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Nº12 OKT 2012 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SCHAF FE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE!

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SEP 2011 OKT 2011 DEZ 2011 / JAN 2012 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT teilt, NOV 2011 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG D ER DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR e i l t , IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN weilt, BILDUN G ENERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E I T ARMUT Nº3 Nº4 FEB 2012 MRZ 2012 APR 2012 EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO - GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE - MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL - MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD REBELLION e ä d s lä n Au INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº11 Nº10 AUG 2012 SEP 2012 HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. HIER GEHT'S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER ESSEN & TRINKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT Nº10 Nº11

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E D I TO R I A L »Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.« (Johann Wolfgang von Goethe) Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir Schwaben arbeiten hart und viel und das meist für das eine große Ziel in unserem Leben: das eigene Häuschen. Dafür verzichten wir auf Urlaub, wir vergnügen uns wenig und malochen bis der Rücken krumm ist. »Schaffe, schaffe, Häusle baue« lautet diesmal unser Schwerpunktthema. Und auch wer dieser Tage und wohl auch die nächsten Jahre durch Heilbronn fährt und geht, sieht die Stadt vor lauter Baustellen kaum. Die Buga soll das Stadtbild verändern und man sieht ihre Vorboten schon, die Stadtbahn-Nord-Trasse wird gerade gebaut um Heilbronn besser anzubinden. Der Zukunftspark im Wohlgelegen hat seinen Spatenstich ebenfalls hinter sich. Man kommt dieser Tage um das Thema Bauen einfach nicht herum. Wir trafen für diese Ausgabe Baubürgermeister Wilfried Hajek, der uns verriet, dass ihn Baustellen in der Nachbarschaft auch stören. Das Haus der Stadtgeschichte lieferte uns bedrückend eindrucksvolle Bilder von Heilbronn nach dem Bombardement des 2. Weltkrieges als fast alle Überlebenden Bürger der Stadt beim Wiederaufbau mithalfen. Deutschland ist das Land der Steinhäuser. Dabei bietet ein Holzhaus ein deutliches Plus an Wohnklima. Das hat uns ein Holzhausbauexperte aus Flein erzählt. Und Ulla Kuehnle ist mit ihrem neuen Fotoapparat durch die Stadt gezogen, um die vielen Baustellen und -sünden festzuhalten. Diese Geschichten und noch einige mehr sind in dieser Ausgabe zu finden. Im besten Sneaker-Shop der Stadt trafen sich Männer die mehr Schuhe haben als ihre Frauen, um über ihre Leidenschaft zu fachplänkeln. Einer von ihnen hat beim 120-sten Paar aufgehört seine Schuhe zu zählen. In ihrem Proberaum standen uns die Jungs von »OneInchMan« Rede und Antwort und verrieten, dass sie inzwischen melodischere Musik machen. Die Turnschuh-Jungs und die Rocker wurden von Lisa Bürg fotografiert, die erstmals für uns im Einsatz war. Wir finden, sie hat das gut gemacht. Unsere Reporterin Maria Sanders ist den Jakobsweg gelaufen und hat uns aus Spanien einen Brief an die Heimat geschrieben und auch selbst eingelesen. Und wir haben unser falsches Hasenmahl und Annika Winkelmanns Ausstellung »To be supposed to do something« - beides fand im Rahmen des 2. Heilbronner Kunstwochenendes statt - fotografisch festgehalten. In diesem Sinne: »Schaffe, schaffe, Häussle baue, und net nach de Mädle schaue. Und wenn unser Häusle steht, da gibts noch keine Ruh, denn dann sparen mir, dann sparen mir für ne Ziege und ne Kuh.« Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe wünscht das HANIX-Team! War schon auf dem Rober-Mayer-Gymnasium politisch aktiv: Der Heilbronner Thomas Strobl kandidiert als Vize für den Bundesvorstand der CDU. Ganz falscher Hase: Im Rahmen der 2. Heilbronner Kunstnacht haben wir zum »Falschen Hasenmahl« geladen und GfH (Ganz falschen Hasen) servieren lassen. »Da war noch nicht mal Fleisch drin«, bornierte sich ein Gast.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº12 OKT 2012 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SC H A F F E , SC H A F F E H Ä U S L E BAU E !

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº12 18 Y VONNE R E I N E R MEINE PLATTENKISTE 36 ONEINCHMAN MUSIKKOFFER 48 S N E A K E R - GEEKS KULTURBEUTEL Grafikdesignerin Yvonne Reiner hört viele Musikrichtungen gerne. Das spiegelt sich auch merklich in ihrer Top-Fünf wieder. »OneInchMan« spielten früher sehr laute Musik und gröhlten dazu ihre Texte. Heute sind sie immer noch laut aber auch etwas melodischer. Im Heilbronner Sneaker-Shop schlechthin, dem »ProtectYourStyle«, trafen wir sechs junge Männer um über ihren Schuh-Fetisch zu reden. 64 ULRIK NEUMA N N DER KÜHLSCHRANK VON... 78 K U N S T WO C H E N ENDE KUNSTREGION 2 92 I M G E S P RÄCH: T H O M A S STROBL INTERVIEW DES MONATS Ulrik Neumann beschäftigt sich beruflich u. a. mit Sanitärtechnik. Er experimentiert gerne mit Beton und möchte das Bad wieder als Wohlfühloase sehen. Auch in seiner Küche haben wir uns wohl gefühlt. Wir haben unser falsches Hasenmahl und Annika Winkelmanns Ausstellung »To be supposed to do something« - beides fand im Rahmen des 2. Heilbronner Kunstwochenendes statt - fotografisch festgehalten. . Thomas Strobl kandidiert als Vize für den Bundesvorstand der CDU. Zum Interview des Monats mit dem Bundestagsabgeordneten und Chef der Landes-CDU trafen wir uns in seinem Abgeordneten-Büro.

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100 SCHAFFE, SCHAFFE, H ÄU S L E B AU E TITELTHEMA » FA S T U N B E M E R K T « & W E N D R S O N N STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 M AQUA K A : D E R N E U E I N - D R I N K SMS MICH MAL Aus einem schwäbischen Volkslied: »Schaffe, schaffe, Häussle baue, Und net nach de Mädle schaue Und wenn unser Häusle steht Da gibts noch keine Ruh, Denn dann sparen mir, dann sparen mir Für ne Ziege und ne Kuh.« DER »DITTRICH, KLOTZ & KÖNI«-SKETCH K AT Z E N K LO P F Ü H L PA R K - K I O S K HEIMATLIEBE E L E K T RO RÜ B A & UNBEDEUTENDE KÜNSTLER AUSBILDUNG & MACHER IM UNTERLAND 32&34 M Ä N N E R ( AU S ) R E D E N PARTHENAS WELT 46 CURTIS S T I G E R S MUSIKKOFFER 2 BRIEFE AN DIE HEIMAT: VOM JAKOBSWEG / NEI`GSCHMECKT D E R J A KO B S W E G & AU C H M A L G E N I E S S E N H A M B U RG , 2 0 1 2 VIA ARCHIV 160&162 Der bekannte us-amerikanische Jazzmusiker spielt bei der 18. Version von Jazz & Einkauf in Heilbronn. KAISERSTRASSE 1897 HISTORISCHER SCHUSS 60 VON ALL E M E B B E S MUSIKUSS-KOLUMNE V E R A N S TA LT U N G S K A L E N D E R O K TO B E R VERANSTALTUNGSKALENDER QUIZ (158), LESERBRIEFE/IMPRESSUM (177) Uwe Gramlich hat lange Jahre die Heilbronner mit feiner Musik versorgt. Nun schreibt der ehemalige Inhaber des Musikuss Plattenladens Plattenkritiken.

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DAS HANIX TEAM WER UND WIESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 34 JAHRE Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i m e d i a l e Ma g a z i n f ü r d i e Region Heilbronn - f ü r L e se r, d i e i n t e re s s i e r t , kulturell aufgeschlo s s e n u n d n e u g i e r i g a u f e i n en alternativen Blick a u f St a d t - . L a n d k re i s - u n d S zenekultur sind. WER MACHT HANIX? Heilbro n n e r Me d i e n - u n d Ku l t u r s chaffende, die ihre Er f a h r u n g e n u . a . i n Be r l i n , München, Stuttgar t od e r Ha m b u r g g e s a m m e l t h a b en und nun etwas in i h re r He i m a t b e we g e n w o l l en. WA S W I L L H A N I X ? MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION & SOCIAL MEDIA 38 JAHRE Das m u l t i m e d i a l e Ma g a z i n f ü r L e u te und Gesell s c h a f t d e r Re g i o n He i l b ro n n will mit spann enden , u n t e r h a l t s a m e n u n d i n f o r mativen Beiträgen di e re g i o n a l e Me d i e n l a n d s c h a f t bereichern. Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient.

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JESSICA ZIPPAN VERMARKTUNG/ANZEIGENVERKAUF 23 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 28 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Der Vogel kämpft sich aus dem Ei und wir sind mit dabei! Die Werbeagentur Hettenbach freut sich auf die Zusammenarbeit. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE 26 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION 35 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 24 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 38 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 35 JAHRE LISA HOFMANN GRAFIK 21 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar - die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 21 JAHRE WOLFGANG FISCHER REDAKTION 62 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 38 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Weil ich noch jung genug bin. Nach knapp vier Jahrzehnten Arbeit bei Printmedien freue ich mich auf ein neues Kapitel des Journalismus. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit - und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION 36 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 29 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 42 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. STEVEN ZULEGER VIDEO 29 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 46 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 56 JAHRE Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTL EBEN: OKTOBER 2012 AUSSTELLUNG »FAST UNBEMERKT« 12. Oktober bis 20. Oktober ABM-Salon In den Jahren (ca.) 1992-1998 fanden in den Wäldern um Heilbronn, in alten Bunkern und Industriebauten, sogenannte Freeparties statt. Diese Kulturangebote der unaufgeräumten Art mögen laut, nicht legal und für einige Besucher auch furchteinflößend gewesen sein. Andererseits hatten Menschen aus dieser Stadt auch ihre eigene Vorstellung von Kultur, zelebrierten diese und haben sich dafür Freiräume gesucht. Die Verbindungen der Veranstalter und der Austausch mit Gruppierungen ähnlicher Couleur gingen dabei weit über die Stadtgrenze Heilbronns hinaus, um nicht zu sagen über deutsche Landesgrenzen und das auch ohne finanzielles Rüstzeug. Die Informationen über Zeit und Ort der Veranstaltungen wurden durch Flyer, von Mund zu Mund oder durch Signalcodes am Wegesrand übermittelt. Einladungen zu Parties wurden international versendet und auch wahrgenommen. Um deutlich zu machen, dass Heilbronn in diesem Kulturbereich eine Adresse war, sollte gesagt sein: die beiden anderen deutschen Vertreter waren Köln und Berlin. Man verstand sich als Familie. Aber dies soll kein Nostalgie-Trip werden, denn die einzigen nüchternen Zeugen dieser Zeit, sind kleine Informationszettel, die in Eigenregie hergestellt, vervielfältigt und unter der Hand verbreitet wurden. Dieses Stück Heilbronner Stadtgeschichte ist nirgendwo archiviert. Der ABM-Salon stellt die Flyer in seinen Räumen vom 12.Okt. - 20.Okt. aus, um 2012 zu zeigen, zu erinnern und anzustiften, denn ohne Moos ist eben manchmal doch was los. STA DT H EILBRONN: 2001 wurden Gebäude im Stadtkreis Heilbronn fertiggestellt. Im Jahr 2011 waren es nur noch Gebäude. Heilbronn, im Gesundbrunnen. Ein Kind hat eine Münze verschluckt und ist gerade geröntgt worden. Der Arzt zeigt dem Vater das Geldstück auf dem Röntgenbild. Vater: »Und was kann man da jetzt machen?« Arzt: »Kommt darauf an, wie dringend Sie das Geld brauchen.«

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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L ANDLEBEN: OKTOBER 2012 WENdRSoNN - MUNdARtkoNZERt Am 6. Oktober sind die Mundartmusiker von Wendrsonn im Unterland zu Gast. In der Neckarwestheimer Reblandhalle spielen die Folkrocker eines ihrer bekannten schwäbischen Folkrock-Sets. Die Idee für den Bandnamen kam bei einer Winterwanderung. Es war saukalt und eine bleiche Wintersonne spiegelte sich in den gefrorenen Pfützen und tauchte die Landschaft in ein mystisches Licht. Wintersonne, schwäbisch Wendrsonn, ein Name, der zu den rauen Bergen des schwäbischen Waldes passt. Ein Name, der zu den Menschen passt, zum Dialekt und natürlich zur Musik. Wendrsonn war nur als Projekt gedacht. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich die Band zu einer der Adressen für anspruchsvolle und kreative Mundartmusik im Ländle. »Mir können fei au Hochdeutsch, wellad aber net!!!« ist das Motto von Wendrsonn, einer der besten und erfolgreichsten Mundartbands Süddeutschlands. Musikalisch zelebrieren Wendrsonn eine abwechslungsreiche Mischung aus erdiger Sinnlichkeit, poetischer Melancholie und virtuosem Können. Kleine Köstlichkeiten sind die alten Volkslieder, die von Wendrsonn neu interpretiert werden. Sie sind »s'Gsälz uff em Butterbrot«. Unaufhaltsam wächst die Fangemeinde, die CDs gehen weg wie Freibier und natürlich sind Radio und Fernsehen auch schon längst auf die Mundartkünstler aufmerksam geworden. Mit viel Feingefühl interpretieren Wendrsonn das meist verborgene schwäbische Selbstverständnis und lassen dabei sehr viel Raum für Bodenständiges, Poetisches, Nachdenkliches, Provokatives, Neuzeitliches und Vergangenes - eben für die ganze kunterbunte Vielfalt der schwäbischen Sprache. Wendrsonn ist ein Stück Heimat - auch offiziell, denn seit 2007 ist »da ben i dâhoim« die Hymne aller sieben Baden-Württembergischen Naturparks. Die professionelle Musikalität, die sympathische und mitreißende Bühnenshow, der erfrischende Wechsel zwischen gefühlvollem Tiefsinn und grandiosem Unsinn sind Garant für ein faszinierendes, kurzweiliges Konzerterlebnis. Im Radio SWR3. Wunschtitel-Sendung. Ein Hörer aus Eppingen wünschte sich Folgendes: »Ich wünsche mir für meine Schwiegermutter, die zur Zeit im Krankenhaus liegt, den Titel von Ich&Ich 'So soll es sein, so kann es bleiben'.« L ANDKREIS HE I L B RO N N : 2001 wurden Gebäude im Landkreis Heilbronn fertiggestellt. Im Jahr 2011 waren es nur noch 526 Gebäude.

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SM S M I C H M A L ! UNGEWOLLT LITERARISCHES IN CA. 357 ZEICHEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON WWW.SMSVONGESTERNNACHT.DE Der Kerl, der den »Gamechanger« für das Energydrink-Business entwickelte, hat seine Nachricht in ein Nokia Lumia 610 getippt. 11:18 Ic h h a b e g e r a d e e i n Ge t r ä n k e r f u n d e n, welches d i e Ge t r ä n k e b r a n c h e n e u d e f i n i e re n wird. Es i s t p e r f e k t f ü r d i e K l a u s u r p h a s e u n d fitnessbew u s s t e Me n s c h e n ! Un d j e t z t p a s s g u t auf: Mag e rq u a rk m i t K a k a o p u l ve r u u u u u u u uund K aff e e ! ! ! Se n s a t i o n e l l o d e r ? 11:20 Ba a a a h - . 11:25 Oh m e i n Go t t ! ! ! Je t z t f ä n g t d i e L a m pe an z u f l a c k e rn , i c h g l a u b e Ma q u a k a h a t eine m a g i s c h e Wi rk u n g : O FACTS ZEICHEN 09.09.2012 DATUM 11:18 UHRZEIT Die Dame, die nicht überzeugt vom neuen In-Getränk ist schrieb ihre Antwort in ein HTC S720E One X. Der Gamechanger: Weindorf-Zeit bedeutet, dass der Kater am Folgetag bekämpft werden muss. Und wenn der Kühlschrank nicht viel hergibt, kommt statt saurer Hering eben »Maquaka« dabei raus. ZEICHEN

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MEINE PL ATTENKISTE: YVONNE REINER PROTOKOLL:ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE » Y V O N N E R E I N E R H AT » C ÄT H E « FÜR SICH ENTDECKT« Yvo n n e Re i n e r i s t s e lbständige Grafikerin in Heilbronn u n d b e d i e n t f re i t a g s und sonntags im Har tmans. Ihr m u s i k a l i s c h e r Geschmack ist breit gefächer t.

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MEINE PL ATTENKISTE: YVONNE REINER Dadurch dass ich auf vielen unterschiedlichen Konzerten war, habe ich zum Beispiel inzwischen auch Gefallen an Heavy Metal gefunden, was früher nicht unbedingt mein Fall war. Ich höre sehr gerne Hip Hop weil es für mich Gute-Laune-Musik ist. Aber ich lege auch leise Sachen wie »The XX« in meinen CD-Player ein und meine neueste Entdeckung ist »Cäthe« aus Hamburg, die eher laut ist. Ich mag diverse Musikstile. Eigentlich habe ich in meinem Plattenregal für jede Stimmungslage etwas parat. Auf Platz fünf in meiner Bestenliste sind »Kings of Leon«, eine amerikanische Rockband, die sich stilistisch zwischen Hard Rock und Blues bewegt. Die Stimme des Sängers ist unglaublich. Das Album heisst »Only by the Night«. Ich habe auf der Platte kein Lieblingsstück, mich trägt die Stimme des Sängers durch das ganze Album. Ich weiß noch nicht einmal, wie er heisst sondern nur wie er aussieht (lacht). Auf dem vierten Rang habe ich »Seeed« aus Berlin gesetzt. Wenn ich »Seeed« höre, bekomme ich automatisch gute Laune. Sobald ich den ersten Takt höre, geht es mir gut. Ich höre »Seeed« öfter beim Arbeiten und dann flutscht es auch meistens und die Arbeit geht mir tatsächlich leichter von der Hand. Mein favorisiertes Album der Hauptstädter ist »New Dubby Ciquerors« aus dem Jahr 2001. Das war auch das erste Album der Band. Leider habe ich »Seeed« noch nicht live gesehen aber am 4. Dezember spielen sie in der Stuttgarter Hans-Martin-Schleyer-Halle - da gehe ich auf jeden Fall hin. Die Show muss bombastisch sein. »The XX« ist eine Indie-Poprock-Band aus London, die ich sehr schätze. Mein Platz drei. Das entsprechende Album heisst fast wie die Band, nämlich »xx« und ist von 2009. Die Jungs um Frontfrau Romy Madley Croft spielen schöne leise Musik zum Runterkommen. Anfang September kam das neue Album »Coexist« heraus, das ich mir auch holen werde. Viele Songs des ersten Albums kennt man leider auch von diversen Werbe-Jingles. Die Silbermedaille bekommt »Sade« von mir verliehen. Dabei kann ich kein Album besonders hervorheben. Ich finde sie alle gut. Ich war auf einem Konzert von »Sade« in Stuttgart. Die Show war atemberaubend. Zwischendurch habe ich sogar ein paar Tränen vergossen, weil ich viele Songs, die sie gesungen hat, noch aus meiner Jugendzeit kenne. Da kamen natürlich viele Erinnerungen hoch. Und immer noch ist diese Frau aktuell. Das beeindruckt mich. »Sade« begleitet mich nun seit über 20 Jahren, dass muss man sich mal vorstellen. Ich fand sie früher gut und heute immer noch. Ihre Songs sind zeitlos. Ich konnte ihre Musik vor 20 Jahren hören, ich höre »Sade« heute gerne und in 20 Jahren bestimmt auch noch. Auf Platz eins setze ich meine schon erwähnte Neuentdeckung aus Hamburg: »Cäthe«. Die Frau hat eine wahnsinnige Energie, die mich vom Hocker gehauen hat. Allerdings erst nach dem dritten mal Hören. Ihre Musik geht in Richtung Punk und war eine Überraschung für mich. Ein Freund hatte mir die CD geschenkt und meinte, sie würde mir gefallen. Beim ersten Hören dachte ich »Ach du scheisse, das ist nichts für mich«. »Cäthe« schreit nämlich auch und das mag ich eigentlich nicht so gerne. Aber inzwischen bin ich ein »Cäthe«-Fan und muss sagen, der CD-Schenker hat recht behalten.

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D I T T R I C H , K L O T Z & K Ö N I ! Di t t r i c h , K l o tz & Köni drehen lustige Filme. Sketche zum Bei spiel. Di esmal: KATZENKLO! De r S c h re i n e r Jü r g e n p a ß t momentan auf die Katze des Chefs auf, da dieser si c h e i n p a a r s c h ö n e Ta g e a m Ballermann macht! Doch als Muschi dreister weise e i n e n ü b e l r i e c h e n d e n Ta c c o mitten in den Flur legt, und Jürgen ihr kur zerh a n d e i n K a t ze n k l o z u b a u e n gedenkt, überschlagen sich die Ereignisse! Als o b e n d re i n d e r C h e f ü b e r r a s c hender weise fr üher als geplant aufkreuzt, ist die K a c k e wahrhaftig am Dampfen... D I T T R I C H , KLOTZ & KÖNI SIND BUCHBAR! K ONTAKT: 0176/99053371 W W W .DERDRANGZUMKLANG@WEB.DE WWW.LISAMARIAKLOTZ.DE

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA Mehr als ein Kiosk. Pfühlparkbesucher die sich mit einem Snack oder Getränk stärken wollen können sich am Parkkiosk auch mit allerlei anderem Krust eindecken. Vom Bürostuhl über Bücher bis hin zum Tischstaubsauger ist fast alles zu finden.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Der Kiliansplatz in der Heilbronner Innenstadt wird tagtäglich von allerlei Füßen getreten. Von großen, kleinen, von Füßen die »Chuck´s« tragen oder welchen, die mit High-Heels besohlt sind.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Vor einem Monat ist HANIX ein Jahr alt geworden und hat auf dem Marktplatz ein kleines aber sehr feines Fest gefeiert. Mit Livemusik von »Wunderbare Katze« und vielen sehr, sehr netten Leuten. Zum zweijährigen Fest sind hiermit alle Leute die da waren wieder herzlichst eingeladen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Auf den kleinen gesprühten ToSH trifft man in Heilbronn immer wieder. Mal hängt das arme Kerlchen am Galgen, dann wieder trifft man die SchablonenFigur leise protestierend mit Schild in seinen kleinen Händen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Wenn das Schaufenster voll steht stellen Einzelhändler in Bad Wimpfen ihre Waren einfach auf der nächstgelegenen Treppe aus. Den Touristen aus Heilbronn und Fern gefällts.

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Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV GEHTS

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A U S B I L D U N G U N T E R L A N D : A U S B I L D U N G I M U N T E R L A N D FOTOS: MEHMET FILIZ / VIDEO: WWW.FORMATFILM.TV Men s c h l i c h k e i t s t e h t b e i Ru d i Lupfer, dem Chef von Elektro Rüba aus Horkheim, an ers t e r St e l l e . Lu p f e r l e g t v i e l Wer t auf Schulungen und Weiterbildung seiner Mitarbeit e r u n d Au s z u b i l d e n d e n . Fü r ihn eine Selbstverständlichkeit. Elektro Rüba bes c h ä f t i g t s i c h v i e l m i t Netzwerktechnik und EDV-Systemen. »Uns e r Mi t a r b e i t e r t e a m b e s t e h t aus gut ausgebildeten und er fahrenen Fachleuten. Wir s i n d a u c h Au s b i l d e r i m Be r u fsbild Elektrotechnik«, so Rüba-Chef Rudi Lupfer. Wir w a re n m i t e i n e m K a m e r a t e a m vor Or t und haben uns die Ausbildungsstätte einm al näher angesehen.

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M A C H E R U N T E R L A N D : M A C H E R I M U N T E R L A N D FOTOS: ULLA KUEHNLE / VIDEO: WWW.FORMATVILM.TV Natü r l i c h h a b e n w i r u n s e r » Fa l s ches Hasenmahl« gefilmt. Lauter unwi chtige Macher w a re n vo r Or t , d i e h i e r m i t e n bloc ge würdigt werden. Ob Heinrich Br ummack, desse n » Er f o l g re i c h e r Ha s e « a u f der Friedrich-Eber t-Br ücke steht, Stefan Dittrich, dessen u n b e d e u t e n d e s L e b e n s we rk ge würdigt wurde oder die unwichtigs te Heilbronn e r i n , d e re n Na m e n wir schon wieder vergessen haben. Egal!

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INTERVIEW: SASCHA WARTHA FOTOS: LISA BÜRG O N E I N C H M A N Ebersta d t i m Fr ü h j a h r 2 0 0 6 . Da n k massiv geleisteter Über zeugungsarbeit gelang es eine m l a n g j ä h r i g e n A r b e i t s k o l l e gen mich mitsamt meiner der zeit durchaus vorhanden e n s c h l e c h t e n L a u n e g e n Eberstadt zu lotsen um einem Proberaumkonzer t diverse r Ro c k Ba n d s b e i z u w o h n e n . Mit zunehmender Dauer meiner Anwesenheit hellte s i c h m e i n d e s a s t rö s e r Ge m ü tszustand förmlich von Song zu Song auf. Dies lag an d i e s e r e i n e n Ba n d , d e r e s g elang mich visuell wie auch akustisch abseits des alltägl i c h e n Ku m m e r s i n i h re We l t zu entführen, rattenfängergleich meine Sinne aussch l i e ß l i c h a u f i h re n Gi g z u f o kussieren um mich in Ihrem Spiel der här teren Klänge z u ve r l i e re n . Obw o h l i c h mich oft an diese Nacht erinner te, entschwand diese Ba n d d o c h i m L a u f e d e r Ja h re aus meinem Be wusstsein um dann jetzt, 2012 und ge s c h l a g e n e s e c h s Ja h re s p ä t e r festzustellen: Diese Jungs gibt es immer noch und zw a r b e s s e r a l s j e m a l s z u vo r. Somit stand unsere erste Frage zu Beginn des ONEIN C H M A N - In t e r v i e w s b e re i t s Wochen vor dem eigentlichen Termin fest.

