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Nº26 MÄRZ 2014 IM G E SP R Ä C H : TV-MODERATORIN UND AUTORIN KATRIN BAUERFEIND ÜBER ZEUGEN JEHOVAS, SCHWÄBISCHE LIEBLINGSWÖRTER UND RAUCHERCAFÉS IN HEILBRONN S TA D T O B E R H A U P T KU LTU RB EU T EL: RALPH UND ALEXANDRA MUNZ ÜBER DIE BEVORSTEHENDE SCHLIESSUNG DES HIP ISLAND, STECKER ZIEHENDE BÜRGERMEISTER UND IHRE STRANDBAR ALS WAHLKAMPFTHEMA MU SIKKO F F E R : ROCKSTAR UND FUSSBALLFAN THEES UHLMANN ÜBER SEINE LIEBE ZU ST. PAULI, EINEN GUTEN RUF IN SCHLECHTEN KREISEN UND OMAS AN DER SUPERMARKTKASSE

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N º4 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT Nº2 O KT 2 011 DEZ 2011 / JAN 2012 Nº5 FEB 2012 N º1 SEP 2 0 11 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR tei l t, e i l t , N º3 NOV 2011 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. weilt, B I L D U N G ENERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E I T A RM U T REBELLION Nº1 Nº 6 MRZ 2012 Nº2 Nº 7 APR 2012 Nº3 Nº4 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. Nº4 Nº 9 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº5 Nº1 0 AUG 2012 Nº8 MAI 2012 AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD ä nd e uslä KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIKMUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER Nº6 Nº11 SEP 2012 Nº7 Nº 1 2 OKT 2012 Nº8 Nº13 NOV 2012 Nº9 N º1 4 DEZ 2012 / JAN 2013 Nº10 Nº15 FEB 2013 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAMKEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT IM GESPRÄCH: TED BAUER DER HEILBRONNER VERTRITT JAMES GILL, EINEN DER GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT AU S „ F O R E V E R YO U N G “ A L P H AV I L L E RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT WIRTSCH A FT PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB ESS EN & T R INKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SC H A F F E , SC H A F F E H Ä U S L E BAU E ! JUG E N D BABEL WORLD: DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº11 Nº16 MÄRZ 2013 Nº12 N º1 7 APRIL 2013 Nº13 Nº18 MAI 2013 Nº14 N º1 9 JUNI / JULI 2013 Nº15 Nº20 AUG 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZWEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN I M GE SPR ÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KU N ST R E GI ON : STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE H A N DA R B EI T AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK WO H L F Ü H L E N HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. AUTO Nº19 N º 24 DEZ 2013 N E C K A R N E CK AR : MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN Nº16 Nº17 Nº18 Nº2 3 NOV 2013 Nº20 I M G E S P R Ä C H: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 KU N ST R E G I O N : HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES + aktuelle Informationen zum Kometen Ison I M G E SP R Ä C H : EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH "ZEIT, SICH EINZUMISCHEN" M E I N E P L ATTE N K I STE : SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELANCHOLISCH B R I E F A N D I E H E I M AT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN HIMMEL FOTOST R E C K E : CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº21 Nº22 Nº23 Nº24 Nº25

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E D I TO R I A L "WINSTON CHURCHILL SOLL EINMAL EINEM JUNGEN POLITIKER DEN SPÖTTISCHEN RAT GEGEBEN HABEN: 'IMMER VOM SPAREN REDEN, ABER NIE SAGEN, WO.'" (MANFRED ROMMEL 1974-96 OBERBÜRGERMEISTER STUTTGART) Liebe Leserinnen, liebe Leser, wer wird uns in die Zukunft führen? Diese Frage beschäftigt aktuell fast jeden in der Stadt. Oberbürgermeisterwahl in Heilbronn. Am 16. März wird versucht im ersten Wahlgang einen Nachfolger für Helmut Himmelsbach zu ermitteln.Sollte dies nicht gelingen, 50 Prozent Plus sind dafür für einen Kandidaten nötig, wird am 30. März ein zweites Mal zum Urnengang gerufen. Dann langt schon die einfache Mehrheit, um zu gewinnen. Für diese "Stadtoberhaupt"-Ausgabe trafen wir die beiden aussichtsreichen Kandidaten, Martin Diepgen und Harry Mergel, außerdem Außenseiter Björn Brett. Satiriker und ehemaliger Oberbürgermeister-Kandidat aus Heilbronn, Oliver Maria Schmitt, betrachtete den Wahlkampf aus seiner Wahlheimat Frankfurt für uns, und nimmt dabei, scharfzüngig kein Blatt vor den Mund und schont weder die Kandidaten, Dieter Schwarz und sich selbst. Außerdem ist es uns gelungen in Abwesenheit Helmut Himmelsbachs einen Blick in sein Amtszimmer zu werfen. Ulla Kühnle blickte mit ihrer Kamera in die Heilbronner Machtzentrale. Nun wissen wir, das der Heilbronner OB einen Alarmknopf unter seinem Schreibtisch hat und ab und zu in "Die Kunst des Regierens" schmökert. Das Buch liegt in Griffweite auf dem Fenstersims hinter seinem Schreibtisch. Das Hip Island muss einer Baustelle weichen. Die Suche nach einem Ersatzstandort wurde Wahlkampfthema. Sowohl Mergel als auch Diepgen versprachen vollmundig, sich dafür einzusetzen. Das Hip Island als Chefsache. Umso verwunderlicher, dass keiner der fünf OB-Kandidaten bisher mit dem Betreiberehepaar des Hip Island, Ralph und Alexandra Munz, gesprochen hat. Wir trafen beide kurz vor deren Urlaub zum Gespräch. Der Promifaktor dieser Ausgabe wird durch TV-Moderatorin Katrin Bauerfeind, die im März in Heilbronn aus ihrem neuen Buch vorliest, und Sämger Thees Uhlmann, bedient. Uhlmann tritt mit seiner Band am 9. März in Karlsruhe auf. Grund genug für uns, mit beiden zu sprechen. Die beiden launigen Interviews und vieles, vieles mehr sind in dieser nun 26. Ausgabe des HANIX-Magazins zu finden. Mitten in der Produktion dieser Ausgabe traf uns eine traurige Nachricht, wie ein Schlag. Unser Freund und Mitarbeiter Petar Gulic, der sich mit seiner Freundin Kathrin für die herausragenden Aufmacher-Illustrationen der Titelthemen verantwortlich zeigte, verstarb am 16. Februar völlig unerwartet im Alter von 41 Jahren. Petar war einer der liebenswertesten, diskussionsfreudigsten, kreativsten und lebensbejahendsten Menschen, den wir kennenlernen durften. Seine dezidierte Meinung und sein Glaube an uns hat uns beflügelt und Mut gegeben. Wir wünschen seiner Familie, seiner Freundin Kathrin und seinen Freunden alle Kraft, um diesen schockierenden Verlust zu überstehen. In stiller Trauer. Für Petar. Thees Uhlmann wurde noch nie von St. Pauli enttäuscht: Vor dem Start seiner Tour (u. a. Karlsruhe) sprachen wir mit dem Sänger über Lieder übers Dorf, Niederlagen in Chemnitz und männliche Cameltoes. Moderations-Allzweckwaffe Katrin Bauerfeind liest in Heilbronn: Katrin Bauerfeind hat ein Buch über das Scheitern geschrieben. Darüber, aber auch über Dummenglück beim Fragen stellen, die Zeugen Jehovas als Abi-Lerngruppe und schwäbische Lieblingsworte, haben wir mit der Autorin gesprochen.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº26 MÄRZ 2014 ÄCH: IM G E S P R UND R ATO R IN T V-M O D E AU K AT R IN B AU TO R IN GEN ÜBER ZEU E R F E IN D IS C H E , SCHWÄB JE H OVA S N D R AU Ö RT E R U B L IN GS -W L IE IL B RO N N F É S IN H E C H E RCA S TA AU OBERH DT EUTEL: K U LT U R B A MUNZ LEXANDR PH UND A RAL EHENDE B E VO R S T Ü B E R D IE L A N D, D E S H IP IS L IE S S U N G SCH E B Ü RZ IE H E N D ST E C K E R ST R A N D U N D IH R E -M E IS T E R GER PFTHEMA AHLKAM BA R A L S W FFER: M U S IK KO S B A L L FA N UND FUS O C KS TA R R E R S E IN E MANN ÜB HEES UHL T E IN E N S T. PAU L I, N L IE B E Z U HLECHTE F IN S C U T E N RU ER G AS AN D UND OM K R E IS E N E R KT K A SS SUPERMA

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns findet man in der kostenlosen "keosk"-App über die Suchfunktion ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº26 18 M EH M E T FI L I Z MEINE PLATTENKISTE 20 HE L LO K I T T Y HEIMATLIEBE 40 M AC H D IR DIE E R D E U N TE RTA N KENFM ÜBER: Memo, wie ihn alle nennen, mag deutsche Rapmusik - und Eminem. Ein Blick in seine Plattenkiste. Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an und aus unserer Heimatregion. Diesmal Journalist Ken Jebsen fragt sich diesmal, mit grauem Beton, Schornsteinen und wohin es führen mag, mit der Ausbeuluftbefüllten Katzen. tung unserer Erde. TH E E S U H LMANN MUSIKKOFFER ALEXANDRA & RALPH M UNZ KULTURBEUTEL 74 I M G E S P RÄCH: K AT RIN B AU E R FE IND INTERVIEW DES MONATS Früher war Thees Uhlman Tomte. Dann brachte er eine Soloplatte mit Liedern übers Dorf heraus und wurde so erfolgreich wie nie. Nun ist er mit seiner zweiten Platte auf Tour. Das Hip Island und ein alternativer Standort für die Heilbronner Beachbar ist Thema im OB-Wahlkampf. Nur geredet hat mit den Betreibern noch niemand. Wir haben bei Ralph und Alexandra Munz nachgefragt. Katrin Bauerfeind gastiert Ende März in Heilbronn. Ein Grund für uns über ihr neues Buch, Zeugen Jehovas und Raucherkneipen in Heilbronn zu reden.

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A RC H I T E K T U R , B RO D E R - L E S U N G & S L A M P O E T RY STADTLEBEN / LANDLEBEN 12, 14 & 16 78 S TA D TO B E R H AU P T TITELTHEMA E I N B LÖ D E S K I N D A M T E L E F O N VATERKOLUMNE "BENISSIMO" MITTAGSTISCHTEST "Wer wissentlich von den Politikern etwas fordert, was nicht möglich ist, kann, wenn es versprochen, aber nicht gehalten wird, sich nicht als Opfer bezeichnen, sondern allenfalls als Hereingefallenen, während der Politiker nur als listig bezeichnet zu werden verdient, was eher ein Lob der Klugheit als ein Tadel ist." Manfred Rommel (* 24. Dezember 1928; † 7. November 2013), 1974-96 Oberbürgermeister Stuttgart T H E O D O R H E U S S , U R B A N A RT G A L L E RY & N ATA L I S LO R E N Z KUNSTREGION 62, 68 & 72 G EW I N N M A L W I E D E R ! QUIZ J O H A N N E S B U RG , S Ü D A F R I K A BRIEF AN DIE HEIMAT N YC PI N G - P O N G - C H A M PI O N S H I P FROM NEW YORK TO HEILBRONX 36 COV ER I M VE RG LEI C H MUSIKUSS "MTV GET ALIVE" BERLIN, 2007 VIA ARCHIV PAU L G Ö B E L , 1 9 2 0 HISTORISCHER SCHUSS Uwe Gramlich kennt sich aus in der Musik. Bisher kritisierte er für uns Platten, nun sucht er Plattencover, die sich ähneln. V E R A N S TA LT U N G E N F E B RUA R VERANSTALTUNGSKALENDER IMPRESSUM & LESERBRIEFE (AB SEITE 122)

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DAS HANIX TEAM W ER UND W I ES O ? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER, KOORDINATION & SOCIAL MEDIA Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens "HANIX" antworten zu können. Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r d i e Re gio n He ilb ronn – für Le ser, d i e i n t eres s ier t , k ulture ll aufg e schl osse n un d n eu g ier i g a u f ei n en alte rnative n Blick a uf St adt - . L a n d k reis - u n d S ze ne k ultur s ind . WER MACHT HANIX? He ilbron n e r Me d ien - u n d Ku l t u r s c h affe nd e , d ie i hre Er fah r u n g en u . a . in Ber l in , Münch e n, Stuttg ar t o de r Hamb u r g g es a m m el t h a b e n und nun e twas in i h re r He im a t b e weg en w o l l e n. WA S W I L L H A N I X ? SARAH BAUDENBACHER MEDIABERATERIN Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r L eute und Ge se llsc h aft de r Reg i o n Heil b ro n n will m it s panne nde n , u n t e r h a l t s a m en u n d in f o r mative n Be iträg e n d i e re g i on ale Med ien l a n d s c ha f t be re ich e rn. Ich bin hier geboren und finde es schön, die Stadt und ihre schwäbische Toskana mal ein wenig zu beweihräuchern. HANIX zeigt Heilbronn von einer anderen Seite.

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STEVEN ZULEGER VIDEO MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. "HANIX" zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE RAFAELA JECKLE REDAKTION MEHMET FILIZ FOTO So haben die geguckt als ich sagte "Lasst es uns digital machen!" Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION LISA HOFMANN GRAFIK Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar – die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: "Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn." Kathrin sagt: "Ich bin dabei!" Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT JOSHUA ENDRESZ KOLUMNIST LEO VOLLAND ILLUSTRATION Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der "HANIX"-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Ich schreibe für's HANIX weil ich jedem meine Meinung sagen will. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit – und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION PHILIPP SEITZ SOUND ULLA KÜHNLE FOTO Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. KRIS RAMPMAIER VIDEO MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO PETAR GULIC *1972; † 16. FEBRUAR 2014 Videos zu machen ist keine Zauberei, sondern meine Leidenschaft. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. "Wenn uns unvermutet eine Person wegstirbt, deren innige und verständige Teilnahme uns von Jugend an begleitete, so ist es immer, als stockte plötzlich unser eigenes Leben."

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STADTL EBEN: MÄR Z 2014 EIN BOGEN ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT Nach den erfolgreichen Ausstellungspräsentationen des Projekts "800 Jahre Neckarsulmer Architektur" (2013) und der Vorab-Präsentation "Gesichter einer Stadt" (2012) haben Bernhard J. Lattner und der Architekturhistoriker Joachim J. Hennze ein Konzentrat zum Thema "Neckarsulmer Wirtschaft- und Industriearchitektur" erarbeitet. Das Ergebnis: Anhand von 52 Exponaten zeigen sie einen repräsentativen Querschnitt der Wirtschaft- und Industriebauten in Neckarsulm. Architekturhistoriker Dr. Joachim J. Hennze hat die Fotos wissenschaftlich kommentiert und mit Essays begleitet. Hennze beschreibt die Bauten und gibt interessante Hintergrundinformationen zu Baumeistern und ausführenden Architekten. Neckarsulm hat sich als eine von Wirtschaft und Industrie geprägte Gemeinde im letzten Vierteljahrhundert stark verändert. Früher zeigte der Industriebau oft architektonisch einfallslose Anlagen: langgestreckte Komplexe aus Backstein, monolithische Werkhallen mit Sheddächern und vieles mehr. Dass es auch anders geht, beweist Neckarsulm. Moderne, vielgestaltige, sogar bunte Wirtschafts- und Industriegebäude sind ein besonderes Kennzeichen der Stadt. Neue Ausstellung dokumentiert die "Neckarsulmer Wirtschafts- und Industriearchitektur" am Campus Heilbronn der DHBW Mosbach In den Räumen des Campus Heilbronn ist vom 26. Februar bis 31. Juli 2014 die Ausstellung "Neckarsulmer Wirtschafts- und Industriearchitektur" des Heilbronner Lichtbildners Bernhard J. Lattner zu sehen. "Wir freuen uns, nach der Ausstellung "Stille Zeitzeugen – 500 Jahre Heilbronner Architektur" zur Eröffnung des Campus Heilbronn die Entwicklung des Fotografen und Künstlers Bernhard Lattner weiter begleiten zu dürfen. In unseren modernen kubischen Bauten findet die Ausstellung eine seelenverwandte Heimat auf Zeit", so Campusleiterin Prof. Dr. Nicole Graf. ÜBER DEN KÜNSTLER: BERNHARD J. LATTNER JAHRGANG 1960, FREISCHAFFENDER LICHTBILDNER. SEIT 1983 AUSSTELLUNGEN IM IN- UND AUSLAND. PROJEKTE: "STILLE ZEITZEUGEN" HEILBRONN (2005) UND KARLSRUHE (2007), INDUSTRIEARCHITEKTUR HEILBRONN-FRANKEN (2008), NECKARSULMER WIRTSCHAFTS- UND INDUSTRIEARCHITEKTUR (2013). WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN ERHALTEN SIE UNTER DER WEBSEITE WWW.ARCHITEKTUR-IN-NECKARSULM.DE.

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STADTL EBEN: MÄR Z 2014 HENDRYK M. BRODER LIEST IN HEILBRONN Die Heilbronner Osiander Filiale hat im März illustre Vorleser zu Gast. Neben Katrin Bauerfeind (siehe Interview des Monats, S. 74) ist auch der streitbare deutsche Publizist Henryk M. Broder zu Gast in der Fleiner Straße in der Heilbronner Innenstadt. Ende der 1960er Jahre begann Broder seine Karriere als Autor und hat seitdem mehrere Bücher veröffentlicht. Auch in "Der Spiegel", der Berliner Tageszeitung, "Der Tagesspiegel" und "Die Welt" sind Texte von ihm zu finden, außerdem ist er Mitbetreiber des Blogs "Die Achse des Guten". Broders zentrale Themen sind Kritik an der traditionellen deutschen Linken, Antiamerikanismus, Antizionismus, der Islamismus, deutsche Vergangenheitsbewältigung sowie der Nahostkonflikt und Israel. Broder zeigt keine Scheu bei Vorwürfen jeglicher Art. Besonders Kritiker der USA und Israels sowie die Partei Die Linke müssen sich immer wieder heftiger Kritik stellen. Außerdem bezeichnete er jüngst den Journalisten Jakob Augstein zwar als sympathisch, klagte ihn jedoch zugleich als Antisemiten an. Dieser äußerte Kritik an der Politik der Regierung Israels und wurde daraufhin dank Broder sogar auf die Liste der Top 10 Antisemiten neben Hitler aufgelistet. Augstein, der zwar durchaus streitbare Texte schreibt, aufgrund seiner Kritik an der israelischen Politik jedoch als Antisemit hinzustellen, gleicht einer Farce. Broder sieht den Antisemitismus als unheilbare Krankheit, sogar schon als Obsession an und hegt deswegen keine menschliche Abneigung gegen Augstein. Broder, der sonst als Zyniker bekannt ist, zeigt sich im Kampf gegen den Antisemitismus sehr ernst. Dank seiner persönlichen Angriffe und umstrittener Zitate sowie Antisemitismusvorwürfen musste er sich schon mehrmals vor Gericht verantworten und zählt trotzdem zu den führenden deutschen Journalisten und Meinungsmachern. Am 20. März hält Broder in der Buchhandlung Osiander um 20 Uhr eine Lesung zu seinem neusten Buch "Die letzten Tage Europas – Wie wir eine gute Idee versenken". In diesem berichtet er von 15 Geschichten der Lage Europas und gibt sich als Europaliebhaber zu erkennen. Er befürwortet die europäische Vielfalt sowie die deutsche Solidarität mit den Armen in Europa, zugleich warnt er aber vor einer Gleichmacherei, die er den europäischen Spitzenpolitikern vorwirft. In seinem Buch thematisiert Broder Fragen wie das Fehlen von Regeln im Umgang mit Diktaturen sowie das Niederprügeln von europaskeptischen Demonstranten in Spanien. Als zentrales Problem nennt Broder jedoch den Hang zur totalen Bevormundung von allem und jedem.

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info@memografie.com 0175-5629515 SHOOTING KEIN CENT BILLIGER* EURO *That shit cray.

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L ANDLEBEN: MÄR Z 2014 "GRÜNDE, NICHT IN HEILBRONN ZU WOHNEN" FOTO: MARIO STEIGERWALD "Slam Poetry plus Stadt, Land, Fluss" - Unter diesem Motto präsentieren Pierre Jarawan und Alex Burkhard am 29. März ihr Soloprogramm im Audi Forum Neckarsulm. Anschließend laden die beiden das Publikum ein, aktiv bei ihrer Interpretation von "Stadt, Land, Fluss" mitzuspielen, und zwar so, wie man es garantiert nicht kennt. H A N I X - Im "Slam Poetry"-Gepäck haben dein Kompagnon Alex Burkhard und Du ein für das Audi Forum maßgeschneidertes und damit einzigartiges Soloprogramm, wie es in der Pressemitteilung heißt. Welche Modifikationen gibt es extra für das Audi Forum? mit Sprache beschäftigen. H A N I X - Eines der Highlights an diesem Abend ist das interaktive Publikumsspiel "Stadt, Land, Fluss". Klingt erstmal nach langweiligem Gesellschaftsspielabend. Was kann euer "Stadt, Land, Fluss" besser als ein Spiel bei Müller-Maier-Kunze? Modifikationen gibt es zum einen, weil wir uns den Abend teilen. Das heißt, wir werden aus unseren zwei Soloprogrammen jeweils ein Best-of spielen. Und wir spitzen bei "Stadt, Land, Fluss" die Spielkategorien zu, um sie auf die Umgebung runterzubrechen. Wir spielen dann z. B. "Gründe, nicht in Heilbronn zu wohnen". P I E R R E J A R AWA N H A N I X - Audi erhofft sich durch "Slam Poetry" jüngere Menschen ins Audi Forum zu locken und gleichzeitig, dass es gelingt, ältere Generationen zu begeistern. Klingt als solltet ihr eine kulturelle, eierlegende Wollmilchsau sein. Die Distanz, die zwischen der Bühne und dem Publikum besteht, wird komplett aufgehoben. Alles wird eins, wir stehen auf derselben Stufe und müssen viel improvisieren. Drei Kategorien darf das Publikum selbst wählen. Das sind meist sehr lustige Kategorien. Zum Beispiel "Scheidungsgrund" oder "Gründe, nicht aufs Oktoberfest zu gehen". P I E R R E J A R AWA N H A N I X - Muss man Zettel und Stift mitbringen? "Slam Poetry" ist dazu prädestiniert Jung und Alt anzusprechen. Wenn man sich gewöhnliche Slams, wie es sie in allen großen Städten gibt, betrachtet, sieht man viele Studenten, aber auch eine Menge Ältere, die sich freuen, dass junge Leute auf der Bühne stehen und sich P I E R R E J A R AWA N - Wir haben vorgefertigte Spielzettel, mit den drei leeren Feldern für die Kategorien, die erst am Abend vom Publikum entschieden werden. P I E R R E J A R AWA N H A N I X - Und wie lange dauert so ein Spiel bei Euch? Das ist ganz unterschiedlich. Wie der Abend in Neckarsulm strukturiert sein wird, haben wir noch nicht besprochen. P I E R R E J A R AWA N -

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MEINE PL ATTENKISTE: MEMO FILIZ PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTOS: PRIVAT M E M O F I L I Z F E I E RT D E U T S C H E N R A P D E R AU F D I E N U S S G E H T Me m o Fi liz ha t s c h o n ein ig e d e uts ch e R apg rö ße n wie Cro , Mars imoto o de r Bu sh i d o f o t o g r a f ier t . Wie e r d azu k am ? Sich e r auch d urch s e ine L i ebe zu de re n Mu s i k . Na j a , Bu s h id o s R ap m ag Me m o nich t, fo to g rafie r t ha t er ihn t rot zde m . Wer Mem o s A r be ite n be gutach te n m ö ch te , s ch aut am besten h ie r nach : w ww. f a c ebo o k .co m / m e m o grafie Un d j et z t : Mi c ch e ck o ne two , o ne two …

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MEINE PL ATTENKISTE: MEMO FILIZ Ich stehe absolut auf Marteria. Ich habe sein Alter Ego, Marsimoto, auch schon fotografiert und bin mit seinem Fotografen und Buddy, Paul Ripke, befreundet. Marterias erstes Album "Zum Glück in die Zukunft" hat mich umgehauen und für mich einfach gepasst. Marteria hat eine gute Stimme, sein Sound ist cool. Er ist super locker. Ich war auf seiner Releaseparty, das war ein Riesenspaß. Ich habe selten so viele hart besoffene Leute gesehen. Ein weiterer Favorit ist Casper mit seinem Album "XOXO". Es ist sehr raplastig, genau mein Geschmack. Casper ist halt Casper. Seine Stimme ist für mich der Oberhammer, das hört sich einfach geil an. Leider habe ich ihn noch nie Live gesehen. Aber Live muss der Typ abartig sein und voll auf die Zwölf gehen. Das will ich mir unbedingt mal reinziehen. Nicht fehlen darf in meiner Liste natürlich der King of Rap, Kool Savas. Die neuen Sachen gefallen mir nicht, sein Duett mit Xavier Naidoo hasse ich. Aber das erste Album der "John Bello Story"-Trilogie ist der Shit. Mir fällt sein Song "Neon Gelb" ein. Savas spittet einfach drauf los. Mag sein, dass seine Stimme auf manche verstörend wirkt. Ich fahre darauf ab. Wer Savas als Rapfan nicht mag, den verstehe ich nicht. Wahrscheinlich hören solche Leute Bushido. Eigentlich höre ich fast ausschließlich deutschen Rap, wenn ich Hip-Hop höre. Aber bei Eminem mache ich eine Ausnahme. Sein neues Album "Marshall Mathers 2" geht einfach nur drauf auf die Nuss. Geil. Auch die älteren Sachen lege ich ein. Der Typ kann einfach rappen, da gibt es kein Vertun. Ich schließe mit Marsimoto, dem Alter Ego von Marteria. Das erste Album heißt "Grüner Samt". Er tritt als Marsimoto immer mit grüner Maske auf. Grün ist sowieso meine Farbe. Das ist schon mal geil genug. Seine Musik ist sehr gewöhnungsbedürftig. Marsimoto ist im Vergleich zu Marteria kein wirklich hip-hoppiger Rapper. Die Beats sind elektronischer, seine Stimme ist verzerrt. Ich kiffe nicht, sonst würde mich die Musik wahrscheinlich auf einen anderen Planeten beamen.

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION URBANES GROßSTADTFLAIR DANK BETON Die neue Trasse der Stadtbahn-Nord biegt von der Paulinenstraße in die Salzstraße ab. Dabei führt die Linie unter einer Bahnbrücke hindurch, über die der Regional-Express brettert. Fast wie in einer richtigen Großstadt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION TUNNELBLICK Eine weitere Bahnbrücke. Diese führt unweit des Soleo und des Bildungscampus über die Mannheimerstraße. Meist stark frequentiert, gönnt sich der Verkehr auf dieser wichtigen Ein- und Ausfahrtstraße der Heilbronner City einen Moment der Ruhe.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ZU ZWEIT IST MAN WENIGER ALLEIN Dieses alte Ehepaar war gemeinsam unterwegs, um die wichtigsten Besorgungen zu erledigen. So gut es geht, kümmern sie sich noch um sich selbst. Eine betreute Wohnanlage ist, trotz Rollatoren, noch nicht nötig.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION DAMPFMACHER Zielgerichtet bahnt sich der Dampf aus Heilbronns Kohlekraftwerk seinen Weg gen Himmel und macht ihn noch ein bisschen grauer.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION EIN TRAUM IN BACKSTEIN In diesem schon lange leerstehenden Fabrikgebäudes in der Feyerabendstraße in Heilbronn wurden vor zig Jahren das letzte Mal die Lichtschalter bedient. Kultur- und Kreativschaffede träumen von einem Heilbronner Kunst-, Kulturund Medienzentrum in solchen Gemäuern.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION KOPFLASTIG Diese Plastikköpfe hat ein Aussteller auf dem Heilbronner Pferdemarkt in Reih und Glied drapiert, um seine Wintermützen noch an die Frau zu bringen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION IN EINEM LAND VOR UNSERER ZEIT Wie eine ausgemergelte Wüsten- oder Marslandschaft kommt das zukünftige BuGa-Gelände im Winter daher. In fünf Jahren wird Helmut Kohls Versprechen von den blühenden Landschaften hier in Heilbronn endlich Wirklichkeit.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION HERR MAUS KNOTET BALLONTIERE Selbst Prominenz war sich nicht zu schade für den Heilbronner Pferdemarkt. Mickey Mouse verkauft neuerdings zu Tieren verzwirbelte Luftballons.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION PINK! Ton-in-Ton schlendert diese Passantin über die Heilbronner Allee und war an diesem blassen Februartag der langersehnte Farbtupfer.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION HELLO KITTY Kaum ein Elternteil konnte mit den Nachkommen über den Pferdemarkt laufen, ohne unbemerkt am Luftballonverkäufer vorbeizukommen. Zig Einhörner, Hunde, Bären und weiteres Getier waren in luftiger Heilbronner Höhe unterwegs.

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"DA IST IRGEND SO EIN BLÖDES KIND DRAN!" TEXT: NICOLAI KÖPPEL FOTO: FOTOLIA Nico la i Köp p e l u n d s ei n e Ga t t in mö ch te n e in s e lbs ts tänd ig e s K ind e r zie hen. Dazu m uss das K in d a u s pro b i eren . Sind Gläs e r no ch d a, nach d e m s ie r un terg e falle n si n d? Wa n n l eier t d ie Zo o m-Tas te d e r Dig italk am e ra aus ? Wie we i t fl i e g e n Er b s en ? Un d wa s m us s ge tan we rd e n, d am it d as "Spie lzeug" b e ginn t , m i t e i n em z u s prec hen ? Wir sind bemüht, ein sehr selbstständiges Kind zu erziehen. Nee, noch mal zurück: "bemüht" klingt so krampfig. Oder vielmehr, weil krampfig klingt so negativ, und was wir nicht wollen, ist doch, die leidenssatte Haltung einzunehmen, die die Kindererziehung als eine schwere Aufgabe angeht. Ob die Leichtigkeit, mit der die herrliche Gattin, die mich ihr eigen nennt, und ich, ob wir mit dieser verspielten Freude und dem nicht endenwollenden Zuraten, doch einfach alles auszuprobieren, tatsächlich ein eigenständiges Kindwesen gefördert haben, darf der Kleine dann irgendwann ganz alleine entscheiden. Das ist zumindest der Plan. Klar muss man Schaden vom Nachwuchs abwenden, wenn er keinen Sinn hat. Wenn unser Sohn aber ohne Hausschuhe (die mit den schicken Stopperrillen in der Sohle) sockig über den Flur rennt und sich, aber nur, wenn wir vorher das Anziehen jener Hausschuhe angeraten und auch einen Grund dafür angegeben haben, wenn sich der Kleine also ausrutschend auf die Nase legt, um sich sofort wieder klaglos aufzurappeln und in seinem Zimmer zu verschwinden und wenige Minuten später mit den Hausschuhen an um die Ecke kommt (natürlich den Rechten links und umgekehrt, aber das bringen wir ihm heute nicht mehr bei, dass der Frosch immer rechts und die Maus immer links ist),

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DIE VATERKOLUMNE: IRGEND SO EIN BLÖDES KIND dann erledigt sich doch die Erziehung vorerst schier wie von selbst, quasi im Vorbeigehen, Hinfallen und Wiederaufstehen. Anders wird es mit Geräten. Mit Gabeln kann er umgehen und formuliert seine dahin gehenden Pläne schon beeindruckend flüssig ("Ich spieß den Bären auf!") und Rasierklingen und Reißzwecken bewahren wir längst in Döschen auf, die für ihn unerreichbar sind (außer, er stellt den Hocker auf den Tisch und klettert dann über den Stuhl da hoch, um dann … Moment, ich muss mal eben was nachgucken. Bin gleich wieder da. So. Verzeihung. Alles in Ordnung. Nein, noch einen Augenblick Geduld … Ja, da war noch eine Klammer offen). So. Wo sind wir stehen geblieben? Richtig, beim Vorbeigehen. Was auch geschieht, es geht vorbei. Das stimmt auch im Kindsfall. Durchwachte Zahnwuchsnächte, ekstatisches Bobo-Siebenschläfer-Hören (gib, oh Herr, dass ich nicht lüge!) und vieles andere. Wieder falsch. Alles andere muss das heißen. Konsequent zu Ende gedacht, wird man natürlich trübsinnig, aber wenn man als Elternteil nicht in die Gegenwart vernarrt ist, hat man eh ein Riesenproblem. Muss man eben ausprobieren. Gläser fallen nun mal runter und sind dann nicht mehr da. Digitalkameras von Mamas sind einfach nicht voll ausgenutzt ohne 869 Fotos vom Kinderzimmerteppich und einer ausgeleierten Zoomtaste. Wie weit fliegt eine Erbse? Und fliegt die Nächste danach vielleicht weiter? Und wenn man darauf achtet, keine ausländischen Telefonnummern im Kurzwahlspeicher des Haustelefons unterzubringen, kann man dem Kind dieses schon sehr früh unglaublich faszinierende Kommunikationsmittel (auch "Spielzeug" genannt) ebenfalls bedenkenlos überlassen. Wir wohnen in einer Stadt, in der die Telefonnummern siebenstellig sind. Unser Sohn kann noch nicht bis sieben zählen, aber er kann sieben Zahlen eintippen (oder zur Sicherheit ein paar mehr) und dann auf "grün" drücken. Dann kommt aus dem Hörer nämlich eine lustige Melodie (di-du-di-do-dö-di-du-da-du oder so ähnlich), und das Gerät beginnt vielleicht bald, mit einem zu sprechen. Geil. Meistens ist die Oma dran. Papa und Mama haben das noch nicht so raus mit dem Ding, die können nur Oma und ein paar andere, eher langweilige Nummern, die sie dann aber auch brav und ganz eigenständig fertigtelefonieren (Steuer35 berater, Bewährungshelfer, HANIX-Redaktion). Die wahre Meisterschaft werden sie vermutlich nie erreichen, die beiden. Es gibt eben Dinge, die eine derartige Masse an Fantasie erfordern, das bringt nur ein Kind fertig. Manches jedoch ist selbst mit viel Vorstellungskraft nicht aus-, geschweige denn fertigzudenken. Woher kann beispielsweise unser Sohn seit neuestem Worte, die er unmöglich von uns gelernt hat? Im Kindergarten ist er noch nicht, auch in der angeschlossenen Kita war er nur mal zum Gucken (und zum frühzeitigen Kindergartenanmeldung abgeben), ansonsten funkt sprachentwicklungsmäßig nur die besagte Oma ab und an dazwischen (so wurden wir letzte Woche Zeugen einer A-cappella-Aufführung von "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", und auf die Frage, woher er denn das hat, schreit er freudestrahlend "Von der Oma!"). Aber heute Morgen kam er mit dem Telefon in der Hand ins Bett gekrochen, drückte mir den stummen Hörer ans Ohr, und ich als immer bereiter Mitspieler fragte schlaftrunken "Wer ist denn da?", worauf mein Sohn abermals freudestrahlend schrie: "Da ist irgend so ein blödes Kind dran!", und das, obwohl gar kein blödes Kind dran war? Wie kann es sein, dass die Vokabeln "Unverschämtheit" und "Babyklappe" seit Neuestem im Wortschatz unseres Nachwuchses zu finden sind? Und warum möchte unser Sohn seit Neuestem immer häufiger in seinem eigenen Zimmer in seinem eigenen Bettchen schlafen, und warum denkt er, wir merken es nicht, wenn sich nachts die Kinderzimmertür öffnet und zwei sockige Füße vorsichtig über den Flur schleichen, sich das Telefon mit einem leisen "didit" aus der Ladestation entfernt und die Schleichaktion sich noch mal, aber rückwärts ins Kinderzimmer wiederholt? Wir finden den Knochen doch am nächsten Morgen unter der Schlafkuh und der Nilpferdwärmflasche! Außerdem ist unsere digitale Anrufliste neuerdings voller Nummern, die wir nicht kennen. Und manchmal klingelt das Telefon tagsüber, und Leute, die sämtlich schlecht geschlafen zu haben scheinen, fragen uns, ob wir Kinder haben (was wir natürlich verneinen, um ein Zeichen zu setzen gegen die Datensammelwut der Zivilbevölkerung). Die Versuche, in unser selbstständig organisiertes Familienleben hineinzuwirken, werden seitens der Außenwelt immer dreister! Wenn eines Tages unverlangt Pizza geliefert wird, hoffe ich nur, dass keine Erbsen drauf sind. Die fliegen nämlich ganz schön weit. Besonders die Sechste.

