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Nº1 3 NOV 2012 IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT VOM UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN BUKOWSKI-MACHER THILO WECKER ÜBER DIE HIESIGE TECHNOSZENE SEGELFLIEGEN IN DER REGION

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Nº 1 SEP 2011 OKT 201 1 DEZ 2011 / JAN 2 01 2 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT t e i lt , NOV 20 11 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG D ER DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR e i l t , IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN weilt, BILDUNG E N ERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E IT ARM UT Nº3 Nº4 Nº 6 Nº 5 FEB 2012 MRZ 2012 APR 2012 EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO - GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE - MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL - MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD REBELLION e ä d s lä n Au Nº 9 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº11 Nº1 0 AUG 2012 N º1 2 OKT 2012 SEP 2012 HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK HIER GEHT'S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER ESSEN & T RIN KEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SCHA F F E , SCHA F F E HÄ US L E BAUE ! Nº10 Nº11 Nº12

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E D I TO R I A L DIE SONNE LEHRT ALLE LEBEWESEN DIE SEHNSUCHT NACH DEM LICHT. DOCH ES IST DIE NACHT, DIE UNS ALLE ZU DEN STERNEN ERHEBT. (KHALIL GIBRAN) Liebe Leserinnen, liebe Leser, wie könnte es bei unserem Schwerpunktthema anders sein als das wir diese Zeilen mitten in der Nacht schreiben. Gerade haben wir unser Kind gewickelt und es wieder beruhigt und nun können wir erzählen, was wir in den vergangenen Nächten für diese Ausgabe alles erlebt haben. Reporterin Maria Sanders hat sich die Nacht mit Willi, dem Blues-Taxifahrer aus Heilbronn, um die Ohren geschlagen und mit dem ehemaligen Filmemacher zig Nachtschwärmer von A nach B gefahren. Willi fährt nämlich ausschließlich nachts. Wenn es dunkel wird in der Stadt sind auch die Jungs von der STP-Crew unterwegs, um die grauen, tristen Wände der Stadt etwas bunter zu gestalten. Das machen sie natürlich heimlich und äußerst vorsichtig, denn die Polizei hat etwas gegen Graffitis die illegal angebracht werden. Wir trafen die »Writer« nachts an einem geheimen Ort um mit ihnen über ihre Leidenschaft zu plaudern. Im Eroticon waren wir auch. Die beste Table-Dance-Bar der Stadt ist ein Hort für allerlei Nachtschwärmer, wie uns Betreiber Tolga Yurtseven erzählen konnte. Unternehmer Heiko Kreiter hat mit »Diginights« ein mittlerweile überregional bekanntes Eventportal geschaffen. Doch »Diginights« ist weitaus mehr als eine Internetseite mit Partypics, wie wir erfahren durften. Und wir haben uns eines nachts zum Pub Golf getroffen. Ein angelsächsisches Gesellschaftsspiel, das in Deutschland bisher verkannt wurde. Wir hatten nicht nur großen Durst sondern auch einen heiden Spaß beim Spielen in folgenden Lokalitäten: »k2acht«, »Eckstein«, »Libre«, »Hartman´s« und dem »Insel Hotel«. Am Ende sind wir dann im »Plan B.« eingeschlafen. Für das Interview des Monats unterhielten wir uns mit Ottfried Fischer. Der an Parkinson erkrankte Prachtbayer besucht Ende November das Alte Theater in Sontheim. Im Gespräch erzählte er uns, wieso die CSU nicht mehr das ist, was sie einmal war und wieso Bad Tölz nicht zu Österreich gehört, obwohl das HEC-Fans immer noch glauben. Unsere Fotografin Lisa Bürg war mit ihrer Kamera in Amsterdam unterwegs und hat eine wundervolle Fotostrecke aus der Stadt der Grachten, Fahrräder und Coffeeshops mitgebracht. Nun müssen wir mit der Einführung in unsere Nachtausgabe Schluss machen. Das Kind scheint Hunger zu haben. Mitten in der Nacht. Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe verspricht das übernächtigte HANIX-Team und wünscht angenehme Nachtlektüre! Er trotzt seiner schweren Krankheit und hat noch so einiges vor: Ottfried Fischer füllt am 20. November die Bühne des Alten Theaters aus, das er sehr schätzt. Table-Dance in Heilbronn: Für unser Schwerpunktthema haben wir uns unter anderem ins »Eroticon« im Heilbronner Shoppinghaus begeben. Natürlich nur aus Recherchegründen.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº13 NOV 2012 IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT VOM UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN BUKOWSKI-MACHER THILO WECKER ÜBER DIE HIESIGE TECHNOSZENE SEGELFLIEGEN IN DER REGION

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº13 18 WA LTE R KA I SER MEINE PLATTENKISTE 36 THILO W E C K E R MUSIKKOFFER 48 K U R ZF IL M » S C H ÖN E F ÜS S E « KULTURBEUTEL DJ und Produzent Walter Kaiser mag Funk und Soul aus den 70ern. Und Roxette zum Stehblues tanzen. Durch das »Bukowski« wabern an den Wochenenden Technobässe bis es draußen hell wird. Wir trafen Thilo Wecker zum abendlichen Plausch Der Heilbronner Tim Ungermann lebt inzwischen in Hamburg um Film zu studieren. Wir sprachen über sein Werk »Schöne Füße«.. 46 S EGE LFLI EG EN I N D E R RE G I O N SPORTTASCHE 62 AUS S T E L LU N G G N A D E N LOS KUNSTREGION 72 I M G E S P RÄCH: OT T F R IE D FISCHER INTERVIEW DES MONATS Wer den Flughafen der Flugsportgruppe Öhringen nicht kennt, wird wahrscheinlich an ihm vorbeifahren. Dabei lohnt sich die Suche. Denn die Hobbyflieger laden gerne zum Rundflug über die Region ein und sind auch karitativ aktiv. Von absurder Komik über feine Ironie bis zu anarchischem Humor: In der KUNSTHALLE VOGELMANN in Heilbronn sind vom 17.11.2012 bis 24.02.2013 Werke rund 30 internationaler Künstlerinnen der letzten 100 Jahre zu sehen. . Ottfried Fischer ist als »Bulle von Tölz« einer der bekanntesten TVKommissare Deutschlands. Mit seinem Programm Best of »Mehr sog I net« ist er aktuell auf Tour.

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76 N AC H T TITELTHEMA B R AV E J U G E N D & U L R I C H K I E N Z L E STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 »Weiche Nebelschleier hüllen ein, was auf der Erde wohnt. Hoch am Himmel geht die stillen Bahnen hin der goldne Mond. In der Ferne tauchen Sterne auf und halten treue Wacht. Gute Nacht!« (Stine Andresen) ICH HAB GEBUMST? SMS MICH MAL R . E . M . - PH A S E DER »DITTRICH, KLOTZ & KÖNI«-SKETCH WO L L H AU S HEIMATLIEBE B E S T O F AU S B I L D U N G , M AC H E R & KÜHLSCHRANK AUSBILDUNG & MACHER IM UNTERLAND 32, 34 & 58 68 H ASE NM A HLDE R FI L M KUNSTREGION 2 DIE FILMKUNST PARTHENAS WELT LO N G O M A I & L E B E N D E R N AC H T E U L E N BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS COSTA RICA / NEI`GSCHMECKT 150 & 152 Über einen Monat hat es gedauert bis der Hasenmahl-Film zum Kunstwochenende fertig war. Nun endlich kann das unwichtige Werk präsentiert werden. W E L L I N G TO N , 2 0 0 9 VIA ARCHIV 54 MU SIK FÜ R D I E NAC HT MUSIKUSS-KOLUMNE KAISERSTRASSE HISTORISCHER SCHUSS Uwe Gramlich hat lange Jahre die Heilbronner mit feiner Musik versorgt. Nun schreibt der ehemalige Inhaber des Musikuss für uns. V E R A N S TA LT U N G S K A L E N D E R N OV E M B E R VERANSTALTUNGSKALENDER QUIZ (148), LESERBRIEFE/IMPRESSUM (158)

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DAS HANIX TEAM W ER UND W I ES O ? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 34 JAHRE Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r d i e Re gio n He ilb ronn - für Le ser, d i e i n t eres s ier t , k ulture ll aufg e schl osse n un d n eu g ier i g a u f ei n en alte rnative n Blick a uf St adt - . L a n d k reis - u n d S ze ne k ultur s ind . WER MACHT HANIX? He ilbron n e r Me d ien - u n d Ku l t u r s c h affe nd e , d ie i hre Er fah r u n g en u . a . in Ber l in , Münch e n, Stuttg ar t o de r Hamb u r g g es a m m el t h a b e n und nun e twas in i h re r He im a t b e weg en w o l l e n. WA S W I L L H A N I X ? MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION & SOCIAL MEDIA 38 JAHRE Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r L eute und Ge se llsc h aft de r Reg i o n Heil b ro n n will m it s panne nde n , u n t e r h a l t s a m en u n d in f o r mative n Be iträg e n d i e re g i on ale Med ien l a n d s c ha f t be re ich e rn. Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient.

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JESSICA ZIPPAN VERMARKTUNG/ANZEIGENVERKAUF 23 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 28 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Der Vogel kämpft sich aus dem Ei und wir sind mit dabei! Die Werbeagentur Hettenbach freut sich auf die Zusammenarbeit. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE 26 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION 35 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 24 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 38 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 35 JAHRE LISA HOFMANN GRAFIK 21 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar - die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 21 JAHRE WOLFGANG FISCHER REDAKTION 62 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 38 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Weil ich noch jung genug bin. Nach knapp vier Jahrzehnten Arbeit bei Printmedien freue ich mich auf ein neues Kapitel des Journalismus. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit - und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION 36 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 29 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 42 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. STEVEN ZULEGER VIDEO 29 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 46 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 56 JAHRE Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTL EBEN: NOVEMBER 2012 KINDER- UND JUGENDKRIMINALITÄT SANK DEUTLICH Die Kinder- und Jugendkriminalität ist in Heilbronn 2011 im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückgegangen und hat einen der statistisch niedrigsten Werte der vergangenen zehn Jahre erreicht. Mit dieser erfreulichen Nachricht eröffnete der Leiter der Polizeidirektion Heilbronn, Roland Eisele, sein Statement zum Kriminalitätslagebild bei der 16. Sitzung des Lenkungsgremiums Kommunale Kriminalprävention. Einmal im Jahr treffen sich Experten von Stadt und Polizei, um über vorbeugende Maßnahmen zu beraten; dieses Mal unter Vorsitz von Bürgermeister Harry Mergel in Vertretung von Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach.Die Anzahl der Tatverdächtigen im Alter bis 21 Jahre reduzierte sich nach Angaben von Eisele um 189 Personen (13,7 Prozent) auf noch 1192. Besonders stark war der Rückgang bei den Kindern (von 230 auf 149 Tatverdächtige) und den Jugendlichen bis 18 Jahren (652 auf 545). Als Gründe nannte der Polizeichef erfolgreiche Präventionsprogramme genauso wie die abschreckende Wirkung polizeilicher Ermittlungen. Deutlich gesunken sei in diesem Zusammenhang die Anzahl der Ladendiebstähle. Auch im Bereich der Gewaltkriminalität ging die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen und Heranwachsenden 2011 stark zurück (67 auf 39 bzw. 69 auf 41 Tatverdächtige).Bedauerlich ist für Eisele, dass die Tatverdächtigen bis 21 Jahre gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil immer noch überrepräsentiert sind - sie stellen 26,3 Prozent der Tatverdächtigen, aber nur 19,9 Prozent der Einwohner. Erschreckend sei auch, dass Jugendliche und Heranwachsende zu einem beträchtlichen Teil - zudem mit steigender Tendenz - Straftaten unter Alkoholeinfluss begehen, beispielsweise jede dritte Sachbeschädigung. STADTK R E I S HE IL BRON N : Heilbronn. In einer Kirche. Ein dreijähriger Knirps ist wohl zum ersten Mal in der Kirche. Sichtlich erschüttert betrachtet er mit großen Augen den fast lebensgroßen Jesus am Kreuz. Kind: »Papa, wer ist das?« Vater: »Das ist der Jesus.« 592 in000 Medieneinheiten den Bibliotheken des Stadtkreises Heilbronn ausgeliehen. Im Jahr 2010 waren es 1990 wurden 1 147 000 Entleihungen. Kind: »Ach du grüne Neune! Wie ist denn das passiert?«

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L ANDLEBEN: NOVEMBER 2012 GOTTES SCHÖNSTE GABE - DER SCHWABE! Am 10. November ist eine TV-Legende im Audi Forum Neckarsulm zu Gast. Ulrich Kienzle präsentiert gemeinsam mit dem schwäbischen Musikertrio »Die Frotzler« sein Kabarett-Programm »Gottes schönste Gabe - Der Schwabe. Wie er wurde, was er ist.« TV-Journalist Ulrich Kienzle rundet den Kulturherbst im Audi Forum Neckarsulm ab. Der ehemalige Arabien-Korrespondent der ARD und langjährige Moderator des ZDF-Politmagazins »Frontal« ist inzwischen vom Bildschirm auf die Bühne gewechselt. Der gebürtige Schwabe Kienzle präsentiert im Audi Forum Neckarsulm sein Programm »Gottes schönste Gabe - Der Schwabe. Wie er wurde, was er ist«. Darin forscht der 77-Jährige nach den Wurzeln des schwäbischen Charakters und schaut seinen Landsleuten klug und mit viel Witz auf den Mund und in die Seele. Das Trio »Die Frotzler« begleitet mit schwäbischem Sangesgut, Pointen und Versen. Dadurch entsteht eine skurrile Geschichtsstunde und eine hintersinnige Liebeserklärung auf Schwäbisch. Lauffen, im Café. Auf einmal ein lautes Schluchzen. Die Blicke wandern zu einem Pärchen - das Mädchen verheult, der Junge (dem das Ganze wohl peinlich ist) versucht sie zu beruhigen und sagt irgendwas. Da steht das Mädchen auf und schreit ihn an: »Sowas kannst du doch nicht sagen! Sowas verletzt mich nur noch mehr!« Sie dreht sich um und rennt aus dem Café. Der Junge bleibt zurück und macht der Bedienung klar, er hätte gerne die Rechnung. Auf einmal stürmt das Mädchen wieder in das Café, bleibt am Eingang stehen und schreit: »Warum rennst du mir denn jetzt nicht hinterher?« L AND KREIS H E I LBRON N : 1990 wurden 523 000 Medieneinheiten in den Bibliotheken des Landkreises Heilbronn ausgeliehen. Im Jahr 2010 waren es 1 777 000 Entleihungen.

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SM S MI C H M A L ! UNGEWOLLT LITERARISCHES IN CA. 270 ZEICHEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON WWW.SMSVONGESTERNNACHT.DE 12 :3 6 Fu c k , k r a s s e r Abe n d . Ic h w a r s o d ic h t . . s orr y h a b s vol l ve rc h e c kt. Ih r w o llte t j a be i mir pe n ne n.. s eid ih r u n te r g e ko m m e n o d e r n och un t er wegs ? 12 :5 4 Ha h a h a h a d u Vo g e l! Du h a st u n s g e s t ern n o c h d ie Tü r a u f g e m a c h t u nd wei t e r g e bu m s t. . . w ir s in d in d e in e r Kü ch e : D 12:54 Ic h h a b g e bu m st? FACTS Der Kollege, der der sich nicht mehr an seinen One-Night-Stand erinnern konnte, hat seine Nachricht in ein iPhone 5 gehackt. ZEICHEN 13.10.2012 DATUM 12:36 Der Kumpel, der die sexuelle Erinnerungslücke geschlossen hat, schrieb seine Antwort in ein HTC S720E One X. UHRZEIT Erinnerungslücke: Manchmal ist der Alkohol ein Arschloch. Da wurde gebumst und der Protagonist wusste nichts mehr davon. Schade für ihn. ZEICHEN

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MEINE PL ATTENKISTE: WALTER KAISER PROTOKOLL:ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE WA LT E R K A I S E R V E R L E I H T DEM »KING OF POP« GOLD UND SILBER

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MEINE PL ATTENKISTE: WALTER KAISER Walt er K a i s er is t s ei t ü be r 15 Jah re n m us ik alis ch unte r we gs i n der Re g i o n . Ob a l s D J- L eh re r m it s e ine r Sch ule » Vis io n DJ -Sch o ol«, den Fre i d en k er n , ei n em regio nale n Hip-Ho p-Pro j e k t o d e r s e ine r Ba nd » M r. Ho t and th e Funk y Pe ppe ro nie s « . Ich höre gerne Funk, Soul und Hip-Hop aber durchaus auch elektronische Musik. Ich bin da kein Dogmatiker. Momentan sitze ich an einem deutschsprachigen »Funk & Soul«-Projekt, das nächstes Jahr an den Start gehen soll. Gute deutsche Soulmusik gibt es bisher nicht. Diese Lücke wollen Ogün, der Sänger der Funky Pepperonies, und ich schließen. Auf Platz fünf in meiner Bestenliste steht ganz klar »Roxette« mit deren Album »Joyride«. Ich hatte nicht nur Poster von »Roxette« in meinem Jugendzimmer hängen sondern habe auch zu »Spending my time« meinen ersten Stehblues getanzt und Kontakt zum weiblichen Geschlecht aufgenommen. Ein Album, dass ich deshalb nicht missen möchte. »Jay Z« belegt den vierten Platz. »Jay Z« ist ein guter Rapper, dessen »Flow« mir einfach zusagt und auf seinem Album »The Blueprint«, das übrigens am 11. September 2001 herauskam, sind sehr viele »Funk-und-Soul«-Samples aus den 70ern zu hören, worauf ich total abfahre. Zu großen Teilen wurde dieses Album von Kanye West produziert. Bronze bekommt bei mir Stevie Wonder mit seinem Album »Number ones« aus dem Jahr 2007. Auf dem Album sind seine Nummer-Eins-Hits zu hören. Damit kann man nichts falsch machen. Stevie ist ein super Sänger und auf dem Album sind richtig gute Kompositionen zu hören. Mehr gibt es zu ihm und diesem Album nicht zu sagen. Die ersten beiden Plätze belegt der »King of Pop«, Michael Jackson. Wobei ich sein Album »Bad« auf Platz zwei setze. Ein großartiges Werk, produziert von Quincy Jones, der insgesamt drei Alben für Michael Jackson produziert hat. Einige Songs auf dem Album hat Jackson selbst geschrieben, die Produktion hört sich auch etwas glatter an als »Thriller«, das Vorgänger-Album und es ist eindeutig ein Album aus den 80er Jahren. Deshalb gefällt mir »Thriller« auch etwas besser, weil auf dem Album, durch das Michael Jackson zum Megastar avancierte, mehr Einflüsse aus den 70er Jahren zu hören sind. Da steh ich eben total drauf. »Thriller« ist für mich ein Meilenstein der Musikgeschichte, ebenfalls von Quincy Jones produziert. Übrigens: Mit etwa 110 Millionen verkauften Exemplaren ist »Thriller« das weltweit meistverkaufte Album der Tonträgergeschichte. Michael Jackson ist bei mir also Doppelsieger. Er hat es verdient!

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA & ROBERT MUCHA Wo heute das Wollhaus-Center steht, war einst das wunderschöne Heilbronner Stadtbad angesiedelt. Doch das war einmal. Der klobige taubengraue Einkaufs- und Bürokomplex in der Innenstadt bestimmt seit Jahrzehnten das Bild vis-a-vis der Kreissparkasse. Nun hört man es munkeln, dass das Gebäude abgerissen werden soll. Manche hätten sicherlich nichts dagegen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Schwer bepackt mit ihrem Kontrabass ist die Passantin auf dem Weg über die Friedrich-Ebert-Brücke Richtung Marktplatz. (linke Seite) Ein Mülleimer-Poet hat im Friedenspark einen Schüttelreim verfasst. (oben)

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Fast könnte man meinen, dass die Szenerie in einem Berliner Außenbezirk aufgenommen wurde. Es riecht und schmeckt nach Ost-Plattenbau und Problemkiez. Doch weit gefehlt: Gegenüber des alten Hotel Götz vor den Toren des gut situierten Heilbronner Ostens spielen wohlbehütete Kids Fußball.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Oldtimer-Romantik auf der Badstraße. Dieser gelbe Opel Ascona zog zahlreiche Blicke von Joggern und Passanten auf sich. Kein Wunder, sieht man heutzutage fast nur noch gleich aussehende Autos, die mit Software überladen sind und keinen eigenen Charakter mehr haben. Ein wohltuender Blickfang war dieser Traum in Gelb - obwohl es ein Opel ist.

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Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV GEHTS

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Im Sonnenlicht glänzte der Morgentau auf diesem Spinnennetz in den Heilbronner Weinbergen. Obwohl die Temperaturen teilweise in Frostnähe sanken, bietet der Herbst oft ein wunderbares Farben- und Lichterspiel.

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A U S B I L D U N G U N T E R L A N D : B E S T O F AU S B I L D U N G FOTOS: MEHMET FILIZ / VIDEO: WWW.FORMATFILM.TV Se i t uns erer er s t en Au s g a be be s uch e n wir Aus bild ung s be trie be in de r Re g i o n , u m d ie v i el f ä l t i ge n Mö glich k e ite n e ine K arrie re in unserer Re g i on z u s t a r t en a u f z u ze ig e n. In uns e re m Be s t-o f-Aus bild ungZusam m en s c h n it t zeig en wir, in we lch e n Unte rne h m e n wir ware n und wa s f ü r Ber u f e d o r t e rle rnt we rd e n k ö nne n.

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M A C H E R U N T E R L A N D : B E S T M AC H E R FOTOS: MEHMET FILIZ / VIDEO: WWW.FORMATFILM.TV De r S c hwa b e is t ein Tü f tle r und h at e ine natürlich e Ne igung zu m Sel b er m a c hen . Wi r h abe n e in ganze s Jah r lang Mach e r im Un te rl a n d b es u c h t u n d uns d e re n Ge s ch äfts id e e e rk äre n las s e n. Ne b e n her s p r a c h en wir mit d e n Se lbs tänd ige n übe r d ie Vo r- und Nac ht eil e d er Sel b s t ä n d ig k e it in He ilbro nn und d e r Re gio n. Au c h hier pr ä s en t ieren w ir uns e r Be s t-o f-Mach e r-im -Unte rland im Zus am m e ns ch nitt.

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INTERVIEW: SASCHA WARTHA FOTOS: LISA BÜRG » D A S B U K L Ä S S T D A S H E R Z D E R F RÜ H E N T E C H N O S Z E N E B E S TÄ N D I G W E I T E R S C H L AG E N « Myt hen u n d Ges c h ic h te n be gle ite n d e n Ruf d ie s e s Clubs , d er zu He il b ro n n g ehö r t w ie Ste rne zum Him m e l. Das Buk ows k i in der b e r ü hm t b er ü c h t i g t en Hafe ns traße is t nich t m e h r vo n d e r Na cht de r K ä t c h en s t a d t u n d d e s s e n Le be n we g zud e nk e n. Gr und ge n ug um u n s m i t T-WATC H , DJ d e r e rs te n e le k tro nis ch e n Stund en a li a s T H I LO W E C K E R , s eine s Ze ich e ns Ge s ch äfts füh re r d e s Buk owski vor Or t z u s a m m en z u s e tze n um m it Ih m übe r d ie Ge s ch ich te des C l u b s , St u n t m a n A k t io ne n d e r Gäs te und auch d ie ung e lie bt e G EM A z u s prec hen .

