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Nº 33 2014 IM GESPRÄCH: MARC SCHNATTERER DER GEBÜRTIGE HEILBRONNER MARC SCHNATTERER MISCHT MIT DEM 1. FC HEIDENHEIM AKTUELL DIE 2. BUNDESLIGA AUF. DER OFFENSIV- SPIELER FÜHRT DIE SCORERLISTE DER LIGA AN. WIR TRAFEN DEN FUSSBALLPROFI IN SEINEM STADION. AUSSERDEM: SIMON REINHARDT, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, WSP ENTERTAINMENT, PORSCHE MIT E-MOTOREN, HERMANN HESSE, SÜDKLANG, ME2YOU, ROBERT MAYER, VATER-KOLUMNE, HEITLINGER HOF, HEILBRONNER STUDI, ASIA-NOY, U. V. M. Nº 33 2014 IM GESPRÄCH: MARC SCHNATTERER DER GEBÜRTIGE HEILBRONNER MARC SCHNATTERER MISCHT MIT DEM 1. FC HEIDENHEIM AKTUELL DIE 2. BUNDESLIGA AUF. DER OFFENSIV- SPIELER FÜHRT DIE SCORERLISTE DER LIGA AN. WIR TRAFEN DEN FUSSBALLPROFI IN SEINEM STADION. AUSSERDEM: SIMON REINHARDT, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, WSP ENTERTAINMENT, PORSCHE MIT E-MOTOREN, HERMANN HESSE, SÜDKLANG, ME2YOU, ROBERT MAYER, VATER-KOLUMNE, HEITLINGER HOF, HEILBRONNER STUDI, ASIA-NOY, U. V. M.

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2011 M R Z 2012 2012 2013 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE 2011 2012 2012 2013 2011 2012 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES aktuelle Informationen zum Kometen Ison 2013 2011 2012 JULI 2012 2012 2013 JUNI JULI 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. 2013 2012 2012 2013 2013 „FOREVER YOUNG“ ALPHAVILLE Nº1 E N E R G I E DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR B I L D U N G BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST Nº1 Nº2 Nº2 teilt, eilt, Nº3 IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN weilt, heilt. Z E I T VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANT- WORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN Nº4 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBER- BÜRGERMEISTER EXKLUSIV IM INTERVIEW: HELMUT HIMMELSBACH 1899 HOFFENHEIM-COACH IM GROSSEN INTERVIEW HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND URBAN-ART: KÜHE MELKEN. DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR GEFÄHRLICHER EINSATZ: SORGT MIT SEINER DER HEILBRONNER URBANEN KUNST FÜR MATTHIAS MARQUART HAT AUFMERKSAMKEIT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES DER KÜHLSCHRANK VON...: LAND VORGEFUNDEN. PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. A R M U T R E B E L L I O N Nº3 Nº4 Nº5 Nº5 Nº6 Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WOR- AUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPER- TEN AUS UNTERGRUPPENBACH INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK Nº6 Nº7 Nº7 HIER SIND DIE Nº4 Ausländerä Nº8 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIK- MUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº8 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VER- ANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHS- VOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. Nº9 JUNI FUSSBALL HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATE- BOARD-DOWNHILL- MEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜD- AFRIKA IN DIE LÖWEN- STEINER BERGE ZURÜCK Nº9 Nº10 Nº10 KINDER Nº11 Nº12 Nº13 2012 Nº14 Nº15 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUS- STELLUNG. ESSEN & TRINKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNG- SOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SCHAFFE, SCHAFFE HÄUSLE BAUE! IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAM- KEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN WIRTSCHAFT PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT IM GESPRÄCH: TED BAUER DER HEILBRONNER VERTRITT JAMES GILL, EINEN DER GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT JUGEND BABEL WORLD: DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº11 Nº12 Nº13 Nº14 Nº15 Nº16 MÄRZ Nº17 APRIL Nº18 Nº19 Nº20 IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT HANDARBEIT AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZ- WEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER WOHLFÜHLEN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK AUTO NECKAR: MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN IM GESPRÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KUNSTREGION: STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE Nº16 Nº17 Nº18 Nº19 Nº20 Nº24 Nº23 IM GESPRÄCH: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 IM GESPRÄCH: EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH »ZEIT, SICH EINZUMISCHEN« KUNSTREGION: HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES MEINE PLATTENKISTE: SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELAN- CHOLISCH BRIEF AN DIE HEIMAT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN HIMMEL FOTOSTRECKE: CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº21 Nº22 Nº23 Nº24 Nº25

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MÄRZ 2014 2014 IM GESPRÄCH: EX-PROFI ANKE HUBER IST SPORTLI- CHE LEITERIN DES PORSCHE TENNIS GRAND PRIX IN STUTTGART. WIR TRAFEN DIE EHEMALIGE NUMMER 4 DER WELT, UND SPRACHEN ÜBER EXTRAVAGANTES INTERIEUR IHRES ERSTEN PORSCHE, DIE LUSTLOSIG- KEIT INTERVIEWS ZU GEBEN UND WIE SIE DIE AKTUELLEN SPIELERINNEN DOCH DAZU ÜBERREDET. APRIL 2014 2014 AUSSERDEM: WHO THE FUCK SIND »WHO THE FUCK«?, STREETPHOTOGRAPHY AUS NEW YORK, EINE STEILGEHENDE HEILBRONNER FACEBOOK- GRUPPE, GLOCKEN-GIESSEN, EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS AUSTRALIEN, EINE HEILBRONNER ABITURKLASSE VON 1922 UND VIELEM MEHR … 2014 2014 Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 JUN/JUL IM GESPRÄCH: TV-MODERATORIN UND AUTORIN KATRIN BAUERFEIND ÜBER ZEUGEN JEHOVAS, SCHWÄBISCHE LIEBLINGS- WÖRTER UND RAUCHERCAFÉS IN HEILBRONN t HEMEn SCHWERPunkt: Marketing STADTOBERHAUPT KULTURBEUTEL: MUSIKKOFFER: RALPH UND ALEXANDRA MUNZ ROCKSTAR UND FUSSBALLFAN ÜBER DIE BEVORSTEHENDE THEES UHLMANN ÜBER SEINE SCHLIESSUNG DES HIP ISLAND, LIEBE ZU ST. PAULI, EINEN STECKER ZIEHENDE BÜRGER- GUTEN RUF IN SCHLECHTEN MEISTER UND IHRE STRANDBAR KREISEN UND OMAS AN DER ALS WAHLKAMPFTHEMA SUPERMARKTKASSE Studieren IM GESPRÄCH: DIE WaHlHaMbuRGERIn CÄtHE touRt ab FEbRuaR DuRCH DEutSCHlanD. WIR SPRaCHEn voRab MIt DER SÄnGERIn übER SCHIzo- PHREnIE, anStREnGEnDEn PERFEktIonISMuS unD DaS anGEkoMMEnSEIn auSSERDEM: lECkERE buRGER, EInblICk In EInE MoSCHEE, FotoauS- StEllunG von lauREnz bERGES, MEtIn FRoGt naCH, HEIlbRonnER FIFFIS, EIn bRIEF auS MExICo, knoRR- FuHRPaRk von 1905 unD vIElEM MEHR Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 Nº30 Nº 31 Nº 32 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM GESPRÄCH: UNSER HEILBRONNER LIEBLINGSKÜNSTLER STEFAN DITTRICH IST NACH BERLIN GEZOGEN, UM SEIN GLÜCK ZU FINDEN – SEINE FREUNDIN SPRACH MIT IHM FÜR UNS ÜBER SEINE BRANDNEUE SOLO-CD AUSSERDEM: FORMULA STUDENT AM HOCKENHEIMRING, KRIMI- AUTORIN HENRIKE SPOHR, BURGER 53, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS GEORGIEN, NICOLAI KÖPPELS VATER- KOLUMNE, JUNGWINZERN, DEM BIERKRUG, U. V. M. IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN Nº31 Nº32

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In Kürze erhältlich BEST OFFF INTERVIEWS Watch out for details Die zweite Best Offf-Ausgabe. Wieder Offfline! Release-Parties am 31.10. und 29.11.2014 im Tanzhaus Heilbronn, Badstraße 48.

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EDITORIAL »Die Party ist scheiße. Wenn ich meine Hose finde, gehe ich.« (Unbekannt) Liebe Leserinnen, liebe Leser, kurz bevor all die Feierlichkeiten zum Jahresende beginnen, widmen wir uns diesmal dem Thema »Feiern« schwerpunktmäßig. Dabei ist dies beileibe keine reine Partyausgabe. Natürlich haben wir Partyprofis getroffen. Die Jungs vom Heilbronner Elektroprojekt Südklang, die sich in atemberaubendem Tempo bereits weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen als DJs und Veranstalter gemacht haben. Inzwischen produzieren die Vier auch und demnächst ist ein Label geplant. Die Me2You-Crew steht für Drum and Bass und positiven Feiervibe. Mitglied Ashley Aames schreibt aus der Innensicht über die Anfänge und die aktuelle Entwicklung. Außerdem sprachen wir mit Michaela Ruof vom Heilbronner Kulturamt. Ruof hat die Organisation für die Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Robert Mayer mitverantwortet. Eine edle Adresse haben wir für Hochzeits- oder Geburtstagsfeierlichkeiten aufgetan. Wir haben bei der Eröffnung des Hotels Heitlinger Hof in Östringen-Tiefenbach vorbeigeschaut. Für unser Interview des Monats sind wir in die schwäbische Ostalb gefahren. Dort sorgt der gebürtige Heilbronner Marc Schnatterer als Kapitän, Publikumsliebling und Integrationsfigur des Zweitligaaufsteigers 1. FC Heidenheim für fußballerische Furore. Derzeit gibt es keinen gefährlicheren Spieler in der 2. Fußballbundesliga. Wir sprachen mit dem 29-jährigen über seinen neuen Rentenvertrag, die Rolle als Star der Mannschaft und die Lieblingsfarbe seines Trainers Frank Schmidt. Die Buga wird ein Thema sein, das uns in den nächsten Jahren begleitenn wird. Seit einigen Wochen sieht man auf dem ehemaligen Fruchtschuppengelände Bagger und LKWs fahren. Erdmassen werden bewegt und alte Schiffe ausgegraben. Unsere Fotografin Meli Dikta hat einen Buga-Rundgang fotografisch festgehalten. Baustellenromantik! Das Heilbronner Raplabel WSP sorgt im nationalen Hip-Hop-Geschäft für Aufsehen. WSPs Beatmacher und Rapper stürmen die Charts und machen auch viral mächtig Wind. Wir luden Labelchef Michael »Ed« Brähne in unsere Redaktion zum Interview ein. Ein Gespräch über das Tour-Leben, die alte Heilbronner Hip-Hop-Schule und die Schwierigkeit in Heilbronn geeignete Mitarbeiter zu finden. Zu guter Letzt möchten wir noch in eigener Sache etwas loswerden. Mitte November erscheint die nächste gedruckte HANIX-Sonderpublikation. Die besten Interviews aus 32 Ausgaben haben wir für euch zusammengetragen. Das Heft wird an circa 1000 Auslagestellen im Heilbronner Stadt- und Landkreis ausliegen. Wer sich umsieht, dürfte es nicht übersehen. Im selben Zuge und dem Themenschwerpunkt gebührend, dachten wir uns, dass es wieder Zeit wäre zu feiern. Zweimal. Am 31. Oktober und am 29. November feiern wir im TANZHAUS (Badstraße, Heilbronn) mit guten Leuten, guter Laune und guter Musik. Wir laden jeden und jede herzlich ein, mit uns zu feiern! DIE HANIX-REDAKTION Mischt die 2. Liga ordentlich auf: Niemand ist aktuell in der 2. Liga gefährlicher. Der Heilbronner Marc Schnatterer sammelte bereits zwölf Scorerpunkte und steht mit dem 1. FC Heidenheim gut FEIERKATER: Wer feiern kann, kann auch ausschlafen. So das Motto in unserem Team. Den Titel-Aufmacher illustrierte Kathrin Leisterer in gewohnt kreativer Art für uns. Ob sie bereits eine Vision von uns nach den beiden nächsten HANIX- Parties Ende Oktober und Ende November hatte?

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº 33 2014 IM GESPRÄCH: MARC SCHNATTERER DER GEBÜRTIGE HEILBRONNER MARC SCHNATTERER MISCHT MIT DEM 1. FC HEIDENHEIM AKTUELL DIE 2. BUNDES-LIGA AUF. DER OFFEN- SIVSPIELER FÜHRT DIE SCORERLISTE DER LIGA AN. WIR TRAFEN DEM FUSSBALLPROFI IN SEINEM STADION. AUSSERDEM: SIMON REINHARDT, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, WSP ENTERTAINMENT, PORSCHE MIT E-MOTOREN, HERMANN HESSE, SÜDKLANG, ME2YOU, ROBERT MAYER, VATER-KOLUMNE, HEILIGER HOF, HEILBRONNER STUDI, ASIA-NOY, U. V. M.

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon, ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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INHALT HANIX Nº33 SIMON REINHARDT MEINE PLATTENKISTE KASSETTEN- REKORDER HEIMATLIEBE WSP SORGT FÜR RAP-FURORE MUSIKKOFFER Der Macher des Flammkuchen-Restaurants »Pier 58« steht auf Rap und auf ruhige, besinnliche Töne. Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an und aus unserer Heimatregion. Diesmal mit alten Kassettenrekordern, Freimaurern und der Feuerwehr. Das Heilbronner Rap-Label WSP sorgt mit Künstlern wie Beatmacher Dexter oder den Rappern Mädness oder Waldo deutschlandweit für Aufsehen. Wir sprachen mit Labelchef »Ed« Brähne. LEISTUNGS- STARKE ELEKTRO- MOTOREN MOBILES LEBEN Den Elektromotoren gehört die Zukunft, das hat man auch bei Porsche registriert und zum Porsche E-Mobility-Day in Heilbronn geladen. Wir sind Probe gefahren. HERMANN HESSE IN HEILBRONN KUNSTREGION Die Ausstellung »Hermann Hesse. Mit Feder und Farbe. Werke aus dem Nachlass Heiner Hesse« gibt mit über 130 Arbeiten einen repräsentativen Überblick über das malerische Werk Hermann Hesses. IM GESPRÄCH: MARC SCHNATTERER INTERVIEW DES MONATS Der gebürtige Heilbronner Marc Schnatterer mischt mit dem 1. FC Heidenheim aktuell die 2. Bundesliga auf. Der Offensivspieler führt die Scorerliste der Liga an. Wir trafen den Fußballprofi in seinem Stadion.

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14 - 19 DARM MIT CHARME & SCHMUCKCAFÉ & CUERBIS DELICTI STADTLEBEN / LANDLEBEN 80 – 114 FEIERN TITELTHEMA »Überhaupt aber tragen glänzende, rauschende Feste und Lustbarkeiten stets eine Leere, wohl gar einen Mißton im Innern; schon weil sie dem Elend und der Dürftigkeit unseres Daseins laut widersprechen.« (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph) STEFAN GLÜCK HEILBRONNER STUDIS KURZZEITGEDÄCHTNIS VATERKOLUMNE ASIA-NOY MITTAGSTISCHTEST EIN BUGA-RUNDGANG SPIEGELREFLEX GEWINN MAL WIEDER! QUIZ AMSTERDAM, HOLLAND BRIEF AN DIE HEIMAT 2 SECONDS AFTER, BERLIN 2008 VIA ARCHIV SAME SAME BUT DIFFERENT - VERWANDTE PLATTENCOVER MUSIKUSS Uwe Gramlich findet für uns verwandte Plattencover. Diesmal: Hirsche, Mütter und Schrumpel-Gesichter LESERBRIEFE & IMPRESSUM ÜBER UNS RICHTFEST, 1949 HISTORISCHER SCHUSS VERANSTALTUNGEN NOVEMBER VERANSTALTUNGSKALENDER

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DAS HANIX TEAM WIESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER, KOORDINATION & SOCIAL MEDIA Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient. WAS IST HANIX? Das multimediale Magazin für die Region Heilbronn – für Leser, die interessiert, kulturell aufgeschlossen und neugierig auf einen alternativen Blick auf Stadt-, Landkreis- und Szenekultur sind. WER MACHT HANIX? Heilbronner Medien- und Kulturschaffende, die ihre Erfahrungen u. a. in Berlin, München, Stuttgart oder Hamburg gesammelt haben und nun etwas in ihrer Heimat bewegen wollen. WAS WILL HANIX? Das multimediale Magazin für Leute und Gesellschaft der Region Heilbronn will mit spannenden, unterhaltsamen und informativen Beiträgen die regionale Medienlandschaft bereichern. SARAH BAUDENBACHER MEDIABERATERIN Ich bin hier geboren und finde es schön, die Stadt und ihre schwäbische Toskana mal ein wenig zu beweihräuchern. HANIX zeigt Heilbronn von einer anderen Seite.

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STEVEN ZULEGER VIDEO MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE RAFAELA JECKLE REDAKTION Memo FILIZ FOTO So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION LISA HOFMANN GRAFIK Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar – die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT JOSHUA ENDRESZ KOLUMNIST LEO VOLLAND ILLUSTRATION Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Ich schreibe für's HANIX weil ich jedem meine Meinung sagen will. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit – und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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Ashley Aames REDAKTION PHILIPP SEITZ SOUND ULLA KÜHNLE FOTO Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. KRIS RAMPMAIER VIDEO MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO HARALD RIEGG REDAKTION Videos zu machen ist keine Zauberei, sondern meine Leidenschaft. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTLEBEN: NOVEMBER 2014 GIULIA ENDERS LIEST AUS IHREM BESTSELLER Am Freitag, den 7. November, ist Giulia Enders in der Harmonie zu Gast und liest aus ihrem Bestseller Darm mit Charme. Als die Medizinstudentin Anfang 2012 den 1. Platz beim Science Slam in Freiburg, Berlin und Karlsruhe mit ihrem gleichnamigen Vortrag belegte, konnte sie wohl nur erahnen, dass die Thematik »pupsen und kacken« noch lange nicht erschöpft sein würde. Der Vortrag wurde zum YouTube-Hit und prompt erhielt die 24jährige Mannheimerin das Angebot, ein Buch über unser leider oftmals unbeachtetes Organ zu schreiben. Und auch hier ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten: Als Darm mit Charme im März erschien, schoss das Sachbuch sofort auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste unter den Sachbüchern. Die Presse überschlug sich mit Lob und die angehende Doktorin machte die Runden durch diverse Talkshows. So war sie unter anderem bei Markus Lanz zu Gast. Auf humorvolle und informative Weise erläutert Enders, die gerade am Institut für Mikrobiologie und Krankenhaushygiene in Frankfurt am Main für ihre Doktorarbeit forscht, wie wichtig der Darm für unsere Gesundheit und ein gutes Lebensgefühl ist. Denn oftmals können viele in den letzten Jahren aufkommende Probleme wie Übergewicht, Depressionen und Allergien mit einer gestörten Darmflora in Verbindung gebracht werden, so die junge Wissenschaftlerin. Vielleicht ist gerade die Tatsache, dass Darm und Verdauung immer noch als kleine Tabuthemen gehandelt werden, der Grund für die große Resonanz des Buches. Getreu dem Motto »Humor ist die beste Medizin« hat es Enders geschafft, das oftmals als unangenehm betrachtete Thema in den Vordergrund zu rücken. Wer nun also neugierig geworden ist oder schon immer mehr über sein eigenes Innenleben erfahren wollte, der sollte sich am 7. November zum Wilhelm Maybach-Saal der Heilbronner Harmonie aufmachen um einer Lesung mit anschließendem Gespräch mit der Bestsellerautorin beizuwohnen. Einlass ist um 18:30 Uhr, Beginn um 19:30 Uhr. Giulia Enders: Darm mit Charme – Alles über ein unterschätztes Organ erscheint im Ullstein-Verlag, Berlin, hat 288 Seiten mit Illustrationen und kostet 16.99€. ISBN: 978-3-550-08041-8.

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Man muss auch mal keine Kompromisse machen. Der neue 911 Carrera 4 GTS. Ab sofort bestellbar bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 13,8 – 12,5 · außerorts 7,7 – 7,1 · kombiniert 9,9 – 9,1; CO 2 -Emissionen 233 – 212 g/km

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LANDLEBEN: NOVEMBER 2014 SCHMUCKCAFÉ IN LAUFFEN Zum zehnten mal organisiert Goldschmiedin Anna Mundinger das Schmuckcafé in ihrem Privathaus in Lauffen. Dazu lädt sie neben zwölf Ausstellern, die ihre handgemachten Produkte anbieten, auch jeden und jede dazu ein, ihr Haus zu besuchen. Mit Erfolg. Wer hat nicht einmal Lust, sich in fremden Privatgemächern ungestört zu bewegen, zu stöbern und sich durch die unbekannte Privatsphäre zu bewegen, ohne dabei in Wohnungen einbrechen zu müssen oder als Voyeur abgestempelt zu werden? Möglich ist dies am 22. und 23. November in Lauffen. In ihrem Haus veranstaltet Goldschmiedin Anna Mundinger zum zehnten Mal ihr Schmuckcafé. Zwölf Aussteller präsentieren ihre kunsthandwerklichen Erzeugnisse einem interessierten Publikum. Die Produkt- und Angebotspalette reicht dabei von Seifen, Schmuck, Töpferarbeiten, Kuchen, Feuerschalen, Genähtem bis hin zu Mundingers Goldschmiedearbeiten. Die alleinerziehende Mutter hatte vor ein paar Jahren die Idee, einen kleinen Kunstbasar in ihren Privatgemächern zu organisieren und konnte sich vor Zuspruch und Andrang kaum retten. Die Besucher stehen vor ihrem Haus Schlange. Eine Liveband unterhält die Besucher während deren Shoppingtour mit handgemachter Musik. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich das Schmuckcafé schnell in der Region herumgesprochen und wird nun seit vier Jahren zweimal jährlich von Anna Mundinger, kurz vor Ostern und kurz vor Weihnachten, organisiert. In ihrem Keller hat sie aber auch einen ganzjährig geöffneten Ausstellungsraum, in dem sich interessierte die Arbeiten der Goldschmiedin anschauen können. Das Schönste für die Organisatorin ist, neben dem großen Zuspruch, den sie für ihr Schmuckcafé erhält, das abendliche Zusammensein mit den Ausstellern und ihren Freunden. »Wir sitzen beisammen, trinken Wein, führen tolle Gespräche und hören Musik«, freut sich Anna Mundiger schon wieder auf die nächste Zusammenkunft. Und am nächsten Tag geht es wieder weiter und die nächsten Besucher bewegen sich durch die privaten Räume Mundingers.

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LANDLEBEN: NOVEMBER 2014 CUERBIS DELICTI - SATIRE MIT HALLOWEEN-KÜRBISSEN Foto: Mafia-Szene an einem See Foto: Andreas Hertlein, Jan Weinmann Alljährlich entstehen in der Umgebung von Neckarsulm kurz vor Halloween Fotos von Kürbislaternen, die in alltäglichen Situationen den Platz von uns Menschen einnehmen. Die Idee hinter diesem »Cuerbis Delicti« getauften Projekt ist der fantasievolle Gedanke, dass diese traditionellen Kürbislaternen mit ihren geschnitzten Gesichtern tatsächlich ein eigenes Leben führen. So wird das, was für uns gewöhnlicher Alltag ist, mit einem bisweilen satirischen Augenzwinkern in unser Bewusstsein zurück geholt; dann stehen Kürbisse plötzlich vor dem Arbeitsamt Schlange, werden im Auto geblitzt oder nehmen Schauspieler-Rollen in Filmklassikern ein. Dieses Jahr stellen Andreas Hertlein und Jan Weinmann, die Fotografen und kreativen Köpfe hinter Cuerbis Delicti, erstmals eine große Auswahl der besten Fotografien in einer Ausstellung im Neckarsulmer Kreatief aus. Gezeigt werden verschiedene Motive aus den vergangenen drei Jahren, in Form von klassischen Fotografien, Plakaten und Skulpturen. Die Ausstellung ist bis zum 8. November in den Räumen des Vereins »Kreatief – Kultur im Unterland« in Neckarsulm zu sehen. Alle Fotos werden außerdem pünktlich zu Halloween am 31. Oktober auf der Internetseite www.cuerbisdelicti.de veröffentlicht. Außerhalb der Kürbiswelt arbeitet Jan Weinmann als Produktdesigner und Andreas Hertlein – neben seiner Haupttätigkeit im sozialen Bereich – als Fotokünstler. Beide haben im Jahr 2012 in ihrer Freizeit Cuerbis Delicti als Fotografieprojekt ins Leben gerufen und bieten seitdem Einblicke in eine fantasievolle, unheimliche, skurrile und lustige Bilderwelt, die über das normale Kürbislaternen-Schnitzen hinausgeht.

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MEINE PLATTENKISTE: SIMON REINHARDT PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTOS: MELI DIKTA SIMON REINHARDT: »BEIM SKATEN HAT MICH WU-TANG GEPUSCHT« Simon Reinhardt (36) ist vielen als Macher des Burnside Stores bekannt. Inzwischen ist der gelernte Einzelhandelskaufmann seit etwas über einem Jahr Gastronom. Im September letzten Jahres eröffnete er das Flammkuchen-Restaurant Pier 58 auf der Unteren Neckarstraße. Inzwischen fühlt er sich in der Gastronomie auch sehr wohl. Mit der Entwicklung seiner gemütlichen Flammerie, die er selbst eingerichtet hat, ist Simon sehr zufrieden. Ab November wird das Pier 58 auch einen Mittagstisch anbieten. Wir besuchten Simon in seinem Lokal, um über Musik zu sprechen. Er gewährte uns einen Blick in seine Plattenkiste. Viel Hip Hop ist dabei, aber auch ruhigere, tiefgehende Alben sind in seiner Top Fünf zu finden.

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MEINE PLATTENKISTE: SIMON REINHARDT VANILLA ICE – TO THE EXTREME Die erste Platte, die ich mir von meinem eigenen Geld gekauft habe, war dieses Album von Vanilla Ice. Das war 1990 und ich habe mir die CD in der für mich riesigen Musikabteilung im Heilbronner Kaufhof gekauft. Ich fand ihn und den Song »Ice, Ice Baby« einfach cool. Der Track hat gerockt. Die CD habe ich leider nicht mehr. Ich finde den Song immer noch geil. WU-TANG CLAN. – ENTER THE WU-TANG (36 CHAMBERS) Das erste Album vom Wu-Tang Clan hat mich ziemlich lange begleitet. Vor allem während meiner Skatephase. Die Beats haben mich beim Skaten einfach gepuscht. Die Aggressivität der Beats und Texte hat mich beim Skaten an mein Limit gebracht. Die Alben danach können mit dem Debütalbum nicht mithalten. Das Album ist einfach der Burner. Ich höre mir es heute immer wieder an. Protect your Neck ist einer meiner Lieblingssongs auf der Platte. Diese Album habe ich früher brutal gefeiert. MASSIVE TÖNE – KOPFNICKER Die Stuttgarter Jungs hatten noch vor dem Albumrelease einen Liveauftritt bei einem Skatecontest in Heilbronn. Seit diesem Tag habe ich mich für deutschen Hip Hop und Rap interessiert. Stuttgart war nicht weit weg von Heilbronn, dazu kam noch Freundeskreis. Aber das Kopfnicker-Album haben wir hoch und runter gehört. Wir konnten jeden Song mitrappen, kannten alles auswendig. Kürzlich habe ich mir wieder ein paar Tracks angehört und muss sagen, dass ich es immer noch geil finde. Dieses Album hat bei mir meine Liebe zu deutschem Hip Hop begründet. CHRIS TOMLIN – HELLO LOVE Das ist eigentlich ein Album aus der Plattenkiste meiner Mutter. Nun steht die Platte bei mir. Das war die Musik, die sie in ihren letzten Wochen begleitet hat. Meine Mutter ist 2011 an Krebs gestorben. Dieses Album und der Song »I will rise« hat meiner Mutter und unserer Familie viel Hoffnung geschenkt. Der Song lief auch auf ihrer Beerdigung. Ein wirklich starkes Stück, das selbst im Sterben noch Hoffnung geben kann. Nach ihrem Tod konnte ich das Lied eine ganze Weile nicht hören. Inzwischen lege ich es aber ab und zu wieder auf. SAMUEL HARFST – SCHRITT ZURÜCK Auf diesen Künstler, ein Straßenmusiker aus Heidelberg, bin ich 2012 aufmerksam geworden. Seine Musik hat mich einfach umgehauen. Lustiger Weise hat mein ältester Bruder eine Interpretation über einen Song, »Anders als du denkst«, von Harfst, der mich fasziniert hat, geschrieben und aufgenommen. Die Tonqualität war aber echt übel. Mein Bruder wollte aber nicht in einem richtigen Tonstudio aufnehmen, also hat er dann vor meinen Freunden bei mir zuhause den Song nochmals in halbwegs ordentlicher Qualität aufgenommen. Wen es interessiert, kann unter www.aadd.de mal reinhören.

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HEILBRONNER STUDIS Stefan Glück aus Lauffen ist der älteste Student seines Jahrgangs. Er versucht trotzdem, ab und zu etwas mit seinen zehn Jahre jüngeren Kommilitonen zu unternehmen. Das studentische Leben empfindet Stefan als deutlich ausbaufähig. Früher lebte Stefan einige Zeit in Konstanz und hat dort mitbekommen, wie vielfältig Angebote in einer richtigen Studentenstadt aussehen können. Hier hat Heilbronn einiges aufzuholen. Sein Eindruck ist auch, dass viele zugezogene Studenten bei der erstbesten Möglichkeit und ein paar freien Tagen die Flucht aus Heilbronn ergreifen und nicht in der Stadt bleiben wollen. Dabei findet er selbst, dass die Stadtentwicklung in den letzten Jahren positiv war und Heilbronn im Einzelhandel und der Gastronomie für seine Größe gut aufgestellt ist. »HEILBRONN KANN NOCH NICHT MIT EINER RICHTIGEN STUDENTENSTADT MITHALTEN« FOTOS: MELI DIKTA Name: Stefan Glück aus Lauffen Alter: 30 Jahre Hochschule: DHBW Heilbronn Studiengang: Dienstleistungsmanagement im 3. Semester

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»MEIN HEILBRONN« PRÄSENTIERT HEILBRONNER STUDIS: STEFAN GLÜCK »Mein Heilbronn« spendiert jedem teilnehmenden Studenten einen Einkaufsgutschein der Stadtinitiative im Wert von 50 Euro. Du willst mehr über Heilbronn wissen? www.mein-heilbronn.de

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA & MEMO FILIZ

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION FÜR KINDER UNWIDERSTEHLICH Viel musste der Ballonverkäufer gar nicht tun. Einfach nur dranstehen. Die Kinder zogen ihre Eltern wie in Trance zu den bunten helium gefüllten Figuren. So verdient man Geld im Stehen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ZUM BRUNNEN DES HEILS Ja, auch Heilbronn hat einen Freimaurerklub. In der Moltkestraße, im Heilbronner Financial District, residieren die Lenker der Welt. Seit 1855 arbeiten sie nun schon in Heilbronn an der Weltherrschaft

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SCHLEMMEN FÜR DEN GUTEN ZWECK Zum 13. Mal richtete der gemeinnützige Heilbronner Verein »Selbshilfe 3. Welt« das Benefizessen »Fiesta Cocina« auf dem Gaffenberg aus. Die meisten Gäste kamen wegen der familiären Stimmung, und genossen nebenbei das liebevoll kreierte und gekochte 5-Gänge-Menu von international erfahrenen Küchenmeistern, die auch aus der Knorr- Werbung bekannt sind. Gleichzeitg kommt Geld für einen guten Zweck zusammen. Inzwischen ist der Verein seit 25 Jahren aktiv und konnte durch sein Wirken in dieser Zeit über 750 000 Euro Projekten in der 3. Welt zukommen lassen. Das »Say cheese«-Menü der diesjährigen »Fiesta Cocina« setzte sich folgendermaßen zusammen: 1. Gang: Käsebällchen mit geröstetem Sesam an Salat mit Kräutern, dazu gekochter Schinken mit Aprikosenchutney 2. Gang: Frittierter Feta-Käse im Blätterteig dazu Mangorelish, Honig-Sesam-Sauce und Pistazien 3. Gang: Shrimp Risotto mit Chorizo und Tomaten, dazu Parmesankräcker 4. Gang: Schweinefilet im Schinkenmantel, gefüllt mit jungem Spinat und Haloumi-Käse 5. Gang: Tiramisu mit Orangensauce und dunkle Schokoladen-Drops Weitere Infos zum Verein »Selbshilfe 3. Welt« und seinem Wirken: www.selbsthilfe- 3-welt.de

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION NEUER LEITERWAGEN Niegelnagelneu ist dieser schicke, mit High-Tech vollgestopfte Löschzug der Heilbronner Feuerwehr. Doch bevor das rote Gefährt zum ersten Einsatz darf, müssen die Feuerwehrleute die neue Technik kennenlernen und beherrschen. Auf dem Feuerwehrübungsgelände in Heilbronn trainierte die Berufsfeuerwehr fleißig und akribisch am neuen Gerät.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GOLDENER OKTOBER Über den Oktober konnten sich die Heilbronner wirklich nicht beschweren. Über 25 Grad Mitte Oktober ließen sich am Besten draußen an der frischen Luft genießen. Diese Gruppe machte im Wertwiesenpark vor, wie man die warmen Tage am besten verbringen sollte.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SALZTURM Im Gewerbegebiet ragt der blaue Förderturm des Heilbronner Salzwerks empor.

