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Nº 32 2014 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM GESPRÄCH: MARCUS WIEBUSCH TOURT MIT SEINEM SOLO-DEBÜT- ALBUM "KONFETTI" DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRA- CHEN MIT IHM ÜBER SEIN MEISTERWERK UND DEN SPASS DARAN, EINE DEUTLICHE HALTUNG AUSZUDRÜCKEN. AUSSERDEM: HAGEN RETHER, JUNGES THEATER, FRIEDENSSTIFTER, TAG DER TOTEN, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS SCHWEDEN & NORWEGEN, KILIANSPLATZ IN DEN 80ERN, VATERKOLUMNE, ROCKSTAR-PORTRAITS, VERANSTALTUNGSKALENDER

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2011 M R Z 2012 2012 2013 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE 2011 2012 2012 2013 2011 2012 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES aktuelle Informationen zum Kometen Ison 2013 2011 2012 JULI 2012 2012 2013 JUNI JULI 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. 2013 2012 2012 2013 2013 „FOREVER YOUNG“ ALPHAVILLE Nº1 E N E R G I E DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR B I L D U N G BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST Nº1 Nº2 Nº2 teilt, eilt, Nº3 IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN weilt, heilt. Z E I T VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANT- WORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN Nº4 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBER- BÜRGERMEISTER EXKLUSIV IM INTERVIEW: HELMUT HIMMELSBACH 1899 HOFFENHEIM-COACH IM GROSSEN INTERVIEW HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND URBAN-ART: KÜHE MELKEN. DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR GEFÄHRLICHER EINSATZ: SORGT MIT SEINER DER HEILBRONNER URBANEN KUNST FÜR MATTHIAS MARQUART HAT AUFMERKSAMKEIT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES DER KÜHLSCHRANK VON...: LAND VORGEFUNDEN. PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. A R M U T R E B E L L I O N Nº3 Nº4 Nº5 Nº5 Nº6 Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WOR- AUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPER- TEN AUS UNTERGRUPPENBACH INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK Nº6 Nº7 Nº7 HIER SIND DIE Nº4 Ausländerä Nº8 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIK- MUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº8 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VER- ANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHS- VOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. Nº9 JUNI FUSSBALL HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATE- BOARD-DOWNHILL- MEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜD- AFRIKA IN DIE LÖWEN- STEINER BERGE ZURÜCK Nº9 Nº10 Nº10 KINDER Nº11 Nº12 Nº13 2012 Nº14 Nº15 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUS- STELLUNG. ESSEN & TRINKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNG- SOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SCHAFFE, SCHAFFE HÄUSLE BAUE! IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAM- KEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN WIRTSCHAFT PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT IM GESPRÄCH: TED BAUER DER HEILBRONNER VERTRITT JAMES GILL, EINEN DER GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT JUGEND BABEL WORLD: DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº11 Nº12 Nº13 Nº14 Nº15 Nº16 MÄRZ Nº17 APRIL Nº18 Nº19 Nº20 IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT HANDARBEIT AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZ- WEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER WOHLFÜHLEN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK AUTO NECKAR: MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN IM GESPRÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KUNSTREGION: STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE Nº16 Nº17 Nº18 Nº19 Nº20 Nº24 Nº23 IM GESPRÄCH: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 IM GESPRÄCH: EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH "ZEIT, SICH EINZUMISCHEN" KUNSTREGION: HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES MEINE PLATTENKISTE: SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELAN- CHOLISCH BRIEF AN DIE HEIMAT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN HIMMEL FOTOSTRECKE: CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº21 Nº22 Nº23 Nº24 Nº25

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MÄRZ 2014 2014 IM GESPRÄCH: EX-PROFI ANKE HUBER IST SPORTLI- CHE LEITERIN DES PORSCHE TENNIS GRAND PRIX IN STUTTGART. WIR TRAFEN DIE EHEMALIGE NUMMER 4 DER WELT, UND SPRACHEN ÜBER EXTRAVAGANTES INTERIEUR IHRES ERSTEN PORSCHE, DIE LUSTLOSIG- KEIT INTERVIEWS ZU GEBEN UND WIE SIE DIE AKTUELLEN SPIELERINNEN DOCH DAZU ÜBERREDET. APRIL 2014 AUSSERDEM: WHO THE FUCK SIND "WHO THE FUCK"?, STREETPHOTOGRAPHY AUS NEW YORK, EINE STEILGEHENDE HEILBRONNER FACEBOOK- GRUPPE, GLOCKEN-GIESSEN, EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS AUSTRALIEN, EINE HEILBRONNER ABITURKLASSE VON 1922 UND VIELEM MEHR … 2014 2014 Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 JUN/JUL IM GESPRÄCH: TV-MODERATORIN UND AUTORIN KATRIN BAUERFEIND ÜBER ZEUGEN JEHOVAS, SCHWÄBISCHE LIEBLINGS- WÖRTER UND RAUCHERCAFÉS IN HEILBRONN t HEMEn SCHWERPunkt: Marketing STADTOBERHAUPT KULTURBEUTEL: MUSIKKOFFER: RALPH UND ALEXANDRA MUNZ ROCKSTAR UND FUSSBALLFAN ÜBER DIE BEVORSTEHENDE THEES UHLMANN ÜBER SEINE SCHLIESSUNG DES HIP ISLAND, LIEBE ZU ST. PAULI, EINEN STECKER ZIEHENDE BÜRGER- GUTEN RUF IN SCHLECHTEN MEISTER UND IHRE STRANDBAR KREISEN UND OMAS AN DER ALS WAHLKAMPFTHEMA SUPERMARKTKASSE Studieren IM GESPRÄCH: DIE WaHlHaMbuRGERIn CÄtHE touRt ab FEbRuaR DuRCH DEutSCHlanD. WIR SPRaCHEn voRab MIt DER SÄnGERIn übER SCHIzo- PHREnIE, anStREnGEnDEn PERFEktIonISMuS unD DaS anGEkoMMEnSEIn auSSERDEM: lECkERE buRGER, EInblICk In EInE MoSCHEE, FotoauS- StEllunG von lauREnz bERGES, MEtIn FRoGt naCH, HEIlbRonnER FIFFIS, EIn bRIEF auS MExICo, knoRR- FuHRPaRk von 1905 unD vIElEM MEHR Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 Nº30 Nº 31 IM GESPRÄCH: UNSER HEILBRONNER LIEBLINGSKÜNSTLER STEFAN DITTRICH IST NACH BERLIN GEZOGEN, UM SEIN GLÜCK ZU FINDEN – SEINE FREUNDIN SPRACH MIT IHM FÜR UNS ÜBER SEINE BRANDNEUE SOLO-CD AUSSERDEM: FORMULA STUDENT AM HOCKENHEIMRING, KRIMI- AUTORIN HENRIKE SPOHR, BURGER 53, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS GEORGIEN, NICOLAI KÖPPELS VATER- KOLUMNE, JUNGWINZERN, DEM BIERKRUG, U. V. M. Nº31

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Das HANIX-»Best-of«-Magazin mit dem Besten der Ausgaben 1 bis 25 Gedruckt in einem Etablissement in deiner Nähe! Oder einfach bestellen unter: info@hanix-magazin.de

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EDITORIAL "Man sieht oft etwas hundert Mal, tausend Mal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht." (Christian Morgenstern) Liebe Leserinnen, liebe Leser, diesmal haben wir ganz genau hingesehen. Mindestens ein zweites Mal, oft sogar noch weitere Male. "Heilbronn auf den 2. Blick" ist in dieser 32. HANIX-Ausgabe der Themenschwerpunkt. Warum. Nun ja, die Stadt ist eben keine Perle für den ersten Blick. Man muss genau gucken, um die interessanten, idyllischen, sehenswerten, etwas verborgenen Ecken und Kanten Heilbronns zu entdecken und lieben zu lernen. Wir haben also unseren Autor Nicolai Köppel mit Fotografin in einen Kleinwagen und die Stadtbahn gesetzt, um sich Heilbronn mit dem "2. Blick" anzuschauen. Sie sprachen mit Taxifahrern, Friseuren, wildfremden Passanten, einer Prostituierten und Rose vom Wurstgrill am Bukowski. Was sie erlebt haben und zu welchen Gedanken sie kamen hat Köppel aufgeschrieben. Im Rathaus haben wir kurz vor dem Umzug der BUGA GmbH mit deren Chef Hanspeter Faas gesprochen. Der Bayer ist inzwischen seit zwei Jahren in Heilbronn, die ersten Bagger schaufeln seit geraumer Zeit auf dem ehemaligen Fruchtschuppen-Areal. Das die Buga kommt, ist durch die großen Erdbewegungen nun auch für die Bürger zu sehen. 14 HANIX-Mitarbeiter haben uns ihre Lieblingsorte in Heilbronn verraten und gezeigt. Herausgekommen ist dabei eine tolle Portraitstrecke, die von Ulla Kühnle, Meli Dikta und Memo Filiz aufgenommen wurde. Auch beeindruckend: Unsere Fotostrecke "Von oben". Memo Filiz gelang es dabei, Heilbronn zu fotografieren, wie wir die Stadt noch nicht gesehen haben. Unheimlich großen Spaß macht es auch, auf den Luftaufnahmen nach Heilbronner Ecken und Gebäuden zu suchen, beziehungsweise, sie zu erkennen. Im Interview des Monats sprachen wir mit Musiker Marcus Wiebusch, der im Oktober auf seiner Solo-Tour auch in Karlsruhe und Stuttgart halt macht. Mit dem Song "Der Tag wird kommen" und dem dazugehörigen Kurzfilm gelang Wiebusch sein "Meisterwerk", wie er sagt. Der "stern" bezeichnete Song und Video sogar als wichtigstes Lied und Film des Jahres. Marcus Wiebusch: Ein Mann mit Haltung. Außerdem in dieser bunten, vielfältigen Ausgabe: " Der Tag der Toten", eine Ausstellung im Complex 23. Wir sprachen mit Macherin Dulce Ramirez über die Kultur zum Umgang mit dem Tod. "Look of Sound", eine Fotoausstellung, einen Brief an die Heimat aus Skandinavien, Heilbronner Friedensaktivisten und vielem mehr. Es lohnt sich reinzuschauen in diese Ausgabe. Vielleicht, nein ganz bestimmt sogar, sollte man sich mindestens zweimal durch die Ausgabe blättern. Denn es gibt viel zu entdecken. Hinweisen möchten wir auch noch auf die Foto-Ausstellung "Heilbronn: Auf den zweiten Blick" von Meli Dikta in der DHBW Heilbronn. Vernissage ist am 7. Oktober ab 18 Uhr im Foyer der DHBW. Die HANIX-Redaktion Heilbronn von oben: Unser Fotograf Memo Filiz hob mit einer kleinen Propellermaschine ab und fotografierte Heilbronn aus großer Höhe. Ab Seite 122 kann man auf den Luftaufnahmen versuchen Heilbronner Ecken zu erspähen. Mann mit Haltung: Marcus Wiebusch wurde als Frontmann der Indie-Rock- Band Kettcar und Mitbegründer des Hamburger Independant-Labels Grand Hotel van Cleef bekannt. Nun tourt er als Solist durch Deutschland. Wir sprachen mit dem Musiker über die Vorahnung, ein "Brett" abgeliefert zu haben.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº 32 2014 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM GESPRÄCH: MARCUS WIEBUSCH TOURT MIT SEINEM SOLO-DEBÜT- ALBUM »KONFETTI« DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRA- CHEN MIT IHM ÜBER SEIN MEISTERWERK UND DEN SPASS DARAN, EINE DEUTLICHE HALTUNG AUSZUDRÜCKEN. AUSSERDEM: HAGEN RETHER, JUNGES THEATER, FRIEDENSSTIFTER, TAG DER TOTEN, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS SCHWEDEN & NORWEGEN, KILIANSPLATZ IN DEN 80ERN, VATERKOLUMNE, ROCKSTAR-PORTRAITS, VERANSTALTUNGSKALENDER

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon, ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen "keosk"-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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INHALT HANIX Nº32 FILIP BESARA MEINE PLATTENKISTE BLAUER KRAN HEIMATLIEBE TAG DER TOTEN KULTURBEUTEL Der Macher des "snygg."-Stores steht zweifelsfrei auf Blackmusic. Von Tupac Shakur bis R. Kelly. Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an und aus unserer Heimatregion. Diesmal mit blauen Kränen, Schwänen und einer Seniorenbank. Zur sehenswerten Ausstellung "TAG DER TOTEN" am 31. Oktober im Heilbronner Complex 23 sprachen wir mit der aus Mexico stammenden Initiatorin Dulce Ramirez. FRIEDENSDIENST JUTEBEUTEL Jeden Montag findet sie statt: die Friedensmahnwache in Heilbronn. Es ist eine Bewegung, die sich durch ganz Deutschland zieht. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Wir waren auf dem Kiliansplatz dabei und haben zugehört. THE LOOK OF SOUND KUNSTREGION 1 In Mannheim kommen sowohl Liebhaber klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie als auch Rockmusik-Fans auf ihre Kosten. ZEPHYR – Raum für Fotografie zeigt weltweit erstmals eine umfangreiche Präsentation mit Werken von Norman Seeff. IM GESPRÄCH: MARCUS WIEBUSCH INTERVIEW DES MONATS Marcus Wiebusch wurde als Frontmann von "Kettcar" und Gründer des Labels "Grand Hotel van Cleef" bekannt. Nun tourt er als Solist durch Deutschland. Wir sprachen mit ihm über die Vorahnung, ein "Brett" abgeliefert zu haben.

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14 - 17 JUNGES THEATER & HAGEN RETHER STADTLEBEN / LANDLEBEN 78 – 147 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK TITELTHEMA "Dieses Kind mit seinem naiven Blick auf das Leben war der Kompass, der ihnen zeigte, wie sehr sie von dem abwichen, was sie wussten, aber nicht wissen wollten." (Leo N. Tolstoi aus "Anna Karenina") JEANNINE CRONE HEILBRONNER STUDIS RICHTIGE MÄNNER VATERKOLUMNE DISTEL LIT LOUNGE MITTAGSTISCHTEST RYTHM OF COLOR KUNSTREGION 2 GEWINN MAL WIEDER! QUIZ SCHWEDEN & NORWEGEN BRIEF AN DIE HEIMAT LENIN, MOSKAU 2010 VIA ARCHIV SAME SAME BUT DIFFERENT - VERWANDTE PLATTENCOVER MUSIKUSS Uwe Gramlich findet für uns verwandte Plattencover. Diesmal: Hintern, Froschperspektiven & liebende Mütter LESERBRIEFE & IMPRESSUM ÜBER UNS KILIANSPLATZ, 1982 HISTORISCHER SCHUSS VERANSTALTUNGEN OKTOBER VERANSTALTUNGSKALENDER

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DAS HANIX TEAM WIESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens "HANIX" antworten zu können. MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER, KOORDINATION & SOCIAL MEDIA Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient. WAS IST HANIX? Das multimediale Magazin für die Region Heilbronn – für Leser, die interessiert, kulturell aufgeschlossen und neugierig auf einen alternativen Blick auf Stadt-, Landkreis- und Szenekultur sind. WER MACHT HANIX? Heilbronner Medien- und Kulturschaffende, die ihre Erfahrungen u. a. in Berlin, München, Stuttgart oder Hamburg gesammelt haben und nun etwas in ihrer Heimat bewegen wollen. WAS WILL HANIX? Das multimediale Magazin für Leute und Gesellschaft der Region Heilbronn will mit spannenden, unterhaltsamen und informativen Beiträgen die regionale Medienlandschaft bereichern. SARAH BAUDENBACHER MEDIABERATERIN Ich bin hier geboren und finde es schön, die Stadt und ihre schwäbische Toskana mal ein wenig zu beweihräuchern. HANIX zeigt Heilbronn von einer anderen Seite.

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STEVEN ZULEGER VIDEO MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. "HANIX" zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE RAFAELA JECKLE REDAKTION Memo FILIZ FOTO So haben die geguckt als ich sagte "Lasst es uns digital machen!" Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION LISA HOFMANN GRAFIK Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar – die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: "Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn." Kathrin sagt: "Ich bin dabei!" Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT JOSHUA ENDRESZ KOLUMNIST LEO VOLLAND ILLUSTRATION Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der "HANIX"-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Ich schreibe für's HANIX weil ich jedem meine Meinung sagen will. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit – und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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Ashley Aames REDAKTION PHILIPP SEITZ SOUND ULLA KÜHNLE FOTO Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. KRIS RAMPMAIER VIDEO MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO HARALD RIEGG REDAKTION Videos zu machen ist keine Zauberei, sondern meine Leidenschaft. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTLEBEN: OKTOBER 2014 JUNGES THEATER IN DER BOXX Seit September 2008 wird Kinder- und Jugendarbeit im Theater Heilbronn großgeschrieben. Neben einem extra entwickelten Spielplan für Heranwachsende, wurde auch eine Theaterpädagogin ins Haus geholt. Zusätzlich zu den Stücken für Kinder und Jugendliche werden Workshops und Aktionen hinter der Kulisse angeboten, deren Beliebtheit weiter steigt. Es wurde ein Kooperationsprogramm mit 30 Schulen entwickelt und dank der großen Nachfrage, konnte eine eigene Sparte für das Junge Theater angeboten werden, die ganz unabhängig vom regulären Spielplan des Theaters stattfindet. Die bisher dafür genutzten Kammerspiele wurden über die Sommerpause zur "BOXX" umgewandelt. Es soll ein Ort für Begegnungen und Diskussionen sein. Vorträge, theaterpädagogische Projekte und Workshops können dort gehalten werden. Ebenso, wie es als offene Bühne für hiesige Künstler dient. Die BOXX ist der ideale Platz für junge Zuschauer ab fünf Jahren und Junggebliebene. Sie können sich die Premiere zum Thema "Sehnsucht" ansehen oder sogar selbst mitwirken. Der Theatermacher Stefan Schletter leitet das Junge Theater. Das ist sein Spezialgebiet und er ist für insgesamt zwölf Stücke des Jungen Theaters Heilbronn verantwortlich. Die Eröffnung der neuen Spielstätte wird vom 10. bis zum 12. Oktober in der BOXX, im Theater Heilbronn, zelebriert. Es wird getanzt, gefeiert, gebastelt und natürlich auch Theater gespielt. Wer nicht nur zuschauen, sondern auch selber im Jungen Theater Heilbronn mitmachen will, hat hier die Chance, erste Einblicke zu bekommen und Kontakte zu knüpfen.

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Nur mit einem geht er verschwenderisch um: Fahrspaß. Der neue Cayenne S E-Hybrid. Enthusiasmus. Gesteigert. Ab sofort bestellbar bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): kombiniert 3,4; CO 2 -Emissionen: 79 g/km; Stromverbrauch: kombiniert 20,8 kWh/100km

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LANDLEBEN: OKTOBER 2014 HAGEN RETHER IN BRACKENHEIM Der Kabarettist und Pianist Hagen Rether präsentiert sein Soloprogramm "Liebe". Seit 2003 macht er das und hält es dabei stets auf aktuellen Stand. Im Plauderton erzählt er von tagespolitischen Themen, aber auch von der Religion, Massenmedien, Kapitalismus und Globalisierung. Durch den Vergleich mit Strippenziehern, Marionetten, Strohmännern und Sündenböcken, schafft er es, verschiedene Klischees und Drohkulissen aufzudecken und macht auch vor Islamfeindlichkeit, Tierversuchen und der katholischen Kirche, keinen Halt. Mit dabei: Viele kleine Requisiten, die er sich während seiner Show zu Nutze macht und das Publikum damit überrascht. Putzlappen oder Baseballschläger, um nur einige zu nennen. Während er erzählt, putzt Rether oft akribisch den großen, schwarzen Flügel. Manchmal lässt er sich aber auch zu einer musikalischen Gesangseinlage hinreißen oder isst genüsslich eine Banane. Wer sich bemüht, das Thema "Liebe" in seinem Programm zu finden, sucht vergeblich. Die einzig bestehende Liebe, ist die, zu seinem Publikum. Kabarettist Rether will über gesellschaftspolitische Themen aufklären und nimmt dabei keine Hand vor dem Mund. In seinem dreistündigen Programm lässt er dem Publikum Freiraum für Erkenntnisse. Zwei davon sind: Die aufkommende Unzufriedenheit und die Erkenntnis, dass das Publikum selbst Teil des großen Spiels namens "Alltag" ist. Kabarett-Fans können sich freuen. AM 11. OKTOBER KOMMT DER VIELSEITIGE KÜNSTLER HA- GEN RETHERS AUCH INS BÜRGERZENTRUM IN BRACKENHEIM. NA DANN, NICHT’S WIE HIN.

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Erleben Sie den Frischeeffekt w w w . c r o s s m e d i a e x p e r t s . d e

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MEINE PLATTENKISTE: FILIP BESARA PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KÜHNLE F ILIP BESARA: "R. KELLY HAT MIR DURCH SCHWERE ZEITEN GEHOLFEN" Filip Besara (31) hat vor nun gut zwei Jahren den "ProtectYourStyle"-Sneakershop übernommen und daraus kurz darauf "snygg." gemacht. "Snygg ist schwedisch, Filip ist gebürtiger Schwede, und bedeutet übersetzt schick, hübsch und gutaussehend. Neben Sneakern von Adidas, Asics, Puma, Reebook und anderen Labels, bietet Filip Besara in seinem kleinen Store in der Heilbronner Sülmerstraße 5 auch Herren- und Damenmode sowie Accessoires, beispielsweise "Happy Socks", an. Musikalisch ist der Geschmack von Filip ganz eindeutig dem Hip-Hop und Black Music zuzuordnen. So hat der Schwede mit aramäischen Wurzeln auch ein paar Hip-Hop-Legenden in seiner Top Five. Wir haben einen Blick in Filips Plattenkiste geworfen.

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MEINE PLATTENKISTE: FILIP BESARA MICHAEL JACKSON – BAD Die erste Platte, die ich mir gekauft habe, war Michael Jacksons Album "BAD". Ich habe ihn damals noch in Schweden natürlich übers Fernsehen kennengelernt und war sofort Fan. Mein damaliges Kinderzimmer war mit Jackson-Postern tapeziert. Als ich noch keine zehn Jahre alt war, bekam ich von meinen Eltern eine Stereoanlage geschenkt. Von meinem Taschengeld hab ich mir dann "BAD" gekauft. Seit dem begleitet mich Michael Jacksons Musik. Ich werde seine Musik wahrscheinlich auch so lange ich lebe hören. TUPAC – ALL EYES ON ME Für mich ist Tupac der größte Rap-Künstler, den es je gab. Obwohl er nun schon 18 Jahre tot ist, konnte ihm bisher keiner das Wasser reichen. Ich stehe auf seine Beats, auf die Texte sowieso. Tupac hat sich immer auch politisch engagiert und sich für die Armen und Kleinen eingesetzt. Ich finde es gut, wenn Künstler Position beziehen. Tupacs Position hat mir sehr gefallen, das fand ich unterstützensund bewundernswert. WU-TANG CLAN – WU-TANG FOREVER Als ich nach Deutschland kam, hat dieses Album mich mit einem meiner besten Freunde zusammengebracht. Wir haben das Album hoch und runter gehört. Wir haben uns dabei auch sehr gut und cool gefühlt und sind in dem Geisteszustand auch oft zu Aki in seinen damaligen Laden, "Ghetto Deluxe" und haben uns mit einem Haufen an Hip-Hop-Klamotten versorgt. Dieses harte New Yorker Leben, von dem der Wu-Tang Clan gerappt hat, hat uns damals sehr inspiriert und beeindruckt. DONALD JONES – WHERE I WANNA BE Donald Jones macht R´n´B- und Soul-Musik und hat eine einprägsame Stimme, die ich sehr gut finde. Wobei ich sagen muss, dass mir seine frühen Alben deutlich besser gefallen, als die neueren Sachen. Grundsätzlich gilt für ihn aber, dass seine Texte nicht schnell hingerotzt sind, wie von anderen Künstlern, deren Lyrics oft platt sind. Ich habe das Gefühl, dass er mehr Leidenschaft ins Texten legt als viele andere. R. KELLY – R. R. Kelly hat ja bei vielen nicht mehr das allerbeste Standing. Der gute Mann wurde ordentlich durch den Dreck gezogen. Ob verdient oder unverdient, kann ich nicht beurteilen. Was ich aber weiß, ist, dass mir seine Musik, gerade zu meiner Anfangszeit in Deutschland, als ich die Sprache noch nicht beherrscht habe, über viele schwere Stunden geholfen hat. Nach einem frustrierenden Schultag habe ich zum Trost oder zur Aufmunterung oft seine Musik gehört. Sie hat mir, das kann ich wirklich behaupten, sehr geholfen. R. Kelly selbst hat ja auch viele Künstler entdeckt und groß gemacht. Er war auch ein Talentförderer im musikalischen Bereich.

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HEILBRONNER STUDIS Für Jeannine Crone war es zunächst ein Kulturschock, nach Heilbronn zu kommen. Ihr Heimatort Wersen liegt sehr idyllisch am Rande des Tecklenburger Landes mit guter Anbindung an die Friedensstadt Osnabrück. Zuhause hatte sie eine behütete Kindheit und Jugend mit Hund, Katze, Kaninchen und Pferd. Inzwischen fühlt sie sich in ihrer ersten Großstadt ziemlich wohl und versteht sogar ein paar Vokabeln schwäbisch. FOTOS: MEMO FILIZ "DIE WOHNSITUATION IN DER STADT MUSS SICH SCHNELL VERBESSERN!" Name: Jeannine Crone aus Wersen (bei Osnabrück) Alter: 20 Jahre Hochschule: DHBW Heilbronn Studiengang: BWL Konsumgüterhandel im 3. Semester

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"MEIN HEILBRONN" PRÄSENTIERT HEILBRONNER STUDIS: JEANNINE CORNE "Mein Heilbronn" spendiert jedem teilnehmenden Studenten einen Einkaufsgutschein der Stadtinitiative im Wert von 50 Euro. Du willst mehr über Heilbronn wissen? www.mein-heilbronn.de

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION INDUSTRIEHAFEN Teile des Hafens werden im Zuge der Bundesgartenschau still gelegt. So auch die vier Silos gegenüber des Bukowski.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GIRLSNIGHT Zu viert zog diese Damengruppe los, um das Heilbronner Nachtleben zu entern. Natürlich ist keine Dame selbst gefahren, sondern es wurde öffentlich mit Bus und Bahn gereist.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION NECKARBUMMEL Interessiert beobachten die Schwäne den vorbeifahrenden Neckarbummler, der nur wenige Fahrgäste über den Neckar schippern durfte.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BRÜCKENBOGEN Die Verlängerung der Saarlandstraße führt von Böckingen nach Heilbronn über den Hafenkanal. Dabei bietet die Brücke einen imposanten Bogen über den Fluss mit Blick auf die Hafenanlagen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION RITTERSTIFTSKIRCHE UND KLOSTER IN BAD WIMPFEN IM TAL Die Kirche des ehemaligen Ritterstiftes St. Peter stammt aus drei Bauperioden. Das Westwerk ist ein letzter Rest einer romanischen Zentralkirche aus dem 10. Jh. In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde mit dem Bau einer gotischen Kirche begonnen. Sie konnte erst im Laufe des 15. Jahrhunderts vollendet werden. An die Kirche wurde, ebenfalls in drei verschiedenen Abschnitten, ein gotischer Kreuzgang angebaut, der vermutlich breiteste gotische Kreuzgang der Welt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION DACHDEKO Auf dem Heilbronner Weindorf kamen manche Standbetreiber auf außergewöhnliche Dekoideen. Hier sieht man zwei Strohwinzer, die lässig an einen Weinstock gelehnt mit einer sportiven Schaufensterpuppe flirten.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GRÜNER TUNNEL Auf dem Radweg, der Horkheim mit Neckargartach verbindet, fährt man zwischen dem städtischen Busdepot und Pflanzen Kölle durch einen grünen Tunnel.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GARAGEN ZUGEMAUERT Dieses alte Backsteingebäude im Heilbronner Gewerbegebiet konnte einsmals mit zwei großen Garagenplätzen aufwarten. Heute gibt es keine Unterstellmöglichkeiten mehr im Haus.