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MUSIKKOFFER: THILO WECKER HANIX -- Du bist Hauptverantwortlicher für das Bukowski. Seit wann verbringst du deine Nächte in leitender Funktion in diesem speziellen Club? bin jetzt seit acht Jahren Geschäftsführer in diesem Club, also begann für mich alles im Jahre 2004. Die Location fand ich auch vor meinem Engagement schon immer ganz toll. Für mich war immer klar, wenn man etwas auf die Beine stellen möchte sollte es eher klein und überschaubar sein da die Zeiten der Alten Gießerei und der großen Raves längst vorbei waren und die hiesige Technoszene sich eher dezimiert darstellte. Somit war mir das Konzept des kleinen Ladens, der ordentlich aussortiert und Gleichgesinnten die Möglichkeit bietet bis in den Sonnenaufgang zusammen zu feiern, viel lieber. HANIX -- Das Bukowski gilt in Heilbronn als Institution und ist vom örtlichen Nightlife nicht mehr wegzudenken. Wie beschreibst du Menschen, die noch nie hier waren, den besonderen Flair dieses Clubs? THILO--Das THILO--Ich beständig weiter schlagen. Auf diesen Love, Peace & Unity Flavour sind wir auch sehr stolz. Hier geht es bei weitem nicht um die größtmöglichen Bookings. Hier sucht man vergebens nach den teuersten Djs die zur Verfügung stehen. Bei uns findet man jedoch die coolsten, die alle miteinander das Buko sehr zu schätzen wissen. Jeder der ordentlich Party machen möchte ist hier willkommen. Unser Herz schlägt elektronisch und reflektiert in gewisser Weise den Underground der Szene wieder. HANIX -- Das Bukowski hat es also geschafft ein familiäres Verhältnis zwischen den Künstlern und der Crowd herzustellen? Buko lässt das Herz der frühen Techno Szene Bei uns spielen Künstler die woanders 1500 oder gar 2000 Euro Gage kassieren für ein Viertel der Gage. Durch die recht kleine elektronische Szene spricht es sich weit über die Stadtgrenzen hinaus sehr schnell herum was hier bei uns abgeht. Da möchten doch auch einige Künstler ein Teil davon sein. Was die Betreuung der Artists angeht wird hier nicht alles so streng gehalten, THILO--Definitiv.

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MUSIKKOFFER : THILO WECKER sei es beim Thema Gästeliste oder Getränkemarken. Wir lesen dem DJ praktisch jeden Wunsch von den Augen ab und alle fühlen sich hier wohl. Jeder darf sich künstlerisch frei entfalten, es gibt keine Vorgaben bezüglich des Sounds. Mittlerweile ist das Bukowski in Heilbronn wohl den meisten Djs in Deutschland ein Begriff. Das macht die Sache für uns natürlich um Einiges entspannter. HANIX -- Der große Unterschied zu anderen Clubs der Stadt sind sicher die Öffnungszeiten. len fest, das die Leute immer früher auf der Matte stehen und den ganzen Abend gerne bei und mit uns verbringen. HANIX -- Gibt es eigentlich das typische Bukowski Publikum? auf jeden Fall. Wir haben freitags und samstags ab 23.00 geöffnet und bei uns geht es dann ab bis mindestens 8.30 in der Früh. Freien Eintritt gibt es von 23.00 bis 1.30 und dazu alle Longdrinks für 2,50 Euro. Dennoch ist das Bukowski kein reiner After Hour Club mehr. Wir stel38 THILO--Ja, Publikum lässt sich ganz gut mit wild, feierwütig und auch etwas durchgeknallt beschreiben. Ich denke die Mischung macht auch das Besondere des Ladens aus. In den Anfangszeiten, so die ersten zwei Jahre, war das Publikum mitunter etwas fragwürdig. Es galt freier Eintritt die ganze Nacht und mit zunehmender Dauer des Abends trieben sich auch etwas zwielichtige Gestalten hier herum. Doch unsere Türe hat die Vorgaben ordentlich zu selektieren mit vollem Einsatz durchgesetzt. Das ist ja auch ein Teil unserer Erfolgsstory. Egal was du über THILO--Unser

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MUSIKKOFFER: THILO WECKER das Bukowski hörst, du kannst dich hier sicher fühlen, denn wir hegen und pflegen einen friedlichen Vibe. Stress ist bei uns unerwünscht. Sollten Leute schon voll wie ein Eimer bei uns ankommen können sie gerne irgend woanders feiern, jedoch nicht im Bukowski. Es kommt schon mal vor das wir während eines Abends ungefähr 30 Leute den Zugang verweigern. Das ist dann nichts Persönliches sondern Erfahrung, die uns einer möglichen Gefährdung der Stimmung innerhalb des Ladens entgegen wirken lässt. Man sieht das mittlerweile deutlich an den größeren Mädelsgruppen, die anmarschieren, weil sie wissen das sie hier ungestört feiern können. HANIX -- Kürzlich machte ein junger Mann auf sich aufmerksam, der nach verwehrtem Einlass kurzum be- schloss über das Dach einzusteigen. Ist so eine Aktion Standard? auf keinen Fall. Aber mit erhöhtem Alkohol-Pegel kann so etwas schon einmal passieren. Wobei ich mir sicher bin das die Jungs, die solche Aktionen fahren am nächsten Morgen im Bett liegen und sich dieses Fehltritts durchaus bewusst sind. Wir sind halt der einzige Laden der nach fünf Uhr noch geöffnet hat. Das bedeutet alles was sich noch bewegen kann und seinen Feierappetit noch nicht gestillt hat, kriecht, wenn es sein muss, auf allen Vieren Richtung Hafenstraße ins Bukowski. Da kommen dann gelegentlich durchaus skurrile Geschichten vor. Alles in allem wissen die Leute jedoch wie sie sich zu verhalten haben und kommen dann auch problemlos THILO--Standard

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MUSIKKOFFER: THILO WECKER in den Club. Hier muss niemand irgendwelche Stuntman Aktionen abdrücken. HANIX -- Das unterscheidet euch doch sicher von anderen Clubs, das die Menschen hier nicht bei Null anfangen sondern anderenorts ordentlich Fahrt aufgenommen haben. das stimmt. Beim Einlass wird schon sehr darauf geachtet, das der Zustand der Gäste noch tragbar ist. Wenn diese dann allerdings nur noch feiern möchten ist es für uns als Club auch relativ leicht nochmal ein Feuer zu legen und gemeinsam abzufeiern. Wir profitieren daher eher von den anderen Clubs. Wenn bei denen der Abend gut läuft und ordentlich Party angesagt ist kann man davon ausgehen das es bei uns auch ganz gut abgeht und flutscht. HANIX -- Das Bukowski gab es ja schon vor deiner Zeit. Kannst du uns etwas über die Vorgeschichte erzählen? THILO--Ja, Bukowski hatte seine beste Zeit als klassischer Rockladen. Jedoch zieht es sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Clubs, das hier ausschließlich Randgruppen bedient werden. Die Rockszene seiner Zeit war auch nicht wirklich groß. Mainstream sucht man hier von den Anfängen an vergebens. Am besten lief der Laden Ende der Achtziger, als die Amerikaner hier stationiert waren. Klar, 10000 Männer ohne Familie mit dick Geld auf der Tasche. Die wollten halt feiern gehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Bukowski fast an jedem Tag geöffnet und war immer proppevoll. Anfang der Neunziger lief es nach dem Abzug der Truppen auch nicht mehr ganz so toll, keine Bar machte zu aber es waren halt viel weniger Feierwütige in der Stadt und die verteilten sich auf alle vorhandenen Läden. Zu dem Zeitpunkt als ich den Laden als Geschäftsführer übernommen hatte war er dann endgültig am Boden. Der Name stammt selbstredend vom großen Schriftsteller Charles Bukowski. Der hatte hier auch schon einmal eine Lesung gehalten. Es ist fast unvorstellbar wie es hier zu den Hoch-Zeiten abging, das war reines Hafengebiet, die Hafenstraße gesperrt und jeden Abend herrschte vor der Türe ein jahrmarktähnlicher Zustand. Halli Galli wie bei einer Loveparade. Bei den Jüngeren haben wir mittlerweile einen ganz guten Ruf. Wenn aber deren Eltern mitbekommen das die Kids ins Bukowski gehen, kommen schon mal die alten Kamellen auf den Tisch. Das empfinde ich aber gar nicht als schlimm. Wir THILO--Das sind ein Club der polarisiert. Entweder du liebst uns oder du hasst uns. HANIX -- In wie weit zeigt sich der Geschäftsführer dieses funktionierenden Konzepts bereit von seiner Underground-Linie abzuweichen, sollte eines Tages der Umsatz einbrechen? ich habe zwar eine Familie zu versorgen, es arbeiten ca. 15 Angestellte hier und mein Chef sitzt mir auch irgendwie im Nacken. Aber wir sind ein elektronischer Club, werden das auch bleiben und wenn es sein muss damit untergehen. Für die Elektro-Szene schlägt mein Herz seit jeher und das ist auch das Einzige das ich gut kann. Ein wenig flexibel zu sein ist sicher kein Fehler, aber mich zu prostituieren, um dem Buissnes etwas besser hinterher zu kommen, würde ich auf keinen Fall machen. THILO--Also

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MUSIKKOFFER: THILO WECKER Wir tun das, was uns gefällt und schauen dabei weder nach rechts oder nach links. Was in Berlin oder in Frankfurt gerade geht ist für mich überhaupt kein Gradmesser. Selbst den ehemals angesagtesten Läden geht es mittlerweile eher schlecht. Es geht darum ein Original zu sein und nicht darum andere erfolgreiche Konzepte zu kopieren. HANIX -- Hat sich die heutige Elektro-Generation im Vergleich zu den Generationen davor verändert? ran, das dich ein Clubbesuch mit 18 Jahren einfach derb draufschicken kann. Vergleich das dann mal mit einem Clubbesuch 10 Jahre später. Da hast du doch im Grunde alles schon einmal gesehen. So gut wie in jungen Jahren wird es einfach nie mehr. Erhalte dir die Leidenschaft für die Musik und das Tanzen. Dann kannst du heute immer noch mit sehr viel Spaß die Abende im Club erleben. HANIX -- Wie ist denn dein grundsätzliches Verhältnis zu Heilbronn? Liebe, Hass. Oder Hassliebe? ich bin jetzt seit acht Jahren hier im Buko aktiv. Ich leg aber seit guten 20 Jahren auf. Ich kenne diese Szene ja noch von früher, zu den Zeiten der Alten Gießerei. Im Grunde nimmt sich das nichts, die Leute feiern genauso wie früher. Wenn du dich mit Menschen meiner Generation unterhältst kommt zwar immer » Früher war alles besser« aber das liegt meiner Meinung nach eher da41 THILO--Also, komme aus Heilbronn, bin ein Sohn der Stadt. Und ich liebe diese Stadt. Da ich schon viel herumgekommen bin, auch in anderen Städten Veranstaltungen gemacht habe, kann ich mir erlauben zu sagen: Heilbronn ist supercool. Ich habe diese Stadt zu schätzen gelernt, als ich längere Zeit in Spanien war. Es ist eine Illusion zu THILO--Ich

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MUSIKKOFFER: THILO WECKER glauben das du in anderen Städten weniger Probleme hast. Es ist überall das Gleiche. Aus der Sicht eines Veranstalters triffst du allerorts auf eine gewisse Ellenbogenmentalität. Sobald du etwas erfolgreiches machst ruft das dann natürlich auch Neider auf den Plan. Es liegt ganz einfach in der menschlichen Natur konstante Probleme an Ortschaften festzumachen. Aber sorry, so ist das Leben. Das hat überhaupt nichts zu tun mit Heilbronn, Berlin oder Palma de Mallorca. Wir haben hier vielleicht nicht das schönste Stadtbild, aber darum geht es mir überhaupt nicht. Es fühlt sich für mich einfach nach Heimat an und für unse42 re Stadtgröße können wir uns doch eigentlich über mangelnde Abwechslung im Nachtleben nicht beklagen. HANIX -- Und wie stehst du als Veranstalter dem Thema GEMA gegenüber? Macht einem wie dir eine mögliche Tarifreform für 2013 in irgendeiner Form Angst? THILO--Ich denke für einige Clubs wird das mit Sicherheit das Aus bedeuten. Jedoch wird es die Djs und Künstler der Elektronischen Musik um einiges härter treffen. Bei Mixed-Music-Läden, in denen praktisch die Charts hoch und runter laufen macht es vielleicht noch etwas Sinn.

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MUSIKKOFFER: THILO WECKER bezahlen. Dadurch dass diese GEMA-Gebühr dann so hoch wird, können wir natürlich keine teuren Gagen für interessante Artists mehr bezahlen. Diese wiederum verkaufen doch sowieso nur ein paar mp3-Downloads oder im Schnitt 200 Vinyls. Das bedeutet für diese Künstler nicht mehr Geld durch Ihre Stücke in der Kasse und dazu noch weniger Bookings in den Clubs. Eigentlich müsste die komplette elektronische Szene aus der GEMA austreten. Man weiß noch nicht so genau wie diese Sache aussehen wird, aber sicherlich bekommt man bei diesen Gedanken etwas Existenzängste. HANIX -- Themawechsel.Im Laufe der Jahre sind doch hier im Bukowski schon einige verrückte Dinge passiert. soviel steht fest. Hier sind schon einige skurrile Dinge gelaufen. Ich halte es aber für sinnvoll nicht aus dem Nähkästchen zu plaudern und das club-intern zu lassen. Was ich jedoch sehr genieße ist wenn zum Beispiel große Acts, die in anderen Clubs Ihren Auftritt hatten dann nach Feierabend mit sehr guter Laune ins Buko einkehren und zu großer After Hour Form auflaufen, wie zum Beispiel Lexy & K-Paul. HANIX -- Du bist ja einer, der seine Leidenschaft für das Nachtleben von Berufung zum Beruf gemacht hat. Ist für dich ein Leben mit acht Stunden Schicht, womöglich in einem Büro vorstellbar? THILO--Ja, In der elektronischen Musik haben die Tracks jedoch eine Haltbarkeitsdauer von zwei bis drei Monaten. Die Stücke werden mal kurz durch den Club gejagt, laufen nicht in Radio-Rotationen oder gar im Fernsehen. Wir Clubs setzen doch die Trends und ich bin mir fast sicher, dass, wenn du die jeweiligen DJs oder Artist darum bittest den Track spielen zu dürfen, dir fast alle Ihr Ok geben. Als quasi lehrbeauftragter Club für Musik bezahlen zu müssen, die hier überhaupt nicht läuft, ist doch Irrsinn. Hier werden vielleicht 15 - 20 Prozent GEMA-Tracks gespielt. Wir sind dann aber dazu verdonnert die ganze Breite zu ich habe in meinem Leben sicherlich schon gut 40 verschiedene Jobs gemacht, habe so ziemlich alles ausprobiert. Aber mein Herz schlägt nun einmal für das Nachtleben. Man trägt zwar gewisse Risiken, die hat man jedoch in jedem Beruf. Ich habe zum Beispiel zu meiner Zeit als LKW-Fahrer mehr Krankenwagen am Straßenrand gesehen als jemals vor den Clubs. Seit ich 15 Jahre alt bin beschäftige ich mich mit Musik und Events. Ich habe schon sehr früh in Jugendhäusern mit Veranstaltungen begonnen. Mit 18 oder 19 wagte ich den Sprung zu öffentlichen Veranstaltungen, zum Beispiel in Turnhallen. Wenn ich etwas gut kann dann Locations zu analysieren und zu verbessern. Die Aufgabe einen Club zu führen ist vielschichtiger als manche vor Augen haben. Licht, Ton, Ambiente. Getränke, Türe und Einrichtung. Sauberkeit, Ordnung und Wartung. Ich laufe immer mit den Augen eines Veranstalters in andere Lokalitäten. So gut wie nie mit den Augen eines Gastes. Nach der Geburt meines Kindes ist das Bukowski für mich das Schönste. Ich versuche seit acht Jahren jedes Wochenende wachsam und fit THILO--Nun,

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MUSIKKOFFER: THILO WECKER zu sein, bin eigentlich noch nie ausgefallen. Getreu dem Motto » der Captain muss an Bord sein«. Etwas anderes ist für mich überhaupt nicht denkbar. HANIX -- Deine Message an die Hanix-Leser lautet? ich will auf jeden Fall noch folgendes loswerden. Trotz des Umstandes, dass wir als Bukowski mehr oder weniger auf dem Gelände der irgendwann einmal stattfindenden Buga liegen, muss sich niemand Sorgen machen. Die Pachtverträge laufen hier noch einige Jahre, damit wird es auch das Buko noch lange geben. Ansonsten : keep cool - stay true - und lest weiter fleißig HANIX. THILO--Also

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KULTURBEUTEL: TIM UNGERMANN TEXT: ROBERT MUCHA / FOTOS: PRIVAT » D A S B E S T E WA S M A N TUN KANN IST DEN FILM EINFACH WEITERZUVERBREITEN«

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KULTURBEUTEL: TIM UNGERMANN Tim Un g e r m a n n s t a m m t a u s He ilbro nn und s tud ie r t m ittle r we ile in Ha mburg Film. Wi r sp r a c h en m it d em Wa h l-Hans e ate n übe r s e ine n Kur zfilm » Schöne Füße «, se i n e k o m m en d en Fi l m - Pro j e k te und Ham burge r U-Bah ns tationen. HANIX -- Du bist verantwortlich für den Kurzfilm »Schöne Füße«, der im Mobilat-Hof gerdreht wurde. Welche Idee steckt hinter dem Film? TIM--Bei diesem Film kann man nicht wirklich von einer Idee sprechen. Der Film ist entstanden für einen Kurzfilmwettbewerb zum Thema »Das erste Mal«. Zeitvorgabe: 5 Minuten. Die Ideenfindung war dann rein assoziativ in Bezug auf das Thema oder einfach ausgedrückt: Die Story ist mir morgens während des Trainings im McFit eingefallen. Nachmittags war das Ganze dann auf Papier und wurde für cool und lustig befunden. Mehr ist da nicht dahinter. Für diejenigen, die mehr brauchen: Es geht natürlich auf der Metaebene eigentlich um soziale und gesellschaftliche Missentwicklungen und die Einsamkeit des anonymen Lebens in deutschen Großstädten mit Fernsehturm. HANIX -- War es schwer ein Team zusammenzustellen, um den Film zu realisieren? glückliche Fügung sogar noch weitere Leute direkt aus Heilbronn hinzu, sodass wir am Ende sogar doppelt besetzt waren, wenn man so will. HANIX -- Was sind die größten Herausforderungen, denen sich ein junger Filmemacher wie Du stellen muss, um ein Filmprojekt zu realisieren? Organisation von Drehorten, Drehplänen, Schauspielern, Requisiten, Teammitgliedern, Equipment. Wenn man anfängt mit dem Filmemachen ist das noch relativ schwer. Sobald man aber mit seinen ersten Arbeiten Leute für sich und seine Projekte begeistern kann, wird automatisch alles leichter. Das Problem, das jedoch immer gleich bleibt, ist die Finanzierung der Projekte. HANIX -- Wer hat an dem Film, neben dir, überhaupt mitgewirkt? TIM--Die Ausschließlich Heilbronner, beziehungsweise Unterländer? TIM--Die Es gab einen festen Kern von Leuten, mit denen ich bereits gearbeitet hatte und während der Suche nach einem passenden Drehort kamen diesmal durch TIM--Nein. Mitwirkenden waren bunt gemischt. Wir hatten mit Steven Zuleger (Kamera) und Philipp Seitz (Ton) zwei Leute direkt aus Heilbronn. Hinzu kamen mit Harald Götz (ebenfalls Kamera), Virginia Oesterle und Lou

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KULTURBEUTEL: TIM UNGERMANN Schwender (Setassistenz und Licht) drei weitere Leute aus Freiburg und Heidelberg, mit denen ich bereits zuvor gearbeitet hatte. Die beiden Schauspieler Lisa Weidenmüller und Florian Mania kamen für den Dreh aus Heidelberg und Frankfurt. HANIX -- Magst Du schöne Füße? TIM--Nur die meiner Freundin, andere Füße sind mir egal HANIX -- Wie lange hat es gedauert, bis der Film von der ersten Idee bis nach dem Schnitt fertig war? TIM--Alles in allem waren es bei diesem kleinen Projekt nur vier Wochen. HANIX -- »Schöne Füße« wird auch auf mehreren Kurzfilm-Festivals gezeigt. Wo überall wird der Film ins Rennen gehen? TIM--Im Moment ist nur noch die Aufführung beim Kurz- Festival, bei dem wir auch schon mit einem älteren Film waren. Die Stimmung ist dort sehr gut und ich kann nur jedem empfehlen dort hinzugehen. Dort trifft man wirklich ein bunt gemischtes Publikum von Leuten die einfach Spaß am Filme gucken haben, nicht nur anstrengende Cineasten mit denen man dann über jede Kleinigkeit diskutieren muss. Nichts gegen Cineasten, aber ich persönlich zähle mich lieber zum normalen Publikum, das einfach Spaß an Filmen hat. HANIX -- Kann man den Film als Heilbronner unterstützen? Gibt es Online-Votings bei manchen Filmfestivals oder ähnliches? filmfestival »Zum Goldenen Hirsch« am 31.Oktober im Karlstorkino in Heidelberg aktuell. Ein sehr sehr schönes nicht. Das Beste was man tun kann ist ihn einfach weiterzuverbreiten oder z.B. auf Facebook weiter zu posten, falls einem der Film gefällt. Der Sinn eines Films ist schließlich gesehen zu werden, von daher ist das der größte Support, den man so einem Film geben kann. HANIX -- Inzwischen lebst Du in Hamburg. Was hat TIM--Voten

