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Content:
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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Titelthema: Fußball DIE KLASSE VON 96: HEILBRONNS LETZTE GOLDENE FUSSBALLGENE- RATION 1899: Hoffenheim-Profi Ermin Bičakčić über Bolzplätze in Möckmühl und den ersten Schritt ins Estádio do Maracanã bei der WM 2014 INTERVIEW DES MONATS MIT DER HEILBRONNER RUDERIN CARINA BÄR: WIR SPRACHEN ÜBER OLYMPIA & IHR GESPÜR FÜR WASSER Straßenmusik: die 17-jährige Michelle Schulz im Portrait Außerdem: KÄTHCHEN-WAHL VON HEILBRONN, WALDKLETTERPARK WEINSBERG, BRIEF AUS MINSK, U. V. M. Nr. 43 Juni/Juli 2016 kickt!

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Unsere jüngsten Talente? Überzeugen mit ihrem Kämpferherz. Der neue 718 Boxster und 718 Cayman. Das Porsche Zentrum Heilbronn wünscht Ihnen eine spannende EM 2016. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 10,7–9,5 · außerorts 6,5–6,0 · kombiniert 8,1–7,3; CO 2 -Emissionen: 184–167 g/km

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 43 um der aktuellen Heilbronner Fußball- Tristesse zu entkommen, wenden wir unseren Blick zurück in die Vergangenheit. Da waren die Zeiten in Fußball-Heilbronn noch rosiger, beziehungsweise schwarz-weißer. Der inzwischen zu den Akten gelegte und kaputt fusionierte VfR Heilbronn sorgte für die größten Highlights. Dieses Heft mag, das geben wir gerne zu, die schwarzweiße Brille aufhaben. Doch was sollen wir tun? Wie Bestseller- Autor Nick Hornby in seinem Buch Fever Pitch schon schrieb: »Du suchst Dir nicht Deinen Verein aus, sondern Dein Verein sucht Dich aus.« Uns hat sich der VfR Heilbronn ausgesucht. Hanix trug das schwarz-weiße Trikot seit der F-Jugend und hat am Ende 1996 den Pott mitgewonnen. Damals, als die A-Junioren des damaligen Verbandsligisten einen Siegeszug durch Deutschland starteten, bis keine Gegner mehr da waren. Am Ende stand der Gewinn des DFB-Pokals vor mehr als 6.000 zahlenden Zuschauern im Heilbronner Frankenstadion. Um diese Klasse von 96 zu porträtieren, haben wir uns von der Heibronner Stimme Sportredakteur Florian Huber ausgeliehen, der ein einfühlsames Porträt über die VfR-A-Jugend von 1996 geschrieben hat. Ein Text für Fußball-Romantiker. ERMIN BIČAKČIĆ hat sich in seinem Leben und seiner Fußballkarriere immer durchgekämpft. Ob als Kriegsflüchtling oder als Fußballprofi in Braunschweig und nun Hoffenheim. Wie sprachen mit dem Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas über sein Aufwachsen in Möckmühl, die Trainerrochaden in Hoffenheim, seine WM-Teilnahme EDITORIAL in Brasilien vor zwei Jahren und Bolzplätze im Jagsttal. Hanix-Autor Florian Damaschke besuchte für uns MARTIN WÖRNER an seinem Arbeitsplatz im Heilbronner Frankenstadion. Seit 1979 ist Martin Platz- und Zeugwart an der Badstraße. Aber er ist noch viel mehr. Er ist die letzte Konstante im Heilbronner Fußball, ein Mann, der aus besonderem Holz geschnitzt ist und den der Niedergang seines VfR bitter schmerzt. Trotzdem verrichtet er seinen Dienst für saubere Trikots, aufgepumpte Bälle und abgestreute Plätze nach wie vor gewissenhaft. Doch vielleicht nicht mehr lange. Es gibt für ihn inzwischen Wichtigeres, als im Frankenstadion und drumherum für Ordnung zu sorgen. Für das Interview des Monats besuchten wir die Heilbronnerin CARINA BÄR in ihrer Wahlheimat Dortmund, kurz nachdem sie sich erneut für die Besatzung des Deutschland-Vierers qualifiziert hat. Die Medizinstudentin steckt mitten in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio, wo sie Gold holen will. Ein Gespräch über Social-Media-Benimmregeln während der Spiele, eine mögliche Rückkehr in die Heimat und ihr feines Gespür für Wasser. Wo wir sonst noch für diese Ausgabe waren: in den Stadien der Welt, beim Trikothersteller, im Waldkletterpark, im Theresienturm, in einer Böckinger Schlosserei, in Minsk, im Fahr-Rad-Laden, auf der Straße zum Musikhören, bei der Käthchenwahl und an vielen weiteren Orten in und um Heilbronn. Anpfiff! Die Hanix-Redaktion.

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Impressum VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Matthias Marquart AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Florian Huber, Mares Baudewijns, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Florian Damaschke, Michael Dikta, Markus Rössel ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta (www.blickboutique.de) Memo Filiz (www.memografie.com) Ulla Kühnle (www.freiraum-photos.de) Nico Kurth (www.nicokurth.com) Lisa Maria Klotz (www.lisamariaklotz.de) Marc-Ferdinand Körner, Klaus Krüger, Michael Dikta, Hermann Eisenmenger, Baumann Sportfoto, Benjamin Lahr, Mathäus Jehle LEKTORAT Friedemann Orths VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) Gabriela Würfl-Sodo VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2015 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. HEFT ÜBER DAS BESTE SPIEL WELT 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Aufstieg vs. Abstieg 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für Juni und Juli 14 Streifzug durch die Region Diesmal mit Stuttgarter Kammerorchester, Comic Con Germany, NaturVision Filmfestival & Hohenloher Kultursommer 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Nachgehakt 20 Taschenkontrolle bei Engin Cakir, »Fahr-Rad«- Ladeneröffner 22 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Diplom-Gestalterin Sonja Knoblauch 24 Abenteuer um die Ecke Drahtseilakt: Im Waldkletterpark Weinsberg 26 Politik & Gesellschaft Das Heilbronner Käthchen damals und heute INHALT Hanix Nr. 43

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Hanix Nr. 43 30 Musik Michelle Schulz: Junge verwegene Streetsoulista 32 Wirtschaft Jako: Reif für die Champions League 34 Kunst Sam Shaws Hollywood-Fotografien in der Kunsthalle Vogelmann & Picasso in der Kunsthalle Würth 36 Film Arthaus-Tipp »Demolition – Lieben und Leben« & »Frühstück bei Monsieur Henri«. Dazu weitere Filmstarts 40 Interview des Monats Carina Bär – Wir trafen die Heilbronnerin, die in Rio Gold im Deutschland-Vierer holen will, in ihrer Wahlheimat Dortmund. Ein Gespräch über digitale Benimmregeln bei Olympia, den Taxiteller im Ruhrpott und ihr Gespür für Wasser. HANIX NR. 43 44 Titelthema Die Klasse von 96 – Heilbronns letzte goldene Fußballgeneration, Interview mit Uwe Ralf Heer über den sensationellen Heilbronner Fußball- Sommer 1996, Martin Wörner – Zeugwart- Legende im Heilbronner Frankenstadion, FUSSBALL Gespräch mit Hoffenheim- Profi Ermin Bičakčić & der Heilbronner Markus Rössel bereist für den Fußball Deutschland und den Globus 66 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Oliver unser! 68 Brief an die Heimat Michael Dikta schreibt aus Minsk in Weißrussland 71 Historischer Schuss Fleiner Straße, 1959 72 .jpg BILDERGALERIE U. a. Styx & Theresienturm 76 Veranstaltungskalender Gute Termine für Juni und Juli 86 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Das Cockodil

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Hanix Nr. 43 SAMSTAG, 9. APRIL 2016 19:33 UHR BALLEI, NECKARSULM Foto: Marc-Ferdinand Körner Nach einer grandiosen Leistung im Heimspiel gegen die Vulkan-Ladies aus Koblenz stand die Ballei Kopf und feierte durch den 38:20-Sieg den Aufstieg in die 1. Handball-Bundesliga. Nach einem unglaublichen Durchmarsch aus der fünften Liga greift Neckarsulm damit erstmals in der Vereinsgeschichte im deutschen Oberhaus an. Schon zehn Minuten vor Ende brachen auf der Bank und bei den 1.260 Fans auf der Tribüne alle Dämme. Die letzten Minuten feierte die Mannschaft auf der Bank bereits ausgelassen den Aufstieg und nach sechzig Minuten wurde die Party dann mit einigen Sekt- und Bierduschen auf dem Spielfeld fortgesetzt. HINGUCKER

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SONNTAG, 10. APRIL 2016 19:31 UHR EISSTADION AM BERLINER PLATZ, KAUFBEUREN Foto: Benjamin Lahr Die Heilbronner Falken stehen zum zweiten Mal hintereinander als sportlicher Absteiger aus der Deutschen Eishockey-Liga 2 (DEL 2) fest. Die Unterländer verloren in der Best-of-Seven-Serie das entscheidende siebte Duell beim ESV Kaufbeuren mit 2:4. Mit einem Empty-Net-Treffer besiegelte Josh Burnell mit seinem zweiten Treffer in der Partie zehn Sekunden vor Schluss den Heilbronner Abstieg. Hanix Nr. 43 WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Comedy 2. Juni OLAF SCHUBERT & SEINE FREUNDE: SEXY FOREVER Harmonie, Heilbronn Olaf Schubert, der sächsische Comedy- Titan in Pullunder, ist wieder da. Nicht nur Dresden und Leipzig werden jauchzen und frohlocken, wenn der schüchterne Poet die Bühne betritt. Seine Auftritte sind mittlerweile legendär. Längst hat der selbsternannte Weltverbesserer einen bundesweiten Kultstatus erlangt und sorgt allerorts ununterbrochen für geschüttelte Zwerchfelle. Herrlich skurril übermannt die schiere Bühnenpräsenz des Ausnahmetalentes jeden Comedy-Fan. Konzert 3. Juni TIM FISCHER – 25 JAHRE BÜHNE! Komödienhaus, Heilbronn Zeitlos sind seine »Geliebten Lieder«, über die der »Wunderknabe des Chansons« sagt: »Das ist ein Programm, das ich rein nach dem Lustprinzip ausgewählt habe.« Zum Repertoire des Abends gehören Lieder, die man schon immer mit Tim Fischer in Verbindung bringt, und solche, die er noch nie gesungen hat, aber immer schon mal singen wollte. Party 8. Juni STUDENTISCHE BOOTS- & LAUBEPARTY Neckarbummler & Gartenlaube, Heilbronn »Macht es noch einmal« dachten sich das Studentische Unternehmen Drei+ Studentenpartys und der Studentische Verein Connecting IB als sie sich gemeinsam an die erneute Planung der sehr positiv bewerteten Bootsparty machten. »Leinen los« heißt es am 8. Juni wenn etwas mehr als 200 Studierende ab 18.30 Uhr den Neckarbummler kapern. Dieses Jahr gibt es außerdem eine Beach Party Night, die parallel ab 21 Uhr in der Gartenlaube Heilbronn steigt und zu der die Partygäste vom Boot nach Wiederanlegen direkt mit Bussen gebracht werden. Tickets gibts im Novacane Store in der Fußgängerzone in HN. Gesprächsrunde 13. Juli HEILBRONNER ARCHITEKTURGESPRÄCHE: ALEXANDER SCHWARZ Alte Kelter, Heilbronn 2016 sind die Köpfe von fünf Architekturbüros bei den Heilbronner Architekturgesprächen zu Gast und berichten, wie unsere gebaute Umwelt in den Köpfen entsteht und deren Architektur gemeinsam im Team realisiert wird. Diesmal ist in der Alten Kelter in Heilbronn Station. Zu Gast: Alexander Schwarz, ausgebildeter Geigenbauer und Architekt. Er hat mit dem Wiederaufbau des Neuen Museums auf der Berliner Museumsinsel Maßstäbe im Zusammenspiel von Denkmalpflege und Rekonstruktion gesetzt. Kurzfilmfestival 22. Juli 13. INTERNATIONALES LOW & NO BUDGET FILM-SHARING FESTIVAL Mobilat & Bar Daneben, Heilbronn Seit etlichen Jahren ein subkultureller cineastischer Höhepunkt in Heilbronn und das einzige unabhängige Kurzfilmfestival der Stadt. Witzige, abwechslungsreiche, kurzweilige, spannende und nachdenkliche Kurzfilme voll abgefahrener Ideen. Von Animationen über Minispielfilme, Stopmovies, Fakedokumentationen, Dramen bis hin zum Bad Taste Trash ist alles dabei. Zu sehen gibt es circa 20 Kurzfilme, wie man sie sonst nirgendwo zu sehen bekommt im spannenden Hinterhof des Mobilat Clubs und parallel dazu im Café Daneben/Complex 23. Kinoevent 27. Juli bis 15. August OPEN AIR KINO HEILBRONN Genossenschaftskellerei, Heilbronn Die inzwischen 15. Auflage des beliebtesten Kultur-Events der Region Heilbronn geht termingerecht zum Beginn der Sommerferien an den Start. An 20 Tagen flimmern die besten Filme des Jahres über die 128 Quadratmeter große Leinwand. Darüber hinaus lockt täglich ab 19 Uhr ein abwechslungsreiches Zusatzprogramm mit tollem Blick in die Weinberge zu einem Kurzurlaub in der Region. Ob musikalische und tänzerische Einlagen, Wellnessangebote, abwechslungsreiche Speisekarten oder Gewinnspiele – die Veranstalter sorgen bis zum Filmstart um jeweils 21:15 Uhr für Kurzweil. STADTLEBEN Hanix Nr. 43

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Für Existenzgründer, Kreative und IT-Freaks – die Innovationsfabrik Heilbronn Bald auch mit attraktivem Co-Working-Angebot! Kontakt: Bernd Billek, Tel. 07131 6257-46 bernd.billek@stadtsiedlung.de www.innovationsfabrik.de