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" G E C OV E RT S A M E B U T S A M E D I F F E R E N T " TEXT: UWE GRAMLICH Die Ve r p ac k u n g s p i el t a u c h i n d e r h e utige n Ze it e ine im m e ns wich tige Rolle me h r Sc h e i n wie Sein . So ü b t en Platte ncove r auf m ich s ch o n im m e r ei nen op tis c h e n Re i z a u s , d er a u c h d a s Inte re s s e we ck te , d ie s e n Inh alt k e nne nzulernen, wa s zu m an ch er Üb er r a s c h u n g füh r te . A ls e in be s o nd e rs g e lung e ne s Bei sp i el für e i n e p e r f ek t e Ein h ei t vo n Cove r und Mus ik , is t für m ich d as A lbu m ' God' von 'R i p R i g & Pa n ic ' , d ie a l l ein d urch d as Mo tiv d e r Hülle d ie ganze Energie, Wi l dh e i t u n d Ag g res s i v it ä t d ie s e r Mus ik wid e rs pie ge lt. Im Lauf der letzte n Jah r ze h n t e h a t s ic h ein e u nübe rs ch aubare Me ng e vo n Cove rn angehä uf t, d e re n ve r mei n t l ic h e Ba n d b rei t e h ie r als ganz, g anz k le ine r Einblick , doch of t nu r i n e i n e r Wi ed er ho l u n g o d e r Variatio n, zu s e h e n is t. Viel Sp aß da m it .

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MUSIKUSS: GECOVERT DROUGHT 2011 untapped EMBERSLAND 2013 sunrise SHELLSHOCK 2012 born from decline TERRAINCOGNITA 2012 barren land

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MUSIKUSS: GECOVERT CLOCKWERK 2011 dawn for a new breed TERRAVITA 2012 greatest hits volume one TRANSPORTLEAGUE 2013 boogie from hell YEAROFTHEGOAT 2012 angels necropolis

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MUSIKUSS: GECOVERT CLICKCLICKDECKER & CAPTAINPLANET 2012 same INDECADENCE 2012 elephant JHIAXUS 2012 same SLUGABED 2012 wake up

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MACH DIR DIE ERDE UNTERTAN! TEXT: KEN JEBSEN FOTOS: ARCHIV Mit genetisch veränderten Lebensmitteln ist es wie mit Radioaktivität. Die Natur wird sie nie wieder los. Strahlung und Genfood sind, erst einmal in der Umwelt ausgebracht, fester Bestandteil der gesamten Umwelt. Und zwar für immer. Was bedeutet das konkret? Dass jede Entscheidung, die WIR in der GENwart bezüglich der entsprechenden Technologie fällen, Konsequenzen für alle nachfolgenden Generationen haben wird? Ja. Ausnahmslos. Und diese Konsequenzen werden andauern, bis unser Sonnensystem in den Ruhestand geht. Können Menschen mit diesen Auswirkungen, die kosmische Dimensionen erreichen, überhaupt umgehen? Können sie die Risiken einschätzen? Kalkulieren? Das können sie nicht. Der Beweis für diese Behauptung ist schnell erbracht, wenn wir uns nur einmal ansehen, dass die "moderne" Menschheit seit rund 60 Jahren Atomkraftwerke betreibt, ohne dass es ihr auch nur im Ansatz gelungen wäre, wenigstens ein einzi-

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KENFM ÜBER ...: MACH DIR DIE ERDE UNTERTAN! ges "sicheres" Endlager für Atommüll auf diesem Planeten zu errichten. Was aber tut der Mensch ob dieses globalen Desasters? Gibt er diese Technologie auf, was nach den Gesetzen der Logik und unter der Annahme, der Mensch würde intelligent handeln, überfällig wäre?! Nein. Im Gegenteil. Obwohl er nach wie vor keinen blassen Schimmer hat, wie er die strahlenden Zeitbomben entschärfen soll, hält die Krone der Schöpfung am Atomstrom fest. Natürlich vor allem, weil AKWs das Militär mit den Stoffen versorgen, die man benötigt, um Atombomben bauen zu können. Der erzeugte Strom ist lediglich das am Markt verkäufliche Abfallprodukt der Militärs. Aus den Augen, aus dem Sinn, ist in Sachen Atomtechnologie die vorherrschende Methode, um mit dem Problem des strahlenden Abfalls umzugehen. Ähnlich handelt, wer sich in einem Flugzeug mit fast leerem Tank zu einem Rundflug über ein extrem dicht besiedeltes Gebiet begibt, in dem es weit und breit nicht einmal die Möglichkeit gibt, notzulanden. Die bevorstehende tödliche Bruchlandung wird ausgeblendet, und man lässt sich weiter vom Bordservice verwöhnen, während hinter einem immer mehr Maschinen mit nahezu aufgebrauchten Spritreserven auftauchen. Würde man beim Absturz nur alleine Hops gehen, wäre dieses Verhalten noch unter "durchgeknallt" zu verbuchen. Leider aber wird man beim Absturz extrem viele Unschuldige mit in den Tod reißen und das Gebiet des Crashs lange unbewohnbar machen. DAS macht dieses Verhalten zu einem Verbrechen. Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Verbrechen dieser Art gehören heute zum Alltag, auch oder gerade weil sie, als harmlose Entscheidungen verpackt, von "unseren" Massenmedien als zu vernachlässigende Botschaften präsentiert werden. Bei genmanipulierten Nahrungsmitteln ist das auch der Fall. Während die sportinteressierte Welt sich auf Olympia konzentriert und der Westen auf Kinderschaukel macht, also immer hin- und herschwingt zwischen pauschalem Russlandbashing und der Freude über Gold für Deutschland, wurde in der EU das GO für genmanipulierten Mais durchgewunken. Die Sorte 1507 von Pioneer Dupont soll bald 0815 sein. Also überall auf diesem Kontinent zu finden. Das jedenfalls wird wohl schon übermorgen Realität sein, und Angela Merkel hat alles dafür getan, dass es so weit kommen konnte. Deutschland hat sich bei der Abstimmung in der EU bezüglich dieses Monsanto-Produktes enthalten. Enthaltung bedeutet in diesem Fall aber: DEUTSCHLAND hat JA gesagt, denn wie eingangs erklärt, gibt es Technologien, bei denen es nicht möglich ist, die auftretenden Folgeschäden je wieder rückgängig zu machen. Genmais, Genfood generell, hat Nebenwirkungen. Welche das sind, kann niemand mit Gewissheit sagen, nur soviel ist klar: Im Labor haben genetisch veränderte Lebensmittel verheerende Folgen. Es sei denn, man interpretiert Krebs als ein Geschäft, mit dem man mit Therapien viel Geld machen kann. Dann ist auch jeder durch Genfood krank gewordene Europäer ein prima Geschäft. Krebs als Einkommensquelle. Man kann über das Produkt 1507 Folgendes sagen: Erst einmal in der freien Wildbahn ausgebracht, hält es sich wie alle GMO´s nicht an Grenzen. Auch dem Mais 1507 ist es egal, in welchem EU-Land er erlaubt ist und in welchem verboten. Er wird sich mit dem Wind auf dem ganzen Kontinent verbreiten und so Tatsachen schaffen. Nämlich, dass es schon bald keine unmanipulierten Sorten mehr geben wird, denn genetisch modifiziertes Saatgut verseucht unwiderruflich seine Nachbarn. Eine Handvoll Multis verseucht den ganzen Planeten. Und wir sehen Fern. Sport. Um es noch einmal klipp und klar zu sagen: Rückgängig machen gibt es hier nicht. Was aber, wenn man schon in 25 Jahren diesen Schritt bereuen wird? Da es auch in der EU zu massiv auftretenden Folgeschäden kommt, die alle genetisch veränderten Nutzpflanzen zwangsläufig mit sich bringen, da sie auf hochgiftige Pestizide angewiesen sind, um tatsächlich,

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KENFM ÜBER ...: MACH DIR DIE ERDE UNTERTAN! wenn auch nur kurz, für höhere Gewinnspannen zu sorgen. Da diese Pestizide auch dafür verantwortlich sind, dass die natürlichen Bestäuber, Bienen, langsam aber sicher aussterben, rechnet sich modifiziertes Saargut noch eher. Gewinne werden privatisiert. Verluste verstaatlicht oder gar nicht erst anerkannt. Schäden, die durch gentechnisch veränderte Organismen erzeugt werden, gibt es schon heute, nur wer als Otto-Normal-Verbraucher hat die Mittel, gegen einen AgrarRiesen zu klagen? Farmer, wie Percy Schmeiser aus Kanada, die sich mit Monsanto angelegt hat, bleiben die ganz große Ausnahme. Nun, in solchen Fällen wird die Politik nicht dem Bürger beistehen, sondern die Achseln zucken. Pech gehabt. Und die verursachende Firma, im Fall Pioneer Dupont - Mais 1507 - wird NICHT haften. Auch Pioneer Dupont wird, wie schon Monsanto, wie eine systemrelevante Bank behandelt. Zu groß, um zu fallen. Die Politik wird diese Genterroristen vor Regress und damit einer Pleite schützen und tut das bereits in den USA. Hier sitzen in den obersten Kontroll-Behörden für Nahrungsmittel vor allem von den Genfood-Konzernen "ausgeliehene" Mitarbeiter. "Revolving Door"-Politik. Von der Spitze Monsantos an die Spitze der FDA. Michael Taylor! Ein Begriff? Ihrer LobbyPolitik ist es zu verdanken, dass in den USA für Monsanto bereits ein Gesetz verabschiedet wurde, wonach der an der Börse notierte Konzern für verursachte Gesundheitsschäden NICHT aufzukommen hat. Produkthaftung, in den USA sonst ein Gesetz, das ganz weit oben angesiedelt ist, da es den Verbraucher schützt - für Monsanto gilt es NICHT. Warum nicht? Und mit welchen Schäden rechnet der Konzern? Warum hat er geistig manipulierte Monsanto-Mitarbeiter in die bereits überdüngte amerikanische Demokratie-Pflanze eingespeist? Generell gilt: Nahrungsmittel werden nicht genetisch verändert, um sie zu verbessern, sondern um auf sie ein Patent anmelden zu können. Es geht nicht darum, den Welthunger los zu werden. Es geht um Urheberrechte auf Teile der Schöpfung, die als Ganzes der ganzen Menschheit gehört. Schon immer. Genetisch veränderte Lebensmittel sind wie die Musik einer Band, die bei der GEMA ist. Jede Radiostation, die einen

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KENFM ÜBER ...: MACH DIR DIE ERDE UNTERTAN! Song der Band spielt, muss dafür bezahlen. Geht die Musik aber nicht on air, muss auch niemand Geld an die GEMA abdrücken. Anders ist das bei Genfood. Erst einmal in der Umwelt freigesetzt, machen sich die Pflanzen auf den Weg rund um den Globus. Dann muss jeder an die "GEMA" bezahlen. Jeder. Er bezahlt mit seiner Gesundheit. Schon übermorgen wird es nicht mehr möglich sein, NEIN DANKE zu sagen. Und das Label BIO verkommt zum Witz. Wenn den Laborfarmern auch in Europa gelingt, was ihnen zum Beispiel in Südamerika schon gelungen ist, wird es zu spät sein. Dort ist vor allem Gier zur Triebfeder für Landwirte geworden, GMO´s anzubauen. Und die Umwelt geht dabei drauf. Na und!? Genfood ist vor allem eine Technologie, die ein Nahrungsmittelmonopol anstrebt. Weltweit. Dieses Monopol ist das mächtigste Tool auf diesem Planeten, denn Essen muss jeder. Verkauft wird dieses Monopol unter dem Deckmantel des Umweltschutzes oder Bekämpfung des Welthungers. Dabei ist gerade Genfood ohne bösartigste Pestizide gar kein "Geschäft", und den Welthunger wird man mit Genfood auf gar keinen Fall los. Was man los werden will, sind die Hungernden an sich, indem man ihnen entweder erst GMO-Nahrung aufzwingt, was zum Verlust der heimischen Sorten führt, damit man anschließend das GMO-Saatgut gar nicht mehr liefert, oder aber, indem man über das Tool der Verschuldung die Kleinbauern weltweit in den Suizid treibt. Die Königsdisziplin gentechnisch veränderter Lebensmittel ist das sogenannte Terminator-Saatgut. Dieses Saatgut ist die widernatürlichste Erfindung auf diesem Planeten, denn Terminator-Saatgut pflanzt sich nicht fort. Es wurde genetisch sterilisiert. Nach der Ernte der ersten Generation ist die Pflanze tot. Ihr wurde "beigebracht", sich nicht zu vermehren. Ergo müssen die Kleinbauern, die weltweit den größten Teil der Erzeugung von Nahrungsmitteln übernehmen, bei Pioneer Dupont, Monsanto, Cargill, Bayer etc. pp neues Saatgut einkaufen. Am besten auf Kredit. Hier lauert eine zusätzliche Gefahr. Die Schuldenfalle. Die dann gern im Suizid endet. Der Konzern, der international die meisten Patente hält, heißt Bayer. 206 gegen zum Beispiel 119 bei Monsanto oder 179 bei Pioneer. Stellt sich nur eine Frage. Wem gehört Bayer? Oder ist es bei einer Firma, die ihre Aktien auf den internationalen Börsen anbietet, nicht egal, wo der Bürger die Konzern-Heimat vermutet? Die einzig wahre Heimat solcher Unternehmen sind Steueroasen. Zurück zur perfiden Politik der Saatgut-Mafia: Fehlt einem "angefixten" Bauern das Geld für neues Saatgut, etwa aufgrund von Missernten, die es trotz genetischer "Optimierung" permanent gibt, hat der Farmer einfach Pech gehabt. Dann müssen er und die Bevölkerung, die er versorgt, eben hungern. Verhungern. Verhungern ist Mittel, um die Massen in den "Dritte Welt"-Ländern, aber auch der aufsteigenden Nationen, klein zu halten und in naher Zukunft loszuwerden. WER überlebt, da er auch weiter mit Genfood versorgt wird, und wer verrecken muss, bestimmen zukünftig multinationale Konzerne wie Pioneer Dupont, die eben jetzt auch von der EU einen Generalschlüssel überreicht bekommen haben. Auch dank Mutti Merkel, die sich nicht "aufraffen" konnte, NEIN zu sagen, als es darum ging, die Maissorte 1507 in der EU zu verbieten. Und das, obwohl 88% der Bürger GMO-Nahrung ablehnen. Merke(l): Hier geht es um ein Exempel. Eine generelle Entscheidung. Wer das nicht erkennt, ist entweder RTL-lisiert, oder aber hat zu lange Zeit in den USA verbracht, wo es laut Gesetz verboten ist, GMO-Nahrung als solche zu kennzeichnen. Zudem wird auch im Falle Genmais 1507 diese modifizierte Pflanze vor allem angebaut, um später an Tiere verfüttert zu werden. Hier steckt also auch die Fleischindustrie hinter der Durchsetzung. Oder aber genmanipuliertes Saatgut verdrängt massiv natürliches Saatgut, da es nicht für den Teller, sondern für den Tank produziert wird. Lebensmittel für die Autolobby. Die dunkle Seite des Biosprits ist, dass er Hungersnöte wahrscheinlicher macht. AUTOmatisch. Auto ist das Stichwort: Man stelle sich vor, in der BRD wäre es verboten, die Ergebnisse von Pkw-Crashtests zu veröffentlichen. Die USA begründet dieses Verbot damit, es würde der heimischen Industrie schaden. Das ist richtig. Denn wenn der Bürger lesen kann, ob ein Nahrungsmittel der GMO-Gruppe angehört oder eben nicht, kann er sich gegen dieses Produkt entscheiden. Weil er kein Bock auf ein erhöhtes Krebsrisiko hat. Diese Möglichkeit aber soll der Bürger gar nicht haben. Nicht in den USA, nicht in der EU und überhaupt nirgends. Die Saatgut-Multis sind generell gegen eine GMO-Kennzeichnung: Warum ist das so? Wovor haben diese Konzerne Angst? Welche Laborergebnisse halten sie zurück? Unlängst wurden die Prognosen für Krebs als Todesursache in der Zukunft veröffentlicht. Sie sind rekordverdächtig hoch, aber sie haben natürlich nichts mit "Schlüsseltechnologien" wie Atomkraft oder Genfood zu tun. Wir sind alle so unglaublich dumm, dass es wehtut, denn wir lassen uns auch jetzt die 1507-Entscheidung

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KENFM ÜBER ...: MACH DIR DIE ERDE UNTERTAN! in der EU einfach so gefallen. Obwohl wir sie in ganz Europa mehrheitlich ablehnen. Wir können nicht auf die Straße gehen. Wie denn auch, Sotschi und die Berlinale verlangen nach unserer wechselnden Präsenz zwischen Fernseher und rotem Teppich. Um es unmissverständlich zu formulieren: Die große Mehrheit in der EU will keine GMO-Nahrung. Insgesamt 19 Staaten sprechen sich GEGEN dieses Menschenexperiment aus. Aber das alles ficht die wenigen Befürworter, oder muss man sagen, Industrie-Lobbyisten in politischen Ämtern, nicht an. Sie handeln gegen den Willen des Großteils der europäischen Bevölkerung. Eine Handvoll Vasallen gegen Hunderte von Millionen Bürgern. Schon heute ist allein Pioneer Dupont in 120 Ländern mit seinem GMO-Experiment aktiv. Niemand aber möchte diese Produkte wirklich im eigenen Land haben. Wie geht das? Und: Ist DAS Demokratie? Einmal auf den Feldern zugelassen, kann man diese Entscheidung so wenig revidieren wie den Entschluss, einen KomaPatienten von seinem lebenserhaltenden Maschinenpark getrennt zu haben. Was wir mit dem JA zu 1507 in der EU also erleben, ist mehr als ein Bewusstes in Kauf nehmen von Risiken, die existieren und bei Weitem noch nicht zu Ende erforscht wurden. Es geht darum, die EU auch auf dem Gebiet der Nahrung von Multis abhängig zu machen, die überwiegend aus Übersee kommen. Wobei man sagen muss, dass diese Firmen sich längst als globale Kraken betätigen, und somit auch global Geld einsammeln. Somit auch in der BRD. US-Multis sind im Kern ein Sammelbecken für Superreiche aus aller Welt. 149 Firmen. Und 85 Personen. Ein solch kleiner Kreis steckt hinter TAFTA, dem Freihandelsabkommen, das die USA gern mit der EU abschließen möchten. Tafta ist ein weiterer Akt, den souveränen Nationalstaat zu kastrieren, damit er im Verbund mit anderen Ländern zukünftig von den Interessen privater Aktienunternehmen kontrolliert werden kann. Die Menschen spüren diesen Verrat an der Demokratie, der Herrschaft über das Volk durch das Volk, haben aber immer noch nicht verstanden, dass sogenannte Protestparteien ihnen nicht helfen können. Eine Partei ist die Grundlage, um den Hebel der Korruption überhaupt effektiv ansetzen zu können. Je erfolgreicher eine Partei wird, desto mehr verabschiedet sie sich von den einstigen Idealen, die überhaupt die Gründe ihrer Existenz waren. Grüne, SPD, CDU, CSU und FDP sind so verschieden wie die Auswahl von Mittelklassewagen in der Volkswagengruppe. Der Bürger aber will immer noch nicht wahr haben, dass die äußere Hülle nur Verpackung ist, die jeglicher Berechtigung entbehrt und nur zum Kauf anregen soll. Kauf heißt Akzeptanz. Auch die Linken, die AFD oder die Piraten sind früher oder noch früher Auffangbecken für Lobbyisten aus der Industrie. Das NEIN zur ungezügelten Einwanderung in der Schweiz, die Befragung wurde auf den Weg gebracht von der SVP, muss man als das erkennen, was es ist. Ein Sonderangebot der SVP, das auch dem durch die EU-Mafia verunsicherten Schweizer Bürger suggerieren soll: WIR SIND ANDERS. Papperlapapp. Wir sind nur solange anders, solange wir UNTEN sind. "Kauf MICH, liebe Industrie", steht auf jeder Stirn von Politikern aus Parteien, die mit als radikal geltenden Positionen versuchen, sich Marktanteile in der Politik zu verschaffen. Und die, die um ihre Anteile gebracht werden, kämpfen dagegen an. In Sachen SVP gibt es in der Schweiz erste Forderungen von der politischen Konkurrenz, die Abstimmung zu wiederholen. "Das Volk sei sich nicht der Konsequenzen bewusst gewesen." All dieses "demokratische Aufbäumen" ist zum Scheitern verurteilt, denn es organisiert Macht auch weiter zentral, was Jahre in Anspruch nimmt, während die bestens verdrahteten

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KENFM ÜBER ...: MACH DIR DIE ERDE UNTERTAN! Gegner aus der Industrie schon in der Gegenwart Tatsachen schaffen. Die Parteiendemokratie ist tot, denn sie kommt permanent zu spät. Gregor Gysi beispielsweise ist ein fantastischer Redner, er hat in vielem, was er sagt, recht. Doch das war es auch schon. Seine Macht, etwas zu verändern, ist in etwa so groß wie Justin Bibers Einfluss auf die NATO-Aktivitäten. Nicht vorhanden. Und jetzt? Die EU-Bevölkerung wird sukzessive gegeneinander ausgespielt und aufgehetzt, während sie parallel von den wirtschaftlichen Eliten abgehört wird. Dezentralisierung ist das Zauberwort. Ziviler Ungehorsam. Empörung. Wir müssen sie wieder erlernen. Und kollektiv unsere Stimme erheben. Lokal. In vielen, sehr vielen überschaubaren regionalen Gruppen. Aber zusammen dennoch in der Masse. Viele Bewegungen, lose verknüpft, aber ohne konkreten Kopf. Nur so hat der Mensch überhaupt noch eine Chance, dass das, was mal als Freiheit des Individuums bezeichnet wurde, zu retten. Was wir alle zusammen überhaupt nicht haben, ist Zeit. Nur im kleinen Team haben wir eine Chance. KenFM ist Teil eines solchen Teams. Unterstützt uns. Oder lasst es. Nur, egal wie ihr euch entscheidet, es wird Konsequenzen haben. Über KenFM: KenFM ist ein freies Presseportal, eine Plattform, die bewusst das Internet als einziges das Raum Verbreitungsmedium Sendegebiet KenFM nutzt, eines für um klassische UKWpo- Radios auf den ganzen deutschsprachigen auszudehnen. steht litische Statements und aufwendig produzierte Spezialsendungen. Darüber hinaus führt KenFM jede Woche Interviews zu tagesaktuellen Ereignissen. KenFM wurde jahrelang durch GEZ Gebühren ermöglicht, stieß dabei aber immer häufiger an die Grenzen dessen, was KenFM KenFM unter wird Presheute sefreiheit verstand. elle Unterstützung der User macht KenFMs Arbeit überhaupt erst möglich. KenFM versteht sich selbst daher auch als das Portal all derer, die KenFM mit ihrem Geld den Auftrag gegeben haben, im Dreck zu wühlen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Weitere Infos und wie man KenFM unterstützen kann: http://www.kenfm.de/unterstuetze-kenfm/ ausschließlich von den Usern finanziert. KenFM geht es nicht um die Quote, sondern um Relevanz. KenFM kann heute so arbeiten, da die Redaktion ausschließlich dem User verpflichtet ist und nicht einer Intendanz mit Parteibuch. Die finanzi45

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"ICH WURDE NOCH NIE VON S T. P A U L I E N T T Ä U S C H T " Man st e l l e si c h vo r, Da f t Pu n k hätte n m it Dange r Mo us e , To m Pe tty u nd Ingo In st e r bu r g Wil l ia m Fa u l k ne rs "Th e So und and th e Fur y" ve r to n t. Doc h ke i n e A n g s t : Da s z wei t e So lo album vo n Th e e s Uh lm ann pfe ift a uf Ve rg l e i c h e . St a t t d es s en reiß t es d ie Bro o k lyn-Brid g e e in, e nth üllt e ine n ma kell o se n 1 8 -Si l b e n - Rei m u n d ei n e Single , d ie nich t we nig e r als ge ballte we stdeutsche Ges c h ic h t e z u m Ko pfnick e n und Mits inge n bie te t. E s i st al so r a n d vo l l m i t Di n g en , d ie no ch nie j e m and auf Platte ge m acht ha t. Se lb st T h e e s U h l m a n n n ic h t . Die s e r no rd d e uts ch e Ho o ligan d e r He r zen, der s e in e Ban d To m t e ü b er ei n e Dek ad e lang vo n C lub zu Club und vo n Pla tte zu Platt e g e j ag t ha t , u m d a n n 2 0 1 1 m it s e ine m e rs te n, s e lbs tbe tite lte n So loa lbum de n g an z g roß en Wu r f z u l a n d en . Wir s prach e n m it d e m Ham burg e r vor sei nem Ko n ze r t i n Ka r l s r u he a m 9 . Mä r z übe r d e rbe Cam e lto e -Spr üch e , d ie aktuellen We t t q uo t en f ü r ei n Rel eg a t io ns s pie l H SV g e ge n St. Pauli und wieso SP D-Wah l k a m pf im m er n o c h ung lam o urö s e r is t als e in Zwe itlig ad erby.

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MUSIKKOFFER: THEES UHLMAN INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: INGO PERTRAMER HANIX — Thees, es ist gar nicht so einfach, sich Fragen für dich auszudenken. Ich hab mir gedacht, wir reden erstmal über Fußball … THEES UHLMAN — Herrlich! Fußball gehört zu meinen Kernkompetenzen. HANIX — Wir haben uns sogar beim Fußball kennengelernt. 2005 hat dein Label "Grand Hotel van Cleef" im Zuge des damals erscheinenden Kettcar-Albums "Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen" zum Hallenturnier geladen. Du bist mir aufgefallen, weil Du einen Spruch über männliche Cameltoes vom Stapel gelassen hast. Deine Sporthose war sehr knapp und eng geschnitten. Feind nicht mitgespielt, weil ich drei Wochen später auf Tour gefahren bin. Wenn man sich bei so einem Spielchen einen Bänderriss zuzieht, weil ein Engländer einen umgrätscht, wäre das einfach totale Kacke. Ich ziehe meine signierte Fabian-Boll-Sporthose eigentlich nur noch zum Joggen an und bin bei Fußball schon lange nicht mehr dabei gewesen. Ich bin eigentlich nur noch passiver Fußballfan. HANIX — Noch mal zurück zum Cameltoe. Solche Sprüche fallen, wenn Männer unter sich sind. Kannst Du das nachvollziehen? Jetzt beim Reeperbahn-Festival haben wir auch Fußball gespielt gegen unsere englische Band "Young Rebel Set", und ich hab aus Feigheit vor dem THEES UHLMAN — Nee, das kann ich mittlerweile überhaupt nicht nachvollziehen. Zurzeit von Tomte hätte ich mir nie vorstellen können, gemeinsam mit einer Frau auf der Bühne zu stehen. Ich weiß gar nicht, was das für ein Impuls war, warum ich das gedacht und gesagt habe. Und THEES UHLMAN —

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MUSIKKOFFER: THEES UHLMAN - und ich sage das ohne Häme - was das mit einer Stadt wie Hamburg machen würde, wenn der HSV absteigen müsste. Das ist schon wahnsinnig interessant. HANIX — Wird es kommende Saison das große Hamburger-Zweitligaderby geben? Jetzt fragst du mich das? Ein Derby in der zweiten Liga? Das ist ja wahnsinnig frustrierend, wenn man das so hört. Aber ich glaub das nicht. Ein Freund hat bei Tipico die neuesten Quoten gecheckt. Die Quote für ein Relegationsspiel zwischen dem HSV und St. Pauli liegt bei 1,20 zu 11 Euro. Das heißt, wenn noch jemand ein bisschen Geld über hat, könnte man eine interessante Wette platzieren. THEES UHLMAN — HANIX — Gehst Du diese Wette mit? THEES UHLMAN — Nee! Wetten, das interessiert mich überhaupt nicht. HANIX — Du hast auf deinem aktuellen Album #2 einen Song, "Weiße Knöchel", über einen SPD-Wahlkämpfer aus dem Ruhrgebiet, weil Du einen Song über das unglamouröseste machen wolltest, was es momentan gibt. Hat inzwischen das Fußballfan-Dasein eines Hamburgers noch weniger Sex-Appeal? jetzt spielt bei uns mit 22 Jahren Julia Hügel in der Band. Wir fragen schon immer mal wieder nach: "Julia, ist alles in Ordnung mit unseren Witzen?" Sie sagt, "könnte ruhig noch etwas deftiger sein." Von daher muss ich sagen, dass ich diese Mann-Frau-Unterscheidung überhaupt nicht mehr hab, und deshalb vermiss ich auch nichts. Es ist total wundervoll, mit einer Frau zusammen in der Band zu spielen. HANIX — Was ist eigentlich mit dem Hamburger Fußball los? Dein Herzens-Klub FC St. Pauli ist dabei den Aufstieg in die Bundesliga zu vergeigen und der HSV ist kurz davor, nach 50 Jahren Bundesligazugehörigkeit erstmals abzusteigen. Das finde ich nicht. Ich muss wirklich sagen, dass es mir beim Fußball schon sehr um das Drama geht. Eine Stärke von Fußball ist es, einem in neunzig Minuten die gesamte Bandbreite menschlicher Emotionen darniederzulegen. Das finde ich das Faszinierende an diesem Sport. Und dass fast jeder zu Fußball eine Meinung hat. Fußball ist vielleicht nicht immer glamourös, aber Fußball ist immer irgendwie lyrisch. Das finde ich sehr schön. THEES UHLMAN — HANIX — Einer deiner Lieblingssätze kam dir zu Ohren, weil Du neuerdings auch ab und an mit HSVern abhängst. Ein hardcore HSV-Fan, mit dem Du in einer Kneipe saßt, sagte den schönen Satz: "Das Einzige, was ich meinen Kindern zu vererben habe, ist ein guter Ruf in schlechten Kreisen." Daraus ist der Song "Kaffee und Wein" entstanden. Kann also doch etwas Produktives dabei herauskommen, wenn in Hamburg die Fußballkräfte gebündelt werden? Was da los ist, weiß ich auch nicht so richtig. Im Fußball ist das ja fast auch ein bisschen so, wie die gesamtdeutsche Wirtschaft funktioniert. Nämlich, dass der Norden etwas ärmer ist als der Süden. Ich muss ja sagen, dass mich am meisten beim Fußball die Kultur und das Bier interessieren. Und ich finde das faszinierend THEES UHLMAN — Ich könnte jetzt auch den Rest der Zeit auf Indie-Konzerten verbringen, immer mit den gleichen Leuten rumhängen. Wir könnten uns dann immer gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie okay doch unsere kleine Welt ist und wie wahnsinnig gut unsere Meinung. Das interessiert mich aber nicht. Mich interessiert es, mich mit THEES UHLMAN —