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KULTURBEUTEL: TIM UNGERMANN dich in die Hansestadt verschlagen? habe im Oktober mein Studium im Bereich »Film« an der HFBK in Hamburg begonnen. HANIX -- Und wie kommst Du mit der norddeutschen Mentalität zurecht? TIM--Ich noch entwickelt und digitalisiert werden muss, ist schon was anderes als eine Speicherkarte. Vor allem kann man eine Speicherkarte nicht aus Versehen belichten, wenn man sie aus der Kamera holt. Inhaltlich gibt es hierfür noch keine konkrete Idee. HANIX -- Wird es eine Fortsetzung von »Schöne Füße« geben? »Schöne Hände« zum Beispiel oder »Hässliche Füße«? TIM--Nö, der Drops ist gelutscht! Obwohl, mir würden da aber ich kenne bisher auch nur die U-Bahnstationen und die Uni. Mal schauen wie sich das entwickelt, wenn ich mal mit dem richtigen Leben in Kontakt komme. HANIX -- »Schöne Füße« wird nicht dein letztes Filmprojekt gewesen sein. Kannst Du uns schon von filmischen Zukunftsplänen erzählen oder ist alles noch streng geheim? TIM--Super, spontan noch ganz andere Körperteile einfallen, aber da macht dann am Ende doch wieder keiner mit. nächste Projekt was ansteht wird ein uniinternes Erstsemesterprojekt sein, bei dem wir einen Film mit einer 16mm Filmkamera drehen müssen. Das wird ziemlich spannend, da ich wie die meisten Amateurfilmer bisher nur Digital gedreht habe. So eine Filmrolle, die dann TIM--Das WEITERE INFOS GIBT ES HIER: HTTP://VIMEO.COM/CHANNELS/TIMUFILME KONTAKT: TIMUFILMEKONTAKT@HALLO.MS FACEBOOK: FACEBOOK.COM/DERKUCHENROLLT

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KOLUMNE: PARTHENAS WELT DIE FILMKUNST Wisst ihr noch, welcher euer aller erster Kinofilm war? Ich weiß es genau. Es war der Walt-Disney-Zeichentrickfilm »Aladdin«. Damals war ich sechs Jahre alt. Ich kann sagen, ich bin dem Film, schon seit ich denken kann, verfallen. Ich liebe vor allem Phantasie, Mystery, Sciencefiction und Comedy. Wenn mich ein guter Film in seinen Fängen hat, komm ich schwer wieder los. Ich bin unerreichbar vertieft, so dass ich nicht einmal mehr mitbekomme, was um mich herum geschieht. Ich weiß durchaus, dass es meistens irreale Weltbilder sind oder die Handlungen nie real sein werden. Doch genau das ist es, was mir gefällt. So kann ich dem Alltäglichen entfliehen und in den faszinierenden Filmwelten einen freien Kopf kriegen. Deshalb kann ich um Beispiel Kriegsfilme nicht ausstehen, denn Krieg ist heute immer noch schreckliche, niemals endende Realität auf dieser Welt. Da können noch so viele Dokumentarfilme, als Abschreckung, gezeigt werden, ändern wird sich dadurch gar nichts! Gemetzel-Filme finde ich ebenso furchtbar. Da frag ich mich: »Muss das sein? Wer braucht das?«, und finde keine Antwort. Irgendjemand wird es mögen und seine Gründe wohl haben. Was ich richtig mitreißend finde, sind Dokumentarfilme, die die atemberaubenden Orte, die wundervolle Tiervielfalt und die schönsten und doch so selbstverständlichen Dinge unseres Planeten zeigen. Oder die unendlichen Weiten und die neusten Theorien über das Universum. Aus diesem Grund sind Filme für mich zugleich Kunstwerke, in denen die Filmemacher ihren Ideen freien Lauf lassen. Ich muss zugeben, ein bisschen neidisch bin ich schon auf sie, weil sie ihre Faszination, ihre Phantasie und ihre Leidenschaft in einen Film bannen können. Sie machen das Unmögliche möglich und die unwirklichsten Situationen vorstellbar. Sie wagen es die absurdesten Perspektiven zu zeigen. Manchmal so absurd und abstrakt, dass der Film etwas ganz anderes vermitteln soll, als das, was sichtbar ist. Der Filmemacher hat das Können und die Macht den Menschen mit seinen Filmen sogar zu manipulieren. Sei es bloß durch Schleichwerbung. Seit den Anfängen des Kinofilms bis heute, hat sich einiges getan. Es gibt mittlerweile unzählige Klassiker, ja sogar in Neuauflage. In der Grafik und den Spezialeffekten hat sich vieles verändert. Und ich meine damit nicht nur, dass der Film von schwarzweiß zu farbig gewandelt wurde. Obwohl ich raten könnte, erkenne ich gar nicht mehr, wie viel und was in einem Film echt und was computeranimiert ist. Ein außerirdisches Wesen oder ein erfundenes Tier wird so spitze dargestellt, dass man fast glaubt, es würde es wirklich geben. Auch die schauspielerische Leistung hat sich deutlich verändert. In der Zeit des Stummfilms wurde viel mit der Körpersprache und der Mimik gespielt. Heute zählt hauptsächlich das Aussehen und wie beliebt die Schauspieler sind. Da kann die Handlung noch so schlecht sein, doch wenn ein Johnny Depp oder eine Angelina Jolie mitspielt, wird der Film gesehen. Oder auch umgekehrt. Ist die Handlung noch so gut, aber es spielen weniger bekannte Schauspieler mit, wird der Film weniger besucht. Ich finde, ein Schauspieler, ganz gleich wie bekannt, muss eins mit seiner Rolle sein, als wäre sie nur für ihn gemacht. Wenn alles im Einklang ist, ist mancher Film für mich, wie ein schöner Traum, bloß sichtbar und immer wieder abrufbar.

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130

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» K L E I N E N AC H T M U S I K « TEXT: UWE GRAMLICH NACHT, die Zeit zwischen Ende der Abend- und Beginn der Morgendämmerung, ist am Äquator während des ganzen Jahres so lang wie ein Tag(12 Std.), an allen anderen Orten nur am 21. März und 23. September (Tagundnachtgleiche). (dtv-Lexikon März 1972) Nicht vorenthalten möchte ich in diesem speziellen Fall das »Trinklied« von Einstürzende Neubauten. Nä c hte ns w ard ich tr unk e n In e ine m se lte n Loch Bi n gle ich darin ve rsunk e n We i l a nd , trink ich w oh l imme r noch Be i d e r Ar me K raft w ollt` ste mme n Mi c h aus de s Loch e s Rund Wo l l t e n t rotzig Händ nich t falle n se h e n Lu s t ` g e n Be ch e r in de n Gr und Au s L o c h e s S ch mutz k roch bös Ge tie r Und e h ich s mir re ch t be se h Na g t s we g de r we il all Fle isch von mir Bl i e b nu r de r blank e K noch e n ste h e n Ve r s t ä rk t w i rd die Wirk ung noch durch die m u s i k a l i s c h e Be gle itung, die in ih re r grandiose n Sp a nnu ng u nd D ramatik e ine Gänse h aut e r z e ugt.

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KOLUMNE: MUSIKUSS BIG BAD VOODOO DADDY » rattle them bones« 2012 Nach 18 Jahren, unzähligen Konzerten und dem nun sechsten Album immer noch ein Geheimtipp. Das ist im Moment eine der herausragenden Scheiben der Neo-Swing Szene, die es wahrlich verdient hätte einen größeren Bekanntheitsgrad zu erreichen. Zwölf neue Songs, knackig produziert, urban, pulsierend, energisch und beschwingt transportieren sie den Geist der großen Zeit des Big-Band-Swing in das hier und jetzt. Musik die in die Beine geht und gute Laune verbreitet. TIPP!!!!! BOHREN UND DER CLUB OF GORE » black earth« 2004 Viertes Album der »Horror Jazz« Combo aus deutschen Landen. Einer dieser typisch grauen, nasskalten Herbsttage der ins volkommene Dunkle hineingleitet und ganz langsam und bedrohlich von einer unglaublich, kriechenden Schwere vereinnahmt wird. Sichtbarer Atem, fröstelndes Schauern, Nebelschwaden kriechen umher, türmen sich auf zu schier undurchdringbaren Mauern. Hinterhältig und schwermütig lässt die Band ihren minimalen, instrumentalen Doom Jazz ihren Lauf, dem sich in dieser unglaublichen Atmosphäre und Intensität kaum jemand entziehen kann. Erzeugen mit wenigen, schlichten Mitteln eine authentische Atmosphäre der Finsternis die einen gefangen hält. Schöne schwarze Albträume. DEAD CAN DANCE » anastasis« 2012 Gegründet 1981, getrennt 1998, wieder zusammen 2012. Nach acht gemeinsamen Studio Veröffentlichungen, diversen Soloarbeiten haben sich Brendan Perry und Lisa Gerrard zu einem neuen Album vereint. Anastasis , griechisch für »Auferstehung« oder »Wiedergeburt«, ist in diesem Fall äußerst treffend. Dominiert von der unverwechselbaren Stimme Lisa Gerards verzaubern Dead Can Dance wieder mit ihrem ganz eigenem Stil aus sakralen und morbiden Gothicklängen, orientalischen, keltischen und afrikanischen Ethnoeinflüssen, barocken und epischen Klassikelementen und hymnischen Pop... »We are the children of the sun, our kingdom will come, sunflowers in our hair ...« DR. JOHN(the Night Tripper) » gris-gris« 1968 Der als Malcolm (Mac) John Rebennack Jr. in New Orleans geborene amerikanischer Rock 'n' Roll-, Blues- und Jazz-Musiker veröffentlichte vor vierundvierzig Jahren sein Debütalbum., mit einer recht unheimlich klingenden und brodelnden Mischung aus Voodoo-Zaubersprüchen, Rhythm and Blues, Jazz und kreolischer Soul-Musik. Spektakulär waren seine Bühnenauftritte, in denen er sich pittoresk und farbenprächtig in Szene zu setzten wusste, ganz im Stil des Mardi Gras. Auf dieser Veröffentlichung fand sich einer der besten Songs die der Gris-gris man geschrieben hat, »I walk on guilded splinters«, hier in der Studioversion von acht Minuten. Wurde dann später von der englischen Band Humble Pie bei ihren Konzerten von einer Spieldauer über 20 Minuten äusserst intensiv zelebriert. Dieses Album wurde bei der Wahl der »500 Greatest Albums Of All Time« des Rolling Stone auf Platz 143 gewählt. Könnte man als amerikanisches Gegenstück zu Van Morrison bezeichnen. DONALD FAGEN » the nightfly« 1982 Das 1982 veröffentlichte erste Soloalbum des ehemaligen Steely Dan Gründers, Sängers und Keyborders war sein bisher erfolgreichstes Album, das bis auf Platz 11 der US Charts kletterte. Ein Konzeptalbum das sich thematisch um die 50er Jahre dreht. Zwei Jahre nach dem letzten Studioalbum von Steely Dan »Gaucho«, überzeugt Fagen mit einem ausgereiften Mix aus kritischen Texten, komplexen Arrangements und eingängigen, melodischen Pop-Jazz Harmonien. Klingt wie Steely Dan, steht aber Donald Fagen auf dem Cover. Wer an Steely Dan gefallen gefunden hat, kann hier blind zugreifen. Perfekte, intelligente Songs, auf sehr hohem Niveau, ohne verkopft zu klingen. Ein zeitloser Klassiker.

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KOLUMNE: MUSIKUSS JESUS & MARY CHAIN » darklands« 1987 Zwei Jahre nach Veröffentlichung ihres Debüt Albums "Psychocandy" ließen es die Schotten um die Gebrüder Reid diesmal etwas ruhiger angehen und bleiben sich doch selber treu. War ihr Debüt ein Meisterwerk aus sägenden Feedback Attacken, unterlegt mit einfachen, zuckersüßen Melodien, so packte die Band auf ihrem zweiten Album die Akustikgitarren aus. Der Titelsong und Album-Opener "Darklands" ist eine melancholische Ballade, die ihresgleichen sucht und in dem »perfekten« Pop Song »April Skies« ihren vorläufigen Höhepunkt findet. Dieses Album ist zweifelsohne einer der musikalischen Höhepunkte der 80er Jahre, von einer der wegweisenden englischen Bands die mit Sicherheit die folgende Brit-PopExplosion nachhaltig geprägt hat. Radikal grandios. K I N A C K »ondas« 2012 Der aus Kalifornien stammende Autodidakt Zack Slavkin veröffentlicht hier unter dem Pseudonym Kinack diesen ruhig dahinfliessenden, beruhigenden, atmosphärischen und entspannten Soundtrack, der als perfekte Begleitung in der Morgendämmerung, zwischen nicht mehr ganz Nacht und immer noch nicht Tag, dient. Inspiriert von der Schönheit der Natur perlen hier Gitarren, Streicher, Piano, Geige und Saxophon in einfach schöne instrumentale und abwechslungsreiche Melodien ohne ins »Easy listening« abzudriften. Bangarang Ambient Chill Out. VAN MORRISON moondance 1960 Der in Nordirland geborene Musiker stand zu dieser Zeit, mit seinem dritten Album, erst am Anfang einer langen und erfolgreichen Karriere. Aber schon damals verstand er es mit einem außergewöhnlich ungezwungenen und beherzten Stil, einer Mischung aus Celtic-Folk, Gospel, Jazz, Rock und einer ureigenen Interpretation von leidenschafschaftlichem Blues, auf sich aufmerksam zu machen. So entwickelte sich der Titelsong zu einem Klassiker, den er über Jahrzehnte hinweg, in immer wieder neuen Arrangemets, in zahlreichen Konzerten spielte. Morrison selbst bezeichnet seine Musik »Caledonia Soul«. Im Lauf der Jahre ereichte er durch verfeinern diesen Stils einen eigenständigen und qualitativ hochwertigem gleichbleibenden Standard (Ausnahmen bestätigen die Regel). Mit den meisten seiner Veröffentlichungen begeisterte er die Kritiker, aber nicht das breite Publikum, vielleicht weil seine Musik zu anspruchsvoll war. Er gilt als eine der großen lebenden weißen Blues-Stimmen. Van the man - immer eine Klasse für sich. WOLFGANG AMADEUS MOZART » kleine nachtmusik« 1787 Die Serenade Nr. 13 für Streicher in G-Dur KV 525 ist eine der populärsten Kompositionen von Wolfgang Amadeus Mozart. Ihren Beinamen »Eine kleine Nachtmusik« verdankt sie Mozarts Eintrag in seinem Werkverzeichnis: »Eine kleine Nachtmusik, bestehend in einem Allegro, Menuett und Trio-Romance. Menuett und Trio, und Finale.-2 violini, viola e bassi.« Mit Nachtmusik übersetzte er den Begriff Serenade ins Deutsche, der eine Gattung der Unterhaltungsmusik bezeichnet, die traditionell abends und oft im Freien zur Aufführung kam und deshalb häufig für Blasinstrumente geschrieben war. Die »Kleine Nachtmusik« ist jedoch für ein Kammermusikensemble von zwei Violinen, Viola, Cello und Kontrabass geschrieben. Darüber hinaus weisen auch die Kunstfertigkeit der Stimmführung und die klassischen Proportionen der Sätze darauf hin, dass das Werk eher als anspruchsvolle Kammermusik denn als reine, »leichte« Unterhaltungsmusik konzipiert war. Die Komposition wurde am 10. August 1787 in Wien beendet, während Mozart an »Don Giovanni« arbeitete. Es ist jedoch unbekannt, für welchen Anlass oder welchen Auftraggeber Mozart sie schrieb. Zu seinen Lebzeiten wurde sie vermutlich nie aufgeführt. (Wikipedia)

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THE SISTERS MERCY » body and soul« 1984 Der Name The Sisters of Mercy hat Andrew Eldritch, des Gründers und Sängers, zufolge mehrere Ursprünge. Im Englischen steht er sowohl für Ordensschwestern (Barmherzige Schwestern) als auch umgangssprachlich für Prostituierte. Vor allem jedoch handelt es sich auch um eine Referenz an Leonard Cohens gleichnamigen Song. Diese erste EP Veröffentlichung bei einem namhaften Industrievertrieb enthielt die Titel »Train«, »Body Electric« und »Afterhours«. Während die beiden ersten Stücke später Platz auf einem kompletten Album fanden, blieb »Afterhours« ein recht bescheidener Platz in der musikalischen Historie. In diesen 7:26 Minuten zelebrieren die »Fürsten der Finsternis« (Musik Express) in einem doch eher untypischen, aber intensiven und eindrücklichen Stück, unter den minimalen Beats von Doktor Avalanche, dem Schlagzeugcomputer des Modells Boss DR 55, und den psychedelischen Gitarrenriffs ihre magische, geheimnisvolle Düsternis. Des Nächtens bei Regen alleine zu Fuß durchs Industriegebiet und über Kopfhörer diesen Song... Unerreicht. BRUCE SPRINGSTEEN » darkness on the edge of town« 1978 »Das Beste von Presley, das beste von Dylan - beides zusammen ist Bruce Springsteen« (Los Angels Time) »Die Zukunft des Rock'n Roll heißt Bruce Springsteen« (Jon Landau) »Der amerikanischste aller amerikanischen Rockmusiker« (Musik Express) »Das neue Genie« (Melody Maker) »Bruce Dylan« (Crawdaddy). Der von irisch-italienischen Wurzeln stammende charismatische Vollblutmusiker erreichte mit diesem, seinem vierten Album, seinen vorläufig größten Erfolg. Die Veröffentlichung dieses Album verzögerte sich, da Springsteen mit seinem damaligen Manager ein Gerichtsverfahren führte in dem es um falsche Tantiemenabrechnungen ging. Mit einer einstweiligen Verfügung wurde Springsteen zudem untersagt im Studio neue Titel einzuspielen. Springsteen scheibt hier über den viel zitierten »American way of life« Arbeitsleben, Familie, Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und macht trotzdem Mut nicht aufzugeben. Vom Rolling Stone Magazine wurde es in seiner Liste der 500 besten Alben aller Zeiten auf Platz 151 gelistet. Der NME (New Musical Express) wählte es zum besten Album des Jahres 1978. TENHI »saivo« 2011 Nach über 4 Jahren Wartezeit veröffentlichten die finnischen Schamanenrocker ihr fünftes Klangopus. Aus den menschenleeren Tiefen der finnischen Wälder dringen Klänge an unser Ohr auf die Mensch sich einlassen muss, um die die ganze Schönheit dieser Töne zu geniessen. »Saivo« bedeutet in der traditionellen Samikultur das Totenreich, in welchem die Verstorbenen ihr ganz normales Leben im Kreise ihrer Familie und Freunde glücklich und zufrieden weiterleben. Auf diesen Hintergrund baut sich der gesamte mystische, schwelgerische Klangkosmos der Nordmänner auf und findet in den träumerischen, fast schon sakralen Epen ihre Höhepunkte. Im Vordergrund steht eine sanfte Instrumentierung mit Gitarre, Klavier und Schlagzeug, zu der sich zudem häufig Streicher gesellen, während der ruhige und sonore Gesang oftmals von mehrstimmigen Chören ergänzt wird. Sehr entspannt, aber nicht langweilig, werden immer wieder Spannungen aufgebaut, die sich dann mit einer sehr eigenständigen exotischen Intensität ihre Bahn suchen. Eindringlich.

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D E R K Ü H L S C H R A N K V O N : D E R B E S T O F K Ü H L S C H R A N K VO N . . . / VIDEO: WWW.FORMATFILM.TV FOTOS: MEHMET FILIZ Ei n Ja h r l a n g ha b en wir u ns ganz d re is t le ck e r be k o ch e n las s e n. Wi r zeig en a n d ies er St el le d ie be s te n Sze ne n und be tr unk e ns te n Ge sp rä c he in u n s erem Be s t-o f-Küh ls ch rank -Zus am m e ns ch nitt.

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M IT TAGST I SC H T E ST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE We r ke n n t da s Pro b l em n i c ht : Mittags paus e - abe r wo h in zum E s s e n. Desha lb haben w i r u n s d a z u en t s c hl o s s en , e ine n re gio nale n Mittag s tis ch -Te s t zu sta r ten. Die smal w are n wir i m L E H N E R ´ S Wir ts h aus in d e r He ilbro nne r Bah nh of sstra sse. Ge te s te t w u rde n eb en d em Ges c h m ack auch d ie Ge s ch wind ig k e it, d ie Freundli chke it d e s Se r v i ce- Per s o n a l s , n a t ü r l i ch d e r Pre is und auch d ie ind ivid ue llen Ei genhe iten de r Lok a l i t ä t . Im Tes t h a b e n wir uns für d as um ge k e h r te Sch ulnoten-Sy st e m e nt s c h ied en . Da s b ede ute t, d as s d ie 6,0 d ie Hö ch s tno te is t .

