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Nº 38 MAI 2015 Die Welt steckt voller interessanter Dinge. Titelthema: Kreativwirtschaft IM GESPRÄCH: MARCO »TONI« SAILER DER FUSSBALLPROFI LEBT SEIT ZWEI JAHREN IN DARMSTADT EIN FUSS-� BALLMÄRCHEN UND KLOPFT NUN AN DIE TÜRE DER BUNDESLIGA. EIN GESPRÄCH ÜBER DAS GUTE GE- FÜHL MIT VOLLBART AUF DEM PLATZ ZU STEHEN, BESTNOTEN IM KICKER UND AUFSTIEGSGEFÜHLE AUF DER BIELEFELDER ALM. AUSSERDEM: DIE GESTALTER VOM WEINSBER- GERKREUZ, LINGNER.COM, BLACK- SHEEP KULTURINITIATIVE, BALLETT IN PFORZHEIM, COMPLEX23, DISTEL LIT LOUNGE, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS LEIPZIG, KINOTIPP, FOTOGRA- FISCHE LIEBESGRÜSSE U. V. M.

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2011 M R Z 2012 2012 2013 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE 2011 2012 2012 2013 2011 2012 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES aktuelle Informationen zum Kometen Ison 2013 2011 2012 JULI 2012 2012 2013 JUNI JULI 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. 2013 2012 2012 2013 2013 „FOREVER YOUNG“ ALPHAVILLE Nº1 E N E R G I E DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR Nº2 B I L D U N G BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST Nº1 Nº2 teilt, eilt, Nº3 IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN weilt, heilt. Z E I T VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANT- WORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN Nº4 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBER- BÜRGERMEISTER EXKLUSIV IM INTERVIEW: HELMUT HIMMELSBACH 1899 HOFFENHEIM-COACH IM GROSSEN INTERVIEW HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND URBAN-ART: KÜHE MELKEN. DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR GEFÄHRLICHER EINSATZ: SORGT MIT SEINER DER HEILBRONNER URBANEN KUNST FÜR MATTHIAS MARQUART HAT AUFMERKSAMKEIT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES DER KÜHLSCHRANK VON...: LAND VORGEFUNDEN. PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. A R M U T R E B E L L I O N Nº3 Nº4 Nº5 Nº5 Nº6 Nº7 Nº4 Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WOR- AUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPER- TEN AUS UNTERGRUPPENBACH INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE Ausländerä Nº6 Nº7 Nº8 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIK- MUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº8 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VER- ANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHS- VOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. Nº9 JUNI FUSSBALL HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATE- BOARD-DOWNHILL- MEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜD- AFRIKA IN DIE LÖWEN- STEINER BERGE ZURÜCK Nº9 Nº10 Nº10 KINDER Nº11 KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUS- STELLUNG. ESSEN & TRINKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT Nº11 Nº12 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNG- SOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SCHAFFE, SCHAFFE HÄUSLE BAUE! Nº12 Nº13 2012 Nº14 Nº15 IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION Nº13 IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAM- KEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT IM GESPRÄCH: AXEL VORNAM TED BAUER KENNT SEIN DER HEILBRONNER VERTRITT ERFOLGSGEHEIMNIS JAMES GILL, EINEN DER NICHT GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT WIRTSCHAFT JUGEND PIERRE GATTINGER BABEL WORLD: ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE DES MOBILAT-CLUB STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº14 Nº15 Nº16 MÄRZ IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT HANDARBEIT AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK Nº16 Nº21 Nº17 APRIL IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZ- WEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER WOHLFÜHLEN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK Nº17 Nº22 Nº18 Nº18 IM GESPRÄCH: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 KUNSTREGION: HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES Nº23 HIMMEL FOTOSTRECKE: CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº23 Nº19 AUTO Nº19 Nº20 Nº20 NECKAR: MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN IM GESPRÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KUNSTREGION: STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE Nº24 IM GESPRÄCH: EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH "ZEIT, SICH EINZUMISCHEN" MEINE PLATTENKISTE: SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELAN- CHOLISCH BRIEF AN DIE HEIMAT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN Nº24 Nº25

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IM GESPRÄCH: BÜRGERMEISTERIN AGNES CHRISTNER ÜBER DIE LUST AM VERWALTEN, SOZIALE GROSSAUFGABEN, DIE FREIE KULTUR-SZENE HEILBRONNS UND WANN IHR STUTTGART FEHLT AUSSERDEM: MÄNNER DIE MIT PLASTIK SPIELEN, KUNSTHALLE VOGELMANN, DIGITALE DEMENZ, NEUER KULTURVEREIN ACH SO! E. V., TEUREN SEX MIT LISA FELLER, TIPPS FÜR GUERILLA GARDENING, DEM BRIEF AN DIE HEIMAT U. V. M. MÄRZ 2014 2014 MÄRZ 2015 IM GESPRÄCH: EX-PROFI ANKE HUBER IST SPORTLI- CHE LEITERIN DES PORSCHE TENNIS GRAND PRIX IN STUTTGART. WIR TRAFEN DIE EHEMALIGE NUMMER 4 DER WELT, UND SPRACHEN ÜBER EXTRAVAGANTES INTERIEUR IHRES ERSTEN PORSCHE, DIE LUSTLOSIG- KEIT INTERVIEWS ZU GEBEN UND WIE SIE DIE AKTUELLEN SPIELERINNEN DOCH DAZU ÜBERREDET. APRIL 2014 2014 AUSSERDEM: WHO THE FUCK SIND "WHO THE FUCK"?, STREETPHOTOGRAPHY AUS NEW YORK, EINE STEILGEHENDE HEILBRONNER FACEBOOK- GRUPPE, GLOCKEN-GIESSEN, EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS AUSTRALIEN, EINE HEILBRONNER ABITURKLASSE VON 1922 UND VIELEM MEHR … 2014 2014 DEZ 2014 JAN 2015 Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 JUN/JUL IM GESPRÄCH: TV-MODERATORIN UND AUTORIN KATRIN BAUERFEIND ÜBER ZEUGEN JEHOVAS, SCHWÄBISCHE LIEBLINGS- WÖRTER UND RAUCHERCAFÉS IN HEILBRONN STADTOBERHAUPT KULTURBEUTEL: RALPH UND ALEXANDRA MUNZ ÜBER DIE BEVORSTEHENDE SCHLIESSUNG DES HIP ISLAND, STECKER ZIEHENDE BÜRGER- MEISTER UND IHRE STRANDBAR ALS WAHLKAMPFTHEMA MUSIKKOFFER: ROCKSTAR UND FUSSBALLFAN THEES UHLMANN ÜBER SEINE LIEBE ZU ST. PAULI, EINEN GUTEN RUF IN SCHLECHTEN KREISEN UND OMAS AN DER SUPERMARKTKASSE Studieren t HEMEn SCHWERPunkt: Marketing IM GESPRÄCH: DIE WaHlHaMbuRGERIn CÄtHE touRt ab FEbRuaR DuRCH DEutSCHlanD. WIR SPRaCHEn voRab MIt DER SÄnGERIn übER SCHIzo- PHREnIE, anStREnGEnDEn PERFEktIonISMuS unD DaS anGEkoMMEnSEIn auSSERDEM: lECkERE buRGER, EInblICk In EInE MoSCHEE, FotoauS- StEllunG von lauREnz bERGES, MEtIn FRoGt naCH, HEIlbRonnER FIFFIS, EIn bRIEF auS MExICo, knoRR- FuHRPaRk von 1905 unD vIElEM MEHR Nº26 Nº 31 IM GESPRÄCH: AUSSERDEM: UNSER HEILBRONNER FORMULA STUDENT AM LIEBLINGSKÜNSTLER STEFAN HOCKENHEIMRING, KRIMI- DITTRICH IST NACH BERLIN AUTORIN HENRIKE SPOHR, GEZOGEN, UM SEIN GLÜCK BURGER 53, BRIEF AN DIE ZU FINDEN – SEINE FREUNDIN HEIMAT AUS GEORGIEN, SPRACH MIT IHM FÜR UNS NICOLAI KÖPPELS VATER- ÜBER SEINE BRANDNEUE KOLUMNE, JUNGWINZERN, SOLO-CD DEM BIERKRUG, U. V. M. Nº31 Nº27 Nº28 Nº29 Nº 32 Nº 34 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: TON STEINE SCHERBEN »SCHERBEN«-MASTERMIND R.P.S. LANRUE HAT DIE ORIGINAL »SCHERBEN« WIEDER ZUM LEBEN ERWECKT. DER MUSIKER SPRACH MIT UNS ÜBER DIE REUNION DER KULTBAND. Nº32 Nº33 Nº34 AUSSERDEM: HANDMADE SOUL, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, BULLING ENTERTAINMENT, MARC C. WOEHR, WOHNUNGS- BESICHTIGUNGEN, ROBERT AN DER BRÜGGE, APOLLO 19, VATERKOLUMNE, HEILBRONNER STUDI, BACHMAIER, U. V. M. Nº30 Nº35 Nº 36 Nº 37 APR 2015 Nº36 IM GESPRÄCH: RALPH MUNZ AUSSERDEM: ANFANG APRIL STARTET RALPH SISSI PERLINGER IM INTERVIEW, MUNZ EIN NEUES CLUBPROJEKT MONDAY JAMSESSION, BLACKSHEEP FÜR HEILBRONN: THE ROOMS CLUB. BANDCONTEST, FOTOSTRECKE EIN GESPRÄCH ÜBER DIE NEUE AUS VENEDIG, ZEPHYR – RAUM FÜR FEIERLOCATION UND WELCHE FOTOGRAFIE, VATERKOLUMNE, BRIEF INTENTION MUNZ UND SEINE AN DIE HEIMAT AUS ANATOLIEN, PARTNER MIT THE ROOMS FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE CLUB HABEN. U. V. M. Nº37

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Ab jetzt erhältlich IT'S FRESH! WATCH OUT! Die dritte Best Offf-Ausgabe. Wieder offfline!

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EDITORIAL »Kultur ist nicht die Sahne auf dem Kuchen, sondern die Hefe im Teig.« (Johannes Rau, ehemaliger Bundespräsident) Liebe Leserinnen, liebe Leser, diese Ausgabe widmet sich den Kultur- und Kreativschaffenden in und um Heilbronn herum. Wir trafen Schauspieler, Agenturchefs, den Macher einer kleinen Kreativbude für Gestaltung, Köche, Umsetzerinnen von Kreativprojekten und Veranstalter. Sie alle wollen unsere Welt bunter machen und durch diese Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wahrgenommen fühlen sich in Heilbronn nicht alle der Kreativschaffenden. Obwohl sie doch für den Kit sorgen, der eine Stadtgesellschaft zusammenhalten und -führen kann. In seiner Rede auf dem »Zukunftsforum Kreativpakt« betonte Frank-Walter Steinmeier die wirtschaftliche Bedeutung der Kulturbranche und die notwendigen politischen Weichenstellungen, um ihr Potenzial weiter zu entwickeln. »Eine Gesellschaft, die Kunst und Kultur nicht wertschätzt, ist sich selbst nichts wert«, so Steinmeier. Schauspieler Ferdinand Seebacher vom Heilbronner Theater erzählt von seinem Vorhaben, im österreichischen Film- und TV-Geschäft unterkommen zu wollen. Stefan Lingner, Gründer und Geschäftsführer von LINGNER.COM ist mit seiner Agentur Experte für Unternehmensauftritte im Social Web und B2B-Kommunikation. Özlem Kögel und Peter von Ribbeck führen seit einem Jahr die Distel Lit Lounge und kredenzen ihren Gästen Kulinarisches und bieten dazu Kleinkunst auf ihrer Bühne. Sascha Simm, Macher der Schnittstelle für Gestaltung Weinsbergerkreuz teilt seine Erfahrungen als selbständiger Gestalter und Designer. Und Sandra Miassar erklärt, was es mit dem Complex23-Projekt in der Heilbronner Salzstraße auf sich hat. Fußballprofi Marco »Toni« Sailer, der seine fußballerischen Jugendtage beim VfR Heilbronn verbracht hat, erlebt aktuell seinen persönlichen Sporttraum. Beim Zweitligisten Darmstadt 98 klopft Sailer mit seinen Teamkollegen als Aufsteiger an die Türe zur Bundesliga an. Wir besuchten den Stürmer am Böllenfalltor-Stadion in Darmstadt, um über Bartpflege, Topnoten trotz Torarmut und sein emotionales Chaos beim Zweitligaaufstieg zu sprechen. Außerdem waren wir in Pforzheim beim Ballett, in Bonfeld bei den ehrenamtlichen Machern des blacksheep-Festivals, wir haben die Meg-Cranston-Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann besucht, einen Kinotipp für euch und vieles mehr. Alles in dieser kreativschaffenden HANIX-Ausgabe nachzulesen. Wir wünschen viel Spaß und euch allen beim Kreativsein allzeit einen goldenen Gedanken. Die HANIX-Redaktion MÖCHTE IN DIE BUNDESLIGA: Marco Sailer möchte als Underdog mit Darmstadt 98 in die Fußball-Bundesliga aufsteigen. Wir sprachen mit dem Hohenloher über seinen Vollbart, sein Dasein als Publikumsliebling und sein goßes Kämpferherz. WEINSBERGER ANKER: Sascha Simm hat sein zehnjähriges Firmenjubiläum mit der Schnittstelle für Gestaltung Weinsbergerkreuz bereits hinter sich. Ein Gespräch übers Gründen, Kreativsein und fehlende Synergien in Heilbronn.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº 38 MAI 2015 Die Welt steckt voller interessanter Dinge. Titelthema: Kreativwirtschaft IM GESPRÄCH: MARCO »TONI« SAILER DER FUSSBALLPROFI LEBT SEIT ZWEI JAHREN IN DARMSTADT EIN FUSS-� BALLMÄRCHEN UND KLOPFT NUN AN DIE TÜRE DER BUNDESLIGA. EIN GESPRÄCH ÜBER DAS GUTE GEFÜHL MIT VOLLBART AUF DEM PLATZ ZU STEHEN, BESTNOTEN IM KICKER UND AUFSTIEGSGEFÜHLE AUF DER BIELEFELDER ALM. AUSSERDEM: DIE GESTALTER VOM WEINSBER- GERKREUZ, LINGNER.COM, BLACK- SHEEP KULTURINITIATIVE, BALLETT IN PFORZHEIM, COMPLEX23, DISTEL LIT LOUNGE, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS LEIPZIG, KINOTIPP, FOTOGRA- FISCHE LIEBESGRÜSSE U. V. M.

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Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon, ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis. Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrückten rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser Download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen "keosk"-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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INHALT HANIX Nº38 MELI DIKTA MEINE PLATTENKISTE JULIA REIF HEILBRONNER STUDIS LIEBE & FICKEN HEIMATLIEBE Meli Dikta fotografiert für ihre Blickboutique Heilbronn und alles andere. Diesmal gewährt sie uns einen Einblick in ihre Plattenkiste. Unerwartetes kam dabei zutage. Julia Reif aus Bürstadt war Heilbronn gegenüber sehr skeptisch. Inzwischen hat sie hier auch ihr Stück Heimat gefunden. Auf den Weinbergen. Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an und aus unserer Heimatregion. Diesmal mit Gesprühtem, dem Wollhaus aus verschiedenen Perspektiven, Spargelwerbung und einem Bett unter freiem Böckinger Himmel. BLACKSHEEP KULTURVEREIN MUSIKKOFFER Die in Bonfeld ansässige Blacksheep- Kulturinitiative hat dieses Jahr vor, das 2. blacksheep-Festival zu etablieren. Die Macher hoffen auf 6000 Besucher. Ein Gespräch über Ehrenamt, Bob Geldof und Bonfeld. MEG CRANSTON: I SUPPOSE SO KUNSTREGION Der Kunstverein Heilbronn präsentiert in der Kunsthalle Vogelmann I suppose so von Meg Cranston. Die US-amerikanischen Ausnahmekünstlerin zeigt mit ihrem Kollegen John Baldessari eine einzigartige Ausstellung in Heilbronn. IM GESPRÄCH: MARCO »TONI« SAILER INTERVIEW DES MONATS In Heilbronn hat er seine fußballerische Ausbildung genossen. Nun erlebt Zweitligaprofi Marco Sailer seinen sportlichen Traum in Darmstadt. Wir haben ihn besucht.

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76 – 104 KREATIVWIRTSCHAFT TITELTHEMA »Das Lob der Kreativwirtschaft klingt wie eine Identifikation mit dem Aggressor. Man feiert die Zumutungen, weil man sie nicht ändern kann. Ökonomisch erfolgreich sind die wenigsten. Überhaupt ist es eine kleine Schicht, die in der Kreativwirtschaft arbeitet, meist junge Leute zwischen Mitte Zwanzig und Ende Dreißig« (Ulrich Bröckling, deutscher Soziologe) 10 - 16 POETRY-SLAM, KURZFILME, STRASSENMUSIK & KUNST STADTLEBEN / LANDLEBEN BERND DERDAU BESICHTIGUNGSTERMIN BEI… ICH KANN JETZT NICHT VATERKOLUMNE EPISODE 3.1: WIR PACKEN AUS! »GANZ KURZ NOCH«-PODCAST DIE ABHANDENE WELT ARTHAUS KINOTIPP IMMER MONTAGS, MENÜ 1 SPIEGELREFLEX LEIPZIGER FREIHEIT BRIEF AN DIE HEIMAT LESERBRIEFE & IMPRESSUM ÜBER UNS PHILOSOPHISCHER TANZ KULTURBEUTEL 2 DR. FUCHS ÜBERS IHK ZFW AKTENKOFFER HEINRICH LÖFFELHARDT HISTORISCHER SCHUSS VERANSTALTUNGEN VERANSTALTUNGSKALENDER

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STADTLEBEN: MAI 2015 »ACHSO!« GEHT IN DIE 2. RUNDE Kurzfilm-Abend am 15.5.2015 auf dem Gaffenberg »Klappe auf im Kopf!« Nach erfolgreichem Start mit »Jeder kann was!« im März 2015 folgt am 15. Mai die zweite Veranstaltung von Achso! e.V. Unter dem Motto »Klappe auf im Kopf« wird unter freiem Himmel und Sommerfeeling ein Kurzfilmabend auf dem Gaffenberg, der Achso!-Homebase, geboten. Insgesamt sind vier Kurzfilme aus den Themenbereichen Integration, Kultur, Musik und Reisen zu sehen. Zusätzlich locken leckere, selbstgekochte Gerichte, erfrischende Getränke zu moderaten Preisen und anregende Gespräche mit Kurzfilmmachern und -fans. Nach den Filmen gibt es natürlich die Möglichkeit, die Hüften schwingen zu lassen. Wie bei der Achso!-Premierenveranstaltung »Jeder kann was!« werden Besucher auch diesmal wieder mit musikalischen Leckerbissen versorgt. »Klappe auf im Kopf!« am 15.Mai auf dem Gaffenberg, Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20:30 Uhr – veranstaltet von Achso! e.V. Informationen zum Verein, dieser und kommenden Veranstaltungen gibt es auf facebook und unter www. achso-ev.de.

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Gibt es etwas Inspirierenderes als Asphalt? Der neue Boxster Spyder. Ungefiltert. Ab sofort bestellbar im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 info@porsche-heilbronn.de www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 14,2 · außerorts 7,5 · kombiniert 9,9; CO 2 -Emissionen: 230 g/km.

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POESIE UNTER DER PYRAMIDE: POETRY- CHAMPIONS- SPECIAL Am 9. Mai findet »Unter der Pyramide« der Sparkasse der 35. Poetry-Slam Heilbronns statt. Beim Champions- Slam treffen dieses Mal die besten Slammer des deutschsprachigen Raums aufeinander, um dem Publikum eine einzigartige lyrische Show zu bieten. Seit sechs Jahren veranstaltet das Popbüro Heilbronn nun schon Poetry-Slams in Heilbronn. Und zur 35. Ausgabe des Dichterwettbewerbs haben sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes einfallen lassen und die Elite der deutschsprachigen Poeten »Unter die Pyramide« der Kreissparkasse geladen. Sieben der besten Slammer aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz werden sich eine Schlacht der Worte liefern, um den besten ihrer Zunft zu küren. Ein Poetry-Slam ist ein auf einer Bühne vor Publikum ausgetragener Wettbewerb, bei dem Wortakrobaten und Dichter gegeneinander Antreten. Dabei buhlen sie mit cleverem Wortwitz, nachdenklich stimmenden Versen oder rhythmischen Darbietungen um die Gunst des Publikums, das oftmals gleichzeitig die Jury darstellt und über das Schicksal der Teilnehmer entscheidet. Die Wettbewerbsform hat ihren Ursprung Mitte der 80er- STADTLEBEN: MAI 2015 Jahre in den USA. Der Chicagoer Dichter Marc Kelly Smith hatte genug von den klassischen, oftmals drögen Lesungen in verstaubten Bibliotheken und ließ sich den Wettbewerb einfallen, um ein jüngeres Publikum für die Lyrik zu begeistern. Heute gibt es in fast jeder Stadt regelmäßig Lyrikwettbewerbe; die Slams begeistern von jung bis alt jede Altersgruppe. Durch das Programm des Wettbewerbs der nationalen Meister in Heilbronn werden Nektarios Vlachopoulos, deutschsprachiger Poetry-Slam-Champion 2011 und Philipp Herold, seinerseits Rap- und Song-Slam-Champion 2013 bzw. 2014. führen. Die Performance-Poeten, alles regionale und nationale Meister aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sind die Crème de la Crème der deutschsprachigen Szene. Deshalb bietet der Veranstaltungsort »Unter der Pyramide« am Wollhaus auch 550 Gästen Platz. Schnell sein lohnt sich: Die Heilbronner Poetry-Slams waren alle regelmäßig schon nach kurzer Zeit restlos ausverkauft. Datum: 09.05.2015, Einlass: 19:30 Uhr. Tickets: 10 Euro (8 Euro für Kunden der KSK) unter: ksk-hn.de/poetryslam TEAM SCHELLER (MARBURG/FRANKFURT) – DEUTSCH- SPRACHIGE TEAM-SLAM-CHAMPIONS 2014 TEILNEHMER: VOLKER STRÜBING (BERLIN) – DEUTSCHSPRACHIGER POETRY-SLAM-CHAMPION 2005 LAURIN BUSER (BASEL) – DEUTSCHSPRACHIGER U20-SLAM-CHAMPION 2010 YASMIN HAFEDH (WIEN) – ÖSTERREICHISCHE SLAM- CHAMPIONESSE 2013 FLORIAN CIESLIK (FRANKFURT) – HESSISCHER SLAM- CHAMPION 2014 SANDRA DA VINA (ESSEN) – NRW-SLAM-CHAMPIONESSE 2014 NOAH KLAUS (BERLIN/PARIS) – BERLIN-BRANDENBURG- SLAM-CHAMPION 2014 MODERATION: NEKTARIOS VLACHOPOULOS – DEUTSCHSPRACHIGER POETRY- SLAM-CHAMPION 2011 PHILIPP HEROLD – DEUTSCHSPRACHIGER RAP-SLAM-CHAM- PION 2013/SONG-SLAM-CHAMPION 2014

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LANDLEBEN: MAI 2015 DER SOUND DER STRASSE: INTERNATIONALES STRASSEN- MUSIKFESTIVAL LUDWIGSBURG Am Pfingstwochenende findet das nun bereits 12. Internationale Straßenmusikfestival in Ludwigsburg statt. Vom 22. bis 25. Mai treten im Blühenden Barock, der Dauergartenschau Ludwigsburgs, 40 Künstler aus der ganzen Welt auf. Sie heißen El Flecha Negra, Keyaki Narusawa oder The Busquitos, sie stammen aus Südamerika, Japan oder den Niederlanden. Sie spielen Folk, Klassik oder Independent in Einzelbesetzung oder als Gruppe. So abwechslungsreich wie die Herkunft und Zusammensetzung seiner Bands präsentiert sich auch die Musik des internationalen Line-Ups des Straßenfestivals Ludwigsburg 2015. Während des Pfingstwochenendes, inmitten der blühenden Gartenlandschaft rund um das Ludwigsburger Residenzschloss, werden Straßenmusiker aus allen fünf Kontinenten ein vielfältiges Musikprogramm an zwölf Spielstätten zum Besten geben. Das Festival, welches diese Jahr in seine zwölfte Auflage startet, existiert seit 2001 und ist aufgrund des überwältigenden Erfolgs ein nicht mehr wegzudenkender Teil im Kulturprogramm der Stadt. Die Veranstaltung begeistert Jahr für Jahr Besucher sowie Künstler, denn im Gegensatz zu ihren »großen« Kollegen sind sich die Straßenmusiker nicht zu fein, auch auf Tuchfühlung mit ihren Hörern zu gehen. Nähe zum Publikum wird großgeschrieben und gehört zum Festival genauso dazu wie ein vielfältiges kulinarisches Angebot, das der multikulturellen Musik in keinster Weise nachsteht. Doch mit alleinigem Hören, Feiern und Schlemmen ist es noch nicht getan: Alle Besucher und Besucherinnen des Festivals erhalten eine Stimmkarte, mit der sie die Band, die ihnen am besten gefallen hat, zum Sieger des Festivals wählen können. Damit jeder Künstler ausreichend Zeit hat sein Repertoire zu präsentieren, hat jede Band (oder jeder Einzelkünstler) 30 Minuten für seine Darbietung, in der es die Gäste zu überzeugen gilt. Zusätzlich wird auf einer zentralen Bühne jedem Künstler die Möglichkeit zur Vorstellung in Form eines Kurzinterviews und einer kleinen musikalischen Einlage gegeben. Das Programm findet Freitag und Samstag von 18 bis 23 Uhr statt. Am Sonntag spielen die Bands von 18 bis 21 Uhr, im Anschluss gibt die Siegerband auf der Hauptbühne ein Konzert. Der Vorverkauf startet ab Mai an den Kassen des Blühenden Barock Ludwigsburg. Eine Tageskarte kostet 9 Euro, ein Wiederkomm-Ticket 5,50 Euro. Ermäßigte Tickets kosten 5 bzw. 3 Euro. youtube-Kanal: https://www.youtube.com/user/strassenmusikfest

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LANDLEBEN: MAI 2015 MARC OLIVER OLSCHEWSKI AN DER »B27« Marc Oliver Olschewski, geboren 1970 in Heilbronn, war zunächst von Beruf Werkzeugmechaniker, später Messtechniker. Es folgten ausgiebige Reisen nach Fernost. Diverse Praktika als Bildhauer und Bühnenmaler brachten ihn zur Kunst. Seine Arbeiten hängen im öffentlichen wie im privaten Raum. Inspiriert von den Erfahrungen seiner früheren Tätigkeiten widmete Olschewski sich anfänglich dem Gestalten im kartesischen Raum. Er formte Köpfe und Würfel als mathematisch allegorische Figuren, die sich auf eigenwillige Weise der Symbolik von Geometrie und Sterometrie seit der Renaissance zuwandten. Sein weiteres Arbeiten führte Olschewski zur Grafik und Malerei. Klein- und mittelformatige Ölgemälde visualisieren Olschewskis Leidenschaft an einer zwar geometrisch geordneten, jedoch nichtlinear ausgeführten, assoziativen Gedankenkunst, die er eher den Kriterien der Finesse und Reichhaltigkeit unterordnet, als den Notwendigkeiten eines kausalen, in linearer Sukzession strukturierten Denkens. Seine Gemälde können, geistig an den Ideen Laurence Sternes und den Theorien zur Arabeske der frühen Romantik anschließend, angesprochen werden als Farbströme, die einerseits als Ornamente für sich ihre Ästhetik entfalten. Andererseits öffnen sie sich Assoziationen zu unserer digitalisierten Welt mit ihren Visualisierungen, Berechnungen und algorithmischen Mustern. Bis zum 31. Mai stellt Oliver Olschewski seine Arbeiten aus in der Produzentengalerie B27, Offenau. Am Sonntag, den 31. Mai, von 14.00 bis 18.00, steht der Künstler dort dem Publikum für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Dr. Bernhard Stumpfhaus wird um 17.00 einen Vortrag halten zum Thema: Arabeske, Differenz und Wiederholung als Signaturen moderner Kunst. MEHR INFOS UNTER: WWW.PRODUZENTENGALERIEB27.COM

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PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTO: ULLA KÜHNLE MELI DIKTA: FOTOGRAFIERT FÜR IHRE BLICKBOUTIQUE IN HEILBRONN UND ÜBERALL SONST. MUSIKALISCH MAG SIE ES BUNT. UND PUR. Die Heilbronnerin ist passionierte Hobbyfotografin und hat eigentlich überall ihren Fotoaparat dabei. Und falls die große Kamera doch zuhause ist, gibt es ja noch Smartphones, um zu fotografieren. Am Ende eines Jahres entstehen aus den vielen Tausend Fotos, die Meli in den vergangenen zwölf Monaten gemacht hat, feine Fotobücher als Weihnachtsgeschenke für Freunde und Familie. Für das HANIX-Magazin fotografiert Meli schon seit drei Jahren. Besonders ans Herz gewachsen ist ihr die Fotorubrik »Heimatliebe«, für die Meli die Heilbronner Sehens- und Unsehenswürdigkeiten festhält.Wer mehr Bilder von Meli sehen will, dem sei ihr Internetauftritt www.blickboutique.de empfohlen. GRAND FUNK RAILROAD / ON TIME, 1969 Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger, als Grand Funk Railroad groß wurde, war eine Zeit, in der ich gerne gelebt hätte. Ich wäre natürlich ein Groupie erster Kajüte gewesen. Auf jedem Konzert wäre ich mit einem »Mark Farner, please marry me!«-Schild in der ersten Reihe gestanden. Ich hätte Kette geraucht und Whiskey getrunken, bis meine Stimme sexy und verrucht klingen würde. Ich mag den frühen 70er-Jahre Rock, der klingt ehrlich. Der Stil ist unverwechselbar, hartes Schlagzeug, Riffs einer Gitarre deren Klang warm ist und ein Bass der irgendwie eigenständig daherkommt. Ich sag nur: »Wuhuuuuuu-

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MEINE PLATTENKISTE: MELI DIKTA uu!« Killersound – Killerjungs! Den Song »Heartbreaker« anhören, dann wisst ihr, was ich meine. Diese Mischung aus Hardrock und einer Prise Funk und Soul. CHARLES BRADLEY / VICTIM OF LOVE, 2013 Und wenn ich wiedergeboren werde, dann bitte mit dieser Musik im Blut. Also ich bin dann eine »Blackmama« mit den weiblichsten Rundungen, die ich in hautenge Kleidung packe und voller Selbstbewusstsein tanze. Weißbrote bewundern uns wegen unseres Tanzgens, das ihnen fehlt. Derweil funke und soule ich mit meinem Riesen-Afro versonnen auf der Veranda in meiner Hood. Ich bin eine Gläubige, meine Religion: Funk & Soul. Charles Bradley war zwar spät dran mit seiner ersten Single. Die erschien erst 2002. Sein tolles Album »Victim of Love« ist sogar erst zwei Jahre alt und absolut empfehlenswert. Ein Hoch auf diese Musik, die für mich wirklich immer geht. Davon kann ich gar nicht genug bekommen. Musik direkt aus dem Herz für dein Herz. FIGUB BRAZLEVIC / OLDSCHOOL FUTURE, 2012 Figub, dass ich dich gut finde, ist nicht ganz so selbstverständlich. Hätte mich vor einiger Zeit jemand gefragt: »Meli, stehst du auf Hip-Hop?« Ha ha, da hätte ich gelacht. Dass ich mich diesem Genre doch geöffnet habe, liegt an meinem Freund, dem ich dafür ehrlich »Danke« sagen will. Er hat mich in die Tiefen des Hip-Hop eingeführt. Das Figub-Album hab ich dann von meinem Bruder bekommen. »Juchuuu!« Ich mag den Sound und die Beats sehr. Das Album klingt weich und man kann sich wunderbar dazu bewegen. Der liebe Herr Brazlevič, ein Berliner Produzent, hat mit seiner Musik einen eigenen, zeitlosen Anspruch, nämlich offen zu sein für jedwede Art von musikalischem Einfluss und Inspiration. Das finde ich ausgesprochen sympathisch. LABRASSBANDA / HABEDIEEHRE, 2008 Sympathische Chiemseeer Jungs, die mit ihrer Blasmusik ordentlich Laune machen. Wie eine Mischung aus bayerischem Gypsy Brass, Funk Brass oder Alpen Jazz Techno klingt der BrassBanda-Sound. 2010 waren sie für einen Auftritt in Heilbronn. Das war ganz arg wunderbar. Einen Abend lang hab ich gedacht, Heilbronn hat es verstanden und auf weitere Konzerte dieser Art gehofft. Leider nix! Ich warte immer noch auf mehr solcher Veranstaltungen. Deshalb mein ganz persönlicher Appell an Heilbronn: Sei mutiger und offener. LaBrassBanda macht tolle Musik, die ich, zugegeben, nicht jeden Tag hören könnte. Und die bayerischen Kerle machen Stimmung. Das finde ich wunderbar. Also weiter so, du Chiemseeer Blasmusikkapelle und schau doch mal wieder in Heilbronn vorbei. Okay? PUR / UNENDLICH MEHR, 1990 So. Ich käme, wie ich finde, wenn es um meinen Musikgeschmack geht, mit der bisher abgearbeiteten Liste zu gut weg. Es gibt eine musikalische Geschmacksleiche, die ich hier präsentieren werde. Ich schäme mich über mich selbst fremd! Ich hab das Album geliebt. Ich war zwölf, dreizehn Jahre und habe die Kassette in meinem gelben Sony-Walkman hoch und runter gehört. Ich konnte alle, wirklich alle Lieder auswendig. Und ich habe mit Hartmut Engler mitgesungen. Voller Inbrunst. Mit Leidenschaft rausgebrüllt. Fast hat es sich damals so angefühlt, als hätte ich die Songs selbst geschrieben. Einmal durfte ich auf dem Heimweg aus dem Familienurlaub sogar die Kassette in Papas Autoradio abspielen. Ich hatte Liebeskummer. Der italienische Surflehrer hatte es mir angetan, meine Flirtversuche aber nicht erwidert. Ich heulte auf der Rückfahrt Rotz und Wasser. Meine Eltern waren so verzweifelt, dass sie sogar meine Pur-Kassette einlegten, in der Hoffnung, dass Hartmut Engler mir helfen würde. Pur? Nö, heute nicht mehr.