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DIE TIPPS FÜR REGION Untertage-Abenteuer Bis 3. Oktober ERÖFFNUNG DES BESUCHERBERGWERKS Besucherbergwerk, Bad Friedrichshall Das Besucherbergwerk Bad Friedrichshall beschert nach der Winterpause großen und kleinen Entdeckern ein unvergessliches Erlebnis. Nach der Fahrt mit dem Förderkorb befinden sich die Besucher rund 200 Meter tief unter der Erdoberfläche und mitten in der Welt des Salzes. In den gewaltigen unterirdischen Kammern wird durch moderne Präsentationen die Geschichte des Salzbergbaus veranschaulicht. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind empfehlenswert. Kabarett 5. Juni GERHARD POLT – »BRAUCHT’S DES?« KulturSpiegelZelt, Brackenheim Seinen Durchbruch als Kabarettist gelang Gerhard Polt 1979 mit der Fernseh-Serie Fast wia im richtigen Leben. Und er war ein Jahr später auch erster Gast des Scheibenwischers. Der 74-jährige Kabarettist, Autor, Fernseh- & Filmschauspieler versteht es, einen ganz genauen Blick hinter die Fassaden der Menschen zu werfen. Und so schafft er es, das Innerste des Spießbürgers von nebenan nach außen zu kehren. Er wettert, poltert, verzichtet nicht auf Kraftausdrücke und stellt so Rollenklischees präzise wie kein anderer dar. Craft-Beer-Festival 10. Juni »CRAFT AM SEE« – 2. BAD RAPPENAUER CRAFT-BEER-FESTIVAL fine dine, Bad Rappenau Das Bad Rappenauer Craft Beer-Festival ist dieses Jahr zu Gast im Restaurant fine dine am Kurparksee. Unter dem Motto »Craft am See« präsentieren sich regionale und überregionale Brauereien im wunderschön gelegenen Biergarten. Passend dazu zaubert die fine dine- Gastronomie Street Food-Spezialitäten. Als besonderes Schmankerl gibts das EM- Eröffnungsspiel auf Großleinwand, Live- Musik mit Dicke Fische und für die Damen stehen leckere Drinks rund um Wein und Sekt bereit. Musikalische Lesung 18. Juni »DER ALTE MANN UND DAS MEER« – LESUNG NACH ER- NEST HEMINGWAY Kultura, Öhringen Ernest Hemingways berühmteste Erzählung ist nun über 70 Jahre alt, doch sie hat zeitlose Aussagekraft: Eine Parabel des Lebens selbst ist dieser dramatische Kampf des Fischers Santiago mit den Naturgewalten, ein Duell, das immer wieder neu aufgerollt werden kann. Das übernimmt im Jubiläumsjahr der Charakterdarsteller Friedrich von Thun. Mit seiner markanten Stimme trägt er diese Geschichte vor, die mit ihren schlichten Sätzen voller Strahlkraft nach wie vor begeistert. Die musikalische Untermalung übernimmt der Jazz-Pianist Max Neissendorfer aus München. Mit Improvisationen und ausgewählten Stücken spürt er der fesselnden Geschichte musikalisch nach. Freilichtspiele 24. Juni bis 7. August KOHLHIESELS TÖCHTER Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Shakespeare im unteren Kocherund Brettachtal! Ein fulminantes Volkstheaterspektakel, bei dem innerlich mitgejodelt und sich schlicht und einfach amüsiert werden darf! Vater Kohlhiesel hat seine liebe Not, seine beiden Töchter Susi und Liesl könnten nämlich unterschiedlicher nicht sein. Liesl ist höflich und von den Männern begehrt. Susi, mit ihrer kratzbürstigen Art, hat auf dem elterlichen Hof bisher noch jeden Mann verscheucht. Doch die Mutter der beiden Töchter hat auf dem Sterbebett verfügt, dass zuerst Susi unter der Haube sein muss, bevor Liesl heiraten darf. In Neuenstadt darf man sich auf eine Nordwürttembergische Dialektfassung freuen. Fußballturnier 11. bis 24. Juli U 19-EURO 2016 U. a. in Großaspach & Sinsheim, Baden-Württemberg Die U 19-EURO wird zur großen Bühne der Stars von morgen. Vom 11. bis 24. Juli wird in Baden-Württemberg um den kontinentalen Titel gespielt. Die Auslosung ergab, dass die U 19 des DFB gegen Italien, Portugal und Österreich antritt. In Gruppe B messen sich Kroatien, die Niederlande, Frankreich und England. Spielorte sind Ulm, Stuttgart, Heidenheim, Reutlingen, Aalen, Mannheim, Sandhausen, Großaspach und Sinsheim. LANDLEBEN Hanix Nr. 43

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Kilo in nur 6 Wochen abgenommen

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Konzert 1. Juni CHRISTIAN STEIFFEN Karlstorbahnhof, Heidelberg Er gilt als Ausnahmekünstler, ist Gott des Schlagers und »Arbeiter der Liebe«. Christian Steiffen, ein Phänomen kehrt zurück und macht erst mal Ferien. Angetreten als Arbeiter der Liebe, ist Christian Steiffen längst nicht mehr das verborgene Bernsteinzimmer der guten Musik, sondern vielmehr der Trophäenraum des Herzens. Auf seinem neuen Meisterwerk »Ferien vom Rock’n Roll« begeistert der ewig 29-Jährige mit 11 neuen Hits und asphaltiert sich selbst die Straße zum Pop-Olymp. Jede Frau will ihn und jeder Mann will ihn auch. Kritikern begegnet er gewohnt souverän, denn er weiß, was er weiß und am Ende muss auch der Letzte von ihnen einsehen: Hier komponieren die dicksten Eier der Welt. Comic-Lesung 1. Juni PORNSTORY – CSD 2016 – COMIC LESUNG MIT RALF KÖNIG Capitol, Mannheim Knöpft schon mal die Hose auf: Nun ist sie da, die ultimative Betroffenheitsliteratur für Pornoliebhaber und deren KritikerInnen! Porn Story! Denn Hetero macht auch nicht froh! Ralf König hat ein Comic über die Geschichte der Pornografie geschrieben. Obwohl er selbst homosexuell ist, setzt er sich darin mit Hetero-Pornos auseinander. Das »Mann-Frau-Ding« habe ihn einfach interessiert. Foto-Show 8. Juni 11FREUNDE TRAININGSLAGER FEAT. PAUL RIPKE LKA Longhorn, Stuttgart Deutschland wird Weltmeister! Was für ein Spiel, was für eine Nacht! Auf der CinemaxX Kinotour mit dem WM-Fotografen Paul Ripke können Fans und Fußballfreunde die Highlights der Fußball Weltmeisterschaft 2014 noch einmal im XXL-Format erleben. An 14 Terminen präsentiert Paul Ripke alle Höhepunkte der gewonnenen WM exklusiv in ausgewählten CinemaxX Kinos. Die Foto-Show »11FREUNDE Trainingslager feat. Paul Ripke« beginnt mit dem Anpfiff im Maracana, sie endet in Berlin mit der Triumphfahrt im offenen Bus durch die Massen der Hauptstadt. Und zwischendrin: Euphorie auf dem Spielfeld, Rührung in der Kabine, Ekstase im Hotel. Foto-Ausstellung 8. Juni REINER PFISTERER – DIE WELT DES STUTTGARTER KAMMERORCHESTERS Rathaus, Stuttgart Seit über 70 Jahren ist das Stuttgarter Kammerorchester einer der wichtigsten kulturellen Botschafter der Landeshauptstadt Stuttgart. Im Herbst 2010 begann Fotograf Reiner Pfisterer, sich auf die Spuren der Stuttgarter Ausnahmestreicher zu machen. Einen Zwischenstand dieses Langzeitprojekts präsentiert er nun im Stuttgarter Rathaus erstmals in einer Einzelausstellung. Die öffentliche Vernissage ist am 8. Juni um 18 Uhr. Die Ausstellung endet am 29. Juni 2016. Jazzfestival 15. Juli CRO MEETS JAZZ – MTV UNPLUGGED Schlossplatz, Stuttgart Von 8. bis 17. Juli präsentieren die jazzopen stuttgart Stars und Newcomer der internationalen Jazz-, Blues-, Soul- und Pop-Szene auf den Festivalbühnen. Unter dem Motto »Cro meets Jazz – MTV Unplugged« wird Deutschlands bekanntester Rapper den Stuttgarter Schlossplatz füllen. Zu diesem Konzert in seiner Heimat laden die jazzopen in Abstimmung mit Cro international reputierte Jazzmusiker ein, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Konzert 31. Juli NADA SURF Tollhaus, Karlsruhe Nada Surf sind zurück! Mit »You Know Who You Are« kam via City Slang am 4. März 2016 endlich neue Musik und mit dem ersten Song »Believe You’re Mine« gibt es bereits erstes klassisches Nada Surf-Material für den Repeat-Knopf zu hören. Das Geheimnis von Nada Surf war immer, dass sie einfach Songs schreiben konnten und das hat sich nicht geändert. Das Album ist voll mit Ohrwürmern, die man, wir wissen es jetzt schon, wieder mal monatelang nicht aus dem Kopf bekommt. Verdammte Ohrwürmer, die auch wieder Bret Easton Ellis erweichen werden, epische Balladen, College Rock Kracher, alles dabei. Never change a winning Thema! Never change a winning Team. METROLEBEN Hanix Nr. 43

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www.crossmediaexperts.de WAS UNS VON ANDEREN UNTERSCHEIDET? WIR NEHMEN UNS ZEIT FÜR SIE!

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HOHENLOHER KULTURSOMMER: DER GESCHMACK VON KUNST UND KULTUR Der 30. Hohenloher Kultursommer bietet die ganze Bandbreite der schönen Künste und der feinen Küche. Von Brigitte Fritz-Kador Viele Heilbronner genießen Musik immer noch lieber im Festspielhaus von Baden-Baden als im Kloster Schöntal. Definitiv: Das Kloster Schöntal ist schöner, die Eintrittspreise sind humaner, und wenn man Anna Netrebko die Aura des Außergewöhnlichen lassen will, ist die Alternative der Hohenloher Musiksommer mit 66 Konzerten in diesem Jahr. Die Hohenloher Kulturlandschaft ist eine Größe für sich. Bei Schlössern, Scheunen, Burgen, Klöstern, Kirchen und Parks, in denen die Konzerte stattfinden, punktet Hohenlohe genauso: Auch da hat keine Region in Deutschland mehr zu bieten. »In jedem Neschd a Schlouss«, sagt man hier. In der gerade 30-jährigen Geschichte des Hohenloher Kultursommers ist man mittlerweile auch ein geschätzter weicher Standortfaktor für die Unternehmen in der Region der Weltmarktführer geworden. 1987 begann es mit 2.680 Besuchern und 21 Konzerten, jetzt hat sich die Besucherzahl auf 14.000 bis 15.000 eingependelt. In die Museen des Weltmarktführers Würth in Künzelsau, Gaisbach und Schwäbisch Hall kamen 2015, so die gerade ermittelte Zahl, 290.000 Besucher. An einem der authentischsten Orte der deutschen Literaturgeschichte wird bei den Burgfestspielen in Jagsthausen zum 63. Mal Goethes »Götz von Berlichingen« gespielt. Der Spielplan, Sache des Intendanten Axel Schneider, in Übereinstimmung gebracht mit den Intentionen der Burgfestspiele, profitiert von einer Win-Win-Situation durch die Kooperation mit dessen Hamburger Bühnen und den dort auftretenden Stars. Die gewachsene Konkurrenz sind die vielen Laienbühnen: Auch da geht das »Landvolk« nicht mehr zum bloßen »Ablachen« hin. In der »Kulturregion« bzw. im »Genießerland Hohenlohe« kann man glatt einen leckeren Juli und einen faulen August am Stück urlaubend ohne Wiederholungsgefahr verbringen. Jagst- und Kochertal und die Seitentäler sind voller guter Gourmet-Adressen. Die Geschmacksnoten von Kunst und Kultur entsprechen sich, auch eine Erklärung für das »Wunder Hohenlohe« und dem, was aus einem teils noch heute abgehängten und ignorierten Landstrich werden konnte. »Fürstliche Gartentage in Langenburg« samt Oldtimer-Museum, Schloss Assumstadt, Waldenburg und Neustadt, der Park in Weikersheim, das Freilandlandmuseum Wackershofen, die Kapelle in Bächlingen, die vielfältigen Spuren jüdischen Lebens, die Kunstausstellung in der Götzenburg oder die Landesgartenschau in Öhringen besuchen – unmöglich alles aufzuzählen. Besser: Geheimtipps vor Ort abfragen, Hohenloher können, wenn sie wollen, auch Hochdeutsch. Neben allen Besuchern, den Kanufahrern, den Reitern, den zweistöckigen und zweirädrigen Wanderern wünscht man auch der »Kopf-nach-unten-Generation« mit Stöpsel im »Horchleffl« (Ohr) und den viereckigen »Glotzbebbl« (Augen): Aufschauen und hinhören – es tut nicht weh, klassische Klänge oder Weltmusik zu hören, über Dichterworte nachzudenken in einer der schönsten deutschen Landschaften. ◆ INFOS: www.burgfestspiele-jagsthausen.de www.hohenloher-kultursommer.de ELDORADO FÜR COMICFANS Endlich ist es so weit, Deutschland bekommt seine eigene Comic Con. Der erste Event dieser Art startete 1970 in San Diego (Heimat der ursprünglichen Comic Con) mit gerade mal 300 Besuchern. Mittlerweile gibt es in vielen US Städten Comic Cons, die jährlich viele 100.000 Besucher anziehen. In Deutschland ist es im Juni 2016 so weit. In der modernsten und größten Messehalle der Stuttgarter Messe findet am 25. und 26. Juni 2016 die erste Comic Con Germany statt. Die Comic-Messe geht bei ihrer Premiere mit einem breit gefächerten Angebot an den Start. Die Organisatoren werden die Fans mit bis zu 30 Hollywood-Schauspielern aus verschiedenen TV-Serien und Filmen begeistern, die für Autogramm-Sessions und Fotos zur Verfügung stehen. Hanix Nr. 43 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Neben den Stars von Leinwand und Mattscheibe ist aber auch die namensgebende Comic-Kunst in allen Facetten vertreten: In der Comic Zone treffen die Fans Zeichner, im Cosplay-Village können sie selbst ihre Helden darstellen. Am Samstag den 25. Juni ist eine große Cosplay-Parade geplant. Außerdem gibt es natürlich die Stände der deutschen Comic-Verlage, einen großen Händlerbereich, Ausstellungen, zum Beispiel mit Filmrequisiten, Lego Mocs (große von Fans geschaffene Nachbildungen), Star Trek und Movie Props, sowie diverse Walking Acts und Fotopoints. Der Panini Verlag, als in Stuttgart ansässiger Top-Verlag der deutschen Comic-Szene, freut sich auf dieses Event vor der Haustüre und wird sich entsprechend groß präsentieren. Am Panini Comics-Stand wird es jede Menge limitierter und exklusiver Messe-Sondereditionen geben – ein Eldorado für Comicsammler –, außerdem werden am Panini-Stand eine ganze Reihe internationaler und nationaler Comic-Größen zeichnen und signieren. ◆ Hanix Nr. 43 NATURVISIONEN AUF LEINWAND Faszinierende Filme, informative Vorträge und ein großes Familienprogramm – so klingt die verlockende Formel, mit der das NaturVision Filmfestival vom 21. bis 24. Juli nach Ludwigsburg einlädt. Mit seiner 15-jährigen Geschichte ist NaturVision Deutschlands ältestes und größtes Filmfestival zu Natur-, Tier- und Umweltthemen. Einen besonderen Schwerpunkt legen die Veranstalter in diesem Jahr auf die »Stadt der Zukunft«. Im Mittelpunkt des Geschehens steht das Kinoprogramm mit dem Filmwettbewerb im Central Theater. Begleitet wird dies durch ein buntes Rahmenprogramm mit Open Air. Am Festival-Freitag findet der NaturVision Science Slam statt – ein Wissenschaftswettstreit, bei dem »Labormäuse« aus ganz Deutschland ihr gewohntes Arbeitsumfeld verlassen und eigene Forschungsprojekte in spannenden Kurzvorträgen präsentieren. Eine Oase zum Entspannen und Entdecken finden Familien – ebenfalls ab Freitag – auf dem Arsenalplatz: Hier unterhält das Open Air-Kino umrahmt von einem Markt mit Infoständen, nachhaltigen Produkten, regionaler Gastronomie und spannenden Kinderaktionen. Gezeigt werden Naturfilme für Groß und Klein. Am Samstagabend ist exklusiv die »International Ocean Film Tour« zu Gast, die ihre beliebten Wassersportfilme, Meeresabenteuer und Umweltdokumentationen zeigt. Ein weiteres Highlight: die Umweltdetektive, bei denen Kinder von sechs bis zwölf Jahren Wissenswertes zur Natur lernen, während die Eltern sich einen Film im Festivalprogramm anschauen können. Nicht verpassen sollten Hobbyköche das Mitmach-Event von Bio-Koch Joachim Latsch am Samstag. Hier wird zusammen mit dem Publikum sogenanntes »Misfits«-Gemüse, also Gemüse abseits der Supermarktnorm, zu tollen Gerichten verarbeitet und hinterher gemeinsam genossen. ◆ INFOS: www.natur-vision.de