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN HANIX -- Was ist seit dieser Nacht im Frühjahr 2006 passiert? ONEINCHMAN--Stand der Dinge damals war unsere grund- sätzliche Suche nach einem neuen Proberaum. Durch eine befreundete Band wurden wir auf dieses Objekt in Eberstadt aufmerksam und bekamen den Zuschlag für die Nutzung. Voller Tatendrang machten wir uns nach kostenintensiven und zeitaufwendigen Umbaumaßnahmen an unsere erste Probe, um nach dreißig Minuten durch die mittlerweile anwesende Polizei aufgrund massiver Beschwerden des Eberstädter Ortskerns mit Nachdruck darauf hingewiesen zu werden sämtliche akustische Ausdünstungen auf diesem Lautstärkeniveau unverzüglich zu unterlassen. Dazu sei erwähnt, dass dieses Proberaumkonzert seinerzeit in einem anderen Raum stattfand. Unser zugeteilter Raum hingegen wirkte durch seine meterhohen Decken wie ein überdimensionaler Resonanzkörper und war praktisch nicht komplett zu Schallisolieren. Sich diese Geschichte mit dem tagelangen Renovieren, dem dann ganze 30 Minuten Probe gegenüberstehen noch einmal in Erinnerung zu rufen lässt uns ja im Nachhinein über diese sagenhafte Effizienz schmunzeln. Wir waren halt zu laut für Eberstadt. HANIX -- Damals kam von euch zwischen den Songs ein Aufruf ans anwesende Publikum. Eigentlich seit Ihr auf der Suche nach einem Sänger für die Band. Interessierte könnten sich gerne am Ende des Konzerts bei euch melden. Was wurde aus dieser Suche? wir hatten im Anschluss an dieses Konzert tatsächlich einige Jungs zu uns eingeladen, allerdings ohne nachhaltigem Erfolg. Bis dann einer darunter war, der während der Probe förmlich über die herumstehenden Stühle und Tische flog und dabei eine sehr motivierte Show zum besten gab, die uns zwang einzugestehen: Ja man, das ist mal ein geiler Frontmann. Glücklicherweise konnte dieser jener auch etwas Gitarre spielen und brachte zudem eine völlig neue Qualität des Marketings mit in die Band. Doch nach einiger Zeit und durchaus ONEINCHMAN--Nun,

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN zahlreichen Auftritten mussten sich aufgrund aufgetretener Problemchen untereinander unsere Wege doch wieder trennen. Und so kommt es das unser Stigma frontmannlos weiterhin anhält, und es sich leider trotz weiterer Sessions mit verschiedenen Sängern noch nicht DAS eine Puzzleteilchen, das exakt in unsere Band passt, herausfinden hat lassen. Somit arbeiten wir erneut und geschlagene sechs Jahre danach in guter alter »Und täglich grüßt das Murmeltier«-Tradition an unserem nächsten Aufruf zwischen den Songs: Übrigens, wir suchen einen Sänger. HANIX -- Wie hat sich die Band musikalisch seit dieser Zeit entwickelt? den Einfluss der eher rauen Stimme unseres zwischenzeitlichen Frontmannes, begann sich un38 ONEINCHMAN--Ohne ser Stil tatsächlich auch etwas melodischeren Themen zu widmen. Wir stehen grundsätzlich immer noch für harten und lauten Stoner Rock, vernachlässigen jedoch mittlerweile die etwas monotonen Parts und driften ganz sanft in die 70er Rock Ecke. Es geht uns jetzt nicht mehr um knochenharten Live Sound, quasi den Partysoundtrack zum stupiden Abfeiern, sondern eher um komplexe und ordentlich strukturierte Kompositionen. Der Anspruch hat sich ganz einfach verändert. Gerade im Bereich Songwriting und Vocalcomposing tendieren wir mittlerweile eher zu Singen und ordentlichem Inhalt als zu Gröhlen und eindimensionalem Herumgeschreie. Wir arbeiten daran keine einfältige »Voll auf die Fresse«-Band zu sein, sondern öffnen uns neuen Herausforderungen.

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN HANIX -- 2006 war die Band relativ frisch zusammen. Wie habt Ihr euch damals gefunden? Bassist und erster Gitarrist kennen und schätzen sich schon seit der Pubertät. Nach der Schule spielten diese beiden bereits im Verbund eines anderen, zu dieser Zeit aktuellen Kollektivs, namens Mushroom. Der Drummer bei Mushroom ist der Bruder unseres jetzigen Schlagzeugers. Als wir diesen für uns entdeckten begannen wir gemeinsam an den Wochenenden zu jammen um dann Ende 2005 kurzum gemeinsam das Projekt OneInchMan ins Leben zu rufen. Wie es der Zufall wollte stießen wir während unserer besagten Suche nach einem Sänger im Jahre 2009 während eines Festivals in Erfurt auf unseren zweiten Gitarristen. Das war ja sowieso die beste Anschaffung überhaupt. Im Kern bestehen OneInchMan also aus vier Protagonisten. HANIX -- Ihr seid keine Coverband, werdet jedoch aufgrund eures Namens des öfteren für eine gehalten. Wie steht Ihr dem gegenüber? ONEINCHMAN--Also uns liest sich das eher klassisch. Wir fühlen uns zum Beispiel seit geraumer Zeit vom Rock der 70er inspiriert, Namen wie Black Sabbath, Led Zeppelin und Deep Purple stehen auch bei uns hoch im Kurs. Musik, die die Zeit scheinbar mühelos überdauert, handgemacht und ehrlich. Grandios. Aufgrund der verschiedenen musikalischen Backgrounds jedes einzelnen Bandmitgliedes kollidieren jedoch viele weitere Stilrichtungen mit der Stilfindung der Band. Darunter befinden sich auch diverse Einflüsse aus dem Punk, sowie eine Menge talentierter Stoner Rock Bands aus Schweden. Die Schweden haben es in diesem Genre wirklich drauf, sehr geil. Metallica, Slayer über Queens of the Stoneage, Kyuss bis hin zu eher elektronischen Klängen oder Hip Hop. Wir sind einfach sehr offen für alle Arten von Musik und verschließen uns nicht von vorneherein. HANIX -- Ihr verschließt euch gegenüber nichts? ONEINCHMAN--Doch. Im Bereich Schlager haben wir uns bis zum heutigen Tage nicht wiederentdeckt und bezweifeln das dies jemals geschieht. Das komplette System Schlager widert uns förmlich an. Dieses Instrument der vorgeheuchelten Glücksseligkeit ist doch wirklich nur sehr schwer zu ertragen, oder? HANIX -- Würdet Ihr für uns etwas aus dem Nähkästchen plaudern? Erzählt uns etwas über euren schrägsten Auftritt. ONEINCHMAN--Bei finden wir das. Das hat aber verstärkt mit unserer Sicht auf den nicht vorhandenen Fundus an Auftrittsmöglichkeiten für eine Independent oder Rockband in der Region Heilbronn zu tun. Als Band in Heilbronn und Region konstant Fuß zu fassen, scheint ja ohne Coverambitionen regelrecht unmöglich zu sein. Es findet sich leider auf Dauer kein Veranstalter, der in regelmäßigen Abständen bereit ist Geld zu investieren und zeitgleich ein entsprechend notwendiges Netzwerk mit in diese Szene bringt. Es ist für eine Band, die abseits der Musik noch einer regelmäßigen Arbeit und Familienleben, teilweise mit Frau und Kindern, gerecht werden muss einfach nicht zuzumuten sich obendrein als Veranstalter um die eigenen Auftritte und komplexes Konzertmanagement zu kümmern. Von in diesem Fall aufkommenden finanziellen Risiko ganz zu schweigen. Bei anderen eher alternativen Events, wir nehmen da mal die elektronische Szene, als Beispiel Dubwars mit Dubstep oder auch Riders on the Storm mit Drum`n Bass, scheint es so, als ob ein Netzwerk von Kreativen und Machern sich gegenseitig unterstützt und somit viel mehr Manpower produziert als es gegenwärtig im Bereich Rockmusik vorhanden ist. Von solch einem Fundament scheint die ortsansässige Rockszene leider meilenweit entfernt. HANIX -- Von welchen Künstlern seid ihr in eurem kreativen Schaffen beeinflusst? ONEINCHMAN--Skandalös einen unserer schrägsten Auftritte verschlug es uns seinerzeit in einen Club nach Karlsruhe. Aufgrund der Ereignisse rund um unseren Gig bekommt dieser Trip von uns das Prädikat Schräg. Angefangen mit der Tatsache, das wir nach unserer Ankunft versehentlich in einen Puff einkehrten, da wir uns innerhalb des Gebäudes nicht zurechtfanden und uns im Stockwerk irrten, hin zu einer Vorprogramm Band die nicht eher befriedigt schien bis Sie uns auch wirklich den kompletten Laden leer spielte und sich dafür noch in einem ungeheuerlichen Maß selbst feierte, über einen ständig präsenten süßlichen Geruch, der uns fantasieren ließ das Mr. Nice persönlich hier seinen Grow für das nächste Jahrzehnt durchjagt und somit eine Razzia das Ende unserer unschuldigen Tage bedeuten würde. Urplötzlich trat dann auch noch ein Problem während unseres Auftrittes ein, denn wortwörtlich haben sich die Freier des Puffs bei der Polizei beschwert, das der zu vollziehende Beischlaf mit den Damen im Etablissement einen Stock über dem Club aufgrund der ONEINCHMAN--Für

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN immensen Lautstärke unseres Gigs nicht mehr standesgemäß durchzuführen sei. Mit der Polizei kamen wir dann später trotz ständigem Lautstärkeeinmessen zum regen Gedankenaustausch, da wir auf der Rückfahrt irgendwo im nirgendwo auf einem Parkplatz beim Austreten von einer verwirrten Streifeneinheit mit dem Auto verwechselt wurden, das Sie ursprünglich zur Kontrolle aufforderten. Nach minutenlanger Diskussion und Rechtfertigung, warum wir der Auforderung zur Kontrolle nicht unverzüglich nachgekommen wären, meldete sich nach einiger Zeit der betroffene Fahrzeughalter von dem Parkplatz nebenan mit den Worten: Entschuldigung, ich glaube Sie meinten mich. HANIX -- Habt ihr enormen Groupie-Verschleiß oder seid ihr treusorgende Ehemänner und Familienväter? für eine bescheuerte Frage. Wir gehen stark davon aus das unsere Partnerinnen dieses Interview lesen, somit hätte eine Rock`n Roll Antwort wie »ja man, wir schnappen uns alles Weibliche, das sich bis spätestens fünf Minuten nach unserem Auftritt nicht in Sicherheit gebracht hat« enorme Auswirkungen auf das Vertrauensverhältnis unserer Beziehungen. Wieso nur? Nein, im ernst. Bis auf unseren Bassisten führen die anderen Bandmitglieder schon richtig erwachsene Partnerschaften, so mit Zukunft planen, Kinder machen und dem ganzen Drumherum. Für Groupies stehen wir demnach leider nicht zur Verfügung. Bis auf unseren Bassisten selbstverständlich. HANIX -- Habt Ihr einen Standpunkt zum Thema Politik in Deutschland? Oder seid Ihr gar politisch ONEINCHMAN--Was

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN engagiert und motiviert? Privaten verfolgen wir durchaus die politischen Entwicklungen und Tendenzen in unserem Lande. Als Triebfeder für unser kreatives Schaffen im Rahmen der Band taugt Politik jedoch nichts. Wir machen gesellschaftskritische Botschaften nicht zum Mittelpunkt unserer Musik. Einzelne Themen, die einen schwer beschäftigen kann man schon einmal in einem Song aufgreifen oder verarbeiten. Unser Erlös durch das Musizieren heißt Freude und nicht Widerstand. Wir sind im Laufe der Jahre schon zu sehr reflektierten Persönlichkeiten gereift, die Tage der Frustration oder Aggression gegenüber der Gesellschaft gehören der Vergangenheit an. Alle versuchen Ihr Leben bestmöglich zu managen. Je größer die persönliche Verantwortung desto größer auch der konser41 ONEINCHMAN--Im vative Lebensstil der Einzug hält. Zusammengefasst betrachten wir allerdings geschlossen mit Sorge den zeitlupengleichen Verfall der Staatengemeinschaften. Stichwort Finanzkrise mitsamt ihren flächenbrandartigen und virusgleichen Begleiterscheinungen. HANIX -- Der Schwabe fühlt sich in dieser Region fest verankert. Für was stehen wir Bewohner dieses schönen Fleckchens Deutschland eigentlich? finden sich doch lustigerweise immer wieder die gleichen Klischees, die bedient und auch bestätigt werden. Als geselliger Rheinländer zugezogen musste auch unser Drummer feststellen, dass man die Menschen hierzulande erst verstehen, geradezu knacken muss, um sie letztendlich in sein Herz schließen zu können. Kontaktfreudig sieht wahrlich anders aus. Jedoch, ist das Eis ONEINCHMAN--Es

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN erst einmal durchbrochen kommen viele positive Eigenschaften des Schwaben an die Oberfläche. Wie zum Beispiel die Zuverlässigkeit. Oder die eher in ländlichen Gegenden vorhandene und gepflegte Tradition. Ist irgendwie auch was Schönes. Die zur entsprechenden Jahreszeit allgegenwärtige Besen-Kultur finden wir prima. Beisammen sitzen und dazu ein ordentliches Vesper. Grandios. Die Menschen hier sind zielstrebig und fleißig. Genau wie wir. HANIX -- Macht sich der Schwabe auch in eurer Rockband bemerkbar? bringt sicher jeder von uns seinen Mini-me Schwaben mit ins Spiel. Der Eine kann eigentlich typisch schwäbisch ganz gut mit Geld umgehen, der Nächste stammt aus der urschwäbischen Riege der Schaffer, ist also permanent handwerklich produktiv. Wir sind sehr pünktlich und zuverlässig. Kommen in der Regel als erstes und gehen als letztes. Die Zuverlässlichkeit innerhalb der Band ist uns auch sehr wichtig. Durch das Ausklammern der persönlichen Befindlichkeiten im Gegensatz zur notwendigen und vorhandenen Kompromissbereitschaft jedes einzelnen, gelingt es uns beständig einen positiven Vibe miteinander zu erzeugen. HANIX -- Unser Titelthema ist »Schaffe, Schaffe, Häusle baue»... ONEINCHMAN--Da unser Drummer hat das volle Programm durchgezogen. Baum gepflanzt, Haus gebaut, Kind gezeugt. Das Rundum-Paket gebucht. Grundsätzlich erkennen wir uns in dieser typischen Redensart auf jeden Fall wieder. Der Eine ist wie gesagt mit diesem Thema so gut wie durch, der Andere steht noch nicht auf einem soliden Fundament, das dies ermöglicht. Aber diese Kultur durch Fleiß und harte Arbeit etwas aufzubauen steckt tatsächlich in uns drin. Der Schwabe sorgt sich von seiner Natur her enorm um seine Zukunft und die Zukunft seiner Familie. Ein Wesenszug den du im Rheinland oder in Berlin zum Beispiel in dieser extremen Form nicht hast. Ein Haus bauen, zu einem kleinen Vermögen oder Eigentum zu kommen und dieses dann innerhalb der Generationen weiterzuvererben ist schon weitsichtig. Anderenorts lebt man vielleicht etwas wilder in den Tag hinein und verlässt sich auf die Wendung zum Guten, zur Unabhängigkeit und Sorglosigkeit im fortgeschrittenen Alter. Die Menschen unserer Region arbeiten daran und dafür. Dieses Programm scheint in dem Erbmaterial von uns Schwa42 ONEINCHMAN--Also ben fest installiert und brandmarkt uns unwiederuflich. Und eigentlich fühlt sich das gar nicht so schlecht an. HANIX -- Fiktiv. Ein schwerreicher Scheich bietet euch 1.000.000 EUR dafür, das Ihr nie wieder Musik macht? Dann hättet Ihr etwas zur Sicherheit auf der Seite. mehr Musik machen? Das steht ja in keinem Verhältnis zu dem bisschen Geld. Diese Million müssten wir ja auch noch durch vier teilen. Wir glauben kein Geld der Welt kann dir die emotionale Bedeutung kreativen Musizierens geben. Logisch kannst du diese Stange Geld nehmen und deine Zukunft sichern oder dir irgendetwas leisten, das dir für eine gewisse Zeit etwas gibt. Aber damit gleichbedeutend musikalisch zu verkrüppeln ist ein zu hoher Preis den wir dafür zu entrichten ONEINCHMAN--Nie

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN hätten. Dann lieber wenig Geld, den Traum mit unserer Band etwas zu erreichen weiter träumen dürfen und uns an Schaffe,Schaffe, Häusle baue orientieren. Dann befinden wir uns im grünen Bereich. HANIX -- Heilbronn, derzeit eine einzige Baustelle. Der Ausbau der S-Bahn Verbindung bestimmt vielerorts das Stadtbild. Ihr seid verantwortlich für weitere Neu- oder Umbaumaßnamen. Was geschieht? besuchte einer von uns eine Ausstellung im Heilbronner Deutschhof bezüglich des Stadtbildes vor der Bombadierung. So würden wir Heilbronn wieder aufbauen. Mit Stilrichtung Heidelberg, Altstadt, Kopfsteinpflaster und irgendwie urig. Darüber hinaus kann die Dimension der Fußgängerzone überhaupt nicht mit der Entwicklung zur Groß- und Studentenstadt mit43 ONEINCHMAN--Kürzlich halten. Da würden wir für mehr Fläche sorgen. Dazu muss wirklich der flächendeckende Ausbau des Verkehrsnetzes vorangetrieben werden, denn die wirklich interessanten Spots der Stadt sind einfach viel zu weit voneinander entfernt. Und wir müssten eine Lösung finden damit Heilbronn seinen mancherorts grauen Industriecharme schneller verliert. Da wurde die vergangenen Jahre schon etwas getan, doch das könnte sich unserer Meinung nach schneller entwickeln. Doch für den Fall, das wir nicht mit den Umbaumaßnamen beauftragt werden stellen wir trotzdem eine positive Entwicklung fest. Heilbronn war durchaus schon hässlicher anzuschauen. HANIX -- Eigentlich war der diesjährige Sommer im Ländle ja gar nicht so schlecht. Wo habt Ihr bevorzugt eure freien Stunden verbracht?

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MUSIKKOFFER: ONEINCHMAN Also bei uns ist allein schon durch die Nähe der Breitenauer See zum Pilgerort mutiert. Natürlich sollte man sich nicht unbedingt ein heißes Wochenende zum See-Besuch aussuchen, um sich dann womöglich noch sardinengleich auf der Hauptwiese niederzulassen. Dann hat das Ganze nämlich nichts mit Erholung oder Gemütlichkeit zu tun. Nein, unter der Woche und abseits der größeren Flächen ist das schon eine prima Sache. Man muss sich mal vorstellen, das Menschen aus den verschiedensten Eckchen Deutschlands hier her kommen, um am See tatsächlich Ihren Urlaub zu verbringen. Und bei uns liegt es quasi vor der Haustüre. Phänomenal. Dann nicht ONEINCHMAN-- zu unterschlagen der Wertwiesenpark und vereinzelte Bereiche an der Jagst entlang. Und auch einem gepflegten Biergartenbesuch stehen wir sehr offenherzig gegenüber. HANIX -- Eure Message an die HANIX Leser lautet? ONEINCHMAN--Wir bringen den Rock`n Roll da hin wo er hingehört, und zwar in den Bauch. Und erkennt: Vieles kommt und geht, doch der Rock`n Roll bleibt. Schon bemerkt?

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r offEnE fs VErkau g sonnta 8 uhr 13 bis 1 6./ 7. Oktober 2012 ÂÁÅ ÁÇÆÄÃÁÇÅ Jazz & Einkauf Top Act: Curtis Stigers (USA) Acht Bühnen mit Livemusik Kulinarischer Marktplatz Curtis Stigers, Les Yeux d'la Tête, Südklang, Mr. Hot & The Funky Pepperonies, Mit 4 spiel 5, Ballroomshakers Viele Aktionen der Heilbronner Einzelhändler www.stadtinitiative-hn.de

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C U R T I S S T I G E R S L E T ' S G O O U T T O N I G H T Zum 1 8 . Ma l p r ä s e n t i e r t d i e St adtinitiative Heilbronn bekannte Größen und Ne wc o m e r der Jazz- und Pop-Szene. Mit d a b e i : Cu r t i s St i g e r s - Ei n e Ikone des entspannten Jazz besucht Heilbronn. Sein We l t h i t » I w o n d e r w h y « i s t ein Evergreen, der von vielen seiner Kollegen g ecover t wurde.

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MUSIKKOFFER 2: CURTIS STIGERS Was haben die beiden Songwriter-Legenden Bob Dylan und Richard Thompson mit den Rhythm'n'Blues-Pionieren Eddie Floyd und Clyde Otis sowie modernen Pop-Stars wie Neil Finn von Crowded House und Jeff Tweedy von Wilco gemein? Sie alle steuerten einen Song zu dem Repertoire bei, das der Sänger und Saxophonist Curtis Stigers auf seinem neuen Album »Let's Go Out Tonight« präsentiert. Seit zwei Jahrzehnten beweist Curtis Stigers auf seinen Alben immer wieder, daß die Trennlinien zwischen Jazz, Pop, Soul, Rock, Blues und sogar Country-Musik längst nicht so klar definiert sind, wie es den Anschein haben mag. Der Sänger, Saxophonist und Songwriter, der seine Karriere in den frühen 1990er Jahren mit souligen Popalben begann, hat in den letzten zehn Jahren eine hervorragende Reputation als formidabler Jazzvokalist erworben. Doch er beschränkt sich nicht darauf, die ewig gleichen alten und schon unzählige Male gespielten Jazzstandards neu aufzuwärmen. Stattdessen überrascht er mit jazzigen Interpretationen von jazzfremdem Material. »Das ist meine Nische, meine Spezialität«, verriet Stigers einmal. »Ich kenne und liebe eine Menge Songwriter und musikalische Genres, und ich weiß, wie man sie alle unter einen Hut bringt, ohne beliebig zu klingen. Mein Wunsch ist, in die Fußstapfen meiner großen Vorbilder zu schlüpfen. Ella und Billie Holiday hatten diese Fähigkeit, Material verschiedener Genres kohärent klingen zu lassen. Sinatra und Nat 'King' Cole besaßen sie. Selbst Miles und Coltrane und nahezu alle anderen großartigen Jazzkünstler beherrschten es. Sie nahmen die populären Songs ihrer Generation und schufen aus ihnen etwas Neues. »Ich kenne mich gut in Rock- und alternativer Country-Musik aus, in urbanem Blues, Folkmusik und Punk-Rock. Also nutze ich diese Kenntnisse. Und dafür werde ich auch mehr und mehr bekannt«, so Stigers. Auf »Let's Go Out Tonight« gibt er nun unter anderem Bob Dylans »Things Have Changed« und Richard Thompsons »Waltzing's For Dreamers« seinen eigenen Touch. Dylan schrieb sein Stück vor zwölf Jahren für den Film »Die WonderBoys« und gewann damit den Oscar für den besten Filmsong des Jahres. Das Stück des britischen Folkrockmusikers Richard Thompson (Vater des ebensobrillanten Songwriters Teddy Thompson) stammt von dessen 1988er Album »Amnesia«. Ziemlich aktuell ist die Nummer »You Are Not Alone«, die Jeff Tweedy 2010 für Mavis Staples' gleichnamiges Album schrieb. Clyde Otis' »This Bitter Earth« wiederum wurde 1961 durch die große Dinah Washington bekannt, während Eddie Floyds »Oh, How It Rained« 1971 ein Riesenhit für das Stax-Label war. »Into Temptation« komponierte Neil Finn 1988 für das zweite Crowded-House-Album »Temple Of Low Men«. Als Produzenten gewann Curtis Stigers diesmal Larry Klein, der zu den Sessions einige Musiker einlud, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet: Gitarrist Dean Parks, die Keyboarder Larry Goldings und Patrick Warren, Bassist David Piltch und Schlagzeuger Jay Bellerose.Verstärkt wurde das Team durch den Trompeter John »Scrapper« Sneider, der seit 2003 auf allen Alben von Stigers zu hören war.

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS TEXT: ROBERT MUCHA / FOTOS: LISA BÜRG » W I R B E S I T Z E N A L S F R AU E N « M E H R S C H U H E U N S E R E

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS Sne a k e r i s t de r e n g l i s c h e Sa m m elbegriff für Spor tschuhe, die nicht zum Spor t, son d e r n i m A l l t a g g e t r a g e n we rden. Der Sneaker ist somit ein meist dem Laufschu h ä h n l i c h e r, m o d i s c h e r St r a ßenschuh. Der urspr üngliche Gr und für das Trag e n vo n Sp o r t s c h u h e n i m A l ltag war der sich auch in der Kleidung manifestiere n d e Pro t e s t d e r Ju g e n d g e g en das herrschende Establishment und die Er wachsene n k u l t u r, d i e g l a n z p o l i e r t e L ederhalbschuhe bevor zugte. Inzwische n hat sich eine r i c h t i g e Sn e a k e r - Ku l t u r e n twickelt. Ausgefallene Sneaker sind zu Kunst- und Sam m l e ro b j e k t e n a va n i e r t , Sn e aker-Läden schießen wie Pilze aus dem Boden, Sne a k e r Fa n - C l u b s h a b e n s i c h g egr ündet und es finden inzwischen sogar SneakerMes s e n s t a t t . De r e i n s t p re i s we r te Schuh der Jugendszene hat auch vo r den Toren der Fa s h i o n - De s i g n e r n i c h t h a l t gemacht. Für all diejenigen, die dem Teeny-Alter inzw i s c h e n e n t r ü c k t s i n d , s ä u m en so genannte Edelsneaker in hochwer tigen Ausfüh r u n g e n d i e Re g a l e d e r S c h u hhändler. Wir trafen Sneaker-Geeks aus Heilbronn um ü b e r i h ren Fe t i s c h z u p l a u d ern. HANIX -- Wir reden heute über Sneaker. Ihr alle seid dem Schuhesammeln verfallen. Welcher Turnschuh war eigentlich euer erster Kauf? ANDRE N. -- Meinen ersten bewusst selbstgekauften Sneaker habe ich mir Anfang der Neunziger im Kaufhof in Heilbronn zugelegt. Ich besuchte damals die 7. Klasse. Das war ein »Air Jordan 1« in den klassischen Farben schwarz-rot-weiß. Den gab es damals für 100 D-Mark. Aber damals ahnte noch niemand welcher Hype um den Schuh entstehen würde. Ich habe ihn unter anderem zum Skaten benutzt. Den Schuh habe ich so natürlich schnell verratzt. Das würde ich mit dem Wissen, das ich heute habe, natürlich niemals tun. HANIX -- Den Schuh hast Du demnach nicht mehr in deinem Fundus? ich den bekommen. Ich wusste damals nicht, was ich mir kaufen sollte. Das war ein Nike-Sneaker. Das Jordan-Logo war drauf. Also habe ich ihn mir gekauft. GRISCHA -- Meine halbe Verwandtschaft hat beim Intersport gearbeitet. Ich wurde also früh mit Schuhen versorgt, die ich eigentlich gar nicht haben wollte. Adidas-Schuhe waren nicht mein Fall. Die habe ich aber oft bekommen. Die ersten, die ich mir selbst geleistet habe waren weiße Stiefel von Asics mit goldenem Asics-Emblem. Eigentlich war ich aber schon immer Nike-Fanatiker. HANIX -- Wie kam es zu deinem Nike-Fetisch? Wegen Michael Jordan? Nein, der hat früh das Zeitliche gesegnet. Jedenfalls ging es die nächsten Jahre dann so weiter mit meinem Schuhtick. Mein zweites Schnäppchen, ebenfalls im Heilbronner Kaufhof erstanden, war ein »Air Jordan 4«. 90 D-Mark hat der damals gekostet. Im Ausverkauf habe ANDRE N. -- Nein, den kannte ich damals noch nicht. Nike-Sneaker waren damals in Deutschland einfach selten. SASCHA -- Na, weil die Amis hier alle Nike-Treter getragen haben und die Klassenkameraden nur Adidas- und Pumaschuhe an hatten. ANDRE N. -- Es war die Marke aus Amerika. Das war etwas besonderes. Meine Eltern wollten mir immer nur Adidasschuhe aufschwätzen. GRISCHA --

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS GRISCHA -- Ich habe damals einen Nike-Schuh im Laden gesehen der mir wahnsinnig gut gefallen hat aber ich konnte ihn mir nicht leisten. Also habe ich Monate darauf hin gespart. Das war ein Joggingschuh. Ein richtig bequemes Teil. Ich war stolz wie Oskar. Ich habe den Schuh eigentlich nur zum Schlafen ausgezogen. Natürlich hatte ich ihn auch beim Skaten an. Keine zwei Wochen sind die alt geworden. Ich bin mit dem Skateboard die Weinberge runter gefahren. Natürlich hat es mich ordentlich hingeslamt. Die Schuhe waren am Arsch. Das war jedenfalls mein Einstieg und danach als ich mein erstes Geld verdient habe, kam ein Schuh nach dem anderen zu meiner Samlung hinzu. Bis ich mich irgendwann selbst therapieren musste. Ich besaß über 50 Paar. Meine Kohle ging fast nur noch für Schuhe raus. Ich war süchtig nach Sneakern. GABRIEL -- Ich muss das unterscheiden. Es gibt ein erstes Paar, das meine Mutter mir gekauft hatte. Darauf hatte ich keinen Einfluss. Das waren »High Tops« von Puma. Puma in den Achtziger Jahren war damals eine Firma, die die Wühltische gefüllt hat. Mein erstes selbstgekauftes Paar kam dann Ende 1992. Die Olympischen Spiele waren gerade zu Ende. Im pick-sport war Ausverkauf und ich habe mir mit elf Jahren einen »Air Jordan 7« gekauft. In weiß-rot für 100 D-Mark. Natürlich wachsen Kinder schnell aus ihren Schuhen raus. Ich habe mir den Schuh gekauft, weil die Werbung mich beeinflusst hatte. Begehrlichkeiten werden geweckt. Was angesagt ist sagen die Meinungsbildner auf dem Schulhof. Und natürlich tut es einer Kinderseele gut, wenn man ein geiles Paar Sneaker hat. Nike hat es gut verstanden diese Begehrlichkeiten zu schüren. Der Schuh war für mich also ein guter Kompromiss. Er war von 209 D-Mark auf 109 D-Mark reduziert. Ein Schnäppchen also. Mein Vater hat nicht verstanden wie ich soviel Geld für einen Schuh ausgeben konnte. HANIX -- Der »Air Jordan« ist der Sneaker schlechthin, oder?