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HEILBRONNER STUDIS Julia Reif hat Glück könnte man meinen. Ihr Ausbildungsbetrieb ist in Berlin. Aber die 26- jährige Bürstädterin ist kein Großstadtkind und wurde nie richtig warm mit der Hauptstadt. Das perfekte Kontrastprogramm hatte sie in Bad Mergentheim, wo sie ihre ersten fünf Semester Food Management studiert hat, ehe der Studiengang nach Heilbronn umgezogen wurde. Die Neckarstadt kannte Julia bis dato nur aus dem Auto vom Vorbeifahren am großen Kohlekraftwerk und ihr schwante Böses. »Ich war super skeptisch.« Umso überraschter war sie, als die Stadt ihr manches bot, was gefiel. Den Weihnachtsmarkt zum Beispiel. »Die Holzschnitze sorgten dafür, dass die Füße warm blieben und die Hütten waren schön dekoriert«, berichtet Julia, »und dass es eine Weinstadt ist und mich an meine Heimat erinnert, gibt mir ein Stück Zuhause in der Ferne«. Dass es im Vergleich zu Bad Mergentheim ein studentisches Campusleben gibt, gefällt der Hessin an Heilbronn genauso wie das Alte-Oma-Cafe im Käthchenhof. FOTOS: MEMO FILIZ »ICH WAR HEILBRONN GEGENÜBER SUPER SKEPTISCH« Name: Julia Reif aus Bürstadt bei Bensheim bei Darmstadt Alter: 26 Jahre Hochschule: DHBW Heilbronn Studiengang: Food Management im 6. Semester für FrischeParadies

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»MEIN HEILBRONN« PRÄSENTIERT HEILBRONNER STUDIS: JULIA REIF »Mein Heilbronn« spendiert jedem teilnehmenden Studenten einen Einkaufsgutschein der Stadtinitiative im Wert von 50 Euro. Du willst mehr über Heilbronn wissen? www.mein-heilbronn.de

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BESICHTIGUNGSTERMIN BEI ... BERND DERDAU BEILSTEIN SCHMIDHAUSEN LED ZEPPELIN, HOLZ UND LEDERJACKE In einem kleinen Häuschen auf dem Land hat Bernd Derdau für sich das perfekte Zuhause gefunden. TEXT & INTERVIEWS: SARAH BAUDENBACHER FOTOS: MELI DIKTA

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BESICHTIGUNGSTERMIN BEI: BERND DERDAU STECKBRIEF Wer wohnt hier? Ein Mann mit viel Liebe zur Musik. Am Rande von Beilstein, in der eigenständigen Gemeinde Schmidhausen, fand Bernd, inmitten von unzähligen Platten, Perücken und Instrumenten die Bleibe, die zu ihm passt. DAS HAUS 85 QM TOTAL

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BESICHTIGUNGSTERMIN BEI: BERND DERDAU SARAHS KLEINES WOHNINTERVIEW Wie hat es dich hierher verschlagen? Anzeige immoscout24. Hab sofort zugeschlagen und das Haus gekauft. Passte ziemlich gut zu mir und war dazu noch in meinem Budget. Hab ein schönes Rosenbeet vor dem Haus und einen kleinen Wintergarten, das reicht mir. Auch gut: kein Bürgersteig, kein Winterdienst. Wenn man dein Haus verpflanzen könnte, wo würdest du landen? England, USA oder Frankreich. War mal zehn Tage in Chicago zum Musik machen. Die Leute waren super! Gibt es etwas, was dich bei dir daheim stört oder dir fehlt? Ja! Ich bräuchte noch mehr Platz für meine ganzen Instrumente. Einen Unterstellraum für meine Verstärker und die ganzen Maschinen. Hab sogar die Sauna hier umfunktioniert als Lagerraum. In welchem Raum fühlst du dich am wohlsten? In meinem Musikraum/ Büro/Fernseheck. Dein Haus in drei Worten? Gemütlich, mein Charakter, Junggesellenhaus.

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SIE BESITZEN EIN HAUS IN HEILBRONN UND SUCHEN NACH EINER PERSPEKTIVE? Bereits saniert: Wilhelmstraße 17 Wir suchen Altbauten von 1600-1930 egal in welchem Zustand in Heilbronn Kernstadt + 5 km Radius zum Kauf. Was wir daraus machen, sehn Sie hier... Wir sind jung, motiviert und schaffen schönen und bezahlbaren Wohnraum für Studenten, Auszubildende und junge Arbeitnehmer. Helfen sie mit die Altbauten unserer Stadt zu erhalten. Bei Interesse können Sie uns wie folgt kontaktieren: Tel.: 07131 3903587 oder 0176 22386691 E-Mail: feimer@wohnraum-heilbronn.de Samuel Feimer & Philipp Kionka Uhlandstraße 57 74072 Heilbronn

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA & SANDRA CHMIELOWSKI

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION WÜRZE Am und ums Heilbronner Wollhaus gehen so langsam die Lichter aus. Viel Leerstand ist zu sehen. Eigentlich der perfekte Ort, um jungen, temporär angelegten Shops und Boutiquen Ladenfläche zum günstigen Preis anzubieten.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GRAU Die obere Etage des Wollhauszentrums kommt arg mausgrau daher. Belebt ist dieses Stockwerk des einstigen Einkaufstempels schon lange nicht mehr.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SPARGELZEIT Mit einem knallroten Apfel aus Pappmaché wirbt dieser Spargelbauer in direkter Nachbarschaft zur Burg Stettenfels in Untergruppenbach für seinen frisch gestochenen unterländer Spargel.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION EINKEHR ZUM GOLDENEN HOLZAPFEL Bei frühlingshaft-sommerlichen Temperaturen bei uns im Ländle kehrten viele Viertelesschlotzer wie hier im Neckarsulmer Holzapfel ein, um auf die warme Jahreszeit anzustoßen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ZWIEBELTURM Auf dem Heilbronner Hauptfriedhof wacht der alte Zwiebelturm über die Totenruhe.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION RUHE VOR DEM STURM Es braute sich etwas zusammen am unterländer Himmel. Auf der Aussichtsplattform des Scheuerbergs konnten Fernseher gut beobachten, wie das Unwetter näher kam.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GESICHT STARRT AUF BANK Die Umrisse dieses »Characters« sind in der ganzen Stadt zu entdecken. Hier starrt das ausgemergelte Gesicht auf die Sitzbank in der Heilbronner Fußgängerzone.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION LIEBE & FICKEN Ja, Liebe und Ficken gehören irgendwie zusammen. Und wahrscheinlich deshalb hat jemand diese Symbiose an eine graue Parkdeckwand neben dem Soleo gesprüht.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION EIN BETT IM FREIEN Romantiker sehen eine Kunstinstallation zum Schlafen unter freiem, Böckinger Himmel. Realisten sehen ein abgestelltes Bett, das vom Vorschläfer nicht ordnungsgemäß entsorgt werden wollte.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BETONLANDSCHAFT Schon wieder das Wollhaus. Rund um das große, dem Niedergang geweihte Kaufhaus herum erschlägt einen das massive Betongrau. Eine urbane Landschaft, die sich nach Osteuropa vor 30 Jahren anfühlt.

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JETZT ZUSCHALTEN w w w . c r o s s m e d i a e x p e r t s . d e

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BAUPROJEKT IM OSTEN Die Abrissbirne hat vor den Mauern dieses Hauses kein Erbarmen gezeigt und unbeeindruckt durchgezogen. Sicher entsteht an selber Stelle im gut situierten Osten der Stadt eine moderne Wohnanlage.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION WEIBERTREU Egal aus welchem Blickwinkel: In Weinsberg dominiert die Burgruine Weibertreu das Bild der Ortschaft.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION EIDECHSE IM KINDERPARADIES Dieses einheimische Reptil flitzte im Trampolini in Heilbronn einen Mast hinauf, um sich dem Kinderrummel zu entziehen.

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Für Existenzgründer und Zukunftsgestalter – die Innovationsfabrik Heilbronn Gründer- und Technologiezentrum Existenzgründer, Kreative sowie Technik- und IT-Freaks finden in der Innovationsfabrik Heilbronn (IFH), Weipertstraße 8 - 10, perfekte Rahmenbedingungen für ihr Business. Neuankömmlinge können sich mit Gleichgesinnten unkompliziert im einmaligen Ambiente einer Maschinenfabrik, beim Businessfrühstück oder im Bistro austauschen und profitieren von den einmaligen Marktchancen, die sich aus der Nähe zu den zahlreichen renommierten Erfolgsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Stadt- und Landkreis Heilbronn ergeben. Kostenlose Orientierungsberatung Das Venture Forum Neckar fungiert in enger Abstimmung mit der städtischen Stabsstelle Wirtschaftsförderung und der Stadtsiedlung Heilbronn als erste Anlaufstelle für Gründer und junge Unternehmen am Standort Heilbronn und stellt – wenn die Geschäftsidee überzeugt – den Kontakt zu Business Angels her. Regelmäßige Veranstaltungen von Netzwerkpartnern und Sprechstunden speziell für Kreative runden das Serviceangebot ab. Infrastruktur Und auch die Hardware stimmt in der zentral gelegenen Innovationsfabrik, dank günstiger Büro- und Werkstatträumen, mehreren Veranstaltungsräumen, Bistro, einer neuen Internet-Standleitung (50 MBit/sec.) und einer Bushaltestelle vor dem Gebäude. Kontakt: Mietanfragen Bernd Billek, Tel. 07131 6257-46 bernd.billek@stadtsiedlung.de Existenzgründungsberatung Sigrid Rögner, Tel. 07131 7669-110 existenzgruendung@stadt-heilbronn.de Veranstaltungen Simone Blümmel, Tel. 07131 7669-231 simone.bluemmel@innovationsfabrik.de www.innovationsfabrik.de www.stadtsiedlung.de

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ICH KANN JETZT NICHT Unser Vaterkolumnist erklärt seinen besten Heimwerkertrick TEXT: NICOLAI KÖPPEL Wenn man jung ist, funktioniert alles. Das wenige, was nicht funktioniert, wenn man am jüngsten, also beispielsweise noch ein Kind ist, sind die Sachen, die man noch nicht selbst machen kann – entweder weil man nicht darf oder weil man es verbergen muss, weil sich sonst die Großen in Zukunft weigern, das für einen zu tun. Ich erinnere mich, dass ich meine Schnürsenkel lange Zeit heimlich gebunden habe, ja sogar im Sportunterricht noch ließ ich mir die Lehrerin kommen und täuschte Ungeschick vor, weil diejenigen Kindkollegen, die ›binden‹ konnten, oft denen helfen mussten, die es nicht konnten. Und manches soll man ja auch gar nicht selber machen, wenn man klein ist, beispielsweise Rinderbraten mit Pilzen im Backschlauch, weil der Ofen nämlich ›ganz ganz arg‹ heiß ist. Wenn man sich trotzdem was tut, sind immer andere schuld. Keinesfalls soll man seinem kleinen Sohn sagen, dass er sich saublöd verhalten hat. Das demoralisiert und man muss den ganzen Kram noch ewig für ihn miterledigen, weil er sich vor dem Scheitern fürchtet, das im Alltag lauert wie ein Legoteilchen auf dem nächtlichen Flur und das einen jederzeit anspringen kann. Diese Zeit ist für mich vorbei. Von mir wird erwartet, dass ich gefälligst alles kann. Wenn man das überraschende Scheitern mit Alltagsdingen als Erwachsener verlernt hat, die Kinder bringen es einem wieder bei (nachts um drei ein grünes Eis herbeizaubern, macht das bitte mal. Ja, ich weiß, die vierundzwanzig-Stunden-Tanke, aber ich hatte meinen Schlafi schon an). Also sucht man sich, weil man nicht endlos erfinderisch ist im Ausreden ausdenken, Spezialaufgaben. Dinge, die nur Papa kann, weil sie nur Papa macht. Löcher in die Wand dübeln. Dicke Bretter bohren. Irgendwas abflexen. Zahnpastatube zuschrauben. Da triumphiert man über die Welt und macht einen guten Eindruck bei sich selbst. Ich muss vorausschicken, ich hab’s nicht absichtlich getan. Es ist einfach so passiert. Zu Beginn hab ich den Kleinen noch mitgenommen. In den Baumarkt. So viel besser als Supermarkt, und trotzdem Shopping. Ist ja auch spannend dort, und obwohl es an den Kassen auch massig zuckerhaltige Quengelware gibt, lässt es sich ansonsten gelöst durch die Flure wandeln, weil man den Wunsch nach einem Schwingschleifer, der aus Kindermund kommt, besser abbügeln kann als den nach »Bärenmüsli« (Schokopops, für die ein bedrohlich übergewichtiger Panda von der Packung grinst) – und sich die Frage, ob man einen Toilettensitz mit kleinen lustigen bunten Vögeln drauf kaufen soll, von selbst erledigt, denn wir haben ja schon einen Toilettensitz, und den kann man nicht abmachen, völlig unmöglich (was man beim Schnürsenkelbinden lernt, lernt man fürs Leben). Also alles easy, und irgendwas Billiges, Nützliches findet sich immer, das man dem Filius in die Hand drücken kann und das er stolz zur Kasse trägt (ein Pinsel, ein Eiskratzer,

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DIE VATERKOLUMNE: SEINE BESTEN HEIMWERKERTRICKS ein österliches Narzissenzwiebeltöpfchen für Mama). Als Lohn hat man ein konsumgebremstes Kind, das trotzdem sozial voll in wichtige Erwerbstätigkeit eingebunden wurde – und was nicht leichter wiegt: während man den Quack verbaut, den man soeben kaufte, hat man für ein paar Minuten seine Ruhe, wenn man von dem Höllenlärm absieht, den manche Werkzeuge veranstalten. Keine Absicht, wie gesagt. Aber wie das Leben eben so spielt, hatte ich einen Vormittag frei, als der Kleine im Kindergarten war – und mir fehlten Sechserdübel. Nur zwei Stück eigentlich, die wären irgendwo im Keller in irgendeiner von handwerklich begabten Vorvätern nachgelassenen Pfeifentabaksdose unter Umständen sogar noch aufzutreiben gewesen, aber das Auto stand vor der Tür und blinzelte mir im Frühlingslicht aufmunternd zu. Ich sah mich ein halbes Hähnchen vom Imbissstand neben dem Baumarkt mit auf die eigentlich lächerlich kurze to-do-Liste des späten Vormittags schreiben, ehe ich wusste, wie mir geschah (diese Marktplaner sind kleine Teufel). Mit quietschenden Reifen hielt ich wenig später neben der Imbissbude auf dem Parkplatz an, denn wer weiß, ob sowas Gängiges wie Sechserdübel nicht bald ausverkauft ist. Es heißt ja, man soll nicht hungrig einkaufen gehen. Satt ist aber auch keine Lösung. Übermäßig zufrieden vielleicht, gesegnet mit vollem Bauch und durch die Abwesenheit meines Sohnes mit der spiegelneuronenmäßig rückerworbenen Fähigkeit zum den-Baumarkt-mit-Kinderaugen-Sehen schlenderte ich die Regale ab – und mir fiel auf, dass mir, dass uns (als Familie) und der ganzen Welt ja eigentlich weit mehr fehlte als einfach nur zwei schnöde Sechserdübel. Als die wunderbare Frau, die mich ihr eigen nennt, mit dem Kleinen nach Hause kam, fanden sie mich im Garten, wo ich mit einer geliehenen Flex die verrosteten alten Fünfzigerjahre-Wäschestangen im Garten auf Bodenniveau lautstark absäbelte, um stattdessen einer Wäschespinne Platz zu machen, die bereits am Schuppen lehnte. Leihkosten einer Flex: 49€ am Tag. Kosten einer neuen Wäschespinne (zusammenklappbar) 129€. Drei Stunden Säbel- und Aufbauzeit, in der man Papa nicht stören darf: unbezahlbar. Ich hatte Blut geleckt. Eine Motorsäge wollte ich eh schon immer haben, das rechnet sich. Diese grässlichen Tujamonster im Garten braucht kein Mensch. Eine Wiedehopfhaue bester Qualität, mit der sich die Wurzelballen zusammenhacken und ausgraben ließen. Eine Plane fürs Auto und die 15 Euro für eine Deponie, wo man klobigen Biomüll abliefern kann, bereits im Kofferraum bzw. in der Tasche der Arbeitshose. Die ökologisch sinnvolle Waschmittelersparnis, weil ich in den nächsten drei Wochen quasi nicht mehr straßenfein vor die Tür ging, nimmt sich neben der tiefempfundenen Freizeit, die ich beim Arbeiten empfand, im Karmaverlauf wie ein mattes Bonustätscheln aus. Hingegen der lärmende, spritzende Hochdruckreiniger, mit dem sich die gesamte geplättelte Gegend ums Haus nebst allen Treppen und Terrassendielen porentief und einigermaßen dauerhaft von Moos und Schmutz und für viele Stunden frei von Frau und Kindern halten ließ, hat im Schuppen einen immer zugänglichen Platz erhalten, nachdem ich ein halbes Dutzend Mal zu diversen Reststoff-, Grünmüll- und sonstigen Höfen gefahren bin und das ganze Geraffel entsorgt habe, das mein Leben jahrelang aufs Dekorativste verstopft hat. Die jammerigen ›Wo-ist-mein- Bobbycar?‹-Rufe eines fast Sechsjährigen gehen im Gedröhne meines ersten eigenen Presslufthammers unter. Ich weiß jetzt außerdem, wie man das Betonfundament für eine stabile Kinderschaukel in vier eigens dafür gegrabene Löcher legt. Und dass es sich dabei um eine verdammt langwierige Angelegenheit handelt. Und wie es sich anfühlt, wenn man währenddessen mal wieder für sich ist. Der Sommer kann kommen. Und wenn die Kindergartenfreunde unseres Sohnes grüppchenweise am Nachmittag bei uns abgegeben werden, weil es hier so aufgeräumt und abgestrahlt sauber ist und eine Schaukel gibt es schließlich auch – ich werde davon schon nichts mehr mitbekommen. Ich bin im Keller und bereite die Herbstoffensive vor: sind noch Pinsel genug da, und Farbe und Schleifpapier fürs Schleifgerät? Ich will die Türen neu lackieren. Wie, welche? Alle! Natürlich muss ich das tagsüber machen, ist doch schließlich laut, das Abschleifen, da müsst ihr eben mal was unternehmen. Draußen in der Welt. Ja, die ist groß. Ja, ohne mich. Leider. (Gnihihi.) Außerdem suche ich die Sechserdübel. Wollte ich schon lange mal welche kaufen.

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»GANZ KURZ NOCH«-PODCAST »GANZ KURZ NOCH« EPISODE 3.1 Thema des Monats: Wir packen aus! Nun werdet ihr alle schmutzigen Details erfahren. Wir lassen alles raus und reden über Moc, Ovp und so weiter. Teil 1 der ganzen Wahrheit!

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ARTHAUS KINO FILM DES MONATS MAI 2015: DIE ABHANDENE WELT »Mit ihrem neuesten Film gelingt Margarethe von Trotta erneut ein Meisterwerk – persönlich erzählt und doch von allgemeiner Gültigkeit.« (Filmbewertungsstelle Wiesbaden) In den Universum Arthaus-Kinos Heilbronn – ab 7. Mai 2015 Durch Zufall entdeckt Paul Kromberger im Internet das Foto der US-amerikanischen Operndiva Caterina Fabiani, die seiner verstorbenen Frau Evelyn wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Seine Beunruhigung und zunehmende Verstörung überträgt sich auch auf seine Tochter Sophie. Neugierig geworden, bricht sie aus Deutschland zu einer Reise über den Atlantik auf, um Kontakt zu der Fremden aufzunehmen. Caterina begegnet ihr zunächst abweisend und ohne jede Bereitschaft, Auskunft über sich und ihre Familie zu geben. Erst nach und nach kommen Geheimnisse ans Tageslicht, die über Jahrzehnte tief in den Herzen der Elterngeneration verborgen waren. Mit emotionaler Verve erzählt der Film vom plötzlichen und unvermuteten Einbrechen der Vergangenheit in die Gegenwart, von verdrängter Angst und Schuld, von neuem Selbstbewusstsein und der Befreiung von Körper und ARTHAUS: KINOTIPP IM MAI Deutschland 2015 Länge: 101 Minuten FSK: Ohne Altersbeschränkung Regie: Margarethe von Trotta Darsteller: Barbara Sukowa, Matthias Habich, Katja Riemann, u.v.a. Seele durch das Bekenntnis zur Wahrheit. Ein Wechselspiel der Emotionen mit ungewissem Ausgang. »Die Mischung aus Mystery-Drama, Lovestory, verdrängten Familiengeheimnissen samt einer kleinen Prise augenzwinkernder Komik gelingt mit angenehmer Leichtigkeit. Die verschachtelte Geschichte entblättert sich mit bravouröser Raffinesse. Entscheidenden Anteil am Gelingen hat das exzellente Ensemble. Katja Riemann gibt vergnügt die fröhliche Jazzsängerin, derweil die Sukowa als Gegenstück den verhärmten Opernstar spielt, der erst zögernd Gefühle duldet. Dass die beiden Schauspielerinnen seit langem auch als Sängerinnen unterwegs sind, können sie mit ein paar ihrer Gesangseinlagen eindrucksvoll unter Beweis stellen. Last but not least gibt es ein kleines Wiedersehen mit Karin Dor – wie einst in James-Bond-Filmen und bei Hitchcock in sterbender Rolle. Chapeau!« (programmkino.de)

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Bruce Guthro The Hooters Noch heute Ticket sichern! Bob Geldof Amanda Rheaume / We Banjo 3 / Bruce Guthro / The Young Folk / Honig Skerryvore / Carlos Núñez / Toby / Bob Geldof / Impala Ray / Modern Earl The Blackberry Brandies / Lisbee Stainton / Hunter & The Bear Sarah Lee Guthrie / Alan Doyle / The Hooters www.blacksheep-festival.de

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»BOB GELDOF IST NIE ABGEHOBEN – DESHALB KOMMT ER NACH BONFELD« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KÜHNLE & BLACKSHEEP

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KULTURBEUTEL: BLACKSHEEP FESTIVAL Die Bonfelder Kulturinitiative Blacksheep e. V. veranstaltet in diesem Jahr zum zweiten Mal das blacksheep-Festival, das dem erfolgreichen Format Folk im Schlosshof gefolgt ist. Wir unterhielten uns mit Franz Koroknay und Ulrike Plapp-Schirmer im sehr irischen Vereinsheim der »schwarzen Schafe« über Ehrenamt, Künstlerbetreuung, die ihresgleichen sucht und einen tränenreichen Abschied. HANIX - Wie schafft man es, Bob Geldof nach Bonfeld aufs noch sehr junge, noch nicht etablierte blacksheep Festival zu lotsen? FRANZ KOROKNAY — Wir sind ja als Veranstalter durch Folk im Schlosshof etabliert, kennen die Agenturen und können so auf gute Beziehungen zurückgreifen. HANIX - Hat der Macher der Live Aid-Konzerte denn überhaupt keine Probleme, auf einem eher kleinen Festival aufzutreten? FRANZ KOROKNAY — Sicher gibt es Künstler, die meinen, das wäre unter ihrer Würde. Aber trotz seines Erfolgs ist Bob Geldof nie abgehoben, deshalb macht er auch solche Dinge. Er ist sich bewusst, dass er durch seine Präsenz einem kleinen, neuen Festival helfen kann. Das gilt natürlich auch für »The Hooters«. ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Die Bands kommen außerdem zu sehr vernünftigen Konditionen und nutzen die Situation nicht aus. Andere wollten das ausnutzen – aber die treten dann auf unserem Festival eben nicht auf. HANIX - war der Jubel nach der Zusage in der blacksheep-Truppe riesig? ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Ja klar! Wir lieben die Musik von Bob Geldof, wir schätzen sein politisches Engagement und wir wissen, dass er ein Künstler ist, der auch als Mensch gut zu uns passt. HANIX - Vorgänger des blacksheep Festivals war der erfolgreiche Festival Folk im Schlosshof, das zwölfmal stattfand, und 2012 letztmalig durchgeführt wurde. Im Herbst 2012 folgte dann die Gründung der Blacksheep Kulturinitiative Bonfeld e. V. Wieso die späte Gründung eines eigenständigen Vereins? FRANZ KOROKNAY — Folk im Schlosshof ist vom Förderverein des SV Bonfeld durchgeführt worden, inhaltlich aber irgendwann ausgereizt gewesen. Folk ist eine Nische und wir hatten am Ende jeden, der weltweit Rang und Namen hat, zu Gast. Ziel eines Fördervereins ist es, möglichst viel Ertrag zu machen, was uns zwar gut gelungen ist, aber nicht unsere eigentliche Intention war. Wir wollen möglichst gute Kultur bieten und Spaß haben. Wir wollen nicht in erster Linie Geld verdienen, was auch in unserer Satzung steht. Wir sind ein gemeinnütziger Verein. So, wie wir das jetzt bei Blacksheep machen, hätten wir es beim Förderverein nicht machen können. Wir hatten Lust auf etwas Neues. HANIX - Von wem kam der Anstoß zur Trennung? Warum habt ihr eines der erfolgreichsten Folkfestivals Europas auf dem Höhepunkt beerdigt? FRANZ KOROKNAY — Der Anstoß kam von mir, wir waren uns im damaligen Team allerdings alle einig, dass die Zeit gekommen war. Es ist uns nicht leichtgefallen, ich habe mich nach der Bekanntgabe in mein Büro eingeschlossen und geheult wie ein Schlosshund. Daraufhin wollte ich nichts mehr machen und mich nur um meine Frau kümmern, die in dem Jahr eine Stammzellenübertragung hatte. In einer solchen Situation denkt man natürlich nicht an Hobbys. Aber dann hat mich meine Tochter angerufen und gesagt »Vati, das können wir so nicht machen. Ich

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KULTURBEUTEL: BLACKSHEEP FESTIVAL mache Folk im Schlosshof weiter.« Ich dachte, sie wäre völlig verrückt geworden und sagte ihr, dass sie das vom Aufwand neben ihrem Studium gar nicht bewältigen könnte. Aber wir haben uns nochmal zusammengesetzt und kamen schließlich auf die Idee, etwas Neues zu organisieren. HANIX - Haben sich Arbeit und Struktur seitdem merklich verändert? ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Für mich hat sich alles verändert, da ich vorher nicht dabei war. Ich habe die Aufgaben von anderen übernommen und so hat sich die Struktur auch etwas verändert. Aber der ganze Verein entscheidet immer zusammen und arbeitet harmonisch miteinander. Wir haben einen hohen Anspruch an uns selbst: Wir streben nach größtmöglicher Perfektion in Organisation und Durchführung. Viele liebevolle Details gab es schon beim Vorgängerfestival. Wir machen noch einen Tick mehr, was bei Publikum und bei den Künstlern sehr gut ankommt. HANIX - Der Verein ist recht umtriebig und dabei mit Kulturveranstaltungen und kultureller Arbeit auch erfolgreich. Was machen die schwarzen Schafe in Bonfeld anders und besser als so viele andere Vereine aus der Region, sei es im Bereich Sport oder Kultur? FRANZ KOROKNAY — Es gibt einen wesentlichen Unterschied zu den meisten anderen Vereinen: Unsere einzelnen Bereiche – Security, Gastronomie, Marketing, Technik usw. – arbeiten selbstverantwortlich. Vor Kurzem haben wir ein Juniorteam gegründet, das den Bandcontest organisiert. Es ist etwas Besonderes, dass es jetzt schon eine zweite Ebene mit jungen Leuten und sogar Kindern gibt, die wir an weitere Aufgaben heranführen wollen. Wir geben ihnen Verantwortung und die Möglichkeit, sich zu verwirklichen und einzubringen, was super funktioniert. Denn mit einem einzigen Chef, der alles allein bestimmt, geht es am Ende meistens schief. HANIX - Verteilt sich die Arbeit aktuell auf mehr oder weniger Schultern als zu Zeiten des Fördervereins? FRANZ KOROKNAY — Auf deutlich mehr, da wir viel mehr Arbeit haben. Das kann man gar nicht miteinander vergleichen. Nach unserem Controlling beispielsweise würde sich jeder mittelständische Betrieb die Finger lecken. HANIX - Wie definiert ihr den Erfolg für euren Kulturverein? FRANZ KOROKNAY — Wenn das, was wir tun, von den Leuten gutgeheißen wird und wir viele Leute begeistern können. Natürlich muss es auch wirtschaftlich vertretbar sein, aber wir haben keine Gewinnerzielungsabsicht. ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Erfolg bedeutet aber auch, dass wir jemanden wie Bob Geldof oder die Horslips nach Bonfeld holen können. Das zeigt uns, dass sich solche Weltstars gut bei uns aufgehoben fühlen. Es ist auch kein Zufall, dass Künstler wie Bruce Guthro schon seit mehreren Jahren gern zu uns kommen. FRANZ KOROKNAY — Manche Bands bleiben sogar freiwillig länger auf dem Festival, obwohl sie eigentlich woanders auftreten könnten. Denen geht es bei uns vordergründig weniger ums Geld, als anderswo. HANIX - 15 Veranstaltungen in 2015 sind ein Haufen Holz. Ihr bohrt dicke Bretter … Was treibt euch alle gemeinsam an? ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Der große Freundeskreis, der uns ein Gemeinschaftsgefühl gibt. Mich treibt an, dass ich ein Ehrenamt habe, das der ganzen Familie Spaß macht und meinen Kindern die Möglichkeit bietet, schon in jungen Jahren eine andere, spannende Welt kennenzulernen.

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KULTURBEUTEL: BLACKSHEEP FESTIVAL FRANZ KOROKNAY — Die Motivation ist, gemeinsam etwas zu erreichen, dabei Spaß zu haben und am Ende Stolz darauf zu sein. HANIX - Das Festival lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Wie viele Vereinsmitglieder und Helfer sind rund um das Festival tätig? FRANZ KOROKNAY — Wir haben etwa 250 Mitglieder, Tendenz steigend, womit wir gar nicht gerechnet hätten. Das ging rasend schnell. Von diesen Mitgliedern helfen auch nahezu alle beim Festival. Viele nehmen sich extra Urlaub und sind von Aufbau bis Abbau dabei. Aber auch die, die nicht so viel Zeit aufbringen können, sind willkommene Helfer. Wir behandeln alle gleich. HANIX - Wie hoch ist der Etat des Festivals? Und wie hoch wäre er, wenn man alle ehrenamtlichen Helfer bezahlen müsste? FRANZ KOROKNAY — Dieses Jahr liegt er knapp über 300 000 Euro. Wenn wir die ehrenamtlichen Helfer einberechnen würden, kämen noch 150 000 Euro Personalkosten dazu. Ohne die vielen Gastronomiepartner, die uns helfen, weil wir gar nicht in der Lage wären, alles alleine zu leisten. ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Durch diese Gastronomiepartner ist auf dem Festival ein gastronomisches Angebot entstanden, was seinesgleichen sucht. Zusammen mit dem Gelände sorgt das für ein richtiges Wohlfühl-Ambiente. HANIX - Franz, du bist der kreative Kopf des Vereines. Wie sieht dein Aufgabenfeld genau aus? FRANZ KOROKNAY — Ich habe ein bunt zusammengewürfeltes Gremium, mit dem ich das Programm entwerfe. Bei mir gehen alle Bewerbungen – mittlerweile 2000 pro Jahr – ein, die ich selektiere und mit dem Bandgremium diskutiere. Dann erarbeite ich ein Programm- und Jahreskonzept und budgetiere es, um es dem Vorstand vorzustellen, der das letzte Wort hat. Sobald das alles steht, mache ich die konkrete Planung, suche die Locations, kümmere mich mit einer Gruppe um Sponsoren und mache die Verträge mit den Bands. HANIX - Von Berufswegen her kommst du eher aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich. Passt eigentlich nicht mit kreativer Arbeit zusammen … FRANZ KOROKNAY — Ich komme aus einem Betrieb, Saturn, in dem es genauso flache Hierarchien wie bei uns gibt und dort hervorragend funktioniert. Das habe ich mir abgeschaut und versucht, es in die Vereinsarbeit zu übertragen, was erstaunlich gut klappt. Außerdem ist Saturn Marktführer, wenn es um Entertainment geht, wodurch ich laufend mit der Branche und Künstlern zu tun hatte. Schon seit Jahrzehnten habe ich also beruflich organisiert. Die Musik war schon immer mein Hobby, und da ich zu untalentiert bin, in diesem Bereich selbst etwas zu kreieren, organisiere ich lieber. Und überlasse das Musikmachen denen, die es können. ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Es ist notwendig, dass man ein so großes Projekt nüchtern betrachtet. Die kreative Arbeit würde ohne die betriebswirtschaftliche Basis gar nicht funktionieren. Kreativität hat bei uns viel Platz, eine gute Planung und betriebswirtschaftliche Betrachtung aber ist genauso wichtig, um auf Dauer Qualität bieten zu können. HANIX - Das blacksheep Festival geht ins zweite Jahr und hat den Folk im Schlosshof abgelöst. Wie sieht das neue Konzept aus und worin unterscheidet es sich? FRANZ KOROKNAY — Im Gegensatz zum Folk im Schlosshof sind wir viel breiter aufgestellt. Auch die Gastronomie ist bei uns dramatisch anders und hochwertiger als bei

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KULTURBEUTEL: BLACKSHEEP FESTIVAL anderen Veranstaltern. Bei uns gibt es zum Beispiel Rumcocktails oder handgedrehte kubanische Zigarren, einer der besten Köche Deutschlands versorgt unsere VIP-Gäste und Künstler. Ein weiterer Unterschied ist, dass wir jetzt zwei gleichwertige und große Hauptbühnen haben, wodurch wir in der Lage sind, mehr große Acts zu buchen. Unser Equipment ist professioneller und wir haben einen Kids- & Junior-Club für Kinder ab sechs Jahren. HANIX - Also wollt ihr gezielt auch Familien ansprechen? ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Das ist ein Schwerpunkt. Schon voriges Jahr waren uns die Eltern dankbar, dass sie den Samstag entspannt auf dem Festivalgelände unterwegs sein und ihre Kinder bei unseren Erzieherinnen in Obhut geben konnten. Das kam richtig gut an und auch die Kids haben sich wohlgefühlt. Dieses Jahr bieten wir den Kids- & Junior-Club am Freitag und Samstag an. Sogar Musiker kommen bei den Kindern vorbei und spielen für sie. HANIX - Es wird auch wieder Verkaufsstände geben... FRANZ KOROKNAY — Das findet dieses Mal im Schlosspark statt und wird mitten im Geschehen sein. Ein schönes Angebot an Ständen mit keltischem Schmuck, einem Met- Stand, Handwerkszeug, Kräutern oder Magazinen. HANIX - Wahrscheinlich waren nicht alle von der Konzeptänderung begeistert. Schließlich habt ihr eines der erfolgreichsten Folkfestivals Europas auf dem Höhepunkt beerdigt … FRANZ KOROKNAY — Viele Helfer haben das nicht verstanden, weshalb es einen Bruch gab. Auch das alte Publikum hat im ersten Jahr ziemlich reserviert reagiert. Aber einige kommen jetzt wieder zurück. Und neue Besucher haben wir sowieso gewonnen, da wir einfach ein größeres Publikum ansprechen. Es gibt viele Leute, die froh sind, dass jetzt auch etwas für sie dabei ist. HANIX - Wie viele Besucher kamen letztes Jahr? Und welche Besucherzahl habt ihr dieses Jahr anvisiert? FRANZ KOROKNAY — Im letzten Jahr waren es knapp 5000 Besucher, für dieses Jahr haben wir 5600–5700 Besucher eingeplant, was wir nach dem derzeitigen Stand locker schaffen. Meine persönliche Wunschzahl wäre 6000. ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Ich glaube allerdings auch, dass es ein noch viel größeres Potenzial für das Festival gibt. Wir haben Bestellungen aus fünf Ländern und sind – auch durch unser umfangreiches Jahresprogramm – mit der Kulturinitiative blacksheep bekannter in der Region als wir es mit Folk im Schlosshof waren. HANIX - Große Namen kommen aufs Festival, weil die Atmosphäre und Künstlerbetreuung eine ganz besondere Qualität hat. Wie umsorgt ihr die Künstler, dass sie sich so wohl fühlen? FRANZ KOROKNAY — Wenn ein Künstler länger bleiben möchte, dann zahlen wir ihnen auch gerne weiter die Verpflegung und das Hotel. Dieses Jahr essen auch die Musiker im VIP-Bereich bei Uwe Straub, einem Koch, der zu den besten 50 in Deutschland gehört. Das gibt es nur bei uns. Wir kümmern uns einfach um die Künstler, die bei uns auftreten. HANIX - Ihr seid eine Bonfelder Vereinigung und im Ort beheimatet. Könnt und wollt ihr auch in der Großstadt, sprich Heilbronn, veranstalten? ULRIKE PLAPP-SCHIRMER — Wir haben unseren Sitz in Bonfeld, aber Bad Rappenau und Bad Wimpfen sind genauso wichtige Veranstaltungsorte für uns. Insofern haben wir im Moment drei Standbeine. Deshalb könnten wir uns sehr gut vorstellen, auch mal etwas in Heilbronn zu veranstalten. Da gibt es schon ein paar Ideen für die Zukunft, aber das Herz des Vereins schlägt natürlich für das blacksheep Festival – und das gehört zu Bonfeld.