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen »Gut, dass in der Stadt kein ICE hält.« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren drei Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. Unser Thekenszenario diesmal: Das erwachsene Kind unseres Gastes findet, obwohl es auf der Suche ist, keine Arbeit und wohnt deshalb noch im »Hotel Mama«. Der Gast hat es immer gut mit seinem Kind ausgehalten, allmählich wird ihm die Situation aber zu viel. Er fragt: Soll ich mein Kind einfach so rausschmeißen? Mares Baudewijns, Eckstein So ein radikaler Entschluss, das Kind vor die Tür zu setzen, ist sicherlich nicht die Lösung des Problems. »Wohin soll das Kind ohne Job und ohne Kohle«, wäre wohl meine erste Frage an meinen Gast. Er sollte erst mal überlegen, wer hier seinen Job nicht gemacht hat. Kinder brauchen Grenzen, und wenn man ihnen diese nicht früh genug aufzeigt, tja, dann ist man eben »Hotel Mama«. Oder warum eigentlich nicht mal »Pension Vati« oder »Gasthof zum goldenen Dad«? Nein, im Ernst: Konsequenz heißt das Zauberwort und genau da liegt der Hund begraben. Die meisten Eltern sind nicht konsequent genug und die Kids spielen diese Karte gekonnt aus. Seit man »bitte« zu seinem eigenen Kind sagt, ist es dahin mit der elterlichen Autorität: »Bitte« lass das. Höre jetzt »bitte« auf. Sei »bitte« leise. Kannst du »bitte« dein Zimmer aufräumen usw. Dabei kann ein offenes und ehrliches Familiengespräch Wunder wirken und bald muss »Hotel Mama« wegen nicht ausreichender Belegung schließen. Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen. Wenn das Kind den Drang nach den eigenen vier Wänden nicht hat, wird das gegebenenfalls mit dem nächsten Partner erst zu Wunsch und Ziel. Ich würde da eher meine Netzwerke abgrasen und die Partnersuche unbemerkt anstupsen! Sibel Taylan, Data 77112 Das musst du doch wissen?! Hast du dein Kind großgezogen, sodass es für sich und seine Taten Verantwortung übernehmen kann? Mit Liebe und Geborgenheit? Mit Respekt vor sich und anderen? Kann es etwas Tolles kochen, waschen, Dinge instand halten, hast du Werte vermittelt? Ohne Job wäre das ein bisschen blöd, außer es fragt nen Kumpel als Übergangslösung, falls es echt totalo brennt. Aber wenn man nen Job will, kriegt man den auch! Falls es die ganze Zeit über nicht klappt mit den Bewerbungen, ist ja möglicherweise dieser Job einfach unpassend! Meist wartet ne andere Überraschung oder Gelegenheit. Und von nix kommt nix – optimism now! Go with the Flow – aber wichtig zu wissen ist, dass das Kind weiß, dass es immer nen (Rückzugs-)Ort hat, an den es zurückkehren kann, willkommen ist und sich geborgen fühlt. SMALLTALK Hanix Nr. 43

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. »Heilbronner Kinos« – eine cineastische Zeitreise Auf ein wahres Juwel Heilbronner Zeitgeschichte sind wir im Netz gestoßen. Auf dem feinen Blog heilbronnerkinos.wordpress.com können sich Cineasten u. a. durch die Heilbronner Kinovergangenheit klicken und scrollen. Wunderbare Zeitdokumente – ob Fotografien, Programmbroschüren oder Filmplakate – sind zu finden. Uns haben es besonders die Bilder des Capitol und des Jugendfilmclub Heilbronn angetan. Das Anliegen der Betreiber für diesen Blog: »Auf dieser Seite soll versucht werden, die Kinogeschichte Heilbronns anhand von Originaldokumenten, Presseartikeln, Interviews, Leserbriefen sowie eigenen Erlebnissen, Aufzeichnungen und Fotos ins Gedächtnis zurückzurufen.« DaF – Deutschlernen via Skype mit Hanix Unsere Herzen höher springen lassen hat uns folgende Geschichte, die uns zugespielt wurde: Petr hat sich während eines Surfurlaubs in Frankreich in eine Heilbronnerin verliebt. Um ihr die Tiefe seiner Liebe zu beweisen, will der Tscheche so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen. Bei einem Heilbronnbesuch hat sich Petr zwei Hanix-Hefte gegriffen, eines seinem Opa geschickt und das andere behalten. Denn: Petrs Opa spricht deutsch. Nun büffelt ein tschechischer Opa mit seinem Enkel via Skype Deutschvokabeln und als Unterrichtsbuch nutzen sie unser DaF-Fachmagazin. Und das alles, um das Herz einer der unseren zu erobern. Romantischer kann es nicht sein. Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Pflasterarbeiten Straßenbau Bei Gluthitze und Eiseskälte immer draußen – dass ist ja schon ein harter Job. Klar, das Wetter fordert uns manchmal schon heraus. Aber wenn man sagen kann: „Die Straße ist von mir“, wiegt das alles wieder auf! Schneider Bau GmbH & Co. KG 74074 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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Unser Kolumnist hat sich nichts zuschulden kommen lassen. Glaubt er. Aber er weiß vielleicht was. Glauben andere. Von Nicolai Köppel, Foto: Ulla Kühnle Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedesmal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de Nachgehakt Mein Telefon klingelt. Unbekannte Nummer. Ich gehe ran, weil ich neugierig bin und die Gefahr liebe, solange sie nicht direkt vor meiner Nase steht. »Hallo?« Ich sag doch nicht meinen Namen. »Guten Tag Herr … Köppel?« Eine herausfordernde Pause. »Ja?«, sage ich. »Polizeirevier Heilbronn-Mitte« (oder so ähnlich, weiß ich nicht mehr), »mein Name ist Worden. Geändert Worden, aus datenschutztechnischen Gründen, und weil Sie ihn längst vergessen haben, wenn Sie die Kolumne hier schreiben.« stark befahrene Straße, um mit ihnen bei den zwei Männern zu warten, von denen vielleicht nur noch einer atmet. Nicht ganz unfeige, nicht ganz in Ordnung. Aber deswegen liegt doch noch lange nichts gegen mich persönlich vor. Oder? Darf eigentlich der ärztliche Notdienst einfach so meine Telefonnummer weitergeben? Das frage ich mich, als ich auf dem Revier warte. Und was die wohl eigentlich von mir wollen? Es stellt sich raus, so berichtet der mit der Angelegenheit befasste Polizist, dass die beiden Männer, denen es soweit beiden gesundheitlich (wieder) gut geht, unterschiedliche Angaben über den Hergang der Situation machen. Ich soll helfen, aufzuklären. Ich erinnere mich an einen Witz: »Wollen Sie Zeuge Jehovas werden?« »Ich hab doch den Unfall gar nicht gesehen!« Hanix Nr. 43 »Aha«, sage ich. Inspektor Worden fährt fort: »Wir würden Sie gern zu uns aufs Revier bitten, um ein paar Fragen zu beantworten.« »Woher haben Sie meine Nummer?«, frage ich. Und: Wer ist wir? Aber ich kann es mir bereits denken. Beides. Ich muss vorher anfangen. Zwei Wochen vorher. Ich laufe mit den Kindern durch die Stadt an einer großen Straße entlang und sehe in einiger Entfernung auf der anderen Straßenseite zwei Männer, die sich gegenseitig nicht in Ruhe lassen und beide keinen Spaß an der Situation haben. Sie sind weit weg, die Kinder kriegen nichts mit. Aber ich gucke, weil ich bin ja neugierig (siehe oben). Auf einmal haut der eine den anderen, sodass der hinfällt und mit dem Hinterkopf unglücklich wo aufschlägt – und liegenbleibt, als hätte man ihm den Stecker gezogen. Die Kinder haben nichts gesehen, und ich denke, wenn der jetzt nie mehr aufsteht, dann hab ich was gesehen, was man sonst nur im Fernsehen sieht. Dem Mann, der noch steht, ist es jetzt irgendwie arg und er kniet sich zu dem anderen. Ich gehe nicht hin, aber weil auf der anderen Straßenseite sonst keiner ist, nehme ich das Handy raus und rufe einen Krankenwagen, aber bis der kommt, warte ich nicht. Nicht ideal, aber ich wollte mit den Kindern an der Hand nicht über die Kannten sich die zwei Typen oder kannten sie einander nicht? Dazu machen die beiden unterschiedliche Angaben. Das ist seltsam und irgendwie auch interessant, aber das kann ich auch nicht lösen. Ob ich die beiden wiedererkennen würde? Nein, zu weit weg war das Ganze. Man fragt mich, ich antworte. Jemand schreibt mit. Dann muss der Jemand in den Nebenraum und bringt mir das Mitgeschriebene zum Durchlesen, und ich muss es unterschreiben, weil es genau das ist, was ich gesagt habe, was nicht viel und auch höchstvermutlich kein sinnvoller Beitrag zur Aufklärung des Ganzen war. Ich hatte die ganze Sache eh schon halb vergessen gehabt – jetzt aber, das war mir klar, würde ich mich daran erinnern. Also frage ich, ob ich denn über den weiteren Verlauf der Sache informiert werde. Man macht mir klar, dass seitens der Polizeibehörde keine klare Vorstellung davon herrscht, wozu es gut sein sollte, mich quasi cc zu setzen. Ich stimme innerlich zu, bin aber eben neugierig (siehe ganz oben und ein bisschen weiter drunter auch noch mal) und weiß, dass ich das einfach fragen musste. Man bedankt sich, dass ich vorbeigekommen bin. Auf dem Heimweg bin ich mir ziemlich sicher, dass ich am Telefon dem ärztlichen Notdienst meinen Namen nicht gesagt habe. Vielleicht aber doch. Vielleicht aber auch nicht. Nehme mir vor, meine eigene Handynummer mal zu googeln. Nachtrag: Das klappt. Aber zwei Sachen werde ich nie erfahren: Die eine ist: Kannten die sich? Und die andere auch nicht. 600 SEKUNDEN – DIE STADTKOLUMNE

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Engins Beutelinhalt verrät schnell seine Leidenschaften: Schrauben, Fahrradfahren, Kinder. Der gelernte Zweirad-Mechaniker machte jüngst seine Leidenschaft sogar zum Beruf: er eröffnete im April seinen eigenen Fahrradladen in Heilbronn am Wollhaus. Seine zwei Söhne und Freunde unterstützen ihn tatkräftig – denn sonst ist Engin gern für alle immer da. Von Maria Maroge Fotos: Meli Dikta Komm wir gehen zu Engin! »Ich liebe Heilbronn. Es ist so familiär!«, konstatiert der 36-jährige Engin. Er ist in der Käthchenstadt geboren, in Talheim aufgewachsen, lernte und arbeitete in der Region und pflegt ein großes Netzwerk. Der schwäbelnde Türke hat zwei Söhne: Noel (11) und Elias (9). Mit Rita ist er seit 20 Jahren zusammen und die Hälfte der Zeit davon schon verheiratet. Er ist hier verwurzelt und seit seiner Kindheit war ihm klar: »Hier mach ich mal meinen eigenen Fahrradladen auf!« Als Achtjähriger schraubte er bereits an Rädern und experimentierte. Vermutlich baute er da schon den Vorboten eines E-Bikes, ohne es zu wissen. »Ich hatte ein Bonanza-Fahrrad mit dem Motor eines Rasenmähers zusammengebaut. Das Ergebnis: Es funktionierte leider nicht!«, erklärt er lachend. Ab dem 13. Lebensjahr tanzte er im Olga-Jugendzentrum Breakdance und jobbte in den Ferien im Fahrradladen. Nach seiner Lehre dann in weiteren Fahrradbetrieben der Region, wo er Erfahrung und Mut fürs eigene Geschäft sammelte. Fahr-Rad heißt sein moderner Bike-Shop am Wollhaus, der Anfang April eröffnete. Etwa 50 neue und gebrauchte Bikes hat er im Angebot (ja, man kann ihm auch sein Markenrad und Raritäten zum Verkauf anbieten!). Was unterscheidet ihn aber von anderen Fahrradläden? »Mein Service!« Damit meint er nicht nur seine freundliche und offene Art, sondern seine Werkstatt direkt BERUF: Zweirad-Mechaniker und Fahrradhändler JAHRGANG: 1979 BERUFUNG: Fels in der Brandung für Familie und Freunde im Laden. Er »pimpt« Räder auf, repariert sie, holt sie daheim ab und liefert sie bei Bedarf wieder. »Fahrräder sind Kunstobjekte für mich, man kann so viel aus ihnen machen!« Er selbst besitzt zwölf daheim. Mit den Söhnen ist er natürlich viel mit den Bikes in der Freizeit unterwegs. Darum hat er immer Stecklichter und Fahrrad-Handschuhe dabei im Rucksack. Die von Elias auch, »weil er die immer sucht«. Klar hat er Taschenmesser und Schraubenschlüssel auch im Gepäck. »Es kann ja immer was zu Reparieren geben!«, schmunzelt Engin. Die genähte Stoffpuppe ist sein Glücksbringer »Klein-Eli«. Er sei sehr stolz, wie kreativ und handwerklich begabt seine Söhne seien. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm. »Meine Jungs sind Papa-Kinder, die nachts nach mir rufen oder meistens immer noch bei uns im Bett landen!« Er könne schlecht ›Nein‹ sagen, sei gutmütig und immer sofort zur Stelle, wenn ihn Familie oder Freunde brauchten. »Ich suche immer die Harmonie und bringe Menschen gern zusammen.« So ist sein Zuhause auch gern Treffpunkt für alle. »Wenn die Kumpels Gesellschaft wollen, heißt es ›Komm wir gehen zum Engin!‹«, erzählt er amüsiert. Auf sein Netzwerk ist er stolz. Und darauf, wie sehr die Familie und Freunde ihn bei der Realisierung seines Traumes unterstützt haben. Und was macht Engin sonst gern in seiner Freizeit? Deftig kochen, zum Beispiel sein Leibgericht Sauerbraten mit Spätzle. Und Musik auflegen würde er gern mal wieder. Das vermisse er, aber sein Equipment habe er leider vor längerer Zeit verkauft. Dafür sammelt er seit Jahren fleißig Aufkleber. Einfach so und von überall her. Er habe Hunderte in einer Box daheim. »Damit kann man z.B. Fahrräder verschönern!«, rechtfertigt er sich grinsend. ◆ TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 43

