VON RAFAELA CARRIJO D A S H E I L B RO N N E R W E I N D O R F Rafaela Carrijo stammt aus Brasilien und lebt der Liebe wegen in Sülzbach. An dieser Stelle schreibt sie als »nei´gschmeckte« über die Welt des Heilbronner Landes. Dabei wird ihr Satzbau von uns nicht korrigier t. Was könnte mehr Spaß machen als bei einem Fest zu sein? Welcher Brasilianer mag es nicht zu feiern? Ich zum Beispiel, ich liebe es zu feiern. Und die Feste, die mich in Deutschland am meisten beeindruckt haben, sind die typischen Weinfeste. Denn zu meiner Überraschung gibt es kein Bier auf den Weinfesten. Ein deutsches Fest ohne Bier? Unvorstellbar für Brasilianer! Wenn beginnt gerade der Herbst in Heilbronn, es ist Zeit, den ersten Wein des Jahres zu trinken. Diese regionale Tradition die köstlich ist, war ganz neu für mich. In Brasilien das Bild von dem typischen Deutschen ist immer mit Bier verbunden. Aber Gott sei dank in meiner neuen Heimat, dem schönen Unterland, das wichtigste Fest mit Alkohol ist das Weindorf. Wein schmeckt einfach viel besser als Bier. In meiner Heimat sagen wir, dass der Wein das Getränk der Liebe und der Liebhaber ist. Da meine Latina-Seele überläuft mit Leidenschaft für das Leben, konnte ich gar kein anderes Lieblingsgetränk haben. Ja, ich liebe Wein und freue ich mich jedes Jahr wenn ich die kleinen Holzhäuser für das Weindorf sehen kann. Jedes Jahr animiert das Festival, die neue Ernte zu feiern. Das Wein-Festival in der Heilbronner Innenstadt dient dazu, die neue Saison und die neue Jahreszeit mit den bunten Wäldern zu eröffnen. Die Veranstaltung

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NEIG´SCHMECKT: HEILBRONNER WEINDORF hat eine große Tradition und bis heute ist sie immer noch das Heilbronner Fest der Feste. In der Innenstadt von Heilbronn auf dem Markplatz vor dem historischen Rathaus und durch mehrere Gassen werden über 300 verschiedene Weine und Sekte angeboten. Alle diese Getränke sind hier im Landkreis Heilbronn produziert und können vom 9. bis 18. September gekostet werden. Das Weindorf ist immer voll mit Menschen. In diesem Jahr werden 300 000 Besucher erwartet. Viele Touristen besuchen die Stadt zu dieser Zeit des Jahres, sogar ich zeigte das Weinfest einer Freundin aus dem Rheinland. Und ich war sehr stolz auf unser Fest. Die Dekoration der Zelte und Holzhäuser ist schön, aber was fängt meine Aufmerksamkeit am meisten, sind die Fässer. Ich liebe die schönen Fässer Wein und würde gerne eines von denen mit nach Hause nehmen, um den Garten zu schmücken. Die Gläser um den Wein zu trinken sind wundervoll. Ich habe sogar eine Sammlung zu hause. Das Glas, dass ich am besten mag, ist mit der Kilianskirche verziert. Neun Tage lang schenken Dutzende von Herstellern einer begeisterten Menschenmenge ihre Reserven des Weines aus. Um zu beleben das Fest, gibt es Bands die Volksmusik spielen. Da die Menschen hier anders sind als in Brasilien, ist es klar, dass die Musik klingt ganz anders als Samba. Für meine Augen und Ohren ist das alles sehr exotisch. Die Texte der Lieder erzählen davon, wie es ist, wie ein Vogel zu fliegen oder stark wie ein Tiger zu sein. Oder die Leute singen Liebeslieder, die von Verrat und Herzschmerz klagen. Die Gourmets genießen als Beilage zu dem Getränk einen Zwiebelkuchen, eine Spezialität von Deutschland. Ich sage sogar, dass das Beste des Weindorfes ist nicht sich zu betrinken sondern die schwäbischen Spezialitäten zu probieren. Wie zum Beispiel meine Lieblingsspeise »Linseneintopf und Maultaschen", das Deutsche Ravioli. So jedenfalls feiern die Menschen in meinem neuen Zuhause, einer Region mit toller Natur, leckerem Essen und exotischen Weinfesten. Zum Wohl! Trauringzentrum Heilbronn Kaiserstraße 19 | Heilbronn Telefon 07131 59 80 803 E-Mail heilbronn@123gold.de Montag - Freitag 10 - 19 Uhr Samstag 10 - 18 Uhr