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MUSIKKOFFER: THEES UHLMAN einer alten Frau zu unterhalten an der Supermarktkasse und was sie zu erzählen hat. Das ist mein Faszinosum. Solange so eine Form von Rivalität, wie zwischen dem HSV und St. Pauli, eine gewisse spielerische Ebene nicht verlässt, ist die wahnsinnig gut. Aber sobald das in den Bereich von Gewalt reingeht, ist das natürlich strafenswert. Da draußen sind auf jeden Fall super Leute, von denen man gar nicht denken würde, dass das super Leute sind. Dazu gehören auch HSVer. HANIX — Momentan bist Du mit deiner Band auf dem zweiten Teil deiner Album-Tour, unter anderem auch am 9. März im Substage in Karlsruhe, unterwegs. Auch als Fußballfan bist Du mit dem FC St. Pauli auswärts gefahren. In deinem Song für den FC St. Pauli "Das hier ist Fußball", den Du zu Drittligazeiten geschrieben hast, heißt es: "Die Bayern besiegt, in Chemnitz verloren." War Auswärtsfahren als St. Pauli-Fan nicht frustrierend und anstrengend? Ja, aber das ist doch auch Teil der Übung, dass "St. Pauli"-Fan sein eben frustrierend und anstrengend ist. Da überlegt man sich: Wie ist denn das als Bayern-Fan wohl? Nach Arsenal fahren und dann dort 0:2 gewinnen, das ist für die schon ein emotionaler Höhepunkt. Ich kann mich noch wahnsinnig gut erinnern, als St. Pauli Bayern in der Bundesliga geschlagen hat. Dann sind wir zweimal hintereinander abgestiegen und verlieren plötzlich in Chemnitz! Da wird eben die gesamte Bandbreite menschlicher Emotionen durchlebt. Und das ist eine Sache, die ich sehr cool finde. THEES UHLMAN — HANIX — Dein Song "Das hier ist Fußball" wurde eine Ode an den FC St. Pauli. Eigentlich nur als Beitrag für einen Übersteiger-Sampler gedacht, läuft das Lied heute am Millerntor und die Kurve singt mit. Was bedeutet dir das? Vor den Spielen läuft immer "Das Herz von St. Pauli". "Das hier ist Fußball" ist zwei-, dreimal gespielt worden, wenn Spieler verabschiedet wurden. Als THEES UHLMAN —

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MUSIKKOFFER: THEES UHLMAN Rockmusiker kann man viel mehr nicht erreichen. Wenn so eine große Gruppe mein Lied auswählt und sagt "Hey, das ist der Song, den wir hören möchten!" Das ist natürlich einfach ein wunderschöner Erfolg und ganz, ganz toll. HANIX — Von dir stammt der Satz: "Nur Musik und St. Pauli sind die einzigen Konstanten, die einen begleitet haben und begleiten." Warum sind Fußball und der FC St. Pauli so wichtige Konstanten in deinem Leben? Das ist eine schwierige Frage. Fußball und St. Pauli mag ich ja sehr gerne, und ich weiß, wie man sich in diesen Milieus bewegt. Ich wurde noch nie von St. Pauli enttäuscht. Meine Emotion ist dazu immer gleich geblieben. Das ist halt eine Sache, die liebe ich. Bei Musik ist es dasselbe. Ich weiß um die Dinge, die da passieren werden, und das wird mich zufrieden machen. THEES UHLMAN — HANIX — Deine Soloalben und auch die Texte unterscheiden sich deutlich von den Tomte-Liedern. Angenommen, Du wärst zum Einen ein Fußballverein und abgekoppelt davon Fan von diesem Verein. Würde dir die Entwicklung, die der Verein in den letzten Jahren durchgemacht hat, gefallen oder würdest Du dir die alten Zeiten zurückwünschen? Nee, das würde mir gefallen. Als ich den Plan hatte, diese Solosache zu machen, war das nach 18 Jahren Tomte einfach Zeit. Ich hatte ein musikalisches Sabbatjahr geplant und habe irgendwann Bock auf eine Soloplatte bekommen. Ich habe dann ganz simpel Tobias Kuhn gefragt, ob er Lust hat, mir zu helfen? Da er auch nicht richtig was zu tun hatte, sind wir, um bei der Fußball-Analogie zu bleiben, zusammen ins Trainingslager gefahren. Wir haben gemerkt, dass es immer noch wahnsinnig Spaß macht, zu spielen. Wir sind also zusammengesessen und haben uns eine neue Taktik ausgedacht, und Tobias sagt "Schreib doch mal was übers Dorf". Ich dachte, dass das keinen interessiert, im Sinne von "Das spielt doch keiner". Alle reden doch immer nur von Berlin, wie gut oder wie schlecht das dort ist. Und dann wollten die Leute plötzlich diese Dorfgeschichte hören, und ich hab damit Erfolg gehabt wie noch nie in meinem ganzen Leben. Aber wirklich aus Unschuld und aus Spielfreude heraus. Das hat mir gut gefallen. Und deswegen gefällt mir die Entwicklung auch. Durch Liebe und durch Unschuld zum Erfolg! So würde ich das fußballanalytisch zusammenfassen. THEES UHLMAN —

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" M I T U N S H AT N O C H K E I N O B - K A N D I D AT GESPROCHEN" INTERVIEW: SASCHA WARTHA FOTOS: MEHMET FILIZ

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KULTURBEUTEL: R ALPH UND ALEXANDR A MUNZ Län g st ha b en d ie Sp i t zenk and id ate n d e r be vo rs te h e nd e n Obe rbürgerme i st e r -Wa h l d a s Th em a " Hip Is land als To pth e m a d e r j ung e n Menschen i n He i l b ro n n " f ü r s ic h en t de ck t. Nur auf d ie Id e e e inm al g e m e insa m mi t de n b e i d en Bet rei b er n R a l p h und A le xand ra Munz pe rs ö nlich zu sp rechen, kam n o c h k ei n er d er K a n did ate n. Für uns Gr und g e nug, d ie s e Auf ga be zu übe rne h m e n. Wi r t r a f en u n s i m " Pea r l s and Diam o nd " m it d e m Hip-Is land -Ehep a a r zum Ge sp r ä c h ü b er ein en Bürg e rm e is te r, d e r d e n Stro m s te ck e r zieht, Rei ki m it Mit a r b eit ern und d ie Zuk unft d e r Strand bar. HANIX — Ralph und Alexandra. Wie ging es für euch in Heilbronn mit einer eigenen Gastronomie los? ALEXANDRA MUNZ — Da sollte erst einmal der Ralph etwas erzählen, der hat damit früher angefangen. RALPH MUNZ — Also mein erstes gastronomisches Projekt gemeinsam mit einem damaligen Partner war 1990 das Caipirinha. Das Konzept hinter dem damaligen Caipi schien für das Heilbronn dieser Zeit jedoch etwas abstrakt, deshalb entschieden wir uns nach einer gewissen Zeit es weiter zu vermieten. Darauf folgte der Intershop, den ich gemeinsam mit zwei Partnern führte. Im Laufe der Zeit wurde der Intershop zum heutigen Green Door umfunktioniert. Aus der Geschichte des Green Doors entstand dann das Green Door Day. Das war wirklich ein Schuss in den sogenannten Ofen. ALEXANDRA MUNZ — Das Green Door Day ist in Schönheit gestorben. RALPH MUNZ — Ja, das kann man wirklich so behaupten. Allerdings kam dann im gleichen Jahr unser Freund Thomas Aurich und bot uns beiden das Hip Island an. Und während dieser Hip-Island-Zeit nahm ich mir auch noch die Neckarlust für ein paar Jahre dazu, bis diese ja dann bekanntlich abgerissen wurde. HANIX — Wie kam es dazu das die Stadt ein Interesse daran hatte, solch ein Projekt dort zu installieren und zuzulassen? Das Hip hat ja seinen Namen vom "Heilbronner Initiative Projekt", so wird das Baugebiet rund um die Location betitelt. Die Idee hinter dem Hip Island sah ja vor, das ganze Baugebiet etwas bekannter zu machen. RALPH MUNZ — HANIX — Das Hip Island gibt es nun seit 10 Jahren. RALPH MUNZ — Genau, wir befinden uns nun mit dem Hip Island im elften Jahr. 2004 haben wir wie die Jungfrau mit dem Kind begonnen. Es waren ja auch zwei andere Interessenten im Rennen um das Hip Gelände. Denen war das Objekt dann aber schlussendlich zu groß und kurz vor dem Sommer bekamen wir beide den Zuschlag dafür. Anfangs bekamen wir 100 gesponsorte Liegestühle und 1000 Tonnen Sand. Dann ging es los.

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KULTURBEUTEL: R ALPH UND ALEXANDR A MUNZ Wir haben wirklich ganz klein und quasi mit nichts angefangen, sahen aber von Beginn an die Chance uns mit diesem Projekt zu verwirklichen. Jahr für Jahr, Schritt für Schritt. RALPH MUNZ — Von Anfang an hatten wir ein gutes Gefühl bei der Sache, denn wir haben gemerkt das es uns sehr gut gefällt ein Stück Urlaub zu verkaufen. Meine Vertreter Termine in Flip Flops abzuhalten, traf schon genau meinen Geschmack. ALEXANDRA MUNZ — HANIX — Welche Rolle spielt Diginights innerhalb der Veranstaltungsstruktur? Der verstärkte Einfluss von Diginights kam dadurch zustande, dass sich im dritten oder vierten Hip-Island-Jahr die einzelnen Veranstalter begannen, sich untereinander zu zerstreiten. Dabei ging es hauptsächlich um die Terminvergabe, der eine hatte immer einen Bomben Freitag, beim anderen hat es ständig geregnet. Wenn du eine Outdoor Gastronomie führst, ist das Wetter natürlich eine schwer vorauszusehende Komponente. Auch wenn du nach bestem Gewissen alle gleichbehandeln willst, gestaltet es sich schwierig jedem die gleichen RALPH MUNZ — Voraussetzungen zu bieten. Als wir nach dem Umzug des Hips neu eröffneten, kam unsere langjährige Freundschaft zu Heiko Kreiter und Steffen Wilke zum Tragen. Wir beauftragten sie damit, sich um die Veranstaltungen und das Marketing zu kümmern. Alexandra und ich hatten mit der Entwicklung und dem Erhalt der Location alle Hände voll zu tun. ALEXANDRA MUNZ — Es ist wirklich eine angenehme Zusammenarbeit mit den beiden. Das funktioniert Hand in Hand. Die wissen natürlich auch, was die jungen Gäste wollen. Wenn wir plötzlich Veranstaltungen mit unserem eigenen Musikgeschmack machen würden, wäre die Frage, ob dann überhaupt jemand kommt. HANIX — Ihr führt ja als Ehepaar gemeinsam einen Gastronomischen Betrieb. Fluch oder Segen? Also grundsätzlich sehen wir ja einen Sinn einer Partnerschaft darin, sich zu ergänzen. Das ist bei uns ganz sicher der Fall. Darüber hinaus brachte Alex ja auch Ihre Interessen mit ins Spiel und durch Ihre spirituelle Arbeit rund um das Thema Reiki wuchs schlussendlich auch das Vertrauen und das Verhältnis zu unseren Angestellten. RALPH MUNZ —

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KULTURBEUTEL: R ALPH UND ALEXANDR A MUNZ Wir wollen nicht nur als Chefs wahrgenommen werden, sind im Laufe der Jahre auch zu einer Art Ersatzfamilie geworden. Es ist ein ganz tolles Miteinander entstanden, alles ist im Fluss und wir sind ein ganz ausgeglichener Haufen. Dank meiner Frau. ALEXANDRA MUNZ — Dank uns! RALPH MUNZ — Das war jetzt die ultimative Lobhudelei. Ist hier ein Zimmer frei? HANIX — Ohne viele fleißige Helfer ist ein solch großes Objekt sicher nur schwer zu betreiben. Ja, inklusive der Parkplätze misst das Hip Island ca. 3000 qm und beschäftigt ca. 40 Aushilfen ohne die das Ganze überhaupt nicht zu stemmen wäre. Denen gilt unser Dank. Wir sind sehr stolz darauf mit so einem Team arbeiten zu dürfen, ein ähnliches vertrautes Miteinander hatten wir seither nicht. RALPH MUNZ — HANIX — Nach dem Abriss der Neckarlust folgt nun 2015 auch das Aus für das Hip Island an diesem Standort. Warum? Nun ja, da muss man ehrlich sein. Von Beginn an stand immer das Temporäre im Vordergrund, es gab nie dieses langfristige Versprechen von Seiten der Stadt. Es ging seither eigentlich immer um eine Verlängerung des Pachtvertrages um zwei weitere Jahre. Für uns hat es sich dennoch angefühlt, als das es weitergehen muss, denn das Hip Island hat ja definitiv seine Daseinsberechtigung in Heilbronn nachgewiesen. Das Aus für 2015 rührt jetzt daher, dass die gefühlt erst kürzlich erbaute Karl-Nägele-Brücke von zwei Spuren auf drei Spuren erweitert wird. Für diese Umbaumaßname wird ein gutes Stück des Hip-Island-Geländes benötigt, vorerst als Baumaschinen Parkplatz. RALPH MUNZ — HANIX — Wie habt Ihr euch darauf vorbereitet? Hip Island durch die Spitzenkandidaten aufgegriffen. Wie steht Ihr dazü Es begannen schon vor ein paar Jahren erste Gespräche mit der Stadt, dem Verpächter und Vertretern des Baurechtsamtes um den Erhalt des Hip Islands und mögliche Ausweichplätze. Wir sind der Überzeugung, dass das Hip Island mit seiner überregionalen Bedeutung von öffentlichem Interesse ist und weiter bestehen muss. Wir sind um eine Lösung des Problems bemüht. RALPH MUNZ — HANIX — Im Zuge der bevorstehenden Oberbürgermeister Wahl in Heilbronn wurde nun ja auch das Thema Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite kann uns diese öffentliche wie auch mediale Präsenz natürlich helfen, dass die Leute mitbekommen, wie wieder ein Gastronomiebetrieb der Gefahr unterliegt zu verschwinden und diese Entwicklung als Problem ihrer Stadt erkennen. Der Junge Heilbronner hat ja durch seine Stimmberechtigung für die OB-Wahl ein Mitbestimmungsrecht und kann ganz klar seinen Einfluss auf die Geschehnisse, wie zum Beispiel das Thema Hip Island, geltend machen. Wir haben rund Zwanzigtausend Facebook-Fans, davon vielleicht 25 Prozent aus Heilbronn. Das macht fünftausend Wahlberechtigte Stimmen, die einem Kandidaten winken, der sich zu diesem RALPH MUNZ —

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KULTURBEUTEL: R ALPH UND ALEXANDR A MUNZ HANIX — Versucht Ihr wiederum das zu eurem Vorteil zu nutzen, anstatt es einfach über euch ergehen zu lassen? Natürlich. Wir haben uns dazu entschlossen und damit begonnen auf unserer Facebook-Seite alle Informationen rund um die Kommentare der Politiker zusammenzutragen, um somit auch als eine große Stimme für die Bürgermeister-Wahl wahrgenommen zu werden. Vielleicht wird es ja eine hauchdünne Entscheidung zugunsten des einen oder anderen Kandidaten werden, da sind ein paar Tausend Stimmen aus dem Hip-Island-Lager sicher von Vorteil. Aber diese Menschen werden dann letztendlich den neuen Oberbürgermeister beim Wort nehmen. Dann wird man sicher sehen, was das im Vorfeld kolportierte Interesse am Hip Island wirklich wert ist. Ob es reine Lippenbekenntnisse waren oder sich tatsächlich für uns eingesetzt wird. RALPH MUNZ — HANIX — Wie geht es euch im Zuge dieser Planungsunsicherheit? Macht Ihr euch ernsthaft sorgen um eure zukünftige Existenz? Thema passend positioniert. Es ist für uns leider nicht auszuschließen, dass es den Kandidaten hierbei um eine Partition an unserer immensen Facebook-Gewalt als gastronomischer Betrieb in Heilbronn geht und weniger um ihr vorhandenes Interesse dem "Hip Island als Topthema der jungen Menschen in Heilbronn" eine gesicherte Existenz zu bieten. Man kann es schwer beurteilen. Aber es ist schon merkwürdig, das sich im Zuge dieser Thematik als Bestandteil des Wahlkampfes noch überhaupt keiner der Kandidaten bei uns gemeldet hat um einmal persönlich mit uns Betreibern das Thema zu erörtern. Aber es soll eines ihrer Topthemen sein. HANIX — Birgt es für euch auch Gefahren plötzlich als Wahlkampfthema aufgegriffen zu werden? Wir spüren einen enormen Antrieb begünstigt durch unsere Mitarbeiter und unser Team, unsere grundsätzlich positive Einstellung und unsere Fantasie. Wenn es für uns auch noch nicht genau feststeht, wie es mit dem Hip Island und in dieser Verbindung natürlich auch uns weitergeht, sind wir doch der festen Überzeugung, dass man erntet, was man gesät hat. Und da spüren wir absolutes Vertrauen, dass alles irgendwie gut wird. Wie auch immer. RALPH MUNZ — Wir haben da ja etwas im Auge, einen neuen Standort. Aber ungeachtet der Zusage diesen zu bekommen, stehen in der Folge natürlich wieder diverse Gutachten an. Zum Beispiel ein Umweltgutachten, welches mit seinen unterschiedlichen Maßstäben in seiner Bewertung sicher manchmal nur schwer nachzuvollziehen ist. ALEXANDRA MUNZ — HANIX — Jetzt geht das Hip Island wie wir es kennen in seinen letzten Sommer. Kribbelt es schon nach der Winterpause? Man sollte da schon über den Tellerrand hinaus schauen können. Je größer dieses Thema aufgebauscht wird, desto größer ist auch die Gefahr zweier Lager. Diejenigen, die das Hip Island erhalten haben möchten und die, die mittlerweile etwas genervt aufgrund der Allgegenwärtigkeit des Problems reagieren. Das hatten wir ja schon einmal, bei "Stirbt die Laube, stirbt Heilbronn". Ein Bürgermeister einer Stadt dieser Größe hat ja schließlich wichtigere Aufgaben als sich mit all seiner Kraft um den Erhalt einer Bar zu kümmern. RALPH MUNZ — Ja, das kann man sagen. Es ist jedes Jahr das gleiche. Wir ballern eigentlich jedes Jahr zur Eröffnung unser komplettes Budget auf den Kopf, indem wir uns etwas neues Einfallen lassen und unserer Kreativität freien Lauf lassen. Es macht total Spaß die Ergebnisse anschließend zu sehen und mitzuerleben, wie sich die Gäste darin wieder wohlfühlen RALPH MUNZ —

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KULTURBEUTEL: R ALPH UND ALEXANDR A MUNZ

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KULTURBEUTEL: R ALPH UND ALEXANDR A MUNZ Dieses Jahr geben wir auch wieder Vollgas und investieren mit Freude. Es wird auf jeden Fall viel gemalt werden. Wir haben ja für jede Saison die Aufgabe eine neue Konzession zu beantragen und auch genehmigt zu bekommen. Bei uns kommt jedes Jahr aufs Neue das Ordnungsamt und nimmt den Laden ab. Das läuft hier nicht wie bei einem "normalen" gastronomischen Betrieb. Das ist jedes Mal aufs Neue sehr spannend und es muss einfach vieles beachtet werden. Das Objekt muss immer tipptopp dastehen, das ist klar.. RALPH MUNZ — Eine gewisse Routine hat sich mit den Jahren natürlich schon für das Amt und auch für uns eingestellt. Trotzdem gilt natürlich die Maxime, nicht nachzulassen. ALEXANDRA MUNZ — HANIX — Stellvertretend für zehn erfolgreiche Jahre Hip Island: Welche Abende oder Situationen im Hip Island sind für euch unvergesslich? Ja genau, da gibt’s doch diese Videos. Da kriege ich heute noch Gänsehaut, wenn ich die sehe. Das war Sommer, Sonne, Urlaub, Gemeinschaft. Das ganze Paket. Oder die unzähligen Stromausfälle. Einmal, beim sogenannten Neckarfest kam der Oberbürgermeister persönlich, um den Stromstecker zu ziehen und somit die Veranstaltung für beendet zu erklären. Das ließ er sich nicht nehmen, das Selbst zu tun. Dagegen sind die Treffen mit diversen Promis natürlich schon eine angenehme Sache, die hängen bleiben. RALPH MUNZ — HANIX — Wie schlagen sich denn Schlechtwetterperioden auf euer Gemüt nieder? Wir sind da eigentlich ganz entspannt, denn wir haben akzeptiert, dass wir das Wetter nicht beeinflussen können. Also heißt es: Aussitzen, sich was Gutes tun wie Saunieren zum Beispiel. ALEXANDRA MUNZ — Es gibt ja auch Phasen, da wünschst du dir mal einen Regentag nach drei Wochen extremer Hitze. Allein schon für unsere Mitarbeiter, das die sich mal erholen können. Denn es schlaucht ganz schön, den ganzen Tag durch den Sand zu laufen. Das können wir euch sagen. RALPH MUNZ — HANIX — Abschließend noch von euch an die HANIX Leser ... Also ich werde nie das gemeinsame Essen mit dem US-Rapper Redman vergessen, der praktisch seine zehn Jünger wie beim Abendmahl um sich versammelte und wir gemeinsam einen Mega Abend hatten. ALEXANDRA MUNZ — Oder unser peruanischer Kühlschrank. Ein LKW fuhr eines Tages über ein Kabel das sich für die komplette Stromversorgung unserer Eis- und Kühlschränke verantwortlich zeigte und sorgte damit natürlich für den Mut zur Improvisation. Du kannst ja nicht einfach die Veranstaltung abblasen. Einer unserer früheren Mitarbeiter war Peruaner und schlug vor, Müllsäcke mit Eis zu füllen und somit für ausreichend kühle Temperatur zu sorgen. Das war die Geburt der peruanischen Kühlschränke. Das ist toll, wenn du plötzlich ein Problem hast, das alle gemeinsam lösen und es doch irgendwie funktioniert. War ein toller Abend. Oder die erste "DJ Hell"-Party, damals noch auf dem alten Hip Gelände. RALPH MUNZ — Wir möchten jedenfalls diese Möglichkeit nutzen, um uns bei Jakob Dongus, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Heilbronner Jugendgemeinderats für seine Arbeit im Zuge des Wahlkampfthemas Hip Island, zu bedanken. Dazu auch ein dickes Dankeschön an meinen Vater, der an mich glaubt und mich dadurch sehr unterstützt. ALEXANDRA MUNZ — Unserer Familie, und dazu zählen wir auch unser Team und unsere Freunde, gebührt im Allgemeinen der größte Dank. Für uns als Ehepaar ist es natürlich eine große Aufgabe, die Balance zwischen uns zu erhalten. Da sind wir sehr stolz drauf, dass uns das so gut gelingt. RALPH MUNZ — Und an das HANIX-Magazin: Danke, dass uns auch mal jemand fragt! RALPH MUNZ —

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M I T TAGS T ISC H T E ST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KÜHNLE We r ke n n t d a s Pro b l em n i c ht : Mittags paus e - abe r wo h in zum E s s e n. Desha lb ha b e n w i r u n s d a z u en t s c hl o s s e n, e ine n re gio nale n Mittag s tis ch -Te s t zu sta r ten. Diesmal w aren wir i m B E N I S S I M O in d e r Go ttlie b-Daim le r-Stras s e im Hei lbronne r Ge we r b e g eb iet . Get es t et wurd e ne be n d e m Ge s ch m ack auch d ie Geschwi ndi gk e i t , di e Freu n d l i c hk eit d es Se r vice -Pe rs o nals , natürlich d e r Pre is und a uch di e indi v i due l l e n Eig en hei t en d er L o k alität. Im Te s t h abe n wir uns für d as umgekehr te Sc h u l n ote n- Sy s t em en t s c hied en. Das be d e ute t, d as s d ie 6,0 d ie Hö chstnote i st.

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THEODOR HEUSS UND DIE KUNST De r i n Br a c k e n h e i m n a h e He i l b ro n n g e b o re n e T h e o d o r He u s s ( 1 8 8 4 1 9 6 3 ) h a t w i e k e i n a n d e re r d e u t s c h e r Po l i t i k e r m i t s e i n e r Pe r s ö n l i c h k e i t i n Ge s e l l s c h a f t , Ku l t u r u n d Me d i e n m a rk a n t e Sp u re n h i n t e r l a s s e n u n d Ma ß s t ä b e g e s e t z t . Bi s l a n g ö f f e n t l i c h we n i g e r b e k a n n t i s t s e i n e l e b e n s l a n g e Be s c h ä f t i g u n g m i t Ku n s t u n d Kü n s t l e r n . Di e s e m e n g e n Ve r h ä l t n i s w i d m e t s i c h d i e Au s s t e l l u n g " T h e o d o r He u s s u n d d i e Ku n s t " a n l ä s s l i c h d e s 5 0 . To d e s t a g e s u n d 1 3 0 . Ge b u r t s t a g s vo n He u s s . De r k u r a t o r i s c h e A n s a t z i s t u n g e w ö h n l i c h , d e n n n e b e n Ze i c h n u n g e n vo n He u s s s e l b s t s i n d u . a . We rk e vo n K ä t h e Ko l l w i t z , Ma x L i e b e r m a n n , Ge r h a rd Ma rc k s , Re i n h o l d Nä g e l e , Ha n s Pu r r m a n n u n d A l b e r t We i s g e r b e r z u s e h e n . Di e S c h a u ve re i n t n e b e n Ge m ä l d e n , Sk u l p t u re n , Ze i c h n u n g e n u n d Aq u a re l l e n a u c h Mö b e l , Ge b r a u c h s g r a f i k , Br i e f e u n d Ma n u s k r i p t e . Di e Me h r z a h l d e r Ex p o n a t e b e f a n d s i c h i m Be s i t z vo n T h e o d o r He u s s u n d s e i n e r Fr a u El l y. Vo n Be g i n n s e i n e r p u b l i z i s t i s c h e n u n d p o l i t i s c h e n K a r r i e re a n w a r He u s s Fre u n d , We g b e g l e i t e r o d e r K r i t i k e r vo n Kü n s t l e r n u n d Ge s t a l t e r n , w i e R i c h a rd R i e m e r s c h m i d . Er s c h r i e b Au s s t e l l u n g s b e r i c h t e u n d Ku n s t k r i t i k e n s ow i e Be i t r ä g e ü b e r A rc h i t e k t u r u n d De s i g n . Na c h d e m Er s t e n We l t k r i e g w i rk t e He u s s ü b e r e i n Ja h r ze h n t a l s Ku l t u r f u n k t i o n ä r f ü r d e n De u t s c h e n We rk b u n d u n d n a c h d e m Zwe i t e n We l t k r i e g a l s " Ku l t m i n i s t e r " i n Wü r t t e m b e r g - Ba d e n . A l s e r s t e r Pr ä s i d e n t d e r Bu n d e s re p u b l i k De u t s c h l a n d e r l a n g t e e r g ro ß e Po p u l a r i t ä t u n d w u rd e vo n v i e l e n Kü n s t l e r n p o r t r ä t i e r t . Zu d e m w a r He u s s ze i t l e b e n s l e i d e n s c h a f t l i c h e r Ze i c h n e r u n d n a n n t e s i c h s e l b s t m i t s c h w ä b i s c h e m Un d e r s t a t e m e n t e i n e n " ve r g n ü g t e n Di l e t t a n t e n " . Di e s e u n t e r s c h i e d l i c h e n T h e m e n b e re i c h e ve r vo l l s t ä n d i g e n d a s Bi l d d e s Bi l d u n g s b ü r g e r s T h e o d o r He u s s u n d ze i g e n s e i n e Üb e r ze u g u n g u n d Mo t i va t i o n , e i n e r b re i t e n Be vö l k e r u n g d e n We g z u Ku n s t u n d Ku l t u r z u e rö f f n e n . Zu g l e i c h w a re n s e i n e m k u n s t p ä d a g o g i s c h e n Wi rk e n Gre n ze n g e s e t z t : He u s s s t a n d d e r Mo d e r n e s k e p t i s c h g e g e n ü b e r, s e i n Ku n s t ve r s t ä n d n i s w a r vo m Na c h i m p re s s i o n i s m u s u n d d e r Se ze s s i o n s b e we g u n g g e p r ä g t . 62 DIE AUSSTELLUNG WURDE MASSGEBLICH UNTERSTÜTZT VOM FAMILIENARCHIV HEUSS, BASEL, SOWIE DER STIFTUNG BUNDESPRÄSIDENT-THEODOR-HEUSSHAUS, STUTTGART. EIGENS FÜR DIESE PRÄSENTATION HABEN PROMINENTE LEIHGEBER, DARUNTER DAS MUSEUM FOLKWANG ESSEN, DAS MUSEUM LUDWIG KÖLN, DAS DEUTSCHE LITERATURARCHIV MARBACH SOWIE DAS KUNSTMUSEUM UND DIE STAATSGALERIE STUTTGART INSGESAMT 140 WERKE ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. INFO

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KUNSTREGION: THEODOR HEUSS UND DIE KUNST Oskar Kokoschka, Porträt Bundespräsident Theodor Heuss, 1950, Museum Ludwig, Köln

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KUNSTREGION: THEODOR HEUSS UND DIE KUNST Theodor Heuss, Partie im alten Kirchhof Heilbronn, 1901, Familienarchiv Heuss, Basel

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KUNSTREGION: THEODOR HEUSS UND DIE KUNST Albert Weisgerber, Porträt Theodor Heuss, 1905, Familienarchiv Heuss, Basel

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KUNSTREGION: THEODOR HEUSS UND DIE KUNST 1960, Bernhard Heiliger, Porträt Theodor Heuss, Land Baden-Württemberg, Ministerium für Finanzen und Wirtschaft,

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KUNSTREGION: THEODOR HEUSS UND DIE KUNST Liebermann, Gartenlokal an der Havel, 1912, Privatbesitz

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" E I N N E U E S F O RU M F Ü R D I E U R B A N E K U N S T " Gr a f f i t i u n d St re e t A r t s t e l l e n e i n e d e r l e b e n d i g s t e n u n d e i n f l u s s re i c h s t e n Ju g e n d k u l t u re n d e r We l t d a r. Do c h n i c h t s e l t e n we rd e n d i e Ku n s t we rk e a n Wä n d e n i m ö f f e n t l i c h e n R a u m k r i t i s c h b e ä u g t , s t e l l e n s i e d o c h e i n e n i l l e g a l e n Ei n g r i f f i n d e n St a d t r a u m d a r. In d e n l e t z t e n Ja h re n h a t s i c h d a s Bi l d d e r u r b a n e n Ku n s t , w i e b e i d e S ze n e n z u s a m m e n g e f a s s t we rd e n , a l l e rd i n g s g e w a n d e l t : Ur b a n A r t f i n d e t i m m e r m e h r Be a c h t u n g a u f d e m Ku n s t m a rk t , b e i Sa m m l e r n u n d Ku n s t i n t e re s s i e r t e n a l l e r C o u l e u r u n d h ä l t m i t t l e r we i l e a u c h we l t we i t i n Ga l e r i e n Ei n z u g . In St u t t g a r t e rö f f n e t d a h e r a m 1 . Mä r z vo n 1 9 – 2 3 U h r d i e U R B A N A RT G A L L E RY u n d b i e t e t s o m i t e i n e n n e u e n Ho t Sp o t f ü r d i e Ku n s t vo n d e r St r a ß e . DIE AUSSTELLUNG IST BIS ZUM 29. MÄRZ 2014 ZU SEHEN. Ze n t r a l g e l e g e n i n d e r St u t t g a r t e r St a d t m i t t e u n d a u f i n s g e s a m t r u n d 3 0 0 q m Au s s t e l l u n g s f l ä c h e s o l l e n k ü n f t i g n a t i o n a l e w i e a u c h i n t e r n a t i o n a l e Kü n s t l e r e i n e Pl a t t f o r m b e k o m m e n u n d i h re We rk e p r ä s e n t i e r t we rd e n . " Wi r w o l l e n d a m i t d i e Lü c k e s c h l i e ß e n , d i e z w i s c h e n d e m e t a b l i e r t e n Ga l e r i e b e t r i e b u n d d e r Su b k u l t u r e x i s t i e r t u n d d i e u r b a n e Ku n s t vo r a l l e m a u c h a u ß e r h a l b d e s i l l e g a l e n Mi l i e u s s t ä rk e r i n d e r Ku n s t - u n d Ku l t u r s ze n e ve r a n k e r n " , k o m m e n t i e re n d i e b e i d e n Gr ü n d e r d e r U R B A N A RT G A L L E RY, d e r St u t t g a r t e r Kü n s t l e r Ma rc C Wo e h r u n d d e r Gr a f i k d e s i g n e r Da n i e l Un g e r, b e i d e s e l b s t s e i t ü b e r z we i Ja h r ze h n t e n i n d e r S ze n e a k t i v.

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KUNSTREGION: URBAN ART GALLERY Zi e l i s t e s d i e U R B A N A RT G A L L E RY z u r e r s t e n Ad re s s e f ü r u r b a n e , ze i t g e n ö s s i s c h e Ku n s t i n Sü d d e u t s c h l a n d z u m a c h e n . Di e U R B A N A RT G A L L E RY p o s i t i o n i e r t s i c h b e w u s s t a u ß e r h a l b d e s i l l e g a l e n Mi l i e u s u n d d e r Ju g e n d ze n t re n u n d p r ä s e n t i e r t i n t e r n a t i o n a l b e k a n n t e Kü n s t l e r i n n e n u n d Kü n s t l e r. Gl e i c h ze i t i g b i e t e t s i e Fre u n d e n u n d Sa m m l e r n vo n u r b a n e r Ku n s t e i n e Pl a t t f o r m z u m Sa m m lungsaufbau und -ausbau. Un t e r d e m Be g r i f f d e r Ur b a n A r t we rd e n ve r s c h i e d e n e Ku n s t r i c h t u n g e n ve re i n t , d i e i h re Wu r ze l n i m ( Po s t - ) Gr a f f i t i , d e r St e n c i l A r t o d e r a l l g e m e i n d e r St re e t A r t h a b e n . Si e we i s t m i t t l e r we i l e e i n we i t re i c h e re s Vo k a b u l a r a u f u n d k a n n i n i h re r Ba n d b re i t e , Au s d r u c k s f o r m e n u n d Te c h n i k e n s e h r v i e l f ä l t i g s e i n . L ä n g s t s i n d d i e Gre n ze n z w i s c h e n e t a b l i e r t e r u n d s u b k u l t u re l l e r Ku n s t f l i e ß e n d , w o d u rc h e i n e g e g e n s e i t i g e Be f r u c h t u n g s p ü r b a r w i rd .