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Hanix Nr. 43 ENGIN CAKIR LEERT SEINEN BEUTEL

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SONJA KNOBLAUCH fühlt sich zum Gestalten berufen. Folgerichtig studierte sie Kommunikationsdesign und mag natürlich, wenn ihr Auge durch den Anblick schöner Dinge gestreichelt wird. Eine nicht perfekte Fotografie, die ihr fast durch die Lappen ging, ist dabei ihre klare Nummer Eins. Interview: Robert Mucha Fotos: Meli Dikta »Was macht der Teebeutel da?« NAME: Sonja Knoblauch ALTER: 40 BERUF: Grafikdesignerin BERUFUNG: Gestalten WÜRDE IHR LIEBLINGSSTÜCK TAUSCHEN GEGEN: Never ever MEIN LIEBLINGSDING Hanix Nr. 43

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Hanix Nr. 43 Erzähl uns etwas über dein Lieblingsding! Was ist es? Sonja Knoblauch: Das Bild, das hier in der Küche hängt. Das mit dem Huhn. Wo hast du es her? Ich muss in der Schweiz beginnen, wo ich in einem Gestaltungsbüro gearbeitet habe. Dieses Büro hat eine Fotoauktion veranstaltet, an deren Vorbereitung und Durchführung ich beteiligt war. Als ich das Bild mit dem Huhn sah, wollte ich es unbedingt haben. Ich setzte mir ein Limit von 800 Franken zum Mitbieten. Innerhalb kürzester Zeit war mein Limit überschritten und ich war bitter enttäuscht, mir die Fotografie nicht leisten zu können. Doch zu meinem Abschied aus der Schweiz haben mich meine Chefs dann mit diesem Bild überrascht! Es gab wohl noch ein paar Exemplare und ich habe mich riesig gefreut! Du kamst also unverhofft zu deinem Lieblingsding? Ja! Und, egal wo ich in Zukunft wohnen werde: es wird immer über dem Esstisch hängen, da es oft ein Gesprächsthema ist, wenn Gäste zu Besuch sind. Viele fragen, ob ich das auf dem Bild bin. Ich selbst frage mich häufig, wie dieses Bild überhaupt entstanden ist? Was der Auslöser war, dass die Fotografin den Knopf gedrückt hat? Was spricht dich an dem Motiv so an? Auf der einen Seite ist das Bild statisch, die Person darauf sitzt. Aber das Huhn ist in Bewegung. Eine gute Kombination, finde ich. Und das Bild ist nicht perfekt, was mich sehr anspricht. Im unteren Bereich des Fotos kann man einen Teebeutel herumliegen sehen. Was macht der da? Man spürt deine starke Bindung zum Bild. Kannst du sie beschreiben? Es war Liebe auf den ersten Blick! Warum, kann ich nicht erklären. Und natürlich erinnert es mich an meine Zeit in der Schweiz und zeigt mir, dass meine Chefs meine Arbeit geschätzt haben. Sie haben mir auch eine schöne Widmung auf die Rückseite geschrieben. Was müsste man dir bieten, um dir das Bild abzukaufen? Natürlich ist es unverkäuflich. Besonders berührt mich, dass meine Chefs damals gemerkt haben, wie schlimm es für mich war, dieses Bild nicht ersteigern zu können. ◆ Du hast Lust uns dein Lieblingsding zu zeigen? Schreib uns an info@hanix-magazin.de mit dem Betreff: MEIN LIEBLINGSDING Als Belohnung für eine Veröffentlichung bekommst du einen 50-Euro- Gutschein vom Pearls and Diamond (www.pearls-diamond.de) in der Bahnhofstraße 31, Heilbronn. SONJA KNOBLAUCH

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Friedemann Orths, Foto: Meli Dikta Drahtseilakt über den Dächern Weinsbergs Das Hanix »Abenteuer um die Ecke« wird präsentiert von Hanix Nr. 43 In den wunderschönen Weinbergen oberhalb Weinsbergs liegt, versteckt in einem kleinen Waldstück, der Waldkletterpark Weinsberg. Ist man die wenigen Meter durch die Rebstöcke entlang der Winzerwege gefahren, muss man nur noch einen kleinen und steilen Fußweg überwinden, der direkt zum Park führt. Bei bestem Wetter erwarten uns, hoch oben zwischen den Baumwipfeln, die verschiedenen Parcours des Parks. Die sind durch farbige Punkte in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade unterteilt und bieten ganz unterschiedliche Klettererlebnisse. Unser freundlicher Guide hilft uns in die Gurte, gibt uns eine kurze Sicherheitseinweisung und schon gehts los auf den kleinen Trainingsparcour, der sich nur einen Meter über dem Boden befindet. Schließlich fängt jeder ja mal klein an. Doch Moment mal: Ist das nicht eigentlich gefährlich, so in einigen Metern Höhe durch halsbrecherisch anmutende Konstruktionen zu kraxeln? Natürlich nicht – ein bombensicheres Einhaksystem verhindert, dass sich der unbedarfte Kletterer aus Versehen aus den Sicherheitsleinen aushaken kann. Jederzeit ist man durch zwei Karabinerhaken gesichert, von denen sich immer nur einer öffnen lässt. Dadurch habe ich mich, selbst in gut 13 Meter Höhe (die beim Hinunterschauen übrigens eher wie 23 Meter wirken), immer abgesichert gefühlt. Nachdem der erste Parcours gemeinsam mit unserem Trainer absolviert wurde und mit einer rasanten Fahrt an einer »Fox Line«, genannt Tarzanrolle, endet, werden wir in den Park entlassen. Jetzt kann man jeden der unterschiedlichen Kurse selbstständig absolvieren, falls man in Not geraten sollte oder Fragen hat, ist jederzeit ein Trainer vor Ort. Sofort fällt mir eine auf dem Boden liegende Matte auf. Ein Blick nach oben offenbart eine Plattform, die ganz nach »Hinunterspringen« aussieht. Da muss ich hoch! Doch ganz so einfach wird es einem nicht gemacht auf dem Weg zum »Freefall«: Zuerst muss man sich entweder die 13 Meter an einem wackeligen, hängenden Holzbrett, das nur mit Klettersteinen bestückt ist, emporquälen, oder einen Umweg nehmen und den schwarzen, schwierigsten Kurs absolvieren. Da ich schon nach dem etwa fünfminütigen Einführungsparcour außer Atem war, muss ich wohl oder übel den schwarzen Kurs nehmen. Dieses Wackelbrett scheint eher was für Profis zu sein. Ich fühle mich als Amateur. Doch schon die erste Station auf »Schwarz« ist auch etwas für Profis: In scheinbar unüberwindbaren Abständen hängen Autoreifen über einer Kluft, die es zu überwinden gilt. Schon beim Tre- ABENTEUER UM DIE ECKE

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ten auf den ersten Reifen fängt alles an zu schwingen und ich habe große Mühe, mich festzuhalten. Und plötzlich bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob es klappt, mal so eben schnell durch den Park zu flitzen. Langsam und konzentriert muss man vorgehen, sonst hängt man schnell sprichwörtlich in den Seilen. Und hier liegt die größte Herausforderung bei einer Tour durch den Park: Körperlich ist fast alles relativ einfach zu schaffen, obwohl ich meine Arm- und Bauchmuskeln schon spüre. Die wahre Schwierigkeit besteht darin, das Hindernis zu analysieren und einen Weg zu finden, wie man am besten die andere Seite erreicht. Das merke ich allerdings erst, als ich die Hälfte der Autoreifen-Reihe hinter mich gebracht habe und sich eine große Lücke vor mir auftut. Zum Glück bin ich hier auf keiner Expedition im Hochgebirge und kann mich einfach fallen lassen. So schummle ich mich bis zur nächsten Station und denke dort schon zu Beginn über das Hindernis nach. Beim Klettern, Schwingen und Sich-vorsichtig-herantasten bemerkt man gar nicht, wie man immer höher in die Bäume vordringt. Die Konzentration liegt voll auf dem Parcour. Als ich eher zufällig einen Blick nach unten riskiere, realisiere ich erst, dass ich mich in schwindelerregender Höhe befinde. Jetzt befindet sich nur noch eine steile, leiterartige Konstruktion zwischen mir und meinem Ziel, dem Freefall-Sprung aus 13 Metern Höhe. Als ich dann endlich auf der Plattform angekommen bin und einen ersten Blick nach unten wage, entfährt mir erst mal ein nicht druckfähiger Ausdruck. Das sollen nur 13 Meter sein? Mir kommen sie vor wie 30! Doch mir bleibt ja nur eines übrig: Der Weg nach unten ist zu anstrengend, einen Trainer um Hilfe beim Abseilen zu fragen kommt nicht infrage, da ja schließlich alles fotografisch dokumentiert wird. Also Augen zu und durch! Wissend, dass langes Zögern die Angst nur noch steigert, trete ich mir selbst in den Hintern und springe einfach. Und – was für ein geiles Gefühl! Etwa drei Meter befindet man sich im freien Fall, bis die Sicherheitsvorkehrung greift und man sanft auf den Boden gleitet. Der Moment, in dem man von der Plattform springt, ist unbeschreiblich. Fazit: Ein super Erlebnis! Der Waldkletterpark Weinsberg bietet eine große Auswahl an Parcours und richtig tolle Attraktionen; Teambuilding-Maßnahmen runden das Angebot ab. ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: mittel bis schwer DAUER: 4 bis 6 Stunden ORT: Ein Weg führt in der Nähe der Tankstelle an der Heilbronner Straße 51 in die Weinberge. Dort einfach der Beschilderung folgen. AUSRÜSTUNG: Gutes Schuhwerk, die Kletterausrüstung ist im Preis enthalten. KOSTEN: Erwachsene: 20 € 14 – 17 Jahre: 17 € 6 – 13 Jahre: 14 € TIPP: Auf jeden Fall runterspringen! © Jan Winkler Fotografie