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u l l a k ü h n l e f r e i r a u m p h o t o s p o r t r a i t f r e i r a u m p h o t o s m o d e r e p o r t a g e p r o d u k t s c h a u e n s i e e i n f a c h m a l v o r b e i … h i s t o r i s c h e n f l e i s c h h a u s k r a m s t r a ß e 1 7 4 0 7 2 h e i l b r o n n 2 . s t o c k w w w . f r e i r a u m - p h o t o s . d e 0 7 1 3 1 6 1 8 9 1 1 3 - 0

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TANZEN IST ANGEWANDTE PHILOSOPHIE Text: LEONORE WELZIN Fotos: LEONORE WELZIN & THEATER PFORZHEIM

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KULTURBEUTEL 2: TANZ IN PFORZHEIM Choreografie und Tanzkonzepte speisen sich in Pforzheim aus englischer Tanz-Tradition, russischer Ballettkunst und asiatischer Körper-Philosophie. So natürlich wie die Flüsse Nagold und Würm in die Enz münden, so organisch fließen diese unterschiedlichen Tanztheorien und Energieströme in die ästhetische Bewegungspraxis der Pforzheimer Ballett Compagnie. Mit der neuen Intendanz am Pforzheimer Theater geht die Sutherland-Ära der Denker und Tänzer zu Ende. Leonore Welzin hat einen Tag mit dem Ballett-Ensemble Pforzheim verbracht, kurz bevor es heißt: Antreten zum Schlussapplaus! »Tanzen, das bedeutet nicht Schritte machen, Tanzen ist eine Philosophie«, sagt Trainingsleiterin Elsa Genova. Sie ist glücklich, denn diese Erkenntnis hat sich unter Ballettfreunden in Pforzheim durchgesetzt – nach 13 Jahren, in denen das Duo James Sutherland und Elsa Genova in Sachen Tanz neue Konzepte gedacht, neue Ideen ausprobiert und umgesetzt hat. Nicht nur in der Black Box des Podiums, sondern auch auf der Bühne im Großen Haus überrascht Sutherland & Co mit jeder Produktion aufs Neue. Eine ureigene, markante Tanz-Handschrift hat sich in der Arbeit mit den Tänzern heraus kristallisiert. Überdies wurde am Theater ein Ballettzentrum eingerichtet, das Basisarbeit leistet. Unterschiedliche Tanztechniken werden hier für interessierte Laien aller Altersklassen angeboten. Nicht nur temporär, sondern – und das ist für Bewegungskultur unabdingbar, dauerhaft. Ein Glücksfall für die Schmuck- und Goldstadt Pforzheim, vereint die Kombi Sutherland und Genova doch Tanzrichtungen, die lange ideologisch besetzt waren und in der Epoche des kalten Kriegs als unvereinbar galten. James Sutherland, Ballettchef und künstlerischer Leiter, ist Schotte, der seine Ausbildung an der Rambert School of Ballet in London erhielt. Genova, seine Stellvertreterin, kommt aus Bulgarien und hat dort die klassisch-russische Vaganova- Methodik gelernt. Nach Wanderjahren weltweit führt die choreografische Arbeit das Duo zusammen und nach Pforzheim. Hier entwickeln die Tanzprofis mit einem jungen, handverlesenen Ensemble einen ganz eigenen Stil, geprägt von der Offenheit sich mit anderen Disziplinen und neuen Medien – Bildender Kunst, Video und Design – forschend auseinanderzusetzen. So entsteht am Theater keine willfährige Tanztruppe, die nur geduldet wird, um gelegentlich Operette und Musical aufzuhübschen (wie an vielen Theatern in Deutschland), sondern ein überaus aktives, kleines Tanz-Biotop, das die eigene Kunst hinterfragt, sich anderen Sparten öffnet,

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KULTURBEUTEL 2: TANZ IN PFORZHEIM sich in Theorie und Praxis mit zeitgenössischen Bewegungsformen, und über kulturelle Schranken hinweg, mit fernöstlichem Körpertraining beschäftigt. »Am Anfang war Tai-Chi fürs Ensemble ungewohnt« erklärt Sutherland. Die Tänzer stöhnten: »Muss ich unbedingt Tai-Chi machen?«, mittlerweile sehnen sie sich danach und fragen: »Wann machen wir endlich wieder Tai-Chi?«, so Sutherland, der selbst bei einem chinesischen Meister studiert hat. Tai-Chi ist eine Möglichkeit, Energie zu sammeln, zu bündeln. Eigentlich wurde diese Bewegungslehre für den Kaiser entwickelt, für seine Gesundheit, und um sein Leben zu verlängern, es steckt aber viel mehr drin als Therapie. Tänzer absolvieren ein straffes Arbeitspensum. Der Tag beginnt um 11 Uhr im Ballettsaal. Aufwärmen, Dehnen und schnelle Reiz-Reaktionsübungen an der Stange. In der Mitte werden Koordination, Balance und Richtungswechsel anhand kleiner Schrittfolgen geübt. Auf der Diagonale schließlich komplexere Abläufe und raumgreifende Sprungkombinationen. Eine Woche vor der Premiere sieht der Tagesplan Proben um 12.30 Uhr und 18.30 Uhr vor. Genova, die keine 08/15-Übungen anbietet, sondern immer wieder innovativ auf die Bedürfnisse der Tänzer eingeht, sagt: »Wenn sie Proben haben, verkürze ich das Training auf eine Dreiviertelstunde. Um Zeit und Kraft zu sparen packe ich beispielsweise Adage, Fondu und Pirouette in eine Kombination«. Tänzer sind keine Frühaufsteher, man spürt, wie sich die müden Körper beugen, strecken und winden, wie langsam die Lebensgeister geweckt werden und welche Wunder die Klavierbegleitung wirkt, um in den richtigen Modus zu kommen. Der Körper wird mit jeder Übung wärmer, weicher und ist präsent, wie Rennpferde vor dem Start. Spannung liegt in der Luft, wenn sich alle in der komplett schwarzen Werkstattbühne des Theaters versammeln. Die letzte Premiere schenkt Sutherland der »Next Generation«, so lautet programmatisch der Tanzabend im Podium. Tu Ngoc Hoang und Ermanno Sbezzo sind seit drei Jahren Mitglied im Ensemble. Choreografische Fingerübungen haben sie schon gemacht, nun teilen sich der Italiener und der Vietnamese einen Abend. Jedem der beiden Choreografen stehen fünf Tänzer und die Infrastruktur des Theaters zur Verfügung. Ermanno schlägt für sein Stück »spliThougts« einen Schnelldurchlauf vor, um die Einsätze für Licht- und Ton, sowie die Gänge genau festzulegen. Besonders riskant ist das Kabel der Windmaschine, die auf der dunklen Bühne von Tänzern abwechselnd hin- und herge- fahren wird. Wichtig sind dem Choreografen zudem die Duette, zum Teil mit schwierigen Griffen und komplizierten Umschwüngen. Sie werden vorgeprobt, bis sie mühelos den gewünschten Schwung erreichen. Eine Tänzerin soll eventuell in Shorts auftreten, wie das wirkt, möchten der Choreograf und die Kostümbildnerin sehen. Flugs wechselt die Tänzerin die Probenklamotten und der Durchlauf beginnt. Gänge und Duette klappen. Das Licht braucht noch ein paar Feinabstimmungen. Die Idee mit der Short wird verworfen. Sutherland, der als Coach die choreografische Arbeit unterstützt, ist zufrieden. »Im Klassischen Ballett ist die Koordination interessant: Wie fängt eine Pirouette an? Wie finde ich das Gleichgewicht, vom Out-of-balance into balance?« während Sutherland das erklärt, demonstriert er die unterschiedlichen Bewegungsansätze: »Beispielsweise beim Chassé setzt du hier an.«, er greift zur Schulter, der Bewegungsimpuls vom Blick

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über die Schulter bis zum Schleifschritt folgt einer Logik von oben nach unten, in Sekundenbruchteilen, kaum sichtbar. Ganz anders im Tai-Chi: hier, wie auch in anderen asiatischen Bewegungsschulen bis hin zu den Kampfsportarten, kommt der Impuls aus dem Körperzentrum und durchströmt den ganzen Leib von der Mitte über die Peripherie in den Raum. Paradebeispiel für diese besondere Bewegungsqualität der Compagnie sind die Japaner und der Vietnamese Hoang. »Origami« nennt Hoang sein Stück. Er sieht in der japanischen Faltkunst eine Analogie zu Zeit und Raum. Was kann man aus einem flachen Blatt Papier nicht alles machen? Was kann eine einfache Geste aussagen, wenn sie nicht mit Bedeutung überladen und schwer wird, sondern einfach da ist. Obwohl die Choreografie den präzisen Falten eines Origami-Kunstwerks gleich, haargenau strukturiert und präzise durchgetaktet ist, wirkt sie frisch und überraschend wie eine Improvisation. Was sich Europäer aneignen müssen, haben Asiaten über Jahrtausende akkulturiert. Energetische Transformationen sind Teil ihrer Körperintelligenz. Nicht die Form generiert den Ausdruck, sondern der energetische Zustand schafft die Form, gibt ihr Gehalt. Der Körper ist das Vehikel der Botschaft, wie das Blatt. Es lässt sich beschreiben oder falten. Wird in der Papierfaltkunst die dritte Dimension darstellbar, ist es im Tanz die vierte. »It’s all about time. Ein Tänzer ist Ausdruck der Zeit«, sagt Sutherland. Eine Minute still stehen, das ist unmöglich! »Wo ist meine Bewegung?«, sagt er und lacht: »We dance to not dance!« Wir tanzen, um nicht zu tanzen – eine von östlicher Philosophie durchdrungene, virtuose Tanzästhetik, die in Pforzheim in dieser kongenialen Verbindung nur noch bis zum Spielzeitende zu erleben ist. Die neue Intendanz folgt dem unsäglichen Trend, dem Tanz mit Gastspielen den Garaus zu machen. —————————————————————————————————— I SUPPOSE SO WERKE CRANSTON GEMEINSCHAFTS PROJEKT CRANSTON JOHN BALDESSARI 18.04.15 — 07.06.15 Di - So 11-17 Uhr Do 11-19 Uhr KUNSTVEREIN HEILBRONN Allee 28 / Kunsthalle Vogelmann kunstverein-heilbronn.de ————————————————— Dank für Unterstützung an: Stadt Heilbronn Regierungspräsidium Stuttgart —————————————————

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INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ »MAN MUSS NICHT ALLES NEHMEN, WAS ANGEBOTEN WIRD« Seit einem Jahr ist Dr. Thomas Fuchs Geschäftsführer des Zentrums für Weiterbildung der IHK – Heilbronn-Franken. Wir trafen den Mann, der dafür mitverantwortlich ist, die Region beim Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte zukunftsfähig zu machen. Ein Gespräch über forsches Auftreten im Bewerbungsgespräch, die Aufgaben des ZFW und die Relevanz für Unternehmen, sich ein Personalentwicklungskonzept zu erarbeiten.

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AKTENKOFFER: DR. THOMAS FUCHS HANIX - Herr Dr. Fuchs, Ende Mai werden Sie die Geschäfte des IHK – Zentrum für Weiterbildung Heilbronn-Franken ein Jahr geführt haben. Ihr Vorgänger, Andreas Gögel, bat aus privaten Gründen um Aufhebung des Vertrages. Sind Sie über Nacht zum Geschäftsführer des ZfW geworden? DR. THOMAS FUCHS — Es kam alles sehr kurzfristig im letzten Jahr. Ich war zum Jahreswechsel 2012/2013 allerdings schon für einige Monate Interimsgeschäftsführer des Weiterbildungszentrums und kannte die Einrichtung. Ich musste im letzten Jahr also nicht zu viele Nächte darüber schlafen und habe die Aufgabe gerne angenommen. HANIX - Mitte April ging die große Heilbronner Bildungsmesse im Industriegebiet Böllinger Höfe über die Bühne, auf der Arbeitgeber versuchen mit großem Aufwand die Gunst der zukünftigen Auszubildenden zu gewinnen. Mit welcher Strategie gewinnt eine Firma einen Auszubildenden für sich? DR. THOMAS FUCHS — Die Ausbildungsplatzsituation hat sich grundlegend verändert. Vor einigen Jahren war es noch so, dass es ein Überangebot an Bewerbern gab. Das ist heute nicht mehr der Fall. Die Unternehmen müssen einiges bieten, um attraktiv für qualifizierte Nachwuchskräfte zu sein. Und dabei geht es nicht nur um die Ausbildungsvergütung. Die Unternehmen müssen Perspektiven aufzeigen, um junge Menschen für sich zu gewinnen. Das bezieht sich auf die Ausbildung aber, und das betrifft unseren Sektor, es geht auch um Weiterbildungsperspektiven, die Mitarbeitern geboten werden. Mitarbeiter wollen eigene Entscheidungen treffen und ihre Freiräume haben. Entsprechend müssen die Firmen aufgestellt sein. HANIX - Sind die regionalen Unternehmen denn diesbezüglich gut aufgestellt? DR. THOMAS FUCHS — Wir finden hier in der Region sehr unterschiedliche Situationen vor. Grundsätzlich sind die Unternehmen aber offen. Ein Umdenken hat hier großflächig eingesetzt. HANIX - Wer hat beim Fach- und Führungskräftemangel am Verhandlungstisch die besseren Karten: Das Unternehmen oder der junge Mensch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz? DR. THOMAS FUCHS — Es kommt darauf an. Die hochattraktiven Arbeitgeber, wie zum Beispiel Audi, haben nach wie vor gute Karten. Aber andersherum leben wir heute in einer Zeit, in der man als qualifizierter Bewerber nicht mehr alles nehmen muss, was man angeboten bekommt. Ein qualifizierter Bewerber hat Auswahlmöglichkeiten. Durch den Fach- und Führungskräftemangel hat sich die Situation für den Arbeitnehmer verbessert. HANIX - Wie würden Sie vorgehen, wenn Sie auf der Suche nach einem Ausbildungsangebot hier in der Region wären. Und stellen wir uns vor, Sie wären Jahrgang 1995 … Wären Sie ein forscher Verhandlungspartner mit konkreten Vorstellungen, welche Weiterbildungsangebote und sonstigen Features das Unternehmen anzubieten hat? DR. THOMAS FUCHS — Man muss das richtige Maß haben. Ich wäre forsch, aber sicher nicht überheblich und frech. Kein Arbeitgeber gibt einem die Garantie, dass es auf der Karriereleiter nach oben geht. Denn es darf kein Selbstläufer sein, im Unternehmen nach vorne zu kommen. Man muss als Arbeitnehmer seinen Beitrag dazu leisten. Ich würde also die Option zum Karriereaufstieg einfordern, wüsste aber, dass es in meiner Hand liegt, ob es klappt oder nicht. HANIX - Auf welche Weiterbildungsoptionen würden sie als Ausbildungsplatzsuchender pochen? DR. THOMAS FUCHS — Ich würde auf die Möglichkeit durch Weiterbildung den »Betriebswirt« zu erlangen, bestehen. HANIX - Was genau passiert hier vor Ort im ZfW? Es hat ein bisschen Schulcharakter. Wir sehen viele junge Menschen hier. DR. THOMAS FUCHS — Was uns gefällt, ist dieses in der Tat lebendige Umfeld hier im Haus. Grundsätzlich haben wir als Zentrum für Weiterbildung zwei Standbeine. Die Aufstiegsfortbildung und die Anpassungsfortbildung. Für die Aufstiegsfortbildung wird in der Regel hier ein Lehrgang über zwei bis zweieinhalb Jahre absolviert und mit einer Prüfung bei der IHK abgeschlossen. Diese Fort-

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AKTENKOFFER: DR. THOMAS FUCHS bildungen, beispielsweise zum Industriemeister oder zum Wirtschaftsfachwirt, können für die Teilnehmer einen wirklichen Karriereschritt mit sich bringen. Das zweite Standbein sind Seminare oder Zertifikatslehrgänge. In Seminaren werden zum Beispiel Rechtsänderungen oder aktuelle Entwicklungen behandelt. Man bekommt sozusagen ein Update. Zertifikatslehrgänge nehmen eine Zwischenposition zu den kurzen Seminaren und den längeren Prüfungslehrgängen ein. Zertifikatslehrgänge dauern zwischen 50 und 250 Stunden und sind gut geeignet für diejenigen, die sich beispielsweise in ein neues betriebliches Aufgabengebiet einarbeiten wollen. So haben wir viele Teilnehmer, die den Zertifikatslehrgang Lohn- und Gehaltsabrechnung besuchen, weil sie in diesen Bereich wechseln wollen oder gewechselt sind. Weiter bieten wir Firmenseminare an und schneiden diese direkt auf die Bedürfnisse des Unternehmens zu. Und zu guter Letzt bieten wir noch Auszubildendenseminare für ganz junge Leute an, die gerade ihre Ausbildung begonnen haben. Dabei soll den neuen Azubis vermittelt werden, was ein Unternehmen von den Auszubildenden erwartet. HANIX - 183 269 Teilnehmer haben die ZfW-Bildungsangebote seit 1993 wahrgenommen. Das sind im Schnitt 8 330 Teilnehmer pro Jahr. Wie sehen die aktuellsten Zahlen aus? Über oder unter Durchschnitt? DR. THOMAS FUCHS — Wir haben aktuell zwischen 12 000 und 13 000 Teilnehmer pro Jahr in 900 Veranstaltungen. Wir wachsen jährlich immer noch ein bisschen weiter. HANIX - Eine Ihrer Aufgaben ist es Personalentwicklungskonzepte zu entwickeln und zu nachhaltigem Erolg im Unternehmen zu implementieren. DR. THOMAS FUCHS — Alle Unternehmen, die langfristig wettbewerbsfähig bleiben wollen, sind abhängig von fähigen Mitarbeitern. Deshalb ist die Führungskräfte- und Personalentwicklung ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit hier im Weiterbildungszentrum. Hier lernen Führungskräfte Verantwortung zu tragen, und Mitarbeiter zu führen und zu motivieren. Viele kommen zu uns, weil sie sich das Handwerkszeug aneignen wollen, das man zum Beispiel braucht, wenn man sich vom Mitarbeiter zum Vorgesetzten entwickeln will. Aber nicht nur im Führungsbereich sind wir für die heimische Wirtschaft aktiv, sondern auch in anderen Themen, die als Inhouseseminar besonders sinnvoll sind, wie zum Beispiel Vertriebstrainings, Sprachen, Teamentwicklung oder auch Präsentationstechniken. HANIX - Wie steht es tatsächlich hier in der eher ländlich geprägten Region Heilbronn-Franken um den Fach- und Führungskräftemangel? DR. THOMAS FUCHS — Wir dürfen uns nicht ausruhen. Wir haben hier sehr viele Firmen, die sehr gut unterwegs sind. Diesen Firmen gelingt es natürlich, gutes Personal zu locken. Aber auch die Metropolregionen wie München, Köln oder Berlin haben einiges zu bieten. Unsere Unternehmen bekommen ihre Positionen besetzt, aber schon lange nicht mehr als Selbstläufer. Die ganze Wirtschaftsregion unternimmt eine Menge an Anstrengungen, um für junge Menschen attraktiv zu sein. Sei es durch das Welcome Center oder den Bildungscampus und dessen Ausbau. Sollten alle weiter dermaßen engagiert sein, wird die Wirtschaftsregion für die Zukunft gut gerüstet sein.

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MEG CRANSTON – »I SUPPOSE SO« DER KUNSTVEREIN HEILBRONN PRÄSENTIERT IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN BIS ZUM 7. JUNI »I SUPPOSE SO« VON MEG CRANSTON. DIE US-AMERIKANISCHE AUSNAHMEKÜNSTLERIN ZEIGT ZUSAMMEN MIT IHREM KOLLEGEN JOHN BALDESSARI EINE EINZIGARTIGE AUSSTELLUNG IN HEILBRONN. IN EINER KOMBINATION AUS BILDSERIE UND TEXTEN STEHT VOR ALLEM DER ZUSAMMENHANG VON BILD UND SPRACHE IM VORDERGRUND. Cranston, die 1960 geboren ist und in Los Angeles lebt, ist die Gewinnerin zahlreicher Preise, darunter ein Guggenheim-Stipendium. Nach ihrem Anthropologie- und Kunststudium in Ohio und Kalifornien besetzte sie unter anderem Lehrstühle am Otis College of Art and Design und der University of California, beide Los Angeles. Vor und während ihrer akademischen Karriere stellte die Künstlerin in mehr als 40 Einzel- und unzähligen Gruppenausstellungen aus. Cranstons Werke, die von Skulpturen, Zeichnungen und Collagen über Fotos, Künstlerbücher sowie Performances bis hin zu Installationen reichen, nutzt beinahe das komplette Spektrum der Kunst. Bei ihrer Arbeit bedient sie sich aus den Feldern der Farbtheorie, Literatur, Mode, Design, Werbung und Musik. Dabei beschäftigt sich Cranston mit den Schnittpunkten der eigenen sowie allgemeinen Erfahrungen und den Ansprüchen, die das Publikum an einen Künstler hat, beispielsweise die Aufforderung, die Welt mit anderen Augen als der der »Nicht-Künstler« zu sehen. Ihr Partner bei der Ausstellung, der 1931 in Kalifornien geborene John Baldessari, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der gegenwärtigen Konzept- und Medienkunst. Ursprünglich widmete sich Baldessari der Malerei, verbrannte dann jedoch im Jahre 1970 in einem aufsehen- erregenden »Kremationsprojekt« alle seine Werke, um sich der Arbeit mit Bildern und Sprachen zuzuwenden. Hier bearbeitet er den Zusammenhang und die Beziehungen zwischen den beiden Ausdrucksformen. Die Früchte der gemeinsamen Arbeit der beiden Künstler sind nun in der Kunsthalle Vogelmann, präsentiert vom Kunstverein Heilbronn, zu sehen. Meg Cranston erstellte die Bilder und John Baldessari liefert dazu den Text, den er aus seinen eigenen Schriften entnimmt. Das ermöglicht eine Untersuchung der Texte losgelöst von ihrem Kontext, »nur« im Zusammenspiel mit Cranstons Bildern. Für diese nutzt die Künstlerin eine spezielle Farbpalette des Herstellers Pantone, die jedes Jahr den Trendfarben der neuen Frauenmodensaison entspricht. Zusätzlich zu den Bildern der Ausstellung »I suppose so« werden Cranstons raumübergreifende Arbeit »Complete Works of Jane Austen«, ein sechs Meter durchmessender Ballon, sowie einige neue Bilder und Collagen gezeigt. INFO: MEG CRANSTON – »I SUPPOSE SO« VOM 18. APRIL BIS 7. JUNI 2015. VERANSTALTET WIRD DIE AUSSTELLUNG VOM KUNSTVEREIN HEILBRONN IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN. GEÖFFNET HAT DAS MUSEUM VON DIENSTAG BIS SONNTAG, 11 BIS 17 UHR UND DONNERSTAG, 11 BIS 19 UHR.

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KUNSTREGION: MEG CRANSTON – »I SUPPOSE SO«

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»MEIN BART MACHT MICH STÄRKER«

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INTERVIEW DES MONATS: MARCO »TONI« SAILER Marco »Toni« Sailer erlebt gerade seinen sportlichen Traum beim Fußball-Zweitligisten Darmstadt 98. Es ist die klassische Story des Underdogs, der die Liga aufmischt. Vor zwei Jahren sportlich in die Regionalliga abgestiegen, folgten traumhafte Jahre mit einer zusammengewürfelten Truppe, die nun an die Türe der Bundesliga anklopft. Wir trafen den Stürmer und Publikumsliebling, der seine Jugend beim VfR Heilbronn verbracht hat, am Böllenfalltor in Darmstadt und sprachen über sein erstes Saisontor am 28. Spieltag, seinen sehr guten Notendurchschnitt beim Fachmagazin kicker und über die Stärke von Bartträgern. INTERVIEW: ROBERT MUCHA & FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: MEMO FILIZ HANIX - Von der Belleetage des nationalen Fußballs, zu der wir gleich kommen, in die Heilbronner Niederungen: Verfolgst du den Fußball im Unterland? Du hast schließlich für den VfR Heilbronn und später für den Nachfolgeverein FC Heilbronn gespielt. MARCO »TONI« SAILER — Es ist traurig, was die letzten Jahre in Heilbronn passiert ist, zum Beispiel die Unterschriftenaffäre. Ich denke, das hat viel vom Heilbronner Fußball kaputtgemacht. Das Potenzial, um langfristig mit den richtigen Leuten wieder nach oben zu kommen, ist aber auf jeden Fall da. HANIX - Hast du noch Kontakt zu alten Mitspielern oder Trainern? MARCO »TONI« SAILER — Aktuell nicht, aber mit ein paar Leuten tausche ich mich ab und zu aus. HANIX - Weißt du, welches Team aus Heilbronn gerade das Beste ist? MARCO »TONI« SAILER — Ich würde auf Union tippen? HANIX - Falsch. Aramäer Heilbronn! MARCO »TONI« SAILER — Ach, echt? Das ist cool. HANIX - Nun aber zu deiner Gegenwart. Gegen Nürnberg hast du am 28. Spieltag endlich dein erstes Saisontor erzielt. Weißt du noch, wann du dein bis dato letztes Tor geschossen hast? MARCO »TONI« SAILER — Das wird ja immer gleich im Fernsehen preisgegeben; ich glaube, es war im Februar 2014. Ist also schon etwas länger her, was mich schon etwas geärgert hat. Deshalb war die Freude auch umso größer. HANIX - Also ist Tore schießen immer noch das geilste Gefühl, das man als Stürmer haben kann?

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INTERVIEW DES MONATS: MARCO »TONI« SAILER MARCO »TONI« SAILER — Ja auf jeden Fall, es war ein geiles Gefühl! Aber dadurch, dass ich in den letzten zwei Jahren weniger getroffen habe, habe ich versucht, mir dieses Gefühl auf andere Weise zu holen. Beispielsweise über gewonnene Zweikämpfe, Vorlagen oder gelungene Aktionen, die zu einem Tor führen. Die Glücksmomente habe ich also selbst dann, wenn ich kein Tor schieße. Mein Ziel ist aber trotzdem immer zu treffen. HANIX - Wie definiert sich dein Stürmerspiel heute? Tore schießen scheint inzwischen kein großer Bestandteil davon zu sein. Hast du dein Spiel umgestellt? MARCO »TONI« SAILER — Umgestellt nicht, aber angepasst. In unserem System bin ich eher die hängende Spitze und gleichzeitig, nach Dominik Stroh-Engel, der erste Verteidiger. Deshalb bin ich oft im Mittelfeld in den Zweikämpfen und habe nicht so die Präsenz vor dem Tor und lange Wege bis zur Kiste. Meine Spielweise passt zur Mannschaft und so ist unser Fußball erfolgreich. Da verzichte ich gerne auf den einen oder anderen Torschuss und mache dafür ein paar Kilometer mehr. HANIX - Wirst du aufgrund deiner Torausbeute von den beiden Verteidigern Bregerie (5 Tore) und Balogun (4 Tore) gefoppt? Sie übernehmen schließlich deinen Job ... MARCO »TONI« SAILER — (lacht) Nein, eigentlich gar nicht. Klar wird ab und zu mal herumgealbert, aber sie wissen ja, was ich für die Truppe leiste. HANIX - Dein Notenschnitt spricht Bände. Sowohl in der letzten, aber auch in der aktuellen Saison, bist du notenbester Stürmer deiner Mannschaft. Und das, obwohl dein Sturmpartner Dominik Stroh-Engel in der vergangenen Saison mit 27 Saisontoren den Rekord in der 3. Liga geknackt hat. Warum benotet dich der kicker so gut, obwohl du als Stürmer kaum Tore machst? MARCO »TONI« SAILER — Zuerst muss ich sagen, dass ich keinen Kontakt zum kicker habe und auch kein Geld überweise! (lacht) Ich kann mir vorstellen, dass meine Spielweise für die Zuschauer attraktiv ist, weil ich mir immer den Hintern aufreiße und alles für die Mannschaft gebe. Ich glaube, das mögen die Fans. Wenn der kicker

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INTERVIEW DES MONATS: MARCO »TONI« SAILER so ähnlich denkt wie unsere Fans, kann ich mir die guten Noten also schon erklären. HANIX - Es heißt, du bist hier in Darmstadt Publikumsliebling. Wie wurdest du in so kurzer Zeit dazu? MARCO »TONI« SAILER — Am Anfang war mir das ein bisschen unangenehm, weil ich ja noch neu war. Ich habe einfach das gemacht, was ich immer mache, etwas Besonderes war gar nicht dabei. Ich dachte, dass es sich mit der Zeit legen würde, aber es wurde immer mehr! Und jetzt genieße ich das natürlich. HANIX - Und was genau mögen die Fans so an dir? MARCO »TONI« SAILER — Ich glaube, es ist meine Spielweise. Ich bin aber auch jemand, der sich nach dem Spiel Zeit für die Fans nimmt, mit ihnen quatscht und Fotos macht. Die Zeit nehme ich mir gerne. HANIX - Mögen die Darmstadt-Fans Malocher? MARCO »TONI« SAILER — Ja ich denke schon. Darmstadt ist ein Arbeiterverein und jeder ist hier mit Herzblut dabei, das sieht man schon an den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Und anstatt Real Madrid nachzumachen, wollen die Fans lieber ein geiles Kampfspiel von uns sehen. HANIX - Und das liegt dir natürlich … MARCO »TONI« SAILER — Das entspricht auch meiner Spielphilosophie, was einer der Gründe ist, warum ich mich hier wohl fühle. Meine Spielweise wird von den Fans und dem Trainer gemocht, das gibt natürlich Selbstvertrauen. HANIX - Was würde dir als Darmstadt-Fan an Marco Sailer gefallen? MARCO »TONI« SAILER — Dass ich versuche, immer alles zu geben. Es gibt aber bestimmt auch Dinge, die mir nicht so gefallen würden, vielleicht die Frisur. Über den Bart wundern sich bestimmt auch viele. (lacht) Für mich zählen die inneren Werte, Oberflächlichkeiten sind egal. HANIX - Was du hier in Darmstadt gerade miterlebst, ist sicher die schönste Zeit deiner Karriere. MARCO »TONI« SAILER — Ja, mit großem Abstand. Dass ich mit einer Mannschaft, der niemand etwas zugetraut hat, aufgestiegen bin und wir in der 2. Liga so erfolgreich sind, ist traumhaft. Es gibt natürlich noch andere Highlights meiner Karriere, zum Beispiel der Wechsel zu Greuther Fürth und das DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Bayern München, aber dass ich mich über einen so langen Zeitraum wohlfühle, erlebe ich nur hier. HANIX - Es ist die klassische Geschichte des Underdogs, der dem Tod gerade so von der Schippe gesprungen ist. Abstieg aus der 3. Liga 2013 – Rettung am grünen Tisch – dramatischer Aufstieg in die 2. Liga 2014 – vielleicht Aufstieg in die Bundesliga 2015. Musst du dich ab und zu kneifen? MARCO »TONI« SAILER — Das alles zu verstehen hat schon lange gedauert. Auch, dass es eine historische Zeit für den Verein ist. Ich glaube, um alles richtig einordnen zu können, braucht man einen gewissen Abstand. Darmstadt hat jetzt zwei Jahre durchgehend Erfolg, da schwimmt man wie auf einer Welle. HANIX - War die 122. Minute im Relegationsrückspiel auf der Bielefelder Alm das Geilste, was du bisher an Emotionen im Fußball erleben durftest? Wenn man das überhaupt beschreiben kann, wie hat es sich auf dem Platz angefühlt? MARCO »TONI« SAILER — Das war der krasseste Moment in meinem Leben. Der Abpfiff, nicht wissen, was jetzt passiert … man weiß, was man geschafft hat, kann es in diesem Moment aber gar nicht realisieren. Ich wusste gar nicht, wo ich hin soll. Am liebsten wäre ich an zehn Orten gleichzeitig gewesen: in der Fankurve, bei den Mitspie-

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INTERVIEW DES MONATS: MARCO »TONI« SAILER lern, bei meinen Eltern im Wohnzimmer oder bei meinen Kumpels an der Theke; gleichzeitig wäre ich aber auch gerne kurz alleine gewesen. Diese Gefühl richtig zu beschreiben ist unmöglich. HANIX - Bekommst du noch Gänsehaut, wenn du daran zurückdenkst? MARCO »TONI« SAILER — Ich schaue mir oft das Video vom Tor und dem Schlusspfiff an. Das ganze Wochenende war verrückt. Wir arbeiteten das ganze Jahr auf den Aufstieg und diese Relegation hin und verlieren dann zuhause 1:3. Da war ich plötzlich total ausgeknockt, mich hat alles angekotzt. Ich habe mich schon gefragt, warum ich die ganze Scheiße überhaupt mache. Aber dann habe ich plötzlich wieder Mut bekommen und gewusst, dass wir noch eine Chance haben. Ich erinnerte mich an Spiele, die wir auswärts 6:0 gewonnen haben, und habe gewusst: Wir können auswärts viele Tore schießen. HANIX - Wie war es auf dem Platz? MARCO »TONI« SAILER — Zuerst ging unser Plan genau auf und dann bekommen wir in der Verlängerung das 2:3. Da war ich für einen Moment am Ende. Dann aber fällt das 2:4 und wir kassieren noch einen Pfostenschuss und der Schiri pfeift einfach nicht ab, das kommt dir vor wie Jahre. Das war schon ein großes Gefühlschaos am Ende. Ich will auch gar nicht wissen, wie viele blaue Zettel hier am nächsten Morgen in Darmstadt ausgefüllt wurden. (lacht) HANIX - Aktuell hat kein Team seltener verloren als ihr und Aufstiegsträume dürfen immer noch geträumt werden. Was macht es für die anderen Mannschaften so schwer, gegen Darmstadt 98 zu gewinnen? MARCO »TONI« SAILER — Ich denke es liegt an unserer Spielweise, die extrem unangenehm für den Gegner ist. Wir sind eine Mannschaft, die im Prinzip eins gegen eins spielt. Jeder übernimmt seinen Part perfekt. Wir sind eine sehr gute Zweikampfmannschaft mit viel Herz und Leidenschaft. Wir sind topfit und haben jede Menge Selbstvertrauen. Die Mannschaften, die richtig Fußball gegen uns spielen wollen und sich dabei wehtun, verlieren dann schnell die Lust. Es ist extrem eklig, gegen uns zu spielen. HANIX - Spielt das Stadion am Böllenfalltor eine Rolle? MARCO »TONI« SAILER — Ich kenne es ja von früher, du siehst dieses Stadion, gehst in diese Gästekabine und denkst dir: »Och nee«. Du kommst auf den Platz und weißt: Jetzt gibt es gleich auf die Socken. Dieses Zusammenspiel Platz – Fans – Mannschaft sorgt dafür, dass unsere Gegner die Lust verlieren. HANIX - So eine Sportgeschichte, wie du sie gerade erlebst, aktiv mitschreiben zu dürfen, ist doch der Traum eines jeden kleinen Jungen, der Fußball spielt ... MARCO »TONI« SAILER — Ich bin auch einmal abgestiegen, damals mit Aalen und habe die gesamte Bandbreite an Emotionen erlebt. Dass ich nochmal im Profifußball aufsteige, hätte ich nicht gedacht. Fußballprofi zu werden war schon immer ein Traum von mir, als kleiner Junge denkst du aber eher an Bayern München oder Barcelona und willst so sein wie Messi und Ronaldo. In Darmstadt ist es aber genau so, wie ich es mir vorgestellt habe, nur eben etwas kleiner. HANIX - Also bist du in Darmstadt angekommen. MARCO »TONI« SAILER — Ich bin angekommen und einfach zufrieden und stolz, wie alles gelaufen ist. Es gab auch schwierige Momente, in denen ich nicht mehr so viel Spaß hatte. Aber wenn ich jetzt zurückblicke, weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe. HANIX - Du wohnst hier in einer WG?