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MITTAGSTISCHTEST: LEHNER´S WIRTSHAUS LEHNER´S Wirtshaus Bahnhofstrasse 1 | 74072 Heilbronn T 07131 6427927 5,5 Preise 5,90 - 8,40 EUR Geschmack 4,75 Geschwindigkeit 11 Minuten Apfelschorlen-Index (0,4l) 3,20 EUR Individualität Express-Menüs Service

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GNADENLOS - KÜNSTLERINNEN UND DAS KOMISCHE 17.11.2012 - 24.02.2013 TEXT: STÄDTISCHE MUSEEN HEILBRONN / FOTOS: PR

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KUNSTREGION: GNADENLOS - KÜNSTLERINNEN UND DAS KOMISCHE Von absurder Komik über feine Ironie bis zu anarchischem Humor: In der KUNSTHALLE VOGELMANN in Heilbronn sind vom 17.11.2012 bis 24.02.2013 Werke rund 30 internationaler Künstlerinnen der letzten 100 Jahre zu sehen, die mit Formen des Komischen auf Gesellschaft, Politik und Kunst reagierten. Meret Oppenheims Objekt »Eichhörnchen« trifft auf Anna und Bernhard J. Blumes Fotoserie »Küchenkoller«, Rosemarie Trockels Herd-Plastik auf Yoko Onos Filmkunst. Erstmals in dieser Bandbreite zeigt die Ausstellung, wie Künstlerinnen das Komische als Strategie und Methode in ihren Werken einzusetzen wussten, und präsentiert damit auch erstmals die Vielfalt eines bislang nahezu unerschlossenen Themas. Das Komische zog mit dem Umbruch in die Moderne in die Kunst ein, erfuhr bereits im Futurismus künstlerisch-strategische Bedeutung und ist bis heute elementarer Bestandteil subversiver Kunstpraxis. Von Beginn an nutzten Künstlerinnen das Komische in ihren Arbeiten, was für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgewählte Zeichnungen, Collagen, Aquarelle und Objekte von Marianne Werefkin, Hannah Höch, Jeanne Mammen, Hanna Nagel und Meret Oppenheim reflektieren. Ganz außergewöhnlich sind die bereits um 1900 entstandenen, skurrilen Slapstickfilme der ersten Regisseurin und Drehbuchautorin der Filmgeschichte Alice Guy-Blaché (18731968), die zugleich den historischen Auftakt der Ausstellung markieren. Mit den neuen künstlerischen Ausdrucksformen von Happening, Performance und Video findet sich das Komische in den politisierten 1960er Jahren in den Spielarten von Pop-Art und Fluxus wieder. In dieser Phase der Offenlegung sozialer und politischer Missstände geraten auch die Forderungen der Frauenbewegung in das Blickfeld der Kunst. Bekennende Feministinnen wie Valie Export, Eleanor Antin, Martha Rosler oder Birgit Jürgenssen nutzten das Komische, um tradierte Verhältnisse selbstironisch und mit bissigem Sarkasmus offenzulegen. In der Nachfolge rückten beispielsweise Rosemarie Trockel oder Cindy Sherman die Entlarvung grundlegender Mechanismen der Gesellschaft, Klischees der Alltags-, Konsum- und Kunstwelt in den künstlerischen Fokus. Selbstbewusst im Umgang mit weiblich konnotierten Themen und Materialien bereiteten sie damit jüngeren Künstlerinnen wie Sarah Lucas oder Pipilotti Rist einen fruchtbaren Boden. Die Schau umfasst ein breites Medienspektrum von Malerei, Grafik, Objektkunst, Fotografie, Performance bis Film- und Videokunst. Gezeigt werden rund 70 Arbeiten von namhaften internationalen Künstlerinnen: Eleanor Antin, Anna Blume, Anke Eilergerhard, VALIE EXPORT, Lili Fischer, Sylvie Fleury, Andrea Fraser, Guerrilla Girls, Alice Guy-Blaché, Mona Hatoum, Hannah Höch, Romane Holderried-Kaesdorf, Birgit Jürgenssen, Maria Lassnig, Sarah Lucas, Jeanne Mammen, Christiane Möbus, Charlotte Moorman, Hanna Nagel, Yoko Ono, Meret Oppenheim, Pipilotti Rist, Martha Rosler, Elaine Sturtevant, Rosemarie Trockel, Twin Gabriel, Marianne Werefkin. Alice Guy-Blaché, Madame a des envies, 1906, Gaumont Pathé Archives, Paris

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KUNSTR EGION: GNADENLOS - KÜNSTLERINNEN UND DAS KOMISCHE Christiane Möbus, Fette Henne, 2005 VG-Bild, Bonn 2012, Fotograf: Mario Gastinger, München

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KUNSTREGION: GNADENLOS - KÜNSTLERINNEN UND DAS KOMISCHE Rosemarie Trockel, Ohne Titel (Herdplastik), 1991, VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Courtesy: Sprüth Magers, Berlin/London

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KUNSTR EGION: GNADENLOS - KÜNSTLERINNEN UND DAS KOMISCHE Marianne von Werefkin, Madame, 1909, Courtesy: Fondazione Werefkin, Ascona Anna und Bernhard J. Blume, Küchenkoller, 1985, VG Bild-Kunst, Bonn 2012

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KUNSTREGION: GNADENLOS - KÜNSTLERINNEN UND DAS KOMISCHE DATEN ZUR AUSSTELLUNG: Ausstellungstitel GNADENLOS - KÜNSTLERINNEN UND DAS KOMISCHE Laufzeit 17.11.2012 - 24.02.2013 Pressetermin Donnerstag, 15. November 2012, 11 Uhr Eröffnung Freitag, 16. November 2012, 19 Uhr Städtische Museen Heilbronn Kunsthalle Vogelmann, Allee 28, 74072 Heilbronn Information Telefon +49 (0) 7131 564420; Fax +49 (0) 7131 3194 www.museen-heilbronn.de; E-Mail: museen-hn@stadt-heilbronn.de Postanschrift Deutschhofstr. 6, 74072 Heilbronn Öffnungszeiten Di-So, Feiertag 11-17 Uhr, Gruppen/Schulklassen nach Vereinbarung ab 10 Uhr; Abendöffnung/Arrangements nach Vereinbarung; 24.12., 25.12. und 31.12.2012 geschlossen, 26.12.2012, 1.1. und 6.1. 2013 geöffnet. Eintritt inkl. Museum 6 Euro; ermäßigter Eintritt (SWR2 Kulturkarte) 4 Euro; im Deutschhof Familienkarte 12 Euro, Dauerkarte 20 Euro Kuratorin/ Ansprechpartnerin Dr. Rita E. Täuber Ausstellungsumfang rund 70 Arbeiten von rund 30 internationalen Künstlerinnen Katalog : Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Textbeiträgen von Karoline Hille, Claudia Kirsten Voigt, laudia Walkensteiner-Preschl, Rita E. Täuber u.a., ca. 220 Seiten mit ca. 80 Abbildungen, Wienand Verlag, ca. 25 Euro Stationen Vom 10. März - 09. Juni 2013 ist die Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen zu sehen.

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K U N S T R E G I O N D A S F A L S C H E H A S E N M A H L FOTOS: ULLA KUEHNLE / VIDEO: WWW.FORMATVILM.TV Na t ü r l i c h ha b en wir uns e r » Fals ch e s Has e nm ah l« g e film t. Lau t er u n wic h t i g e Ma ch e r ware n vo r Or t, d ie h ie rm it e n blo c ge würd igt we rd e n. Ob Hei n r i c h Br u m m a ck , d e s s e n » Er fo lg re ich e r Has e « auf d e r Fr i e dr i c h - Eb er t - Br ü c k e s t e h t, Ste fan Dittrich , d e s s e n unbe d e utendes Le b e n s werk g e wü rd ig t wurd e o d e r d ie unwich tig s te He ilbro nne ri n, d eren Na m en wir s ch o n wie d e r ve rge s s e n h abe n. Eg al!

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IM GESPRÄCH MIT OTTFRIED FISCHER »MAN DARF ZU DEN HEILBRONNERN AUCH NICHT BADENSER SAGEN« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MARCEL WEBER & MARTINA BOGDAHN Ottfried Fischer ist der »Bulle von Tölz«, als »Pfarrer Braun« löst er ebenfalls Kriminalfälle im Fernsehen und er ist einer der beliebtesten Kabarettisten in Deutschland. Wir sprachen mit dem Prachtbayern, der Ende November im Alten Theater in Sontheim zu sehen sein wird, über die verloren gegangene Schlitzohrigkeit der CSU, den Unterschied zwischen Fans des FC Bayern und 1860 München, über die Unwahrheit, dass Bad Tölz zu Österreich gehört und einen möglichen Spaziergang durch die Heilbronner Innenstadt.

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INTERVIEW DES MONATS: OTTFRIED FISCHER HANIX -- Ihr Vater stammt aus Nordrhein-Westfalen. Man mag es kaum glauben... erfolgreichsten der CSU-Geschichte wird. Vater ist mit 18 Jahren aus dem Ruhrpott nach Bayern gezogen. Ich wurde deshalb zu einem polyglotten Kosmopoliten, der zwischen der bayerischen und preußischen Welt gewandert ist. HANIX -- Die Liebe zu ihrer Mutter verschlug ihn in jungen Jahren nach Bayern. Konnte er denn am Ende bayerisch? OTTFRIED FISCHER--Mein hat er nie gesprochen. Er hat den Dialekt verstanden aber er hat sich nie die Blöße gegeben zu versuchen bayerisch zu sprechen. Wenn man kein Einheimischer ist, kann man den bayerischen Dialekt nicht nachahmen. Die Bayern hätten den Versuch der Nachahmung auch als simple Anbiederei betrachtet. Das wollte mein Vater nicht. HANIX -- Schwaben können in ihrer Landeshauptstadt einen Grünen zum Oberbürgermeister und einen anderen zum Ministerpräsidenten machen. Vorstellbar in München? OTTFRIED FISCHER--Bayerisch Seehofer wird ein sehr passables Ergebnis abliefern bei der Landtagswahl im nächsten Jahr, da er der Einzige ist, der eine gewisse Kompetenz ausstrahlt, auch wenn er sehr wankelmütig ist. Außerdem hat er ein hohes Maß an bundespolitischer Erfahrung vorzuweisen und, trotz allem, hinterlässt er einen sehr sympathischen Eindruck und ist ein Politiker zum Anfassen geblieben. Alles in allem hat Horst Seehofer für einen Politiker schon sehr viele positive Seiten. Es war auch noch nie ein schlechtes Zeichen, wenn man sich in Berlin über bayerische Politiker ärgert, im Gegenteil, für Bayern war dies meistens sogar gut. HANIX -- Münchens Oberbürgermeister Christian Ude tritt für die SPD gegen Horst Seehofer an. Ist das ein Duell, das für politisches Kabarett taugt? OTTFRIED FISCHER--Horst das ist kaum denkbar. Ich glaube, dass sich die freie Wählerschaft im entscheidenden Moment eher für schwarz als für rot entscheidet. Bayern war ein schwarzes Land, ist ein schwarzes Land und wird auch in Zukunft schwarz bleiben. HANIX -- Was ist eigentlich in der CSU los? Gefällt ihnen, was Sie da sehen? OTTFRIED FISCHER--Nein, Frage würde ich mit Ja beantworten, da Herr Ude mit seiner Kandidatur schon selbst Kabarett betreibt. Ich würde allerdings alles dafür verwetten, dass Christian Ude leider einen aussichtslosen Kampf führt und keine Chance hat. So gern ich ihn auch in einem wichtigen Amt sehen würde, da er einer der geradlinigsten Politiker ist die ich kenne und Christian Ude mit seinem Know-How für Bayern nicht der Schlechteste wäre. HANIX -- Ist er wenigstens ein Kandidat für einen Achtungserfolg? OTTFRIED FISCHER--Diese CSU hat leider nicht mehr dieses homogene Erscheinungsbild, das die Partei einmal ausgezeichnet hat. Die CSU war immer konservativ und rückständig. In manchen Punkten war die CSU aber auch sehr modern. In den Augen der Bayern hat die CSU eine sehr gute Politik gemacht. Die Partei war natürlich auch sehr gut vernetzt in Bayern. Wenn gewisse Programmpunkte beim Volk nicht so gut ankamen, hat das die Partei sehr früh erfahren und konnte rechtzeitig korrigieren. Diese schlitzohrige Weltschlauheit und Bürgernähe hat die Partei nicht mehr. Bei Horst Seehofer weiß man auch nicht genau wo er überhaupt hingehört. HANIX -- Wie geht es Horst Seehofer eigentlich? Auf dem CSU-Parteitag hat er gesagt: »Wer Bayern liebt, muss für die CSU sein.« und das es eine riesige Chance gibt, dass das Jahr 2013 zu einem der OTTFRIED FISCHER--Die Achtungserfolg kann er durchaus erreichen. Dies hängt natürlich stark davon ab, wie viele Stimmen er von den Freien Wählern holen kann. Er wird allerdings wenig CSU-Wähler zu sich holen können, da dies schon immer sehr schwierig war. Es sei denn, die CSU hätte keinen geeigneten Gegenkandidaten, was sie mit Herrn Seehofer aber hat. HANIX -- Seehofer will seine Nachfolge bis 2018 selbst regeln. Er hat vier Kandidaten plus einen Joker. Kommt Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg zurück? Braucht Bayern und die CSU den Mann mit dem längsten Vornamen der Welt? OTTFRIED FISCHER--Einen wenn die Piratenpartei das Plagiat ganz durchbringt, wird dies auch kein Problem mehr sein, Guttenberg zu reaktivieren. HANIX -- Bei dem Thronanwärter-Quartett handelt es OTTFRIED FISCHER--Na

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INTERVIEW DES MONATS: OTTFRIED FISCHER sich um Bundesagrarministerin Ilse Aigner, Finanzminister Markus Söder, Sozialministerin Christine Haderthauer und Innenminister Joachim Herrmann. Der Joker auf Platz fünf sei offen und könne wechseln. Nicht auf der offiziellen Liste steht ExVerteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, den Seehofer nach den Wahlen 2013 reaktivieren will. Was sagen Sie zu der Liste. Sind gute Leute drauf? Frage ist: Gut für was? Ilse Aigner ist ein gutes Dirndl-Model, Herr Herrmann ein ministrabler Trench-Coat-Träger der martialisch das Innere verteidigt und dabei, meiner Ansicht nach, nicht gerade der Kompetenteste hierfür ist. Zu Christine Hadertauer muss ich leider sagen, dass es doch reicht, dass wir mit Stoiber einen dünnen Preußen hatten und sie wird das bayerische Volk nicht überzeugen können. Bei Söder hoffe ich, dass sich so langsam rumspricht, dass er eher in den Ikea-Katalog gehört als auf die politische Bühne. HANIX -- Ende des Jahres hören Sie bei Ottis Schlachthof aus gesundheitlichen Gründen auf. Wissen Sie schon, wie der freiwerdende Sendeplatz besetzt wird? OTTFRIED FISCHER--Die weiß ehrlich gesagt nicht was aus dem Sendeplatz werden wird. Ich hoffe aber sehr, dass es wieder ein Programm geben wird das dem Kabarett dient. Nachdem hier einige sorgenvolle Stimmen auftraten, habe ich mich entschlossen lieber eine Woche früher aufzuhören als einen Tag zu spät und der Respekt der mir hierfür entgegenkommt gibt mir Recht. Ich erinnere mich lieber an 17 schöne Jahre, als dass ich dem Ende der Sendung nachtrauere. HANIX -- Was kommt danach? Haben sie schon Pläne? OTTFRIED FISCHER--Ich nach bringt eine Kleinkunstbühne in jeder Stadt eine Steigerung der Lebensqualität, die man nicht missachten sollte. HANIX -- Waren Sie vor einem ihrer Auftritte in Sontheim auch in der Heilbronner Innenstadt oder haben Sie diese gemieden? OTTFRIED FISCHER--Da ich immer sehr spät in Heilbronn ankomme habe ich, zugebenermaßen, noch nicht viel von der Stadt sehen können. Vielleicht schaffe ich es ja dieses mal. HANIX -- Heilbronn ist Eishockey-Stadt. Erzrivale ist Bad Tölz. »Tölz gehört zu Österreich« war ein gern intonierter Schmähgesang der Heilbronner Fans. Was sagt der Bulle von Tölz dazu? schreibe zur Zeit Erinnerungen auf und anschließend werde ich einen Roman schreiben. Des weiteren werde ich mehrfach mit einem Best-Of-Programm auftreten, womit man wohl sagen kann, dass es genug zu tun gibt und es mir nicht langweilig werden wird. HANIX -- Am 20. November treten Sie im Alten Theater in Sontheim auf. Nicht zum ersten Mal. Die Bühne dort scheint ihnen zu gefallen. OTTFRIED FISCHER--Ich gefällt es dort außerordentlich gut. Erstens ist hier eine hervorragende Betreibermannschaft tätig und zweitens ist das Alte Theater ein tolle Kleinkunstbühne, die man unterstützen sollte und wofür ich auch immer wieder Werbung mache. Meiner Meinung OTTFRIED FISCHER--Mir ist einfach nicht wahr. Meines Wissens nach, darf man zu den Heilbronnern auch nicht Badenser sagen. Ich bin ehrlich gesagt einfach nur froh gute Eishockeyspiele zu sehen, auch wenn ich natürlich näher an Bad Tölz als an Heilbronn dran bin. Ich hoffe auch, dass sich genau dieses Eishockey noch weiter entwickelt und vielleicht irgendwann die DEL auf den Misthaufen der Geschichte geworfen wird und wieder eine Liga ins Leben gerufen wird, die aus Siegen und Scheitern besteht, was zum Sport dazugehört. Ich bin einfach dafür OTTFRIED FISCHER--Das

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INTERVIEW DES MONATS: OTTFRIED FISCHER dass dieses anarchische Eishockey wieder mehr gesehen wird und wenn die Heilbronner hier dabei sind haben sie meinen Segen. HANIX -- Sie selbst mögen Fußball allgemein und 1860 München im Besonderen. Machen die Sechzger ihnen diese Saison Freude? OTTFRIED FISCHER--Bis jetzt, trotz ein paar kleiner Ausrut- schaut sondern innen weiter isst und das Ganze auf dem Fernseher verfolgt. Der 60er Fan hingegen vergießt mehr Herzblut und hängt mehr an seinem Verein als die Bayern-Fans, da diese nur zur besseren Gesellschaft gehören wollen und somit auch etwas gemächlich sind. Von daher ist es bei den Roten eher etwas langweiliger als bei den Blauen. HANIX -- Sie bieten im November ein Best of »Mehr sog I net« im Alten Theater dar. Was dürfen Besucher ihres Programms erwarten? scher, schon. Ich hoffe allerdings sehr, dass meine Freude in der zweiten Saisonhälfte anhält, da 1860 in der Rückrunde traditionell schwach wird. HANIX -- Und freuen Sie sich auch ein bisschen über den Startrekord des FC Bayern in der Bundesliga? das hab ich gar nicht so richtig mitbekommen. Gibt es da einen neuen Startrekord? Na dann ist ja der FC Bayern gut dabei. Momentan denke ich beim FC Bayern immer noch an den Unterschied zu einem Buch: Ein Buch hat einen Titel. HANIX -- Was unterscheidet einen Blauen von einem Roten? Beide Lager mögen Weißbier, Weißwurst und Fußball... OTTFRIED FISCHER--Ach, Besucher erwartet eine Art Biografie von mir selbst, unterlegt mit Texten und der Möglichkeit mir auch Fragen zu stellen. Es ist ein interaktives Kabarett und eine Art Lebenslaufdarbietung. Wichtig ist mir hierbei, dass alles sehr locker und entspannt ablaufen wird. HANIX -- Wird man Sie in Zukunft immer wieder im Alten Theater zu sehen bekommen oder ist das eventuell ihr letzter Auftritt in Heilbronn? OTTFRIED FISCHER--Die 1860 können sie noch Asbach mit Cola dazunehmen, wogegen der Bayern-Fan aus dem Businessbereich die zweite Halbzeit gar nicht mehr an75 OTTFRIED FISCHER--Beim die Macher mich haben wollen, bin ich jederzeit wieder da, weil das Alte Theater einfach ein sehr schönes Haus ist. OTTFRIED FISCHER--Wenn

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WILLIS BLUESTAXI Vom Filmproduzent zum Taxifahrer SPT-CREW Graffiti-Writer sind keine dummen Kinder die unbewusst die Stadt zuschmieren DIGINIGHTS Auf dem Weg eine national bekannte Marke zu werden PUB GOLF Wir haben das in Deutschland verkannte Gesellschaftsspiel gespielt EROTICON Im Shoppinghaus ist die beste Table-Dance-Bar der Stadt beheimatet

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VO M F I L M P RO D UZ E N T ZUM TA X I FA H R ER Heilbronn hat viele Gesichter. Eines davon ist Willy Reidies. Er fährt seit über zwölf Jahren die Schönen und Reichen in seinem Blues-Taxi durch die Stadt. Der 62-Jährige erzählt, warum Heilbronn so besonders ist, wie er zu seinem Meisterbrief kam und was das Wichtigste in seinem Leben ist.

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TITELTHEMA: NACHT TEXT UND FOTOS: MARIA SANDERS Langsam verschwindet die glühend rote Abendsonne hinter dem Horizont. Reidies Schicht hat begonnen. »Morgen ist Feiertag«, sagt er, »dann wird heut einiges los sein.« Und so ist es auch. Nach einem Anruf von Fahrgast Malte, düst Willy Reidies zum Hip Island, der angesagtesten Strandbar Heilbronns. Knapp 2000 Partylustige tummeln sich dort. Laute, dumpfe House- und ElektroKlänge schallen auf die Straßen. Viele Gäste stehen am Eingang und kommen nicht mehr rein, weil es so voll ist. Dann steht Malte da. »Danke, dass du gekommen bist«, sagt er und steigt ins Taxi. Während andere den Abend gemütlich vor dem Fernseher ausklingen lassen, macht Willy Reidies seinen Job. Er ist Taxifahrer und fährt nachts nur Stammgäste umher. Willy Reidies ist 1950 in Heilbronn geboren und im Südwestviertel aufgewachsen. Er bezeichnet sich selbst als »Heilbronner Urgestein«. Nach seinem Realschulabschluss hört er auf seinen Vater und macht eine Ausbildung beim Staat. Eigentlich wollte Reidies Elektriker werden. Mit Technik und Elektrizität kann er gut umgehen und hatte schon als Jugendlicher seinen eigenen Musik- verstärker gebaut. Doch sein Vater empfiehlt ihm: »Junge, mach' was Sicheres.« Willy gehorcht und absolviert eine zweijährige Ausbildung zum Bundesbahn-Assistenten bei der damaligen Deutschen Bundesbahn. Ein paar Jahre später wechselt er das Unternehmen und ist als Operator und Datenverarbeiter beschäftigt. Wirklich glücklich ist er in seinem Beruf nicht. Zu viele Talente schlummern in der Seele des 33-Jährigen. Privat sieht es da schon anders aus. Reidies heiratet seine langjährige Lebensgefährtin Ulrike. Immer wieder ist er neben seiner eintönigen Arbeit als Datenverarbeiter, auch als Fotograf und Filmeproduzent unterwegs. Er dreht Imageund Schulungsfilme und produziert nebenbei noch Hochzeitsvideos. Das Geschäft läuft gut. Nach 13 Jahren hat er das triste Dasein eines Datenverarbeiters satt, und schmeißt seinen Job hin. Zuerst macht er sich mit einem Freund selbstständig und gründet eine Videothek. Fünf Jahre später folgt sein eigenes Foto- und Filmstudio. Alles läuft hervorragend. Sogar zwei bis drei Urlaube im Jahr springen dabei raus. Willy Reidies ist 39 Jahre und am Höhepunkt seiner Karriere angelangt, als sein Glück noch von der Geburt seiner Kinder gekrönt wird. Jetzt ist er wieder in seinem Blues-Taxi unterwegs. Das hintere Fenster ist ein Spalt offen und die warme Sommerluft strömt hinein. Der CD-Player spielt den nächsten Blues-Song: »Riding with the king« von B. B. King schallt aus den Boxen. Es ist wie zu Bluesbrothers Zeiten. Ein bisschen melancholisch, ein bisschen schwer und doch beflügelt das Lebensgefühl, im Blues-Taxi. Blues-Taxi deswegen, weil er nur Blues hört. Die Musikrichtung hat ihn vor über 40 Jahren gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die schwarze Musik passt zu ihm. »Bring, bring«, schellt sein Telefon auf einmal. Stammgast Peter ist am Apparat und fragt Willy, ob er ihn schnell abholen könnte. »In 15 Minuten bin ich da«, sagt er und legt den Rückwärtsgang ein. Wenig später steigt Peter Belgardt leicht betütert ins Blues-Taxi ein. »Willy ist der beste Taxifahrer der Stadt«, sagt der 48-Jährige, »ihm kann man vertrauen.« Manche Taxi-Fahrer lassen ihre trunkenen Fahrgäste auch ein zweites Mal ins Portemonnaie greifen. Nämlich dann, wenn sie nicht mehr