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KUNSTREGION 2: RHYTHM OF COLOR SIE BIETEN DEN AUSBILDUNGSPLATZ? WIR DEN AZUBI-FILM! Interesse? azubifilm@formatfilm.tv Ihre Ausbildungsplätze werden von uns in einem Film dargestellt und Ihre Botschaften so direkt den Azubis von Morgen präsentiert. Nach dem Erscheinen im Magazin, gehen die Nutzungsrechte zur Zweitverwertung (facebook, Messe-Display etc.) an Sie über. Mehr Infos unter www.formatfilm.tv

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GHETTOBLASTER Abgestellt und nicht mehr gebraucht wurde dieses Relikt aus alten Tagen auf der Theresienwiese. Wir präsentieren: Der C 6200 von Grundig.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION HAFENSYMMETRIE Am Heilbronner Hafen bilden die Bahnlinie, der blauweisse Anstrich, die Oberfenster und das Wellblechdach samt Regenrinne dieses Lagergebäudes eine fast perfekte Symmetrie ab.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION FESTREDE Fast 150 Gäste schlemmten bei der 13. Fiesta Cucina auf dem Gaffenberg für Projekte in der 3. Welt. Ein Vierteljahrhundert ist der Verein und dessen Mitglieder nun schon aktiv. Da darf ruhig eine festliche Rede ins Mikrofon gesprochen werden.

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»GECOVERT – SAME SAME BUT DIFFERENT« TEXT: UWE GRAMLICH Die Verpackung spielt auch in der heutigen Zeit eine immens wichtige Rolle - mehr Schein als Sein. So übten Plattencover auf mich schon immer einen optischen Reiz aus, der auch das Interesse weckte, diesen Inhalt kennenzulernen, was zu mancher Überraschung führte. Als ein besonders gelungenes Beispiel für eine perfekte Einheit von Cover und Musik, ist für mich das Album 'God' von 'Rip Rig & Panic', als allein durch das Motiv der Hülle die ganze Energie, Wildheit und Aggressivität dieser Musik widerspiegelt. Im Lauf der letzten Jahrzehnte hat sich eine unüberschaubare Menge von Covern angehäuft, deren vermeintliche Bandbreite hier als ganz, ganz kleiner Einblick, doch oft nur in einer Wiederholung oder Variation, zu sehen ist. Viel Spaß damit. Gruß Uwe

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MUSIKUSS: GECOVERT – HIRSCHE, MUTTER MIT KIND UND SCHRUMPFELGESICHTER Dale Cooper Quartet & The Dictaphones 2007 parole de navarre In Hearts Wake 2012 divination Sweet Mother Logic 2011 natural history The Moyen Age 2011 patience and trust

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MUSIKUSS: GECOVERT – HIRSCHE, MUTTER MIT KIND UND SCHRUMPFELGESICHTER Allah-Las 2012 same Taken By Trees 2012 other worlds Holocaus to Canibal 2012 gorefilia Stampkase 2012 mechaorganism

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MUSIKUSS: GECOVERT – HIRSCHE, MUTTER MIT KIND UND SCHRUMPFELGESICHTER Grampa Mountain 2012 tears of the wizard Immoralist 2013 widow Kalmah 2006 the black waltz The Korea 2013 saturnus

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KURZZEITGEDÄCHTNIS Ein Vater muss immer auf der Hut sein – neue Eindrücke stürmen tagtäglich auf ihn ein. Manche verfolgen ihn sogar bis in einsame Nächte am Computer. Gar nicht wenige kommen sogar daher. TEXT: NICOLAI KÖPPEL Ein Kind denkt vielleicht, ein Mann ist einer, der immer mal wieder eine ziemlich wichtige Aufgabe bewältigt und sich nicht vor dem Fernseher (oder heute eben: dem Computer) rumdrückt. Ein Vater (meiner drückte sich oft vor dem Fernseher rum, ich schätze, weil es noch keine Computer gab) ist aber nach meiner Erfahrung sozusagen ein Mann 2.0. Denn es ist immer was. Nix ist nie. Und wenn man nur nachdenkt. Über das, was heute war. So auch jetzt – die aktuelle Herausforderung ist: nachdem das herrliche Wesen, mit dem mein Leben untrennbar verbunden ist, endlich für heute schläft und im Traum leicht zuckt, als jagte er Häschen auf dem Felde (unser Sohn schläft übrigens auch schon), kann ich mich an die neue Vaterkolumne setzen. Kann doch nicht so schwer sein. Irgendwas ist schließlich immer. Stimmt, da war was. Aber kann man das aufschreiben? Klären wir mal zu Beginn, warum das Kind so selig schläft. Wir waren heute im Schwimmbad, und weil wir vorher nicht zu Abend gegessen haben (erstens war’s noch zu früh, zweitens soll man das ja angeblich vor dem Schwimmen nicht … gilt das eigentlich mit Schwimmflügeln auch?), konnte ich ein schnelles Einschlafen nach dem Badbesuch verhindern, indem ich leckere Brote in Aussicht stellte. Mit der Stulle in der Hand war dann aber fix Schluss mit dem Tag. »Das schmeckt sehr gut« war schon kaum mehr zu verstehen, da er mit vollem Mund gesprochen hat, um Zeit zu sparen, außerdem war das letzte Wort von dem Sound überlagert, den ein Kindskopf macht, wenn er sanft den eigenen Unterarm hinuntergleitet und auf der Tischplatte andockt. My work is done, dachte ich und zog ihn bettfertig an. Die Liebste folgte bereitwillig aufs weiche Lager. Aber Papa muss noch arbeiten. Ja, bist du denn nicht auch erledigt nach einem Schwimmbadnachmittag? Doch, bin ich. Nur schlafen ist jetzt noch nicht drin. Dazu bin ich von den Erlebnissen im Schwimmbad noch zu aufgewühlt. Und die Kolumne muss raus. Und zum Schwindeln bin ich zu schlapp. Also los, solange ich mich noch an Details erinnere. Details sind schwer zu erfinden. Die Liebste lächelt: »Vergiss die Details. Behalt das große Ganze im Auge.« Recht hat sie. Sie übersieht aber leider, dass es viele große Ganze gibt, die alle parallel ablaufen. Stimmt vielleicht gar nicht, das. Bin ich eben zu blöd. Oder zu schlau. Wenn letzteres stimmte, wüsste ich das aber wahrscheinlich. Während ich in unsere Schwimmbadtasche die Sachen sortierte, die man dabeihaben muss (Schwimmflügel, Handtuch, Wasserflasche – dass auch das Wasser im Schwimmbad vom Aggregatzustand her trinkbar ist, weiß er schon, soll er aber nicht), murmelte ich, den Abgabetermin meiner diesmonatlichen Vaterkolumne unaufhörlich wiederholt pochend im Schuldgedächtnis, halblaut vor mich hin: »Nicht über das Schwimmbad schreiben, nicht über das

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DIE VATERKOLUMNE: KURZZEITGEDÄCHTNIS Schwimmbad schreiben« … aber warum eigentlich nicht? Darum, verdammt: unser Sohn ist ein bedächtiger, beobachtender, gelassen agierender, aber scharf beobachtender kleiner Kerl und setzt sich angenehm von den rabaukigen Kindern ab, an die ich mich aus lebenslangen Schwimmbadbesuchen erinnere. Es ist also zu vermuten, dass ich derart gefärbte Eindrücke sammle und meine Kolumne ein einziges Schmähen von Kindern wird, die alle nicht so dolle sind wie natürlich meiner. Das mache ich nicht. Alle Kinder sind spitze. Aber nach einem Schwimmbadtag wird mir wenig mehr einfallen, dachte ich, da schreib ich sicher nur so einen Quatsch wie ‚Alle Kinder sind spitze‘ oder so. Hm. Und das haben wir alle nicht verdient. Jetzt kann ich’s ja zugeben. Es war nämlich ganz anders. Sag ich mal so. Und verdient hab ich’s auch. Menschen interessieren sich füreinander. Warum sonst lesen Sie diese Kolumne? Stellen sie sich vor, wir wären Kinder in einem angenehm warmen Schwimmbecken. Nach einiger Zeit nähern wir uns an, kommen rüber, gucken, spritzen mit Wasser, grinsen, probieren uns aus, suchen zeitgleich der Lösung der Fragen näherzukommen, wer wir selber sind und wer der andere. Nach ein paar Glotzereien und Anspritzungen hatte mein Sohn allerdings genug, und ich hörte auf, es zu ignorieren: da stand ein etwa vierjähriger Knabe an der mit lauwarmem Wasser gespeisten stationären, MG-artigen Großwasserpistole und hielt sein fingerdickes Gepladder direkt auf uns. Und seine wohlweisliche Mutter stand daneben, sah aber nach draußen auf den dampfenden Außenbereich. Anders als in sonstigen Privatbegegnungen zwischen Frau und Mann hat man hier weniger Hemmungen, einander anzusprechen, wenn man sich nicht kennt: deswegen rät man ja auch Singles, sich entweder Hunde anzuschaffen oder Kinder auszuführen: mit Schutzbefohlenen an der Seite hat man immer ein Gesprächsalibi, und wenn das Gespräch nur aus »Kann dein mieses Mistbalg mal die Wasserwumme von meinem Wunderkinde weghalten, Mädchen?« besteht. Nur hier war es anders, wie gesagt. Ich kannte die Frau nämlich. Und war dementsprechend gehemmt. Sogar doppelt, denn mir fiel erst nicht gleich ein, woher. Dann aber doch, während mein Sohn ein ebenso wie die Wasserkanone festinstalliertes Reittier entdeckte, auf dem zu sitzen augenblicklich zu seinem Lebensinhalt wurde. Der Vierjährige ließ ab von uns. War wohl langweilig geworden, uns zu belästigen. Die Frau allerdings, die konnte ich nicht aufhören, anzustarren. Normalerweise hat man ja Schwierigkeiten, Menschen, die einem aus anderen zivilen Begegnungen bekannt sind, im Badeanzug so schnell wiederzuerkennen. (Ach, das ist der Gregor? Stimmt ja - diese großbritannienförmige Brustbehaarung hat mich im ersten Moment abgelenkt. Grüß dich, Gregor – how do you do?) – diese Frau hatte ich sofort erkannt. Wieso bloß? Wir waren die einzigen Elternteil-Kind-Kombis im Planschbereich, und ich hatte Zeit genug, mein Beäugen auszudehnen. Erstens, weil mein Kleiner ganz selig auf dem Reittier blieb, und weil sie weiter nach draußen sah. Ich konnte kaum ihr abgewandtes Gesicht sehen. Woran erkannte ich sie eigentlich? Die Erkenntnis traf mich wie ein unerwartetes Pop-up-Fenster. Und hier wird’s peinlich. Für wen, sollen die HANIX-Leser entscheiden. Sie haben sicher, ich sage jetzt mal, davon gehört, dass man, wenn man sich im Internet zu Recherchezwecken auf Erwachsenenseiten herumtreibt, einschlägige Bildangebote bekommt, die zu den angenommenen Interessen passen und die mit dem durch Serverstandort und Suchmaschineneingaben eingrenzbaren Wohnort korrespondieren. Ich glaube nicht an die Realität solcher Angebote. Ich klick das auch nie an. Aber das Auge ist ein gieriger Sinn, und das Gehirn trifft nicht so rigide seine Auswahl dessen, was man sich länger merkt, als man sich wünscht. Jetzt sah ich es plötzlich ganz plastisch vor mir: BEWEG DICH UND BE- SORG ES DIESER MILF: CARLA, 36, NECKARSULM, IMMER BEREIT – und daneben ein Bild von ihr im Badeanzug. Oha. Einerseits wurde dadurch mein Vertrauen ins Internet teilweise wiederhergestellt (hatte ich doch neulich erst von dem Skandal gelesen, dass bis zu 70% aller als MILF annoncierten Frauen in Wirklichkeit gar keine Kinder haben), andererseits wusste ich natürlich gar nicht mehr, wo ich jetzt hingucken sollte. Vor allem, weil sie jetzt zu mir guckte. Ein Mann, alleine im Schwimmbad, der sie anglotzt. Ist doch alles klar. Puuuh. Ich guckte weg. Brachte nichts, sie kam rüber. Ich hob meinen Sohn vom Wasser-Reittier (Geschrei!), um irgendwas zu tun. Brachte nichts. Sie hielt nicht an. Sie war da. Sie kniete sich hin und lächelte. »Hab ich doch richtig gesehen.« Das sagte sie, nicht ich. Bin ich denn wahnsinnig? »Wie richtig?«, ich jetzt.

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DIE VATERKOLUMNE: KURZZEITGEDÄCHTNIS »Hat er sie gestört?«, fragt sie, »er ist wohl etwas übermütig. Aber so sind Jungs ja, wem sag ich das?« »Wie, wieso? Ich hab doch gar nichts …« »Nein, weil sie selber einen haben.« »Der ist nicht übermütig«, sage ich schnell, »nie. Der macht nichts. Das ist eher ein … ein Beobachter. Der guckt. Sonst nichts.« Sie lächelt. »Beobachter, jaja … das sind die Schlimmsten.« Das Geschrei meines Sohnes hält an. Ich setze ihn wieder auf das Wassertier. Will er aber auch nicht. Er will aus dem Becken. Na gut. Ab dafür. Mist, jetzt hab ich mein Alibi spielen geschickt. Den Hund hab ich nicht dabei. Und was macht sie? Steigt zu mir ins Becken und atmet wohlig aus. »Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, warum nicht auch die Erwachsenenbecken so schön warm sind?« »Naja«, sage ich, »wenn man schwimmt, also wenn man sich bewegt, dann kommt man im warmen Wasser unangenehm ins Schwitzen« »Oh, sie kennen sich aus«, sagt sie. »Überhaupt nicht«, dementiere ich, »ich bin faul. Ich mach nix. Ich beweg mich nicht. Für mich nicht und für andere auch nicht. Stinkfaul.« Sie seufzt. »Da sind sie nicht alleine.« Ich bin wirklich nicht alleine. Da liegt die immerbereite Carla aus Neckarsulm neben mir und geht nicht weg, sondern streckt sich genießerisch aus. Und ich kann auch nicht weg, weil ich hab ja gerade gesagt, dass ich nie was mache. Wenn ich jetzt aufspringe, kommt das unlogisch. Und unlogisch ist verdächtig. Also sollte ich jetzt was Logisches tun. Mein Sohn tut etwas sehr Logisches: er hat sich zu der Wasserkanone begeben und verfolgt jetzt mit dem Strahl den Vierjährigen, dem das ganz offenbar gefällt. Was soll ich daraus lernen. Besser nichts, denke ich. »Haben Sie einen Hund?«, frage ich. »Nicht hier«, sagt sie, »mein Freund hat einen.« Ich sehe mich um. »Sie haben einen Freund?« »Nicht hier«, sagt sie, »der ist auf Termin.« »Oh«, sage ich, »er arbeitet«. Am hellichten Tag arbeitet der einfach. »Es gibt ja auch Arbeit, die macht Spaß«, sagt sie. »ich hab davon gehört«, sage ich. »Er ist Fotograf«, sagt sie. »Und Video auch.« »Aah«, sage ich, »so Werbung und so« »Sagen Sie, sie erkennen mich doch, oder?« »ich? Nein. Niemals. Wie kommen sie? Ich? Sie? Aber woher denn? Es ist ja nicht so, dass ich – « »Als sie hier rein gekommen sind, da haben sie doch im Eingangsbereich die große Fotowerbung für die neuen Eintrittspreise gesehen« »Nein«, behaupte ich, »hab ich nicht!« »Mit einer Frau im Badeanzug?« »Das nehm ich nicht wahr sowas«, sag ich, »ich meine von wegen Badeanzug. Das ist für mich unsichtbar« »So haben sie auch geguckt, als ich da drüben stand, als wär mein Badeanzug unsichtbar. Ist aber genau der Badeanzug, den ich jetzt anhabe. Durfte ich nämlich behalten. Das hat mein Freund ausgehandelt.« »Jetzt ist aber gut«, herrsche ich sie an, »was sie in ihrer Freizeit machen, geht mich gar nichts an. Von wegen Video und ausgehandelt und so. Ich bin glücklich verheiratet! Sie können doch hier nicht in aller Öffentlichkeit … wo sie mit ihrem Sohn da sind …« »Mit wem?« »Ihrem Sohn!« »Achso. Das ist nicht mein Sohn.« Wusste ich’s doch. Alles Schwindel dieses Internet. »Das ist nicht ihr Sohn?« »Nein, der war schon hier, als ich kam. Der rennt hier seit ner halben Stunde rum. Keine Ahnung, wo er jetzt ist. Aber er schwimmt wie ein Weltmeister. Da brauchen sie um ihren keine Angst haben.« »Um meinen? Wieso um meinen?« »Weil die beiden vor ein paar Minuten Richtung Sportbecken sind.« »Was?« Und da spring ich auch schon auf und ab Richtung Sportbecken (das einen Meter achtzig tief ist, da können drei Söhne ertrinken, während sie einander auf den Schultern stehen). Und die beiden sind, das sagt ja schon der Name (obwohl ‚die beiden‘ ja eigentlich kein Name ist) nur zu zweit. Und natürlich stehen die beiden, als ich sie finde, nur am Beckenrand rum und gucken den Turmspringern zu. So sind die Männer. Schon von kleinauf. Gucken eben. Aber offensichtlich macht auch das müde. Weil eben immer was los ist.

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MITTAGS- TISCHTEST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Wer kennt das Problem nicht: Mittagspause – aber wohin zum Essen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, einen regionalen Mittagstisch-Test zu starten. Diesmal waren wir im ASIA-NOY in der Gartenstraße 27. Getestet wurde neben dem Geschmack auch die Geschwindigkeit, die Freundlichkeit des Service-Personals, natürlich der Preis und auch die individuellen Eigenheiten der Lokalität. Im Test haben wir uns für das umgekehrte Schulnoten-System entschieden. Das bedeutet, dass die 6,0 die Bestnote ist.

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MITTAGSTISCHTEST: ASIA-NOY ASIA-NOY GARTENSTRASSE 27 | 74072 HN T 0179 / 6190529 Service 4,5 Preise 6 – 11 EUR Geschmack 5,0 Geschwindigkeit 8 Minuten Apfelschorlen-Index (0,5 l) 3,60 EUR Individualität Thai-Spezialitäten

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»GEGEN WEITERES WACHSTUM HÄTTE ICH NICHTS« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MANUELA MUNZ

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MUSIKKOFFER: »ED« BRÄHNE Das Heilbronner Rap-Label WSP feiert bald 15-jähriges Bestehen. Momentan könnte es kaum besser laufen. Die Heilbronner sorgen mit ihren Raps und Beats von Künstlern wie Beatmacher Dexter oder den Rappern Mädness oder Waldo deutschlandweit für Aufsehen. Wir sprachen mit Labelchef »Ed« Brähne über bewusstes Umgehen mit dem eigenen Körper auf Tour, die alte Heilbronner Hip-Hop-Schule und die Schwierigkeit hier in Heilbronn geeignete Mitarbeiter zu finden. HANIX - Micha, alle nennen dich »Ed«. Wie kam es zu deinem Alter Ego? »ED« BRÄHNE — Soll ich das jetzt öffentlich machen? Das ist so ein Jugendding. Wir haben damals zusammen König der Löwen geschaut; da gibt es diese drei Hyänen und eine heißt Ed. Am besten schaut sich jeder den Film mal an! Ich war in dem Moment wohl irgendwie grade lustig drauf und einer meiner Kumpels meinte dann zu mir: Du bist Ed! In den folgenden Tagen hat es dann auch die Runde in der Schule gemacht und seitdem heiße ich so. HANIX - Wie nennt man euch, sprich das Label, denn jetzt eigentlich? Wortsport oder WSP? »ED« BRÄHNE — WSP. Wenn du nämlich irgendwo außerhalb von Heilbronn, wo die Leute so schön Hochdeutsch sprechen, anrufst und du sagst »Wortsport«, dann gibt das immer Probleme. Da verstehen dich die Leute in Hamburg oder Berlin nicht. Also sind wir WSP, das ist einfacher und unverfänglicher. Und natürlich hat »Wortsport« auch diesen Neunziger-Deutschrap-Charme. Heute würden wir uns nicht mehr so nennen. HANIX - Was sind genau deine Aufgaben bei WSP? »ED« BRÄHNE — Ich bin Gründer und Geschäftsführer beziehungsweise Inhaber. Wir haben verschiedene Bereiche, zu denen gehören zum einen das Label selber, dann unsere Veranstaltungen sowie unsere beiden Booking- und Managementagenturen. Bis vor nicht allzu langer Zeit habe ich das auch alles alleine gemacht, was sich zu einem Fulltimejob entwickelt hat. Ich habe schon seit 1999 immer die Organisation übernommen, als die ganze Sache durch den Zusammenschluss verschiedener Musiker Fahrt aufnahm. Professioneller wurde das Ganze dann im Jahr 2000, als wir unsere ersten Releases hatten. 2006 bekamen wir einen Labelcode und seit 2012 ist alles so professionell geworden, dass das Label ein Fulltimejob für mich ist. HANIX - War der Veranstaltungsbereich und Agenturdienstleistungen von Anfang mit am Start oder entwickelte sich das alles erst nach und nach? »ED« BRÄHNE — Da wir mit den Wortsport-Events damals im Mobilat-Club angefangen haben, gehören unsere Veranstaltungen also schon immer mit dazu. Durch die Events konnten wir zu Beginn auch die Releases finanzieren. Das ganze Projekt war als Kollektiv geplant und ich habe die Aufgabe des Kassenwarts übernommen. So konnten wir für alle Beteiligten auch ein Studio mitfinanzieren. Die Events haben uns also vieles in finanzieller Hinsicht ermöglicht. Unser Gedanke war eben immer, dass wir die Bookings und das Management selber übernehmen, also das, was man heute ein 360-Grad-Modell nennt: Man versucht alle Bereiche des Künstlers abzudecken, sodass man daran partizipieren kann. Der Verkauf von Tonträgern ist der uneinträglichste Teil des Geschäfts, deshalb sind Bookings wichtig. Die wiederum bekommt man durch Veröffentlichungen. Also schaut man, dass man auch den Bookingbereich und das Management besetzt, um die Be-

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MUSIKKOFFER: »ED« BRÄHNE kanntheit des Künstlers zu steigern. Diese Dinge kamen hauptsächlich auch über unsere Künstler ins Rollen. Da ist zum Beispiel Dexter, der ja DJ und hauptsächlich Produzent ist. Und so jemand braucht einen Manager: Bei den Aufträgen, die er bekommt, fällt natürlich eine Menge Arbeit im Hintergrund an, die wir für ihn übernehmen. Zu Beginn habe ich sehr viel alleine organisiert, aber jetzt haben wir jemand Externen, der die Bereiche »Social Media« und »Webshop« für uns macht. Inzwischen sind wir auch zu dritt im Büro und ich stecke überall ein bisschen mit drin. Momentan läuft unsere »Betty Ford Boys«-Tour, bei der ich zu Beginn mit in der Planung involviert war. Um Sachen wie Verträge oder die endgültige Organisation muss ich mich aber inzwischen nicht mehr kümmern. Genauso verhält es sich mit den Releases: Ich plane alles mit, die administrativen Aufgaben machen aber andere. Das wäre definitiv zu viel Arbeit, trotz Fulltimejob. HANIX - Hast du etwas in diese Richtung studiert oder bist du Autodidakt? »ED« BRÄHNE — Ich habe Politik und Kulturwissenschaft in Tübingen studiert, was ja nicht wirklich viel mit Musik und administrativen Aufgaben zu tun hat. Alles, was das Musikbusiness anbelangt, habe ich mir selber beigebracht. Ich wollte, schon als die Popakademie 2003 in Mannheim gegründet wurde, dorthin. Allerdings waren die Aufnahmekriterien damals super hoch: Man benötigte entweder eine Ausbildung im Medienbereich oder ein abgeschlossenes Grundstudium, weshalb ich mir dann alles über die Jahre selber beigebracht habe. HANIX - Bist du froh, diesen Weg eingeschlagen zu haben? »ED« BRÄHNE — Im Endeffekt schon. Natürlich bringt dir so ein Studium an der Popakademie gerade heute extrem viel. Bei fast allen großen Berliner Musikfirmen – genreübergreifend – sitzt jemand, der bei der Akademie studiert hat. Auch das Netzwerk, das man durch so ein Studium bekommt, ist von unschätzbarem Wert. Natürlich hat man sich manchmal gefragt, ob ein Studium das Ganze nicht einfacher gemacht hätte. Ich musste eben einen etwas komplizierteren Weg gehen. Aber an dem Punkt, an dem ich jetzt bin, hätte mir die Popakademie unter dem Strich für das, was ich jetzt mache, nicht viel geholfen.

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MUSIKKOFFER: »ED« BRÄHNE HANIX - Momentan begleitest Du Beatmacher und Labelaushängeschild Dexter teilweise auf seiner Tour durch Deutschland und Österreich. Schlaucht das Tourleben dich sehr? »ED« BRÄHNE — Insgesamt war ich schon auf drei Touren am Start. Allerdings waren wir bei einer davon »nur« der Supportact von Blumentopf. Da durften wir eben mitfahren. Also ist die jetzige mit den »Betty Ford Boys« die zweite Tour, die wir organisieren und betreuen. Zum Thema Tourstress: Aus der Feierphase bin ich mittlerweile lange raus; das heisst, ich habe eigentlich nur zu wenig Schlaf. Das schlaucht auf jeden Fall, gerade weil ich auch den Fahrerjob habe. Viel Party machen wäre da nicht möglich. Aber der Stress hält sich in Grenzen. HANIX - Die letzten beiden Jahre waren für WSP, zumindest was die nationale Wahrnehmung angeht, sehr gute, möchten wir behaupten. Wie hat sich euer Labelalltag dadurch verändert? Ist es auch mehr Arbeit bei gleicher Manpower oder habt ihr aufgestockt? »ED« BRÄHNE — Bis Anfang dieses Jahres war es ein Vielfaches an Arbeit bei gleicher Manpower. Das war schließlich der Grund, warum ich dann zu Beginn des Jahres 2012 entschieden habe, dass ich die Arbeit für das Label Vollzeit erledigen muss. Nebenher war es nicht mehr möglich, noch einen Job zu haben und natürlich dürfen Familie und meine kleinen Kinder nicht zu kurz kommen. Da geht es einfach nicht mehr, dass ich bis spät abends noch im Büro sitze und gleich morgens wieder früh raus muss. Also bestand die Notwendigkeit, unser Team aufzustocken, damit mir etwas vom Familienleben bleibt. Allerdings ist Heilbronn vielleicht nicht die beste Adresse um Leute, die etwas im Musikbusiness machen wollen oder Erfahrung haben, zu finden. Vielleicht melden sich ja jetzt ein paar Leute! Die Nähe zu Mannheim hilft selbstverständlich. Wir haben jetzt auch einen Werkstudenten der Popakademie im Team. Momentan arbeitet auch eine Heilbronnerin bei uns, die sich sehr für die Sache begeistert. Und das ist uns am wichtigsten. Insgesamt finde ich es super, dass so viel passiert ist und sich das Projekt zu einem Fulltimejob entwickelt hat. Ich mache das wahnsinnig gerne. Allerdings gibt es noch eine Menge Arbeit zu erledigen, damit das auch so bleibt und Leute davon leben können. HANIX - Hat euch der Erfolg kalt erwischt oder habt ihr ihn kommen sehen und erwartet? Immerhin habt ihr auf HHV mit Dexter auf Platz 4 und Waldo in den Top 100 zwei Künstler unter den Topsellern 2013. Nicht zu sprechen von Dexters Gold und Platin Platten für seine Beats auf den Alben von Panda- Masken-Rapper Cro und Casper. »ED« BRÄHNE — Natürlich hatten wir schon immer die Überzeugung, dass das, was wir machen, Qualität hat, wir uns nicht verstecken müssen und uns mit anderen messen können. Aber wir haben den Erfolg auch nie wirklich versucht zu forcieren. Unser Credo war: Wenn wir gut sind, dann wird sich das durchsetzen und die Anerkennung folgen. Und das ist schließlich eingetreten, obwohl wir aus einer provinziellen Region kommen. Superüberraschend war es also nicht. Allerdings haben wir keinen konkreten Businessplan mit verschiedenen Schritten und Zielen. Als wir diesen riesigen Erfolg im letzten Jahr hatten, kamen natürlich auch mehr Künstler aus ganz Deutschland zu uns dazu. Denen ist es völlig egal, dass wir in Heilbronn sitzen. Im Gegensatz zu früher versuchen wir jetzt nicht mehr extra darauf hinzuweisen, dass wir aus Heilbronn sind: Für uns geht es um die Marke WSP und nicht um eine Stadt oder Region. HANIX - Es gibt euch nun seit bald 15 Jahren. Ihr seid also ein Teeny, der langsam erwachsen wird. Seht ihr euch auch so? »ED« BRÄHNE — Ja, definitiv. Wir haben uns natürlich auch die Frage gestellt, was jetzt anders als vor fünfzehn Jahren läuft. Und um ehrlich zu sein: Außer dem Umfeld hat sich gar nicht so viel verändert. Viele arbeiten jetzt und haben Familie und daran merkt man, dass man etwas älter wird. Aber wenn ich so darüber nachdenke, kann ich schon sagen, dass wir damals auch nicht wirklich anders drauf waren. Zusätzlich ist unsere Musik ja eher etwas für jüngere Generationen; ich würde unsere Hauptzielgruppe zwischen 20 und 30 Jahren ansiedeln. Man bleibt also mit der Jugend verbunden. HANIX - Und wie sieht der Ausblick in die Labelzukunft aus? »ED« BRÄHNE — Das ist natürlich nicht leicht vorherzusehen. Wir haben aber auf jeden Fall ein Interesse daran, das Projekt weiter auszubauen und unsere Künstler auf ein neues Level zu bringen. Wir arbeiten daran und schauen ganz gelassen, was passiert. HANIX - Wenn man sich Kritiken zu euren Veröffentlichungen durchliest, bekommt man den Eindruck, dass ihr maßgeblich dafür mitverantwortlich seid, dass in Deutschland Erinnerungen an die goldenen, deutschen Hip-Hop-Jahre in den 90ern aufkommen.