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS SASCHA -- Mittlerweile ja. Aber damals Ende der Achtziger wusste man wirklich noch nicht, welcher Hype um den Schuh und Michael Jordan entstehen würde. Schlussendlich ausschlaggebend war, dass Michael Jordan der beste Basketballer der Welt war und Nike ihn unter Vertrag hatte. Hätte Jordan in Asics gespielt, würden wir uns jetzt über den Asics-Jordan unterhalten. GRISCHA -- Zum Dreamteam von 1992 und dem damaligen Sondermodel des »Air Jordan 7« habe ich auch noch eine lustige Geschichte. Andre N. und ich waren zu der Zeit in Italien urlauben. Jordans Rückennummer war bekanntermaßen die 23. Die 23 war auch auf vielen Schuhen verewigt. Von den Olympischen Spielen haben wir in Italien relativ wenig mitbekommen. In einem SneakerLaden haben wir dann besagten »Air Jordan 7« mit der eingestickten »9« gesehen. Wir haben uns kaputt gelacht über die Italiener. So eine schlechte Fälschung ist uns bis dato noch nicht untergekommen. Ein »Air Jordan« mit einer »9« statt seiner »23«. Als wir dann nach Heilbronn zurückgekommen sind, sind wir hier in Heilbronn in den Champion-Store gegangen. Champion war damals Ausstatter des US-Dreamteams. Auf einmal sehen wir das Jordan-Trikot mit der »9«. Wir hätten uns selber steinigen können und wären fast zurück nach Italien gefahren, um uns den Schuh zu kaufen. Der Weg war uns dann aber ein kleines bisschen zu weit. ANDRE N. -- Das Problem war ja auch, dass wir uns in Italien den normalen »Jordan« mit der eingestickten »23« gekauft hatten. Dieses Model hat man in Heilbronn natürlich auch bekommen. Das Olympia-Model mit der »9« hat man hier natürlich lange vergeblich gesucht. Gott habe ich mich aufgeregt. Irgendwann gabs die NeunerVersion beim Siller in Heilbronn für ein Schweinegeld. SASCHA -- Mein erster Sneaker war ein Nike »Vandal High«. Auf den habe ich auch lange gespart. An der Schule sind alle mit Adidas und Pumas rumgelaufen, das war

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS uncool. Die Amis in der Stadt trugen dagegen Nikes. Die wollte ich auch. Ein schwarzer Sneaker mit goldenem Swoosh, Schnürung und Klettverschluss. ALEX -- Mein erster Sneaker war ein Nike »Dunk low« in grau-burgundrot. Den habe ich hier beim Footlocker gekauft. Ich mag das Model, weil es zum Skaten gut geeignet ist. ANDRE -- 2004 habe ich meinen ersten Sneaker erstanden. Das war ein weißer »Air Jordan 4«. HANIX -- Bis Anfang der Neunziger waren die Amerikaner noch in Heilbronn stationiert. In den Kasernen gab es natürlich auch Sneaker zu kaufen. Habt ihr versucht Kontakte zu Amerikanern zu knüpfen, um an die begehrten Schuhe, die es dort zu kaufen gab, zu kommen? sich die jugendliche Skater-, Writer-, Breaker- und RapSzene getroffen. Das waren hier sozusagen die Anfänge der Hip-Hop-Szene. HANIX -- Wurden eure Sneakers damals neidisch begutachtet? Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger waren Grischa und ich oft auf dem Kasernen-Gelände um zu Skaten oder mit dem BMX zu fahren. Dort gab es damals schon eine Skate-Rampe. Aber wir hatten wenig Kontakt zu den Amis selbst. GRISCHA -- Das war auch relativ schwer. Eigentlich kamen wir nur auf den deutsch-amerikanischen Volksfesten mit ihnen in Kontakt. ANDRE N. -- HANIX -- Die Amis trugen natürlich Schuhe, die ihr noch nie gesehen habt? Natürlich. Die hatten Schuhe von denen wir geträumt hatten. Damals waren zum Beispiel Hi-Tec-Stiefel sehr begehrt und bei den Amis gerade hip. Da hat man schon neidisch hingesehen. Was bei uns Skatern damals auch sehr begehrt war, waren Airwalks und Visions. GRISCHA -- HANIX -- War Heilbronn ein gutes Pflaster, um coole Sneakers zu bekommen? damals haben wir uns unsere Schuhe dort gekauft, wo uns die diversen Hip-Hop-Jams hingetrieben haben. Ob München, Basel oder auch mal Hamburg. Und natürlich sind wir immer wieder nach Heidelberg und Stuttgart gefahren. Heilbronn konnte da einfach nicht mithalten, weil die Stadt von je her schon immer ein Kuhdorf war. Hier ging einfach nicht so viel. Das Angebot hier war sehr überschaubar. ANDRE N. -- Wir reden hier aber gerade von zwei Generationen, dass muss man klar sagen. Grischa, Sascha und ich sind bereits Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger losgezogen und dem Sneakerwahn verfallen. GRISCHA -- Damals hat sich gerade die ganze Hip-HopWelle ausgebreitet. Am Presutti auf dem Kiliansplatz hat GRISCHA -- Also Ich glaube, die wurden von den Leuten hier gar nicht so wahrgenommen. Klar, der Personenkreis in dem wir uns bewegt haben, hat auf Sneaker geachtet. Aber ansonsten gab es kaum Reaktionen. Damals war der Hype ja auch noch nicht so groß und hat sich gerade erst entwickelt. Inzwischen ist es so, dass zum Beispiel Nike nicht mehr exklusive Modelle für ein bestimmtes Land oder eine Region produziert. Das war früher noch anders. Manche Modelle hat man nur in den USA bekommen. Heute bekommt man eigentlich jedes Modell weltweit. Vielleicht in differenzierten Farbvarianten, aber das wars dann auch. GRISCHA -- Ich glaube auch, dass früher viele Leute unsere Schuhe und die Variationen an Farben, die wir trugen, lächerlich fanden. Es ist einfach niemand außer uns mit roten Wildleder-Sneakern rumgerannt. Standard war damals weißes Glattleder. GABRIEL -- Alles was über Adidas weiß-schwarz und den Klassiker »Samba« hinaus gíng, war hier schon recht exotisch. SASCHA -- Irgendwann kamen dann Marken, die von irgendwelchen Hip-Hopern getragen wurden. Es gab British Knights, SPX und Troops. Zum Glück haben die sich nicht lange gehalten. GABRIEL -- Mittlerweile gibt es bei den Sneaker-Liebhabern zum Einen vom Basketball beeinflusste Leute. Ich würde sagen, dass ist eher die etwas ältere Generation. Die ist sehr auf Jordans und Nike fixiert. Damit fing auch vieles rund um den Sneaker-Kult an. Es gab mit Michael Jordan auf einmal eine Identifikationsfigur. Sneaker wurden wichtig und zum Sammelobjekt. Das gab es davor so nicht. Zum anderen gibt es eine vom britischen Hooliganismus beeinflusste Sneaker-Anhängerschaft. Die kam etwas später auf. Für diese Leute sind Marken wie Adidas oder New Balance im Fokus. ANDRE N. -- Das stimmt. Ich habe in den vergangenen zehn Jahren in Gibraltar gelebt. Und wenn ich mir dort die Schuhe der Einheimischen angeschaut habe, muss ich sagen, dass der Trend klar zu Glattleder-Trainers geht. ANDRE N. -- HANIX -- Gabriel, Du bist Mitinhaber von »Protectyourstyle«. Welcher Sneaker ist dein Favorit?

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS bin »Savier«-Fan. Das war die SkateschuhMarke von Nike. Es gibt von »Savier« einen Schuh, der dem Nike »Trainer One« entsprang. Nur ist der »Savier« viel besser. Er hat zum Beispiel keinen hässlichen Klettverschluss. Diesen Schuh habe ich in sieben Farbvarianten daheim stehen. HANIX -- Ihr besitzt sicher alle mehr als zehn Paar Sneaker... ANDRE -- Ich habe bei 120 Paar aufgehört zu zählen. Das sind nicht viele, wirklich. Ich kenne Leute, die haben deutlich mehr. Ich besitze kein einziges Pärchen Adidas. Da steh ich irgendwie nicht so drauf. Ich war einige Male kurz davor mir einen Adidas-Sneaker zu kaufen. Schlussendlich konnte ich mich aber nie dazu durchringen. Ich stehe einfach auf Nike. Meiner Meinung nach hat Nike die besten Designs. Sauconys mag ich auch sehr gerne. GABRIEL -- Ich Viele Laien kennen die Marke nicht aber ich steh darauf. ALEX -- Bei mir stehen rund 40 Paar im Regal. Viele Laufschuhe und natürlich mehrere Paar Jordans, was früher nicht der Fall war. ANDRE -- Als ich damals noch ein richtiger Sneaker-Junkie war habe ich mal 54 Paar gezählt. Ich war damals noch keine 18 Jahre alt. Bevor ich nach Gibraltar ausgewandert bin habe ich dann ausgemistet. Im Nachhinen hätte ich das nicht tun sollen. GABRIEL -- Man darf Sneaker nicht wegwerfen. ANDRE N. -- Wenn ich das Wissen von heute schon Anfang der Neunziger gehabt hätte, wären viele Schuhe nicht zum Skaten angezogen worden. Mein »Air Jordan 4« und der »Fünfer Jordan« beispielsweise auch nicht. Oh man. GRISCHA -- Man hätte die Schuhe einfach nie tragen dürfen sondern sie vakuumverpakt im Karton lassen. Ich wäre

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS heute ein reicher Mann (lacht). Mit welchen Sneakern ich auch auf die Baustelle gegangen bin oder sie zum Tapezieren getragen habe... (schüttelt mit dem Kopf ) ALEX -- Bei mir war es der »Air Max 1«, den ich zum Malen getragen habe. Unfassbar. HANIX -- Wohin geht der Sneaker-Trend in Zukunft? Ich als Marktbeobachter und Ladenbesitzer meine, dass sich momentan viel um Laufschuhe dreht. Um Retro-Laufschuhe, um Neuauflagen oder um Kolaborationen mit Künstlern oder international renommierten Sneaker-Shops. Ob es exklusive Modelle von Asics, Nike, Adidas oder Saucony sind, eigentlich machen da alle mit. Basketball ist sicherlich auch noch beliebt, allerdings eher in den USA, da es dort ein Volkssport ist. ANDRE -- Ein Laufschuh ist auch viel bequemer als ein Basketballschuh und man kann ihn zu allem anziehen. GABRIEL -- Laufschuhe lassen sich einfach besser mit diversen Outfits kombinieren. ALEX -- Der »Air Jordan 3« ist saubequem, da lasse ich nichts drauf kommen. Und Jordans sind in jedem Fall immer noch am Start und die Sneaker sind immer noch Schuhe die gut gehen. Auch weil viele Hip-Hop-Stars die Schuhe tragen. ANDRE N.--Die Stars geben vor was gerade angesagt ist, ganz klar. HANIX -- Darf man sich als wahrer Sneaker-Geek Retromodelle zulegen oder ist das ein absolutes No-Go? Unbedingt darf man das, finde ich. Warum sollte man das nicht dürfen? ANDRE N. -- Für mich ist der »Air Jordan 5« in schwarz immer noch das Nonplusultra unter allen Sneakern. ALEX -- Der Fresh-Prince-Schuh... GABRIEL --

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS einem bezahlbaren Preis bekomme. So einfach ist das. HANIX -- Kauft ihr euch auch Schuhe als Wertanlage? Ich besitze ein Paar Jordans, die mir nicht gefallen, da bin ich ehrlich. Den habe ich mir tatsächlich als Wertanlage gekauft. Inzwischen ist der Preis auch gestiegen. Den Schuh habe ich mir, obwohl ich ihn nicht geil finde, gekauft, weil es einen Hype darum gibt. Und jetzt warte ich einfach weiter ab und schaue was passiert. GABRIEL -- HANIX -- Der Albtraum aller Sneaker-Besitzer ist, dass die Frau Mama Schuhe entsorgt, weil sie der Meinung ist, dass die Schuhe kaputt sind. Ist jemandem von euch so etwas schon passiert? GABRIEL -- Mit einem »Air Jordan 1«, dem Original ist mir Selbst MacGyver hat ihn in seiner Serie angehabt. Und ich kann mir keinen originales Modell für 1000 Euro kaufen. Deshalb bin ich froh wenn Nike sich dazu entschließt den Schuh neu aufzulegen. Den Unterschied sieht man nicht. ALEX -- Aber die Materialien, die verarbeitet werden, sind andere und das lässt mich manchmal erschaudern. GRISCHA -- Ich hatte den »Air Jordan 5« kürzlich in einem Outlet-Center für 60 Euro in der Hand. Irgendwie habe ich ihn anders in Erinnerung. Das Leder war damals ein anderes. Ich fand ihn in original besser. Der originale Schuh hatte leicht strukturiertes Leder, für die Retroversion wurde Glattleder verarbeitet. ANDRE N. -- Ich fand die ursprüngliche Version auch besser aber ich möchte und kann mir diesen Schuh nicht leisten und dann nehme ich eben vorlieb mit dem was ich zu ANDRE N. -- das passiert... Alle -- Ouhhhhhhh..... shit! ANDRE N.--Das Origialmodell? Da bekomme ich direkt körperliche Schmerzen... GABRIEL -- 1995, im Alter von 14 Jahren, habe ich ihn mir auf dem Heilbronner Flohmarkt für 2,50 D-Mark gekauft. Ich habe ihn in der Schule angehabt und eine weiße Spur hinter mir hergezogen, weil die Sohle sich schon aufgelöst hatte. Das Lösungsmittel war schon verdampft nach 10 Jahren. Ich habe ihn noch in der Schule mit Duct-Tape fixiert und bin noch einigermaßen damit nach Hause gekommen. Dort habe ich ihn direkt in Gefrierbeutel gepackt und im Keller sicher verstaut, wie ich dachte. 2009 mistet meine Mutter den Keller aus und schmeißt die Schuhe weg. Eine Woche später bekam ich eine aktuelle Preisliste von Jordan-Schuhen rein. Das Modell, das meine Mutter entsorgt hat war inzwischen 2500 US-Dollar wert - egal in welchem Zustand. Das war der »Air Jordan 1« in weiß-rot-schwarz. ANDRE N. -- Meine Mutter wusste schon sehr früh, dass sie meine Schuhe besser nicht anrührt. Daran hat sie sich gehalten. Zum Glück! Meine Oma hatte es auch öfter versucht aber ich kam immer rechtzeitig um es zu verhindern. ALEX -- Eltern putzen Schuhe ja auch gerne mal. ANDRE N. -- Genau, am besten mit dem Stahlschrubber. ALEX -- Ich musste meiner Mutter klar machen, dass sie meine Schuhe nicht putzen durfte. Die habe ich immer selber geputzt sonst hätte ich auch ein paar Pärchen wegwerfen können, wenn meine Mutter Hand angelegt hätte. HANIX -- Sneaker in die Waschmaschine geht klar?

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS Hintere Reihe von links nach rechts: Andre, Robert & Gabriel Vordere Reihe von rechts nach links: Andre N., Sascha, Grischa & Alex Aber niemals über 30 Grad waschen und vorher immer noch in einen Turnbeutel packen, die guten Teile. Dann kann eigentlich nichts schief gehen. Wenn die Waschmaschine einen Kaltwaschgang hat, dann ist das noch besser. Auch kein Waschmittel und schon gar keinen Weichspüler dazu tun. Das ist ganz wichtig! GRISCHA--Ich packe meine Schuhe aber nur in die Waschmaschine, wenn es mir selber peinlich wäre, sie im Schuhladen auszuziehen. ANDRE N. -- Aber du hast doch so viele Schuhe, dass das eigentlich gar nicht vorkommen kann... GABRIEL -- Schuhe, die einem etwas bedeuten werden nicht gewaschen! Schuhe die nur eine Funktion erfüllen darf man auch waschen. So handhabe ich das. GRISCHA -- Ich habe ein Paar, das ich mir vor zwölf Jahren in den Staaten gekauft. Die ziehe ich wirklich nur ANDRE -- noch an, wenn ich weiß, dass strahlender Sonnenschein herrscht und garantiert kein schlechtes Wetter aufzieht so dass kein Mikrometer den Schuh strapaziert. ANDRE N. -- Ich habe auch Schönwetterschuhe und Alltagsschuhe. Hier, diesen 2003er »Air Trainer One« als Shima-Shima-Edition. Er sieht verratzt aus aber ist immer noch einer meiner Favoriten... ALEX -- Trägst du ihn noch? ANDRE N. -- Ja... ALEX -- Würde ich nicht mehr tun. ANDRE N. -- Wegen dem Sammlerwert? ALEX -- Nein, einfach damit er noch nach etwas aussieht und seine Form behält. Wenn du ihn weiter tragen willst, dann wirklich nur bei gutem Wetter. Bitte! ANDRE -- Zu Schönwetterschuhen kann ich auch etwas sagen. Wenn mir ein Schuh richtig gut gefällt, kaufe ich ihn

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KULTURBEUTEL: SNEAKER-GEEKS mir zweimal. Einen trage ich, bis er kaputt ist. Das Paar wasche ich dann auch aber ich weiß ja, dass ich das Paar auch noch in neu und schön in der Box zuhause habe. Ich habe bestimmt fünfzehn Paar in doppelter Ausführung, einfach um den Schuh in einigen Jahren nochmal zu haben. Diese Schuhe werden auch definitiv nicht von mir verkauft. HANIX -- Wo kauft ihr eure Schuhe? kaufe weltweit ein. Ich habe mir kürzlich in Japan Schuhe bestellt. Das waren »Asics Gel Lyte 3« die in einer Kolaboration mit Atmos, einem Sneaker-Shop, aufgelegt wurden. Atmos gibt es einmal in New York und dann eben noch einmal in Japan. Die habe ich eigentlich ziemlich günstig bekommen. In den USA hat der Schuh 200 US-Dollar gekostet. In Japan habe ich ihn für 100 Euro inlusive Versand bekommen. Ein Schnäppchen also. Inzwischen werden die Schuhe für 250 Euro gehandelt. ANDRE N. -- Anfang der Neunziger war mit Sicherheit Berlin der Place to be wenn man sich freshe Sneaker zulegen wollte. Berlin ist auch heute noch ein sehr gutes Pflaster, keine Frage. ALEX -- Köln hat schwer aufgeholt inzwischen... GABRIEL -- Online ist heute natürlich fast alles erhältlich, wie man an Andres Japan-Kauf sehen kann. Ich war Mitte der Neunziger auch viel auf Flohmärkten aktiv. Damals gab es in Heilbronn aber auch noch einen guten Flohmarkt. Heute bekommt man dort ja nur noch Handyschalen. GRISCHA -- Den abgefahrensten Sneaker-Shop habe ich auf den Philipinen in Manila gesehen. Dort gab es jedes erdenkliche Model in jeder Farbkombination. Ich habe dort richtig viel Geld liegen lassen. Da wird man als Mann schlimmer als jede Frau beim Schuhe kaufen. HANIX -- Besitzt ihr alle mehr Schuhe als eure Freundinnen beziehungsweise Frauen? ALLE.--Ja! ANDRE -- Ich

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KOLUMNE: PARTHENAS WELT MÄNNER(AUS)REDEN Liebe Männer, ich will zu aller erst klarstellen, dass ich keine Männerhasserin oder so was ähnliches bin. Ich werfe auch nicht alle in einen Topf. Doch es gibt einige von euch, bei denen es mir schwer fällt, Freund zu sein. Wir Frauen hören oft, ihr wärt einfach gestrickt. Ehrlich gesagt, kann ich das manchmal kaum glauben oder mir fehlt das Gen, das System des einfach gestrickten Mannes zu verstehen. Denn, wenn es zum Beispiel darum geht, eine Beziehung zu beenden, stellt ihr euch ziemlich beschränkt an. Ganz gleich, ob es eine kurz- oder langfristige war. Über manch eure Ausreden, könnt ich mich schepp lachen. Ich frag mich wirklich, warum »Mann« es sich so schwer macht. Ihr seid doch sonst nicht überaus kreativ, aber eure Ausreden gestaltet ihr echt geistreich. Respekt. Die tollsten davon, muss ich unbedingt loswerden.Platz 5: »Sorry, ich glaube ich stehe doch nicht auf Frauen.»Ach und das fällt dir jetzt erst auf.Platz 4: »Ich wollte es dir schon länger sagen. Ich habe eine Frau und zwei Kinder und überlege zu ihnen zurück zu kehren.« Hm, das könnte womöglich wahr sein. Tja, aber was war das dann jetzt? Platz 3: »Ich bin bindungsunfähig.« Dann lass dich das nächste Mal behandeln, bevor du eine Beziehung eingehst.Platz 2: »Du bist keine Frau zum Heiraten.« Und das nur, weil die Partnerin nach vier Jahren Beziehung, mit dem Kerl zusammen ziehen wollte. Wenn' s ernst wird, dann Schwanz einziehen oder was? Platz 1: »Du bist so eine tolle Frau, aber nicht für mich. Ich bin nicht gut für dich.« Was? Wie geht das denn? Da ist »Frau« wohl im ganz falschen Film gelandet. Tja, wie dem auch sei. Natürlich bin ich mir voll und ganz im Klaren, dass es auch reichlich Frauen gibt, deren Trennungsgründe nicht immer ganz der Wahrheit entsprechen. Allerdings und ich glaube zum größten Teil, versucht die Frau den Partner nicht zu verletzen. Wobei diese bestimmte Art der Männer der Frau obendrein ein zusätzliches Trauma verpassen möchte, damit sie sich auch ja nicht mehr bei ihm meldet. Ich finde, »Mann« könnte das eigentlich vollkommen unkompliziert anstellen und einfach den tatsächlichen Grund nennen. So oder so, gehasst wird er später sowieso. Was soll ich dazu noch sagen? Ach ja, da fällt mir was ein. »Wir können ja trotzdem noch Freunde bleiben.«

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130

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» VO N A L L E M E B B E S « TEXT: UWE GRAMLICH Hallo L e u t e ! Ic h b i n w i e d e r d a . Ab sofor t werde ich Euch in die Welt der Musik, f e r n a b d e s Mainstreams mitnehmen. Be g i n n e n m ö c h t e i c h h e u t e mit einer schwäbischen Spe zialität, nämlich » Von allem Ebbes«. Dies e r m ö g l i c h t e i n e k l e i n e Rü c k schau über die Entwicklung der Musik aus dem letzte n Ja h r t a u s e n d b i s i n d a s He ute. Nachdem sich rasend schnell eine unglaubliche Vi e l f a l t , s e i t d e n A n f a n g s t agen, entwickelt hat, ist es in der heutigen Zeit unmö g l i c h d e n Üb e r b l i c k z u b e h a lten. Es ist wie bei einem Eisberg, die Spitze ist s i c h t b a r, a b e r w a s s i c h d a r u nter befindet entzieht sich unseren Blicken. Vo r d e r S c h l i e s s u n g d e s Mu s ikuss dachte ich immer ich hätte ganz gute Ke n n t n i s s e i n d i e s e m Be re i c h . Nachdem ich aber er fahren konnte, welche Vie l f a l t w i rk l i c h e x i s t i e r t , w u rde ich mir meiner Naivität und Unwissenheit b e w u s s t . . . u n d e s nimmt kein Ende. Wunnebar!!!

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KOLUMNE: MUSIKUSS PIERO Modi 1982 MILESI Das zwischen 1978 und 1980 entstandene Debüt enthält eine zweiteilige Komposition des aus Italien stammenden und leider 2011 verstorbenen Musikers und Komponisten. Ein Konzeptalbum das in der klassischen Tradition seinen Ursprung hat und das im Geiste eines Steve Reich, Philip Glass, Terry Riley, John Cage oder La Monte Young wohltönend betörend den Klang in die Gegenwart trägt. Fliessende und perlende Melodien die im schwebenden Prozess der Wiederholungen einander überschneiden und die Schwankungen der perkussiven Muster elegant und komplex klingen lassen. Ein vergessenes musikalisches Juwel das nach über 30 Jahren nichts an Frische, Dynamik und Eleganz verloren hat. SPACEMEN 1986 3 Sound of confusion Die von den schottischen Kunststudenten Sonic Boom und Jason Pierce ins Leben gerufene Band veröffentlichte 1986 diesen Meilenstein von Debüt. Beinflusst von Bands wie 13tth Floor Elevators, The Stooges, Velvet Underground oder MC 5 entwickelten sie getreu ihrem Motto »three cords good -two chords better - one chord best» ihren ganz eigenständigen Feedback getränkten, kraftvoll atemberaubenden hypnotischen Wall of Sound der geprägt vom psychedelischen Garagenrock den Hörer in bislang unbekannte Gefilde entführt. Mindblowing!!! P-FUNK 1983 ALL STARS urban dancefloor guerillas Nach der Auflösung seiner vorherigen Bands Funkadelic und Parliament startete George Clinton mit diesem neuen Projekt noch einmal durch. Eindrucksvoll macht er da weiter wo er zuvor aufgehört hatte. Unterstützung fand er in hochkarätigen Gastmusikern wie Sly Stone, Maceo Parker oder Bobby Womack. Der detailverliebte Klangzauberer beherrscht sämtliche Spielarten des weißen und schwarzen Pop. Knallige Funk-Grooves, harte Rockgitarrenriffs und phette Basslinien, untermalt mit Jazztupfern, Dubelementen und Electronics prägen diesen einmaligen P-Funk Sound. Auch nach fast 30 Jahren immer noch unerreicht. STORM same 2012 CORROSION Storm Corrosion ist ein musikalisches Projekt von Mikael Åkerfeldt (Opeth) und Steven Wilson (Porcupine Tree). S.Wilson selbst bezeichnet dieses Album als Teil einer Trilogie, zu welcher er auch Opeth's »Heritage» und sein Soloalbum »Grace For Drowning« dazuzählt. Wilson und Akerfeldt geben Einflüssen aus Krautrock, Siebziger-Prog, sphärischen Folkrock und Jazz tupfern Platz, um sie dann in ausgedehnten, unkonventionellen Songstrukturen, ausgereift und stimmig, zu atmosphäricher Dichte zu führen. Atmet tief den Geist der 60er und 70er Jahre, in denen Bands wie King Crimson, Yes, Incredible String Band, Amazing Blondel oder Solokünstler wie Peter Sinfield oder Peter Hammill ihre Kreativität auslebten.. »Storm Corrosion« klingt sehr eigen, verspielt kauzig und ist daher etwas fürLeute, die gerne Neues entdecken und sich überraschen lassen wollen.