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F R O M N E W Y O R K T O H E I L B R O N X He i l b ro n x . De r Name soll der Legende nach von Ne w Yo rk e r G I´s, die in Heilbronn stationier t w a ren , g ep r ä g t wo rd e n s e in. Uns e re Mitarbe it e r i n Ma v i n g a Petrasch schickt uns nun jeden Mo n a t Vi d eo g r üße aus Ne w Yo rk . Die s m al traf s i e D J Sp i n n a und sprach mit ihm über wahren Hi p - Ho p, Pa rk par tys in Brooklyn mit Spike Lee u n d Stuttg ar te r Sand wich e s .

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AUS DEM VIA ARCHIV pINNBOARd VIA GRAFIK Das Kollektiv Via Grafik gründete sich 1998 um freie künstlerische Projekte zu realisieren. Nach der Gründung des Via Grafik Gestaltungsbüros 2002 wodurch der Beschluss gefasst wurde, sich professionell zu organisieren, erlangte die Arbeit des Kollektivs in den darauffolgenden Jahren sowohl in der »Urban Art« als auch in der Designszene europaweit große Beachtung. 2005 erschien bei Pyramide Edition, Frankreich, eine erste Monografie über Via Grafik, die unterstreicht, dass die Arbeit des Kollektivs zum Beginn der 2000erJahre als Pionierleistung betrachtet wird. Galt das künstlerische Interesse von Via Grafik in den ersten Jahren vornehmlich der Zusammenführung von Gestaltungsgattungen und der Pflege des irritierenden chaotischen Moments, der dem Geist von Graffiti und Streetart innewohnt, so hat sich ihre Auseinandersetzung mit Fragestellungen, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen freier Kunst und kalkulierter Verwendung künstlerischer Mittel zu einem bestimmten Zweck generieren, stark vertieft und in den letzten Jahren dahingehend weiterentwickelt, Orts- und Kontextspezifische Konzepte zu entwickeln, deren Form sich aus der jeweiligen Idee ableitet. Als wichtige Arbeit in der jüngeren Entwicklung des Kollektivs kann die Umsetzung von Wandgrafiken im Neubau des UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel (2010) in Darmstadt betrachtet werden. lEO VOllANd Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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San Sperate (Italien) . 2009

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G I A N C A R LO R AG U S I EIN HAUSBESUCH VON JOHANNES LINDENLAUB Berlin, Neukölln. In einer ruhigen Querstraße der wuseligen Hermannstraße mit ihren türkischen Gemüseläden, Dönern und Spielotheken wohnt Giancarlo Ragusi. Kopfsteinpflaster, Altbau, Kohleöfen. Die Küche hat einen Balkon. Im großen kombinierten Wohn- und Schlafzimmer stehen Mischpulte, Effektgeräte, Keyboard, Akkustikgitarre und ein Computer: Hier entstehen die Beats für sein internationales HipHop-Projekt World Of Light Media. Während des Gesprächs sieht Katze Phoebe (»Fiebie«) immer mal wieder nach dem Rechten: Sie gehört eigentlich Giancarlos Tochter und wohnt während der Sommerferien hier. STECKBRIEF A lter : 37 B e ruf: Ind ustriekauf mann Berufu ng : Mus iker Kind er : 1 Haustiere: 0, 5 Mitb ewoh ne r : 0 In Berlin seit: 1 0/2 0 0 4 H e i lb ron nb esu ch e p. A. : 1, 5 Verbliebene Freunde in Heilbronn: 2 - 3 B e r l i ner L ieb ling sor t : Kreuzberg, Pau l-L in ke- Uf er H A N I X -- Warum bist du nach Berlin gekommen? GR -- Mein Münchner Arbeitgeber musste Konkurs anmelden. Zuvor hatten meine Freundin und ich uns getrennt, und sie ist mit unserer Tochter nach Berlin gezogen. Da hab ich mich gefragt: Was will ich noch in Heilbronn? Also bin ich mit einen Callcenter-Job im Rücken und ohne großen Plan hinterhergezogen, einfach nur, um mein Kind regelmäßig sehen zu können. Mittlerweile ist die Beziehung zu ihrer Mutter übrigens wieder intakt - wir leben nur nicht zusammen. Industriekaufmann, Callcenter-Job, Musiker: H A N I X -- Industriekaufmann, Callcenter-Job, Musiker - wie ist das passiert? GR -- Als Industriekaufmann hatte ich trotz langer Berufserfahrung keine Chance. Was aber in Berlin immer geht, sind Callcenter. Und das ist scheiße: Schichtarbeit für einen Hungerlohn und abends Leute in deren Freizeit belästigen. Das konnte ich irgendwann nicht mehr und habe gekündigt. Und ange-