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TITELTHEMA: NACHT wissen, ob sie bereits gezahlt haben, oder nicht. Erfreut schaut Willy ihn an, als wolle er sagen: »Danke für deine Anerkennung.« Willy Reidies ist ein zurückhaltender Mensch, er drängt sich niemandem auf. »Ich bin froh, dass ich ihn in meinem Team te, musste er einen Meisterbrief in der Fotografie vorweisen. »Das war schwierig«, sagt Reidies, »ich hatte ja nicht einmal eine Ausbildung darin.« Doch es war sein Traum und er war bereit dafür zu kämpfen. Nachdem er ein Jahr lang gegen die schwäbi- Zeit für mich«, gibt der Taxifahrer zu. Hinzu kommt der Sorgerechtsstreit um die Kinder. Der Familienvater sitzt auf zwei Stühlen. Einerseits will er bei seinen Kindern sein, andererseits muss er auch Geld verdienen. Mit Anfang 50 noch eine Arbeit zu habe«, sagt Taxi-Unternehmerin Karin Baumann (45). »Er ist absolut zuverlässig und fair.« Doch über manche Macken wundere sie sich schon: »Morgens um sechs Blues zu hören, ist nicht jedermanns Sache.« Was man ihm lassen muss: Willy Reidies hat Biss. Und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, zieht er es auch durch. So auch seinen Meister in der Fotografie, den er mit 35 Jahren erfolgreich absolviert abgeschlossen hat. Damit er nämlich sein Foto- und Filmstudio eröffnen konn80 sche Bürokratie vorgegangen war, wurde er zur schriftlichen Meisterprüfung zugelassen. Monatelang hat er sich darauf vorbereitet. Aber woher hat er sein Wissen? »Das habe ich mir selbst beigebracht«, sagt er. Das scheint wohl eines seiner Talente zu sein. Und wie kommt es, dass er heute Taxi fährt? Die Ehe zwischen ihm und seiner Frau ging in die Brüche und mit ihr auch das Foto- und Filmgeschäft. Sein Glück bekam Risse. Die Eheleute haben sich auseinandergelebt. »Das war die schwerste finden, macht die Sache auch nicht leichter. »Da blieb mir nur nachts Taxi zu fahren«, so der 62-Jährige. Wieder wird Reidies vom schrillen Klingelton seines Mobiltelefons unterbrochen. »Willys Taxi, Hallo«, sagt er mit freundlicher Stimme und hört, wer am anderen Ende spricht. »Können Sie jetzt in die Charlottenstraße kommen?«, fragt ein junger Mann unruhig, »es ist dringend.« Willys Miene wird ernst. »Ja, in zehn Minuten bin ich da«, antwortet er und biegt gleich in die nächste Straße ab,

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TITELTHEMA: NACHT um zu wenden. Als er in der Straße angekommen ist, schleppt sich eine ältere Frau in sein Fahrzeug. Ihr Sohn steigt hinten ein. »Zum Gesundbrunnen bitte«, sagt sie und stöhnt leise. Mund und Augenbrauen verziehen sich. Es geht ihr nicht gut. Willy Reidies schaut sie mitfühlend an und fährt so schnell er kann ins Krankenhaus. Willy Reidies lebt von seiner Stammkundschaft. Das Funkgerät hat er ausgeschaltet. Der Mann mit graumeliertem Haar und weißem Oberlippenbart bevorzugt es, lieber mit bekannten Gesichtern zu arbeiten. »Da bist du vor Überraschungen sicher.« Jede Nacht fährt er Gutbetuchte aus dem Ostviertel durch die Stadt. Sie rufen ihn an, und er kommt. Dann schnappt er sich die Zigarettenschachtel vom Armaturenbrett und zieht eine Zigarette heraus. »Im Taxi ist rauchen verboten«, sagt er und grinst, »aber das gilt nur für Fahrgäste.« Er zündet sich eine Zigarette nach der anderen an. Dafür, dass er so viel raucht, riecht es verwunderlich wenig nach Rauch. Was er am aller liebsten macht? »Menschen beobachten«, gesteht er. »Es ist viel spannender darauf zu achten, was Menschen nicht sagen wollen«, so der Taxi-Philosoph. Wenn er sich mit jemandem unterhält, schaut er der Person zuerst auf den Mund. Je nach dem wie sich die Lippen und Mundwinkel verziehen, liest Willy Reidies die Befindlichkeit seiner Fahrgäste. »Man sieht sofort, ob jemand ehrlich ist.« Gerade ist es ruhig, niemand ruft an. Daher macht Willy Reidies einen Zwischenstopp bei seinem Lieblingsbistro, um sich einen Kaffee zu holen. Schwarz und mit Zucker, so mag er ihn am liebsten. Gastronomin Edith Mögle aus Weinsberg kennt den Junggebliebenen seit Jahren. »Ich bewundere immer seine ausgeglichene Art«, sagt die 44-Jährige. »Nichts kann ihn aus der Bahn werfen.« Reidies zahlt, nimmt seinen Kaffee und grüßt herzlich. Willy Reidies steht kurz vor der Rente. Aber wenn man in seine Augen schaut, glaubt man, in die eines 20-Jährigen zu blicken. Sie erzählen sein halbes Leben. Charmant und offen sind sie. Und immer wieder kommt das Gespräch auf seine Kinder, Felix (23) und Roxanne (21). »Sie sind mir das Wichtigste, was ich habe.«

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» G R A F F I T I W R I T E R K E I N E D U M M E N J U G E N D L I C H E N , U N B E W U S S T D I E Z U S C H M I E R E N « S I N D D I E S TA D T TEXT: PHILIPP KIONKA FOTO: SPT-CREW

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TITELTHEMA: NACHT He i l b ron n h a t ein e a k t i ve Gr a f fiti-Sze ne . Wir trafe n zwe i Mit g l i e de r de r S T P - Cre w u m ü be r ih re näch tlich e n A k tivitäte n, i h re Mü t t er u n d ih r » Sec o nd Life « zu s pre ch e n. H A N I X -- Hallo! Wir sitzen hier bei Bier, Kaffee und Kaba im Sonnenuntergang in den Weinbergen von Heilbronn. Ihr beiden seid »Writer« und gern nachts in Heilbronn unterwegs. Wollt Ihr kurz erzählen wer ihr seid und was ihr genau treibt, wenn es dunkel wird draußen?  Wir sind Max und Moritz von der STP-Crew. Wir repräsentieren hier heute unsere Crew, zu der natürlich noch weitere Mitgleider zählen. Wir sprühen nachts, meistens Bilder, an Stellen, für die uns niemand eine Genehmigung erteilt hat. Wir malen Buchstaben, Characters oder taggen an Wände, Züge, Brücken, Häuser, Mauern  und was es noch so gibt. Es nennt sich auch Graffiti was wir machen.  MAX -- H A N I X -- Wie viele Mitglieder hat eure Crew? M A X --  Dazu vielfältigung meines »Alter Egos«. Oft »tagge« ich meinen Namen nur. Oder »bombe« ihn dann in einer Zwei-Minuten-Aktion an die von mir gewählte Stelle. Gerne an einer Hauptstraße oder einer Stelle, die gut frequentiert ist. Ein »Tag« (gesprochen »Täg«) ist ein gut leserlicher, einfacher Schriftzug der mit einem Edding oder einer Dose schnell und simpel angebracht wird. Ein »Bombing« ist ein schnell gesprühtes, zweifarbiges Bild. Meist einfarbig gefüllt mit schwarzer Outline. Ein »Tag« oder »Bombing« funktioniert nach dem Motto »Schnell da, schnell wieder weg.« Aber wir lassen uns auch mal mehr Zeit, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Sei es, wenn wir einen Zug malen oder ein sauberes Bild an einer Bahnlinie fabrizieren. Je nach Lust, Laune und Zeitfenster. H A N I X -- Werdet ihr Nachts bei eurer »Arbeit« oft gestört? werden wir schweigen... H A N I X -- Kommen alle Mitglieder aus Heilbronn und Umgebung? Oder ist das auch ein Geheimnis? M O R I T Z --  Jeder hat hier in irgendeiner Form Wurzeln. H A N I X --   Was ist eigentlich Graffiti nach eurem Verständnis beziehungsweise welche Art von Graffiti macht ihr?  Das kommt darauf an, wo wir malen. Die Wahrscheinlichkeit an einer Hauptstraße gestört zu werden ist viel größer als an einer Bahnlinie beispielsweise. Wer viel an der Straße malt wird eher mit Dritten in Kontakt kommen. MORITZ -- H A N I X -- Mit Dritten in Kontakt kommen - meint aber eher normale Passanten als die Polizei. Hattet ihr schon Kontakt mit der Polizei? machen Graffiti im eigentlichen Sinn. Ich will keine Botschaft mit meinen Bildern vermitteln und möchte auch nicht, dass Menschen über die Aussage hinter meinen Bidern nachdenken. Mir geht es um die Ver83 M O R I T Z --  Wir Staatsgewalt ist des Staates Gewalt und der Bürger ruft die Staatsgewalt.  MAX --

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TITELTHEMA: NACHT Klar, mit der Staatsgewalt hatten wir auch schon zu tun. Ob aus der Ferne oder Nähe ist schon wieder was anderes. Über kurz oder lang kommt es einfach bei fast allen Writern dazu. Wer viel unterwegs ist und dazu in vielleicht nicht ganz zurechnungsfähigem Zustand, kommt wahrscheinlicher mit der Polizei in Kontakt. Überleben wird der Writer, der sich in Zurückhaltung übt und auch mal ohne gemaltes Bild ins Bett geht. MORITZ -- H A N I X --  Welchem Style würdet ihr euch zuordnen? MAX -- Monate zurück. H A N I X --  Hat die Nacht eine besondere Ausstrahlung und Atmosphäre für dich? Ich würde behaupten, wir vertreten die New School.  Was ist New? Graffiti entwickelt sich genau so weiter wie Musik. Es kommen neue Möglichkeiten auf, technische Weiterentwicklungen. Geschmäcker differenzieren sich, wie in jeder Kunstform. Jeder soll machen worauf er bock hat. Am Ende macht jeder, dass er da war. MORITZ -- H A N I X -- Wir unterstellen mal, dass aktives Writing eine kreative, coole Tätigkeit ist. Welchen Einfluß habt ihr auf Jugendliche. Stellt ihr fest, dass ihr Vorbildcharakter habt? Auf jeden Fall. Nächte haben ihren ganz eigenen Flavour. Je nachdem wo man malt ist dementsprechend auch die Atmosphäre.  M O R I T Z -- Im Dunkeln ist gut munkeln. Für mich ist mein nächtliches Tun eine Art »Second Life«. Es hat nichts mit meiner sozialen Identität, meiner Arbeit oder meinem Studium zu tun. Ich nehme einen anderen Namen an, bin ein anderes, viel unabhängigeres »Ich«.  MAX -- H A N I X -- Ist dein »Second Life« eine vom sozialen Druck befreite Zone oder versucht man zwangsläufig, ähnlich den normalen sozialen Normen, jemand zu sein und etwas darzustellen? Es kennt ja keiner das Gesicht zum Namen. Also kann ich das auch nicht direkt feststellen. Ich glaube aber eher nicht, dass wir Vorbildfunktionen inne haben. Früher nahm ich auch eine Art Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Jugend bei mir wahr. Das ist nicht mehr so. Bei mir zumindest weniger ausgeprägt. Wir malen für uns, die Szene und für das Foto, das wir am Ende machen. Natürlich sollen Menschen unsere Bilder sehen, sonst könnten wir auch auf irgend einen Acker gehen und dort den Brückenpfeiler weghauen. Das was wir tun hat keine vorbildliche Funktion im sozialen, deutschen System. Deshalb verstehen wir uns auch nicht als Vorbilder für die Jugend.  Das dürfen Jogi und seine Jungs übernehmen. Auch wenn ich persönlich gerne einen anderen Umgang der Jugend mit der Subkultur Graffiti hätte. Aber ich kann es nicht ändern, deshalb versuche ich es auch nicht. Hier in Heilbronn haben wir das Glück, dass eine, in meinen Augen gute, neue Generation ranwächst. MORITZ -- H A N I X -- Graffiti entstehen meist in der Nacht. Wir haben 18 Uhr. Wann seid ihr heute aufgewacht? Das ist zu Beginn sicherlich so. Man will gesehen werden. Man wird demnach also viel sprühen um seine eigene Eitelkeit zu befriedigen. Aber auch das legt sich mit der Zeit. Irgendwann ist »Fame« nicht mehr das Wichtigste. Für mich jedenfalls ist es das nicht. M A X -- Am Anfang dachte ich auch, dass ich rausgehen und malen muss. Pro Abend in Hochzeiten bis zu fünf Bilder. Heute gehe ich raus, wenn ich Lust dazu habe. Das ist ein wichtiger Unterschied.  MORITZ -- H A N I X -- Wisst ihr, wie viele Bilder und Tags ihr insgesamt fabriziert habt? Max: Ich habe keine Ahnung. Vielleicht 200 bis 300 Bilder... M O R I T Z -- Man überschätzt sich dabei aber auch gerne. Eine Zahl will ich deshalb nicht nennen aber es ist schon einiges zusammen gekommen. H A N I X --  Könnt ihr euch noch an eure erste künstlerische Tätigkeit als Kind erinnern? Vielleicht habt ihr ja die Wohnzimmerwand bekritzelt und schon als Hosenscheißer Graffiti betrieben ohne es gewusst zu haben? Ich habe das Muster der neuen Esszimmertapete meiner Oma super clean ausgemalt. Das Malbuch auf dem Tisch blieb schwarzweiss. Da war ich vier Jahre alt. MORITZ -- H A N I X -- Wie kommt man zum Sprühen und wann hat das angefangen? Könnt ihr Eltern Tipps geben von welchen Plätzen sie ihre Kinder fern halten sollen, damit diese keinen Unfug mit Sprühdosen anstellen? Vor ungefähr zwei Stunden habe ich meine Augen aufgemacht.  H A N I X --  Seid ihr letzte Nacht zum Malen unterwegs MAX -- gewesen? MAX -- Vorletzte Nacht habe ich gemalt. M O R I T Z -- Meine letzte Malnacht liegt sicher schon zwei Mit 14 Jahren habe ich das erste mal zur Dose gegriffen. Freunde von mir malten und ich bin einfach mitgegangen. So hat das angefangen. Danach gab es eine Pause MAX --

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TITELTHEMA: NACHT und irgendwann bin ich wieder eingestiegen. M O R I T Z -- Im frühen Teenie-Alter habe ich mich schon dafür interessiert. Damals als eine große Hip-Hop-Welle über Deutschland schwappte. Aber es blieb zunächst bei ein paar »Tags« auf dem Schulklo. Dann hat es mich eine ganze Zeit lang gar nicht interessiert, obwohl in meinem Umfeld Leute waren, die aktiv waren und auch schon Züge gemalt haben. So richtig gepackt hat es mich durch Max, als er wieder angefangen hatte. Freunde von uns waren ja eh aktiv und so bin ich auf Graffiti hängen geblieben. H A N I X --   Wo sind die außergewöhnlichsten Graffitis von euch zu sehen und welche Motive zeigen sie? Wenn wir vom Ursprungsgedanken ausgehen, stammt es von »Stupids« ab, dem englischen Wort für die Bescheuerten.  M A X -- Mit der Zeit entwickeln sich mehrere Namen heraus. Zum Beispiel »Sturm-Trupp-Panne«, »Super-TightePisser« oder »Super-Toy-Power«. Man sollte auch über sich selbst lachen können. MORITZ -- H A N I X --   Zeichnet beziehungsweise sketcht ihr noch viel auf Papier oder ist der PC und Photoshop mittlerweile auch für euch und eure Arbeiten unverzichtbar? Meistens finde ich meine Bilder scheiße, deshalb kann ich gar kein spezifisches Bild nennen.  Die eigene Messlatte liegt zu oft höher als das was man erreicht. M O R I T Z -- Unser erstes STP-Crew-Bild, das wir 2008 gemalt haben und das immer noch steht, ist schon ein besonderes Bild für mich. Es ist ein super-häßlicher Humpen und steht an der Bahnlinie Richtung Stuttgart. Für mich ein Stück persönliche Geschichte. MAX -- H A N I X -- Wofür steht STP eigentlich? Ich zeichne ganz klassisch auf Papier. Man zeichnet immer auf Papier wenn man sich weiterentwickeln will. In letzter Zeit zeichne ich aber weniger. Ich bin viel beschäftigt... (lacht). Heute musste ich zum Beispiel bis 16 Uhr schlafen. M O R I T Z -- Ich zeichne extrem wenig, zum Leidwesen der Gesellschaft. Denn die wenige Übung spiegelt sich in meinen Bildern wieder (lacht). Ich versuche nicht wirklich mich weiter zu entwickeln, weshalb mir auch oft Bilder rausrutschen bei deren Anblick ich denke, dass ich besser MAX --

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TITELTHEMA: NACHT mal zuhause geblieben wäre.  Da gibt es legendäre Bilder. Ich bin einfach zu faul, mein Anspruch an mich selbst ist zu niedrig. H A N I X -- Wenn ihr die Möglichkeit hättet in der Heilbronner Kunsthalle Vogelmann eine Nacht lang euer Unwesen zu treiben um dem kunstinteressierten Publikum eure Kunstform näher zu bringen... haben auch schon in Galerien gemalt. Legales Malen ist ganz nett, man kann ein tolles Konzept verwirklichen und sich dafür Zeit lassen. Ich habe mir im Vorfeld des Interviews Gedanken dazu gemacht. Meine Freundin brachte dazu einen passenden Vergleich. Spaghetti mit Ketchup essen - kann man machen, wenn keine Tomatensauce da ist aber richtig geil ist anders.  M A X -- Ich kann beim legalen Malen mit Grill und Kasten Bier wunderbar entspannen. Ich mach das ab und an ganz gerne. H A N I X --  Woher holt ihr euch Ideen und Anregungen für eure Motive? MORITZ -- M O R I T Z --  ... wir ge im Kommerz angekommen. Es gibt kaum einen Werbeblock, der nicht auch Elemente von Graffiti beinhaltet. Das ABC ist allgegenwärtig. Auf irgendwelchen verkackten T-Shirts von H&M werden Bubble-Styles gedruckt. Den Eltern gefällt so ein T-Shirt und sie ziehen es ihren Kindern an. Einen Bubble-Style auf einem Zug finden diese Leute dann aber bullshit. Graffiti ist jedenfalls definitiv im Mainstream angekommen. Inspiration kann man sich überall im öffentlichen Raum holen. Die Welt ist voll von Werbung, Logos und Buchstaben. Mal ganz abgesehen vom Internet. H A N I X -- Fragt doch mal bei der Bahn nach ob ihr einen Zug legal bemalen könnt? Oder gab es das schon und wäre nur kopiert? Wenn man ehrlich ist, ist Graffiti heutzuta86 Was wäre daran eine Kopie? Alles hat schon mal jemand irgendwo gemacht. Es gibt hier einen bekannten Fassadenkünstler, der mal für einen Fernsehbeitrag eine S-Bahn besprüht hat. Eine Rizzi-Stadt-Bahn, vom New Yorker Pop-Art Künstler James Rizzi, ist ja auch in der Gegend unterwegs. Potthäßlich, wenn man mich fragt. Sollte definitiv übersprüht werden. Oder für den Kinofilm »WhoMORITZ --

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TITELTHEMA: NACHT letrain« wurden in Polen legal Züge besprüht, die dann auch gefahren sind. Legales Zugmalen ist also nichts neues, und ich habe da kein Interesse dran. M A X -- Für Geld würde ich es machen. M O R I T Z -- Es ist also eine ganz persönliche Sache. Ich habe keine Lust etwas zu malen, bei dem mir jemand vorgibt wie es auszusehen hat. Max sieht das entspannter. H A N I X --  Wenn man die Bilder und Farben sieht, ist man fasziniert und trotzdem muss Graffiti bis heute um Ansehen kämpfen und hat bis heute dieses Krähenimage. Woran liegt das?  wenn sie nur mit dem Graffiti-Aufkommen Heilbronns zu tun hätten. Nehmen wir doch Freiburg und Berlin als Beispiel - diese Städte werden zugebombt ohne Ende.  M A X -- Viel passiert hier in der Region auch auf den Schienen. M O R I T Z -- Genau. Und das wird vom Passanten in der Fußgängerzone ja gar nicht wahrgenommen. Die Leute nehmen Graffiti zum Teil auf den Zügen noch nicht einmal wahr, wenn sie davor stehen. H A N I X -- Wissen eure Familien von eurem »Second Life«? Es liegt vermutlich daran, dass Graffiti aus dem Illegalen kommt und das wird auch so bleiben. Da tut jemand etwas ohne zu fragen und auf einem Objekt, das nicht dessen Eigentum ist. Jedem der sprühen geht, ist das bewusst. Da hat auch jeder Sprüher seine eigene Ansicht. Manche malen beispielsweise ein 6-Familienhaus im Heilbronner Osten nicht an, weil für sie der Sinn des Graffiti, nämlich, dass das Bild von möglichst vielen Menschen gesehen werden soll, verloren geht. Anderen wiederum ist das egal.  M A X -- Ich würde auch nie Kirchen besprühen. MORITZ -- H A N I X -- Würdest Du keine Gotteshäuser bemalen, weil es Gotteshäuser sind oder weil es schöne, alte Gebäude sind? MAX -- Da spielt beides mit rein.  H A N I X -- Würdet ihr alte Sandsteingebäude besprühen? In mancher Gegend schon. Stuttgart West dort gibt es nur alte Sandsteingebäude. Oder nehmen wir Freiburg. Freiburg ist voll von Graffitis und dort interessiert es keinen, ob er auf ein altes Gebäude von 1890 sprüht oder auf einen Neubau. Es ist einfach stadtabhängig (pfurzt laut und lange, die Gruppe lacht). MORITZ -- H A N I X --   Hattet ihr ein Vorbild, an dem ihr euch orientiert habt? Ja schon. Ich war stark beeinflusst von  Kurt von der VLT-Crew. Man schnappt aber von vielen Leuten etwas auf.  Oslo, Camo, Cribs...  all diese Leute hatten Einfluss auf mich als Writer. MAX -- H A N I X -- Hat Heilbronn für die Größe der Stadt eurer Meinung nach eine große, aktive Graffiti-Szene? Unsere Mütter wissen Bescheid und stehen komplett unterschiedlich zu Graffiti. Unseren Vätern ist das relativ egal. Meine Mutter, zu der ich ein sehr offenes Verhältnis habe, fragte irgendwann, was ich eigentlich unter der Woche nachts zwischen Mitternacht und 4 Uhr draußen mache und wie ich es schaffe um 7 Uhr zur Arbeit zu gehen. Dann habe ich es ihr erklärt und sie fand es überhaupt nicht cool und fragte, ob ich mir überhaupt bewusst sei, was ich da treibe und welche Geldstrafen da auf mich zukommen können. Mir war das natürlich bewusst. Meine Mutter ist auch heute noch sehr negativ gegenüber Graffiti eingestellt und bekommt den Hass, wenn sie weiss, dass ich auf Tour gehe. M A X -- Meine Mutter wusste immer Bescheid, es war auch nicht zu übersehen, wenn man mein Zimmer betreten hat. Ich habe ihr auch immer meine Bilder gezeigt. Aber klar hatte sie Angst, dass ich mir meine Zukunft verbaue. Gerade als die ersten Anzeigen ins Haus flatterten. Zunächst half sie mir auch mit Geld aus der Patsche. Heute bräuchte ich aber nicht mehr bei ihr ankommen, wenn ich wegen Graffiti eine Strafe bezahlen müsste. Aber sie findet Graffiti im Prinzip immer noch gut, nur die Strafen sind ihr zu hart. Mutti hat ja recht mit ihren Einwänden, denn ich hab durch Graffiti auch vieles verbockt. Jobs sind mir flöten gegangen, Freundinnen, die ich geliebt habe, verließen mich wegen meiner Graffiti-Aktivität. Letztendlich male ich aber immer noch.  MORITZ -- H A N I X -- Um Graffiti hat sich ja auch eine richtige Industrie entwickelt. Größe ist ja immer relativ. Als sehr aktiv würde ich die Szene hier in jedem Fall bezeichnen wollen. M O R I T Z -- Trotz der aktiven Szene haben wir hier in der Stadt aber kein Graffiti-Problem, wie man von offizieller Stelle immer wieder hören muss. Andere Städte wären froh, MAX -- Und die hat die Dose merklich weiterentwickelt. Ob es um bessere Deckkraft geht, größere Ergiebigkeit oder die Lautstärke, die eine Dose verursacht. Diese Dinge werden immer weiter verbessert. Einer der Marktführer ist Montana aus Heidelberg, dann gibt es noch Belton oder Kobra und einige andere Dosen-Hersteller. Graffiti wird MORITZ --