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KOLUMNE: MUSIKUSS LES Same 2012 FRICTION Entstanden aus dem Musikprojekt ES Posthumus zaubern Les Friction ein musikalisches Universum aus einem opulenten und epischen Konglomerat, das mit orchestralen Chören, Queen'scher Dramatik und bombastischen Melodiebögen zu überzeugen weiss. Atmosphärischer emotionaler Neo Classik Rock der entdeckt werden will. »There are survivors / They're coming home / They float in darkness / They're not alone / Now hear they come / Now they will be received« KRONOS 1992 QUARTET pieces of africa Das avantgardistische Streichquartet interpretiert auf dieser Veröffentlichung die Entwürfe afrikanischer Komponisten. Ihnen gelingt eine nahezu perfekte Verbindung zwischen klassischer und afrikanischer Musik. Ein Crossover Projekt vom feinsten, getragen von einer mitreissenden Leichtigkeit und Unbeschwertheit. Mit Sicherheit eines der innovativsten und doch zugänglichstens Werke dieser Ausnahmemusiker. Brilliant. MONO hymn to the immortal wind 2009 Mono aus Japan waren schon immer eine Klasse für sich und vereinigten die Elemente des sogenannten Post/Math Rock auf ihre ganz individuelle Art und Weise. Aber mit diesem Album setzen sie dem Ganzen die Krone auf. Schon immer auf hohem Niveau toppen sie sich wieder einmal selber. Musik voller Spannung, Dramatik, Leidenschaft, Emotionen und Spielfreude und das alles instrumental. Musik die Dich ergreift, nicht mehr losläßt und Dich einfach mitnimmt und trägt, wie im Herbst der Wind die Blätter machtlos dieser Kraft ausgeliefert. Wenn es irgendwie eine Kategorisierung geben würde, dann irgendwo zwischen Branca/Chatham, Klassik und Ennio Morricone. Nach 7 Titeln und 67 min bleibt nur noch die Repeattaste und der musikalische Trip beginnt erneut. Incredible!!! BLUES live 1996 TRAVELER from the fall Nach 4 Studio Alben das erste Live-Doppelalbum der US Jam-Blues-Rock Band um ihren Harper John Popper, welches auf ihrer Tour im letzten Jahr mitgeschnitten wurde. Leidenschafttlich, intensiv, erdig, kompakt und spielfreudig präsentiert sich die Band als hervorragend eingespieltes Quartet und liefert hier ein durchweg grandioses musikalisches Feuerwerk ab. Temperamentvolle und feurige Mundharmonikaorgien liefern sich ein musikalisches Duell mit ausgeprägt verspielten Gitarrenjams. Eine der besten und überzeugendsten Livealben. Forever.

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CHILLI PIPERS music for the kilted generation 2010 Die 2004 in Glasgow gegründete Band verbindet auch auf ihrem vierten Album traditionelle Dudelsackklänge mit Rock-Musik. Das die Bandmitglieder auch über einen gesunden Humor verfügen zeigt sich im Bandnamen wie Albumtitel. So ist ersterer eine Anspielung auf die RHC Pepers aus Californien und der Titel auf das Album von Prodigy »Music for the jilted generation«. Perfekt in Szene gesetzt überzeugen die drei Bagpips der Schotten vor allem in den energiegeladenen, kraftvollen Instrumentalstücken wie der Opener »Long way to the top / I wanna bagrock« oder »Baba O'Riley«. Aber auch in ruhigeren Stücken wie »Amazing Grace« zeigen die RHCP ihre Vielseitigkeit. Ein überaus gelungenes Album das regelrecht zu einem Live-Konzert einlädt. AFRICAN 1993 HEAD CHARGE in pursuit of shashamane land schon immer eine der aufregendsten und innovativsten Bands. Aber diese Veröffentlichung war wohl ihr Meisterstück. Eine excellente Melange aus afrikanischen Chören, phetten Bässen, träumerischen Melodien, hypnotischen Dub Grooves und elektronischen Klängen ziehen den Hörer unweigerlich in ihren Bann. Mensch sieht Schamanen im Dickicht Rituale zelebrieren und unbeschreibliche Sonnenunteränge über endlosen Weiten. Spektakulär. AHC waren PRIMORDIAL Redemption at the Puritan's hand 2011 Die irischen Pagan Metaller wissen auch auf ihrem 7. Album mit ihrem einzigartigem unverkennbaren Stil zu begeistern. Es sind diese schlichten, aber äußerst effektiven, überwältigend berauschenden Riffs, mit ihren großartigen Melodiebögen, die verzaubern. Leidenschaft und epische Tragik beseelt diese aussergewöhnlich intensive Atmosphäre. Auch mit diesem Album gelingt dem Quintet ein weiterer Geniestreich. STURMPERCHT Schattenlieder 2010 Der aus Österreich stammenden Alpen-Folk Formation gelingt mit diesem Album ein ganz großer Wurf. Waren die Vorgänger noch rauher, ungeschliffener und uriger findet sich hier ein reifes Werk mit einer vielseitigen Instrumentierung(Piano, Geige, Glöckchen, Maultrommel etc.). Vor diesem Hintergrund werden Geschichten, Sagen, alte Texte über Tannenwichtel, Stechapfel, Tatzelwurm oder über das harte Leben in den Alpen erzählt. Romantisch mystischer Alpenfolk, bewegend, mit wunderbar anrührenden Texten.

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DER KÜHLSCHRANK VON...: DER KÜHLSCHRANK FOTOS: MEHMET FILIZ / VIDEO: WWW.FORMATFILM.TV Ulrik Ne u m a n n b e s c h ä f t i g t s i c h ber uflich unter anderem mit Sanitär technik. Er exp e r i m e n t i er t g e r n e m i t Be t o n und möchte das Bad als Wohlfühloase sehen. Au c h i n s e i n e r Kü che haben wir uns wohl gefühlt.

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DER KÜHLSCHR ANK VON...: XXX

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M I T TAGST I SC H T E ST TEXT: ROBERT MUCHA & PHILIPP KIONKA FOTOS: ROBERT MUCHA Wer k e n n t d a s Pro b l e m n i c h t : Mittagspause - aber wohin zum Essen. Deshalb habe n w i r u n s d a z u e n t s c h l o s s e n , einen regionalen Mittagstisch-Test zu star ten. Diesm a l w a re n w i r b e i d e r Sa n d w ich Mama auf der Heilbronner Theresienwiese. Getes t e t w u rd e n e b e n d e m Ge s c h mack auch die Geschwindigkeit, die Freundlichkeit d e s Se r v i c e - Pe r s o n a l s , n a t ü r l ich der Preis und auch die individuellen Eigenheite n d e r L o k a l i t ä t . Im Te s t h a b en wir uns für das umgekehr te Schulnoten-System e n t s c h i e d e n . Da s b e d e u t e t , d ass die 6,0 die Höchstnote ist. Was wir gegessen h a b e n , g i b t e s h i e r z u m Na c hlesen: www.facebook.com/HANIX.Magazin

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TITELTHEMA: ESSEN & TRINKEN Sandwich Mama Theresienwiese | 74072 Heilbronn T 07131 8739577 4,0 Preise 2,90 - 5,90 EUR Geschmack 4,5 Geschwindigkeit 22 Minuten Apfelschorlen-Index (0,5l) 1,50 EUR Individualität Gratis Tacco-Chips Service

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H A N D G E WA N D ´ 1 2 : S I N N F Ü R S C H Ö N H E I T, E I N Z I G A RT I G K E I T U N D KO N T I N U I TÄT TEXT: LEONORE WELZIN / FOTOS: PR

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KUNSTREGION: HANDGEWAND´12 Wozu brauche ich einen Gegenstand? Was kostet er? Wie haltbar ist er? Im Laufe der industriellen Entwicklung sind neue Produktionsweisen entstanden, die - schneller, besser billiger - unseren Bedarf decken. In dem Maße wie industrielle Produkte den Markt erobern, dominieren Kriterien wie marktwirtschaftlicher Nutzen und materieller Wert unsere Bewertungsmaßstäbe. Der Sinn für lokale Spezialitäten und Eigenarten, für Ästhetik, Originalität und Individualität wurde immer mehr marginalisiert. Über Jahrzehnte hat globale Massenware den Blick auf lokales Handwerk verstellt. Kulturtechniken wie Weben, Schnitzen, Klöppeln, Goldschmieden oder Papier schöpfen drohen in Vergessenheit zu geraten. Fertigkeiten, die das Kunsthandwerk über Jahrtausende entwickelt hat, führen ein Schattendasein, werden kaum noch gepflegt, sterben aus oder wandern ins Museum. Wer Schönheit, Originalität und Individualität von Unikaten schätzt, wer auch in Zeiten von Hightech das Handgemachte mag, der sollte sich die Messe »handgewandt'12« im Terminkalender notieren. Die handgewandt'12 ist eine dreitägige Verkaufsmesse für zeitgemäßes, formschönes Kunsthandwerk. Sie findet vom 19. bis 21. Oktober in der Innovationsfabrik Heilbronn, Weipertstraße 8-10 statt. Über dreißig Kunsthandwerker und Objekt-Künstler aus ganz Deutschland stellen auf rund 700 Quadratmetern aus. Organisiert und veranstaltet wird die jurierte Messe vom Werk Forum Heilbronn, die Schirmherrschaft liegt in Händen des Kulturbürgermeisters Harry Mergel. Weben, Flechten, Töpfern, Schreinern, Schmieden, Goldschmieden oder Papier schöpfen sind uralte Kulturtechniken, die sich einerseits auf ihre Ursprünge besinnen, andererseits raffinierter und innovativer denn je präsentieren. Vasen, Tassen und Schalen aus dem Keramik-Studio von Martina Sigmund-Servetti überzeugen durch Klarheit und Transparenz. Filigraner Liebreiz zeichnet die Schmuckstücke von Anke Plate-Kühner aus. Puristisch sind jene geometrischen Grundformen, auf

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KUNSTREGION: HANDGEWAND´12 denen Joachim Dombrowski seine Colliers aus Gold und Silber sowie Perlenschmuck für besondere Anlässe entstehen lässt. Von verschiedenen Materialien inspiriert hat seine Berliner Kollegin Marion Heilig den diesjährigen Berliner Landespreis erhalten, sie zeigt ihre aparten Kompositionen: Silberringe mit Telefonkarten, Kunststoffarbeiten mit Feingold, Halsschmuck aus ausgesuchten Blechdosen. Stephan Artus Pierro überrascht alljährlich mit elegantem Holzdesign in vielfältigen Variationen, geflochten findet das Naturmaterial bei Monika Nickel und Klaus Seyfang neue Gestalt. In Anlehnung an die Bauhaustradition verarbeitet Thomas Kenngott Metall zu kleinen und großen Objekten. Leder und Textiles bilden einen Schwerpunkt der handgewandt'12: Jacken, Kleider, Taschen, ob gewebt, gefilzt, gestrickt und sogar geklöppelt sind en vogue, Hüte, Mäntel und Schals sind besonders nützlich in der kalten Jahreszeit. Mit der Partnerschaft zwischen dem Werk Forum Heilbronn, einer regionalen Gruppierung des Bundes der Kunsthandwerker Baden-Württembergs (BdK) und der Innovationsfabrik Heilbronn, einem führenden Technologiezentrum in Deutschland, ist eine wegweisende Symbiose gelungen: hier verschmelzen High-Tech und Tradition, Angewandte Kunst und Innovation. Aktuelle Informationen unter: www. handgewandt.de Info: »handgewandt'12» - die Messe für Angewandte Kunst findet vom 19. bis 21. Oktober in der Innovationsfabrik Heilbronn, Weipertstraße 8-10 statt. Die Eröffnung ist am 19. Oktober um 19 Uhr, weitere Öffnungszeiten sind am 20. und 21.Oktober jeweils von 11 bis 18 Uhr. Eintritt 1 Euro.

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KUNSTREGION 2: FALSCHES HASENMAHL & TO BE SUPP OSED TO DO... FA L S C H E S TO H A S E N M A H L & B E S U P P O S E D TO D O S O M E T H I N G FOTOS: ULLA KUEHNLE Unser »Falsches Hasenmahl« war eine rundum unwichtige Veranstaltung. Wie gewollt. Es kamen sogar Gäste zum Essen, die gar nicht geladen waren. Ganz nach dem Motto: »Da kann ja jeder kommen!« Das Essen selbst war ausgesprochen lecker. Manche Gäste bekamen sogar Nachschlag. Heinrich Brummack, der den goldenen Hasen auf der Friedrich-Ebert-Brücke kreierte hielt eine herzzerreissende »Hasenklage«. Stefan Dittrich, der als unbedeutendster Künstler der Stadt für sein nichtiges Lebenswerk ausgezeichnet wurde, krakelte der Auszeichnung entsprechend ins Mikrofon. Nach dem ganzen unwichtigen Spaß ging es geschlossen zur Ausstellung »To be supposed to do something« von Annika Winkelmann, die der alten Tankstelle neben dem »Club Sofa« einen neuen Anstrich verpasste und neben ihren feinen Exponaten, die der Objektkunst zugeordnet werden konnten, auch Kunst zum Ziehen aus einem alternden Kondomautomaten anbot und Besucher ihrer Ausstellung mit Rhabarbarschorle und Mirabellenschnaps versorgte.

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IM GESPRÄCH MIT THOMAS STROBL »ALS VORBILD WÜRDE ICH WOLFGANG SCHÄUBLE NICHT BEZEICHNEN« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MEHMET FILIZ Der Heilbronner Thomas Strobl ist seit 2011 Landesvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg und Vorsitzender des Ausschusses für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages, dessen Mitglied er seit 1998 ist. Seit 1989 gehört Strobl dem Gemeinderat seiner Heimatstadt Heilbronn an und war von 1997 bis 2003 Vorsitzender der CDU-Fraktion. Wir trafen den Berufspolitiker in seinem Abgeordnetenbüro in der Heilbronner Badstraße. Ein Gespräch über Jungsozialisten, Stefan Mappus, Strobls Schwiegerpapa und elektronische Musik.

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INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL H A N I X - Herr Strobl, ganz frisch durch alle NewsTicker lief die Nachricht, dass Sie im Dezember als CDU-Bundes-Vize kandidieren. Herzlichen Glückwunsch zum Karriereaufstieg. - quasi als Gegengewicht zu den am RMG aktiven »Jungsozialisten«. Woher stammt ihr frühes Interesse für Politik? Und was störte Sie damals an den »Jungsozialisten« am Robert-Mayer-Gymnasium? Zunächst gibt es noch eine Wahl, die im Dezember stattfindet. Ich bin froh darüber, dass das Präsidium und der Landesvorstand der CDU BadenWürttemberg einstimmig entschieden haben, dass sie mich unterstützen wollen. Hier geht es aber gar nicht um mich, sondern darum, dass die CDU Baden-Württemberg gut vertreten ist. Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, bin ich dazu gerne bereit. Lassen Sie uns Ihre Glückwünsche also auf Anfang Dezember verschieben. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Ihre Wahl sollte reine Formsache sein. Schließlich wird der CDU-Bundesvorstand um einen Platz erweitert. Oder haben Sie Zweifel an ihrer Wahl? Wir schätzen Sie so ein, dass Sie nicht kandidieren würden, wenn Sie sich Ihrer Wahl nicht sicher wären. Ich glaube schon selbstbewusst, dass eine Chance besteht, dass es klappen könnte. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Wohin soll die Reise des Politikers Thomas Strobl weiter gehen? Ministerpräsident wollen Sie sicher werden. Das ist die Landesebene. Welche Ziele verfolgen Sie bundespolitisch? T H O M A S S T RO B L - Wer Spitzenkandidat für 2016 wird, entscheidet meine Partei frühestens 2015. Außerdem muss man zunächst sagen, dass mein Beruf der eines Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Heilbronn ist. Die Position des CDU-Landesvorsitzenden ist ein Ehrenamt, auch wenn man das manchmal nicht glauben mag. Ich bin mittlerweile seit über 20 Jahren in der Kommunalpolitik tätig und beschäftige mich nicht jeden Tag damit, was meine persönliche Laufbahn noch so alles bringen kann. Vieles in der Politik ist, wie auch im richtigen Leben, nicht planbar. Meine momentanen Aufgaben befriedigen mich ungemein und nehmen meine komplette Zeit in Anspruch. H A N I X - Angefangen hat ihre politische Laufbahn, wenn wir richtig recherchiert haben, auf dem Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasium, wo Sie mit Gleichgesinnten 1976 im Alter von 16 Jahren den »Arbeitskreis demokratischer Schüler« gegründet haben Erstens kann ich Ihre Recherche bestätigen und zweitens bin ich insofern in einem politischen Umfeld aufgewachsen, dass bei uns Zeitung gelesen wurde. Mein Vater war Sportredakteur und wir haben natürlich auch des Öfteren über Politik gesprochen. In der Tat waren meine ersten politischen Kontakte an meiner Schule, dem Robert-Mayer-Gymnasium, mit den »Jungsozialisten«, die damals sehr stark vertreten waren. Daraus haben die Jungsozialisten einen Alleinvertretungsanspruch abgeleitet. Ihre Flugblätter begannen beispielsweise immer mit den Worten »Wir Schüler am Robert-Mayer-Gymnasium«. Dies hat mich allerdings, nennen wir es mal so, irritiert. Ich erinnere mich an eine Diskussion mit einem Jungsozialisten, in der ich ihm sagte, dass die Gruppierung nicht die Interessen aller Schüler vertreten kann, was er aber anders sah und den Alleinvertretungsanspruch vehement verteidigte. Dies führte dann dazu, dass ich mit einigen anderen Schülern den »Arbeitskreis demokratischer Schüler« gegründet habe. Wir wollten ganz bewusst nichts mit Parteien zu tun haben, sondern unabhängig sein. Wir hatten sehr viel Spaß und großen Zuspruch und im Laufe der Zeit entwickelten sich Kontakte zur »Jungen Union«. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Wie lief das damals am RMG ab? Es gab zwei Gruppierungen, bestehend aus Halbstarken, die um die Wette debattierten? Um welche Inhalte ging es damals am RMG? Wir hatten teilweise sehr hitzige und intensive politische Debatten, auch nicht nur untereinander, sondern selbstverständlich auch mit unseren Lehrerinnen und Lehrern, die überwiegend, als Alt-68er, linksorientiert waren. So hatten wir vor allen Dingen im Geschichts- und Gemeinschaftskundeunterricht heftige und auch ganz heftige Diskussionen. T H O M A S S T RO B L HANIX Amerikaner Sie haben in den 70ern Heilbronn als sicher noch sehr prägend, auch das Jugendlicher wahrgenommen. Damals waren die USNachtleben betreffend. Wie haben Sie Heilbronn als Jugendlicher erlebt? War es eine lebhafte Stadt mit genügend subkulturellen Angeboten für Sie und

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INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ihre Freunde oder hat es die damalige Jugend nach dem Abi schnell weggezogen in richtige Städte? Generation, die nicht mehr unter dem städtischen Traumata der Bombennacht von 1944 leidet. Lag diese Bombennacht, die Sie ja auch nicht persönlich miterleben mussten, zu lange wie ein schweres Kreuz auf den Schultern der Heilbronner? Ich habe noch nie das Lied gesungen, wie furchtbar und langweilig Heilbronn ist, und habe das auch nie so gesehen. Heilbronn war und ist meine Heimatstadt, in der ich mich auch als Jugendlicher nicht unwohl gefühlt habe. Meine Zeit als Student in Heidelberg habe ich durchaus genossen und jetzt bin ich berufsbedingt viel unterwegs und beispielsweise über 20 Wochen im Jahr in Berlin. Aber ob Sie es glauben oder nicht, ich freue mich jeden Freitag nach einer Bundestagswoche, nach Heilbronn zurückzukommen und zu sehen, wie sich die Stadt in den letzten Jahren positiv entwickelt hat. T H O M A S S T RO B L H A N I X - In diesen Tagen, so scheint es uns, gibt es weniger Landflucht von jungen Menschen aus Heilbronn. Viele versuchen hier etwas zu bewegen. Vielleicht handelt es sich hierbei um die erste Der 4. Dezember 1944 gehört zur Geschichte dieser Stadt und ist immer noch präsent, da sich dieses Kriegsereignis zum Beispiel städtebaulich immer noch auswirkt. Allerdings entwickelt sich eine Stadt im Laufe der Jahrzehnte auch weiter. So glaube ich, dass es einen weiteren entscheidenden Schritt mit der Bundesgartenschau 2019 geben wird, da dieses Ereignis Heilbronn über Jahrzehnte hinweg neu prägen und neu gestalten wird. Ich möchte behaupten, dass dadurch vielleicht auch ein neues Selbstbewusstsein entwickelt werden kann. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Wünschen Sie sich eine selbstbewusstere Heilbronner Bürgerschaft? Oft hat man den Eindruck,

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INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL dass Heilbronner, wenn sie nach ihrer Heimatstadt gefragt werden, ihre Antwort eher flüstern anstatt sie selbstbewusst mit klarer Stimme zu erwähnen. rung, der das Politikgeschäft kennt und durchaus auch mit Rat zur Seite stehen kann. H A N I X - Ist er für Sie auch politisches Vorbild? Es gab leider immer genügend Menschen, die diese Stadt mit großer Hingabe schlechtgeredet haben. Zu denen gehöre ich nicht und finde das auch nicht in Ordnung. Ich glaube aber, dass der Heilbronner vom Naturell her etwas bruddlig über seine Heimatstadt spricht. Wir sind hier eben nicht von der Art, uns ständig selbst zu loben. Im Grunde glaube ich aber, dass die meisten Bürger die Stadt und die Region als Gebiet einschätzen, in dem es sich ganz gut leben lässt. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Wie wird Heilbronn in Berliner und Stuttgarter Politkreisen wahrgenommen? Müssen Sie viel Spott und Häme ertragen? Denn wenn Heilbronn in die nationalen Schlagzeilen gerät, dann wegen Pershing-Raketen die fast in die Luft gehen oder wegen mysteriösen Polizistenmorden und Fahndern, die jahrelang Phantomen, die sich als Wattestäbchen erweisen, hinterher jagen. Als Vorbild würde ich ihn nicht bezeichnen, da ich auch sonst keine Vorbilder habe. Aber ich respektiere sehr seinen Lebensweg, sein Engagement und seine Begeisterung, mit der er seine Aufgaben, auch nach so vielen Jahren, erfüllt und meistert. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Sein Rat hat ihnen aber sicher geholfen, um die Karriereleiter so aufzusteigen, wie Sie es in den letzten Jahren getan haben. Schließlich waren Sie als Generalsekräter der Landes-CDU einer der engsten Mitarbeiter von den Ministerpräsidenten Oettinger und Mappus. Der eine, Oettinger, wurde weltweit zur Youtube-Lachnummer und offiziell zum »Sprachpanscher des Jahres 2005«, der andere, Mappus, sitzt gerade den unappetitlichen EnBW-Skandal aus. Wie haben Sie es geschafft trotzdem weiter die Karriereleiter zu erklimmen und nicht unter Mappus und Oettinger zu leiden, mit denen Sie, wie erwähnt, sehr eng zusammen gearbeitet haben? Sie müssen ein gewiefter Polittaktiker sein, Herr Strobl. Spott und Häme gibt es meiner Meinung nach nicht. Heilbronn ist durchaus eine bekannte Stadt. Viele kennen Heilbronn nicht direkt, aber von der Autobahn und aus den Verkehrsnachrichten. Dies geht uns Heilbronnern mit anderen Städten ja genauso. Die Region genießt, wie im Übrigen ganz Baden Württemberg, Respekt, weil man in ganz Deutschland sieht, dass es sich hier um ein sehr wirtschaftsstarkes Gebiet handelt. Das ist vor allen Dingen das Verdienst der Menschen, die hier leben. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Weg vom Terror, hin zur gewaltfreien Politik. Ihr Schwiegervater ist bekanntlich Wolfgang Schäuble. Ein Politiker, der mit allen Wassern gewaschen und allen Salben gerieben ist. Sicherlich ein guter Lehrmeister und Ratgeber. Wie oft sitzen Sie mit ihrem Schwiegerpapa zusammen um über Politik und ihre politische Laufbahn zu sprechen? Letztendlich versuche ich schlicht, die mir gestellten Aufgaben ordentlich zu erledigen. Natürlich gibt es in der Politik, sei es durch Wahlen oder andere Ereignisse, immer wieder Wechsel. So kommen neue Personen hinzu und andere scheiden aus. Es bleiben aber auch Personen dabei. Angela Merkel war vor ihrem Amt als Bundesvorsitzende auch schon Generalsekretärin der CDU Deutschland und kam somit nicht aus dem Nichts. Ehrlich gesagt würde ich hier nicht allzu viel hineingeheimnissen. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Wenn man, wie Sie, trotz der engen Zusammenarbeit mit Mappus und Oettinger nicht von der Bildfläche verschwunden ist, hat man es nun relativ leicht, eine gute Figur als CDU-Landeschef abzugeben. So ein schlechtes Bild, wie die beiden kann man nicht mal absichtlich abgeben. Sie haben, auch deshalb, beste Chancen neuer Ministerpräsident zu werden. Natürlich ist es nicht so, dass ich ihn jede Woche anrufe und um Rat frage, aber wir sitzen beispielsweise bei den Sitzungen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nebeneinander, wodurch wir uns natürlich intensiv miteinander über verschiedenste Themen unterhalten. Genau so, wie das bei allen Menschen und in allen Familien ist. Er ist natürlich jemand mit großer ErfahT H O M A S S T RO B L - Die Frage beinhaltet eine Unterstellung, die ich so nicht gelten lassen kann. Ich finde, dass Günther Oettinger seine Aufgabe als Kommissar in BrüsT H O M A S S T RO B L -

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INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL sel hervorragend macht. Meiner Meinung nach sind, entgegen ihrer Einschätzung, durchaus Sympathien für ihn sowohl in Deutschland als auch in Baden Württemberg vorhanden. Auf der anderen Seite ist die Landes-CDU nach wie vor in keiner ganz einfachen Situation, weil Ereignisse wie die letzten Ergebnisse der Landtagswahlen und einige mehr nicht ganz spurlos an uns vorbeigegangen sind. H A N I X - Mappus und seinen EnBW-Fauxpas haben wir schon angesprochen. Inzwischen wird der zwanzigste EU-Rettungsschirm gespannt, wobei es beim ersten schon hieß, dass es der einzige bleiben wird. Der Bundespräsident muss wegen geschenkten Urlauben zurücktreten und Röttgen wird von der Kanzlerin gegangen, weil er nicht genug Anstand hat, von selbst abzutreten. Können Sie nachvollziehen, dass der Bürger immer politikverdrossener wird und die Glaubwürdigkeit sinkt? der Volksvertreter immer weiter Ich bin mir gar nicht sicher, ob wir in Deutschland eine besonders ausgeprägte Politikverdrossenheit haben, insbesondere im Vergleich zu anderen Ländern. Ich stelle bei meiner Arbeit fest, dass sich sehr viele Menschen für Politik interessieren. Dass viele Menschen das Politgeschehen erst einmal kritisch begutachten, empfinde ich in einer Demokratie als etwas ganz normales. Wer das nicht aushalten kann, sollte besser nicht ins politische Geschäft gehen. Ein Staat, in dem die Menschen den Politikern mit Fähnchen und Wimpeln zujubeln, entspricht nicht meiner Auffassung eines demokratischen Staates. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Sie laufen Angela Merkel bestimmt immer wieder über den Weg. Wie ist es mit der mächtigsten Frau der Welt zusammen zu treffen? Geht dabei auch einem gestandenen Mann wie ihnen vor Nervosität der Puls hoch? Ich sehe Frau Merkel so häufig, dass ich nicht vor jeder Begegnung Herzklopfen bekomme und an unser erstes Treffen kann ich mich, ehrlich gesagt, gar T H O M A S S T RO B L -

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INTERVIEW DES MONATS: MATTHIAS UND SIMONE BULLING BLOG www.hanix-blog.de

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INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL nicht mehr erinnern. H A N I X - Sie bekleiden sehr viele Ämter. Wie sieht eigentlich eine normale Strobl-Woche aus? Umfeldern stammen. Dies ist, so sehe zumindest ich es, eine Entschädigung dafür, dass unsere Arbeitswoche keine fünf, sondern sieben Tage hat, und unser Arbeitstag meistens mehr als acht Stunden umfasst. H A N I X - Schätzen sie den Mix und Kontrast berufsbedingt zwischen der anonymen Metropole Berlin und der provinziellen kleinen Großstadt Heilbronn, in der jeder jeden kennt, zu wandern? Die Wochen gestalten sich sehr unterschiedlich, weil ich in der Regel knapp die Hälfte der Wochen von Montag bis Freitag in Berlin verbringe. Eine Sitzungswoche des Deutschen Bundestages unterscheidet sich vom Ablauf sehr von einer Woche im Wahlkreis Heilbronn. Insofern habe ich gewissermaßen zwei Welten, in denen ich mich bewege. Die Wochen in Berlin sind geprägt von der Arbeit im Bundestag, dies bedeutet viele Sitzungen in Ausschüssen und Arbeitsgruppen, viele Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen im Plenum, mit Sachverständigen und mit Journalisten. Eine Woche hier in Heilbronn ist geprägt von vielen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen Menschen, die sich mit ganz unterschiedlichen Interessen und Themen beschäftigen, und auch aus unterschiedlichen Schichten und sozialen T H O M A S S T RO B L - Dieser Kontrast hat schon was für sich. Berlin ist natürlich eine spannende und interessante Stadt, wobei ich mich jeden Freitag wieder auf Heilbronn freue. Die Angelegenheit mit der Anonymität in Berlin ist übrigens sehr relativ. Die Heilbronner sind zwar sehr heimatverbunden, man trifft sie aber auf der ganzen Welt und auch oft in Berlin. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Fahren sie eigentlich mit dem Zug von Berlin aus nach Hause? Nein, in der Regel nicht, das ist schlicht ein Zeitproblem. Wenn ich mit dem Zug fahT H O M A S S T RO B L -