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BERLIN CALLING: GIANCARLO R AGUSI fangen, Musik zu machen. Hab mir alles selber beigebracht. Mittlerweile bin ich geradezu besessen davon: Familie und Musik füllen mein Leben komplett aus. H ANI X -- Dein HipHop-Projekt ist international. Wie hast du deine Mitmusiker kennengelernt? HANI X -- Was nervt dich hier? GR -- Dass auffällig viele Leute zu jeder Zeit mit einem Bier rumlaufen. Spätzle. Hab mir gestern erst welche gemacht (greift zur Spüle und zeigt mir sein Knöpfle-Equipment). Dass die Kehrwoche überflüssig ist. HANI X -- Was könnte Berlin von Heilbronn lernen? GR -- Im Internet, über die Plattform Soundcloud. Dort fand ich eine tolle Crew, World Of Light Media, aus Washington, D.C. - und die habe ich einfach angeschrieben: 'Ich würd' gern meine Beats über eure Raps legen, schickt mir was.' Dann habe ich ein bisschen gebastelt, denen hat's gefallen und seitdem arbeiten wir zusammen. Mittlerweile haben wir ein kleines Leipziger Label gefunden. Das große Ziel ist nun, uns auch mal persönlich kennenzulernen. GR -- H ANI X -- Würdest du Berlin anderen Heilbronnern empfehlen? HANI X -- Was könnte Heilbronn von Berlin lernen? GR -- GR -- HANI X -- Der berühmte Berliner Schwabenhass... ... den kann ich nicht verstehen, aber er ist definitiv vorhanden. Vielleicht liegts daran: Die Schwaben kommen nach Berlin, machen ein Café auf und das läuft. Und bei den Berlinern läuft das eben nicht. Vielleicht liegt's aber auch einfach nur am Slang. HANI X -- Kannst du dir vorstellen, wieder zurück zu gehen? GR -- Du kannst hier abstürzen. Aber wenn du Charakter hast und an Multikulti, Vielfalt und ein bisschen Chaos interessiert bist: Ja, eindeutig. GR -- H ANI X -- Was ist das Tolle an Berlin? GR -- Nein. Aber ich kann mir vorstellen, in die Nähe von Berlin zu ziehen. Denn eigentlich brauche ich Ruhe. Ja. Denn es hat mir dabei geholfen, mich selbst zu finden. Zu wissen, was ich wirklich will. HANI X -- Hat Berlin dich verändert? GR -- Die Möglichkeiten. Bilder wecken und transportieren Gefühle und Emotionen. Nutzen Sie dies, um eine Marke zu etablieren, ein neues Produkt vorzustellen oder zur Steigerung des Verkaufs. PURPURFILM produziert außergewöhnliche und ideenreiche Filme, individuell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Unsere Technik ist am Puls der Zeit - mit unseren Ideen sind wir einen Schritt voraus. Ob für Fernsehen, Internet oder Messen, wir schaffen ein Produkt das Ihre Kompetenzen hervorhebt und stärkt. 25 Bilder pro Sekunde mit einer ganz persönlichen Handschrift. E V E N T F IL M IMAGE M ES SE FI LM E FILME 3D ANIM ATIO N purpurfilm GmbH & Co.KG I Mörikestraße 8 I 74076 Heilbronn I info@purpurfilm.de I www.purpurfilm.tv CONNECT 2 PURPURFILM