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Mehr vom Leben haben. Voll im Plan! Wir machen den Weg frei. Gönnen Sie sich ruhig die schönen Seiten des Lebens. Unsere ganzheitliche, individuelle Beratung und der VR Lebensplaner ® sichern Ihnen mehr finanziellen Spielraum für Ihre Wünsche und Ziele. www.volksbank-heilbronn.de

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SCHWANENFLUSS Kaum tritt man ans Neckarkanalufer kommen auch schon alle Schwäne aus der näheren Umgebung angeschwommen, um auf ein paar alte Brotreste zu hoffen. Dabei vollführen sie ungewollt Choreografien, die an Wasserballett erinnern.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION REGNERISCHES WEINDORF Der Eröffnungstag des Heilbronner Weindorfes fiel sprichwörtlich ins Wasser und trieb die zu später Stunde nur noch spärlich anzutreffenden Besucher unter Zeltdächer. HANIX-Büro Seit diesem Sommer befinden sich die HANIX-Redaktionsräume in der Wilhelmstraße 56. Nun haben wir sogar die Straße schön gemacht bekommen. Wir fühlen uns außerordentlich wohl in unseren neuen Räumlichkeiten.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION IN GEDANKEN Wie von einem Autopiloten gesteuert, ging dieser Mann gedankenverloren am Deutschhof in der Heilbronner Innenstadt vorbei und verpasste so die historische Architektur.

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"GECOVERT – SAME SAME BUT DIFFERENT" TEXT: UWE GRAMLICH Die Verpackung spielt auch in der heutigen Zeit eine immens wichtige Rolle - mehr Schein als Sein. So übten Plattencover auf mich schon immer einen optischen Reiz aus, der auch das Interesse weckte, diesen Inhalt kennenzulernen, was zu mancher Überraschung führte. Als ein besonders gelungenes Beispiel für eine perfekte Einheit von Cover und Musik, ist für mich das Album 'God' von 'Rip Rig & Panic', das allein durch das Motiv der Hülle die ganze Energie, Wildheit und Aggressivität dieser Musik widerspiegelt. Im Lauf der letzten Jahrzehnte hat sich eine unüberschaubare Menge von Covern angehäuft, deren vermeintliche Bandbreite hier als ganz, ganz kleiner Einblick, doch oft nur in einer Wiederholung oder Variation, zu sehen ist. Viel Spaß damit.

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MUSIKUSS: GECOVERT – HINTERN, PERSPEKTIVE UND LIEBENDE MÜTTER Audio Porn 2012 jezebel's kiss Unherz 2012 die wahrheit liegt dazwischen Bubblegum Lemonade 2013 some like it pop Velvet Underground 1969 same

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MUSIKUSS: GECOVERT – HINTERN, PERSPEKTIVE UND LIEBENDE MÜTTER Carousel Vertigo 2013 mighty Handwrist 2013 Branching Out Monolith 2013 from beneath billows Sea Of Bones 2013 the earth wants us dead

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MUSIKUSS: GECOVERT – HINTERN, PERSPEKTIVE UND LIEBENDE MÜTTER Holocaus to Canibal 2012 gorefilia Stampkase 2012 mechaorganism Alaube 8eme 2013 du jour Septa 2013 the lover

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RICHTIGE MÄNNER Nicolai Köppel hat schon über das Vatersein sinniert, als es noch gar nicht losgegangen war. TEXT: NICOLAI KÖPPEL FOTOS: PR - Papa-ha? - Jaa? - Spielst du mit mir? - Jaa. - Papaa? - Ja-ha. - Wann? - Gleich. Das heißt, ich muss eigentlich arbeiten. Frag doch die Mama. - Och nö, die liest gerade im Wohnzimmer. Die hat gesagt, ich soll dich fragen. - Okay. Hör mal, wenn du spielen willst, frag doch nächstes Mal zuerst mich. Klar? - Ich weiß doch, wie das hier läuft, Papa. Ich will jetzt mit Dir spielen, deshalb hab ich als erstes Mama gefragt. - Oh. Und was willst du spielen? - Tischtennis. - Och nö, warum denn ausgerechnet Tischtennis? - Weißt du noch, dass du gesagt hast, ein Vater hat seinem Sohn gegenüber eine Verantwortung? - Hab ich? - Ja, und dass sich kein Vater beschweren darf, wenn ein Sohn ein, ich zitiere, jammernder Weichling wird. - Darf er nicht? - Nö, und zwar weil jeder Vater die Gelegenheit nutzen sollte, seinen Sohn zu einem richtigen Mann zu erziehen. - Hat das noch irgendwas damit zu tun, warum du aus gerechnet Tischtennis spielen willst? - Jetzt gerade nicht, aber gleich wieder, okay? - Okay. - Brav. Und eine Eigenschaft von einem richtigen Mann ist nämlich, dass er gern gewinnt. - Aha. Moment mal – du meinst, ach, da muss ich dich aber leider enttäuschen, also wenn das heißen soll, dass du glaubst, bloß weil du letztes Mal, als wir Tischtennis, also du gegen mich – sag mal, hast du da wirklich gewonnen? - Ja. - Hm. Ich erinnere mich gar nicht. Das hab ich sicher gemacht, um dich zu motivieren. - Hat funktioniert, Papa. Ich will jetzt wissen, ob du noch mehr so überaus interessante Ausdrücke weißt, für die ich viel zu jung bin, aber die dir dennoch entfahren, wenn ich dir meine Schmetterbälle um die Ohren haue. - Sei es, wie es ist, mein Sohn, nur leider, leider hab ich

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DIE VATERKOLUMNE: RICHTIGE MÄNNER gerade gar keine Zeit dafür. - Was musstn du machen? - Ich schreib wieder einen Text für diese Lesebühne, weißt Du, wo der Papa vor ganz vielen Leuten Geschichten vorliest, die er selbst geschrieben hat. - Und ist das schwer? - Najaa, schwer würd ich nicht sagen. Man muss halt inspiriert sein, damit es gut wird und die Leute lachen. - Wo liestn das vor? - In Marbach. - Die lachen doch über alles in Marbach. - Also jetzt reichts aber! - Hast du selber gesagt. - Nie im Leben hab ich … pass bloß auf, dass du nicht alles nachplapperst, was du so hörst. Auch nicht von mir. - Das sagt Mama auch. - Dem Marbacher Publikum muss man genau dieselben Finessen bieten … - Jaja. - … wie jedem anderen Publikum, wenn man es zum Lachen bringen will. - Jaja. - Und nur, weil der Marbacher an sich gerne lacht … - … muss man sich trotzdem anstrengen. - Genau. - Hast du in Tübingen auch gesagt. - Weils stimmt. - Dann mach mal. Ich will Tischtennis spielen. - Manchmal frag ich mich, womit ich so einen neunmalklugen, vorlauten und im Ganzen verzogenen Sohn verdient habe. - Ich weiß bloß, dass man nichts geschenkt bekommt. - Das hat schon mein Vater immer gesagt. - Von dem hab ichs ja auch. Er meint es aber mittlerweile anders, besonders im Bezug auf dich. - Soll das etwa heißen, ich wäre früher genauso gewesen wie du? - Schlimmer. Oma sagt, ich muss noch viel lernen, aber ich bin auf einem guten Weg, die geschundenen Nerven meiner Großeltern zu rächen, um die Erbschuld abzutragen, die du, mein Vater, mir und ihnen angehäuft hast. - Und ich mittendrin, was? - Genau. - Hör mal, mein Sohn. Man ist dem Leben nicht derart ausgeliefert. Dein Leben, das ist das, was du bestimmst. Es ist nicht dein Schicksal, mich zu nerven. Okay? Es gehört nur etwas Willensstärke dazu, es zu lassen. - Glaubst du das, oder willst du das glauben? - Pass auf, du kleiner Klugscheißer, du glaubst wohl, du bist was besseres als dein alter Vater, der – der dich unter Schmerzen, jawohl unter Schmerzen gezeugt hat? - Unter Schmerzen gezeugt? Jetzt hör aber auf, Papa. - Dochdoch, ich weiß es noch genau, ich hatte diesen Bänderriß, nein vielmehr war es eine Dehnung, eine äußerst komplizierte Dehnung, und die Mama war aber fest entschlossen – na, ich will jetzt nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber ich kann dir sagen, vielmehr ich könnte, aber ich will nicht. Wo war ich stehengeblieben? - "Pass auf, du kleiner Klugscheißer, du glaubst wohl, du bist was besseres als dein alter Vater" - Danke. - Bitte. - Und? - Was und? Dann bist du abgeschweift. - Nein, ich meine, bist du? Oder meinst du? - Was? - Was Besseres. - Ach so. Nö. - Nö. - Nö. - Nix besseres. - Nö. - Aha. Nix Besseres als die anderen, das ist er also, mein Herr Sohn. Und mächtig stolz drauf, wie ich vermute, hm? Findest dich richtig gut, oder? - Papa, können wir nicht einfach Tischtennis spielen und du verlierst wie immer? - Nein, ich hab keine Zeit, ich muss arbeiten! Und man kann außerdem auch nicht Tischtennis spielen mit jemandem, den es gar nicht gibt. Hörst du? Ich hab dich gefragt, ob du hörst! - Buhuu … immer, wenn du nicht mehr weiterweißt, sagst du so gemeine Sachen. - Aber, aber, jetzt beruhig dich doch wieder. Du bist doch alt genug für die Wahrheit. Schau mal, ich musste eben arbeiten, und weil mir nichts einfiel, hab ich mir ausgedacht, wie das wäre, wenn ich einen Sohn hätte, der mir auf die Nerven geht. Ist doch nicht gegen dich. Alles okay? Wieder gut?

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DIE VATERKOLUMNE: RICHTIGE MÄNNER - Wenn du gerade mich zu trösten versuchst, Papa, weil es mich gar nicht gibt, solltest du echt mal überlegen, ob du nicht die Tabletten wieder regelmäßig nimmst. - Sieh dich vor, Kleiner, ich kann auch anders. - Wie, ich dachte, dir fällt nichts ein? - Was du denkst, ist immer noch meine Sache! - Das kapier ich jetzt nicht. - Jahaa, weil ich das so will! Sag mal deinen Namen! - Och menno! - Siehst du, ich hab dir nämlich noch gar keinen gegeben. Denn wenn ich einen Sohn hätte – mit Betonung auf wenn – dann hätte der einen ganz außergewöhnlichen Namen, weil er was ganz besonderes wäre! - Jetzt sag schon! - Bombastus! Na? Das klingt doch gut: Bombastus Köppel. - Wenn die Mama das mitkriegt, schläfst du ab sofort auf der Couch. - Jetzt ists genug, du Frechdachs! Komm her und hol dir deine Prügel ab! - Kinder darf man nicht schlagen. Hilfe! Hilfe! - Ich hab dich erfunden, ich mach mit dir, was ich will! En détail und in allen Farben! - Oh Vater, wie du mich jagst um deinen Schreibtisch herum und herum, mir wird ganz blümerant! Wenn das Getöse mal meine Mutter hört! - Die hört nix, die ist im Garten. - Aber ich hab dir doch gesagt, sie ist im Wohnzimmer und liest. - Das war gelogen. - Wie – woher kannst du? - Ich weiß es, weil du es weißt. - Mist. Oh Hilfe. Ich schrei ganz laut! - In meinem Kopf hört dich niemand schreien. - Na gut, es gilt! Krieg mich zu fassen, alter Herr! Dann werden wir ja sehen! - Hoho, was ist denn in dich gefahren? - Dein Geist, Vater! Ich nehm mein Leben in die Hand! Ich befreie mich mit Deiner Hilfe aus meiner Fremdbestimmung! - Ohne meine Erlaubnis? Das wollen wir doch erst mal sehen! - Komm schon, du lahme Ente! - Oh, wenn ich dich erst erwische! - Tjaha, mit der Betonung auf wenn! - Warum hab ich mir bloß so einen besserwisserischen, wortklauberischen Sohn ausgedacht? - Mein Papa ist ein Autor, mein Papa ist ein Autor … - Na warte, Schweinebacke! Jetzt hab ich – au. Aua. - Was denn jetzt los? Komm wieder hoch! Legt sich da einfach auf den Boden und umklammert sein Bein. Schiri! Der simuliert doch! Kann mal jemand an dem Mann eine Oscarverleihung vornehmen? Papa? - Ist gut, ist gut. Es tut nur saumäßig weh. Bin wohl über den Papierkorb gestolpert … - Du meinst den übervollen hier? - Genau den … voll drüber. Es hat mich ganz unglücklich hingelegt. - Tut mir leid. - Ach, da kannst du doch nix für. - Soll ich dann mal lieber wieder verschwinden? - Wär gut. Bis bald, Bombastus. - Bis bald, Papa. - Liebling? Kommst du mal eben … ach, da bist du ja schon. Toll siehst du aus. So warst du aber doch nicht im Garten. Nein? Hast dich umgezogen, was? Oder vielmehr: aus? Soso. Und jetzt? Wie bitte? Ich hör wohl nicht … was soll ich? Na, du bist aber ein schlimmes Mädchen. Es passt aber gerade ganz schlecht, ich hab mir vor wenigen Sekunden eine komplizierte Bänderdehnung … wie, das ist dir egal? Für die gute Sache soll ich? Jetzt sofort? Es geht um was Großes? Ich weiß nicht, ich weiß nicht … ist es nicht eher das Gegenteil, das du im Sinn hast? Vielmehr nicht was Großes, sondern … wie? Nein, das war nur ein Wortspiel. Hör nicht auf mich. Kümmer dich nicht drum. Folge mir. Was sein muss, muss eben sein. Nur vorsichtig, wegen meinem Bein. Nein, nicht das, das ist das gesunde … und auch das nicht, also wirklich! Ich sehe, die Angelegenheit ist eilig. So sei es. (seufzt) Der ewige Kampf der Generationen, wir tragen ihn aus, der Bombastus und ich. - Na, erst ist mal die Mama dran mit dem Austragen. - Wie meinst du? Nein, ich hab nichts gesagt, Liebling. Gar nichts. ZUM TEXT & AUTOR: "RICHTIGE MÄNNER" VON NICOLAI KÖPPEL IST AUCH AUF DER CD "DIE HIRSCHE IN NACHBARS GARTEN" ENTHALTEN.

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MITTAGS- TISCHTEST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Wer kennt das Problem nicht: Mittagspause – aber wohin zum Essen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, einen regionalen Mittagstisch-Test zu starten. Diesmal waren wir in der DISTEL LIT LOUNGE in der Sonnengasse 11. Getestet wurde neben dem Geschmack auch die Geschwindigkeit, die Freundlichkeit des Service-Personals, natürlich der Preis und auch die individuellen Eigenheiten der Lokalität. Im Test haben wir uns für das umgekehrte Schulnoten-System entschieden. Das bedeutet, dass die 6,0 die Bestnote ist.

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MITTAGSTISCHTEST: DISTEL LIT LOUNGE DISTEL LIT LOUNGE SONNENGASSE 11 | 74072 HN T 07131 / 137255 Service 5,0 Preise 4,50 – 11 EUR Geschmack 5,5 Geschwindigkeit 16 Minuten Apfelschorlen-Index (0,5 l) 4,50 EUR Individualität Terrasse mit Pool

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"DULCE RAMIREZ UND DER TAG DER TOTEN" INTERVIEW: ASHLEY AAMES FOTOS: ULLA KÜHNLE, PR

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KULTURBEUTEL: DULCE RAMIREZ UND DER TAG DER TOTEN Während bei uns in Mitteleuropa Themen wie Sterben, Tod oder Beerdigung mit Gefühlen von Trauer und schwerwiegendem Verlust einhergehen, begegnet man anderenorts, wie zum Beispiel in Süd- oder Lateinamerika diesen Ereignissen auf positive Art und Weise. Zur am 31. Oktober im Heilbronner Complex 23 stattfindenden Ausstellung "TAG DER TOTEN" trafen wir uns mit der Initiatorin Dulce Ramirez, einer in Heilbronn lebenden Mexikanerin, um über Kulturschock, den "Dia de los Muertos" in Ihrer Heimat und natürlich den Sinn und Zweck Ihrer Ausstellung zu plaudern. HANIX - Dulce, wo findet dein Interesse für Kunst Ihren Ursprung? DULCE RAMIREZ — Das Grundinteresse für jegliche Formen der Kunst ist bei mir seit jeher vorhanden, verstärkt wurde das Ganze dann während meiner Ausbildung an der Universität zur Grafikdesignerin in Mexiko. Fortan begeisterten mich Themen wie Grafik und Design, Fotografie und auch Mode sehr. Nun versuche ich eigene Projekte, die diese Kunstformen beinhalten, zu kreieren und umzusetzen. HANIX - Wie läuft solch ein Projekt-Prozess bis hin zur Ausstellung bei dir ab? DULCE RAMIREZ — Am Anfang steht natürlich immer erst die Grundidee, eine Vision, die mich begeistern muss. Mein Hauptthema ist dabei oftmals die Fotografie, die dann im Idealfall zur Fotoausstellung mit Rahmenprogramm heranwächst. Mein Vorhaben spreche ich dann mit verschiedenen Fotografen und Künstlern durch und versuche diese mit meiner Idee zu begeistern. Mein Backround als Fotomodel öffnet mir dabei verschiedene Möglichkeiten. Haben wir dann diverse Motive eingefangen, werden die Bilder über das Internet veröffentlicht und erzeugen im Idealfall eine Resonanz, die dann als Basis zur Weiterentwicklung hin zu einer Ausstellung führt. HANIX - Im Fall der TAG DER TOTEN Ausstellung war die Resonanz ja hervorragend. DULCE RAMIREZ — Genau. Das Interesse am TAG DER TOTEN in Deutschland, dem Rest Europas oder auch der ganzen Welt war für mich seit einiger Zeit spürbar. Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem DIA DE LOS MUERTOS? Die Tradition rund um diesen mexikanischen Feiertag, ebenso die positive Grundeinstellung dem Thema Tod gegenüber fasziniert die Menschen. Nachdem ich mit den deutschen Fotografinnen Lena Mai und Lisa Bürg Ideen zu diesem Thema fotografisch umsetzte und diese dann veröffentlichte, gab es sehr schnell ein positives Feedback, das mir dann zur Uraufführung der Ausstellung zum "TAG DER TOTEN" in der Maya Galerie in Bari / Italien verhalf. Weitere Termine zu diesem Thema folgten, so ist die Ausstellung am 31.10 passend zu Halloween im Heilbronner Complex 23 und am 1. November in der Mayagalerie in Rostock zu sehen. HANIX - Welche Bedeutung hat der TAG DER TOTEN, der DIA DE LOS MUERTOS für Mexiko? DULCE RAMIREZ — Der TAG DER TOTEN ist einer der wichtigsten Feiertage Mexikos. An diesem Tag wird tra-

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KULTURBEUTEL: DULCE RAMIREZ UND DER TAG DER TOTEN ditionell den Verstorbenen gedacht. Je nach Region wird auf verschiedene Weise vom 31. Oktober bis zum 02. November gefeiert. Dabei sehen wir den Tod nicht als Ende, sondern als Anfang neuen Lebens, als Übergangsphase zu einer anderen Daseinsform. Somit gleichen diese Tage keiner Trauerveranstaltung, sondern eher einem farbenfrohen Volksfest zu Ehren der Toten. Unserer Überzeugung nach kehren zu dieser Zeit die Seelen unserer Toten zu Ihren Familien zurück, um Sie zu besuchen. Die Städte und Dörfer werden mit Blumen geschmückt. Skelette, auch bekannt als CALAVERAS, zieren die Schaufenster. Dabei ist LA CATRINA, eine Skelett-Dame ein allgegenwärtiges Symbol. Um Sie entstand während der Revolution ein Kult, steht Sie doch für eine wohlhabende Person, allerdings mit abwertendem und sarkastischem Unterton. Das Zentrum der Feierlichkeiten bilden dabei die OFREN- DAS, traditionelle Totenaltäre die in den Wohnungen oder auch öffentlichen Plätzen mit reichlich Speisen und Getränken und auch Blumen und persönlichen Gegenständen, Fotos, der Verstorbenen, Kerzen und Weihrauch gedeckt sind. Als wichtigste Blume gilt die CEMPASU- CHIL, die Blume der Toten. Sie gewinnt Ihre Bedeutung durch den Glauben das die Toten die Farben orange und gelb am besten erkennen können und diese als Wegweiser zurück benötigen. HANIX - Da ist der Unterschied zu unserem europäischen Umgang mit dem Tot und den Toten doch prägnant. Hast du, seit du in Deutschland bist, einmal an einer Beerdigung, die doch von Trauer und Schmerz erfüllt war, teilgenommen? DULCE RAMIREZ — Nein, bisher noch nicht. Man darf unsere Tradition auch nicht falsch verstehen. Natürlich sind wir traurig und trauern um unsere Verstorbenen. Aber wir versuchen das Ende unseres Lebens mit einer positiven Grundeinstellung zu sehen, denn wir sind ja davon überzeugt, dass dies kein Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem ist. Unserer Tradition nach besuchen uns unsere Verstorbenen einmal im Jahr und schauen nach uns. HANIX - Der Tod als Anfang etwas Neuem. Wie könnte dieses Neue aussehen? DULCE RAMIREZ — Da gibt es sicher verschiedene Möglichkeiten. Der Übergang zur Energie oder auch Reinkarnation. Da sind dem Glauben und der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Nur ist es uns sehr wichtig, das Ganze mit positiven Gefühlen zu begleiten. Seit jeher glauben bestimmte Völker und Kulturen an ein Leben nach dem Tod, so mündet unsere Tradition des TAG DER TOTEN ursprünglich im Glauben der Mayas und Azteken und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu eigenen Feiertag. HANIX - Auf was können sich die Besucher deiner Ausstellung zum TAG DER TOTEN am 31.10 im Complex 23 freuen?

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KULTURBEUTEL: DULCE RAMIREZ UND DER TAG DER TOTEN DULCE RAMIREZ — Zum einen steht an diesem Abend die Fotoausstellung zu LA CATRINA im Mittelpunkt. Begleitend zu diesem Schwerpunkt zeigen die Heilbronner Künstler Marc-Oliver Olschewski und Arun Radha Om Schmidt, die sich Ihres Zeichens auch für die Halloween Dekoration im Complex 23 verantwortlich zeigt, ihre künstlerischen Beiträge zum Thema Tod. Des weiteren laufen Kurzfilme von Steven Zuleger von ZpunktB Video und Musik von DJ TOLLSCHOCK sowie von ZOMBE- ATZ. Das Event wird fotografiert von Wolfgang Gähtgens und der Eintritt ist frei. Ich denke es wird ein sehr kurzlebiger und spannender Abend und wir freuen uns über zahlreiche Besucher, die etwas über DIA DE LOS MUER- TOS erfahren möchten. HANIX - Wie geht es für dich nach deinem Tag der Toten Projekt weiter? Steht schon die nächste Idee in den Startlöchern? DULCE RAMIREZ — Ein paar Visionen gibt es schon, jedoch schenke ich im Moment meine ganze Aufmerksamkeit diesen Terminen. Ich halte es für nicht unwahrscheinlich mit DIA DE LOS MUERTOS noch andere Galerien oder Städte zu besuchen und den Menschen, Kunstliebhabern und Interessierten unsere Version des Tag der Toten näher zu bringen. Grundsätzlich fühle ich mich auch dem Thema Mode sehr verbunden, so das es für mich immer ein Ansatz bleiben wird Kunst und Mode miteinander zu vereinen. HANIX - Geboren und aufgewachsen bist du in Mexiko City, hast dort als Grafikdesignerin und Model gearbeitet. Seit nunmehr sechs Jahren bist du in Heilbronn beheimatet. Wie war es für dich, von einer Weltmetropole direkt in die nächste überzusiedeln? DULCE RAMIREZ — (lacht Herzhaft). Hahahaaaa. Genau. HANIX - Wie kam es zu diesem Schritt? DULCE RAMIREZ — Ganz klassisch der Liebe wegen. Mein Mann kommt aus Köln und arbeitete zu jener Zeit in Mexico City. Ich war dort bei einer Zeitung als Grafikerin angestellt. Nach einiger Zeit ging es für ihn leider beruflich nicht weiter und sein Weg führte ihn zurück nach Deutschland. Für uns war es dann die Frage, ob sich unsere Wege wieder trennen oder ob ich ihn begleite. Das war eine sehr schwierige Frage für mich. Ich habe dort studiert, hatte einen guten Job und sehr gute Kontakte zur hiesigen Künstlerszene. Ich war richtig involviert. Ganz zu schweigen von meiner Familie, die in Mexiko lebt. Grundsätzlich fand ich Europa immer interessant, doch eher um einmal dort Urlaub zu machen und nicht um komplett überzusiedeln. Diesen Wunsch hatte ich zu dieser Zeit nicht. Nun hat mein Herz aber eine gewichtige Stimme, und wir beschlossen gemeinsam nach Deutschland zu ziehen. HANIX - Und wie war die erste Zeit für dich? DULCE RAMIREZ — Sehr schwer. Ohne die notwendigen Sprachkenntnisse kannst du keine sozialen Kontakte knüpfen. Trotz meiner Ausbildung und meiner Berufserfahrung musste ich quasi von null anfangen. Mir war bewusst das ich ganz schnell die Sprache lernen musste und das tat ich dann auch. Ich belegte eine Vielzahl von Sprachkursen und gab richtig Gas. Bis sich allerdings die für mich sehr wichtigen Kontakte zur spärlich vorhandenen lokalen Kunstszene öffneten, verging ein ganzes Jahr. Ein Mitschüler meines Sprachkurses spielte Gitarre und fragte mich eines Tages, ob ich zu einem Auftritt von ihm kommen möchte. Dieser fand dann bei Sibel im DATA 77112 statt. Und dieser Besuch war dann wie eine Erlösung für mich. Ich fand mich plötzlich in der Subkultur wieder, die ich so vergebens Monate lang ausfindig zu machen versuchte. Ab diesem Zeitpunkt wandelte sich vieles zum Guten. HANIX - Hast du noch Kontakt zu deiner Familie? DULCE RAMIREZ — Natürlich. In Mexiko steht die Familie über allem. Erst die Familie, dann die Freunde. Manch-

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KULTURBEUTEL: DULCE RAMIREZ UND DER TAG DER TOTEN

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KULTURBEUTEL: DULCE RAMIREZ UND DER TAG DER TOTEN mal habe ich das Gefühl hier ist es genau anders herum. Ich vermisse sie sehr und wann immer es möglich ist, besuche ich sie. Das ist natürlich sehr teuer und leider nicht sehr oft möglich. Zwischendurch halten wir Kontakt über SKYPE. Ein hoch auf die Technologie. Dafür bin ich sehr dankbar denn es lindert den Schmerz ein wenig. HANIX - Wo kann man Dulce in Heilbronn begegnen? DULCE RAMIREZ — Also ich verbringe meine Zeit weiterhin sehr oft bei Sibel im DATA 77112. Das war und ist meine Anlaufstation Nummer eins. Mittlerweile kam das MOBILAT dazu. Dort besuche ich sehr viele verschiedene Veranstaltungen. Als Mensch der elektronische Musik bevorzugt, kommst du als Heilbronner natürlich nicht um das BUKOWSKI herum. Dort kann man auch sehr schön feiern. Ab und an trifft man mich in der MINIBAR oder im PLAN B. Und dank Sandra und Wolfi haben wir ja auch das wunderbare COMPLEX 23, einem ehrgeizigen Projekt das noch mehr versucht Gastronomie und Kunst in Einklang zu bringen. Abseits vom Nachtleben gehe ich ganz gern in die KUNSTHALLE VOGELMANN, denn Museen finde ich sehr interessant. Und bei schönem Wetter zieht es mich regelmäßig in die KAFFEEBUCHT am Neckar. HANIX - Vielen Dank für das Gespräch Dulce. Noch ein abschließendes Statement? DULCE RAMIREZ — Ich möchte ein ganz großes Lob an die HANIX-Macher aussprechen. Diese Szene, die Künstler und Aktivisten der urbanen Kultur machen hier so viel. Es hat eine multimediale Plattform gefehlt, die diese Dinge ans Tageslicht bringt und zeigt. Dafür ein dickes Dankeschön. WEITERE INFOS: WWW.DULCE-RAMIREZ-WORLD-US.TUMBLR.COM HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE WErKE AuS dEM NAcHlASS HEiNEr HESSE >>18.10.2014–11.01.2015 KuNStHAllE VOgElMANN www.museen-heilbronn.de Eine Ausstellung des Kunsthauses Stade in Koopera tion mit dem Museum Hermann Hesse Montagnola Hermann Hesse, Verso Arasio, 16.9.1924 © Hermann Hesse Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach am Main

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FRIEDENSDIENSTE TEXT & FOTOS: MARIA SANDERS Jeden Montag findet sie statt: die Friedensmahnwache in Heilbronn. Und das mittlerweile zum siebten Mal. Die Menschen fordern weltweiten Frieden. Es ist eine Bewegung, die sich durch ganz Deutschland zieht. In Berlin angefangen, beteiligen sich mittlerweile rund 130 Städte an diesem Aufruf. Doch es gibt auch Gegenstimmen. Wir waren dabei und haben zugehört.