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INTERVIEW DES MONATS: MARCO »TONI« SAILER MARCO »TONI« SAILER — Am Anfang habe ich in einer gewohnt. Der Wohnungsmarkt hier ist eine Katastrophe und ich habe mir gedacht, ich probiere es einfach mal aus. So habe ich das erste Jahr mit zwei Studenten in einer Dreier-WG gewohnt, was echt witzig war. Jetzt habe ich aber eine eigene Wohnung. HANIX - Ein optisch präsentes Kapitel in diesem traumhaften Darmstädter Sportmärchen wird sicher auch deinem Bart gewidmet. Seit wann lässt du ihn sprießen? MARCO »TONI« SAILER — Seit dem 1. November letzten Jahres, als ich mit meinem Schnauzer bei der Movember- Aktion mitgemacht habe. HANIX - Du bist damit der vielleicht männlichste Spieler der Liga. Fühlst du dich mit dem Bart verruchter und verwegener? MARCO »TONI« SAILER — (lacht) Ja, das hat schon was. Man fühlt sich krasser, stärker, männlicher. (lacht) Aber nur deshalb würde ich mir den Bart nicht stehen lassen. Ich wollte einfach mal ausprobieren, wie es mit Vollbart aussieht. Und er beeinflusst mich positiv auf dem Platz. HANIX - Wie reagiert die Damenwelt auf deinen Zottel-Look und welche Sprüche fallen in der Kabine? MARCO »TONI« SAILER — In der Kabine scheiden sich die Geister. Manchen gefällt er, viele, die mich ohne Bart kennen, finden ihn blöd. Aber ich finde, dass er zu mir passt. Was die Frauenwelt denkt, ist mir egal, da ich seit letztem Jahr eine Freundin habe. Ihr gefällt der Bart. HANIX - Lässt du deinem Bart eine besondere Pflege zukommen oder darf er wachsen, wie es ihm beliebt? MARCO »TONI« SAILER — Eigentlich wächst er, wie er will. Ich habe ihn an der Seite ein bisschen ausdünnen lassen, dass es nicht zu sehr wuchert. Ansonsten Shampoo und Spülung. Von alten Mitspielern habe ich auch etwas Bartöl geschenkt bekommen. Man tauscht sich schon aus, was die Bartpflege betrifft. (lacht) HANIX - Graut es dir schon vor dem Tag, an dem er abgeschnitten wird? Kannst du dir das vorstellen, so ganz ohne? MARCO »TONI« SAILER — Ich habe mir auch eine Deadline gesetzt, wann er ab soll, nämlich Ende Mai. Auf der anderen Seite denke ich mir, dass so eine Autogrammkarte mit Vollbart auch cool wäre. Also müsste er bis Juli dranbleiben und dann wirds ja schon wieder bald Winter, da kann man ein bisschen Bart gut gebrauchen. Er kann also noch ein Weilchen stehen bleiben. (lacht) HANIX - Zurück zum Sportlichen. Ihr spielt noch gegen eure Mitkonkurrenten um den Aufstieg, Karlsruhe und Kaiserslautern. Wird es sich für euch in diesen Spielen entscheiden, wohin die Reise geht? MARCO »TONI« SAILER — Das sind die nächsten Spiele und wir denken immer nur von Spiel zu Spiel. Wenn wir in diesen drei Spielen bestehen und unsere Punkte holen, dann bleiben wir auch bis zum Ende vorne mit dabei. HANIX - Kann man diese nächsten Spiele als die wichtigsten deiner sportlichen Laufbahn bezeichnen? MARCO »TONI« SAILER — Aktuell sind es die wichtigsten Spiele. Ich wüsste auch nicht, an was ich sonst denken sollte. Die Spiele werden für mich als Fußballer geil und für die Fans auch. Als 14-Jähriger saß ich im Wohnzimmer und habe mir alte Videos von Kaiserslauterns Meisterschaft 1998 angeschaut und jetzt spielen wir gegen diesen großen Verein in einem Topspiel. Das muss man erst mal kapieren. HANIX - Was sagt dein Bauch- bzw. Bartgefühl: Wird es kommende Saison den Erstligaspieler Marco Sailer geben? MARCO »TONI« SAILER — Schwer zu sagen. Den Traum habe ich, aber ich bin ein purer Realist. Wenn ich mich mit Spielern aus der Bundesliga vergleiche, fallen mir nicht so viele Sachen ein, bei denen ich mithalten kann. Außer, dass ich ein großes Herz habe. Glück spielt immer eine Rolle, alleine, dass wir in die zweite Liga aufsteigen konnten und ich nochmal die Chance bekomme, in der zweiten Liga zu spielen. Jetzt über die erste Liga zu reden finde ich unglaubwürdig. Wenn es den Erstligaspieler Marco Sailer geben wird, dann wohl nur hier in Darmstadt. HANIX - Und bleibt der Bart bei Aufstieg dran? MARCO »TONI« SAILER — Mit Sicherheit!

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TEXT: MARIA SANDERS FOTOS: ERICH BENZ »GESCHENKT WIRD DIR NICHTS«

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT Ferdinand Seebacher ist Theaterschauspieler. Der Österreicher scheint als Tausendsassa mit endlosen Talenten gesegnet zu sein. Das finden zumindest andere. Vielleicht ist es aber auch einfach seine unbändige Neugier. Von ihm erfahren wir mehr über seine schwierigste Rolle, seinem großen Traum und warum ihm Bouldern so gut tut. Man könnte eine Nadel fallen hören, so still ist es hinter der Bühne. Gerade läuft die Probe für das neue Stück »Tie Break« am Theater Heilbronn an. Einer rasant lustigen Komödie von Charles Lewinsky über ein junges Paar, das nach einem Seitensprung seine Ehe zu retten versucht. Mittels Eheberatung, Wochenendurlaub in rustikaler Holzhütte und mit zwei Schutzengeln im Gepäck. Mit fokussiertem Blick und angespannten Brauen kauert einer der Engel auf dem zerkratzten Holzboden. Pechschwarz gekleidet und mit weißen Flügeln auf dem Rücken. Zusammen mit Schauspielkollegin Anja Willutzki spielt Ferdinand Seebacher die Rolle der Himmelsvertreter. Doch vom kernigen Burschen mit braungebrannten Armen, in Jeans und Marine-Shirt ist nicht mehr viel zu sehen. Dieser tollkühne und liebenswert naive Schutzengel hat aber auch rein gar nichts mehr mit dem smarten Seebacher aus dem Café zwei Stunden zuvor gemein. Ferdinand Seebacher ist Schauspieler. Doch wie begann seine Karriere? Schon mit 16 Jahren hatte er sehr konkrete Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft. Schauspieler wollte er werden. Aber wie geht man das an? Peter Strauß, Schulfreund seines Vaters und selbst Filmund Theaterschauspieler, gab ihm Tipps für den Einstieg. »Damals wusste ich nicht, dass man das auch studieren konnte«, sagt der heute 25-Jährige. Also was unternahm der frischgebackene Abiturient? Hochmotiviert bewarb er sich als Allererstes beim Max Reinhardt Seminar in Wien. Einer der begehrtesten Schauspielhochschulen Österreichs, die ähnlich hohes Ansehen genießt, wie die Ernst Busch Hochschule für Schauspielkunst in Berlin. 1000 Konkurrenten bewarben sich um die wenigen Studienplätze. Und Ferdinand Seebacher? Wurde prompt abgelehnt. Ein Tiefschlag für den ambitionierten Nachwuchsschauspieler. Doch er sagt: »Ich bereue nichts.« Im Gegenteil. Locker bleiben und auf das nötige Quäntchen Glück vertrauen, das einen weiterbringt. Das ist Seebachers Devise. In Graz gings bergauf: Unter 400 Bewerbern überzeugte der gebürtige Oberndorfer. Er war einer von den neun Glücklichen, die ihr Schauspielstudium im September 2009 an der Kunstuniversität beginnen konnten. »Das war eine tolle Zeit«, erinnert er sich, während die Kellnerin im selben Augenblick versehentlich das bestellte Glas Wasser halb über seine braune Ledertasche schüttet. »Oh, das tut mir wirklich leid«, beteuert sie mehrfach. Doch Ferdinand Seebacher nimmt es wie ein Gentleman. »Das macht doch nichts«, sagt er beschwichtigend und wischt das Wasser von seiner Tasche. Während seines Studiums gönnten sich andere Schauspielstudenten eine Pause in den Semesterferien. Ferdinand Seebacher wirkte hingegen in verschiedenen Theaterproduktionen mit: »Die Glasmenagerie« (Regisseur René Medvešek) am Volkstheater Wien, »Adel verpflichtet« bei den Schlossfestspielen in Weitra (Regisseur Prof. Felix Dvorak) und unter anderem auch in »Ziemlich beste Freunde« am Theater Heilbronn (Regisseurin Uta Koschel). Seine bisher anspruchsvollste Rolle war die Hauptrolle als William in »Punk Rock« am Schauspielhaus in Graz (Regisseur Stefan Behrendt). »Auf die Rolle war ich stolz«, sagt Seebacher mit breitem Lächeln. Das Schwierige war nämlich, einen ganz normalen Mann zu spielen, der sich im

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT Laufe der Geschichte zu einem Psychopathen entwickelt. Der Liebe wegen. Und diese Entwicklung soll für den Zuschauer nicht gleich erkennbar sein. An seinem Geburtstag am 5. Juli 2013 hatte er es geschafft. Er erhielt sein Diplom Magister Atrium. Wenn Ferdinand Seebacher nicht auf der Bühne steht, ist er am liebsten in Bewegung. Und das auch schon Mal als Skilehrer, Rafting-Guide oder Downhill-Mountainbiker. »Bouldern ist mein Ausgleich zum Schauspiel«, sagt er. Jetzt wird auch klar, was die Schürfwunden an seinen Unterarmen zu bedeuten haben. Der Naturbursche war also klettern ohne Kletterseil und Klettergurt. »Hier wäre so eine Route«, erklärt er und zeigt ein Video auf seinem iPhone. Gefährlich sieht es aus, wie er sich ungesichert mehrere Meter an der Kletterwand nach oben hievt. Der Schauspieler greift von einem Griff zum nächsten und zieht dabei sein ganzes Körpergewicht in nur wenigen Sekunden weiter nach oben. Der reine Menschenverstand sagt einem: Das muss enorm anstrengend sein. Sehnige Muskeln und ein schnelles Tempo lassen die Übung eher wie ein Kinderspiel erscheinen. Dann macht er einen Bogen und greift mit der linken Hand nach der nächsten Einkerbung. Sein Blick ist dabei immer auf das Ziel gerichtet – den nächsten Griff – bis er schließlich wieder den Boden erreicht. Nach dieser Performance würde der eifrige Theaterschauspieler auch sehr gut in die Besetzung eines Actionfilms passen. Wäre das interessant? Ferdinand Seebachers Augen werden größer. »Das wäre mein Traum im englischsprachigen Filmbusiness Fuß zu fassen.« Sprich den Filmolymp Hollywood zu erklimmen. Nur einfacher wird es auch nicht: »Geschenkt wird dir nichts«, sagt der junge Schauspieler. »Du musst hart arbeiten, dich auf Veranstaltungen zeigen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.« Authentizität hält er für das wichtigste Erfolgskriterium im Filmgeschäft. »Du musst echt sein, darfst nie stehen bleiben und nie den Mut verlieren.« Zuzutrauen ist es ihm. »Er hat eine ausgesprochene Begabung«, sagt Hanne Jacobi. Die Vorsitzende des Theatervereins Heilbronn. Sie weiß, wovon sie spricht, hat zahlreiche Aufführungen in ihrem Leben gesehen und das Publikum selber fünfzehn Jahre lang als Kabarettistin unterhalten. »Ideen und Anweisungen von Regisseur oder Kollegen setzt er unglaublich schnell um«, beschreibt die Heilbronnerin mit wedelnder Handbewegung. Seine locke-

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT re, natürliche Art gefällt. »Aber er ist auch pingelig«, bemerkt Jacobi und kann sich ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. »Wenn keiner schaut, sitzt er immer so da«, sagt sie herzlich und putzt sich den imaginären Staub von der Hose. Inzwischen wird es laut bei der Probe. Das Ehepaar ist am Streiten, Schlichten, Schämen und wird in schnellem Tempo und urwitzigen Dialogen von Judith Lilly Raab und Oliver Firit präsentiert. Doch Nick Brück, Regisseur und Schauspieler am Theater Heilbronn, findet noch ein Haar in der Suppe. »Wenn nichts passiert, dann interagiert miteinander«, kritisiert Brück in der Pause, »damit ihr nicht wie festgetackert dasteht.« Seebachers Schauspielkünste gefallen dem Regisseur: »Ferdi kann alles. Er ist Schauspieler, er kann dir aber auch genauso gut den Herd anschließen.« Wobei sich Brück auch fragte, wo sein Fokus liegt. Was könne er besonders gut? Doch ist das nötig? Als Schauspieler spricht diese Eigenschaft wohl sehr für ihn. Schließlich ist es gut, vielseitig begabt zu sein und immer etwas neugierig zu bleiben. »Ferdi ist sehr weit, wahnsinnig interessiert und ein sehr angenehmer Kollege«, fügt der 45-Jährige anerkennend hinzu. An diesem Abend sind auch Mitglieder des Theatervereins Heilbronn gekommen. Das ist etwas Besonderes. Denn es liegt im Ermessen des Regisseurs, ob er mit Zuschauern während der Probe einverstanden ist oder nicht. Maria (60) und Johannes (64) Ollmann sind nun bei der dritten Probe dabei: »Wir finden es schön, wie das Theater Heilbronn seine Mitglieder einbezieht.« Seit zwölf Jahren gönnt sich das Paar regelmäßige Theaterabende. Man muss nur offen sein für Neues. HINTERGRUND FERDINAND SEEBACHER, 1989 IN OBERNDORF BEI SALZBURG GEBOREN, VERBRACHTE SEINE KINDHEIT UND JUGEND IN SCHLADMING. VON 2009 BIS 2013 STUDIERTE ER SCHAU- SPIEL AN DER KUNSTUNIVERSITÄT IN GRAZ. SEEBACHER WIRKTE IN ZAHLREICHEN THEATERPRODUKTIONEN MIT. AK- TUELL IST ER IN »TIE BREAK« UND »DAS FEST« AM THEA- TER HEILBRONN ZU SEHEN. SEIN GRÖSSTER TRAUM: FILM- SCHAUSPIELER IN HOLLYWOOD.

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»KREATIVITÄT BENÖTIGT FREIRAUM« Vor fast 20 Jahren gründete Stefan Lingner seine Agentur LINGNER.COM. Die Experten für Unternehmensauftritte im Social Web und B2B-Kommunikation gehören zu den besten Deutschlands, wenn es darum geht, Marken wie Google, Krones oder Würth erfolgreich zu präsentieren. Wir trafen uns mit Geschäftsführer Stefan Lingner im Garten der Villa Mertz zum Gespräch über Kreativität, wirtschaftliche Verantwortung und einen Container.

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT INTERVIEW: FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: MEMO FILIZ HANIX - Herr Lingner, 1996 gründeten Sie die LING- NER Consulting New Media GmbH. Wie kamen Sie auf die Idee, gerade eine Agentur zu aufzubauen? STEFAN LINGNER – Ich bin gelernter Werbetechniker und Kommunikationswirt und entwickelte für eine Brauerei in Münster ein Außenwerbekonzept. Dabei wurde ich gefragt, ob wir auch eine Webseite gestalten könnten. Bei diesem Projekt entdeckte ich meine Leidenschaft fürs Digitale und verband sie mit meinem Gespür für Typographie und visuelle Gestaltung. Kommunikation ist sowieso immer das Bindeglied, und so begann ich, schon aus Neugier, mich näher mit dem Thema zu beschäftigen. Im Netzwerk haben wir dann die ersten Projekte umgesetzt und so ist LING- NER.COM entstanden. HANIX - Kreativität und Wirtschaftlichkeit sind zwei Begriffe, von denen die meisten Menschen wohl behaupten würden, dass sie sich gegenseitig ausschließen. Warum schaffen Sie es dennoch, eine Harmonie zwischen den beiden herzustellen? Schließlich gehört LINGNER.COM im Bereich Marketing und Branding zu den Top 20 Digitalagenturen in Deutschland. STEFAN LINGNER – Ganz ehrlich – es ist schon eine tägliche Herausforderung, diesen Spagat zu schaffen und nicht immer siegt am Ende die Kreativität. Wirtschaftlicher Erfolg ist Teil unserer unternehmerischen Verantwortung, für immerhin mittlerweile 30 Mitarbeiter. Kreativität benötigt Freiraum, denn unter Druck lässt sich schlecht denken. Wenn man eine professionelle Basis hat und exzellente Leistungen bringt, wird das vom Kunden geschätzt und honoriert. Wenn das gelingt, stellt sich der wirtschaftliche Erfolg von alleine ein. So schließt sich der Kreis wieder. HANIX - Auch wenn jeder Kunde einzigartig ist: Beschreiben Sie doch die »typische« Entwicklung einer Kampagne/eines Auftritts für ein Unternehmen. STEFAN LINGNER – Ja richtig, jeder Kunde, dessen Charakter wir in die digitalen Medien zum Ausdruck bringen wollen, ist einzigartig. Wir sagen »wir machen B2B Marken zu digitalen Persönlichkeiten.« Eine Standard-Herangehensweise an kreative Aufgaben darf es daher nicht geben. Hier beteiligen wir je nach Projekt die unterschiedlichsten Köpfe. Natürlich brauchen Kunden in komplexen digitalen Projekten dann auch verlässliche Strukturen und erfahrene, sichere Ansprechpartner. Es ist ein sich ständig verändernder Prozess, der sich in zwanzig Jahren immer weiter entwickelt hat. In der Digitalbranche ist der Wandel immanent weshalb am Besten alles möglichst agil sein soll – unseren Kunden trotzdem ein verlässlicher Partner zu sein, das ist vielleicht unsere größte Herausforderung. Deshalb sind wir auch unheimlich glücklich, wenn wir Kunden langfristig begleiten dürfen, wie zum Beispiel Bilfinger SE seit 1999. HANIX - LINGNER.COM ist auf »business to business«- Kommunikation, kurz »B2B« spezialisiert. Im Gegensatz zur »klassischen« Kommunikation – »business to consumer«, Unternehmen zu Kunde – geht es bei Ihnen also um Kommunikation zwischen Unternehmen. Wie kann sich ein Laie diese Form des Marketings vorstellen? STEFAN LINGNER – Eigentlich ist es ganz einfach. Grundsätzlich kommunizieren immer Menschen mit Menschen. Diese Menschen haben dann halt etwas spezielle Interessen: Das können Abfüllanlagen sein, die tausende Flaschen in der Stunde abfüllen, oder revolutionäre Zahntechnik, die dafür sorgt, dass man eine Krone in einer Sitzung direkt aus dem Computer bekommt. Wir nennen das intern belustigend auch »Nerd-Content« und meinen damit unsere tiefe Leidenschaft für komplexe erklärungsbedürftige Produkte und Dienstleistungen. Typische Beispiele sind für die Krones AG einen Blog für Craftbrewer oder für Sirona eine

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT Super-Slow-Motion-Aufnahme einer Schleifeinheit, die in Zahntechniker-Kreisen »viral« gegangen ist. HANIX - Seit 2014 steht im Park der Villa Mertz, LINGNER.COMs Standort in Heilbronn, ein Container. Was hat es damit auf sich? STEFAN LINGNER – Wir sind seit Anfang 2012 hier in der Villa Mertz in der man den ganzen Tag den wunderschönen Park vor Augen hat. Und um dem Agenturalltag zu entfliegen hat sich schnell die Idee entwickelt, einen Rückzugsort zu erschaffen. So entstand unser LINGNER.LAB, bei dem der Name ja schon impliziert, dass es dazu da ist, Ideen auszuprobieren. Ein Experimentier- und Kreativraum für das flexible und moderne Arbeiten. Außerdem kann man so einen Container in Zukunft auch mal mit zum Kunden oder auf Messen nehmen. HANIX - Ihr Team trifft sich beispielsweise zum gemeinsamen Spaghettikochen, einem spontanen Ski- Ausflug oder – wie kürzlich auf Facebook zu sehen – zum gemeinsamen Grillen im Garten der Agentur. Sind eine gute Atmosphäre am Arbeitsplatz und darüber hinaus gemeinsame Freizeitaktivitäten genauso wichtig wie der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens? STEFAN LINGNER – Ganz klar ja. Die Atmosphäre ist etwas Entscheidendes. Wie vorhin erwähnt: Unter Druck lässt sich schlecht denken und glückliche Kollegen schaffen zufriedene Kunden. Ein funktionierendes Team ist wichtig, daher haben wir übers Jahr verschiedene Teamevents eingebaut, nächste Woche zum Beispiel gehen wir in eine Brauerei, um unser eigenes Lingner-Bier zu brauen. HANIX - In Ihrer Branche muss man quasi auf Kommando kreativ sein, was sicher nicht immer funktioniert. Haben Sie bestimmte Techniken für den Fall, dass dem Team mal partout nichts einfallen will? STEFAN LINGNER – Wenn nichts mehr geht, hilft ein Spaziergang im Park oder tatsächlich eigens für diesen Fall erlernte Kreativtechniken, zum Beispiel die Kopfstand-Methode: Hier versucht man absichtlich, die denkbar schlechteste Idee zu entwickeln, um so Ideen für ein bestmögliches Projekt zu finden. Oftmals hilft ein Tapetenwechsel oder ein Gespräch in der Küche mit bisher am Projekt unbeteiligten Kollegen. HANIX - Das Leitmotiv von LINGNER.COM ist Mut zum Vertrauen … STEFAN LINGNER – Mut zum Vertrauen steht schon lange in unserem Leitbild und bildet die Basis im Umgang mit Mitarbeitern und Kunden. Seit 2013 haben wir uns ein sogenanntes Markenhaus als Orientierungspfeiler gegeben. Dort sind die Positionierung, der Markenkern, wie wir arbeiten und unsere Werte, kurz gesagt die Orientierung

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT HANIX - Und LINGNER.COM wird dabei natürlich weiterhin vorne mit dabei sein … STEFAN LINGNER – In einem Blog-Artikel habe ich vor ein paar Jahren zusammengefasst, was unseren Anspruch ziemlich gut widerspiegelt: »Wer sich dem Wandel verschließt, hat schon verloren. Wer sich ihm nur anschließt, wird verlieren. Nur wer die Veränderung mitgestaltet, kann gewinnen.«. Dafür müssen auch wir ständig in Bewegung bleiben damit wir auch morgen unseren Kunden noch ein Stück Zukunftskommunikation ausmalen können. nach außen und innen, verankert. Diese Werte im Alltag zu leben ist eine immerwährende Herausforderung. HANIX - Zu Ihren Kunden gehören Weltkonzerne wie die Würth Gruppe, Bilfinger SE oder die Krones AG und Google. Gibt es bei Ihrer Herangehensweise an diese Unternehmen Unterschiede im Gegensatz zu kleineren, mittelständischen Firmen? Oder ist die Arbeit hier ähnlicher, als man es vermutet? STEFAN LINGNER – Natürlich sind die Herausforderungen bei großen Unternehmen komplexer. Es sind zwar häufig Familienunternehmen, aber anders als bei einem kleinen Betrieb müssen hier viele Beteiligte überzeugt und ins Boot geholt werden, damit Projekte erfolgreich werden können. HANIX - Sicherlich entwickelt sich die Branche rasant weiter. Welche Trends werden sich in den kommenden Jahren herausbilden? STEFAN LINGNER – Es gibt jede Menge Buzzwords, zum Beispiel digitale Transformation, Industrie 4.0 oder Internet der Dinge, die kann man aber grundlegend unter dem Begriff Digitalisierung zusammenfassen. Alle unsere Kunden überlegen mittlerweile, wie sie Ihre Prozesse fit fürs digitale Zeitalter machen – und wir sind mittendrin. Mal geht es um neue Mitarbeiter und digitale Bewerbungsprozesse, ein andermal um »Social Sales« – also kurz gesagt den digitalen Außendienst. Designorientierte Architektenhäuser zum Festpreis traditionell oder zeitlos modern WertHaus Heilbronn GmbH 74074 Heilbronn · 07131 9736 00-0 info@werthaus.de · www.werthaus.de

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»DIE BRANCHE BRAUCHT KREATIVE KÖCHE« Seit einem Jahr sind Künstlerin Özlem Kögel und Koch Peter von Ribbeck die Pächter der Distel Lit Lounge. Wir sprachen mit den beiden Existenzgründern darüber, wie es ist, kurzfristig eine Lokalität zu pachten, über den Anspruch Kleinkunst in der Distel Lit Lounge weiterhin Raum zu gewähren und über die schmerzhafte Aufgabe eines Traumes, um sich einen Traum zu verwirklichen.

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: NICO KURTH HANIX - Özlem, Peter – Glückwunsch zum Einjährigen als Pächter der Lit Lounge! Wissen die Heilbronner inzwischen, dass ihr beiden das Zepter in der Distel Lit Lounge seit einem Jahr in der Hand haltet? ÖZLEM KÖGEL — Viele sind noch überrascht und handeln uns als Geheimtipp, aber fast jeder, der hier war, kommt später wieder. PETER VON RIBBECK — Dadurch, dass jetzt nicht mehr der direkte Bezug zum Verlag besteht, kommen auch viele neue Gäste zu uns. HANIX - Und wie hörten neue Gäste von eurem Laden? PETER VON RIBBECK — Durch Mundpropaganda beziehungsweise Facebook, denn Werbung machen wir kaum. HANIX - Mögt ihr den abgekürzten Namen Lit Lounge oder besteht ihr auf Distel Lit Lounge? ÖZLEM KÖGEL — Ich persönlich sage Distel Lit Lounge, da es sich durch die Abkürzung – »Lit« steht ja für »Literatur« – etwas nichtssagend anhört. Aber die meisten nennen es Lit Lounge. PETER VON RIBBECK — Ich selbst übrigens auch, es geht einfach schneller. HANIX - Wäre es nicht besser gewesen, der Lokalität einen neuen Namen zu geben? ÖZLEM KÖGEL — Der Name stört uns überhaupt nicht, er bleibt hängen. Ein eigener, von uns gewählter Name ist vielleicht eine Idee für die Zukunft. PETER VON RIBBECK — Wir hätten den Namen ändern dürfen, aber ihn zu behalten hatte positive Aspekte. HANIX - Die wären? PETER VON RIBBECK — Fürs Geschäft ist es natürlich besser, den etablierten Namen beizubehalten. Und das kulturelle Konzept der Distel Lit Lounge wollten wir nach unserer Übernahme auch nicht verändern. Ein weiterer Grund sind natürlich die Kosten, die eine Namensänderung nach sich zieht. HANIX - Bei der Eröffnung Ende 2005 diktierte Marion von Hagen, die Gründerin und ehemalige Besitzerin, der Lokalreporterin, dass sie Intellektuelle ansprechen wolle und regelmäßig Lesungen, Konzerte und Verleger-Gespräche anbieten werde. Für wen ist eure Distel Lit Lounge gedacht? ÖZLEM KÖGEL — Wir haben fast alle alten Gäste behalten aber auch neue dazugewonnen. Die neuen Gäste sind jünger und etwas alternativer. Aber wir denken nicht in Zielgruppen, jeder ist bei uns ein willkommener Gast. HANIX - Habt ihr auch kulinarisch etwas verändert? PETER VON RIBBECK — Vorher gab es mehr Fingerfood, jetzt konzentrieren wir uns mit unserer kleinen Karte auf frisch zubereitete Speisen und betreiben einen größeren Aufwand. In der Lit Lounge wurde aber schon immer Wert auf hochwertiges Essen gelegt. ÖZLEM KÖGEL — Wir hatten uns schon vor der Übernahme mit Slow-Food beschäftigt und wollten regionale und saisonale Gerichte anbieten. HANIX - Ihr habt also Altes beibehalten und mit Neuem vermischt … PETER VON RIBBECK — Marion von Hagen hat die Distel Lit Lounge mit Liebe und Herzblut aufgebaut und eingerichtet. Das wollten wir nicht auslöschen. Aber natürlich haben wir unsere eigenen Ideen hier umgesetzt. HANIX - Wie kamt ihr beiden überhaupt zur Pächterschaft in der Sonnengasse 11? PETER VON RIBBECK — Sehr kurzfristig. Ich habe hier schon vorher gekocht und im März letzten Jahres kam Marion auf mich zu und fragte, ob ich die Lounge übernehmen wollte. Ich war zunächst total überrascht, unterbreitete die Idee dann aber Özlem, die diese Vorstellung spannend fand. Und innerhalb von fünf Wochen haben wir die Lit Lounge dann übernommen und neu eröffnet. HANIX - Und wie sind die Aufgaben zwischen euch verteilt? Wer ist der Chef? ÖZLEM KÖGEL — Die Küche gehört Peter, dort ist er der kreative Kopf. Bis auf ein paar Ratschläge halte ich mich raus. Bei allem anderen teilen wir uns die Aufgaben. PETER VON RIBBECK — Özlem macht die Kasse, das Internet und kümmert sich um unsere Mitarbeiter, ich küm-

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT mere mich um die Bank und den Einkauf. Wir helfen uns gegenseitig. HANIX - Özlem, du bist neu in der Gastro. Wie gefällt dir die Branche? Sicher kein einfaches Sujet? ÖZLEM KÖGEL — Richtig, ich hätte es mir einfacher vorgestellt. (lacht) Man muss an viele Details denken. Aber ich liebe Herausforderungen und lerne gerne Neues. Wir wollen uns stetig weiterentwickeln und das macht uns Spaß. HANIX - Peter ist ein alter Gastrohase. Wolltest du schon immer deinen eigenen Laden? Bisher hast du im stetigen Wechsel an verschiedenen Orten der Welt gekocht. Ist ein eigener Laden mit festem Standort nicht furchteinflößend? Für immer Sonnengasse? PETER VON RIBBECK — Ich glaube, den Traum, ein eigenes Geschäft zu haben, hatte ich schon immer in mir. Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig. Als sich dann die perfekte Gelegenheit bot, habe ich sie genutzt, um meine Leidenschaft fürs Kochen in meinem eigenen Lokal auszuleben. HANIX - Würdest du anderen Köchen raten, sich selbstständig zu machen? PETER VON RIBBECK — Ich muss es raten, da die Gastronomie sonst vor die Hunde geht. Die Branche braucht kreative Köche, die ihre eigenen Ideen verwirklichen. HANIX - Nach wie vor, auch unter eurer Regie, findet hier Kleinkunst statt – zum Beispiel Lesungen. Das Schöne ist: Euer Kulturangebot wird gut angenommen. War es euch wichtig, diesen Bereich hier weiterleben zu lassen oder war es Bedingung, dass die Distel Lit Lounge weiterhin nicht nur ein gastronomischer Ort ist, sondern auch einen Platz für Kultur und Kleinkunst bleibt? ÖZLEM KÖGEL — Bedingung war es nicht, aber für mich war es keine Frage, dass es hier weiterhin Kunst geben sollte. Ein einfaches Restaurant würde uns nicht befriedigen. PETER VON RIBBECK — Seit 20 Jahren habe ich das Hirngespinst von meinem beruflichen Traum: Ein dreistöckiges Haus, in dem ich wohne, im Erdgeschoss ein Restaurant betreibe und im Keller einen Club zum Auflegen habe. Also (aus-)leben und arbeiten an einem Ort. Deshalb war die Lit Lounge eine glückliche Fügung für uns. HANIX - Welche markanten Änderungen sind mit euch in der Lit Lounge, was die Programmatik auf eurer Kleinkunstbühne angeht, eingezogen? Ihr habt jetzt auch jüngere Gäste bei euren Live-Events, die vorher nicht da waren. ÖZLEM KÖGEL — Das liegt an der Künstlerauswahl und der Live-Musik. Wir versuchen, für jeden etwas zu finden und uns nicht auf eine Richtung zu versteifen. Es muss immer uns selbst gefallen, da sind wir egoistisch! (lacht) PETER VON RIBBECK — Die meisten jüngeren Gäste haben wir allerdings durch das Tagesgeschäft gewonnen, da wir gutes Essen und entspannte Atmosphäre bieten. HANIX - Und waren die alten Stammgäste zunächst skeptisch und haben Angst um ihre Kulturbar gehabt? PETER VON RIBBECK — Definitiv. Aber die meisten kannten mich ja schon, also war es kein großes Problem. ÖZLEM KÖGEL — Klar ist es jemandem ab und zu zu voll, aber viele unserer älteren Stammkunden freuen sich, dass hier auch junge Leute verkehren. Wir haben eine gute Mischung und wollen eine Wohnzimmeratmosphäre mit gutem Essen und guter Musik bieten, in der sich jeder wohlfühlen kann. HANIX - Özlem, du bist Malerin. Eins deiner Bilder hängt auch hier in der Lit Lounge. Vor lauter Lit Lounge kommst du sicher wenig zum Malen ... ÖZLEM KÖGEL — Das stimmt. Seit ich hier arbeite, habe ich nur drei Bilder gemalt. Zwei Auftragsarbeiten und eines für mich selbst. HANIX - Wie viele Bilder waren es davor? ÖZLEM KÖGEL — Ich war deutlich produktiver. Mindestens eins im Monat.