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TITELTHEMA: NACHT auch bis zum geht nicht mehr vermarktet. Man kann sich alles kaufen um zum Sprühen bestens ausgerüstet zu sein. Ob es Ganzkörpereinweganzüge sind, Rollkragenpullover mit integrierter Sturmmaske, Dosen-Silencer oder SpezialStoffbeutel für den Transport der Dosen und vieles mehr. Verrücktes Zeug gibt es da, das die Welt nicht braucht. Im Gegenzug gibt es auch eine Anti-Graffiti-Industrie. Man kann sich zum Säubern von Häusern und Wänden Graffitireinigungs-Flatrates buchen. Firmen garantieren die Entfernung von Graffitis innerhalb von 48 Stunden nach Anbringung.  H A N I X -- Wo MORITZ -- werden in Heilbronn Graffitis am schnellsten entfernt? Leute kennen, die ich ohne mein Hobby nie besucht hätte. Man bekommt eine Telefonnummer eines unbekannten aus einer unbekannten Stadt und los kann es gehen. M O R I T Z -- Graffiti-Tourismus boomt würde ich behaupten. Die Reisenden sind ja auch mit Lowbudget zufrieden. Ich lag schon zwei Tage in Belgien im Schlafsack auf einem Acker und wurde vom Bauer auf seinem Traktor geweckt. Oder mit vier Leuten in einem elf-Quadratmeter-Zimmer. Alles kein Problem. H A N I X --   Wo in Europa finden sich derzeit die attraktivsten Graffitis?  Seit diesem Jahr ist die Neckartalstraße auf Platz Eins. Es ist brutal. Ich habe dort Bilder früher über Monate oder sogar Jahre stehen sehen. Heute werden die Wände auf der Neckartalstraße von den Graffitis ratzfatz gesäubert. Die Fahrradunterführung in Böckingen wird gerade, zumindest gefühlt, einmal im Monat gereinigt. Früher wurde dort drei Jahre lang nicht geputzt. Keine Ahnung, wer das bezahlt. Aber da sind fleißige Leute gegen Graffiti am Werk.  Wäre das Geld nicht besser für unsere Obdachlosen in der Fußgängerzone angebracht, statt für eine saubere, dunkle Fahrradunterführung zu sorgen? H A N I X -- Wie wird sonst noch gegen Graffiti vorgegangen? Die Frage müsste lauten, wo sich die aktivsten und besten Sprüher aufhalten. Die besten Spots variieren. Osteuropa geht viel, Italien ein all time classic. Berlin natürlich ganz groß. H A N I X --  Was haltet ihr von Stickern, Postern oder MORITZ -- Stencils? Das ist nicht meine Welt aber es ist ok.  M O R I T Z -- Das ist für mich ein komplett anderes Gleis. Aber ich respektiere es. Für mich hat diese Art von urbaner Kunst nichts mit Graffiti zu tun. Ich übermale Street Art nicht habe aber auch keinen Bock auf irgendwelche Stencils oder Poster in meinen Bildern. H A N I X --   Wie wichtig ist der Raum »Stadt« für MAX -- »Street Art«. Gibt es so etwas auch auf dem Land? Es kommt darauf an, wo es ist. Die Bahn bewacht natürlich ihre Depots. Es gibt riesige Reinigungsanlagen für die Züge, und die Waggons sind inzwischen mit einem chemischen Mittel, tutoProm®, beschichtet, um sie besser reinigen zu können. Man merkt das auch beim Sprühen: Die Deckkraft ist weitaus weniger stark als bei unbeschichteten Oberflächen. Hier findet inzwischen tatsächlich ein Wettrüsten der beiden Industrien statt H A N I X --   Seid ihr nur in Heilbronn aktiv oder beMAX -- reist ihr auch andere Städte und Länder?  MORITZ -- Moritz -- Wir machen Graffiti, kein Street Art und wohnen auch nicht in Massenbachhausen. H A N I X -- Bevor es an den Abschiedsgruß geht, habt ihr noch etwas zu sagen? Wir bereisen durchaus auch andere Städte und Länder.  M A X -- Wir sammeln neue Waggonmodelle. Mir ist es für mein Foto wichtig unterschiedliche Bahnwaggons abzulichten - natürlich mit meinem Bild darauf.  M O R I T Z -- Der Mensch strebt doch immer nach dem was er nicht hat oder nicht haben kann. Größere Autos, einen besseren Job, mehr Geld, mehr Zoll bei der LED-Glotze. Wir eben nach anderen Zugmodellen. M A X -- Durch Graffiti bereise ich auch Länder oder lerne Ich möchte noch erklären, wieso ich dieses Interview gemacht habe. Mir ging es darum, dass ich damit nicht nur Leute aus der Szene erreiche sondern auch ein anderes Klientel, das nichts mit Graffiti am Hut hat. Ich bin kein fünfzehnjähriger, der gegen das System rebellieren möchte. Ich mache das was ich tue sehr gerne und habe eine Menge Zeit und Geld in diese Leidenschaft investiert. Ich beschäftige und setze mich täglich mit Graffiti auseinander. Dabei geht es nicht nur um das aktive Malen und dessen Vorbereitung. Ich lese Bücher, Magazine, betrachte einfach Graffitis, die ich im Straßenbild zu sehen bekomme. Denke über Schriften und Farbzusammenspiel nach, habe mit meiner Crew eine zweite Familie, mit der ich einmalige Extremerlebnisse teile. Meiner Meinung nach müssen die Leute davon weg kommen, zu denken, dass Graffitisprüher kleine, dumme Kinder oder Jugendliche sind, die die Stadt zuschmieren. OftMORITZ --

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TITELTHEMA: NACHT mals sind es erwachsene Menschen die Malen und denen total bewusst ist, was sie da tun. Es ist nichts schlimmes einen Zug der Deutschen Bahn zu bemalen. Der wird danach ohnehin mit heißem Hochdruckdampf gereinigt. Halb so wild, wie ich finde. Zudem verdienen viele Menschen ihr Geld mit oder gegen Graffiti. Ich animiere zumindest niemand zum KAUFEN KAUFEN KAUFEN und mülle ihn mit Werbung auf S-Bahnen und Plakatwänden voll. H A N I X -- Für euch ist Graffiti also kein Vandalismus? M O R I T Z -- Das Gesetz sagt, dass Graffiti Vandalismus ist. Aber meiner Ansicht nach ist es etwas anderes, ob man von einer Haltestelle die Scheiben einwirft oder irgendwo ein Bild malt. So definiere ich das jedenfalls für mich. H A N I X --  Noch paar Leute grüßen? M A X U N D M O R I T Z -- Klar. Schöne Grüße gehen raus an:  incredible Fies, KurtKool, K-Bool Klappstuhl, Camo Camelion, liquid News, public Enemy, suicide Silo, mighty Myer, Oslo da Snake, Obus around the Globus, Prinzessin Elke, Lucky Lawless, erection Edel, many More, Caris Corvette, Kerl R. S. One, Playboy52, Bambi, flying Dirt, Daktari Pitch, personal Bonnie, Biber, OH-Crew, SBS, JNR, A?S-Crew, Funky Waldo, Dr. Dexter, Pinky and Brain, Celo & Abdi, Notorious B.I.G., Ufo361, 2 PAC, Haftbefehl und unsere kleinen Schwestern, die uns stets ein Vorbild waren (lautes Lachen) Mehr Infos zu Graffiti... Buchtipps: http://vandalsbook.com Odem - On The Run: Eine Jugend in der Graffiti-Szene Dokumentationen: http://www.unlike-u.com/ http://vimeo.com/10383531

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» W I R E I N E M E I N E Z U S I N D AU F W E G G U T E N N AT I O N A L M A R K E W E R D E N « B E K A N N T E INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE 90

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TITELTHEMA: NACHT He i ko Kre i t er ha t m i t Di g i n i g hts m e h r als e in Eve ntpo r tal ge sc h affe n . Dig in ig h t s i s t in z wis ch e n Full-Se r vice -A ge ntur für C l ub s-u n d Ver a n s t a l t er u n d auf e ine m gute n We g , we it übe r He i l b ro n n s Gren zen h in a u s be k annt zu we rd e n. Wir s pra c h e n m i t d em Hei l b ro n n er Unte rne h m e r übe r d as s täd tis che Nac h t l eb en , d i e Ku n s t a l s Ch e f Ve rantwo r tung abzuge be n un d de n g ro ß en Vo r t eil Di ginig h ts in He ilbro nn g e gr ünd e t zu h ab e n . H A N I X -- Heiko, zuerst zu deiner Person. Wie alt bist Du, bist du Heilbronner und seit wann gibt es Diginights überhaupt? One-Man-Show. Wie lange hat es gedauert bis Diginights angefangen hat zu wachsen? Ich wurde 1977 in Heilbronn geboren und bin in Schwäbisch Hall aufgewachsen. Im TeenagerAlter bin ich dann nach Heilbronn gezogen. Mit Diginights habe ich vor über zehn Jahren angefangen. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Davor hast Du das Szene-Magazin Phonk gegründet. Ich habe damals eine Ausbildung zum Mediengestalter für die Bereiche Digital und Print gemacht und währenddessen mit Diginights angefangen, da ich ich damals für den Stuttgarter Club M1 fotografiert habe. Irgendwann dachte ich mir, dass ich dies doch auch für Heilbronn machen kann. Somit war Diginights vor dem Phonk da und das Phonk war damals als Printausgabe für Diginights geplant. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Was es damals ja dann auch war. Wie lange hast du das Phonk mitbetrieben? In den ersten Jahren habe ich tatsächlich alles selbst gemacht. Angefangen beim Bauen der Webseite, über die Betreuung der Seite, Texte schreiben, Promotion bis hin zu den Entwürfen der Banner und Flyer. Nach und nach, ich hatte ja noch einen »normalen« Job als Mediengestalter, habe ich immer mehr Tage Urlaub genommen um mich um meine Seite zu kümmern. Im Jahr 2005 habe ich mich dann entschieden den Weg der Selbstständigkeit zu gehen und mich ausschließlich um Diginights zu kümmern. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Diginights kümmert sich viel um Lifestyle und Nachtleben. Du warst mit Sicherheit selbst auch viel im Nachtleben aktiv. Hast du dann ein Stück weit dein Feierhobby zum Beruf gemacht? Die Phonk-Geschichte lief ungefähr 3 Jahre. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass ich mich zwischen Phonk und Diginights entscheiden muss, da ich beides nicht gleich gut machen konnte. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Wieso hast du dich für den Onlineweg entschieden? Weil ich sowohl damals als auch heute denke, dass dies die Zukunft ist. Natürlich haben Printmagazine nach wie vor ihre Berechtigung, aber ich denke auf dem Onlineweg existieren viel mehr Möglichkeiten. Schon alleine was die überregionale Reichweite angeht, haben Onlien-Medien Vorteile. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Diginights war zunächst eine klassische Ich sage immer: »Es ist schön wenn man sein Hobby zum Beruf machen kann. Der Nachteil ist leider, dass man dann irgendwann keine Lust mehr auf sein Hobby hat.« So ist es auch bei mir. Je mehr ich beruflich mit Parties und Events zu tun hatte, desto weniger bin ich im Privatleben noch feiern gegangen. Ich habe früher einige sehr erfolgreiche Events im Creme21 und im T-Club in Mosbach veranstaltet. Dann hatte ich für zwei Jahre den Qube-Club in Heilbronn übernommen, habe aber auch schnell festgestellt, dass es nichts für mich ist, jeden Freitag im Laden stehen zu müssen. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Wo warst du früher in Heilbronn feiern? Ich habe den Intershop noch wahrgenommen aber war leider nie dort. Ehrlich gesagt habe ich ziemlich spät angefangen wegzugehen und zu feiern. Dann war ich natürlich auch in Stuttgart unterwegs, aber hauptH E I KO K R E I T E R --

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TITELTHEMA: NACHT gerade mit Diginights, die Möglichkeit haben, Heilbronner Veranstaltungen auch in den umliegenden Regionen wie Öhringen und Schwäbisch Hall bekannt zu machen und somit auch hier einige neue Besucher generiert werden können. Ich möchte schon behaupten, dass Heilbronn im Bereich Nachtleben, zumindest was die kommerzielle Schiene angeht, sehr gut aufgestellt ist. H A N I X -- Sind die Heilbronner feierwütiger als andere? Das würde ich dann doch nicht sagen wollen. Wir haben eben vor zehn Jahren, wo es noch kein Facebook gab, eine Möglichkeit geschaffen, den Leuten zu zeigen wo man in Heilbronn feiern kann und somit wurde das Nachtleben einfach angereichert mit Leuten von außerhalb. Wenn man dann einmal ein sehr umfangreiches Nachtleben hat, kann man auch noch Jahre danach davon zehren. Wichtig war es, das Heilbronner Nachtleben bekannt zu machen. In anderen, mit Heilbronn vergleichbaren Städten, wie zum Beispiel Koblenz, ist es einfach so, dass die Leute in die Ballungsgebiete fahren. Somit müssten eigentlich alle Heilbronner nach Stuttgart oder Heidelberg zum Feiern fahren, was aber nicht passiert. Dies ist die eigentliche Besonderheit am Heilbronner Partypublikum. Umso schwieriger ist es allerdings in Heilbronn für neue Locations, da die anderen schon zehn Jahre lang an ihrem Programm gefeilt und das Publikum so natürlich auch an sich gebunden haben. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Was macht Diginights noch außer auf Parties hinzuweisen? sächlich in den bekannten Heilbronner Läden wie dem Creme21 oder dem Green Door. Ich musste mich eben auch auf die Läden konzentrieren, in denen wir als Diginights aktiv waren, da für alles andere gar keine Zeit blieb. H A N I X -- Wenn du das Nachtleben jetzt und vor 15 Jahren vergleichst, wo sind die größten Unterschiede? H E I KO K R E I T E R -- Ich würde sagen, die ganz große Vielfalt und außergewöhnliche Ausreißer sind nicht mehr so vorhanden wie damals. Aber der Unterschied ist, dass sich das Clubleben nicht mehr auf einzelne Läden und Tage konzentriert sondern die einschlägigen Lokalitäten an allen geöffneten Tagen gut besucht sind. Wir haben hier einen ganz guten Einblick, da wir bei mehreren Clubs in die Eventplanung involviert sind. Hinzu kommt auch, dass wir, Grundsätzlich werden wir ganz unterschiedlich von den Usern wahrgenommen. Man kann die Wahrnehmung eigentlich in drei Kategorien aufteilen. Da sind einmal die Leute, die von uns auf Parties fotografiert werden. Die fragen mich heute teilweise noch was ich denn eigentlich hauptberuflich mache. Dann gibt es diejenigen, die unsere Veranstaltungen kennen. Diese Leute denken dann dementsprechend, dass wir ausschließlich Events veranstalten. Mit unseren Entwicklern im Haus betreiben wir aber auch das ganz klassische Agenturgeschäft, wie Webseitenentwicklung, Automatisierung von Webseitenmodulen und Integration von Veranstaltungskalendern auf ClubWebseiten et cetera. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Am Anfang warst du eine One-Man-Show, mittlerweile sitzen im Diginights-Büro in Heilbronn zwölf Mitarbeiter und deutschlandweit sind 130 Personen für Diginights tätig. Wie und warum ist Digi-

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TITELTHEMA: NACHT nights denn in den letzten Jahren so gewachsen? Die Dinge und Module die wir anbieten haben sich parallel zueinander entwickelt. Durch meine Ausbildung zum Mediengestalter habe ich zuerst meine eigenen Flyer gemacht, dann kamen nach und nach Kunden die auch Flyer und Webseiten haben wollten. Ähnliches gilt für die Events. Es hat sich aufgrund unserer eigenen Events ergeben, dass auch andere Veranstalter unsere Dienstleistung im Bereich Eventplanung und Eventmarketing in Anspruch nehmen wollten. Ich würde sagen vor circa fünf Jahren habe ich einen Praktikanten damit beauftragt mal alle Events zu sammeln und in einen Kalender einzutragen und teilweise Banner hierfür zu entwerfen, was mir natürlich wieder Freiräume für andere Dinge geschaffen hat. Des weiteren kam dann noch Steffen als mein Eventplaner hinzu, was wieder Zeit für andere Dinge in meinem Kopf H E I KO K R E I T E R -- geschaffen hat. Das Ganze ging also stetig und in kleinen Schritten voran bis wir dann, vor circa zweieinhalb Jahren, gemerkt haben, dass der Knoten so langsam aufgeht. Der nächste große Schritt im März letzten Jahres war dann die Implementierung unserer neuen Webseite, die lange überfällig war. Hier sind wir auch ein großes Risiko was die Kostenseite angeht eingegangen, aber ich denke jeder Selbstständige kommt einmal an den Punkt an dem er sich entscheiden muss Risiko zu gehen oder nicht. Man muss es auch aushalten können Verluste zu machen oder Geld falsch investiert zu haben und dennoch weiter machen. H A N I X -- Irgendwann hast Du Bereiche abgegeben. Das kann nicht jeder Chef. Ist es dir schwer gefallen, Verantwortung und ein Stück Kontrolle abzugeben und deinen Mitarbeitern zu vertrauen? H E I KO K R E I T E R -- Das war sehr schwer am Anfang. Denn

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TITELTHEMA: NACHT eigentlich soll etwas, wenn es gemacht wird, auch 100% richtig gemacht werden. Dann gab es ein Schlüsselerlebnis für mich. Wir hatten das aktivste Forum, das es hier in der Region gab. Diginights ist hauptsächlich über das Forum wahrgenommen worden. Das Forum war aber ein externes und nicht in unsere Seite eingebunden. Jahrelang hatten wir versucht, das Forum bei uns zu integrieren. Finanziell war das aber nicht zu stemmen. Dann kam ein Programmierer, der das Forum bis auf zwei Funktionen innerhalb von einer Woche kostengünstig programmiert hat. Ich war natürlich unzufrieden, da die zwei Funktionen nicht mehr funktionierten. Aber: Von 100 000 Besuchern haben ganze fünf User bemerkt, dass zwei Funktionen fehlen. Der Umkehrschluss ist, dass ich lieber mit 95% online gehe als es mit 100% nie zu schaffen. Mittlerweile bin ich froh, dass ich gute Leute habe. Ein Unternehmen ist immer nur so gut, wie seine Mitarbeiter. Das habe ich gelernt. H A N I X -- Steigert sich die Motivation der Mitarbeiter durch das Übertragen von Verantwortung? Heilbronner Unternehmen in Großstädten und von nationalen Großunternehmen, mit denen ihr zusammenarbeitet, wahrgenommen? Definitiv nach meiner Erfahrung. Auf einem Fortbildungsseminar, das ich besucht habe, wurde gesagt, dass man irgendwann Mitarbeiter einstellen muss, die sehr gut können, was man als Allrounder, der man meistens als Unternehmensgründer ist, »nur« gut kann. Wenn es um Spezialisierung geht, braucht man Spezialisten. Ich kümmere mich jetzt mehr ums Management und die Koordination, baue aber auch mal einen Stand auf einem Festival auf oder bin im Lager. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Man hat den Eindruck, dass das arbeiten sehr angenehm ist. Ihr kocht auch öfter zusammen, wurde uns zugetragen... Zunächst muss ich sagen, dass für uns Heilbronn genau die richtige Größe hatte, um in Ruhe gesund wachsen zu können. Die Stadt war nicht zu klein, es gab hier schon immer ein aktives Nachtleben. Auf der anderen Seite war Heilbronn nicht zu Groß als das wir von ähnlichen Unternehmungen, wie beispielsweise den Nachtagenten, die von großen Medienhäusern unterstützt wurden, als Konkurrenz wahrgenommen wurden. In Großstädten haben sich Eventportale oft so lange bekriegt, bis es am Ende keines mehr gab. So war es beispielsweise in Stuttgart, wo wir inzwischen auch die Nummer Eins sind. Wir werden auch nicht belächelt, weil wir aus Heilbronn kommen. Wir arbeiten mit zertifizierten Besucherzahlen, die belegt sind. Einem Festivalunternehmer zum Beispiel ist es da herzlich egal aus welcher Stadt wir kommen. Wir können Reichweite vorweisen und darum geht es schlussendlich und nicht darum, wo der Firmensitz ist. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Und wo soll der Weg von Diginights hingehen? Wir versuchen ein lockeres Arbeitsverhältnis zu pflegen. Wir kochen oft zusammen oder sitzen im Sommer draußen und grillen. Wir sind auch schon zusammen in den Europa Park gefahren, jetzt steht bald ein Besuch in Tripsdrill an. Mir ist wichtig, dass die Leute sich hier wohl fühlen. Unsere Mitarbeiter sollen wissen und lernen, wann etwas zu tun ist und wann nicht. Hier soll man nicht nur seine Zeit absitzen und um Punkt 18 Uhr die Firmenräume fluchtartig verlassen. Eigenverantwortung ist deshalb ein großes Thema bei uns. Hier muss man die Leute aber auch an der Hand nehmen. Wir sind ja auch Ausbildungsbetrieb, gewisse Richtlinien müssen also vorgegeben sein und eingehalten werden. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Ihr seid inzwischen über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus tätig. Wie werdet ihr als Der nächste Schritt ist, dass wir Anfang nächsten Jahres mit Diginights in eine GmbH umfirmieren. Bisher ist es immer noch eine Einzelunternehmung. Das heisst, dass jeder Strafzettel, den ein Mitarbeiter mit dem Firmenauto bekommt, zu mir nach Hause kommt. Dann steht die Entscheidung an, ob wir uns weiter selbst finanzieren und langsam wachsen oder ob wir uns Investorengelder akquirieren, um relativ schnell viel umsetzen zu können, da wir Tools entwickelt haben, die deutschlandweit einzigartig sind. Um am Markt Platzhirsch zu werden und uns langfristig umzusetzen, ist das eine Überlegung wert. H E I KO K R E I T E R -- H A N I X -- Hört sich an als würde Diginights auf der Überholspur fahren... Eigentlich gibt es nur einen Weg und der geht nach oben. Oft frage ich mich selbst, was mich dazu antreibt. Diginights könnte sich ja auch nur auf Heilbronn-Ludwigsburg-Stuttgart konzentrieren und das Überregionale weg lassen. Doch man will sein Baby wachsen sehen und es soll richtig erwachsen werden. Seit diesem Jahr haben wir Vermarkter, die uns große Kampagnen von beispielsweise Vodafone oder der Deutschen Bahn reinbuchen. Wir sind auf einem guten Weg eine national bekannte Marke zu werden. H E I KO K R E I T E R --

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TEXT: ANTON, MICHA, SARAH, TOM & ROBERT FOTOS: SARAH FISCHER UND ROBERT MUCHA PUB GO L F Es gibt in Deutschland verkannte Spiele. Zum Beispiel Pub Golf. Wir sind eines Nachts losgezogen, um das beliebte angelsächsische Gesellschaftsereignis zu spielen. Dabei haben wir uns neun Lokalitäten vorgenommen. Am Ende haben wir nur sechs geschafft aber trotzdem einen offenbar großen Spaß gehabt. Nicht alle können sich daran erinnern aber die Fotodokumentation spricht Bände.