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JUTEBEUTEL: FRIEDENSDIENSTE Eine Menschentraube hat sich auf dem Kiliansplatz in Heilbronn versammelt. Es ist kalt und so langsam verschwindet auch die Abendsonne hinter den grauen Gebäudekomplexen. Frauen, Männer und kleine Kinder stehen im groben Halbkreis vor dem roten Zelt. Darunter vibriert die Anlage des Musikers Wojna alias Marcel Wojnarowicz von der Hip-Hop-Band Die Bandbreite. Auch ein Mann im Rollstuhl und einer auf Krücken sind gekommen. Ihre Blicke sind nachdenklich, kritisch, aber auch hoffnungsvoll. Die Mahnwache ist eine Friedensbewegung, die im März diesen Jahres in Berlin angefangen hat und sich wie ein Laubfeuer im ganzen Land verbreitete. Der Initiator, Lars Mährholz (34), hielt auf dem Potsdamer Platz die erste Rede. Frieden wollen alle Heilbronner Demonstranten. Und um den zu realisieren, fordern sie den Rückzug der Bundeswehr aus den internationalen Kriegsgebieten und die prinzipielle Abschaffung der Bundeswehr, der Waffenproduktion sowie ihren Export. Die Botschaft ist klar. Doch die Forderungen an sich sind schwer umzusetzen. Viele unterschiedliche Interessengruppen sind daran beteiligt. Am Beispiel der Bundeswehr: Würde das Heer abgeschafft werden, wäre Deutschland eines von etwa 20 Ländern weltweit, die nicht in ein stehendes Heer investieren, also hätte Deutschland kein dauernd unter Waffen stehendes und immer einsatzbereites Militär. Die ersten Länder waren Island, Haiti, Monaco, Mauritius, Panama und die Pazifikinsel Vanuatu. Diese Länder verzichten auf ein stehendes Heer, haben aber Sicherheitskräfte beziehungsweise paramilitärische Einheiten im Einsatz, die vereinzelt Aufgaben übernehmen, die in anderen Ländern im Normalfall das Militär innehat. Sie müssen daher in drei Gruppen aufgeteilt werden: jene Gruppe, die kein stehendes Heer, aber dafür reduzierte Streitkräfte zum eigenen Schutz unterhält. Dann jene,

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JUTEBEUTEL: FRIEDENSDIENSTE die sich wegen der militärischen Verteidigung von anderen Ländern abhängig macht, und die Gruppe, die vollständig auf militärische Unterstützung verzichtet. Ein militärfreier Staat ist also möglich. Tatsache ist aber auch, dass sich Deutschland schonungslos angreifbar machen würde, wie die anderen 20 Länder auch. Es wäre wie ein Schießduell, bei dem nur einer von beiden, eine Waffe hat. Aber wer sagt, dass es so weit kommen muss? Costa Ricas Präsidentin, Laura Chinchilla, sagte im Jahr 2010: "Nur Feiglinge greifen Wehrlose an." Wenn keine Waffen mehr für Deutschland produziert würden, brauche sich Deutschland auch nicht kritisieren zu lassen, indirekt abertausende Menschenleben auf dem Gewissen zu haben. Rein wirtschaftlich betrachtet würde es große Einschnitte bedeuten. Dann könnten im Wirtschaftszweig der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (SVI) auch keine Einnahmen mehr generiert werden. Die lagen 2013 bei rund 970 Millionen Dollar. Interessant ist, dass zwar überschaubar viele dutzende Menschen zu den Montagsdemos gekommen sind, diese Demos allerdings in mittlerweile 130 deutschen Städten stattfinden. Doris Burger-Umbach aus Heilbronn sieht es nüchtern: "Ich finde, wir sind nicht viel weiter, als noch vor 50 Jahren." Die 52-Jährige hat die Veranstaltung zufällig gesehen und ist aus Interesse stehengeblieben. Sie findet es gut, wie sich die Heilbronner engagieren, hätte sich aber noch mehr Bürger auf dem Kiliansplatz gewünscht. Allerdings bemängelt sie auch: "Nur hier zu stehen und zu reden, bringt halt auch nicht viel", findet sie, "das Tun ist entscheidend." "Wir fordern, dass die UN-Menschenrechts-Charta eingehalten wird", sagt eine Rednerin und listet die Ziele der Montagsdemo auf. "Wir wollen eine Welt ohne Imperialismus und Faschismus", donnert es aus den Boxen, während die Menge laut Beifall klatscht. Was sie auch fordern: ein gerechtes und nachhaltiges Wirtschafts- und Geldsystem, eine diplomatische und friedvolle Politik ohne jegliche Gewalt, eine objektive Berichterstattung und unabhängige Medien sowie mehr Transparenz in der Wirtschaft, der Politik und beim Staat. Manche Fußgänger bleiben stehen, andere laufen hektisch vorbei und werfen nur einen kurzen Blick in Richtung der provisorischen Bühne. Ihre Gesichtsausdrücke sind so vielfältig, wie die Bürger selbst. Ein Mann wirkt hoffnungsvoll, ein anderer regelrecht in Aufbruchsstimmung. Und ein paar Köpfe weiter schaut eine Frau sehr kritisch und schon fast etwas traurig drein, als hätte sie den Krieg hautnah erlebt und fragt sich, was wir uns hier eigentlich wünschen; uns geht es doch gut. "Wir wollen die Leute anregen, sich umfangreicher zu informieren und nicht immer gleich alles zu glauben, was ihnen vorgesetzt wird", sagt Kathrin Landry. Auch mal alternative Informationsquellen zu nutzen und sich Meinungen von Ken Jebsen, Pedram Shahyer oder Andreas Popp einzuholen. Es gibt auch Gegenstimmen seitens der Politik oder Medien, die gerade zuvor genannte Journalisten, Redner oder Unternehmer als Verschwörungstheoretiker und Systemgegner darstellen. Die Sache ist die, wenn etwas nicht rund läuft - und das scheint ja bei 130 Mahnwachen in ganz Deutschland der Fall zu sein, sonst gäbe es sie nicht in diesem Umfang – ist es vielleicht nicht verkehrt, manches infrage zu stellen, um es dann eben besser zu machen. Als guten Ansatz für ein friedvolles Miteinander sagt einer der Redner: "Ich wünsche mir für Deutschland mehr Kooperation und weniger Konkurrenz." Für ihn liegt der Fokus auf Frieden und einem kooperativen Miteinander. "So stell‘ ich mir eine bessere Gesellschaft vor", sagt Daniel Wierbicki (29) aus Neuenstadt nach einer kurzen Anekdote. "Lasst uns miteinander diskutieren, anstatt übereinander zu reden und uns zu bekämpfen", ruft der Wirtschaftsinformatikstudent in seiner Ansprache auf. "Wir wollen nichts anderes als Frieden, deswegen stehen wir hier." Gemeinsam Lösungen zu finden, national wie global. Weg vom Parteidenken, hin zum Menschsein. Zum wir. So wie es auch Ali Sercan (23), ein junger Versichungskaufmann aus Heilbronn hoffnungsvoll beschrieben hat: "Meine größte Hoffnung ist, dass die Menschen hier auf Erden in Frieden zusammenleben. Denn wir haben nur diese eine Welt." WEITERE INFOS ÜBER DIE FRIEDENSMAHNWACHE IN HEILBRONN: WWW.FACEBOOK.COM/PAGES/MAHNWACHE-F%C3%BCR-DEN- FRIEDEN-HEILBRONN/538638242928766?FREF=NF

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"NORMAN SEEFF: THE LOOK OF SOUND" Ray Charles, 1985 © Norman Seeff Ab 28. September 2014 kommen in Mannheim sowohl Liebhaber klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie als auch Rockmusik-Fans auf ihre Kosten. ZEPHYR – Raum für Fotografie der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen zeigt weltweit erstmals eine umfangreiche Präsentation mit Werken von Norman Seeff. Er zählt seit mehreren Jahrzehnten zu den berühmtesten Porträtfotografen der USA und lichtete viele Größen des Showbiz in seiner unnachahmlichen Weise ab. Die Ausstellung "The Look of Sound" vereint mehr als 150 Künstlerporträts, darunter größtenteils originale Vintage Prints. Die Besucher stehen dem Who is Who der Musikszene in den 1960er bis 1980er Jahren gegenüber. Neben Musiklegenden wie Patti Smith, Tina Turner, Michael Jackson, den Rolling Stones, Johnny Cash, Ray Charles, Miles Davis und Frank Zappa setzte Seeff zudem Persönlichkeiten wie den Pop-Art-Künstler Andy Warhol, Apple-Mitgründer Steve Jobs und den Dirigenten Zubin Mehta in Szene. Seeffs Porträts bestechen durch ihre spontane Lebendigkeit und schenken dem Betrachter einen tiefen Einblick in die Bildästhetik und Musikkultur einer Ära. Die spektakuläre Ausstellung ist bis 25. Januar 2015 zu sehen. Hauptsponsor der Schau ist die BASF SE. Norman Seeff wurde 1939 in Südafrika geboren. Er trat zunächst in die Fußstapfen seines Vaters und arbeitete mehrere Jahre als Arzt. Ohne eine künstlerische Ausbildung wanderte Seeff Ende der 1960er Jahre in die USA aus und versuchte sich dort als Fotograf durchzuschlagen. Bereits mit seinem ersten Auftrag schaffte er den Durchbruch: Seine Arbeit für das Album "Stage Fright" von "The Band" wurde als Poster produziert und war bald ein begehrtes Sammlerstück. Rasch stieg er zu einem Star der Fotografenszene auf und wurde schließlich Artdirector von United Artists und dem Jazzlabel Blue Note.

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KUNSTREGION 1: THE LOOK OF SOUND John Belushi, 1981 © Norman Seeff Seeff setzt auf Spontanität. Es gelingt ihm, dass die Porträtierten die Kamera vergessen. Er baut eine persönliche Beziehung zu seinem Gegenüber auf, die sich auf seine Fotografien überträgt. Er unterhält sich mit ihnen, lässt sie tanzen und singen. In seinen Bildern ist die unmittelbare und ungezwungene Nähe spürbar. Seeff ließ die Fotoshootings häufig filmen und fragte die Porträtierten, was ihnen Kreativität bedeutet. Ganz darauf konzentriert, fotografiert zu werden, antworteten sie unbefangen, spontan und frei. Die Mitschnitte gewähren einen überraschenden Blick in die Seele der Künstler und lassen den Betrachter an der Arbeit des Fotografen mit seinen Modellen teilhaben. Aus diesen Gesprächen entstand auf zahllosen Filmrollen ein einzigartiges Dokument. In der Ausstellung sind auf 20 Monitoren Auszüge zu sehen. Teilweise wurden die Filme erst jetzt entwickelt. Viele der Interviews wurden noch nie zuvor gezeigt. Der Katalog zu "The Look of Sound" erscheint im Kehrer Verlag. ZEPHYR – Raum für Fotografie ist einer der wenigen öffentlichen Ausstellungsräume für zeitgenössische Fotografie in Deutschland. Seit Oktober 2005 realisiert ZEPHYR sein vielseitiges Programm internationaler Gegenwartskunst in zahlreichen Einzel-, Gruppen- sowie Themenschauen in den Räumen der Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. WWW.REM-MANNHEIM.DE / WWW.ZEPHYR-MANNHEIM.DE

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KUNSTREGION 1: THE LOOK OF SOUND Oben: Frank Zappa 1976 © Norman Seeff Unten: Ike & Tina Turner 1975 © Norman Seeff

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KUNSTREGION 1: THE LOOK OF SOUND Patti Smith & Robert Mapplethorpe 1969 © Norman Seeff

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KUNSTREGION 1: THE LOOK OF SOUND Oben: Marc Bolan (T.Rex) & "The" Gloria Jones, 1974 © Norman Seeff Unten: The Ramones 1977 © Norman Seeff

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KUNSTREGION 1: THE LOOK OF SOUND Oben: Johnny Cash 1978 © Norman Seeff Unten: Art Garfunkel 1975 © Norman Seeff

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"RHYTHM OF COLOR - THE ARTWORK OF DRUMMER WILL CALHOUN" Over the last three decades, drummer Will Calhoun’s creativity has stretched genres, mediums, and continents, from his Grammy-winning work with Living Colour to his solo work and drummer-led jazz recordings. His latest release, AZA (www. willcalountart.com), shows the artist exploring a new medium of rhythm on canvas. Will Calhoun Takes Rhythm to Canvas with New Art ReleaseThrough the visuals in AZA, Will’s signature style and rhythms are translated by a sophisticated process involving the manipulation of light, time, and geographic space. Like a painter using brushes and different colors, Calhoun utilized a wide variety of drumsticks of different colors to build the visual artwork. In total, eleven different works are featured, and each piece is limited.

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KUNSTREGION 2: RHYTHM OF COLOR

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RAIMAR SCHURMANN raimar.schurmann@hotmail.de T 07131 2046130

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KUNSTREGION 2: RHYTHM OF COLOR SIE BIETEN DEN AUSBILDUNGSPLATZ? WIR DEN AZUBI-FILM! Interesse? azubifilm@formatfilm.tv Ihre Ausbildungsplätze werden von uns in einem Film dargestellt und Ihre Botschaften so direkt den Azubis von Morgen präsentiert. Nach dem Erscheinen im Magazin, gehen die Nutzungsrechte zur Zweitverwertung (facebook, Messe-Display etc.) an Sie über. Mehr Infos unter www.formatfilm.tv

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"DER TAG WIRD KOMMEN IST MEIN MEISTERWERK" INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ANDREAS HORNOFF Marcus Wiebusch wurde als Frontmann der Indie-Rock-Band Kettcar und Mitbegründer des Hamburger Independant-Labels Grand Hotel van Cleef bekannt. Sein Solo-Debütalbum Konfetti erschien am 18. April. Aus dem Titel "Der Tag wird kommen" entwickelte Wiebusch einen per Crowdfunding finanzierten Kurzfilm, der sich dem Thema Homosexualität im Profi-Fußball widmet. Der Film löste ein großes mediales Echo aus und wurde allgemein sehr positiv aufgenommen. Nun startet er zum zweiten Teil seiner Tour und ist auch in Stuttgart und Karlsruhe auf der Bühne zu sehen. Wir sprachen mit dem Musiker über sieben Produzenten, die Vorahnung, ein "Brett" abgeliefert zu haben und den Spaß, eine deutliche Haltung auszudrücken.

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INTERVIEW DES MONATS: MARCUS WIEBUSCH HANIX - Nun startet bald der zweite Teil deiner Tour. Sicher ist die Vorfreude schon groß. Was dürfen Besucher deiner Konzerte erwarten? MARCUS WIEBUSCH — Mein Soloalbum "Konfetti" ist im April erschienen. Der Fokus liegt natürlich bei den neuen Songs des Albums. Das langt aber nicht, denn mit den neuen Songs kann ich gerade mal 45 Minuten bestreiten. Deshalb werden wir noch neu arrangierte Songs meiner alten Band "Kettcar" spielen und ich hole auch ein Stück meiner ganz alten Band "...But Alive" ins Set. Es darf ein Potpourri der guten Laune erwartet werden. HANIX - Dein Debütalbum hast du mit verschiedenen Produzenten produziert. Warum reichte einer nicht? MARCUS WIEBUSCH — Ich wollte mich in ganz verschiedenen Bereichen ausprobieren und dachte, dass es spannender ist, wenn ich mit unterschiedlichen Leuten auf unterschiedlichen Ebenen zusammenarbeite. Ich habe viele Elektro-Elemente auf dem Album. In diesem Genre wollte ich zum Beispiel mit Robert Koch zusammenarbeiten. Mit ihm hätte ich aber nie einen Song wie "Off" machen können. Den habe ich mit Philipp Steinke gemacht. Und so habe ich mir für jeden Song, den ich geschrieben habe, unterschiedliche Produzenten ausgesucht. HANIX - Wie hast du die Produzenten ausgewählt? War das Thema eines Songs oder doch die unterschiedlichen Genres entscheidend für die Wahl? MARCUS WIEBUSCH — Das Thema des Songs war weniger entscheidend. Vielmehr war es der musikalische Rahmen, wie ich es bezeichne. Ich habe eine große Liebe zur elektronischen und digitalen Musik, mache aber auch analoge Songs. Wenn ich ein Demo fertig vorproduziert hatte, musste ich mir überlegen, welcher Produzent den Song produzieren könnte. Der Ursprungsgedanke für "Konfetti" war auch elf Songs, elf Produzenten. Schlussendlich wurde das Album von sieben Produzenten umgesetzt. HANIX - Sieben verschiedene Produzenten. Wie passt das am Ende zusammen? Hattest du nicht Schiss, dass die Songs auf der Platte als Ganzes nicht mehr zusammenpassen könnten? MARCUS WIEBUSCH — Ich hatte tatsächlich ein bisschen Schiss. Aber es war mir im Prinzip egal. Ich bin auch positiv überrascht, wie homogen das Album wirkt. Man kann es gut durchhören. Ich wollte, das "Konfetti" funktioniert, wie ein Mixtape. Ich wollte auch nicht, dass die unterschiedlichen Produzenten hören konnten, was die anderen gemacht haben. Jeder Produzent sollte nach bestem Wissen und Gewissen mit mir zusammen die einzelnen Songs ans Licht führen, wie wir es für richtig halten. HANIX - Hat diese Freiheit im Arbeiten aber im Gegenzug auch die Ungewissheit, was die anderen fabrizieren, einige Produzenten auch irritiert? MARCUS WIEBUSCH — Nein, die Jungs haben sich alle gefreut. Das größte Vabanquespiel ist, schnell eine gemeinsame Sprache und Ebene finden zu müssen. Es gab mit allen Produzenten Vorgespräche, in denen beredet wurde, wie man sich eine gemeinsame Zusammenarbeit vorstellt. Zum Glück hat sich das bei allen ganz gut gefügt. Und wenn es sich besonders gut gefügt hatte, wie beispielsweise mit Philipp Steinke, haben wir eben noch einen weiteren Song zusammen für das Album gemacht. HANIX - Sprechgesang, verschiedene Genres: Du nutzt alle musikalischen Möglichkeiten, um Themen den richtigen Ausdruck zu verleihen. Wieso dieses breite Spektrum? Ging es dir auch darum, neue Hörergruppen zu erreichen? MARCUS WIEBUSCH — Ich wollte mich als Musiker in verschiedensten Bereichen ausprobieren. Ich höre unterschiedlichste Musik und habe auch das Gefühl, dass ich unterschiedliche Musik machen und produzieren kann. Und wann und wo, wenn nicht auf einem Soloalbum, probiert man das auf einer solchen Breite aus? Zusammengehalten wird das Ganze durch meine Texte und meine Stimme. Ich habe einfach eine neue Plattform auf verschiedensten Ebenen entdeckt, um mich auszuprobieren. Ich wollte aber keine neuen Zielgruppen erschließen. Das geht ja auch gar nicht, wenn man so heterogen arbeitet. Ich hatte gehofft, dass die Kettcar-Fans mir folgen und es gut finden. Und weitestgehend ist es ja auch so. HANIX - Hat dich die Arbeit an deinem Soloalbum auch zu einem anderen Musiker werden lassen? Sprich: Hast Du eine musikalische Weiterentwicklung bei dir feststellen können? MARCUS WIEBUSCH — Definitiv. Ich bin heute ein anderer Musiker als noch vor zwei Jahren. HANIX - Wird sich die nächste Kettcar-Platte durch deine Weiterentwicklung also anders anhören, als die Vorgängeralben? MARCUS WIEBUSCH — Das kann man so nicht sagen. Wir haben vereinbart, dass wir uns in den nächsten Wochen zusammensetzen wollen, um zu besprechen, was für ein Album wir machen wollen und wohin die Reise gehen soll. Ich als Künstler habe immer versucht, mich stark zu

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INTERVIEW DES MONATS: MARCUS WIEBUSCH fordern und nicht zweimal hintereinander dasselbe Album zu machen. Das gilt auch für Kettcar. Der Sprung von der zweiten zur dritten Platte und dann zum vierten Album war jeweils immens. Ich weiß jetzt schon, dass diesmal der Sprung für mich von meinem Soloalbum zum nächsten Kettcar-Album ebenfalls immens sein wird. Obwohl ich noch keine Ahnung davon habe, was für ein Album das Kettcar-Album wird. HANIX - In deinem Album sprichst du gesellschaftspolitische Themen direkt an. Was ist dir wichtiger: Ein Song, der eine Million Mal gehört oder eine Million Mal verkauft wurde? MARCUS WIEBUSCH — Nur für Luft und Liebe mache ich nicht Musik. Idealerweise wird meine Musik gekauft und gehört. Ich bin mit meinen Texten nicht auf irgendeiner Mission. Ich wollte mich als Künstler zu den Themen, die ich anspreche, klarer positionieren. Es macht mir Spaß, Texte zu entwickeln, die nicht mit einer Metaphorik arbeiten, sondern mit einer deutlichen Haltung zu tun haben. Auf dem Album hört man das Ergebnis. Ob dann ein Song, wie "Der Tag wird kommen" so sehr abgeht, dass er der erfolgreichste Song ist, den ich in den letzten Jahren gemacht habe, oder weniger Rezeption erfährt, wie "Haters gonna hate", ist mir erstmal egal. Ich muss einen Song zunächst für mich klar kriegen. Dann haue ich ihn raus und freue mich über jeden, der ihn gerne hört. HANIX - Hast Du auf deiner Platte einen Song, der dir besonders wichtig ist oder mit dem Du besonders zufrieden bist? MARCUS WIEBUSCH — Ja! "Der Tag wird kommen". Das ist wohl mein Meisterwerk. An dem Text habe ich drei Monate gearbeitet und gefeilt, und zwar oft von morgens bis abends. Das ich so lange an einem Text sitze ist nicht die Regel. HANIX - Mit "Der Tag Wird Kommen" hast du einen siebenminütigen Track über Homophobie im Fußball geschrieben. Für den "stern" ist es der Song des Jahres und der dazugehörige, Anfang September er-

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INTERVIEW DES MONATS: MARCUS WIEBUSCH schienene, Kurzfilm das Video des Jahres. Hast Du mit dieser positiven medialen Resonanz gerechnet? MARCUS WIEBUSCH — Der Song erschien bereits im April, durch den dazugehörigen Kurzfilm, der Anfang September veröffentlicht wurde, kam eine ganz neue Lawine ins Rollen. Und das hat mich schon sehr überrascht. Der Film setzt völlig neue Hebel für diesen Song in Bewegung. Mich freut das immens. Als ich den Song komponiert habe, hatte ich das Gefühl, das ich etwas Besonderes mache. Natürlich erhoffte ich mir eine positive Resonanz und das viele Leute den Song gut finden. HANIX - Der Song ist eine Hommage an Freiheit, Toleranz und ein Zeichen gegen alle "homophoben Vollidioten". Ein drängender Beat, diese Emotionalität und als Krönung dieser perfekte Text: alles in allem ein Song mit Haltung und Gänsehautpotenzial. War dir bei Fertigstellung des Songs bewusst, dass du so ein Brett abgeliefert hast? MARCUS WIEBUSCH — Ja. Mein Kellerstudio ist 500 Meter von meiner Wohnung entfernt. Als ich den Song produzierte, hat es mich an manchen Abenden und Nächten auf dem Heimweg mit Stolz überflutet. Dieser Song hat mich sehr befriedigt. HANIX - Und wie ist das musikalische Feedback auf den Song? Wie kam und kommt dein Sprechgesang an? MARCUS WIEBUSCH — Aus Musikerkreisen habe ich diesbezüglich gar nicht so viel mitgekriegt. Natürlich habe ich mich mit meinen engsten Buddys, wie Thees Uhlmann, ausgetauscht. Und ich weiß, dass einige Musiker und Bands, wie Bosse oder Madsen, den Song auf ihren Facebook-Seiten geteilt haben. Das würden die nicht machen, wenn sie den Track nicht außergewöhnlich finden würden. Ich checke jetzt aber nicht ab, wie die Musikszene meinen Sprechgesang findet. Ich weiß, dass ich das ganz gut hinbekommen habe. Das langt mir. HANIX - Einigen Kritikern war der Text zu moralisch, was Du überhaupt nicht nachvollziehen konntest. Hat dich diese Kritik sehr überrascht?