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Kritik, Lob, Anregungen? Schreib uns einen Leserbrief ! l e s er b r i e f e @ h a n ix- m a g a zin . d e IMPRE SSU M Verlag und Redaktion 74eLf Marcel kantimm & robert Mucha gbr salzstraße 27 74076 heilbronn e-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel kantimm robert Mucha Chefredakteur robert Mucha (v.i.s.d.p.) Redaktionelle Mitarbeiter rafaela carrijo, sarah fischer, wolfgang fischer, florian geiger, Johannes Lindenlaub (berlin), harald riegg, Maria sanders, Michael Müller, sonja knoblauch e-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion philipp kionka (Leitung), robert beutelsbacher, rafaela carrijo, sarah fischer, Mavinga petrasch (new York) Bildredaktion Mehmet filiz, ulla kühnle Artdirektion raimar schurmann Grafik & Illustration sevtap celik, florian geiger, kathrin Leisterer, via grafik Audio philipp seitz (ant studio) IT-Support Martin riemer (easy networx / www.easy-networx.de) PR & Netzwerk philipp kionka (kk Media / www.kk-media.de) Technischer Ansprechpartner: info@kk-media.de Marketing & Sales robert Mucha e-Mail: anzeigen@hanix-magazin.de Verlagskoordination & Administration Marcel kantimm e-Mail: anzeigen@hanix-magazin.de es gilt die anzeigenpreisliste nr. 1/Juli. 2011 namentlich gekennzeichnete beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des herausgebers bzw. der redaktion wieder. für die richtigkeit von angaben, daten, behauptungen etc. in den beiträgen kann der herausgeber bzw. die redaktion keine verantwortung übernehmen. haftung für Links: hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten seiten auf unserer homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. diese erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. herausgeber und redaktion übernehmen keinerlei haftung für die hier angebotenen Informationen. 74ELF GbR UST.-ID: DE271248199 Geschäftsführende Gesellschafter: Marcel Kantimm, Robert Mucha

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KLEINANZEIGEN

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DER HISTORISCHE SCHUSS Text von Wolfgang Fischer Foto: Archiv Die Heilbronner Allee nach dem Krieg: Zum siebten Mal seit der ersten Erwähnung der Allee vor 258 Jahren - einst als Alleestraße benannt - wird sie großflächig umgebaut. Stets waren es verkehrstechnische Erfordernisse: Aktuell werden zwei Gleise für die Stadtbahn Nord (Richtung Mosbach und Sinsheim) integriert. 1753 wurde eine Baumallee als Erholungsanlage gebaut, 1846 werden zwei Straßen integriert. Mehrfach markante Umbauten für den Buss-, Straßenbahnund Autoverkehr erfolgten im 20. Jahrhundert. Ab 2001 kreuzen die Schienen der Stadtbahn Richtung Öhringen die Allee, die sich als wichtiger Zubringer für den Cityhandel entwickelte. Der nächste Umbau ist bereits abzusehen, wenn die Stadtbahn Süd ab der Allee (Kreuzung Kaiserstraße) eventuell noch in diesem Jahrzehnt in das Zabergäu das regionale Nahverkehrsnetz ergänzen bzw. komplettieren soll. Quelle: »Die Heilbronner Straßennamen«, G. Schwinghammer / R. Makowski