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KUNSTREGION: URBAN ART GALLERY Ne b e n d e r Ga l e r i e e rö f f n u n g s t a r t e t a n d i e s e m Ta g a u c h d i e e r s t e Au s s t e l l u n g " U R B A N P L AYG RO U N D " . Di e Be s u c h e r e r w a r t e n r u n d 5 0 We rk e vo n i n t e r n a t i o n a l b e k a n n t e n Kü n s t l e r n , u . a . 1 2 3 K l a n , Vi s e On e , Ma rc C . Wo e h r u n d S T F Mo s c a t o. Da s K re a t i v s t u d i o 1 2 3 K l a n ( Mo n t re a l ) w u rd e 1 9 9 2 i n Fr a n k re i c h vo n e i n e m d e r b e k a n n t e s t e n f r a n zö s i s c h e n Gr a f f i t i - Pa a re , S c i e n u n d K l o r, g e g r ü n d e t . Wo l f g a n g U h l i g a l i a s V I S Eo n e , i s t e i n In t e r n a t i o n a l b e k a n n t e r De s i g n t oy - Kü n s t l e r ( Vi n y l Toy s ) , d e r u r s p r ü n g l i c h a u s d e r Gr a f f i t i - S ze n e k o m m t . Di e A r b e i t e n vo n Ma rc C Wo e h r ( St u t t g a r t ) w u rd e n b e re i t s i n t e r n a t i o n a l a u f g ro ß e n Ku n s t m e s s e n g e ze i g t , u . a . i n L o n d o n , Ma i l a n d , L o s A n g e l e s u n d Wa s h i n g t o n D C . Da r ü b e r h i n a u s s i n d We rk e vo n S T F Mo s c a t o ( Ma r s e i l l e ) , Ju l i a h ( St u t t g a r t ) , Pe t e r Ha u e r ( St u t t g a r t ) , St a n i t h e Gi a n t ( Au g s b u r g ) , Ol e K i o s k ( St u t t g a r t ) , Ma rc o Hü h n ( Au g s b u r g ) , Di n g o ( St u t t g a r t ) , Ph i xe 2 1 ( St u t t g a r t ) , Se b a s t i a n Wo l f ( Ma rk t o f f i n g e n ) , Fre rk ( St u t t g a r t ) , L i n n c h ( Be l g r a d ) , K D P ( St u t t g a r t ) u n d Ma rc e l D ’ Ap u z zo ( St u t t g a r t ) z u s e h e n . TERMINE DIE ÖFFNUNGSZEITEN SIND MITTWOCHS VON 14 BIS 16 UHR UND FREITAGS VON 17 BIS 21 UHR. WEITERE ÖFFNUNGSZEITEN SIND NACH ABSPRACHE MÖGLICH. WEBSITE: HTTP://URBANARTGALLERY.EU/ FACEBOOK: HTTPS://WWW.FACEBOOK.COM/URBANARTGALLERYSTUTTGART TWITTER: HTTPS://TWITTER.COM/UAG_ST NEUERÖFFNUNG URBAN ART GALLERY UND DER AUSSTELLUNG URBAN PLAYGROUND IN STUTTGART ERÖFFNUNG: SAMSTAG, 1. MÄRZ 2014, 19 – 23 UHR AUSSTELLUNGSDAUER: 5. MÄRZ BIS 29. MÄRZ 2014 70

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" N ATA L I S LO R E N Z - FA S T N U R N E U E A R B E I T E N " TERMINE SAMSTAG, DEN 22. MÄRZ 2014, 19:00 UHR SCHEDDACHSAAL DER ZIGARRE (EINGANG WESTSTRASSE) ACHTUNGSTR. 37 74072 HEILBRONN WWW.ZIGARRE-HEILBRONN.DE WWW.NATALISLORENZ.DE GEFÖRDERT VON DER STADT HEILBRONN 2 2 . Mä r z b i s 6 . Ap r i l 2014 je we i l s Fr / Sa / S o 1 7 - 20 Uh r

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"DAS IST JA GEILE WERBUNG FÜR IHRE CITY - HEILBRONN" INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: TIBOR BOZI

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INTERVIEW DES MONATS: K ATRIN BAUERFEIND Kat r i n Ba u er f ei n d , g eb o re n in A ale n, Ste rnze ich e n Sch wäbin, Aszende n t Tec hn ik j o u r n a l i s t i n , m o d e rie r te d as e rs te r uck e lfre ie d e ut sche In te r net f er n s eh en ' Eh rens e nf ', d as m it m e h re re n Grim m e -On li neAw ard s a u s g e zeic h n et w urd e . Harald Sch m id t ve rpflich te te s ie da raufh i n z wei Ja h re l a n g a ls Te ilze itfrau in s e ine r A R D-Sh ow. Fü r da s Z D F u n d 3 s a t m ach te K atrin Baue r fe ind Re is e re po r tagen u n t e r a n d erem z u r E M 2 008. Se it 2009 gibt s ie e ine m Po pk ultu rma g azi n d en Na m en u n d i s t ne be n 'Baue r fe ind ' im Inte r vie wfo rma t '2 8 : 3 0 ' a u f zd f. k u l t u r z u s e h e n. Sie is t bis h e ute Mo d e ratio ns -Allzwe c k wa f f e f ü r a l l es , w a s auch nur e ntfe rnt nach Kultur rie ch t, von Be r l i na l e b is ' Ku l t u r zeit '. Vo r ih re r Le s ung aus ih re m ne ue n Buch am 2 5 . Mä r z in d er Hei l bro nne r Os iand e r Buch h and lung, s prachen w i r mit ih r ü b er Zeu g en Je h ovas , s ch wäbis ch e Lie bling s wö r te r und Si g h t s eei n g in Hei l b ro n n. HANIX — Katrin Bauerfeind, geboren in Aalen, Sternzeichen Schwäbin, Aszendent Technikjournalistin. So lautet der Einstieg in ihre Kurzvita. Stellen Sie sich auch im wahren Leben so vor? Und wenn ja: Sind Sie sehr einsam? Nirgendwo gezogen. War das ihre volle Absicht oder wollte Sie keine andere Hochschule? Nein, man muss das Rheinland mögen. Wie das geht, kann ich auf die Schnelle jetzt aber wirklich nicht erklären. KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Stimmt es, dass Sie als Einzige in BadenWürttemberg ein schriftliches Abi in evangelischer Religion abgelegt haben? War es kompliziert, das bei der Schulleitung durch zu bekommen? KATRIN BAUERFEIND — Nein, ich war die einzige an meiner Das sind doch schon viele Gesprächsthemen, die ich da liefere. Finden Sie auch, dass zu viele Schwaben in Berlin sind? Glauben Sie an so einen Quatsch wie Sternzeichen? Frauen und Technik – ist ja aber auch eher ungewöhnlich, oder? KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Nach schwäbischer Sozialisation und dem Abi sind Sie zum Studieren an die Hochschule BonnRhein-Sieg. Sozusagen sind Sie aus dem Nichts ins Schule. Und beim Abi gibt es keine 5%-Hürde. Was angeboten wird, kann gewählt werden und wird dann auch gemacht, selbst wenn nur eine sich dafür entscheidet. Bei

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INTERVIEW DES MONATS: K ATRIN BAUERFEIND machen Reisereportagen fürs Öffentlich-Rechtliche, Sie sind Namensgebern für eine Fernsehsendung, dazu bis heute Moderations-Allzweckwaffe für alles, was auch nur entfernt nach Kultur riecht und jetzt haben Sie auch noch ein Buch geschrieben und touren damit vorlesend durch die Republik. Klingt nach Streberin. Sind Sie eine? Ich wäre tatsächlich sehr gerne eine Streberin und versuche das zumindest optisch zu unterstreichen, indem ich eine dementsprechende Brille trage, sobald ich "arbeite". KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Waren Sie früher an der Schule und Uni beliebt? Oder kam das erst mit dem Start von "Ehrensenf", dass die Leute Sie mochten? Wir fragen, weil wir glauben, dass Sie doch eine Streberin sind. Ich war deutlich beliebter als die Klassenbeste in Mathe und Physik, aber deutlich unbeliebter als die Mädchen, die schon mit sechzehn Zungenpiercings haben durften. KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Uns als Journalisten interessiert natürlich der auch die Henri-Nannen-Preisverleihung "Reportage" als Moderatorin von eine 2011. Sie haben Rene Pfister, dem Preisträger in Kategorie einzige Frage gestellt, woraufhin Pfister, erstmals in der Geschichte des Henri-Nannen-Preises, diesem Abitur waren zwei Lehrer und ich anwesend. Einer hat aufgepasst, dass ich nicht schummle, der zweite Lehrer hat darauf geachtet, dass der erste mir nicht hilft und andersrum. Es war ein wenig absurd. HANIX — Sie haben auch gerne mit Zeugen Jehovas diskutiert, die an ihrer Haustüre geklingelt haben. Es heißt, die Gläubigen kamen jede Woche ans Haus Bauerfeind, so viel Spaß hat es denen gemacht. Haben Sie den "Wachturm" gelesen, um sich auf die Treffen und Diskussionsrunden mit den Zeugen Jehovas an ihrer Haustüre vorzubereiten? die Auszeichnung aberkannt bekam. Wollten Sie mit ihrer Frage bewusst drauf hinzielen, dass der Autor nie selbst im Keller von Seehofer war, oder war es Zufall, dass Pfisters ehrliche Antwort am Ende zur Aberkennung seiner Ehrung führte? Absolutes Dummenglück. Nur Top-Journalisten hätten im Vorfeld erkannt, dass man mit dieser Frage einen Eklat auslöst, der zur Aberkennung des Preises führt. KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Frau Bauerfeind, Ende März lesen Sie in Heilbronn aus ihrem neuen Buch "Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag - Geschichten vom schönen Scheitern" vor. Sie selbst sind erfolgreich und auf der Überholspur. Wieso haben ausgerechnet Sie ein Buch übers Scheitern geschrieben und keinen launigen Erfolgs- oder Glücks-Ratgeber? Die Zeugen Jehovas waren meine Lerngruppe. Es war aber ein wenig einseitig, weil ich immer nur die Bibelstellen vorgetragen habe, die ich für die Prüfung brauchte, um sie mir besser einzuprägen. Der Mensch lernt ja durch Wiederholung und sonst wollte mich niemand abfragen. KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Sie sind Diplom Technikjournalistin, haben das erste deutsche ruckelfreie Internetfernsehen "Ehrensenf" moderiert, Sie sind mit Grimme-Awards preisgekrönt, haben für Harald Schmidt gearbeitet, Glücks-Ratgeber gibt´s mittlerweile genug. Mein Buch ist ein Statement gegen immer weiter, besser, dünner, geiler und smarter. Es kann einem ja keiner sagen, wozu wir immer besser werden sollen. Das alltägliche Scheitern ist normal. Ich scheitere vorwiegend KATRIN BAUERFEIND —

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INTERVIEW DES MONATS: K ATRIN BAUERFEIND tag und das Wochenende wird dem Auto und dem Garten gewidmet. Viele Schwaben werden sich fragen, wozu ein weiterer Tag in der Woche gut sein soll? Aber auch die fleißigen Schwaben mögen den Montag nicht und deshalb wäre ein Tag Vorbereitung auf den ersten Arbeitstag der Woche auch hier sehr sinnvoll. Und wer weiß, vielleicht würden sich ganz neue Dinge ergeben. Samstag Putzen und Auto waschen, erst Sonntag Garten. Das wäre eine Revolution. KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Sie plädieren in ihrem Buch für einen achten Wochentag. Wäre ein per Gesetz grundsätzlich freier Mittwoch für Sie auch akzeptabel? Sie könnten dann mittwochs die Dinge erledigen, für die sonst keine Zeit ist. Ist mir wurscht, müsste ich aber den Buchtitel ändern: ich hab frei am Mittwoch! Klingt gar nicht mal so gut. Also bleibe ich beim fehlenden Tag zwischen Sonntag und Montag. KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Frau Bauerfeind, werden Sie sich im Zuge ihrer Lesung in Heilbronn auch die Stadt ansehen? Immerhin ist sie das strahlende Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken und ähnlich spannend wie ihre Geburtsstadt Aalen oder die Architektur der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Oder wird Sightseeing in Heilbronn voraussichtlich an irgendetwas schei- auf niedrigem Niveau und versuche mit den kleinen Fehlern in meinen Kurzgeschichten freundlich und humorvoll umzugehen, um die große Niederlage zu verhindern. HANIX — Neben Heilbronn haben Sie auch noch weitere Lesungen hier im Ländle. Schwäbeln Sie hier unten automatisch stärker als in ihrer Wahlheimat Köln oder dem Rest der Republik? tern? Nein, ich hab das unter Kontrolle, und kann mittlerweile problemlos hin und her wechseln. Aber hier, wo man mich schwäbisch sprechend versteht, macht´s natürlich mehr Spaß! KATRIN BAUERFEIND — HANIX — Haben Sie eigentlich ein schwäbisches Lieblingswort. Es darf auch ein Sprichwort sein ... KATRIN BAUERFEIND — Mein Lieblingswort ist "dahanna"! Es sagt so viel und gleichzeitig wird es für andere Menschen, für Nicht-Schwaben, immer ein Mysterium bleiben. Aus derselben Wortgruppe liegt mir auch "dahenda", "davirre" und "dahomma" sehr am Herzen. HANIX — Wie würden Schwaben einen weiteren Tag zwischen Sonntag und Montag ihrer Meinung nach nutzen? Erledigt haben Schwaben alles schon bis Frei- Das ist ja geile Werbung für Ihre City! Heilbronn. Jetzt überlege ich gerade...war ich da schon mal? Bestimmt hat man irgendeinen Schulausflug dahin gemacht oder war das doch Heidelberg? Ja, wahrscheinlich werde ich eines ihrer Cafés vollrauchen. Es wäre nett, wenn Sie mir sagen, wo ich den besten Kaffee bekomme und wo sie die Aschenbecher regelmäßig austauschen. Danke. KATRIN BAUERFEIND — MIR SCHEN - FEHLT TAG UND ZWIMONTAG SONNTAG GESCHICHTEN SCHÖNEN SCHEITERN TASCHENBUCH: 224 SEITEN VERLAG: FISCHER TASCHENBUCH; AUFLAGE: 1 (6. MÄRZ 2014); SPRACHE: DEUTSCH ISBN-10: 3596198917 ISBN-13: 978-3596198917

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DAMIT SCHWARZBRONN GEWINNT Satiriker und Scharfzüngler Oliver Maria Schmitt über die OB-Wahl in seiner Geburtsstadt BEI DIEPGENS`DAHEIM Ein Hausbesuch beim OB-Kandidaten Martin Diepgen WIR LEBEN DOCH NICHT IN EINER BANANENREPUBLIK Ein Interview mit Harry Mergel, der für das Amt des Oberbürgermeisters kandidiert DER GEGENKANDIDAT Ein Portrait über Außenseiterkandidat Björn Brett JOSHIS MEINUNG Joshi schreibt diesmal über den wichtigsten Mann im Rathaus HEILBRONNER MACHTZENTRALE Fotografin Ulla Kühnle war im Amtszimmer des Heilbnronner Oberbürgermeisters

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ZUM GLÜCK OHNE MICH Damit Schwarzbronn gewinnt: die Bürgermeisterwahl 2014 in Heilbronn TEXT: OLIVER MARIA SCHMITT FOTOS: PRIVAT, ROBERT MUCHA Am 16. März wählt meine Heimatstadt Heilbronn einen neuen Oberbürgermeister. Das erfreulichste Ergebnis dieser Wahl steht schon jetzt fest: Ich werde es nicht. Und falls es Harry Mergel werden sollte – das wusste ich bereits seit 1986. Aber wenn alles mit rechten Dingen zugeht, gewinnen weder Diepgen noch Mergel – sondern ein Überraschungskandidat. Denn spätestens seit dem 17. Februar, als der letzte Kandidat seine Bewerbung zur Wahl des Oberbürgermeisters einreichte, darf Heilbronn wieder auf eine spannende OB-Wahl hoffen. Zwei weißhaarige Endfünfziger wollten die Stadt eigentlich in Ruhe alleine klarmachen – da kam in buchstäblich letzter Minute die Rettung in Form eines Heilbronner Wirtes. Bis dahin war der Wahlkampf vor allem von Schläfrigkeit, Langeweile und politischer Trübsal geprägt. Zwei Kandidaten, die seit Jahren bereits als Bürgermeister im Rathaus installiert sind, treten gegeneinander an – ohne einander weh zu tun, ohne prickelnde Hetz- oder gar Schmutzkampagnen. Und bis zum 17. Februar sogar ohne einen zusätzlichen Kandidaten, der den gemächlich-gemütlichen Spitzenämterverteilungsbetrieb ernsthaft gestört hätte; die weiteren Mitbewerber Brett und Rinkenauer gelten ohnehin als chancenlos. Da kam aus den Tiefen des Ratskellers, den er zusammen mit seinem Bruder seit über fünfzehn Jahren leitet, überraschend der Wirt Jürgen Mosthaf ans Tageslicht, legte seine Unterstützerunterschriften vor und erklärte der verdutzten Heilbronner Stimme: "Es wird keinen zweiten Wahlgang geben. Ich bin vorn." Das entlastet mich, ich muss also gar nicht antreten. Spätestens seit 1986 ist es ja schon fast Heilbronner Tradition, aufregende und auch irgendwie originelle Oberbürgermeisterwahlen zu veranstalten. In jenem OB-Wahljahr trat der Heilbronner Privatanarchist Klaus Ludwig unter seinem Kampfnamen Athanasius ("Der Unsterbliche") an und forderte eine "Auto- und fernsehfreie Zone Heilbronn", dazu hellsichtigerweise eine "U- und S-Bahn für Stadt und Land" – was heute mit der Stadtbahn als verwirklicht gelten dürfte. Seine Hauptforderung, die "Umstellung der Heilbronner Brunnen auf Bier und Buttermilch" indes blieb bis heute unerfüllt. Trotz dieses wegweisenden Politikansatzes entschieden sich die Heilbronner bei dieser Wahl gegen Athanasius, auch gegen den SPD-Kandidaten Eberhard Klotz aus Neckarsulm – und für den CDU-Viertelesschlotzer Manfred Weinmann. Dessen bemerkenswerteste Leistung während seiner fünfzehn Amtsjahre war eine erfolgreiche, mithilfe der kollaborierenden Heilbronner Polizei veranstaltete Fahrerflucht, nachdem er nachts im Suff eine Oma totgefahren hatte. Im OB-Wahljahr 1991 versuchte ich Weinmann abzulösen und stellte mich zur Wahl. Und damit ich als Kandidat nicht so alleine war, fragte ich Freunde und Be-

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT Lauffen und Leingarten. "Leck mich am Arsch, du Stadt der Krämerseelen" hatte der ehemalige Heilbronner Oberbürgermeister Paul Hegelmaier (1847 – 1912) einst gedichtet, als hätte er all das vorausgeahnt. kannte, ob sie nicht auch mitkandidieren wollten – damals genügte eine einfache Postkarte ans Rathaus. Am Ende standen nicht weniger als einundzwanzig Bewerber auf dem Wahlzettel, Radio, Fernsehen und überregionale Blätter berichteten bundesweit über die Heilbronner Lokalposse. Zwar verbuchte ich mit satten 0,2 Prozent der Stimmen mein bestes Wahlergebnis seit Kriegsende – aber am Ende entschieden die Heilbronner wieder für die Suffkompetenz und Manfred Weinmann durfte bis 1999, bis Himmelsbach übernahm, das Amt und sich selbst in diesem verwesen. Nun tritt auch Himmelsbach ab, die Stadt ist um weitere Bausünden reicher (K 3, Glasdach vorm Hauptbahnhof, Hotel am Bollwerksturm), und niemanden schert’s. Warum auch? Heilbronn geht’s gut, Heilbronn dampft im eigenen Saft, Heilbronn genügt sich selbst. Das Lebensgefühl am Fuße des Wartbergs ist ungebrochen großartig, so lange der ewige Reigen aus Weihnachtsmarkt, Traubenblütenfest, Neckarfest und Weindorf nicht gestört wird. Da kümmert es keinen, dass Heilbronn als eine der ganz wenigen deutschen Großstädte nicht ans IC-, geschweige denn ans ICENetz angebunden ist; dass Heilbronn noch immer die schlechteste Fußball-Großstadt Deutschlands ist und auf Platz 5 der achten (!) Liga, der Bezirksliga Unterland herumstümpert, hinter Fußball-Metropolen wie Ilsfeld, Schon kurz nachdem sich die beiden Spitzenkandidaten Mergel und Diepgen outeten, begann auf beiden Seiten die Suche nach möglichst sinnfreien Wahlwerbebotschaften. Diepgen recycelte mit "Damit Heilbronn gewinnt" einen fünfzehn Jahre alten MergelSlogan, während Mergel wiederum Claims und Layout des Stuttgarter Grünen-OBs Fritz Kuhn abkupfert. Für eigene Ideen sind sich beide Kandidaten offenbar zu schade. Natürlich sind die zwei auch auf Facebook unterwegs, derzeit (Stand 26. 2.) führt Harry Mergels Wahlkampfseite mit 1450 zu 1204 Likes. Während Diepgen auf seinen Postings eher bemüht bis bräsig rüberkommt, erwecken Mergels viele Mitteilungen den Eindruck, er habe jedem einzelnen Heilbronner persönlich mehrfach die Hand geschüttelt. Wann ist der Mann eigentlich an seinem Arbeitsplatz im Rathaus? Wie auch immer die Wahl ausgeht – Mergel ist und bleibt Bürgermeister. Seit gut fünfundzwanzig Jahren lebt der gelernte Lehrer im Heilbronner Rathaus, er gehört praktisch schon zum Mobiliar. Seit 2005 ist er für Bürgerservice, Kultur, Bildung und Betreuung, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Soziales, Integration und das Gesundheitsamt zuständig. Und für das Kleist-Archiv obendrein! Mehr kann ein Oberbürgermeister auch nicht leisten. Doch Mergel ("SPD") will immer mehr! Schon frühzeitig hat der Mann erkannt, dass man seine Machtposition nur mit den Stimmen der Tiere und ihrer Freunde sichern kann, deshalb half er tatkräftig mit, den Heilbronner Tieren ein neues Heim zu errichten. Er ist also der beste Bürgermeister, den die Käthchenstadt je hatte – und damit könnte er eigentlich zufrieden sein. Aber Mergel legt immer noch einen drauf. Mittlerweile ist er sogar bereit, bis zum Äußersten zu gehen: Er will in Zukunft "das Profil der Stadt am Fluss" schärfen,

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT ja er hat sogar eine "Vision" entwickelt! "Wer eine Vision hat, soll zum Arzt gehen", sprach schon vor Jahren Mergels Parteigenosse Helmut Schmidt. Doch Beobachter rechnen damit, dass Mergel demnächst nicht zum Arzt, sondern zum Standesamt gehen und seinen Vornamen kurzfristig in "Angela" ändern wird, um so in letzter Minute noch arglose CDU-Wähler zu täuschen und deren Stimmen abzugreifen. Dass Mergel OB werden will, weiß ich definitiv seit 1986, als auf dem Gaffenberg die ersten "Heilbronner Kulturtage" stattfanden. Mit Freunden präsentierten wir dort das Lebenswerk des unbekannten Avantgardekünstlers Herbert F. Kietznick, des Schöpfers des Mystischen Bruitismus. Die damals noch sehr überschaubare Veranstaltung wuchs danach Jahr um Jahr. Gemeinsam mit Freunden wie Rudi Faul und dem eigens gegründeten Kulturtage-Verein machte Mergel das verschlafene, rückständige und sowieso uninteressierte Heilbronn in den Neunzigerjahren zu einem großen Punkt auf der deutschen Festivallandkarte, und das später so genannte "Gaffenberg Festival" zum größten Kleinkunst-Festival Süddeutschlands. Trotz ständig wachsender Attraktivität, Berühmtheit und Größe blieb es dennoch ein eher familiäres Treffen mit Kollegen und Freunden in ziemlich heimeliger Atmosphäre. Doch was erfolgreich ist, wird kopiert, und bald gab es KleinkunstFestivals in ganz Deutschland, die Namen wurden immer größer, die Eintrittspreise stiegen, schließlich blieb die Kundschaft weg, und irgendwann war die Erfolgsgeschichte der Kulturtage am Neckar beendet. Bei der Eröffnung der Eröffnung der Premierenveranstaltung 1986 sprach Kulturtage-Leiter Harry Mergel. Während er unter der Zeltkuppel vom Kulturstandort Heilbronn schwärmte, rammte mein Nebenmann mir den Ellenbogen in die Seite, deutete auf Mergel und sagte: "Das macht der alles nur, weil er mal Bürgermeister werden will." Und das will er bis heute. Mergel ist besessen.

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT Was für seinen Kontrahenten Diepgen nur ein Karriereschritt ist, ist für Mergel Bestimmung und Schicksal. Eine belanglose Amtszeit, wie sie zuletzt von Himmelsbach vorexerziert wurde, könnte er sich nie leisten. Nicht als Heilbronner. Deswegen ist er der richtige Mann – für den unwahrscheinlichen Fall, dass Jürgen Mosthaf nicht gewinnen sollte. Denn sonst würde ja Diepgen der nächste OB der Neckarstadt werden. Wozu eigentlich? Der Mann ist Hesse, das sieht man an der Fresse, und bereits seit Jahren Erster Bürgermeister der Stadt. Außerdem war er bekanntlich von 1984 bis 2001 Regierender Bürgermeister von Berlin – wie machtverrückt ist dieser Mensch eigentlich? Nicht zuletzt hat der gelernte Diplom-Theologe, der bis heute noch problemlos Wein in Wasser verwandeln kann, auch durchaus dunkle Seiten. Privat ist er nämlich ein total krasser Typ, wie er auf seiner Website freimütig gesteht: "Gern höre ich bis heute fetzige Rock- und PopMusik." Ob damit nun PUR und Modern Talking gemeint sind oder eher Speed-, Death- und Trash-Metal, läßt der geborene Seligenstädter wohlweislich offen. Seiner Wahlheimat Heilbronn möchte er mehr "Strahlkraft für Wissenschaftler und Hochqualifizierte" verleihen – wofür er selbst, der im Gespräch sogar um einfachste Worte ringt, möglicherweise leicht unterqualifiziert ist. Auch mit seinem strategischen Ziel, "die Bedeutung Heilbronns zu steigern" und zu vervielfachen, könnte er sich schwer tun. Denn die Multiplikation mit einer Null ergibt bekanntlich immer Null. Zu recht fordert er für dieses Unterfangen "intelligente" und damit letztlich für ihn nicht denkbare Lösungen. Um Jungwähler zu ködern, will der Poprocker Diepgen sich angeblich sogar für das Überleben des Hip Island einsetzen – nach dem Untergang von "Neckarlust", "Bungalow" und "Eulenspiegel" wird’s dafür auch allerhöchste Zeit. Die Gerüchte, dass der Heilbronner Kultwirt Lothar "Hessersbeck" Hesser in die Bresche springen und seine Wirtschaft kurzerhand zum "Hesser-Island" umwidmen wolle, dass er sogar den lauschigen Terrassenvorgarten mit ein paar Schaufeln Sand zum Sonnenparadies umwandeln wolle, das konnte bis Redaktionsschluss leider noch nicht bestätigt werden. Letztlich ist Diepgen aber klar im Nachteil – denn er wird nicht vom zukünftigen Besitzer Heilbronns unterstützt. Denn den eigentlichen Coup hat Harry Mergel ja schon vor der Wahl gelandet: Er hat einen der reichsten Männer Deutschlands dazu gebracht, eine Wahlempfehlung für ihn auszusprechen. Dieter Schwarz ist mit geschätzten vierzehn Milliarden Euro Vermögen sogar einer der reichsten Männer der Welt. Seinen Reichtum, zu dessen stetiger Vermehrung Geizkäufer und Niedriglöhner aus aller Herren Länder gemeinsam beitragen, investiert er, wenigstens zu kleinen Teilen, in seiner Heimatstadt Heilbronn. Bildungseinrichtungen, wohin man schaut! Nicht nur im "Bildungscampus" oder in der "Experimenta", auch in Schwarz’ klassischen Bildungshäusern "Lidl" und "Kaufland" kann der Wirtschaftsinteressierte alles über Lohnund Preisdumping, Angestelltenüberwachung durch Kameras und das kunstvolle Verschleiern von Firmenstrukturen erlernen. Nachdem Schwarz ohnehin schon weite Teile Heilbronns regiert, könnte ihm Harry Mergel als OB dabei behilflich sein, endlich den ganzen Schritt zu gehen – und die Liegenschaft Heilbronn komplett aufzukaufen und zur Schwarz-Immobilie zu machen. Dann wäre Schwarz in Heilbronn bald auch alleiniger Arbeitgeber und alle Heilbronner würden zu Schwarzarbeitern. In ihrer Freizeit fahren sie dann mit der blau-gelb lackierten "Schwarzbahn" (vorm. Stadtbahn) zum Shoppen in die überall herumstehenden "Schwarzmärkte" (Lidl, Kauf-

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT tung einer mindestens 150 Meter hohen Oliver-Maria-Schmitt-Statue aus Bronze hätte nicht nur für Sympathien, sondern auch Arbeitsplätze gesorgt. All das ist den Heilbronnern nun leider oder zum Glück erspart geblieben. Denn jetzt kommt der Überraschungskandidat Jürgen Mosthaf – und der wird hundert Pro gewinnen! Der Mann ist Wirt – er weiß, was den Heilbronnern schmeckt und wie man ihnen den Mund wässrig macht. Außerdem hätte er als künftiger OB den kürzesten Dienstweg – er residiert ohnehin schon unterm Ratssaal, nämlich im Ratskeller. Seit die Gebrüder Rainer und Jürgen Mosthaf vor über fünfzehn Jahren das Traditionslokal übernahmen und zum besten Restaurant der Stadt machten, fehlt ihnen Raum zur Expansion. Nach seinem Wahlsieg könnte Rainer Mosthaf endlich den Bewirtungsbetrieb auf das ganze Rathaus ausdehnen, endlich sämtliche Heilbronner Brunnen auf Bier und Buttermilch umstellen und auf dem Marktplatz und ihm Rathausinnenhof ganzjährig für das einzige sorgen, was die Heilbronner wirklich von Herzen interessiert: ein immerwährendes Weindorf. land) oder zum neu eröffneten Museum, dem "Haus der Schwarzgeschichte" (vorm. Haus der Stadtgeschichte) Nachdem auch schon sein Lieblingswein nach ihm benannt wurde – der Schwarzriesling – , ist die Umbenennung der Stadt nur noch eine Frage der Zeit. Bereits jetzt trägt das Logo der "Experimenta" das schräggestellte Lidl-i. Bald soll auch das i in Heilbronn so aussehen, in einem zweiten Schritt soll die ehemalige freie Reichsstadt dann ganz von der Landkarte verschwinden – um "Schwarzbronn"-Besucher und vor allem Einzelhandelskonsumenten aus aller Welt anzuziehen. Eine ganze Weile hatte ich überlegt, bei dieser Schicksalswahl ebenfalls anzutreten. Ich hatte 2012 in meiner Wahlheimat Frankfurt am Main fürs Amt des Oberbürgermeisters kandidiert und mit satten 1,8 Prozent der Wählerstimmen auch fast gewonnen. Mit diesem Traumergebnis im Rücken hätte ich dann in Heilbronn für ein sinnloses Großprojekt namens "Heilbronn 21" geworben, nämlich die Verlegung des Wartbergs unter die Erde. Dadurch würden weitere gigantische Freiflächen für Outlet-Stores und neue Lidl-Märkte entstehen. Außerdem hätte ich für die Errichtung einer Mauer rund um Heilbronn geworben, um Mosbachern und Künzelsauern den Zugang zur Stadt zu erschweren. Die Errich84

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Nicolai Köppel liest aus “Minne”: am 18.3. um 20 Uhr, Buchhandlung “Dichtung und Wahrheit”, Hafenmarktpassage

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ZUH AU S' B EI D EN DI EP G E N S Wann hat man schon mal die Möglichkeit den Ersten Bürgermeister von Heilbronn persönlich kennenzulernen? In der Regel nicht so oft. Deswegen freuen wir uns, auf ein Treffen bei Martin Diepgen zu Hause in Heilbronn-Kirchhausen. Von ihm erfahren wir, mit welchen Ideen er Heilbronn voranbringen möchte, und was er am liebsten macht, wenn er nicht als Politiker unterwegs ist.