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INTERVIEW DES MONATS: MARCUS WIEBUSCH MARCUS WIEBUSCH — Es hat mich sehr überrascht und auch ein bisschen getroffen, weil ich es als ungerecht empfand. Für mich ist diese Kritik einfach Quatsch. Ich wusste natürlich, dass es homophobe Vollidioten geben würde, die den Song nicht gut finden würden. Oder Bibelzitierer, die mit "Der Tag wird kommen" Probleme haben würden und mir das auch aufs Brot schmieren. Aber das ich aus der Ecke der Popintelligenz aufgrund der Moral des Songs kritisiert wurde, kam wirklich überraschend für mich. Jeder politische Song ist natürlich auch hochmoralisch, was gut und wichtig ist. Man muss sich auch mal moralisch verhalten und positionieren, weil man sonst beliebig wird. Und mein Song will alles sein, nur nicht beliebig. HANIX - In dem Song bist Du sehr nah am Sportler dran. Wobei die Geschichte keine autobiografischen Züge hat, wie Du betonst. Außer das Du selbst Leistungsklasse in Wilhelmsburg gespielt hast. Der Song war ähnlich rechercheaufwändig, wie ein Politartikel im Spiegel. Wieso war es dir bei diesem Song so wichtig, dich so umfangreich und intensiv vorzubereiten und Wissen anzuhäufen? MARCUS WIEBUSCH — Dieser Zustand, den ich da skizziere, ist für mich unfassbar. Das wir in unserer modernen Gesellschaft ein Feld haben, auf dem wir so dermaßen hinterherhinken, ist für mich schwer zu fassen. Wenn ich mich als Heterosexueller dann diesem Thema annehme, darf ich mich nicht verhauen, denn dann wäre am Ende niemandem geholfen. Ich wollte sehr gründlich und genau sein. Dann liegt es auch an meiner persönlichen Beziehung zum Fußball und das mein Bruder homosexuell ist. Das Thema hat mich schon immer beschäftigt und das Thema war mir sehr nah. Die Recherche und das viele Lesen zum Thema habe ich auch nie als Arbeit empfunden. Ich habe das super gerne gemacht und alle Informationen verschlungen. HANIX - In dem Song bringst Du die Überzeugung rüber, dass die Homophobie im Fußball bald ihre letzten Tage gezählt hat und das sich bald auch ein aktiver Fußballer outen wird. Warum ist deine Hoffnung so groß? MARCUS WIEBUSCH — Wenn du mir vor zehn Jahren gesagt hättest, dass wir mal einen schwulen Außenminister haben werden, der in Länder reist, in den Homosexualität unter Strafe steht, hätte ich gesagt: Das wird nie passieren. Homosexualität und Politik, das geht nicht. Aber guck dir an, wo wir heute stehen: Wir hatten einen schwulen Außen-

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INTERVIEW DES MONATS: MARCUS WIEBUSCH minister, einen schwulen Berliner Bürgermeister, einen schwulen Hamburger Bürgermeister. Dieses Feld wurde erobert. Diese Fortschritte haben wir in den verschiedensten kulturellen Bereichen gemacht. Und wir werden sie auch auf dem archaischen Feld des Fußballs machen. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Und darum gehts in dem Song: dass man nicht eine Sekunde daran zweifelt. Diese Positivität ist mir wichtig zu betonen. Man muss den Diskurs einfach immer weiter vorantreiben und die Sachen benennen. HANIX - Dein Leib-und-Seele-Klub, der FC St. Pauli, ist auf dem Gebiet der Toleranz gegenüber Schwulen Vorreiter. Ex-Präsident Corny Littmann hat den Text von "Der Tag wird kommen" für dich abgesegnet. Spielt St. Pauli auf diesem Feld in einer anderen Liga als die restlichen Profiklubs oder tun sich andere auch durch Toleranz gegenüber Schwulen positiv hervor? MARCUS WIEBUSCH — St. Pauli ist da am weitesten, aber viele Andere holen auf. In dem Kurzfilm zu "Der Tag wird kommen" sieht man ja diverse Fangruppen, ob aus Augsburg, Düsseldorf oder Bremen. In den Vereinen bewegt sich langsam etwas, auch wenn es noch nicht überall durchgedrungen ist, dass gegen Homophobie und Diskriminierung von Schwulen etwas getan werden muss. HANIX - War es schwer, die Fangruppen zum Mitmachen im Video zu bewegen? Man sieht viele gestandene, harte Fußballfans, die vom Erscheinungsbild nicht unbedingt auf Toleranz gegenüber Homosexuellen schließen lassen. MARCUS WIEBUSCH — Wir haben alle Profiklubs und deren Fanbeauftragte angeschrieben. Im Kurzfilm sind zehn Fangruppierungen zu sehen. Einige Vereine haben uns, trotz mehrfacher Anfrage, überhaupt nicht geantwortet. Andere waren sofort dabei, weil sie die Aussage des Songs unterstützen wollten. Von Verein zu Verein gab es große Unterschiede, was die Teilnehmerzahl anbelangt. Bei Dreh auf St. Pauli waren 450 Fans am Start, in Düsseldorf über 200 und in Augsburg nur 30.

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HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK DOUBLE-TAKE: HEILBRONN Autor Nicolai Köppel und Fotografin Ulla Kühnle sind einen Tag durch Heilbronn gereist, um einen zweiten Blick auf ihre Stadt zu werfen. "DIE STADT VERÄNDERT SICH ZUM POSITIVEN" Buga-Chef Hanspeter Faas zieht nach zwei Jahren in der Stadt ein erstes Resümee und blickt im Interview auch nach vorne. UNSERE HEILBRONNER LIEBLINGSPLÄTZE HANIX-Mitarbeiter zeigen ihre Lieblingsplätze in der Stadt. VON OBEN Fotograf Memo Filiz ist in den Flieger gestiegen, um bei offener Türe seine Stadt aus luftiger Höhe zu fotografieren.

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TEXT: NICOLAI KÖPPEL FOTOS: ULLA KÜHNLE DOUBLE TAKE: HEILBRONN Um "Liebe auf den zweiten Blick" soll es hier nicht gehen, sondern um "Heilbronn auf den zweiten Blick" – etwas ganz anderes also. Der zweite Blick in einer turbulenten Hollywoodkomödie heißt "double-take": Cary Grant weiß nichts von der Leiche in der Truhe, guckt in die Truhe, sieht die Leiche, schließt die Truhe … und öffnet sie ganz erschreckt wieder. Was hat er beim ersten Mal gesehen? Nichts? Hätte er dann noch einmal nachgesehen? Nein. Ich behaupte also: es gibt keine Liebe auf den zweiten Blick, es gibt nur eine verzögerte Reaktion auf die Liebe auf den ersten Blick. Diese Verzögerung kann lustige, dramatische (also auch tragische) und charmante Details herausarbeiten helfen, die man schon beim ersten Hingucken gesehen, aber erst beim zweiten begriffen hat. Schluss also mit der Zweiklassengesellschaft erster und zweiter Blicke! In den Staub mit jenen, die trübsinnig werden, wenn man sich nicht ohne Zeitverzögerung für sie interessiert! Deshalb sind wir ins Auto gestiegen und ein bisschen herumgefahren.

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Liebe auf den ersten Blick ist ein vermutlich uraltes Romantikum, das einerseits die Sehnsucht beschreibt, all das grässliche Sozialgewurschtel um die Suche nach der oder dem Richtigen könnte auch einfach mit einem simplen Vorgang zu beenden sein (plötzliche Nahaufnahmen, Einsatz langgezogener Geigenklänge, Tiefenunschärfe, Abblende) – andererseits ist Liebe auf den ersten Blick nicht nur ein Traum: wir wissen vergleichsweise wenig über die tieferen biologischen Zusammenhänge der Partnerwahl, und irgendein Trick muss doch dabei sein beim ultimativen Wohlfühl-Kurzschluss der Synapsen (Geilheit auf den ersten Blick ist längst als Trick entlarvt, ist aber wie ein guter Witz: man stellt sich gern blöd, um es einfach nochmal erleben zu dürfen). Liebe auf den zweiten Blick "meint" (wie es auf Denglisch heißt) ebenfalls mehrerlei (in der amourösen multiple-choice-Gesellschaft muss dazugesagt werden: Mehrfachnennungen sind möglich): 1. die Ausrede für das Eingehen einer Vernunftbeziehung, die mit einem nach innen geraunten "Naja, geht eigentlich vielleicht doch irgendwie" verbunden ist (das veterinärsprachliche "Eingehen" der Beziehung nach einiger Zeit wird so nicht unwahrscheinlicher), ich muss dabei an das Kauen einer Speise denken, die man so lange zu Brei malmt, bis sie tot und besiegt endlich geschluckt werden kann, ohne dass man vor sich selbst das Gesicht verloren hat, 2. die Einsicht, dass man manchmal rammdösig und unbereit auf Dinge oder Menschen trifft, die dann doch später wichtig werden und der Kopf ja bekanntlich rund ist, damit das denken die Richtung ändern kann (ein völlig schwachsinniges Bild – man könnte analog behaupten, die Erde sei rund, damit die Evolution die Richtung ändern kann – für beides gibt es Belege genug) und 3. den Umstand, dass auf den ersten Blick (achtung Binnenwitz) sinnlose Neugier bei uns Menschen – also auch bei den Heilbronnern – einen Forscherdrang auszulösen vermag, der winzige, aber hochcharmante Details erst erkennbar macht. Und in diese Details verliebt man sich dann (siehe auch -> detailverliebt bzw. -> Teufel/Wohnort). Alles Quatsch. In Wirklichkeit ist Liebe auf den zweiten Blick ebenso ein eher unrealistisches Romantikum, erfunden und am Leben erhalten von Verschmähten, die von sich selbst behaupten würden, man müsse sie nur einfach richtig gut kennenlernen, um sie zu mögen. Leider ist das Gegenteil der Fall: die "Liebe auf den zweiten Blick" wird in den meisten Fällen propagiert und im sprachlichen Umlauf gehalten von denen, bei denen Liebe bereits nötig ist, um überhaupt noch einen zweiten Blick auf sie zu werfen. Um "Liebe auf den zweiten Blick" soll es hier aber nicht gehen, sondern um "Heilbronn auf den zweiten Blick" – etwas ganz anderes also. Der zweite Blick in einer turbulenten Hollywoodkomödie heißt "double-take": Cary Grant weiß nichts von der Leiche in der Truhe, guckt in die Truhe, sieht die Leiche, schließt die Truhe … und öffnet sie ganz erschreckt wieder. Was hat er beim ersten Mal gesehen? Nichts? Hätte er dann noch einmal nachgesehen? Nein. Ich behaupte also: es gibt keine Liebe auf den zweiten Blick, es gibt nur eine verzögerte Reaktion auf die Liebe auf den ersten Blick. Diese Verzögerung kann lustige, dramatische (also auch tragische) und charmante Details herausarbeiten helfen, die man schon beim ersten Hingucken gesehen, aber erst beim zweiten begriffen hat. Schluss also mit der Zweiklassengesellschaft erster und zweiter Blicke! In den Staub mit jenen, die trübsinnig werden, wenn man sich nicht ohne Zeitverzögerung für sie interessiert! Im weitesten Sinne auch ein Lob der Leiche in der Kiste! Und insgesamt ein Ja! zur Geduld mit sich selbst, denn Geduld hat man nur, wenn man liebt. Auf welchen Blick auch immer. Oft erkennt man erst nach langer Zeit, worin man sich auf den ersten Blick verliebt hat. Man muss dazu nur in der Nähe bleiben. Deshalb sind wir ins Auto gestiegen und ein bisschen herumgefahren. Auf den ersten Blick ist es kalt an diesem Morgen. Die Thermounterwäsche meiner Mutter (oder genauer: ein Geschenk von ihr), die man an mir erst auf den zweiten

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Blick bemerken würde, leistet gute Dienste, während ich mit Ulla, die mit ihrem Fotoapparat dabei ist, einen ersten Kaffee trinke und wir gemeinsam einen Schlachtplan entwickeln. Ich merke an, dass die Suche nach dem zweiten Blick ja per se eine Bildersuche ist, also das kreative Hauptwerk natürlich von der Frau mit der Knipse getan werden muss. War ja schon zu Höhlenbewohnerzeiten so: die Frau stellt den Hunger für alle fest, bestellt beim Mann (zwei Antilopen, drei Hasen, eine Handvoll Täubchen und ein Pfund Beeren) und der macht das dann schon. Mach ich ja auch. Nur was? Heilbronn auf den zweiten Blick – erst mal sorgen wir dafür, dass wir die Augen aufkriegen und bestellen noch einen Kaffee. Wo anfangen? Wo suchen? Wo finden? Wie in der Liebe muss man sich zu Beginn einer Suche ein wenig blöd stellen – so verhindert man spätere Selbstvorwürfe. Wer Heilbronn nicht kennt, erreicht die Stadt ja vielleicht mit der Bahn. Außerdem gibt es dort Parkplätze. Man kommt an, treppab, treppauf – und steht auf dem Willy-Brandt- Platz. Erstblickiger geht’s nicht mehr. Also fängt das Ganze jetzt an: der Blick schweift rechts, der Blick schweift links, die Haare flattern … sollte es nicht an jedem Bahnhof Taxis geben? Die kennen sich doch hier aus, die wissen, was pfui top cool und hui flop schwul ist – und wo die versteckten Juwelen sind. Nach einer kurzen Suche um das Bahnhofsgebäude finden wir den Taxistand. Warum wir sowas wissen wollen, werden wir gefragt – es scheint in unserer Stadt nicht üblich zu sein, dass jemand nach den verborgenen Juwelen fragt. Gut, denke ich mir, denn so hat sich vielleicht keine Tradition entwickelt, die Juwelen gut zu verstecken. Oder man hat vergessen, wo sie versteckt sind. Auch gut für knallharte Investigativspaßjournalisten wie uns. Es fängt schon fast zu schön an, und die Taxifahrer scharen sich bald um uns, alle drei. Dramaturgisch wäre es jetzt allerdings für den Text hier von Vorteil, wir liefen gleich gegen die erste Mauer – und da ist sie schon: "Auf den zweiten Blick? Da findest du den Taxistand!", hören wir, "den sieht man nämlich kaum, wenn man aus dem Bahnhof kommt!" Stimmt, sage ich, ist mir auch beinahe aufgefallen. Zielsicher zeigt der Taximann Jürgen (Name und mutmaßlicher Migrationshintergrund geändert) in Richting Innenstadt: "Genauso Marktplatz, genauso Harmonie. Siehst du nicht die Taxistände! Die musst du suchen! Das schreibst du, und schon ist deine Reportage fertig! So schnell geht das mit Reportagen in Heilbronn!" Wir versprechen, es zu erwähnen, wenn wir dafür ein paar Geheimtipps bekommen. Der Handel erscheint allen fair, und wir bekommen zwar keine Geheimtipps, aber dafür unisono eine "informed opinion", auf die sich alle einigen können: In Heilbronn gibt es überhaupt keine Geheimtipps! "Zu klein", sagt der eine, "Ich kenn keine!", sagt der zweite. Jürgen allerdings hat Vertrauen zu uns gefasst und verrät uns den Hintergrund: "Jeder hat Geheimtipps. Aber sie sind geheim. Sonst ist es zu voll da. So klein ist Heilbronn nämlich doch nicht!" Wir wissen nun, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Man muss die einfachen Leute fragen, dann bekommt man auch einfache Antworten. Ich bestaune die ordentlichen Frisuren der Taxifahrer und frage, wo sie zum Friseur gehen. Beim Friseur kommt man nämlich auch ins Gespräch. Nur ein paar Schritte vom Bahnhof werde ich mit einer schnell umgelegten Halskrause zum Waschbecken geführt. Meine Friseurin ist aber nicht aus Heilbronn und wechselt auch bald die Filiale. Von Heilbronn hat sie wegen der Bahnhofsnähe ihres Arbeitsplatzes als Pendlerin nichts gesehen – aber die Kundin auf dem Friseurstuhl neben mir lebt seit fünf Jahren in Heilbronn und lobt ihre kürzlich zum Geburtstag geschenkte Neckarfahrt, auf der sie viel Neues gesehen hat. Was hat sie gesehen? Sie hat es vergessen. Die Eindrücke sind scheinbar schnell ins Unterbewusstsein versickert, die kriegt man jetzt ohne Hypnose nicht mehr raus. Kann man sich in Heilbronn irgendwo hypnotisieren lassen? Ist der zweite Blick nicht immer einer nach innen? Eine Stadt, sagt die Friseurstuhlnachbarin, ist ja nach fünf Jahren nicht fertig benutzt. Da findet man immer was. Ich war seit 2008 nicht mehr beim Friseur und wusste nicht, dass im Preis meines Haarschnitts eine Kopfmassage enthalten sein könnte. Ist aber so. Wenn das alles an innerer

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Versenkung ist, was ich genau jetzt kriegen kann, her damit. Selbst wenn es das genaue Gegenteil von Miteinander-ins- Gespräch-kommen, und vor allem, wenn es nichts extra kostet. Gute Kopfmassagen erkennt man daran, dass man sich irgendwann denkt: hey, das sind jetzt aber mehr als zwei Hände, oder? Ich lasse die Augen geschlossen, um nicht zu sehen, wer sich da alles um meinen Stuhl drängelt – sowieso habe ich die Brille nicht auf. Ulla bewacht mich. Als ich die Augen öffne, steht nur die eine Friseurin da, die mir schon die Haare gewaschen hat. Ich gebe gut Trinkgeld und hoffe, sie teilt es mit den anderen, die beim Kopfmassieren geholfen haben. Während der Kopfmassage habe ich mir überlegt: wenn eine Stadt von dem Vorrat an subjektiv neuen Eindrücken her fünf Jahre und länger hält (oder eben ewig), dann ist der "zweite Blick" ja quasi das ganze Leben. Vor dem Friseurgeschäft treffen wir auf eine Mädchenschulklasse in der Hochpubertät. Auf den zweiten Blick sehen wir, dass alle die gleichen Zettel in der Hand haben und drängeln uns neugierig dazu: eine Stadtrallye, aha. "Von der Schule aus, aber die Lehrerin ist irgendwie weg." – "Was müsst ihr da machen?" – "An so Orte hingehen und Fragen beantworten, so ob das Pärchen aus Stein an der alten Post sich jetzt anguckt oder nicht und so." – "Ihr habt also keinen Tipp für uns, wo wir Heilbronn auf den zweiten Blick entdecken können?" – "Nee, aber wisst ihr, wo die Götzenturmbrücke ist?" Wissen wir. "Gibt’s da Noten dafür?", frage ich noch. "Nee." – "Warum sollt ihr das dann machen?" – "Keine Ahnung, damit wir uns auskennen, schätze ich. Oder zum Spass." – "Habt ihr Spass?" – "Wir glaub ich nicht." Es ist mit dem ersten Blick also wie mit dem zweiten Blick: man muss es schon auch wollen. Wir wollen jetzt wieder einen Kaffee und fahren mit der S4 Richtung Trappensee, steigen aber schon dort aus, wo wir es hübsch finden und sitzen Minuten später in der Gaststätte Kircher. Als wir den Wirtsraum betreten, heißt es gleich: "Zu essen gibt es nichts mehr!", denn der Laden schließt am Ende des Monats für immer seine Pforten, das Haus ist verkauft und wird wohl abgerissen. Das kreidebemalte Schild "KARTOFFELSUPPE 5 €" ist noch da, aber die Kartoffelsuppe nicht mehr, der Topf ist längst geputzt. Am Nebentisch essen aber doch Menschen! Wir erfahren, das sind Stammgäste, die sich jahrelang jeden Mittwoch hier getroffen haben. Jetzt, da die Küche für immer kalt ist, bringen sie sich selbst etwas von zuhause mit und essen es gemeinsam. Heute unter anderem: Rotebetesuppe und Obatzda. Einer ist schon satt oder zumindest fertig und gibt eine Schachtel über den Tisch: er hat für Olga, eine der anderen Damen, aus Kantholz Sofafüße angefertigt, über die sie sich jetzt sehr freut. Er freut sich mit und erklärt ihr, wie sie die anbringt. Schrauben hat er ihr herausgesucht. Ende Oktober wird Olga wieder nach Paraguay fahren und dort wie immer bis Ende Mai bleiben, ihr Mann hat dort eine Radiostation. Spanisch spricht sie nicht, es sind genügend Deutsche dort. Auch Heilbronner, fragen wir? Man weiß es nicht. Olga sieht nichtmal auf den zweiten Blick aus wie eine Paraguayanerin. Sie sieht eher aus wie meine Mutter. Die S4 fährt quietschend vorbei, und wir schweigen solange. Wenn sie im Juni nächsten Jahres wiederkommt, sagt Olga, ist die vielleicht auch endlich mal geölt. Nur wird man dann hier, wo wir unseren Kaffeetrinken, nichts mehr davon bemerken. Auf gar keinen Blick mehr. Ob das Sofa in Paraguay steht oder hier in Heilbronn habe ich vergessen zu fragen. Schlamperei. Wo geht ihr denn essen, fragen wir, wenn es das Kircher nicht mehr gibt – und wo gehen wir denn essen, wenn es schon jetzt hier nichts mehr gibt? Auch das weiß man nicht so recht. Es ist halt teuer anderswo, sagt der Sofafüßler, ein etwa 70jähriger Mann mit einem Flanelloberhemd wie aus dem Nachlass von Kurt Cobain, und er weiß auch, warum es woanders so teuer ist: es muss die schlechte Laune sein, sagt er, die kriegt man dort immer mit dazu, aber ihm ist es das auf Dauer nicht wert und abbestellen kann man sie auch nicht. Anderswo muss man sich nämlich immer so zusammennehmen. Hier dagegen ist man Mensch, auch wenn die Abrissbagger schon geölt sind. Am Wochenende wird noch von den Frauen ein Frauenfrühstück abgehalten,

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK dann ist es vorbei. Die Männer bleiben schon mal zuhause, so zum Üben. Was die derweil machen, wollen sie mir nicht sagen. Auf jeden Fall wieder ein Ort weniger, wo man einen knappen halben Liter 1A-Filterkaffee für 2,20 € bekommt. Die Wirtin des Kircher heißt Rosa, erfahren wir – und mir fällt die Imbisswirtin Rose aus dem Industriegebiet ein. Würste! Buletten! Schaschliks! Aber Ulla will nur Pommes. Ich aber kann mich nicht entscheiden, was ich essen soll. Rose im Imbiss beim Bukowski ist geduldig, und auch als ich draufkomme, warum ich keine Wahl zu treffen imstande bin, hilft sie mir. Ich muss aufs Klo. Rose verlässt ihre Theke, führt mich zurück auf die Straße, geht mit mir ins noch geschlossene gelbe Bukowski-Gebäude und schließt mir die Toilette auf. Den Schlüssel dafür drückt sie mir in die Hand, den soll ich nach dem Abschließen wiederbringen, sie kann nicht auf mich warten, Ullas Pommes brutzeln schon. Das ist alles sehr vertrauensvoll und familiär. Und Familie macht mich immer hungrig. Rose ist eben schon seit zwanzig Jahren im Geschäft. Die Spülung rauscht hinter der abgeschlossenen Tür, die Laster rauschen an mir vorbei. Ich weiß noch immer nicht, was ich essen will. Auf der anderen Straßenseite steht eine junge Lady mit dicker Jacke in kurzem Röckchen und sieht zu mir herüber. Ich gehe zu ihr und frage, was bei Rose besonders lecker ist. Die Lady mustert mich und sagt: "Currywurst". Nachdem ich mich artig für den Hinweis bedankt habe, fragt sie, ob ich sonst noch was will? Och, erwidere ich, vielleicht Pommes. Sie zuckt die Achseln. Sie friert ein bisschen. Ich überlege, ob ich ihr die Anschaffung von Thermounterwäsche wie die von meiner Mutter empfehlen soll. Aber es gibt sicher Männer mit Klimaanlage im Auto, die auf frierende Mädchen stehen. Als ich wiederkomme, hat Ulla eine Thüringer neben den Pommes auf dem Teller. Ich frage nicht. Rose erzählt von ihren zwanzig Jahren im Bukowski, wo sie jetzt nicht mehr arbeiten mag – die Musik, die da läuft, ist nicht mehr so ihre. Jetzt kommt die Lady von eben auch herein, sieht mich kurz an und ordert ein Schnitzelbrötchen. Ist ja nett, denke ich – sie bringt jemandem was mit (denn selber würde sie ja wohl eine Currywurst nehmen – schön, wenn man die Leute ein bisschen kennenlernt – sonst sieht man ja immer nur das, was man schon weiß). Als Ulla schon nach Hause gegangen ist, frage ich mich: wem gehören eigentlich die Wohnmobile der Leute am Stellplatz am Eingang zum Wertwiesenpark? Sicher keinen Heilbronnern – also Menschen, die nicht durch jahrelanges Wohnen vergessen haben, warum genau sie gerade hier wohnen und sich deswegen selbst glauben, es sei wegen der Arbeit oder der Liebe gewesen – und die sicher auch nicht der Kilianskirche wegen hier sind. Also klopfe ich an eins der Wohnmobile. Aber es ist niemand da. Wo immer die Heilbronner Geheimtipps genau lokalisiert sind, die Wohnmobilbesitzer mit den fremdstädtischen Kennzeichen sind jetzt vermutlich genau dort. Muss man es so machen? Wegfahren, sich die Kleinigkeiten merken, über die man stolpert und daraus ableiten, dass die Stadt, in der man gerade ist, immer genau so ist wie diese Kleinigkeiten? ("Also Eppingen ist schon schön – wenn es nur nicht immer regnen würde!" bzw. "Herrliches Barcelona – aber man bekommt nur ein Zuckertütchen zum Kaffee statt zwei wie beim Kircher!") Wieder zuhause angekommen, sucht man so vielleicht eher nach Kleinigkeiten, die dem ähneln, was man anderswo erlebt hat – wobei das Ähneln auch das Entdecken diametraler Gegensätze beinhaltet. Die Welt wird auf heimelige Art ein bisschen kleiner … und der zweite Blick erübrigt sich zusehends, weil der erste Blick für eine Weile nicht mehr nur das sattsam Bekannte findet. Auch wieder wie in der Liebe: solange einem nicht langweilig wird, ist es völlig wurscht, ob der erste oder der zweite Blick daran schuld sind. Aber man muss eben ein bisschen rumfahren dafür. Muss ja nicht Paraguay sein.

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"DIE STADT VERÄNDERT SICH ZUM POSITIVEN" INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Hanspeter Faas ist der Herr der Buga. Als Geschäftsführer der BUGA GmbH ist der Bayer verantwortlich für die große Gartenschau 2019. Wir trafen Hanspeter Faas zwei Jahre nach unserem ersten Interview, um die vergangenen 24 Monate revue passieren zu lassen und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft zu wagen. Auch eine gerissene Achilessehne hinderte Faas nicht daran, mit uns leidenschaftlich über das große Heilbronner Leuchtturmprojekt zu sprechen.

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK HANIX – Herr Faas, in unserem Gespräch vor zwei Jahren sagten Sie uns, dass der zweite Eindruck der Stadt besser sei, als der Erste. Hat sich der Eindruck inzwischen nach dem ersten Eindruck auch schon gebessert oder stagniert er diesbezüglich? HANSPETER FAAS – Von einer Stagnation des ersten Eindrucks kann man nicht sprechen. Ich höre momentan von vielen Menschen, auch von neuen Bewohnern der Stadt, dass diese Stadt eine große Qualität hat. Ich persönlich spüre, dass die Empfindung der Menschen zur Stadt insgesamt besser wird und eine Aufbruchstimmung herrscht. Meine Aussagen von damals haben sich also absolut bestätigt. HANIX – Die Buga-Bagger schaufeln inzwischen und auf dem Fruchtschuppenareal werden große Erdmassen bewegt. Für Sie und Ihr Team sicher ein Glücksgefühl nach der langen Zeit der Vorarbeit an Schreibund Konferenztischen? HANSPETER FAAS – Ich weiß gar nicht genau, ob dies ein Glücksgefühl ist. Für uns ist ja keine große Änderung eingetreten, dies ist nur nach außen hin mit dem Beginn der Baumaßnahmen geschehen. Wir als BUGA GmbH arbeiten ja schon seit über vier Jahren an den Plänen und diese sind für uns etwas Lebendiges. Das Bauen ist letztendlich nur der konsequente Schritt aus der Planung heraus. Wichtig ist es natürlich für die Menschen draußen, da erst ein Baubeginn das Ganze so richtig erlebbar macht. Bisher haben die Menschen immer nur gehört, dass sich etwas verändert. Jetzt sehen sie es auch. HANIX – Wichtig für die Heilbronner zu wissen: Sind Sie im Fahrplan oder hinkt es schon etwas hinterher? HANSPETER FAAS – Wenn wir hinterher hinken würden, würden wir es natürlich nicht zugeben. Aber Spaß beiseite. Es ist schon ein riesiges Projekt mit sehr vielen Beteiligten. Der Bürger sieht natürlich nur die Oberfläche, aber beispielsweise nicht wie viele Leitungen unterirdisch verlegt werden müssen. Alle Zahnräder müssen hier ineinandergreifen, was eine sehr spannende Aufgabe ist. Bisher kann ich aber sagen, dass uns nichts aus dem Ruder läuft. Insgesamt sind wir also absolut im Zeitplan. HANIX – Wie bewerten Sie die Startphase im Vergleich zu Koblenz bezüglich des Engagements der Bürger und Unternehmen? HANSPETER FAAS – Wenn man es beispielsweise mit Koblenz vergleicht, herrscht schon ein sehr großer Unterschied. Die Koblenzer Unternehmen und Bürger sind dem damaligen Projekt deutlich kritischer gegenübergestanden als die Heilbronner. In Koblenz kam das Vertrauen erst, als einige Bauprojekte, wie zum Beispiel die Seilbahn, abgeschlossen waren. Die Heilbronner sind etwas erfahrener, was Gartenschauen angeht, hier schwingt insbesondere die Landesgartenschau 1985 nach, und es ist ein größeres Vertrauensverhältnis zwischen den Bürgern und der Verwaltung vorhanden. Ich denke die Menschen spüren einfach, dass sich ihre Stadt verändert, und zwar zum Positiven. Dies liegt aber nicht nur an der Bundesgartenschau, sondern auch an Projekten, wie der experimenta und dem Bildungscampus. HANIX – Sie empfanden die Vorarbeit, die durch die Stadtverwaltung und das Buga-Projektbüro vor dem Beginn Ihrer Tätigkeit geleistet wurde, als hervorragend. Nun haben Sie weitere 24 Monate Erfahrungen in der Zusammenarbeit sammeln können. Haben Sie in der Zwischenzeit den einen oder anderen Haken ausmachen können? HANSPETER FAAS – Ich kann nicht sagen, dass ich irgendwelche Haken ausgemacht habe. Das Projektbüro ist ja mittlerweile auch in die BUGA GmbH aufgegangen und das Zusammenwirken zwischen bewährten Gartenschau- Mitarbeitern und vormals städtischen Mitarbeitern läuft hervorragend. Es ist aber natürlich eine große Herausforderung, Menschen zusammenzubringen, die unterschiedliche Lebensbilder haben. Man muss sich eben aneinander gewöhnen. Ich möchte ein Beispiel nennen: Wir werden demnächst ein neues Büro beziehen und meine beiden Abteilungsleiter, Herr Toellner als langjähriger Projektkenner und Herr Stückle als erfahrener Gartenschau-Mann, hätten das Recht auf ein jeweils eigenes Büro. Sie wollen aber zusammen in einem Büro sitzen. Dies zeigt mir einfach, dass es momentan sehr gut funktioniert. Um aber nochmal konkret auf die Frage nach den Haken und Ösen zurückzukommen. Es liegt in der Natur der Sache, dass solch ein Projekt nie reibungslos läuft. Es gibt immer auch Hindernisse und Streitgespräche, die einen vor Herausforderungen stellen. Dies liegt einfach daran, dass jeder Aufgabenbereich seine unterschiedlichen Schwerpunkte hat. HANIX – Wie hat denn der Übergang geklappt, nachdem Herr Himmelsbach altersbedingt ausgetreten ist und Harry Mergel neu dazu kam? Hatten Sie davor ein wenig Bammel? HANSPETER FAAS – Wenn ich ehrlich bin, hatte ich überhaupt keine Bedenken hinsichtlich des Überganges, da wir uns schon vorher alle kannten und Harry Mergel schon früh die Wichtigkeit der Bundesgartenschau hervorgehoben hat.