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MUSIKKOFFER: »ED« BRÄHNE Habt ihr beim durchlesen denselben Eindruck? »ED« BRÄHNE — Wir lesen und nehmen die Kritiken natürlich wahr und freuen uns riesig über das positive Feedback. Allerdings sehen wir das doch ein wenig anders. Es gibt ja heute wieder ein paar Gruppen, die die Fahne des 90er und 2000er Deutschraps hochhalten und der Meinung sind, dass damals alles besser war. Die haben also eine eher konservative Sicht auf den Hip Hop beziehungsweise Deutschrap. Da zählen wir uns allerdings absolut nicht dazu. Keiner von unseren Beteiligten ist in dieser Zeit verhaftet oder möchte dorthin zurück. Wenn wir uns die alten Sachen anhören, dann sagen wir uns: »Gut, dass wir jetzt zehn, fünfzehn Jahre weiter sind!« Allerdings sind wir uns auch bewusst, dass wir dem 90er Deutschrap doch thematisch näher sind als beispielsweise den Sachen von Fler oder Bushido. Wobei wir absolut keine Berührungsängste mit Straßenrap haben. Wie in eigentlich allen Bereichen – unseren eingeschlossen – gibt es da Typen, die man sich geben kann und Typen, die überhaupt nicht gehen. Wir sind definitiv offen für alles. Wir versuchen deshalb auch in unserer Wirkung nach außen zu kommunizieren, dass wir eben nicht in diese 90er Deutschrap- Schublade gesteckt werden wollen. HANIX - Woher kommt diese Sehnsucht der Fans nach straightem Hip Hop, credibilen Künstlern, hohem Rap-Niveau und ganz viel Vinyl? War vielleicht in den letzten Jahren zu viel Aggro-Rap im Fokus? »ED« BRÄHNE — Ja, das kann ich mir schon vorstellen. Das mit den Vinylverkäufen kann ich mir aber auch nicht richtig erklären, man liest ja sehr viel darüber, dass die CD-Verkäufe seit Jahren stagnieren, der Vinylverkauf hingegen explodiert. Wenn ich früher zwischen sechs Wochen auf eine neue Veröffentlichung warten musste, dauert es mittlerweile zehn bis zwölf Wochen, bis eine Platte aus dem Presswerk kommt. Die Sehnsucht nach straightem Rap hängt sicherlich auch mit dem Overflow an Straßenrap zusammen und dass sich dadurch dann neue Gruppen, die mehr Wert auf Musik und Texte legten, zurück in den Vordergrund gedrängt haben. Ob da jetzt Leute wie Casper oder Marteria die Wegbereiter waren, will ich nicht behaupten, aber wir profitieren natürlich davon. HANIX - In den letzten Jahren haben in Deutschland reine Instrumental-Platten einen großen Anklang gefunden. Da habt ihr mit Dexter natürlich einen Künstler, der in Deutschland ganz weit vorne mit dabei ist. Ist vielleicht der Overkill an Straßenrap auch der Grund für den Aufstieg der Instrumentalalben? Dexter zum Beispiel versucht seine Beats eigentlich so zu machen, dass man gar keinen MC mehr brauchen würde. Wollen viele »Hip Hop«-Fans keine Raps mehr auf den Beats? »ED« BRÄHNE — Intern und zusammen mit den Künstlern machen wir uns natürlich Gedanken darüber, können es uns aber nicht wirklich erklären. Im Grunde kann man aber sagen, dass jeder Produzent schon immer von sich gesagt hat: »Mein Beat ist so dope, da braucht es gar keinen MC drüber.« Auch wenn der MC das natürlich anders sieht. Das Produzieren von Beats war eben immer eine nerdige Szene. Und es ist bemerkenswert, wie weit sich die jetzt geöffnet hat: Auf unsere Konzerte von den »Betty Ford Boys« kommen im Schnitt 400-500 Leute.

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MUSIKKOFFER: »ED« BRÄHNE Die feiern die Produzenten ab, wie bei einem Konzert eine Liveband. Die Leute tanzen da nicht wie auf einer Elektroparty, sondern konsumieren einfach unsere Musik. Unsere Artists stehen eineinhalb Stunden hinter dem DJ- Pult und spielen Beats und die Leute feiern das ab. Das ist schon irgendwie strange, aber wirklich grandios, was das für eine Entwicklung genommen hat. Ein anderer Grund ist sicherlich die Qualität der Beats, die definitiv sehr hochwertig geworden sind. Inzwischen sind deutsche Produktionen auf jeden Fall auf einem Topniveau, da braucht sich niemand mehr zu verstecken. HANIX - Hat die Heilbronner Hip-Hop-Szene aus den Anfangstagen euch diesbezüglich auch entscheidend geprägt oder haben die alten Heilbronner Rapveteranen wie Ingo, Bülent, Heiko oder beispielsweise Oviedo keinerlei Einfluss auf euch gehabt? »ED« BRÄHNE — Wenn man hier in Heilbronn wirklich aktiv sein wollte, dann musste man durch diese Heilbronner Schule gehen. Und die war natürlich schon etwas eigen. Wir waren damals eben Kids in den 90ern, die mitmachen und aktiv sein wollten. Sei es mit Sprühen oder eben Rappen. Wenn man also zu dieser Gruppe gehören wollte, musste man sich den Begebenheiten anpassen. Die Einstellung war ungefähr so: Die Fantastischen Vier waren Sellouts, gingen also schonmal gar nicht klar. Damals kamen die ersten Szene-Klamottenläden auf, beispielsweise das Ghetto, aber auch das war total verpönt. Man musste Levi’s und no-name Kapuzenshirts tragen und alles, was an Deutschrap in den Charts war, war von vornherein scheiße. Solche Sachen haben mir Heilbronn und dessen Protagonisten der ganz alten Schule mitgegeben. Im Laufe der Jahre hat man sich dann aber ein bisschen davon gelöst und inzwischen sehen die Herren das bestimmt auch wieder anders als damals. Am Anfang hat mich das aber definitiv geprägt. Es wurde einem auch nicht leicht gemacht, in die Szene reinzukommen, aber im Endeffekt war das wohl schon okay so. HANIX - Wie würdest Du die regionale Hip-Hop-Szene, sprich Rap, Beatmaking, DJing, Graffiti und Breakdance einordnen? Ist sie aktiv und vital oder machst Du dir Sorgen? »ED« BRÄHNE — Sorgen muss man sich auf keinen Fall machen. Ich muss allerdings gestehen, dass wir durch unser Label und den verschiedenen Künstlern eher näher an der

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MUSIKKOFFER: »ED« BRÄHNE bundesweiten als der Heilbronner Szene sind. Das ist natürlich etwas schade, denn eigentlich interessiert es mich, was hier passiert. Aber entweder geschieht hier zu wenig oder auf Gebieten, mit denen wir nicht so viel zu tun haben. Es gab auf jeden Fall Zeiten, in denen mehr passiert ist. Das ist momentan unser Eindruck. HANIX - Gestartet seid ihr vor vielen Jahren als kleines, lokales Label, das seinen Fokus auf Künstler aus der Stadt und Region gelegt hat. Inzwischen habt ihr nur noch wenige »einheimische« Rapper unter Vertrag. Wann und wieso habt ihr euch hier für den neuen Weg entschieden? Oder war es gar keine bewusste Entscheidung, sondern vielmehr eine Entwicklung, die sich ergeben hat? »ED« BRÄHNE — Ich hatte nie wirklich einen Masterplan, der darauf abzielen sollte, dass wir irgendwann ein großes Label haben, das sogar national mitmischen kann. Das Motto war immer »von unseren Leuten für unsere Leute«. Vorbild waren Strukturen, wie es sie damals in Stuttgart oder Hamburg gab. Der Prozess bei uns war eher so, dass viele Leute aus verschiedensten Gründen aufgehört haben und dann neue Leute von außerhalb Heilbronns dazukamen. Man muss allerdings auch erwähnen, dass wir momentan auf einem Qualitätsniveau sein wollen, das die Stadt nicht mehr wirklich hergibt. Es fehlt ein wenig an Nachwuchs. Eine Ausnahme ist Waldo: Ungeachtet dessen, dass er mittlerweile in Freiburg lebt, hält er die Heilbronner Fahne für uns hoch. Obwohl wir beim Marketing nicht sehr viel Wert auf den Herkunftsort unserer Künstler legen, ist er doch immer noch »der Heilbronner« im Team. HANIX - Euer neuester Coup ist die Ende Oktober erschienene EP von Mädness, einem Rapper aus Darmstadt. Die zweite Single-Auskopplung »Maggo« wird Land auf, Land ab gefeiert, als würde der Song deutschen Hip Hop retten. Fast alle wichtigen Blogs (u. a. Blogrebellen, Spiegel Offline) und Musikmedien (u. a. Intro, Juice, Splash! Mag) loben Beat und Rap von »Maggo« aufs Höchste. Das Video strebt seinem 100 000 View entgegen. Ihr freut euch sicherlich einen Keks in den Bauch über das Feedback? »ED« BRÄHNE — Natürlich! Aber mit so einem Feedback haben wir nicht gerechnet. Das Projekt lief eher nach dem Motto: »Jetzt schauen wir mal, was da so draus wird.« Sicherlich waren wir von der Sache überzeugt, aber dass die Single eine solche Auswirkung haben würde, hätten wir nicht gedacht. Auch dass wir Feedback von allen Seiten, zum Beispiel von Ulmen.tv, bekommen haben, konnten wir nicht voraussehen. Positives Feedback von Blogs hatten wir jedoch schon bei seinem kleinen Bruder Döll be-

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MUSIKKOFFER: »ED« BRÄHNE kommen, der als ein großes Talent gehandelt wird. HANIX - Wie kommt ein neuer Kontakt zu Künstlern zustande? Bekommt ihr viele Anfragen von Musikern oder schaut ihr euch auch aktiv um? »ED« BRÄHNE — Dadurch, dass wir das seit einigen Jahren machen, hat sich ein Netzwerk über ganz Deutschland entwickelt. Da kennt man sich oder kennt jemanden, der jemanden kennt und so ergeben sich die Kontakte. So habe ich auch von Döll erfahren und bin dann aktiv auf ihn zugegangen. Richtiges Talentscouting betreiben wir aber nur bedingt. HANIX - Noch seid ihr ein Indie-Label. Wollt ihr das auch bleiben oder währt ihr gesprächsbereit, wenn ein Major anfragen würde? »ED« BRÄHNE — Ich würde mir alles anhören! Klar gab es da die erwähnte alte Heilbronner Schule, bei der das Majorlabel das Böse ist. Aber für uns gilt das nicht mehr. HANIX - Eingangs haben wir die Deutschland- und Österreichtour erwähnt. Wann bekommen Heilbronner wieder die Möglichkeit, euch vor Ort zu sehen? Gibt es feste Wortsport-Gigs für den Rest des Jahres? »ED« BRÄHNE — Ja, am 20. Dezember im Mobilat! Es wird eine interne Feier und natürlich auch eine große öffentliche Party mit den meisten WSP-Artists geben. Wir haben geplant, in Zukunft weiterhin im Mobilat zu feiern, da wir nun einmal sehr mit dem Club verbunden sind. Unser Anspruch ist, dass wir hier in Heilbronn präsent sein wollen. HANIX - Zu guter Letzt: Welchen Traum habt ihr für WSP und für Heilbronn? »ED« BRÄHNE — Es wäre schön, wenn das Label noch einen Tick größer werden würde und wir allen Beteiligten ein festes Einkommen ermöglichen könnten. Wobei wir uns auch bewusst sind, dass der Hype schnell wieder vergehen kann. Sollte also der Tag kommen, an dem ich das Label wieder alleine machen und als Nebenjob führen müsste, dann wäre das eben so. Ich sehe das relativ entspannt. Momentan sind wir allerdings auf einem sehr guten Weg.

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DIE KARAWANE DER WEISSEN E-HYBRIDE Text: Maria Sanders Fotos: Maria Sanders & Marcel Kantimm Elektromobilität ist die Zukunft. Davon sind der deutsche Sportwagenhersteller Porsche und sein Kooperationspartner ZEAG Energie AG überzeugt. Am E-Mobility-Day wurde der Panamera S E-Hybrid im Porsche Zentrum Heilbronn vorgestellt und sämtliche Fragen rund um das Thema Elektromobilität beantwortet. Wir waren bei einer Spritztour in den Löwensteiner Bergen dabei und haben ein intelligentes Fahrsystem kennengelernt.

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MOBILES LEBEN: DIE KARAWANE DER WEISSEN E-HYBRIDE Der Fuß auf dem Bremspedal, der Steuerungshebel auf Drive gestellt und mit dem Finger noch eben die E-Power- Taste gedrückt. Jetzt aufs Gas treten und schon kann die Fahrt im Porsche Panamera S E-Hybrid losgehen. Fahrinstruktor Milan gibt noch letzte Anweisungen, bevor die weiße Karawane in Richtung Löwensteiner Berge aufbricht. »Wir fahren mit Strombetrieb«, schallt es aus dem Funkgerät. Ein kurzer Halt an der Ampel: Ein anderer Autofahrer wirft einen prüfenden Blick aus seinem Golf und kneift die Augenbrauen zusammen. Der junge Fahrer wundert sich über den weißen Porsche, der gerade keinen Murks von sich gibt. Es fehlt das laute Röhren des typischen Porsche-Sounds. »Fahren wir im Modus E-Power, dann ist der Panamera leise«, erklärt Instruktor Milan. Kombinierter Antrieb sind hier die Zauberworte. Was das genau ist? Der Fahrer kann nach eigenem Belieben die Kraftstoffzufuhr verändern und damit die Fahrbedingungen modifizieren. Der Panamera S E-Hybrid verfügt über vier Einstellungen: E-Power entspricht der Grundeinstellung, also dem Betrieb über den Elektromotor. Die rein elektrische Reichweite ist mit 36 Kilometern zwar noch überschaubar, aber immer noch höher, als bei einem konventionellen Hybrid. Die maximale Geschwindigkeit liegt im selben Modus bei 135 Km/h Kilometern pro Stunde. Schaltet der Fahrer nun auf E-Charge, ist der Verbrennungsmotor aktiviert. Nun wird der Sportwagen mit Benzin betrieben und beschleunigt von null auf hundert in nur fünfeinhalb Sekunden. Nach typischer Porsche-Manier, kann auf freien Straßen schnell die Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h Kilometern pro Stunde erreicht werden. Noch größeren Fahrspaß verspricht der Sportmodus. Einer der vielen Knöpfe im linken Bereich des Steuerboards. Der vierte Modus ist der Hybrid-Modus, für den es keinen Schalter gibt. Dieser Modus ist einem integrierten Erkennungssystem gleichzusetzen, da es sich dem Fahrstil des Fahrers anpasst. Zunächst fährt man über den Elektromotor. Gibt der Fahrer ab einem bestimmten Punkt deutlich mehr Gas als nötig, schaltet das System automatisch den Verbrennungsmotor dazu. Und schon ist er da. Der typische Porsche-Sound: Laut, röhrend, donnernd. Ein kluges Fahrkonzept, das besonders technikaffine Porsche-Freunde anspricht. Schnelligkeit und Fahrdynamik werden jetzt zu einem besonderen Erlebnis. Dabei ist die Option immer offen, in den schadstofffreien Modus zu wechseln. Ein Blick in den Rückspiegel zeigt die Karawane der weißen E-Hybride. Und auch Jürgen Töpfer lächelt zufrieden: »Das Fahrgefühl ist einzigartig«, schwärmt der 67-Jährige. »Im Elektromodus schwebt man, wie in einem Schiff«, berichtet er. Im Wageninneren riecht es nach Leder, Neuwagen und Exklusivität. Töpfer könne sich gut vorstellen, sich noch einen Panamera S E-Hybrid zuzulegen. Der Unternehmensberater fing selber mit einem Porsche 924 S an, seine Frau bekam einen Porsche Boxster. Die Besonderheit ist das automatische Aufladen der Batterie, dessen Energiefluss auf dem Display genau beobachtet und farblich unterschieden werden kann. Sobald der Fahrer über E-Charge, also über den Verbrennungsmotor, den

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MOBILES LEBEN: DIE KARAWANE DER WEISSEN E-HYBRIDE Sportwagen fährt und den Fuß beispielsweise bergab vom Gaspedal nimmt, lädt sich die Batterie automatisch auf. Der Neupreis für den sportlichen Viersitzer liegt bei etwa 130.000 Euro. Inklusive durchdachter Ladeinfrastruktur. So kann der e-hybride Porsche zu Hause oder unterwegs aufgeladen werden. Die Lade-Dock, also die Ladestation als Schnittstelle zur Stromgewinnung sowie weiteres Ladezubehör, sind Teil der Ausstattung. Der Strom wird in Lithium-Ionen-Batterien gespeichert und über einen Elektromotor in Antriebskraft umgesetzt. Ein weiterer Service ist die Applikation »Porsche Car Connect«. Damit können unter anderem Ladestatus der Batterie, Reichweitenanzeige und Klimatisierung des Fahrzeugs vom Smartphone gesteuert werden. Strom ist die Energie der mobilen Zukunft und kann aus regenerativen Quellen wie Wind, Wasser und Sonne erzeugt werden. Wer also mit dem e-hybriden Panamera S elektrisch fahren möchte, muss Öko-Strom laden. Und das funktioniert am besten über zuverlässige Partner wie der ZEAG Energie AG. »Wir garantieren Öko-Strom an unseren Ladestationen«, sagt Thomas Peter Müller, Geschäftsführer der NHF Netzgesellschaft Heilbronn-Franken und ZEAG-Projektleiter für Elektromobilität. Rund 30 Ladesäulen und -stationen gibt es derzeit in Heilbronn und Umgebung (siehe Auswahl »Ladesäulen zum Aufladen«) und es sollen noch mehr werden. »Uns ist der verantwortungsvolle und nachhaltige Umgang mit Natur und Umwelt sehr wichtig. Deshalb fördern wir gezielt die natürliche Mobilität mit Strom«, so Müller. Die Vorteile liegen auf der Hand: »Auf Basis erneuerbarer Energien sind Elektrofahrzeuge CO2-neutral, sauber, leise und schadstoffarm und verbessern damit nachhaltig die Lebensqualität.« Um Elektromobilität in Verbindung mit erneuerbaren Energien in Heilbronn-Franken langfristig voranzubringen, haben sich die Stadt Heilbronn, die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH, die Hochschule Heilbronn und die ZEAG Energie AG zum Verein Elektromobilität Heilbronn-Franken e. V. zusammengeschlossen. Unter dem Motto »natürlich mobil in der Region« werden Herausforderungen gemeinsam angegangen und zielgerichtet gelöst. Neben aller Entwicklungs- und Innovationskraft ist sich Andreas Matthis, Geschäftsführer des Porsche Zentrums, bei einer Sache sicher: Jedes Fahrzeug hat die Porsche-Genetik. »Ganz gleich, welche Autos Porsche entwickeln wird. Doch wo Porsche draufsteht, wird auch immer Porsche drin sein.« LADESÄULEN ZUM AUFLADEN: PARKHAUS AM BOLLWERKSTURM, MANNHEIMER STRASSE 25, HEILBRONN PARKHAUS EXPERIMENTA, BAHNHOFSTRASSE 6, HEILBRONN BIKE ARENA BENDER, KOEPFFSTRASSE 7, HEILBRONN BILDUNGSCAMPUS DIETER SCHWARZ-STIFTUNG, MANNHEIMER STRASSE, HEILBRONN AUTOHAUS FEIER, KARL-WÜST-STRASSE, HEILBRONN ENERGIESTANDORT HEILBRONN, WEIPERTSTRASSE 39/41, HEILBRONN RATHAUS LEINGARTEN, HEILBRONNER STRASSE 38, LEINGARTEN FACHHOCHSCHULE, MAX-PLANCK-STRASSE 39, HEILBRONN UMWELTAMT, PLANUNGS- UND BAURECHTSAMT, FRANKFURTER STRASSE 73, HEILBRONN WEITERE INFOS UNTER: WWW.PORSCHE-HEILBRONN.DE WWW.ZEAG-ENERGIE.DE/ELEKTROMOBILITAET

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»HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE. WERKE AUS DEM NACHLASS HEINER HESSE.« OKTOBER 2014 – 11. JANUAR 2015 Die Ausstellung »Hermann Hesse. Mit Feder und Farbe. Werke aus dem Nachlass Heiner Hesse« gibt mit über 130 Arbeiten einen repräsentativen Überblick über das malerische Werk Hermann Hesses. Es umfasst Aquarelle, Zeichnungen, wenige Öl-und Buntstiftbilder, Gouachen sowie Illustrationen. Die zum Großteil erstmals öffentlich präsentierten Arbeiten stammen überwiegend von der Erbengemeinschaft des Nachlasses Heiner Hesse (1909 – 2003). Hermann Hesse (1877 – 1962)zählt zu den bedeutenden Doppelbegabungen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Der Schriftsteller beginnt gegen Ende des Ersten Weltkriegs in einer literarischen Schaffenskrise zu malen. So gelingt es ihm, Selbstzweifel zu überwinden und Lebensfreude zurück zu gewinnen. Daher spricht aus vielen seiner Bilder die Sehnsucht nach Harmonie und Glück. Sowohl aus seinen Schriften als auch aus dem ornamentalen Stil seiner Bilder lässt sich eine sensible Wahrnehmung der Natur ablesen; Hermann Hesses Bildwelt schlägt somit einen Bogen zu seinen Texten und vervollständigt sein Werk. Auch als Maler und Zeichner war der »künstlerische Dilettant«, wie Hesse sich augenzwinkernd selbst bezeichnete, erfolgreich: So hatte er 1920 seine erste umfangreiche Einzelausstellung im Kunstmuseum Basel und stellte 1922 mit Emil Nolde im Kunstmuseum Winterthur aus. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog im Hatje Cantz Verlag zum Museumspreis von 24,80 Euro.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse beim Skizzieren auf dem Monte Brè, Oktober 1934, © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach am Main. linke Seite: Hermann Hesse beim Aquarellieren, Sommer 1939, Foto: Martin Hesse, © Fondazione Hermann Hesse Montagnola.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, Verso Arasio, 16. September 1925, Fondazione Hermann Hesse Montagnola, Depositum Privatsammlung © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach/Main.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, Rote Hütte, 28. September 1922, Fondazione Hermann Hesse Montagnola, Depositum Privatsammlung © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach/Main.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, Weg unter Bäumen, 23. Juli 1924, Fondazione Hermann Hesse Montagnola, Depositum Privatsammlung © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach/Main.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, Magnolie, 2. Mai 1928, Fondazione Hermann Hesse Montagnola, Depositum Privatsammlung © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach/Main.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, Winter, 7. Dezember 1933, Fondazione Hermann Hesse Montagnola, Depositum Privatsammlung © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach/Main.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, »Im Camuzzi-Garten«, 30. Mai 1929, Privatbesitz.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, Noranco, 1922, Fondazione Hermann Hesse Montagnola, Depositum Privatsammlung © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach am Main.

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KUNSTREGION: HERMANN HESSE MIT FEDER UND FARBE Hermann Hesse, »Abendlicht«, 11. Juli 1925, Fondazione Hermann Hesse Montagnola, Depositum Privatsammlung © Hermann Hesse-Editionsarchiv Volker Michels, Offenbach am Main.

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»ICH FREUE MICH AUF HELLS BELLS AM MILLERNTOR« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MELI DIKTA Der gebürtige Heilbronner Marc Schnatterer mischt mit dem 1. FC Heidenheim aktuell die 2. Bundesliga auf. Der Offensivspieler führt die Scorerliste der Liga an und hat noch vieles vor in Heidenheim, wo er kürzlich seinen Vertrag bis 2020 verlängert hat. Wir sprachen mit dem Fußballprofi über seinen Status als Star und Identifikationsfigur sowie den Traum von Bundesligafußball.

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INTERVIEW DES MONATS: MARC SCHNATTERER HANIX - Marc, hast du dir die 2. Bundesliga so einfach vorgestellt? MARC SCHNATTERER — Was heisst einfach? Ich denke, wenn man noch nie in Bundesliga oder der 2. Liga gespielt hat, geht man da mit Vorfreude aber auch mit dem nötigen Respekt ran. Das Gute ist vielleicht, dass sowohl wir als Spieler als auch der Verein ins kalte Wasser geschmissen wurden, was wir alle recht gut angenommen haben. Natürlich ist, bis jetzt, alles gut gelaufen für uns, die 2. Liga ist aber vom Anspruch her eine ganz klare Steigerung im Vergleich zur 3. Liga. HANIX - Merkt man den Unterschied tatsächlich so extrem? Alle drei Aufsteiger - Leipzig, Darmstadt und Heidenheim - stehen recht gut da. MARC SCHNATTERER — Klar stehen alle drei Aufsteiger extrem gut da, das kommt aber natürlich auch auf die Qualität an. Darmstadt, Leipzig und wir hatten ja im letzten Jahr schon über die ganze Saison eine hohe Konstanz an guten Leistungen gezeigt, was es in der dritten Liga bis dato nicht oft gab. Die drei genannten Vereine sind einfach über die letzten Jahre gesund gewachsen und die Mannschaften sind sehr gut eingespielt. HANIX - In der Geschichte der 2. Liga feierte nur ein Akteur, der zuvor maximal drittklassig spielte, einen besseren Einstand als du. Du bist aktuell zweitbester Feldspieler nach Noten und führst die Scorerliste der Liga an, dazu belegst du Platz zwei bei den Torjägern. Klingt nicht gerade danach, als würde dir die Liga schwerfallen. MARC SCHNATTERER — Es ist immer ein bisschen schwierig zu beurteilen. Die von dir angesprochenen Statistiken habe ich auch erst am Montag im Kicker gelesen. Ich denke, wenn man an seine eigenen Stärken glaubt, diese versucht kontinuierlich zu verbessern und das dann auch auf den Platz bringt, wird man früher oder später auch die Ernte einfahren. Schwieriger wird es, wenn man zuviel mit dem hadert, was nicht klappt. Dann macht der Kopf irgendwann auch nicht mehr so mit, wie er es sollte. All dies klappt bei mir persönlich auch nur, wenn es in der Mannschaft stimmt. Meine guten Statistiken kommen auch daher, dass ich von meinen Mitspielern gut in Szene gesetzt werde. Dies sollte man nie vergessen. Natürlich wird es auch mal eine Phase geben, in der nicht alles so läuft, wie momentan. Aber auch dann darf man nicht verzweifeln und mit sich hadern, sondern man sollte versuchen sich das Selbstvertrauen und den Spass im Training zurück zu erarbeiten. HANIX - Auf welches Stadion freust du dich in der 2. Bundesliga am meisten? Sicherlich nicht auf das Sandhausener Hardtwaldstadion oder auf das Volksbankstadion des FSV Frankfurt. MARC SCHNATTERER — Ich war schon immer ein Fußball- Fan und, sagen wir mal, Sympathisant vom FC Bayern München und meinem Vorbild Mehmet Scholl. Wir hatten jetzt beispielsweise schon in Düsseldorf gespielt: Ich muss schon sagen, dass es ein richtig geiles Stadion mit fantastischer Stimmung ist. Auf St. Pauli freue ich mich zum Beispiel auch sehr. Alle erzählen immer, dass dieses Gefühl, bei Hells Bells einzulaufen, einfach unbeschreiblich ist. Wir sind jetzt dabei und dürfen das genießen. Zu nennen sind hier aber auch der Betzenberg in Kaiserslautern und die Allianz-Arena, in der wir gegen 1860 München spielen. HANIX - Vor einem Jahr hast du mit dem Bundesligisten FC Augsburg geflirtet und dich dann doch für die 3. Liga in Heidenheim entschieden. Stand auf deiner »To do«-Liste nicht »Bundesliga spielen«? MARC SCHNATTERER — Vor einem Jahr stand schon auf der Liste Bundesliga zu spielen, aber die 2.Liga gehört eben auch dazu. Natürlich ist ein Verein wie Augsburg interessant und attraktiv, allein schon, was die Entwicklung in den letzten Jahren angeht. Ich muss aber dazu sagen, dass immer viel von außen gesagt und geschrieben wird, und soviel wie die Öffentlichkeit vermutete, ist in der Zeit gar nicht passiert. HANIX - Nach der Absage an Augsburg diktiertest du

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INTERVIEW DES MONATS: MARC SCHNATTERER dem Kicker: »Heidenheim passt zu mir und ich passe nach Heidenheim.« Beschreibe doch mal für uns Heilbronner das Städtchen und den Verein Heidenheim und warum du so gut hier zur Stadt und zum Klub passt. MARC SCHNATTERER — Ich bin generell ein Familienmensch. Ich kann mein Bestes geben, wenn ich mich wohlfühle und gegenseitiges Vertrauen da ist. Das gilt für den Fußball dann natürlich für den Verein, die Stadt und unsere Fans. Der Verein und die Stadt entsprechen diesem Typus. Beide sind nicht zu groß, man kennt sich eben. Ein weiterer Punkt ist die ehrliche Arbeit des Vereins und der ehrliche, direkte Umgang mit den Spielern. Ich bin ein Typ, der sagt, was er denkt. Das ist hier gern gesehen. HANIX - Resultierte die Entscheidung, hier zu bleiben auch aus schwäbischem Sicherheitsdenken heraus? Eben für den Traum »Bundesliga zu spielen« nicht den erarbeiteten Status und die damit verbundenen Annehmlichkeiten über Bord werfen zu müssen? MARC SCHNATTERER — Es ist wahrscheinlich eine Mischung aus vielem. Natürlich spielt im Kopf immer eine Rolle, dass ein gewisser Reiz für Abenteuer vorhanden ist. Als Sportler will ich Erfolg haben, nach vorne kommen und eine gewisse Entwicklung mitmachen. Das habe ich immer gesagt. Hier in Heidenheim ist in Zukunft noch sehr viel möglich und ich fände es toll, ein Teil davon zu sein. Es ist natürlich so, dass ich als Kapitän, der schon lange im Verein ist, höhere Einflussmöglichkeiten habe, als es bei einem ganz neuen Verein wäre. Ich werde hier durchaus um Rat gefragt. Grundsätzlich bin ich sehr froh hier zu sein. Aber in erster Linie nicht wegen der Sicherheit, sondern wegen meiner Überzeugung, dass in Heidenheim in den nächsten Jahren noch sehr viel bewegt werden kann. Aber eine gewisse Abenteuerlust ist auch da. Wenn man als Spieler in der 2.Liga angekommen ist und dann nicht auch in der Bundesliga spielen will, hätte man wohl seinen Job verfehlt.