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT Text: Maria Sanders Fotos: Patrick Labitzke "Ich bin gerade mit der neuen Stadtbahn gefahren", sagt Martin Diepgen enthusiastisch, der gerade zur Tür hereingekommen ist. Er zieht sich die Schuhe aus, begrüßt uns freundlich, und lädt uns ein, am großen Holztisch in der Essecke Platz zu nehmen. Gemütlich ist es. Von der Essecke blickt man in ein offenes Wohnzimmer, das mit hellem Mobiliar eingerichtet ist. "Bedienen Sie sich bitte", sagt Ehefrau Lioba Diepgen herzlich. Vor uns eine Spezialität aus dem nördlichen Rheinhessen. "Spundekäs" heißt der Dipp aus Frischkäse, Quark, Salz, Pfeffer und anderen Zutaten. Martin Diepgen ist in Seligenstadt geboren und wuchs mit seinen vier älteren Geschwistern im hessischen Hanau auf. Nach dem Abitur ging er nach Mainz an die Johannes-Gutenberg-Universität, um dort Theologie zu studieren. Gesellschaftspolitische Themen haben ihn schon immer interessiert: "Wir diskutierten viel, Zuhause wie in der Schule", so Diepgen. Nach dem Studium in Mainz und Freiburg im Breisgau war er acht Jahre lang als Vikar und Pfarrer tätig. Schwierig wurde es, als er sich in seine heutige Ehefrau verliebte. "Es gab keine Alternative für einen katholischen Priester", sagt der Lokalpolitiker, und entschied sich damals mutig für die Liebe. In diesem Jahr sind Martin und Lioba Diepgen seit 23 Jahren verheiratet. "Wir reden viel und tauschen uns aus", sagt er und lächelt sie vertraut an. Nach der Hochzeit kam die berufliche Neuorientierung. Es folgten 22 Jahre in leitender Tätigkeit und unterschiedlichen Verantwortungsbereichen in der öffentlichen Verwaltung. Berufsbedingt lebte Martin Diepgen mit seiner Familie in Lörrach und Stuttgart, bis sie 2002 nach Heilbronn gezogen sind. Elf Jahre lang war Diepgen als Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit tätig, und engagierte sich nebenher ehrenamtlich als Mitglied im Gemeinderat. Anfang Februar 2013 übernahm er als Erster Bürgermeister das Dezernat II der Stadtverwaltung, das im Wesentlichen für Wirtschafts- und Personalfragen zuständig ist. Und was machen Sie eigentlich in Ihrer Freizeit, wenn Sie nicht von einem Termin zum anderen hetzen, Herr Diepgen? "Wir wandern sehr gern", sagt der 57-Jährige. Begeistert beschreibt er verschiedene Wanderstrecken vom Schwarzwald bis zum Schwäbischen Wald. Bodenständig und doch offen, genau so lässt sich Martin Diepgen beschreiben. Gut möglich, dass er deshalb viele Befürworter und Sympathisanten auf seiner Seite hat. Lange dauert es nicht mehr bis zur Oberbürgermeisterwahl am 16. März 2014 in Heilbronn. Drei Wochen sind es noch genau bis dahin. Zur Wahl aufgestellt haben sich: Harry

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT Mergel (SPD), Martin Diepgen (CDU), Rolf Rinkenauer (parteilos), Björn Brett (parteilos) und Jürgen Mosthaf (CDU/ Freie Wähler). Dann steht Martin Diepgen auf und zieht vor dem Spiegel noch kurz seine Krawatte zurecht. Der nächste Termin steht an. Und so ist auch an einem Samstagvormittag in der Fußgängerzone Fleiner Straße viel los. Vorbeischlendernde Pärchen, neugierige Senioren, und Mütter, die ihre mit Einkäufen vollbepackten Kinderwägen vor sich herschieben. Von der Stadtgalerie bis zum Marktplatz haben Harry Mergel und Martin Diepgen ihre Partei-Stände aufgebaut. Beide sind sehr aktiv, sprechen die Fußgänger direkt an, und umwerben möglichst jeden Heilbronner. Besonders viele ältere Menschen scharren sich um die Stände, die nur wenige Meter voneinander entfernt stehen. Heißt das automatisch, dass die Lokalpolitiker fast nur die ältere Generation ansprechen? Zumindest zieht sich die Tendenz bis zum Nachmittag hin. Immer wieder sind überwiegend ältere Menschen an den Ständen zu sehen. Auf Facebook allerdings steigen die Mergel und Diepgens` "Gefällt mir"-Klicks langsam, aber sicher. Wobei Harry Mergel meist um etwa 200 "Likes" im Vorsprung ist. Diepgens‘ Konkurrent, Harry Mergel, steht sehr aufmerksam an seinem Stand, der direkt zwischen den Geschäften "Tally Weijl" und "Fielmann" positioniert ist. Mit einem Stapel Flyer in den Händen spricht er immer wieder Passanten an. Auch dessen Wahlhelfer sind sehr engagiert. Sie drehen am Glücksrad und verteilen Harry-Mergel-Müsli oder eine Harry-Mergel-Brezel. Alles verpackt in Papier- und Plastiktüten, die mit einem großen Harry Mergel-Porträt bedruckt sind. Andere Wahlhelfer verteilen Broschüren, sprechen ebenfalls Fußgänger an, und rufen "Entscheiden Sie sich für Harry Mergel". Auch am Stand von Martin Diepgen warten die Leute. Mit üppigen Werbemitteln ist der Wahlheilbronner nicht ausgestattet. Doch das scheint nicht jedem Bürger wichtig zu sein. Etwa 25 Menschen stehen um seinen Stand. Viele hören ihm einfach zu, während er sich gerade mit einer Frau unterhält. Er macht erklärende Handbewegungen. Am Ende überreicht er ihr einen knallroten, herzförmigen Luftballon. "Martin Diepgen macht einen offenen und sympathischen Eindruck", sagt Ulrike Großmann. Die Heilbronnerin steht schon eine Weile am Eingang des Schnellrestaurants und isst ihr Fischbrötchen, während sie nebenbei mehr zufällig das politische Geschehen beobachtet. Die 33-Jährige ist sich noch nicht sicher, welchem Kandidat sie am 16. März ihre Stimme geben soll. Beide würden sich optisch ähnlich präsentieren, was sie allein schon irritiert. Mergel ist gebürtiger Heilbronner, dem der Respekt der älteren Generation, neue Perspektiven für die Jugend und Wirtschaftsförderung besonders wichtig seien. Diepgen stammt ursprünglich aus Hessen und würde Heilbronn vielleicht gerade durch eine andere Sichtweise voranbringen. Sie presst die Lippen zusammen und überlegt: "Na ja, ich hab‘ ja noch drei Wochen, um mich zu entscheiden." Heilbronn ist Martin Diepgens` Wahlheimat geworden: "Hier möchten wir alt werden." Er will dazu beitragen, die Potenziale der Stadt zu erkennen und diese weiter auszubauen. Er sieht besonders den zukünftigen Fachkräftemangel als sehr bedrohlich an. Deshalb will Martin Diepgen Heilbronn noch grüner, noch attraktiver machen, um mehr junge Menschen in der Region zu halten, damit sie nicht in andere Großstädte abwandern werden. Weitere Bauprojekte für Studentenwohnheime, aber auch ein Zuhause zu schaffen für Senioren, zieht er in Erwägung. So schlägt Martin Diepgen den Technologiepark "Wohlgelegen" als neuen Standort für das "Hip Island" vor. Er möchte Raum schaffen, damit sich Heilbronn künstlerisch, wie wirtschaftlich weiterentwickeln kann.

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"HEILBRONN IST KEINE BANANENREPUBLIK"

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT Harr y Me r g e l w il l a m 1 6 . Mä r z se ine k o m m unalpo litis ch e K arrie re k rönen und Ober b ü r g e r mei s t er s ei n er Hei m a ts tad t we rd e n. Wir s prach e n m it d e m Hei lbronne r üb e r Di e t er S c hwa r z , d i e Vo r züge Mar tin Die pg e ns und e ine Sch lagzei le, di e er ge rn e ü b e r si c h l es en w ü rd e. INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KÜHNLE H A N I X - Herr Mergel, seit wann wollen Sie Heilbronns Oberbürgermeister werden? Ist es vielleicht sogar ein verwegener Jugendtraum von Ihnen? H A R RY M E RG E L - Zunächst muss ich zugeben, dass ich in meiner Sturm- und Drangzeit auch einmal eine kritische Phase mit Heilbronn hatte. In dieser Zeit fand ich dann Tübingen, Freiburg oder auch Heidelberg viel charmanter. Ich habe mich dann aber mit 25 Jahren entschieden, mit Leib und Seele Heilbronner zu sein. Das Indiz dafür war, dass ich damals meine erste Stelle in Freiburg angetreten habe und jeden Tag nach Heilbronn zurück gefahren bin. Ich könnte jetzt sagen, dass dies der Punkt war, an dem ich gemerkt habe, welches Potenzial in dieser Stadt steckt. Aber an der Rathaustür gerüttelt habe ich zu der Zeit nie. Allerdings habe ich 1989 angefangen mich kommunalpolitisch zu engagieren und ich bin kurz darauf auch in den Gemeinderat gewählt worden. H A N I X - Sie sind Heilbronner mit Leib und Seele. Wieso stand es für Sie nie ernsthaft zur Debatte, ihr Glück in einer anderen, vielleicht sogar schöneren Stadt, zu suchen? Aber Hand aufs Herz: Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig über ihr Heilbronn aufgeregt? Ich rege mich eigentlich nicht über Heilbronn auf. Was mich aber aufregt, ist, dass viele Heilbronner diese Stadt noch immer unterbewerten. Das heißt, dass ich der Meinung bin, dass die Potenziale der Stadt noch nicht von allen Bürgern erkannt werden. Ich bruddel dann zwar nicht über dieses Thema, habe aber auch im Wahlkampf eine Art missionarische Ader, um das Selbstbewusstsein der Heilbronner zu stärken. Für mich gibt es für den 16. März zwei Ziele: Natürlich will ich diese Wahl gewinnen. Ich will aber auch, dass man noch mehr erkennt, welche Substanz und welches Potenzial in dieser Stadt steckt. H A R RY M E RG E L H A N I X - Gefühlt ist es in unserer Wahrnehmung ebenso, dass die eingeborenen Heilbronner ihre Stadt weniger gut finden als Zugezogene. Sie empfinden das also auch so? Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Eltern Heimatvertriebene waren und ich weiß, wie sowohl mein Vater als auch meine Mutter darunter gelitten haben. Ich habe dann hier in Heilbronn Wurzeln geschlagen, viele Freunde kennengelernt, mit denen ich beispielsweise das Gaffenbergfestival ins Leben gerufen habe. Und auch im Fußball habe ich in Heilbronn viele Kameraden gefunden. Ich glaube, dass sich durch all diese Punkte meine intensive Beziehung zur Stadt entwickelt hat. H A R RY M E RG E L H A N I X - Wir verstehen ihre Liebe zur Heimatstadt. Ich möchte das differenziert sehen. Es gibt natürlich auch unter den alteingesessenen Heilbronnern diejenigen, die eine positive Haltung gegenüber der Stadt haben. Ich merke gerade auch im Wahlkampf, dass sich in den letzten Jahren schon einiges zum Positiven geändert und bewegt hat. Aber es gibt natürlich immer noch die Image prägenden und subjektiven Dinge, wie beispielsweise Sicherheit und Leerstände in der Stadt. H A R RY M E RG E L H A N I X - Ihr Gegenkandidat ist gebürtiger Hesse, hierzulande also ein "Neig´schmeckter". Nach unserer Theorie dürfte Martin Diepgen Heilbronn besser gefallen als ihnen. Besser als ich kann man die Stadt nicht wahrnehmen. Ich war in den letzten Jahren jeden Tag daH A R RY M E RG E L -

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT bei, die Stadt zu verbessern. Ich weiß, dass der Substanzwert der Stadt, sprich die fundamentalen Daten, wesentlich besser sind als der momentane Börsenwert. H A N I X - Welche Eigenschaften an Martin Diepgen, ihr stärkster Konkurrent, schätzen Sie? Biberach gehen, erleben sie unterschiedliche Mentalitäten, Identitäten aber auch die Sprache ist teilweise eine andere. H A N I X - Als Eingeborener kennen Sie natürlich die Heilbronner Volksseele. Wie schafft man es als Zugezogener einen Heilbronner oder eine Heilbronnerin für sich zu gewinnen? Oft wird den Heilbronnern ja eine gewisse Verschlossenheit gegenüber Unbekannten und Unbekanntem vorgeworfen. Da ich Martin Diepgen noch nicht so lange kenne, würde ich mir auch nicht erlauben etwas Persönliches über ihn zu sagen. Er ist jetzt seit knapp einem Jahr im Rathaus und wir haben sehr kollegial zusammengearbeitet, das kann ich definitiv sagen. H A R RY M E RG E L H A N I X - Sie kennen Heilbronn, wie ihre Westentasche. Gibt es hier in der Stadt auch eine Ecke, die ihnen unbekannt ist? Ich glaube schon, dass ich alle Ecken in Heilbronn kenne. Was für mich aber sehr spannend festzustellen ist, ist die Unterschiedlichkeit in Heilbronn. Wenn sie zum Beispiel nach Kirchhausen, Horkheim oder H A R RY M E RG E L - Ich glaube hier gibt es ganz klare Unterschiede in den verschiedenen Generationen. Ich habe schon das Gefühl, dass die jüngere Generation sehr aufgeschlossen ist. Das liegt auch daran, dass wir bei der Generation unter 18 Jahren circa 67% Zuwandererkinder haben. Somit kann man hier wohl nicht mehr von diesen traditionellen, schwäbischen Werten und Haltungen sprechen. H A R RY M E RG E L H A N I X - Der Wahlkampf geht nun in seine entscheidende Phase. Sie müssen in den kommenden Wochen

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT noch mehr Hände schütteln, Buttons anstecken, Plakate auf- und wieder abhängen und für kurze Erinnerungsfotos herhalten. Freuen Sie sich schon auf das Ende des Wahlkampfmarathons und was werden Sie am 17. März, dem Tag nach der Wahl, machen? hängig und bin froh über jeden der mich unterstützt. Sei es nun die Rentnerin aus Böckingen oder der Landwirt aus Neckargartach oder eben auch ein Unternehmer. H A N I X - Heilbronn geht einer spannenden Zeit entgegen und entwickelt sich rasant. Wo liegen hierbei die Chancen aber auch Gefahren für die Stadt? Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich diesen Wahlkampf sogar genieße, weil er bisher für mich optimal gelaufen ist. Ich habe alleine für mich entschieden anzutreten. Dann haben mich die SPD, die Grünen und die Freien Wähler unterstützt. Dazu kamen noch andere Bürger der Stadt, auch von der FDP und der CDU, um für mich Stellung zu beziehen. Ich genieße den Wahlkampf mit Sicherheit auch, weil es der Letzte für mich sein wird. Und am 17. März werde ich zum Wohle der Stadt mit meinen Kollegen zusammenarbeiten, da dies natürlich unsere oberste Verpflichtung ist. H A R RY M E RG E L H A N I X - Bekommt ihre Frau Sie gerade überhaupt zu Gesicht oder muss sie die Zeitung aufschlagen, um ihren Mann zu sehen? Ganz im Gegenteil. Wir versuchen, soviel Termine wie möglich zusammen wahrzunehmen. So war meine Frau in letzter Zeit bei allen Vor-Ort-Terminen dabei. H A R RY M E RG E L H A N I X - Zweifelsfrei ist ihnen mit der öffentlichen Fürsprache von Dieter Schwarz und seiner Frau für Sie als deren Oberbürgermeisterkandidat ein Überraschungscoup gelungen. Was denken Sie: Welche ihrer Qualitäten und Eigenschaften haben Dieter Schwarz dazu bewogen, sich öffentlich zu ihnen zu bekennen? Ich denke hier müssen wir zwei Stränge sehen. Zum einen müssen wir dafür sorgen die Dinge, die jetzt schon begonnen wurden, beispielsweise die BuGa und das Stadtbahnprojekt, gut zu Ende zu bringen. Das andere sind natürlich die Risiken, denen wir uns stellen und die wir bewältigen müssen, wie zum Beispiel das Thema innerstädtischer Handel. Diese Problematik haben aber nicht nur wir, sondern fast alle Städte. Ebenso das Thema demografischer Wandel. Auch unsere Bürger werden im Durchschnitt älter als noch vor einiger Zeit. Mit Sicherheit ist auch das Thema Integration ein sehr wichtiges, zumal in unserer Stadt Menschen aus circa 140 Nationen leben. Außerdem möchte ich auch das Thema Schaffung von bezahlbarem Wohnraum nennen, was ebenfalls eine der Hauptaufgaben der Zukunft sein wird. Meine Vision ist, dass wir aus dem noch etwas unattraktiven Eingangstor von Neckarsulm aus, das zukünftige Studentenviertel Heilbronns machen. Um die Paulinenstraße herum sollen sich zukünftig und Schritt für Schritt Studenten ansiedeln. H A R RY M E RG E L H A N I X - Freuen Sie sich, ihren Sieg vorausgesetzt, schon auf einen besseren Parkplatz und ein größeres Büro im Rathaus? H A R RY M E RG E L - Ich bin ehrlich gesagt mit meinem Parkplatz in der Tiefgarage sehr zufrieden. Für mich ist es ja auch nichts Neues mehr, im Rathaus zu sein. Dies antworte ich übrigens auch gern auf die Aussage, ob es kein Nachteil sei, dass es ja nur eine Amtszeit für mich geben würde. Ich war die letzten acht Jahre dabei und habe viele der positiven Entwicklungen mitgeprägt. Im Prinzip bewerbe ich mich jetzt also schon um die zweite Amtszeit. H A N I X - Zum Abschluss noch eine Frage, die das kicker-Magazin oft so ähnlich Fußballern stellt: Welche Schlagzeile würden Sie gerne 2022 über sich lesen. Ich denke, dass Herr Schwarz und ich mindestens zwei Gemeinsamkeiten haben. Dies ist einmal eine ganz tiefe Beziehung und Verbundenheit zur Stadt Heilbronn und natürlich das Erkennen der Bedeutung von Bildung und Wissen für diese Stadt. H A R RY M E RG E L H A N I X - Und was entgegnen sie Kritikern, die behaupten, dass sich ein Mann beziehungsweise ein Konzern hier eine Stadt einverleibt? Diese Frage verstehe ich, vor allen Dingen von Journalisten, nicht. Ich bin froh, dass ich in einer freien Gesellschaft mit einer kritischen Presse lebe. Ich denke die Presse wird diesen Punkt genauestens beobachten und ich gehe nicht davon aus, dass wir in einer Bananenrepublik leben. Ich persönlich fühle mich frei und unabH A R RY M E RG E L - Jemand der schon mal die Schlagzeile "Breitner gegen Mergel: Unentschieden" hatte, tut sich schwer sich eine noch bessere Schlagzeile zu wünschen. Ich würde im Jahr 2022 schon gern lesen: "Ganz Heilbronn ist traurig, dass Harry Mergel geht." H A R RY M E RG E L H A N I X - Herr Mergel, vielen Dank für das Gespräch.

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D E R G E G E N K A N D I D AT B J Ö R N B R E T T I M P O RT R A I T TEXT: FLORIAN DIETZ FOTOS: ULLA KÜHNLE; PR

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT Für di e m e i st en Men s c h en s i n d Po litik e r nur gro ße Re d e ns ch winge r, di e ma l mehr, mal we n i g e r d ipl o m a t is c he Fl o s k e ln vo n s ich g e be n und d abe i le id e r v i el zu hä uf i g nur h e i ße Lu f t in f o r m s c hö n e Wo r th üls e n pus te n. Was ble ibt, we nn di ese a bkühlt, is t e i n Zustan d d er Er n ü c ht er u ng , d e r s ch ne ll in e ine Le th arg ie übe rgeht, di e a nste cke n d zu s ein s c h ei n t . Ei n er, d e r in e rs te r Linie ge g e n d ie s e Po litikverdrossenhe it i n de n Box r i n g d es Ob er b ü rge rm e is te r-Wah lk am pfe s s te igt, is t B jörn Brett. De r 4 0 -jäh r i ge is t i n er s t er L i n i e e ine s : Re alis t – und He ilbro nne r m it L ei b und Se el e . Sich von einer Floskel zur anderen zu schwingen ist nicht seine Natur. Wo andere viel reden und wenig dabei sagen, denkt er lieber einen Moment länger über seine Antworten nach, um auf den Punkt, anstatt auf das nächste Komma zu kommen. Nach der Ansicht des gelernten Einzelhandelskaufmanns ist sowieso das Reden nicht die vorrangige Aufgabe, die ein Oberbürgermeister beherrschen sollte, sondern vielmehr das genaue Zuhören. "Man macht sich unglaubwürdig, wenn man als Einzelner behauptet die Sorgen und Nöte vom großen Unternehmen bis hin zum kleinen Arbeiter zu kennen und für beide Seiten bestmöglich einstehen zu wollen", sagt er und macht so deutlich, dass er das Amt des Oberbürgermeisters mehr als Vermittler und nicht rein als mächtiger Entscheider interpretiert. Sein Hauptaugenmerk im Wahlkampf liegt in der Wiederbelebung der Stadt, die seiner Ansicht nach sowohl tagsüber, als auch im Nachtleben wieder lebens- oder besser erlebenswerter werden muss. "Wir sehen uns als Studentenstadt, werden aber der Nachfrage der Studenten, was die Nachtszene, Barkultur oder bezahlbare Wohnungen angeht, momentan überhaupt nicht gerecht", kritisiert er die derzeitige Situation, die in der Form häufig von Studenten und jungen Leuten an ihn herangetragen wird. "Aber auch das Angebot für die Ü40-Generation ist einfach nicht zufriedenstellend", verdeutlicht er mit Nachdruck den Mangel an gastronomischen und kulturellen Alternativen. Sein Ansatz ist es, Gastronomieangebote mehr zu fördern, indem man die Reglementierungen herunterschraubt und die Sperrzeiten entsprechend ausdehnt. Ein reichhaltiges Angebot ist für Björn Brett ein Indiz der Lebensqualität einer Stadt. Und genau diese sieht er in Gefahr: "Es stört mich, dass die Experimentaerweiterung direkt neben dem bisherigen Gebäude entstehen soll. Damit verschwindet der letzte grüne Fleck der Innenstadt." Auch die "Einkesselung" des Bollwerksturms ist ihm unverständlich. "Heilbronn wird größtenteils an den Menschen vorbeiregiert", ist sein ehrliches Fazit, das gleichzeitig die Motivation seiner ernst gemeinten Kandidatur darstellt. Erreichen möchte er vor allen Dingen die jüngere Zielgruppe im Alter von 18 bis 45, die er gerne mit der älteren Generation wieder an einen Tisch holen würde, um das gemeinsame Wohl generationsübergreifend wieder über das Wohl Einzelner zu stellen. Ansatzpunkte sieht er in einer größeren Bürgerbeteiligung sowohl bei kleineren als auch bei weitreichenden Entscheidungen für die Stadt. "Ich bin für eine direkte Demokratie", erklärt der ledige Jungvierziger, der sich selbst zu seiner Zielgruppe zählt. Seiner Ansicht nach haben viele Menschen aus Heilbronn gute Ideen, aber davon kommen einfach viel zu wenige bei den Entscheidern an. Ein Internetportal, in dem Ideen diskutiert und bewertet werden können, wäre ein Medium, das er begrüßen würde. Unterstützt wird Björn Brett durch seinen großen Bekanntenkreis, der sich über alle Stadtteile erstreckt. Die Finanzierung seines Wahlkampfes trägt er mit dem vergleichsweise geringen Budget von 500 Euro selbst. Wie man aus dem schmalen Budget ohne Streuverluste möglichst viel Aufmerksamkeit rausholt, liegt ihm quasi in den Genen: "Ich bin Schwabe, wir versuchen ja immer aus wenig möglichst viel zu machen." Freunde von ihm haben eine Fa-

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT cebook-Gruppe initiiert, die schnell über tausend Nutzer des sozialen Netzwerks erreicht hat. In ihr sieht er ein kostengünstiges Mittel, um gerade die vermeintlich politikverdrosseneren jungen Leute zu erreichen. Bürgerentscheide werden hier auch mal auf der kleinen Ebene geprobt. So konnten die Nutzer beispielsweise über die Gestaltung seiner Wahlplakate abstimmen. Weitere Themen, die ihm nah am Herzen liegen, sind bezahlbare Mieten durch soziale Wohnungsprojekte und eine verbesserte Integrationsförderung, die eine multikulturelle Stadt wie Heilbronn dringend benötigt, da die Angebote aus Sicht von Björn Brett größtenteils ebenfalls an den Zielgruppen vorbeikonzipiert sind. Neben dem Nachtleben, das hier Berührungspunkte schafft, will er verstärkt in Jugendangebote wie Jugendhäuser, Bolzplatzsanierungen oder Streetworker investieren. Sein Verständnis ist, dass die Lebensqualität ein entscheidender Faktor ist, der Menschen in einer Stadt hält. Neben guten Angeboten für Kinder und Familien ist natürlich ein sicherer Arbeitsplatz essenziell. Um Unternehmen an den Standort Heilbronn zu binden, müssten die Prozesse vereinfacht und beschleunigt werden. Langatmige Bürokratie wie beispielsweise bei Bauanträgen sei etwas, was man sich nicht erlauben dürfe, wenn man in der Region wirklich wettbewerbsfähig bleiben möchte. Dabei ist er bemüht, das komplexe Ganze immer wieder in seine Gleichung mit dem Ergebnis der Lebensqualitätssteigerung auf allen Ebenen herunterzubrechen: "Den anderen Kandidaten fehlt es an einer klaren Vision. Meine ist es, wieder ein generationsübergreifendes Wir-Gefühl in Heilbronn zu schaffen. Das gab es vor 20 Jahren schon einmal. Leider ist es verloren gegangen." Die Vermutung liegt nahe, dass die beiden großen OB-Kandidaten nicht wissen, wovon Brett spricht, weil es kein Gefühl ist, das man in langjährigen Rathauskarrieren zu finden vermag. Die mitfühlende und demonstrative Bürgernähe kauft er Diepgen und Mergel nicht ab, weil sie weder auf ihn, noch auf viele jüngeren Mitmenschen authentisch wirkt. "Keiner macht mehr klare Aussagen, sondern windet sich, um im Nachhinein weniger angreifbar zu sein." Weiteres Verbesserungspotenzial sieht der langjährige Veranstaltungsmanager im Stadtmarketing, das auf mehr Entscheidungsträger verteilt und wieder mehr OB-Chefsache werden sollte. Gerade bei lokal initiierten Events sieht er dringenden Nachholbedarf. Gerne würde Brett das Lichterfest wieder aufleben lassen und auch mehrwöchige Veranstaltungen wie beispielsweise eine kleine Fashion-Week oder TuningVeranstaltungen für die ehemalige Media-Markt-ParkplatzSzene hält er für denkbar, um auch Auswärtige wieder nach Heilbronn zu locken. Detaillierte Konzepte könnten im Dialog mit den Bürgern entstehen. Seine Chancen sieht er realistisch, wenngleich er augenzwinkernd hinzufügt, dass "bei Wahlen und in der Liebe" immer alles möglich ist und er das moderne Beispiel von Jón Gnarr anführt, der als Comedy-Star und Punkband-Mitglied Bürgermeister von Reykjavík wurde. Sein Ziel ist eine hohe Wahlbeteiligung – speziell in der jüngeren Wählerschicht – für die er in seiner geplanten Tour durch die Innenstadt und die Stadtteile werben möchte. "Das Ganze funktioniert nach dem abgewandelten Glücksprinzip. Wenn drei Leute wieder je drei weitere mit ins Wahlbüro nehmen, ergibt das am Ende einen hübschen Schneeball-Effekt." Ob dieser für eine kleine Lawine ausreicht, wird sich zeigen. "Wenn es wegen mir zu einer Stichwahl kommt, wäre das schon ein kleiner Erfolg."

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JOSHIS MEINUNG Ein Stadtoberhaupt ist zum Beispiel ein Bürgermeister. In Heilbronn ist der Oberbürgermeister der Herr Himmelsbach, bis dann bald ein neuer Bürgermeister gewählt wurde. Den Herrn Himmelsbach hab ich mal, ich glaube, in der Schule gesehen. Da war der aber schon viel netter als in Geschichten meistens von Bürgermeistern erzählt wird, da sind das ganz oft so Fiese, die immer nur an Geld und Macht denken. Bei Benjamin Blümchen, was ich früher oft gelesen und geschaut habe, da ist der Bürgermeister das letzte Arschloch, das darf ich nicht schreiben, also der ist der letzte Depp. Hat er grad den kleinsten Dreck im Kopf, schon muss er losflitzen und irgendeine Straße quer durch den Wald bauen lassen. Egal, was mit den Waldbewohnern wird und der Natur, Hauptsache er setzt seine Idee durch. Und was denken wir da alle??? Naja eigentlich sind sie wohl ganz nett, diese Bürgermeister. Sie sind halt wie kleine Könige, nur dass sie nicht ein ganzes Land sondern nur eine kleine, popelige Stadt regieren. In Geschichten haben sie ein Luxusleben und alle sind ganz verrückt, wenn sie den Bürgermeister treffen, in Wirklichkeit ist das nicht so. Sie leben in normalen Häusern und sind auch keine Promis, sondern sie sind einfach Bürgermeister. So Bürgermeister wollen die Stadt größer und reicher machen und planen Bauwerke, die viel Geld kosten und die die Bürger (also wir) manchmal vielleicht gar nicht mögen. Stadtoberhaupt darf man auf keinen Fall mit einem Staatsoberhaupt verwechseln, weil ein Staatsoberhaupt könnte zum Beispiel die Queen von England sein und ein Stadtoberhaupt ist, wie gesagt, der Bürgermeister, der die Bürger seiner kleinen Stadt bewacht. Es gibt natürlich auch Bürgermeister von großen Städten, aber das ist auch lang nicht so viel wie ein Staat oder ein Land. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre Bürgermeister von Heilbronn, würde ich für meine Stadt ganz neue Regeln erfinden. Zum Beispiel, dass man jeden Sonntag und Montag Geburtstag hat und deshalb die ganze Woche eine riesige Torte in der Stadtmitte stehen würde und wenn man vorbei kommt, kann man sich ein Stück zum Naschen mitnehmen und glücklich nach Hause gehen und

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TITELTHEMA: STADTOBERHAUPT Party feiern mit den Freunden. Das wär doch für jeden schön! Ich bin aber nicht Bürgermeister, sondern einfach der Joshi, der Euch die Kolumne schreibt. Diese Woche war ich beim Kinderparlament, das war schon ein bisschen sowas in die Richtung wie die Sachen, die der Bürgermeister macht. Da haben wir das beste Kinderprojekt der Stadt Heilbronn gewählt, die bekommen dafür einen Siegerpreis, wenn der überreicht wird, sind wir vom Kinderparlament auch wieder eingeladen. Das Heilbronner Theater hat gewonnen und bekommt den Preis. Der Tag hat echt Spaß gemacht! Beim nächsten Mal lest ihr wieder von mir, Leute, bis dann! Euer Joshi

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HEILBRONNS MACHTZENTRALE FOTOS: ULLA KÜHNLE Unsere Fotografin Ulla Kühnle durfte sich in Abwesenheit Helmut Himmelsbachs in seinem Amtszimmer umsehen. Von hier aus wird Heilbronn regiert. Von hier aus überblickt das Stadtoberhaupt den Marktplatz mit freier Sicht auf die imposante Kilianskirche. Nur noch wenige Wochen führt Himmelsbach die Stadt. Danach wird ein neuer Mann über den Marktplatz auf die Kilianskirche blicken. Ob auch er ab und an im Buch "Die Kunst des Regierens" blättern wird?