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V E R A N S TA LT U N G E N IM SEPTEMBER 1. September 3.September MOBILAT - OUT OF THE DARK STADTINITIATIVE - ITALIENISCHER MARKT MIT NIGHTSHOPPING Gothic, Darkwave, EBM, Industrial, Mittelalter, 80ies Einlass 20.30 Uhr - Eintritt frei Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wird es auch in diesem Jahr wieder »Bella Heilbronn« heißen. Wie man schon erahnen kann, ist an diesem Wochenende »Italien« das große Thema in der Heilbronner City. BUKOWSKI & MOBILAT TECHNO FILES (Part 1) 2.September NECKARLUST - LOTTA LOVE 60-er Rock, 70-er Klassiker & Folk! OH CAPTAIN (casual kids), PHILIPP SCHLUND (projektnullacht) Einlass 23 - 5 Uhr - Eintritt 5.- »2 locations with freaky electronic music«. Für die Erstausgabe der neuen Partyreihe wird auch gleich mal mehr geklotzt denn gekleckert. Ganz so, wie es der Party-Mob gerne hat. No risk, no fun! Auf geht's Ihr Profiler, Pathologen und Partymonster, öffnet eine neue Akte! ALEX FLATNER (Cocoon), RIDICK (Dubwars), T-WATCH (Bukowski), DIE AUTISTEN (Day & Night), ZOMBEATZ (Dubwars), MATTHIAS ENGELMANN (Bukowski), FRED MOODY (deep-production) BUKOWSKI - RESPECT THE MUSIC Das Buko startet mit feinsten house-gemachten Delikatessen und Rezepten in den September. Jede Woche wird für frische Beats, coole Mixe und Ausflippstimmung in Heilbronns verrücktem Elektrogrill gesorgt! 2DEEP (Conditorei), DANIEL CALISSE (Neon), PATRICK MACHNAU (dp) 9.September - 18.SEPTEMBER HEILBRONNER WEINDORF

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VER ANSTALTUNGEN: SEPTEMBER 2011 sagt: "F***t euch und feiert!!" mit uns! 10.09.2011 DAS ALLERLETZTE MAL! <- Eintritt: 5 Euro 10.September NECKARLUST - REMMIDEMMI RemmiDemmi sagt »fickt euch und feiert«! Ein letztes Mal Abriss in der Neckarlust!! BRAD PITCH (TheKidzMakeNoiz), DJ REMMI, ART+, RIDDICK (Dubwars) 29.September AUDI_FORUM - KABARETTISTISCHE LESUNG MIT DIETER HILDEBRANDT & ROGER WILLEMSEN 17.September MOBILAT - DUBWARS PRES. 10 YEARS AD NOISEAM Die DUBWARS Crew lädt zu einem Event der Extraklasse und freut sich die Crème de la Crème des Berliner Labels »AD NOISEAM« im Zuge ihrer »10 YEARS AD NOISEAM«-Welttournee im Süden Deutschlands begrüßen zu dürfen. 19.September ALTES THEATER - HEINO TRUSHEIM Er gehört zweifelsohne zu den besten Stand-up-Comedians der Republik - und jetzt ist er endlich wieder in Heilbronn. 200-mal am Tag lügt ein Mensch im Durchschnitt. Die Schlange im Paradies hat damit angefangen und seitdem können wir nicht mehr aufhören. Die Urkunde, die den Kirchenstaat begründet hat - gefälscht! Möglicherweise ist sogar das halbe Mittelalter eine Erfindung. Und dann das 19. Jahrhundert - die große Zeit der Hochstapler! Sie verkaufen die Freiheitsstatue und vertreiben gallonenweise nichtexistentes Salatöl. Nicht zu vergessen, dass niemand vorhatte, in Berlin eine Mauer zu bauen. Dieter Hildebrandt und Roger Willemsen haben sich die Geschichte der Menschheit vorgenommen und nichts als Lügen gefunden. Ein Abend zum Staunen, zum Schmunzeln und zum Misstrauischwerden. »Da schwadronieren zwei lustvoll über Kunst, Politik und Wissenschaft, Religion, Journalismus und Biologie, fahren sich munter in die Parade, weisen sich in die Schranken und geben einander vergnügt eins über.«

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D I E Nä C H ST E AU SGA BE H A N I x E R SC H E I N T A M 30. S EpT E M BE R

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"Geredet wurde schon viel, jetzt was für die rechte Gehirnhälfte"