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT HANIX - Musstest du einen Traum aufgeben, um einen anderen zu verwirklichen? Und wie hältst du das aus? ÖZLEM KÖGEL — Ich musste einen Traum auf Eis legen. Und es war zwischendurch nicht leicht, da ich immer gesagt habe, dass Malen meine Bestimmung ist, ohne die ich nicht leben kann. Am Anfang dachte ich, ich hätte es verlernt, da mir die Kreativität gefehlt hat. Jetzt hoffe ich, dass ich bald wieder Zeit dafür finde und mein Mann, Rouven, unterstützt mich dabei. HANIX - Wo, außer hier in der Distel Lit Lounge, kann man sich deine Bilder anschauen? ÖZLEM KÖGEL — Auf meiner Webseite www.oezlemkoegel.de. In Köln habe ich außerdem Gemeinschaftsausstellungen in einer Galerie. HANIX - Zurück zu eurem Jubiläum: Das erste Jahr liegt hinter euch. Wie sieht eure schonungslose Bilanz aus? ÖZLEM KÖGEL — Besser, aber auch anders als erwartet. Das Geschäft hat seine eigene Dynamik entwickelt, was uns freut, weil es nie langweilig wird. Auf jeden Fall sind wir auf einem guten Weg, aber nach einem Jahr kann man vor allem in der Gastronomie noch keine Bilanz ziehen. HANIX - Seid ihr mit bestimmten Erwartungen an den Heilbronner und die Heilbronnerin angetreten, als ihr eröffnet habt? PETER VON RIBBECK — Wir hatten kaum Erwartungen. Heilbronn war für mich früher immer eine ausgestorbene Zombiestadt. (lacht) Aber mittlerweile hat sich echt viel getan. Ich habe jetzt einen anderen Blickwinkel und finde die Stadt wirklich cool und bin überzeugt, dass in den kommenden Jahren noch eine Menge passieren wird. HANIX - Was schmeckt dem Heilbronner besonders gut? PETER VON RIBBECK — Alles, was nach Urlaub klingt und schmeckt. Und Sushi. Unsere Asia-Woche kam gut an. HANIX - Und was schlägt ihnen auf den Magen? PETER VON RIBBECK — Eigentlich ist der Heilbronner Gaumen ziemlich neugierig und offen für Neues, das hat uns durchaus überrascht. Die Gäste müssen allerdings animiert werden, um irgendwo hinzugehen. Gibt man ihnen einen Grund, dann probieren sie das auch aus. Alle unsere Angebote wurden bisher sehr gut angenommen. HANIX - Nun habt ihr alle vier Jahreszeiten als Macher der Lit Lounge durchlebt und habt einiges an Erfahrungswerten. Was wird sich nach dem ersten Schnupperjahr ändern? Was werdet ihr anders machen? ÖZLEM KÖGEL — Nicht viel, wir ändern uns ja schon jede Woche! Wir lassen uns immer etwas Neues einfallen. Der Mittagstisch allerdings ist überall ein undankbares Geschäft, weshalb wir überlegen, ihn nur noch im Sommer draußen in unserem Garten anzubieten. PETER VON RIBBECK — Ich bin mir sicher, dass es keinen chilligeren Garten in Heilbronn als bei uns gibt. HANIX - Welche Geschichten würdet ihr gerne hier ausprobieren wollen, traut euch aber noch nicht? PETER VON RIBBECK — Ich wollte schon immer mal ein Akustik-Hip-Hop-Event mit echtem Soulfood veranstalten. Direkt aus New York. Am besten mit The Roots. ÖZLEM KÖGEL — Ich fände eine Open Stage sehr interessant, bei der man jedem Künstler eine halbe oder eine Stunde Zeit zum Performen gibt. Es gibt doch so viele unbekannte Musiker, die man einem größeren Publikum präsentieren sollte. Außerdem sind wir immer für Guerilla-Locations zu haben. Wenn uns jemand dafür zum Kochen möchte, soll er sich melden! (lacht)

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EINE SIMMVOLLE ENTSCHEIDUNG! »ICH FINDE KREATIVE STIMULATION DADURCH, SEIN ZU KÖNNEN, WAS ICH SEIN MÖCHTE.«

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT Mal eben so zufällig in die Selbstständigkeit hineingeschlittert. Firmengründer Sascha Simm gelingt es, sich mittlerweile im dreizehnten Jahr mit seinem Weinsbergerkreuz am Markt zu behaupten. Seine Schnittstelle für Gestaltung bietet individuelles Design für Liebhaber und eine mehr als faire Preispolitik. Wir trafen uns mit ihm, um über seinen ungewöhnlichen Weg zur eigenen Firma zu sprechen. Er erzählt, wie ihm auf der Suche nach Ausbildung das falsche Geschlecht nachteilig ausgelegt wurde, und plaudert über den Anspruch an sich selbst, nicht als Trendhure wahrgenommen zu werden. INTERVIEW: ASHLEY AAMES FOTOS: MEMO FILIZ HANIX – Sascha, die Basis zur Gründung deiner »Schnittstelle für Gestaltung« liegt darin, dass du irgendwann einmal deine kreative Ader entdeckt hast. Gab es dazu ein Schlüsselerlebnis? SASCHA SIMM – Als Elf- oder Zwölfjähriger beim nachts Fernsehen. Damals blieb ich auf einem Bericht hängen, der mich sehr stark inspirierte. Dabei handelte es sich um eine Dokumentation über Graffiti in New York. Ich hatte so etwas vorher noch nie gesehen und war völlig fasziniert. So sehr, dass ich in derselben Nacht meinen Wasserfarbkasten auspackte und begann, das Gesehene nachzuzeichnen. Von diesem Moment an malte ich. Alles in allem führte mein Weg dann durch die Hip-Hop-Kultur über das Graffiti hin zur Kunst. Durch das Sprühen verstand ich irgendwann, dass mein Faible nicht dem Zeichnen von Bildern entstammte, sondern der Typografie. Was wiederum mein bis dato bestehendes Weltbild, das ein Grafiker zeichnen können muss, zurechtrückte. HANIX – Hast du im Anschluss an deine Schulzeit direkt eine Ausbildung zum Grafiker angestrebt? SASCHA SIMM – Nein. Trotz der Tatsache, dass ich Klassenclown war, waren meine Noten eher denen eines Strebers zuzuordnen. Chemie, Biologie und Physik waren damals meine Fächer und ich beschloss, in diesem Spektrum unterzukommen. Also schrieb ich eine einzige Bewerbung für eine Ausbildung zum chemisch-technischen Assistenten bei Knorr und wurde genommen. Sieben Monate später brach ich die Ausbildung aus freien Stücken ab. Sie ging mir tierisch auf den Sack. Es folgten drei Monate Praktikum bei meinem Onkel Davial, einem Künstler und dem Initiator des Ateliers der Künste. Das Praktikum bestand größtenteils aus Grundierungstätigkeiten, bis eines Tages aus einer Skulptur ein Stück Speckstein herausbrach und mein Onkel mir die reizvolle Aufgabe stellte, daraus etwas zu schnitzen. Heraus kam ein kleines Inka-Figürlein, welches mein Selbstvertrauen und meine Zuversicht stärkte, meinen Platz innerhalb des Themas »Gestaltung« zu finden. HANIX – Diesem Praktikum folgte dann die passende Ausbildung. SASCHA SIMM – Genau. Es war nicht einfach, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Trotz zumeist positiver Eindrücke, die ich bei diversen Probearbeiten hinterlassen habe, scheiterte es immer an der Tatsache, dass ich leider keinen Arsch und die dazugehörigen Titten liefern konnte. Zu der damaligen Zeit war es scheinbar Grundvoraussetzung, um eine reelle Chance zu bekommen. Aber kurze 80 Bewerbungen später hatte ich Glück. Mir wurde eine Stelle von den Jugendwerkstätten Heilbronn angeboten. Nach einem Jahr als Praktikant war der junge Betrieb in der Lage, mich auszubilden. Ich erwischte eine spannende Zeit, da sich damals gerade der Beruf des Druckvorlagen-Herstellers zu dem des Mediengestalters wandelte.

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT HANIX – Deine Firma ist Ausbildungsbetrieb. Wie fühlt es sich an, als kleines Unternehmen die Ausbildung eines jungen Menschen zu verantworten? SASCHA SIMM – Da ich irgendwann Unterstützung gebraucht habe, erinnerte ich mich an meinen eigenen Weg vom Praktikanten zum Auszubildenden. Ich reichte einen Antrag zur Aufnahme an dem dafür notwendigen Eignungstest bei der IHK in Heilbronn ein. Da ich bis dato ein Einmannbetrieb war, konnte ich die drei erforderlichen innerbetrieblichen Aufsichtspersonen, die ein Ausbildungsbetrieb für einen Azubi gewährleisten muss, nicht stellen. Doch aufgrund der besonderen Umstände bekam ich eine Sondergenehmigung erteilt. Inhaltlich habe ich versucht, meinen bis heute drei Azubis enorm viel Hintergrundwissen zu vermitteln, da ich selbst während meiner Ausbildung sehr oft ins kalte Wasser geworfen wurde. Ich arbeite eben sehr intuitiv und folge beispielsweise nicht zwingend dem sogenannten Goldenen Schnitt, wie es sehr viele meiner Kollegen machen. Viele Gespräche und Diskussionen über Lösungen wurden geführt und ich konnte Betriebsbesuche bei verschiedenen Partnerfirmen organisieren. Meine Ausbildung war sehr traditionell gehalten, noch der Ausbildung des Druckvorlagen-Herstellers ähnlich. Basics wie zum Beispiel die verschiedenen Druckverfahren sind heute leider untergeordneter Teil der Ausbildung junger Gestal- ter, was ich bedaure. Ich habe mittlerweile drei Azubis bis zu deren Prüfung ausgebildet und begleitet und konnte einen von ihnen, Marco Pfeiffer, 2013 in ein Festangestelltenverhältnis übernehmen, was einen großen Schritt für mich bedeutete. Mit seiner Anstellung ist es gelungen, ein Stück Freiheit zurückzukaufen, da er mich enorm entlastet. Dafür auf diesem Wege ein ganz dickes Dankeschön an dich, Marco. HANIX – Jetzt bist du mit dem Weinsbergerkreuz, der Schnittstelle für Gestaltung seit zwölf Jahren mit deinem eigenen Unternehmen am Markt. War das die logische Konsequenz nach deiner erfolgreich absolvierten Ausbildung? SASCHA SIMM – Mein Chef und ich, wir waren beide Alphatiere, haben gemeinsam malocht und ergänzten uns sehr gut. Folgerichtig wäre ich sehr gerne nach meiner Ausbildung in ein Angestelltenverhältnis übernommen worden, doch der Firma fehlte es leider an der dafür erforderlichen finanziellen Substanz. Durch Arbeiten im Freundes- und Familienkreis besaß ich schon einen Gewerbeschein und hatte eine Identifikationsnummer, schrieb Rechnungen und wies Umsatzsteuer aus. Und nach einiger Zeit wurde mir klar: So, jetzt bin ich wohl selbstständig. HANIX – Von jeher heißt deine Firma Weinsbergerkreuz, ein uns Unterländern gängiger Begriff.

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT SASCHA SIMM – Ich machte mir darüber Gedanken, wollte ich doch einen Namen, der sehr schnell bei den Menschen hängenbleibt. Als meistbefahrenes Autobahnkreuz Deutschlands war dieser Name ja nicht nur regional von Bedeutung. Lustigerweise war um die Jahrtausendwende ein X im Namen der Agenturen äußerst trendy und das wollte ich unbedingt vermeiden. Ich bin waschechter Weinsberger und wollte auf die Dienstleistung der Schnittstelle für Gestaltung hinweisen. Der Name Weinsbergerkreuz vereinte diese Attribute. Und da war nun auch dieses verdammte X in meinem Logo zu finden. Tja, so läuft es halt manchmal. Über die Jahre modifizierte ich dieses, bis es nun heute mit Hirschgeweih weiterhin und konstant meine Firma symbolisiert. HANIX – Unterliegt das Weinsbergerkreuz einer Unternehmensphilosophie? SASCHA SIMM – Etwas plakativ ausgedrückt bekommt bei uns der Reifenhändler etwas Eckiges und der Fliesenleger etwas Rundes. (lacht) Das bedeutet, wir liefern kein Design von der Stange, sondern setzen uns mit jedem Kunden individuell auseinander. Wir sind keine Trendhuren-Gestalter, möchten keinen kurzfristigen Aha- Effekt erzwingen, sondern langlebig und wirksam gestalten. Es ist relativ einfach, einen Trend als ebensolchen zu erkennen, um diesen dann zu kopieren und ihn auf möglichst alle Aufträge zu übertragen. Genau so machen wir es nicht. Wir sind bodenständig, zeitlos und schwimmen möglichst gegen den Strom. Bildlich gesprochen besteigen wir mit jedem Kunden einen Berg. Und das gemeinsam und im engen Austausch. HANIX – In der freien Wirtschaft gilt ein Unternehmen erst nach sieben Jahren als erfolgreich am Markt etabliert. Kannst du das bestätigen? SASCHA SIMM – Schwer zu beantworten, da meine Existenzgründung ja schleichend vor sich ging. Ich kann bestätigen, dass es auf jeden Fall einige Jahre dauerte, bis ich mich vom Auftragsgeklüngel meiner Familie und meines Freundeskreises freischwimmen konnte und interessantere Aufträge ins Haus flatterten. Man braucht auch deshalb einen langen Atem, da potenzielle Neukunden diesen als Substanz einer Firma einordnen. Wenn es dir gelingt, die ersten Jahre zu überleben, gewinnst du dadurch an Reputation, welche wiederum Vertrauen schafft. Einen Samen beispielsweise muss man über eine längere Zeit hegen und pflegen, bevor er eine dicke Ernte abwirft. In mir selbst haben die Gedanken rund um das zehnjährige Weinsbergerkreuz-Jubiläum eine gewisse Sicherheit und Zufriedenheit hervorgerufen. Ein weiterer Tipp wäre, unbedingt die Privaträume und den Arbeitsplatz voneinander zu trennen. Dieser Schritt verursachte bei mir ein Gefühl Arbeit und Privates trennen zu müssen, um wiederum Ernsthaftigkeit der Selbstständigkeit greifen zu können. HANIX – Aus welchen Wirtschaftszweigen akquirierst du Aufträge? SASCHA SIMM – Akquise habe ich in den vergangenen zwölf Jahren nicht ein einziges Mal betrieben. Um aber auf die Frage zurückzukommen: Wir beschneiden uns nicht, es ist von allem etwas dabei. Wir arbeiten sowohl für Kunden aus der Industrie wie auch für den kulturellen Sektor. Dazu habe ich eine Menge Existenzgründer auf ihrem Weg gestalterisch begleitet und ausgestattet. Ich entscheide nicht, ob ein Auftrag lukrativ ist, sondern ob es zwischenmenschlich passt und mich die Aufgabe reizt. Das Recht Aufträge abzulehnen, wenn mein Bauch unmissverständlich »Nein« sagt, wird immer ausschlaggebend bleiben. HANIX – Einen Rechner kriegt man heutzutage hinterher geschmissen und Software kann man sich illegal downloaden. Eure Branche ist hart umkämpft. Wie lebt es sich für dich als Selbstständigen im Bereich Gestaltung? SASCHA SIMM – Das ist genau einer der Punkte, an dem eine angemessene Entlohnung für Grafiker bis heute scheitert. Es ist richtig, dass es möglich ist, ohne Einsatz von Kapital kreativ tätig zu werden. Doch selbstverständlich gehen nicht alle den Weg einer Ausbildung. Manche sind Autodidakten und andere lernen langsam und durch Erfahrung. Aber eine fundierte Ausbildung ist auf jeden Fall ein eigenes Level an zu erwartender Qualität. Es wird mit harten Bandagen gekämpft, anstatt sich miteinander zu vernetzen, um Synergieeffekte zu erzeugen, die eine gerechte Preispolitik fördern. Was die Kosten des laufenden Betriebes angeht nur ein Beispiel: Die Umstellung meines Systems auf Apple und die dazu notwendige lizenzierte Software hat alleine mal eben 30 000 Euro weggerotzt. Das ist Geld, das im Umkehrschluss erst einmal erwirtschaftet werden muss. Zum

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT Markt im Allgemeinen habe ich den Eindruck, dass die hier ortsansässigen Kunden sehr viel möchten, jedoch nicht unbedingt wissen, was sie wollen. Mir persönlich geht es mit meiner Firma sehr gut, denn ich bin ein Mensch, der sich grundsätzlich mit wenig zufriedengibt. Ein Wirtschaftsexperte würde mir vielleicht beim Anblick meiner Zahlen zu einem Wechsel als Angestellter bei Kaufland oder Audi raten, auch im Hinblick auf meine spätere Rente. (lacht) Aber ich fühle mich frei und dieses Gefühl will ich nicht mehr eintauschen. HANIX – Wohin führt der Weg des Weinsbergerkreuzes? Du machst dir doch mit Sicherheit Gedanken über die Zukunft. SASCHA SIMM – Ich arbeite daran, das Profil der Firma weiter zu schärfen. Wir wollen keine Durchschnitts- Werbeagentur sein, sondern wir bieten den krassen Scheiß. Wir möchten noch kreativer sein und weiterhin Projekte unterstützen, die vom Inhalt her zu uns passen. Es fühlt sich sehr gut an und motiviert ungemein, Leute hinter sich zu wissen, die das Ding fördern und daran glauben. Da gilt es allen voran Marian Szabo, Dominik Mattern und nochmals Marco Pfeiffer für ihren Support zu danken. Es geht nicht um Kapitalismus, sondern um die Aufgabe mehr Kreativität ins Heilbronner Umland zu infiltrieren. Leute mit kranken Ideen vernetzen, um dann gemeinsam an der Umsetzung zu arbeiten. So etwas erzeugt die bereits genannten Synergieeffekte. HANIX – Bist du während deiner Freizeit auch kreativ schaffend? SASCHA SIMM – Freizeit und Arbeitszeit verschmelzen des öfteren. Denn kreative Momente kommen, wann sie wollen. Oftmals beende ich Arbeiten, die ich in der Agentur nicht fertigbekommen habe, zuhause oder ich habe einfach Lust, ganz ungezwungen an einem Flyer zu werkeln. Ich bin 24 Stunden am Tag Gestalter und kann das nicht auf Knopfdruck abschalten. Man darf den kreativen Part unserer Arbeit auch nicht überbewerten, denn eigentlich sind wir eher Projektumsetzer denn Auftragskünstler. Abseits des Gestaltens überlege ich mir in meiner Freizeit gerne neue Spielkonstrukte für unsere Hasen und die zugelaufenen Katzen aus und ich koche super gerne. Im Laufe der Jahre wurde die Fotografie zu einem ambitionierten Hobby. Draußen in der Natur zu sein oder einfach mit Freunden auf ein Bierchen treffen. Ich finde kreative Stimulation in der Tatsache, sein zu können, was ich sein möchte. HANIX – Welchen Bezug hast du als waschechter Weinsberger Jung zu Heilbronn? SASCHA SIMM – Ich werde ja im Freundeskreis Weinsberger Anker genannt, denn egal wer wann aus Weinsberg weggegangen ist, der Sascha ist immer noch hier und hält die Stellung. Durch die unmittelbare Nähe zu Weinsberg bedeutet Heilbronn trotzdem ein Stück Heimat für mich. Ich habe in Heilbronn viele Freunde und Orte, wie zum Beispiel Heikos Dreamworld Records, das Mobilat oder auch die Innovationsfabrik, zu der ich während meiner Ausbildung jeden Tag gepilgert bin. Viele meiner Jugendfreunde haben mittlerweile eigene Unternehmen. Das ist sehr schön zu beobachten. Leider hat die Stadt im Bezug auf Kreativwirtschaft ordentlich Nachholbedarf. Vielleicht ist ja die BUGA 2019 für einige ein Grund richtig Gas zu geben. Als stiller Beobachter von außen registriere ich aber über die vergangenen Jahre durchaus eine Wandlung. Es bewegt sich was. INFOS ZUM ANKLICKEN: WEBSITE: WEINSBERGERKREUZ.DE MITMACHEN BEI KREUZ AUF REISEN: KREUZAUFREISEN.DE/

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Spenden Sie für kranke Kinder in der Region! Familienhilfe zuhause Erfüllung von Träumen Besuchsdienst und Vorlesepaten www.grosse-hilfe.de Patienten- und Familienbegleitung Kunst-, Musik- und Reittherapie Finanzielle Hilfe Verbindung zur Schule Einfühlsame Freude Betreuung von Geschwistern LeuchtturmKinderonkologie Kindgerechte Krebsbehandlung Gestaltung: www.hettenbach.de Spendenkonten: Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE 84 6205 0000 0000 0074 43 BIC: HEISDE66XXX Volksbank Heilbronn IBAN: DE13 6209 0100 0390 3900 03 BIC: GENODES1VHN

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»WIR WERDEN SICHER NIEMANDEN MIT KUNST ERSCHLAGEN« Wer über zwanzig Jahre Berufserfahrung in die Waagschale werfen kann, darf optimistisch an das Projekt des eigenen Betriebes herangehen. Gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang Egewardt betreibt Sandra Miassar das Complex23-Konzept und steuert die Geschicke des Multimono-Kaufladens und der Café & Bar Daneben. Es folgt ein Gespräch über die Antikarriere vom Tellerwäscher zum Millionär, Triangel-Ausstellungsflächen und die nun endlich optimale Anbindung am Heilbronner Nahverkehrsnetz.

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT INTERVIEW: ASHLEY AAMES FOTOS: MEMO FILIZ HANIX - Sandra, schon weit vor eurem Engagement rund um das Complex23 und damit der Café & Bar Daneben hast du Gastro-Erfahrung sammeln können. SANDRA MIASSAR — Meinen Einstieg in die Gastronomie hatte ich im zarten Alter von 14 Jahren. Das liegt mittlerweile über 20 Jahre zurück. Damals startete ich im Service und bediente sonntags in dem klassischen Familienbetrieb einer Konditorei drei Stunden lang ältere Herrschaften und versorgte sie mit Kaffee und Kuchen. Dem folgten einige Bistros und weitere Kaffees bis zum ersten Club, in dem ich arbeitete, der Alten Gießerei. Es folgten einige Events, bei denen ich mich um das Catering oder auch die Dekoration kümmerte. Und während dieser Phase kam dann auch das Mobilat dazu. HANIX - Stammgäste des Clubs kennen dich seit vielen Jahren als starke und souveräne Frau an der Bar. SANDRA MIASSAR — Irgendwann wurden die Tattoos mehr, dann findest du gerade in Restaurants deinen Platz eher hinter der Theke als im Service. Aber mein Start im Mobilat verlief ganz anders. Ich begann dort als Putzfrau, da an der Theke kein Job frei war. HANIX - Also ganz klassisch vom Tellerwäscher zum Millionär. SANDRA MIASSAR — (lacht) Nach zwei Jahren putzen kam dann das Angebot in der Kaffeebucht zu arbeiten, da die Clubführung natürlich um meine Gastroerfahrung wusste. Und dieses Jahr steht nun tatsächlich mein zehnjähriges Mobilat-Beisein an. HANIX - Hast du dich beruflich von Anfang an einer reinen Gastrokarriere verschrieben? SANDRA MIASSAR — Karriere ist ein Wort, in dem ich mich nicht wiederfinde. Die Gastronomie lief immer nebenher und bot mir nach zehn aufreibenden Arbeitsjahren im Heilbronner Sozialamt die Möglichkeit zur beruflichen Neuorientierung. Ich arbeite sehr gerne mit und für Menschen. Der Umstieg fiel mir sehr viel leichter, da ich mein neues Arbeitsfeld schon jahrelang im Nebenjob kennengelernt habe. Der Glückstreffer war mein Engagement bei Jochen und Pierre, den Mobilat-Machern und ihrer Kaffeebucht. Die dort gesammelten Erfahrungen in puncto Verantwortung gaben dem Gedanken irgendwann einmal etwas Eigenes zu machen einen realistischen Nährboden. HANIX - Der jahrelange Einsatz in der Gastronomie zehrt ja bekanntlich enorm an der Substanz. SANDRA MIASSAR — Man wird ja auch nicht jünger. Ich freue mich sehr auf die kommenden Jahre, wobei klar ist, dass man Clubarbeit im eigentlichen Sinn irgendwann lassen sollte. Stell dir vor, du stehst mit 50 Jahren noch hinter der Bar in einem Club. Da hast du zwangsläufig die Nähe zum Publikum verloren. Auf den Moment bezogen gleicht das Feedback, das du für dein eigenes Projekt erhältst, vieles wieder aus. Dazu kommt, dass ich nicht als Einzelkämpferin agiere, sondern mit meinem Mann

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT Wolfie jemanden an meiner Seite habe, der sich ebenso einbringt und große Mengen an Qualifikation und Qualität beisteuert. Wir bilden ein starkes Team und entlasten uns somit gegenseitig. Und seit einiger Zeit habe ich Tai- Chi für mich entdeckt. Das erdet mich total. HANIX - Wie kam es nun zu eurem eigenen gastronomischen Betrieb? SANDRA MIASSAR — Der Ursprung liegt sicher in unserer Zusammenarbeit mit dem Heilbronner Künstler Sergej Vutuc. Wir wohnten im selben Haus und machten das Plem Plem und seine Galerie gemeinsam. Als wir auf neue Räumlichkeiten ausweichen mussten, zogen wir damit gemeinsam in die Salzstraße und die Café & Bar Daneben plus Aruns Rizze Ratze Kreativ- & Tattoo-Werkstatt kam hinzu. Der Hauptansatz bei dieser Geschichte lag jeher bei Kunst und Kultur denn bei Café- oder Barbetrieb. Dennoch sahen wir dabei die Möglichkeit, erstmals unser eigenes gastronomisches Ding zu machen. HANIX - Wie lange dauerte der Prozess vom Gedanken an einen eigenen gastronomischen Betrieb über den Spatenstich bis hin zur tatsächlichen Eröffnung? SANDRA MIASSAR — Vom ersten Gedanken hin zur ernsthaften Option auf das jetzige Gebäude ging recht flott. Ich würde sagen, dass es bis zum Spatenstich ungefähr ein halbes Jahr dauerte. Dann begann die Arbeit: Bau- und Konzessionsanträge stellen, Auflagenkatalog auswerten. Mit dieser Erkenntnis viele Umbauten mit Unterstützung von Architekten durchzuführen nahm eine Menge an Zeit in Anspruch. Es war anstrengend und mitunter auch kompliziert. Aber wir haben es geschafft. HANIX - Gab es dabei Phasen, in denen ihr an eurem Projekt gezweifelt habt? SANDRA MIASSAR — Grundsätzlich sind wir beide Menschen, die Dinge, die sie sich vornehmen, auch bis zum Ende Umsetzen wollen. Natürlich kann einen der Gang zu den zuständigen Behörden mürbemachen. Die interessiert es in erster Linie nicht, was du mit Kunst und Kultur vorhast. Da heißt es »gastronomischer Betrieb« und dafür gibt es ganz klare Regeln, weniger individuell erteilt sondern im allgemeinen Anspruch gehalten. Und da muss man sich mit Eigenverantwortung und auch der Hilfe von Spezialisten, die sich innerhalb ihres Themas auskennen, durchwühlen. Uns kam dabei sicherlich zugute, dass ich ja viele Jahre bei der Stadt gearbeitet habe und somit wusste, was uns erwartet. HANIX - Mit der Café & Bar Daneben betreibt ihr einen Teil des Gesamtkonzeptes Complex23. SANDRA MIASSAR — Complex23 dient als Überbegriff für

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT das, was wir hier machen. Es besteht zum einen aus dem Café & Bar Daneben das sich neben dem gastronomischen Bereich als Plattform für Kunst in Wort, Bild und Ton versteht. Die drei dort gegebenen Ausstellungsflächen ergänzen die großen drei Flächen an der Außenfassade. Das gesamte Flächenpotenzial nennen wir Triangel. Dazu kommt natürlich der Multimono Kaufladen und die Rizze Ratze Kreativ- & Tattoo-Werkstatt, betrieben durch Arun Radha Om Schmidt. Wir verstehen uns hier als Gemeinschaft, zu der, Abseits von uns drei, im Gebäude noch viele weitere Künstler und Personen gehören. Zum Beispiel Annika Winkelmann, Nathalis Lozenz, Norman Stoll, Sabine Baum, Daniel Glaser oder auch Steven Zuleger, um nur einige zu nennen. HANIX - Welche Zielgruppe möchtet ihr mit eurem bunten Programm in der Café & Bar Daneben bedienen? SANDRA MIASSAR — Wir möchten als Erweiterung für das städtische Kulturangebot verstanden werden und für alle Menschen zugänglich sein und bleiben. Dazu abwechslungsreiches Programm bieten, wie zum Beispiel spezielle Veranstaltungen für Musikliebhaber bestimmter Stile, Podcasts, Kaffeeklatsch mit Kind und Kindertheater, Konzerte oder Ausstellungen für Jung und Alt. Genaueres zum Programm könnt ihr gerne unserem Veranstaltungskalender entnehmen. Man kann aber sicher auch zu uns kommen, um einfach mal was trinken zu gehen oder gemütlich in den Abend zu starten. Wir werden sicher niemanden mit Kunst erschlagen. Aber der Zugang zu ihr könnte den Gästen etwas einfacher fallen. Mitunter kann man sich anhand unserer gezeigten Ausstellungen auch zu Themen wie Moderne Kunst oder klassische Malerei etwas auf Stand bringen. Einige unserer Street-Art-Künstler haben Kunst studiert und unsere Gäste können sich deren Sicht der Dinge in den Werken auf unseren Ausstellungsflächen einverleiben. Mit der hier vorhandenen ungezwungenen Atmosphäre möchten wir gerne Türen öffnen. HANIX - Türen öffnet ihr auch für die internationale Kunstszene. Ihr habt dieses Jahr mit Phillip Jordan aus Holland und der Französin Melin zwei internationale Künstler vor Ort, die sich um die Bemalung der Außenfassade kümmern. SANDRA MIASSAR — Phillip Jordan kommt im Mai zu uns und ist ursprünglich hier aus der Gegend. Inzwischen lebt er in Holland Er kümmert sich um die Fassade des Gebäudes und wird auch eine Ausstellung an den Triangelflächen der Café & Bar Daneben zeigen, dazu bei einem Podcast-Event mitwirken. Auf seinen Besuch freuen wir uns ganz besonders. HANIX - Würdet ihr auch absoluten Newcomern die Möglichkeit bieten, bei euch aktiv zu werden? SANDRA MIASSAR — Das tun wir bereits und das werden wir auch weiterhin machen. Für ein Gespräch über angedachte Projekte stehen wir jederzeit zur Verfügung. Dann werden wir sehen, ob die Vorstellungen dieser Person mit unseren einhergehen und zu uns passen. Grundsätzlich sind wir offen für Vieles. HANIX - Kümmert ihr beide euch gemeinsam um alles oder gibt es eine Aufgabenteilung? SANDRA MIASSAR — Wir sind auch so stark, weil wir uns ganz prima ergänzen. Wolfie kümmert sich um handwerkliche Dinge, die im Laden anstehen. Dazu macht er die Bookings, die Technik und vieles andere. Ich bin für die Buchhaltung verantwortlich, steuere dazu das Kunstelement in Form von Ausstellungen und Ähnlichem. Des Weiteren kümmere ich mich um mögliche Kulturförderungen. Im Service arbeiten wir natürlich beide. Zu tun gibt es immer was, da wir ja auch gemeinsam das Multimono im Complex23 betreiben. HANIX - Thema Stadtbahn. Mit eurem Standort wart ihr unmittelbar vom aufwendigen Ausbau des S-Bahn- Netzes betroffen. Dieses Kapitel ist beendet. Zog das Ende der Bauarbeiten und der tatsächlich vollzogene Start der S-Bahn Erweiterung für euch positive Resultate nach sich? SANDRA MIASSAR — Zum einen registrieren wir tatsächlich einen leichten Zuwachs der Gäste und Besucher. Zum anderen verspüren wir eine Zunahme in Sachen Wahrnehmung, denn die Menschen, die mit der S-Bahn pendeln, und uns seither nicht kannten, werden aufgrund der sich regelmäßig im Wandel befindlichen Außenfassade auf uns aufmerksam. Die Verkehrsanbindung ist für uns jetzt sicher optimal, wir sind super zu erreichen. Verbesserungswürdig sind sicher die Fahrzeiten der S-Bahn, da die Letzte schon sehr früh fährt. Im Grunde ist die Erweiterung des Streckennetzes eine super Geschichte und war überfällig. HANIX - Welchen Bezug habt ihr als Teil der subkulturellen Szene der Stadt zu Heilbronn? SANDRA MIASSAR — Heilbronn hat sehr viel Potenzial. Man kann sich hier ausprobieren und einiges unternehmen. Aber das Angebot muss erweitert werden. Im Verhältnis zur Anzahl der Einwohner dieser Stadt ist es doch

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT noch zu wenig. Wir waren ja auch beide einige Zeit weg aus Heilbronn und haben andere Dinge gesehen und kennengelernt. Aber wir haben uns bewusst dafür entschieden, genau hier etwas bewegen zu wollen. Dazu gibt es Jobs und viel Industrie, man kratzt am Status einer Großstadt und bleibt zugleich angenehm überschaubar. Ich denke viele, speziell in der Gastronomie, haben sich einen größeren Schub durch die steigende Anzahl der Studierenden an der Hochschule erhofft. Dazu bieten wir aber leider die falschen Studiengänge an. Die müssen richtig Gas geben, um ihre Ausbildung erfolgreich absolvieren zu können. Geisteswissenschaftler haben auch Druck, allerdings brauchen die auch andere Einflüsse neben dem Studium. Kunst und Kultur kann deren Lehrplan durchaus positiv beeinflussen. Doch wir geben die Hoffnung nicht auf, denn die Anzahl an Studenten, die ein Interesse an Alternativwirtschaft und Kultur mitbringen, wächst auch im Verhältnis zur Menge an Studierenden. Wir lassen uns gerne eines Besseren belehren. Die Stadt sollte als Ganzes mehr über ihre Möglichkeiten informieren. HANIX - Vielleicht kannst du das übernehmen. Gib zugezogenen Studenten einige Tipps für deren Freizeitgestaltung hier in Heilbronn. SANDRA MIASSAR — Das ist eine gute Frage. Wir gehören leider zu den Leuten, die sehr wenig Privatleben haben. Dadurch sind wir auch ganz gerne mal Zuhause und unter uns. Wir haben nun einmal beruflich ständig mit vielen Menschen zu tun, da ist etwas Zweisamkeit manchmal zwingend erforderlich. Unsere Interessen sind sicher etwas stärker auf die alternativen Dinge gerichtet. Sei es im Sommer beispielsweise die Kaffeebucht, sicher einer der angenehmsten Orte, an denen man sich in Heilbronn draußen aufhalten kann. Die Data Bar oder der Mobilat Club, was eigentlich total schräg ist, da ich dort ja auch des öfteren im Einsatz bin. (lacht) Aber was das Segment »Alternativer Club« betrifft, mangelt es hier sicher an Auswahl. Wir haben hier einige Cafés und Bars, die einfach nicht so geleckt rüber kommen. Ist natürlich alles subjektiv betrachtet.