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INTERVIEW DES MONATS: MARC SCHNATTERER HANIX - Bis du 2008 nach Heidenheim in die Regionalliga kamst, lief deine Karriere eher durchwachsen. Viele Trainer empfanden deine Statur als zu schmächtig. Nirgends, ob beim VfB Stuttgart in der Jugend, oder beim KSC II in der Regionalliga gelang dir der Durchbruch. Und auch in Heidenheim lief es anfangs eher schleppend. Du wolltest schnell wieder weg von der Ostalb. Wieso hast du dann doch die Kurve bekommen und bist vom Mitläufer zum Leistungsträger, zum Führungsspieler, zum Publikumsliebling und zur Identifikationsfigur geworden? MARC SCHNATTERER — Eine ganz wichtige Rolle spielt hier natürlich der Trainer. Dies ist vielleicht auch der Unterschied zwischen Karlsruhe und Heidenheim gewesen. Wenn man Vertrauen genießt und auch gefördert wird, ist es immer ein bisschen leichter. Bevor ich damals nach Karlsruhe in die Regionalliga ging, wo es dann sportlich nicht so gut lief, sprach ich schon mit Heidenheim. Dann kam Heidenheim erneut auf mich zu. Letztendlich hätte ich mich vielleicht auch nicht für Heidenheim entschieden, wenn ich nicht schon damals gesehen hätte, was hier entstehen kann. Dann war ich hier und alles, sowohl das Stadion, der Verein als auch das Städtchen war ein bisschen kleiner als ich es aus Karlsruhe kannte. Da habe ich mir als 22-jähriger schon meine Gedanken gemacht, ob dies der richtige Weg ist, den ich eingeschlagen habe. Es kamen dann Überlegungen auf, ob ich tatsächlich hier meine Karriere machen kann oder vielleicht doch ein Studium beginnen sollte, um eine gewisse Sicherheit zu haben. Ich wollte meine Zelte hier schon abreissen. Unser Trainer gab mir ein Wochenende frei. In der Zeit bin ich dann nach Hause gefahren und habe alles mit meinen Eltern besprochen, die mich dann total gestärkt haben, es hier zu versuchen. Außerdem gab es noch ein etwas härteres Gespräch mit unserem Geschäftsführer Holger Sanwald, welches mich unheimlich motiviert hat. Ich möchte

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INTERVIEW DES MONATS: MARC SCHNATTERER aber nicht unerwähnt lassen, dass meine Überlegungen nie etwas mit der Mannschaft zu tun hatten, die mich super aufnahm. Irgendwann habe ich dann den Schalter umgelegt bekommen und das hat ja dann auch ganz gut funktioniert. Ich kann mich noch sehr gut an die Worte von Holger Sanwald erinnern. Er sagte mir nach meinen ersten sechs Monaten hier in Heidenheim, dass die besten Ehen meistens die sind, die etwas holprig beginnen. Er hat recht behalten. HANIX - Dein Trainer Frank Schmidt ist ein Baum von einem Mann. Du hast eher eine schmächtige Figur. Die beiden sportlichen Hauptfiguren in Heidenheim könnten äußerlich also kaum unterschiedlicher sein. Bezogen auf den Fußball scheinen sie aber ganz ähnlich zu ticken. Nun hast du und auch Trainer Schmidt bis 2020 verlängert. Das klingt nach purer Fußballromantik. Sprecht ihr beiden auch manchmal darüber? MARC SCHNATTERER — Über dieses Thema sprechen wir eher weniger. Klar kommunizieren wir viel Miteinander, wobei es dann hauptsächlich um die nächsten Gegner und ums Fußballerische geht. Optisch gesehen sind wir zum Glück zwei grundverschiedene Typen. Er war auch ein ganz anderer Spieler, eher im defensiven Bereich angesiedelt, als ich es bin. HANIX - Zweifelsfrei ist Schmidt maßgeblich für deine sportliche und persönliche Entwicklung verantwortlich. Wie hat er es angestellt aus dem schmächtigen Mitläufer den aktuell besten und gefährlichsten Spieler der 2. Bundesliga zu formen? MARC SCHNATTERER — Da ich immer noch schmächtig bin, hat er mich auf jeden Fall nicht in den Kraftraum geschickt. Er hat wohl sehr früh erkannt was in und mit mir möglich ist, so wie ich erkannt habe, was mit Heidenheim möglich ist. Er hat einfach das Gespür dafür wie er mit mir umgehen, und wie er mich anpacken muss, sei es im Training oder im Spiel. Ich habe schon manchmal meinen eigenen Kopf und bin wohl auch etwas stur. Der Trainer weiß, dass er mir auch im Spiel meine gewissen Freiräume lassen muss, was ich natürlich versuche positiv zu nutzen, ohne Egotrips fahren zu wollen. Diese Unterstützung war

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INTERVIEW DES MONATS: MARC SCHNATTERER vor einigen Jahren viel wichtiger für mich als heute, da auch ich, als mittlerweile gestandener Spieler, reifer und ruhiger geworden bin. HANIX - Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft. Hier in Heidenheim schert man sich darum wenig, so der Eindruck. Liegt das auch daran, dass die Vereins-DNA viele Jahrzehnte im Amateurbereich programmiert wurde, wo einfach vieles gemütlicher und familiärer zugeht? Man hat aus der Ferne das Gefühl, dass hier noch alte Werte gelten. Zumindest mehr als anderswo im Profifußball. MARC SCHNATTERER — Ich würde nicht behaupten wollen, dass Traditionsvereine oder größere Vereine nicht auch familiär sind. Eher sind aber die Erwartungshaltungen höher, was bei uns in den letzten zwei Jahren aber auch der Fall war. Wir schaffen es immer ganz gut, den Druck von außen von uns fernzuhalten und die wichtigen Dinge intern zu besprechen. Klar ist aber das stetige Wachstum, welches hier vollzogen wurde, ein großer Vorteil für uns und die Stadt. Aber man muss klar feststellen, dass der Verein sich zum echten Profiverein mausert. Anders wären die Herausforderungen nicht zu bewältigen. Wichtig bei all der positiven Entwicklung und dem Erfolg ist, dass wir uns noch selbst im Spiegel anschauen können und wissen, wo wir herkommen. Es ist wie überall: Wenn man alles für den Verein gibt, honorieren dies auch die Fans, selbst wenn es mal nicht so gut läuft. HANIX - Die alten Werte besagen, dass eine Fußballmannschaft eine Stadt, einen Stadtteil oder ein Dorf repräsentiert. Mit Spielern aus dieser Stadt, dem Stadtteil oder dem Dorf. Zumindest aber aus der Region. Damit sich die Zuschauer, die Fans mit dieser Mannschaft identifizieren können. Hier in Heidenheim, mit der 13000 Mann fassenden Voith-Arena, kennt der Fan den Profi noch persönlich, richtig? Und man schwäbelt miteinander. Immerhin stehen inklusive Coach Frank Schmidt elf gebürtige Schwaben im Kader. MARC SCHNATTERER — Ich glaube schon, dass es einen positiven Aspekt haben kann, wenn es viele Beteiligte gibt, die aus derselben Region kommen. Es kann zumindest nicht schaden. In erster Linie ist es aber wichtig, dass die Leute sehen wollen, dass, sobald ein Spieler das Trikot des Vereins trägt, er auch alles für den Verein gibt. Dann ist

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INTERVIEW DES MONATS: MARC SCHNATTERER es nicht mehr entscheidend, aus welcher Region der Spieler kommt. Ich persönlich finde es natürlich gut, dass ein Verein wie Heidenheim auch viele Talente und Spieler aus der Region fördert. HANIX - Wenn du und Trainer Schmidt die aktuell verlängerten Verträge erfüllen sollten, würdet ihr am Ende zwölf Jahre miteinander arbeiten. Das erinnert dann fast an die Beziehung und Zusammenarbeit zwischen Sir Alex Ferguson und Ryan Giggs bei Manchester United. Witzelst du manchmal mit deinem Chef über eure Beziehung und euren gemeinsamen Weg? Inzwischen müsset ihr euch gegenseitig besser kennen als manche Ehepaare. MARC SCHNATTERER — Wirklich bewusst ist uns das nicht. Als Spieler und als Trainer muss man wissen, dass viel vom Erfolg abhängig ist. Wenn wir tatsächlich bis 2020 in diesem Verein sind, war es zumindest so erfolgreich, dass wir eine gute Rolle in der 2. Liga gespielt haben. HANIX - Du bist jetzt seit sechs Jahren im Verein. Wo gibt es das noch? So lange Jahre in einem Verein? Schon vor Jahrzehnten haben solche Leute Kosenamen bekommen wie »Uns Uwe« oder »der treue Charly«. Hier in Heidenheim muss man dir langsam auch einen identifikationsstiftenden Spitznamen geben. Oder gibt es den bereits? MARC SCHNATTERER — Nicht, dass ich wüsste. Zu mir sagt jeder »Schnatti«. Das ist aber schon vom ersten Tag an so. HANIX - Geboren wurdest du in Heilbronn, deine Fußballsozialisation hat aber kaum im Unterland stattgefunden. Interessierst du dich für den Fußball im Unterland oder schaust du eher in den Ludwigsburger Landkreis. Du hast in deiner Jugend lange für den SGV Freiberg gespielt, dein Heimatverein ist der TSV Bönnigheim. MARC SCHNATTERER — Fußballerisch hatte ich schon immer eher den Bezug in den Ludwigsburger Bereich. Ich wäre aber in der B-Jugend fast einmal beim VfR Heilbronn gelandet. Rückblickend bin ich aber froh, dass es damals nicht geklappt hat. Klar habe ich den Fußball in Heilbronn schon auch immer ein wenig verfolgt. Man be-

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INTERVIEW DES MONATS: MARC SCHNATTERER kommt ja gewisse Informationen ganz automatisch mit. Leider ist die Situation in Heilbronn eher schwierig. Die Stadt an sich hätte, auch in Bezug auf die Wirtschaftskraft, natürlich schon das Potential in höhere Bereiche vorzustoßen. HANIX - Vor Kurzem hast du ein Sportmanagement- Fernstudium angefangen. Wird man dich nach deiner Karriere eher nicht als Trainer, sondern als Manager sehen? MARC SCHNATTERER — Den ersten Teil habe ich schon in Form einer Weiterbildung, die anderthalb Jahre ging, abgeschlossen. Jetzt möchte ich aber weitermachen, um den Abschluss zum Sportfachwirt zu erreichen, was dann auch staatlich anerkannt wäre. HANIX - Du könntest dann Chef von deinem Cheftrainer werden. Ein letztes großes Ziel für dich hier in Heidenheim? MARC SCHNATTERER — Nach heutigem Stand hätte ich wahrscheinlich mehr Lust als Trainer zu arbeiten, da mir das tägliche Arbeiten mit der Mannschaft mit Sicherheit liegen würde. Wenn ich irgendwann mit Fußballspielen aufhöre, muss ich, nach einigem Abstand, sehen was passiert. Vielleicht wird es auch was ganz anderes, ich habe ja noch einige Jahre Zeit mir dazu Gedanken zu machen. Grundsätzlich habe ich aber große Lust in irgendeiner Funktion in einem Fußballverein tätig zu sein, weil das einfach schon immer mein Ding war. Für Frank Schmid hoffe ich natürlich, dass er selbst seinen Weg in die Bundesliga findet. Aber das alles ist Zukunftsmusik und hängt von unglaublich vielen Faktoren ab.

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FROM ME TO YOU »ME2YOU«-CREW bedeutet Drum & Bass, Kollektiv und Spaß. Ein Portrait einer Crew, deren Heimerfolg die deutsche Szene aufhorchen lässt. ROBERT-MAYER-FESTJAHR IN HEILBRONN Michaela Ruof vom Kulturamt hat das Robert-Mayer-Festjahr mitorganisiert und uns davon erzählt. FEIERN FÜR DIE SINNE Südklang ist ein DJ- und Veranstalter-Hybrid. Seit 2011 legen die vier Heilbronner Jungs ehrgeizig ein wahnsinniges Tempo vor. Bald gibt es auch ein eigenes Label. HEITLINGER HOF In einer in Deutschland einmaligen Konstellation aus Weingut, Vier-Sterne-Hotel, Golf und Topgastronomie lässt es sich prima Geburtstag oder Hochzeit feiern. JOSHIS MEINUNG Unser junger Kolumnist feiert gerne. Zum Beispiel seinen Geburtstag. Die Feiergepflogenheiten von Erwachsenen findet er hingegen wundersam.

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TEXT: ASHLEY AAMES FOTOS: MELI DIKTA FROM ME TO YOU Wer einmal eine Nacht mit Ihnen verbracht hat, weiß, dass beim Titelthema »Feiern« kein Weg an Ihnen vorbeiführt. Und das liegt nicht nur an Ihrem Sound, sondern auch an den Leuten, die sie Abend für Abend begleiten. »ME2YOU CREW« bedeutet Drum & Bass, Kollektiv, Spaß und Gelassenheit. Das organisierte Chaos. Retrospektive einer Crew, deren Erfolg in der Heimat die deutsche Szene aufhorchen lässt.

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TITELTHEMA: FEIERN Am Morgen des HANIX-Fotoshootings für diesen »ME2YOU CREW«-Bericht konnten wir unser Glück kaum fassen. Manche nennen solche Fügungen spontan, andere wiederum planlos und glücklich. Wahrscheinlich war von allem etwas dabei. Am Treffpunkt versammelt wurde schnell deutlich, dass die Jungs mal wieder recht unvorbereitet in diesen Termin gingen. Diverse Ideen zur möglichen Location wurden strukturlos in einen wobbelnden Sumpf aus Geplapper geworfen. Wir waren unfähig, um diese Uhrzeit einen gemeinsamen Konsens zu finden. Aber plötzlich war sie da, diese eine Idee, die alle vereinte. Wir erinnerten uns an die gemeinschaftliche Taxifahrt zum Gig beim RÖMERSEE OPEN AIR dieses Jahr. Während der Fahrt haben wir ein Ort entdeckt, der mit seiner urbanen Intensität nach uns schrie. Es handelte sich um ein abgelegenes Areal am Hafen, auf dem die Heilbronner Feuerwehr diverse Autowracks für Katastrophenschutzübungen lagerte. Nichts wie hin. Dann riss der Himmel auf und schenkte uns entgegen der vergangenen meist grauen Oktobertage einen wunderschönen Spätsommervormittag. Perfekt. Am Fotospot unserer Wahl angekommen, konfrontierten wir die anwesenden Feuerwehrmänner mit unserem Vorhaben. Die Feuerwehrleute waren gerade dabei, ihren nagelneuen Leiterwagen mit 30-Meter-Kran auf Herz und Nieren zu prüfen und verstanden unser Erscheinen als perfekte Übungsgelegenheit, das neue Gefährt unter Extrembedingungen zu testen. Kurzerhand beförderten sie uns alle mithilfe ihres neuen »Spielzeuges« über den Zaun auf das Areal mit den Autowracks. Und da waren wir. Planlos aber durchaus erfolgreich, angereichert mit einer ganzen Menge Glück. Dies ist die Geschichte der Hasen und der Reiter des Sturms. Es ist die Geschichte eines Heilbronner Soundsystems, das die Gemeinschaft fördert wie kein Zweites und dabei jede Menge Gründe findet, um ordentlich zu feiern. Wie so oft begann auch diese Geschichte mit zufälligen Begegnungen. Zu jener Zeit, im Oktober 2011, war Dubstep bereits das große Ding in Heilbronn. Frisch und unverbraucht kam es daher und zog das seit Jahren in der Käthchenstadt stagnierende Drum and Bass als Randerscheinung mit durch. Im Gegensatz zur DUBWARS-Crew, die sich in Windeseile aufgrund des eintretenden Dubstep-Phänomens deutschlandweit einen beachtlichen Rum erarbeitete, brachte die hiesige Trommelund-Bass-Szene jahrelang keine Macher hervor. Und ohne Angebot tut sich verständlicherweise auch die Nachfrage etwas schwer. Für die Heilbronner Drum-and-Bass-Szene war es normal, an den Wochenenden ins naheliegende Mannheim zu pilgern. Dort spielt seit Jahren die Musik. Internationale Topstars der Szene und große seit Jahren erfolgreiche Veranstaltungen sorgen dafür, dass das Rhein- Neckar-Delta seit nunmehr zwanzig Jahren als Mekka der nationalen Drum-and-Bass-Gemeinschaft dient. Schon in den neunziger Jahren machten sich regelmäßig kleine Heilbronner Grüppchen traditionell an den Wochenenden auf Richtung Mannheim, um sich dort dem Jungle- Virus hinzugeben. In Heilbronn wiederum spielte sich die Szenerie eher im Untergrund ab. Nichtsdestotrotz kam es im Oktober 2011 auf der von DUBWARS initiierten 1. Heilbronner Drum-and-Bass-Convention zur ersten und für die Crew folgenschweren Begegnung. Die ME2YOU-CREW Gründer Jano P und Rollin G wurden an jenem Abend auf Julez, seines Zeichens Host der E-Scalation-Radio-Show auf dem kanadischen Sender www.bassjunkees.com aufmerksam. Angetan von seiner Performance wucherte in ihnen der Plan, ihn fest in die RESQ / DJ & VERANSTALTER / MA:SSIVE / MANNHEIM: »Aus der deutschen Drum-and-Bass-Szene ist die Me2You- & Sleepwalker-Crew nicht mehr wegzudenken. In Heilbronn haben sie mit den gleichnamigen Events ein Stück Drum-and-Bass-Underground geschaffen. Mit viel Herzblut und einer familiären Crew, steht hier Klasse statt Masse ganz oben auf dem Programm!«

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TITELTHEMA: FEIERN übernehmen zu können als Quantensprung hinsichtlich öffentlicher Wahrnehmung heraus. DANIELSON / DJ & VERANSTALTER / BASSKULTUR / REUTLINGEN: »Der Hammer ist der: Wir sind die letzten Jahre wirklich viel innerhalb der »Drum and Bass«-Szene Deutschlands rumgekommen. Unser erster Studiobesuch bei den Jungs in Heilbronn hat uns geflasht und inspiriert. Unser erster gemeinsamer Gig im Mobilat hat das Ganze noch um ein vielfaches gesteigert. Unglaublich, was in Heilbronn auf die Beine gestellt wurde. Massive respect!« Crew einzubinden. Julez wiederum motivierte es, endlich Gleichgesinnte gefunden zu haben. Er stellte dem Kollektiv seine Live-Radio-Show zur all samstäglichen Mix-Session zur Verfügung. Diese aufkommende Energie schien dann auch Maso, dem zeitweise abgetauchten MC der Crew, frischen Wind zuzufächern. Fortan traf man sich samstags zur gemeinschaftlichen Trommel-und-Bass-Extase in Rollin Gs hauseigenem Gewölbekeller. Nahezu zeitgleich lernten sich Benny, Julez´ Bruder und inzwischen Crew-Manager und Adminbeauftragter, und ich während unseres everyday-Jobs kennen. Während unserer ersten gemeinsamen Fahrt zu einem Kunden bespielte ich das Vehikel mit einem meiner Drum-and-Bass-Sets, worauf Benny entgegnete »Ey, mein Bruder legt auch Drum and Bass auf!« Mir mangelte es zu dieser Zeit an Kontakten zwischen der urbanen DnB- DJ-Szene, sodass ich mich sehr darüber freute und Julez auf die anstehende RIDERS ON THE STORM-Party ins Heilbronner Mobilat einlud. Julez hatte an diesem Abend natürlich Jano P und Maso im Schlepptau, die sich wiederum das Mikrofon griffen um volltrunken, wie wir alle waren, für Stimmung zu sorgen. Die Chemie stimmt auf Anhieb und wir beschlossen nach einigen gemeinsamen Radio-Sessions, uns ein gemeinschaftliches Studio zu suchen. Diese Regelmäßigkeit der Radioshow diente uns nicht ausschließlich als Vorwand, schon samstags Mittag unsere Nahrungsaufnahme auf Alkohol zu reduzieren. Vielmehr war es die Möglichkeit, trotz der anfänglich überschaubaren Zahl an Club-Auftritten, kontinuierlich via Internet Hunderten von sogenannten Headz unseren musikalischen Output um die Ohren zu klatschen. Dabei stellte sich das Angebot von www.dnbradio.com, einem der Vorzeige-Drum-and-Bass-Sender, einen Slot bei ihnen Und so führte eines zum anderen. Parallel zu den Aktivitäten der Crew entwickelte sich in Heilbronn eine Szene, die sich mittlerweile in anderen Städten für ihre in sich harmonische und positive Grundeinstellung beim Feiern Respekt verdient. Dass eine lokale DJ-Crew nahezu wöchentlich in der eigenen Stadt zum Einsatz kommt und dabei nicht standardisiert den Anheizer für überdimensional glorifizierte Headliner geben muss, sondern nach Belieben die Maintime bespielt und das regelmäßig in vollen Clubs, wird als sehr außergewöhnlich registriert. Mittlerweile ist die Crew um ein Vielfaches an Personen und Mitgliedern angewachsen. Denn zum harten Kern der Djs gesellen sich die zahlreichen Supporter der Sache. ME2YOU CREW Abende gestalten sich zunehmend als Familientreffen. Man kennt und schätzt sich, trifft liebgewonnene Menschen und pflegt gemeinsam diesen außergewöhnlich positiven Vibe. Seit Monaten gelingt es durch diesen Eindruck auch Gäste der umliegenden Städte wie Mannheim, Heidelberg, Stuttgart oder auch Karlsruhe zu einem Wochenendbesuch ins Heilbronner Trommel-und-Bass-Städtle zu motivieren. Dazu trägt mit Sicherheit auch bei, dass wir uns in der ME2YOU CREW alles in allem nicht ganz so ernst nehmen. DJ FK / DJ & PRODUZENT / SHG DNB / LOHR: »Wenn es darum geht, nationalen Artists eine Plattform zu geben, sind SLEEPWALKER und die ME2YOU CREW unheimlich wichtig für Drum and Bass in Deutschland geworden. Von all den Partys, auf denen ich über die Jahre auftreten durfte, hat Heilbronn den unschlagbarsten Vibe und ist somit jedes Mal aufs neue ein echtes Highlight.«

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TITELTHEMA: FEIERN Durch die Bündelung der Aktivitäten einzelner Crew- Mitglieder wurde der Terminkalender der gesamten Crew voller und voller. So hosted die Bande mittlerweile die RIDERS ON THE STORM-Partys und den YARDSTYLE BUSS DI DANCE Drum-and-Bass-Floor im Mobilat, die RABBIT HOLE-Events im Heilbronner Plan B, dazu in unregelmäßigen Abständen Gigs im Bukowski. Nicht zu vergessen die weiterhin samstags, seit Neuestem von 14 bis 19 Uhr, ausgestrahlte E-SCALATION-RADIO- SHOW auf www.dnbradio.com. Bei so viel vorhandener Spielfläche war es immer ein Anliegen Aktivisten und überregionale Künstler mit einzubinden. Dadurch entstand ein Netzwerk, von dem alle profitierten. Und zwar nicht um sich kommerziell an der Unterländer DnB-Familie zu bereichern, sondern um sich gemeinsam an dem Erhalt und Ausbau dieser zu beteiligen. So sind richtige Freundschaften zwischen Djs und MCs anderer Städte zu Supportern der heimischen Szene entstanden. Für die ME2YOU CREW scheint unterdessen der Höhepunkt erreicht. Ist man doch mit der Eigendynamik der Bewegung mehr als zufrieden. Während diverser Auftritte außerhalb Heilbronns Stadtgrenzen, wie zum Beispiel in Aalen, Ulm, Karlsruhe, Mannheim, Stuttgart und Reutlingen wuchs auch die Erkenntnis das mitunter etwas fehlte. Es war das Zuhause, die eigene Szene. Die Menschen, die uns regelmäßig durch unsere Heilbronner Club- und Kneipentouren begleiten. Diese spezielle Gemeinschaft, die jeden mit positiver Grundeinstellung dazu einlädt, zusammen unsere Sorgen und Ängste für einige Stunden vergessen zu lassen. Das Fotoshooting neigte sich dem Ende zu. Grüppchen nach Grüppchen befördert uns der Feuerwehrkran wieder sicher über den Zaun und mit einem breiten Lächeln in unseren Gesichtern zogen wir davon. Jetzt wieder zurück ins Studio. Es ist Radio-Zeit. Wie jeden Samstag. DIE ME2YOU CREW SENDET JEDEN SAMSTAG VON 14.00 BIS 19.00 UHR IHRE E-SCALATION RADIO SHOW AUS HEILBRONN AUF WWW. DNBRADIO.COM. KONTAKTAUFNAHME FÜR BOOKING, TERMINE UND INFOS ÜBER: WWW.FACEBOOK.COM/ME2YOUCREW SLEEPWALKEREVENTS@LIVE.DE

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Mittwoch, 26. November 2014

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»ROBERT MAYER IN DER STADT VERANKERN« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MANUELA MUNZ Michaela Ruof vom Schul-, Kultur- und Sportamt der Stadt Heilbronn war mitverantwortlich für die Organisation des Robert-Mayer-Festjahres zu Ehren des 200. Geburtstages des Arztes und Physikers. Wir sprachen mit Frau Ruof über ihr gut gefülltes Überstundenkonto, was sie neues über Robert Mayer erfahren hat und über die Sonderbriefmarke, die in Gedenken an den berühmtesten Sohn Heilbronns aufgelegt wird.

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TITELTHEMA: FEIERN HANIX – Frau Ruof, Sie sind mitverantwortlich für die Organisation der Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag von Robert Mayer, die am 25. November, dem Tag seines Geburtstages, ihren Höhepunkt finden. Los ging es am 20. Februar diesen Jahres mit einem Festakt. Sind Sie inzwischen etwas feiermüde nach fast zehn Monaten Geburtstagsparty für den berühmtesten Sohn der Stadt? MICHAELA RUOF – Es hat natürlich superviel Spaß gemacht – beziehungsweise macht es das momentan ja immer noch – das Jubiläumsjahr zu organisieren und mit den Kollegen zusammenzuarbeiten, die ihre eigenen Ideen mit einbringen. Aber ehrlich gesagt: Ja, zwischendrin war es auch mal gut, durchschnaufen zu können und zu realisieren, dass das Ende in Sicht ist (lacht). Ich freue mich aber natürlich wahnsinnig, dass ich das Ganze mitorganisieren konnte! HANIX – So ein Partymarathon erfordert eine gute Planung und Organisation. Wann haben Sie und ihre Kollegen damit begonnen, sich mit dem Robert-Mayer- Festjahr zu beschäftigen? MICHAELA RUOF – Die Briefmarke zum Jubiläumsjahr musste schon im Januar 2012 angegangen werden, da es dafür ein Antragsverfahren gab. Erste Gespräche mit Bürgermeister Harry Mergel, dem damaligen Kulturdezernenten, fanden sogar schon 2011 statt. Damals gab es auch erste Überlegungen, sich mit Heilbronn für den Wettbewerb »Stadt der jungen Forscher« zu bewerben und hierfür den 200. Geburtstag Mayers und seine wissenschaftlichen Erkenntnisse als Basis zu nehmen. Für die Eröffnung im Theater im Februar hatten wir auch eine dreivierteljährige Vorlaufzeit, da unter anderem die Texte für die drei dargestellten Szenen aus Mayers Leben geschrieben werden mussten. Genauso haben wir für die Broschüre zum Jubiläumsjahr eine Vorlaufzeit benötigt. Im Grunde genommen arbeiten wir also seit 2011 am Veranstaltungskonzept. HANIX – Und wie viel Mann- und Amtspower steckt hinter den Feierlichkeiten? MICHAELA RUOF – Ein großer Partner ist die experimenta, ebenso das Stadtarchiv und das Stadttheater, das für den Festakt zuständig war. Viele Helfer, die ich jetzt gar nicht einzeln beziffern könnte, rekrutieren sich beispielsweise aus den Vereinsmitgliedern der Robert-Mayer-Sternwarte, die dieses Jahr spezielle Vorträge zu dem Thema angeboten haben. Auch einige Lehrer, die sich mit ihren Schülern am Familien-Forscher-Tag beteiligt haben, sowie die Referenten der Wissenspause. Zusätzlich waren das Hochbauamt und das Museum involviert sowie Galerist Manfred Rieker. Wenn wir alle Kollegen und Helfer dazurechnen, kommen wir sicher in den dreistelligen Bereich, was die Zahl an Beteiligten betrifft. HANIX – Ihr Überstundenkonto ist wahrscheinlich üppig gefüllt? MICHAELA RUOF – (lacht) Genau! Die Überstunden haben sich enorm gesteigert. Allerdings habe ich nächstes Jahr leider nicht komplett frei! Schließlich haben wir ja schon wieder eine Menge neuer, interessanter Sachen in petto. Die Belastung durch das Festjahr ist schon zu spüren, gerade wenn noch Termine am Wochenende oder abends dazukommen. HANIX – Robert Mayer hat schon zu Lebzeiten um Anerkennung seiner Leistungen ringen müssen. Seine Strahlkraft endet deshalb auch an der Stadtgrenze. In Physikerkreisen mag er auch noch bekannt sein. Durch welche Konzepte und Veranstaltungen haben Sie und die Organisatoren versucht, dies etwas aufzubrechen? MICHAELA RUOF – Ein Schwerpunkt war sicherlich, Robert Mayer noch einmal in der Stadt zu »verankern« – um es salopp auszudrücken: »Warum sitzt der denn da jetzt als Denkmal auf dem Marktplatz?« Denn so bekannt ist er hier eben auch nicht. Der Name ist vielen ein Begriff, aber was er genau geleistet hat und warum er diese Anerkennung erfährt, ist vielen Leuten nicht so sehr bewusst. Wie schon erwähnt wurde, ist er in Physikerkreisen natürlich immer noch ein Thema. Damit sein Name aber über die Stadt- oder vielleicht sogar Landesgrenze bekannter wird, sorgt jetzt eine Sonderbriefmarke des Bundesministeriums der Finanzen. Mit der Briefmarke wird der Name Robert Mayer ab dem 3. November also symbolisch wieder in die Welt hinausgeschickt. Zusätzlich haben wir das Jahresprogramm und weitere Informationen zur Person Mayer in der extra für das Festjahr entstandenen Homepage veröffentlicht. Einen wichtigen Anteil haben sicherlich auch Mayers Nachfahren, die in ganz Europa verstreut leben. 35 dieser Nachfahren werden zur Vorstellung der Briefmarke kommen. Darüber hinaus hatte ich Kontakt mit einem schweizer Wissenschaftler, der sich intensiv mit Mayer beschäftigt und an einem Buch zum Thema Energie arbeitet. Natürlich trägt auch der Name des Robert-Mayer-Gymnasiums zum Bekanntheitsgrad bei den Menschen bei. Zusätzlich zur Briefmarke wird es eine Ausgabe des Geschichtsmagazins »Damals Plus« mit Sonderseiten zum Thema und der Stadt

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TITELTHEMA: FEIERN geben, welches bei der Briefmarkenpräsentation verteilt werden wird. Ansonsten hoffen wir natürlich auf eine gewisse Nachhaltigkeit dieser Aktionen; so sollen die Inhalte der Robert-Mayer-Homepage dann in die des Stadtarchivs eingegliedert werden, um Robert Mayer noch fester im kollektiven Gedächtnis der Stadt zu verankern. HANIX – Ist es aus ihrer Sicht gelungen? Oder bleibt Mayer auch nach seinem Festjahr nur hier in der Stadt und unter Physikcracks eine Größe? MICHAELA RUOF – Das ist natürlich nicht leicht zu beziffern, aber unbekannter als vor dem Festjahr wird er garantiert nicht sein (lacht)! HANIX – Am 3. November erscheint zu Mayers Ehren eine Sonderbriefmarke. Dass es die Marke überhaupt gibt, ist schon ein Erfolg. Jährlich werden nur zwei bis drei Wissenschaftler so geehrt. Das Motiv ruft trotzdem Kritik hervor. Philatelisten halten das Motiv für missraten. Die Darstellung des Wärmeäquivalents als Strichcode kann man mit einem Barcode verwechseln, wie er auf allen Waren gedruckt ist. Man bräuchte einen Beipackzettel, um aus dem Motiv schlau zu werden. Wie groß ist die Enttäuschung über das grafische Motiv bei den Organisatoren des Festjahres? Denn in die Briefmarke wurde viel Hoffnung gesetzt, dass durch sie das Physikgenie Mayer etwas bekannter wird. MICHAELA RUOF – Also ich persönlich hatte jetzt gar nicht mit seinem Portrait auf der Marke gerechnet. Wenn man sich mit den verschiedenen »Stationen« die so ein Antrag durchlaufen muss, beschäftigt, dann wird schnell klar, dass auch Fragen zum grafischen Layout auftauchen und die Marke ja in die heutige Zeit passen muss. Deshalb hatten wir keinerlei Einfluss auf das Motiv der Marke, weil nur anhand des Themas entschieden wird. Eine Kleinigkeite konnte Herr Professor Schrenk, der Leiter des Stadtarchivs, am Siegerentwurf allerdings abändern lassen. Jedoch steckt natürlich auch eine Menge künstlerischer Arbeit in dem Design. Und die Entscheidung über den Siegerentwurf liegt allein beim Bundesministerium der Finanzen. HANIX – Kam der Zeitpunkt der Enthüllung des Ent-

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reativzentr eilbronn Kreativzentrum Heilbronn „Wir halten kreative Köpfe in Heilbronn und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen“ Räume zu vermieten (Philipp Kionka / FormatFilm) Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 • 74072 Heilbronn • www.kreativzentrum-heilbronn.de • kionka@formatfilm.tv

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TITELTHEMA: FEIERN wurfs für ihren persönlichen Geschmack etwas zu früh? MICHAELA RUOF – Nein, wir hatten von vornherein schon geplant, dass der Erscheinungstag der Marke – also der 3. November – das Datum für die Veranstaltung sein sollte. Diesen Tag wollen wir auch noch einmal für zusätzliche Publicity und das Zeigen des Werdegangs der Marke nutzen; hierzu zählt beispielsweise der sogenannte Erstausgabestempel für die Briefmarke. Zusätzlich besagt das Reglement auch, dass die Marke schon sechs Wochen vor ihrer Veröffentlichung gezeigt werden kann. Das hat den Vorteil, dass die Marke dann schon in aller Munde ist. HANIX – Ein erstes Zwischenresümee können Sie sicherlich schon ziehen, auch wenn der Höhepunkt noch aussteht. War das Festjahr aus städtischer Sicht ein Erfolg oder wird man in 50 Jahren vieles anders machen, wenn Mayers Geburtstag ein Vierteljahrhundert zurückliegt? MICHAELA RUOF – Ich glaube, dass das Festjahr ein voller Erfolg war. Besonders spannend waren für mich die Beteiligung der Bevölkerung und die Menge an Informationen, die wir bekommen haben. Die hohe Anzahl an Besuchern des Films über Robert Mayer hat uns natürlich auch positiv überrascht. Genauso hat uns das Feedback zur neuen Veranstaltungsreihe Wissenspause gefreut. Diese Aktion lässt sich ein bisschen mit dem Prinzip eines Adventskalenders vergleichen: Jeden Tag gibt es ein neues Gesprächsthemamit verschiedenen Referenten während der Mittagspause. Hier zeigt sich, dass neue Formate gut angenommen und besucht werden. Gleichermaßen verhielt es sich mit der experimenta, dort waren viele Schulklassen zu Gast und so wurde auch ein jüngeres Publikum erreicht. Zusätzlich trug der Familien-Forscher-Tag im Robert-Mayer-Gymnasium dazu bei, die Thematik zu verbreiten. Wir hoffen natürlich, dass diese Veranstaltungen einen Anteil daran haben, dass man nicht erst wieder in 50 Jahren über Robert Mayer spricht. Wie ich schon erwähnte, tragen auch Robert Mayers Nachfahren dazu bei, dass der Name nicht in Vergessenheit gerät. Das Stadtarchiv hat bereits einige Dokumente, Fotos und Gegenstände aus Familienbesitz erhalten und zur Briefmarkenveröffentlichung hat eine Familie geplant, weitere Dokumente von Mayer an Professor Schrenk zu übergeben. HANIX – Am 25. November jährt sich Mayers Geburtstag zum 200. Mal. Was ist an diesem Tag neben dem großen, abendlichen Fest geplant? MICHAELA RUOF – Die Stadtverwaltung hat sich bewusst dafür entschieden, die Planung für den Abend dem Robert- Mayer-Gymnasium zu überlassen. So können die Schüler und Pädagogen gemeinsam den Namensgeber ihrer Schule feiern. Für das Fest, das in der Harmonie stattfindet, ist neben einer musikalischen Umrahmung des Abends auch eine Präsentation des Festjahres in Bildern geplant. HANIX – Wird es nach den Feierlichkeiten auch eine Feier der Mitarbeiter, die an der Organisation und Umsetzung des Festjahres beteiligt waren, geben? MICHAELA RUOF – (lacht) Darüber haben wir noch gar nicht nachgedacht! HANIX – Also das hätten sie sich auf jeden Fall verdient! Was haben Sie eigentlich im Rahmen des Mayer-Festjahres über das einst verkannte Heilbronner Genie Neues erfahren? MICHAELA RUOF – Was ich jetzt viel bewusster empfinde – sei es durch die Vorträge oder den Film – ist das, was Robert Mayer eigentlich geleistet hat. Er war ja selbst sehr zuversichtlich, dass der bahnbrechende erste Hauptsatz der Thermodynamik, den er aufstellte, stimmte. Umso bedenklicher ist es dann natürlich, wenn man realisiert, dass die fehlende Anerkennung einen Menschen auch über Monate hinweg zermürben kann. Glücklicherweise hatte Mayer immer den Rückhalt seiner Frau und seiner Familie. Besonders beeindruckt hat mich aber natürlich sein Entdeckergeist und die damit verbundene Willenskraft: So heuerte er beispielsweise, allen Gefahren zum Trotz, in jungem Alter als Arzt auf einem Schiff nach Jakarta an, was ihn ja dann später über Umwege auf seine wegweisenden Entdeckungen brachte.