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TITELTHEMA: NACHT Die Regeln: Angelehnt an das klassische Golfspiel ist Pub Golf eine Kneipentour, die den trinkfestesten Teilnehmer herauskristallisieren soll. Jede Lokalität entspricht einem Loch Es gibt Sandbunker (Das Glas darf nur mit der linken Hand gehoben werden) und Wasserlöcher (Es ist verboten in dieser Lokalität die Toilette aufzusuchen) Für jede Lokalität wird ein Getränk festgelegt, das in einer festgelegten Anzahl an Zügen (Par) leergetrunken werden soll. Für Regelverstöße wird dem Spieler ein Straf-Vodka auferlegt Wer am Ende die wenigsten Züge zum leeren der Gläser gebraucht hat, ist Sieger und erhält ein alkoholisches Freigetränk Die Lokalitäten und die Getränke: #1 #2 #3 #4 #5 #6 #7 #8 #9 k2acht - Herrengedeck (Par 5) Eckstein - Gin Tonic (Par 5) Libre - Rotwein (Par 4) Hartmanns (Sandbunker-Hindernis) - Grapefruitsaftschorle (Par 4) Insel Hotel - Long Beach Icetea (Par 5) Plan B. (Wasserloch-Hindernis) - Whisky (Par 3) Barfüßer - Bier (Par 4) Data - Jägermeister (Par 1) Charivari - Rhabarbarsaft-Vodka (Par 4) Die Lokalitäten 7 bis 9 konnten aus diversen Gründen nicht mehr aufgesucht werden!

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Kreativzentr Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn

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TITELTHEMA: NACHT #1 H E R R E N GE D E C K K2ACHT

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TITELTHEMA: NACHT # 2 G IN TON I C ECKST EI N

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TITELTHEMA: NACHT #3 ROT W E I N LIB RE

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TITELTHEMA: NACHT # 4 SAF TSC H OR L E HART M A N ´ S

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#5 LONG BE AC H I C E T E I NSEL H OT E L

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#6 W HIS K Y PL A N B.

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» D I E AT M O S P H Ä R E B E I U N S I S T S E H R FA M I L I Ä R « TEXT: ROBERT MUCHA FOTO: MEHMET FILIZ

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TITELTHEMA: NACHT Im »Erot i c on « k ehren a l l er l ei Nach ts ch wärm e r e in. Ob Table -Dan c e -Fan s o d er Men s c h en , die e infach nach 4 Uh r no ch we it e r fe i e r n w o l l en . Den n i m » Ero tico n« tanze n auch d ie Gäst e . Wi r sp r a c h en m it Bet rei be r To lga Yur ts e ve n unte r and e re m üb e r d a s Na c h t l eb en i n He ilbro nn h e ute und vo r 20 Jahre n . H A N I X -- Tolga, Du warst, bevor Du im Frühjahr dieses Jahres das Eroticon übernommen hast, lange als Türsteher tätig. Das ist richtig. Mit Unterbrechungen habe ich ungefähr 20 Jahre als Security-Mann für Clubs aus der Region gearbeitet. Ob es für das Creme 21 war, das ehemalige Logo oder viele andere Läden. TO L G A -- H A N I X -- Dann müsstest Du beurteilen können, ob, und wenn ja, wie sich das Heilbronner Nachtleben in dieser Zeit verändert hat? Was ich als deutlich spürbar empfinde ist , dass das Aggresionspotential der Nachtschwärmer im Vergleich zugenommen hat. Früher, meine ich, war noch größerer Respekt gegenüber dem Personal vorhanden. Auch ist das Konsumverhalten anders. Ich denke, dass heute mehr getrunken wird und mehr Drogen konsumiert werden. Auch das exzessive Vorglühen kenne ich von früher nicht. Heute kommen die Leute oft schon sehr angetrunken an. Früher hat man sich erst beim Feiern betrunken und nicht schon vorher. TO L G A -- H A N I X -- Und wenn es um die Qualität der Veranstaltungen in der Nacht geht? Nimmst Du Unterschiede wahr? Es ist eintöniger geworden. Die meisten wollen das selbe Massenprogramm. Vor 20 Jahren war das Angebot vielfältiger, es gab mehr Nischen für die Leute. TO L G A -- H A N I X -- Was würdest Du dir als erfahrener »Nacht-

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TITELTHEMA: NACHT Hase« für das Heilbronner Nachtleben wünschen? Zunächst einmal, das halte ich für sehr wichtig, würde ich mich darüber freuen, wenn in der Innenstadt mehr los wäre und nicht schon gegen 22 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden. Wenn man am Wochenende nach 22 Uhr durch die Innenstadt läuft, kann man fast hören, wie sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Hierfür ist natürlich die Stadt gefragt. Die Stadtverwaltung muss natülich ein Interesse daran entwickeln, dass die Innenstadt nicht nur zum Weindorf und bei Shopping-Events bis nach 22 Uhr belebt ist. Mehr zentral gelegene Clubs würden der Innenstadt und dem Nachtleben in Heilbronn gut tun. TO L G A -- H A N I X -- Du arbeitest oft nachts. Sind nachts die interessanteren Menschen unterwegs? Ich finde, dass die Menschen, die nachts unterwegs sind nicht interessanter sind allerdings sind sie sicherlich entspannter als am Tag und eben in Feierlaune. TO L G A -- H A N I X -- Leidet dein Privatleben unter deinen Arbeitszeiten? Natürlich muss man ein paar Abstriche machen. Aber das weiß man vorher. Und die Toleranz von Freunden und Familie muss natürlich da sein. Aber ich arbeite nicht jede Nacht, deshalb kann ich nicht über ein unbefriedigendes Privatleben klagen.  TO L G A -- H A N I X -- Wird das mit den Nachtschichten bei dir bis zur Rente weitergehen oder soll irgendwann vorher damit Schluss sein? TO L G A -- Das soll nicht ewig so gehen, da ich ja langsam

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auch in ein Alter komme und zum Erholen einfach länger brauche als früher. Aber ein paar Jahre mache ich das sicher noch, da es mir ja auch Spaß macht, nachts zu arbeiten. H A N I X -- Wie sieht eine normale Arbeitsnacht bei dir aus? Ich bin meistens von Donnerstag bis Samstag hier im Eroticon. Gegen 22 Uhr beginnt meine Schicht. Ich passe auf, stehe auch hier nach wie vor vor der Türe. Ich spreche mit Mitarbeitern und gucke einfach nach dem Rechten. Gegen 6 Uhr verlasse ich dann den Laden.  TO L G A -- H A N I X -- Und wohin verschlägt es dich nach Feierabend? Zieht ihr noch selbst zum Feiern los oder geht es direkt in die Koje? Wie gesagt, ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Inzwischen fahre ich direkt in mein Bett und lege mich Schlafen. Ich muss dann nicht mehr ins Bukowski ziehen und bis in die späten Morgenstunden weiterfeiern. Mitarbeiter von mir machen das aber sicherlich ab und zu. Die sind aber auch jünger als ich. TO L G A -- H A N I X -- Wie sieht euer Eroticon-Publikum aus? Zieht ihr eine ganz bestimmte Klientel an oder ist es ein bunter Mix an Gästen? WIr haben hier wirklich alles und jeden als Gast - vom Hartzer bis zum Manager. Die Leute kommen auch gerne nach dem Feiern im Club zu uns. Wir sind also eine Table-Dance-Bar die tanzwütiges Publikum hat. Das unterscheidet uns wahrscheinlich auch von den meisten Table-Dance-Bars. Unser Publikum setzt sich also aus Menschen zusammen, die guten Table-Dance genießen wollen und den Mädchen Dollars, die man bei uns an der Bar kaufen kann, zustecken möchten über Partyvolk, dass bis 5 Uhr weiterfeiern will bis hin zu Neugierigen, die es einfach interessiert, wie so ein Abend in einer Table-Dance-Bar abläuft. Wir haben durchaus auch Frauen zu Gast, die sich hier sehr wohl fühlen und manchmal sogar unseren Mädchen Dollars zustecken. TO L G A -- H A N I X -- Was genau kann man denn bei euch im Eroticon erleben? f Eintritt rei! Heilbronn historisch! Menschen, Plätze, Geschichten Öffnungszeiten Ausstellung: Di. 10.00 bis 19.00 Uhr Mi. bis So. 10.00 bis 17.00 Uhr Telefon 0 71 31 / 56 23 00 Führungen buchen auch unter Telefon 0 71 31 / 56 22 90 Otto Rettenmaier Haus Eichgasse 1 (Deutschhof) 74072 Heilbronn www.stadtarchiv-heilbronn.de Guten Table-Dance natürlich und das ohne Verpflichtungen. Ob im Hauptraum oder in einem Separee, wo die Private-Shows stattfinden. Dann kann man hier natürlich auch feiern oder seinen Jungesellenabschied verbringen. Die Atmosphäre würde ich als sehr familiär beschreiben.  TO L G A --

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SPIEGELREFLEX: AMSTERDAM Un s ere Fo t o g r t a f in L is a Bürg h at s ich in A m s te rd am um g e sehen. Di e Ha f en s t a d t A m s t erd am is t d ie Haupts tad t d e r Nie d e rland e und i hre e in wo h n er s t ä rk s t e Stad t. A m s te rd am h atte 789.285 Einwo hner und a ls A g g l o m er a t i o n » Gro o t-A m s te rd am « e twa 1,3 Millio ne n. Auch wenn si c h d er Reg ier u n g s s i tz d e s Land e s s owie d ie Kö nig s re s id e nz i m 60 Ki l o m et er en t f er n t en De n Haag be find e n, is t A m s te rd am d ie ber ühmteste St a d t d er Nied er l a n de . A m s te rd am lie g t in d e r Provinz No ordholla nd, an d er Mü n d u n g d er A m s te l und d e s IJ in d as IJ s s e lm e e r. Amsterda m i st d u rc h d en No o rd ze e k anaal m it d e r No rd s e e ve rbund e n und durch die z a hl rei c hen Gr a c hte n we ltbe r üh m t. Und auch in Pulp Fi cti on ha ben si c h Tr a vo l t a u n d Ja ck s o n übe r A m s te rd am unte rh alte n: Ju l es : » L o s , er z ä h l mir no ch m al vo n d e n Has ch is ch bars ! « Vi n c en t : » Al l es k l a r, was wills t d u wis s e n?« Ju l es : » Der St o f f is ' d a le g al, j a?« Vi n c en t : » Ja , s c ho n le gal, j a, abe r nich t 100% ig le g al, d u ka nnst unm ö g l ic h i n ' n Res t a u rant g e h e n und d ir 'ne n Jo int ro lle n und da nn dr a u f l o s pa f f en . Ic h me ine , d ie wo lle n, d as s d u zu Haus e o der nur a n b e s t i m m t en Pl ä t zen rauch s t.« Ju l es : » Un d d a s s i n d d ie s e Has ch bars ?« Vi n c en t : » Ja , d a s f u nk tio nie r t unge fäh r s o : E s is t le g al d e n Stof f zu ka u f en , es is t l eg a l ih n zu be s itze n. Und we nn d u d e r Be s itzer so ei ner Ha s c h b a r b is t , is t d er Ve rk auf le gal. E s is t le g al, d as Ze ug bei si ch zu h a b en a b er d a s i s t ei ge ntlich unwich tig, zie h d ir d as 're in, oka y ? Wenn du vo n ei n em Bu l l en in A m s te rd am fe s tg e h alte n wirs t, d ann ha t er n i c ht d a s Rec h t d ic h zu d urch s uch e n. Die Bulle n in A m s terda m ha ben n i c ht d a s Rec h t d a z u ! «

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QUIZ DICH GL Ü C KLICH !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº13 FRAGE: WIE HEISST DIE HEILBRONNER GRAFFITI-CREW, DIE NACHTS WÄNDE UND ZÜGE BEMALT? HEILBRONN IST SICHERLICH KEIN GRAFFITI-MEKKA, WIE BERLIN. DENNOCH HAT DIE STADT FÜR IHRE GRÖSSE EINE SEHR AKTIVE GRAFFITIUND STREETART-SZENE. NATÜRLICH NICHT IMMER ZUR FREUDE DER STÄDTISCHEN BEHÖRDEN, DER DEUTSCHEN BAHN UND HAUSBESITZERN, DEREN IMMOBILIEN UNGEFRAGT EINEN ANSTRICH ERHIELTEN. ALTEREGO MOVIE CHOUCHOU MONTANA KUNSTHALLE VOGELMANN 2 x DVD ALTEREGO 3 x 20-EURO-Gutschein 1 x MONTANA-PAKET Ausstellungskatalog Die weltweite Graffiti-Doku gibt einen intimen Einblick in die Details einer öffenlichkeitsscheuen Bewegung, die gleichzeitig wohl die grösste Kunstbewegung aller Zeiten ist, und oft nicht als solche verstanden wird. Französischer Chic und Coolness in Heilbronn. chouchou, die kleine aber feine Boutique in der Oberen Neckarstraße verlost drei Gutscheine im Wert von je 20 Euro. Wir verlosen ein umfangreiches Paket von Montana. Und zwar gibts folgendes abzugreifen: Ein Montana Writerteam-Book, ein TShirt in Größe L, ein Acrylic-Marker-Set, Lanyards und USB-Sticks. Zur Ausstellung »Gnadenlos - Frauen und das Komische« in der Kunsthalle Vogelmann verlosen wir drei hochwertige Ausstellungskataloge. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: MEINE WAND! EINSENDESCHLUSS IST DER 17. NOVEMBER 2012. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT UND NAMENTLICH VERÖFFENTLICHT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: NÜRTINGEN

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EIN BRIEF AUS LONGO MAI, COSTA RICA / VON KATHARINA BRENNER FOTOS: PRIVAT TON: PHILIPP SEITZ GELESEN VON: MARIA SANDERS L I E B E H E I M AT, nach knapp einem Monat kann ich endlich sagen: Ich bin angekommen! Und zwar, in Longo Mai, einem kleinen Dorf in Costa Rica, welches auf keiner einzigen Karte zu finden ist. Hier sagen sich Pferdespinne und Schlange gute Nacht. Die Menschen leben fernab jeglicher Zivilisation. Es scheint, als sei die Welt hier noch in Ordnung. Die Leute leben bescheiden und einfach. Ich bin nun für die nächsten Monate ein Teil von ihnen und spüre wie ich jeden Tag ein Stück weit mehr zur Gemeinschaft gehöre. Oft kommt es mir so vor, als hätte man mich in eine Zeitmaschine gesetzt und etwa 100 Jahre vorher wieder rausgeschmissen. Anfangs schien mir alles komplett surreal. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Kurzum: Hier ist einfach alles anders, als zu Hause. Das Dorf ist nur über eine holprige Schotterstraße zu erreichen und von einer immergrünen Vegetation umringt. Sie gleicht dem Dschungelbuch. Die bescheidene Lebensweise stört nicht. Im Gegenteil, ich habe mich recht schnell an meine neue Umgebung gewöhnt. »Einfach leben«, heißt hier kein warmes Wasser zum Duschen zu haben, sondern nur kaltes. In Longo Mai leben überwiegend Bauern, die von und mit der Natur leben. Meine Gastfamilie versorgt sich größtenteils selbstständig. Das bedeutet, dass sie ein Pferd, einige Hühner und ein großes Feld zum Bewirtschaften haben. Auf dem bauen sie alles Mögliche an. Doch am meisten Kaffee und Mais. Ab und zu gehe ich mit aufs Feld und helfe der Familie bei der Arbeit. Ich habe hier einiges gelernt: Richtig mit der Schaufel umzugehen, Biodünger herzustellen und mit der Machete einen Bambus zu fällen. Ich bewundere die Dorfbewohner, die jeden Tag aufs Neue, mindestens acht Stunden auf dem Feld verbringen. Die Arbeit ist wirklich hart und zerrt an den Kräften. Ich bin freiwillig nach Longo Mai gekommen. Aber nicht über eine Organisation, wie es üblich ist, sondern selbstorganisiert. Der Freiwilligendienst hier ist anders. Es gibt niemanden, der mir vorschreibt, was ich wann, wo und wie zu machen habe. Genau aus diesem Grund funktionieren die Projekte im Dorf auch so gut. Es ist die eigene Motivation, die enormen Antrieb gibt und das spüren auch die Menschen im Dorf. Da kann man sich anfangs auch mal verloren fühlen. Ich wusste auch nicht, wo mein Platz im Dorf ist und wo ich all meine Energie einbringen sollte. Aber das war nicht schlimm. Ich habe gelernt, dass jeder seinen Platz findet. Und so war es auch bei mir. Einige Bewohner haben erfahren, dass ich in Deutschland Ballett tanze und haben mich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, den Kindern im Dorf ein paar Stunden zu geben. Ich war gleich Feuer und Flamme und überlegte mir sofort, wie ich das am besten umsetzen könnte. Über die Hälfte der Dorfbewohner haben nämlich, außer Bachata, Merengue oder Salsa, noch nie einen anderen Tanzstil in ihrem Leben kennengelernt. Aus diesem Grund organisierte ich einen Ballettabend, an dem ich mein Können präsentierte. Der Auftritt war ein voller Erfolg und meine Ballettklasse stand. Im Grunde genommen hört sich das nicht außergewöhnlich an. Aber ich bin dennoch wirklich stolz darauf, dass ich mein eigenes Projekt ins Leben gerufen habe. In der nächstgelegenen Stadt, San Isidro, gibt es einen Jugendzirkus, der von dem Ballettunterricht Wind bekommen hat. Sie wollten ihr tänzerisches Knowhow erweitern. Ich habe sofort zugesagt, obwohl ich nicht wusste, was auf mich zukommt. Und mich erwartete eine Gruppe von etwa 15 Jugendlichen, überwiegend Jungs im Alter zwischen 13 und 16 Jahren. Während meines ganzen Aufenthaltes in Costa Rica, war das bisher meine schönste Erfahrung. Nie im Leben hätte ich mir vorstellen können, dass man Jungs in diesem Alter so für Ballett begeistern könnte. Die Begeisterung, die positive Energie und die ganze Atmosphäre werde ich nicht so schnell vergessen. Mein Leben hier besteht aber nicht nur aus Tanzen, auch wenn es so scheint. Ich mache das, woran ich Freude

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS LONGO MAIG, COSTA RICA habe. Und es tut gut, wenn ich andere damit begeistern und anstecken kann. Zudem leite ich mit zwei anderen Volunteers die Kindertheatergruppe. Am Ende soll eine Art »Natur-Theater-Musicalstück« dabei herauskommen. Mit den Kindern zu arbeiten und sich Dinge auszudenken macht mir riesigen Spaß. Was mir ebenfalls wichtig ist, sind die regelmäßigen Treffen mit dem »Medizinmann« im Dorf. Er scheint als sei dieser Mensch mit unbegrenztem Wissen gesegnet zu sein. Er erzählt mir viel über unseren Körper, Krankheiten und Heilpflanzen. Und darüber wie man für sämtliche Krankheiten die passende Medizin herstellt. Außerdem erzählt er mir von seiner Erfahrung und seiner Zeit in El Salvador während des Bürgerkriegs. Von diesem Mann kann man so viel lernen. Nach jeder Lektion bin ich immer etwas schlauer. Er ist wirklich bewundernswert und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: »Er ist eine echte Bereicherung für Longo Mai und für mich.« Natürlich habe ich nach dir Sehnsucht, liebe Heimat. Doch jeder Tag hier ist etwas ganz Besonderes. Aber es gibt auch Dinge, die mich stören und wütend machen. Am meisten stört mich die sehr stark ausgeprägte Rollenverteilung STECKBRIEF N a m e : Ka t h a r i n a Bre n ner A l t e r : 1 9 J a h re i n C o s ta R i ca s e i t : S e p t e m b er 20 1 2 Fr ü h e re r Wo h n o r t : U n t e re i s esh ei m De r ze i t i g e r Wo h n o r t : L o n g o Ma i , C o sta Ri ca zwischen Mann und Frau. Die Frau putzt, kocht, kümmert sich um die Kinder und bedient den Mann, zu jeder Zeit. Es fällt mir nicht leicht, das tagtäglich mit anzusehen. Jedoch steht es mir nicht zu, meine Stimme dagegen zu erheben. Ich weiß, dass ich hier mit meinem Freiwilligendienst in Longo Mai bestimmt nicht viel verändern werde, auch wenn ich es mir wünsche. Aber ich weiß, dass es ganz sicher, mich verändern wird. In diesem Sinne »Pura Vida«, wie ich es von allen Seiten zugerufen bekomme. Deine Katharina schick & springer Weine einen Wei nab end m it g uten Fr eunden geniessen . . . sp r echen sie u n s an ! Öffnungszeiten Donnerstag 15 - 19.30 Uhr Freitag 15 - 19.30 Uhr Samstag 10 - 14 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung schick & springer Weine Kübelstraße 58, 74076 Heilbronn T 07131 64 99 80 - 0 F 07131 64 99 80 - 1 weine@schickundspringer.de www.schickundspringer.de

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TEXT: RAFAELA JECKLE FOTO: ROBERT-MAYER-STERNWARTE DIE NACHT UND DAS EULENLEBEN!