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INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ren würde, könnte ich am Freitagabend an keiner Veranstaltung im Wahlkreis oder sonst in Baden-Württemberg mehr teilnehmen. Es gibt aber so gut wie keinen Freitag, an dem ich nicht mindestens einen Termin hier wahrnehmen möchte und muss. Ehrlich gesagt würde ich lieber mit dem Zug reisen, da dies einfach entspannter ist als dieses hektische Flughafentreiben. H A N I X - Empfinden Sie die Heilbronner Zuganbindung ebenfalls als Problem? H A N I X - Und wie und wobei entspannen Sie privat. Viel Zeit als Privatmann haben Sie sicher nicht. Thomas Strobl: Ich laufe sehr gerne, was übrigens ein Sport ist, den man sehr kurzfristig und flexibel ausüben kann, da man bereits mit dem Schnüren der Laufschuhe voll ausgerüstet ist. Gerne lese ich auch mal ein gutes Buch und freue mich, wie fast jeder von uns, wenn ich ein paar nette Stunden mit Freunden und Familie verbringe. H A N I X - Mögen Sie eigentlich elektronische Musik. In Heilbronn konnte man Sie öfter in der Neckarlust antreffen. Dort frönten die Gäste House- und Technobeats. Das ist durchaus ein großes Versäumnis, schon viele Jahrzehnte alt und so schnell auch nicht zu beheben, da wir im Bahnschatten leben und Heilbronn vor ganz langer Zeit nicht »Hier« gerufen hat, als die Bahntrassen geplant wurden. Wir schaffen es allerdings, in mühsamer Kleinarbeit, die Verbindungen zu den Knoten zu verbessern. So erinnere ich mich, wie ich mich lange Jahre dafür eingesetzt habe, die Verbindung nach Stuttgart zu verbessern. Die ist inzwischen auch ganz in Ordnung. T H O M A S S T RO B L - Absolut ja, wenn es passt. Allerdings ist es bei mir mit der Musik immer auch ein wenig situationsabhängig. T H O M A S S T RO B L H A N I X - Tanzen sie auch zu elektronischen Beats? In meinem fortgeschrittenen Alter dann doch eher selten. T H O M A S S T RO B L -

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HERR DER BAUSTELLEN Baubürgermeister Wilfried Hajek im Interview NEUE ARCHITEKTUR Schmuckkästchen aus Stadt- und Landkreis DESIGNMÖBEL AUS HEILBRONN Handwerk öffnet die Augen für Selbstverständliches LEBEN IN RUINEN Heilbronner Nachkriegsjahre MUT ZUM HOLZHAUS Holz ist ein Baustoff der ungeahnten Möglichkeiten HEILBRONNER BAUSTELLEN Eine Fotostrecke von Ulla Kuehnle

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»EINES KANN ICH IHNEN VERSPRECHEN: DIE ALLEE WIRD EINE PRACHTSTRASSE« TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEHMET FILIZ

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE el le n zu se in . ts ta d t d er B au st p e d ie B u n d es h au h ei n t d ie se r Tag u n d d as g ro ß e H ei lb ro n n sc fa st je d er E ck e in n g en , B au lä rm d e Ver k eh rs fü h r u m ei st er W il fr ie T äg li ch n eu t is t B au b ü rg er ta d h re n d fü r d ie S eh em al ig en a 2 0 1 9 . F ed er fü T h em a B u g . W ir tr af en d en en n B au m aß n ah m d ig fü r d ie v ie le h e F ac h w er k H aj ek zu st än rä ch ü b er h ü b sc es p R at h au s. E in G im Tec h n is ch en d er W il fr ie d H aN ü r ti n g er t u n d B au lä rm d if ti n g in d er S ta it ät sv o ll es F ac el st äd te , q u al   je k se lb st st ö r t. HANIX -- Herr Hajek, Sie sind als Bürgermeister fürs Bauen und Städteplanen in Heilbronn zuständig. Wie sieht ihr Alltag aus. In erstes Linie beschäftigt mich natürlich das Thema Bauen und Planen ein Stück weit zu organisieren. Meine Bandbreite vom Schmerz des kleinen Bauherren, sei es eine Streitigkeit mit dem Nachbarn oder auch mit Behörden, bis hoch zum Thema Stadtentwicklung, wie beispielsweise die großen Linien Bundesgartenschau oder Neckarbogen. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Wieviele Mitarbeiter sind in ihrem Dezernat beschäftigt? W I L F R I E D H A J E K -- Im Baudezernat sind insgesamt 860 Mitarbeiter beschäftigt was einem mittelständischen Unternehmen entspricht. Das Ganze gliedert sich in drei Blöcke. Dies ist einmal das Betriebsamt, der sogenannte handelnde Arm, mit circa 460 Mitarbeitern, der auch die Gebäudereinigung beinhaltet. Dann gibt es unser Großklärwerk und die Deponie mit ungefähr 100 Mitarbeitern und die restlichen 300 Mitarbeiter die direkt im technischen Rathaus ansässig sind. H A N I X -- Wie viele Jahre im Vorfeld von baumaßnamlichen Großprojekten muss solch ein Vorhaben angegangen werden? Oberbürgermeister zu diesem Thema war. Mit der Saarlandstraße habe ich mich ebenfalls jahrelang beschäftigt und ehrlich gesagt wären wir jetzt soweit dort tätig zu werden. Allerdings können wir das Thema aufgrund mangelnder Fördermittel momentan nicht umsetzen. Generell kann man sagen, dass solche Projekte einen Vorlauf von mindesten sieben bis zehn Jahren haben. HANIX -- Apropos Saarlandstraße. Es gibt  also Projekte die durchgeplant sind und trotzdem nicht umgesetzt werden können? Mit der Bundesgartenschau war schon mein Vorgänger beschäftigt und die sechs Jahre, in denen ich das Amt bisher bekleide waren und sind alle angefüllt mit diesem Thema. Auch das Thema Stadtbahn ist unser ständiger und jahrelanger Begleiter. Ich weiß, dass eine meiner ersten Tätigkeiten eine Einschätzung für den WILFRIED HAJEK -- Ja, die gibt es durchaus und hier ist die Saarlandstraße das typische Beispiel. Hier haben wir ja sogar mit dem Bau begonnen, der erste Abschnitt mit dem Saarlandkreisel, immerhin ein 8,2 Millionen Euro Projekt, wurde ja umgesetzt. Damals wurden wir auch von der alten Landesregierung gebeten das Vorhaben in drei Abschnitte zu unterteilen, damit es auch von der Förderung entsprechend abgewickelt werden kann. Leider hat sich die jetzt als Nachteil erwiesen, da uns der zweite Abschnitt zwar schon in Aussicht gestellt, aber nicht endgültig beschieden wurde. Durch den Regierungswechsel in Stuttgart ist das ganze Projekt ins Stocken geraten, da die neue Regierung keine Straßenneubauten sondern nur Instandhaltung machen möchte. Ich gebe offen zu, dass mich dies etwas ärgert weil wir und vor allen Dingen die Mitarbeiter enorm viel Arbeit und Herzblut hineingesteckt haben zumal das Vorhaben schon sehr lange in der Pipeline ist. Die ältesten Pläne die ich gesehen habe stammen aus den 50er Jahren. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Sie sind also Befürworter eines Regierungswechsels...

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE angestellte sein, bei den unzähligen Baustellen. Sagen wir es mal so: Jetzt werden die ganzen Projekte, auch bei der Bevölkerung, sichtbarer, da viele Projekte von der Umsetzung auf dem Papier zur tatsächlichen Baustelle übergehen. Auch wenn es von der einen oder anderen Seite Kritik gibt, spüren die Menschen doch dass sich etwas in Heilbronn tut. Dies ist auch der Grund warum wir so sehr an den Projekten Neckarbogen und Bundesgartenschau hängen.  WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Wieso braucht Heilbronn diese unzähligen baulichen Großprojekte? Auch wenn ich als CDU-Mann nichts gegen einen baldigen Regierungswechsel hätte, so würde ich natürlich auch gern mit der jetzigen Regierung das Projekt durchziehen - damit es schnell verwirklicht wird, weil ich die absolute Notwendigkeit sehe.  WILFIRED HAJEK -- H A N I X -- Die Bewohner im Böckinger Kreuzgrund sind im Gegensatz zu ihnen vielleicht froh über den Stopp des Projektes »Saarlandstraße«. Man muss ganz klar sagen, dass die Stadt zur Zeit des Wiederaufbaus nach der Zerstörung während des 2. Weltkrieges einen begrenzten Charme aufgebaut hat und mit Instrumenten wie den eben erwähnten Projekten, gelingt es einfach die Entwicklung der Stadt konsequent voran zu treiben. Das Zerstörungstrauma aus dem zweiten Weltkrieg ist nie wirklich überwunden worden, man spürt dies vor allen Dingen in den Gesprächen mit den älteren Bewohnern aber auch wenn man einfach mal mit offenen Augen durch die Stadt geht. Dinge wie das ECE oder der Klosterhof sind alle erst in den letzten sechs Jahren entstanden und das vergessen die Leute manchmal. Heilbronn hat all diese Projekte quasi verdient, da die Stadt viele Qualitäten besitzt, die größtenteils erst auf den zweiten Blick sichtbar sind. Unser Ziel muss es sein von diesem Image wegzukommen und unsere Qualitäten auf den ersten Blick sichtbar zu machen, wofür alle Voraussetzungen vorhanden sind. Wir haben eine tolle Landschaft, einen Fluss, ein gutes Klima und vieles mehr. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Ernten Sie von ihren Bürgermeisterkollegen eher neidvolle oder mitleidige Blicke bei so viel Arbeit? Einige Bewohner im Kreuzgrund sehen dies natürlich anders, aber wenn man Verkehrsentlastungen für eine Stadt möchte geht dies nur über Bündelungen des Verkehrs. Das Schwierige ist, den Anwohnern zu erklären, dass es zwar ein größeres Verkehrsaufkommen gibt, aber die Gesamtsituation trotzdem besser wird, da man in einem neuen Projekt natürlich auch an den Lärmund Emissionschutz denkt, die beide momentan überhaupt nicht vorhanden sind. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Herr Hajek, kommen Sie bei so viel Arbeit überhaupt noch zum Schlafen? Letztendlich halten sich beide Dinge die Waage wobei ich glaube, dass die Kollegen das schon gut einschätzen können. Im Heilbronner Rathaus selbst sind auch die Bauprojekte oft dezernatsübergreifend angelegt und das Ergebnis von Teamarbeit. WILFRIED HAJEK -- HANIX -- Heilbronn? Gibt es aus ihrer Sicht  im Bereich Stadtentwicklung eine ähnlich reizvolle Stadt wie Mein Arbeitstag fängt sehr früh an. Oft hören die Arbeitstage nicht vor 22 Uhr auf. Aber ich komme schon jede Nacht zu meinem Schlaf. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Sie müssen der meist beschäftigte Stadt- Es wäre vermessen zu sagen, dass ich alle Städte Deutschlands kenne, aber ich kann sagen, dass zumindest ich nichts Vergleichbares im Bereich kleine Großstadt in Baden-Württemberg kenne. Hierzu eine kleine persönliche Anekdote: Als ich das erste Mal mit meiner WILFRIED HAJEK --

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Frau in Heilbronn war, nachdem ich gefragt wurde ob ich mich für den Posten des Baubürgermeisters interessiere, hat meine Frau kurz inne gehalten und wortwörtlich gesagt »Willst du dir das antun?« Ich konnte dann nur antworten »Genau das will ich!« Ich sage ihnen auch warum. Hier habe ich genau die Gestaltungsmöglichkeiten, die man sich in meiner Position wünschen sollte. Hier lohnt es sich auch wenn man mal eine Nacht nicht schläft, weil einem viele Ideen durch den Kopf gehen, die es dann gilt umzusetzen. Mein Ding wäre es nicht eine kleine, schöne Stadt mit schmucken Fachwerkhäusern zu verwalten und maximal zu entscheiden ob die Fassade gelb oder weiß werden soll. H A N I X -- Werden sie von Baubürgermeistern anderer Städte angesprochen? H A N I X -- Zahlreiche parallel verlaufende Großprojekte sind im Gange. Kann eine Stadt der Größe Heilbronns das überhaupt stemmen? Dieses Thema habe ich auch anderenorts schon mal erlebt. Man muss hier auch sagen, dass dies nicht nur städtische Baumaßnahmen sind. So ist beispielsweise die Volksbankbaustelle auf der Allee keine städtische Baustelle. Ich sehe immer wieder, dass das Ganze Thema Stadtentwicklung  erst einmal ins Fahrwasser kommen muss. Dann hängen sich viele private Bauträger natürlich an die städtischen Baumaßnahmen ran und setzen ihre Projekte um, was gut für die Stadt ist. Der Bürger empfindet dies dann natürlich als gesamtheitliches Thema. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Der Zukunftspark im Wohlgelegen, die SLKKliniken, die Stadtbahn Nord, natürlich die Buga, Audi baut in den Böllinger Höfen, in der Südstadt steht auch ein größeres Bauprojekt an - wird man in ein paar Jahren Heilbronn wieder erkennen können oder wird es ein komplett neues Stadtbild geben? Ich habe sehr guten Austausch mit meinen Kollegen aus anderen Städten und es gibt hier durchaus Bürgermeister die mich ansprechen und Heilbronn als gewisses Vorbild im Bereich Stadtentwicklung sehen. Andererseits ist für mich die Stadt Ulm, in der ich als junger Soldat war, eine gewisse Referenz, weil sich diese Stadt in den letzten Jahrzehnten unglaublich entwickelt hat. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Wenn man momentan durch die Stadt fährt, muss man zu dem Schluss kommen, dass Heilbronn die Bundeshauptstadt der Baustellen ist. Überfordern Sie damit die Bürger nicht? Man sieht die Stadt ja vor lauter Schilderwäldern kaum. Mir ist natürlich schon bewusst, dass die momentane Situation für viele Bürger nicht ganz einfach ist. Speziell für die Händler, die insbesondere von der Stadtbahnbaustelle stark betroffen sind. Wir versuchen besonders bei der Stadtbahn so schonend wie möglich zu bauen aber es lässt sich trotzdem nicht vermeiden, dass an der einen oder anderen Stelle eine gewisse Unzufriedenheit aufkommt. Allerdings habe ich bei allen Bürgerversammlungen und Diskussionen gesagt, dass es durchaus auch schmerzhafte Phasen geben kann. WILFRIED HAJEK -- HANIX -- Ist das Verständnis für die angesprochenen Schmerzen aufgrund der »Schaffe-schaffe-Häuslebaue«-Mentalität im Schwäbischen größer? Der Baulärm stört hier natürlich auch. Ich wohne am Gesundbrunnen-Krankenhaus und auf dem Gelände wird gerade neu gebaut. Wenn morgens um sieben die Steinsäge angeworfen wird, kann ich nicht behaupten, dass ich nicht davon gestört werde. Aber wenn man immer wieder an das Ergebnis denkt, kann man sich auch darauf einstellen. WILFRIED HAJEK -- Die Stadt wird natürlich nicht komplett anders aussehen aber ich bin davon überzeugt, dass die Heilbronner die Veränderungen der Stadt sehr wohl als positiv empfinden werden. Nehmen wir als Beispiel den Südbahnhof, der momentan nicht unbedingt ein Vorzeigegelände ist. Wenn es soweit ist, dass aus diesem Viertel ein Wohnviertel mit Grünanlagen entsteht, wird die gesamte Stadt dadurch aufgewertet. Dasselbe gilt für die anderen von ihnen erwähnten Bauprojekte. Alle Projekte ergeben Verbesserungen der Infrastruktur und kommen allen Bürgern zu Gute. Ich bin mir auch sicher, dass wir mit dem Ausbau der Stadtbahn-Nordtrasse einen ähnlichen Effekt auslösen können wie damals mit der Ost-West-Trasse im Bahnhofsviertel. Ein klassisches Beispiel gab es auch beim damaligen Bau des ECE-Centers. Mein damaliger Baurechtsamtsleiter hat mir erklärt, dass es in den letzten 15 Jahren kaum neue Ladenbauten in der Fleiner Straße und der Sülmer Straße gab. Als die Stadtgalerie dann aber im Bau war hatten wir auf einmal 14 Bauanträge für neue Ladenbauten auf dem Tisch liegen. Das heißt einfach dass die Händler sich auf das Neue eingestellt haben und selbst versuchten daran mitzuwirken. Ich bin mir auch sicher dass die Gebäudeeigentümer an der Allee, sobald das Bauvorhaben dem Ende entgegen geht, merken werden, dass sie auch was tun müssen, weil der öffentliche Raum auch saniert wird. Eines kann ich ihnen versprechen, die Allee wird eine Prachtstraße. WILFRIED HAJEK --

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE H A N I X -- Ist das ein Effekt den jede Stadtentwicklung mit sich bringt? WILFRIED HAJEK -- Das kann man schon so sagen. H A N I X -- Wann ist es vorbei mit den vielen Baustellen in der Stadt. Oder anders gefragt: In wie vielen Jahren wird man nicht wöchentlich mit neuen, provisorischen Verkehrsführungen maltretiert? Die Marke wird schon das Jahr 2019 sein. Dies ist nun mal die Grenzmarke und der Zeitpunkt an dem auf gut deutsch gesagt alle Wasserhähne poliert sein müssen. Ich glaube auch, dass diejenigen, die private Investitionen tätigen, sich an dieses Datum orientieren. Auch danach wird es natürlich weitere Baumaßnahmen und eine städtische Weiterentwicklung geben aber logischerweise nicht mehr in dieser Dimension und in diesem unglaublichen Tempo. Auf der anderen Seite kann es aber auch sein, dass die Attraktivität der Stadt so stark steigt, dass bauliche Investitionen von außen immer mehr getätigt werden. Daran haben wir selbstverständlich großes Interesse. WILFRIED HAJEK -- H A N I X -- Bei ihrem Amtsantritt haben Sie gesagt, dass Heilbronn eine  familienfreundliche Stadt zum Leben und Wohlfühlen werden soll. Was verstehen Sie darunter? ve saniert. Dies ist aber nicht nur ein städtisches Anliegen, auch die Experimenta oder der Bildungscampus, beides zum Teil oder ganz privat finanziert, sind Beispiele eines hervorragenden Bildungsangebots. Aber auch die Lebensqualität verbessert sich: Wenn sie sich nur mal das Umfeld um das Neckarufer herum anschauen mit dem Hagenbucher Biergarten, der Fontäne und den neuen Gastronomieeinrichtungen, ist auch hier schon sehr viel passiert. Dies darf aber noch lange nicht das Ende sein, denn gerade in diesem Bereich gilt es noch mehr zu aktivieren. HANIX -- Sie sprachen auch von qualitätsvollem Facelifting. Was meinten Sie damit? W I L F R I E D H A J E K -- Ganz klar das Thema mit den 50-erJahre-Bauten. Es bringt nichts diese Gebäude einfach mal zu weißen. Diese Gebäude bedürfen eines grundlegenden Faceliftings. Dieser Mix aus Umbau und Neubau ist entscheidend und es gibt in der Innenstadt auch schon einige gelungene Beispiele. HANIX -- für 2020? Welche Vision haben sie von Heilbronn Ich denke was das Thema Familienfreundlichkeit angeht sind wir auf einem sehr guten Weg, wobei ich hier auch gern auf den Gemeinderat, den Oberbürgermeister und den Bürgermeisterkollegen Mergel verweisen möchte. Ich denke dabei nur mal an die Beispiele »gebührenfreie Kindergärten« oder den Bau neuer Tagesstätten. Auch unsere Schulen werden  momentan sukzessiWILFRIED HAJEK -- Ich denke es bleibt auch nach 2020 einiges an Arbeit übrig. Ich wünsche mir, dass Heilbronn sich als Wirtschaftsstandort und als Lebensqualitätsstandort klar profilieren kann. Heilbronn soll eine schöne, erfolgreiche, schwäbische, kleine Großstadt sein und hier sind wir schon jetzt auf einem guten Weg. Da wir zwischen drei Metropolregionen, Stuttgart, Mannheim aber auch Nürnberg liegen, müssen wir es selbst schaffen uns hier ganz klar zu positionieren und zu behaupten. WILFRIED HAJEK --

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TEXT & FOTOS: EDITION PANORAMA VERLAG NEU E A RC H I T E KT UR. H E I L B RO N N I N STA DT U N D L A N DKREIS Mit professionellen Farbfotos, Zeichnungen und Erläuterungstexten werden 112 neue, interessante bauwerke aus Heilbronn vorgestellt. übersichtliche Stadtpläne gewährleisten gute orientierung. Ein wertvoller begleiter für alle, die Heilbronn am Puls der Zeit kennenlernen wollen. Ein buch, das für die enorme bedeutung und Wirkung unserer gebauten Umwelt auf unser tägliches Zusammenleben sensibilisieren will. buch-Autor Markus Löffelhardt ist kunsthistoriker und forschte am bauhaus in dessau zum thema bauten der klassischen Moderne. Später leitete er in kooperation mit dem Landesamt für denkmalpflege in Hannover eine Fortbildungseinrichtung für Architekten und kulturwissenschaftler.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Markus Löffelhardt: "Neue Architektur. Heilbronn in Stadt und Landkreis" 241 Seiten ca. 320 Abbildungen ISBN 978-3-941001-09-1 29,80 Ð Verlag Edition Quadrat, Mannheim

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???? TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Stadthaus | 2004 Architektur: müller . architekten Ort: Herbststraße 8, Heilbronn Auftraggeber: Contraf-Nicotex-Tobacco, Heilbronn ???? Das im Jahr 1898 durch den Heilbronner Maschinenfabrikanten Johann Weipert als Wohnhaus errichtete Gebäude wurde am 4. Dezember 1944 durch einen Brand in der Heilbronner Bombennacht bis auf die Außenmauern vollständig zerstört. Ab 1948 erfolgt durch Ferdinand Weipert der Wiederaufbau und 2003/2004 durch die Firma Contraf - Nicotex - Tobacco die Sanierung des Gebäudeensembles mit Haupt- und Kutscherhaus. Die gesamte Gebäudehülle wurde unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Aspekte aufwändig und ganzheitlich saniert. Die öffentliche Erschließung erfolgt über das neue ellipsenförmig gewendelte Haupttreppenhaus und die Aufzugsanlage. Die innere Erschließung der firmenintern genutzten Geschosse erfolgt über eine geradeläufige Treppenanlage mit frei auskragenden Stufen und einer absturzsichernden Verglasung über vier Geschosse. ????

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Büro- und Geschäftshaus K24 | 2009 Architektur: kohler grohe architekten Ort: Kaiserstraße 24, Heilbronn Auftraggeber: Druck & Medien GmbH Heilbronn Das Büro- und Geschäftshaus K24 entwickelt im Kontext mit der benachbarten historischen Bebauung, der Kilianskirche, dem Rathaus und dem Kätchenhaus eine große städtebauliche Präsenz am Marktplatz in Heilbronn. Die Erscheinung des Gebäudes ist geprägt von dem tektonischen Zusammenspiel eines steinernen Rahmens aus gestocktem schweizer Kalksteinbeton und einem Glaskörper, der mit seiner leicht geschwungenen Gebäudeplastik eine spannungsreiche Verbindung zur benachbarten Einkaufsstraße herstellt. Mit dem Einsatz innovativer Produkte und Konzepte konnte der Anspruch einer energieeffizienten, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Architektur erreicht werden. Die dauerhafte und pflegeleichte Fassade wurde zum ersten Mal in Deutschland aus einem speziellen schweizer Kalksteinbeton in Form von geschosshohen, handwerklich gestockten Fertigteilen hergestellt. 112 30

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Roland Halbe Rose ngas straß sgasse Rathau rber Rathaus Marktplatz Kaiserstr aße mit Stadtbah 17661534 17661534 17661536 17661536 17661537 17661537 Gar Gar Mosergasse Kasernen GFHW GFHW gasse Ghs Ghs 53/5 53/5 Am Kiese lmarkt Kramstraße

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Überdachung Bahnhofsvorplatz | 2001 Architektur: Auer + Weber + Assoziierte Tragwerksplanung: Schlaich Bergermann und Partner Ort: Bahnhofsvorplatz, Heilbronn Auftraggeber: Stadtwerke Heilbronn Im Zuge der Einführung der Stadtbahnlinie werden in der Heilbronner Innenstadt die Straßen und Plätze im Verlauf der neuen Trasse umgestaltet. Schwerpunkt ist der Bahnhofsplatz mit seinen vielen Umsteigefunktionen. Im Zusammenhang mit dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude, entstand ein weitgespannter Glasbaldachin, der als Stadtzeichen die städtebauliche Achse zwischen Innenstadt und Bahnhof markiert. Das Tragwerk besteht aus einem, nur durch sein Eigengewicht stabilisiertes Hängedach, das in ein Rahmensystem aus Stahlrohren eingehängt ist. Teilvorgespannte Sicherheitsgläser bilden eine leicht gekrümmte und zum Bahnhofsgebäude ansteigende, durchsichtige Dachfläche. Jede Scheibe wird durch flache Klemmteller gehalten und mit den Nachbarscheiben verbunden.Die Hänger sind sowohl an den Auflagertellern, als auch an den Seilklemmen durch Kugeln gelenkig gelagert. Die Dachlängsränder werden von Glastafeln gebildet, die auf im Seilabstand angeordnete Kragarmen liegen. Die Hänger sind von Seilpaaren abgehängt, welche die Glaslasten in den Stahlrost abtragen.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Roland Halbe

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Parkhaus "experimenta" | 2009 Architektur: petry + wittfoht freie architekten bda Landschaftsarchitekten: W+S Wiedemann + Schweizer Ort: Bahnhofstraße, Heilbronn Auftraggeber: Stadtwerke Heilbronn GmbH Der Entwurf für das Parkhaus entsteht in der Auseinandersetzung mit zwei inhaltlichen Schwerpunkten. Zum einen geht es darum, die optimale Funktion des Parksystems zu gewährleisten. Zum anderen geht es um die Einfügung des Funktionsgebäudes in die städtebauliche Situation. Optimale Funktion bedeutet Klarheit und Übersichtlichkeit der Wegeführung, Freundlichkeit und Offenheit des Baukörpers sowie Farbgebung und Lichtführung in den Ebenen - es geht um eine positive Gesamtatmosphäre. Die außergewöhnliche Lage des Gebietes im Spannungsfeld zwischen Innenstadt und der neuen Parkanlage "Bundesgartenschau Heilbronn 2019", schafft besondere städtebauliche Rahmenbedingungen. Die prominente Platzierung und die Fernwirkung Richtung Innenstadt sprechen für die stadträumliche Betonung der Situation am Wilhelmskanal. Über eine Fußgängerbrücke ist der Hauptzugang des Parkhauses direkt mit dem Science Center verbunden.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Zooey Braun "experimenta" Zufahrt Kurt-Schumacher-Platz

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TEXT & FOTOS: MARIA SANDERS HAN DW E R K ÖFFN E T DIE AUG E N FÜR SELBSTVER ST Ä N D L I C H E S