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FEIERN FÜR DIE SINNE SÜDKLANG ist ein DJ- und Veranstalter-Hybrid der sich aus vier jungen Männern zusammensetzt. Mit dem klar definierten Ziel, ihre eigenen Spuren in der elektronischen Musikszene zu hinterlassen gestartet, gelang es ihnen tatsächlich innerhalb von drei Jahren so einiges auf die Beine zu stellen. Durch ihren stark ausgeprägtem Ehrgeiz, ihre Liebe zum Detail und ihrer klar strukturierten Arbeitsweise, scheint ein Ende der Erfolgsstory längst nicht mehr absehbar. Wir trafen uns mit zwei der Mitglieder im Heilbronner Südklang-Studio und waren überrascht von dem Feuer, das in ihnen lodert. SÜDKLANG heißt feiern für die Sinne.

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TITELTHEMA: FEIERN INTERVIEW: ASHLEY AAMES FOTOS: MELI DIKTA & SÜDKLANG HANIX - Das SÜDKLANG-Kollektiv besteht aus vier handelnden Personen. BUKALEMUN, DJANGO sowie LA MAKA und JORDI MATA. SÜDKLANG - Exakt. Der Grundgedanke unserer Formation war selbst für den Sound, dem wir mit Haut und Haaren verfallen sind, zu sorgen. Wir haben alle unsere eigenen Stile und vereinen diese in unserem SÜDKLANG-Projekt. Somit ist ein ganz neuer Stil entstanden, den wir als Konsumenten bis dato auch nicht in vollem Umfang geliefert bekamen. Im Übrigen besteht SÜDKLANG auch nicht nur aus uns vier Leuten. Mittlerweile sehen wir die vielen Unterstützer dieser Geschichte als Teil der SÜDKLANG- Gemeinschaft. HANIX - Wo findet euer Antrieb, selbst für die Veranstaltungen sowie den dazugehörigen Sound zu sorgen, seinen Ursprung? SÜDKLANG - Das lässt sich sehr genau benennen. DJAN- GO hat im Jahr 2011 nach seinem Studium begonnen als Reiseleiter auf Ibiza zu arbeiten und ist wie so viele dem Charme der Insel und den dazugehörigen elektronischen Partys verfallen. Selbstverständlich liegt der Ursprung unseres Interesses an elektronischer Musik noch viele weitere Jahre zurück, jedoch war dieser Inselaufenthalt für ihn prägend. Als wir ihn dann im September 2011 bei seiner Rückkehr nach Deutschland vom Frankfurter Flughafen abholten, loderte in ihm schon dieses Feuer. Die Idee, dass man doch gemeinsam die Dinge selbst in die Hand nehmen sollte. Während dieser Autofahrt von Frankfurt nach Heilbronn entstand nahezu der komplette Plan, wie man diese Geschichte angehen und umsetzen wolle. Und so kam eines zum anderen. HANIX - In dieser Hinsicht wurdet ihr auch musikalisch von der Insel beeinflusst? SÜDKLANG - Im Kern ganz sicher. Jedoch bevorzugten wir nicht den Sound der Mainstream- oder Kommerzveranstaltungen dort, sondern fanden uns eher bei den Afterhours und deren Sounds gut aufgehoben. David Guetta, Swedish House Mafia und wie sie alle heißen ... Das war noch nie unser Ding. HANIX - Während eurer nunmehr dreijährigen Schaffenszeit habt ihr ja schon einiges bewegt und gemeinsam auf die Beine gestellt. Wie konnte der Schritt vom Konsumenten hin zum DJ und Veranstalter, seit neuestem auch Produzenten, innerhalb so kurzer Zeit von statten gehen? SÜDKLANG - Da spielte uns selbstverständlich unsere langjährige Gastronomie Erfahrung und das dazugehörige Netzwerk enorm in die Karten. Wir hatten ja zum Beispiel in puncto Location sofort realistische Optionen. Die Entwicklung unserer Veranstaltungen mit der dazugehörigen Erschließung größerer und passenderer Locations vollzog sich in Windeseile. Die ersten Events fuhren wir in der Heilbronner MINIBAR, dann ging es direkt weiter mit dem RAY LEMON und dem ANNA K und sechs Monate später hatten wir unseren ersten Termin im CREME 21. Dieses Tempo war schon der Wahnsinn und für den einen oder anderen Außenstehenden sicher nicht zu erwarten. Für uns war indes immer klar, dass wir Gas geben werden. HANIX - Mittlerweile seid ihr neben Heilbronn auch in Stuttgart aktiv. Wie würdet ihr das typische SÜDKLANG-Publikum beschreiben? SÜDKLANG - Eine gewisse Lockerheit bei den Gästen setzen wir voraus. Der Besucher wird in der Regel keine bekannten Stücke bei uns hören, da wir ja unsere Musik nicht in den Charts oder bei BIG FM, sondern am Puls der Zeit, nämlich im Underground, für uns finden. HANIX - Euer Heilbronner Zugpferd ist sicher die ELEKTRONISCHE MASKERADE im CREME 21. Eine Veran-

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TITELTHEMA: FEIERN staltung, die sich über ein Erlebnis definiert. SÜDKLANG - Wir sind vier Jungs, die eben alles mit voller Leidenschaft und Hingabe machen. So agieren wir als Djs ebenso auch als Veranstalter. Bei der ELEKTRONI- SCHEN MASKERADE liegt unser Hauptaugenmerk, abseits der Masken, die wir traditionell stellen, auf dem Motto der Saison, auf das wir uns festlegen. Das bedeutet, wir legen unseren Fokus vermehrt auf die Dekoration und die dazu passenden Gimmicks. Bei unserer aktuellen Saison greifen wir zum Beispiel das Thema China auf. Große Vorhänge und Fächer, Lampen oder Glückskekse werden hierfür von uns verwendet. Wir versuchen immer, die Location voll und ganz als einen Teil des Mottos zu nutzen. Dieses Motto der Saison zieht sich dann als roter Faden durch die folgenden Events und die Dekoration wird dabei immer wieder in Stand gesetzt, erweitert oder in ihrer Wirkung anders platziert. HANIX - Bei euren Veranstaltungen scheinen Menschen aus verschiedensten gesellschaftlichen Schichten miteinander zu feiern. Stirbt der sogenannte Dresscode aus? SÜDKLANG - Das ist natürlich von der Location abhängig und von der jeweiligen Einlasspolitik des Clubs. Tatsächlich befindet sich die Feierkultur im Wandel, und das zum Positiven. Die junge Generation die nachkommt, möchte sich wohlfühlen. Dazu benötigt die Eine ihre Sneaker und die Andere eben High Heels. Der Eine trägt einen Kapuzenpulli und der Andere ein Hemd. Trotzdem wird nicht mehr in dem Maße wie früher differenziert. Bei unseren Veranstaltungen möchten wir in erster Linie mal eine entspannte Atmosphäre haben, spießig liegt uns fern. HANIX - Müssen die Menschen die auf eure ELEKTRO- NISCHEN MASKERADEN kommen denn zwingend maskiert erscheinen?

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TITELTHEMA: FEIERN SÜDKLANG - Nein, überhaupt nicht. Zum einen stellen wir selbst die Masken. Diese liegen am Eingangsbereich aus und deren Stückzahl ist begrenzt. Wir empfanden die Vorstellung maskiert an einer Veranstaltung teilzunehmen als verrucht, diese Anonymität als zusätzlichen Kick. Und die Masken werden auch genutzt, und vor allem als Erinnerungsstück gerne mit nach Hause genommen und durchgängig mit Respekt behandelt. Wir haben wirklich noch nie eine Maske auf dem Boden gefunden oder welche, die von den Leuten einfach weggeworfen wurden. HANIX - Wie verhält sich dazu eure neue Veranstaltungsreihe im Stuttgarter Club Kowalski, dem REFORMHOUSE 69? SÜDKLANG - Dort ist das Grundkonzept ein ganz anderes. Während wir bei der ELEKTRONISCHEN MASKE- RADE selbst für den Sound sorgen und unsere komplette Energie abseits davon in Dekoration und dem Umsetzen eines Mottos investieren, versuchen wir in Stuttgart beim REFORMHOUSE 69 bookingbezogen den Puls der Zeit zu treffen. Natürlich immer mit der Auflage, dass wir selbst uns mit dem Sound des gebuchten Headliners zu hundert Prozent identifizieren können. In der eigenen Heimat oder einer anderen Stadt zu veranstalten birgt riesige Unterschiede. Die gilt es zu beachten. Sich in einer Stadt wie Stuttgart einen Namen zu machen sehen wir als große Herausforderung. Aber uns zeichnet in dem was wir machen ein gewisses Maß an Perfektionismus aus. Es macht wirklich Spaß uns zu verbessern und zu lernen. Wir möchten sowohl als Künstler wie auch als Veranstalter und Promoter ein Optimum erreichen. Der Start in Stuttgart war vielversprechend und wir sind gespannt, wie es dort für uns weitergeht. HANIX - Geht ihr abseits eurer eigenen Veranstaltung noch wie in den guten alten Tagen zusammen feiern? SÜDKLANG - Absolut. Zum Einen ist uns dabei wichtig, auch gute Bookings von anderen Veranstaltern zu honorieren. Wir gehen ja grundsätzlich als Veranstalter nicht mit Scheuklappen oder gar ausgefahrenen Ellenbogen durch die Welt. Wir sind Teil einer Szene und suchen auch Gelegenheiten andere Menschen kennenzulernen. Andere Veranstalter. Andere Künstler. Es ist aber dann doch so, dass unsere Studio Aufenthalte ordentlich Zeit von unserem Freizeitkonto rauben. Wir verfügen über eine große Portion Ehrgeiz und mit der Zeit wuchsen auch die Aufgaben. Das Ganze ist für uns keine Wochenendgeplänkel, sondern ein ernst zu nehmendes Projekt. Deshalb investieren wir unsere Freizeit auch sehr gerne in Arbeit, haben darüber hinaus aber sicher jede Menge Spaß zusammen. Wenn es nicht der gemeinsame Clubbesuch ist, dann eben die ausgeartete Studio-Session mit einigen Freunden und spontanen Gästen. HANIX - 2011 habt ihr beschlossen, als ein DJ- und Veranstalter-Hybrid eigene Projekte zu verwirklichen. Heute habt ihr eine Firma mit tollen Events, seid zudem als Djs ordentlich unterwegs. Ihr sitzt gemeinsam im Studio und arbeitet an eigenen Stücken. Ein Label ist in Planung. Wie kann man diese enorme Entwicklung der Dinge innerhalb dieser kurzen Zeitspanne erklären? SÜDKLANG - Wir sind der Überzeugung, dass du für eine Sache, die du Umsetzen willst, deine ganze Energie und dein ganzes Herzblut einsetzen musst. Ohne diese Attribute wirst du in der Regel keinen Erfolg haben. Wir sind immer

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TITELTHEMA: FEIERN darauf bedacht, in unser Projekt auch finanziell zu investieren. So steigerst du zum einen den Wert deiner Firma und zum anderen schaffst du dir neue Möglichkeiten. Der Schritt zum Produzieren eigener Stücke war zwangsläufig. Bis jetzt haben wir den einen perfekten Track noch nicht gehört. Immer wieder fallen uns Details eines Stückes auf, die wir anders gemacht hätten oder bei dem uns etwas fehlt. Also beschlossen wir, in Studioequipment zu investieren. Wir bringen uns das Ganze unter enormem Aufwand selbst bei und verzeichnen durchaus Erfolge, die uns motivieren, dranzubleiben. Keine Frage, wir stehen am Anfang. Aber wir haben den Biss und die entsprechenden Kontakte. Daraus möchten wir etwas machen. Den hauseigenen SÜD- KLANG-Stil gewissermaßen. HANIX - Tatsächlich befasst ihr euch seit geraumer Zeit intensiv und überaus ernsthaft mit dem Thema SÜDKLANG als Musiklabel. SÜDKLANG - Wir arbeiten eigentlich sehr gerne mit der Zielsetzung, in jedem SÜDKLANG-Jahr etwas Neues zu erschaffen. So haben wir zum Beispiel in Heilbronn auch eine zweite Veranstaltungsreihe, nämlich IN BESTER GE- SELLSCHAFT, die am 28. November ihre Premiere im Mobilat gibt. Nun hat die neue SÜDKLANG-Saison frisch begonnen und unser Fokus liegt in diesem Jahr ganz klar auf der Gründung eines eigenen Labels. Dieses möchten wir primär als Plattform für Musik, die das SÜDKLANG- Gen in sich trägt, anbieten. Es ist ein zweiter Gedanke auch die eigenen Ergüsse darauf zu promoten. Aber wir möchten einfach unsere Spuren in dieser Szene hinterlassen und denken das du als Musiklabel nochmal ganz andere Möglichkeiten hast, am Geschehen teilzunehmen. HANIX - Was inspiriert euch zum Gedanken an ein eigenes Musiklabel? SÜDKLANG - Natürlich die Labels, die wir selbst seit Jahren feiern. Was sehr interessant ist: Unsere eigene Selektion wird heute von denselben Künstlern oder Labels geprägt, die es schon immer taten. Dabei sind CADENZA, CO- COON, DC10 SOUNDS, TALE OF US und ART DE- PARTMENT nur einige der Labels, denen wir aufgrund ihres musikalischen Outputs am Puls der Zeit, die Treue halten. Aber um nochmal etwas genauer auf die Frage zu antworten. Wir sind keine Full-Time-only Elektro-Musik Hörer. Musik ist frei, das ist eines unserer ganz wichtigen Credos. Du kannst ja durchaus in einem Hip-Hop-Stück Inspiration für deinen eigenen kreativen Prozess hin zu einem Elektro-Titel finden. HANIX - Vielen Dank für das Gespräch. Zu guter Letzt eure Message an die HANIX-Leser ... SÜDKLANG - Fühlt euch recht herzlich zu unseren Veranstaltungen eingeladen und immer Willkommen.

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» Und wenn ein Lied meine Lippen verlässt, dann nur … « Xavier Naidoo … mit Begeisterung und Herz. Mary Sanders. die Sängerin für Ihre Trauung, Ihren Empfang oder einen anderen schönen Anlass. www.mary-music.com

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FESTE IN HEILBRONN FOTOS: Stadtarchiv Heilbronn Auch Feste und Feierlichkeiten erzählen Heilbronner Stadtgeschichte, wie diese vier Beispiele aus dem 19. Jahrhundert zeigen. Mehr zur Stadtgeschichte ist im Otto Rettenmaier Haus / Haus der Stadtgeschichte (Eichgasse 1) zu finden und unter www.stadtarchiv-heilbronn.de

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TITELTHEMA: FEIERN TURNFEST 1846 Die Turner galten als ein liberales oder gar republikanisch gesinntes Völkchen. Die württembergische Obrigkeit war daher in Alarmbereitschaft, als die süddeutschen Turner zum ersten »deutschen« Turnfest nach Heilbronn kamen. Und tatsächlich ging es neben den turnerischen Leistungen auch um den (verdeckt) politischen Austausch und ums Zeichensetzen. So wurde für den in Mannheim »eingekerkerten« Liberalen Gustav Struwe eine Gedenkminute eingelegt, auffallend oft wurden die »demokratischen« Farben Schwarz, Rot, Gold erwähnt, die »Turnbrüder« sprachen sich über die Standesschranken hinweg mit »Du« an. Es waren frühe »Communisten« da – z. B. Adolf Cluss – und einige der hier anwesenden Turner spielten dann in der Revolution von 1848/49 eine führende Rolle. Lithographie von Theodor Rausche (Stadtarchiv Heilbronn)

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TITELTHEMA: FEIERN LIEDERFEST 1840 An Pfingsten 1840 fand in Heilbronn ein großes Liederfest statt. Es war natürlich in erster Linie ein Musikfest, bei dem die Heilbronner Sängerinnen und Sänger glänzen konnten, als sie unter der Leitung des Heidelberger Musikdirektors Hetsch das Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Kilianskirche aufführten. Das Liederfest bot aber auch die Möglichkeit zum »unverdächtigen« Meinungsaustausch. Denn 1840, das war die Zeit des Vormärz mit Pressezensur und mit Versammlungsverbot. Gegen ein Fest – einem frühsommerlichen Liederfest zumal – konnte niemand etwas haben. Dass die Teilnehmer es doch auch politisch nutzten – darauf deutet der Name des Schiffes hin, mit dem die Sangesfreunde aus Esslingen ankamen: Es heißt– zumindest auf diesem Erinnerungsblatt – »Veränderung« und das war es, was sich Württemberger wünschten – eine Veränderung hin zu mehr Freiheit und Fortschritt. Stahlstich von J. Braungart und Theodor Rausche (Stadtarchiv Heilbronn)

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DER EINZUG DES ERSTEN ERNTEWAGENS IN HEILBRONN 1817 Dieser 8. Juli 1817 war ein besonderer Tag: Der erste Erntewagen des Jahres wurde mit einem Fest auf dem Heilbronner Marktplatz begrüßt. Das Jahr zuvor war als »Jahr ohne Sommer« in die Geschichte eingegangen, als nach einem langen, kalten Winter die Asche eines Vulkanausbruchs in Indonesien monatelang hier den Sommerhimmel verdunkelte. Die Missernten hatten dazu geführt, dass Tausende Menschen Württemberg verließen; vor allem die Landbevölkerung hoffte, in Nordamerika und im Kaukasus eine bessere Zukunft zu finden. Um den Bauern in Württemberg bessere Perspektiven zu bieten, wurde 1818 das »landwirtschaftliche Hauptfest« (Cannstatter Volksfest) ins Leben gerufen, die Landwirtschaftsschule in Hohenheim gegründet und auch die Einführung der Sparkassen ist eine Reaktion auf jene Notzeit. Lithographie von F. F. Schmidt (Stadtarchiv Heilbronn)

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TITELTHEMA: FEIERN BISMARCKFEST 1903 Am 10. Juli 1903 wurde in Heilbronn mit einem Fest das Bismarckdenkmal eingeweiht. Das überlebensgroße Standbild, umgeben von einer monumentalen Anlage, passt nicht so recht in die eher zurückgenommene Denkmalkultur unserer Stadt. Und es erstaunt, dass der Reichskanzler aus Preußen angesichts der liberalen bzw. demokratischen Ausrichtung der Heilbronner hier so viele Fans hatte. So wurde das mit Spenden finanzierte Denkmal binnen kurzer Zeit an prominenter Lage am Neckar errichtet. Treibende Kraft war Oberbürgermeister Paul Hegelmaier gewesen, den der führende Heilbronner Sozialdemokrat Gustav Kittler zutreffend »unseren kleinen Bismarck« nannte. Zwar war der Stern des einerseits fähigen, andererseits selbstherrlich und autokratisch auftretenden OB Hegelmaier damals schon gesunken – vielleicht dachten die Heilbronner auch, ein Denkmal dieser Art stünde der »Metropole« des Unterlands gut zu Gesicht. Dass sich hier am 10. Juli 1903 vor allem das Bürgertum und Großbürgertum feierte, legt dieses Foto nahe.

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HEITLINGER HOF: ERÖFFNUNGSFEIER FOTOS: MELI DIKTA TEXT: FRIEDEMANN ORTHS Ende September eröffnete in Tiefenbach das Hotel »HEITLINGER HOF«. Das familiär geführte Haus liegt, umgeben von Weinbergen, Wäldern und Feldern, im idyllischen Kraichgau zwischen Heilbronn, Heidelberg und Karlsruhe. Der Komplex bietet eine deutschlandweit einzigartige Kombination aus Hotel, Restaurants, Golfplatz und Weingut. Wir waren bei der Eröffnungsfeier vor Ort und haben für euch den Wein, die Betten, den Wellnessbereich und den Golfplatz getestet. Und natürlich die Austern. Fazit: Wir waren beeindruckt und träumen immer noch vom Buffet und dem Wein. Hier lassen sich wunderbar Hochzeiten feiern. Schließlich heiratet man nur einmal.

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TITELTHEMA: FEIERN ZIMMER: Neben 31 Zimmern und Junior-Suiten des nagelneuen Hotels, zwei Restaurants und vier Veranstaltungsräumen bietet das Haus einen großen Wellnessbereich und eine Lounge mit Weinbibliothek und Kaffeebar. Hierher will man auf Hochzeiten oder private Feste eingeladen werden. Alles tiptop in Schuss und edel verarbeitet. Wären wir hier Gäste, wir würden uns wohlfühlen.

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TITELTHEMA: FEIERN GOLF: Ein besonderes Highlight der Anlage ist der gegenüberliegende Golfplatz: Das Hotel wurde an den »Baden Golf & Country Club« angeschlossen, welcher einen 18-Loch-Champion-Platz, einen 9-Loch-Kurzplatz, sowie eine Putting Area und Driving Range bietet. Der Kurs wurde vom Bundesverband Golfanlagen e.V. mit vier Sternen ausgezeichnet und sofort als 25. Mitglied bei der Kooperation »Hotels auf dem Golfplatz« aufgenommen. Nicht umsonst gilt der Golfplatz als einer der schönsten in der Rhein- Neckar-Region. Nach einer durchfeierten Hochzeit bekommt man hier den Kopf wieder wunderbar frei. Denn auch Golfanfänger wie wir, sind willkommen.

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TITELTHEMA: FEIERN WEIN: Als Mitglieder im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) zählen die beiden Schwesterweingüter zu den Top-Erzeugern Deutschlands und bilden das zweitgrößte, im Privatbesitz befindliche Weingut Baden-Württembergs mit über 100 Hektar Anbaufläche.

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TITELTHEMA: FEIERN WELLNESS: Nicht nur Golfer kommen im »Heitlinger Hof« auf ihre Kosten. Nach getaner Arbeit auf dem Grün können die Gäste dann im großen Spa mit Sauna, Dampfbad und Ruheraum entspannen. Wer will, kann sich seine durchfeierten Knochen massieren lassen oder die Kosmetik- und Beautyangebote nutzen, um wieder tageslichttauglich zu werden. Einen Fitnessraum haben wir ebenfalls entdeckt, ihn aber auf dem Weg zur Austernplatte links liegen lassen. KULINARIK: Auch an kulinarischen Genüssen bietet das Hotel eine vielfältige Auswahl. Die beiden Restaurants, davon eines direkt auf dem Golfplatz gelegen, haben sich der Slow-Food-Bewegung verschrieben. Das Restaurant im Weingut Heitlinger bietet ganztägig bodenständige, regionale Küche, während sich der auf dem Golfplatz gelegene »Country Grill« auf Steaks und frischen Fisch spezialisiert hat. Beide Küchen sind perfekt auf die Weine der beiden zusammengeschlossenen Weingüter Heitlinger & Burg Ravensburg abgestimmt. So lautet das kulinarische Motto »Authentische Weine und regionale Küche«.

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TITELTHEMA: FEIERN JOSHIS MEINUNG ZUM THEMA FEIERN Feiern kann man zu ziemlich vielen verschiedenen Anlässen, sowas wie Geburtstag oder Weihnachten oder Ostern. Mama sagt: »Man muss die Feste feiern, wie sie fallen«, das sagt sie, weil sie gerne feiert und gerne mit ihren Freunden zusammen ist. Erwachsene labern dann immer so viel, stehen oder sitzen rum oder tanzen und manche besaufen sich. Ich finde das ... ungewöhnlich. Bei mir läuft das anders, davon erzähle ich Euch, obwohl das privat ist. Am 8. Oktober hatte ich meinen elften Geburtstag und den habe ich am 11. Oktober gefeiert. Mit Freunden, meiner Schwester, Mama und Massl. Ich war schon voll lange aufgeregt. Morgens habe ich die ganze Zeit gespannt gewartet, dass es endlich soweit ist. Ich war zur Ablenkung noch auf dem Abenteuerspielplatz Aspik mit meinem Freund, aber das Wetter war so schlecht, dass man dort nichts machen konnte. Also das heißt, wir konnten unser Haus nicht weiter bauen, alles war so nass, dass wir immer ausgerutscht sind. Ich wollte mir natürlich vor meiner Feier nichts brechen oder so! Dann sind Mama, unser Hund Elmar und ich zur Videothek gegangen um Filme für die Übernachtungsparty zu leihen. Wir haben zwei gute DVDs gefunden und sind wieder nach Hause gelaufen, wo ich dann Lego gespielt habe. Ich habe voll viel Lego zum Geburtstag bekommen, weil ich ein echter Lego-Freak bin und mir eine große Welt baue in meinem Zimmer. Dann, endlich, hörte ich ein DING DONG, wurde aus der Spielwelt gerissen und rannte nach unten. Wer stand da an der Tür? Ein Freund von mir, dabei war es erst 14 Uhr. Die Party sollte erst um 15 Uhr losgehen ... Er erzählte mir, dass er früher kommen musste, weil seine Eltern auch noch auf ein Fest gehen wollten, und zwar JETZT. Klar, er konnte da bleiben. So spielten wir fast eine Stunde zusammen und ich war nicht mehr ganz so aufgeregt. Mama sagt, das mit dem aufgeregt sein, das hört irgendwann

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auf. Erwachsene sind nicht mehr aufgeregt vor ihrem Geburtstag, eher manchmal nachdenklich. Sie freut sich aber in Wirklichkeit auch auf ihren Geburtstag und aufs Feiern. Bei Hanix-Parties sagt sie, sie freut sich da so drauf, wie Kinder auf den Geburtstag oder auf Weihnachten. Das finde ich auch ungewöhnlich, aber schön. Jedenfalls hat es dann wieder geklingelt und nochmal und nochmal und nochmal ... bis dann alle meine Freunde da waren. Wir waren dann neun Kinder und haben Kuchen gegessen, Mama hat einen Lego-Kuchen für mich gebacken. Hab ich ja schon gesagt, dass Lego meine Welt ist. Mit dem Bus sind wir dann zum Soleo gefahren, dort hat Mama uns allen einen Euro für die Schränke gegeben und Verhaltensregeln aufgestellt. Nach dem Duschen sind wir ganz schnell ins Wasser gesprungen und haben uns ausgetobt. Den Rückweg-Bus haben wir leider verpasst, also sind wir gelaufen, was Mama und Massl gut fanden, weil sie dachten, wir wären dann müde. Ha, ha, ha ... Es gab ganz viel Pizza und trotzdem nicht genug, dann schauten wir die Filme, die wir ausgeliehen hatten. Manche mussten dann nach Hause, weil sie nicht übernachten durften oder konnten. Kissenschlacht haben wir natürlich auch gemacht, oben in unserem riesen Matratzenlager! Ich hatte irgendwann aber keine Lust mehr und versuchte, zu schlafen. Das war komplett unmöglich, weil es so laut war. Zum Glück bin ich einigermaßen schlau und hab mich deshalb nach unten aufs Sofa verzogen. Zwei Jungs haben sogar noch bis um 5 Uhr gefeiert, bis meine Mama sie ins Bett geschickt hat. Und die wollten sogar, dass sie ihnen noch was zu Essen kocht ... Am nächsten Morgen sind wir alle total müde gewesen, und »dünnhäutig«, wie Mama sagt. Wir haben uns alle ins Esszimmer geschleppt und gemeinsam gefrühstückt und es war dann auch ok, als alle abgeholt wurden. Demnächst gibt es wieder was zu feiern: Halloween! Zuerst wollte ich zu Opa gehen, aber mit dem um die Häuser ziehen ...? Jetzt feier ich mit meinem Freund und ich geh als Mumie. Mama kann fast alles, was man sein will, auch irgendwie machen. Man kann ja viele Feste feiern. Die Kinder anders als die Großen. Und jeder hat auch ein Lieblingsfest. Weihnachten, Geburtstag, Ostern, Fasching, Halloween ... Überlegt doch mal. Was feiert ihr am liebsten und seid ihr auch mal richtig aufgeregt? Ich fänds toll, wenn ihr das Mal schreiben würdet! Und damit verabschiede ich mich von Euch. Auf Wiedersehen, Leute, bis zum nächsten Mal! Euer Joshi

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BUGA-RUNDGANG FOTOS: MELI DIKTA Wir haben unsere Fotografin Meli Dikta über die Baustelle der Bundesgartenschau und durch die zugehörige ABX-Halle auf dem ehemaligen Fruchtschuppengelände geschickt. Inzwischen wird dort fleißig planiert, gebaggert und vermessen. Es tut sich also was im zukünftigen Stadtquartier Neckarbogen. Ein fotografischer Rundgang.