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Filmformate im HA N I X Magazin Imagefilme Firmenfilme Kunst- und Kultureventfilme Kontakt: kionka@formatf ilm.tv

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QU IZ D ICH GLÜ CK L I C H !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº26 FRAGE: AN WELCHEM DATUM WIRD IN HEILBRONN 2014 DER NEUE OBERBÜRGERMEISTER GEWÄHLT? CIRCA 88 000 WAHLBERECHTIGTE, ERSTMALS AUCH 16- UND 17-JÄHRIGE, SIND AUFGERUFEN EIN NEUES STADTOBERHAUPT FÜR HEILBRONN ZU WÄHLEN. EINES IST SICHER: ES WIRD EIN MANN. ES FAND SICH KEINE FRAU, DIE SICH ZUR WAHL STELLTE. GEWINNEN WIRD MIT GROSSER WAHRSCHEINLICHKEIT ENTWEDER EIN HEILBRONNER ODER EIN HESSE. HEILBRONNER MUSEEN FISCHER VERLAG AUDI FORUM NSU PEARLS DIAMOND 3 x KATALOG 3 x BUCH 3 x 2 Tickets 1 x 50 € Gutschein Theodor Heuss und die Kunst, darum geht es in der im März startenden Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann. Wir verlosen drei Ausstellungskataloge. Katrin Bauerfeind hat ein Buch über das schöne Scheitern geschrieben. Im Zuge ihrer Lesung in Heilbronn verlosen wir drei Bauerfeind-Bücher. Slam Poetry erobert das Audi Forum in Neckarsulm. Erstmals treten Ende März Slam Poeten in der Autohalle auf. Wir verlosen insgesamt sechs Tickets. Ob ihr den Gutschein für ein Abendessen, süffige Cocktails oder ausgiebiges Frühstücken einlöst bleibt euch überlassen. Lasst es euch schmecken im "Pearls". WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: STADTOBERHAUPT EINSENDESCHLUSS IST DER 16. MÄRZ 2014. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: MOBILAT

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EIN BRIEF VON MICHAEL MÜLLER GELESEN VON: NICOLAI KÖPPEL L I E B E H E I M AT, wieder einmal schreibe ich Dir aus dem Flugzeug. Die kleine Maschine ist gerade abgehoben und wir fliegen über eine sanfte Hügellandschaft durchzogen von ausgetrockneten Flussbetten. Die Sonne ist eben aufgegangen und die Strahlen erhellen allmählich die Weite Namibias in roten Schimmer. Ich bin auf dem Weg von Windhuk in den Norden Namibias, wieder mal ein Projekt weit ab vom Schuss. Du fragst Dich sicherlich, was ich hier mache. Vor ein paar Monaten war ich doch noch bei Dir, in Deinem schönen Osten gewohnt und mich täglich in Dir bewegt. Ich hatte Dir von meinen Plänen erzählt zu bleiben, mich endlich niederzulassen, bei Dir. Und was jetzt – Sonnenstrahlen in Namibia. Ich muss zugeben, auch für mich war das alles etwas überraschend und die Entscheidung Dir wieder den Rücken zu kehren war keine einfache, wenn auch schnell getroffen. Die Dinge haben sich nicht so entwickelt, wie ich es mir erhofft habe. Vielleicht war ich auch zu optimistisch mit meinen Plänen, zu viel erwartet, auch von uns. Wir hatten einen schönen Sommer zusammen und ich habe es genossen, Dich wieder so nahe zu erleben. Deine hügligen Landschaften, die Stadt mit Ihrer geschundenen Allee, Parks und Biergärten, alles, was Dich ausmacht, natürlich auch Deine Bewohner. So konnte ich alte Freundschaften aufleben lassen und festigen, die ein oder andere mir fremde Persönlichkeit kennenlernen und mich gelegentlich an Deinem überschaubaren Nachtleben – austoben wäre das falsche Wort – sagen wir erfreuen. Und das soll jetzt alles vorbei sein fragst Du mich – ja, sagen wir mal zumindest für absehbare Zeit. Wir haben die Zelte mal wieder gepackt und sind zurück nach Afrika, zurück nach Johannesburg und haben vor die nächsten paar Jahre hier zu bleiben. Ich bin zurück bei meiner alten Firma und habe neue Aufgaben übernommen, die mir mehr Reisen in Afrika bescheren, so wie diese nach Namibia. So hoffe ich mehr von Afrika zu sehen und zu erleben, und diesen so spannen-

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BRIEF AN DIE HEIMAT: SÜDARFRIK A STECKBRIEF N a m e : MI C H A E L MÜ L L E R A l t e r : 35 JA H R E Wohnor t : J O H A N N E S BU RG, S Ü DA F R I K A Auf ent halt a b De ze m b e r 20 1 3; m i n d . d re i J a h re den Kontinent weiter zu erkunden. Johannesburg ist wie immer, ständig expandierend, ständig verstopft und eine ständige Kluft zwischen "Allem Alles und Nichts", an die ich mich auch nach so langer Zeit kaum gewöhnen kann. Anders als vor mehr als drei Jahren, wir wissen auf was wir uns einlassen, wissen wo, und wie wir wohnen wollen, wissen, was geht und was nicht. Wir haben uns etwas mehr Geduld zugelegt und nach gerade mal zwei Monaten haben wir uns besser eingelebt, als ich es mir erhofft hatte. Anders als damals haben wir dieses Mal auch nicht das globale Großereignis verpasst. 2010 kamen wir eine Woche nach dem die Weltmeisterschaft zu Ende war. Dieses Mal kamen wir rechtzeitig zum wahrscheinlich größten Spektakel, dass jemals um einen Verstorbenen gemacht wurde, Madiba. Was vor zehn Jahren noch zu Chaos und Gewalt hätte führen können versetzt jetzt das ganze Land mit all seinen Nationalitäten in eine Trance aus Trauer und Freude – Trauer das er gegangen ist aber Freude, dass er da war. Mit ihm geht ein Kapitel der Geschichte zu Ende, dass Südafrika und wahrscheinlich auch die Welt verändert hat. Mich hat er sehr beeindruckt. So machen wir nun einen Neuanfang auf bekanntem Terrain mit dem Wunsch mehr zu erleben, mehr zu reisen, mehr zu entdecken und wir werden sehen, was sich in den nächsten Jahren so alles ergibt. Keine Sorge liebe Heimat - ich bleibe Dir treu, wenn ich auch feststellen muss, dass zumindest im Moment und für eine gewisse Zeit uns der Abstand gut tut. Mein Flug ist bald zu Ende und es ist erstaunlich, wie sich die Landschaft verändert hat, seit wir in Windhuk abgeflogen sind. Hier im Norden ist es wesentlich grüner und weit weniger karg. Ich bin gespannt was mich diese Woche erwartet – wahrscheinlich sehr viel Arbeit. Gehab Dich wohl, liebe Heimat. Ich schreibe Dir bald wieder und werde Dich sicherlich auch bald mal besuchen. Dein Michael

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F R O M N E W Y O R K T O H E I L B R O N X He i l b ro n x . Der Na m e s o ll d e r Le ge nd e nach vo n Ne w Yo rk e r G Is, d i e hier s t a t io n ier t ware n, g e prägt wo rd e n s e in. Uns e re Mi tar b e i t er in Ma v i n g a Pet r a sch s ch ick t uns Vid e o g r üße aus Ne w York. Dies m a l : Ne w Yo rk g o e s Tis ch te nnis ! Wal l y Green i s a - t a b l et ennis ch am pio n, clubowne r, rappe r , ente r tai n er ! Th e 3 4 yea r o ld s po r ts m an trave ls aro und th e wo rld to c om p et e w it h t h e b es t p laye rs , h e als o wants to m ak e ping po ng m ore po pu l a r i n t he U S. He calls Japan h is s e co nd h o m e and i s a tv per s o n a l i t y in c hin a and j apan alre ad y. Maving a was vis iting th e p i n g po n g a m b a s s a do r at h is h is SPIN N Y club in m id tow n

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Kreativzentru Heilbronn „Wir halten kreative Köpfe in Heilbronn und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen“ (Philipp Kionka / FormatFilm) Räume zu vermieten Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 • 74072 Heilbronn • www.kreativzentrum-heilbronn.de • kionka@formatfilm.tv Kreativzentrum Heilbronn

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNBOARD VIA GRAFIK Für den Trailer der Sendung "Get Alive" bat uns MTV damals, ein Objekt zu entwickeln, das aus fahrbaren Elementen besteht, so dass im Filmchen später ein Auto des Sponsors hindurchfahren könnte. Holzgerippe wurden mit Graupappe bespannt und anschließend bemalt. Die einzelnen Klötze konnte man auf Rollen durch die Halle schieben – und später nach dem Dreh in den nahegelegenen Volkspark Friedrichshain, dem wir das Ergebnis einer Woche harter Arbeit letzten Endes zu überlassen hatten, wenn wir die Entsorgung nicht selbst übernehmen wollten. LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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"MTV – Get Alive", Velodrom Berlin, 2007

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LESER B R IEFE Liebes HANIX-Team, mit eurem Titelthema Tiere habt ihr mal wieder Näschen bewiesen. Kaum kommt ihr mit einem Tiercover um die Ecke, zieht die BILD nach und berichtet tagelang über Magnus, die an Löwen verfütterte Kopenhagener Zoogiraffe. J O C H E N PA P P, STUTTGART Guten Tag HANIX, danke für das Interview mit PETA. Endlich wurden auch einmal tierische Mitbewohner in den Fokus gerückt. Oft wissen die Halter der Tiere nicht, wie sie ihren Mitbewohnern eine artgerechte Haltung bieten können. Schön, dass ihr versucht habt, dafür ein Bewustsein zu schaffen. KIRSTIN R A ACK, LEINGARTEN Liebe Redaktion, euer Promifaktor steigt merklich. Und dabei erwischt ihr oft die guten Gesprächspartner. Ob Walter Sittler und Gerd Leipold in der Weihnachtsausgabe oder in der darauffolgenden Tiere-Ausgabe Sängerin Cäthe. Ich wünsche mir als nächste Thees Uhlmann und Katrin Bauerfeind. Die sind im März nämlich in der Region zu gast. (Anm. d. Redaktion: Dein Wunsch ist uns Befehl!) MAIK SCHNEIDER, KARLSRUHE Liebes HANIX-Team, ein großes Dankeschön für eure letzte Releasefeier im Zehenderhaus am Marktplatz. Schon lange habe ich nicht mehr mit so vielen netten Leuten in einer so charmanten Location gefeiert. Musik top, Getränke günstig, Leute nice, Gespräche bereichernd. Mehr konnte ich von einem Samstagabend in Heilbronn nicht erwarten. Bis zum nächsten Mal. FLORIAN HARTMANN, LEINGARTEN Hallo HANIX, besonderen Spaß beim Lesen der Februar-Ausgabe hatte ich beim Interview mit Harald Riegg. Ich kenne ihn ja nur vom Sehen an der Mobilat-Türe. Wahnsinnig interessant, was der Mann zu erzählen hat. Und wunderbare Bierkrug-Fotos obendrein. Danke an den Fragensteller und den Fotografen. LISA BR AUER, HEILBRONN Hallo an das HANIX-Team! Von mir einfach nur eine kurze Gratulation zur 25 Ausgaben. Ich freue mich auf weitere 25 Ausgaben. H E I K E K L E B E R T, HEILBRONN

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I MP RESSU M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Kastanienweg 12 74080 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Oliver Maria Schmitt, Maria Sanders, Leo Volland, Anette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Sascha Wartha, Valerie Grübele, Joshua Endresz, Ken Jebsen, Nicolai Köppel, Michael Müller, Katharina Scheinpflug, Florian Dietz E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Mavinga Petrasch, Eldon Phillips, Bryan Henao Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kühnle, Patrick Labitzke, Meli Dikta, Tibor Bozi, Ingo Pertramer Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Sarah Baudenbacher sarah.baudenbacher@HANIXmagazin.de Marcel Kantimm marcel.kantimm@ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha@ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Die Schwierigkeit bei diesem aktuellen "Historischen Schuss" lag darin, sich für einen der Heilbronner Bürgermeister zu entscheiden, um ihn hier vorzustellen. Denn interessant und erinnernswert sind sie (fast) alle. Unsere Wahl fiel auf ein Stadtoberhaupt, das heute nahezu vergessen ist, auch wenn in Heilbronn eine Straße, eine Brücke und eine Stiftung seinen Namen trägt: Paul Göbel aus Urach, Oberbürgermeister in Heilbronn von 1904 bis 1921. Seine Amtszeit fällt zwischen die des energischen und selbstherrlichen OB Paul Hegelmaier und dem nicht minder energischen, sperrigen OB Emil Beutinger. Paul Göbels Vorzüge lagen in seiner ausgleichenden, vermittelnden, sozialen Art – was genau richtig war in der Zeit sich verschärfender "Klassengegensätze" im Kaiserreich und der Notzeit an der "Heimatfront" im Ersten Weltkrieg. Dass die Novemberrevolution 1918/19, bei der es auch in Heilbronn hoch herging, hier ein relativ versöhnliches Ende nahm, lag auch an dem besonnen agierenden Göbel. Es macht ihn im Rückblick auch sympathisch, dass er zumindest der bürgerlichen Frauenbewegung aufgeschlossen gegenüberstand und sie als wichtiges Element innerhalb der entstehenden modernen Stadtgesellschaft wahrnahm und sie wohl auch wirklich schätzte. Als der beliebte Oberbürgermeister ganz überraschend am 5. Mai 1921 im Alter von knapp 51 Jahren starb, stand Heilbronn unter Schock. Die Inschrift, die sein schlichter Grabstein auf dem Heilbronner Hauptfriedhof trägt, spiegelt wider, was die Heilbronner empfanden: "In schwerer Zeit hat er die Stadt geführt, weitblickend, fürsorgend und treu. Ihm dankt die Bürgerschaft." Seit 1963 gibt es in Heilbronn die Paul-und-Anna-Göbel-Stiftung. Sie wurde von Dr. Kurt Göbel in Erinnerung an seine Eltern ins Leben gerufen und fördert Projekte im Bereich der Kultur, Kunst und Bildung. Auch das Heilbronner Stadtarchiv, das wieder Text und Bild für diesen "Historischen Schuss" geliefert hat, wurde bereits durch diese Stiftung unterstützt.

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Oberbürgermeister Paul Göbel, um 1920

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V E R A N S TA LT U N G E N IM MÄRZ 1. März Theater Heilbronn, Großes Haus Emilia Galotti - Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing Prinz Hettore Gonzaga von Guastalla liebt die Frauen. Als er das schöne bürgerliche Mädchen Emilia Galotti erblickt, möchte er sie auf der Stelle besitzen. Doch der Prinz muss erfahren, dass das Objekt seiner Begierde noch am selben Tag den Grafen Appiani heiraten wird. Marinelli, Kammerherr und Vertrauter des Prinzen, fädelt eine Intrige ein. Appiani soll sofort mit einem angeblich wichtigen Auftrag außer Landes geschickt werden. Doch der Graf lehnt ab. Marinelli ist aber mit seinen Tricks und Raffinessen noch nicht am Ende und schreckt selbst vor einem Verbrechen nicht zurück, um Appiani von seiner Braut zu entfernen. Emilia ist unterdessen den Verführungsversuchen des Prinzen ausgesetzt, vor dem sie eine tödliche Furcht hat: "Gewalt! Gewalt! wer kann der Gewalt nicht trotzen? Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist die wahre Gewalt. - Ich habe Blut, mein Vater, so jugendliches, so warmes Blut als eine. Auch meine Sinne sind Sinne. Ich stehe für nichts. Ich bin für nichts gut." 1. März Am Flughafen treffen vier Frauen aufeinander, die zwei Dinge gemeinsam haben: Ihr Flieger verspätet sich und sie befinden sich in den Wechseljahren, bzw. zumindest kurz davor. Die Heldinnen aus den Quotenschlagern "Sex and the City" und "Desperate Housewives" können einpacken, wenn diese vier Damen die Bühne betreten. "Heiße Zeiten" ist ein komödiantisches und musikalisches Feuerwerk. Von der Schnulze über Popsongs und Klassiker der Discowelle bis hin zu Jazz-Standards – alle in einer deutschen Version- dieser "Klimakteriumskracher" lässt kein Auge trocken. 1. März Mobilat Basement Soul Bukowski FEIERKREIS HEILBRONN Alles neu macht nicht immer erst der Mai, im Bukowski hagelt es bereits am 1. März Debüt-Gigs: Zensi a.k.a. Marx Milla, eine Hälfte des jungen Labels Volxfunk aus Augsburg ist gebucht, und bringt auch noch Kollegin Rumpelstilzchen mit. Aus Heilbronn am Start ist die Affection Crew, die ihre Zuneigung stets in Beats und Bässen rüberbringt. See you on the Dancefloor! 1. März Im Januar wurde im Zuge des einjährigen "Basement Soul"-Jubiläums gerade erst die erste Kerze auf den Plattenteller gestellt - was viele als Anlass sehen könnten, jetzt erst mal die Beine hochzulegen. Doch nicht so DJ RoccZ und Cal Caprice! Am 1. März geht es im Mobilat direkt weiter mit der groovigsten, souligsten und funkigsten Party, die Heilbronn zu bieten hat. Dieses mal wird zwar kein Geburtstag gefeiert, aber der Stimmung tut das mit Sicherheit keinen Abbruch. Unsere Residents hauen das feinste auf die Decks,was die Geschichte der urbanen Musik so hergibt und ihr bringt die Bude zum kochen Basement Soul in Reinkultur eben! Cal Caprice (basement soul) 1. März Theater Heilbronn, Komödienhaus Harry und Sally - Komödie von Nora Ephron Theaterschiff Heisse Zeiten - Wechseljahre Revue 126 Sally ist neu in der Stadt und renoviert ihre Wohnung. Harry, der Freund ihrer Freundin, hilft ihr beim Streichen. Sally ist eine Pedantin, wie sie im Buche steht. Er ist ein Typ, der das Leben leicht nimmt. "Lust auf Sex, während die Farbe trocknet?", fragt er. Sally ist entrüstet, schließ-

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z lich ist Harry mit ihrer Freundin zusammen. "Lass uns einfach Freunde sein", schlägt sie ihm vor. Das, so lautet Harrys Überzeugung, ist unmöglich. "Männer und Frauen können niemals Freunde sein, weil ihnen immer der Sex dazwischen kommt." Fünf Jahre später treffen sie sich wieder. Beide sind in glücklichen Beziehungen. Das hält Harry aber nicht davon ab, wieder mit Sally zu flirten. Zu einer Verabredung kommt es jedoch erst weitere fünf Jahre später, als beide, verlassen von ihren Partnern, die Nase voll haben von der Liebe. Sie werden richtig gute Freunde, die sich alles erzählen können. Sollte Harry sich mit seiner These über Männern und Frauen doch geirrt haben? 1. März das die CROCO Band ,bei jedem gut ankommt, der sie "Live" erlebt, egal ob jung, oder alt! 2. März Ebene 3 im Kulturforum K3 Tango Argentino Tanzabend Tango ist Sehnsucht, Geheimnis, Leidenschaft und Erotik. Wer vom Tango einmal berührt ist, der wird infiziert sein und der Sucht dieses Tanzes nachgeben müssen. Wer selbst nicht tanzen mag, kann bei einem gemütlichen Glas Wein auch einfach nur zuhören und zuschauen, wie andere Tango tanzen. Zuschauer und Mittänzer sind herzlich eingeladen! 2. März Ebene 3 im Kulturforum K3 7 More Days Kulturkeller Klaus Birk "Klaus, der Hund muss naus!" Dem Zuhörer wird ein umfangreiches Repertoire aus Hits, Klassikern und selten gehörten Perlen, hauptsächlich aus den Genres Rock, Hardrock und Blues geboten. Die Cover-Songs werden zum Großteil nah am Original gehalten. Die Band peppt aber auch Songs mit eigenen Ideen auf. So entstehen neue, unverbrauchte 7 more Days-Versionen. Egal ob kleiner Club oder große Open Air-Bühne, die fünf sympathischen Musiker überzeugen mit musikalischer Vielfalt, Professionalität und purer Spielfreude. Ihre Musik ist persönlich und unverwechselbar, keine aufgesetzte Show und Effekthascherei. 1. März Red River "CROCO" - DIE ROCK-COVER-BAND AUS HEILBRONN Als Klaus Birk zeitunglesend das Gartenschau Jahr in Nagold betrachtete, dabei immer wieder seine Frau rief: "Elisabeeeeeeeth, hast du das gelesen?" und sich dabei über Stadt, Land und Leute amüsierte, wurde ihm bei der Reaktion des Publikums klar, dass mit "Elisabeth" etwas Neues in sein Bühnenleben getreten war. Jetzt ist er damit als "Birk im Radio" auf SWR 4 - Stuttgart zu hören. Er sitzt dabei im Wohnzimmer, redet mit dem Publikum, während sein Hund bellt und Elisabeth ihn auffordert mit dem Hund spazieren zu gehen. Wie anders also konnte das neue Programm heißen? Also treten sie ein in die Welt des Birk, hören sie Geschichten von der Liebe, dem Leben, von Versöhnung, Pizza-Leasing und Fischen im Weltall. Und gehen Sie vorher noch mit ihrem Hund spazieren. 2. März Die fünf Bandmitglieder reißen mit ihrem Repertoire, und ihrer spektakulären, und nicht alltäglichen Show jeden vom Hocker, der den guten-alten Rock liebt ! Und das erst recht, nach der Umbesetzung der Band, im Sommer 2004 ! ! Songs von AC/DC und IRON MAIDEN, über KISS und METALLICA, bis hin zu BRYAN ADAMS, BON JOVI oder QUEEN, sind nicht nur ein Leckerbissen für die Ohren, sondern auch für’s Auge. Jeder der die CROCO - Band schon einmal Live sah, dem mußte auffallen, das diese Band ihren Spaß an der Musik, auch auf der Bühne lebt! Und das ist das wichtigste für die Bandmitglieder. Jeder, der auf die Konzerte kommt, soll Spaß mit uns haben! Das ist das Motto der CROCO - Band! Und auch die musikalische Vielseitigkeit, ist Garant dafür, Theater Heilbronn, Komödienhaus Michael Hatzius: Die Echse und Freunde - das volle Programm Die Echse ist ein Urgestein der internationalen Kulturlandschaft und war von Anfang an dabei. Egal worum es geht. Weit mehr als 2000 Jahre alt, gründete sie einst gemeinsam mit Aristoteles, den sie noch heute liebevoll "Ari" nennt, das erste Theater der Welt, hat aber schon lange davor durch eigenhändige Zellteilung der Evolution auf die Sprünge geholfen. Puppentheater lehnt die Echse zwar grundsätzlich ab, führt jedoch mit ihrem selbstgebauten Echsenmodell die Zuschauer immer wieder großzügig

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z in die grundlegenden Geheimnisse der Puppenspielkunst ein. Die Echse nutzt ihr vielseitiges Wissen jedoch nicht nur, um vergangene und aktuelle Geschehnisse zu reflektieren, sondern besitzt ebenso hellseherische Fähigkeiten. So wagt sie live einen Blick in die Zukunft des Publikums. Wohin der Abend führt? Man wird es erleben. Wenn der Berliner Puppenspieler Michael Hatzius durch die zweistündige Soloshow führt, kommen auch ein Huhn, zwei Spinnen sowie viele weitere Gesellen ans Licht – und drohen zu scheitern. Ein tierischer Abend mit reptilem Humor. 2. März in der Hagman Group! Es gibt zwischen Charakter des Instruments und Persönlichkeit der Solistin stets so manche Wechselwirkung: Bandleaderin Ricarda ist so vielseitig musikbegeistert wie ihr Saxophon. Sie hat keine Berührungsängste mit Werken der großen Heroes, spielt aber auch gerne vergnügt-experimentell und streckt ihre Fühler in Richtung Pop aus. Tiefgründige Musik der Hagman Group, die zum Entschweben einlädt. 6. März Theater Heilbronn, Kammerspiele Dracula - Live-Hörspiel nach Bram Stoker von Eike Hannemann & Birte Werner Red River Shooter Jennings - Americana Country Rock 3. März Theater Heilbronn, Großes Haus Theaterführung Lüften Sie die großen und kleinen Geheimnisse der "Werkstatt Theater": Besuchen Sie die Schreinerei, den Malersaal und lassen Sie sich durch unterirdische Gänge führen. 4. März Complex23 Konzert: Mystical Communication Service Mystical Communication Service aus Berlin, ist ein sich immer weiter entwickelndes Musik-Projekt, angeführt durch den fiktiven "Kopf" Yanez Di Mompracem und verstärkt durch seine Ansammlung von exzentrischen und absolut nicht fiktiven Bandkollegen aus den verschiedensten Ecken der Welt. MCS ist ein Zusammenschluss eigenwilliger Lebenskünstler, die den lange verloren geglaubten und vergangenen Spirit der traditionellen Musik wieder in die Mainstream Musikszene zurückführen möchten. Hervorstechende Gitarrenklänge und Drums tiefer als Herzschläge geben ihrer Musik einen Hauch von Mississippi Disko Blues vermischt mit den Sehnsüchten umherwandernder Gypsies. 5. März Vampir-Geschichten haben Konjunktur. Dass man diesem Horror-Klassiker trotzdem noch etwas Neues abgewinnen kann, zeigt das Theater Heilbronn mit einem Live-Hörspiel. Auf der Bühne befinden sich merkwürdige Utensilien wie mit Sand oder Steinen gefüllte Kisten, Wassergläser, ein kaputtes Harmonium, Mikrofone aller Art, Blechwände, Windmaschinen. Mitten drin zwei Schauspieler, die das scheinbare Chaos perfekt beherrschen. Sie spielensämtliche Rollen und erzeugen eine gruselige Geräuschkulisse vor den Augen des Publikums: Augen zu und auf geht’s nach Transylvanien. Dahin ist nämlich der junge englische Rechtsanwalt Jonathan Harker gereist, um den Grafen Dracula zu beraten, der auf der britischen Insel ein Grundstück erwerben will. Harker wird in dem düsteren Karpatenschloss des Grafen Zeuge grässlicher Vorgänge. Als er merkt, dass er es mit einem Vampir zu tun hat, flieht er. Aber Graf Dracula kommt nun selbst nach London. Dort begegnet der Vampir Harkers Braut Mina. Bald geschehen merkwürdige Dinge in London ... 6. März Complex23 Bad Taste & Trash KurzfilmNacht (Fsk 16 Jahre) Jazzclub Cave 61 Konzert + Session: Hagman Group Das Bariton-Saxophon ist ein Instrument der tiefen Lagen. Als Soloinstrument tritt es selten in Erscheinung. Anders Präsentiert von : Int. Low & no budget Kurzfilmfestival film-sharing.net und Steven ZpunktB Eine Kurzfilmnacht jenseits des guten Geschmacks. Vom Edel-Splatter-Movie bis hin zur Amateur-Sextrash-Blutrausch-Orgie ist alles dabei. Filme, die keine Jury liebt, aber dennoch liebensund sehenswert sind. Eine brutale Auswahl aus 10 Jahren "film-sharing-festival". Nichts für schwache Nerven oder Filmkritiker.

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z März Red River Christophers Street Project - Pop, Folk & Rock 6. März Kaffeehaus Hagen Vaginamonologe Einen Abend lang dreht sich alles nur um SIE. Die "Vagina-Monologe" sind sexy, komisch, mutig, tiefsinnig und höchst originell. Basierend auf einer Sammlung von 200 Interviews schrieb Eve Ensler dieses Theaterstück. Über 200 Frauen und Mädchen, Singles , Ehefrauen, Lesben, Professorinnen, Arbeiterinnen, Schauspielerinnen und Prostituierte, wurden von Eve Ensler zu ihrer Vagina befragt. Was würde deine Vagina anziehen? "Ein Abendkleid". Was würde sie sagen? "Umarme mich". Die "Vagina-Monologe" sind eine kunstfertige kleine Anregung zur weiblichen Selbsterkenntnis, eine liebevolle Aufforderung an alle Frauen, den eigenen Weg zur Lust zu finden. Peinlich, obszön, anstößig?? Nichts von allem trifft zu. Das Stück besticht durch befreienen Humor und entwaffnender Offenheit, durch Mut, Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft. Am New Yorker Broadway waren die "Vagina-Monologe" ein Riesenerfolg und traten ihren Siegeszug auch durch die deutschen Theater an. 6. März und die Wasser- und Luftverschmutzung ( durch eine Ammoniakfabrik in der Nähe ) und ihre Folgen . "Treppengespräch" ist geplant. David Grigoryan wurde 1987 in Tblisi (Georgien) geboren. In den Wirren des Bürgerkrieges 1993 floh er mit seiner Familie nach Odessa/Ukraine, wo er bis heute lebt. Durch das Skaten kam er früh mit der Fotografie in Berührung. Nach einer Ausbildung zum Fassadenrestaurator begann er kurze Zeit später als Fotograf für eine Zeitung zu arbeiten. Für ein Sprachstudium lebte er 2011 und 2012 in Oslo (Norwegen). Dort entstanden Fotoserien, welche er 2012 in Odessa ausstellte. 2013 kehrte er um seine Kindheit noch einmal nachzuvollziehen nach Georgien/Armenien zurück, dort vertiefte er die Kenntnisse seiner Kultur, knüpfte Kontakte zu Einheimischen, was ihn zu weiteren Fotoserien inspirierte. 7. März – 11. Mai Galerie Rieker Zwei Künstler aus Katalonien: Enrique Asensi und Jaume Ribas "Pedra i Foc" ("Stein und Licht") Während der Bildhauer Enrique Asensi (*1950) seine zumeist aus zwei Materialien (z.B. Stahl und Stein) bestehenden apollinisch ausgeglichen wirkenden Skulpturen mehrmals in der Galerie Rieker präsentierte, haben die abstrakten Bilder von Jaume Ribas (*1944) hier Premiere. Die warmen Farben und fragilen Lineaturen seiner Bilder zeugen vom Licht und der Poesie des Mediterranen. 7. März Mobilat OUT OF THE DARK Bukowski TIKKA MASALA BUKO STYLE Gothic, Darkwave, EBM, Industrial, Mittelalter, 80ies 7. März Comlex23 Ausstellungseröffnung:"Close to Europe" Dokumentarfotografie von David Grigoryan (Odessa/Ukraine) Die Fotodokumentation zeigt Momentaufnahmen aus den Strassen Odessas im Zeitraum 2010-2014. Seinen Schwerpunkt legt David auf die dort vorherrschenden sozialen und ökologischen Probleme. Er zeigt die Betroffenen wie obdachlose Rentner, in Armut lebende Kinder, greift die Problematik der Menschenrechtslage auf, die schlechten Zustände in Schulen und Krankenhäusern aufgrund bestehender Korruption im Schul- und Gesundheitssystem, (Chicken) Tikka Masala, eine Adaption eines indischen Currygerichts in der englischen Küche, ist, einer Erhebung im Jahre 2001 zufolge, das beliebteste Gericht in UK. Weil die Currywurst im Buko-Grill aber mindestens genauso legendär ist, importieren wir heute eine ganz andere Delikatesse aus Neu-Delhi für Euch: Rummy Sharma, weitgereister DJ und Producer und unter anderem auch für Kling Klong und BluFin tätig, gibt sich zwischen Gigs in Berlin, Goa, München und Neu-Delhi die Ehre im Buko. Noch schärfer wird das Soundgericht durch raffinierte Zutaten von Josh:tek und Maurice.

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z 7. März Theater Heilbronn, Kammerspiele Kaspar Häuser Meer - Schauspiel Kollege Björn ist ausgebrannt und wird sobald nicht wiederkommen. "Björn-Out" nennen dies seine drei Kolleginnen vom Jugendamt, die jetzt seine 104 Fälle von Kindeswohlgefährdung unter sich aufteilen müssen. Die Akten kommen auf die ohnehin schon hohen Stapel der Kategorien "Dringend", "Brennt", "Weniger dringend", "Kann warten, sollte aber eigentlich". Anika, Barbara und Sylvia betreuen die neuen Kaspar Hauser, die jetzt Dennis, Chantal, Kevin oder Lea-Marie heißen. Hin- und hergerissen zwischen ihrem beruflichen Ideal: helfen, bevor es zu spät ist, und der Realität des Arbeitsalltags, der sie zwischen ausufernder Bürokratie, dem ständigen Gefühl, zu spät zu kommen und Presseschelte im "KasparHäuser-Meer" fast ertrinken lässt. Die drei haben kaum Zeit zum Luftholen, geschweige denn zum Entspannen. Barbara ist schon seit 20 Jahren im Beruf. Sie versucht ihre Rückenschmerzen zu ignorieren und träumt sich in die einsamsten Gegenden der Welt. Sylvia, auch schon lange dabei, versucht das immer größer werdende Loch von Müdigkeit und Ergebnislosigkeit ihrer Arbeit mit Alkohol zuzuschütten. Und Anika, frisch von der Fachhochschule, hat als alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter große Probleme, alles unter einen Hut zu bekommen. 7. März Ausprägung wider: Das Lichten des Ankers, das Setzen der Segel, Verabschiedung, Sehnsuchtsgefühle aber auch das gesellige Treiben in einer gemütlichen Runde. Und dass die Musiker wissen, wovon sie reden, bedingt sich in ihrer gegebenen Affinität zur Seefahrt. Die Newcomerin Senta-Sofia Delliponti mit ihrem Musikprojekt Oonagh, ist als Special-Guest zusammen mit Santiano live zu erleben. Ihr Electro-Pop-Sound katapultierte sich direkt in die Top 10 der deutschen LP-Charts. Hier treffen kraftvolle Electro-Pop-Sounds auf Naturinstrumente und schaffen damit eine eigene musikalische Welt. 7. März Red River Down & Out - Garagenrock 7. März Mobilat 6 YEARS OF PAISLEY CLUB: Kaffeehaus Hagen "Boris Vian: Der Schaum der Tage" Chansons (in französischer) & Texte (in deutscher Sprache) mit Nicolas Kemmer, Cornelia Bielefeldt, Laura Blaschke und Rudi Reindl (Trompete / SWR Big-Band) 7. März Der erste Paisley Club des Jahres ist zugleich unser 6-jähriges Jubiläum! Auf unserer Bühne begrüßen wir die unglaublichen ROARING 420s aus Dresden, die bei uns ihre Europa Tour abschließen! Mit einer Mischung aus Surf Rock, 68er pre-Punk und West Coast Psychedelia, klingen Sie eher wie eine obskure Rarität, die man bei einem Garagenverkauf in Kalifornien entdecken würde. Beach Boys treffen auf The Velvet Underground, garniert mit Twang-Gitarren, Orgelgrooves und einer elektrischen Sitar! On Stage MIDNIGHT!! Unsere Gast DJs: MISS DANGER & STROKO vom Club Separee aus Berlin! Freut euch auf viel Frenchpop, Garagerock, Psychedelia und SOUL! Unterstützt werden die 2 von den Paisley Hosts Manuel & Thomas. Und immer dran denken: Wer früher kommt hat länger Spass! 7. März Harmonie, Theodor-Heuss-Saal Santiano mit Special-Guest Oonagh Esszimmer "Menü und Mode" Santiano schreibt Erfolgsgeschichte: zuerst gibt es 3-fach Platin für das Debüt-Album "Bis ans Ende der Welt", im März 2013 gewinnen die Männer aus dem hohen Norden den Echo Award und das neueste Werk "Mit den Gezeiten" wurde im Juni mit der Auszeichnung in Gold belohnt. Zudem erhielt Santiano in Berlin den Napster Fan-Preis 2013 in der Kategorie "Bands". Die Lieder von Santiano spiegeln das Leben der Seefahrt in seiner vollen Die Nachfrage war so groß im letzten Jahr, daß Heiderose Hagenbuch von der "Schneiderwerkstatt Hagenbuch" und Monika Hinderer für alle Interessierten eine Neuauflage des Themenabends beschlossen haben. Lassen Sie sich überraschen wie der Bogen von der Mode zum Menü gespannt wird … Das Menü: Amuse Bouche: Radicchio mit Birne, Gorgonzola und Walnuss / Vorspeise: Schwarzrot – braun: Dreierlei von der Linse / Suppe: Süßkartof-

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z felsüppchen mit Kakaonibs / Hauptgang: Maispoulardensuprême und Gerstenrisotto mit Kokos und Zitrone / Dessert: Schokolade, Mandeln und Tonkabohne 7. März der Euren Drang nach Klang zusammen mit Maximilian Stolze und Red Pig Flower befriedigen wird. 8. März Red River Crock it - Country Rock 8. März Stuttgart Wagenhallen Balkan meets Reggae Der Klassiker in den Wagenhallen: Balkansound der niemanden kalt lässt, Getränke die keine Zeit haben warm zu werden und ein brodelnder Saal voll tanzender Leiber. Kosturica lässt grüssen. Mit DJ BENG REGGAETRAIN PARTY IM KLEINEN RAUM DER WAGENHALLEN!!! MIT SELECTA SKIPTONES & SIR SMITH AN DEN PLATTENTELLERN. 8. März Karlstorbahnhof Heidelberg, Saal High Five, A cappella / Kleinkunstpreisträger Baden Württemberg 2014 Jazzclub Cave 61 Mostly Other People Do the Killing (MOPDtK), (USA) Durch Eintauchen in den Smooth-Jazz der 70er und 80er hat die Band einen neuen Kontext für ihre virtuose Individualität entdeckt, verzichten auf eine Trend-Jagd wie die Mehrheit ihrer Kollegen, um diesen früheren Stil des Jazz zum Nutzen der Zuschauer auf der ganzen Welt zu erhalten .... Alle vier scheinen die ganze Geschichte des Jazz in der Hand zu haben, und innerhalb von Minuten hört man Bop und andere Stile... und doch fühlt sich die Musik immer organisch an und ist nie bloße Persiflage. 8. März Bukowski DRANG NACH KLANG Die Stuttgarter Eventreihe Drang nach Klang steht für treibende dreckige Beats, straight, mit Detroit & Chicaco Einflüssen, vielen Synthysounds und vorallem Aussagekraft! Neue, ausgefallene Acts, die es in Stuttgart nicht so oft zu hören gibt, sorgen für ein abwechslungsreiches und klangvolles Line-up, das dem Drang nach Klang- Soundkonzept enspricht. Mit einem solchen ist die Crew um Maximilian Stolze, der selbst auch an den Reglern steht, heute auch im Bukowski zu Gast: Red Pig Flower ist eine in Berlin und London lebende Djane und Produzentin, die ihre Profi-Karriere in den Clubs Rooty in Tokyo und Air in Seoul gestartet hat und mittlerweile von selbstorganisierten Events in und um den absoluten Trend-Spot East London lebt. Robin Hirte ist der dritte im Bunde, Die Jungs von HIGH FIVE wissen nicht nur, wie man Mädels begeistert – sie sorgen mit ihrem charmanten Vocal-Pop bei allen für ein unvergessliches Live-Erlebnis! Ihre Songs sind intelligent, witzig bis nachdenklich, voller überraschender Pointen und allesamt selbst geschrieben. Mit einer Soundpalette von Rock’n’Roll bis Pop, Heavy Metal bis Volksmusik und Hip-Hop bis House rocken die Twens die Bühnen in Deutschland und darüber hinaus. Sportliche Choreografien unterstreichen die Mundesjugendspiele-Songs treffsicher und komplettieren die energiegeladene Show. Dass HIGH FIVE mehrfach ausgezeichnet wurde – etwa mit dem Publikums- und Sonderpreis bei "Jugend kulturell", mit Silber beim Internationalen ACappella-Festival in Graz (A), oder mit dem baden württembergischen Kleinkunstpreis 2014 – unterstreicht das hohe Niveau der Studenten. In ihrem zweiten Programm beleuchten Jannis, Luki, Sebi, Uli und Hannes den ganz normalen Alltag zwischen WG-Leben, Speed-Dating und shoppingwütigen Freundinnen, wünschen sich die Hippies samt Woodstock zurück und weihen in acappellyptischen Visionen die Instrumente ihrem Untergang. Mehr denn je leben die Jungs ihre Musik auf der Bühne, tiefer denn je geht die Show unter die Haut. Ihrem ganz eigenen Mix aus Gefühl und guter Laune bleibt die A-CappellaBand dabei treu. Nicht verpassen!!! 8. März Stuttgart Wagenhallen Live The 1975 Sie mögen zwar The 1975 heißen, sind aber alles andere als überholt. Die vier Musiker aus Manchester machen seit zehn Jahren gemeinsam Musik – dabei sind sie alle erst Anfang 20. Die Debüt-EP Facedown überraschte mit einem Electro-Pop irgendwo zwischen Joy Division und Indie-Rock-Hymnen.