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE »Schaffe, schaffe Häusle baue« trifft zwar nicht ganz das Metier der beiden Geschäftspartner. Fleißig sind die Möbel- und Innenreinrichtungsdesigner Martin Ric und Matthias Eckert dennoch sehr. Eine halbe Ewigkeit arbeiten die Inhaber von Performa zusammen. Sie verraten uns was sie miteinander verbindet, die besonderheit ihrer Produkte und wie sie nach über zwanzig Jahren immer noch zusammenarbeiten können. Laut und hektisch ist es auf der Allee in Heilbronn. Ein typischer Dienstagabend. Während die meisten Menschen sehnsüchtig ihrem Feierabend entgegenfiebern und zügig nach Hause eilen, sitzt Martin Ric noch im Showroom. Eilig hat es der 50-Jährige nicht. Ganz im Gegenteil: Gelassen sitzt er seinen Kunden am quietschgrünen Tisch gegenüber und berät sie. Nebendran steht eine Glastasse Cappuccino. Die Stimmung ist angenehm, trotz konstruktiver Unterhaltung. »Das Regal sollten wir höher ansetzen», gibt Kunde Thomas Pfeffer zu Bedenken. »Unsere Gläser sind ja schon zwanzig Zentimeter hoch.» Bei einem befreundeten Winzer haben Thomas und Bruder Christian Pfeffer ein ähnliches Modell gesehen. Sofort hat ihnen der Stil gefallen. »Unsere Produkte passen gut in sein Regal», so der 35-jährige. Deswegen standen für die Inneneinrichtung ihres neuen Lebensmittelgeschäfts am Heilbronner Marktplatz auch nur zwei Optionen zur Auswahl: Selber bauen oder von Performa bauen lassen. INNOVATION DURCH ZWECKMÄSSIGKEIT Zeitlos sollen sie aussehen, um lange zu halten. Daher sind die Designermöbel von Performa schlicht und einfach. Schnörkel, Verzierungen oder sonstige optische Spielereien gibt es nicht. »Weniger ist mehr», sagt Ric, »sonst hat man sich schon nach fünf Jahren daran sattgesehen.» Und was inspiriert die Hersteller? Der Mitinhaber erklärt: »Wir überlegen uns, was unsere Kunden brauchen und nicht, was gut aussehen könnte.» Die Möbelstücke werden also primär nicht nach optischen Gesichtspunkten kreiert, sondern nach ihrer Zweckmäßigkeit. Ein Esstisch soll robust und solide sein, aber auch Atmosphäre schaffen. Das heißt, jedes Möbel hat seine Funktion, die es optimal zu erfüllen gilt. Das Besondere an diesen Designerstücken sind neben der sehr präzisen Verarbeitung und dem klaren Design, ihre Materialien. Aus Echtholz, Furnierholz oder ganz kleinen Holzfasern gepressten Holzplatten ist das Mobiliar gefertigt. Je nach Möbelstück wird es mit Kautschuk oder Linoleum bezogen. Die Materialien eignen sich ideal für Oberflächen, weil sie besonders widerstandsfähig sind. Richtig interessant sind die Ideen, wie manche Produkte entstanden sind. Martin Ric erinnert sich an eine Kundin, die für ihren Flur eine Garderobe benötigte. Da ihre Kinder zu diesem Zeitpunkt noch sehr klein waren, müsste die Höhe der Kleiderablage je nach Wachstumsstadium ihrer Kinder, regelmäßig angepasst werden. Damit

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE die Kleinen ihre Jacken selbstständig aufhängen können. Martin Ric hatte eine bessere Idee. Er entwickelte gleich den heutigen Performa-Bestseller: Eine Garderobe mit mehrstufigen Haken. »Dann brauchen nicht jedes Jahr neue Löcher in die Wand gebohrt werden», scherzt er. GESUCHT UND GEFUNDEN Die Atmosphäre ist bemerkenswert. Ganz gleich, ob im Showroom in der Allee oder in der Werkstatt in der Dieselstraße, es herrscht immer eine besonders angenehme Stimmung im Unternehmen Performa. Als durchweg harmonisch würde man es be120 zeichnen. Das liegt vielleicht daran, dass beide Inhaber sehr ausgeglichene Personen sind. »Wir führen auch konstruktive Diskussionen», sagt Ric, »aber richtig gestritten haben wir uns nie.» Die zwei Geschäftsinhaber scheinen sich gesucht und gefunden zu haben. Mit Mitte dreißig lernten sie sich auf der Meisterschule kennen und können auf beinahe zwei Jahrzehnte gemeinsamer Tätigkeit zurückblicken. »Martin war der Einzige, der mir auf Anhieb sympathisch war», sagt Matthias Eckert (49) über ihn. Und genau das Gleiche erzählt Martin Ric über seinen Freund und Geschäftspartner. Beide verbindet die Liebe zum Handwerk und zur Genauigkeit. »Eine gute Freundschaft ist wie eine Ehe.» Man müsse immer etwas dafür tun. SELBER GESTALTEN Die Designermöbel von Matthias Eckert und Martin Ric scheinen sich mit den Jahren herumgesprochen zu haben. Jeweils ein Drittel der Kunden stammen aus Heilbronn, ganz Deutschland und aus aller Welt. Ursula und Klaus Bühle leben in Untergruppenbach und haben sich ebenfalls für die Produkte entschieden. Eine Garderobe, eine Küche und ein Bad haben sie sich bei den gelernten

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Schreinermeistern ausgesucht. Der 64-Jährigen hat es gefallen, zusammen mit ihrem Mann und Martin Ric die Küche selbst zu gestalten. Doch mit den technischen CAD-Zeichnungen konnte sie am Anfang nicht viel anfangen. »Ich konnte mir nicht richtig vorstellen, wie die Küche in Wirklichkeit aussehen soll», sagt Ursula Bühle und zeigt mit ihren Händen die Umrisse. »Hätte ich nur die Zeichnungen gesehen, dann hätte ich keine Küche gekauft», gibt sie zu. Aber genau das macht eben einen guten Kundenservice aus. Martin Ric konnte sich gut in ihre Situation hineinversetzen und fuhr mit dem Ehepaar nach Ludwigsburg, um ihnen Musterküchen zu zeigen. Über das Ergebnis ihrer neuen Küche aus Birkenfurnier und Edelstahl sind die Rentner sehr zufrieden. »Wir möchten sie nicht mehr missen», sagt Klaus Bühle (71) und präsentiert stolz den modernen Dunstabzug. SCHWEDISCHE MÖBELHÄUSER Während Martin Ric sich auf die Kunden und das Marketing spezialisiert hat, kümmert sich Matthias Eckert intensiv um die Produktion und die Auszubildenden. Mit einem Handsteuergerät zerlegt Ausbilder Eckert gerade ein paar Furnierholz121 platten in der Werkstatt. Ein Freund von kurzweiligen und günstigen Möbeln aus schwedischen Möbelhäusern ist er nicht unbedingt. Doch hätten auch diese Produkte seiner Meinung nach ihre Berechtigung. »Studenten haben selten das Geld für hochwertige Produkte, wenn sie in ihre erste Wohnung ziehen», so der gebürtige Brackenheimer. Doch im Laufe der Zeit setzt sich Qualität in der Regel durch. Dann schlägt die Uhr kurz nach halb acht. Es ist Zeit für den Feierabend. Schreinergeselle Sven Flösser schleift noch die letzten Ecken einer Holzplatte ab. Der 22-Jährige hat seine Ausbil-

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE dung bei Performa diesen Sommer als Jahrgangsbester abgeschlossen und den zweiten Platz im Leistungswettbewerb Kammerbezirk erreicht. Ausbilder Eckert schaut etwas stolz zu ihm hinüber und sagt: »Bei dem Wettbewerb nehmen nur die Jahrgangsbesten teil.» Sie bekommen dann das Material zur Verfügung gestellt und haben die Aufgabe innerhalb von sieben Stunden einen Hocker zu bauen. In seiner Ausbildung hat Sven Flösser sehr genau122 es Arbeiten gelernt. »Es ist ein tolles Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen», sagt der Geselle bescheiden. In seinem Ausbildungsbetrieb ist er gerne beschäftigt und wird auch noch eine Zeit lang bleiben, bis es ihn in die weite Welt hinaus zieht. »Ich möchte mehr lernen», so der Schreinergeselle und erzählt von einer Schule in Jordanien, für die er irgendwann einmal arbeiten möchte. Taubstumme Menschen werden dort zu Schreinern ausge- bildet. »Aber erst mal muss ich die Sprache lernen», sagt er und lacht. Mit seiner Ausbildung habe er für sich eine solide Basis geschaffen, die er nur jedem anderem Jugendlichen empfehlen könne. »Handwerksberufe öffnen einem den Blick für Selbstverständliches.» Wie viel Arbeitsschritte es braucht, um einen Stuhl zu fertigen, auf dem man sich ganz selbstverständlich jeden Tag hinsetzt. All das lehrt einem das Handwerk und noch viel mehr.

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LEBE N I N RU I N E N

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Da s Ha u s d e r Stadtgeschichte im Otto Rettenmaier Haus zeigt s e i t En d e Ju l i 2012 die Ausstellung "Heilbronn historisch! Mens c h e n , Pl ä t ze , Geschichten" eine multimediale Zeitreise durch 1 2 0 0 Ja h re vo n der ersten schriftlichen Er wähnung Heilbronns b i s i n d i e Ge g enwar t. Neben zahlreichen Originalexponaten zeig e n v i e l e e l e k tronische Präsentationen wichtige Episoden und K a p i t e l i n d e r Entwicklung der Stadt - so wie dieses Beispiel a u s d e r T h e m eneinheit »Leben in Ruinen« über die ersten Nachk r i e g s j a h re i n der völlig zerstör ten Stadt.  Di e Pr ä s e n t a t i on wurde vom Stadtarchiv Heilbronn zur Ver füg u n g g e s t e l l t ; sie ist auch im neuen Haus der Stadtgeschichte zu s e h e n ( Ot t o Rettenmaier Haus, Eichgasse 1). Ehrendienst in der Kaiserstraße; um 1946 In der Innenstadt wurden Schienen für eine »Trümmerbahn» gelegt, um den Schutt aus der Stadt zu schaffen.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Kiliansplatz in Richtung Hafenmarktturm; um 1946 Die Innenstadt war vollständig zerstört.Die Stadtverwaltung unter Oberbürgermeister Emil Beutinger verhängte zunächst eine Bausperre und versuchte dann, eine systematische Räumung der Trümmer zu organisieren.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Trümmerräumung durch den Ehrendienst; 1946 Der Ehrendienst für den Wiederaufbau der Stadt war eine vom Arbeitsamt koordinierte Aktion zur Beseitigung des Trümmerschutts. Dienstpflichtig waren Männer zwischen 16 und 55 Jahren; sie mussten in der Regel zwölf aufeinanderfolgende Arbeitstage ableisten. Mitglieder der NSDAP oder Parteianwärter hatten 18 Tage zu absolvieren.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Blick vom Rosenberg auf die zerstörte Altstadt; um 1946 Von etwa 25 000 Wohnungen in der Kernstadt Heilbronn waren über 11 000 zerstört. Ende 1945 lebten hier knapp 25 000 Menschen - 1939 waren es knapp 55 000.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Frauen bei der Trümmerräumung; um 1946 Neben dem Ehrendienst beteiligten sich alle Bewohner an der Räumung, Männer und Frauen. Auch wenn es in Heilbronn keine »Trümmerfrauen» im engeren Sinn gab - von Seiten der Behörden zur Trümmerräumung eingeteilte Frauen -, waren hier wie überall gerade die Frauen im Einsatz.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Dankschreiben des Oberbürgermeisters für die Ableistung des Ehrendienstes; 1946

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Trümmerräumung und Bergung von Baumaterial; um 1946 Baumaterial war knapp; deshalb wurden bei der Trümmerräumung wiederverwertbare Ziegelsteine geputzt und gesammelt.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Gleise Trümmerbahn Fleiner Straße; 1946

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Aufruf von Oberbürgermeister Beutinger; 26. Juli 1945 Die Überlebenden und die Heimkehrenden begannen damit, Trümmer und Schutt zu beseitigen und teilzerstörte Häuser notdürftig zu reparieren. Im Juli erließ die Stadtverwaltung einen Aufruf mit ersten Vorschriften zur Trümmerbeseitigung.

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE Kreativzentr Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn

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Trümmerverwertungsanlage der Firma Ensle; um 1947 Die Baufirma Ensle errichtete im Oktober 1946 im Industriegebiet eine Anlage, mit der aus Trümmerschutt neue Hohlblocksteine für den Hausbau hergestellt wurden.

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TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEHMET FILIZ HOL Z I ST E I N BAU STO F F D E R UNG E A H N T E N MÖG L I C H K E I T E N

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE bis in das 19. Jahrhundert war der Holzhausbau / Fachwerkbau in Mitteleuropa die vorherrschende bauweise. Ab der Industriealisierung kamen baustoffe wie Ziegel, beton, Leichtbetonbausteine, kalksandsteine et cetera zum Einsatz. Seit circa 40 Jahren besinnt sich der Mensch wieder verstärkt auf den Holzhausbau, getrieben unter anderem auch wegen sehr stark steigender Energiekosten, der Umwelt und der Co2 belastung. die Firma kAbUS holzhaus aus Flein hat sich für den modernen, gesunden, hoch energieeffizienten und ökologischen Holzrahmenbau festgelegt. Ein Gespräch mit dem Holzhausbauexperten Andreas kionka über die Vorzüge des natürlichen baustoffes. H A N I X -- Warum haben Sie sich dazu entschlossen Holzhäuser zu bauen und nicht erdbebensichere Häuser? sind beide Bauweisen auf der selben Grundlage zu realisieren. H A N I X -- Und wie sieht es mit der Wärmeisolierung bei Holzhäusern aus? Muss man darin frieren oder ist sie sogar einfacher und besser zu realisieren als bei Steinhäusern? A N D R E A S K I O N K A -- Jetzt wird es ein bisschen technisch. Ein winterlicher Wärmeschutz wird durch den U-Wert (Wärmedurchgangskoeffzient) beschrieben. Je kleiner der Wert, umso besser die Wärme-Dämmeigenschaft umso geringer der Heizenergiebedarf. Das heißt konkret, dass wir zum Beispiel beim KABUS holzhaus mit 20 cm breiten Ständern und Putzfassade diesen gesetzlich geforderten Wert schon erreichen (Niedrigenergiehaus). Durch die schlanken Holzbauteile und dem Einsatz von Holzdämmstoffen wie Cellulose oder Holzfaserdämmplatten bietet der Holzrahmenbau bei gleicher Grundfläche rund 5% - 10% mehr Wohnfläche als der Massivsteinbau. H A N I X -- Sind Holzhäuser modern oder nur etwas für ewig gestrige, die auf eine gewisse Folklore nicht verzichten können? Zunächst mal besteht in unseren Regionen keine Notwendigkeit erdbebensichere Häuser zu Bauen, mit Ausnahme von AKW`s natürlich. Unser Entschluss Holzhäuser zu bauen basiert auf: Gesundheit. Die steht an erster Stelle. Holz überzeugt durch seine wohngesunden Eigenschaften. Holz ist klimaspeichernd, wärmespeichernd und feuchteregulierend. Und es geht um Energie und deren Einsparung. Überhaupt um verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Holzhäuser sind CO2-neutral, wir haben die Ökologie im Blick, sind der Meinung, dass das Wohngefühl und die Lebensqualität in einem Holzhaus sichtbar und spürbar besser ist als in einem Steinhaus. ANDREAS KIONKA -- H A N I X -- Wie stabil sind Holzhäuser im Vergleich zu Steinhäusern? Muss das Holzhaus die Gegenüberstellung scheuen oder hält es ihr stand? Wir können historisch feststellen, dass Holzhäuser bei entsprechender Pflege über Jahrhunderte bestehen und bewohnbar sind. Ich bezweifle diese Langlebigkeit bei den heutigen Steinhäusern. Was die Stabilität im Sinne von statischen Erfordernissen anbelangt, ANDREAS KIONKA -- Ja! Und gleich Gegenfrage: Was ist modern? Holz ist ein Baustoff der ungeahnten Möglichkeiten. Sie können mit jeglicher Art von Architektur gestalANDREAS KIONKA --

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE ten, aussen als auch innen. Die Fassade kann beispielsweise verputzt werden, was der Regelfall ist aber auch mit Holz oder anderen Baustoffen kombiniert, verkleidet werden. Die Gestaltungsfreiräume sind groß und hängen von der jeweiligen individuellen Architektur und von den Wünschen der Bauherrschaft ab. Die Innengestaltung ist ebenso frei planbar und umsetzbar. H A N I X -- Muss das Bauholz vorab chemisch behandelt werden um die von ihnen angesprochene Langlebigkeit zu gewährleisten? H A N I X -- Sie behaupten, dass es sich in einem Holzhaus gesünder lebt als in einem Haus aus Stein. Wieso ist ein Holzhaus gesünder als ein Steinhaus? Nein, bei unserer Holzrahmenbauweise nicht. Die Lastabtragung erfolgt durch Scheiben. Dabei bildet der Rahmen aus getrocknetem Vollholz (Konstruktionsvollholz) das Gerüst. Nur dann kann auf chemischen Holzschutz verzichtet werden, mit Schwelle, Ständern und Rähm das Skelett für die aussteifende Beplankung. Die Beplankung wirkt daher bei der Lastabtragung mit. Im gesamten diffusionsoffenen Wand- und Dachaufbau befinden sich weder Kunststofffolien noch sind die Baumaterialien chemisch behandelt. ANDREAS KIONKA -- H A N I X -- Welche Art von Holz wird beim Holzhausbau eingesetzt? Eiche rustikal, wie man es aus dem Möbelhaus kennt? Unsere ökologische Holzbauweise, mit ausgesuchten, unbedenklichen Holzbaustoffen, bietet ein Höchstmass an gesundem Wohnen, hervorragendem Wohnraumklima insbesondere auch für Allergiker. Zur besonderen Abschirmung von Elektrosmog können auf Wunsch entsprechende Wandmatten eingebaut werden. Der Holzbau ist ein Trockenbau im Gegensatz zum konventionellen Steinbau. Unsere Häuser leisten sicherlich einen nicht unerheblichen Beitrag zum gesunden Wohnen und Leben. Das Wohnraumklima, das werden ihnen Bewohner von Holzhäusern sicher bestätigen, ist viel angenehmer als in einem Steinhaus. ANDREAS KIONKA -- H A N I X -- Kann ein Holzhaus individuell und architektonisch anspruchsvoll gestaltet werden oder unterliegt es hier gewissen Grenzen? Grundsätzlich Ja! Es ist jegliche Art von Architektur möglich. Unter Beachtung von statischen Erfordernissen, denen auch Steinhäuser unterliegen, gibt es theoretisch keine planerischen und gestalterischen Einschränkungen. ANDREAS KIONKA -- H A N I X -- Wir sind hier im Schwabeländle. Ein Haus ist für den Schwaben immer auch eine Investition für die eigene Zukunft und die Zukunft seiner Kinder. Ist ein Holzhaus eine wertbeständige Investition? Für den Wand- und Dachaufbau wird Tanne und Fichte eingesetzt. Es handelt sich um forciert getrocknetes Konstruktionsvollholz. Desweiteren besteht der Wand - und Dachaufbau aus Holzfaserdämmplatten, Cellulosedämmung, OSB-Platten, Gips und mineralischem Außenputz. ANDREAS KIONKA -- Sicher! Und das wird auch bei Wertermittlungen durch Banken, Versicherungen und SachverANDREAS KIONKA --

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TITELTHEMA: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE ständigen bestätigt. Ein Holzhaus ist eine gute, zukunftsorientierte Investition. H A N I X -- Ist ein Holzhaus teuer? Wie ist der Kostenvergleich zwischen einem Holzhaus im Gegensatz zu einem Steinhaus? Bei vergleichbarer Bauqualität, in punkto Energieeffizienz, Wärmedämmung, Aussstattung et cetera sind die Erstellungskosten im Regelfall auf gleichem Kostenniveau wie bei einem Steinhaus. ANDREAS KIONKA -- H A N I X -- Gibt es Förderprogramme für den Bau von Holzhäusern oder sieht es diesbezüglich noch etwas mau aus? Je nach energetischem Stand, Haustechnik und weiteren Punkten können von der KfW Bank entsprechende Fördermittel beantragt werden. Je höher die Energieeffizienz eine Holzhauses geplant und nachweislich berechnet ist, um so mehr Fördermittel können beantragt werden. Dasselbe gilt auch auch bei einer energetischen Sanierung, für die sich der Einsatz des Baustoffes Holz ebenso wie für Anbauten, Umbauten und Dachaufstockungen hervorragend eignet. ANDREAS KIONKA -- H A N I X -- Welche unterschiedlichen Arten von Holzhäusern gibt es ? Im Holzbau unterscheidet man mehrere Systeme. Den Fachwerkbau, ein historisches System, das man aus der Bad Wimpfener Altstadt kennt, den Blockhausbau, eines der ältesten Bausysteme, kennt man vielleicht aus Reisedokumentationen über Kanada, früANDREAS KIONKA -- her wurden hierfür aufeinander geschichtete Rundhölzer verwendet, heute verwendet man sogenannte maßhaltige Blockbohlen, schließlich gibt es noch den Holzrahmenbau, die moderne Holzhaus-Bauweise von heute. Die Bauteile werden durch einen tragenden Rahmen aus technisch getrockneten Vollholzprofilen und anderen stabförmigen Holzträgern gebildet und durch eine Beplankung aus Holzwerkstoffplatten ausgesteift. Die Gefache zwischen den Hölzern werden vollständig ausgedämmt. H A N I X -- Leben Sie selbst schon in einem Holzhaus? Nein, leider noch nicht. Wir sind derzeit an einer Planung für die 50+ Generation. Hier wäre die Möglichkeit für mich ins Bauen einzusteigen. ANDREAS KIONKA --

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AC H T U N G ! BAU ST E L L E FOTOS: ULLA KÜHNLE Heilbronn ist vor baustellen kaum noch zu sehen. Fotografin Ulla kuehnle lief mit wachem Auge durch die Stadt und fotografierte rund um die vielen baustellen der Stadt. Eine baufällige Fotostrecke aus der Mitte Heilbronns.

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QUIZ DICH G L Ü C KLICH !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº12 FRAGE: Wo WURdE HEILbRoNNS bAUbüRGERMEIStER WILFRIEd HAJEk GEboREN? ER ISt dER HERR übER HEILbRoNNS bAUStELLEN UNd dIE bAULICHEN GRoSSPRoJEktE, WIE dIE bUGA, dEN ZUkUNFtSPARk WoHLGELEGEN UNd dIE NEUE tRASSE dER StAdtbAHN-NoRd. GEboREN WURdE dER CdU-MANN IN EINER SCHWÄbISCHEN kLEINStAdt, dIE EINEN tV-ENtERtAINER ALS bERüHMtEN SoHN dER StAdt HAt. ALTEREGO - THE MOVIE CHOUCHOU PROTECTYOURSTYLE EDITION PANORAMA 2 x DVD ALTEREGO 3 x 20-EURO-Gutschein 1 Paar Vans 3 x Buch Die weltweite Graffiti-Doku gibt einen intimen Einblick in die Details einer öffenlichkeitsscheuen Bewegung, die gleichzeitig wohl die grösste Kunstbewegung aller Zeiten ist, und oft nicht als solche verstanden wird. Französischer Chic und Coolness in Heilbronn. chouchou, die kleine aber feine Boutique in der Oberen Neckarstraße verlost drei Gutscheine im Wert von je 20 Euro. ProtectYourStyle, der Sneaker-Shop unseres Vertrauens, stiftet einen Klassiker von Vans. Der Hi-Top zum Beispiel war 1966 weltweit der erste Schuh, der speziell zum Skateboarden konzipiert war. Mit professionellen Farbfotos, Zeichnungen und Erläuterungen werden 112 neue, interessante Bauwerke aus Heilbronn vorgestellt. Ein toller Begleiter für alle, die Heilbronn am Puls der Zeit kennenlernen wollen. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE! EINSENDESCHLUSS IST DER 19. OKTOBER 2012. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: WALTER KRESS

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EIN BRIEF VOM JAKOBSWEG, SPANIEN / VON MARIA SANDERS FOTOS: MARIA SANDERS TON: PHILIPP SEITZ StECkbRIEF N a m e : M a r i a S a n d e rs A l t e r : 28 J a h re a u f d e m J a ko b swe g s e i t : Au g u s t 20 12 Fr ü h e re r Wo h n o r t : Ö h r i n g e n D e r ze i t i g e r Wo h n o r t : S a n t i a g o d e C ompostela L I E B E H E I M AT, dich vermisse ich gerade gar nicht. Viel zu schön ist es hier im Norden Spaniens. Ich laufe den Jakobsweg. Dieser berühmt-berüchtigte klassische Camino de Santiago von 770 Kilometern. Ja, genau den. Und wie es so ist? Der Weg ist lang und hart, und wunderschön zugleich. Man kommt an seine Grenzen, wenn man sie nicht schon vorher kannte. Die Etappen verlaufen durch vier von 17 Regionen oder autonome Gemeinschaften, wie sie auch genannt werden. Das sind Navarra, La Rioja, KastilienLeón und Galizien. Als ich den Jakobsweg auf der französischen Seite in Saint-Jean-Pied-de-Port angefangen habe, lagen erst mal die Pyrenäen vor mir. Hui, war das aufregend. »Ob ich das schaffe», habe ich mich oft gefragt. Häufig wurde einem das Pilgern durch Schutt und Geröllsteine auf den Waldpfaden erschwert. Oder der Weg war einfach unglaublich steil. Wie würde man wahrscheinlich auf schwäbisch sagen: »1400 Meter 'nuff uff de Buckel zum komme, isch goar ned so oifach, gell.» Ja, und so fühlte es sich auch an. Mein Rucksack wurde mit der Zeit immer schwerer. So, als ob ich einen Zentner Backsteine mit mir herumschleppe würde. Dafür belohnte mich der Weg mit einer wirklich atemberaubenden Naturschönheit. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und auch nicht aus dem Fotografieren. Über 1400 Fotos habe ich gemacht. Echt verrückt. Von der ausgedorrten Meseta, der spanischen Wüste, bis hin zu saftig grünen Wiesen, hab ich alles gesehen. Für mich eine Wahnsinnserfahrung. Seit Wochen bin ich unterwegs, wurde vom Hahn des heiligen Santo Domingo de Calzada gesegnet und habe viele besondere Menschen kennengelernt. Endlich hatte ich auch mal wieder Zeit für mich. Erst hier ist mir richtig be160 wusst geworden, wie schwierig das Deutschland ist. Alles ist hektisch. Da ist es nicht so leicht in dem routinierten Leistungsalltag bei sich anzukommen. Oder was sage ich, sich die Zeit zu nehmen und bei sich anzuklopfen, wäre ja schon mal schön. Nach den ersten dreihundert Kilometern habe ich damit zwar nicht mehr gerechnet. Aber ich glaube, dass ich von Erkenntnissen sprechen kann, wenn sich meine Sicht für manche Dinge verändert hat. Ich sehe vieles gelassener und denke mir: Alles hat seine Zeit. Und das spanische Gebäck wäre mir fast zum Verhängnis geworden. Pappsüß ist es und superlecker. Ich muss doch alles probieren, um dann zu Hause kompetente Antworten geben zu können. Ja, die Plundertasche mit Aprikosenfüllung ist optisch ausbaufähig, aber schmeckt hundertmal besser, als bei uns. Ganz aufregend fand ich ja die spanischen Brötchen. »Quisiera tomar este bocadillo, por favor.» Ich hätte gerne dieses Brötchen, sagte ich zu dem Ober. Na ja, wie soll ich sagen. Ich hatte meine Brille nicht auf und dachte, es sei ein Käsebrötchen, weil es eben so hell aussah. Als ich später in mein Brötchen gebissen habe, wunderte ich mich nur, was eigentlich das Kartoffelgratin darin zu suchen hatte. Aber gut, sei mal nicht so unflexibel, dachte ich mir und habe es aufgegessen. Das Kartoffelgratin ist die spanische Spezialität namens Tortilla und wird als kleiner Snack in den Bars verkauft. Bei Tagesmärschen von etwa 30 bis 40 Kilometern habe ich anfangs an Gewicht verloren. Doch bei all dem süßen Zeugs, was ich ja unbedingt probieren musste, war es fix wieder drauf. Aber darum ging es mir bei dem Jakobsweg ja auch nicht. Da fällt mir gerade ein Sprichwort ein: »Halte deinen Körper gesund, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen.» Aus gesundheitlichem Aspekt ist das absolut richtig. Doch es gibt weitaus Wichtigeres im Leben, als nur die Hülle, die Optik, wie ich finde. Wichtiger ist doch, dass das Haus stabil ist, in dem die Seele wohnt, oder? Klar, das