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Klar ist auch, dass jeder Oberbürgermeister sein Amt etwas anders ausfüllt. Harry Mergel setzt andere Schwerpunkte, wie beispielsweise bei der Modellbebauung im Neckarbogen, die bei ihm einen extrem hohen Stellenwert hat. HANIX – Ihr Team wird auf eine Stärke von etwa 70 Mann wachsen. Wie sind Sie aktuell aufgestellt und welche Stellen werden als nächste besetzt? HANSPETER FAAS – Momentan sind wir zwölf Personen. In Vorbereitung ist gegenwärtig die Besetzung der Stelle der Marketingleitung. Die nächsten Stellen, die ausgeschrieben werden, betreffen den Planungsbereich. Hier müssen wir uns dringend verstärken, also in den Bereichen Landschaftsarchitektur und Bau. Fachlich klar definierte Positionen. HANIX – Und wie sieht der konkrete Buga-Fahrplan für die kommenden zwölf Monate aus? HANSPETER FAAS – Es sind zwei, drei Dinge, die unsere Arbeit in den nächsten Monaten prägen und auch die Bürger teilweise betreffen werden. Zum einen ist hier das Thema Baugrundmanagement zu nennen: Hier sehen die Bürger am besten, dass etwas passiert, in dem man die fahrenden Maschinen wahrnimmt. Sicherlich wird es auch die eine oder andere Verkehrsbehinderung geben. Des Weiteren wird das Thema Modellbebauung vorangetrieben. Als dritter Punkt ist die Weiterentwicklung unseres Ausstellungskonzeptes für die BUGA zu erwähnen. Hier ist es wichtig, nicht nur die öffentlichen Daueranlagen vernünftig zu planen, sondern auch eine hervorragende Ausstellung für das Gartenschauevent im Jahr 2019 auf die Beine zu stellen, die ein Millionenpublikum bewegen und begeistern soll. HANIX – Am Mittwoch, den 1. Oktober, gibt die Stadt Heilbronn den Startschuss für die künftige Bebauung des Quartiers Neckarbogen. Im Wilhelm-Maybach- Saal der Harmonie findet eine Auftaktveranstaltung statt, bei der sich interessierte Bauträger, Investoren sowie private Bauherren und Bauherrengemeinschaften über den aktuellen Sachstand informieren können. Was für ein Wohnquartier soll im neuen Stadtteil Neckarbogen entstehen? HANSPETER FAAS – Grundsätzlich soll der Neckarbogen beziehungsweise das Wohnquartier im Jahr 2040 endgültig fertiggestellt sein. Hierzu gilt es, im Jahr 2019 Bilanz zu ziehen. Für uns war wichtig und entscheidend, dass es

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK eine erste Modellbebauung im Jahr 2019 gibt, und zwar eine Modellbebauung mit innovativem Charakter in Bezug auf Architektur, moderne Bauweisen, Energieeffizienz und Wohnformen. Der Termin am 1. Oktober soll nun die potentiellen Bewohner und Nutzer mit einbeziehen. Wir wollen herausfinden, ob das, was momentan geplant ist, auch in der Stadt ankommt und positiv wahrgenommen wird oder, ob es hier Korrekturen geben muss. Dies natürlich im Hinblick auf die Bürger, aber auch auf mögliche Investoren. HANIX – Und wann könnten im besten Fall die ersten Menschen in den Stadtteil Neckarbogen ziehen? HANSPETER FAAS – Wir gehen schon davon aus, dass die ersten Bewohner Ende 2018 beziehungsweise Anfang 2019 einziehen können, da die Modellbebauung darauf ausgelegt ist, dass echter Wohnraum geschaffen wird. HANIX – Uns ist aufgefallen, dass die Heilbronner Stadtparks nur spärlich besucht sind. Man hat unglaublich viel Platz für sich selbst, was natürlich schön ist. Aber viele Heilbronner haben die Vielfältigkeit und Weitläufigkeit ihrer Parkanlagen gar nicht als Erholungsraum auf dem Zettel. Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? HANSPETER FAAS – Ich habe interessanterweise ein anderes Empfinden, muss aber fairerweise sagen, dass ich nicht alle Parks kenne beziehungsweise nicht in allen Parks zugegen bin. Ich bin aber sehr viel im Wertwiesenpark unterwegs, da ich nebenan wohne und finde, dass dieser Park ein sehr positives Beispiel dafür ist, wie Parks angenommen und dementsprechend auch besucht werden. Was mich hier am meisten fasziniert ist, das Zusammenkommen unterschiedlicher Kulturen. Was jetzt im Neckarbogen entsteht, ist ein ganz anderes Konzept, als beispielsweise der Wertwiesenpark. Deswegen muss man auch ganz nüchtern, aber positiv, erkennen, dass die neuen Grünanlagen im Neckarbogen eben nicht der klassische Park sein werden. Vielmehr wird im Neckarbogen eine ganz enge Verflechtung zwischen Wohnen, Arbeiten und Grün sein. Irgendwann würde ich sogar die Frage stellen, ob der Begriff Park hier noch wiedergegeben wird. Der Neckarbogen mit seiner grünen Infrastruktur und seinem Fuß- und Radwegenetz kann eher eine Art Scharnier zwischen angrenzenden Wohn- und Gewerbequartieren und dem Stadtzentrum sein. HANIX – Am Rande des Buga-Geländes steht die ABX- Halle. Zur möglichen Nutzung findet eine Planungswerkstatt statt. Wie könnte die Halle genutzt werden, außer als Blumenhalle während der Gartenschau? HANSPETER FAAS – Zunächst sehe ich nur das Zeitfenster bis 2019. Wir haben während der Gartenschau eine ganz besondere Herausforderung, nämlich das Fehlen einer gewachsenen Bestandsstruktur. So gibt es zum Beispiel im zentralen Bereich, dem Neckarbogen, nur vereinzelt Bäume, die älter sind, als diejenigen, die wir pflanzen werden. Von der planerischen Seite, wird natürlich auch auf die Historie Bezug genommen, dass durch den Freizeit- und Stadtsee geschieht. Sie sollen daran erinnern, dass auf dem Gelände einmal ein Hafen vorhanden war. Somit glaube ich, dass der alten Reederei Schwaben und der ABX-Halle, eine ganz zentrale Rolle zukommen wird, um an diesen Ort und die wechselhafte Nutzung des Ortes zu erinnern. Die Reederei Schwaben wird sicherlich zur BUGA eine gastronomische Einrichtung werden. Die ABX-Halle wird aus meiner Sicht mehr als eine Blumenhalle. Die Halle wird eine Art Kristallisationspunkt und eine zentrale Einheit. Das soll heißen, dass hier auch Themen wie Gastronomie, Kunst, Verkauf, Kultur und Events eine Rolle spielen sollen. All dies muss sich in eine Form vermischen, wie wir es vielleicht noch nie bei einer Gartenschau erlebt haben. Zwei große Dinge müssen sich in der Halle widerspiegeln. Zum einen die Vielfalt und Jugendlichkeit der Stadt und zum anderen die Vielfalt der Nationalitäten, die in dieser Stadt ansässig sind. HANIX – Hat die ABX-Halle, ähnlich wie der Neckarbogen an sich, die Chance das Scharnier zur Stadt in Bezug auf Kultur und Veranstaltungen zu sein? HANSPETER FAAS – Ich glaube, dass dies ein sehr schwieriges Thema sein wird. Gerade deshalb, weil die Halle nicht oder noch nicht darauf ausgerichtet ist, dauerhaft genutzt zu werden. Dies fängt beispielsweise beim Brandschutz an und hört bei den fehlenden Isolierungen und Dämmungen auf. Mit diesen Themen kann man relativ leicht über die Zeit von einem halben Jahr umgehen, da man in vielen Bereichen improvisieren kann. Ob es dann richtig ist, nach der Buga zu investieren, um die Halle auch mittel- oder langfristig nutzen zu können, ist aus meiner Sicht heraus, momentan noch fraglich. Allerdings bin ich auch überzeugt davon, dass man zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle möglichen Ressourcen der Halle spüren kann. HANIX – Große Themen der Buga werden Urbanität und Mobilität sein. Wieso sind diese Themen so wichtig? HANSPETER FAAS – Die Urbanität bietet Heilbronn die einmalige Chance, dass die Stadt in der Stadt wächst. Wir alle, die an dem Projekt arbeiten, sind überzeugt davon, dass kleinere Großstädte in der Zukunft wachsen werden,

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK da es die Flucht von ländlichen Gebieten in die Städte einfach gibt. Normalerweise findet dieses Wachsen an Stadträndern statt, was in den meisten Fällen eher ungünstig ausgeht. Heilbronn hat eben die Chance, dass dieses Wachsen mitten in der Stadt geschieht und diese Chance muss genutzt werden. Es macht eben keinen Sinn, in einen neuen Stadtteil nur Einfamilienhäuser hinzustellen. Vielmehr muss ein verdichtetes Bauen vorangetrieben werden, sodass der zukünftige Stadtteil dann auch aus sich heraus existieren kann. Der Stadtteil muss also so dicht sein, dass es sich auch für Betriebe, wie Bäcker oder Metzger lohnt, hier Filialen zu eröffnen. Das Thema Mobilität ist ebenfalls extrem wichtig. Auch hier sind alle Beteiligten überzeugt, dass es in den nächsten 20 Jahren gewaltige Veränderungen in Bezug auf Mobilität geben wird. Dabei gehen wir davon aus, dass jeder Mensch weiterhin ein Auto haben wird, ob elektrisch, mit Benzin oder mit Gas betrieben. Insgesamt wird es aber vermutlich weniger, dafür aber intelligentere Autos geben. Dies wird dann auch das Verhältnis zwischen Mensch und Auto verändern. Ich möchte hierzu einen Satz von Audi zitieren: "Früher wurden die Städte nach dem Auto gebaut. In Zukunft wird das Auto nach der Stadt gebaut." Es wäre fatal, diese Prognosen beim Bau neuer Quartiere nicht zu berücksichtigen. Manchmal lachen mich die Leute aus, wenn ich ihnen sage, dass man 2040 vielleicht gar keine Parkplätze direkt am Haus benötigt. Aber das kann durchaus sein. Warum soll das zukünftige Auto nicht bald automatisch in irgendeine Tiefgarage fahren und dann, auf Abruf, wieder zurückkommen. HANIX – Wie ist denn hier der Austausch mit der Stadtverwaltung? Gerade wenn man daran denkt, dass wir in einer Autoregion leben? HANSPETER FAAS – Die Stadtverwaltung spürt diese Veränderungen in Bezug auf das Jahr 2040 sehr wohl. Natürlich ist aber die Bereitschaft, sich darauf einzulassen, unterschiedlich. So lässt sich der Stadtplaner viel lieber darauf ein, als beispielsweise der Verkehrsplaner. Daraus resultiert, dass uns die Erkenntnisse von Audi zur Vernetzung von Stadtplanung und Mobilitätsentwicklung sehr wichtig sind, da diese Firma schon viel weiter ist, als wir. HANIX – Helmut Himmelsbach hat die Buga nach Heilbronn geholt. Nun ist er aus Altersgründen nicht mehr im Amt als Oberbürgermeister. Erkundigt er sich neugierig nach dem Stand der Dinge oder haben Sie schon länger nichts mehr von ihm gehört? HANSPETER FAAS – Wir haben weiterhin Kontakt. Allerdings ruft er nicht einmal die Woche an und erkundigt sich nach dem neuesten Stand. Wenn man ihn hingegen trifft, merkt man sofort, dass dieses Projekt auch seine Herzensangelegenheit war und immer noch ist.

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UNSERE HEILBRONNE FOTOS: MEMO FILIZ, ULLA KÜHNLE & MELI DIKTA Wir baten unsere Mitarbeiter darum, uns von ihren Lieblingsorten in der Stadt zu erzählen und sie uns zu zeigen. Und so gelangten wir auf Weinberge und an Waldlichtungen. Wir kamen an eine alte Logistikhalle und auf einen Basketballplatz. Wir besuchten eine Boutique und einen Ramschladen. Wir sahen Boote und waren im Kiez. Uns wurde ein urbaner Hafenblick gezeigt und eine Schule. Wir saßen hinter der Rathausuhr und kamen an einen Irrgarten im Wald. Kurzum: an dieser Stelle zeigen wir 14 Heilbronner Lieblingsorte, die man auf den ersten Blick gerne übersieht und nicht wahrnimmt. Es lohnt sich also, durch die Stadt zu ziehen und zweimal zu gucken.

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK R LIEBLINGSPLÄTZE

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AM NECKARUFER SARAH FISCHER KAMERA & SCHNITT

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Von der Innenstadt aus kann man wunderbar am Neckar die Badstraße entlang spazieren. Wenn man den Food Court hinter sich gelassen hat, ist es nicht mehr weit. Nach den Sportplätzen geht es eine Einfahrt zum alten DLRG-Vereinsheim hinunter. Dann muss man nur noch die kleine Skatebahn unter der Brücke passieren und sich den Berg runter rollen lassen, schon ist man an diesem wundervollen Ort - sofern man in der Zwischenzeit nicht in eine Scherbe gelaufen ist. Der Platz, an dem der alte städtische Neckararm in den Kanal mündet, scheint sehr beliebt und belebt zu sein. Auch wenn ich noch nie auf jemanden getroffen bin, sondern nur auf dessen Überbleibsel. Die Scherben habe ich ja bereits erwähnt. Trotzdem ist der Ausblick auf den alten Baumbestand und den Fluss, der mir an dieser Stelle für seine Verhältnisse besonders breit zu sein scheint, herrlich. Dazu noch ein kühles Bier und ab und an ein Schiff, das Richtung Schleuse fährt oder Schwäne, die ihre Runden drehen - perfekt. Bis man aufs Klo muss.

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HINTER DER RATHAUSUHR PHILIPP KIONKA FORMATFILME Mein Lieblingsplatz ist der uneingeschränkte, stetig wachsende Raum meiner Vorstellungskraft. Und der Ort. Lebensraum, XYZ oder Verknüpfung? Lieblingsdinge … werden oft erst dazu, wenn genutzt, wenn wir mit ihnen Zeit geteilt haben. Das gibt uns Sicherheit. Scheinbar. Dass wir überhaupt Dinge um uns haben, die wir nicht nutzen, ist das Erstaunlichere. Ich liebe es , wahrscheinlich zu sehr, in Bewegung zu sein, innerhalb meiner Kopf- und Asphaltrealität, als dass ich mich an einem Ort festmachen könnte. Ich mag die Neuentdeckung. Schon immer mir Zugang und "Schlüssel" verschaffend in jegliche auf den ersten Blick verschlossenen Unterführungen, Hochdächer, abgeschirmte Bauten und Gebiete. Meine Definition von öffentlichem Raum eben. Auch und vor allem zu Personen. Die Schlüssel meine ich. Nichts bereitet mir mehr Freude als an Gedanken und somit Orten von erst unbekannten, manchmal unerreichbar wirkenden Personen teilzuhaben. Fremderfahrungen. Wiedergegeben nachdem sie durch Erfahrungsfilter etlicher Menschenjahre hindurch zu einer Realität geworden und nun für mich in mal hingerotzten und mal präzise gewählten und umhüllten Wortbedeutungen gewickelt vor mir liegen. So ergeben sich fast schon bauliche Veränderungen im Gespräch am jeweiligen Ort oder Bauplatz. Werden Themen und Definitionen zum einzigen gemeinsamen Bauträger unserer Realität? "Ich grüße Sie"- Spatenstich. Ich bin Philipp – bum – schon im Wohnzimmer. Das "Sie" lasse ich deshalb gerne mit gebührendem Abstand draußen im Wartezimmer sitzen, wenn es eines gibt … Oder halt vor der Türe. Es gibt ja zur Not immer eine. Was treibt mein Gegenüber an? Wo sind seine Meilensteine und Ziele gesetzt? Warum? Ein Ort, an dem eine Mindmap aus Ideen, tausenden Kontakten, Gesprächen, Informationen und Gemeinsamkeiten sich an Punkten vernetzt die wiederum Orte bilden, an die sich nach Gesprächen mehrere Personen begeben werden, ohne es vorher geahnt zu haben. Dauerhafte Neuorientierung. So entsteht über Jahre und ein paar Tausend gelungener Ortsbegehungen und Kontakte ein Netzwerk in meinem Kopf, das ein Bild malt von meinem Lieblingsort, meiner

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK momentanen, flüchtigen Realität. Aggregatzustand: gasförmig – wohl mein Treibstoff. Denn nichts ist. Alles wird. Apropos. Interessante Zeitwahrnehmung hinter so einer Uhr, von der Menschen behaupten, sie wäre alt. Und doch beruhigt sie mich. Erinnert mich an meine Kindheit. An die tickende Wohnzimmeruhr meiner Großmutter. Diese Uhr gibt mir die Möglichkeit mein Dasein zu berechnen und in so kleine Teile zu teilen, dass es mir vorkommen könnte, als hätte ich ein langes Leben. Nicht? Kinokarte? Digitaler Filmriss? Dann aber wenigstens farbenfroh. Die Herausforderung mit den Farben ist eine Andere und doch hat sie mit der Wahrnehmung meines Ortes zu schaffen. Wenn ich "Rot" sage, sehen wir alle rot. Nur siehst du ein anderes Rot als ich. Deine Definition davon. Dein Rot. Wenn ich es dann schaffe, dass du dich kurz besinnst, nicht in Windeseile das nächste Wort einsaugst und deine Vorstellungskraft beschäftigst, sondern mal bei dem Wort "Rot" bleibst. Rot. Rot. Rot. Rot. Rot. Rot … und möglichst detailliert dein persönliches Rot beschreibst, komme ich der Realität der Farbe rot schon näher. Das ist, was mich erfüllt. Kollektives Gedächtnis? Eher ein einzelnes Wort als Brennpunkt eines erhofften Aufbruchs. Feuerrot. Blau. Zur Zeit als dieses Foto geschossen wurde, saß ich im obersten Raum des Rathauses der Stadt Heilbronn, genauer hinter der Rathausuhr und habe mir ein paar Hundert Jahre Zeit vor Augen geführt. Jeder kann überall hin! Öffentlich ist alles, was du dir vorstellen kannst. Rot – Blau. Die Farben der Stadt, die noch immer zu sehr damit beschäftigt ist ihr Gesicht zu wahren, statt eines zu haben. ..und mein Lieblingsplatz. Ist wohl meine momentane Gegenwart ohne Verortung – aus verschiedenen Blickwinkeln oder Lagen. Jeden Tag. Jede Stunde. Jede Minute, tick tick, tick, klack, ratsch, Gong!

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AUF DEM WARTBERG ULLA KÜHNLE FOTO "Noch zwei Tage und das Morgen hat vor 24 Stunden begonnen" (Heinz Erhardt)

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM KÖPFERTAL MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER Eigentlich würde ich gerne sagen, dass mein Lieblingsplatz das Neckarufer ist, welches, beispielsweise analog dem Weserufer in Bremen, breit und weitläufig zum Grillen, Entspannen und Schiffebeobachten, einlädt. Leider gibt es meiner Kenntnis nach nur sehr wenige dieser Plätze, aber die Hoffnung ist groß, dass es in Zukunft mehr werden. Wer schon mal in Bremen war, weiß wovon ich rede. Somit habe ich mich für das Naturschutzgebiet "Köpfertal" entschieden. Endlich mal ein Park mit wenig asphaltierten Schotterwegen und ohne angelegte Blumenbeete. Im weitläufigen Naturschutzgebiet "Köpfertal" kann man herrlich und ohne von vielen Menschen gestört zu werden, spazieren gehen, die Natur genießen oder an einem Stausee abhängen. Ach ja, und es gibt zwei, drei tolle Grundstücke im Naturschutzgebiet, von denen ich zumindest eines gerne hätte. Aber wer gibt so eine Oase schon freiwillig ab.

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AM YACHTHAFEN MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Jeder hat einen Platz, an dem er sich besonders wohl fühlt. Bei mir ist jener Platz am Wasser. Würde Heilbronn am Meer liegen, wäre mein Lieblingsplatz sicher am Strand. Weil Heilbronn aber nicht am Meer, sondern am wunderschönen Neckar liegt, ist mein Lieblingsplatz eben der Yachthafen. Hier bin ich gern. Gerade in den Sommermonaten lässt es sich hier gut ausspannen. Dann tänzle ich über den schmalen Steg der Schleuse, breite meine Jeansjacke über den Steinen des Mauerrands aus und verweile dort ein bisschen, während meine Füße über dem Wasser baumeln. Warum gerade der Yachthafen? Weil es einer der gemütlichsten Plätze in Heilbronn ist, aber eben auf den zweiten Blick. Und ich bin unglaublich gerne am, aber auch im Wasser. Keine Ahnung, woher das kommt, es hat so eine beruhigende und zugleich belebende Wirkung auf mich. Wasser find‘ ich toll! Und wenn ich so an meinem Lieblingsplatz bin, genieße ich einfach das schöne Leben.

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AUF DEM STAUFENBERG PHILIPP SEITZ Die Frage nach meinem Lieblingsort in Heilbronn ist mir nicht leicht gefallen, wie wahrscheinlich jedem der gefragt wurde. Nach kurzem überlegen habe ich mich dann für den Staufenberg, der zwischen Sontheim und Flein liegt, entschieden. Da ich in Sontheim aufgewachsen bin, verbinde ich viele schöne Erinnerungen mit diesem Ort. Der 360 Grad Ausblick entschädigt alle Anstrengungen, die dafür in kauf genommen werden müssen. Für die ganz Faulen gibt es die halb legale Möglichkeit, bis 100 Meter vor das Ziel, mit dem Auto zu fahren.

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IM WILHELM-KIEZ ROBERT MUCHA HERAUSGEBER So richtig kennengelernt habe ich die Ecke Wilhelmstraße, Werderstraße, Südstraße diesen Sommer. Wir haben dort in einem alten Ladengeschäft in der Wilhelmstraße 56 unsere neuen Redaktionsräume bezogen. Wir hatten Glück gehabt. Erstbezzug nach Sanierung, Altbau, provisionsfrei und bezahlbar. Das machte die Ecke schon mal grundsympathisch. Und unser Bau ist nicht der einzige Altbau auf dem Straßenzug. Hier ist Heilbronn noch historisch. Gegenüber ist der, zugegeben architektonisch keine Augenweide, Europäische Hof mit Supermarkt, Italiener, Bäcker und Ein- Euro-Shop. An der Ecke Südstraße / Wilhelmstraße gibt es einen Metzger. Einen der besten Döner der Stadt bekommt man ebenfalls gleich nebenan, übrigens am Wochenende bis um fünf Uhr. Für den Döner nach dem Feiern. Genauso gibt es hier ein Tattoo-Studio, eine Shishabar, eine Apotheke, einen Pub und mehrere Friseur-Salons gibt es auch. Fast alle Dienstleistungen und gastronomischen Angebote werden von Inhabern feilgeboten. Anders als in der Innenstadt. Hier wird Heibronn noch von Heilbronnern gemacht. Über unserer Redaktion wohnen ausschließlich Studenten. Die Nachbarschaft ist multikulturell, Kinder spielen noch in Hinterhöfen und der Wertwiesenpark, die Kaffebucht samt benachbarter Neckarhalde sind mit dem Rad in weniger als fünf Minuten erreicht. Nicht länger dauert es zum Rathaus. Der Verkehr brummt hier von morgens bis abends ununterbrochen. 14 000 Autos sollen die Wilhelmstraße hier täglich befahren. Wir können uns das gut vorstellen. Durch unsere großen Schaufenster sehen wir das rege Treiben auf der Straße. Ab und an kracht es und sorgt für Abwechsalung im Büro. Sogar Geisterfahrer haben wir schon gesehen. Hier in der Heilbronner Südstadt kann man ein authentisches Heilbronn in vielen seiner Facetten entdecken und erleben. Hier schlägt vielleicht sogar der Heilbronner Puls. Ohne, das es viele wahrnehmen. Ein wahrlich Heilbronner Ort.

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IN DER AUFBAUGILDE MELI DIKTA FOTO Liebe Aufbaugilde, ich mag dich. So sehr, dass du sogar einer meiner Lieblingsplätze bist. Du bist nicht perfekt. Das find' ich total super. Ich mag Dinge, die eine Geschichte haben. Ich finde bei dir fast immer was und falls nicht, übernimmt das Bo, meine Tochter, bei der ich guter Dinge bin, dass sie dich auch mag. Deinen Namen kann sie schon sagen und das ist mit fast zwei Jahren, wie ich finde, ein gutes Zeichen. Gebrauchtes fühlt sich schön an. Manchmal frag' ich mich, warum Dinge hier gelandet sind. Manchmal überlege ich mir eine Geschichte dazu und manchmal frage ich mich auch, warum Dinge überhaupt angeschafft wurden, weil ich überzeugt bin, dass niemand einen so schlechten Geschmack haben kann. Das freut mich dann aber auch wieder, weil ich zufällig auch Bad Taste-Fan bin. Ich mag es, dass du für Leute, die wenig Geld haben, eine gute Alternative sein kannst. Ich mag deinen Geruch. Auch die Menschen dort sind gut. Sie reden noch miteinander. Und es wird auch gesagt, wenn mal was kacke aussieht. "Fräulein, das kann doch nicht Ihr Ernst sein", wurde mir mal gesagt. "Huch, äh doch." Gekauft. Wie du siehst, bist du für mich ein guter Platz. Ich komme immer gerne wieder. Falls aber jemals einer bei dir vorbeikommt, weil er seinen Rahmen kacke findet und da zufällig ein Bild von mir drinnen steckt und du das in deine Bilderrahmenabteilung legst. Dann mach' ich Schluss und zwar so richtig. Das mag ich nicht. Das is' auch nicht Bad Taste. Das is' einfach traurig. Allerherzlichst. Deine Meli

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AUF DEM COURT MEMO FILIZ FOTO

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Wer kennt sie nicht, die Basketball Courts in den New Yorker Ghettos oder in Miami, wo man vergeblich bedeckte Oberkörper sucht und eben den Böckinger Käfig am Recyclinghof. Ähnlich wie Wesley Snipes und Woody Harrelson in "Weiße Jungs bringens nicht" findet man Kids, die sich gegenseitig abziehen und sich mit dem Geld des Gegners bereichern. Genauso in Altböckingen. Nur hier heißen die Protagonisten nicht Sidney Deane oder Billy Hoyle, sondern Yusuf und Erkan die sich als Spielart den Fußball ausgesucht haben. Bis ich den Platz betrete! Denn dann gilt: Jede Regel wird umgeschrieben, ein verschossener Elfer aus fünf Metern bringt das Siegtor zum Unentschieden.