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KLEINANZEIGEN Leebelle Leebelle 23.03.2014 Heilbronn sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen TICKETHOTLINE 06102 - 77 66 5 Harmonie TickeTs unTer www.s-promoTion.de

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z 8. März Mobilat Buss it Gappy – Buss di Dance Einer der wohl talentiertesten Sänger aus Großbritanien gibt auf der Buss di Dance am 08.03 sein Debut in Heilbronn. Jacob Lee Williams aka Gappy Ranks, geboren in Nord-West London, ist mittlerweile auf dem gesamten Globus unterwegs. Egal ob in Japan, USA, Europa oder in der Karibik, Gappy Ranks weiß musikalisch zu überzeugen. Mit Hit-Songs wie "Stinkin Rich", "Longtime", "Heaven in Her Eyes" oder "Thanks and Praise", um nur einige wenige zu nennen, gehört er aktuell ohne Zweifel zu den europäischen Top Acts, die die Reggae und Dancehallszene zu bieten hat. 8. März Spannbreite ihrer Ausdrucksmöglichkeiten ebenso mühelos wie die knisternden Zwischentöne der feingeistigen Musik von Joni Mitchell, Michel Legrand, Duke Ellington oder Hoagy Carmichael. Nicht eine Sekunde kopflos oder verkopft. Musik für Seele, Füße und Hirn. Bang! 9. März Theater Heilbronn, Kammerspiele Tortuga - Schauspiel von Paul Steinmann Kreatif Konzert Knock Out! Vol. II Bewerbung: Bis 21. Februar an: info@kreatief-neckarsulm.de Teilnehmerzahl: 5 Bands (bei mehr Bewerbern entscheidet das Facebook-Voting auf der Kreatief-Seite vom 22. Febraur - 01. März) Bedingungen: 30 minütiges Set mit eigenen Songs Preise: 1. 200 € Sofortgewinn + 100 € Gage für den Gig beim "Knock Out Ende 2014"; 2. Bandcoaching; 3. Ein Kasten Bier. Voting: Publikumsvoting mit zwei Stimmen pro Besucher. Es müssen zwei Stimmen an zwei Bands abgegeben werden, d.h. bringt eure Leute mit und überzeugt den Rest! Jury: Eine Jury aus lokal bekannten Musikern wird euch konstruktives Feedback zu eurem Auftritt geben, durch das ihr euch noch mehr steigern könnt! 9. März Karlstorbahnhof Heidelberg, Saal Le Bang Bang, Jazz, Vocal Bang! Eine Sängerin und ein Bassist. Mehr als ausreichend, ein abendfüllendes Programm zu zaubern, das es mit der Dynamik und dem Farbenreichtum eines philharmonischen Orchesters aufnehmen kann. LE BANG BANG lässt noch jeden Dickschädel begeistert mit dem Kopf nicken. Dabei schlagen Stefanie Boltz und Sven Faller auf ihrem neuen Album "HEADBANG" nicht mit dem Kopf gegen die Wand, sondern benutzen ihr Köpfchen um neue Türen zu öffnen. Die Wucht und epische Breite diverser Rock-Klassiker von AC/DC, Radiohead, Bowie oder Metallica meistern sie mit der ungeheuren Tortuga ist nicht nur eine berühmte Pirateninsel in der Karibik, die den Freibeutern im 17. Jahrhundert als Versteck diente. Tortuga heißt in diesem amüsanten Schauspiel für junge Leute auch das Schiff, das eine Piratin zum Kapitän hatte: Mary-Anne O’Malley. Das Stück erzählt die abenteuerliche und ungeheuerliche "Mär von dieser Frau. Sie war nicht klug nur wie ein Mann, nein, sie war doppelt schlau". Als Tochter einer alleinstehenden Frau im 17. Jahrhundert hatte sie kaum Chancen. Deshalb gibt ihre Mutter sie als Sohn aus, verpasst ihm den Namen William und lässt das Kind von der Großmutter erziehen. Als diese stirbt, sucht sich Mary-Anne schon mit 13 Jahren eine Arbeit, wieder als Junge. Später heuert sie als Schiffsjunge auf einem Kriegsschiff an, immer mit der Angst im Nacken, entdeckt zu werden, was damals mit dem Tod bestraft worden wäre. Sie lernt das Fechten und erweist sich darin als äußerst talentiert. Dem Schiffskoch gibt sie sich zu erkennen, sie verlieben sich, gehen heimlich von Bord und eröffnen eine Hafenkneipe. Doch der Koch hat ein schwaches Herz, stirbt früh, und Mary-Anne verwandelt sich wieder in William O’Malley und heuert auf einem Sklavenschiff an, das von dem berühmten Piraten Calico Jack angegriffen wird. Auf dessen Schiff möchte sie mitsegeln, weil sie frei sein und ein kurzweiliges Leben führen will. Dank ihrer Klugheit machen die Piraten von Calico Jack eine fette Beute nach der anderen und wählen Mary-Anne als Frau zum Kapitän der Tortuga … 10. März Stuttgart Wagenhallen Club Schocken präsentiert The Notwist Die Band aus Weilheim differenziert den einst auf dem "Neon Golden"-Album etablierten Sound weiter aus, kehrt in den Ecken und beschreitet dabei auch ein paar neue Wege. Ihr Niveau ist so atemberaubend, von der ersten bis zur letzten Note, die transportierten Stim-

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z mungen typisch und eigentlich bekannt, aber The Notwist verstehen es hier wiederum perfekt, Verspultheiten, Waberndes, Unruhiges und Unerhörtes mit der Tante Popsongwriting bekannt zu machen - mit faszinierenden Ergebnissen. Mit "Kong" ist ein echter Schrammelhit dabei, das mit Gitarren-Feedbacks hantierende "7 Hour Drive" klingt wie ein transformiertes Echo aus alten Tagen, "Into Another Tune" vermischt Krautelectronic mit Dreampop-R&B, das Titelstück kommt romantisch wie robotisch, poppig wie zerstückelt, wow, und die Spielerballade "Casino" rührt genauso zu Tränen wie das wunderschön introvertierte "Run Run Run", das aber auch Dub und Techno atmet. Und mit Streichern und Bläsern setzen sie bei dem instrumentalen "They follow me" einen melancholischen Schlusspunkt. Markus Acher´s exquisiter Gesang ist einmal mehr der schwebende Haltepunkt, er gibt den Hörenden immer das Gefühl von Zuhause. Die bestens funktionierende Synergie der Band ist spürbar, ein richtiges Pfund ist ihnen hier gelungen und dabei ist auch immer genug Raum fürs Psychedelische und Experimentelle. Große Klasse. 10. März sich immer häufiger – stets heimlich, um Ludwig nicht zu verletzen. Seine Träume behält Johann von nun an lieber für sich. Aber Ludwig verändert sich in jenem Sommer. Er wird launisch und aggressiv. 10. März Kulturkeller Literatur am Montag: Agnes Günther (1863 1911) Anne-Gabriele Michaelis erzählt aus dem Lebensbild und Werk der Schriftstellerin, ein/e Schauspieler/in liest die Texte von Agnes Günther. 13. März Heilbronner Innenstadt 6. Stimme Firmenlauf Theater Heilbronn, Kammerspiele Zweier ohne (UA) - Schauspiel nach Dirk Kurbjuweit von Petra Wüllenweber Im Vorjahr war der Lauf innerhalb von 18 Stunden nach Anmeldebeginn ausverkauft. Da die Teilnehmerplätze auch in diesem Jahr auf 6.000 beschränkt sein werden, ist es ratsam, die Teams rechtzeitig zusammen zu stellen. Ab Donnerstag, 13. März 2014 ist die Anmeldemaske wieder geöffnet. Das Meldeportal auf der Homepage www.stimme-firmenlauf.de ermöglicht eine unkomplizierte Registrierung und Verwaltung der Teams. Die Startgebühr beträgt in diesem Jahr 60 Euro pro Viererteam. 13. März Johanns inniger Wunsch nach einer Freundschaft wird durch Ludwig, den Neuen in der Klasse, erfüllt. Sie verbringen viel Zeit im Garten von Ludwigs Eltern. Erst recht unzertrennlich werden sie, als sie gemeinsam rudern. Sie fahren Zweier ohne (Steuermann). Dieses Boot verlangt den absoluten Gleichklang seiner beiden Ruderer. Weil jeder auf einer Seite zieht, müssen beide gleich stark sein. In ihrer ersten Saison gewinnen Johann und Ludwig jedes Rennen im Zweier ohne. In der zweiten Saison bekommen sie harte Konkurrenz: eineiige Zwillinge. "Wenn wir die schlagen wollen", sagt Ludwig, "müssen wir auch Zwillinge sein." Von nun an wollen sie das Gleiche tun, das Gleiche wollen, das Gleiche denken. Fast jede wache Minute verbringen sie miteinander, sie spielen die gleichen Computerspiele, essen gleichviel von den gleichen Gerichten, erleben ihren ersten Sex am gleichen Tag mit dem gleichen Mädchen, erzählen sich ihre Gedanken und ihre Träume, restaurieren gemeinsam ein altes Motorrad. Doch dann verliebt sich Johann ausgerechnet in Ludwigs Schwester Vera. Nach der ersten Liebesnacht treffen sie Kaffeehaus Hagen "Völlig ausgebucht" 25 Personen – ein Schauspieler Sami, arbeitsloser Schauspieler mit Diplom, der sich seinen Lebensunterhalt in der telefonischen Reservierungsannahme eines nicht näher bezeichneten Promi-Restaurants verdient, muss wissen, wer keinen und wer einen Tisch bekommt. Die feine Gesellschaft ist es, die hier unter die Lupe und gleichwohl auf den Arm genommen wird. Für den Telefonterror, den er durch Sonderwünsche von Wolfgang Joop (Keine weibliche Bedienung!), oder Cornelia Fischmeyer-Eckel (Tisch 31!) aushalten muss, bemitleidet man ihn von Herzen. Arrogante Tussis, Mafia-Liebchen, die schon mal reichlich was für gute Plätze springen lassen, sehr ernste Sekretärinnen, ahnungslose Provinzler, die in prominenter Umgebung gabeln wollen. Alles ist vorhanden. Dazu dringen noch nervende Drangsalierungen des Ausbeuter-Chefs und Horrornachrichten aus dem Restaurant über zwei Sprechanlagen ins Souterrain, wo sich Sami

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BLog www.hanix-blog.de

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z in der Telekom-Zange windet. Der Pfiff des Stücks: Ein einziger Schauspieler muss nicht nur Sami, den Reservierungsmenschen, sondern auch sämtliche Anrufer(innen) spielen , die ihm telefonisch auf den Leib rücken. 13. März fangen oft beim Einzelnen an. Das versuche ich in meinen Texten positiv weiterzugeben." Seit 2011 touren Yngve & The Innocent regelmäßig durch Deutschland und werden im Herbst ein neues Album herausbringen. Auf der kommenden Tour wird die Bands einige der neuen Songs schon einmal live präsentieren. 14. März Complex23 Lesung mit der "Get Shorties Lesebühne" Ja, die Heilbronner mussten lange darauf warten, bis die Get Shorties Lesebühne wieder regelmäßig die Neckarstadt mit ihren Lesungen beglückt. Dem Kulturamt sei dank wird dies nun geschehen. Feinste Lesebühnenunterhaltung mit Heilbronner und Stuttgarter AutorInnen Gemeinsam kann man Kurzgeschichten der jungen AutorInnen erleben, darüber lachen, rätseln oder nachdenken, Formulierungen finden, für ein bisher unbeschreibliches Gefühl, zusammen klatschen und zur Livemusik vom Tansy Davis Jazz Collective aus Heilbronn (Jazz,Pop,Soul mit Gesang,Piano und Kontrabass) im Takt wippen. Man kann in Erinnerungen schwelgen, vielleicht peinlich berührt werden und sich an Situationen erinnern, die man eigentlich vergessen wollte, wird Lust bekommen selbst zu schreiben, zu lesen und die Augen für die großartigen Kleinigkeiten des Alltags zu öffnen. 13. März Theater Heilbronn, Komödienhaus Ladykillers - Kriminalkomödie von Elke Körver und Maria Caleita nach William Rose in einer Bearbeitung von Axel Schneider Red River YNGVE & THE INNOCENT (UK) Der Name ist ein echter Zungenbrecher, die Musik besticht dafür durch wunderbare Leichtigkeit. Die Londoner Band um den deutschstämmigen Iren Yngve (sprich: Ing-weh) Wieland kommt im März auf eine ausgedehnte Clubtour nach Deutschland. Auf ihren bisherigen Konzertreisen und mit ihrem Debütalbum "The Sadness Of Remembering" (Tonetoaster/Alive) haben sich die vier Briten bereits auf deutschen Bühnen etabliert. Yngve & The Innocent präsentieren Folk-Blues vermischt mit Americana- und Country-Elementen, der mit seinen eingängigen Melodien und Klavierarrangments wunderbar locker und leicht daher kommt. Mit Wurzeln im akustischen FolkBlues und in der Tradition von Bob Dylan und The Band sowie Tom Waits, inspiriert von Conor Oberst und Bright Eyes, spielen Yngve & The Innocent Americana mit zeitlosen Melodien und organischen Country-Blues-Rythmen. In seinen Liedern verarbeitet Yngve persönliche und politisch/soziale Aspekte aus seinem Umfeld - "Veränderungen Margaret Wilberforth, eine liebenswürdige alte Dame, lebt zusammen mit ihrem Papagei Mr. Gordon im einsamsten Haus der Stadt. Gern hätte sie mehr Gesellschaft und möchte deshalb ein Zimmer untervermieten. Doch weil das Haus direkt am Güterbahnhof steht, winken alle Interessenten ab. Umso erfreuter ist Mrs. Wilberforth, als sich eines Tages der smarte Professor Marcus entschließt bei ihr einzuziehen. Dieser Herr entspricht so ganz dem Geschmack der Lady: er ist gebildet und zudem noch hochmusikalisch. So möchte Professor Marcus das Haus nutzen, um sich mit Freunden zur Hausmusik zu treffen. Mrs. Wilberforth, die selbst keine Chance auslässt, um zu musizieren und zu singen, ist entzückt. Erst recht als sie aus dem Zimmer des Professors und seiner Mitstreiter Boccherinis Streichquartett A-Dur in schönster Vollendung hört. Das müssen wahre Virtuosen sein! Die gutgläubige Dame ahnt nicht, dass die Musik lediglich von der Schallplatte kommt. Das angebliche Streicherkollegium ist nämlich ein Ganovenquartett, das dieses Haus als Zentrale für den Überfall auf einen Geldtransporter nutzen will und auch Mrs. Wilberforth eine wichtige Funktion bei der Umsetzung des Plans zugedacht hat … 14. März Bukowski DEJA-VU AM HAFEN Als Déjà-vu bezeichnet man das psychologische Phänomen der qualitativen Gedächtnisstörung. Es äußert sich in dem Gefühl, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen, aber nicht geträumt zu haben. Andere Bezeichnungen für dieses Erlebnis sind Erinnerungstäuschung oder Bekanntheitstäuschung. Zum Kick-off der neuen Eventreihe Déjà-vu am Hafen bitten heute Emanuel Satie, Shie und T-WATCH zum Tanz. Die haben einige

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z von Euch schonmal gesehen, und vielleicht auch ihre Sets gehört. Aber dass die sich heute keineswegs wiederholen, dafür legen wir unsere Hand ins Feuer! 14. März Mobilat God Save The Queen Mighty And The Jets kredenzen eine knackig-knallende Mischung aus Indie und Britrock. Hohes Tempo, klare Songstrukturen, melodische Refrains, straight und nach Vorne gespielt. Songs mit eigener Note und doch gleichzeitig musikalische Verbeugungen vor Jugendhelden wie den Strokes, den Libertines und den frühen Oasis - gerne garniert mit einer feinen Brise Beatles. Dass die Songs nicht nur road- sondern auch radiotauglich ist bewies zudem ein wochelanges Top- 10-Abo in der DASDINGNetzparade des SWR. All about the music - im November 2013 nehmen die Jets in München unter der Regie von C. Beyerlein (Jupiter Jones, The Subways) Ihre erste LP auf, 2014 folgt die Release-Tour durch Deutschland. "Songs mit coolem Britrock-Groove, druckvoller als Oasis. Britpop gibt's nicht nur auf der Insel, sondern nun auch in Freiburg. Very British!" Badische Zeitung "Tanzbare Stücke, die irgendwo im Spannungsfeld zwischen Indie und Britrock einzuordnen sind. "Brindie" - das neue Zauberwort." fudder.de 14. März entiertem Jazz und indischer Musik große Erfolge. Die atmosphärischen Sounds des Gitarristen und Soundtüftlers, der farbenreiche Bass und das luftige Drumming tragen das ihre zur Vervollkommnung des außergewöhnlichen Gruppenklanges bei. Ein ausgesprochen vielschichtiges und abwechslungsreiches Vergnügen voller musikalischer Kontraste, die einander in ihrer Wirkung potenzieren, die gelungene Mischung aus intelligentem Mainstream und unverkrampftem Experiment. 14. März Red River Smokees - Beat & Oldies 14. März Karlsruhe Tollhaus MAX GOLDT "Schade um die schöne Verschwendung" Kaffeehaus Hagen Zwei wie Bonnie & Clyde Manni und Chantal alias Bonnie & Clyde träumen vom großen Geld, unbeschwertem Leben in Las Vegas, Rente in Südamerika. Dafür muss aber erst mal eine Bank geknackt werden. Ein Kinderspiel! Sollte man meinen... "Zwei wie Bonnie & Clyde" ist wahrlich eine Tour de Force für die Lachmuskeln, bei dem ein Gag den nächsten jagt und die Lage für das dilettantische Gaunerpärchen immer verzwickter und verrückter wird. Wer sich nach Herzenslust amüsieren möchte, der ist in dieser Produktion genau richtig. 14. März Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedankenfluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet. Das alles zumindest findet Erfolgsautor und Kollege Daniel Kehlmann, der ja nun wirklich auch zu den Sprachmächtigen unseres Landes zählt. "Kaum einer versteht es so wie Goldt, die vermeintlichen Nebenschauplätze des Lebens ins Auge des Betrachters zu schieben und den heutigen Alltag auf seine Widersprüche und Kuriositäten hin abzutasten", schreibt die Schweizer Journalistin Regula Fuchs über den 1958 in Göttingen geborenen Wahlberliner, dessen Lesungen kultige Hochämter der anspruchsvollen Komik und überbordende Parties der geschliffenen Sprache und des grotesken Humors sind. 15. März Complex23 Aidshilfe-Konzert 2014 Jazzclub Cave 61 Martin Dahanukar (CH) Der in der Schweiz lebende indisch-stämmige Trompeter feiert mit seiner exklusiven Mischung aus 60er Jahre ori138 Gary & The Gunslingers, The Crimson Shakedown, Innominandum, The Fuzzy Invalids, sonic träsh, Ell´N´Wood, Al-à-Buster-Stone, Denim Dudies. Die auftretenden

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z Gruppen verzichten auf ihre Gage zu Gunsten einer Spende an die Aids Hilfe Unterland 15. März – 15. Juni Geschichten und wunderbare Lieder jüdischer Komponisten zusammengestellt und werden Ihnen mit viel Humor, Hintersinn und Temperament einen unterhaltsamen Abend bereiten. 15. März Ebene 3 im Kulturforum K3 Light-in-Rush - Ausstellung abstrakter Fotografien der Fotokünstlerin Aline Zoller Eintauchen in eine magische Welt aus wundervollen Farben und geheimnisvollen Formen. Die individuell und für das Motiv angefertigten Beleuchtungsinstallationen verwandeln die unterschiedlichsten Objekte in traumhafte Fotografien. Motive und Farben die wie gemalt erscheinen. Lassen Sie sich inspirieren. 15. März Mobilat Turbojugend Heilbronn präsentiert: Benefizkonzert zu Gunsten der Aids Hilfe Unterland e.V. Gary & The Gunslingers, The Crimson Shakedown, Innominandum, The Fuzzy Invalids, sonic träsh Ell´N´Wood, Al-à-Buster-Stone, Denim Dudies, Van Undercut Die beteiligten Bands verzichten auf die Gage. Sämtliche Einnahmen gehen als Spende an die Aids Hilfe. 15. März Harmonie, Wilhelm-Maybach-Saal United Kingdom Ukulele Orchestra Kann in einer unglaublichen Show der reibungslose Sprung von "Heidi, deine Welt sind die Berge" zu "Good Vibrations" von den Beach Boys gelingen? – Ja, er kann. Und das United Kingdom Ukulele Orchestra beweist es: Musikalische Grenzen sind von Gestern! Das ungewöhnliche Orchester verfügt über die ganze musikalische Bandbreite von Bass, Bariton-, Tenor-, Concert- und Sopranukulele. Die auf dieses Instrument gezielt geschriebenen oder umgeschriebenen Arrangements lösen die Grenzen der musikalischen Genres ohne jede scheinbare Anstrengung einfach auf und laden auch das Publikum zum zwanglosen Mitmachen ein. Und nach einem solchen Konzert bleibt die untrügliche Gewissheit: Ukulele ist einfach Kult! – Und die Briten sind nun mal so etwas wie die geborenen "Best Comedians"! 15. März Bukowski TANZ HART: TOMY DeCLERQUE Wer nicht an seiner Kontrolle hängt, ist heute definitiv im Buko richtig! Denn vier Mann an den Decks, bewaffnet mit einem Arsenal an Killer-Nummern, knallharten Beats und markerschütternden Bässen rücken an, um uns verdammt hart tanzen zu lassen: Da wäre einmal Tomy DeClerque aus Slovenien, der auf Moni Kruses Terminal M releast und schon Clubs auf der halben Welt beschallt hat, wie sein Resident Advisor-Kalender verrät. Schützenhilfe gibt’s von unseren Lieblingsdichtern, den Drum Poets, und von France Ari, einem New Face aus dem Hause deep-production. 15. März Theater Heilbronn, Kammerspiele "Am Horizont" - Schauspiel von Petra Wüllenweber Kulturkeller Karin Friedle-Unger, Robert Rühle, Peter Fink "Bei mir bist Du schön…" Jiddische Lieder und Geschichten "Gott lacht mit seinen Geschöpfen, nicht über seine Geschöpfe", so steht es im Talmud. Dies scheint eine wichtige Voraussetzung für viele Formen jüdischen Humors zu sein. Mithilfe von Spott, Respektlosigkeit, schwarzem Humor und bissiger Kritik ist er fast immer eine Verteidigung der Menschlichkeit gegen jede Ideologie, Gewalt und engstirnige Gesetzlichkeit. Das Trio alias "Die Fokkers" haben ausgewählte jüdische Witze, hintergründige Janeks Opa war 1968 Mitglied der Deutschen OlympiaMannschaft im Schwimmen. Der Junge ist stolz auf seinen Großvater, mit dem er viel Zeit verbringt. Denn jetzt wird Janek, der auch recht talentiert ist, von ihm im Delphinschwimmen trainiert. Bald stehen die ersten Meisterschaften an. Doch sobald Janek daran denkt, wird ihm ganz flau im Magen. Außerdem hat er große Probleme in der Schule. In Englisch schreibt er eine Sechs nach der anderen. Das darf seine Mutter nicht wissen. Die hat ohnehin nach der Trennung vom Vater ganz andere Sorgen. Janek liebt seinen Opa und teilt alle Probleme mit

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z ihm. Aber als sein Opa eines Tages in das Arbeitszimmer seines Vaters einzieht, ist der Junge doch sauer. Niemand hat ihn gefragt. Und überhaupt: Soll das etwa heißen, dass sein Vater jetzt wirklich nie mehr wieder zurückkommt? So nach und nach stellt sich heraus, warum der Großvater nicht mehr allein leben kann. Er wird immer vergesslicher. Zunächst wirkt es noch wie Schusseligkeit, wenn er mit dem Bademantel ins Kino will. Dann sind es Gegenstände, die er nicht mehr findet, Verabredungen, an die er sich nicht erinnert. "Sie verschwinden einfach, ich kann sie nicht mehr finden. Als gäbe es ein schwarzes Loch, das, sobald ich mich umdrehe, alles verschlingt", erklärt der Opa seinem Enkel. Er kennt seine Diagnose: Alzheimer. "Eines Tages wird es mich verschlungen haben. Es ist stärker als ich."Janek muss jetzt stark sein, für sich und seinen Opa. Er sorgt, lernt und trainiert jetzt vor allem für ihn. Und die Freundschaft zu seiner neuen Mitschülerin Anna macht manches leichter ... 15. März 16. März Theater Heilbronn, Kammerspiele Sven Ratzke - NachtSpiele/Diva Diva's In "Diva Diva’s" erweckt Meister-Entertainer Sven Ratzke die Lieder der großen Divas der Sechziger Jahre wieder zum Leben. Die "Sixties" sind in Ratzkes Augen die klassischste Dekade des letzten Jahrhunderts, mit den schönsten Frauen und den wundervollsten Liedern. Ein Zeitabschnitt, geprägt von Glamour und Klasse, Persönlichkeit und Eigensinn. Eine Kombination, die Ratzke auf den Leib geschrieben ist! Und wie man es von Sven Ratzke gewöhnt ist, versieht er seine Lieder – zusammen mit seinem genialen Jazzpianisten und Arrangeur Charly Zastrau – mit einer neuen, ganz eigenen, glühenden musikalischen Note. So beschert er seinem Publikum einen Spitzenabend mit einer grandiosen Show, in der Unterhaltung und hervorragende Musik miteinander verschmelzen. 17. März Red River Brian & The Muffdivers - Folk & Rock 16. März Harmonie, Theodor-Heuss-Saal Kulturring Heilbronn: Cello-Klavier-Duo Gautier Capuçon & Frank Braley Kaffeehaus Hagen "So freundlich er ist, so kalt ist er" Ein unterhaltsamer und anregender Zugang zu Goethe aus weiblicher Sicht. Drei berühmte Frauen : Christiane von Goethe, Bettine von Arnim und Charlotte von Stein treffen zu einem fiktiven Gespräch zusammen. 16. März Theater Heilbronn, Foyer Großes Haus Theaterfrühstück zu "Spring Awakening" und "Die Leiden des jungenOsman (UA)" Immer sonntags vor einer Premiere im Großen Haus laden wir Sie zum Theaterfrühstück ins Foyer des Großen Hauses ein. Dort gibt es nicht nur einen schmackhaften Brunch, sondern auch jede Menge geistige Nahrung zu den bevorstehenden Stücken. Die Inszenierungsteams der jeweiligen Produktion stellen ihre Ideen und deren Umsetzung vor. Man erhält einen Eindruck von der Gestaltung der Bühne, der Kostüme und dem Umgang der Regie mit dem jeweiligen Stoff. Gautier Capuçon hat sich längst als einer der führenden Cellisten seiner Generation etabliert und sorgt regelmäßig mit Aufnahmen und Konzerten für Aufsehen. Capuçon, der im Alter von fünf Jahren mit dem Cellospiel begann, studierte am Conservatoire National Supérieur und anschließend in der Meisterklasse von Heinrich Schiff in Wien. 1997 und 98 war er Mitglied des "European Community Youth Orchestra" sowie des "Gustav-Mahler-Jugendorchesters". Frank Braley ist ein französischer Pianist und Kammermusiker mit internationalem Renommée. Sein erstes Konzert gab er im Alter von zehn Jahren. Mit 18 Jahren wurde er in das Pariser Konservatorium aufgenommen. Mit 22 Jahren nahm er erstmals an einem internationalen Wettbewerb, dem Queen Elizabeth Competition of Belgium, teil und erhielt den Ersten Preis. Das Duo bringt Werke von Claude Debussy, Franz Schubert, Robert Schumann und Benjamin Britten zu Gehör. 19. März Ebene 3 im Kulturforum K3 Blues Session mit John Lee & Friends Jeden 3. Mittwoch im Monat lädt die Ebene 3 zu einer Bluessession, unter Leitung von Sänger und Bluesharp140

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z spieler Bernd Schwarz, ein. Erwartet werden darf authentischer, traditioneller und moderner Blues im Stil der alten Meister. 20. März Theaterschiff Uli Boettcher - Keine Ahnung! Uli Boettcher hat mittlerweile einiges erlebt: Er hat Länder erobert und kurz darauf verloren, Großes gebaut und noch Größeres abgerissen, vieles gelernt und fast alles wieder vergessen. Kurz: Er hat gelebt wie jeder andere auch. Beim sonntäglichen Resümieren allerdings fiel ihm auf, dass all die vielen Erfahrungen unterm Strich nicht viel gebracht haben, kurz: Er hat immer noch keine Ahnung. Von nix. Und je reifer, desto weniger. Das ist umso augenscheinlicher, da alle anderen über alles andere Bescheid zu wissen scheinen. Liegt es an Google oder an der natürlichen menschlichen Selbstüberschätzung? Ist es ein Phänomen der Neuzeit oder war es schon immer so? Solch philosophische Fragen werden an diesem Abend abgehandelt. Und wie immer auf die typisch unphilosophische Boettcher´sche Weise... 20. März abwechslungsreichen Gesamtkunstwerk machen. Eigene Fehler und Überzeugungen werden auf den Prüfstand gestellt – die vielleicht stärksten Momente auf "Kapitalismus Jetzt". Hiob & Morlockk Dilemma sind Urgesteine im deutschen Untergrund-Rap. Das kommende Album markiert die zunehmende Entfremdung der beiden Rapper mit den jüngsten Entwicklungen im deutschen RapGeschehen. Für den retro-futuristischen Klang-Teppich zeichnen Hiob & Morlockk Dilemma diesmal ausschließlich selbst verantwortlich. Harte Kick-Drums treffen auf klatschende Snares und aberwitzige Klang-Zitate der frühen Synthesizer-Ära. Auf der "Kapitalismus-Jetzt"-Tour im Frühjahr 2014 werden die beiden erfahrenden LiveRapper erneut ihre berüchtigten Stakkato-Salven auf das Publikum abfeuern. Nach über 15 Jahren Bühnenerfahrung, hunderten Konzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie Auftritten auf großen Festivals wie dem Hip Hop Kemp und dem Splash, sollte die beiden nichts mehr aus der Bahn werfen. 20. März Kaffeehaus Hagen "Nichts Schöneres" Complex23 Turbojugend Heilbronn e.V. erklärt die Welt an Hand sinnfälliger und geräuschvoller Beispiele Heute: Alternative Rock 20. März Karlstorbahnhof Heidelberg, Saal Morlockk Dilemma & Hiob, "Kapitalismus Jetzt" - Tour 2014 Im Frühjahr 2014 ist endlich so weit! Hiob & Morlockk Dilemma präsentieren ihr drittes gemeinsames Werk: "Kapitalismus Jetzt". Nach zahlreichen Solo-Projekten und Kolaborationen mit anderen Größen des deutschsprachigen Untergrunds, haben sich die beiden Ausnahmetalente endlich wieder zusammengefunden, um ein weiteres monumentales Album zu produzieren. "Kapitalismus Jetzt" ist eine Berg- und Talfahrt durch die spätkapitalistische Realität. Mit beißender Ironie und technischer Brillianz entlarven die beiden Rapper die Lebenslügen der modernen Welt. Zwischen Kaviar, Schampus und Orgien bleibt aber auch Platz zum Innehalten. Es sind die Momente hemmungsloser Selbstreflexion, die das Album zu einem "Der Mann an sich hat ja nur een Herz aber zwee Eier, da isser innerlich schon überstimmt." "Nichts Schöneres" ist eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art. Mechthild Huschke, nicht mehr ganz jung und bisher nicht gerade vom Leben verwöhnt, hat Per "Annongse" einen Studenten kennengelernt. Einen wesentlich jüngeren, der ihr sogar ein Gedicht geschrieben hat! Extra für sie! "Du Scheiße, Mechthild – jetzt liebt dir doch mal eener!" Nichts Schöneres hat sie je gehört. Mechthild scheint ihrem neuen Glück aber nicht recht vertrauen zu wollen, denn bisher hatte sie auch nicht viel davon gehabt. Mit Dieter war sie verheiratet, gesoffen hat er, Prügel gab es und an seine Saufkumpanen hat er sie auch noch verkauft. "Nach außen große Klappe, nach innen viel Tristesse. Und blaue Flecken! Da wie dort und nicht zu knapp." beschreibt sie sich selbst. "Dieter is nich mehr" - da hat sie nachgeholfen und nun, nach Knast und Klapse, winkt ein wenig Hoffnung auf das Glück. Eine Geschichte, bei der die Tränen in die Kaffeetasse tröpfeln, mal vom Lachen, mal vom Weinen. Oliver Bukowski hat mit "Nichts Schöneres" einen anrührenden und urkomischen Monolog geschrieben.