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Hochzeitsreportagen / Paarshootings / Photobooth http://nicokurth-hochzeitsfotografie.de

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TITELTHEMA: KREATIVWIRTSCHAFT JOSHIS MEINUNG ZUM THEMA KREATIVWIRTSCHAFT Kreativwirtschaft ist etwas kreatives, mit dem man Geld verdient. Kreativ ist ja so einiges, hier mein Beispiel: Computerspiele. Um gute Computerspiele zu erfinden und zu machen, muss man ganz schön kreativ sein. Und auch schlau. Dann kann man da schon ganz schön viel Geld verdienen. Da gibt es Minecraft, Terraria, Angry Birds, die kennt fast jeder. Online kann man auch spielen, sowas wie Papa Louis Pizzeria, Minion Rush und so weiter. Meine Lieblingsbeschäftigungen sind bei den Computerspielen Minecraft und Terraria, die sind total beliebt. Bei Minecraft geht es um ein kleines Männchen (das bist dann du), das in der Wildnis überleben muss. Bisschen was muss man dabei also auch denken. Aber es ist nicht wie eine echte Welt, nicht nur gibt es da Zombis und Skelette, die rumlaufen, nein, das ist nicht das unnatürlichste daran. Es ist alles viereckig. Also du bist viereckig, die Tiere, die Pflanzen, die Geräte … alles. Und trotzdem muss ich sagen: I LOVE IT! (An alle Minecraft-Profis die das lesen, ich weiß, dass es in Mods auch was anderes gibt, Items auch, aber das verstehen ja Nicht-Minecraft-Fans nicht.) Ich habe letztes Jahr im Urlaub ein T-Shirt bekommen von Minecraft und zum Geburtstag einen Creeper-Geldbeutel. Das gehört dann auch zur Kreativwirtschaft, dass die sowas verkaufen. So richtige Ballerspiele, wo auch so Blut fließt und sowas, die mag ich nicht. Die Brutalität darin ist einfach schrecklich. Und dann ist die Kreativität irgendwie falsch rausgekommen. Naja. Man kann auch Kunst machen, das ist kreativ, und manchmal kann man damit auch verdienen. Ich denke mal an Altmetallkunst, Malkunst, Bilderhauerei usw. Manche verdienen Geld damit, manche nicht. So wie diese Kunst gibt es auch WÖRTERKUNST, also Bücher und so. Da stehen Buchstaben, die Wörter bilden und diese bilden Sätze … das allein ist ja schon kreativ, irgendwie … Ach egal, ihr wisst was ich meine. Ich lese grade ein Buch namens PERCY JACK- SON, da gibt es mehrere davon und ich empfehle die Bücher auf jeden Fall weiter! Dadurch habe ich großes Interesse an griechischer Mythologie bekommen, ich finde das ist ein spannendes Thema. Bücher gehören auf jeden fall auch zum Thema Kreativwirtschaft, weil die Autoren und Autorinnen damit Geld verdienen, erfolgreiche Bücher zu schreiben und zu verkaufen. Meine Kolumne ist jetzt auch in der gedruckten HANIX- Ausgabe, wer weiß, vielleicht verdiene ich damit auch irgendwann mal Geld …? Was gibt es noch? Architekten. Architekten sind auch welche, die kreativ Geld verdienen, indem sie Sachen bauen oder planen, die manchmal ganz schön verrückt sind. Und nicht immer schön … Keine Ahnung, vielleicht fällt euch ja noch irgendwas ganz anderes zur Kreativwirtschaft ein, irgendwas, was überhaupt nicht in dieser HANIX-Ausgabe erwähnt wird. Dann erzählt mal was darüber, wahrscheinlich finden es ganz viele interessant und spannend! Überlegt mal. Das wars wieder von mir zum Titelthema, Tschüss, euer Joshi

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Kreativzentr Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn [„Wir halten kreative Köpfe in Heilbronn und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen“ Räume zu vermieten (Philipp Kionka / FormatFilm) Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 • 74072 Heilbronn • www.kreativzentrum-heilbronn.de • kionka@formatfilm.tv

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IMMER MONTAGS, MENÜ 1 FOTOS: MICHAEL DIKTA Michael Dikta ist für das Thema »Heimat« in die Fernküche seiner Familie gegangen, über der er die erste Hälfte seines Lebens gewohnt hat. Dabei ist die Serie »Immer Montags, Menü 1« entstanden, in der er mit einer subjektiven Sichtweise auf das Geschehen dem Betrachter die Verbundenheit mit dem Ort verdeutlichen möchte.

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SPIEGELREFLEX: IMMER MONTAGS, MENÜ 1

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SPIEGELREFLEX: IMMER MONTAGS, MENÜ 1

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SPIEGELREFLEX: IMMER MONTAGS, MENÜ 1

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SPIEGELREFLEX: IMMER MONTAGS, MENÜ 1

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SPIEGELREFLEX: IMMER MONTAGS, MENÜ 1

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LIEBE HEIMAT, EIN BRIEF VON ROBERT MUCHA GELESEN VON: NICOLAI KÖPPEL über Ostern habe ich dich für einen Städtetrip nach Leipzig verlassen. Für mich war die Ausfahrt in die alte sächsische Handelsstadt, die in diesem Jahr 1000. Geburtstag feiert, eine Reise in die Vergangenheit. Hier habe ich im April 2000 angefangen zu studieren. Auf Magister. Ja, das gab es damals noch. Für mich begann damals im Frühjahr des neuen Jahrtausends ein großes Abenteuer. Weg von dir, liebe Heimat. Weit weg. Es war eine Befreiung. Nicht, dass ich dich damals schrecklich fand. Überhaupt nicht. Aber dieses Leipzig, die Heldenstadt von 1989, war einfach zu toll, zu politisch, zu günstig, zu frei, zu klug, zu weltoffen, zu bunt und vielfältig, als dass ich dir, liebe Heimat, auch nur eine Träne nachweinen musste. Wohnraum und Lebenshaltungskosten waren damals in Leipzig fast so günstig wie in der Tschechei. Bier gabs für 80 Cent! Nicht wenige Studenten-WGs haben sich imposante Gründerzeitwohnungen mit über 200 qm Wohnfläche für einen Appel und ein Ei angemietet. In Leipzig wurde Frisbee in den Fluren gespielt, die Dimensionen ließen das zu. Ich lernte neue, spannende Leute kennen, die über ganz andere Dinge nachdachten und sprachen, als es der gemeine Heilbronner zur Jahrtausendwende tat. Jedes Wochenende fanden politisch motivierte Demos statt. Nicht dass ich hingegangen wäre. Beeindruckend fand ich es dennoch, wie politisch aktiv eine Stadtgesellschaft sein kann. Es wurde für Solidarität, gegen Nazis oder für den Erhalt von besetzten Häusern gestritten. Ganz anders, als

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BRIEF AN DIE HEIMAT: ROBERT MUCHA, LEIPZIG ich es von dir kannte. Im Unterland gingen rotbewestete IG-Metaller oder verdi-Mitglieder auf die Straße, um für mehr Lohn bei weniger Arbeitszeit zu demonstrieren. Das kulturelle Angebot in Leipzig reichte von Oper bis hin zu halblegalen Open-Air-Feiern am Cospudener See. Es ging so viel mehr als in Heilbronn. Ich spürte, weitab von meinem Kinderzimmer, eine nie erlebte Leipziger Freiheit. Nun also bin ich wieder hier. Viel soll sich verändert haben, hörte und las ich. Leipzig sei dabei, sich zum kommenden Hipster-Ding zu mausern. Alles was dazugehört, existiert: große Fluktuation an neue Kneipen und Cafés, außergewöhnliche Start-up-Ideen und junge Künstler, denen Freiheit wichtiger ist als ein geregelter Verdienst. Das war vor 15 Jahren auch schon so, nur wussten es zur Jahrtausendwende nur die Leipziger. Heute ziehen sogar Hauptstädter aus ihrer totgentrifizierten Berliner Mitte nach Leipzig. Denn in Leipzig gibt es noch genug leerstehende, preiswerte Wohnungen. Dabei ist die Stadt die am schnellsten wachsende Großstadt Deutschlands. Die New York Times hat Leipzig wieder mal zu einer der dynamischsten Städte Mitteleuropas erklärt. Während zur Jahrtausendwende ein Studienplatz in Leipzig sich für viele wie eine Höchststrafe gelesen hat – dem war natürlich nicht so –, bewerben sich heute zehn Abiturienten auf einen Studienplatz in Leipzig. Nach der Wende hat Leipzig über 100 000 Einwohner verloren, dass es wieder wächst, dass junge Menschen zu Tausenden herziehen, spürt man in der Stadt. Aber neben dem aufstrebenden, hippen und sanierten Teil der Stadt, mit Künstlerbezirken wie Plagwitz oder Lindenau, wo sich nun vermehrt junge Familien niederlassen, kann man auch noch das alte, unbewohnte, ungeschminkte Leipzig entdecken. Zum Beispiel in Anger-Crottendorf: Mit dem Fahrrad ist man vom Hauptbahnhof etwa zehn Minuten unterwegs, und bereits auf halber Strecke fühlt es sich wie Osteuropa an. Fensterlose, finstere Fassaden entlang der Straßen, überwucherte Brachen, Häuserstümpfe. Ehe nach der Wende die Wende für die Stadt kam, muss es bis tief in die neunziger Jahre in ganz Leipzig so leergrau ausgesehen haben wie bis heute in Anger-Crottendorf. Leipzig macht heute, genau wie vor 15 Jahren, Freude, weil in der Stadt, selbst zur großen 1000-Jahr-Feier, noch so viel unfertig ist. Unmengen an Orten, an denen jeder seinem ganz individuellen Streben nachgehen darf. Heute, mitten im dynamischen Stadtentwicklungsprozess, aber auch zwei Weltkriege und drei Systemabstürze hinter sich, passt in Leipzig städtebaulich kaum etwas zusammen. Es gibt fantastische alte Kontorhäuser, deren Fassaden so aufwendig verschnörkelt sind, dass man Angst haben muss, sie könnten unter der verzierenden Last einbrechen. Dahinter kann, wer will, bei Ketten wie Sport Scheck, Zara und H&M shoppen. Es gibt viel Grün und viel Wasser, aber auch viel schmähliches Brachland. Auch in besseren Wohnvierteln beim Clara-Zetkin-Park finden sich zwischen all den herausgeputzten Bürgerpalästen immer wieder völlig

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BRIEF AN DIE HEIMAT: ROBERT MUCHA, LEIPZIG zugewucherte Villen, die kaum von Anwälten behaust sind. Das Verrückte in Leipzig sei nämlich, so meine alte Leipziger Freundin Sophia, dass die prächtigen Häuser heute immer noch mehr über die Ambitionen der einstigen Bauherren verrieten als über ihre heutigen Bewohner. »Hier brauchst du nicht viel Geld, um schön zu wohnen«, sagt Sophia. Auch die Eigentümer gut gepflegter Immobilien müssen bisweilen um Mieter buhlen. Für Spekulanten ist Leipzig noch nicht sexy genug. Deshalb sind auch Premiumlagen für Start-ups, Mini-Agenturen und Galerie-Gemeinschaften erschwinglich. Gentrifizierung ohne Opfer. Noch. Am Südplatz zum Beispiel, nur ein paar Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, findet sich das heutige Leipziger Allerlei auf engstem Raum: Ein alteingesessener Schuhmacher, den es vor 15 Jahren schon gab, hat seinen Laden neben einem italienischen Feinkostladen und gegenüber des Conceptstores eines Leipziger Modelabels, der wiederum als Nachbarn ein betreutes Wohnhaus für Senioren und ein arabisches Falafelbistro hat. Wenige Meter entfernt auf dem Feinkostgelände neben der berühmten Leipziger Löffelfamilie gab es einen Flohmarkt. Kiezbewohner boten Teile ihres ausrangierten Hausstands an oder zeichneten mit Buntstift live Kinderportraits für zweifünfzig. Ein Tag Leipziger Entdeckungsreise vergeht rasend schnell. Junge Menschen mit Instrumentenkoffern auf dem Rücken radeln abends stadtauswärts. In den Kneipen und Restaurants der Innenstadt wird die Beleuchtung gedimmt. Draußen im Westen oder Süden ist es umgekehrt. Wo Licht ist, ist eine Location. In Bars und Restaurants, die Hotel Seeblick, Pushkin, Dr. Seltsam oder Tempel heißen, stehen junge Menschen und rauchen und trinken, als gäbe es kein Morgen. Ja, liebe Heimat, diese Leipziger Freiheit und Vielfalt für alle urbanen Sinne habe ich über die Ostertage sehr genossen. Werd doch nur ein kleines bisschen wie Leipzig. Es würde dir gut tun. Ich hab dich trotzdem lieb, dein Robert

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LESERBRIEFE Liebe Redaktion, schönes Interview zum Rooms Club. Das Konzept hört sich sehr interessant an und ich bin mir sicher, dass Heilbronn so einen Club richtig gut gebrauchen kann. Viele Grüße, Monika Berges, Heilbronn Hey HANIX, ich wusste gar nicht, dass es hier auch Critical-Mass-Treffen gibt. Kenne das nur aus meiner Heimatstadt Hamburg und werde wohl demnächst auch mal mitradeln. Macht weiter so, Marco Hemlin, Heilbronn Liebes HANIX, tolle Bilder aus Venedig! War selbst schon öfter in dieser wunderschönen Stadt und kann es jedem nur empfehlen, zumindest ein paar Tage in der wohl schönsten Stadt der Welt zu verbringen. Bis demnächst, Elke Markus, Frankenbach Hi HANIX-Team! Vielen Dank für den Hinweis auf die Ausstellung von Martin Kollar. Fotografie interessiert mich ja immer, deshalb habe ich mich wirklich über den Artikel gefreut. Grüße, Roman Weisinger, Eppingen

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IMPRESSUM Verlag und Redaktion HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Annette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Ashley Aames, Joshua Endresz, Nicolai Köppel, Friedemann Orths, Steven Zuleger, Dominik Brell, Maria Sanders, Leonore Welzin, Dr. Bernhard Stumpfhaus, Sarah Baudenbacher Fotografen Meli Dikta, Sandra Chmielowski, Ulla Kühnle, Memo Filiz, Nico Kurth, Erich Benz, Michael Dikta Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Maike Endresz (verantw.) maike.endresz @ HANIX-magazin.de Marcel Kantimm marcel.kantimm @ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha @ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Der junge Mann, der hier – so scheint es – zu neuen Zielen aufbricht, war 1901 in Heilbronn zur Welt gekommen. Nach dem Abitur am Realgymnasium (heute RMG) hatte er eine Lehre in der Heilbronner Silberwarenfabrik Bruckmann & Söhne absolviert. Dank eines von Peter Bruckmann vermittelten Stipendiums konnte er bei Georg Kolbe in Berlin ein Bildhauerstudium beginnen. Aber nicht als Künstler, sondern als Entwerfer von Gebrauchsgegenständen, vor allem von Geschirr, machte er sich einen Namen – heute kennen nur noch Spezialisten Heinrich Löffelhardt. Das ist bedauerlich, denn vor allem in den 1950er- und 1960er-Jahren prägte er das Design im Bereich Glas und Porzellan maßgeblich mit. Heinrich Löffelhardt lieferte ästhetisch zeitlose Entwürfe für den Porzellanhersteller Rosenthal und für dessen Tochterfirma Thomas; ab 1952 war er Chefdesigner der oberfränkischen Porzellanfabriken Arzberg und Schönwald. Gleichzeitig entwarf er für das Jenaer Glaswerk Schott in Mainz mehr als 20 Jahre lang deren typisch formschöne Teegeschirre sowie Koch- und Backformen aus »Jenaer Glas«. Für die Farbenglaswerke Zwiesel schuf er Vasen, Kannen und Gläser, darunter die Trinkglas-Serie »Neckar«, von der 200 Millionen Stück produziert wurden. Eine seiner Teekannen wurde 1977 unter die 25 weltweit besten Designleistungen der Gegenwart aufgenommen. Für die Sicherersche Apotheke in Heilbronn hatte Löffelhardt 1949/50 zusammen mit seinem Mentor und Freund Wilhelm Wagenfeld eine Anzahl Apotheken- und Laborgefäße entworfen. Heute stehen einige davon im Deutschen Apothekenmuseum in Heidelberg stellvertretend für das von Bauhaus und Werkbund geforderte Ideal der »Guten Form«. Und auch am Design für eine der ersten Kompakt- Kameras mit Kunststoffgehäuse, die Zeiss-Ikonette, hat Heinrich Löffelhardt mitgearbeitet. Von ihm selbst gibt es nur wenige Fotos – er tritt ganz hinter seinem kreativen Werk zurück. Deshalb ist diese Aufnahme eine Besonderheit; sie wird im Stadtarchiv Heilbronn aufbewahrt, das wieder Text und Foto lieferte.

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Heinrich Löffelhardt, um 1930

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VERANSTALTUNGEN BIS 26. JULI GALERIE RIEKER, HEILBRONN AUSSTELLUNG: TIERVERSUCHE Bilder, Fotografien und Skulpturen von Heinrich Brummack, Felix Droese, Thomas Gatzemeier, Andreas Grunert, Horst Kistner, Abi Shek sowie Annnette und Erasmus Schröter. Viele Jahre schon angelt der »Erfolgreiche Hase« von Heinrich Brummack auf der Friedrich-Ebert-Brücke Forellen. Das hat ihm und anderen einigen Ärger eingebracht. In der Ausstellung kann der Besucher u. a. entdecken, welchen Rat sich Meister Lampe bei dem Leipziger Fotokünstlerpaar Schröter holen kann, um sich zu wehren. Der renommierte Felix Droese steuert archaische Tierbilder bei. Ebenso der Zeichner Abi Shek, der großformatige Handdrucke auf Leinwand präsentiert. Ganz anders der Fotokünstler Horst Kistner, der sich der zarten Beziehung zwischen Tier und Mensch poesievoll widmet. Die Malerei von Gatzemeier ist durchdrungen von der Vielfalt in Form und Farbe von geflügeltem Getier. Der rätselhaften Beziehung zwischen Mensch und Tier ist Grunert auf der Spur. 18. APRIL – 7. JUNI KUNSTHALLE VOGELMANN KUNSTVEREIN HEILBRONN: MEG CRANSTON: I SUPPOSE SO Meg Cranston bearbeitet die Schnittpunkte von individuellen mit allgemeinen Erfahrungen und leitet daraus die Frage ab, welche Bedeutung Bilder und Objekte heute in unserer Gesellschaft haben. Nun zeigt sie eine Bildserie, die sie zusammen mit dem Künstler John Baldessari entwickelt hat. In der gemeinsamen Arbeit erstellt Cranston die Bilder, von Baldessari stammt der Text, wobei ihr besonderes Interesse dem Zusammenhang von Bild und Sprache gilt. Dazu wählt sie aus der Pantone Farbpalette die Farben, die als Trend der kommenden Frauenmodensaison ausgemacht worden sind, für ein monochromes Gemälde. Die eingesetzten Texte von Baldessari entnimmt dieser seinen Schriften und untersucht sie so isoliert von ihrem Kontext auf ihre Wirkung. 1. MAI THEATERSCHIFF MÄNNER UND ANDERE IRRTÜMER Die männliche Midlife-Crisis führt zu einem Jugendlichkeitswahn, dem sogenannten »Jennifer-Syndrom«: Der Mann verlässt das angetraute Weib, um sich für eine junge, schöne Fee in einen Märchenprinzen zu verwandeln. Zurück bleibt die verlassene Ehefrau, die die neu gewonnene »Freiheit« in all ihren Höhen und Tiefen durchlebt und dabei viel gut gemeinte Ratschläge von außen erhält. In der One-Woman-Show, inszeniert von Cosima Greeven übernimmt Amelie Sturm insgesamt 25 Rollen, von der betrogenen Ehefrau über den untreuen Ehemann bis hin zu ihren lieben Freundinnen und der türkischen Nachbarin. Komisch und nachdenklich zugleich gestaltet sie einen unterhaltsamen Theaterabend. 1. MAI WAGENHALLEN STUTTGART GITARREN. MENSCHEN. SENSATIONEN Am kommenden 1. Mai findet unter dem abgewandelten Zirkusmotto »Gitarren! Menschen! Sensationen!« das erste Wagenhallen-1.Mai-Festival statt! Auf euch warten vier Liveacts, Solokünstler und Bands, Akustik-Punk, Blues, Offbeat, Soul und dies alles eingerahmt in der Wagenhallen-Atmosphäre und ohne Eintritt! Ab 12 Uhr öffnet der Biergarten im Eingangsbereich des Kulturbetriebs und bis ca. 15 Uhr werden auf der dortigen Außenbühne zwei besondere Akustik-Acts spielen: Mit THOMAS PUTZE haben wir den »Wagenhallen-Blues« zu Gast! Er ist vor allem als Performer und Bildhauer bekannt, aber Thomas spielt auch einen tollen traditionellen Blues mit Ausflügen in den Folk und Rock. Desweiteren spielt TIGERYOUTH, der sich mit seinem Akustik-Punk, durchdachten Texten und exzessives Touren einen Namen als grandioser Liveact erspielt hat. Ab 15 Uhr wird es dann im großen Veranstaltungssaal weitergehen. Hier wartet auf euch die Stuttgarter Ska, Rocksteady, Reggae-Band T H E M O O D

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VERANSTALTUNGEN: MAI A . K . A . Das Quartett spielt schon seit 1987 im Namen des Offbeats und nennt seinen Stil ›Jamaican Soul‹. Hauptact und Abschluss des Tages bildet eine noch weitgehend unbekannte Band aus Berlin, wobei die Betonung auf noch liegt. Denn sollte es einen Musikgott geben, dann hat er ALEX MAIORANO & THE BLACK TALES einiges an Talent und Qualität in die Wiege gelegt! Mit einem wilden Mix aus Rhythm’n’Blues, Soul, Offbeat und punky Einlagen wird die 7-köpfige-Band bestimmt die Halle zum Tanzen bringen!!! Bringt also Eure ›Dancin’ shoes‹ mit! 1. MAI JAZZCLUB CAVE 61 EVA KLESSE QUARTETT Mit ungebremster musikalischer Expressivität führt Eva Klesse ihre Mitspieler an, erobert mit ihnen neue Terrains und lotet eine ganze Palette von Stimmungen aus – von leisen melancholischen Tönen bis zu rasanter kollektiver Dynamik. 1. MAI ALTE FEUERWACHE MANNHEIM BUDZILLUS Auf Gedeih & Verderb, ohne Wenn und Aber, bis zum letzten Hemd und trotzdem immer weiter – so kennt man BudZillus. Die fünf Berliner haben mit ihrer unbändigen Energie und ihrem Mix aus Swing, Surf, Punk, sowie einem guten Pfund osteuropäischer Seele, nicht nur einen ganz eigenen, neuen Stil kreiert, sondern auch in unzähligen Konzerten ihren Ruf als gnadenlos gute Live-Band gefestigt. Das Jahr 2012 war ein ereignisreiches für Bud- Zillus: zweites Album veröffentlicht, Gastauftritt beim sonntagabendlichen »Polizeiruf 110«, inklusive Lieferung des Soundtracks, ausverkaufte Platte, zig Konzerte zwischen Russland und Frankreich gespielt, abgelichtet von Jim Rakete für dessen Projekt »Rock-Poeten«, Auftritt zur Eröffnung der Berlin Music Week im Tempodrom und die Titelmelodie für die ARD Krimi-Serie »Heiter bis Tödlich« eingespielt. Wem das noch nicht reicht, der möge bitte zum nächsten BudZillus Live-Auftritt eilen und sich persönlich von der Energie und Spielfreude des ursprünglich als Straßenband ins Leben gerufenen Quintetts überzeugen. Im Jahre 2008 gegründet und permanent auf Tour, ist es BudZillus herzlich egal, ob sie nun in den Clubs des urbanen Untergrunds, oder auf international großer Bühne, wie dem renommierten niederländischen Lowlands Festival oder dem BoomTown Fair in England, stehen. Wenn sie mit ihren ausgefallenen Instrumenten anrücken und die Bühne in Beschlag nehmen, führt für das Publikum kein Weg mehr zurück in die Normalität. In ihren Songs bringen BudZillus ihre Einstellung auf den Punkt und sprechen vielen aus der Seele: scheiß auf Konventionen, nimm dein Leben selbst in die Hand und mach, was dir der Teufel ins Ohr flüstert. Das Leben ist zu kurz, um alltäglich zu sein. Trotz der überwiegend deutschen Texte hat man das auch im Ausland verstanden und so erobern BudZillus seit nun mehr 400 Konzerten alle möglichen und unmöglichen Gebiete. Das Europäische Ausland zählt inzwischen ebenso zur Heimat der Band wie die Bühnen in Moskau, New York oder Istanbul. »BudZillus infiziert«, könnte man sagen. Auf jeden Fall sprengen BudZillus Grenzen, weshalb sie viel mehr als nur die Freunde schneller Polkaesker Beats mitreißen. Selbst die, an sich ja eher minimalistisch veranlagte Berliner Club-Szene hat BudZillus für sich entdeckt: Aka Aka haben auf dem hauseigenen Label zwei 12˝ mit eigenen BudZillus-Remixen veröffentlicht, hinzu kommen verschiedenste Versionen weiterer bekannter und unbekannter Produzenten (u.a. Oliver Koletzki). Also merkt euch, was auch immer da draußen gerade wieder für ein Mist passiert, »ihr seid nicht allein …«. BudZillus rufen euch zu: »Es geht weiter, Immer weiter, Immer weiter!«. In diesem Sinne: Auf Gedeih & Verderb! 1. MAI BUKOWSKI MY FAVOURIT BEAT: M.IN Endlich Mai! Der erste Monat, in dem man sich auf heiße Nächte auch im metereologischen Sinne freuen kann und wir mit Wonne die Buko-Terrasse entern. Am Maifeiertag bei uns zu Gast ist M.in und mit ihm seine Interpretation von modernem Techhouse. Er kann so ziemlich jeden Sound in seine Tracks einbauen, paart die gerade, immer tief sitzende Bassdrum mit Afrobeat, Latin oder Swinging Jazz. Er hat die ganz Großen von sich überzeugt und ist selbst zu einem Großen geworden. Releases auf renomierten Labels wie Desolat, Blu Fin, Souvenir, Get Physical, Bar 25, Systematic Recording uvm. folgten ebenso wie Remixe für Radioslave, Marc Romboy und diverse andere Künstler. Und heute? Läutet er zusammen mit Carmen Bernabe und T-WATCH den Wonnemonat im Bukowski ein!