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QUIZ DICH GLÜCKLICH

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FRAGE: DAS HEILBRONNER HIP-HOP-LABEL WSP FEIERT AKTUELL VIELE ERFOLGE UND ERNTET GROSSEN RESPEKT FÜR DIE EIGENE ARBEIT UND DIE UNTER VERTRAG STEHENDEN KÜNSTLER, SEIEN ES RAPPER, WIE ZUM BEISPIEL MÄDNESS AUS DARMSTADT ODER DER HEILBRONNER BEATMACHER UND KINDERARZT DEXTER. FÜR WELCHE BEIDEN RAPPER PRODUZIERTE DEXTER BEATS UND HEIMSTE DAFÜR GOLD- UND PLATINPLATTEN EIN? WSP FEIERT IN KÜRZE 15 JÄHRIGES BESTEHEN. KURZ VOR WEIHNACHTEN WIRD ES EIN GROSSES FEST MIT VIELEN WSP-ACTS IM MOBILAT GEBEN. ALTEREGO - THE MOVIE HANIX-MAGAZIN OSIANDER HEILBRONN 1 x DVD Die Graffiti-Dokumentation des Heidelbergers Daniel Thouw featured Graffitikünstler aus der ganzen Welt und kommt mit einem feinen Soundtrack, ebenfalls made in Heidelberg daher. 10 x INTERVIEWHEFT Mitte November erscheint unsere zweite gedruckte Ausgabe. Wir verschicken zehn Hefte der Interviewausgabe von HANIX direkt in euren Briefkasten. 3 x 20€-GUTSCHEIN Die Heilbronner Filiale der schwäbischen Buchhandlung Osiander in der Fleiner Straße stellt drei Einkaufsgutscheine im Wert von je 20 Euro zur Verfügung. 1 x WSP-BUNDLE Das HipHop-Label WSP hat ein feines Bundle aus CDs und Künstlermerch zusammengestellt. Mit diesem Package bekommst du dicke Beats und tighte Styles geliefert. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ @ HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: MIC CHECK, EINSZWO EINSENDESCHLUSS IST DER 19. JANUAR 2015. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: 1985

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LIEBE HEIMAT, EIN BRIEF VON ROBERT MUCHA GELESEN VON: NICOLAI KÖPPEL für ein langes Wochenende haben wir dich Anfang Oktober verlassen, um uns die Grachten-Stadt Amsterdam anzuschauen. Wohnen sollten wir auf einem schnuckeligen Hausboot im Zentrum der niederländischen Metropole. Doch zunächst gestaltete sich die Fahrt nach Amsterdam schwieriger, als gedacht. Unser Navi hatte noch Karten aus dem vorherigen Jahrhundert und wollte uns in Nordrhein- Westfalen ein ums andere Mal querfeldein über abgeerntete Felder ohne Wege schicken. Nach einer halben Stunde im Kreis fahren, haben wir unsere Spur wieder gefunden und konnten noch rechtzeitig auf unser Boot einchecken. An unserem ersten Abend zog es uns vor lauter Hunger in das erstbeste Touri-Restaurant. Zu unserer Überraschung waren die Preise moderat und das Essen sehr schmackhaft. Danach sind wir noch etwas durch die schmalen Amsterdamer Gassen geschlendert und haben den Abend schließlich auf dem angemieteten holländischen Hauskutter mit Rotwein aus der Heimat ausklingen lassen. Am nächsten Tag, dem Tag der Deutschen Einheit, sind wir bei bestem Wetter losgezogen, um die Stadt zu erkunden. Zunächst aber ein üppiges Omelett-Frühstück, wie wir es bis zu unserem Abreisetag zu einer kleinen Tradition gemacht haben. Niederländische Omelettes sind reichhaltiger und größer als deine Omelettes, liebe Heimat. Da unsere Reisegruppe fünf Mitglieder umfasste und die Interessen auseinandergingen, haben wir uns tagsüber meist getrennt und jeder konnte nach eigenem Gusto die Stadt entdecken. Eine Maßnahme, die ich nur jeder größeren Ausflugstruppe empfehlen kann. So wird theoretisches Konfliktpotenzial direkt im Keim erstickt und kommt gar nicht erst auf. Fasziniert war ich vom Fahrradverkehr in Amsterdam. Du liebes Heilbronn, nennst dich ja selbstbewusst »Fahrradstadt«. Wenn man sieht, wie viele Menschen täglich in Amsterdam mit ihrem Velo unterwegs sind, spottet deine Bezeichnung »Fahrradstadt« jeder Beschreibung. Gefühlt benutzen weit über 70 % der Amsterdamer ihr Rad, um von A nach B zu kommen. In den Straßen wimmelt es von Radfahrern – einheimischen und Touristen, die die Stadt mit dem Rad erkunden. Dazu kommen Fußgänger, Rollerfahrer und natürlich auch noch Autofahrer. Unzählige Male sah ich eine mittelschwere bis schwere Kollision kommen. Und jedes Mal habe ich mich getäuscht. Die Amsterdamer sind so

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BRIEF AN DIE HEIMAT: ROBERT MUCHA, AMSTERDAM, HOLLAND geübt im Radfahren, dass sie immer wieder aneinander vorbei manövrieren und unfallfrei durch die Gassen kommen. Für mich grenzte es an ein Wunder. Eher überrascht hat: Ich sah kaum Fixies in Amsterdam. Der Fahrradtrend muss an den Amsterdamern vorbei gegangen sein. Hier schwören die meisten nach wie vor auf ihre alten Hollandräder. Das Highlight der Reise war aber eine Begegnung mit der holländischen Königin Beatrix. Kurz wunderten wir uns noch, weshalb es plötzlich so voll war, da fuhr die Königin auch schon an uns vorbei. Unsere fassungslosen Gesichter müssen sich in ihr Gedächtnis eingebrannt haben, als sie mit ihrer königlichen Kolonne mit nur wenigen Zentimetern Abstand an uns vorbeifuhr und in erschrockene Heilbronner Gesichter schaute. Natürlich haben wir kurzerhand im nächstbesten Souvenirshop die passenden Masken gekauft (siehe Bildergalerie). Auf unserer Erkundungstour haben wir ebenfalls erfahren, dass es in Amsterdam schwule Swingerclubs für stark behaarte Männer gibt. Auf einen Blick ins Etablissement haben wir aber verzichtet. Vielmehr genossen wir die warmen Sonnenstrahlen und das entspannte Treiben in der Stadt. Süßliche Rauchschwaden kreuzten unsere Wege des öfteren, Einheimische und Touristen schipperten mit kleinen Booten gemütlich durch die Stadt oder sonnten sich auf ihren Hausbooten. Die unzähligen Hausboote haben es uns ohnehin angetan und deshalb an dieser Stelle und bei der Gelegenheit auch gleich eine Bitte, liebe Heimat: Wir würden unheimlich gerne auf dem Neckar wohnen. Wäre es im Zuge der anstehenden Bundesgartenschau nicht möglich, auch ein kleines Wohnquartier auf dem Fluss entstehen zu lassen. Der städtische Neckar soll doch ohnehin aufgewertet werden und neuer Wohnraum muss ebenfalls erschlossen werden. Wieso also nicht mit Hausbooten? Wir phantasieren schon über unsere neue Adresse: Auf dem Neckar 1 in 74072 Heilbronn. Hach, das wäre doch was, liebe Heimat. Überlege es dir. Wir melden schon mal ernsthaftes Interesse an. Tschüß, dein Robert

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNBOARD VIA GRAFIK LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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2 Seconds After, Freie Arbeit, Berlin, 2008

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LESERBRIEFE Liebes HANIX-Team, nach langer Pause endlich wieder eine Party von euch. Ich freu mich riesig, wirklich. Die Band klingt interessant und vielversprechend. Im Tanzhaus war ich noch nicht und freue mich auf die neue Location. Aber was viel wichtiger ist: Euer Publikums-Mix ist einmalig für die Stadt. Ich bin bisher jedesmal beschwingt nach hause getorkelt. Ich bin zuversichtlich, dass es diesmal wieder so kommen wird. CLAUDI SCHNEIDER, HEILBRONN Hallo HANIX, eure »Heilbronn auf den 2. Blick«- Ausgabe ist wirklich stark geworden. Eure Lieblingsplätze ist eine wundervolle Heilbronner Portrait-Strecke. Die Luftaufnahmen erinnern an Google-Earth. So habe ich Heilbronn noch nie gesehen. Dazu die interessanten und sehr lesenswerten Interviews von Marcus Wiebusch und Dulce Ramirez. Ach, was sage ich. Die ganze Ausgabe ist toll. Ich habe sie tatsächlich von vorne bis hinten durchgearbeitet. Das passiert mir bei Magazinen so gut wie nie. Wirklich meinen großen Respekt. Nach meinem Geschmack bisher eure beste Ausgabe. MAIKE BLASS, HEILBRONN Guten Tag HANIX! Durch euch bin ich jetzt zum Marcus- Wiebusch-Fan geworden. Sein Song »Der Tag wird kommen« ist, wie er es auch bei euch im Interview sagt, (s)ein Meisterwerk. Ich war auch gleich auf dem Konzert im LKA Longhorn in Stuttgart und wurde nicht enttäuscht. Danke für den Musiktipp. OLIVER CEYEN, NECKARSULM Liebe Redaktion, ich habe das Magazin vor kurzem erst entdeckt und bin überrascht über solch eine Publikation aus und für Heilbronn. Das hätte ich als zugezogener Großstädter nicht erwartet. THEO KOCH, HEILBRONN

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IMPRESSUM Verlag und Redaktion HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Leo Volland, Annette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Ashley Aames, Valerie Grübele, Joshua Endresz, Nicolai Köppel, Uwe Gramlich, Maria Sanders, Friedemann Orths, Daniel Binder (Heilbronner Museen) E-Mail: redaktion @ hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka, Sarah Fischer, Mavinga Petrasch, Steven Zuleger, Eldon Phillips, Bryan Henao Bildredaktion Memo Filiz, Meli Dikta, Manuela Munz Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Sarah Baudenbacher sarah.baudenbacher @ HANIXmagazin.de Marcel Kantimm (verantw.) marcel.kantimm @ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha @ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Auch ein Richtfest ist ein Fest und eigentlich eine fröhliche Sache. Schließlich ist es ein Zeichen dafür, dass ein großer Schritt hin zur Fertigstellung eines Gebäudes geschafft ist. Hier auf diesem Foto scheint die Stimmung eher ernst zu sein. Die Jugendlichen am rechten Bildrand schauen sogar fast trotzig, so als wären sie nicht ganz freiwillig da. – Vielleicht war es ihnen aber auch einfach zu kalt. Das Foto entstand am 22. Dezember 1949, als auf dem Kirchenschiff der Kilianskirche der Richtbaum aufgezogen wurde. Der Termin war aufgrund des schlechten Wetters mehrfach verschoben worden, sodass die Nachberichterstattung über dieses Ereignis dem Weihnachtsfest »zum Opfer« fiel. Deshalb wissen wir nicht, ob Landesbischof D. Martin Haug tatsächlich gekommen war und wer die Mädchen sind, die hier mit ihrer jungen Dirigentin singen. Neben den vielen Weihnachtsfeiern, die in der »Heilbronner Stimme« ankündigt wurden und von denen sie berichtete – so hatte z.B. die Heilbronner Jugendstadt alle Jugendlichen ins Schießhaus eingeladen – bestimmte auch an Weihnachten 1949 das große Thema »Wohnungsnot« die Tagespresse. Bild und Text wurden wie immer vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Mehr Fotos zum Wiederaufbau der Stadt sind in der Dauerausstellung »Heilbronn historisch!« im Otto Rettenmaier Haus / Haus der Stadtgeschichte zu sehen.

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Richtfest, 1949

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VERANSTALTUNGEN NOVEMBER 1., 5., 7., 8., 13., 14., 15., 20. & 21. NOVEMBER THEATERSCHIFF HEILBRONN »HEISSE ZEITEN«, EINE EIGENPRODUKTION DES THEATER- SCHIFFES HEILBRONN, KOMÖDIE Am Flughafen treffen vier Frauen aufeinander, die zwei Dinge gemeinsam haben: Ihr Flieger verspätet sich aus noch unbekannten Gründen, und sie befinden sich in den Wechseljahren, bzw. zumindest kurz davor. Die Heldinnen aus den Quotenschlagern »Sex and the City« und »Desperates Housewives« können einpacken, wenn diese vier Damen die Bühne betreten. Und kultverdächtig kann es werden, wenn sie so richtig loslegen. »Heiße Zeiten« ist ein komödiantisches und musikalisches Feuerwerk. Von der Schnulze über Popsongs und Klassiker der Discowelle bis hin zu Jazz-Standards – alle in einer deutschen Version- dieser »Klimakteriumskracher« lässt kein Auge trocken. 1. NOVEMBER BUKOWSKI FROM BRAZIL WITH LOVE Brasilien hat uns dieses Jahr im Sommer schon sehr viel Herzklopfen und Emotionen gebracht, und genauso geht es heute Nacht weiter: Marky B., Protagonist von Techno in Heilbronn der ersten Stunde und Brasilien-Auswanderer, kommt vorbei und bringt DJ Keer aus Rio mit, dessen Sound er natürlich am Zuckerhut entdeckt hat. Mit Daniel Calisse schicken wir unsererseits unseren dienstältesten Kenner und Könner ins Rennen. Feiern wie die Weltmeister können wir hier schließlich schon seit eh & je! 1. NOVEMBER WAGENHALLEN STUTTGART NACHTFLOHMARKT Hier kann jeder Verkaufen, was er möchte, das Hauptaugenmerk liegt auf Musik, Kunst und Klamotten. In der Kleine Kneipe nebenan kann man es sich bei guter Hausmannskost und kühlen Getränken gut gehen lassen. Für Musik sorgt Dr. Dizko. 1. NOVEMBER MOBILAT BASEMENT SOUL @ MOBILAT Wenn die Temperaturen draußen in den Keller steigen, halten wir das Basement für euch warm - denn heute steigt die nächste Ausgabe der Basement Soul! DJ RoccZ und Cal Caprice treten in altbewährter Formation an, um durch den Abend zu führen. Unterstützung gibt es von einem mittlerweile ebenfalls schon fast als Stammgast zu bezeichnenden Kollegen: DJ Kaiser von den Funky Pepperonies macht das Dreiergespann komplett, zusammen servieren euch die Jungs einen souligwarmen Mix für die kalten Tage. Seid dabei, lasst euch mitreißen und feiert mit euren Soul-Mates! 1. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN CONSCIOUS-HIFI PRESENTS: VERSION EXCURSION Heute wollen wir euch mal zeigen das es auch außerhalb von Jamaica tolle Reggae Musik gibt und präsentieren deshalb eine special Selection: Version Excursion - Reggae all over Europe.Unsere Plattenkisten sind dieses Mal randvoll mit großartigen Reggae, Roots und Dub-Produktionen aus UK, Frankreich, Deutschland, der Schweiz und dem Rest von Europa. Gerade im Bereich der Soundsystem Kultur und der Dubplates kommt sehr viel hervorragendes Material aus dem UK und aus Frankreich, da es dort auch seit vielen Jahren eine sehr aktive Szene und Community gibt. Also freut euch auf einen Abend mit groovy Beats, viel Bass und einem Bereich der Reggae Musik den ihr vielleicht noch nicht kennt. Roots, Love and Unity - Support your local community! Eintritt frei! 2., 12., 14. & 15. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS »DER GEIZIGE«, KOMÖDIE VON MOLIÈRE Der alte Harpagon ist ein stadtbekannter Geizhals. Sein einziges Interesse gilt dem Geld und dessen Vermehrung. Dabei verfolgt er zwei Prinzipien: So wenig wie möglich ausgeben – nicht einmal für die nötigsten Dinge und so viel wie möglich einnehmen – mit schlitzohrigen Wuchergeschäften. Da er schon nicht mehr weiß, wohin mit dem

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THINK. tattoos Adenauerplatz 5b 71522 Backnang fon. 07191 4952358 DI - FR 10 - 18 UHR SA 10 - 14 UHR info@think-tattoos.de www.think-tattoos.de www.facebook.com/THINK.tattoos

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GEHTS Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER ganzen Geld, vergräbt er es im Garten. Doch auch das setzt ihn unter Stress, muss er seinen Schatz doch die ganze Zeit argwöhnisch bewachen. Momentan beschäftigen ihn aber noch andere Dinge: Er möchte sich selbst und seine zwei erwachsenen Kinder verheiraten. Auch in dieser Frage ist alles seinem Einnahme- und Ausgabeprinzip unterworfen. Harpagon hat trotz seines reifen Alters ein Auge auf die junge, schöne Mariane geworfen. Und sie wird, darauf besteht er, noch mehr als ihre Schönheit und Häuslichkeit mit in die Ehe einbringen. Er drängt auf eine Mitgift, obwohl Mariane offenkundig arm ist. Harpagon ahnt nicht, dass sein Sohn Cléante schon seit längerem heftig verliebt in das Mädchen ist. Überhaupt interessieren ihn die Gefühle seiner Kinder nicht. Für seinen Sohn hat Harpagon eine ältere und vor allem vermögende Witwe ausgesucht. Und wegen seiner Tochter Elise ist er mit dem alten, sehr wohlhabenden Anselme einig geworden, der sie selbstverständlich ohne Mitgift nehmen soll. Insgeheim liebt Elise aber Valere, der sich als Bediensteter in Harpagons Haus anstellen ließ, um seiner Geliebten nahe zu sein und nach Mitteln und Wegen zu suchen, ihren Vater davon zu überzeugen, die beiden miteinander zu vereinen. Aber Harpagon ist nicht nur geizig, sondern auch noch cholerisch. Als sich die Kinder seinen Heiratsplänen widersetzen, droht er mit Enterbung und Rausschmiss und setzt noch für den gleichen Tag die Hochzeiten an. Mit stark verdünntem Wein und billigem, schnell sattmachendem Essen will er die Kosten dafür möglichst gering halten. Seine Kinder unterdessen müssen sich etwas einfallen lassen, um aus der Bredouille heraus zu kommen. 4. & 7. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS »DER KLEINE HORRORLADEN«, MUSICAL VON ALAN MENKEN UND HOWARD ASHMAN Mister Mushnik betreibt einen Blumenladen in einem heruntergekommenen Viertel in New York. Hier sind die Blumen dem Verwelken nahe, der etwas tölpelhafte Angestellte Seymour zerdeppert viele Töpfe und Audrey, seine heimlich Angebetete, erscheint mit einem Veilchen am Auge zum Dienst. Ihr Verlobter, der Zahnarzt Orin Scrivello, ist von sadistischer Natur. Nur deshalb sei er Zahnarzt geworden, behauptet er. Der Blumenladen jedenfalls steht kurz vor der Pleite. Da schlägt Seymour vor, das Geschäft mit exotischen Pflanzen zu beleben. Er experimentiert seit längerem mit solchen Gewächsen und hat einen fliegenfangenden Fleischfresser herangezüchtet. Er nennt das exotische Gewächs Audrey II. Kaum steht Audrey II im Fenster, gewinnt der Laden an Zulauf. Kurioserweise beginnt die Pflanze zu kränkeln, sobald Audrey das Geschäft verlässt. Eines Tages macht Seymour eine merkwürdige Entdeckung. Als er sich an einem Rosendorn sticht, findet er heraus, was die Pflanze wirklich gedeihen lässt: menschliches Blut. Durch die ungewöhnliche Nahrung, die Seymour sich nun täglich aus seinen Fingern presst, wächst Audrey II in einem irrsinnigen Tempo. Parallel steigt der Umsatz des Ladens. Doch Seymours Blut reicht bald nicht mehr aus, um die Pflanze satt zu bekommen. Außerdem fängt sie plötzlich an zu reden und verlangt nach neuem Lebenssaft … »Der kleine Horrorladen« ist das dritte der Grusel-Musicals nach der »Rocky Horror Show« und »Sweeney Todd«. Es entstand 1982 nach dem Film »Kleiner Laden voller Schrecken« von Roger Corman aus dem Jahre 1960. Diese satirische Horror-Show-Parodie auf das populäre Musikgeschäft wurde mit ihrer Rock-Musik von den New Yorker Kritikern zum besten Off-Broadway-Musical der Saison gekürt. 4. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, BOXX »DIE KUH ROSMARIE«, KINDERSTÜCK VON ANDRI BEYELER Die Kuh Rosmarie ist eine richtige Meckerziege. Mit allen Tieren auf dem Bauernhof schimpft sie herum. Das Schwein bekommt Schelte, weil es sich im Dreck suhlt. Der Hund wird angemotzt, weil er beim Fressen so schlingt, das Huhn, weil es beim Eierlegen so laut gackert, und der Goldfisch, weil er nackt badet. Die Tiere sind traurig, denn sie können ja nichts dafür, dass sie so sind. Der Bauer beobachtet ärgerlich, welch miese Laune die Kuh auf seinem Hof verbreitet. Als die arrogante Rosmarie dann auch noch den Bauern kritisiert, hat der die Nase voll. Kurzerhand setzt er sie in ein Flugzeug nach Afrika. Doch bald kommen auch von dort Nachrichten über einen eigenwilligen, buntgescheckten Besserwisser. Ein Tier nach dem anderen flieht aus Afrika zum Bauern, weil Rosmarie in einem fort meckert. Mit dem Löwen wegen der zotteligen Mähne, mit dem Krokodil, weil es keine Schwimmflügel trägt, mit der Giraffe, weil sie so von oben herab ist, und mit dem Elefanten, weil er so trampelt. Dem Bauern bleibt nichts weiter übrig, er muss seine Kuh zurückholen und zusammen mit ihr und den anderen Tieren einen Weg finden, wie sie friedlich zusammenleben können.

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER 5. & 6. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, BOXX »DAS HERZ EINES BOXERS«, SCHAUSPIEL VON LUTZ HÜBNER Jojo ist 16 Jahre alt und ein ziemlicher Loser. Um sich vor seinen Freunden interessant zu machen, nimmt er den Mopeddiebstahl eines anderen auf sich und muss jetzt dafür Strafstunden ableisten. Er soll in der geschlossenen Station eines Altersheimes das Zimmer eines alten Mannes renovieren, der geistig und körperlich völlig verfallen zu sein scheint. Großmäulig textet Jojo den alten Leo zu. Der antwortet nicht, und Jojo kann hier seine Sprüche klopfen, die ihm seine Freunde nicht mehr abnehmen. Doch plötzlich kommt Leben in Leo. Jojo erfährt, dass der seine Gebrechen nur vortäuscht, um seine Ruhe zu haben, und dass Leo früher ein sehr berühmter und erfolgreicher Boxer war. Die beiden verstehen sich immer besser. Leo sieht das wahre Wesen, das sich hinter Jojos großer Klappe versteckt. Und der Junge gewinnt immer mehr Achtung vor dem alten Mann. Schließlich fassen beide einen verrückten Plan. »DAS HERZ EINES BOXERS« ist ein Stück von der Kunst, sich durchs Leben zu boxen. Wenn man am Boden liegt, so sagt Leo, der alte Kämpfer, dann steht man wieder auf. Und wenn man verliert, gewinnt man beim nächsten Mal. Das Leben hat die beiden Außenseiter misstrauisch gemacht. Der eine versteckt sich hinter seiner rauen Schale, der andere hinter Schweigen. Das Vertrauen, das sie langsam zueinander gewinnen, macht sie schließlich stärker, als es jeder für sich vorher war. 6. NOVEMBER MOBILAT OUT OF THE DARK Gothic, Darkwave, EBM, Industrial, Mittelalter, 80ies 7. NOVEMBER WAGENHALLEN STUTTGART ELEKTRO SWING NO17 Die Electro Swing Party in den Wagenhallen geht in die 17te Runde. Im Vordergrund stehen moderne Clubbeats kombiniert mit dem Swing der 1920er und -30er Jahre, die alle Tanz- und Feierwütigen voll auf Ihre Kosten kommen lassen. Garniert wird das ganze mit allem was Spaß macht, die Leiber zucken und die Herzen höher schlagen lässt. Immer monatlich mit Resident DJ Beng. Verkleidung im Stil der 20er Jahre ist kein muss ... aber wird gerne gesehen. 7. NOVEMBER BUKOWSKI NEVER DANCE ALONE: M.IN M.in hat zuletzt im September, im Rahmen sein »To The Max« Album-Release-Tour, einen Stopp auf unserem kleinen Dancefloor eingelegt. Zwei Wochen vorher hat er das Album im Privilege vorgestellt – dem laut Guinness Buch größten Club der Welt. Das kann man schon mal witzig finden, spricht aber für unseren – und seinen – Ruf. Und weil das ziemlich gut geknallt hat, haben wir uns zum Jahresende gleich nochmal einen Termin in M.ins Kalender gesichert: Am heutigen Freitag bringt uns der Mann aus Frankfurt zusammen mit Josh:tek und Pravi Lopov nochmal zum Tanzen! 7. NOVEMBER MOBILAT IT'S A TRAP! Trap / Glitch / HipHop / Uk Bass Music 8. NOVEMBER BUKOWSKI FÜHL DICH FREI 212fahrenheit – der Siedpunkt von Wasser, und der Name des DJs und Produzenten, der uns mit groovigem Houseand Techhouse-Sound schon mehrfach genau dahin gebracht hat – zum Kochen! Mit seinen ersten Releases auf Kling Klong und Deep Circus hat er dann auch die Aufmerksamkeit der Produzenten auf sich gezogen und ist seit 2012, zusammen mit Mirco Veitengruber, einer der Köpfe von Degree Records. Und mit dem Kopf des Bukowski, nämlich T-WATCH himself sowie Homie Fred Moody zusammen macht 212fahrenheit das mit der Stimmung bis zum Siedepunkt heute nochmal. Eventuell kocht auch was über- Ihr habt’s in der Hand und den Füßen! 8. NOVEMBER K2ACHT (ZIGARRE) ROCKABILLY HOTEL - THE SLAPBACKS ( AUT ) Halte es einfach und authentisch war immer das Credo der Band: zwei gellende Gitarren, ein Schlag Doppel Bass, eine rhythmische Snaredrum und eine inbrünstige Stimme – was braucht man mehr? NICHTS – Das ist zumindest die Ansicht der Band THE SLAPBACKS die genau aus dieser Besetzung besteht: vier Männer – vier Instrumente – pure Musik ohne Kompromisse. Erfasst man das Wesentliche

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BLog www.hanix-blog.de

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER der Rockabilly-Musik mit dieser Formel, erschließt sich der unproblematischste Weg der Performance, der Aufnahme und Spaß damit zu haben. Es ist nur der kleinste gemeinsame Nenner um einen coolen Rockabilly-Sound zu kreieren – Nichts anderes bleibt außen vor. Das sind die Zutaten, welche THE SLAPBACKS in ihre dynamische Bühnenshow und ihre Recordings komprimieren. Keine Sorge: THE SLAPBACKS will »kick your ass«! Record Hop vom unvergleichbaren DeeJay Old Rebel. Don´t miss a wild & crazy night. We serve Rockabilly! 8. NOVEMBER KULTURKELLER HEILBRONN ECCO MEINEKE - LIBERTÉ! ÉGALITÉ! HUMBATÄTERÄ-TÄTÄ! Ecco Meineke, einst Frontkämpfer im Ensemble der »Lach- und Schieß«, präsentiert nach zwei preisgekrönten Programmen sein drittes Solo! Gerade in Zeiten der Großen Koalition werden sich die meisten denken: »Scheiße, verwählt.«? Denn wozu wählt man eigentlich? Warum verstehen die sich alle so gut? Viele mögen ja trotzdem stolz sein, dass der Export so brummt und man immer so schön online sein kann und auch das Kriege führen nicht mehr bäh ist. Doch wer weiß schon, ob das immer so bleibt? Ob die vielen Rettungsschirme nicht eigentlich gegen uns aufgespannt wurden? Und was wissen wir schon, was die alles von uns wissen? Wir wissen ja nicht einmal, wo diese … Dings herkommt, diese … na wie heisst das denn, wenn jeder die gleichen Rechte hat und keiner zurückgelassen wird, wofür wir so lange gekämpft haben … ? Herrgott! Ach ja: Demokratie! 8. NOVEMBER SCHLEYERHALLE STUTTGART LENNY KRAVITZ »STRUT«-LIVETOUR Lange war Lenny Kravitz nicht mehr in Deutschland, aber nun steht sein zehntes Studioalbum in den Startlöchern. Am 19. September ist »Strut« erschienen und im November kommt Lenny Kravitz dann in die Stuttgarter Schleyerhalle. Nach Aussage von Lenny Kravitz wird »Strut« ein echtes Rock'n'Roll Album werden. Mit Produzent Bob Clearmouth, der für Bowie, die Stones und auch Bruce Springsteens »Born In The U.S.A.« an den Reglern stand, hat Kravitz genau den richtigen Partner gefunden. »Diese Platte hat mich genau zu dem Punkt zurückgebracht, den ich so sehr an Musik liebe«, so Lenny Kravitz, »Zurück zu Gefühlen, die ich zuletzt in der High School hatte. Es ist wahrer Rock’n’Roll – es ist pur, es hat Soul und es ist alles sehr schnell entstanden.« 8. & 13. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS »MADAME BOVARY«, SCHAUSPIEL NACH GUSTAVE FLAUBERT Emma ist eine Bauerntochter aus einfachsten Verhältnissen. Ihre Mutter hat ihr alles bei gebracht, was es braucht, um einen Mann von guter Stellung zu bekommen. So begegnet sie Charles Bovary, dem Landarzt, der sich in die junge und äußerst attraktive Frau verliebt und sie nach dem Tod seiner ersten Frau heiratet. Er liebt Emma wirklich, sie ist das Beste, was ihm je passiert ist. Sie erhofft sich von dieser Ehe gesellschaftliche An erkennung, Freiheit und Glück. Aber Emmas Hun ger nach einem Leben in Leidenschaft, wie sie es aus ihren Romanen kennt, ist groß. Sie ist unzufrieden, zumal sie laufend von ihrer Schwiegermutter getadelt wird. Immer mehr verfällt sie in Lethargie und De pres sion. Ein Umzug in die Stadt soll ihrem Leben wieder einen neuen Sinn geben. Charles willigt ein, obwohl er weiß, wie schwer es sein wird, wieder einen neuen Patientenstamm aufzubauen. Dann bekommen sie ein Kind – ein Mädchen. Dabei hatte Emma so sehr auf einen Jungen gehofft. Denn Frauen, so sieht sie es, sind auf das »Leben einer Stubenfliege reduziert«. Emma will raus aus diesem Leben und flüchtet sich in die Arme ihrer Liebhaber Rodolphe und Léon. Und kehrt doch immer wieder zu Charles zurück, diszipliniert sich, will eine gute Ehefrau und Mutter sein – nichts gelingt ihr. Sie betäubt ihre Sehnsucht mit immer neuen Luxuseinkäufen bei der Händlerin Lheureuse. Sie wird zur Süchtigen und Emmas Rausch in Luxus und Konsum endet im Ruin. Tine Rahel Völckers Bühnenbearbeitung von Gustave Flauberts »Madame Bovary« orientiert sich in der Fabel am Original und ist in der Sprache sehr heutig. Sie zeigt, wie modern dieser Stoff geblieben ist. Der Niedergang von Madame Bovary wird hier nicht wie bei Flaubert unter dem Blickwinkel der moralischen Schuld verhandelt. Emma Bovary ist vielmehr ein Mensch, der nicht weiß, in welche Rolle er gehört und darum verschiedene probiert, ohne dabei zu sich selbst zu finden: die Gattin, die Mutter, die Liebhaberin, die Duldende, die Trotzige, die Mutige. Völckers Fassung betrachtet die Entwicklung der Hauptfigur nicht, wie das Original, aus Perspektive des Kampfes

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Filmformate im HANIX Magazin Imagefilme Firmenfilme Kunst- und Kultureventfilme Kontakt: kionka@formatfilm.tv

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER um die Befreiung der Frau, sondern wirft vielmehr einen mit den Erfahrungen des Postfeminismus des illusionierten Blick auf dieses Frauenleben. Emma wird eine Suchende nach ihrem ganz persönlichen Glück, die zwischen eigenen Sehnsüchten und Fremd bestimmung zerrieben wird. »Madame Bovary« von Tine Rahel Völcker nach Gustave Flaubert ist auch als eBook erschienen. 8. NOVEMBER THEATER HEILBRONN LISA FITZ: MUT – VOM HASEN ZUM LÖWEN / THEATER SPEZIAL - GROSS. KLEIN. KUNST. Lisa Fitz, die renommierteste politische Kabarettistin im Land, bringt es auf den Punkt: Was den Menschen in Zeiten von Banken- und Staatspleiten, Wut- und Hartz-Vier- Bürgern, Pisastudien und im Alltag fehlt, ist der Mut. Ob in der Schlange vom Supermarkt, im Restaurant oder in der U-Bahn, überall dort, wo der Mensch mit Gewissen als Mutbürger Klage in Taten umsetzen will. Zu oft fehlt der Schneid oder die Zivilcourage. »Der Mut ist wie ein Regenschirm. Wenn man ihn am dringendsten braucht, fehlt er einem«, sagt Fernandel als Don Camillo. John Wayne meint: »Mut ist, wenn man Todesangst hat und sich trotzdem in den Sattel schwingt.« Aber wo ist die Grenze zwischen Mut und Dummheit? Und ist die Angst wirklich weiblich? Wollen wir Politiker, die Mut haben und uns wirklich die Wahrheit sagen? Lisa Fitz hält es da wie Charlie Rivel: »Jeder Mensch ist ein Clown, aber nur wenige haben den Mut, es zu zeigen.« Sie bringt dem Publikum eines näher: Wo der Mut keine Zunge hat, bleibt die Vernunft stumm. Und Wahrheiten, die niemanden verärgern, sind meist nur halbe. »Der Klügere gibt nach« ist eine traurige Wahrheit – sie begründet die Weltherrschaft der Dummen. 8. NOVEMBER MOBILAT BUSS IT BLACK CHINEY – BUSS DI DANCE Dancehall & Reggae Floor: Black Chiney (Miami / USA), Yardstyle Sound (Buss di Dance), Shaolin Sound International (Wien/Heilbronn) Drum n Bass Floor: Tollschock meets Me2You Crew 8. NOVEMBER KULTURFORUM BRACKENHEIM MICHAEL HATZIUS: »DIE ECHSE UND FREUNDE - DAS VOLLE PROGRAMM« Die Echse ist ein Urgestein der internationalen Kulturlandschaft und war von Anfang an dabei. Egal worum es geht. Weit mehr als 2000 Jahre alt, gründete sie einst gemeinsam mit Aristoteles, den sie noch heute liebevoll »Ari« nennt, das erste Theater der Welt, hat aber schon lange davor durch eigenhändige Zellteilung der Evolution auf die Sprünge geholfen. Puppentheater lehnt die Echse zwar grundsätzlich ab, führt jedoch mit ihrem selbst-gebauten Echsenmodell die Zuschauer immer wieder großzügig in die grundlegenden Geheimnisse der Puppenspielkunst ein. Die Echse nutzt Ihr vielseitiges Wissen jedoch nicht nur, um vergangene und aktuelle Geschehnisse zu reflektieren, sondern besitzt ebenso hellseherische Fähigkeiten. So wagt sie live ein Blick in die Zukunft des Publikums. Wenn der Berliner Puppenspieler Michael Hatzius, u.a. in seiner Rolle als zwiespältiger Brandschutzbeauftragter »Jens Schirner«, moderierend durch die gut zweistündige Soloshow führt, hat er jedoch nicht nur das Urzeitreptil im Gepäck. Auch ein Huhn, zwei Spinnen sowie viele weitere Gesellen wollen ans Licht - und drohen zu scheitern. Wohin der Abend führt? Man wird es erleben. Denn die lustvolle Interaktion mit dem Publikum, die Einladung zum gemeinsamen Erlebnis jenseits aller Standards, die Wachheit für die Geschehnisse und Energien des Moments ist das Zentrum der Spielweise von Michael Hatzius. Ein tierischer Abend mit reptilem Humor, der die Zuschauer - trotz Brandschutz - entflammen wird. 8. NOVEMBER EBENE 3 ANGELA PUXI MEETS CLIMATIX Angela Puxi, Saxophonistin mit sardischen Wurzeln und Volker Dorsch. Von Smooth und Nu Jazz, aber auch Pop Musik beeinflusst, bedient sie ihr Instrument mit auffallend schnörkelloser Leichtigkeit. Ihr lyrischer und auch energievoller Ton, ihre musikalische Affinität zum Mittelmeerraum, war bereits auf Puxi’s erster CD »Senza Parole« zu spüren. Sie besticht durch ihre Kraft, Sanftheit und Gelassenheit und bildet somit eine perfekte Symbiose zu Climatic alias Volker Dorsch, dem facettenreichen Pianisten und Produzenten aus Köln. Puxi und Climatic haben sich mit ihrem aktuellen Duo-Programm dem zeitlosen Klang von