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AN DER ABX-HALLE FLORIAN DAMASCHKE AUTOR Ich bin in Heilbronn geboren, aber kein Heilbronner. Aufgewachsen bin ich in Möckmühl, wo ich bis zum Zivildienst bei meinen Eltern gelebt habe. Danach lebte ich nur noch in Städten, die größer sind als Heilbronn. In Mannheim und München. Mannheim war eine tolle Zeit. Hier habe ich studiert, zum ersten Mal als Texter und Journalist gearbeitet und geheiratet. Unsere Wohnung lag direkt am Luisenpark, der 1975 für die Bundesgartenschau richtig aufgehübscht wurde. So mit Grünflächen à la Central Park, einer Seebühne, die heute noch bespielt wird und natürlich dem Vogelpark. Direkt hinter dem Gelände fließt der Neckar. Hier bin ich fast jeden Tag gejoggt und hinterher habe ich mich am Nationaltheater in den Schatten gehockt und mich wieder erholt. Auf dem künftigen BUGA Gelände in Heilbronn kommen diese Bilder wieder in mir hoch. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal hier an der ABX Halle saß, kurz nachdem ich an Ostern aus München wieder nach Heilbronn gezogen war. Wegen einer Frau, nicht wegen Heilbronn. Aber auch weil hier meine Wurzeln liegen. Ich war neugierig auf die Stadt und auf alle Leute, die sich etwas trauten. Bei meinen

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Streifzügen schien mir vieles vertrauter, als ich es aus meiner Schulzeit in Erinnerung hatte. Der Wertwiesenpark, die Kaffeebucht und der Fahrradweg zum Götzenturm, all dies mochte ich auf Anhieb. Die chouchou-Boutique, nur wenige Meter weiter, war einer dieser Orte, die mich in Heilbronn zum ersten Mal an Großstadt haben denken lassen. Den Laden dachte ich, könnte es so in Hamburg, Berlin oder München geben. An diesem Tag fuhr ich mit meinem neu erworbenen Rennrad-Oldtimer weiter am Wasser entlang, am Pier 58 vorbei, über die Fußgängerbrücke zur Experimenta und stieß hinter dem Yachthafen auf ein riesiges brachliegendes Gelände. Dass es sich hierbei um das künftige BUGA Gelände in Heilbronn handelte, erfuhr ich erst später. Mit ein paar Bauzäunen und Schaufelbaggern kündigte sich das Großprojekt vor meinen Augen nur sehr zart an. Trotzdem strahlte der Platz mit seinen Erdlöchern und Kiesgruben eine Aura aus, die mich anzog. Vielleicht weil es wie ein großer Abenteuerspielplatz auf mich wirkte. Am Ende einer etwa fünfzig Meter langen Lagerhalle setzte ich mich auf die Laderampe in die wärmenden Strahlen der Abendsonne. Das Licht blendete und als ich blinzelte, sah ich in der Ferne leicht verschwommen die XXXL-Reklame am Bierstorfer blinken. Das erinnerte mich an eine der regelmäßigen Wochenendeinkaufsfahrten mit meinen Eltern, die endeten oft dort. Dahinter, im Gesundbrunnen bin ich 1976 geboren, vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich mich im Schatten der ABX-Halle geborgen fühle.

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK AUF DEM SCHULHOF KATHRIN LEISTERER GRAFIK & ILLUSTRATION Das Wirtschaftsgymnasium. Warum habe ich mir ausgerechnet die Schule im Kachelkleid am Hauptbahnhof ausgesucht, die wahrscheinlich wenig Beachtung in einem Reiseführer finden wird? Jedes Mal, wenn ich nach Heilbronn komme, an meiner alten Schule vorbeifahre und unser Abi-Denkmal sehe (die schöne Palme, die die Ehre hat, immer noch vor der Schule zu stehen), fallen mir tausend Geschichten ein, die ich mit diesem Ort verbinde. Auch wenn es nicht zu den schönsten architektonischen Blüten in Heilbronn gehört und keine atemraubende Aussicht bietet, bleibt es für immer ein besonderer Ort, an dem ich viel Spaß hatte, viel erlebt und einige meiner besten und ältesten Freunde kennengelernt habe. Egal, ob in meiner Zeit in Schwäbisch Gmünd, in Hamburg und Berlin oder jetzt in Stuttgart - Heilbronn ist meine Heimatstadt und das WG mein Symbol dazu. Auch wenn es sich optisch eher in ein Schwimmbad verwandelt hat. Deshalb steht es für mich ganz weit oben in der Top Ten der Plätze, die Heilbronn auf den zweiten Blick strahlen lassen.

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM LABYRINTH NICOLAI KÖPPEL AUTOR & SPRECHER Freitags – aber nur in den Sommermonaten – wird in der Kathedrale von Chartres das dort befindliche, weltberühmte Labyrinth für die neugierigen Augen aller neugierigen Labyrinth-Aficionados der Welt enthüllt – das heißt, man stellt die Stühle weg, die sonst dort den Blick versperren. Soviel Zeit habe ich nicht, und freitags habe ich auch meistens was anderes vor. An vielen Tagen der Woche darf ich mir jedoch – dank Hund und der erstgeborenen Tochter, den beiden großen Auslaufwilligen meines Lebens – den Nachbau des Labyrinths von Chartres im Heilbronner Stadtwald begucken. Auch in fast drei Jahren regelmäßiger Besuche dort, habe ich es jedoch noch nicht geschafft – wiederum dank Hund und der Erstgeborenen – das Labyrinth komplett abzulaufen. Es gibt nur einen Weg, der zwar kurvig verläuft, aber genau auf sein Ziel zusteuert. Obacht: wenn das mal keine Allegorie für das Leben an sich und überhaupt ist! Das berühmte Vorbild in Chartres misst über zwölf Meter im Durchmesser (Heilbronn: 15 Meter!) und ist ein 261 Meter langer Weg (Heilbronn: 300 Meter!), der sich durch elf konzentrische Kreise und 34 Kehren zum Zentrum windet. Der Chartres-Weg wird von 273 Steinplatten gebildet. In der Mitte befand sich einst wohl eine Darstellung des sagenumwobenen Kampfes von Theseus mit dem Minotaurus. Die Sage des begehbaren Labyrinths in Heilbronn lässt uns wissen, dass einst die Försterin bei einem Besuch in Chartres auf die Idee kam, so etwas auch bei sich im Wald zu bauen. Wie viele Holzpflöcke im Heilbronner Stadtwald-Labyrinth verbaut sind, lässt sich nur schätzen. Ähnlich wie Athen der Minotaurus- Sage nach, alle neun Jahre sieben Jünglinge und Jungfrauen als Tribut für den Minotaurus liefern musste, hat die ansonsten nach meinen Informationen nicht über Gebühr sagenumwobene Helene- Lange-Realschule Heilbronn im Jahr 2011 Schülerinnen und Schüler nicht näher überlieferter Tugendhaftigkeit entsandt und dieses Labyrinth kunstfertig errichten lassen. In der Mitte sitze heute ziemlich oft ich und beobachte, wie mein Hund sich ständig über die Wegbegrenzungen hinwegsetzt und die große Tochter immer mehr Spaß daran hat, ihnen zu folgen. Ein Labyrinth wie dieses ist, so steht’s in den Weiten des Internet geschrieben, "ein Schlüssel zur persönlichen Weiterentwicklung, zu Erkenntnis und Erfüllung". Wenn ich Hund und Tochter beobachte, frage ich mich, was denn noch kommen soll. Aber irgendwas ist ja immer. So hocke ich dort, mit heißem Tee im Winter oder kühlem Wasser im Sommer, nehme einen Snack zu mir und sinniere knuspernd darüber nach, was gerade so anliegt. Und das ist meistens gar nicht so viel, wie man glauben könnte. Jedenfalls kommt es mir dort, in der Mitte des Labyrinths, so vor. Und wenn ich mal ein wirkliches Problem habe, nehme ich mir endlich die Zeit und verlasse das Labyrinth auf die vorgesehene Weise: über 34 Kehren durch elf konzentrische Kreise. Und dann geht’s weiter zum Tierweitsprung, dem Adlerhorst, dem Akustik-Didaktikum, Holzflugzeug oder der Vogelorgel auf dem Heilbronner Walderlebnispfad. Wenn ich nicht gerade zum Spielplatz muss. Da wird der Kopf auch ordentlich frei.

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IN DER BOUTIQUE SARAH BAUDENBACHER MEDIABERATUNG

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK Wenn du kein Geld für ein Ticket nach Paris besitzt und gerade in Town bist, solltest du dir unbedingt Schuhe anziehen und an die Obere Neckarstraße laufen. Weil dort findest du direkt am Neckar, in der Hausnummer 8 die wundervolle chouchou Boutique. Ich hätte mich auch für einen anderen tollen Platz in Heilbronn entscheiden können, aber das ist einfach mein Liebster. Und wenn du eine Frau oder auch ein Mädchen bist und noch nie da warst, dann solltest du diesen Ort auf jeden Fall besuchen. Naja oder wenn du eine Dame in deinem Leben hast, die dir sehr viel bedeutet. Der kannst du da nämlich auch was ganz Schönes schenken. Ich beschenke mich manchmal auch selbst, das tut gut. Aber meistens mit etwas aus dem lieben chouchou. Du findest dort wunderbare Kleidung und Accessoires von Labels wie Sessùn, American Vintage, Marie Sixtine und vielen mehr. Allesamt französische oder dänische Labels. Das reicht ja eigentlich schon, um dort mal vorbei zu schauen. Weil das allein, klingt einfach schon viel zu schön. Für mich ist es in der chouchou Boutique ein bisschen wie in einem Wes Anderson Film. Also was ich damit sagen will, ist: Hier stimmt einfach alles. Alles hat seinen Platz und der Laden, der im Übrigen ein Mini-Concept- Store ist, den meine Freundin Romina mit ihrem Freund Raimar, der sein Grafikbüro in den hinteren Räumen hat, schmeißt, ist wunderschön und mit viel Geschmack und Liebe zum Detail eingerichtet. Ich muss etwas beichten: Ich hab mich früher nie in den Laden reingetraut, weil er so schön war ... Gut, dass ich das dann doch irgendwann Mal einfach gemacht habe. Das sollte man so oder so viel öfters tun. Einfach mal irgendwas machen. Irgendwas anderes oder etwas, dass man sich sonst nicht traut. Und jetzt ist es so, ich könnte mich hier durchaus den ganzen Tag aufhalten und mich von Rominas Schleckmuscheln ernähren, Leute beobachten, die am Laden und dem Neckar vorbeilaufen, französische Kleider anziehen, Rominas selbstgemachten Schmuck anprobieren und der Musik im Hintergrund lauschen. Ich übertreibe nicht. Es ist wunderschön hier. Diese Boutique ist einfach so sehr anders, als die Läden die du hier in der Stadt findest. Also kurzum: Mein Lieblingsplatz in Heilbronn ist die chouchou Boutique. Hier gibt es die schönsten Vibes. Hier ist das kleine Paris der Stadt. Du kannst natürlich auch einfach nur eine Brause oder einen guten Kaffee dort trinken und dich umsehen ... oder aber du kaufst dir ein schönes Kleid. Und kaum eine andere Frau hier wird das Kleid haben, denn die Klamotten gibt es hier nur in kleiner Stückzahl. Die Sache mit dem Ticket zu Beginn hab ich ernst gemeint. Ich weiß ja gar nicht, warum du noch länger überlegst?

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AM INDUSTRIEHAFEN ASHLEY AAMES AUTOR Einer meiner Lieblingsorte dieser Stadt ist der Neckargarten, direkt hinter dem Pflanzen Kölle. In verlängerter Form dient dieser Radweg gegenüber des Industriehafens als Verbindung zwischen Horkheim und Neckarsulm. Ich finde den Industriecharme der 80er Jahre auf der anderen Seite des Neckars sehr beruhigend.

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OBEN FOTOS: MEMO FILIZ Obwohl es schon zig Heilbronner Luftaufnahmen gibt, wollten wir den fotografischen Blick aus luftiger Höhe auf die Stadt riskieren und dabei eine ganz neue Perspektive auf die Stadt zeigen. Fotograf Memo Filiz hob ab, öffnete mutig die Flugzeugtüre und fotografierte für uns Heilbronn so, wie wir es zuvor noch nicht gesehen haben.

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TITELTHEMA: HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK JOSHIS MEINUNG Heilbronn auf den zweiten Blick "Der zweite Blick" ist eine Redensart oder wie auch immer das heißt. Was es jedenfalls bedeuten soll, etwas auf den "zweiten Blick" zu sehen, ist das: Stellt euch mal vor, ihr sitzt vor einem großen Leinwandbild. Als allererstes seht ihr das Große im Bild, den Bildmittelpunkt. Mit diesem Mittelpunkt sieht man auch schon ein bisschen den Hintergrund. Dann erst, wenn ihr euch Zeit nehmt, genauer hinzuschauen, dann seht ihr auf den zweiten Blick die kleinen Details. Die sind auch wichtig. Kleinigkeiten, die man eben nicht gleich sieht. Oder wie das Bild überhaupt gemalt wurde und so weiter. Nur weil man das erst später sieht, bedeutet es nicht, dass es nicht total toll ist. So habe ich jetzt auch Beispiele für Heilbronn von Orten, die man nicht sofort sieht oder die nicht jeder kennt. Die aber voll toll sind. Ich finde, dass sich zwei Sachen besonders gut für dieses Thema eignen: Erstens das "Wertvoll" im Wertwiesenpark. Dort gibt es kalte Getränke und riiiiiiichtig leckeres Essen. Mmmmmhhh. Außerdem kann man dort auch Minigolf spielen. Das ist richtig toll. Wir gehen da öfters hin. Für die Erwachsenen ist das richtig gut, sie können sitzen und quatschen und die Kinder können in Hängematten liegen oder spielen. Der Wertwiesenpark ist ja auch an sich richtig nett, denn dort gibt es ja richtig viele Sachen. Manchmal denke ich, ich bin auf einem riesengroßen Spielplatz: Überall die Klettergerüste, die großen Wiesen, irgendwelche Sachen, auf denen man rumklettern kann. Wenn man also im Wertvoll nicht mehr sitzen will, dann hat man ja einen tollen Park um sich rum. Und man kann auch seinen Hund mitnehmen. Das Zweite, das ich euch vorstellen will, ist das "Falafel Beirut" in der Paulinenstraße. Das ist so versteckt, dass man sogar einen weiteren Blick braucht, um es zu entdecken, obwohl es voll nah an der Stadt ist. Dort esse ich immer ein besonderes Chicken-Schawarma, mit Pommes drin. Das ist soooo lecker! Im Falafel Beirut gibt es natürlich auch Getränke und auch süße Sachen und natürlich Falafel. Meine Mama liebt Falafel. Das Paar, denen das Falafel Beirut gehört, ist voll nett und die sind auch richtige HANIX-Fans. Wirklich, ich sag euch, da müsst ihr mal hingehen. Das ist einfach nur LECKER! In der Paulinenstraße gibt es aber leider keinen Spielplatz. Seinen Hund kann man aber auch mitnehmen. Direkt daneben ist das Stadtzentrum. Also ideal ist das Falafel Beirut für Touristen: Am besten erst in die Stadt gehen und danach lecker und gesund bei Falafel Beirut essen. Mir fällt jetzt auch noch das Köpferbachtal ein. Da kann man schön in der Natur spazieren gehen, Dämme bauen und im Wasser spielen. Tiere gibt es da auch. Das ist toll. Aber ich verrate euch nicht welche. Geht selbst hin und lasst euch überraschen, was ihr so seht. Nach dem Spaziergang kann man in das Restaurant oder in den Biergarten dort in der Nähe gehen, etwas essen und trinken und sich ein bisschen ausruhen. Solche Aktionen könnt ihr ja auch alle mal machen. Und denkt daran, ganz genau hinzugucken. Dann findet ihr diese Orte und wisst dann, was ich meine. Vielleicht werden das ja auch eure neuen Lieblingsplätze. Hiermit verabschiede ich mich von euch und sag: "Auf Wiedersehen, Leute. Bis zur nächsten Ausgabe!" Euer Joshi

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» Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt, dann nur … « Xavier Naidoo … mit Begeisterung und Herz. Mary Sanders. die Sängerin für Ihre Trauung, Ihren Empfang oder einen anderen schönen Anlass. www.mary-music.com

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QUIZ DICH GLÜCKLICH

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FRAGE: IM JAHR 2019 FINDET DIE BUNDESGARTENSCHAU IN HEILBRONN AUF DEM EHEMALIGEN FRUCHTSCHUPPEN-AREAL STATT. ABER WANN FAND DIE LANDESGARTENSCHAU IM HEUTIGEN WERTWIESENPARK STATT? GARTENSCHAUEN BIETEN SICH WUNDERBAR AN, UM STÄDTEBAULICHE VERÄNDERUNGEN VORZUNEHMEN. SO IST ES AUCH IN HEILBRONN MIT DER BUNDESGARTENSCHAU, DIE IN FÜNF JAHREN EINEN NEUEN STADT- PARK MIT WOHNQUARTIER ENTSTEHEN LÄSST. DIE BAUMASCHINEN PLA- NIEREN UND SCHAUFELN BEREITS AUF DEM BUGA-GELÄNDE. ALTEREGO - THE MOVIE PEARLS AND DIAMOND BURGER53 EMONS VERLAG 1 x DVD Die Graffiti-Dokumentation von Daniel Thouw featured Graffitikünstler aus der ganzen Welt und kommt mit einem feinen Soundtrack made in Heidelberg daher. 1 x 50€-Gutschein Ob ihr den Gutschein für ein Abendessen, süffige Cocktails oder ausgiebiges Frühstücken einlöst bleibt euch überlassen. Lasst es euch schmecken im "Pearls". 10 x 5€-GUTSCHEIN BURGER53 spendiert zehnmal einen 5-Euro- Gutschein für Burgergenuß in der Sülmerstraße. Regionale Produkte werden hier hauptsächlich verarbeitet. Na dann "Guten Hunger!" 3 x BUCH Der frisch gedruckte Kriminalroman "Heilbronn 37°" der Heilbronnerin Henrike Spohr ist ein Psychothriller mit Sogwirkung. Wir verlosen mit dem Emons Verlag drei Exemplare. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ @ HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: FLOWERPOWER EINSENDESCHLUSS IST DER 19. OKTOBER 2014. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: SEINE SCHÖNSTEN LIEDER

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HEJ MIN KÄRA HEMLAND – HALLO MEINE LIEBE HEIMAT, EIN BRIEF VON MARIA SANDERS GELESEN VON: MARIA SANDERS Doch Oslo ist anders. Ebenso rau, wie seine Landschaft, mit riesigen Wolkenkratzern und einer enormen "Diversity". Menschen aus Südamerika, Indien, Deutschland, den Vereinigten Staaten und Afrika konnte ich ausmachen. Diese Kulturenvielfalt gefiel mir, wobei ich mich gleichzeitig fragte, wie sich alle Nationalitäten auf einem Haufen wohl vertragen würden? Das herauszufinden, dazu kam ich leider auch nicht mehr bei unseren norwegischen Freund, der ununterbrochen redete. "What do you do here", fragte er mich in einem astreinen amerikanischen Englisch. Ich sagte ihm, dass wir ein paar Tage durch Norwegen fahren und uns das Land anschauen. "That’s awesome", rief er begeistert und fischte einen Dreiliter-Tetrapack aus seinem Rucksack. "We share everything in Norway." Wir teilen alles miteinander, sagte er, und schenkte uns in zwei angenoch ganz in Gedanken versunken sitze ich an einem Tisch in einem Schnellrestaurant. Meine letzten Minuten in Stockholm, bevor sich der Flieger wieder in deine Richtung, liebe Heimat, bewegt. Hektisches Treiben und Getöse um mich herum. Menschen, die in einem Affenzahn vorbeirennen oder Burger, Fritten und Cola in sich hineinschaufeln, als ob ihnen keine Zeit mehr bliebe, um noch in Ruhe zu essen. Ich selbst, bin noch ganz fasziniert von den Abenteuern der vergangenen Tage. Eine Woche Zeit hatten wir. "Eine, ist besser als keine", dachte ich mir. Und so begannen wir, mein Freund und ich, einen Roadtrip von der Ostküste Schwedens bis zur Westküste Norwegens und wieder zurück. Die Stationen waren Stockholm, Hammarö, Karlstad, Oslo, Eidfjord, Bergen und Nesbyen. Die erste Nacht verbrachten wir im Backpacker Hostel direkt in Stockholm City. So ein gemütliches Hostel und für etwa 35 Euro die Nacht und pro Bett, auch absolut erschwinglich. Bettzeug sollte man aber immer selber dabei haben, das kostet nämlich extra. Und erschwinglich deshalb, weil ich ganz schön überrascht war, wie teuer hier im Norden alles ist. Da bekommt man sein Sechs-Euro-Brötchen kaum runter. Aber nicht so schlimm, gucken reicht ja auch. Und so haben wir Stockholm als moderne Stadt kennenlernt, mit jede Menge kunstvoller Architektur. Ich fotografierte beinahe jedes Gebäude, an dem wir vorbeigefahren oder gelaufen sind. Einige der Gebäude wirkten wie dunkle, geschliffene Diamanten. Die Fenster reflektierten wie Spiegel und waren mehreckig geformt. Ähnliche Bauweisen sah ich auch in Oslo, Norwegens Hauptstadt.

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BRIEF AN DIE HEIMAT: MARIA SANDERS, SCHWEDEN & NORWEGEN Während der Fahrt auf der ewig langen Autobahn nach Bergen wurde die Landschaft rauer. Die Felswände entlang den Straßen wurden immer höher und imposanter und die Farben des Waldes änderten sich. Sie wurden rot, braun, orange, grau, aber auch bronze und zimtfarben. Ich konnte nicht glauben, welche Schönheit mich erwartete. Ich sah Mooswiesen mit spätsommerlichen Blumen in all möglichen Farben; aus Gestein, schräg herauswachsende Blumen und Felsen mit Indianergesichtern. Ich erinnerte mich an meine Kindheit, als ich auf der Wiese lag und mit meinem Augen Zuckerwattefiguren aus den Wolken malte. Die Natur ist atemberaubend. Ich konnte es nicht begreifen, wie unberührt alles war. Auf unserem Weg nach Bergen kreuzten wir den Nationalpark bei Odda, bestiegen einen kleinen, gerade mal tausend Meter hohen Berg, dessen Name ich leider vergessen habe und fanden bei Eidfjord einen geheimen Zauberwald, in dem ich mich wie Ronja, die Räubertochter fühlte. Und auch in Bergen, der zweitgrößten Stadt Norwegens, erlebten wir einen aufregenden Tag. Wir liefen durch die Stadt, ließen uns unter bunten Regenschirmen treiben und genossen die norwegischen Klänge einer jungen Künstlerin auf dem Musikfestival. Am meisten freute ich mich auf Nesbyen. Etwa 120 Kilometer nördlich von Oslo liegt dieser Ort entfernt, der mir wie der heilste Fleck auf Erden vorkam. "Warum kann es nicht überall auf der Welt so friedlich zugehen, wie dort", fragte ich mich. Neben der unfassbar schönen Natur Norwegens, war das Kennenlernen zweier Wölfe im Naturpark Langedrag wohl mein schönstes Reisehighlight. Auf dem Hof sonnten sich die Pferde, Hasen hoppelten überall frei herum und eine große Sau machte stets ihren Kontrollgang. Wir sahen einen Lux aus nächster Nähe, Elche und Rentiere. Nie zuvor habe ich ein Rentier gesehen. Das war großartig. Anfangs dachte ich, die Einrichtung sei eine hervorragende Inszenierung. Andererseits sah ich ja hunderte Kilometer lang die umliegende Natur. Es war alles gleich, alles echt. rissenen Plastikbechern, Rotwein ein. Er erzählte von Land und Leuten, dass wir unbedingt die Berge sehen müssen und außerdem heute nach noch eine riesen Party im Viertel steigen würde. "Ein lustiger Kerl", dachte ich mir und genoss den süßen Rotwein. Als ganz besonderen Moment empfand ich die Fütterung der zwei Wolfsbrüder. Immer wieder stritten sie sich um die Gunst des Rudelführers. Beängstigend sah es aus, wie sie sich anfletschten und ihre Zähne zeigten. Frank André Suma lachte: "Sie diskutieren nur." Beide Wölfe wollen mit ihm kuscheln, aber teilen will keiner von ihnen. "In Norwegen gibt es weniger Wölfe", erklärt der 38-Jährige, "als bei euch." Aktuell sind es 34 Wolfspaare und vier sesshafte Einzelwölfe in Deutschland. Sie leben unter anderem in Brandenburg, Sachsen, Niedersachen und Mecklenburg- Vorpommern. Und auf einmal fing Rudelführer Suma an zu jaulen. Die zwei Wolfsbrüder drehten sich um und streckten die Köpfe in die Höhe. Aus ganzer Kehle heulten sie ebenfalls. "Damit drücken sie ihre Gefühle aus", sagte Frank Suma. Wölfe "singen" also, wie wir Menschen, wenn sie traurig oder besonders glücklich sind. Faszinierend ein so starkes Raubtier nur wenige Meter neben sich beobachten zu können. Nur ein paar Tage waren wir weg, liebe Heimat, und doch hab‘ ich dich vermisst. Ich finde, das Schöne am Reisen ist neben all den tollen Eindrücken, auch das Heimkehren. Wir freuen uns auf dich. Aber jetzt müssen wir uns sputen. Gleich geht es in den Flieger. Bis in vier Stunden!