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NEIG´SCHMECKT: DIE NACHT UND DAS EULENLEBEN Die Nacht hat mich schon immer in besonderer Weise fasziniert. Die hellen Sterne am Himmel beleuchten die Dunkelheit. Der Mond, der natürliche Satellit der Erde, der extreme Schönheit hat, weckt die Aufmerksamkeit der Menschen. Der ohrenbetäubende Lärm der Dunkelheit. Das Nachtleben von Tieren und Menschen. Die Nacht hat ihre eigenen dualen Aspekte - genau wie die menschliche Persönlichkeit - und sicherlich ist es auch deswegen, dass die Nacht so große Faszination ausstrahlt. Sie bringt uns Ruhe und Erholung und zugleich konfrontiert sie uns mit der Gefahr und dem Unbekannten. Das Geheimnis der Nacht hat schon immer die Blicke der Bewohner der Erde angezogen. Aber von allen Aspekten der Nacht sind es nicht die Lichter der Städte oder die Bewegungen in den Bars oder die Gespräche an den Straßenecken oder Tänze in Diskotheken, die mich am meisten reizen. Der wichtigste Aspekt des Abends der mich bewegt, ist die Natur. Tiere, Pflanzen, Sterne, Mond und Erde. Sie sind die echten Stars der Morgendämmerung für mich. Alle Lebewesen, einschließlich des Menschen, scheinen neidisch auf die Eulen zu sein und von deren Beherrschung, nachts zu leben und diese zu genießen. Die Eulen sind Kreaturen, die nachtaktiv sind wie zum Beispiel Fledermäuse, Amphibien, Stinktiere oder Wölfe. Die Eulen sind ausgezeichnete Kenner der Geheimnisse der Nacht! Wer sagt, dass die Nacht still ist? Weit gefehlt. Vor allem in den tropischen Wäldern wie es sie in Brasilien gibt aber auch am Rand der Strände, spielt die Nacht eine Symphonie und alle Arten musizieren mit. In der Nacht hört man das Rauschen des Waldes, das Fauchen von Katzen, Eulen singen, Hunde heulen. Ich vermisse die Nächte meiner Kindheit in Brasilien als ich mit meinen Brüdern den singenden Grillen und quakenden Fröschen lauschte, während wir die Sterne zählten. Wussten Sie, dass die Zeit der größten Aktivität der Korallenriffe in der Dunkelheit stattfindet? Die Nacht ist eine großartige Bühne für die Natur und ein inspirierendes Element für Liebhaber. Der Mond der die Gezeiten beeinflusst, der die Erde mit seinem kühlen Licht beleuchtet ist die große Attraktion des Nachthimmels. Ich muss gestehen, dass ich wenig über die Nacht in Heilbronn, den Bars und Clubs der Stadt kenne. Da ich in zwei großen brasilianischen Städten lebte, wo die Nacht zum Tag gemacht wurde und alle unter freiem Himmel unterwegs waren, macht mir die Nacht in geschlossenen Räumen nicht viel Spaß. Nachts muss ich draußen sein, denn dann kann ich sie so richtig betrachten. In Sao Paulo gibt es mehr als 500 Abendveranstaltungen aller Art pro Nacht und die meisten von ihnen beginnen mit den Stühlen auf Bürgersteigen, wo junge Leute Bier im Freien trinken, Gitarre spielen, zusammen singen. Brasilianer feiern die Nacht bis zum Morgengrauen und sagen über sie: »Die Nacht ist ein Kind!« In Salvador, wo ich auch gelebt habe, gibt es in der Dunkelheit viele magische Momente. Nächte am Strand, Parties im Meer und unter dem Schein des Mondes. Es gibt viele Live-Konzerte in diesem Ambiente, bei denen man tanzen kann, im Meer schwimmen kann und gleichzeitig den Mond und die Sterne beobachten darf. Ich will nicht ungerecht sein, weil ich nicht wirklich das Nachtleben von Heilbronn kenne aber es ist nur schwer zu vergleichen. Aber ich ziehe warme Nächte draußen einer Clubnacht vor. Ich muss die Nacht im Freien verbringen um sie richtig genießen zu können. Sommernächte sind auch in Heilbronn interessant, weil es mehr Bewegung auf den Straßen gibt. Im Herbst, wenn es noch nicht zu kalt ist, gibt es auch die lebhaften Nächte auf den Weinfesten und im Winter erwärmt ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt die kalte Dunkelheit. Leider ist es im Alltag aber anders. Die Nacht in Heilbronn wird in geschlossenen Lokalen verbracht, weswegen die Straßen traurig, leer, kalt und leblos sind. Ich würde mich freuen, wenn Heilbronn im Winter mit brennenden Fackeln geschmückt wäre, mit fröhlichen Menschen, die plaudern und bei Konzerten und Veranstaltungen tanzen. Oder wie wäre es mit einer großen Sommer-Veranstaltung am Abend am Breitenauer See? Das wäre fast wie am Strand von Bahia in Porto da Barra. Ich überlasse den Nachtclub und das Heilbronner Nachtleben denjenigen, die das gerne mögen. Ich genieße die Nacht lieber in der Natur. Zum Beispiel spaziere ich mit meinem Schatz am Ufer des Neckar, beobachte dabei den Mond und die beleuchtete Weibertreu und hoffe, dass ein Naturfest im Wald stattfindet. Ja, die Wälder der Region sind magisch und imposant, besonders am Abend. Jedes Mal wenn ich nachts im Wald am Lagerfeuer saß und die Baüme, den Himmel und die Sterne mit ihrer Unendlichkeit und Dunkelheit beobachtete, fühlte ich Frieden und Liebe für diese Region in der ich heute lebe. In diesen Momenten fühle ich mich voller Weisheit und Einsicht. Genau wie die Eulen.

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KLEINANZEIGEN Gute Werbung ist nachhaltig! Öko-Werbeartikel für verantwortungsvolle Kommunikation. www.greenpromotion.de

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KLEINANZEIGEN

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNBOARD VIA GRAFIK Einer Einladung von Lisa Mönchmeyer und dem Goethe Institut war ich auf die andere Seite des Globus gefolgt, um zusammen mit dem Cut Colletcive aus Auckland einen großen White Cube in Wellington zu bespielen. Den interkulturellen Austausch, den das Projekt als solches thematisierte, machte ich mir zum Ausgangspunkt, um zu erkunden, inwieweit Darstellungsformen und visuelle Methoden oder Codes der Streetart sich im Museumskontext dazu eignen, Inhalte zu transportieren. Deutschland, Europameister im Waffenexport, pflegt mit anderen Ländern (hier die 17 wichtigsten) intensiven Austausch, um seine Waffen und Technologien zu verkaufen und dabei auch bestehende Richtlinien, die den Handel reglementieren sollen, zu umgehen. LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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The New Dowse, Wellington/NZL, 2009 

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L E S ER B R IEFE Liebe Macher und Macherinnen des HANIX-Magazins, ich bin gerade über Euer Magazin gestolpert, weil meine Frau auf der »Handgewandt« ausstellt und ein Artikel über die Messe im Magazin ist. Erstmal herzlichen Glückwunsch für das tolle Magazin. Eine echte Augenweide und Zone der Muse inmitten der langweiligen Kurzartikelmagazine ohne Tiefe. Lange Artikel- und Fotostrecken. Sehr schön! Als Webseitenerzeuger und Medienersteller weiss ich ein bisschen welches Werk Ihr hier vollbringt. Umso weniger verstehe ich Euer Website Startbild, das mich um ein Haar daran gehindert hätte Euer tolles Magazin zu sehen. Wieso ist dort nicht der aktuelle Titel abgebildet? Die zwei Dinge passen nun wirklich nicht zusammen?!? Und es erfordert echten Einsatz mit Euch in Kontakt zu treten, wenn man es nicht über die sozialen Netzwerke tun möchte. Erstmal der Versuch über die beschriebene SocialNetworkleiste » wieder zurück » Inhaltsverzeichnis » kein Link zum Impressum » In die Nähe springen »zurückblättern » ah endlich der Email-Link. Das waren einfach viel zu viele zu viele Klicks. Wie wäre es mit einer einfachen Fusszeile? Oder wollt Ihr keine Post? Weiter und besser so. Schöne Grüße aus Unterfranken Wolfgang Maschke WOLFGANG MASCHKE, REICHENBERG

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I MP RESSU M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Kastanienweg 12 74080 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Jeckle, Maria Sanders, Sascha Wartha, Leo Volland, Peter Wanner (Stadtarchiv Heilbronn), Uwe Gramlich, Parthena Iakovidou, Katharina Brenner E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka (Leitung), Sarah Fischer, Stefan Dittrich, Kris Rampmaier, Ben Sommerfeld, Lisa Marie Klotz, Nicolai Köppel, Tim Ungermann, Steven Zuleger Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kuehnle, Lisa Bürg, Meli Dikta, Marcel Weber, Martina Bogdahn Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer, Via Grafik Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales HETTENBACH GMBH & CO KG WERBEAGENTUR GWA Werderstraße 134 74074 Heilbronn: Jessica Zippan Telefon: 07131 - 79 30 121 Fax: 07131 - 79 30 229 Mail: zippan@hettenbach.de www.hettenbach.de www.hanix-mediadaten.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Eine ungewöhnliche Perspektive: Das Geschäftshaus Kaiserstraße 5 an der Ecke zur Gerberstraße mit dem Specerei-, Farb- und Materialwarengeschäft Otto Kleinlogel, aufgenommen um 1910. Der Laden auf dem Areal des früheren Spitals entwickelte sich bis vor dem Zweiten Weltkrieg zur »Kolonialwaren- und Drogen-Groß- und Kleinhandlung«. Nach der Zerstörung am 4. Dezember 1944 wurde das Geschäft zunächst in den Kellerräumen einer Ruine in der Klarastraße weitergeführt. 1956 entstand ein neues sechsstöckiges Wohn- und Geschäftshaus am alten Platz mit Lebensmittelgeschäft, Fachdrogerie und Farbenhandlung; der Architekt war Kurt Marohn.Das Werbebild an der Gerberstraße stammte von Emil Bader, der in Heilbronn u.a. auch die heutige WeinVilla ausmalte. Der Text und das Bild wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Weitere Einblicke in die Geschichte der Stadt gibt es auf www.stadtarchiv-heilbronn.de und im neuen Haus der Stadtgeschichte (Otto Rettenmaier Haus, Eichgasse 1). 

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Kaiserstraße 5, Ecke Gerberstraße; um 1910

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V E R A N S TA LT U N G E N IM NOVEMBER November Mobilat Dubwars Frischer Wind weht durch die heiligen Hallen Heilbronns! DUBWARS ist stolz ein neues Konzept vorzustellen das es im Mobilat so bisher noch nicht gab. Eine Fusion aus einem Dubstep / Drum'n'Bass und einem House / Techno - Floor bilden eine gebührende Hommage an die Bassmusik. Ab dem kommenden Jahr darf sich am jeweils ersten Samstag jedes Monats auf eine Kombination aus regionalen und internationalen Größen gefreut werden. Start 22:30 Uhr, Eintritt: 7 Euro die Bar25, den Tresor, den Cocoon Club, das Robert Johnson, das Fuse in Brüssel oder eben mal Nature One, Love Parade und Sonne, Mond und Sterne beschallt, und heute macht er das für UNS! Wir freuen uns zusammen mit Josh:tek und den Drum`n`Bass-Verantwortlichen Jano Phil & Maso ein Loch in den Bauch, Pierre zu zeigen, wie Heilbronn so feiert. Macht uns keine Schande, Homies! Start: 23 Uhr 4. November Theater Heilbronn Premiere: Aladin und die Wunderlampe Die Geschichte aus Tausendundeiner Nacht entführt zur Märchenzeit  in die Welt des Fernen Orients. Dort erlebt Aladin aufregende Abenteuer mit einer Lampe, die nur auf den ersten Blick alt und verstaubt aussieht.... Start 15 Uhr November Bukowski DJ Pierre 9. November Mobilat Das wird dem ein oder anderen Tränen in die Augen treiben: DJ Pierre, nebenbei Produzent, Promoter und Labelbetreiber, vor allem aber Aufschwung Ost-, Stammheim-, Hotel Reiss- und HOME-Legende, gibt sich die Ehre in Heilbronn! Der Mann hat auch schon das Omen, Laterne, Laterne Es ist Herbst. Die Bäume werfen ihre Blätter ab und Nebelschwaden ziehen durch die Straßen. Die schönste aller Gelegenheiten, endlich wieder die Laterne herauszuholen!

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VER ANSTALTUNGEN: NOVEMBER Und wo könnte das schon mehr Freude machen, als bei Laterne, Laterne? Neben den vielen bunten Lichtern gibt es wieder wärmende Grooves zwischen Techno, House und Disco auf die Ohren. Als Gast haben wir diesmal das Stuttgarter Urgestein Oliver Hauf geladen. Dieser dürfte dem einen oder anderen durch die liQUEpheel inDUSTries-Events, die er seit langem mit seinem Buddy Oliver Klangschneider veranstaltet, durchaus ein Begriff sein. Zudem war er Inhaber und Geschäftsführer des legendären Club Le Fonque, wo Anfang des neuen Jahrtausends solch illustre Gäste wie z.B. Henrik Schwarz, DJ Koze, Metro Area oder auch die Wighnomy Brothers ihr Stuttgart-Debut hatten. Auch seine knapp siebenjährige Mitarbeit bei Humpty Records sollte nicht unerwähnt bleiben. Gegenwärtig kümmert er sich um die Salon Rosi Veranstaltungen im Rocker33, sowie um das dazu gehörige und von Kompakt vertriebene Label Salon Rosi Records.Unterstützung in Bild und Ton gibt es dabei wieder in gewohnter Manier von Jan Hummel, Felus und Mux. Dort oben da leuchten die Sterne, hier unten da leuchten wir! Start 22:30 ihr, Eintritt 4 Euro rianischen Zeitalters zu entstammen und verzaubern mit melancholischen Klängen und rabenschwarzem Humor. Ihre bitterbösen, schräg-komödiantischen Texte, versetzt mit beißender Ironie kennen keine Tabus. Gepaart mit großem handwerklichen Können und einer zau-berhaften Performance haben sie einen Charme, dem man nur schwer widerstehen kann, zu viel Spaß macht es, sich in ihre Abgründe hinabziehen zu lassen. Die musikalische Bandbreite reicht von herzzerreißend schaurig-schönen Balladen bis zu ekstatischen Klezmer-Polka Klängen. Die drei Londoner unterhalten ihr Publikum mit ihrer einzigartigen Mischung aus radikaler Oper, Varieté und postmodernem Vaudeville schamlos gut. Ein Muss. Info + Karten: www.kulturforum-brackenheim.de und Tel.: 0700 - 52783688 Start 20 Uhr 12. November Otto Rettenmaier Haus - Haus der Stadtgeschichte »Von Heilbronn nach Berlin: Reinhold Köstlin« November Bürgerzentrum Brackenheim THE TIGER LILLIES (UK) »Low Life Lullabies« - Brechtian Gypsy Cabaret Die finster-fantastischen Londoner Musikanten und Moritatensänger The Tiger Lillies um den grell geschminkten Falsett-Sänger und Akkordeonspieler Martyn Jacques singen in ungeschminkter Offenheit und schrecklich schaurig-schön von den Perversionen, Absonderlichkeiten und Absurditäten der Tragik des Lebens. Die Tiger Lillies scheinen direkt dem düsteren Londoner Soho des Vikto163 Der leitende Literaturredakteur der Tageszeitung Die Welt und Buchautor Dr. Tilman Krause (Berlin) stellt den Schauspieler Reinhold Köstlin vor und gibt Einblicke in das Berliner Theaterleben im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Köstlin kam 1876 in Heilbronn zur Welt. Nach dem Abitur am Karlsgymnasium und der obligaten Tour durch die Provinztheater wurde er 1899 an das neugegründete Schillertheater in Berlin engagiert. Dort und später am Berliner Staatstheater war Köstlin viele Jahre lang festes Ensemble-Mitglied. Als »Charleys Tante« hatte er seinen größten Erfolg, ansonsten trat er als Chargenschauspieler mit den Regie- und Schauspieler-Größen seiner Zeit auf. Mitte der zwanziger Jahre war er Assistent des TheaterErneuerers Jürgen Fehling. Köstlin wirkte auch in drei Stummfilmen mit, die kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs produziert wurden. 1935 wurde Köstlin entlassen; in Schlechtbach bei Schwäbisch Gmünd - in der Nähe seiner alten Heimat - verbrachte er die letzten drei Jahrzehnte seines Lebens. In Kooperation mit der Volkshochschule Heilbronn Infos unter Tel. 07131 / 562293 Start 18.00 Uhr Eintritt frei

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VER ANSTALTUNGEN: NOVEMBER 17. November Mobilat Dumme Jungs, Duo Synchron & Brad Pitch "Ausrasten am Abend - Blaue Flecken am Morgen« - so die Ansage des Berliner Techno-Duos DUMME JUNGS aka David Bwooi und Senior Carlos. Die Vorgabe ist klar: Laut! Knarzig! Auf die Fresse! Ihre Live-Shows lassen andere DJ-Sets aussehen wie den ZDF Fernsehgarten. Mit einem unglaublich extrovertierten Auftreten übertragen DUMME JUNGS dabei die vollkommene Ekstase von der Bühne direkt aufs Publikum. Hier geht es nicht mehr um zwei Turntables und einen Mixer, es geht um Headbangen, Pogen und blaue Flecken. Die Konsequenzen spürt man am nächsten Tag. Aber das ist scheißegal - DUMME JUNGS eben. Auf dem weltweit angesehen Techno-Label OH MY GOD IT'S TECHNO MUSIC veröffentlichten DUMME JUNGS ihre Debüt-Single EPIC. Mittlerweile haben DUMME JUNGS für zukünftige Projekte als erstes Signing auf TECHNO CHANGED MY LIFE unterschrieben. Start: 22:30 Uhr, Eintritt 8 Euro 20. November Altes Theater Ottfried Fischer - »Mehr sog I net« u. a. 16. November Kaffeehaus Hagen Marlene Marlene Dietrich gibt eines ihrer letzten Konzerte in Paris. Im Theater wird sie empfangen von Vivian Hoffmann, einer jungen Schriftstellerin und Freundin, und von der seit Dachau verstummten "Mutti". Marlene ist eine Göttin, die Furie, die disziplinierte Junkerstochter, die Hausfrau - sie läßt es sich nicht nehmen, den Fußboden selbst zu wischen, und das auf Knien - und vor allen Dingen ist sie der Star. Mit Interviews und Proben schreitet der Abend in ihrer Garderobe voran, der Beginn ihrer Vorstellung naht: Marlene tritt auf, Marlene singt und Marlene triumphiert. Start: 20:15 Uhr Eintritt 17 Euro Er gehört nicht nur zu den bekanntesten, sondern auch zu den beliebtesten Schauspielern Deutschlands - aber, der Moderator von "Otti´s Schlachthof" ist weit mehr als der "Bulle von Tölz" oder "Pfarrer Braun": Ottfried Fischer ist bayerischer Pfundskerl und Top-Kabarettist und macht erneut Station im Alten Theater Heilbronn! Nach seinen Erfolgsprogrammen "Wo meine Sonne scheint" und "Extrem Bayrisch" zusammen mit seiner Band "Die Heimatlosen" ist die Kabarettlegende nun endlich in einem waschechten "Best-of" zu sehen. Erleben Sie einen Abend mit den großartigsten Nummern, den heitersten Geschichten und schlicht dem BESTEN aus insgesamt 6 Kabarettprogrammen einschließlich "Schwer ist leicht was" und "Was tun?". Start: 19 Uhr, Eintritt 26 Euro

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VER ANSTALTUNGEN: NOVEMBER 21. November Theater Heilbronn Blaubarts Geheimnis Er ist grausam und faszinierend zugleich: Ritter Blaubart, der seine Berühmtheit durch den Mord an diversen Ehefrauen erlangt hat. Stephan Thoss, der es liebt, Märchen tiefenpsychologisch zu durchleuchten, hat eine ganz eigene Interpretation entwickelt. Er sieht seinen Protagonisten nicht als Bösewicht mit blutigen Händen, der seine  Gattinnen meuchelt. Vielmehr begreift er ihn als reifen Mann, der auf der Suche nach der Liebe seine Vergangenheit mit anderen Frauen wie »Leichen im Keller« versteckt hält. Start: 19:30 Uhr box ! Am MPC Sampler the only LOOP SKYWALKER ! KOOL STEVE & SPILLA GEE am Mikrofon ! Scratches & DJ Support an vier Turntables mit DJ SICKHEAD, OFFICER BRONCO und PETER ROCK !Visual Graffiti Special von Doin Damage Clothing Start: 22:30 Uhr, Eintritt 5 Euro 24. November Mobilat 10 Jahre Wortsport Lounge November Bukowski Elektronische Steuerung Einen Sound aus harmonischen Teile und einem störrischen, unbezwingbaren Groove in Worte zu fassen, wird dem Erlebnis im Club kaum gerecht. Nennen kann man die Musik, wie man möchte, äußerst gelungen ist sie zweifelsohne: Kai Limberger begibt sich heute an die Buko-Decks, dessen Sets viele Loops und verspielte Passagen enthalten und oft dafür sorgen, dass die Partycrowd ein breites Lachen auf den Lippen trägt. Seine Einflüsse, darunter Kraftwerk, Depeche Mode, und Front 242 prägen ihn bis heute, und sein Output an Produktionen ist enorm. Heute dreht der Labelhead von Autark Rec. mit Matthias Engelmann und Digital unsere Hütte auf links, und wer's nicht glaubt, muss kommen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen... Start 23 Uhr Da man ein 10-jähriges Jubiläum nicht mal so an einem Abend abfeiern kann, machen wir es richtig und feiern drei Monate lang! Jeden Monat mit amtlichen Gästen. Nach DAS BO im Oktober, geht es im November mit dem MARSIMOTO Soundysystem um Marsimoto, Kid Simius und Nobody Face weiter. Wer den Abriss beim 9-jährigen Jubiläum verpasst hat, hat nun die Chance das nachzuholen. Das wird ein guter Abend - oder wie Marsimotos Alter Ego Marteria in Lila Wolken zu sagen pflegt, wir "feiern hart, fallen weich, auf die lila Wolken". Start: 22:30 Uhr Eintritt 14 Euro / Einlass ab 18 Jahren! 30. November Bukowski Club, Bass & Emotion November Mobilat It´s about HipHop Live Session LUCKY (Wild Hearted Widows) am Schlagzeug ! Incredible Beatbox Overlord GAUCHO an der Loopstation ! Saxmachine JAKOB (Kolores) mit Saxophon & Beat166 Nisse Nilson ist keine Astrid Lindgren-Figur, aber seine Geschichte hat dennoch viele Seiten: Aufgewachsen in Schweden, kehrte er 1998 nach Frankfurt zurück und begann mit dem Produzieren von elektronischer Tanzmusik. Inspiriert von Größen wie Paul Kalkbrenner, Pleasurekraft, Aka Aka und Reboot startete er im Jahr 2009 mit dem Auflegen von Deep und Techhouse und gehört aktuell zu den Neuentdeckungen der Frankfurter Partyszene. Wer Nisse einmal gehört hat, will mehr! Seit Anfang letzten Jahres ist er Resident des Musikprojektes "Stadt am Meer" und heute zum ersten Mal zu Gast im Bukowski. Die Gastgeber Fred Moody und T-WATCH kennt Ihr schon ein bisschen länger, aber gerade deshalb mögt Ihr sie ja... Start: 23 Uhr

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D I E NÄ C H ST E AU SGA BE H A N I X ER SC H E I N T A M 30. N OV E M B E R