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: VOM JAKOBSWEG, SPANIEN Auge ist mit, aber schöne Rollläden oder ein toller Putz können nicht alles sein. In unserer Gesellschaft spielt der schicke Putz immer eine wichtige Rolle. Irgendwie schade. Manchmal sieht man nämlich wegen des vielen Drumherums gar nicht das Wesentliche, den eigentlichen Kern. Daran musste ich denken, als ich verschiedene Pilger kennenlernte. Manche haben sich hinter ihrem auffällig breiten Grinsen zu verstecken gesucht. Die perfekte Fassade, so wirkte es nach außen. Doch im Inneren bröckelte der Putz von den Wänden und dicke Risse waren zu sehen. Ich erinnere mich genau an den Anblick eines Pilgers: Der starre Blick in eine Richtung und die gekräuselte Stirn kamen zum Vorschein, als er sich von anderen Pilgern abwandte und unbeobachtet fühlte. Manche tragen eine schwere Last mit sich. Da kommen ihnen die acht oder zehn Kilogramm des eigenen Rucksacks wahrscheinlich federleicht vor. Und ich frage mich auch, warum ist das so, dass wir Menschen diesen Schein brauchen? Diese Fassade. Gibt sie uns wirklich Sicherheit, in einer Welt, die einfach nicht sicher ist? Hm, vielleicht scheint uns dieser Schein wirklich Sicherheit zu geben. Aber ist es nicht schöner echt zu sein? Die Reise ist für mich wie ein Tapetenwechsel und tut gut. Mal etwas anderes sehen und auf andere Gedanken kommen. Und deswegen laufe ich jeden Tag nur für mich. Das dachte ich am Anfang. Ich habe mich quasi selbst veräppelt. Jeden Tag bete ich für einen ganz besonderen Menschen. Eine Person, die mir sehr wichtig ist und dazu leider noch schwer krank. Alles ist so ungewiss. Mit dieser Wahrheit umzugehen, ist verdammt hart. Ein Großteil meines Weges bin ich schließlich für diesen Menschen gelaufen und dessen Gesundheit. Um am Ende zu erkennen, dass es für nichts eine Garantie gibt, aber auch nichts verloren ist. An das Gute zu glauben, ist wie die Spucke, die alles zusammenhält. So sehr ich mich nach dir sehne, liebe Heimat, genieße ich noch die Zeit hier. Fülle meine Akkus und nehme gedanklich viel Holz mit, um anderen eine Stütze sein zu können. Hier auf dem Jakobsweg ist es, als ob die Zeit stehen bleibt. Raum und Zeit verschwinden und nur das Hier und Jetzt ist bleibt. Das ist Leben. Ich freue mich auf dich. Und du weißt ja: »Dahoim ischs oifach om schenschte.» Bis bald, deine Maria

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TEXT: RAFAELA JECKLE FOTO: PR SCHAFFE, SCHAFFE, H ÄU S L E B AU E S TAT T BÜCHER UND GEDICHTE SCHREIBEN

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NEIG´SCHMECKT: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE STATT BÜCHER UND GEDICHTE SCHREIBEN Die Schwaben haben in ganz Deutschland den Ruf geizig zu sein. Aber die Wahrheit ist, dass dieses Volk darauf achtet wofür es sein Geld ausgibt und gut überlegt wie das Geld investiert werden soll. Mit anderen Worten, die Schwaben sind ein sehr süßes, wirtschaftlich denkendes Völkchen. Schwaben arbeiten viel und sparen gerne. Und das hat auch einen guten Grund: Das eigene Häusle bauen. Ein Eigenheim zu bauen ist hier im Ländle quasi Religion. Der größte Traum eines jeden guten Schwaben ist ein eigenes Haus zu erwerben, am besten sogar es selbst zu bauen. Für den Traum vom Eigenheim nimmt sich der Schwabe viel Zeit, er arbeitet hart und viel dafür und nimmt hohe Schulden auf sich. Das bekannteste Sprichwort des Schwabenlandes ist sicher »Schaffe, schaffe, Häusle baue«. Das ist der Spruch, den die meisten Deutschen mit den Schwaben verknüpfen. Dieses Sprichwort spiegelt auf eine präzise Weise die ausgeprägte Arbeitsmentalität der Region wieder. Es war schnell klar für mich als ich hier her gezogen bin, dass dieses Volk sehr fleißig ist. Es gibt hier viele hart arbeitende Menschen in der Region. Leider sind sie nach meinem Geschmack manchmal viel zu zielstrebig und vergessen dabei ihr Leben zu leben und zu genießen und das hart verdiente Geld einfach auch mal nur für ihr Vergnügen auszugeben. Lustig ist, dass ein wichtiges brasilianisches Sprichwort sich nur durch ein Wort von einem bekannten deutschen Sprichwort unterscheidet. Doch dieses eine unterschiedliche Wort zeigt den großen Unterschied zwischen beiden Kulturen und der Mentalitäten der Bewohner. In der brasilianischen Kultur sagt man, dass man nur in Frieden sterben kann, nachdem man seine Mission auf Erden abgeschlossen hat. Und zwar: Einen Baum pflanzen, ein Kind bekommen und ein Buch schreiben! Die deutsche Version des Zitates das so gut hier ins Schwabenland passt, sagt, dass ein Mensch drei Dinge im Leben tun muss, nämlich ein Kind zeugen, einen Baum pflanzen und Ein Haus bauen. In Brasilien will man das Leben erleben, weiter erzählen und dazu Kunst machen. In Deutschland, besonders in Baden-Württemberg, will man sicher sein und sein Eigentum haben. Geld aus dem Fenster zu werfen um Miete zu zahlen, ist eine Sache, die Schwaben nicht gerne tun. In unserer Region rund um Heilbronn konzentriert sich nicht umsonst die größte Zahl von Menschen, die sparen um ein Haus zu bauen. Viele junge Menschen nehmen schon kurz nach der Heirat einen Kredit in der Bank auf, um das eigene Haus zu bauen und jahrelang abzuzahlen. Wer keinen Bausparvertrag besitzt, wird schräg angesehen. Bausparverträge sind übrigens eine schwäbische Erfindung. Wie soll es auch anders sein? In Brasilien gibt es dieses urschwäbische Finanzierungsmodell für ein Eigenheim erst seit zehn Jahren. Die brasilianische Regierung fördert jetzt auch Sparsamkeit für Wohneigentum. Vor dieser Zeit dachte niemand in Brasilien daran nur um ein Haus zu kaufen Schulden zu machen. Für die Brasilianer war es sinnvoller das Geld in Miete zu investieren und das Leben vom Rest zu genießen. Klar, ich unterstütze nicht, dass man sein Geld nur für das eigene Vergnügen ausgeben sollte und sich gar keine finanzielle Sicherheit für die eigene Zukunft aufbaut aber es damit zu übertreiben nur um ein tolles Haus und Auto zu haben finde ich ebenso unsinnig. Die Schwaben legen Wert auf ein eigenes Häuschen aber dafür gibt es einen Grund. Die Schwaben waren sehr arm, es gab es viele Kleinbauern, die am Rande des Existenzminimums lebten und lernten mit ihren Ressourcen sorgsam umzugehen. Vor allem nach dem Krieg mussten diese tapfer arbeitenden Menschen wieder alles neu aufbauen, was sie verloren haben. Aus dieser Sicht ist es verständlich und bewundernswert, dass ein eigenes Haus hier einen so großen Stellenwert hat. Aber klar, ein Haus ist nicht nur die Realisierung eines Lebenstraum, es ist auch irgendwie eine Belastung. Man muss viel Geld verdienen um ein Haus zu kaufen, danach braucht man Zeit, Mühe und Disziplin. Man macht sich Sorgen darüber wie man die Schulden zurückzuzahlen kann und die Reparatur von Schäden finanzieren soll. Liebe, fleißige Schwaben, die ich euch so bewundere, ich habe einen Rat für euch, einen Tipp von ganzem Herzen. Es wäre schön, wenn ihr noch einen wichtigen Punkt zu dem oben erwähnten Zitat hinzufügen würdet. Eine Sache dürft ihr nicht vergessen, bevor ihr sterbt: Das Leben genießen! Vielleicht solltet ihr einfach öfter in fremde Länder reisen und danach ein Buch oder ein Gedicht über das erlebte und die andersartigen Mentalitäten schreiben. Ich glaube, es würde euch Spaß machen.

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TEXT & FOTOS: PATRICK ORTWEIN

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ARO UND THE WORLD: K APVERDEN G E S C H I C H U N D WA RU FÄ L LT, A N D E R E R D E B L E I B E N T E , K U LT U R M E S L E I C H T D I E S E M T E I L H Ä N G E N Z U Ich schau aus dem Fenster meines Zimmers, in eine Richtung in welcher für gewöhnlich die Spitze eines 2829m hohen Vulkans emporragt. Heute sehe ich nichts. Würde ich meine Hand aus dem Fenster halten, würde warscheinlich selbst diese ihre Sichtbarkeit gegen die Wassermassen einbüßen, die seit heute morgen über den Vulkankrater hereinbrechen. Also sitze ich einfach da, trinke cafe do fogo, rauche... rauche zu viel. Es ist verdammt schwer inmitten eines Vulkankraters an Zigaretten zu kommen, vor allem wenn es regnet. »Es regnet nicht, das ist Land unter, Alter! Klettern läuft heute nicht.« Mustafa ist gemeinsam mit seiner Frau Marissa der Besitzer des Casa Marissaund des Hotel Piedra Bravo. Für ihn bedeutet der Regen nicht nur dass sein Hobby Klettern auf der Strecke bleibt, sondern auch alle Aktivitäten deretwegen Touristen sein Hotel besuchen. Die Weinprobe ausgenommen. Seine Aufgabe besteht heute darin, seinen Kunden zu erklären, warum die geplanten Touren auf den Pico do Fogo, die Spitze des Vulkan der Insel Fogo, nicht stattfinden und die aufgebrachten unter ihnen zu beschwichtigen, ihnen zu erklären warum der Regen der ihren 2-tägigen Aufenthalt ins Wasser fallen lässt für die Bewohner des Cha das Caldeiras so unglaublich wichtig ist. Doch auf Mustafa, den Ort an dem er lebt und die vorherrschenden Lebensbedingungen kommen wir später zurück. Zuvor ordnen wir ein paar Bilder, die wir in Gedanken durchzappen wenn wir an Cabo Verde, die Kap Verdischen Inseln, denken. Ist das nicht irgendwo in Afrika? Welche Sprache spricht man dort, oder von wem wurde es kolonialisiert? Was gibt's dort zu essen? Wir sollen interessantere Fragen stellen?! Ok...Was trinkt man da so? Mythos oder stimmt's das dort die hübschesten Frauen der Welt leben? Warum wird die Touristin da gerade scheinbar willenlos von einem Kap Verdianer Richtung Ausgang getanzt? Tatsache, dass man Surfspots deren Anblick kein Tui-Werbeprospekt der Karibik nahekommt, ganz für sich alleine hat? Ist hier Feiern oder pure, asketische Naturverbundenheit angesagt? Vorneweg: Dies ist nicht der Ort, der sich einer banalen Kategorie oder einem einheitlichen Schema zuordnen lässt. Es ist ein Ort der Kontraste, an dem für jeden etwas dabei ist. Bem-vindo na Cabo Verde Rapassinho! Fangen wir doch mit dem Namen an und der besten Assoziation in dem was ich gerade sehe. Regen. »Das Grüne Kap«. Der Name leitet sich von der Bezeichung as ilhas do Cabo Verde, »die Inseln des grünen Kap«, ab, dem westlichsten Punkt Afrikas, an dessen Stelle sich heute Dakar, die Hauptstadt Senegal's befindet. Diesem Punkt vorgelagert, liegen als eine Willkür der Natur, als Vulkan aus dem Atlanik emporgeschossen, die Kap Verdischen Inseln. Ein Archipel bestehend aus zehn grösseren (davon neun bewohnte) und fünf kleineren Inseln. Üppige Vegetation und Regen, wie der Name vermuten lässt, ist allerdings Fehlanzeige. Seine Trockenheit verdankt die Inselgruppe allem voran der ungünstigen Lage die sie dem trockenen Nordostwind aus der Sahara aussetzt und den Namen paradox, beinahe als Polemik in Hinblick auf die landwirtschaftlichen Bedingungen, erscheinen lässt.

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AROUND THE WORLD: K APVERDEN Etliche Dürreperioden dezimierten die Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg. Die schlimmste wohl zwischen 1773 und 1776 und in den 1940er Jahren, als jeweils beinahe die Hälfte der Inselbevölkerung den Hungertod erlitt. Unzählige Trockenperioden sollten in regelmässigen Abständen folgen und die Menschen in einer stetigen Ungewissheit über den nächsten Ausbleib der Ernte lassen. Wer konnte, flüchtete in schweren Zeiten mit einem Schiff von der Insel, verliess seine Heimat. Wer zurückblieb litt auch nach der Dürre unter den Spätfolgen des Ernteausbleib. Als der Regen nach fast einem Jahrzehnt wieder einsetzte war kein Saatgut mehr da und keine Hilfe der portugiesischen Kolonisatoren in Aussicht. Hungersnöte prägten seit jeher die Geschichte des Landes - sowie die Musik. Michel Montrond ist einer der zeitgenössischen Artisten, der existenzielle Probleme zum Ausdruck bringt. »Si tchuba ben ó ka ben, nos pokus ka ta morré di fomi« (»Ob der Regen kommt oder nicht, wir wenigen werden nicht am Hunger sterben«) ist eines seiner Lieder, in dem er das Lebensgefühl beschreibt und gleichzeitig durch profunde Einfachheit besticht. Vor allem das Wort Sodade, zu deutsch »Sehnsucht», nimmt einen festen Platz in Lyrik und Musik ein. Es ist ein Ausdruck der den Bewohnern immanenten Gefühle, ein Zeugnis der Geschichte, die stets in Verbindung mit Flucht aus dem eigenen Land und der Ferne zur Heimat und Familie steht. Es ist ein Bestandteil der Kap Verdianischen Kultur. Auch heute leben ca. die Hälfte aller Kap Verdianer im Ausland, die meisten in den Vereinigten Staaten. Viele Familien könnten ohne die regelmässige finanzielle Unterstützung der Familienangehörigen im Ausland nicht überleben. Und viele der Bienfaiteur gehören einer Generation von Emigranten an, die ihre Familienangehörigen in der alten Heimat nicht einmal kennen. Ein Land, das offensichtlich nicht belebt werden will. Was es bis zu seiner Entdeckung auch nicht war. Es ist umstritten ob Portugal bereits vor der Ankunft Antonio da Noli's im Jahr 1461 von der Existenz der Kap Verden wusste, fest steht, dass sich der weitere Verlauf in der Hand der portugiesischen Krone befand, für welche der ungünstige Lebensraum nicht von Bedeutung, oder sogar von Vorteil war. Die Kap Verden sollten fortan als Handelspunkt dienen, allem voran für den Sklavenhandel. Später dann als

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AROUND THE WORLD: K APVERDEN Zwischenstation für Schiffe in die Neue Welt. Als erste Inseln wurden die südwestlichen Inseln Santiago und Fogo besiedelt und urbar gemacht. Zuckerrohr und Baumwolle wurde für den Export angepflanzt. Da die meisten europaischen Grundbesitzer ohne Frauen ankamen und sich die Bevölkerung aus geographischer Sicht auf engstem Raum tummelte, kann man sich vorstellen wie es zu einer raschen kulturellen und biologischen Vermischung aus europäischen Gutsherren und afrikanischen Sklaven kam. Die Tatsache jedoch, dass das Land ausschliesslich vom Handel abhängig war und seine Bedeutung diesbezüglich im Verlauf der Geschichte einbüßte, kam der Bevölkerung nicht zugute. Als Portugal schliesslich 1928 in eine autoritäre Diktatur mit faschistischen Zügen geriet, verwahrloste das Land zunehmend aus politischer und wirtschaftlicher Sicht. Die Dürre der 20er und 40er Jahre des 20. Jahrhundert, in welchen Hilfe von Seiten Portugal's ausblieb und die Verschleppung zahlreicher Kap Verdianern nach Sao Tome, wo sie auf Plantagen wie Sklaven gehalten wurden, waren nur einige Gründe warum sich ein Widerstand gegen die portugiesische Unterdrückung forcierte. Die Idee des Kommu167 nismus fand langsam seinen Weg nach Afrika und gab der unstrukturierten Agonie gegenüber ihren Herrschern einen Ausdruck. Hinzu kam dass die Bevölkerung einen neuen Bildungsstatus erlangte und sich in ihrem Selbstverständnis frei von ihrer Vergangenheit, der Sklaverei sahen. Ein Individualitätsgefühl wurde geboren, das in einem Grossteil der Bevölkerung den Wunsch nach Unabhängigkeit weckte. Ein Volk mit eigener Identität, eigener Sprache, nämlich Creole und nicht portugiesisch, das lediglich der Aufmerksamkeit auf die Tatsache bedurfte, dass sie ohne ihren portugiesischen Herrscher besser dran wären. Einer der intellektuellen Kap Verdianer der sein Volk dazu aufrief sich gegen die Herrscher aufzulehnen und für ihre Rechte einzustehen war Amilcar Cabral. Geboren in Mindeloh, auf der Insel Sao Vicente, erlebte er die Dürre in den 1940er Jahren besonders intensiv mit. Er war Mitbegründer der PAIGC, der afrikanischen Partei für die Unabhängigkeit Guinea-Bissau's und der Kap Verden und wurde bekannt durch seine Reden, die von der Nähe zum Volk zeugten, und dadurch dass er die politische Diskussion auf einen internationalen Diskurs anhob und somit auf die eher unbe-

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AROUND THE WORLD: K APVERDEN kannten Länder auch in den Vereinigten Staaten aufmerksam machte. Nach einem Aufstand der PAIGC kam es zum Kolonialkrieg in dem die Partei bereits 1973 grössere Teile des Landes einnahm und eigenständig die Unabhängigkeit erklärte. Offiziell war es allerdings erst 1976, also nach der Nelkenrevolution in Portugal als ein eigenständiges Land anerkannt worden. Amilcar Cabral durfte dies nicht mehr miterleben, er wurde auf mysteriose Weise in Conakry ermordet. Eine Geschichte die die Kultur in besonderem Masse prägt. Denn ein Land das um seine eigene Identität kämpft, ist per se stärker mit dieser verbunden. Dies spürt man auch heute noch. Besonders stark auf jenen Inseln, wo der Tourismus noch eine Randerscheinung darstellt, oder zumindest die Gesellschaftsstrukturen noch nicht in einem solchen Ausmass verändert hat, dass zum Wohl der Touristen die vox populi untergraben wird. Das trifft allerdings nicht auf alle Inseln zu. Als Mittelpunkt des Massentourismus werden vor allem die Inseln Sal und Boavista bevorzugt besucht. Die nordöstlich gelegenen Inseln sind ihrem Ursprung nach die ältesten Inseln und folglich bereits abgeflacht. Landschaftlich kann man also kein Bergpanorama erwarten, besucht werden sie allerdings auch wegen ihren schönen Sandstränden und stellen ein Domizil für Badeurlauber und europäische Ruheständler dar, sowie Windsurfer und Taucher da. Der Lebensstandard sowie die Preise sind ebenfalls europaisch und in den Hotelanlagen kann man sich auch ohne grosse sprachliche Fähigeiten verständigen. Badu ist Kap Verdianer, er hat etwa drei Jahre lang für ein riesiges All-Inclusive Hotel auf Sal gearbeitet. Mit den Touristen selbst hatte er allerdings wenig Kontakt. »Sie sitzen eben im Hotel am Pool und essen den ganzen Tag». Ob sie wohl wissen dass für einen Angestellten in einem solchen Hotel ein Lohn von etwa 120 Euro netto angesetzt wird. Trotz der hohen Lebenshaltungskosten. Wäre es da nicht fair wenn er seinem Frust darüber Ausdruck verleiht? Aber Badu ist da nicht so, er vergleicht sein Glück nicht mit dem Reichtum anderer, ausserdem hat er gerade eine Flasche Grog alleine vernichtet und strahlt übers ganze Gesicht. Er lebt derzeit auf einem Boot in Tarrafal, das Boot eines Franzosen der aufgrund diverser Probleme mit der Polizei zu diesem nicht mehr zurück kann und es vor der Küste an Anker lässt. Denn der Handel mit Drogen ist ein weiteres Exempel dafür was Touristen in diesen Hotelanlagen so alles nicht mitbekommen. Allem voran »Crack« und »Kokain«, das nach dem Prinzip der Preisdifferenzierung so billig angeboten wird, dass es sich sogar die ärmsten unter den Fischern leisten können. Doch darum geht es jetzt nicht, es geht um Badu und SEIN Boot. Wir sitzen zusammen beim Essen. Es gibt Fisch mit Reis, in einer Tomatensauce. Badu ist ein exzellenter Koch. Fisch in allen Variationen. Denn davon gibt es genug. Wir haben bereits gegessen und Badu bastelt eine Kette aus Haifischzähnen, sein kleines »Nebengewerbe« wenn man so will. »Weisst du, jeden morgen wenn ich aufstehe und an Deck gehe, denke ich mir wie verdammt viel Glück ich habe. Ich habe jeden Tag zu essen und schau dich um, leben wir nicht im Paradies Hombre?!« Sich mit wenig zufrieden geben und das Lächeln auf dem Gesicht zu wahren ist eine Charaktereigenschaft der Kap Verdianer die eine Reise zu einer Bereicherung macht. Doch dafür muss man sich Zeit nehmen, mit den Leuten in Kontakt treten und jene Orte besuchen, deren Reiz ihre Authentik selbst ist. Und wo ist Authentik mehr gegeben denn auf einer der zuerst besiedelten Inseln der Kap Verden, wo der Ursprung des Landes das aus dem Ozean schoss omnipräsent ist. Fogo ist genaugenommen keine Insel mit einem Vulkan, es ist ein einziger grosser Vulkan und dessen Erscheinung atemberaubend. Ich reise mit dem Boot von Praia, der Hauptstadt auf der Insel Santiago ab. Die Silhouette in Form eines Kegel sah ich bei gutem Wetter bereits von Tarrafal. Jetzt, auf dem Boot werden die Umrisse klarer, Lavaströme die sich über die gesamte Insel wie Flusslaufe ins Meer ziehen, lassen erahnen dass die Natur hier vor nicht allzulanger Zeit gewütet hat. Und es wieder wird. Wir kommen in Sao Filipe an, der Hauptstadt der Insel Fogo. Die pittoreske Stadt wurde auf Klippen erbaut, die bis zu 50 Meter zu einem schwarzen Sandstrand abfal-

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AROUND THE WORLD: K APVERDEN len. Ich komme am Abend an, die Stadt mit seinen circa 8000 Einwohnern wirkt wie ausgestorben und ich verbringe eine Nacht am Strand. Am nächsten Morgen laufe ich in den Stadtkern, zum mercado municipal. Die Menschenmenge die mir jetzt begegnet lässt die Stadt aufblühen. Am Tage tummeln sich etwa 24000 Menschen in der Stadt, die ihrer Arbeit nachgehen. Frauen die frisches Obst und Gemüse anbieten, Fischer die gerade mit ihren Booten eingelaufen sind und ihren Fang zum Markt tragen und natürlich das übliche Spiel zwischen Männern und Frauen. Die Koketterie ist ein Volkssport und auch dieser muss man ein bisschen Zeit einraumen. Dazwischen zieht es meine Aufmerksamkeit immer wieder zu den alten Kolonialhäusern die an den kopfsteingepflasterten Strassen errichtet sind. Strassen die von Sklaven als Strafarbeit erbaut wurden. Alles in dieser Stadt ist ein Zeugnis von Geschichte. Ich steige bei Mustafa ins Auto und wir fahren aus der Stadt. Schlängeln uns über Serpentinen langsam den Berg hinauf und halten hin und wieder an, wenn ein Passant uns zuruft. »Dam Bulea!« (in etwa: »gib ne Mitfahrgelegenheit!«). Die Ladefläche ist voll, oder vielmehr überfüllt mit Menschen. Einer nach dem anderen springen sie in ihren Dörfern ab, wir sind schon auf über tausend Metern. Die Strasse zieht eine Linkskurve, wir sind nun auf 1400 Metern und vor mir erscheint der Pico do Fogo. Der 2829 Meter hohe Gifpel des Vulkan. Unter ihm erstreckt sich scheinbar ins endlose ein Lavafeld, schwarze Felsbrocken weit und breit, zur linken sehe ich die riesige Bordeirawand die den Cha das Caleiras wie einen Kessel umschliesst. Wir fahren auf einer Strasse die aus Lavagestein erbaut wurde und kommen an den ersten Häusern vorbei. Überall schiessen scheinbar willkürlich Weinreben aus dem Boden. Musti zeigt mir die Adega, wo der lokale Wein hergestellt wird. »Aber im Prinzip macht jedes Haus seinen eigenen Wein, den Manecon». Der Manecon ist ein traditioneller Wein, unfiltriert und in der Regel ziemlich stark. Im Vergleich zum Grog, dem Nationalgetränk der Kap Verden, ein Rum aus Zuckerrohr, jedoch milde und weniger todbringend. Wir fahren an der Kooperative der Bergführer vorbei die Mustafa mitbegründet hat und kommen im Casa Marissa an. Das erste was mir auffällt ist das Lavafeld hinter dem Haus. Alle Hauser scheinen nahe am Lavafeld erbaut zu sein. Mustafa stellt richtig, dass die Lava nahe an den Hausern vorbeigeflossen ist. Es ist die Lava des 1995er Ausbruch. Der Ausbruch der circa 1300 Menschen obdachlos machte. Als die Tiere Alarm schlugen wurden die Menschen aus dem Cha evakuiert, doch Marissas Familie blieb. Und entging dem Unglück nur knapp. Heute leben die Menschen scheinbar ohne Ängste, es ist ihnen nicht anzumerken dass sie an einem Ort leben, dessen immanente Gefahr ihre Existenz jederzeit auslöschen könnte. Im Gegenteil, sie scheinen aus den harten Bedingungen die ihr Umfeld stellt, ihre Lebensgrundlage zu schaffen. Haben eine ansehliche Agrarwirtschaft und kontrollierten Tourismus. Tarzon, ein Bergführer aus dem Dorf, schafft Kunst aus Lavagestein. Konstruktivität aus Zerstörung. Er formt Masken und andere Abbilder aus dem Gestein. Sogar die Strasse die durch Portela und Bangäira, die zwei Dörfer des Cha, läuft, ist aus Lavagestein erbaut. Doch das soll sich ändern. Sie soll asphaltiert werden, auch Strom soll es bald im Cha geben.