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VERANSTALTUNGEN: MAI 2. MAI BUKOWSKI BACK TO THE FUTURE Seit Anfang 2011 sind Stockwerk2 und Shineline, bürgerlich beide Benjamin, zusammen als DJs unterwegs. Techhouse ist ihr Genre, und dabei geht es ihnen nicht um Ruhm, sondern um die gute Sache – die Liebe zur Musik und maximalen Spaß auf der Tanzfläche. Ende 2012 sind die zwei einen Schritt weiter gegangen und fingen zu produzieren an. Der Sound ihrer Tracks ist auch der, den sie auflegen – fluffiger, melodischer, verspielter Techhouse, der sich im Club sowie auch im Freien aufs heftigste feiern lässt. Zusammen mit dem Klangagenten bringen sie heute Heilbronn zum Tanzen ... 2. MAI ALTE FEUERWACHE MANNHEIM SCIENCE SLAM Wissenschaftlicher Alltag, so ein gängiges Vorurteil, bedeutet: dröge Vorlesungen, forschen in dunklen Laboratorien und ab und zu mal ein Abstecher in die Mensa? Weit gefehlt: Wissenschaft geht auch anders! Unterhaltsame Vorträge in deiner Stadt vor großem Publikum – beim Science Slam wird die Forschung von NachwuchswissenschaftlerInnen aus der Uni ins Rampenlicht geholt. Hier steigen ForscherInnen auf die Bühne, um ihr Wissen mit den Zuschauern zu teilen. Der Science Slam ist, wie auch der Poetry Slam, ein Wettbewerb, bei dem es gilt, die Gunst des Publikums in einer vorgegebenen Zeit zu gewinnen. Nicht mit poetischen Texten, sondern mit wissenschaftlichen Fakten im unterhaltsamen Gewand. Prodesse et delectare – Nützen und erfreuen sind die Hauptziele des Science Slams. Wie läuft das Ganze ab? Jede/r SlammerIn hat zehn Minuten Zeit, dem Publikum das eigene Wissensgebiet auf unterhaltsame Weise zu präsentieren. Dabei ist alles erlaubt, , was die Hausordnung hergibt: Von einer aufwendigen Präsentation bis hin zum Einrad. Der beste Vortrag wird am Ende von den Besuchern durch Applaus gekürt. Die Themen sind dabei so vielfältig, wie die wissenschaftlichen Disziplinen. Slam frei für eure Stadt! 2. – 3. MAI WÜRTTEMBERGER WEINGÜTER TAG DER OFFENEN WEINGÜTER - 360° WÜRTTEMBERG Die Württemberger Weingüter rundherum zu erleben, dafür steht das Motto 360° Württemberg. Rund 40 Wein- güter im Anbaugebiet Württemberg öffnen am ersten Wochenende im Mai ihre Türen und laden ein zu einem Blick hinter die Kulissen. So individuell wie die Wengerter in Württemberg sind, so individuell präsentiert auch jeder einzelne Betrieb sein eigenes Highlight. Bei Weinbergrundfahrten, Weinerlebnistouren, Kellerführungen und natürlich Weinverkostungen lernen Sie die Weinmacher persönlich kennen. 2. MAI JAZZCLUB CAVE 61 STEVE KUHN TRIO Steve Kuhn, einer der komplettesten Jazzpianisten unserer Zeit, präsentiert mit seinem Trio Jazz zwischen Tradition und Avantgarde. Im Mittelpunkt des Konzertabends stehen Musik vom letzten Album »Wisteria« und neue Kompositionen. 2. & 3. & 29. MAI THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS DON KARLOS - INFANT VON SPANIEN Don Karlos, Infant von Spanien, liebt seine Stiefmutter Elisabeth. Früher war sie mit ihm verlobt, wurde aber aus politischen Interessen von Philipp, dem König von Spanien und Vater von Karlos, geheiratet. Nur seinem Jugendfreund Marquis von Posa, der soeben aus den aufständischen flandrischen Provinzen nach Madrid zurückgekehrt ist, wagt Karlos sich zu offenbaren. Elisabeth weist Karlos entschieden zurück, fordert ihn vielmehr auf, sich ganz in den Dienst der spanischen Krone zu stellen. Posa drängt seinen Freund hingegen, sich für den Freiheitskampf der Niederlande einzusetzen. Tatsächlich bittet Karlos seinen Vater um das Kommando über die in die Niederlande entsandten spanischen Truppen, doch der König lehnt ab. Zu schwierig sei die Mission, zu zart und unerfahren der Sohn. Karlos bleibt in Madrid und wird durch seine Schwärmerei und Rachsucht zum Spielball von Intrigen und Machtkämpfen am Hof. Schließlich geht es um Leben und Tod. 2. MAI MOBILAT DIFFERENTOLOGY: TROPICAL VIBES Differentology ist eine neue Partyreihe, die verschiedene globale Tanz- & Feierrhythmen miteinander verbindet. Bei der ersten Veranstaltung Tropical Vibes treffen karibische und afrikanische Rhythmen auf urbane Tanzmusik. Afro-

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VERANSTALTUNGEN: MAI Pop, Dancehall, Soca & PopSo, Reggae, Ghetto Bass, Electro Cumbia, Reggaeton, Trap, UK Bass und mehr werden in einer frischen und neuen Weise kombiniert und so zu einer völlig neuen Soundlandschaft wie du sie vermutlich noch nicht in Heilbronn gehört hast. Groovige Melodien und treibende Bässe zeichnen diesen sehr tanzbaren Sound aus. Nach mehrjährigem Asienaufenthalt ist DJ Inderjot (ehemals Majestic Sound/Yardstyle Sound) zurück in Heilbronn und möchte mit frischen Sounds die Musiklandschaft in Heilbronn bereichern. Sein neu gegründetes Projekt Soul Syndicate International ist ein Netzwerk kreativer Gleichgesinnter und ihrer Liebe zur Musik. 2. MAI COMPLEX23 GROSSRAUMDICHTEN & KLEINSTADTGESCHICHTEN Die Heilbronner Lesebühne mit Pauline Füg,Tobias Heyel, Nektarios Vlachopoulos und Tilman Claas. Im Mai 2015 gibt die CaféBar daneben Heilbronns neuer Lesebühne ein Zuhause. Für die Literaturshow Großraumdichten & Kleinstadtgeschichten haben sich mit Pauline Füg (Würzburg), Tobias Heyel (Stuttgart) und Nektarios Vlachopoulos (Mannheim) drei preisgekrönte Autoren mit dem Liedermacher Tilman Claas (Mannheim) zusammengetan, um den Besuchern der Kunst- und Kulturinstitution Complex23 einen abwechslungsreichen Abend in Lyrik, Prosa und Gesungenem zu bieten. Die Darbietungen spannen einen Bogen von poetischen, humorvollen und satirischen Kurzgeschichten über Bühnenpoesie und elektronischer Musik neben Spoken-Word-Texten hin zu Liedern, die mit Gitarre begleitet werden. »Großraumdichten & Kleinstadtgeschichten« richtet sich an Zuschauer ab dem Jugendalter und Erwachsene aller Altersgruppen. Der Kulturraum Complex23 und der Würzburger stellwerck-Verlag dienen als Kooperationspartner und Multiplikatoren der (Sub-) Kulturszene. 2. MAI KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG LA NUIT BOHÈME Ladies and Gentlemen, es ist wieder so weit: Die nächste La Nuit Bohème im Karlstorbahnhof steht an! Und dieses Mal präsentieren wir mit den Whiskydenkern eine grammophonesk scheppernde Swing-Band. Rotzig und musikalisch 1a kunstvoll geschrammelt, geknarzt, getrötet und gegrowlt. Und zwar auf deutsch. Das ist wieder Jazzmusik, zu der die Arbeiterklasse mit der Kulturelite eine flotte Sohle aufs Parkett legen kann. Die Whiskydenker besinnen sich darauf zurück, was Swing eigentlich sein sollte: tanzbar, geradeheraus und unterhaltsam. Und damit die verehrten Damen und Herren noch mehr zu staunen haben, wird der Auftritt der Band von einer Luftartistin begleitet. Gleichzeitig sorgen der Maitre de Plaisir Costa Le Gitan und seine Crew um DJ PatRRice und Kay Piranha im großen Saal sowie im KlubK mit klassischem Swing & Charleston, Chansons, Nu Jazz sowie Electro Swing für eine tanzlustige Atmosphäre. Kaum mehr auf einer La Nuit Bohème wegzudenken ist die Styling Lounge by Joel, in der sich unsere Damen, aber auch die Herren, nochmal aufhübschen oder sich in Sachen Frisur und Make-up beraten lassen können. Im eigens eingerichteten Spielcasino im Theater können sich die Gäste am Poker-, Roulette- bzw. Blackjack-Tisch vergnügen und das Glück herausfordern oder sich an der Photo Wall von unserem Fotografen nostalgisch ablichten lassen. Als Erfrischung für Zwischendurch empfehlen wir Ihnen etwas Hochprozentiges von unserer Absinthe-Bar. Nebenbei verwöhnen Sie unsere Bauchladenmädchen mit delikaten Pralinen und aromatischen Zigarren. 3. MAI SUBSTAGE KARLSRUHE KYLE GASS BAND Was macht Kyle Gass (Tenacious D) eigentlich wenn er nicht mit der großartigsten Band der Welt unterwegs ist? Er versammelt ein überirdisches Super-Team aus knallharten Dudes für sein eigenes Projekt: KGB aka The Kyle Gass Band. Bestehend aus dem langjährigen Tenacious D Gitarristen John Konesky, dem Sänger und Gitarristen Mike Bray, den Fans von The D auch als Sasquatch kennen, Percussion-Frauenschwarm Tim Spier und Uncle Jazz Jason Keene, durchkreuz-und-quert dieses Gentlemen- Ensemble übermütig die Lande, um hunderten begeisterten Fans markerschütternden Rock’n’Roll zu liefern. Wer das Glück hat diese Männerherde auf Tour zu erleben wird diesen Tag sicherlich zu den besten seines Lebens zählen. Und selbst die weniger glücklichen, die NUR das selbstbetitelte Debutalbum zu Gehör bekommen, können sich schwanger schätzen, diesen Tag erlebt zu haben. Zwei Jahre lang, zwischen The D Mega-Tourneen, haben die fünf vollendete Musiker am Sound dieses Meisterwerks gefeilt, und es zusammen mit Meister John Spiker zur Perfektion destilliert. Männer, Frauen, Kinder, Haustiere, die Erde

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VERANSTALTUNGEN: MAI durchstreifende Wildsäugetiere, im Meer lebende Kreaturen der Tiefe, Insekten und bisher unbekannte Spezies, Götter und Führer, universelle Wahrheiten und irdische Lügen: all sie unterwerfen sich der neuen interstellaren Konstante: The Kyle Gass Band. Holt euch die Platte noch heute, setzt eure Kopfhörer auf und geht auf eine Reise, Freunde, denn ihr habt die Fähigkeit zu hören wie ein Kind es kann, die Magie eines Songs zu spüren, ohne jemals verstehen zu können, wie solche Brillanz überhaupt möglich ist. Es ist der Fluch des Genies, die Ketten des unerreichten Könnens, es ist KGB. 3. MAI EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 TANGO ARGENTINO TANZABEND Tango ist Sehnsucht, Geheimnis, Leidenschaft und Erotik. Wer vom Tango einmal berührt ist, der wird infiziert sein und der Sucht dieses Tanzes nachgeben müssen. Wer selbst nicht tanzen mag, kann bei einem gemütlichen Glas Wein auch einfach nur zuhören und zuschauen, wie andere Tango tanzen. Zuschauer und Mittänzer sind herzlich eingeladen! ist auch Außenseiter, aber es scheint ihm nichts auszumachen. Als die Sommerferien beginnen, fährt Maiks Mutter in die als »Beautyfarm« getarnte Alkoholentzugsklinik und sein Vater mit der jungen Assistentin auf »Geschäftsreise«. Der Junge soll es sich zu Hause gemütlich machen. Da steht Tschick mit einem »geborgten« Lada vor Maiks Tür und will mit ihm in den Urlaub fahren. Es beginnt die aufregendste Woche ihres Lebens. 4. MAI COMPLEX23 LIVEPERFORMANCE: FUZZ ORCHESTRA Fuzz Orchestra aus Italien begann ursprünglich als rockorientiertes reines Improvisationsprojekt. Mit der Zeit entstanden festere Strukturen, die Band entwickelte einen auf Gitarre, Bass und Drums basierenden krautrock-artigen Sound, der mit allerlei liebevollen Details wie alten Filmsounds, Noise und Metal-Elementen und Live-Audioexperimenten verfeinert wird. Die Band hat bereits drei Alben veröffentlicht tourt seit Jahren kreuz und quer durch Europa. 3. MAI KAFFEEHAUS HAGEN CAFÉ-THÉÂTRE: »WIR SIND, WER WIR SIND!« Das »Junge Ensemble Café-Théâtre« besteht aus Schülern, Studenten und jungen Berufstätigen, die Lust und Freude am Theaterspielen haben. Das Theater bietet ihnen die Möglichkeit, sich künstlerisch darzustellen, ihre Persönlichkeit zu formen und das Theaterspielen trägt dazu bei, ihr Selbstvertrauen zu festigen. 3. & 4. & 20. & 21. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX TSCHICK - SCHAUSPIEL VON WOLFGANG HERRNDORF Wenn man keinen Spitznamen hat, ist man entweder langweilig oder hat keinen Freund, glaubt der 14-jährige Maik und denkt, dass auf ihn wohl beides zutrifft. Er lebt mit seinen Eltern in einer Villa, aber die streiten sich nur und interessieren sich nicht für ihn. Fast als einziger ist er nicht zum »Ereignis des Jahres« eingeladen, der Party bei der schönen Tatjana. »Da war die Scheißschule, und da war das Scheißmädchenthema, da gab es keinen Ausweg. Dachte ich jedenfalls immer, bis ich Tschick kennenlernte.« Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russlanddeutscher und kam vor vier Jahren nach Deutschland. Tschick 4. MAI KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG MACEO PARKER Als Saxofonist von James Brown wurde Maceo Parker in den Sechzigern aus dem Nichts direkt in die erste Reihe der Funk-Pioniere hineinkatapultiert. Und so explosiv wie sein Karrierestart ist auch bis heute sein Spiel: Seine Kombination aus melodischer Fülle und blitzartigen Stakkato- Linien ist nach wie vor einzigartig. Seit 2012 beschäftigt sich Maceo vor allem mit klassischem Rhythm & Blues und interpretiert neben seinen bekannten Hits die legendären Nummern von alten Weggefährten wie Ray Charles, Aretha Franklin und Isaac Hayes auf seine unbeschreiblich energiegeladene Art. 5. MAI KUNSTHALLE VOGELMANN RUNDGANG »Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch« mit Prof. Dr. Philip. Ursprung in der Ausstellung »Christiane Möbus – rette sich wer kann«

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VERANSTALTUNGEN: MAI 6. MAI THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS TANZ! HEILBRONN: PLAGE ROMANTIQUE, EMANUEL GAT Plage romantique – »romantischer Strand« – lautet der ironische Titel des international äußerst gefragten Choreografen Emanuel Gat. Seine Stücke zeichnen sich durch temporeiche, fließende Gruppen- und Solo-Choreografien aus. Wie Wellen laufen Bewegungsimpulse durch die Tänzer-Gruppe, Formationen lösen sich auf, setzen sich blitzschnell neu zusammen und einzelne brillieren mit Virtuosität und Witz. Spielerisch und leicht bewegen sich die Tänzerinnen und Tänzer, als wären sie ein lebender, atmender Organismus. Wie Brandung rauscht auch der Soundtrack über die Bühne, der live von den Tänzern produziert und zum Teil elektronisch verfremdet wird. Sie singen, spielen Gitarre und machen Geräusche mit ihren Körpern. Damit führt Gat seine kontinuierliche Recherche zum Zusammenhang von Tanz und Musik weiter fort. Er hinterfragt gängige Bühnenkonventionen und lässt hinter der Strandidylle Gruppendruck und Einsamkeit aufschimmern. 6. & 21. & 22. & 30. MAI THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS TIE BREAK - KOMÖDIE VON CHARLES LEWINSKY Sie gehen wirklich nicht nett miteinander um. Kein Wunder, stecken Adam und Eva doch in einer Ehekrise. Er hat sie betrogen. Sie gönnt ihm dafür keine entspannte Minute. Jetzt sind die beiden von ihrer Paartherapeutin in eine einsame Hütte geschickt worden. Doch ihr Bungalow, beworben als »rustikal mit ländlichem Charme« erweist sich als Bruchbude. Außerdem schlittern sie von einem Missgeschick ins nächste. Denn das Paar wird von unsichtbaren Schutzengeln begleitet: Lou und Ferdi. Er ist ein kleiner Gauner, der nach einem Banküberfall einen tödlichen Unfall hatte. Sie ist schon über 100 Jahre tot und verdiente ihr Geld einst als »Salondame«. Da das himmlische Gericht nicht entscheiden konnte, ob Lou und Ferdi zu Lebzeiten mehr Gutes oder mehr Schlechtes getan haben, ob sie also in den Himmel oder in die Hölle kommen sollen, wurden sie ins »Tie Break« geschickt – als Schutzengel auf eine Rettungsmission. Je nachdem, wie sie sich bewähren, geht die Fahrt nach oben oder nach unten. 6. MAI JAZZCLUB CAVE 61 KONZERT + SESSION: MARITTA & AMIGOS DO BRASIL Die Sängerin Maritta Meyer widmet sich mit »Maritta & Amigos do Brasil« den brasilianischen Varianten des Jazz und lädt zum Träumen und Lauschen von sanften Melodien, unterlegt vom pulsierenden Rhythmus des Bossa/Samba, ein. 6. & 7. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX TWO ROOM APARTMENT Der Grundriss einer Zwei-Zimmer-Wohnung, mit Klebeband auf der Bühne markiert, darin zwei Männer – mehr braucht es nicht für diese berührende Beziehungsreflektion. Beide sind nicht nur ein Künstler-Duo sondern auch langjährige Lebens- und Liebespartner. Als Grundlage ihres so persönlichen wie politischen Duetts dient ihnen ein Meilenstein der israelischen Tanzgeschichte: das Choreografenpaar Liat Dror (eine Frau) und Nir Ben Gal (ein Mann) erkundete 1987 mit der Urfassung von »Two Room Apartment« die Grenzen und das Machtgefüge in ihrer Beziehung. Dabei geht es nicht nur um physische Grenzen oder Territorien sondern auch um metaphorische Barrieren, wie die zwischen Leben und Bühnendarstellung oder die Grenzen von Hingabe und Nähe. 6. MAI KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG GUTS WITH LIVE BAND FEAT. L. THOMAS & MC VON PEA GUTS ist ein Producer und DJ aus Paris der den Kennern der Branche bereits seit den 90ern ein Begriff sein dürfte. Nach Aufenthalten in New York lernte er Bob Power (A Tribe Called Quest, The Roots) kennen, der ihm die Feinheiten des Producings erklärte und ihm Kontakte zu De La Soul, Common und Biz Markie verschaffte, für die er ebenfalls Beats baute. 2014 erschien sein neues Album »Hip Hop After All«, das auf 16 Tracks seine große Leidenschaft zur Hip-Hop-Musik ausdrückt, verschiedenste Styles, Flows und Stimmungen hervorbringt und hochkarätige Features von beispielsweise Masta Ace, Akua Naru, Murs, Patrice oder Dillon Cooper enthält. Diese Leidenschaft bringt er im Mai mit kompletter Live-Band und dem begnadeten Sänger und Trompeter Leron Thomas aus New

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VERANSTALTUNGEN: MAI York, der ebenfalls mit vielen Künstlern wie zum Beispiel Lauryn Hill und Mos Def zusammengearbeitet hat, hier auf die Bühne. 6. MAI COMPLEX23 LIVE: MOODIE BLACK (US) Das Noise-Rap-Trio Moodie Black kommt aus den staubigen Wüsten Arizonas. Unbeeindruckt von jeglicher Kritik an ihrem sehr offensiven, ungeschliffenen Sound und trotz Kontroversen um ihre Bühnenshows halten Chris »K« Martinez, Sean Lindahl und David Norbert an ihrer aggressiven Version von Hip-Hop fest und verbinden die Radikalität moderner Industrial-Musik mit der harten Kompromisslosigkeit amerikanischen Ghetto-Raps. Düster, metallisch und verzerrt scheppern die Beats schleppend über abgrundtiefen Bässen, während teils schmerzhaft übersteuerte Klänge einen Gegensatz bilden zur tiefen ins mechanische verfremdeten Stimme, die ruhig und monoton drastische Lyrics mit hoher Sprengkraft aufsagt, sozialkritisch und wütend, anklagend und direkt. Ihr aktuelles Album Nausea erschien auf Fake Four und keine Geringeren als die neu formierten Dälek werden sie auf ihrer nächsten Europatour als Vorband auftreten lassen. 6. MAI ALTE FEUERWACHE MANNHEIM MAX GOLDT «Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren ... Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt.« (Gustav Seibt) Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Daß es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zubieten hat, daß es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und daß sich hinter seinen trügerischen Gedankenfluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet. Max Goldt, geboren 1958 in Göttingen, lebt in Berlin. Er bildete zusammen mit Gerd Pasemann das Musikduo »Foyer des Arts«, in welchem er eigene Texte deklamierte. Max Goldt hat zusammen mit Stephan Katz sechs Comicbände herausgebracht. Er bereist nicht selten den deutschen Sprachraum als Vortragender eigener Texte. 1997 wurde ihm der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor verliehen, 1999 der Richard-Schönfeld-Preis für literarische Satire und 2008 der Kleist-Preis und der Hugo-Ball-Preis. 7. MAI COMPLEX23 »SCHLECHTE FILME BEKOMMEN DIE ROTE KARTE« Open Screenings / Öffentliche Sichtung von Kurzfilmen für das 11. Int. low & no budget filmsharing-Kurzfilmfestival 2015 Café Daneben / Complex23 / Heilbronn. Nur bei diesem Kurzfilmfestival darf das Publikum mit abstimmen, welche Filme später ins Kurzfilmfestival kommen oder nicht. Es werden circa 20 neuste internationale low & no budget-Kurzfilmproduktionen gezeigt und nach jedem Film wird anhand roter Karten basisdemokratisch abgestimmt, ob der Film ins diesjährige Festivalprogramm im Sommer kommt oder nicht. Das Kurzfilmfestival gibt es dann am 31. Juli im Open-Air-Programm des club mobilat zu bestaunen 7. MAI REDBLUE GIORA FEIDMAN & GITANES BLONDES Nach seinem Ausflug in die Welt der Klassik wird Giora Feidman zu seinen Wurzeln zurückkehren und mit der Gruppe »Gitanes Blondes« ein spannendes Klezmerprogramm mit der Musik seiner Vorfahren präsentieren. Sie öffnen auf ihrer Tournee eine Schatzkiste mit Perlen der Klezmers und der Musik des Balkan; mit Celtic-, Gypsyund Latinoklängen, denn die schönsten Melodien sind Kosmopoliten – sie reisen gerne! 7. MAI KAFFEEHAUS HAGEN THEATERFREISPIEL: VAGINA MONOLOGE Die »Vagina-Monologe« sind eine kunstfertige kleine Anregung zur weiblichen Selbsterkenntnis, eine liebevolle Aufforderung an alle Frauen, den eigenen Weg zur Lust zu finden. Peinlich, obszön, anstößig? Nichts von allem trifft zu. Das Stück besticht durch befreienden Humor und entwaffnender Offenheit, durch Mut, Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft.

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VERANSTALTUNGEN: MAI 7. MAI MOBILAT OUT OF THE DARK Musikrichtung: Gothic, Dark Wave, EBM, Industrial, Dark Electro, Mittelalter, 80ies, Batcave, Electronics, Neofolk und Minimal. DJs: Abby-DJ Andi, DJ Van Undercut & DJ Zombie Hunter 8. MAI COMPLEX23 TREPPENGESPRÄCH MIT KAI FISCHER Das Treppengespräch, das der Künstler Kai Fischer diesmal kurzerhand zum Treppenhausgespräch erklärt hat, wird deshalb um Nuancen anders sein, als es meistens war: Zu den sanften Klängen von Doom und Ja-Büchseneintopf werden wir uns über informationellen Overflow, das Haltbarkeitsdatum von Produkten und das letzte Stündlein unterhalten. Mit eurer Mithilfe kann es gelingen, den Abend in ein barockes Stillleben mit Subtext zu verzaubern und das Gespräch wird als synästhetisches Asyndeton im Gedächtnis haften bleiben. 8. MAI THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS TANZ! HEILBRONN: THE HIDDEN MEN - MIT PÁL FRENÁK Drei Seile hängen vom Bühnenhimmel herab, vier akrobatische Tänzer stürzen sich mit physischer Wucht und rauer Sinnlichkeit in die Welt der männlichen Archetypen. »Macho«, »Narziss« und »Herkules«, die wilden und aufschneiderischen, aber auch die zarten und infantilen Seiten des Mann-Seins erscheinen in diesem tanztheatralen Kaleidoskop. Der ungarische Choreograf Pal Frenák holt das Unbewusste, Versteckte (hidden) in die symmetrischen kühlen Lichtblöcke seiner fast leeren Bühne. Radikal seziert diese Choreografie die männliche Sexualität und konfrontiert uns schlaglichtartig mit unterschiedlichen Aspekten von Stärke und Macht, Überheblichkeit und Kräftemessen, Zuneigung und tief innewohnender Weiblichkeit. 8. MAI KULTURKELLER MARTIN ZINGSHEIM »KOPFKINO« Ein sprachlich wie musikalisch virtuoses Abenteuer über Gott und die Welt, Liebe und Hass, Erziehung und Pauschalreisen. Grandios verkopft ringt Martin mit Protagonisten der Kulturgeschichte und plant den Sturz des herrschenden Systems durch getanzte Revolution. Die Dramaturgie des Abends folgt dem wilden Gedankenstrom des frisch promovierten Lockenkopfes. 8. MAI REDBLUE THE COMEDY RED PACK Was haben ein Deutsch-Schwabe, eine Ukrainerin und ein Engländer gemeinsam? Natürlich: rote Haare, einen roten Faden und ein lachendes Publikum. Die heißesten Newcomer der Comedy-Szene heißen Lena Liebkind, Andreas Weber und Johnny Armstrong und gemeinsam sind sie: Das Comedy Red Pack! Mit ihrem neuen Bühnenprogramm bieten die drei beste Unterhaltung in amerikanischer Stand- Up-Manier und sind somit Deutschlands erste Comedy- Boy-Group mit Quotenfrau! So unterschiedlich ihre Comedy Themen auch sein mögen: Lena Liebkind, Andreas Weber und Johnny Armstrong vereint nicht nur ihre Haarfarbe, sondern mittlerweile auch eine tiefe Freundschaft. Jedoch hindert dies die Standupper nicht daran, sich auf der Bühne ordentlich zu batteln. Moderiert und begleitet wird der Abend durch den jungen Stand-Up-Comedian Chris Tall, welcher selbst auch Ausschnitte aus seinem aktuellen Programm zum Besten gibt. 8. MAI THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS TANZ! HEILBRONN: STARK UND SCHÖN? MÄNNER AUF DER BÜHNE – PODIUMSDISKUSSION Im Anschluss an die Vorstellung von »The Hidden Men« findet eine Podiumsdiskussion mit zahlreichen Choreografen des Festivals statt, u. a. Pál Frenák, Niv Sheinfeld und Oren Laor, Mickaël Phelippeau und Eisa Jocson. Themen des Gesprächs sind die Darstellung von Männlichkeit auf der Bühne und im Tanz sowie der Umgang mit Klischees und Authentizität. Außerdem wird sich das Gespräch um die Frage nach dem Selbstverständnis von Männern unterschiedlichen Alters und in verschiedenen Kulturen drehen. Fragen und Kommentare des Publikums sind erwünscht. In englischer Sprache ggf. mit Übersetzungshilfe. 8. MAI MOBILAT BAR ABEND. Downbeat- und TripHop-Köstlichkeiten serviert von Mr. Ant und dem Herrn des Hauses.

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VERANSTALTUNGEN: MAI 8. MAI ALTE FEUERWACHE MANNHEIM RADIO LOVE LOVE Gelangweilt von bestehenden Radiostrukturen und Formaten, und angetrieben vom Wunsch, ihr eigenes Programm zu gestalten, schufen die Kölner Produzenten und DJs Hulk Hodn, Twit One und MemyselfandI 2009 eine eigene Plattform, um ihre Lieblingsmusik mit Gleichgesinnten zu teilen. Twit One moderiert Radio Love Love. Er sammelt gute, alte Soulmusik, Reggae & Jazz. Außerdem produziert er Musik für Miles Bonny, Hazenberg, den Retrogott, Fleur Earth und viele mehr. Zuletzt konnte er mit seinem 10˝ Album Stepping Stones erfolgreich auf sich aufmerksam machen. Hulk Hodn ist DJ des Kölner Duos Huss & Hodn. Er regiert über die 1210er und eine unanständig große Sammlung an Rap-Platten, samplet Jazz und bringt all das stilsicher in die Diskothek. Memyselfandi ist die Nummer-eins-Adresse für gute, neue Rap-Musik in Köln. Weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmt für den Performance-Art Charakter seiner DJ-Gigs, spielt er am liebsten Hip-Hop, Soul & Jazz. Memyselfandi gehört zum erweiterten Kreis des Hi-Hat Clubs und teilte sich bereits die Bühnen mit Public Enemy, The Roots, Mayer Hawthorne und war Tour-DJ für Planet Asia, Rasco, Wildchild und weitere. 8. MAI BUKOWSKI MISS RED PIG FLOWER Miss Red Pig Flower ist eine asiatischstämmige DJane und Producerin, die mittlerweile in London und Berlin lebt, ihre Karriere aber in Clubs in Tokyo und Seoul gestartet hat, wo sie die Dancefloors mit eindrucksvollen Tribal- Beats und peppigen Techno-Sets aufmischte. Ihr Name zollt ihrer Herkunft Tribut – in Asien sind Namen und deren Bedeutung extrem wichtig für die Identitätsfindung. Die Auflösung dessen, was es damit auf sich hat, könnt ihr auf www.redpigflower.com nachlesen, oder ihr kommt am 08.05. direkt im Buko vorbei und macht Euch ein optisches und akustisches Bild von der Lady – wir versprechen euch, sowohl ihr Look als auch ihr Sound toppen alles, was ihr an einem Freitag in Heilbronn sonst so erlebt! Mit am Start sind außerdem noch Raum & Zeit und France Ari. 9. MAI KULTURFORUM BRACKENHEIM »MITTE 30 UND NOCH NICHT MAL AUFERSTANDEN« »In meinem Alter war Jesus schon auferstanden. Ich bin noch nicht mal tot. Da läuft doch was schief!« Deswegen will Markus Barth jetzt mal was leisten! Marathon, Pandas retten, multinationalen Mischkonzern gründen – egal, Hauptsache was für die Nachwelt! Vielleicht reicht es ja auch schon, ein paar drängende Fragen zu beantworten: Warum sinkt ab 30 die Bullshit-Toleranz so dramatisch? Ist Franz Kafka wirklich der Richtige, um mir Lebenshilfe zu geben? Ist die Homo-Ehe wirklich nur so was wie ’ne Fahrgemeinschaft? Und die Frage aller Fragen: Hatte Gott wirklich für jeden Menschen einen großen Plan – oder war bei manchen nicht einfach noch ein bisschen Fleisch übrig? Ein Abend übers Schaffen und Scheitern – und den Spaß an beidem. Es könnte sein, dass auch Sie nach diesem Programm nicht direkt einen Nobelpreis gewinnen, zehn Kilo abnehmen und an der Börse durchstarten. Es könnte aber auch sein, dass Sie das dann gar nicht mehr wollen. 9. MAI BUKOWSKI TECHNO YOU: TOMY DECLERQUE Techno-Time für dich, euch, uns: Tomy DeClerque aus Slovenien rückt an, der mit einem Hit in jungen Jahren schon auf Compilations wie Ministry Of Sound, DJ Awards at Pacha Ibiza and Blanco Y Negro Mix vertreten war. Der Track wurde sogar in Pete Tongs legendärer Radiosendung zum »Essential new tune of the week« gekürt und über den Äther gejagt. Inzwischen hat Tomy auch auf Moni Kruses Terminal M releast und Clubs auf der halben Welt beschallt und wir sagen euch: Da geht noch mehr! Schützenhilfe gibts von Daniel Calisse und G-One. 9. MAI ALTE FEUERWACHE MANNHEIM KUTIMAN ORCHESTRA Den meisten dürfte KUTIMAN durch seine bahnbrechenden Projekte ThruYOU (2009) und dessen kürzlich erschienener Nachfolger ThruYOU Too bekannt sein. Darin schneidet der Musiker, Komponist und Videokünstler KU- TIMAN duzende unabhängige YouTube-Videos zusammen und kreiert dadurch zwei Online-Alben die bis dato über 11 Millionen mal angesehen wurden. Von den Kritikern wird der israelische Künstler für diese außergewöhn-

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VERANSTALTUNGEN: MAI lich innovative Idee hoch gelobt und seine Fans bescherten ihm für sein neues Album 200 000 Views in weniger als 24h und über 1 Million in nicht mal einer Woche. Die Tageschau, der Spiegel, die New York Times berichten über das Phänomen KUTIMAN und das Time Magazine setzte ThruYOU 2009 auf ihre Liste der 50 besten Erfindungen. Doch Kutiman alias Orphir Kutiel ist auch aktiver Teil der Livemusik-Szene und begeistert sein Publikum mit dem gerade wieder gegründeten KUTIMAN ORCHESTRA – einer Sieben- bis Neunköpfigen Band, die seinen Hörern ein jazzig afro-funkiges Abenteuer liefert. KUTIMAN OR- CHESTRA füllen einen musikalischen Raum zwischen den unverwechselbar funkigen Grooves eines James Brown und dem psychedelisch kosmischen Jazz von Sun Ra. Die Kombination aus funkigen und psychedelischen Elementen in den Händen dieser Musiker klingt so organisch, dass die außergewöhnliche Verbindung dieser musikalischen Welten ganz natürlich scheint. KUTIMANs Können und die sehr genaue Auswahl seiner Musiker bringen diesen einzigartig berauschenden Sound hervor. Auf der musikalischen Bildfläche erschien KUTIMAN erstmals 2007, mit einem Debutalbum, das bereits damals international bei einschlägigen Magazinen (Pitchfork, XLR8R, The Fader, DJ Magazine) für überaus positive Kritiken sorgte. 9. MAI MOBILAT BUSS IT CIVALIZEE – BUSS DI DANCE Dancehall/Reggae-Floor: Civalizee Foundation (The Royal Sound - Belgium), Yardstyle Sound (Heilbronn). Drum & Bass-Floor: Danielson & MC JJ Jules (Basskultur), Me2You Crew (Riders of the Storm), DJ BNR (Heilbronn) 9. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX TANZ! HEILBRONN: DER NÄCHSTE »Der Nächste« zeigt eine so leichtfüßige wie nachdenkliche Begegnung zwischen Vater und Sohn, dem Choreografen Graham Smith und seinem zehnjährigen Sohn Simão: sie raufen wie junge Welpen, sie reden und schweigen, tanzen, spielen und necken einander. Dabei verhandeln sie ganz nebenbei existenzielle Fragen zwischen Eltern und Kindern. Was übernimmt der Sohn vom Vater, was kann dieser dem Jungen mit auf den Weg geben? Die Zeit rast, der Nächste kommt. Wann löst der Nächste den Vorgänger ab, der bis dahin auch ein Nächster war? 9. MAI THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS TANZ! HEILBRONN: POUR ETHAN Feinsinniges und authentisches Porträt eines außergewöhnlichen Teenagers: Der Choreograf Mickaël Phelippeau begegnete vor einigen Jahren in der Bretagne dem heute 15-jährigen Ethan Cabon, der ihn sofort mit seiner außergewöhnlichen Bühnenpräsenz überzeugte. »Für Ethan« schuf der Choreograf daraufhin ein Werk, das zugleich Rückblick und Ausblick ist. Der fragile Zustand zwischen Kindheit und Erwachsensein, Hoffnungen und Wünsche, Unbeschwertheit und Selbstbewusstsein kommen in spielerischer Bewegung, Wort und Gesang zum Ausdruck. Mickaël Phelippeau studierte Bildende Kunst, tanzte in verschiedenen Kompanien und arbeitete mit namhaften französischen Choreografinnen und Choreografen. 9. MAI THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS TANZ! HEILBRONN: THETALENT 2015 - BALLETBOYZ BalletBoyz ist eine in London ansässige reine Männerkompanie, bestehend aus 10 hervorragenden Tänzerpersönlichkeiten. Namhaften Choreografen kreieren für sie außergewöhnliche Werke an der Schnittstelle zwischen klassischem Ballett und zeitgenössischem Tanz. Erstmals überhaupt ist diese Company in Deutschland zu sehen. Gründer und künstlerische Leiter sind zwei ehemalige Solisten des Royal Ballet, William Trevitt und Michael Nunn. The Murmuring wurde inspiriert von den Begriffen »murmur«(murmeln) und »murmuration«, einem spektakulären Flugmuster von Vogelschwärmen. Kraftvolle Solo- und dynamische Gruppenpassagen wechseln einander ab. Nachwuchschoreograf Alexander Whitley kreierte dieses zeitgenössische Stück zum pulsierenden Elektro-Sound des Duos »Raime«. Mesmerics ist ein abstraktes Ballett von vollendeter Schönheit. 9. MAI COMPLEX23 SONIC TRÄSH - ALBUM RELEASE PARTY HEY HO! Wir veröffentlichen unser erstes Album mit dem Titel »Flim Flam Fly« 15 Punk`n`Roll Kracher die wir im vergangenen Jahr größtenteils in Eigenregie und teilweise auch im Milchwerk-Studio in Tübingen aufgenommen haben. Das muss natürlich gefeiert werden! Ihr seid alle herzlich eingeladen eine großartige Party mit uns zu feiern! Wir

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VERANSTALTUNGEN: MAI werden an dem Abend zwei Sets mit jeweils 45 Minuten spielen! Wir hauen alles raus was wir können! Die Party steigt im Complex23 in der Salzstraße 23 in Heilbronn. Und die Scheibe gibts natürlich ebenfalls an dem Abend zu erwerben! Wir freuen uns auf ne geile Party mit Euch! 9. MAI WAGENHALLEN STUTTGART ELECTRO SWING NO21 Die Electro-Swing-Party in den Wagenhallen geht in die 21. Runde. Im Vordergrund stehen moderne Clubbeats kombiniert mit dem Swing der 1920er- und 1930er-Jahre, die alle Tanz- und Feierwütigen voll auf ihre Kosten kommen lassen. Garniert wird das Ganze mit allem was Spaß macht, die Leiber zucken und die Herzen höher schlagen lässt. Verkleidung im Stil der 20er-Jahre ist kein muss … aber wird gerne gesehen. 9. MAI JAZZCLUB CAVE 61 ANNE CZICHOWSKY QUINTETT Die national und international preisgekrönte Sängerin Anne Czichowsky zelebriert mit ihrem Quintett ein swingendes Programm, das weder bei Vokaljazzfans noch bei Freunden des instrumentalen Jazz Wünsche offen lässt. 10. MAI KUNSTHALLE VOGELMANN HÖRSPIELPRÄSENTATION DES DEUTSCHLANDRADIO KULTUR »KATZEN HABEN SIEBEN LEBEN« VON JENNY ERPENBECK In der Ausstellung »Christiane Möbus - rette sich wer kann«, inklusive musikalischem Ausstellungsrundgang mit dem Posaunisten Bertl Mütter und einem Gespräch mit den Hörspielmachern. 10. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX TANZ! HEILBRONN: TRANS-E - MIT AHMED KHEMIS Von einer traditionellen Legende inspiriert, begibt sich der algerisch-stämmige Choreograf Ahmed Khemis in einen Trancetanz zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Er verkörpert die Figur des »Bou Sâadia« (der Vater von Sâadia), bekannt aus der Tradition der schwarzen Minderheit in Nordafrika. Dieser zieht auf der Suche nach seiner von Sklavenhändlern verschleppten Tochter als Heiler, Bettler, Tänzer und Musiker jahrelang von Dorf zu Dorf, behangen mit Tierfellen und Glöckchen und in zerlumpter Kleidung. Dabei überführt Ahmed Khemis folkloristische Tanzelemente in eine zeitgenössische Ästhetik; traditionelle Perkussionsinstrumente gehen in einen elektronischen Soundtrack über. 10. MAI – 7. JUNI GALERIE KUNSTETAGE K55 HAUPTSTADTGEZEIGT Michaele Brüll inszeniert Projektionsflächen für die verborgenen Wünsche und Sehnsüchte des modernen Menschen mit erotisch aufgeladenem Material. Moderne Baustoffe, Fotokopien und Folien zeigen interaktive und situative Momente aus dem Leben von Stadtmenschen. Sie erzählen skurrile Geschichten voller Erotik, Sexualität und Leidenschaft. Katja Hammerle fasziniert das Geheimnis der Dinge hinter dem Offensichtlichen, die Frage nach einer anderen Sicht der Welt. Der Blick durch den Sucher eröffnet ihr neue Perspektiven. In Selbstinszenierungen findet sie einen unmittelbaren Ausdruck für das, was sich der Sprache und dem Logos entzieht. 10. MAI THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS TANZ! HEILBRONN: MACHO DANCER - MIT EISA JOCSON Bühnennebel, Rockmusik, ein durchtrainierter Körper in knapper Bekleidung auf einem Podest – Mann oder Frau? Für ihr flirrendes Solo hat sich Eisa Jocson das Bewegungsrepertoire der Macho Dancer angeeignet. Das sind junge Männer, die in Nachtclubs auf den Philippinen heiße Shows vor männlicher wie weiblicher Kundschaft tanzen. Sie sind Verführer, Objekte der Begierde und ihre trainierten Körper ihr größtes Kapital. Indem sie sich in die Rolle des Macho Dancers begibt und mit äußerlichen Attributen von Männlichkeit und Weiblichkeit spielt, lenkt Eisa Jocson die Aufmerksamkeit auf unsere gesellschaftliche Definition von Geschlecht. Eine faszinierende Welt jenseits der klassischen Geschlechterrollen tut sich auf, die sowohl ökonomische als auch sexuelle Tabus in Frage stellt. Sie bildet den Rahmen für ein raffiniertes Spiel mit den Mehrdeutigkeiten der Situation und den Ritualen der Verführung.