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Im vergangenen April wurde das neue Käthchen gewählt. Zugrunde lag auch ein ganz neues Wahl- und Veranstaltungskonzept. Wir waren hinter den Kulissen dabei, um die Wahl fotografisch zu dokumentieren und erklären mit vielen Blicken zurück, was es mit Kleists Käthchen und der Heilbronner Käthchentradition auf sich hat. Von Brigitte Fritz-Kador Fotos: Meli Dikta, Hermann Eisenmenger/HSt/Stadtarchiv Heilbronn, Kleist-Archiv Sembdner KÄTHCHEN – ZWISCHEN MYTHOS UND MARKETING Hanix Nr. 43 Wem gehört eigentlich das Käthchen? Die Autorenrechte des Heinrich von Kleist (1777-1811) sind längst erloschen, die Dichtung ist »Allgemeinbesitz«. Wer nie das Glück hatte, das »Käthchen« in der Schulzeit oder auf der Bühne zu erleben, kann das Stück über gutenberg.spiegel.de jederzeit nachlesen. Die Heilbronner werden in jedem Fall sagen: »Das Käthchen gehört uns!« Dieser Besitzanspruch ist vor allem eine Form der Selbstvergewisserung, aber auf welchem Verdienst beruht er? Hinter Ziffernfolge 302 61 394 steht eine Patentanmeldung vom 9. November 1993. Es ist die Registriernummer des Deutschen Patent- und Markenamtes für »Käthchen von Heilbronn«. Im Jahr 2011 hat die Heilbronn Marketing GmbH (HMG) als Patentinhaber den Markenschutz erneuert. Der Vorgang von 1993 hatte im ganzen deutschsprachigen Raum für Schlagzeilen gesorgt. Die Neue Zürcher Zeitung mokierte sich, die Patentierung gelte wohl »zur Abwehr findiger Unternehmer, die (wenn sie nicht dafür bezahlen), weder Pralinen noch Holundersirup-Cocktails oder Feuerlöscher oder Liebeselixiere nach dem unschuldigen Kind benennen könnten«. Der Leiter des »Kleist-Archiv Sembdner« der Stadt Heilbronn, Günther Emig, hielt den Schutz des Käthchens durch das Markenrecht an sich für vernünftig: »Es ist nicht unklug, es zu schützen, bevor es andere tun. Aber es ist schon ein Unding, dass man diese Dinge überhaupt schützen muss«. Als am Abend des 21. November 1811 zwei Schüsse über den Kleinen Wannsee in Berlin hinweg auch die Gäste von »Stimmings Krug« nicht überhören konnten, waren sie Ohrenzeugen eines der spektakulärsten Selbstmorde in der deutschen Literaturgeschichte, sorgfältig inszeniert und genau dokumentiert. Heinrich von Kleist, 34 Jahre alt, erschoss, nach gemeinsamem Kaffeetrinken am Seeufer, auf ihren Wunsch seine todkranke Begleiterin Henriette Vogel und dann sich selbst. An dieser Stelle sind die beiden auch begraben (Selbstmörder durften nicht in die geweihte Erde eines Friedhofes), heute steht dort ein Grabstein. Im Abschiedsbrief an seine Schwester Ulrike schilderte Kleist die Heiterkeit mit der er – Psychologen wissen, dass das so sein kann – in den Tod gehe »weil mir im Leben nicht zu helfen war«. Kleist hatte Goethe nicht nur sein Drama »Penthesilea«, sondern auch sein Käthchen »auf den Knien meines Herzens« vorgelegt. Er soll, so die Legende, dieses »wunderbare Gemisch von Sinn und Unsinn« verärgert ins Feuer geworfen haben. Sein Zeitgenosse, Großkritiker Friedrich Schlegel, stufte das Werk als »undichterisch und kraftlos« ein. Kleist litt unter seiner Erfolglosigkeit als Dichter, Schriftsteller und Verleger. 1810 war das Käthchen in Wien uraufgeführt worden, nur wenige Jahrzehnte später war es eines der, wenn nicht »das« meist gespielte Stück. »Käthchen« wurde zu einer Figur der »deutschen Leitkultur«, Rechte Seite: 50er-Jahre-Käthchen im offenen VW Käfer im Deutschhof. Die Ersatzmenschen von Volker März lösten einen Kunstskandal in Heilbronn aus. POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 43 vergleichbar nur noch mit Wagners »Siegfried«. Ausgelöst hatte den Käthchen-Boom die Berliner Inszenierung des Stückes von 1824, für das der bedeutendste deutsche Baumeister, Karl Friedrich Schinkel, Bühnenbild und Kostüme schuf, die dem Stück historisch so nahe als möglich kommen sollten. Die Heilbronner Käthchen-Tracht und viele weitere Bühnenkostüme basieren bis heute auf seinem Entwurf. Im Nachgang zu dieser Berliner Inszenierung wurden innerhalb kürzester Zeit drei Käthchen-Opern komponiert. Günther Emig ist davon überzeugt, dass es keine einzige literarische Figur gebe, er auch keine kenne, die, so wie das Käthchen, alle Metamorphosen der Rezeption durchlaufen hat, von der »Nationalheiligen« über die auch im Sinne eines »nationalen Gedankengutes« missbrauchten Identifikationsfigur. Das »Käthchen« ist und bleibt eine Kopfgeburt, auch wenn es so lebendig ist, wie die schicksalsgleiche Micky Maus. Aber Heilbronn ist nicht Disneyland, auch wenn die Vermarktung des Käthchens schon sehr früh und fast genauso breit aufgestellt war. Abziehbilder, Papiertheater, Ausschneidepuppe, Postkartenmotiv, Suppenwürfelreklame, auf Bierdeckeln, den Etiketten von Bierflaschen, Sektflaschen, Strumpfstrickwolle, als Souvenir-Zier auf Tassen und Humpen, als Sofapuppe usw. – alles schon gehabt. Als Repräsentationsfigur für Heilbronn wurde das Käthchen auch schon sehr früh eingesetzt, das zeigen Fotomotive im Kleistarchiv. Das Erste »demokratisch« gewählte Käthchen war 1970 die Schülerin des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums, Evelyn Friedrich, die Wahl wurde vom Tanzclub Blau-Weiß ausgerichtet, ein Kriterium war »Schönheit«. Emig ist den Spuren der Käthchen-Mädchen nachgegangen und hat sie, soweit es möglich war, auch dokumentiert. Dabei trat auch ein Stück Heilbronn-Geschichte zutage, bis hin zu den Gedächtnislücken der Käthchen, die im Nazi-Heilbronn den »Ehrentrunk« reichen durften. Schluss war, kriegsbedingt, 1941. Die zum Käthchen berufenen Mädchen, meist aus gut- oder großbürgerlichen Familien stammend, traten meist als Dreiergruppe auf. Im Nachkriegs-Heilbronn belebte OB Paul Meyle die Käthchentradition wieder, auch da wurden dafür geeignet erscheinende junge Mädchen »berufen«. Eine Heilbronnerin, die sich in den späteren 70er Jahren um das Amt bewarb, erinnert sich, dass sie auf ihre Kandidatur verzichtete, weil sie annehmen musste, ihr Eignungstest gehe über die »Besprechungscouch«. Nichts war je trivial genug, um den Mythos des Käthchens und auch des Stückes zu zerstören, auch nicht die vielen »literarischen« Bearbeitungen, die die Kleistfassung willkürlich vereinfachten, »spielbar machten« oder dem jeweiligen Zeitgeist anpassten. Man muss nur in die Feuilletons schauen, wenn das »Käthchen« wieder und wieder an den großen deutschsprachigen Bühnen inszeniert wird, selbst bedeutende Regisseure knicken vor dem Stück ein und kaum eine Inszenierung bleibt ohne (Teil-) Verrisse der Großkritiker. Als 2015 das junge Regie-Genie David Bösch das »Käthchen« am Wiener Burgtheater inszenierte, sprach er von dem »kaum lösbaren Rätsel von Kleists Käthchen von Heilbronn«. Was dabei herauskam, nannte der Wiener Kurier eine »Pippi von Heilbronn«, der Wiener Standard sah »ein Käthchen-Land, wo die Engel rar sind«. Zum vorerst letzten Mal auf dem Spielplan des Heilbronner Theaters stand das Käthchen 2010 in der Inszenierung von Alejandro Quintana, die man dank einprägsamer Bilder und wegen ihres offenen Schlusses in Erinnerung behalten kann: Käthchen entfleucht wie ein Vogel aus dem Nest in die Ungewissheit der Freiheit, im Hintergrund die Kulisse des mittelalterlichen Heilbronns. Zur Eröffnung des Komödienhauses im K3 im Jahr 2001, inszenierte Wagner übrigens dann doch noch das »Käthchen«, mit viel technischem Aufwand und einem seltsamen Gag: In der Pause schlummerte Käthchen in der berühmten Traumszene »Unter dem Holderbusch« in einem sich drehenden Glaskasten im Foyer, wie in einer Peepshow. Mit eben dieser Holderbusch-Szene, eine der berühmtesten und berührendsten der deutschen Bühnenliteratur, begann auch die Wahlveranstaltung des neuen Käthchens jetzt im April 2016: Man war wieder bei Kleist angelangt, auch wenn von den 120 Versen des Originaltextes nicht viel übrig geblieben war. Wie und ob die Käthchen-Kandidatinnen dieses ganze Traum- und Unterwerfungsszenario erlebten, ob sie das ganze Stück überhaupt kannten? Niemand verlangt, dass sie als Hohe Priesterinnen der Kleistverehrung auftreten, aber ihren geistigen Vater sollten sie schon kennen und respektieren. An dieser Stelle muss das Käthchen konkret ins Heute hinein gedacht werden.

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Eine durchaus moderne und anspruchsvolle Vorstellung (keine Laiendarsteller!) des »Käthchens« hatte man auch schon 1952, als es das zentrale Stück für die Deutschhof-Festspiele wurde – in der romantischen Kulisse des zerstörten Deutschhofes muss der »genius loci« geradezu getobt haben, die Fotos von damals kann man nicht ohne Bedauern darüber anschauen, dass es damals, in den Zeiten nach der Zerstörung Heilbronns dem Gestaltungswillen einiger weniger gelang, die Festspiele wieder aufleben zu lassen (Käthchen-Festspiele gab es schon Ende der 20er-Jahre) und dass sich heute, da die Stadt wohlhabend ist wie schon lange nicht, sich kein Finger dafür rührt, diese Tradition, professionell und zeitgemäß wieder aufleben zu lassen, nicht einmal angesichts der Gästeschar, die man zur Bundesgartenschau 2019 erwartet. Zu den Deutschhof-Festspielen in den 50er Jahren, sie endeten, als dessen Wiederaufbau begann, kamen 70.000 Besucher. Zur Buga erwartet man zwei Millionen, sollte davon nur ein Prozent etwas mit dem »Käthchen von Heilbronn« anfangen können – was für ein Publikum hätte man da! Mit dem Begriff »Käthchen-Stadt« hat Steffen Schoch von der HMG nicht viel am Hut. Dabei müsste jeder Vermarktungsstratege ob des Kleistschen Geschenkes an die Stadt jeden Tag eine Kerze für ihn anzünden. Übersetzungen des »Käthchen«, u. a. in italienisch und französisch gibt es seit vielen Jahrzehnten, die Franzosen sind bis heute »kleistverrückt«. Im Jahr 1962 inszenierte Louis Malle den Spielfilm »Privatleben« mit Brigitte Bardot und Marcello Mastroianni. Kulisse dafür waren die (realen) Festspiele im norditalienischen Spoleto, Mastroianni spielte den Regisseur, der hier »das Käthchen« inszeniert. Brigitte Bardot hat in ihren Memoiren ausführlich darüber erzählt und Emig 1998 ein Autograph geschickt, in dem sie bedauert, dass sie nie »La petite Catherine de Heilbronn« spielen durfte. Dieser Autograph ist nur einer der vielen Schätze, Devotionalien und Dokumente zum Käthchen im Besitz des Kleistarchivs. All diese einmal – z. B. während der Buga – in einer gut konzipierten und breit aufgestellten Ausstellung zugänglich zu machen, das könnte ein Ereignis von überregionaler Akzeptanz werden. Ein Vorgeschmack dafür hat Emig in verschiedenen, mit bescheidensten Mitteln ausgerichteten Ausstellungen ja schon gegeben, z. B. in dem er Bühnenbilder des Meininger Hoftheaters zu Kleist als letzten kulturellen Akt im Fleischhaus zeigte. Feinkost statt Feinsinn, auch das ist Heilbronn – und Feinsinn fehlte völlig, als 2004 der große deutsche Theatermann Jürgen Flimm bei der Stadt anklopfte. Es ging um einen Zuschuss im niedrigen fünfstelligen Eurobereich für seine Käthchen-Verfilmung, Tobias Moretti spielte den »Wetter vom Strahl«, für den er der Stadt einiges an Gegenleistungen geboten hätte. Dem späteren Intendanten der Salzburger Festspiele und dem heutigen der Berliner Staatsoper unter den Linden kam man nicht einen Fingerbreit entgegen. Wenn man sich da an den Hype und die Kosten der Straßensperrungen erinnert, die jetzt im Herbst Heilbronn lahmlegten, als die Degeto hier endlich mal einen Fernsehfilm drehte, der mit Heilbronn gar nichts zu tun hat! An Kunstdebatten und -skandalen lässt sich die Temperatur einer Gesellschaft messen, was schnell hochkocht, ist oft halbgar. Die Darstellung der Käthchen-Skandale, neben all den anderen, wäre längst Aufgabe einer Doktorarbeit. Der nachhaltigste, der Nachhall hält bis heute, war der um die Skulptur von Dieter Läpple, die seit 1965 zunächst auch als Brunnenfigur am Ende der Kirchbrunnenstraße stand und hierher, nach Abschluss der Bauarbeiten rund um das Marrahaus auch zurückkehren soll. Es war ein inszenierter Skandal, der Testfall dafür, wie man über die veröffentlichte Meinung die öffentliche Meinung erregen und manipulieren kann. Es endete in einer bundesweit zur Kenntnis genommenen Blamage für die Stadt und mit tätlichen Angriffen auf Läpple. Auch in der Nachbetrachtung kann man kaum darüber lachen, zeigte sich doch, dass der Geist der 60er Jahre unverändert bis ins neue Jahrtausend als gesundes Heilbronner Volksempfinden überlebte. So wurde dann auch 2003 zu einem besonderen Käthchenjahr. Der heute in Berlin lebende, über Europa hinaus erfolgreiche Berliner Künstler Volker März, stellte im Museum im Deutschhof seine »Ersatzmenschen« aus, ein heute vielfach nachgeahmter Topos von kleinen, bemalten Menschlein, Männlein, Weiblein. Wie vor jeder Ausstellung beschäftigte er sich auch diesmal mit der Geschichte der Stadt, seine Objekte, Performances und Installationen haben zum örtlichen auch stets einen politischen und literarischen Bezug. Was er Heilbronn zumutete, zeigt sein Credo: »Wenn es einen Impetus gibt, aus dem heraus mein künstlerisches Schaffen zu verstehen ist ... dann ist es die Gewissheit, fortwährend zwischen unvereinbarten Gegensätzen zu leben, die den Strom ausmachen, den es nicht zu nivellieren gilt. Harmonie ohne Disharmonie ist Unsinn.« März, Hanix Nr. 43 28 KÄTHCHEN-WAHL

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damit ein Bruder im Geiste zu Kleist, hat geschworen, nie wieder einen Fuß in die Stadt Heilbronn zu setzen. Der Skandal, den er mit seinem »Käthchenschmeißen« heraufbeschwor, sollte immer noch im Gewissen der Stadt brennen, er war als ein Vorläufer dessen zu sehen, was gerade in Sachen Böhmermann lief, weil er zeigte, was passiert, wenn man Kunst (oder Satire) aus ihrem Kontext löst. Der Kontext von März war, als er seine verkohlten nackten und bloßen Käthchen im Deutschhofmuseum von der Decke baumeln ließ, der 4. Dezember 1944. Bis dahin war es ein breit sanktioniertes Tabu, sich in Heilbronn bei diesem Datum nie anders als in der Opferrolle zu sehen. März sah auch die Täter unter den Opfern, seine Kind-Käthchen sollten an die tausend Kinder erinnern, die am 4. Dezember in Heilbronn starben. Die Heilbronner indes sahen nur die nackte Vulva, selbst der Kinderschutzverein »Pfiffigunde« unterstellte März eine Aufforderung zum Kindesmissbrauch. Vollends kochte der Volkszorn hoch, als März den Kontext seiner »Käthchen« mit dem Holzhammer verständlich machen wollte, als Performance, bei der er seine »Käthchen« vom Theaterbalkon warf. Die Aktion wurde untersagt, fand später in Berlin statt. All die sich sonst so fortschrittlich-aufgeklärt gebenden »Kunstmenschen« der Stadt waren plötzlich so klein geworden wie die Märzschen Ersatzmenschen – auch das konnte ein »Käthchen« bewirken. Seit dem 15. April hat Heilbronn mit der 18-jährigen Corinna Hotzy aus Böckingen ein neues Käthchen – für die nächsten zwei Jahre. Sie ist Auszubildende bei der Kreisparkasse. Ihr Auftritt bei der Wahl war der sympathischste. Petra Weiß, die Betreuerin der Käthchen bei der HMG sagt, sie mache ihre Sache sehr gut und mit großer Begeisterung, die »Feuerprobe« (der Untertitel des Kleist-Stückes heißt »Feuerprobe«) beim Landsleutetreffen Traumjob in der Berliner Vertretung des Landes hatte sie da gerade hinter sich. Jetzt muss sie sich das Rüstzeug, u. a. in Kursen der VHS aneignen, um parkettsicher und souverän agieren zu können, die Heilbronn Marketing legt darauf Wert und ist behilflich. Wird sie die Rolle ausfüllen, in die sie gewählt wurde und die mit Hoffnungen befrachtet ist, die über das bisherige Maß hinausgehen, eben ein modernes, zeitgemäßes, selbstbewusstes und selbstsicheres Käthchen zu sein, dem man mehr zumuten will, als Reden abzulesen und Weinpokale zu überreichen, das sich eigenständig zu Wort melden soll, das ihren geistigen Vater kennen sollte? Eine Hohe Priesterin der Kleistverehrung muss sie nicht sein, aber das Stück kennen sollte sie schon sehr gut, auch um eine eigene Vorstellung des Käthchens zu entwickeln. Die somnambule Kindfrau, die ihren angehimmelten Ritter Wetter vom Strahl ergebenst mit »Hoher Herr« anredet, das war es, was dem Herrn Biedermeier ehedem genauso gefiel, wie dem Herrn Macho von heute – das mutige Mädchen, das Haus, Hof und Vater verlässt und sich, ohne um ihren Ruf und die Folgen zu scheren, das »wie ein Hund« dem Mann ihres Herzens hinterherläuft, ihm die Stiefel putzt, dabei nie ihre Würde verliert und am Ende bekommt, was sie wollte, wohl eher ihren Geschlechtsgenossinnen. Emig sagt: »Käthchen bedient ja in besonderer Weise unsere heimlichen Wünsche und Sehnsüchte: für den Mann das zu ihm aufschauende, hinterherlaufende, anhimmelnde Mädchen, für die Frau ist es der Traumprinz in der High Society.« Für Frauen von heute kann das Käthchen vor allem dies sein: eine ganz junge Frau, die auf alle Konventionen pfeift und sich den Mann ihres Lebens selber holt. So kommt das Käthchen nie aus der Mode, auch wenn man ihm, wie man hört, ein neues Outfit verpassen will. ◆ Hier bin ich richtig! Wir sind mehr als ein erfolgreiches internationales Handelsunternehmen: Wir sind ein Arbeitgeber, bei dem aus vielen Kollegen ein großes Team wird. Aus Jobs sichere Arbeitsplätze und aus Arbeitsplätzen echte Zufriedenheit. Werden auch Sie Teil unseres Teams! Jetzt informieren und bewerben unter www.kaufland.de/arbeitgeber WIRTSCHAFT IM WANDEL