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNBOARD VIA GRAFIK Dimitry hatte uns eingeladen, für 10 Tage nach Moskau zu kommen, uns dort umzuschauen und gegen Ende hin eine Arbeit bei Faces & Laces zu präsentieren, die man sich wie eine Messe der noch etwas in den Kinderschuhen steckenden Urban Culture Russlands vorstellen kann – mit all den Marken, Sportarten und Künsten, die eben dazugehören. Die Veranstaltung fand in einem entkernten Kaufhaus direkt um die Ecke des Roten Platzes statt und war für uns natürlich ein spannender Trip ins unbekannte Riesenreich. Unsere Arbeit wirkt tatsächlich auch ein wenig, als würden sich die Eindrücke dieses Trips auf einer Leinwand komprimieren. LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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Lenin Said, Freie Arbeit auf der Faces & Laces Ausstellung in Moskau, 2010

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THE RECONNECTION UND RECONNECTIVE HEALING: HEILE ANDERE UND HEILE DICH SELBST! TEXT: RAFAELA JECKLE FOTOS: PR In Deutschland habe ich einen revolutionären Prozess, gennant "The Reconnection", entdeckt. Diese Heilmethode durch die sogenannte "Rückverbindung" zeigt, dass wir alle die Fähigkeit besitzen, zu heilen. Ich komme aus einem Land, in dem man an Wunder glaubt, aber hier in Deutschland durfte ich eines der größten, wundervollen Geschenke meines Lebens erfahren: Ich habe besondere Frequenzen kennengelernt. Ich bin ganz begeistert, dass ich so weit entfernt von meiner Heimat, hier in Deutschland, eine unfassbare Form der Heilung kennengelernt habe. "The Reconnection", ist der englische Name für die "Wiederverbindung". Eine einfache, subtile und zugleich überwältigende Art von Heilung, die zeigt, dass jeder sein eigener Heiler sein kann und das ein jeder ganz unkompliziert heilen kann. Die Methode, wie man sich mit den eigenen Händen ausgleichen kann, wurde von Dr.Eric Pearl entwickelt. Dr. Pearl, ein Chiropraktiker aus Amerika, stellte fest, dass seine Gabe weit daüber hinaus ging, Wirbelsäulen zu justieren. Dr. Eric Pearl ist einer der wichtigsten Heiler in der Welt. Als Schöpfer der Methode, brachte er diese Art von Heilung in mehr als 70 Länder und bislang haben weltweit etwa 100 000 Menschen begonnen, sich ausbilden zu lassen. Dr. Pearl reist an 45 Wochen im Jahr, um die Welt, um Seminare zu geben und um diese neue Ebene der Heilung vorzustellen. Dabei ermöglicht er den Lernenden mit einem breiten Spektrum von Frequenzen zu arbeiten. Dr. Pearls Methode von Energieheilung ist unabhängig von jeder Technik. Indem wir lernen, den körpereigenen Zugang zu diesen Frequenzen zu aktivieren, kann man sich selbst heilen oder andere bei deren Heilprozess unterstützen. Es handelt sich hierbei um keine Energieheilung im klassischen Sinn. Durch diese besondere Frequenz, gennant "Reconnective Frequenz" und unsere eigene Energie kommt man ans Ziel. Aus meiner Sicht handelt es sich bei "The Reconnection" gleichzeitig um Liebe, Gleichgewicht, Gesundheit, Wirtschaft und Philosophie. Alles, was am Anfang so kompliziert aussieht, ist in Wirklichkeit ganz einfach und effektiv. Das Ziel ist nicht direkt irgendwelche Krankheiten zu behandeln, sondern den Körper in Balance zu bringen und dann dadurch wundervolle Ergebnisse zu erreichen. "Reconnective Healing" ist eine neue Ebene der Heilung, durch die ein umfassendes Spektrum von Frequenzen erreicht und aktiviert wird. "Reconnective

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NEIG´SCHMECKT: THE RECONNECTION Matthias Kohlenberger Healing" geschieht, ohne den Körper zu berühren. Meistens wird der Heiler mit seinen Händen auf dem Magnetfeld des "Patienten" spielen. Die Intention des Heilers ist nicht, etwas weiterzugeben. Vielmehr wird mit dem Frequenz- Spektrum interagiert, um eine Frequenz-Brücke zwischen "Patient" und der Feldfrequenz herbeizuführen. Bei der Interaktion mit diesem Spektrum besteht ein schneller Austausch von Energie, Licht und Information. Das Ergebnis dieser Wechselwirkung ist die Rückkehr zu dem idealen Zustand der Balance, was zur Heilung führen kann. Ein großer Unterschied zu anderen Formen der Heilmethoden ist, dass es keine Notwendigkeit gibt, die Hände auf bestimmte Punkte zu positionieren oder Rituale durchführen, Chanten von Mantras oder ähnliches vor sich herzumurmeln. "Reconnective Healing" ist keine Art von Behandlung, ist keine Therapie, die Krankheitssymptome werden nicht einmal angesprochen. Die Absicht ist nicht, eine Diagnose für eine zu behandelnde Krankheit zu stellen, sondern die Wiederherstellung des Gleichgewichts des Körpers. Durch den Zugriff auf diese Frequenzen, stellt sich nicht nur ein geistiges und körperliches Gleichgewicht ein, auch andere Ebenen gelangen zurück in Balance. Die Arbeit in diesem breiten Frequenzspektrum führt zu einem Austausch von Energie, Licht und Information in Zellen und erwirkt so die Wiederherstellung des Gleichgewichts. So kann, so Pearl, jeder seine Selbstheilung realisieren. Obwohl es der us-amerikaner ist, der diese wundervolle Art der Heilung entdeckt und weiterentwickelt hat, argumentiert er, dass er nichts macht, was nicht jeder Mensch tun kann. Der Vermittler ist nur ein Katalysator für die Heilung, sozusagen das Transportmittel. Dr. Pearl erklärt: "Was ich tue, ist keine Zauberei. Es ist nicht Voodoo. Ich bin kein Guru oder ein spiritueller Führer. Sie sind zu viel mehr in der Lage, als Sie denken. Ich habe einfach eine neue Ebene des Bewusstseins, entdeckt, die lehrbar und für jedermann zugänglich ist." Wegen der erfolgreichen Ergebnisse von "Reconnective Healing" und "The Reconnection", wurde Eric international bekannt. Seine Arbeit wurde in dem Dokumentarfilm "The Living Matrix" gezeigt. In der Dokumentation haben Wissenschaftler und Mediziner innovative Gesundheitskonzepte auf Basis der Quantenphysik untersucht. Sie entdeckten, dass der Körper den Prozess der Selbstheilung durch Bio-Energie-Störungen aktivieren kann. In diesem Film präsentiert Dr. Pearl den Fall von Dimitri, einem Jungen mit zerebraler Lähmung und motorischen Schwierigkeiten. Dimitri kann nach "Reconnective Healing"-Sitzungen inzwischen ein ganz normales Leben führen. Dieses Beispiel bestätigt die Studie der Forscher: Die Energie-Informationen und deren Qualität und Intensität, die an Zellen gesendet werden, bestimmen die Qualität unserer Gesundheit. Über Dr. Pearl wurde viel berichtet. Ob in The Dr. Oz Show, The New York Times oder CNN, viele große Medienhäuser sind auf ihn aufmerksam geworden. Er hat vor den Vereinten Nationen und im Madison Square Garden gesprochen. Sein internationaler Bestseller "The Reconnection: Heile andere, Heile dich selbst" wurde in mehr als 39 Sprachen übersetzt. Dr. Pearl fährt damit fort, mit den Führern der Wissenschaft, der Medizin und Spiritualität zu sprechen, um das Niveau unseres Verständnisses und unserer Fähigkeiten zu erhöhen. Unterstützt durch externe Forscher aus Harvard, Yale und Stanford erhebt Dr. Pearl Studien zu diesen neu entdeckten Heilfrequenzen. Er ist der Pionier auf diesem Feld. Ich selbst hatte die Wunder der Frequenzen erlebt, und hatte die Möglichkeit Dr. Pearl und sein Team persönlich für MSN Brasilian zu interviewen. Ich würde gerne ein wenig von meinem unvergesslichen Erlebnis mit Ihnen

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NEIG´SCHMECKT: THE RECONNECTION teilen. Zunächst werde ich den Unterschied zwischen "Reconnective Healing" und "The Reconnection" erklären. "Reconnective Healing" begründet das Gleichgewicht und "The Reconnection" ist das Vehikel, das eine Person schneller dazu bringt, zum Ort des Heilungsvollzuges zu bringen. "Reconnective Healing oder Heilung durch Rückverbindung" ist eine neue Form der Heilung durch heilende Frequenzen aus Licht und Information. Diese ermöglichen Balance auf allen Ebenen des Seins und werden durch Hände verbreitet. "Reconnective Healing" trägt ein Gleichgewicht auf molekularer Ebene in die Frequenzen des Körpers. Es entsteht dadurch eine Förderung, Unterstützung und Einführung von positiven Veränderungen im Leben. "The Reconnection" aktiviert durch schlafende Akkupunktur der Meridianpunkte und Linien am Körper des Menschen die Wiederverbindung der "axiatonalen Linien" der Sternensysteme und das Schließen der Stromleitungen des menschlichen Körpers zum Energienetz der Planeten und des Universums. Reconnection zielt auf die menschliche Evolution, das Erweitern von Wahrnehmungen und auf die Rücksendung der Vorstellung von dem, was wir bereits sind in unserer Essenz. Reconnection wird nur einmal im Leben durchgeführt und sollte persönlich in zwei Sitzungen an aufeinanderfolgenden Tagen vollzogen werden. "Diese Art der Selbstheilung hat nix mit dem persönlichen Glauben oder Religion zu tun, sondern mit dem Wunsch der Neuverbindung. Der Patient muss im Wesentlichen ermöglichen und die Heilung akzeptieren. Man weiss nicht genau, wie es funktioniert. Aber egal ob man es verstehen kann, die Heilungen sind oft erfolgreich", so Pearl. Die Geschichte hinter Dr. Pearls Aufstieg zum international anerkannten Heiler sind in seinen Büchern "The Reconnection – Heilung durch Rückverbindung", und "Solomon spricht über ein Leben in Verbundenheit" zu finden. Durch sie ist er weltweit bekannt geworden. Sie führten dazu, dass zahlreiche berühmte Ärzte, Quantenphysiker und Forscher der ganzen Welt individuelle Sitzungen von Dr. Eric Pearl besuchten. Immer noch skeptisch? Diejenigen, die sich persönlich von all dem überzeugen wollen, empfehle ich den Besuch eines Seminars von Dr. Pearl and The Reconnection Team. Das Nächste in Deutschland wird in Stuttgart vom 5. bis 9. Dezember auf dem Messegelände stattfinden. Weitere Infos: www.thereconnection.com/

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LESERBRIEFE Liebes HANIX-Team, sehr interessiert habe ich eure Bierund-Wein-Ausgabe gelesen. Hopfenstopfer kannte ich noch gar nicht und hab es als neugieriger Mensch, der Bier liebt, gleich ausprobiert. Dieses Craft Beer ist zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber doch sehr lecker. HORST MÄNTE, HEILBRONN Hallo HANIX, ich bin schon länger großer Fan eurer Rubrik Heimatliebe. Umso mehr habe ich darüber gefreut, dass die Bilder nun ausgestellt werden. Ich freue mich auf die Vernisage am 7. Oktober. NICOLA HERRMAN, HEILBRONN Hallo Ihr, stimmt es, dass in diesem Jahr noch eine gedruckte HANIX-Ausgabe erscheinen wird. Ich habe es auf einer Party mit einem Ohr aufgeschnappt, wollte aber sicher gehen und frage nun euch. INA LEMKUL, NECKARSULM Antwort d. Redaktion: Liebe Ina, ja, du hast richtig gehört. Mitte November wird eine gedruckte HANIX-Sonderpublikation erscheinen. Wir geben den genauen Erscheintermin rechtzeitig über unsere Kanäle bekannt. Hallo HANIX! Ich will mich ja nicht beschweren, aber eure letzte Party fand Ende April statt. Kommt mal wieder in die Puschen und feiert. Zeit dafür wäre es jetzt. Just my two cents. CLAUDIA MAUCH, HEILBRONN

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IMPRESSUM Verlag und Redaktion HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Leo Volland, Annette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Ashley Aames, Valerie Grübele, Joshua Endresz, Nicolai Köppel, Florian Damaschke, Uwe Gramlich, Maria Sanders, Sarah Fischer, Philipp Seitz, Memo Filiz, Kathrin Leisterer, Sarah Baudenbacher, Meli Dikta, Philipp Kionka, Rafaela Jeckle, Ulla Kühnle, Will Calhoun, Mavinga Petrasch, E-Mail: redaktion @ hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka, Sarah Fischer, Mavinga Petrasch, Steven Zuleger, Eldon Phillips, Bryan Henao Bildredaktion Memo Filiz, Ulla Kühnle, Meli Dikta, Norman Seeff, Andreas Hornoff Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Sarah Baudenbacher sarah.baudenbacher @ HANIXmagazin.de Marcel Kantimm (verantw.) marcel.kantimm @ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha @ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Auf den ersten Blick war Heilbronn in den 1980er Jahren nicht immer schön. Und auf den zweiten? Bei diesem Blick, vom Kiliansplatz in die Kilianstraße, lassen wir die Frage lieber unbeantwortet. Von 1982 stammt das Foto. Das ist – je nach Alter der Betrachter – erst oder schon 32 Jahre her. Wer erinnert sich noch an die Bäckerei-Filiale Mitterer, die Metzgerei Wolff und an den Blumenladen Yvonne? Oder daran, dass eine postgelbe Telefonzelle vor dem Rosenthal Studio-Haus stand? Die erste grundlegende Umgestaltung des Kiliansplatzes nach dem Wiederaufbau in der Nachkriegszeit, fand 1988 statt. Die Pläne dazu kamen von Rasso Mutzbauer vom Stadtplanungsamt. Ein Jahr später wurde der Wettbewerb für eine Brunnenplastik ausgeschrieben. Seit dem 4. Mai 1996 plätschert hier der Komödiantenbrunnen von Eberhard Linke und belebt die südöstliche Ecke des Platzes, wo vorher doch eine gewisse Ödnis herrschte. Zu jenen Bildchronisten, die sich in den 1980er Jahren nicht scheuten, auch die Tristesse Heilbronns zu dokumentieren, zählt der 1949 geborene Amateurfotograf Jan Wojcik. Rund 1700 seiner Fotos sind im Besitz des Heilbronner Stadtarchivs. Das ist eines davon. Bildauswahl und Text für diesen unretouchierten Blick zurück in die jüngere Vergangenheit, wurden wie immer vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt.

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Kiliansplatz, 1982 (Jan Wojcik)

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VERANSTALTUNGEN OKTOBER 1. Oktober Jazzclub Cave 61 Konzert + Session: Trio Arsis Die auch klassisch ausgebildeten Stuttgarter Musiker des "Trio Arsis" bieten Bossa Nova- und Samba-Klassiker sowie eigene Kompositionen aus dem Brazil- Jazz-Genre. 1. Oktober Theaterschiff Rainer Moritz - "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" Wenn Schlager gesungen werden, ist die Liebe nicht fern. Das war in den Fünfzigerjahren so, als Rudi Schuricke und Connie Francis schmachtend Lieder vortrugen, und das ist heute nicht anders, wenn Andrea Berg und Helene Fischer von Affären, Scheidungen und den Träumen ewigen Glücks singen. Der promovierte Literaturwissenschaftler Rainer Moritz führt kenntnisreich, amüsant und passioniert durch die deutsche Liebesschnulzengeschichte, lässt Hörbeispiele wie "Liebeskummer lohnt sich nicht" erklingen und zeigt, dass Gassenhauer und Evergreens mehr über die deutsche Geschichte verraten als viele Sozialstudien. Unterstützung erfährt er durch den promovierten Physiker Michael Beutelspacher, der als hoch origineller Christian-Anders-Darsteller an unvergängliches Schlagergut wie "Es fährt ein Zug nach nirgendwo" erinnert. anscheinend auf ihn niedergesaust ist, während er versucht hat, vom Balkon ins Zimmer zu klettern. Wer ist dieser Mann und was sollen sie jetzt tun? Die Polizei zu rufen, kommt nicht in Frage. Was gäbe das für Schlagzeilen, wenn die Affäre bekannt werden würde. Also ruft Richard seinen Mann für alle Fälle, den Sekretär George Pidgen. Dieser beflissene, extrem loyale, aber auch etwas begriffsstutzige Typ soll seinen Chef aus der misslichen Situation befreien und die Leiche irgendwie verschwinden lassen ... 2. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Hot Club Swing Hotel - Gipsy, Swing, Blues & Rock Das im letzten Jahr gegründete Trio besteht aus Andi Delzemich (Accustic Guitar, Gesang), Joachim Keck (Klarinette, Saxofone) und Movie Machowetz (E - Guitar). Die drei langjährigen Freunde haben sich zu einem besetzungsmäßig wie musikalisch ungewöhnlichen Stilmix zusammengefunden. Im Mittelpunkt steht die Musik von Django Reinhardt mit seiner Band "Hot Club de France". Daneben gibt es viel Bekanntes und Bewährtes aus den Fifites und Sixties - kein Wunder bei drei bestens versierten Musikern, die auf jahrzehntelange musikalische Erfahrung zurückgreifen können. Special Guest: Christoph Zartmann (Blues Harp, Gesang). 1. Oktober Theater Heilbronn, Komödienhaus Außer Kontrolle - Komödie von Ray Cooney Suite 648 in einem vornehmen Londoner Hotel. Hier hat Richard Willey, Staatsminister der Regierung, sich einen netten Seitensprung organisiert. Während er seiner Frau am Telefon erzählt, er müsse gleich zu einer Debatte ins House of Commons, freut er sich auf das Schäferstündchen mit der Sekretärin der Opposition. Champagner und Austern sind bestellt, Jane trägt ihr schönstes Negligee. Jetzt fehlt nur noch der romantische Blick über die Themse … Da werden alle erotischen Wallungen jäh unterbrochen. Hinter dem geschlossenen Vorhang finden sie einen Mann. Offenbar tot! Eingeklemmt vom Fenster, das 2. Oktober Mobilat OUT OF THE DARK Gothic, Darkwave, EBM, Industrial, Mittelalter, 80ies 2. Oktober Bar Daneben / Complex 23 Let the good times roll! fifteen years ago we used to...15 Jahre ist es her. Nach, oder besser noch vor den Hausaufgaben ging es raus zum Skaten. Nennen wir es "Retrospektive", mal wieder die alten Skatevideos ausgepackt. 411, Zero, Thrasher,,,und "let it roll"... Musikalische Untermalung von JenZ...RocknRoll, Punk and more. Eintritt frei

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GEHTS Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER 3. Oktober Mobilat KLANG DER BEWEGUNG PRÄSENTIERT "KONSTRUKT" Techno und Visualisierungen, konstruiert um eine moderne Clubatmosphäre zu schaffen. In Rahmen dessen präsentieren wir regelmäßig Musik- und Videokünstler die mit ihrer Arbeit die zeitgenössische Technokultur vertreten. Der Mobilat- Club in Heilbronn bietet mit seiner Architektur, dem urbanen Flair und seinem kulturell vielseitigen Programm hierfür den optimalen Raum. 3. Oktober Theaterschiff Macho Man Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden - und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er–Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen. Er fliegt in die Türkei. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Daniel schwebt im siebten Himmel. Wird aber sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt ... 3. Oktober Jazzclub Cave 61 Kyle Eastwood Band Clint Eastwoods Sohn Kyle ist ein virtuoser Bassist und Komponist mit Gespür für große Melodien. Seine Wurzeln bleiben tief im Jazz, aber es macht ihm Spaß, alle möglichen Geschmäcker hinzuzufügen. 3. Oktober Bukowski IMMER SCHÖN BUKOWSKI 24 Jahre Deutsche Einheit: Im Bukowski feiern wir am Nationalfeiertag nicht nur, dass West und Ost wieder zusammenfanden, sondern auch ’nen Zusammenschluss für eine Nacht: Tom Schön, Josh:tek und Daniel Calisse bündeln ihre Skillz und Kräfte, um Euch angemessen zu unterhalten. Klingt ergreifend, klingt auch schön! 4. Oktober Bukowski SUPERSTROBE @ HEILBRONN Dr. Motte-Buddy Superstrobe steht uns ins Haus. Der Berliner ist DJ, Live Act, Producer und Labelinhaber und hat gerade seine "Trip To Berlin"-EP veröffentlicht, die mit energetischen Powertracks daher kommt. Wenn das Techno 2.0 ist, dann mögen wir den! Für den Support sorgen heute France Ari und Phil ’O’Matic, für die richtige Betriebstemperatur die fair-price-drinks bis 1:30 Uhr und für alles andere Ihr. 4. Oktober Theater Heilbronn, Großes Haus Der kleine Horrorladen - Musical von Alan Menken und Howard Ashman Mister Mushnik betreibt einen Blumenladen in einem heruntergekommenen Viertel in New York. Hier sind die Blumen dem Verwelken nahe, der etwas tölpelhafte Angestellte Seymour zerdeppert viele Töpfe und Audrey, seine heimlich Angebetete, erscheint mit einem Veilchen am Auge zum Dienst. Ihr Verlobter, der Zahnarzt Orin Scrivello, ist von sadistischer Natur. Der Blumenladen jedenfalls steht kurz vor der Pleite. Da schlägt Seymour vor, das Geschäft mit exotischen Pflanzen zu beleben. Er experimentiert seit längerem mit solchen Gewächsen und hat einen fliegenfangenden Fleischfresser herangezüchtet. Er nennt das exotische Gewächs Audrey II. Als sich Seymoureines Tages an einem Rosendorn sticht, findet er heraus, was die Pflanze wirklich gedeihen lässt: menschliches Blut. Durch die ungewöhnliche Nahrung, die Seymour sich nun täglich aus seinen Fingern presst, wächst Audrey II in einem irrsinnigen Tempo. Parallel steigt der Umsatz des Ladens. Doch Seymours Blut reicht bald nicht mehr aus, um die Pflanze satt zu bekommen. 4. Oktober Kulturkeller "Ladies first, Männer Förster" - Musikkabarett Frei nach der Devise: Vorurteile sind zu schön, um nicht wahr zu sein, jonglieren Faltsch Wagoni genussvoll auf dem gefährlichen Grat zwischen Klischee und Negligé, Anmache und Fertigmache. Die Dame von Welt weiß, was die Welt an ihr hat, der Mann träumt von Motorsäge und Jagdrevier. Frauen sind anders, Männer sowieso. Der

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER Unterschied macht die Musik. Mit Sprachwitz, Selbstironie und fabelhaften Songs gehen sie ans Eingemachte und Zweigemachte. Der Kampf der Geschlechter geht hier in eine neue, entscheidende Runde, bei der es keine Sieger und keine Verlierer gibt, aber immer einen Gewinner: das Publikum. 4. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 7 More Days Dem Zuhörer wird ein umfangreiches Repertoire aus Hits, Klassikern und selten gehörten Perlen, hauptsächlich aus den Genres Rock, Hardrock und Blues geboten. Die Cover-Songs werden zum Großteil nah am Original gehalten. Die Band peppt aber auch Songs mit eigenen Ideen auf und so entstehen neue, unverbrauchte 7 More Days-Versionen. Die Musik der fünf sympathischen Musiker ist persönlich und unverwechselbar, keine aufgesetzte Show und Effekthascherei. 9. Oktober Kunsthalle Vogelmann VHS: Cross-Over-Führung durch zwei Ausstellungen Mit Dr. Bernhard Stumpfhaus. 9. Oktober Kaffeehaus Hagen Theaterfreispiel: "Böses zur Guten Nacht" Graf Hille ist zurück! Jahrelang hatte sich der alte Dandy auf seine geheimnisumwitterte Hüpfburg zurückgezogen. Dort widmete er sich mit Hingabe musikalisch-genetischen Experimenten und vertiefte sich unter Einfluss allerlei halluzinogener Substanzen in seine phantastische Bibliothek. Als Graf von Welt behält er die Ergebnisse seiner Forschungen nicht für sich: abwegig komische Arten der Liebe, ein furioses Instrumenten-Massaker und viele wunderlich vertonte Geschichten von der herrlich dunklen Seite des Daseins erwarten seine Zuschauer. Seltsam, aber so steht es geschrieben... 9. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 In Joy Club Lounge Die 7-köpfige Funk und Soulformation um den aus den USA stammenden Gitarristen Jimmy Wilkes und dem Sänger Hanibal Ghebreyesus lädt regelmäßig Gastmusiker zu der am jeweils ersten Donnerstag im Monat stattfindenden Club Lounge ein. 10. – 12. Oktober Theater Heilbronn, BOXX Eröffnung der BOXX "Komm wir gehen in die BOXX!" Die Spielstätte für das "Junge Theater Heilbronn" wird eröffnet. Sie soll eine Mischung aus Jugendclub und Theater werden, in dem diskutiert, Theater geschaut, selbst gespielt, getanzt oder gebattelt wird und das möglichst jeden Tag. Alle, die nicht nur im Theater zuschauen, sondern vielleicht sogar aktiv mitmachen wollen, sollten das Eröffnungswochenende für die BOXX nicht verpassen. Drei Tage lang gibt es Theater, Party und Aktionen zum Mitmachen. Kommt und feiert mit uns. 10. Oktober Theater Heilbronn, Großes Haus Inferno - Ballett von Jörg Mannes Der Vatikan als Schauplatz von Sex and Crime – das war im 15. Jahrhundert Realität. Jörg Mannes begibt sich mit "Inferno" an den Ort des Unheils und nimmt Zustände ins Visier, die auch heute zu den Gepflogenheiten der Mächtigen gehören. Sein Ballettabend erzählt über die Verflechtungen von Macht, Politik und Religion als große Show. Er wirft einen Blick zurück auf das Italien des 15. Jahrhunderts, als im Vatikan Rodrigo Borgia gleichermaßen Bewunderung und Schrecken hervorrief. 1492 wird er zum Papst gewählt. Als Alexander VI. gelangt er mit 61 Jahren auf den Heiligen Stuhl. Er betrachtet sich und seine Familie als auserwählt und setzt von nun an alles daran, ihre unangefochtene Herrschaft in Italien zu sichern. Seine Maßlosigkeit und Unersättlichkeit schrecken selbst vor Mord nicht zurück. Doch er bleibt kein historischer Einzelfall, sondern scheint sich den Machtgierigen in aller Welt zur Nachahmung zu empfehlen. Am Beispiel der Familie Borgia des 15. Jahrhunderts mit ihrem ungeheuren Machtwillen zieht Choreograf Jörg Mannes Parallelen zum heutigen Italien. 10. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Improtheater "Ohne Gewähr" Wie aufregend, rührend und witzig kann Theater sein?

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER Und vor allem: wie spontan? Wenn es sich um Improvisationstheater handelt, dann kann die Antwort nur lauten: Ziemlich! Gespielt und gesungen werden Szenen nach den Vorgaben der Zuschauer. Die setzt das Improtheater ohne jede Vorbereitungszeit und mit viel Lust am Fantasieren um; daraus können Romanzen, satirische Szenen, Gruselgeschichten, Märchen oder ganze Romane erwachsen. 10. Oktober Kaffeehaus Hagen Le Café-Théatre: "Shirley Valentine" oder "Die heilige Johanna der Einbauküche" Ausgemustert - so fühlt sich Shirley Bradshaw, geborene Valentine. Die Kinder sind aus dem Haus, den Mann kannst du in der Pfeife rauchen. Als Gesprächspartner bleibt Shirley nur ihre Küchenwand. Doch das soll sich ändern. Eine Freundin schenkt ihr eine Urlaubsreise nach Griechenland. Dort findet sie die Frau wieder, die sie so lange vergessen hatte: Shirley Valentine. Komödie von Willy Russel, mit Cornelia Bielefeldt. um diese Nacht. Dem Moment, an dem wir uns erneut versammeln um uns gemeinsam zu bewegen, im Takt zu nicken und alles um uns herum zu vergessen. Ich stoße zu meiner Gemeinschaft, meinem Volk. Und uns wird eines verbinden. Unaufhaltsam treiben. Der Bass." 11. Oktober Bukowski FEIER FÜR DICH MIT Barcelona hat sein Sonar-Festival, wir haben unseren Sonaxx: Chris Sonaxx und seine Veranstaltungsreihen "das erbe" und "tonlab" waren jahrelang fester Bestandteil der Stuttgarter Musikszene, und auch im Buko ist er ein immer gern gesehener Gast. Mit seiner energiegeladenen und aufgeschlossenen Art verkörpert er nicht nur die Liebe zur elektronischen Tanzmusik, Chris schafft damit auch einen besonderen Bezug zum Publikum, welches er mit in seine elektronische Klangwelt nimmt. Strompunkt und Fred Moody tun ihr übriges, so dass der Dancefloor beben wird.... 10. Oktober Bukowski HNX ALLSTARS Ein Line-Up so lang wie die Nacht und die halbe Stadt am Start, und zwar nicht nur auf den Beinen, sondern in aller Regel auch von den Socken: Zeit für eine neue Runde HNX Allstars. Mit den Drum Poets, Klemmt & Knirscht, Klangagent, Trigger Figure, Maurica und Junglict. Mit freiem Eintritt bis 01:30 Uhr, und Longdrink-Special ebenso lang. Und mit DIR, IHR, IHM und EUCH! 10. Oktober Mobilat 20 jahre dreamworld records dj tollschock & friends watch out for flyers 11. Oktober Mobilat Riders on the Storm präsentiert "Bass essen Seele auf" 100% Drum & Bass exklusiv auf zwei Floors! "Ich beginne unruhig zu werden. Der Zeiger auf meiner Uhr bewegt sich scheinbar unaufhaltsam gen Stunde Null. Jedoch viel zu langsam. Meine Fantasie, meine Gedanken, meine Liebe und auch meine Triebe drehen sich nur noch 11. Oktober Theater Heilbronn, BOXX Die Kuh Rosmarie - Kinderstück von Andri Beyeler Die Kuh Rosmarie ist eine richtige Meckerziege. Mit allen Tieren auf dem Bauernhof schimpft sie herum. Das Schwein bekommt Schelte, weil es sich im Dreck suhlt. Der Hund wird angemotzt, weil er beim Fressen so schlingt, das Huhn, weil es beim Eierlegen so laut gackert, und der Goldfisch, weil er nackt badet. Die Tiere sind traurig, denn sie können ja nichts dafür, dass sie so sind. Der Bauer beobachtet ärgerlich, welch miese Laune die Kuh auf seinem Hof verbreitet. Als die arrogante Rosmarie dann auch noch den Bauern kritisiert, hat der die Nase voll. Kurzerhand setzt er sie in ein Flugzeug nach Afrika. Doch bald kommen auch von dort Nachrichten über einen eigenwilligen, buntgescheckten Besserwisser. Ein Tier nach dem anderen flieht aus Afrika zum Bauern, weil Rosmarie in einem fort meckert. Mit dem Krokodil, weil es keine Schwimmflügel trägt, mit der Giraffe, weil sie so von oben herab ist, und mit dem Elefanten, weil er so trampelt. Dem Bauern bleibt nichts weiter übrig, er muss seine Kuh zurückholen und zusammen mit ihr und den anderen Tieren einen Weg finden, wie sie friedlich zusammenleben können.