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER Saxophon, Klavier und Perkussion verschrieben, dezent angereichert durch elektronische Sounds und Effekte. Sie spielen vor allem eigene Kompositionen, aber auch eigene Arrangements von Klassikern, denen sie zum Teil einen humorigen Unterton verleihen. Man darf einen mitreißenden Abend erwarten mit zwei kongenialen Musikern, die sich traumwandlerisch die Bälle zuwerfen. 8. NOVEMBER SOLEO HEILBRONN LANGE SAUNANACHT Besondere Aufgüsse und Verwöhnbehandlungen in der Saunalandschaft zum normalen Eintrittspreis ohne Aufschlag. Bis 1 Uhr nachts können sich die Saunabesucher in den unterschiedlichen Saunen und Ruheräumen entspannen, ein textilfreies Bad in den Sole-Innen- und Außenbecken oder dem Whirlpool genießen oder sich zwischen den Aufgüssen bei einem passend zum Thema angebotenen Snack in der Saunabar stärken. 8. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN KONZERT: ALICE IN THE CITIES (BERLIN) Alice in the Cities wurde 2012 in Berlin gegründet. Sie spielen instrumentale Stücke zu fiktiven Filmsoundtracks. Der Hörer wird mit einfachen Rhythmen oder Melodien »eingefangen«, anschliessend erschafft die Band darauf Schicht um Schicht ein subtiles filmisches Universum aus Klang. Wie in einem Road Movie wird durch die Musik eine ständige Vorwärtsbewegung dargestellt. Reviews: Anstatt Post Rock laut und überwältigend zu spielen, haben diese Jungs einen minimalistischen, eher intimen Ansatz aus dem sich wunderschöne musikalische Landschaften entwickeln (Merchants Of Air, Antwerp, Belgium, 2014) Musik zu Filmen die es nie gab und vermutlich nie geben wird, denn das Risiko schreibt das Drehbuch und Improvisation führt Regie. (Zitty Magazine, Berlin, Germany 2014) www.aliceinthecities.net Eintritt 5,- EURO 9., 13., 14., 17., 18., 23., 24. & 28. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS PREMIERE »PETERCHENS MONDFAHRT«, MÄRCHEN NACH GERDT VON BASSEWITZ Eines schönen Abends landet Maikäfer Sumsemann im Kinderzimmer von Peter und Anneliese. Eigentlich hat er bisher keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht. Aber diese beiden Kinder sind sehr nett und kennen sogar die Geschichte seines Urgroßvaters Sumsemann, der vor vielen, vielen Jahren sein sechstes Beinchen verloren hat. Ein Holzdieb hatte es ihm aus Versehen ausgerissen, als er mit seiner Beute aus dem Wald verschwinden wollte. Weil der alte Maikäfer damals auf dem Ast saß, den der Mann stehlen wollte, blieb sein Beinchen bei dem Raub hängen. Zur Strafe für seine böse Tat verbannte die Nachtfee den Dieb mitsamt seinem Holz (und dem Käferbeinchen) auf den Mond, wo er jetzt einsam und allein als Mann im Mond leben muss. Was für ein Jammer für die Maikäferfamilie, denn von nun an kamen alle Nachfahren von Sumsemann mit nur fünf Beinchen statt mit sechs auf die Welt. Der Nachtfee tat das sehr leid und sie sagte: Sie könne zwar die Strafe für den bösen Mann nicht aufheben, aber wenn ein Sumsemann zwei nette Kinder finden würde, die niemals ein Tier gequält haben, dann dürften sie mit ihm auf den Mond, um das Beinchen wiederzuholen. Und weil Peter und Anneliese nicht nur freundlich, sondern auch noch abenteuerlustig und hilfsbereit sind, bittet Sumsemann die beiden um Hilfe. Die Drei erleben ein unglaubliches Abenteuer, treffen den Sandmann, die Blitzhexe und den Donnermann, die Nachtfee und schließlich den Mann im Mond … Das wird ihnen am Ende wohl niemand glauben, und doch hat es sich genauso zugetragen. 9. NOVEMBER KULTURFORUM BRACKENHEIM RED DOG THEATER: »ANNA UND DIE PIRATEN« Hisst die Segel, volle Fahrt voraus, Ihr Landratten! Anna will Piratin sein. Nur will keiner das so richtig ernst nehmen. Erst Recht nicht ihr Opa, den sie zum Geburtstag besuchen muss. Glücklicherweise begegnet sie dem echten Piratenpapagei Picasso, der ihr in der Kunst des Piratenseins Hilfe anbietet. Drohgebärden, Augenrollen, Säbelrasseln und sich nicht waschen sind im Alltag eines Piraten sehr wichtig. Aber als das Schiff sie und ihren Opa bei einem mächtigen Sturm ins Wasser spült, lernt die kleine

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER Anna die andere Seite des Piratenlebens näher kennen … Zusammen mit dem vorwitzigen Papagei Picasso treffen sie auf traumhafte Tiefseekreaturen, kämpfen sich durch wilde Stürme und gegen den einen oder anderen raubeinigen Piratenkapitän. Packt die Schwimmflügel ein! Es wird stürmisch! 9. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS VINCENT KLINK UND PATRICK BEBELAAR: GEGEN DEN ZEITGEIST / THEATER SPEZIAL - GROSS. KLEIN. KUNST. Ein Meisterkoch, der laut Süddeutscher Zeitung besser formuliert als manch professioneller Schreiberling? Überzeugen Sie sich selbst: Der Koch, Autor und Musiker Vincent Klink liest aus seinen neuen Texten, die den Zeitgeist unserer Tage kritisch reflektieren. Es geht um gutes Essen, um Nahrungsverbrechen und um Fragen des modernen Lebens. Außerdem greift das Multitalent zum Bassflügelhorn und bietet mit dem Pianisten und Komponisten Patrick Bebelaar modernen Jazz, der angenehm in Ohr und Beine geht. Vincent Klink eröffnete 1974 in seinem Heimatort Schwäbisch Gmünd das Restaurant »Postillion«. Seit 1991 betreibt er sein Restaurant »Wielandshöhe« in Stuttgart und hält seit 36 Jahren einen Michelinstern. Er wurde auch mit 16 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet. Wöchentlich kocht er im »ARD Buffet«. Er macht mit Begeisterung Musik, schreibt Kochbücher und landete mit seinen Erzählungen schon auf der Spiegel-Bestsellerliste. Patrick Bebelaar studierte an der Hochschule für Musik in Stuttgart, zählt zu Deutschlands renommiertesten Pianisten und wurde mit dem Jazzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Er komponierte im Auftrag der Internationalen Bachakademie, des Deutschen Literaturarchivs, der Stadt Esslingen u.v.a 9. NOVEMBER EBENE 3 TANSY DAVIS JAZZ COLLECTIVE – A TRIBUTE TO MODERN FEMALE VOCAL JAZZ Sechs junge professionelle Musiker aus Baden-Württemberg verschreiben sich den aktuellen Damen des Jazz. Besonders Esperanza Spalding hat es Ihnen angetan, aber auch Arrangements von Gretchen Parlato oder der Gruppe ReJazz gibt die hochkarätige Besetzung zum Besten. Unbändige Spielfreude, Groove, Liebe zum Detail und eine einzigartige Stimme ist das, was das Publikum erwartet. Lassen Sie Sich auf eine Reise in die Welt des modernen Female-Jazz entführen. 10. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, BOXX »TORTUGA«, PIRATENGESCHICHTEN UND SEEMANNSGARN VON PAUL STEINMANN Tortuga ist nicht nur eine berühmte Pirateninsel in der Karibik, die den Freibeutern im 17. Jahrhundert als Versteck diente. Tortuga – diesen Namen trägt auch das Schiff, das die Piratin Mary- Anne O`Malley zum Kapitän hat und das diesem Theaterstück für Kinder seinen Titel gibt. »Tortuga« erzählt die abenteuerliche und ungeheuerliche Mär von dieser Frau. Sie war nicht klug nur wie ein Mann, nein, sie war doppelt schlau. Mary-Anne O’ Malley: Fast ihr ganzes Leben lang hat sie sich als Mann ausgegeben. Denn als Mann hatte man im 17. Jahrhundert einfach die besseren Chancen. Deshalb gibt ihre Mutter sie schon im Babyalter als Sohn aus, verpasst »ihm« den Namen William und lässt das Kind von der Großmutter erziehen. Als diese stirbt, sucht sich Mary-Ann schon mit 13 Jahren eine Arbeit, wieder als Junge, weil sie als Mädchen keine bekommen hätte. Später heuert sie als Schiffsjunge auf einem Kriegsschiff an, immer mit der Angst im Nacken, entdeckt zu werden, was damals mit dem Tod bestraft worden wäre. Sie lernt das Fechten und erweist sich darin als äußerst talentiert. Dem Schiffskoch gibt sie sich zu erkennen, sie verlieben sich, gehen heimlich von Bord und eröffnen eine Hafenkneipe. Doch der Koch hat ein schwaches Herz, stirbt früh und Mary-Anne verwandelt sich wieder in William O`Malley. Sie heuert auf einem Sklavenschiff an, das von dem berühmten Piraten Calico Jack angegriffen wird. Auf dem Schiff möchte sie mitsegeln, weil sie frei sein und ein kurzweiliges Leben führen will. Dank ihrer Klugheit machen die Piraten von Calico Jack eine fette Beute nach der anderen und wählen Mary-Anne als Frau zum Kapitän der »Tortuga« … Piratenköniginnen gab es übrigens wirklich zu jener Zeit – sogar mehrere. Und weil in diesem Stück allerhand Seemannsgarn gesponnen, also auch ein bisschen geflunkert wird, sind hier die Lebensläufe zweier großer Piratinnen in einer Person vereint: Mary Read, englische Piratin und Abenteurerin (1685-1721) und Anne Bonny (* um 1690), die beide auf dem Schiff von Jack Rackham alias Calico Jack gewesen sind. Doch »Tortuga« ist noch mehr als ein rasant erzähltes Piratenabenteuer; es ist zugleich eine nachdenkliche Geschichte über das Finden

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER der eigenen Rolle in der Welt und ein Plädoyer dafür, das Leben auszukosten und sein Schicksal in die Hand zu nehmen. Stephan Beer (Regie) und Dorothee Neuling (Ausstattung) zeigen mit »Tortuga« ihre erste Arbeit am Theater Heilbronn. An anderen Häuser haben die beiden schon mehrfach zusammengearbeitet. Sie sind ein eingespieltes Team. Bei »Tortuga« standen sie vor der Herausforderung, mit kleinen Versatzstücken in Windeseile buchstäblich die ganze Welt zu erzählen. Denn in dem Stück wimmelt es nicht nur von Rollen, in die vor allem Ferdinand Seebacher mit Hilfe vieler Kostümteile schlüpfen muss. Mit wenigen Handgriffen werden auch die verschiedensten Schauplätzen geschaffen: England und die Insel Tortuga etwa, außerdem gleich zwei Schiffe, eine Kneipe und sogar ein Badehaus mit echter Badewanne kommen vor. Auf den Proben entwickeln Stephan Beer und die Schauspieler mit viel szenischem Erfindungsreichtum eine Spielform, die die Fantasie kleiner und großer Zuschauer auf Touren bringt. Dazu trägt von Anfang an auch Nicolas Kemmer bei, der mit Julia Apfelthaler und Ferdinand Seebacher Seemannslieder einstudiert. SCHAUSPIEL VON PHILIPP LÖHLE Wer dieses Stück sieht, wird ein ganz neues Verhältnis zu seinem T-Shirt entwickeln, dieses vielleicht genauer untersuchen, möglicherweise sogar versuchen, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Denn dieses Stück erzählt auf witzige und zugleich zutiefst philosophische Weise die Geschichte von einer Baumwollflocke, die zunächst als Baumwollfädchen und dann als Trikot um die Welt reist und dabei die unterschiedlichsten Menschen kennenlernt, deren Geschicke auf wundersame Weise miteinander verbunden sind. »Das Ding kann nicht sagen, wann und wo es entstanden ist … Nein das Ding ist einfach irgendwann da. Ungefragt … Es ist Teil von einem Strauch.« Angebaut vom Afrikaner Siwa und dem Schweizer Beat, der den Afrikanern ökologische Baumwollwirtschaft beibringen will. Von dort nach China verschifft zu einem aufstrebenden Jungunternehmen, das sich in drei Bereichen spezialisiert hat: T-Shirts, Soja und Hausmeisterdienste. Hier wird das Ding in einem Trikot verarbeitet, nach Deutschland geflogen und dort Patrick, dem talentierten Nachwuchsfußballer mit der Nummer 10 ausgehändigt. Der trägt es als Glückstrikot bis der Fußballtraum ein jähes Ende findet und Patrick das T-Shirt seiner Schwester Katrin schenkt, die es ebenfalls heiß und innig liebt. Warum Katrin Eheprobleme mit ihrem Mann Thomas, dem Chef einer Reststoffverwertungsfirma, hat? Und was das alles mit der schnellen Internetverbindung des Chinesen Li und gleichzeitig mit der rumänischen Schweinezucht zu tun hat? Auch das sind Fäden dieses wunderbaren Geschichtengespinstes um Liebe, Eifersucht, Lebensträume und die Weltwirtschaft. Das Ding sieht alles, beschreibt alles, versteht aber nicht alles – sieht die Welt fast so rührend naiv und ohne Falsch wie ein Kind. Dafür begreift der Zuschauer, wie alles auf der Welt mit allem zusammenhängt. Eine Riesenleistung von einem Stück, das so leicht und unterhaltsam daherkommt. 13. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN LESUNG NICOLAI KÖPPEL (HEILBRONN) »VERPFUSCHTE JUGEND – Nicolai Köppel liest Geschichten aus dem wahren Leben anderer Leute.« Eintritt frei 14. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, BOXX ZUM LETZTEN MAL: »DAS DING«, 14. NOVEMBER BUKOWSKI DRUMCODE: KYLE GEIGER Ursprünglich aus Indiana, USA stammend, einer Region, die mehr für Basketball und Maisanbau als für elektronische Musik bekannt ist, ist Kyle Geiger mittlerweile eine Hausnummer in der internationalen Techno-Arena, mit Releases auf Labels wie Drumcode, Cocoon, Soma, Verkommenheit, Perc Trax und Droid. Kyle hat die Entwicklung des Techno von den härteren, perkussiven Sounds der 90er bis zu den groovelastigeren Klängen der Neuzeit miterlebt, und auch wenn er selbst die Energie und Power der straight nach vorne preschenden Variante immer noch liebt, hat er seine Sets und Produktionen unter Einbeziehung der neueren Soundentwicklungen so verfeinert, dass sie sogar schon die nächste Generation von Techno einläuten könnten. Die Drum Poets und Carmen Bernabe sind bei uns schon nahezu zeitlose Konstanten: Haben überzeugt, tun es jedes Mal wieder, und werden auch heute alles abreissen. Seid gespannt, wir sind es auch!

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER 14. NOVEMBER BÜRGERHAUSKELLER BÖCKINGEN POETRY SLAM XXIX Das Poetry Slam Jahr 2014 endet mit den Terminen im November und Dezember mit einem Feuerwerk. Anbei beiden Terminen wir ein ultimatives Poetry Programm präsentiert. Mit dabei sind Nik Salsflausen, Bench, Sylvie le Bonheur, Indiana Jonas u.v.m. 14. NOVEMBER MOBILAT BUM TSCHAK J BOWER (Köln/WSP) Supported by Novacane Store 15., 20., 21., 25., 28. & 29. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS PREMIERE: »MISERY« THRILLER VON SIMON MOORE NACH DEM ROMAN VON STEPHEN KING Paul Sheldon, der kommerziell überaus erfolgreiche Autor der »Misery«-Liebes-Romane, ist auf der Rückfahrt von einer Preisverleihung, als sein Auto im Schneesturm verunglückt und er das Bewusstsein verliert. Als er wieder erwacht, findet er sich in der einsamen Berghütte von Annie Wilkes wieder. Sie, so erklärt Annie ihm, hat ihn aus dem Autowrack gezogen, ihm Schmerzmittel gegeben und intravenös ernährt. Sie ist ehemalige Krankenschwester, aber vor allem ist sie Pauls allergrößter Fan, und er könne sich glücklich schätzen bei ihr zu sein und nicht in einem Krankenhaus. Sie hat alle seine »Misery«-Romane verschlungen und wollte gerade im Dorf schauen, ob das neueste Buch schon zu kaufen sei, als sie auf der Heimfahrt Paul fand. Wenn das nicht ein Wunder ist! Doch Annies Freude verfliegt ganz schnell, als sie das Manuskript des eben fertiggestellten Romans liest, mit dem Paul Sheldon sich endlich vom Schnulzen-Image der »Misery«-Romane befreien wollte. »Brooklyn brennt« ist überhaupt nicht nach Annies Geschmack, und sie zwingt Paul durch Entzug der Schmerzmittel, die er wegen der unbehandelten schweren Beinverletzungen dringend braucht, das Manuskript zu verbrennen. Richtig wütend wird sie, als sie dann den jüngsten Roman seiner Erfolgsreihe, »Miserys Kind«, liest, in dem Paul Sheldon seine Heldin sterben lässt. Das darf nicht sein! Von nun an macht sie ihm das Leben zur Hölle, und er muss trotz seiner unerträglichen Schmerzen einen neuen Roman schreiben und Misery wieder ins Leben zurückholen. Soll Paul ruhig schreien, so viel er will, sagt seine selbsternannte Pflegerin: »Kein Mensch wird hier anhalten, weil alle wissen, dass Annie Wilkes verrückt ist …« Stephen Kings Roman »Sie« (im amerikanischen Original »Misery«) erschien erstmals 1987 und wurde ein Bestseller. King erhielt den Bram Stoker Award in der Kategorie Best Novel. Die Verfilmung von Rob Reiner 1990 mit Kathy Bates und James Caan ist mindestens genauso spannend wie der Roman. In demselben Jahr brachte der Schriftsteller und Regisseur Simon Moore in London seine Bühnenbearbeitung des Romans heraus, die weltweit die Bühnen erobert hat, denn dieses tragikomische Kammerspiel über die Psychopathin und den Schriftsteller bietet erstklassiges Futter für zwei Schauspieler und Spannung von der ersten bis zur letzten Minute. 15. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN MULTIMONO LADENLIEDER MAL MIT DJ – HEUTE C23 Eine herbstlich inspirierte Mischung aus allerlei Genres, Vinyl aus 30 Jahren Sammelwahn, dazu gibt es Punsch und Kekse. Eintritt frei! 15. NOVEMBER BUKOWSKI PUSH THE BUTTON Aus Musikinteresse wurde ein Hobby. Aus dem Hobby wurde Leidenschaft. Aus Leidenschaft wurden zwei 1210er und ein Mixer. Das war im Jahr 1989. Seitdem hat sich viel getan: Rave on Snow, Thaibreak, Nature One, Loveparade, You FM Clubnight, Pacha, KM5, El Divino (Ibiza), Bed Supper Club (Bangkok), Stammheim (Kassel), Sternradio (Berlin), U60311 (Frankfurt/Main und seine Resident Clubs Airport in Würzburg und Palais in München sind wichtige Meilensteine der Auflegekunst von Sonic. Der Dauergast in den Club und Dance Charts und auf einschlägig bekannten Compilations, wie z.B. Sunshine Live House Rotation, Ibiza House Session oder Tronic Love (BigFM) gibt sich heute im Buko die Ehre und Maurice und Strompunkt stehen ihm zur Seite. 15. NOVEMBER KULTURKELLER HEILBRONN SANDRA KREISLER & ROGER STEIN - WORTFRONT Preisgekrönt sind sie schon lange, und ihre Musik wurde als »Mischung von Mozart, Fanta Vier und Adam Green«

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER (NDR), als »Betörender Mix aus Kammermusik und Elektropop, Wienerlied und Hip Hop, Sprachwitz und Philosophie« (WDR) gelobt und gefeiert. Nun sind Sandra Kreisler und Roger Stein auch noch Meister der Reduktion. Unplugged – musikalisch also fast nackt – zeigen sie im Duo, dass ihre Songs auch ohne Bandklänge alle Versprechungen halten. Es wird nicht nur gesungen, sondern auch geblödelt und aus dem Nähkästchen erzählt, denn genau die Gegensätze der beiden Protagonisten – er schweizercalvinistischer Dr. phil., sie wienerisch-amerikanische Jüdin aus dem Kulturbürgertum – sind es nämlich, die sie dazu verführt haben, auch ohne ihre Musiker auf der Bühne zu stehen. 15. NOVEMBER MOBILAT GOD SAVE THE QUEEN BritPop mit Andrew & Thilo 16. NOVEMBER THEATERHAUS STUTTGART BOSSE: KRANICHE AKUSTIK TOUR 2014 – LEISE LANDUNG Nach mittlerweile über 40 größtenteils ausverkauften Tourshows mit 75 000 verkauften Tickets zum aktuellen Album »KRANICHE«, endete auch BOSSEs Frühjahrstour am 22. Februar wieder mit einer ausverkauften Columbiahalle in Berlin. Seit Jahren fragen die BOSSE-Fans nach einem Live-Album, jetzt ist es endlich soweit. Im Sommer 2014 wurde das grandiose »BOSSE & Freunde«-Jahresabschlusskonzert der »Kraniche«-Tour 2013 aus der ausverkauften Hamburger Sporthalle als Doppel-CD + Bonus DVD veröffentlicht! Aufgrund der großen Nachfrage und bundesweit euphorischen Tour-Reaktionen wird Axel Bosse den Flug der Kraniche im Herbst weiterführen, diesmal aber zu einer ungewohnt »leisen Landung« ansetzen. Erstmals wird BOSSE die Songs seines mittlerweile fünf Alben umfassenden Songfundus mit einer großen und exquisiten Akustikbesetzung inklusive Streichern und Bläsern performen. Intimität, Nähe und ungewohnte Arrangements erwarten die Konzertbesucher in ausgewählten Konzertsälen. 17. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN KAFFEEKLATSCH MIT KIND Alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkel und Tanten sind herzlich willkommen zum Kaffee trinken und Kuchen essen in gemütlicher Atmosphäre. Damit die Erwachsenen (den Kuchen) auch entsprechend genießen können, gibt es für die Kleinen eine gemütliche Spielecke, zum Toben, Spielen und Lesen. Eintritt frei! 19. NOVEMBER EBENE 3 CATHARINE LE RAY - MÉDITERRANNÉE Catherine Le Ray und ihr Musiker Philippe Mira (Piano) nehmen die Zuhörer mit auf eine Fahrt durch die Provence und entlang der Côte d’Azur, begleitet von Chansons über Sonne, Meer, Bouillabaisse und Pétanque – dort wo Charles Trénet, Gilbert Bécaud, Brigitte Bardot, Fernandel, Tino Rossi zu Hause sind. Catherine Le Ray serviert ihre Chansons mit pikanten Anekdoten dank einer guten Prise charmanten Humors oder lustiger Chansons aus dem klassischen Repertoire. Diese Swing- und Jazzballaden, wo Musette und auch Tango der 50er Jahre sich die Ehre geben, entführen sie auf eine unvergessliche musikalische Reise nach Südfrankreich. Das Repertoire reicht von berühmten französischen Chansons bis zu spanischen Ohrwürmern – »Hab’ Sonne im Herzen«. 20., 25. & 26. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, BOXX PREMIERE: »DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER«, SCHAU- SPIEL NACH JOHANN WOLFGANG VON GOETHE »Nein, ich betrüge mich nicht. Ich lese in ihren Augen wahre Teilnehmung an mir und meinem Schicksale. Ja ich fühle, und darin darf ich meinem Herzen trauen, dass sie – o darf ich, kann ich den Himmel in diesen Worten aussprechen? – dass sie mich liebt?« Jeden Blick, jede Geste seiner Angebeteten deutet der junge Werther. Seit er sie zum ersten Mal sah, ist er heftig in Lotte, die Tochter des Amtmanns, verliebt. Das Mädchen ist jedoch einem anderen versprochen. Albert, ihr zukünftiger Mann, ist nur gerade geschäftlich unterwegs. Lotte ist gern mit Werther zusammen, fühlt sich ihm seelenverwandt. Doch an ihrer künftigen Verbindung mit Albert lässt sie keinen Zweifel. Auch als Albert von seinen Geschäften zurückkehrt, weilt Werther oft bei den beiden. Seine Liebe wird immer ver-

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER zweifelter und stärker, je mehr er erkennt, dass Lotte für ihn unerreichbar ist. Auch eine selbstauferlegte räumliche Trennung kann ihn von seinem Schmerz nicht heilen, und er kehrt wieder zurück. Wie ein Wahnsinniger stürzt er sich bedingungslos in diese Liebe, nichts anderes ist ihm mehr wichtig. Wenn er Lotte nicht haben kann, dann ist ihm das Leben nichts mehr wert. Goethes erster Roman, entstanden 1774, wurde ein echter Bestseller und ließ den Autor über Nacht berühmt werden. Er hat seine eigene unglückliche Liebe zu Charlotte Buff, die mit einem anderen verlobt war, darin verarbeitet. Von den Konservativen seiner Zeit wurde die Werther-Figur als Störer des Ehefriedens, als Rebell und Freigeist heftig angegriffen. Unter den Jugendlichen hingegen brach ein regelrechtes Werther-Fieber aus. Sie kleideten sich so wie die Romanfigur, Szenen seines Lebens zierten Geschirr und Keksdosen, und es gab auch einige, die sein Schicksal nachahmten. Und heute? Wer kennt sie nicht, die Krankheit der Jugend: Liebe, die so heftig ist, dass sie schmerzt? Unglückliche Liebe, die keine Erfüllung findet? Auch die brennende Frage, vor der Werther am Ende steht – Wofür sollen wir leben? - gehört wohl zum Erwachsenwerden dazu. 21. NOVEMBER ALTE FEUERWACHE MANNHEIM TOTAL RECALL MANNHEIM 2014 – INTERNATIONALES FES- TIVAL DES NACHERZÄHLTEN FILMS Jeder hat es schon einmal getan, jedem ist es schon einmal passiert. Das Nacherzählen von Filmen ist eine weitverbreitete Kunst, die im Verborgenen blüht. Doch das wird jetzt anders: Total Recall, das Festival des nacherzählten Films, bietet jedem, ob Filmfreak, Soap-Fan, Gelegenheitskinogänger oder ausgewiesenem Cineasten, die Chance, im öffentlich ausgetragenen Wettkampf einen Film zu erzählen. Das Publikum ist die Jury und entscheidet, wer den Siegerpokal gewinnt. Die Idee des Festivals ist ungewöhnlich und einfach zugleich. In einer Zeit der Medien, Bild- und Reizüberflutung greift sie auf die gute alte Form des Erzählens zurück. Von Pantomime bis Stand-Up-Comedy, von Märchenerzählung bis Filmanalyse – die Strategien der Filmnacherzählungen sind vielfältig. 1999 fand TOTAL RECALL erstmals in Düsseldorf statt, ein Experiment, ausgehend von der Beobachtung, dass Filme in der Erinnerung fortleben, indem von ihnen erzählt, sich über sie ausgetauscht und etwas von Ihrer Wirkung mündlich weitergegeben wird. All dieses ist ein fester Bestandteil der Alltagskultur und selbst eine Form der Unterhaltung. Mittlerweile gab es über 30 Ausgaben des Festivals in 14 Städten, drei Ländern und zwei Kontinenten; es wurden über 750 Filme aller Genres von Menschen im Alter von 7-83 Jahren quer durch alle Schichten und Berufe nacherzählt. Die Silberne Linde, die dem Gewinner zum Schluss verliehen wird, sieht aus wie ein Baum, in dessen Krone sich ein langer Filmstreifen verfangen hat. Das nicht nur, weil Reden Silber ist und die Goldene Palme schon anderswo verliehen wird, sondern auch, weil sich die Dorfbewohner an Sommerabenden unter der Linde auf dem Marktplatz trafen, um einander Geschichten zu erzählen. »Eine kuriose Veranstaltung ist das, querständig zu Trends und Moden … Der Andrang ist gewaltig und bestätigt das Bedürfnis, über die technisch avancierteste der Künste in einer Weise öffentlich zu reflektieren, die sie auf den elementarsten Vorgang des Erzählens zurücknimmt ... Das herzerfrischende Festival, eine temporäre Hyde Park Corner der Cineasten, holt eine Erzählform ans Licht, deren Ausgestaltung erst begonnen hat.« (FAZ) Bewirb dich als Nacherzähler: Du hast 10 Minuten Zeit von deinem ausgewählten Film zu erzählen ohne Hilfsmittel zu benutzen. Jeder kann sich bewerben - einfach erinnern und erzählen! Der Eintritt für Nacherzähler plus eine Begleitperson ist frei. Filmnacherzählungen bitte anmelden unter: info(at)total-recall.org 21. NOVEMBER BUKOWSKI AGENTEN DER NACHT Sechs Mann im Auftrag nicht Ihrer Majestät, sondern der guten Sache: Klanglos vs Benijo, Sek Men & Einklang Musik, Sven Roesch & Marc Keller sind die Agenten der Nacht und finden sich heute im Bukowski zusammen, für eine Session Agentenmusik, und für ein Stelldichein mit Dir. Also mach Dir keine Gedanken um Nachrichtendienste, Abhörskandale und geheimdienstliche Tätigkeiten, in dieser Nacht heißt die Operation Tanzen und der Einsatzort Bukowski. Und nichts davon dringt je ans Tageslicht! Nicht, weil die Nächte kurz wären, sondern weil es im November morgens lange dunkel ist...und was im Buko passiert, bleibt ja schliesslich auch im Buko!