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Die Heilbronnerin MICHELLE SCHULZ ist 17 Jahre alt und hat sich nach einem Jahr Pause neue Ziele gesetzt: Sie geht wieder in die Schule und will nach dem Realschulabschluss die Fachhochschulreife machen, um Ingenieurwesen zu studieren. Ihr Geld verdient sie mit Straßenmusik. Von Leonore Welzin Fotos: Nico Kurth Jung, wild und verwegen Hanix Nr. 43 »Wer denkt Straßenmusik bringt nix, irrt sich: Ich habe mir in zwei Monaten eine neue Gitarre zusammengespart.« Es ist ihre Dritte und Michelle Schulz ist stolz darauf. Zu Recht. Die Ersten beiden waren Geschenke ihres Vaters: »Ich war elf und hatte meinen Vater seit Langem nicht gesehen«, erinnert sie sich. Ihr Vater, ein Grieche, lebt von der Mutter getrennt. In unmittelbarer Nähe seiner Wohnung gibt es ein Musikgeschäft. Dort hat sie sich ihre erste Gitarre ausgesucht. Eine Akustikgitarre sei für den Anfang das Beste, habe der Verkäufer gemeint. Sie kaufen eine schöne Westerngitarre mit Stahlsaiten. Der kräftige Sound gefällt ihr. In der Familie macht niemand Musik, aber den Musikgeschmack des Vaters – Gitarren-Rock und griechische Folklore – teilt sie. Fürs Selbststudium beschafft sie sich Tutorials und Lehrbücher aus dem Musikladen, später schaut sie im Netz nach Tipps. Mit 14 Jahren bekommt sie für 300 Euro ein etwas besseres Instrument, wird hin und wieder zu kleinen, öffentlichen Auftritten eingeladen, beispielsweise spielt sie im Neckarsulmer Jugend-Zentrum Gleis 3, wohin sie vom Vater begleitet wird: »Mein Vater hätte früher, als er jung war, selbst gern Gitarre gespielt«. Irgendwann kommt dem Teenager das Interesse an der Schule abhanden. Sie beginnt, wie viele ihres Alters, zu kiffen, hängt rum und wird zum notorischen Schulschwänzer. Der Drogenkonsum kostet Geld. Sie habe nicht klauen wollen, MUSIK

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also beginnt sie, mit Straßenmusik Geld zu verdienen. »Man trifft dabei verrückte Typen«, sagt sie: »Einer, er ist heute Banker, wollte immer meine Haare anfassen. Ich hab ihn am Bahnhof kennengelernt. Wir haben zusammen Musik gemacht. Er sagte: Wer Gitarre spielt, muss auch singen und texten«. Also fängt sie an zu singen, ganz spontan, frei und wild. »Was mir auf der Straße gefällt: Niemand erwartet etwas von dir. Wenn es Passanten gut finden, bleiben sie stehen, wenn nicht, gehen sie weiter.« Was ihr im Umgang mit Menschen auffällt: »Positive Reaktionen irritieren mich, ich kann nicht mit Komplimenten umgehen«. Am unbefangensten sind Kinder, die reagieren direkt auf Musik, tanzen und hüpfen drauf los. »Kinder machen mich total glücklich!« Das sehen Eltern leider oft anders. Sie schnappen ihre Jüngsten und zerren sie weg, was nicht selten zu kleinen Dramen führe. Zu den unschönen Erfahrungen zählt Spott von Jugendlichen, die damit vor ihren Freunden angeben wollen. Kulant hingegen seien die Leute vom Ordnungsamt, man lerne sich im Laufe der Zeit kennen. Wenn man zeigt, dass man Bescheid weiß und nach 15 Minuten KULTUR den Standort wechselt, wird man wortlos akzeptiert – man darf halt nicht länger als eine Viertelstunde an einer Stelle musizieren. Pro und Contra des Lebens auf der Straße und der schulfreien Existenz wägt sie ab und merkt, dass sie in der Drogenfalle steckt. Dabei schürt die Angst Junkie zu werden den Konsum noch mehr. Mit der Betreuerin vom Jugendamt versteht sie sich so gut, dass ihr die Suchtberatung verschiedene Entzugseinrichtungen zur Wahl anbietet. Sie entscheidet sich für eine im Taunus, die so abgelegen ist: »dass ich nicht in Gefahr gerate auszubüxen«. Eine gute Entscheidung, denn unterschiedliche Therapieerfahrungen lassen zukunftsweisende Erkenntnisse reifen. Es gibt dort einen Musikraum, in dem ihr ein Klavier und ein Schlagzeug zur Verfügung stehen. Gut isoliert stört sich niemand am Lärm. Sie kann so laut trommeln wie sie will, nach Herzenslust in die Saiten oder Tasten greifen. Spannend findet sie auch das Experiment am Mischpult: Songs aus dem Internet runterladen und beatgenau mischen, bis aus zwei Liedern ein Neues wird, das perfekt harmoniert. Das macht Spaß. Alles ist elektronisch und man hat die volle Kontrolle über die Musik. Wieder zuhause schenkt ihr die Mutter ein Mischpult. Jetzt sind oft Freundinnen zu Besuch da, die das lernen wollen. »Mixen ist mein Hobby, man kommt auf neue Ideen, man kann alles Mögliche austesten und man darf Fehler machen«, sagt sie und man sieht ihr die Freude an. Seit einem Jahr ist Michelle clean. Sie geht regelmäßig zur Schule, hat gute Noten und findet, dass sie »ein richtiger Streber« geworden ist. Nach einem langen Schultag, wenn das Wetter gute Laune macht, ist sofort auch die Lust da, in die Stadt zu gehen, um zu musizieren. »Meiner Mutter ist das peinlich. Mein Vater bewundert meinen Mut. Für mich ist es wie ein Rausch. Wenn ich mich in Musik vertiefe, vergesse ich, was um mich rum passiert. Ich habe ein anderes Level erreicht.« ◆

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Reif für die Champions League Seit über 25 Jahren ist der Hollenbacher (Gemeinde Mulfingen) Sportartikelhersteller und Spezialist für Teambekleidung erfolgreich am Markt. Jako-Gründer RUDI SPRÜGEL begann in einer Garage und mit einer grandiosen Fehleinschätzung. Von Matthias Marquart Fotos: Presse & Ulla Kühnle Fußball war schon immer seine Leidenschaft. Als Aktiver trat er für Hollenbach, den FV Lauda und in der zweiten Bundesliga für die Würzburger Kickers gegen den Ball. Und auch neben dem Fußallplatz beherrscht der Sport schon lange das Leben des gelernten Industriekaufmanns. 1978 stieg er in die Sportartikelbranche ein und arbeitete bei seinem damaligen Trainer Richard Saller in dessen Sportgeschäft. Dort stieß er auf eine damals nahezu allen Händlern bekannte Problematik: Große Hersteller wie Adidas, Nike oder Puma konzentrierten sich bei der Lieferung der gewünschten Bekleidung auf große Bundesligaclubs, kleine Vereine mussten unverhältnismäßig lange auf ihre Bestellungen warten. Ein Zustand, den Sprügel ändern wollte und es war eine Marktlücke. In der Garage seines Bruders entwarf Rudi Sprügel 1989 kurzerhand seine erste eigene Kollektion und gründete Jako. Und schon der Firmenname spiegelt die Heimatverbundenheit des Gründers wider, leitet er sich doch von den beiden nahegelegenen Flüssen Jagst und Kocher ab. Rudi Sprügel: »Produktentwicklung, das Gefühl für Textilien, Farben und Schnitte war schon immer mein Steckenpferd. Außerdem kamen mir meine Erfahrungen aus meiner aktiven Zeit zugute.« Von Beginn an legte der heute 59-Jährige dabei größten Wert auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem auf einen hervorragenden, zuverlässigen und schnellen Lieferservice – gerade für kleine Vereine. Sprügel: »Das ist bis heute die DNA unseres Unternehmens.« Und die neue Marke entwickelte sich von Beginn an gut. Rudi Sprügel lacht und berichtet: »Wir starteten mit einer enormen Fehlplanung. Für das erste Jahr war das Ziel einen Umsatz von 500.000 Euro zu realisieren, doch wir hatten uns komplett verkalkuliert und erreichten aus dem Stand zwei Millionen.« Derart eklatante Fehleinschätzungen gab es in der Folge in diesem Ausmaß zwar nicht mehr, doch Jako wuchs in den vergangenen 27 Jahren kontinuierlich weiter. 2015 betrug der Umsatz 81 Millionen, 2016 wird die 90 Millionen-Euro-Marke angepeilt. Die Zukunft immer im Blick Hanix Nr. 43 Die Jako-DNA Derzeit investiert Sprügel mit Jako im beschaulichen Hollenbach etwa zehn Millionen Euro für ein nagelneues Gebäude, in dem Verwaltung, Produktentwicklung, Lager und Logistik untergebracht sein werden. Produziert wird hauptsächlich in Fernost, ein kleinerer Teil in der Türkei, Bulgarien und Rumänien. Fairtrade, Ökologie, Nachhaltigkeit und Compliance-Richtlinien spielen dabei für Sprügel eine große Rolle. »Da hole ich mir ständig Feedback und sehe mir die Produktionsstätten auch immer wieder persönlich an«, berichtet der Vater zweier Töchter, die beide ins väterliche Unternehmen eingestiegen sind. Yvonne Sprügel (31) verantwortet die Bereiche Finanzen und Controlling, ihre Schwester Nadine (32) kümmert sich um Einkauf, Design und Produktentwicklung. So richtet Sprügel Jako in jeglicher Hinsicht immer wieder neu an der Zukunft aus. Längst kamen Präsentation des neuen Trikots von Bayer 04 Leverkusen. WIRTSCHAFT

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zum Geschäftsbereich »Fußball« die weiteren Geschäftsfelder »Running«, »Basics« (Sportbekleidung im Freizeitbereich) sowie »Fashion-Teamwear« (beispielsweise CI-konforme Bekleidung für Unternehmen, die an Sportveranstaltungen wie Firmenläufen oder Fitnessprogrammen teilnehmen) hinzu. Die Sortimentsbreite und -tiefe mit mehr als zehn Größen und unterschiedlichen Farbvarianten tut dabei ein Übriges, um Jako zukunftsfest zu machen. Sprügel: »Wir passen unser Sortiment ständig an und stellen uns auf neue Märkte ein.« Denn während gerade in ländlichen Gebieten kleinere Vereine aufgrund des demografischen Wandels immer mehr Schwierigkeiten haben eigene Jugendmannschaften zu melden und es zu Spielgemeinschaften kommt, ist eine Mehrzahl der älteren Generationen länger fit und sportlich aktiv. Rudi Sprügel grinst und sagt: »Wenn ältere Damen ihre Nordic-Walking-Runden drehen, haben sie ja schließlich auch den Anspruch auf funktionelle Kleidung und gut aussehen wollen sie dabei auch.« Ab in die Champions League So hat sich Jako längst aus der anfänglichen Nische entfernt und ist zu einem Vollsortimenter mit 200 Mitarbeitern gewachsen. Kein Wunder also, dass mittlerweile »große« Vereine aus der Bundesliga wie (noch) Hannover 96 oder Darmstadt 98 Jako als zuverlässigen Partner gewählt haben. Gerade Darmstadt zollt Sprügel dabei großen Respekt: »Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Geld nicht immer alles ist und man auch mit bescheideneren Mitteln im Sport viel erreichen kann, wenn Teamgeist und Jako-Gründer Rudi Sprügel hat gut Lachen. Nächste Saison sieht man seine Trikots in der Königsklasse. Zusammenhalt stimmen. Gerade im Hinblick auf die Skandale bei der Fifa machen solche Vereine den Fußball wieder ein Stück ehrlicher – ein bisschen ›back to the roots‹ eben.« Aber auch in der Königsklasse des Fußballs will Rudi Sprügel in Zukunft gerne mitmischen. So hat sich mit Bayer 04 Leverkusen ein Champions League-Teilnehmer ab der kommenden Saison Jako als Ausrüster gewählt. »Das ist natürlich klasse und ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte«, freut er sich. Noch mehr aber freut sich Rudi Sprügel darüber sein Hobby zum Beruf gemacht zu haben. »Dass mir das mit Jako gelungen ist, sehe ich als absolutes Privileg und Erfüllung. Dieses Glück haben nicht viele und jeder Tag hier macht, trotz des manchmal großen Stresses, einfach nur Spaß.« Als Sportler wurden die Bälle – aufgrund mehrerer Bandscheibenvorfälle – für Sprügel über die Jahre allerdings zwangsläufig kleiner. »Jetzt bin ich bei der wohl kleinsten Größe angekommen«, berichtet der heute leidenschaftliche Golfer und lacht. Auf ein beachtliches Handicap 13 hat er sich dabei vorgespielt. »Golf Champions League« ist das zwar noch nicht ganz – doch das kann ja noch kommen. ◆