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VERANSTALTUNGEN: MAI 11. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX DIE KUH ROSMARIE - KINDERSTÜCK VON ANDRI BEYELER Die Kuh Rosmarie ist eine richtige Meckerziege. Mit allen Tieren auf dem Bauernhof schimpft sie herum. Das Schwein bekommt Schelte, weil es sich im Dreck suhlt. Der Hund wird angemotzt, weil er beim Fressen so schlingt, das Huhn, weil es beim Eierlegen so laut gackert, und der Goldfisch, weil er nackt badet. Die Tiere sind traurig, denn sie können ja nichts dafür, dass sie so sind. Der Bauer beobachtet ärgerlich, welch miese Laune die Kuh auf seinem Hof verbreitet. Als die arrogante Rosmarie dann auch noch den Bauern kritisiert, hat der die Nase voll. Kurzerhand setzt er sie in ein Flugzeug nach Afrika. Doch bald kommen auch von dort Nachrichten über einen eigenwilligen, buntgescheckten Besserwisser. Ein Tier nach dem anderen flieht aus Afrika zum Bauern, weil Rosmarie in einem fort meckert. Mit dem Krokodil, weil es keine Schwimmflügel trägt, mit der Giraffe, weil sie so von oben herab ist, und mit dem Elefanten, weil er so trampelt. Dem Bauern bleibt nichts weiter übrig, er muss seine Kuh zurückholen und zusammen mit ihr und den anderen Tieren einen Weg finden, wie sie friedlich zusammenleben können. 11. MAI KULTURKELLER LITERATUR AM MONTAG: SIEGFRIED LENZ (1926 - 2014) Ein/e Schauspieler/in liest aus den Texten von Siegfried Lenz. Anne-Gabriele Michaelis erzählt aus dem Leben und Werk des deutschen Schriftstellers. 12. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER Seit er sie zum ersten Mal sah, ist der junge Werther heftig in Lotte verliebt. Das Mädchen ist jedoch mit Albert verlobt. Lotte ist gern mit Werther zusammen, fühlt sich ihm seelenverwandt. Doch an ihrer künftigen Verbindung mit Albert lässt sie keinen Zweifel. Werthers Liebe wird immer verzweifelter und stärker, je mehr er erkennt, dass Lotte für ihn unerreichbar ist. Aber wenn er Lotte nicht haben kann, dann ist ihm das Leben nichts mehr wert. Goethes erster Roman wurde ein echter Bestseller und ließ den Autor über Nacht berühmt werden. Er hat seine eigene unglückliche Liebe zu Charlotte Buff darin verarbeitet. Unter den Jugendlichen seiner Zeit brach ein regelrechtes Werther-Fieber aus. Und heute? Wer kennt sie nicht, die Krankheit der Jugend: Liebe, die so heftig ist, dass sie schmerzt, unglückliche Liebe, die keine Erfüllung findet. Auch die brennende Frage, vor der Werther am Ende steht – wofür sollen wir leben? - gehört wohl zum Erwachsenwerden dazu. 12. MAI KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG SCIENCE SLAM Duell der Wissenschaftler: Wissen schaffen mal anders: Beim Science Slam in Heidelberg batteln sich junge Nachwuchsforscher. Ihr Boxring ist die Bühne, ihre Waffen die eigenen Forschungsgebiete. Raus aus der Uni, rein ins wahre Leben. Das ist kurzum das Motto des Sciene Slams. Auf der Bühne des Karlstorbahnhofs wollen die jungen Wissenschaftler zeigen, dass Wissenschaft nicht nur hinter verschlossenen Türen stattfinden muss. Erklären müssen sie ihr Forschungsgebiet – einfach, anschaulich und unterhaltsam, denn im Publikum sitzen Laien, die darüber entscheiden, wer den verständlichsten und interessantesten Slamvortrag über die Bühne gebracht hat. Ganz im Sinne seines Vorbildes, dem Poetry Slam, haben die Wissenschaftler allerdings hierfür nur eine begrenzte Zeit. Zehn Minuten bleiben jedem Redner, um das Publikum auf seine Seite zu ziehen. Ob PowerPoint, Alte Brücke oder die eigene Oma als Anschauungsobjekt – an Hilfsmitteln ist dabei alles erlaubt, was nicht gegen die Brandschutzordnung verstößt. 13. MAI MOBILAT DUBWARS Am 13.05. gehen wir in die nächste Runde und versorgen Euch mal wieder mit einer saftigen Portion Bass. Ganz besonders freuen wir uns auf unseren Griechenland-Export, DJ Sickhead. Seit ca. einem Jahr lebt der gute Mann nun auf Kreta und ist schon ganz heiß, endlich mal wieder ein Stelldichein in Heilbronn zu geben. Ein weiteres Highlight wird das DUBWARS-Debut von MC HAZE aus Stuttgart werden. Zusammen mit RIDICK wird’s hier ein energiegeladenes Drum’n’Bass Set mit vielen Klassikern und neuen Tunes geben. Selbstverständlich sind auch unsere DUB- WARS Residents PETER ROCK & SIZE’MO wieder mit am Start und runden den Abend mit ihren bassgeladenen Sets ab. (und nicht vergessen – am nächsten Tag ist Feiertag!)

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VERANSTALTUNGEN: MAI 14. MAI HIP ISLAND 2.0 CITY-BEACHCLUB SONNENTANZ MEETS MFM BOOKING SHOWCASE Seit fast 11 Jahren sind die Macher und Gäste des Hip Islands bereits Sonnenanbeter. Die Hip-Island-Grundausrüstung besteht aus einer Sonnenbrille und Sonnencreme gegen Sonnenbrand und vor Jahren betrachteten Sonnenbegeisterte die Sonnenfinsternis und pflanzten Sonnenblumen hinter den von der Sonne aufgewärmten bunten Containern des Heilbronner Stadtstrandes. Sonnenstürme haben die Macht über die Erde und trotzdem schauen sich verliebte Paare den Sonnenuntergang an – der Klassiker im Hip Island, auf Miami und natürlich auf Ibiza. Sonnenenergie ist die Zukunft, einen Sonnenorden bekam Joachim Gauck vor kurzem in Afghanistan und zu »Wenn wir nicht hier sind, sind wir auf dem Sonnendeck« von Peter Licht tanzten wir bereits im Jahr 2001. Um die neue Saison gebührend Einzuläuten steigt traditionell als erstes Tages-Event der »SONNENTANZ« auf Hip Island. Zu dem immer hochkarätige Gäste eingeladen werden. 15. MAI KULTURKELLER RUTH WEIPERT, SABINE POLZIN, ROBERT RÜHLE »WENN ICH MIR IN STILLER SEELE SINGE LEISE LIEDER VOR« - MUSIKALISCHE LESUNG ÜBER FANNY HENSEL Experten halten sie für die bedeutendste Komponistin des 19. Jahrhunderts. Dennoch schlummerten die meisten ihrer Werke lange Zeit unveröffentlicht in Archiven. Ruth Weipert zeichnet Fanny Hensels Lebensweg in einer Zeit gesellschaftlicher Zwänge, die Sopranistin Sabine Polzin und der Pianist Robert Rühle stellen einige ihrer schönsten Lieder und Klavierwerke vor. 15. & 17. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX THEATERCLUB 4: ICH BIN MEIN HIMMEL UND MEINE HÖLLE Eine Gruppe von Jugendlichen trifft sich, um am Stück »Die Räuber« von Friedrich Schiller zu proben. Das gemeinsame Ziel ist schnell klar: Spaß wollen sie haben, Theater spielen wie echte Schauspieler, glaubhaft soll es sein. Doch was hat dieser Stoff mit ihnen zu tun? Warum etwas probieren, was sie selbst kaum verstehen? Fragen, die für Einzelne schnell beantwortet sind. Und plötzlich tritt ein neuer Mitspieler in die Gruppe. Ein syrischer Flüchtling verändert die Situation und die Arbeit an dem Stoff bekommt eine neue Bedeutung. Unter dem Motto »Sehnsucht Porsche« entwickelten die Jugendlichen im Alter von 17 – 28 Jahren des Theaterclubs 4 eine Geschichte aus ihrer Lebenswirklichkeit. 15. MAI JAZZCLUB CAVE 61 SAX-ENSEMBLE DER HOCHSCHULE FÜR MUSIK NÜRNBERG Das Saxophonensemble unter Leitung von Prof. Steffen Schorn zeichnet sich durch seinen besonderen Sound aus: zupackende Soli, knackige Rhythmen, prall gefüllte messerscharfe Sätze, wie sie eben nur von Saxophonen erzeugt werden können. »Welcome To Techno« 15. MAI MOBILAT KONSTRUKT 15. MAI VA SEMPRE MINI BAR HOLYBRONX IM VA SEMPRE Hollywood war gestern, denn HolyBronx lässt Heilbronn in einem neuen Spotlicht erscheinen. Die untere Neckarstaße verwandelt sich zum Walk of Fame, zu einem Schauplatz, auf dem unsere Stars of Heilbronn eintreffen werden. Im Va Sempre wird dann Drehbuch geschrieben. Party, Glamour und Spaß stehen in der Regieanweisung. DJ AJ, Aby und die Hehl Sisters heizen mit bester Filmmusik aller Zeiten so richtig ein. Glänzt mit Total Royal auf dem roten Teppich, denn in Holybronx ist jeder ein Star. 15. MAI BUKOWSKI MUSIK VIBRATION MIT ALEXANDER AUREL Alexander Aurel ist mit dem Bukowski so lange und intensiv verbunden, dass wir euch seinen Werdegang nicht mehr von vorne erzählen brauchen – den habt ihr oft genug gehört. Zu den aktuellen Entwicklungen gehört bei unserem Lieblingsfrankfurter, dass er Anfang dieses Jahres einen fetten Remix für Anja Schneider gemacht hat, zusammen mit Karotte Resident der »As You Like It«-Events in der hessischen Metropole ist und wie gewohnt auch sonst fleißig tourt. Neben dem Hausherrn T-WATCH ist heute auch noch Wahl-Stuttgarter Lukas Stern zugegen, eine Hälfte der The Therapists und ein Ausnahmekünstler, der

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VERANSTALTUNGEN: MAI sich traut, neue musikalische Wege zu gehen. Die Folge: Gehör und Anerkennung in der elektronischen Szene der Landeshauptstadt und natürlich auch bei uns! 16. MAI BUKOWSKI DEFINITION OF SOUND In die zweite Mai-Hälfte starten wir mit sehr viel guter Laune und mit Techhouse mit Seele, Minimal Trance für Wohlfühlmomente, gelegentlich mit dem ein oder anderen Techno Classic gespickt: Robin Hirte aus Stuttgart übernimmt heute Nacht unsere Decks! Plasmiq und Shie tun es ihm gleich. Und ihr? Ihr wählt zwischen Frischluft auf der Terrasse und heißer Party drinnen im Laden, die Sets sind auf jeden Fall überall fett! 16. MAI ALTER SCHLACHTHOF KARLSRUHE SCHWEIN GEHABT! DIE AKTIONSFLÄCHE Wer von der Durlacher Allee auf das Alte-Schlachthof- Gelände stößt, findet sich auf einem großen Platz, den Schwein gehabt! zur Aktionsfläche erklärt. Hier wird Schwein gehabt! mit einem Grußwort vom Ersten Bürgermeister der Stadt Karlsruhe, Wolfram Jäger, und Musik von Petro Weiss und einer Formation des Zentrums für Perkussion und Schlagzeug RHYTHMO kräftig eingetrommelt. 16. MAI MOBILAT GOD SAVE THE QUEEN Britpop & Indie, an den Turntables Andrew und Thilo. 17. MAI EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 TANGO ARGENTINO TANZABEND Tango ist Sehnsucht, Geheimnis, Leidenschaft und Erotik. Wer vom Tango einmal berührt ist, der wird infiziert sein und der Sucht dieses Tanzes nachgeben müssen. Wer selbst nicht tanzen mag, kann bei einem gemütlichen Glas Wein auch einfach nur zuhören und zuschauen, wie andere Tango tanzen. Zuschauer und Mittänzer sind herzlich eingeladen! 17. MAI HARMONIE, THEODOR-HEUSS-SAAL BEATLES-MUSICAL »ALL YOU NEED IS LOVE« Auch wenn die Ära der Beatles nur zehn Jahre währte, ist der Erfolg und die Begeisterung für ihre Musik auch mehr als 40 Jahre nach ihrer Auflösung ungebrochen. Das einzige zur Zeit tourende Beatles-Musical bringt in einer mitreißenden Biografie die bedeutendsten Stationen der erfolgreichsten Band aller Zeiten auf ihrem Weg zum Weltruhm auf die Bühne: von den ersten Auftritten im Hamburger Star-Club bis hin zu ihrem letzten gemeinsamen Konzert auf dem Dach eines Londoner Bürogebäudes. 18. MAI COMPLEX23 KAFFEEKLATSCH MIT KIND Alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkel und Tanten sind herzlich willkommen zum Kaffee trinken und Kuchen essen in gemütlicher Atmosphäre. Damit die Erwachsenen (den Kuchen) auch entsprechend genießen können gibt es für die Kleinen eine gemütliche Spielecke, zum toben, spielen und lesen. 16. MAI EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 COMPLETE CLAPTON - DIE MUSIK VON ERIC CLAPTON In dem Repertoire finden sich viele Bandetappen von Eric Clapton. Die Yardbirds, Cream, Blind Face und Derek & The Dominos werden originalgetreu präsentiert genauso wie die vielen Songs des Clapton-Solo-Programms. 17. MAI KUNSTHALLE VOGELMANN SONNTAGSFÜHRUNG IN DER AUSSTELLUNG »CHRISTIANE MÖBUS – RETTE SICH WER KANN« 20. MAI ALTE FEUERWACHE MANNHEIM LIEDER SLAM JAHRESFINALE Das beste vom Liederslam 2014 und 2015 trifft sich zum großen Jahresfinale in der Alten Feuerwache um zu schauen, wer von der großen Bühne aus genauso hart rocken kann wie bei den kleineren Slams. Die Regeln sind natürlich die gleichen: 7 Minuten Zeitlimit, unplugged, nur eigene Songs. Freut euch auf das Beste vom Besten in Sachen Songwriting und stimmt drüber ab, wer der Liedermacher des Jahres wird!

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VERANSTALTUNGEN: MAI 20. MAI THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS THEATER SPEZIAL - GROSS. KLEIN. KUNST.: CHRISTOPH SONNTAG - SWR3 COMEDY LIVE: DIE NEUE TOUR Nach einem halben Jahr kreativer Arbeitspause ist der schwäbische Ausnahme-Comedian zurück! Nach dem Motto: direkt aus dem Radio raus auf die Bühne tourt Christoph Sonntag mit seinem neuen Live-Programm durchs ganze SWR3-Land. Zu erleben ist eine bunte Kabarettshow mit ausgesprochen hoher Gag-Dichte: Tagesaktuelle Kommentare zur GroKo (und zu seriösen Themen!); Miniaturen, Szenen, perfekte Parodien, scheinbar aus der Hüfte geschossene Dialoge mit dem Publikum und perfekt getimtes Stand-up. Das Ganze vor aufwendiger Kulisse: Sonntag hat das Neue Schloss in Stuttgart auf die Bühne gezaubert und sogar den dortigen Originalbrunnen nachbauen lassen. Roter Faden ist natürlich seine neue Radio-Comedy »SWR3 Wissen Spezial«: Halbwissen, Sonntagswissen, unnützes Wissen – nichts ist vor Sonntag sicher. Was er aufschnappt, wird durch den satirischen Fleischwolf gedreht und dann häppchenweise und mit viel Ironie gewürzt serviert. Shoegaze, Psychedelic 21. MAI KARLSTORBAHNHOF HEIDELBERG SURF CITY 21. MAI KUNSTWERK – SAMMLUNG ALISON UND PETER W. KLEIN IM FOKUS: ERDMUT BRAMKE Bei der Veranstaltungsreihe »Im Fokus« im KUNSTWERK – Sammlung Alison und Peter W. Klein in Eberdingen- Nussdorf werden jeweils ein Gemälde oder eine Werkgruppe der aktuellen Ausstellung in den Mittelpunkt gerückt. Im Mai ist es das »Sommerbild 16« der 2002 in Stuttgart verstorbenen Malerin Erdmut Bramke. Mit gestischem Pinselstrich fängt sie die farbenfrohe Leichtigkeit des Sommers ein und überführt sie in eine abstrakte bildnerische Grundidee. Dr. Ulrike Gauss, ehemalige Direktorin der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart, Kunsthistorikerin Dr. Susanne Grötz und Künstlerin Carolin Jörg sind mit der Betreuung und Bearbeitung ihres Nachlasses betraut. Im Gespräch mit dem Publikum stellen sie im KUNSTWERK die Arbeit von Erdmut Bramke vor. 22. MAI EBENE 3 IM KULTURFORUM K3 SOMMERFELD AND FRIENDS Ein Abend mit Unplugged-Musik und vielen tollen Stimmen aus dem Heilbronner Land. Ben Sommerfeld führt durch das Programm und singt handgemacht – autobiografisch – romantische Lieder über Liebe, Essen und Erotik. 22. MAI MOBILAT AAMES - MY DEEPER DEPTHS CLUB SESSION Halfstep & Drum and Bass, deep, dark und groovy. MY DEEPER DEPTHS basiert Inhaltlich auf der gleichnamigen Mixtape Serie von AAMES ( RIDERS ON THE STORM / SLEEPWALKER / ME2YOU CREW ), der euch Heute bei freiem Eintritt mit deepem und atmosphärischem Groove in 176 BPM versorgt. Tanzen erwünscht. 22. MAI BUKOWSKI DESTROY THE EGO Heute verzichten wir auf Weitgereiste und besinnen uns auf die verlässlichen Komponenten aus dem direkten Buko- Umfeld – und präsentieren eine Premiere! Martin Kainer und France Ari sind am Start, außerdem tritt Strompunkt erstmals zusammen mit seinen Buddys als Strompunkt & Advisor back 2 back an. Ihr seid gespannt? Wir sind es auch – obwohl wir sicher sind, dass heute Nacht der Geschmack unserer Hörnerven ganz genau getroffen wird … 22. MAI DISTEL LIT LOUNGE GROWLING OLD MEN »THIS ONE IS DEFINITLY A KEEPER …« Ganz im Sinne dieses amerikanischen Gitarren-Magazins, dachte sich das Distel Lit Lounge-Team: Diese zwei talentierten Herren aus Montana/USA sollten wieder einmal in Heilbronn spielen. Dieses Frühjahr wird es nun hochoffiziell mit einem richtigen Konzert in der Sonnengasse! Am Freitag, den 22. Mai 2015 dürfen Sie sich auf Bluegrass, Folk, Americana und schöne Balladen freuen. Das Duo, bestehend aus John Lowell (Gitarre/Gesang) und Ben Winship (Mandoline/Gesang), begeistert einerseits durch seine Spielfreude und Virtuosität, aber auch der mehrstimmige Gesang weiß absolut zu überzeugen. Es erwartet Sie ein »relaxter« Abend mit den Growling Old Men, die in Wirk-

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VERANSTALTUNGEN: MAI lichkeit gar nicht so »grummelig« sind, sondern durchaus eine gute Prise Humor mitbringen. Einlass ist um 19 Uhr, die Distel Lit Lounge-Küche bietet Ihnen vor dem Konzert ein 3-Gang Menü. (3-Gang Menü für 25 € bitte vorher reservieren) Tischreservierungen unter der 07131/1372551 oder reservierung@distellitlounge-hn. 23. MAI BUKOWSKI ELEKTRONISCHER FRÜHSPORT Kai Limberger ist Heidelberger und eigentlich alles, was bzw. wen man für eine umwerfende Techno-Party braucht – von zwei, drei Gästen abgesehen, versteht sich. Mit dem Vibe der Pioniertage des Techno vor allem in Frankfurter Clubs im Herzen bewegt er die Crowds auch 2015 astrein, und als Labelhead des 2011 gegründeten Autark Records, zeichnet er für eine fette Veröffentlichung nach der nächsten verantwortlich. Josh:tek und Maurice sind als Flügelmänner am Start. 23. MAI MOBILAT LATERNE, LATERNE Dieses Mal spielen sich Knatter und LSW4 (aka Loop Skywalker) gegenseitig die (gerne deepen) Houseplatten zu. Die beiden sind alte Bekannte bei der Laterne, genießen gerne die kühle Erfrischung und verzichten dankend auf CD-Player. Jan Hummel und Felus (aka die zwei von der Laterne) treten ebenfalls als ungemischtes Doppel auf und haben wieder schönes Zeugs (Disko & Deko) herausgesucht. Folge dem Delfin! 23. MAI JAZZCLUB CAVE 61 TOBI BECKER BIGBAND Die Tobias Becker Bigband vereinigt junge Musiker, die sonst in diversen Rundfunkbigbands und Musicalproduktionen spielen. Dieses eingespielte Jazzorchester ist eines der besten großen Ensembles Mitteleuropas. 25. MAI VA SEMPRE MINI BAR MONDAY JAMSESSION- TANZ AUS DEM MAI Blumen im Haar und Sommermusik um die Ohren – so feiern wir die letzten Frühlingstage vor dem Sommerbeginn. Die Mai JamSession wird bunt und versprüht mit Flower-Power-Musik aus den 70ern die ersten Sommergefühle. Geprägt von der Sehnsucht nach Freiheit, Friede und Liebe, findet sich auch dieses Gefühl in den Songs von damaligen Künstlern wie Bob Marley, Fleetwood Mac, Rolling Stones, Bee Gees, Janis Joplin u.v.m. wieder. Unsere Talente aus Heilbronn führen ihr Publikum musikalisch in den Sommer ein und eröffnen die Bühne, auf der jeder willkommen ist, nach Herz und Seele zu jammen. 27. MAI THEATER HEILBRONN, FOYER BOXX LITERARISCHE MITTAGSPAUSE: »Liebes Bäsle Häsle – Mozarts Briefe« zur Oper »Così fan tutte« von Wolfgang Amadeus Mozart 27. MAI THEATER HEILBRONN, BOXX JEKYLL & HYDE - LIVE-HÖRSPIEL NACH ROBERT LOU- IS STEVENSON VON EIKE HANNEMANN Beunruhigende Dinge ereignen sich in London. Ein missgestalteter Mann mit furchteinflößendem Gesicht trampelt völlig mitleidlos ein Kind nieder. Merkwürdig ist außerdem, dass der Täter, der sich als Mr. Hyde vorstellt, die Familie des Kindes mit einem Scheck vom ehrenwerten Dr. Jekyll entschädigt. Kurze Zeit später wird ein angesehener Bürger ermordet und auch in seiner Nähe wurde der ominöse Mr. Hyde gesehen. Wieder gibt es eine Verbindung zu Dr. Jekyll: das mutmaßliche Tatwerkzeug war sein Spazierstock. Was hat der allseits beliebte Arzt Dr. Jekyll mit diesem Unmenschen Mr. Hyde zu tun? Niemand ahnt, dass die Experimentierlust des Doktors weit über die Erforschung von Medikamenten hinausgeht. Er hat ein Elixier entwickelt, mit dem man das Böse im Menschen vom Guten abspalten kann. Und er hat es an sich selbst ausprobiert. Tagsüber ist er der rechtschaffene, edelmütige Dr. Jekyll und in der Nacht das personifizierte Böse in der Gestalt von Mr. Hyde. Doch bald hat er sein Experiment nicht mehr im Griff … 27. MAI COMPLEX23 FASSADENGESTALTUNG PHILIPP JORDAN (HOLLAND) Philipp Jordans grosse Inspirationsquelle ist das Thema Kindheit. Dieser unbeschwerte Lebensabschnitt, in dem wir in einer Märchenwelt lebten, an Eier versteckende Hasen und an auf Schlitten fliegende Weihnachtsmänner glaubten. In Retrospektive – also aus Sicht eines Erwachse-

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VERANSTALTUNGEN: MAI nen – ist das ein wundersamer Ort, den wir uns selbst auch mit viel Augenwischerei nicht mehr herbeizaubern können. Aus dieser Inspirationsquelle heraus ist auch das Thema und die Ausstellungsreihe »beauty of the beast« entstanden, die dem Thema Monster eine liebliche Seite versucht zu verleihen. Solch ein Monster wird auch eine Fassadenseite der Triangel_Ausstellungflächen schmücken. Besonders wichtig ist dem Künstler hier eine beinahe spürbare Haptik zu kreieren, die den Zuschauer förmlich verleitet das zweidimensionale Monster streicheln zu wollen und in dessen Fell zu versinken. 28. MAI PORSCHE ARENA STUTTGART DIE DREI ??? LIVE TOUR In dem Stück um die drei Detektive Justus Jonas, Bob Andrews und Peter Shaw geht es um eine seltene Gabe und einen unerfüllten Racheschwur. Bei ihrer letzten Tour begeisterte das Sprecher-Trio rund 120.000 Zuschauer. Auch diesmal geht es wieder in die größten Hallen des Landes, wo das typische Hörspielfeeling erleb- und fühlbar wird. 28. MAI COMPLEX23 TALKRUNDE: »GANZ KURZ NOCH - LIVE PODCAST« GAST: PHILIPP JORDAN Das Team des »GanzKurzNoch«-Podcasts bekommt Besuch. Zu Gast ist Philipp Jordan. Er ist bekannt als Schöpfer der 1000 teddies. Doch wir kennen ihn durch Podcasts wie z.B. Celluleute oder den Happy Day Podcast. Freut euch mit uns auf ein ausgelassenes Gespräch über sein Schaffen und natürlich ihn selbst. Kommt und lauscht, lasst euch inspirieren, stellt Fragen und verbringt mit uns etwas Zeit die ihr sonst eh nur vor dem Rechner verschwendet um lustige Katzenvideos anzuschauen. Ganz kurz noch, ihr seid eingeladen! Genau das machen wir. Genau darüber reden wir. 29. MAI MOBILAT MUSIQUE ELECTRONIQUE Electro, Indietronics, Datapop & 80s mit Andrew & Thilo & Special Guest DJ Jotteff 29. MAI COMPLEX23 KONZERT: J. MARINELLI & AIN’T NO GRAVE J. Marinelli stammt aus der Gegend der Appalachen und tourt seit einigen Jahren mit seiner eigenwilligen Mischung aus Folkpunk, Countrytrash und Anti-Folk durch die USA. Sein Gesang ist laut, sein Gitarrenspiel eine Ode an die Wildheit des Genres und jeder Auftritt wird gespielt, als wäre der Wahrhaftige hinter ihm her. J. Marinelli braucht keine Band, denn er spielt, wie sein großes Vorbild Hasil Atkins, alles selbst: der rechte Fuß bedient Bassdrum und Hi Hat, der linke eine krachende Snare, während er mit seinen Händen seine Gitarre malträtiert. Als Sahnehäubchen auf diesem organisierten Chaos erklingt seine wahnsinnig krächzende Stimme, die den Croonern der 1930er- und 1940er-Jahren in nichts nachsteht. Seine Auftritte sind regelmäßig wilde, schweißtreibende Shows zwischen Avant- Garage und Anti-Folk, die das Publikum vom ersten Ton an in ihren Bann ziehen und mitreißen. 29. MAI BUKOWSKI WHERE IS MY MIND: ALEX MONSTER Alex Monster kommt ins Bukowski. Hand aufs Herz: Wer von euch hat beim Lesen dieses Namens an eine Lady gedacht? Tja. Sara Aleksander heißt die Berlinerin im Pass, aber was die durchaus richtige Spontanassoziation war: Das wird eine Monster-Party! Dafür sorgen alleine schon Daniel Calisse und Pravi an den Reglern, doch die Female Pressure-Fraktion gibt Euch den monströsen Rest. Dafür steht sie mit ihrem Namen! 30. MAI BUKOWSKI FEELING LIKE THAT Pierre Deutschmann kommt nach fast genau einem Jahr zurück nach Heilbronn. Von Techno und Minimal bis Tech-House-Tunes können wir von dem Weggefährten Westbams alles erwarten, auch Breakbeats sind nicht ausgeschlossen. Wenn man das Schaffen des Berliners beschreiben will, ist »Workaholic« noch untertrieben, denn man kann kaum glauben, dass sein ganzer musikalischer Output tatsächlich von einer einzigen Person stammt! Als Producer hat er mit Legenden wie Robbie Rivera, Louis Vega, Justice, Rockers HiFi, DJ Pierre, Lützenkirchen and Paul van Dyk gearbeitet, vor rund 10 Jahren zum ersten Mal unter seinem

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VERANSTALTUNGEN: MAI eigenen Namen auf Westbams damals extrem erfolgreichen Label Electric Kingdom releast, mehrere eigene Labels an den Start und auf die Erfolgsspur gebracht und im Club schafft er auch den letzten Tanzmuffel mit meist eigenen Tracks auf die Tanzfläche. Von Shakaree gibts sogar ganz sicher Breakbeats, und die in der Regel draußen auf dem Terrassen-Floor und Newbie Time-O zeigt, dass seine Zeit jetzt gekommen ist. 30. MAI COMPLEX23 AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG »PUZZLED« VON PHILIPP JORDAN (HOLLAND) Der Künstler Philipp Jordan zeigt erstmals sein neues Ausstellungsprojekt »Puzzled«. Der Name der Ausstellung ist im doppelten Sinne des englischen Wortes Programm. Es wird einerseits gepuzzelt und andererseits »verblüfft« einen vielleicht das Ergebnis. Alle Arbeiten bestehen aus mindestens zwei Leinwänden, die man auf verschiedene Arten kombinieren kann und jedes Mal eine andere Komposition erhält. Manchmal ändert sich auch der Inhalt des Bildes. So schaut ein monsterhaftes Wesen einmal lieb und nach dem Umhängen auf einmal böse. Jordan möchte mit dem modularen Aufbau seiner Bilder das verspielte Kind im Erwachsenen ansprechen. Kindheit ist die grosse Inspirationsquelle und gleichzeitig Motor hinter Jordans Schaffen. So reiste er schon mit seinem Installationsprojekt »1000 Teddies« um die Welt. 30. MAI MOBILAT WORTSPORT LOUNGE Zu Gast der Altmeister aus der Kolchose-Familie, DJ Emilio. Ob Skinny Jeans oder Baggies, der Hip-Hop-Pionier aka Croatian Bambaataa aus Stuttgart zeigt, was es heißt Hip-Hop vom Anfang bis in die heutige Zeit gekonnt umzusetzen und den Laden auseinander zu nehmen. geht sicher noch mehr 30. MAI JAZZCLUB CAVE 61 NICE BRAZIL & GROUP Die Sängerin Nice Brasil bietet mit ihrer Band leichtherzig swingende Kompositionen, die sie mit einfühlsamer Stimme interpretiert und damit die Seele brasilianischer Musik offenbart. Ein Genuss für Bossa-Nova- und Jazz-Liebhaber.

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DIE NÄCHSTE AUSGABE HANIX ERSCHEINT AM 29. MAI 2015