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z 20. März Red River Both Ways - Folk & Rock 21. März Bukowski TERMINAL BUKOWSKI persönlichen Entwicklung und Neugestaltung William Fitzsimmons in den Jahren nach dem 2011 erschienenen "Gold In The Shadows". "Mit dem Vollbart und den wachsamen Augen verkörpert William Fitzsimmons exemplarisch den Typus des melancholischen Singer/ Songwriter, der seit Beginn des Jahrtausends das Bild der alternativen Musiklandschaft prägt." - Laut.de 21. März Alexander Aurels ist während seiner eigenen Gigs gelegentlich auch auf der Tanzfläche anzutreffen, um mit den Gästen wahrhaft "auf Augenhöhe" zu feiern. Sein mitreißender Sound, gepaart mit einer offenen und sympathischen Art, ebneten ihm den Weg zu einer erfolgreichen Karriere: Neben seinen langjährigen Residencies füllen auch zahlreiche Bookings in ganz Deutschland seine Agenda. Daneben verbringt Alex auch häufig Zeit im Studio, um Tracks zu produzieren, die auf Labels wie Terminal M, Soap, Frequenza, Circle Music und Harthouse erschienen sind. Seite an Seite mit Karotte spielt er momentan auch als Resident bei den angesagten "As you like it"-Events auf und macht dort, was er am allerbesten kann: Die Musik sprechen lassen! Seine Flügelmänner heute sind die Klangagenten aus Mannheim und HNX’ Finest Daniel Calisse. 21. März Theater Heilbronn, Kammerspiele Die Leiden des jungen Osman (UA) - Schauspiel von Sema Meray Karlstorbahnhof Heidelberg, Saal William Fitzsimmons Solo, Singer/Songwriter Es war im November 2008 als William Fitzsimmons im Rahmen des prêt à écouter Festivals im Karlstorbahnhof auf der Bühne stand. Es war dies nicht nur für die Besucher ein ganz besonderer Abend, sondern vor allem für den Künstler. Der Mann aus Illinois gab an diesem Abend nämlich sein erstes Konzert überhaupt. Weder in Deutschland noch in den USA stand William Fitzsimmons jemals zuvor auf der Bühne und gab ein öffentliches Konzert. Im Februar erschien "Lions", das neue Album von William Fitzsimmons. Seine außergewöhnliche Erziehung und Lebensgeschichte sind bezeichnend für den Reiz und Klang von William Fitzsimmons’ Musik. Als Kind blinder Eltern übernahm Klang und insbesondere Musik, einen integralen Part in der Kommunikation zwischen Eltern und Kind. Eine Sammlung von Gitarren, Pianos und anderen Instrumenten war Teil des Hauses und William wurde früh der Musik von James Taylor, Joni Mitchell und Leonard Cohen nahegebracht. "Lions", sein sechstes Album, ist eine musikalische Reflektion der Osman, der 19-jährige Sohn türkisch-muslimischer Eltern, hat gerade sein Abitur bestanden und möchte am liebsten Literatur studieren. Seine ältere Schwester Hülya, die er abgöttisch liebt, unterstützt ihn, aber seine Eltern haben andere Pläne. Der Vater Ekrem wünscht, dass Osman in sein Exportgeschäft einsteigt. Dieses ernährt nicht nur die Familie. Es sorgt auch dafür, dass sie bestens in der türkischen Community vernetzt ist. Man hilft sich untereinander – steht aber auch sehr unter Beobachtung. Mit großem Missfallen sehen einige aus ihrem Umfeld das Verhalten von Hülya. Sie studiert, geht nachts aus, obwohl ihre Eltern doch längst einen Mann für sie ausgesucht haben. Die Mutter Zeliha ist verzweifelt und wütend auf Hülya. Denn ihretwegen gerät die Familie immer mehr unter Druck, in der Moschee wird über sie geredet, die Kunden kehren dem Vater den Rücken. Die Eltern verlangen, dass Osman etwas in der "Familiensache Ehre" unternimmt und seine Schwester wieder auf den rechten Weg bringt. Plötzlich taucht Oliver, Osmans bester Freund, wieder auf. Ein Jahr lang war er verschwunden. Jetzt ist er völlig verändert, zum Islam konvertiert und viel strenger in diesem Glauben, als Osman es je war. Auch ihm ist Hülyas Lebensweise ein Dorn im Auge ... 21. März Stuttgart Wagenhallen ELECTRO SWING NO12 Die electro – swing – Party in den Wagenhallen geht in die 12te Runde. Im Vordergrund stehen moderne Clubbeats kombiniert mit dem Swing der 1920er und -30er Jahre, die alle Tanz- und Feierwütigen voll auf Ihre Kosten kommen lassen. Garniert wird das ganze mit allem was Spaß macht, die Leiber zucken und die Herzen höher schlagen lässt. immer monatlich mit Resident DJ Beng.

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z und Gast DJ Daniel D ( Bit Brothers ) ... Verkleidung im Stil der 20er Jahre ist kein muss... aber wird gerne gesehen 21. März Red River Sinful Touch - Hardrock Covers 21. März Penn oder Desmond Dekker. Zur Primetime kommen Soul-, Funk- und Ska-Hits auf die Plattenteller mit Curtis Mayfield oder James Brown, sodass kein Tanzbein still stehen wird! Um für den passenden Retro-Sound zu sorgen, werden natürlich nur original Schallplatten aufgelegt und außerdem tanzt Ihr auf Parkett ! So put on your Dancing Shoes and do the Dynamite! 21. März Gebäude der der Dualen Hochschule BadenWürttemberg auf dem Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung Kaffeehaus Hagen "Eine unvergeßliche Nacht!" Neckarsulmer Wirtschafts- und Industriearchitektur Aus kleinen Anfängen im achten Jahrhundert entwickelte sich die Gemeinde am Zusammenfluss von Neckar und Sulm im Mittelalter zur Weingärtner- und Handwerkerstadt. Von den schweren Zerstörungen am 1. März 1945 erholte sich Neckarsulm nur langsam. Die Stadtväter legten das Hauptgewicht darauf, neuen Wohnraum zu schaffen und Schulhäuser zu errichten. Neckarsulm hat sich aber auch als eine von Wirtschaft und Industrie geprägte Gemeinde im letzten Vierteljahrhundert stark verändert: Früher zeigte der Industriebau oft architektonisch einfallslose Anlagen: langgestreckte Komplexe aus Backstein, monolithische Werkhallen mit Sheddächern und vieles mehr. Dass es auch anders geht, beweist Neckarsulm. Vielgestaltige, moderne und auch bunte Wirtschafts- und Industriegebäude sind ein besonderes Kennzeichen der Stadt. Dazu werden 52 Lichtbilder ausgestellt: Die Ausstellung "Neckarsulmer Wirtschafts- und Industriearchitektur" ist ab 26. Februar 2014 im zu sehen. 21. März Eine Schauspielerin, bekannt durch Bühne und Fernsehen, hat nach langem Herumschlagen erreicht, dass ihr 30-jähriges Jubiläum zur Primetime im Fernsehen gesendet wird. An dem großen Tag, löst sie aus Versehen den Verschluß des eisernen Rolladens und ist plötzlich auf ihrer eigenen Dachterrasse ausgesperrt. Alle Bemühungen sich bemerkbar zu machen, scheitern und notgedrungen findet sie sich damit ab, ihr so heiß ersehntes Jubiläum verpasst zu haben.... 21. März Mobilat 2 Jahre LATERNE, LATERNE DYNAMITE ! SKA + FUNK + ROCKSTEADY + SOUL ! Ebene 3 im Kulturforum K3 Heilbronn's new soulful-skanking Sensation ! Big Hits and Rare Stuff , all Killer no Filler - strictly Vinyl ! Dynamite - dahinter verbirgt sich das Konzept einer DJ-Party mit Black Music der 60s und 70s aus den USA, Jamaika und England. Auch diesmal wird wieder DJ Tollschock an den Reglern stehen, und seine Perlen aus der Plattenbox ziehen. Nach seinen eindrucksvollen und treibenden Sets von der letzten Dynamite, dürft Ihr gespannt sein was er Euch diesmal serviert ! Satisfaction guaranteed ! DJ und Promoter sheld vom Heilbronner Kollektiv Conscious Hifi spielt Euch zum Warm up das Beste aus der Rocksteady Ära (1967-69) mit Stücken von Dawn Zwei Jahre Laterne, Laterne - Das muss zünftig gefeiert werden! Für das Geburtstagsständchen haben wir den Stuttgarter Vinyljunkie Nico Brun gewinnen können. Er ist Teil der loveit-Crew, die in Stuttgart Veranstaltungen mit Bookings wie Medlar, Makam, Borrowed Identity und Jan Brauer etabliert hat. Einflüsse aus Chicago, Detroit und Garage-House geben Nico Bruns Sets ihren unverwechselbaren Charakter. Natürlich dürfen auch die beiden Gastgeber Jan Hummel und Felus nicht fehlen, die die Feierlichkeiten mit einem sportlichen back-to-back Set eröffnen werden. Getanzt wird dieses mal auf dem oberen Floor, der geschmückt und von Michael Wolf mit Visuals bestrahlt wird. Zur Entspannung von den großen LaterneAbenteuern haben wir außerdem einige Überraschungen auf dem unteren Floor ausgepackt. Da oben leuchten die Sterne, da unten leuchten wir! 22. März Mobilat ::: basic_unit ::: Jens Leuchtenberger präsentiert Leuchtmittel Arten übergreifende Electronica und anderes.

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z 22. März Kulturkeller Wirrklichkeit Was die beiden ganz ohne Requisiten oder technischen Schnickschnack auf der Bühne ablassen, mag für den einen oder anderen zwar gewöhnungsbedürftig sein, einzigartig und höchst unterhaltsam ist es aber allemal. Denn wenn die Schauspieler Sebastian Rüger und Frank Smilgies sich ihre gehäkelten Bommelmützchen überziehen, scheint die erwachsene Welt der Logik wie ausgeschaltet und einen ganz eigene Form der Absurdität zieht ein. Vielleicht am ehesten im Geiste der legendären Monty Python Fernsehshows zappen sich die beiden durch einen haarsträubenden Abend voll wortwitziger Kalauer, eingestreuter Werbepausen, körperbetonter Sketche, getanzter und gesungener Musikeinlagen, dadaistisch anmutendem Nonsens, hochkultureller Einlagen und Zitaten aus über 2000 Jahren Theatergeschichte oder krude Parodien. 22. März Kind bekommt, will die Mutter sie immer noch mit der Geschichte vom Storch abspeisen. Als Wendla ihr klarmacht, dass sie daran nicht mehr glaubt, erklärt ihr die Mutter lediglich, dass Mann und Frau sich sehr lieb haben müssen. Ihre Freunde aus Kindertagen, Moritz Stiefel und Hans Rilow, plagen sich mit Selbsthass und Ängsten, weil sie nicht wissen, was da in ihren Körpern kribbelt und ihre Gedanken immer wieder von den Pflichten, die Elternhaus und Schule ihnen auferlegen, ablenkt. Einzig Melchior Gabor weiß Bescheid und versorgt seine Freunde mit einem selbst geschriebenen Aufsatz und handgemalten Illustrationen über den "Beischlaf". Doch grau ist alle Theorie, wenn es tatsächlich so weit kommt. Und er wehrt sich, von seiner Mutter als Freigeist erzogen, gegen "eine Welt, in der Lehrer, genauso wie Eltern, uns lediglich als Rohmaterial für eine gehorsame und produktive Gesellschaft betrachten." 22. März Karlsruhe Tollhaus RAINER VON VIELEN "Erden" Bukowski CARMEN´S BIRTHDAY SESSION Stupider Techno war gestern – das wissen wir, seit Carmen Bernabé selbst einen umgefallenen Reissack in China zum Tanzen bringt. Sie räumt mit allen Vorurteilen und Klischees der Clubs auf, denn: "Female Pressure" lautet ihr Programm. Audiophil und akustikberauscht wurde Carmen mit Größen wie Chris Liebing, Adam Beyer und DJ Rush groß und ist von der elektronischen Musik immer weiter infiziert worden. Dann nahm sie erst die Platten und später die CDs selbst in die Hand und ab da gab es kein Halten mehr, das hat sie auch an den BukoDecks mehr als einmal unter Beweis gestellt. Liebend gerne laden wir heute deshalb zu ihrer B-Day Session, zu der sie sich Bono Goldbaum, Mastermind des österreichischen Labels iNSTINKT MUSIC und Fred Moody gewünscht hat. 22. März Für nachhaltige Zerstreuung, regenerative Euphorie und die globale Erwärmung des Weltfriedens. In Zeiten des Kulturpessimismus und der Gleichgültigkeit tritt die Allgäuer Band Rainer von Vielen für eine Erneuerung des Wertekanons der Menschheit ein. Um ihre Thesen unter das Volk zu bringen, sind Rainer von Vielen schon bis nach Sibirien gereist, um in ihrer Funktion als UNSLBotschafter mit den Wölfen zu heulen. Rainer von Vielen erheben die Innovation zum ästhetischen Prinzip – USWestcoast-Bass, Gandhi-Rap, Kingston-Akkordeon, Alhambra-Gitarre, Kilimandscharo-Drums, HimalayaKehlkopfgesang – die Band nennt es Bastard-Pop. Die zeitkritischen, fast zynischen Texte treffen auf klassische Liebeslieder und anscheinend leichte Popsongs, mit denen sich die Welt erklären lässt. Auf ihren Tourneen verwandeln Rainer von Vielen die Konzerthallen in ihre Wohnzimmer der Emotionalität, feiern Messen der Kreativität und erteilen der Ekstase die Absolution. 22. März Theater Heilbronn, Großes Haus Spring Awakening (Frühlings Erwachen) - Musical von Duncan Sheik und Steven Sater Jazzclub Cave 61 Julian & Roman Wasserfuhr Quartett Record Release Tour "Running" Die Zeiten, in denen Wendla Bergmann im kurzen Kleidchen herumlaufen durfte, sind vorbei. Verhüllen! Das ist die Antwort von Wendlas Mutter auf die erblühende Weiblichkeit der 14-Jährigen. Als Wendlas Schwester ein Der Young German Jazz wird erwachsen. Julian und Roman Wasserfuhr stehen dafür par excellence, denen

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z das "growing up in public" – so ein berühmter Albumtitel von Lou Reed – zur zweiten Natur geworden ist. Ihr Album-Debüt "Remember Chet" (2006) haben die Brüder bereits mit 17 bzw. 20 Jahren eingespielt und waren damit auf begeisterte Resonanz gestoßen. 22. März Complex23 Afterparty zur Ausstellungseröffnung in der Zigarre Kunst- und KulturWerkHaus: Natalis Lorenz "Fast nur neue Arbeiten" mit Sibel: Rock`n`Rave`n`Freak`n`Roll, bunt gemischt mit vielviel Herz 23. März tan-Einsatz zurück in die Heimat, in der er sich nicht mehr zurechtfindet. Seine Ehe geht in die Brüche, seine Frau Melanie zieht mit der gemeinsamen Tochter zu ihrem neuen Freund. Daniels Leben hat einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Da geschehen in seinem Umfeld mehrere grausame Morde. Von der Polizei als Täter verdächtigt, beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren, wer hinter den Verbrechen steckt. Oder ist er tatsächlich der Mörder? Ist er wirklich so schizophren, dass ein Teil seiner Persönlichkeit Verbrechen begeht, an die sich der andere Teil nicht erinnern kann? 27. März Complex 23 Rap-Show :Oddateee (Deadverse,Jarring Effects) Complex23 "Pinki & Ponko" oder "Mein Spielplatz ist dein Spielplatz" Theaterspielerei für Menschen ab 3 – von und mit Udo Grunwald Alleinsein ist langweilig, Freundschaft schließen doch viel schöner - oder? Aber was ist das eigentlich, ein Freund? Können zwei, die so verschieden sind wie Pinki und Ponko, überhaupt Freunde werden? Das Theater als Abenteuerspielplatz. "Pinki & Ponko – Mein Spielplatz ist dein Spielplatz" macht den kleinen und großen Zuschauern (von 3 bis 103 Jahre) begreifbar, was Freundschaft bedeutet, wie sie wächst, und daß die Fantasie mehr Wünsche erfüllen kann, als jedes Kaufhaus der Welt. 24. März Theater Heilbronn, Großes Haus Romeo and Juliet Gastspiel der American Drama Group, in engl. Sprache 26. März Oddateee wurde in denselben Strassen der New Yorker Bronx geboren, in denen auch Hiphop einst zur Welt kam. Seitdem lebt und atmet er diese Musik. Seine ersten musikalischen Gehversuche machte er als Mitglied der 30(!) Mitglieder starken Rap-Combo The Labteks, die eines der innovativsten Hiphop-Alben herausgebracht haben, das je kaum einer gehört hat. Als nun ernsthafter Solokünstler ist er eng mit dem Deadverse-Kollektiv um MC Dälek verbunden, hat auf dessen Label sowie auf Jarring Effects höchst experimentellen Hip Hop veröffentlicht und durch Kollaborationen mit u.a. Dr. Israel, Mike Ladd, Sofa Surfers, Antipop Consortium, Prince Paul und DJ-JS1 (Rock Steady Crew) auf sich aufmerksam gemacht. Momentan tourt er mit seinem Partner Skalla, dem kraftvollen aktuellen Album "1973 Community Development" (Jarring Effects) und einer hoch dynamischen Rap-Show, die die klassische Rollenverteilung von MC und DJ komplett auf den Kopf stellt, quer durch Europa. Warm-up und Aftershow: Ingo (HN) 27. März Theater Heilbronn, Foyer Kammerspiele Literarische Mittagspause: "Geschichten aus Almanya" zum Schauspiel "Die Leiden des jungen Osman" (UA) von Sema Meray 27. März Red River Rock-Session 28. März Kreatif Aschenputtel und das doppelte Ottchen - Premiere Kulturkeller Autorenlesung mit Roland Spranger "Kriegsgebiete" Schwer traumatisiert kehrt Daniel aus seinem Afghanis147 Der berühmte Schlagersänger Otto Jürgens hat einen Doppelgänger: Jürgen Otto. Doch beide wissen nichts

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z voneinander. In der elterlichen Besenwirtschaft wird Cindy von ihrer Stiefmutter Helene Maier-Hofer ausgenützt und beschimpft. Außerdem verbietet Helene ihrer Stieftochter die Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches: Die Teilnahme an der Wahl zur württembergischen Weinkönigin. Bei einem Besuch von Jürgen Otto in der Besenwirtschaft verlieben sich Cindy und Jürgen ineinander. Leider wird das junge Glück durch Cindys Stiefschwestern Celine und Natalie gestört, die Jürgen mit dem Schlagersänger verwechseln. Als am nächsten Tag der "echte" Otto Jürgens im Besen einkehrt und Cindy auf primitive Weise anmacht, hält Cindy ihn für ihren Liebsten Jürgen Otto und wendet sich enttäuscht ab. Mit Hilfe ihrer Freundin Gertrud kann Cindy an der Wahl teilnehmen und wird schließlich zur Weinkönigin gekrönt. Die Doppelgänger begegnen sich bei diesem Ereignis und die Verwechslungen finden ein glückliches Ende. 28. März außerordentlichen Künstlerin, deren Weg gerade erst begonnen hat. Oder wie bereits Antoine De Saint-Exupery sagte: Die Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann. 28. März Bukowski KLANG DER BEWEGUNG Karlstorbahnhof Heidelberg, Saal Dillon, Indie, Pop, Electronic Nach einem rauschenden Dröhnen ertönt nicht nur der erste Piano-Ton von "The Unknown", sondern auch die Stimme von Dominique Dillon de Byington. Da ist es wieder, dieses einzigartige Timbre der jungen in Berlin lebenden Künstlerin, die mit ihrem 2011er Debütalbum "This Silence Kills" auf BPitch Control sowohl Musikpresse als auch Feuilleton gleichermaßen verzückte. "The Unknown" heißt nicht nur der erste Song, den sie für ihr gleichnamiges zweites Album geschrieben hat, Dillon thematisiert hier die Instanz im Leben, für die es keinen Namen, keine Beschreibung, keine Grenzen gibt. Das Unbekannte kann alles sein: die Sehnsucht, die Liebe, der Verlust, die Vergänglichkeit, die Angst oder das Verlangen. Ob die balladeske Vorab-Single "A Matter Of Time" oder das kammermusikalische "Forward" – Dillon stellt ihre eindrucksvolle Stimme auf "The Unknown" noch mehr in den Vordergrund. Das Piano ist nicht nur auf nahezu jedem Song zu hören, sondern verbreitet eine ungeheure Tiefe, die die spielerische Naivität des Debüts komplementiert. Auch wenn die Bassdrum auf dem wundervollen "Into The Deep" als Silhouette ihre Kreise zieht oder das Clubmusik-infizierte "Nowhere" den elektronischen Unterbau weiterdenkt, ist "The Unknown" puristischer, hintergründiger und ganz sicher kein DanceAlbum. Es ist ein dichtes, gar kompaktes Werk einer Klang der Bewegung macht’s Euch heute französisch: Jules & Moss sind mit Rock, Jazz und Klassik aufgewachsen und von unfaßbar vielen verschiedenen Einflüssen geprägt worden. Ihr Stil wird durch eine ganz spezielle, ureigene Atmosphäre gekennzeichnet, ohne das Allerwichtigste aus den Augen zu verlieren: Groove ist der Schlüssel zu allem, und Bass bedarf es zum Tanzen! Pravi Lopov als Gastgeber und T-WATCH freuen sich auf den abgefahrenen Sound von dem umtriebigen französischen DJ-Duo, welches übrigens aus Saint-Étienne stammt und schon auf sehr sehr vielen nahmenhaften Labels wie; Upon.You, Traum, Dirtybird, Supdub, Musik Gewinnt Freunde oder Souvenir Records seine Tracks veröffentlicht hat! Früh kommen und lange mit uns ausgelassen feiern, so lautet die Klang der Bewegung Devise am heutigen Freitag! 28. März Mobilat RIDDIM CORNER Auch dieses Mal werden wir euch wieder mit einer großartigen Mischung aus Reggaemusik aller Epochen verwöhnen und eure Beine zum tanzen bringen. Dafür suchen unsere Selectors Euch die schönsten und seltensten Perlen aus ihren Plattenkisten, und garnieren das Ganze mit den heißesten Importen und Neupressungen aus den Bereichen Roots Reggae, Rub-ADub, Digital Dub und Dancehall. Das Ganze wird wieder serviert und abgerundet mit jeder Menge live gespielter Echos, Effekte und Dubsirenen. Wir freuen uns auch ganz besonders, Euch als special Guest die Jungs vom Roots Taifun Sound aus Stuttgart präsentieren zu können. Diese Crew rollt gerade die Szene in und um Stuttgart mit ihrem "Original Foundation Sound" auf und gilt auch schon als "Steppa Sound Specialist" was uns jede Menge treibende Songs erwarten lässt, bei denen dann einfach keiner mehr still stehen kann.

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z 28. März Red River Steppin' Stone - Rock Covers 28. März Dorian Gray im Frankfurter Flughafen. Heute ist sein Sound topaktuell, und lädt mit traumhafter Musik zum kollektiven Ausrasten ein. System 32 und Strompunkt tun ihr übriges 29. März Esszimmer Mexikanisches Menü Complex23 Fassadengestaltung durch die Graffitikünstler Rost und Berk (HN) Vier herrliche Wochen verbrachte Esszimmer-Macherin Monika Hinderer auf Reisen in Mexiko! Und natürlich hat sie sich von der mexikanischen Küche inspirieren lassen. An diesem Abend kredenzt Hinderer nun ihr Mitbringsel aus dem Mexikourlaub für ESSZIMMERGäste. Das Menü: Vorspeisenvariation: "Antojitos" – eine kleine Reise durch die mexikanischen Vorspeisen / Zwischengang: Chile en nogada- gefüllte Paprikaschoten in Walnusssauce mit Granatapfelkernen / Hauptgang: Pollo con mole de Oaxaca- Hühnchen mit Schokoladen- Gewürzsauce / Dessert: Pai de queso con piña – Käsekuchen mit Ananas 29. März Die beiden regionalen Graffitikünstler Rost und Berk werden live eine Fassadenseite der "Triangel- Ausstellungsflächen" des Complex 23 gestalten. Geplant sind tierische als auch klassische Graffitielemente. Mit Farbe und einer kreativen Umsetzung sollen die vorbeigehenden Menschen zum Verweilen eingeladen und zum Schmunzeln gebracht werden. 29. März Ebene 3 im Kulturforum K3 Die Wunderbare Katze Complex23 "It`s all about Hip Hop" … Der Name ist Programm. Die klassische Jam hat sich etabliert und lockt immer mehr gleichgesinnte Hip Hop Fans nach Heilbronn. Hier wird die Subkultur noch pur zelebriert. Selbiges besteht aus Freestyle-Sessions und Open Mic, jeweils begleitet von unglaublich dopen LiveMusikern an Drums, Bass und Gitarre. Weiterhin gibt es Performances vielfältiger, regionaler Künstler, für die die Jam eine Plattform darstellt, um sich der Welt zu zeigen. Dieses Konzept geht voll auf und mündet in einer typischen Win Win Situation. Hier geht es nicht um Battle, sondern um Gemeinschaft und den geteilten Vibe. Hier werden keine Emcees geburnt, sie burnen miteinander, und das heftig." (freundlich genehmigt von Subculture) 29. März Gerade eben hat die Band ihre zweite CD "Gold on the Pavement" vollendet und präsentiert sie nun, noch warm wie eine Brezel, in der Lounge der Ebene3. Schrägschöne Gitarren des Maiki Mai und Gudrun Mohácsis Gesang, engelsgleich bis aufgekratzt, sind das Markenzeichen der Band. Immer ein wenig abseits vom Mainstream und doch auch immer dem perfekten Song auf der Spur, wird wie wild geplündert in Folk, Jazz und Pop, um in der Summe wieder etwas sehr Eigenständiges zu ergeben. Mit von der Partie ist der schwedische Schlagzeuger Frederic Bobr, der an diesem Abend der Katze Feuer unterm Hintern macht und dem Sound seinen Stempel aufdrückt. 29. März Mobilat Wortsport Lounge Bukowski MUSIK AUS TRÄUMEN Früher war nicht alles besser, aber in alten Zeiten schwelgen und ein bißchen träumen, das ist meistens ziemlich gut. Mit Bijan Blum ist heute ein Techno-Urgestein im wahrsten Sinne des Wortes zu Gast im Buko, denn der Mann stand lange Jahre an den Reglern des legendären firstFloor: D. Hillman [Unzensiert | Aschaffenburg] M. Shoecrafter [Unzensiert | Aschaffenburg] Steve Unique [Wortsport] secondFloor: Mortal Kombat [München] Yardstyle Sound [Buss Di Dance]

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z 29. März Kulturbühne Kapelle im Schloss Brackenheim TOMCAT BLAKE & Band (USA / F) "Rock 'n roll for your bluesy soul" Blues/Rock/Soul 962 in St. Louis, Missouri geboren, erhielt Tomcat Blake seinen Künstlernamen von seinem Großvater Randy, einem DJ beim Chicagoer Radiosender WJJD, dessen Plattensammlung alter Blues-, Country- und Rock 'n Roll-Platten Tomcats Liebe für American Roots Music entfachte. Musikalischer Mentor war Bluesman Henry Townsend, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband. Neben seinen eigenen Bands "The Go-Devils" und "The Swingin' Gates" spielte Tomcat Blake in zahlreichen weiteren Formationen, die seinen ausdrucksstarken und perkussiven Gitarrenstil zu schätzen wussten. 1992 tourte er mit der Rock Bottom's Band durch Europa und lernte seine heutige Frau kennen. Der Liebe wegen zog er 1994 in die französische Region Franche-Comté. Dort formierte er seine Tomcat Blake Bluesband, die nicht nur in Frankreich, sondern auch regelmäßig in den USA auf Tournee geht. Mit ihrer Mischung aus Rock, Blues & Soul hebt sich die Gruppe vom standardmäßigen Klischee einer reinen Bluesband ab. An den Keyboards sitzt übrigens kein geringerer als Michel Carras, der 15 Jahre als Pianist, Arrangeur und Komponist zur Luther Allison Band zählte und der maßgeblich daran beteiligt war, dass Luther Allison in den 80er Jahren regelmäßig Brackenheim mit unvergesslichen Konzerterlebnissen beglückte. 29. März einzigartiges Soloprogramm. "Mit der Premiere des Slam Poetry schlagen wir einen ganz neuen Weg ein", so die Leiterin des Audi Forum Neckarsulm, Antje Maas. "Wir bringen damit ein Programm auf die Bühne, das vor allem unsere jungen Besucher zwischen 20 und 30 Jahren anspricht, aber gleichzeitig das Potenzial besitzt, auch andere Generationen zu begeistern." Die Gäste erleben eine Mischung aus moderner Dichtung, Unterhaltung und Wortwitz. Eines der Highlights an diesem Abend ist das interaktive Publikumsspiel "Stadt, Land, Fluss". Die Besucher wählen dabei selbst Kategorien, Buchstaben und Antworten aus und die Künstler kommentieren das Spiel auf humorvolle Art und Weise. 29. März Red River Madison Bleed - Bluesrock & Rock 30. März Theater Heilbronn, Foyer Großes Haus Theaterfrühstück zu "Otello" Immer sonntags vor einer Premiere im Großen Haus laden wir Sie zum Theaterfrühstück ins Foyer des Großen Hauses ein. Dort gibt es nicht nur einen schmackhaften Brunch, sondern auch jede Menge geistige Nahrung zu den bevorstehenden Stücken. Die Inszenierungsteams der jeweiligen Produktion stellen ihre Ideen und deren Umsetzung vor. Man erhält einen Eindruck von der Gestaltung der Bühne, der Kostüme und dem Umgang der Regie mit dem jeweiligen Stoff. 30. März Audi Forum Neckarsulm Slam Poetry Erstmals kommen die deutschlandweit bekannten Slam Poeten Pierre Jarawan und Alex Burkhard nach Neckarsulm, um das Publikum mit charmanten Reimen und viel Wortwitz zu unterhalten. Slam Poetry – das sind selbst verfasste poetische Texte mit inszenierten Schauspielelementen, meist ausgetragen als Wettbewerb auf einer kleinen Bühne. Jetzt kommt das Format in neuer Form ins Audi Forum Neckarsulm: Zu Gast sind der internationale deutschsprachige Poetry Slam Meister Pierre Jarawan und Alex Burkhard, Gewinner der Hessischen Poetry Slam-Landesmeisterschaft. Sie sind bekannte Künstler in der deutschen Slam-Szene und stehen seit zwei Jahren auch gemeinsam hinter dem Mikrofon. Im Gepäck haben sie ein für das Audi Forum maßgeschneidertes und damit Kulturkeller Martin Zingsheim "Opus Meins" Gleich das erste Soloprogramm katapultierte Martin Zingsheim auf die erstklassigsten Bühnen der Republik. Ihm ist wahrlich ein komödiantischer Rundumschlag gelungen: originelle Komik, mitreißende Musik und ein brillantes Gefühl für Sprache begeistern die Zuschauer deutschlandweit. Nennen Sie es Kabarett, Comedy oder in dem Alter eine Frechheit, denn zwischen seinen Händen zerfließen Genregrenzen wie Bürgerrechte in Simbabwe. Zingsheim, das bedeutet kritische, innovative und blitzgescheite Abendunterhaltung.

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VER ANSTALTUNGEN: MÄR Z 30. März 30. März Red River Julian Dawson - Americana Country Rock 30. März Kulturbühne Kapelle im Schloss Brackenheim Theater Schreiber & Post (D) z"Vom Fischer und seiner Frau" Kaffeehaus Hagen "Spiegelblicke" von Renate Weilmann mit Cornelia Bielefeldt, Nicolas Kemmer (Klavier) 30. März Stuttgart Wagenhallen Live Claire Musik bedeutet immer auch Flucht. Vor den Widrigkeiten des Alltags mit all seinen Facetten; vor Problemen und Ängsten, deren nachvollziehbare Vertonung tonnenweise Trost spenden kann; und vor dem ganz normalen Wahnsinn des Lebens selbst, dem wir uns im Beisein eines taktvollen musikalischen Begleiters aus Text und Ton häufig überhaupt erst gewachsen fühlen. Und Claire haben mit ihrem Debütalbum "The Great Escape" einen solchen musikalischen Begleiter erschaffen; einen verspielten Soundtrack für sämtliche Unwägbarkeiten im Hier und Jetzt; einen fantasievoll vertonten Fluchthelfer aus den fiesen Fängen des alltäglichen Lebens. Vom dunklen Studiokeller ins Scheinwerferlicht. Wie passend, dass die Band ihren musikalischen Mix aus Post-Pop, Indie und Elektro gerne als Neon-Pop bezeichnet. Mit ihrem Debütalbum haben Claire ein musikalisches Ausrufezeichen gesetzt, das das Ende popmusikalischer Beliebigkeit bedeutet; einen Fluchtpunkt gesetzt, der zum Ausgangspunkt wird. Für die Musik. Für Pop. Für Claire. 30. März Ein Schauspiel mit Pantomime in Gummistiefeln für Kinder ab 5. Eine kleine Hütte am Meer. Drinnen ein Fischer und seine Frau. Wie romantisch! Was will man mehr? Wäre da nur nicht dieser verflixte Butt an der Angel! Ein sprechender Fisch? Der obendrein Wünsche erfüllen kann? Na dann volle Kraft voraus! Und schon wird aus Meer mehr und mehr, wird sich davon geträumt, ein Schloss gebaut, über sich hinaus gewachsen und nach den Sternen gegriffen! Und die Moral von der Geschicht, was man hat, reicht manchmal nicht! Karlsruhe Tollhaus MARC-UWE KLING "Die Känguru-Offenbarung Teil 2" Mark Twain hat mal gesagt: "Tiere sind die besten Freunde. Sie stellen keine Fragen und kritisieren nicht." Es gibt gewisse Kleinkünstler, die würden das so nicht unterschreiben. Nun präsentiert Marc-Uwe Kling endlich das fulminante Finale der Känguru-Saga: Das Beuteltier und sein Mitbewohner rasen über den Globus auf der Jagd nach dem mysteriösen Pinguin. Frisch, frech und völlig absurd.

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D I E NÄ C H ST E AU SGA BE H A N I X ER SC H E I N T A M 31. M ÄR Z 2 0 1 4