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Von Dr. Bernhard Stumpfhaus Der Fotograf SHAW in der KUNSTHALLE VOGELMANN Wer kennt es nicht, das Foto von Marilyn Monroe, die mit wehendem Rock auf einem U-Bahn-Schacht steht. Es ist die bekannteste Aufnahme, die je von der Schauspielerin gemacht wurde und gleichzeitig eine Ikone der Hollywoodfotografie der 1950er-Jahre. Der Fotograf war Sam Shaw, (1912–1999) dessen Werk nun im Rahmen einer umfassenden Ausstellung entdeckt werden kann. Unsere Klassik das sind die 1950er und 60er Jahre zweifellos. Schon allein dieses Büstenporträt von Marlon Brando könnte im 5. Jahrhundert v. Chr. gemacht worden sein: ebenmäßig, symmetrisch, großflächige Gesichtsformen, melancholisch gesenkter Blick, Verwundungen an der Schulter: Achill in der Schlacht vor den Toren Trojas. Marlon Brando ist der Achill, nicht Brad Pitt, sorry. Das liegt aber weniger im direkten Vergleich der Schauspielerkörper; das liegt daran, dass Letzterer eben keinen Sam Shaw als Fotografen an seiner Seite hat. Doch ein Klassiker ist nicht ein Klassiker, weil er Klassisches zitiert. Sam Shaw hat selbst Klassiker hervorgebracht, so etwa einer der Ikonen schlechthin: Marilyn im wehenden Rock. Ich zumindest hatte nur Marilyn in Erinnerung, dunkel noch die Männer dahinter, wie sie belustigt ihr auf die Beine schauen. Nicht jedoch, dass ihre Absätze eigentlich sehr klein sind und es ein Wunder ist, dass sie nicht in den Löchern des Abluftgitters umknickt. Vor allem aber hatte ich die beiden hockenden Fotografen übersehen, die hinter ihr ein Foto von ihrem Hintern machen können – oder ein Bild vom Fotografen, wie er gerade fotografiert. Dieses Bild ist ein Muster an Medientheorie, wie sie uns heute noch beschäftigt, wenn Fotografien gemacht werden von Journalisten, die aus einem bestimmten Blickwinkel ein Ereignis fotografieren, von der Herablassung des männlichen Blicks, von der Inszenierung einer Frau als leuchtendem Engel der Straße mit unsicherem Stand. Jedenfalls hat dieses Bild mehr zu diesen Themen zu bieten als die aktuelle Diskussion über leichtbekleidete Frauen auf Plakaten im öffentlichen Raum. Das Lichtbild ist von 1954! Sam Shaw ist ein Klassiker, weil er mit seinen Fotografien – wirkungsvoll publiziert als Cover der angesagtesten Magazine seiner Zeit: Look und Live – mitverantwortlich ist für unseren Eindruck der amerikanischen Nachkriegsära, für die jedes Jahrzehnt mit ‚golden‘ gewürdigt wird. Sam Shaw hatte die großen Namen des Showbusiness vor der Linse, von Benny Goodman über Fred Astaire, Clark Gable, Sophia Loreen, Alfred Hitchcock, Woody Allen bis hin zu Debbie Harry; am häufigsten natürlich Marilyn Monroe. Die fotografischen Gelegenheiten verschaffte ihm vor allem seine Karriere als Filmproduzent. 1961 startete er sie mit Martin Ritts ›Paris Blues‹. Das Besondere an diesem Film war, dass er gemischte Liebesbeziehungen beiderlei Hautfarben zeigte. Es folgten Filme vor allem von John Cassavetes etwa ›A Woman under the Influence‹ (1974) oder ›Opening Night‹ (1977). Da Shaw auch als Filmproduzent vor allem Fotograf war, kümmerte er sich um die Filmstills und organisierte die Werbekampagnen seiner Produktionen. Vor allem gelang es ihm, das Genre der Fotografie am Set zu etablieren. Es ist ein Genre von seltsamer Anmutung, zeigt es doch die Stars im Grenzbereich zwischen Person und Film-Charakter. Es sind diese Lichtbilder von Schauspielern außerhalb des Befehls »and … Action!«, innerhalb eines Fotos zum Film, die uns einerseits die Differenz vergessen lassen, ob wir beispielsweise Fred Astaire als Fred Astaire oder als seinen Filmcharakter Dick Avery (Funny Face, 1957) sehen, andererseits aber uns die Personen im Spiegelkabinett von Foto und Film als Menschen unendlich weit entrücken. Aber nicht nur in diesem Vexierspiel der Medien hat es Sam Shaw zur vorbildlichen Meisterschaft gebracht. Er war auch aufmerksamer Chronist der gesellschaftspolitischen Bewegungen seiner Zeit. Erste Berühmtheit erwarb er sich durch seine Dokumentation How America lives in den 1940er Jahren. Dazu gehört jener Weltkriegssoldat, der den minderjährigen Brüdern sein Gewehr zeigt, ein Bild großer Ambivalenz, welches ein großes, historisches Geschehen auf einen familiären Moment herunterbricht (Great Smokey Mountains, 1944). Oder er dokumentiert den großen Friedensmarsch in New York City, 1967, in dem, so zeigen es die Fotos, nicht nur gegen den Vietnamkrieg protestiert wird, sondern auch für die Gleichberechtigung der Hautfarben. Auch hier spielen Kinder eine große Rolle als unschuldige Vermittler großer Botschaften. Interessant ist der Vergleich seiner journalistischen Fotodokumentationen und seiner Filmstills. Auch hier zeigt sich sein großer Instinkt für mediale Vermittlung: Es ist prinzipiell kein Unterschied festzustellen, ob Sam Shaw eine Szene aus einem Film oder aus dem ›wahren Leben‹ ablichtet. Folgt man seinen Bildern, so ist das Leben ein Film, ein Film das Leben. Hanix Nr. 43 Sam Shaw, Marlon Brando, Los Angeles, 1959, © Sam Shaw Inc. / www.shawfamilyarchives.com Sam Shaw, Marilyn Monroe, New York City, 1954, (Das verflixte 7. Jahr), © Sam Shaw Inc. / www.shawfamilyarchives.com

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Hanix Nr. 43 Die Heilbronner Museen präsentieren unter dem Titel ›Sam Shaw. Hollywood ungeschminkt‹ in der Kunsthalle Vogelmann vom 18.06. bis 25.09.2016 einen umfassenden Überblick über sein Lebenswerk. Es wird eine Menge zu entdecken geben, Intermediales, Fotografisches, Ikonisches und natürlich zum Schwärmen: Marilyn! ◆ PICASSO DEUTSCHLAND in der KUNSTHALLE WÜRTH Wieder einmal hat sich die Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall einem schwerwiegenden Thema gewidmet. Picasso und Deutschland. Schwerwiegend, weil zum einen Picasso ja selbst ein ›Kontinent‹ ist. Schwerwiegend, weil zu Picasso eigentlich alles gesagt ist und man ihn sich sattgesehen hat. Trotzdem nimmt sich die Ausstellung vor, 22 Fragestellungen aufzuwerfen, die so bisher noch nicht gestellt wurden. Schwerwiegend, weil der ausgewählte Zeitraum der gezeigten Werke zwischen 1905 und 1955 liegt und damit die Schau einen enzyklopädischen Anspruch hat. Schwerwiegend, weil sich die Frage nach der Einseitigkeit der Beziehung KUNST stellt, denn Picasso war zwar niemals in Deutschland, wurde hier aber gesammelt und bewundert wie verrückt. Schwerwiegend auch, weil allein schon die kurzfristige Vorbereitung der Ausstellung, ihr Transfer aus dem Museo Picasso Málaga nach Schwäbisch Hall, ihre Umsortierung in Hinsicht auf die Sammlung Würth, die zusätzliche Motivationsarbeit der vielen Leihgeber und die Erarbeitung des Kataloges in nur fünf Monaten einer Herkulesaufgabe gleicht. Aber langsam. Die Schau ist durchaus zu bewältigen; sie ist vielmehr eine Skizze, ein Anstoß einer Ausstellung zum Thema. Die Arbeiten von Picasso umfassen nur ein Viertel der gesamten Ausstellungsmasse. Den überwiegenden Teil der Präsentation stellen Werke von vor allem deutschen Künstlern; unter ihnen alles, was Rang und Namen hat, von Dix über Grosz, Kandinsky, Kirchner, Rottluff bis hin zu Max Ernst und sogar noch Lucas Cranach sowie ethnologische Artefakte aus Museen in Paris, in Dresden. Die Ausstellung mag zwar nicht so groß sein, dafür ist sie aber enorm dicht. Es ist klar, dass eine solche Dichtigkeit nicht von kunstgeschichtlich angeleiteter Gedankentiefe lebt, sondern von aphoristischer und gedankensprühender Kürze. Die inspirierte Assoziation ist der eigentliche Leitfaden dieser Ausstellung. Die Ausstellung beginnt mit der besonderen Beziehung Picassos zu Lucas Cranach d. J., den er offenbar über Kataloge und Abbildungen kennengelernt hatte. Schon hier zeigt die Ausstellung ihre ganz besondere Qualität: Abgesehen von den vielen kostbaren Originalen bietet sie dem Betrachter außerordentliche Vergleiche. Eingangs mag es noch der Blick des Kunstgeschichtlers sein, der den Betrachter anleitet: Wir können beobachten, mit welchen materiellen oder erotischen Phantasien Picasso auf den Renaissancemeister reagiert. Doch späterhin lockert sich der strenge Forscherblick und öffnet einem anderen Blick die Perspektive, nämlich einem eher künstlerischen. Wir dürfen nachvollziehen, wie Kirchner in seinen Skizzen auf Bronzereliefs der Benin reagiert hat, sich seine Kompositionen gleichsam aus den verschiedenen ethnologischen Motiven zusammencollagiert. Wir können den Unterschied erfahren, wie Picasso auf ethnologische Kunst reagiert, wie die deutschen Expressionisten – ein unglaublich subtiler Vergleich. Wir können nachvollziehen, was Kirchner, Macke, Dix Zirkusmotive bedeuten, was im Gegensatz dazu Picasso. Ein formaler Höhepunkt der Ausstellung – freilich unter Einbeziehung des Kataloges – ist der Vergleich kopfüber nach hinten überdehnter Körper bei Beckmann, Kirchner und bei Picasso. Der ehemals konvulsivische Bogen der hysterischen Frau erscheint hier als akrobatische Übung von Artisten. Unglaublich. Das haben so bisher noch nicht einmal die Spezialisten des Surrealismus gesehen. Der Hammer aber dieser vom vergleichenden Sehen kuratierten Schau war für mich der Vergleich der Frauenbildnisse von Picasso und Beckmann. Man kann sehen, dass Picasso wie Beckmann irgendwie vom gleichen Gesichtstypus angezogen wird: jung, großflächige Gesichter, braune, gescheitelte Haare, die in ihrer Jugend sinnlichen Lippen mit strenger Linie. Picasso der feinsinnige Klassiker, sein Mädchen beinahe transparent, von schüchterner Ausstrahlung. Beckmanns Mädchen, mondän, ihre auch der üppigen Kleidung geschuldete, selbstbewusste körperliche Präsenz. Doch bei Picasso wie bei Beckmann scheint im Blick der Mädchen dieselbe Rätselhaftigkeit jenseits von Körper, Mode und Jugend. Das muss man sehen und kann es sprachlich kaum einholen. Jedem, der durch die Ausstellung geht, sei empfohlen, gleichsam bummelnd seinen eigenen Interessen nachzugehen. Es gibt dort eine wunderschöne ›Negertänzerin‹ von Kirchner, spektakuläre Collagen von Hannah Höch, zwei – für mich eine echte Überraschung, weil man das nur selten zu Gesicht bekommt – originale Schnittcollagen von Max Ernst. Die Ausstellung ist jenseits kunsthistorischer Ambitionen so reichhaltig und künstlerisch versiert angelegt, dass sich ein Besuch unbedingt lohnt. Sogar Freunde von Katzenbildern auf Facebook kommen auf ihre Kosten … ◆ Die Ausstellung dauert noch bis 18.09.2016. © Hanix mit freundlicher Genehmigung der Kunsthalle Würth.

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DEMOLITION – LIEBEN UND LEBEN Nach Jarhead und October Sky der dritte Film, in dem Jake Gyllenhaal und Chris Cooper gemeinsam vor der Kamera standen. Von der Demontage bis zur Zerstörung: Jake Gyllenhaals Filmfigur Davis nimmt sein Leben auseinander, nachdem seine Frau gestorben ist. Nach Dallas Buyers Club und Der große Trip – Wild kommt in diesem Jahr der neue Film von Jean-Marc Vallée in die hiesigen Kinos. FRÜHSTÜCK BEI MONSIEUR HENRI Die Gesundheit des in die Jahre gekommenen Henri lässt zu wünschen übrig. Also schlägt sein Sohn Paul vor, dass er die Wohnung mit einer jungen Studentin teilt. Mit Frühstück bei Monsieur Henri kommt eine weitere französische Komödie in die deutschen Kinos. Regisseur Ivan Calbérac bringt sein berührendes Theaterstück über einen mürrischen alten Mann, der gezwungen ist, sich seine Wohnung mit einer mittellosen Studentin zu teilen, auf die große Leinwand. Hanix Nr. 43 In den Arthaus-Kinos ab 16. Juni 2016 USA 2015 Länge: 100 Minuten FSK: ab 12 Jahren Regie: Jean-Marc Vallée Darsteller: Naomi Watts, Jake Gyllenhaal, Judah Lewis, Chris Cooper u. v. m. Für den erfolgreichen Investmentbanker Davis (Jake Gyllenhaal) bricht eine Welt zusammen, als seine Frau bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Obwohl sein Schwiegervater (Chris Cooper) ihn drängt, sich zusammenzureißen, verliert Davis zusehends die Kontrolle über sich. Ein Beschwerdebrief, den er an eine Verkaufsautomaten-Firma schreibt, weckt die Neugier der Kundendienst-Mitarbeiterin Karen (Naomi Watts). Daraus entspinnt sich ein reger Briefwechsel, der viele persönliche, geradezu intime Geständnisse zur Folge hat. Die beiden Fremden lernen sich persönlich kennen und entwickeln eine tiefe Beziehung, die sich für beide als Rettung erweist. Mit Hilfe von Karen und deren 15 Jahre altem Sohn (Judah Lewis) beginnt Davis ein neues Leben – doch dafür muss er zunächst sein altes hinter sich lassen ... In den Arthaus-Kinos ab 21. Juli 2016 Frankreich 2015 Länge: 98 Minuten FSK: ab 0 Jahren Regie: Ivan Calbérac Darsteller: Claude Brasseur, Noémie Schmidt, Guillaume De Tonquédec u. v. m. Im Mittelpunkt von »Frühstück bei Monsieur Henri« steht eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft. Der mürrische Henri (Claude Brasseur) ist nicht mehr der Jüngste und wird von seinem Sohn Paul (Guillaume De Tonquédec) daher gezwungen, eine Mitbewohnerin in seine viel zu große Pariser Altbauwohnung aufzunehmen. Die Wahl fällt auf die chronisch abgebrannte Studentin Constance (Noémie Schmidt), die mit ihrer unkonventionellen Art Henri gleich die Zornesröte ins Gesicht treibt. Doch dann sieht er eine Möglichkeit, wie er von dem neuen Arrangement profitieren kann. Da Constance sich die Miete eigentlich nicht leisten kann, sieht Henri die Möglichkeit, die verhasste Ehefrau seines Sohnes loszuwerden. Constance soll Paul Avancen machen und dafür sorgen, dass er seine Gattin verlässt. Dafür darf sie umsonst bei Henri wohnen. Die muss wohl oder übel einwilligen und bald nimmt das Chaos seinen Lauf. ARTHAUS-KINOTIPPS