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER 21. NOVEMBER MOBILAT DUBWARS DUBSTEP SPECIAL Back to Basic, der Sound der die Crew formte … Mit Hillbilly Phil, Ridick, Zombeatz & Peter Rock 21. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN FILM, AUSSTELLUNG & MUSIK: AUFRUHR HINTER DEM EISERNEN VORHANG An diesem Abend widmen wir uns der New Wave und Punk Szene im sozialistischen Jugoslawien. Gezeigt wird der Film :»sretno dijete« (glückliches Kind) aus dem Jahr 2003 – Regie: Igor Mirkovic- : »eine urbane Geschichte über Entstehung der neuen Welle und des Punks im sozialistischen Jugoslawien von Ende der 70-ger bis ca. 1982 mit Musik von azra, film, Haustor, prljavo kazaliste, paraf, pankrti, idoli, sarlo akrobata, elektricni orgazam……« (serbokroatisch mit englischen Untertiteln). Dazu gibt es noch eine Platten-Cover Ausstellung aus eben dieser Musikepoche. Das Ganze wird präsentiert von Dj 4 yu, welcher den Abend mit der Musik des jugoslawischen New Wave & Punk in der Periode zwischen 1977-1982 abrunden wird. Hierbei auch thanks to Gentleman Jim. Eintritt frei ! 22. NOVEMBER KULTURFORUM BRACKENHEIM HORST EVERS: »HINTERHER HAT MAN´S MEIST VORHER GEWUSST« Horst Evers präsentiert in diesem neuen Programm »Hinterher hat man's meist vorher gewusst« in bewährter Form als Vorlese-Show fast alltägliche, aber immer sehr pointierte Geschichten aus eigener Feder. Er ist der große Erzähler unter den deutschen Kabarettisten. Seine schrägen Geschichten über die Aberwitzigkeiten unserer Republik finden eine immer größere Fangemeinde. »Wie zufällig entdeckt er im Alltäglichen das Phantastische. Mit seiner grotesken Weltsicht gelingt es ihm immer wieder, die Wirklichkeit auszutricksen.« 22. & 28. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS PREMIERE: »ANTIGONE«, TRAGÖDIE NACH SOPHOKLES, EURIPIDES UND AISCHYLOS; IN EINER FASSUNG VON JOHN VON DÜFFEL »Ungeheuer ist viel, doch nichts ungeheurer als der Mensch.« Antigone stammt aus einer verfluchten Familie. Ihr Vater Ödipus ist jener König von Theben, der zunächst unwissend seinen eigenen Vater umbrachte und dann ebenso nichtsahnend der Gatte seiner eigenen Mutter Iokaste wurde und vier Kinder mit ihr zeugte. Neben Antigone und ihrer Schwester Ismene sind das auch die Brüder Polyneikes und Eteokles. Als Ödipus und Iokaste von diesem ungeheuren Frevel erfuhren, nahm sie sich das Leben, er blendete sich und verließ das Land. Seine Kinder übergab Ödipus an Iokastes Bruder Kreon. Die Herrschaft über Theben sollten sich seine Söhne Polyneikes und Eteokles teilen. Doch Polyneikes wurde von seinem Bruder vertrieben. Wütend versammelte er ein Heer und zog gegen Theben. Im Kampf töten sich Eteokles und Polyneikes gegenseitig. Hier beginnt die Tragödie der »Antigone». König Kreon von Theben hat angeordnet, nur Eteokles, der für Theben gekämpft hatte, die Ehre eines Begräbnisses zu erweisen. Polyneikes hingegen, der gegen Theben in den Krieg gezogen war, soll den wilden Tieren und Vögeln als Fraß dienen. Kreon droht jedem mit dem Tode, der sich diesem Willen widersetzt. Doch Antigone trauert nicht nur um beide Brüder gleichermaßen, sondern hält es auch für ein göttliches Gesetz, die Toten zu bestatten. Sie möchte ihre Schwester Ismene überzeugen, mit ihr gemeinsam den Bruder zu beerdigen. Aber Ismene wagt es nicht, sich dem Befehl Kreons zu widersetzen. Antigone schert sich nicht darum und tut das, was sie für richtig hält. Wütend lässt Kreon sie bei lebendigem Leib in einer Gruft einmauern. Nichts kann ihn davon abhalten. Weder Antigones Appelle, noch die Versuche seines Sohnes Haimon, des Verlobten Antigones, der Kreon warnt, dass er damit das Volk gegen sich aufbringt. Erst der blinde Seher Teiresias, der ihm eine schreckliche Rache der Götter prophezeit, bringt den Rasenden zum Einlenken. Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf … Dass »Antigone«, geschrieben 442 v. Chr., bis heute weiterlebt, liegt an dem unauflösbaren Konflikt zweier Auffassungen von Recht und Ethos. Sophokles’ Klassiker gehört zu grundlegenden Texten der Weltliteratur. Mühelos überspringt er die über 2.400 Jahre seit seiner Entstehung und trifft direkt ins Heute.

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER 22. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN STEFAN DITTRICH SINGT GUITARRE! Dittrich ist wieder im Land und betäubt euch mit seiner Musik. Begleitet ihn auf einer wilden Reise durch die Abgründe seiner Seele! In seinen Liedern findet ihr die Antwort auf ALLE eurer Fragen! Alles was ihr zu wissen oder zu glauben scheint, gerät ins Wanken! DIE EULEN SIND NICHT DAS, WAS SIE SCHEINEN! www.stefan-dittrich.net Eintritt 3,- EURO 22. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS »JEKYLL & HYDE«, LIVE-HÖRSPIEL NACH ROBERT LOUIS STEVENSON VON EIKE HANNEMANN Nach dem großen Erfolg des Live-Hörspiels »Dracula«, das über vier Spielzeiten das Publikum gleichermaßen amüsierte und wohlig gruselte, kommt jetzt ein ebenbürtiger Nachfolger auf die Bühne: das Live-Hörspiel »Jekyll & Hyde« nach der Novelle von Robert Louis Stevenson. 1886 erschien diese Erzählung von Robert Louis Stevenson in einer preiswerten Ausgabe als »shilling shocker« und erfreute sich von Beginn an größter Beliebtheit. Angeblich soll Stevenson sie im Jahr zuvor nach einem heftigen Albtraum niedergeschrieben haben: Beunruhigende Dinge ereignen sich in London. Prostituierte verschwinden und werden ermordet aufgefunden. Ein Kind wird niedergetrampelt. Der Täter, ein Mr. Hyde, entschädigt die Familie des Kindes mit einem von Dr. Jekyll unterschriebenen Scheck. Wenig später wird ein angesehener Bürger ermordet und auch in seiner Nähe wurde der ominöse Mr. Hyde gesehen. Wieder gibt es eine Verbindung zu Dr. Jekyll: das mutmaßliche Tatwerkzeug war sein Spazierstock. Was hat der allseits beliebte Arzt Dr. Jekyll mit diesem Unmenschen Mr. Hyde zu tun? Niemand ahnt, dass die Experimentierlust des Doktors weit über die Erforschung von Medikamenten hinausgeht. Er hat ein Elixier entwickelt, mit man das Böse im Menschen vom Guten abspalten kann. Und er hat es an sich selbst ausprobiert. Tagsüber ist er der rechtschaffene Dr. Jekyll und in der Nacht das personifizierte Böse in der Gestalt von Mr. Hyde. Doch bald hat er sein Experiment nicht mehr im Griff … Die Geschichte über die Erkenntnis, dass Gut und Böse zwei Seiten einer Persönlichkeit sind, löste bei Generationen von Lesern Schauer des Grusels aus. Dass das Böse nicht irgendwo da draußen, sondern möglicherweise ein Teil von jedem selbst sein könnte, beunruhigt und fasziniert noch heute. Die Herausforderung für Eike Hannemann und sein Team besteht nicht nur darin, aus diesem spannenden Stoff eine Hörspielfassung zu schreiben, sondern in einem spannenden Probenprozess für jedes Geräusch, ob Dielenknarren, Pferdekutschenfahrten, das Blubbern beim Herstellen von Elixieren, die schmerzhafte Verwandlung von Dr. Jekyll in Mr. Hyde oder eine veritable Kneipenschlägerei nach dem perfekten Ton zu suchen, der dann bei jeder Vorstellung mit den absonderlichsten Mitteln live produziert wird. So arbeiten sie für »Jekyll & Hyde« mit einem ganz merkwürdigen, dreispaltigen während der Proben fortlaufend entwickelten Arbeitsbuch: Auf der linken Seite werden die von Oliver Firit erzeugten Geräusche festgeschrieben, in der Mitte steht der Sprech-Text mit der Rollenverteilung, auf der rechten Seite sind die Geräusche, für die Raik Singer verantwortlich ist, fixiert: Auftritt Dr. Jekyll mit einem »Das muss sein«, während Oliver Firit Sprudelwasser auf Brausetabletten tröpfeln lässt und Raik Singer Reis von einem Reagenzglas ins andere schüttet ... Welche besondere Einsatzmöglichkeiten sich für Erbsen, Chicorée oder anderes Gemüse finden lassen, darauf würde man sicherlich nicht so ohne Weiteres kommen. Das Publikum hat nicht nur seinen Spaß an der schauerlich-spannenden Geschichte, sondern vor allem auch am Live-Erlebnis, denn hier kommt nichts aus der Konserve. Das »Kino für die Ohren« ist handgemacht und entsteht an jedem Vorstellungsabend aufs Neue. 22. NOVEMBER BUKOWSKI KLANG DES SÜDENS - BUKOWSKI Mit der Südklang Crew weht seit Frühjahr 2012 ein frischer elektronische Wind aus Süden durch das Heilbronner Nachtleben. Neben den erfolgreichen eigenen Veranstaltungen sind die Jungs mit ihren Koffern voller Deep und Tech-House auch im Bukowski gern gesehene Gäste. Denen sich heute außerdem noch Daniel Calissse und G-One anschließen. Und unsere bekannten Early Bird-Tarife an der Kasse und an der Bar runden die idealen Voraussetzungen, die wir Euch zur Gestaltung einer perfekten Nacht mit an die Hand geben können, wie immer ab!

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER 22. NOVEMBER MOBILAT RIDDIM CORNER Riddim Corner's back in Town with Stuttgart's Foundation and Steppers Specialists! Heilbronn ist eine Dancehall- Hochburg und schon mit einigen hochkarätigen Events und Live-Gigs gesegnet. Riddim Corner steht für Foundation, Roots und Dub. Spielarten des Reggae, die oft zu kurz kommen, stehen hier im Mittelpunkt! Diesmal konnten wir den Veteran Selector Sir Smith gewinnen, der schon viele Jahre in der ganzen Republik im Reggae-Biz unterwegs ist. Dazu wird er noch den upcoming Roots Typhoon Sound mitbringen, die in Stuttgart und Süddeutschland derzeit unter den Reggae-Heads für Furore sorgen. Nuff Big Tunes and Rootikal Chantings inna di Place! Wir freuen uns auf eine Nacht der Offbeats und deepen Basslines, wie immer mit unserer Echo Station, Dubsirens und Effects! Roots, Love and Unity is the Foundation of our Community! Support your local Culture! 26. NOVEMBER SUBSTAGE KARLSRUHE »THEY MIGHT BE STARS«-FESTIVAL: MIT: ALL JONES, SERIA, FATHEAD, GRIZZLY Ein Familientreffen der besonderen Art führt alte Haudegen mit bekannten Gesichtern in interessanten Neuformierungen zusammen und sorgt bei der seit vielen Jahren beliebten »They might be stars«-Reihe für eine wuchtige Kombination aus Rock, (Post)Punk, Pop, Metal und einer Prise Indie. Das Publikum wird spüren, dass hier vor, auf und hinter der Bühne die Chemie stimmt und ordentlich gefeiert wird. Denn diesmal stürmen vier großartige Livebands die ehrwürdigen Bretter des SUBSTAGE. 26. NOVEMBER EBENE 3 FLOTTER DREIER TEIL 3: DER GUTE LAUNE ABEND IN DER EBENE 3 An diesem Abend bereiten euch folgende Barden einen Abend voller Geschichten über Liebe, Komik und Sex: Nicolai Köppel, aus Buch und Film bekannter Geschichtenschreiber, »verliebt euch in ihn« ohne dass ihr es verhindern könnt. Ben Sommerfeld erwärmt eure Herzen mit Geschichten über sein Leben, die Liebe, das Essen und die reifere Sexualität. Stefan Dittrich, der seine eigene Wurst mit Guitarre und Orgel auf der Bühne grillt, sorgt dafür, dass schlussendlich keine Dame trocken bleibt. Kommt zahlreich im doppelten Sinne und fördert die Kunst aus dem Ländle! 26. NOVEMBER KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG BELA B & SMOKESTACK LIGHTNIN´ FEAT. PETA DEVLIN Mit seinen Freunden von der Band Smokestack Lightnin’, Peta Devlin und noch einigen illustren Bekannten, hat Bela B in den vergangenen zwei Jahren, wann immer es Zeit & Ort zuliessen, ganz nebenbei ein neues Solo-Album aufgenommen, das im Frühjahr 2014 erscheinen wird. Vom 26.9. bis zum 6.10. diesen Jahres spielt er mit Peta Devlin, Smokestack Lightnin’ und vielen neuen, plus ein paar alten bekannten Songs im Gepäck, eine allererste kleine Premierentournee durch Deutschland: »Bela B im Club.« 26. NOVEMBER PORSCHE ARENA STUTTGART MANDO DIAO LIVE Aus Schweden kommen bekanntlich viele grandiose Rock'n'Roll-Bands. Schön dreckig klingen die meisten, und dass sie ihre Klappe weiter aufreißen als die Briten, dürfte seit den Hives hinlänglich bekannt sein. »Wir glauben ehrlich, dass unsere Platte besser ist als alles von The Who, den Kinks oder den Small Faces. Es ist sogar eine rundere Sache, als viele Alben der Beatles und Stones.« Eben dieses weltberühmte angebliche Zitat macht den Mandos seit Jahren schwer zu schaffen. Jeder holt es aus der Kiste. Resultat: Die Schweden stehen als arrogante Schnösel da. Mando Diao sind fünf Jungs aus einem Kaff in der schwedischen Provinz. Borlänge tut sich vor allem mit seinen Mordraten und als Anführer von Drogenstatistiken hervor. Mitte der Neunziger unternehmen Gustaf Norén und Björn Dixgård dort ihre ersten musikalischen Gehversuche. Einige Mitstreiterwechsel später, genauer im Jahr 1999, finden sich sich in folgender Besetzung zusammen: Die Frontmänner an Mikros und Gitarre, Daniel Haglund an der Orgel, Samuel Giers am Schlagzeug und Carl-Johan Fogelklou am Bass. Ab dem Moment ist es ihnen ernst. Sie streichen Schule und Mädchen aus ihrem Gedächtnis, schließen sich in einem Ferienhaus ein und arbeiten sechs Monate an ihren Songs. Danach spielen sie sich ihre Ärsche in diversen Clubs der Umgebung ab. Ein Lokalreporter

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER feiert sie als größer als Oasis. Das Demo landet zeitgleich auf dem Tisch des schwedischen MTV-Moderators Tommy Gärdh, der ebenso wie die Jungs aus Borlänge stammt und von den Aufnahmen begeistert ist. Er lässt Mando Diao in seiner Sendung spielen, übernimmt ihr Management und ergattert einen Deal bei der EMI. Inzwischen setzen die Schweden ihrer Entwicklung in Richtung elektro-lastigem Pop mit dem Album »Aelita« die Krone auf. Mando Diao legen schon längst keinen Wert mehr auf äußere Einflüsse. Die Band macht nur noch, was sie will: »Egal wie viel Geld man uns anbieten würde, wir würden nie ein weiteres 'Hurricane Bar'-Album aufnehmen. Die Leute da draußen sollten endlich begriffen haben, dass sich Mando Diao mit jedem neuen Album ein Stück weit neu erfinden.« 27. NOVEMBER ALTE FEUERWACHE MANNHEIM MORCHEEBA LIVE 2014 (EINZIGES DEUTSCHLANDKONZERT) Nach restlos ausverkaufter Club-Tournee im letzten Jahr kommen Morcheeba im November für ein einziges Konzert zurück nach Deutschland. Sängerin Skye, die sich vor ihrer Rückkehr zur Kernbesetzung eine längere Auszeit gönnte, wird am 27. November in Mannheim mit den Brüdern Paul (DJ, Texter) und Ross Godfrey (Gitarre, Keyboard) gemeinsam auf der Bühne stehen und dabei sowohl aktuelle Songs aus dem Album »Head Up High« sowie alte Klassiker wie »The Sea« oder »Gimme Your Love« zum Besten geben. Seit Bandgründung 1995 hatte die charismatische Londonerin dem groovelastigen Chillout-Sound des experimentierfreudigen Brüderpaars mit ihrer soulig-sanften Stimme seine besondere Note verliehen. Das Resultat: Morcheeba erlebten Mitte der Neunziger einen rapiden Aufstieg und etablierten sich an der Seite von Acts wie Massive Attack und Portishead als eine der Vorreitergruppen des Jahrzehnts. Ihr entspannter, aber zugleich meist melancholischdüsterer Mix aus Trip-Hop und Pop prägte nicht nur das erfolgreiche Debüt »Who Can You Trust?« (1996), sondern ließ auch Folgealben wie »Big Calm« (1998) oder »Charango« (2002) zu Genre-Meilensteinen werden. 2004 ging die Stimme von Morcheeba von Bord, um sich auf ihre Solokarriere zu konzentrieren. Das verbleibende Duo versuchte während Skyes sechsjährigen Landgangs mit diversen Ersatzkandidatinnen auf Kurs zu bleiben. Seit 2010 ist die gebürtige Shirley Klarisse Yonavive Edwards zurück im Boot und das Trio auch live wieder vereint. Die in 2013 veröffentlichte, mit internationalen Gastmusikern entstandene CD »Head Up High« ist, laut Paul Godfrey, eine konsequente Weiterentwicklung: »Der Schlüssel ist, dass wir uns besser verstehen denn je und uns gegenseitig motivieren, neue Richtungen einzuschlagen.« 27. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN FILM: THE DEVIL BAT (1940) The Devil Bat (1940) is a black-and-white comedy-horror movie produced by Producers Releasing Corporation (PRC) and directed by Jean Yarbrough. The film stars horror actor Bela Lugosi, along with Suzanne Kaaren, Guy Usher, Yolande Mallott, and the comic team of Dave O'Brien and Donald Kerras the protagonists. The film later had a 1946 sequel titled Devil Bat's Daughter. The story involves a small town cosmetic company chemist (Lugosi) who is upset at his wealthy employers, because he feels they have denied him his due share of company success. To get revenge, he breeds giant bats. He then conditions them to kill those wearing a special after-shave lotion he has concocted. He cleverly distributes the lotion to his enemies as a »test« product … Eintritt frei ! 27. NOVEMBER BIS 22. DEZEMBER MARKTPLATZ & KILIANSPLATZ HEILBRONN HEILBRONNER WEIHNACHTSMARKT Weihnachtliche Stimmung kehrt alljährlich im Herzen der Stadt am Neckar ein, wenn der Weihnachtsmarkt zur Adventszeit seine Pforten öffnet und das abendliche Lichtermeer erstrahlt. Auf dem Marktplatz, Kiliansplatz, in der Sülmerstraße und der Fleiner Straße werden in rund 80 dekorativ geschmückten Holzhäuschen tausende Geschenkartikel angeboten. Die Düfte von gebrannten Mandeln, kandierten Äpfeln, Bratwürsten, Glühwein, Lebkuchen und anderen kulinarischen Köstlichkeiten verführen die Besucher, ob klein oder groß, zum Schlemmen und Genießen. Als besonderes Souvenir gilt der dekorative Keramikbecher, in diesem Jahr mit neuem Motiv der Kilianskirche, in dem Glühwein, Kinderpunsch oder heißer Tee ausgeschenkt wird. Eine Attraktion ist ein sieben Meter hoher bewirtschafteter Glockenturm auf dem Marktplatz. Außerdem laden auf dem Marktplatz eine neu gebaute Almhütte und auf dem Kiliansplatz eine neue Scheune zum Verweilen und Aufwärmen ein. Für die Kinder wird auf dem Marktplatz ein über 100 Jahre altes Karussell sowie eine Krippe aufge-

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER baut. In einen Wunschzettelkasten können die Kinder ihre Weihnachtswünsche einwerfen. Zudem laden am Hafenmarkt ein Kinderflieger und in der Fleiner Straße ein kleines Riesenrad zum Mitfahren ein. Zentraler Mittelpunkt des Weihnachtsmarktes ist der große Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz. Dort werden wieder über tausend Mitwirkende mit weihnachtlichen Darbietungen die Besucher unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregen. Der traditionelle »Kruschtles- und Bastlermarkt« wird am Sonntag, 7. Dezember in der Rathausgasse stattfinden. Auf diesem Markt dürfen gebrauchte Gegenstände verkauft werden. Für Kinder wird kein Standgeld erhoben. Offiziell eröffnet wird der Weihnachtsmarkt am Donnerstag, 27. November um 18 Uhr vom Oberbürgermeister Harry Mergel. Das Eröffnungsprogramm gestalten der Projektchor des Chorverbandes und die Alphornbläser Unterland. Täglich von 11 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Ausnahmen: 29. November 2014 - Nightshopping - bis 23 Uhr geöffnet. 4. Dezember 2014 - Gedenktag für die Opfer der Zerstörung Heilbronns - bis 19 Uhr geöffnet 27. NOVEMBER KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG MOOP MAMA: »ROT UND SPIELE«-TOUR Posaunen, Sousaphon, Saxophone – mehr braucht es nicht für eine zünftige Marchingband, um allerbeste Laune zu machen. Moop Mama, eine elfköpfige Brass Band aus München, spielt Urban Brass. Und macht großartige Laune. Mit Guerillakonzerten in Stadtparks und Fußgängerzonen eroberten sie sich seit 2009 ihr Publikum. Inzwischen stehen sie bei Festivals und Konzerten auf richtig großen Bühnen. Auf der Straße fing es an. Unterwegs im Tourbus. Die Urversion des Openers ihres neuen »Roten Albums« nahmen Moop Mama dort auf: Der Rücksitz gab die Bass- Drum. Ein Eistee-Tetra-Pack diente als Snare. Darüber knurrten und fauchten Raps direkt aus dem Maschinenraum eines gierigen Ungetüms: »So rollen wir durch Deine Stadt – zähnefletschend. Mach uns besser Platz. Wir haben Hunger und komm uns nicht mit Hummer denn, bis wir satt sind, müssen wir noch viele Kilometer fressen!« Im Studio setzte die Band dann aus klicker-klackernden Blinkern, ratschenden Handbremsen oder der Lüftung einen Beat zusammen, wie Pharrell Williams ihn vielleicht gebaut hätte. Und die Zurückeroberung des öffentlichen Raumes ist Konzept: Urban Brass. Moop Mama suchen den Pop-Song zwischen Intimität und Aufstand, zwischen Polemik und Vielschichtigkeit. Rausgehen, mitreden, Fragen stellen, unbequem sein, Standpunkt beziehen. Die Süddeutsche Zeitung schrieb über die Band: »Eine Truppe, die als der nächste große Geheimtipp gelten darf. Moop Mama, das ist die Verbindung von Straßenmusik-Philosophie, Brass Band und dem funkigen Protest-Hardcore- Hip-Hop, wie ihn die Amerikaner von Rage Against The Machine etablierten. Münchens derzeit fetteste Bläsersätze und krasseste Rhymes«. 28. NOVEMBER BUKOWSKI TECHNO ZUM FRÜHSTÜCK Techno zum Frühstück, kann ein Samstag Morgen besser starten? Wir meinen: »nein!« und servieren Euch am letzten Freitag im November mit New Face Timo Mandl aus Stuttgart, Plasmiq und France Ari einen elektronischen Leckerbissen. Und natürlich starten wir das Festessen schon vor dem Morgengrauen in der Nacht davor, mit einem Mitternachtssnack ab 23 Uhr, sozusagen. Vergesst Eure Diäten und schöpft aus dem Vollen, möchten wir sagen ...! 28. NOVEMBER KULTURKELLER HEILBRONN ALFRED MITTERMEIER – EXTRAWURST IST AUS Wenn einem alles Wurst ist, scheint das Leben leicht. Aber wenn es um die Wurst geht, wird’s schwer mit der Leichtigkeit. Wir leben in Zeiten, in denen die Luft dünn, das Geld knapp und der Depp allgegenwärtig ist. Flucht ist nicht möglich, da es keine Grenzen mehr gibt. Europa ist offen, die Welt ein digitaler Wurstkessel. Der Amerikaner liest, was der Deutsche schreibt. Der Deutsche zahlt, was der Grieche isst. Der Italiener wählt, was kein Mensch braucht. Und der Chinese vermehrt sich, was das Zeug hält. Es braucht Humor, wenn der Hans Wurst mit dem Hans Dampf in allen Gassen unterwegs ist. Alfred Mittermeier durchstreift mit »Extrawurst ist aus!« politisch-satirische Landschaften. 28. NOVEMBER COMPLEX 23 / BAR DANEBEN TREPPENGESPRÄCH ZUR AUSSTELLUNG »TAG DER TOTEN« MIT DULCE RAMIREZ Anlässlich der Ausstellung »Tag der Toten« (day oft he dead) der Mexikanerin Dulce Ramirez, Grafikerin und fashion model, beschäftigt sich das Treppengespräch mit diesem Kult-Tag in Mexiko, an dem sich Familien an den Gräbern

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER ihrer Ahnen treffen, um dort zu feiern. Das Gespräch dreht sich um die Toten bei den Lebenden, um Zombies und Formen des kulturellen Transfers. www.stumpfhaus.de Eintritt frei ! 28. NOVEMBER MOBILAT IN BESTER GESELLSCHAFT: IM CLUB Tech House / Deep House / Electronica mit Bukalemun (Kowalski / Südklang), Django (Südklang), Jordi, Mata (Südklang), La Maka (Südklang) & Josha (Kowalski) 28. & 29. NOVEMBER THEATERSCHIFF HEILBRONN »NON(N)SENS«, EINE EIGENPRODUKTION DES THEATER- SCHIFFES HEILBRONN, KOMÖDIE Non(n)sens ist ein Nonsens um rührig phantasievolle Nonnen, die sich, zwecks Sanierung ihrer Klosterkasse, in einer sogenannten Wohltätigkeitsveranstaltung auf ihre Showtalente besinnen: tanzen, und steppen, spiritual Blues und Oper singen… Die gestrenge Mutter Oberin und die treue Schwester Harmonika versammeln sich mit drei Mitschwestern auf dem Theaterschiff und zeigen von der Novizin an aufwärts ihre Talente, die sonst draußen bleiben müssen. Für sein Musical Non(n)sens erhielt der Autor und Komponist Dan Goggin 1986 den amerikanischen »Outer Crities Circle award« für das beste Musical, das beste Buch und die beste Musik. Die Uraufführung am 12.12.1985 am New Yorker Cherry Lane Theatre und entwickelte sich zum off-Broadway-Renner. 29. NOVEMBER BUKOWSKI DEJA-VU AM HAFEN Man nennt es zwar Brise, aber rechnet mit Sturm: Brise Records ist seit seiner Gründung als Label richtig steil gegangen, um nicht zu sagen: hat wie ein Wirbelwind die Gassen gefegt! Darum freuen wir uns, den Brise-Mastermind Helmut Dubnitzky endlich wieder bei einem Boxenstopp in der Heilbronner Hafenstraße zu erleben. Als Musik- Fetischist und Techno-Hedonist ist der nicht nur als Labelbetreiber und Studio-Nerd versiert, sondern weiß eben schlicht auch an den Reglern ganz genau, was er tut. Mit ähnlichem Enthusiasmus hissen Shie und T-WATCH die Segel und sorgen ihrerseits für frischen Wind. Kurz gesagt: die Nacht wird wild! 29. NOVEMBER MOBILAT 12 JAHRE WORTSPORT LOUNGE Wer steppt beim 12ten Geburtstag der Wortsport Lounge in die voll reale Cypher? Dieser Karate Andi aus Berlin. Eine Punchline nach der anderen schießt er locker aus der Hüfte, sämtliche Gepflogenheiten interessieren den »abfuckten Asi-Junk« nicht die Bohne. Der realtighte Breakdance-MC unterschrieb kürzlich beim Düsseldorfer Erfolgslabel Selfmade Records. Der Aufstieg des Karate Andi scheint so unaufhaltsam wie deine fette Mutter, wenn sie wütend ist. Oder so ähnlich. Bier frei! Mit: LIVE: Karate Andi; 1.Floor: Steve Unique [Wortsport] & Joe Dirt [Wortsport]; 2.Floor: Firecat [Stuttgart] & Yardstyle Sound [Buss Di Dance] 29. NOVEMBER TANZHAUS HANIX-RELEASE-FEIER Zum letzten Mal in diesem Jahr feiert die HANIX-Crew. Mit Livemusik und Vinyl-Sounds. Dazu wird die gedruckte Interview-Ausgabe vorgestellt. Schmaler Eintrittspreis, gute Laune, gute Mucke, gute Leute. 30. NOVEMBER THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS PREMIERE: »HÄNSEL UND GRETEL«, OPER VON ENGELBERT HUMPERDINCK; GASTSPIEL DES BADISCHES STAATSTHEA- TERS KARLSRUHE Eigentlich wurde Engelbert Humperdinck im Jahre 1890 von seiner Schwester lediglich gebeten, einige Kinderlieder für ihr kleines Märchenspiel »Hänsel und Gretel«, das sie im Familienkreis aufführen wollte, zu schreiben. Doch die Lieder stießen auf so große Begeisterung, dass er sich entschloss, aus dem kleinen Singspiel eine abendfüllende Oper zu machen, die 1893 in Weimar unter dem Dirigat von Richard Strauss ihre umjubelte Uraufführung erlebte. Entstanden war ein dramatisches und sinfonisches Meisterwerk über den ungewöhnlichen Reifungsprozess eines Geschwisterpaares, ein »Stück Kinderleben«, wie es der Komponist selbst der Ouvertüre voranstellte, und die erfolgreichste Märchenoper aller Zeiten. Das Libretto von Humperdincks Schwester Adelheid Wette orientiert sich am Märchen der Brüder Grimm. Hänsel und Gretel leben unter ärmlichen Verhältnissen mit ihrem Vater, dem Besenbinder, und der Mutter zusammen. Als sie eines Tages übermütig spielen, anstatt ihre Arbeit zu erledigen, werden sie von der Mutter

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VERANSTALTUNGEN: NOVEMBER zur Strafe in den Wald geschickt, um Beeren zu sammeln. Der Vater macht seiner Frau Vorwürfe, denn im Wald treibt eine gefährliche Hexe ihr Unwesen. Beim Beerensuchen merken die Kinder nicht, wie schnell es dunkel wird. Mit Einbruch der Nacht wird ihnen mulmig zumute. Der Sandmann schickt sie mit seinem tröstenden Abendsegen in den Schlaf. Am nächsten Morgen stehen sie vor einem Haus aus Lebkuchen und Zuckerzeug. Als sie davon naschen wollen, erscheint plötzlich die Hexe und nimmt sie gefangen. Hänsel soll im Ofen gebraten werden und Gretel für sie arbeiten, doch durch eine List gelingt es den Geschwistern, stattdessen die Hexe in den Ofen zu stoßen und die vielen Kinder, die schon von ihr verzaubert wurden, zu befreien. 30. NOVEMBER EBENE 3 »ARKTIS – SCHATZKAMMER DES NORDENS«: EINE LIVE MULTIVISIONSSHOW VON BERND RÖMMELT Es ist das einmalige Licht, die Weite und Klarheit und die einzigartige Tierwelt, die den Fotografen Bernd Römmelt an der Arktis faszinieren. Mit wunderschönen Fotografien und spannenden, live erzählten Geschichten nimmt Bernd Römmelt den Zuschauer dieser Lichtbildshow mit auf eine abenteuerliche Reise in diese einzigartige Schatzkammer des Nordens. Dabei geht es nicht nur um die eintönige, aber faszinierende weiße Eiswüste. In dem Vortrag lernen die Zuschauer auch die andere, die farbenfrohe Arktis kennen, mit ihren grünen Taigawäldern, der roten Tundra, wilden Berglandschaften sowie Eindrücken aus dem Leben der Inuit und Samen. Seine Reise zu diesem Vortrag führte Bernd Römmelt durch alle Anrainerstaaten der Arktis. Er besuchte die USA, Kanada, Grönland, Island, Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. Ein einmaliges Erlebnis im deutschsprachigen Raum. Seit 2008 ist der studierte Ethnologe Bernd Römmelt mit seiner Kamera im Auftrag von Greenpeace unterwegs, um diese unglaubliche Vielfalt und Schönheit festzuhalten und gleichzeitig die dramatischen Veränderungen aufzuzeigen. Die Arktis bietet Lebensraum für Millionen von Menschen und spielt eine unerlässliche Rolle für den Erhalt des Lebens auf der Erde. geht sicher noch mehr

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DIE NÄCHSTE AUSGABE HANIX ERSCHEINT AM 28. NOVEMBER 2014