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AROUND THE WORLD: K APVERDEN Offiziell dient es dazu den Lebensstandard der Einwohner zu verbessern. Doch die Anzahl der Menschen die sich einen Kühlschrank leisten können oder Bedarf an einer asphaltierten Strasse haben ist verschwindend gering. Es ist nicht nur schade um den Sternenhimmel der seine Leuchtkraft gegen Strassenlaternen einbüßen wird, sondern Wer sich hier umschaut, der weiss was wirklich von Nöten ist. Wasser. Eine ordentliche Wasserversorgung ist nicht gegeben und die Menschen im Cha beziehen ihr Wasser entweder durch die wenigen Tage Regen im Jahr, oder transportieren es hoch. Inoffiziell ist also klar, dass die geplanten Verbesserungen dem Komfort der Touristen dienen. Eine Investition die man anders hätte einsetzen können. Wer an einen solchen Ort kommt, das ist klar, der muss sich den Lebensbedingungen zumindest ein Stück weit anpassen, und sei es nur aus Solidarität den Einwohnern gegenüber. Wer rauhe Natur erleben will, muss auch mit einer holpernden Strasse zurechtkommen, und kann eben keine 100 Liter Wasser am Tag verbrauchen. Eine Streitfrage ist es allemal, fest steht jedoch dass der Reiz an der Natur im Wil170 den liegt, und auch darin dass sie nicht jedem zugänglich ist, sonst könnte man ebensogut eine Seilbahn auf den Pico do Fogo errichten um auch jene hinaufzuschaffen die gerade keine Lust haben zu laufen. Gäste in Musafa's Pension erwartet dennoch ein gehobener Standard und das trotz nachhaltigem Management. »Wir haben fast keine andere Wahl als nachhaltig zu leben«. Auf dem Haus sind Solarpanele die für Warmwasser sorgen, Tanks mit Regenwasser schaffen Wasservorräte. Es gibt ca 4 Stunden Strom am Tag, der mit einem Generator erzeugt wird. Die meisten Touristen haben damit kein Problem, sie stellen sich sogar auf weniger Komfort ein als gegeben ist. Doch Nachhaltigkeit bedeutet auch etwas anderes. Es bedeutet unter anderem, dass Mustafa seinen Angestellten einen angemessenen Lohn zahlt, ihnen einen sicheren Arbeitsplatz bietet. Und das ist auf den Kap Verden nicht immer selbstverständlich. Durch die Gründung der Kooperative wurde ausserdem sichergestellt dass nur lokale Bergführer Touristen führen dürfen, Mustafa vermittelt seine Kunden an diese. »Es ist wichtig dass lokale Arbeit auch vor Ort bleibt, sonst haben wir ir-

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www.facebook.com/memografie

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AROUND THE WORLD: K APVERDEN gendwann eine Invasion von Reiseveranstaltern die ihre Guides mitschicken und dann verdient jeder Geld ausser den Locals. Das kann nicht angehn!« Könnte das die Bedrohung für die Kap Verdianer des 21. Jahrhundert darstellen, ein unkontrollierter Massentourismus der bereits auf Inseln wie Sal und Boavista fest integriert ist? Der eine Bedrohung für Kultur und Lebensraum der Einheimischen darstellt. Wer weiss, fest steht dass ein Volk wie die Kap Verdianer, das um den Aufbau und schliesslich Erhalt seiner eigenen Kultur kämpfen musste und daher per se stärker mit dieser verbunden ist, sich nicht seiner Identität berau172 ben lässt. Denn auch wenn wieder harte Zeiten kommen, ist doch immer irgendwie genug für eine Flasche Manecon, eine Gitarre und einen ausgelassenen Abend da. Und wer kann schon ein Lächeln stehlen.

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KLEINANZEIGEN

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNboARd VIA GRAFIK Uff, Plattfüsse. Anfang September waren wir eingeladen, im Rahmen des STAMP Festivals im Herzen Altonas dieses Haus anzumalen, was für Till Heim und mich sechs Tage lang ganz schön viel Arbeit und Wecker auf halb Acht bedeutete. Entlohnt wurden wir aber nicht nur durch Gutscheine für feinstes Knobibrot sondern auch mit jeder Menge positiver Reaktionen. Die Anwohner lobten, quatschten, knipsten und klatschten. (Fotos von Mirko Reisser) LEo VoLLANd Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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STAMP Festival, Hamburg, 2012

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LESERBRIEFE Liebes HANIX-Team, ich finde euer Magazin gut. Sicher bin ich nicht eure Zielgruppe (Jahrgang 1951) aber umso wichtiger finde ich es zu wissen, wie die Medien sich weiter entwickeln und wie Information heute »geht/stattfindet«. Ich wusste gar nicht wie »toll« Heilbronn ist... Ich bin übrigends über einen Link des Heilbronner Stadtarchivs auf euch gestoßen und habe stundenlang in euren Ausgaben gelesen. Die Beiträge über die Gebrüder Pfeffer, deren Vater ich persönlich kannte (in seiner Metzgerei habe ich eingekauft, er hat das erste Schwäbisch-Hällische Schweinefleisch in der Gegend verkauft) brachten mich auf die Idee, dass das »Kaffee, Milch & Zucker« für euer Magazin ein angemessener Beitrag wäre. WILMA FUCHS, S C H WA I G E R N ein Schwan vorbei schwamm, war ich hin und weg. Ich hoffe, ihr veranstaltet dieses »nichtige Event« auch im nächsten Jahr. Schön auch, dass für das Essen kein Tier sterben musste. FRANk HARtIG, HEILbRoNN Guten Tag ihr Magazinmacher! Sehr interessant fand ich das Interview mit Chris, der in Heilbronn in den Abfallcontainern der Supermärkte nach verwertbaren Lebensmitteln wühlt. Ich finde das beachtlich. Auch wenn ich selbst noch eine Hemmschwelle habe in der Nacht loszuziehen, um es ihm nachzutun. Es sollte mehr Menschen wie Chris geben. Gerade hier im reichen Heilbronn. U t E Vo L L A N d, HEILbRoNN Hallo ihr Unwichtigen, ich habe bei eurem »Falschen Hasenmahl« vorbeigeschaut, weil die Ankündigung im KunstwochenendeFlyer mich neugierig gemacht hat. Ich muss sagen, ich bin froh, dass ich mir den Besuch nicht gespart habe. Zum erstenmal überhaupt war ich unten auf der Insel-Spitze. Eine neue Ecke Heilbronns, die ich da für mich entdeckt habe. Tolle Reden, hübsche Hasenkostüme und ein Ambiente wie in Südeuropa. Als dann noch während Heinrich Brummacks »Hasenklage« Sehr geehrte HANIX-Redaktion! Seit der ersten Ausgabe verfolge ich als Exil-Unterländer euer Medium und bin beeindruckt von der Konstanz und der Güte der Beiträge. Egal ob filmisch, fotografisch oder textlich: Ihr schafft es ein gleichbleibend hohes Niveau abzuliefern. Und ihr tut der Stadt und der Region sicherlich gut. M At S H E U E R , MüNCHEN

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IMP R E S S U M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Kastanienweg 12 74080 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Jeckle, Maria Sanders, Sascha Wartha, Leo Volland, Peter Wanner (Stadtarchiv Heilbronn), Marc Oliver Olschewski, Patrick Ortwein, Uwe Gramlich, Leonore Welzin, Parthena Iakovidou E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka (Leitung), Sarah Fischer, Stefan Dittrich, Kris Rampmaier, Ben Sommerfeld, Lisa Marie Klotz, Nicolai Köppel Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kühnle, Lisa Bürg, Meli Dikta Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer, Via Grafik Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales HETTENBACH GMBH & CO KG WERBEAGENTUR GWA Werderstraße 134 74074 Heilbronn: Jessica Zippan Telefon: 07131 - 79 30 121 Fax: 07131 - 79 30 229 Mail: zippan@hettenbach.de www.hettenbach.de www.hanix-mediadaten.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen. FüR UNtERWEGS HANIX gibts auch für iPhone oder iPad über die kostenlose »keosk«-App im Appstore.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Das Zukunftsprojekt des Jahres 1897: Die Kramstraße wurde von der Kilianskirche aus bis zur Allee verlängert, wobei etliche Häuser an der Präsenzgasse abgerissen werden mussten. Die Arbeiten dafür begannen am 1. März 1897. Eine Woche später starteten die Arbeiten für die Straßenbahn, die durch die neue Straße fahren sollte. Nur zwei Wochen später erhielt diese aus Anlass des 100. Geburtstags von Kaiser Wilhelm I. den Namen Kaiserstraße. Am 7. Mai feierte Heilbronn den Durchbruch der Kaiserstraße, und am 29. Mai - knapp drei Monate nach dem Beginn der Bauarbeiten! - fuhr die erste Straßenbahn vom Bahnhof zur Harmonie. Dort fand die große Kunst-, Industrie- und Gewerbeausstellung statt, die den Anstoß zu diesem Projekt gegeben hatte. Am selben Abend - dem 29. Mai 1897 - wurde auch der Ratskeller eröffnet. Und 18 Tage später fand die nächste Einweihung statt: Die Straßenbahnlinie vom Krankenhaus an der Paulinenstraße aus durch die Sülmer-, Fleiner- und Wilhelmstraße bis zur Südstraße. Im selben Jahr fiel auch noch der Beschluss zum Bau der Eisenbahnverbindung zwischen Südbahnhof und Hauptbahnhof durch den LerchenbergTunnel und zum Bau der Oststraße. Der Text und das Bild wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Weitere Einblicke in die Geschichte der Stadt gibt es auf www. stadtarchiv-heilbronn.de und im neuen Haus der Stadtgeschichte (Otto Rettenmaier Haus, Eichgasse 1). 

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Der Durchbruch der neuen Kaiserstraße zur Allee; 1897

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V E R A N S TA LT U N G E N IM OKTOBER Oktober Oktober Sülmerstraße 2. Oktober Heilbronner Hafenmarkt Mobilat Who the fuck Who the fuck is Roman Flügel? Keine drei Wochen nach dem 3 jährigen whothefuck Jubiläum, gibt's ein weiteres Bonbon: Roman Flügel. Produzent, DJ und Musiker seit 20 Jahren - genau das beschreibt den gebürtigen Darmstädter Roman Flügel ziemlich genau. Zusammen mit Jörn Elling Wuttke rief er Projekte wie u.a. »Alter Ego«, »Sensorama« oder »Acid Jesus« ins leben, Superhits wie »Rocker« entstanden. Sowohl unter Pseudonymen wie »Soylent Green«, »Roman IV« oder »Eight Miles High« als auch unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlich Roman bis heute hochqualitativen Sound. Unter anderem 2004 den Track »Geht's noch?«. 2011 erschien dann auf dem Hamburger Imprint DIAL dann das Album »Fatty Folders«, welches ohne Übertreibung als Future Classic bezeichnet werden kann. Wie auch Roman ist der zweite Gast Manuel Raven des Öfteren im Robert Johnson zu hören und wird gemeinsam mit Candy Pollard für die passende musikalische Einstimmung sorgen. Auf Floor 2 spielen die Neu-Berliner (ehemaligen Frankfurter) Patrick K & Julian Chenaux... Einlass 22 Uhr - Eintritt bis 23 Uhr 7 EUR, danach 9EUR Rund 40 Töpfer erwarten die Besucher beim traditionellen Heilbronner Hafenmarkt. Die Töpfer bieten ein großes, vielfältiges Angebot an Haushalts- und Gartenartikeln an. Zugelassen sind nur Töpfer, keine Händler. Alle Ausstellungsstücke sind handgefertigt. Die Töpfer reisen aus dem gesamten Bundesgebiet an. Der Hafenmarkt kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Bereits 1487 wurden auf dem Hafenmarktplatz, der durch die »Hafner« (Töpfer) seinen Namen erhielt, Töpferwaren verkauft. In der Marktordnung von 1487 wurde den Hafnern dieser Platz zum Verkauf ihrer Waren zugeteilt. Bis zum 2. Weltkrieg wurden auf diesem Platz regelmäßig Töpferwaren verkauft. 1988 wurde der Markt einmal jährlich am ersten Oktoberwochenende wieder eingeführt und somit die Tradition fortgesetzt. Der Töpfermarkt präsentiert sich in der Sülmerstraße, zwischen Kaiserstraße und K3, in einer großen Vielfalt und mit einem großen Artikelangebot. Auch der Hafenmarktturm ist geöffnet und bietet eine tolle Aussicht auf Heilbronn und die Umgebung. Er kann kostenlos bestiegen werden. Öffnungszeiten: Freitag, Samstag 10 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr 

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VER ANSTALTUNGEN: OKTOBER 5. Oktober Mobilat Dub It ! Conscious Hifi at the Controls Deep Roots, Dub and UK Steppers with Heavy Bass, Echo and FX! Live: Yedidjah (Singjay/Bonn) Conscious Hifi So wake the town and tell the people! Start: 22 Uhr - Eintritt: 5EUR Aktionsstände und Kinderprogramm sowie Tiere auf dem Gelände machen den Besuch des Botanischen Obstgartens zum Erlebnis für Jung und Alt. Viel Wissenswertes erfahren Besucher bei einer Führung durch den Obstgarten. Öffnungszeit: 11 - 17 Uhr Oktober Kaffeehaus Hagen Theaterfreispiel: Vagina-Monologe Über 200 Frauen und Mädchen, Singles, Ehefrauen, Lesben, Professorinnen, Arbeiterinnen, Schauspielerinnen und Prostituierte, wurden von Eve Ensler zu ihrer Vagina befragt. Was würde deine Vagina anziehen? "Ein Abendkleid." Was würde sie sagen? "Umarme mich." Die "Vagina-Monologe" sind eine kunstfertige kleine Anregung zur weiblichen Selbsterkenntnis, eine liebevolle Aufforderung an alle Frauen, den eigenen Weg zur Lust zu finden. Peinlich, obszön, anstößig?? Nichts von allem trifft zu. Das Stück besticht durch befreienden Humor und entwaffnender Offenheit, durch Mut, Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft. Am New Yorker Broadway waren die "Vagina-Monologe" ein Riesenerfolg und traten dann ihren Siegeszug auch durch die deutschen Theater an. Start: 20 Uhr - Eintritt: 15 EUR Oktober Cafe & Bar Daneben / Complex 23 Lesung Jan Off Jan Off (* 1967 in Braunschweig) ist ein deutscher Trashund Punk-Autor. Er machte 1986 das Abitur und heiratete. Nach dem Zivildienst folgten Scheidung und Studium. Er begann zu schreiben und wurde in der Poetry- und Social Beat-Szene bekannt und im Jahre 2001 deutscher Meister bei den Poetry-Slam-Meisterschaften in Düsseldorf. In den letzten Jahren tourte er u. a. mit Kollegen wie Lee Hollis, Philipp Schiemann und Johannes Finke durch Deutschland und im Auftrag des Goethe-Instituts durch halb Europa. Gelegentlich schreibt er für die taz. Seine Werke erscheinen zumeist im Mainzer Ventil-Verlag. Sein Romandebüt Ausschuss wurde im Lautsprecherverlag aufgelegt. Start: 20:30 Uhr Oktober Botanischer Obstgarten Herbstmarkt Kleines Jubiläum beim Herbstmarkt: Zum 10. Mal veranstaltet der Förderverein Garten- und Baukultur Heilbronn an zwei Tagen diesen beliebten Markt mit heimischen Produkten. Das Angebot an hochwertigen Lebensmitteln und weiterverarbeiteten Produkten wird durch Baumschulware, Kräuter und Floristik ergänzt. Ein letztes Mal vor der Winterpause können im Hofladen Blumensträuße und Kränze aus Material des Obstgartens erworben werden. Oktober Mobilat SLEEPWALKER DnB pres. RIDERS ON THE STORM : REDEMPTION »...Samstag Nacht, der Erdball dreht sich unbeirrt weiter. Die Woche war ermüdend und monoton. Es ist Zeit sich

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VER ANSTALTUNGEN: OKTOBER von allen negativen Zwängen zu befreien und mit Gleichgesinnten zu feiern als ob es kein Morgen gäbe. Diese Stimmung, dieser Vibe... »ich suchte das Besondere und fand mich im Schoß der Riders selig wieder...« RIDERS ON THE STORM geht in die nächste Runde. Unter dem Motto REDEMPTION ist es an der Zeit Danke zu sagen für den Zuspruch den dieser Event erfährt. Bei der Planung bezüglich des WARM UPS stellte sich die Frage: vernachlässigen und alles in die PRIME TIME buttern oder Qualität schon zu früher Stunde. Als sich dann ein hochgeschätzter Kollege aus dem wunderschönen Heidelberg spontan bereiterklärte sich diesem Unterfangen anzunehmen hatte sich die Antwort in Windeseile erledigt. DJ RIVAL (WOODBASS/HEIDELBERG) wird sich ab 23:00 um einen gelungenen Start in die Nacht der Nächte kümmern. JANO P (Me 2 You Crew) & ASHLEY AAMES (Sleepwalker DnB) geben erneut ein treibendes b2b Set zum besten und als Verstärkung wird die beiden SABRINATION(BASSWERK/HEIDELBERG) am Mic begleiten. Aktueller Track »STARVING« auf beatport erhältlich. Der Act, den der zweifelsfrei längste Weg zu uns ins Mobilat zurücklegt ist diesen Samstag REAVER (XEX AUDIO/PORTSMOUTH/UK). Er teilte die Bühne schon mit illustren Künstlern wie z.B. DANNY BIRD, BROOKES BROS, DJ HYPE, NOISIA, ORIGINAL SIN, BLAME um nur einige genannt zu haben. Sein aktueller Tune »ORBIT« wurde über XEX AUDIO released und ist auch über beatport.com erhältlich. Und auch dieses mal heißt es wieder...ME2YOU CREW inside!!! So ziemlich direkt nach der allseitsbeliebten Radio Show E-SCALATION auf www.dnbradio.com ( jeden Sa. 14 - 17 Uhr ) heißt es für ROLLIN G, JULEZ & MC MASO ab ins Mobi und Abfahrt! Also kommet zahlreich und feiert mit der Familie. Start: 23 Uhr - Eintritt: 6EUR Oktober Heilbronner Innenstadt Jazz & Einkauf Zum 18. Mal präsentiert die Stadtinitiative Heilbronn als Veranstalter aktuelle Musikstars der Jazz- und Pop-Szene. Die Heilbronner Innenstadt zwischen Wollhaus und dem Theaterforum K3 und auf der Möbelmeile in HeilbronnBöckingen bietet am Sonntag die angenehme Kombination von Unterhaltung und Einkauf. Man kann bei Musik international renommierter Bands und Musiker entspannen und genießen. Vier Veranstaltungsbühnen in der Innenstadt bieten ihnen je nach Lust und Laune alles von einem gemütlichen Einkauf mit Hintergrundmusik bis zum Nachmittags-Chillout. Aber auch in einigen Seitengassen können bezaubernde Duos oder Trios ganz nah erlebt werden. Die musikalischen Highlights dieses Jahr sind sicherlich Curtis Stigers (USA), eine Ikone des entspannten Jazz, und das Sextett Les Yeux d´la Tête (Paris), die auf der Francopholie begeisterten.  LES YEUX D'LA TÊTE nehmen die Zuhörer mit auf eine ganz besondere musikalische Reise. Die sechs Musiker aus der Seine-Metropole, schier platzend vor Energie und Spielfreunde, entführen in die Spelunken Paris', in die ganz eigene Untergrund-Welt der Metrostationen, aber auch an die Ufer der Seine oder auf eine Hochzeit in Osteuropa. Ob Sinti-Swing, französischer Chanson, poetischer Punk oder Jazz, LES YEUX D'LA TÊTE

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VER ANSTALTUNGEN: OKTOBER bedienen sich, ähnlich den HURLEMENTS D'LEO oder LEOPARLEUR, unverkrampft verschiedenster musikalischer Einflüsse, und sind mit diesen beiden Bands durchaus vergleichbar. Sie erzählen eindrucksvoll und sensibel von den Themen des Alltags - von Liebe, Freude und Spaß am Feiern und über die ganzen Verrückten da draußen, die uns tagtäglich begegnen. Mal himmelhoch-jauchzend auf dem Tresen einer Bar tanzend, mal betrübt am Seine-Ufer sitzend, erzeugen sie eine mitreißende farbenfrohe Atmosphäre, die ein unvergessliches Konzerterlebnis verspricht. Wie auch in den vergangenen Jahren bietet der Marktplatz die Symbiose aus der gesamten Veranstaltung. Hier kann der Besucher sich bereits ab 11 Uhr auf die Veranstaltung einstimmen mit Köchen aus der Region, Wein und Sekt, Bier und einer Vielzahl alkoholfreier Getränke, Törtchen und Kaffee. Dazu bieten die Einzelhändler eigene Aktionen und Programme in ihren Häusern an. Start: Die Geschäfte haben von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.  Allee Karlstraße Hafenmarktpassage 13.00 - 18.00 Uhr Jazzed - Piano, Saxophone, Gesang Marquard - Piano, Trompete, Gesang ....... Trio - ... Oktober Red River Konzert Mojomatics & Liquid Kitty British Invasion meets Hillbilly, Country-Folk, R&B, Garage Blues and 60s Punk aus Venedig (Italien). 13.00 - 17.30 Uhr                      Matteo Bordin und Davide Zolli aka The Mojomatics geLes Yeux d'la Tete hören mit Sicherheit zu den besten europäischen Bands der letzten Dekade. the MOJOMATICS are only two fellas, Fleiner Straße (Wollhaus) but since they CAN write good, catchy, hummable, drinka13.30 - 17.30 h ble songs, the third guy can go fuck himself. Part 60's psyJenny Boneja & the Ballroomshakers che-rock, part dirty-ass blooze, part hook-heavy Britrock, these L'Italia cool cats are big on charm and chime and not Marktplatz nearly as lo-fi as 2-man gutbucket rock-slop usually gets. 13.00 - 15.00 Uhr  Add some blazing harmonica action, a little stray cat strut, Curtis Stigers some string ties and wraparound shades, and you've got it, 15.30 - 18.00 Uhr daddy-o, the most happening two-man party machine since 4spiel5 the Hunch's evil twin brother crawled outta the swamp. And we all know how much fun that was. Liquid Kitty is T h e a t e r f o r u m K 3             a four-piece Rock'n'Roll-Band from Germany founded in 13.30 - 17.00 Uhr 2008. 2010 the band released their first album »The SweeFunky Pepperoni test Pet In The World«. 2012 they released a 12«-Split. One is playing piano. One is playing guitar. One is playing bass. K i r c h b r u n n e n s t r a ß e        One is playing drums. 13.30 - 17.00 Uhr Start: ca. 21 Uhr - Eintritt: 7EUR Südklang Kiliansplatz

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VER ANSTALTUNGEN: OKTOBER 12. Oktober Bukowski Tonsport Die Tonleiter rauf und runter gespielt wird im Elektronischen eher selten, dass Techno trotzdem niemals monoton wird, dürfte jeder Anhänger dieser Gangart wissen. Auch, dass es oft die tiefen Töne sind, die dich irgendwann auf die Tanzfläche zwingen. Und dass man sich dort gerne mal völlig verausgabt, weiß jeder, der mal im Bukowski war. Auch heute Nacht rechnen wir mit großem Sport, wenn die Tonsport-Buddies Vladimir Corbin und Der Peddy unsere Regler übernehmen. Matthias Engelmann wärmt Euch erst behutsam auf und beweist sich dann als Ausdauersportler. Und was macht Eure Kondition? Start: 23 Uhr Oktober Café Wilhelm 11. Poetry Slam Nach der Sommerpause meldet sich das Popbüro Heilbronn-Franken mit dem nunmehr 11. Poetry Slam zurück! Wie im Herbst gewohnt in der schnuckligen Atmosphäre des Café Wilhelm (Schützenstraße 16). Die Macher garantieren wie immer ein ansprechendes Line-Up und einen superben Special-Guest. Moderieren werden Philipp Herold und Nigges Groschke. Einlass: 19 Uhr - Eintritt 5EUR (nur an der Abendkasse) Oktober Wüstenrot Sternennacht in Wüstenrot 18. Oktober Wohin man das Fernrohr auch richtet, der Himmel ist übersät mit Tausenden und Abertausenden von Sternen. Seit der Astronom Galileo Galilei als erster Mensch sein Fernrohr auf das schimmernde Band der Milchstraße richtete, hat die Beobachtung des Himmels unzählige Menschen fasziniert. In den Löwensteiner Bergen bietet die Sternwarte an (anlässlich des Internationalen Jahrs der Astronomie) unter idealen Beobachtungsbedingungen, einen Blick durch die Teleskope zu werfen und den Sternenhimmel fern der Lichtverschmutzung zu genießen. Der Beobachtungsplatz ist das »Greut«, eine abgelegene Anhöhe zwischen Wüstenrot und Vorderbüchelberg, die gut mit dem Auto erreichbar ist. Weit abseits von störenden Straßenlaternen und Dunstglocken beginnen die Beobachtungen mit der Abenddämmerung und dauern die ganze Nacht. Eigene Ferngläser oder ein Fernrohr können zur Beobachtung gerne mitgebracht werden.  Start: 20 Uhr bis 23 Uhr, Kostenlose, öffentliche Beobachtungsnacht, die nur bei klarem Himmel stattfindet. Info unter www.sternwarte.org Theaterschiff Rainer Moritz »Die Bücher, die Liebe und Heilbronn« - Lesung Wer wie Rainer Moritz in Heilbronn geboren wurde, seine ersten Lektüren der Stadtbücherei Heilbronn verdankt, als Schiedsrichter Schrecken auf Hohenloher Fußballplätzen verbreitete und heute das Literaturhaus Hamburg leitet, kann wohl nicht anders, als Bücher über Heilbronn und die Literatur zu schreiben. In "Ich Wirtschaftswunderkind" und "Heilbronn und Umgebung" hat er seiner Heimatstadt ein literarisches Denkmal gesetzt und die Gegenwart und Vergangenheit Heilbronns miteinander verschmolzen - auf amüsante und nachdenkliche Weise. Seit 2009 schreibt er auch Romane. Sein aktueller spielt in Südtirol und ist ein Liebesroman. Rainer Moritz liest aus "Ich Wirtschaftswunderkind", "Heilbronn und Umgebung", "Die Überlebensbibliothek" und seinem neuen Roman "Sophie fährt in die Berge".  Start: 20 Uhr - Eintritt 12 EUR

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VER ANSTALTUNGEN: OKTOBER 26. Oktober Bukowski Lebe, Liebe & Tanze Auch dieser musikalische Werdegang beginnt im Kindesalter: Erst in der »Mini-Playback Show«, dann über acht Jahre lang Schlagzeug in einem Orchester - kein unbedingt typischer Weg für einen DJ. Und dennoch: Um die Jahrtausendwende beginnt Maximilians Interesse an elektronischer Musik zu wachsen. Als Begründer der DrangNachKlang-WebTV- Show auf electrosound.tv und seiner eigenen Veranstaltungsreihe in Stuttgart sowie als rastloser DJ ist er seitdem unterwegs. Er reist gerne und konnte dieses Jahr schon Bookings in London, Ibiza, Hamburg, Berlin, Leipzig, Jena und einigen weiteren Städten verzeichnen. Sein frischer Sound hebt sich vom Standard-TechHouse ab. Immer geladen mit Dynamik & Groove, anfangs gern deeper, dann treibender und immer im Takt der Crowd, dabei stets mit ganz eigener Note! T-WATCH und Maurice sorgen für den Rest, also kommt, lebt, liebt und tanzt! Start: 23 Uhr Oktober Jazzclub Cave61 Luis Perdomo Trio Die meisten kennen Luis Perdomo vor allem als funkensprühenden Pianisten in der Band von Ravi Coltrane. Ein Vulkan an den schwarzweißen Tasten, der neben den Einflüssen seiner Heimat Venezuela auch das Erbe großer Vorbilder wie Bud Powell, Oscar Peterson sowie McCoy Tyner pflegt und dabei ständig nach neuen, bislang ungespielten Strukturen sucht. Nun zeigt sich Perdomo, einer der begehrtesten Sidemen des Business (Miguel Zenón, Alice Coltrane, Jerry Gonzalez, John Patitucci, Brian Lynch, David Sanchez, Ray Barretto, Dave Valentin, Jane Bunnett), erstmals mit eigenem Trio. An seiner Seite: sein österreichischer Langzeit-Partner Hans Glawischnig am Bass sowie Jonathan Blake an den Drums.Wer den unmittelbaren Moment erleben will, in dem Musik entsteht und ihre volle Farbenpracht entfaltet, der darf dieses hinreißende Trio auf keinen Fall versäumen.  Start: 21 Uhr - Eintritt: 18 EUR, Abendkasse 25 EUR

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D I E N Ä C H ST E AU SGA B E H A N I X E R SC H E I N T A M 3 1 . O KTO B E R