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Filmformate im HANIX Magazin Imagefilme Firmenfilme Kunst- und Kultureventfilme Kontakt: kionka@formatfilm.tv

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER 11. Oktober Jazzclub Cave 61 Joe Haider Jazz-Quartett Perfekte Musik mit Emotion, in der sich die Erfahrung eines ganzen Lebens für den Jazz manifestiert. Die Jungen improvisieren und "der Alte am Klavier sorgt dafür, dass es nicht aus dem Ruder läuft." 11. Oktober Bar Daneben / Complex 23 Konzert: RADIKAL SATAN Radikal Satan spielt ein komplexes musikalisches Prisma, das manchmal stark an alte Horrorstreifen erinnert und übertrieben auf unsere Lust auf Liebe und Mord anspielt. Melodien und Klänge, die die Höhen und Tiefen unserer Seele in Form eines verstörenden und zugleich harmonischen Gewitters wiederspiegeln. Das Duo mit argentinischen Wurzeln, beheimatet in Bordeaux, spielt einen aus Jazz-, Tango-, Folklore-, und Voodooelementen zusammengesetzten Gruselsound und verbindet dabei rituelle Rhythmen mit wabernden Kontrabass, gequälter Bontempi Orgel, düsteren Gitarren und einemfinsteren Akkordeon. www.radikalsatan.org Eintritt 6,- EURO 12. Oktober Alte Kelter Sontheim Arcobaleno Konzert "Bitter Sweet" Pop meets classik - eine unwiederstehliche Mixtur zarter, knuspriger und genussvoller Chormusik, zwischen dem Bitteren und dem Süßen. Leitung: Damir Brajlovic. 13. Oktober Kulturkeller Literatur am Montag: Karl May (1842 - 1912) Anne-Gabriele Michaelis erzählt aus dem Lebensbild und Werk von Karl May. Eine Schauspielerin liest die Texte. 13. Oktober Bar Daneben / Complex 23 Kaffeeklatsch mit Kind Alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkel und Tanten sind herzlich willkommen zum Kaffee trinken und Kuchen essen in gemütlicher Atmosphäre. Damit die Erwachsenen (den Kuchen) auch entsprechend genießen können gibt es für die Kleinen eine gemütliche Spielecke, zum toben, spielen und lesen. Eintritt frei. 15. Oktober Theater Heilbronn, Komödienhaus Theater Spezial - Groß. Klein. Kunst.: Roger Willemsen: Das hohe Haus Eine Deutschlandreise der anderen Art: Ein Jahr lang besuchte Roger Willemsen jede öffentliche Sitzung des Deutschen Bundestages und verfolgte von der Tribüne das Geschehen. Keine Stunde war zu spät, kein Thema zu entlegen. Als leidenschaftlicher Zeitgenosse wollte er aus der Perspektive des mündigen Bürgers erfahren, auf welche Weise das Parlament das demokratische Individuum repräsentiere … Was er im "Hohen Haus" beobachtete, sind die kleinen Szenen an Nebenschauplätzen, große Debatten und Feierstunden, Situationen der Rührung, der Freude, des Schreckens sogar und des Protests. Darunter sind Momente, die keine Öffentlichkeit gefunden haben und Situationen, die jedem Klischee vom Bundestag widersprechen. Dies ist ein Bericht eines Augenzeugen, der unvoreingenommen schaut, tagebuchartig erzählt und protokolliert, selbst erstaunt, wie ergiebig sich diese Perspektive erweist. 15. Oktober Theater Heilbronn, BOXX Autor im Gespräch: Hanns-Josef Ortheil Spätestens mit seiner historischen Künstler-Trilogie ("Faustinas Küsse", "Im Licht der Lagune", "Die Nacht des Don Juan") hat er sich in den Neunzigerjahren in die erste Reihe der deutschen Literatur geschrieben. Hanns- Josef Ortheil beherrscht sein Handwerk perfekt - kunstvolle Literatur und Lesevergnügen sind für ihn keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille. Ortheil ist aber nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller, sondern auch ein äußerst profilierter Hochschullehrer. Zuletzt hat Hanns-Josef Ortheil das Tagebuch einer "Berlinreise" veröffentlicht, zu der er 1964 als Zwölfjähriger mit seinem Vater aufgebrochen ist, und im Herbst erscheint eine erweiterte Neuausgabe von "Blauer Weg", dem lange vergriffenen literarischen Tagebuch Ortheils aus den Jahren der Wende. Wolfgang Niess (SWR) führt das Gespräch.

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER 15. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Blues Session Unter der Leitung von Bernd Schwarz treffen sich regionale Musiker um gemeinsam traditionellen und moderner Blues zu spielen. 15. Oktober Bar Daneben / Complex 23 Liveperformance : Jozef van Wissem Der Komponist und Lautenspieler Jozef van Wissem gewann 2013 den Cannes Soundtrack Award für die beste Komposition beim Cannes Filmfestival für die Filmmusik für "Only Lovers Left Alive", einem Vampirfilm von Jim Jarmusch. Neben diversen Soloalben hat er Musik für das Videospiel "The Sims Medieval" sowie im Auftrag der Londoner Nationalgallerie ein Stück zu Hans Holbein`s Gemälde "The Ambassadors" komponiert sowie drei Alben zusammen mit Jim Jarmusch veröffentlicht. Er spielte schon auf diversen Festivals, u.a. mit einem Gastauftritt von Tilda Swinton und arbeitet ausserdem als Schauspieler. Zusätzlich hält er Vorlesungen über das Lautespielen und das Komponieren von Filmmusik. Van Wissems Kompositionen für seine einzigartige Laute, die speziell für ihn gebaut wurde, wirken direkt und auf eine hypnotische Weise asketisch. Graziös geformte Melodiebögen verweisen auf eine idyllische und metaphysische Welt. Er lebt und arbeitet in New York. Sein neues Album It Is Time For You To Return erscheint am 14.11.2014 in der ‘Made To Measure’-Reihe von Crammed Discs. www.jozefvanwissem.com; Kulturbeitrag 5,- EURO 16. Oktober Theater Heilbronn, Großes Haus Der Geizige - Komödie von Molière Der alte Harpagon ist ein stadtbekannter Geizhals. Sein einziges Interesse gilt dem Geld und dessen Vermehrung. Auch die Verheiratung seiner Kinder und seine eigenen Heiratsabsichten verfolgt er unter rein finanziellen Aspekten. Er hat trotz seines reifen Alters ein Auge auf die junge, schöne Mariane geworfen und drängt auf eine Mitgift, obwohl Mariane offenkundig arm ist. Harpagon ahnt nicht, dass sein Sohn Cleanthe schon seit längerem heftig verliebt in das Mädchen ist. Überhaupt interessieren ihn die Gefühle seiner Kinder nicht. Für Cleanthe hat Harpagon eine betagte, aber vermögende Witwe ausgesucht. Und wegen seiner Tochter Elise ist er mit dem alten, wohlhabenden Anselme einig geworden. Als sich die Kinder seinen Heiratsplänen widersetzen, droht er mit Enterbung und Rausschmiss und setzt noch für den gleichen Tag die Hochzeiten an. Seine Kinder müssen sich schnell etwas einfallen lassen, um aus der Bredouille heraus zu kommen. 16. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Kabarett: "Sex war gestern… Heute machen wir Karriere!" Zwei Frauen ein Plan: Karriere machen! Zwei Schauspielerinnen wollen mit ihrer eigenen Geschäftsidee berühmt werden. Kunst und Kultur für jeden Anlass. Mit einem eigenen Büro stürzen sie sich in die Selbständigkeit. Nichts kann die beiden aufhalten ... oder doch? Männer, Mütter und andere Probleme sorgen für Turbulenzen. Sex oder Karriere? Beziehung oder Single? Kinder oder keine? Diät oder Pizza? Das alles sind Fragen, die gestellt werden müssen. Mit Witz und Humor kämpfen die beiden mit den typischen Problemen des Frauen-Daseins. Emanzipiert, motiviert und doch frustriert gehen sie ans Werk. 17. Oktober Kaffeehaus Hagen "Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund" François Villon wurde um 1431/32 in Paris unter dem Namen François de Montcorbier geboren. Ein Kind armer Eltern, verlor er früh seinen Vater und nahm schließlich den Namen seines Pflegevaters Guillaume de Villon an. Dieser sah eine geistliche Laufbahn für ihn vor. 1452 erlangte er den Grad Magister Artium. Villons Leben nahm dann eine Wende in die Kriminalität: 1455 tötete er im Streit einen Priester und musste Paris verlassen, entging aber einer Verurteilung. Nach weiteren Vergehen wurde er zum Tode verurteilt, jedoch nicht hingerichtet, sondern aus Paris verbannt. Danach verliert sich Villons Spur. In den beiden "Testamenten" François Villons begegnet uns nahezu das gesamte erhaltene Werk des großen französischen Dichters. Die satirischen Verse entstanden um die Mitte des 15. Jahrhunderts und sind in vielfacher Hinsicht einzigartig. Niemals zuvor und kaum danach hat jemand so virtuos und rücksichtslos mit der Sprache gespielt, so unverfroren und derb Liebe und Hass, Armut und Praßsucht, Lust und zügellose Ausschweifung mal in

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER listig humorvoller, mal offen bestürzender Manier gegeneinander gesetzt. Villons "Testamente": Meisterwerke der Weltliteratur. 17. Oktober Jazzclub Cave 61 Brian Augers Oblivion Express feat. Alex Ligertwood Brian Auger ist einer der profiliertesten Jazz- und Rock- Keyboarder. Alex Ligertwood ist als Stimme von Santana bekannt. Zwei Legenden des Rock Jazz in einer Band vereint auf der Bühne! 17. Oktober Bukowski ELEKTRONISCH & FREI Alexander Aurel ist zurück im Bukowski und präsentiert uns endlich wieder ein breites musikalischen Spektrum, das perkussiv, melodisch, treibend und voller Groove ist. Mitreißender Sound, gepaart mit einer offenen und sympathischen Art, so kennen wir Alex. Seite an Seite mit Karotte spielt er momentan auch als Resident bei den angesagten "As you like it"-Events und macht dort genau wie heute bei uns, was er am allerbesten kann: den Moment zelebrieren und die Musik sprechen lassen. Martin Kainer und T-WATCH gehen als Team Heilbronn an den Start und sorgen für Lokalkolorit auf dem Trommelfell. 17. Oktober Mobilat "Let there be Rock IV" Live on Stage: "Al à Buster-Stone" (Heilbronn) ..gegründet, um verkaterte Sonntage halbwegs sinnvoll zu nutzen, berauschen Al, Buster und Dave nun mit punkigem "Drunk & Roll" Gitarre, Gesang, Harp und Drums. Hoch die Tassen!!! Djs: JenZ (Ex-Stereo Total) & Manu (Paisley Club) Ein bunt gemischter, musikalischer Trip durch die letzten 60 Jahre der Rockgeschichte. Rockn- Roll, Rock, Beat, Garage, Punk, New Wave, Stoner Rock, Hardrock, Indie, Alternative … 18. Oktober Mobilat DUBWARS pres. 13 Jahre NeuroticSoundFoundation & Ringe Raja Rec. 13 Jahre NSF und über 30 Releases in 3 Jahren RINGE RAJA RECORDS sind ein mehr als guter Anlass, um die Jungs der NEUROTIC SOUND FOUNDATION und deren Weggefährten mal wieder zu versammeln und zusammen ausgelassen zu feiern. DUBWARS bietet den passenden Rahmen und lädt Euch ein ins Mobilat zu einem Abend feinster Breaks und satter Bässe. FEXOMAT reist für Euch aus Berlin an und wird Euch mit seinem Sound die Gehörgänge ordentlich durchfegen. Mash-Ups sind ein Muss, Mosh-Pit st garantiert. Freuen dürft Ihr Euch auch auf die Vorstellung des neuesten Release auf RINGE RAJA RECORDS. ALEX REEVE & DRUM- MACHINE NICO entstammen dem Karlsruher Kollektiv DEMOLITION ROLLERS und können auf eine langjährige Geschichte zurückblicken. Musikgeschichte werden die beiden auch an diesem Abend zum Besten geben, denn Ihr dürft gespannt sein auf eine Reise durch frühe Breakbeats und Hardcore aus den Jahren 1992 – 1994. SATIVA, der auf der OMNI MUSIC Compilation "Digitized" (Juli 2014) mit mehreren Tracks vertreten ist, kehrt für diesen Abend musikalisch zurück in die Mitte der 90er Jahre und taucht mit Euch ein in die Tiefen des Drum n' Bass. GHOSTRIDER, Gründungsmitglied der NeuroticSoundFoundation, wird Euch mit seiner deep andPortion Stimuli dark Selection der gebrochenen Beats aus den 90ern mit einer gehörigen für Ohr und Tanzbein versorgen. JAHDUBTAHZ, SICKHEAD & MODUL8, deren Vinyl-Release auf 45SEVEN diesen Herbst erscheint, werden Euch mitnehmen in die frühen Jahre des Jungle und Euch ihre mit Liebe ausgesuchten Platten präsentieren. Ihr dürft Euch freuen auf die feinste Auswahl treibender Beats, pointierter Breaks und vibrierender Bässe. PETER ROCK und SIZE'MO sind an diesem Abend für die basszentrierte Musik zuständig und werden in alter Manier ihre Bässe auf Euch loslassen. RIDICK, Professor der Bassmusik an der DUBWARS Academy, wir Euch lehr- und tanzreiche Stunden erteilen, also poliert die Tanzschuhe und erscheint pünktlich zum Unterricht. Natürlich wird auch wieder für die visuelle Freude gesorgt, denn wir haben es uns nicht nehmen lassen gleich zwei Visual Artist, WÜSUALS und STELLA BOLAN, für Euch ins Boot zuholen. 18. Oktober Bar Daneben / Complex 23 Dubwars Warmup 13 Jahre NSF und über 30 Releases in 3 Jahren RINGE

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER RAJA RECORDS sind ein mehr als guter Anlass, um die Jungs der NEUROTIC SOUND FOUNDATION und deren Weggefährten mal wieder zu versammeln und zusammen ausgelassen zu feiern. DUBWARS bietet den passenden Rahmen und lädt Euch ein ins Mobilat zu einem Abend feinster Breaks und satter Bässe. Aufgewärmt wird vorher in voller Mannschaftsstärke im Complex23. www.facebook.com/dubwars.net www.nsf-music.com www.mobilat-club.de Eintritt frei 18. Oktober Bukowski WOCHENEND-TANZMASCHINE Markus Mehta releast auf Kling Klong, und schon allein weil wir Martin Eyerer blind vertrauen, wissen wir, dass er einer für uns ist. Sein Anspruch ist, hochwertigen Output zu produzieren, anstatt den Markt mit Eintönigkeit zu überfluten. Und auf seiner Booking-Agenda standen bereits das Berghain und der Cocoon Club, aber auch Festivals von Nordamerika bis nach Asien und Russland. Kürzlich beendete er eine vier Jahre andauernde Residency im Münchner Club Rote Sonne und an der Seite von Derrick May tourte er durch ganz Europa. Wir freuen uns deshalb sehr, den weitgereisten Markus Mehta heute genauso wie Carmen Bernabe und Shakaree an unseren Reglern agieren zu sehen! 18. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Steve Cathedral Group & Streichquartett Ein rockig spielendes Jazz-Quartett trifft auf ein klassisches Streichquartett. Dieses außergewöhnliche Konzert sollte jetzt schon im Kalender vermerkt werden. Eingängige Melodien treffen auf bunte Harmonien und straighte Rockgrooves auf verschachtelte Rhythmen. 19. Oktober Kulturkeller Christine Prayon "Die Diplom-Animatöse" Gehen Sie bei der Wahl Ihrer Abendveranstaltung auf Nummer Sicher: Entscheiden Sie sich für Künstler mit Gütesiegel. Christine Prayon hat sich das Ulknudel-Diplom auf die Netzhaut tätowieren lassen. So können Sie Qualität schon von weitem erkennen. Dieser Abend passt in keine Schublade, denn er ist zwei Stunden lang und mindestens genauso breit. Wenn Sie darüber jetzt herzlich lachen konnten, sind Sie hier genau richtig. Es wird noch mehr schlechte Witze geben. Auf dem Höhepunkt ihrer Animatösen-Karriere wendet sie sich nun den Enthüllungen zu, auf die wir lange gewartet haben. Sie verrät uns endlich, wer sie wirklich ist und welche seltene Krankheit sie hat. Ob es den deutschen Humor gibt und wenn ja, warum nicht? 24. Oktober Kulturkeller Axel Pätz "Das Niveau singt" Als letzter Vertreter einer Generation, deren natürlicher Lebensraum nicht das Innere eines Offroad-Fahrzeuges und jeder Kindergeburtstag ein Mega–Event ist, berichtet er von Schrecken des Alltags, wie z.B. dem Telefonat mit der eigenen Familien-Hotline. Und wenn Pätz erläutert, welch verheerende Auswirkungen Aufsitzrasenmäher auf die Psyche des Mannes haben, wird deutlich: Hier erzählt einer, der alle Abgründe des Lebens ausgelotet hat. Mit bösartigem Witz und gekonnt makaberen Liedern, zu denen er sich virtuos auf Klavier und Akkordeon begleitet, hat er an der Scherzgrenze der Gesellschaft Posten bezogen, um dort nicht nur in die Tasten sondern auch seinen Mitmenschen kräftig auf die Finger zu hauen. 24. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Tansy Davis: Supersoul Das Prädikat Soulband scheint abgenutzt, jedoch gibt es keine treffendere Bezeichnung für eine Formation, die mit so viel Seele und Musikalität außerhalb des altbekannten Mainstreams dieses Genres das Publikum berührt. Neosoul, eine eigene Mischung aus Soul, Jazz, Fusion und Funk, Songs von Erykah Badu und Jill Scott, ist was angeboten und geliefert wird. Eigene Arrangements, vielschichtig, überraschend, tief, emotional! 24. Oktober Bukowski KLANG DER BEWEGUNG Kontrollfreaks sind bei Klang der Bewegung-Feten falsch, denn die stehen für programmierten Verlust jedweder Selbstbeherrschung. Plasmiq und Pravi Lopov als Gastgeber an den Decks, bewaffnet mit einem Arsenal an Killer- 1 74

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER Nummern, von zarten bis knallharten Beats und unausweichlichen Bässen rücken sie an, um uns einmal mehr in das elektronische Nirvana zu treiben. Als Special Guest konnten sie Fitsch vom Heidelberg-Berlin-basierten Ctrl Mvmnt-Team verpflichten. Weil Mvmnt – klar – für Movement steht, haben wir damit Bewegung hoch zwei im Haus. Bewegt Eure Hintern und spürt die Atmosphäre! 24. Oktober Mobilat Last Chance To Exit Planet Earth Gemeines, Fieses, Dreckiges, Hinterhältiges, Schmerzhaftes, Qualvolles,Unappetitliches und Grausames von Dubstep über Electro bis Breakcore. DJs: zombeatz und Castañeda. Alles Vinyl. 24. Oktober Bar Daneben / Complex 23 "Verzeihung, halten Sie mal die Axt?" von und mit Theater Puellarum Nichts ist so, wie es scheint. Oder etwa doch? Wem kann man trauen? Und wem nicht? Hier wird in Geschichten, Liedern und Liedern und Gedichten von Roald Dahl, E.W. Heine, Georg Kreisler u.a. von schaurig-komischen Begebenheiten erzählt. Skurril, mit einem Hang zum Makaberen. Bitterböse, komisch und rabenschwarz. Es singen und spielen: Anita Cyprowski, Rolf Führinger, Stephanie Lauppe www.puellarum.de Eintritt frei/ein Hut geht rum 25. Oktober MOBILAT Wortsport Lounge 1.Floor: Hade [MPM | Köln], Brad Pitch [Wortsport] 2.Floor: Selecta Hurrycan [Dresden], Yardstyle Sound [Buss Di Dance] Team Käthchenstadt an den Decks ist Shie, und hoffentlich natürlich Ihr... 25. Oktober redblue redblue meets Klassik: "Chill Out Konzert: Last Seasons" "Ich nehme mir das Recht zum spontanen Ausdruck von Gefühlen. Ein Strom von Gefühlen, in dem die Grenzen zerfließen. Zwischen Jahreszeiten kann man ja auch nicht genau unterscheiden, oder?" Mikhail Chekalin war in den 70er-Jahren Keyboarder bei "Samozvetin", einer Kultband des Moskauer Untergrunds. Inzwischen bekennt er sich zu einer mystischen Tradition des Komponierens, zu einer zeitlosen Avantgarde, auf der Suche nach dem Wesen von Leben und Musik und der inneren Verbindung beider. Ein Konzert für alle Sinne. 25. Oktober Jazzclub Cave 61 Jeff Denson Quartett Jeff Denson führt modernen Jazz auf ein neues Niveau. Seine zahlreichen kompositorischen Geistesblitze bringen an unvorhergesehenen Punkten berührend Neues, Frisches und Unvorhergesehenes ins Spiel. 25. Oktober multimono / Complex 23 multimono Ladenlieder: Ben Sommerfeld "In seinen handgemachten Liedern erzählt Ben Sommerfeld Geschichten über schöne Frauen, die Wirren der Ehe und seinen Heißhunger auf Salami-Dinkel-Brötchen. Schonungslos offen widmet er sich der reiferen Sexualität, schreibt verständnisvoll sanfte Liebeslieder, produziert sich selbst und bringt das Salz in euer Liebesleben zurück." www.bensommerfeld.com Eintritt frei! 25. Oktober Bukowski WE LIKE IT RAW Robert Drewek kommt aus Techno City Frankfurt am Main, hat seit 1994 überall gespielt, jede Menge Tracks veröffentlicht, Labelbesitzer von DHB Music, kurzum: äußerst kompetent! Locke stammt ebenfalls aus der Mainmetropole und zusammen schicken sich die beiden an, den Heilbronnern heute richtig einzuheizen. Für das 26. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Weißdorn Die sechsköpfige Band präsentiert hochmusikalisch und humorvoll, einfühlsame Geschichten und Lieder aus dem keltischen Sprachraum.

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VERANSTALTUNGEN: OKTOBER 30. Oktober Theaterschiff Sebastian Pufpaff "Warum!" Er wird als der George Clooney des Kabaretts bezeichnet. Das Publikum gab ihm den Prix Pantheon 2010 und seitdem die anderen Kollegen nicht mehr können, reißt sich sogar das Fernsehen um ihn. 30. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Los Santos Ist es Country? Oder Western? Oder doch Latin, Cajun, Tex-Mex, Surf? Sind wir in Texas? Mexiko? Kolumbien? Hawaii? Fragen über Fragen, die Los Santos da mit ihrem neuen Album aufwerfen. Keine Frage allerdings: Die musikalische Gratwanderung ist ebenso ambitioniert wie gelungen. Surfing on the Río Grande eben. Ein Treck durch viele Staaten, noch mehr Landschaften und alle Wetter. Yee-haw! Dafür legen sich die Fünf aus El Quinto Coño, Texas, mächtig ins Zeug: Akkordeon und Gitarre reiten voraus, Steel Guitar und Schlagzeug ziehen die Planwagen, der Gesang hält die Moral der Truppe zusammen. Mit Liedern über Liebe, Alkohol und das Leben jenseits von Grenze und Gesetz. ¡Sí señor! 31. Oktober Ebene 3 im Kulturforum K3 Kabarett GAUwahnen: Bundesgartenzwerge Alexandra Müller-Kilgus, Niklas Albrecht und Erhard Jöst decken mit spitzer Zunge politische Machenschaften auf. Sie fassen im aktualiserten Programm engagiert heiße Eisen an und reflektieren satirisch, was in Politik und Gesellschaft im Argen liegt. Denn Gartenzwerge wirken nicht nur hilfreich, sondern oft auch hinterlistig und verschlagen. Sie liefern Kohle und Salz und bauen Parks, in denen die Menschen ihre Sorgen verschwinden lassen. 31. Oktober Kaffeehaus Hagen "Café Diva" Chansons von Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Edith Piaf, Juliette Gréco mit Cornelia Bielefeldt, Isabelle Arnold und Nicolas Kemmer (Klavier) In deutscher und französischer Sprache. 31. Oktober Bukowski STENCIL RECORDS Michael Otten, der schon Monika Kruses "Namaste" remixte und jüngst an der "Sowieso & Co – Stencilla EP" beteiligt war, ist zurück und bringt gleich noch zwei Buddies von Stencil Records zur Label Night mit: Oliver Gross und Kaotee sind mit am Start und das ganze Techhouse-/ Techno-Triumvirat scharrt schon mit den Hufen! Kommt früh, tanzt wild, bleibt lang! 31. Oktober Mobilat WHO THE FUCK Halloween Special Good music as usual. House & Techno. Watch out for Flyers or check 31. Oktober Bar Daneben / Complex 23 Short Movies Kurzfilme, Musikvideos, Dokumentationen, Reportagen, usw. aus (fast) allen Genres. Filme von regionalen, überregionalen und weltweit aktiven Filmemachern. Alles unter dem Zeichen der gepflegten Unterhaltung. Zwischenrufe, Gespräche und Kommentare sind erwünscht! Einritt frei 31. Oktober Bar Daneben / Complex 23 Ausstellung: Tag der Toten Gezeigt werden: Fotoausstellung von Dulce Ramirez (Fotografin Lena Mai & Lisa Burg), Traditionelle Totenaltäre (Frida Kahlo) und von Hand gemachte Sachen zum Verkauf zum Thema "Tag der Toten aus Mexiko" von Yanira Delgado, Kurzfilme (Zombie & der Tag der Toten) von Steven Zuleger ZpunktB Videoproduktion, Kunstwerke von Marc-Oliver Olschewski und Arun Radha Om Schmidt, Dekor (Halloween) von Arun Radha Om Schmidt Rizze Razze, Musik von Dj Tollschock & Zombeatz . Día de los Muertos (Tag der Toten), das mexikanische Totenfest ist das bedeutendste Fest Mexikos. Dem Glauben nach besuchen in dieser Nacht die Seelen der Verstorbenen die Lebenden. Aus diesem Grunde ist dieser Tag, anders wie z.B. in Deutschland, kein Trauertag sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren aller Verstorbenen. www.dulce-ramirez-world-us.tumblr.com www.yaniradelgado.com / Einritt frei!

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DIE NÄCHSTE AUSGABE HANIX ERSCHEINT AM 31. OKTOBER 2014