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AUSSERDEM IM KINO The Nice Guys Start: 02. Juni Holland March, der Protagonist der in den 70er Jahren angesiedelten Buddy-Komödie, ist ein relativ erfolgloser Privatdetektiv, der bis zum Hals im Schuldensumpf steckt. Das bringt Geldeintreiber Jackson Healy auf seine Spur, der ihm auch prompt den Arm bricht, ihm aber später einen Job verschafft: Die Tochter einer Staatsanwältin ist verschwunden und alles sieht danach aus, als ob die Mafia sie entführt hat. Das bedeutet nur noch mehr Ärger für die beiden Männer, da sie nun selbst ins Visier der Gangster geraten. Kill Billy Start: 23. Juni Der ältere Norweger Harold führt mit seiner Frau Marny nun schon seit mittlerweile 40 Jahren ein kleines Möbelgeschäft in seinem Heimatort. Die Geschäfte laufen gut, bis eine riesige IKEA-Filiale in der Nähe eröffnet und Harold nicht nur seinen Laden, sondern auch sein Haus verliert. Genug ist genug für den rüstigen Mann, wütend trifft er eine Entscheidung: Mit einer Pistole macht er sich in seinem Auto auf den Weg nach Schweden, um dort den IKEA-Gründer Ingvar Kamprad zu entführen! Doch als Harold seinem Ziel immer näher kommt, kommt doch alles anders, als gedacht … High-Rise Start: 30. Juni High-Rise basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von 1975 des britischen Schriftstellers James Graham Ballard. In Deutschland wurde das Buch 1982 unter dem Namen Der Block sowie 1992 als Hochhaus veröffentlicht. Und genau darum dreht sich auch die Handlung des dystopischen Science-Fiction Films: Der junge, frisch geschiedene Arzt Robert Laing zieht in den modernen Gebäudekomplex, in dem die Bewohner abgeschieden vom Rest der Stadt leben. Da alles Lebensnotwendige im Haus vorhanden ist (vom Supermarkt bis zum Fitnessstudio), müssen die Bewohner ihr Heim gar nicht mehr verlassen. Und wie bei einer echten Stadt gibt es auch im Hochhaus der Zukunft Gesellschaftsstrukturen, die sich – wie könnte es anders sein – in den Stockwerken widerspiegeln. In den Penthäusern wohnt die Oberschicht, die Unterschicht ist in den unteren Stockwerken zu finden, während die Mittelschicht die Wohnungen dazwischen besiedelt. Wie nicht anders zu erwarten entstehen durch ebendiese Aufteilung Spannungen im Mikrokosmos der Hochhausgesellschaft und Laing gerät zwischen die Fronten … Independence Day: Wiederkehr Start: 14. Juli 20 Jahre nach den Ereignissen des ersten Teils von Star-Regisseur Roland Emmerich hat sich die Welt von der Invasion der Aliens erholt und das gigantische Abwehrprogramm Earth Space Defense (ESD) gegründet, um besser auf kommende feindliche Außerirdische vorbereitet zu sein. Die ESD ist das Frühwarnsystem der Erde und nutzt verbliebene Alien-Technologie auf einer Basis auf dem Mond. Und das aus gutem Grund: die überlebenden Aliens konnten nämlich ein Notrufsignal an den Rest ihrer Armee absenden, die sich nun mit einer noch stärkeren, höher entwickelten Armada auf den Weg zur Erde begibt. Nur der Einfallsreichtum einiger mutiger Frauen und Männer kann unsere Erde jetzt noch retten.

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Downtown Los Angeles, 24.04.2016, 17:58 Uhr (Foto: Memo Filiz)

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Carina Bär holte mit dem Deutschland-Vierer den Weltmeistertitel und gewann bei den Olympischen Spielen 2012 in London Silber. Neben ihrer Berufung als Leistungsruderin studiert sie Medizin. Wir trafen Carina Bär im deutschen Ruderleistungszentrum an ihrem Wohn-, Trainings- und Studienort Dortmund. Ein Gespräch über die Karriere und Leistungssport, das Leben im Olympischen Dorf, Social Media-Seminare des IOC und ihr Gespür für Wasser. Von Robert Mucha Fotos: Wolfgang Gäthgens Hanix: Carina Bär, Du hast das Bootshaus in Dortmund als Ort für das Interview vorgeschlagen, um danach direkt trainieren zu können. Wieviele Stunden am Tag bereitest Du dich gerade auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro vor? Carina Bär: In der Woche trainieren wir zwischen 22 und 25 Stunden, während der Trainingslager dann auch mal 30. Also in etwa drei bis vier Stunden pro Tag. Hast Du heute früh schon trainiert? Ja, vor der Uni war ich schon 90 Minuten beim Krafttraining. Fräulein Bärs Gespür für Wasser Du startest im Doppelvierer. Trainierst Du auch, wie im Mannschaftssport, meist gemeinsam mit deinen Teamkolleginnen? Da gibt es Unterschiede: Im Wintertraining trainieren wir viel alleine, da die Qualifikation für den Vierer stark von der Leistung im Einer abhängt. Außerdem leben wir alle an unterschiedlichen Orten. Steht die Besetzung des Vierers dann fest, trainieren wir zu 90 Prozent gemeinsam im Vierer. Seit wann bereitest Du dich konkret auf die Spiele in Rio vor? Als Sportlerin in einer olympischen Sportart denkt man in INTERVIEW DES MONATS Hanix Nr. 43

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Hanix Nr. 43 Vier-Jahres-Schritten. Konkret bereite ich mich seit zwei Jahren auf die Spiele vor. Bleibt bei deiner »Mission Gold« noch Zeit für Privates? Ich bin seit letztem Herbst scheinfrei, insofern muss ich nicht mehr an die Uni. Allerdings hätte ich mir sonst auch freinehmen müssen, weil der Verband Druck machen würde. Von Januar bis zum 10. August, dem Tag des Finales, werde ich vermutlich zehn freie Tage haben. Heimatbesuche sind sicher auch rar gesät? Gefühlt kann ich meine Eltern viel zu selten besuchen. Ich schaffe es ungefähr alle sechs bis acht Wochen in die Heimat und dann meistens auch nur für eine Übernachtung. Deine Wahlheimat ist seit einigen Jahren Dortmund. Gehst Du schon als Ruhrpottlerin durch? Dafür fehlt es doch noch sehr am Dialekt. (lacht) Dadurch, dass sich hier im Trainingszentrum Sportler aus ganz Deutschland versammeln, habe ich relativ wenig mit »echten« Einheimischen zu tun. Aber mit dem BVB konnte ich mich über die Jahre schon anfreunden. Was in Heilbronn das Heilbronner Leibgericht ist, ist in Dortmund der Taxiteller. Eine Kombination aus Currywurst, Pommes, Gyros, Tsatsiki, Ketschup und Mayo. Dein Geschmack? Zum Glück habe ich selten Gelüste nach Fast-Food, aber da mein Freund den Taxiteller sehr mag, gehe ich dann doch mit und esse Gyros. Darfst Du in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele sündigen? Und falls ja: Verrätst Du uns die kleinen Sünden, die Du begehst? Diszipliniert zu sein macht mir Spaß. Am Ende des Tages ist es ein tolles Gefühl, zu wissen, was man geschafft hat. Ich bin in der offenen Gewichtsklasse, also muss ich nicht auf ein bestimmtes Gewicht hinarbeiten. Allerdings muss man trotzdem genau auf seine Ernährung achten. Gott sei Dank habe ich von zuhause mitgenommen, dass ich gerne ausgewogen und gesund esse, da muss ich mich also überhaupt nicht quälen. Für dein Ziel, Gold in Rio zu holen, musst Du eine ordentliche Portion Disziplin an den Tag legen. Macht diszipliniert sein Spaß? Und wenn ja: was daran? Ja, diszipliniert zu sein macht mir Spaß. Am Ende des Tages ist es ein tolles Gefühl, zu wissen, was man geschafft hat und dass man daran auch Spaß hatte. Gibt es, neben den Erfolgen, die man anstrebt, Schönes am Leistungssport? Oder ist Erfolg der einzige Antrieb? Da gibt es viele Faktoren, zum Beispiel die Leute, die ich über die Jahre kennengelernt habe: Trainer, andere Sportler oder sogar Rivalen, die ich auf den Wettbewerben immer wieder treffe. Wenn ich also einen Schlafplatz in der Ukraine oder Australien bräuchte, könnte ich auf jeden Fall gute Bekannte dort fragen. CARINA BÄR In London 2012 holtest Du Silber. Ist deine Karriere ohne eine olympische Goldmedaille unvollendet oder wärst Du auch ohne Gold glücklich und zufrieden? Momentan habe ich das Gefühl, dass ich schon so einiges an Erfolgen erreicht habe, was ein Stück den Druck von mir nimmt. Gold wäre natürlich trotzdem die absolute Krönung! Wenn es nicht klappen sollte, habe ich mit meinem Studium aber auch etwas erreicht, auf das ich im »echten« Leben zurückgreifen kann. Werden das deine letzten Spiele sein oder sieht dein persönlicher Karriereplan fürs Rudern auch noch die Spiele 2020 vor? Zu alt wäre ich dann noch nicht, mit 30 liegt man genau im Durchschnitt beim Rudern. Nach Rio mache ich jedoch zuerst mein praktisches Jahr, in dem es sehr schwierig werden würde, Leistungssport und Arbeit zu vereinbaren. Wenn es mich danach nochmal juckt, könnte ich mir eine Teilnahme 2020 durchaus vorstellen. Wann gehts eigentlich los nach Rio? Am 28. Juli, ein paar Tage vor der Eröffnungsfeier am 5. August. Geht es nach den Wettkämpfen dann sofort zurück, oder bleibt noch genügend Zeit, die Atmosphäre und das Land zu genießen? Wir haben das große Glück, dass wir gemeinsam mit den Kanuten im Olympischen Dorf wohnen, deren Wettkampfwoche genau nach unserer stattfindet. Also sind wir insgesamt zwei Wochen in Rio, und da wir zuerst dran sind mit unseren Wettkämpfen, haben wir die zweite Woche frei. Tagsüber schaut man sich die Wettkämpfe an und abends geht man feiern. Nach einer Woche ist man dann ganz schön im Arsch! (lacht) Triffst Du abseits der sportlichen Vorbereitungen auch noch andere Maßnahmen, um dich auf Brasilien vorzubereiten? Liest Du beispielsweise Reiseführer oder lernst ein paar Brocken portugiesisch? Portugiesisch zu lernen habe ich mir tatsächlich überlegt, bin dann aber irgendwie bei Spanisch hängengeblieben. (lacht) Ansonsten bekommen wir alle einen Lehrgang in Handhygiene, da der Verband große Angst vor Infektionen hat. Die politische und gesellschaftliche Situation in Brasilien ist alles andere als entspannt. Präsidentin Dilma Rousseff muss sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen und das Volk klagt über anhaltende Korruption. Setzt Du dich mit solchen Themen des Ausrichtungslandes auseinander oder bleibt dafür, neben dem intensiven Training, keine Zeit?

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Wenn ich auf einen Artikel stoße, dann lese ich den auf jeden Fall. Ich finde es schon schade, dass das Land einen solchen Auftritt durch die Spiele bekommt und alles perfekt präsentiert werden soll, die Menschen im Hintergrund aber mit essentiellen Dingen zu kämpfen haben. Generell ist es eine schwierige Situation, wenn man sich anschaut, wie das mit den Bewerbungen für solche Ereignisse aussieht. Am Beispiel Hamburg kann man sehen, dass demokratische Entscheidungen eher dagegen ausfallen. Das IOC möchte auch nicht, dass man sich als Sportler allzu politisch zu solchen Dingen äußert. Gibt es also vorab auch Seminare, wie man mit den Medien umzugehen hat? Ja die gibt es, in zwei Wochen beispielsweise habe ich ein Seminar, in dem erläutert wird, was man in der sogenannten »Frozen Period« posten darf. Das ist die Zeitspanne, die eine Woche vor den Spielen beginnt und ein paar Tage danach endet. In dieser Zeit soll man beispielsweise keine Bilder von den Olympischen Ringen posten, da das IOC hier den Sponsoren Vorrang gewähren möchte. Alles nicht so einfach! Alle Athleten schwärmen vom Olympischen Geist. Wie viel kannst Du in Rio davon miterleben? Welche Wettbewerbe möchtest Du dir ansehen? Das entscheidet man meistens spontan, es ist auch nicht mehr möglich, dass jeder Athlet jeden Wettkampf sehen kann. Es gibt ein Kartenkontingent, das der jeweilige Sportdirektor dann verteilt. Da muss man dann echt früh aufstehen, um eine Karte ergattern zu können! (lacht) Bei den letzten Spielen hatte ich das große Glück, Usain Bolt laufen sehen zu können. Seit vielen, vielen Jahren ist wieder eine deutsche olympische Fußballauswahl beim Turnier dabei. Ein Besuch im legendären Maracana, wo die DFB-Elf 2014 auch Weltmeister wurde, ist Pflicht, oder? Wenn das von der Entfernung her klappt, würde ich mir das sicherlich gerne anschauen. Du lebst in Dortmund. Borussia-Fan? Eher ein kleiner Fan, bis jetzt habe ich es nur einmal ins Stadion geschafft. Das liegt aber vor allem daran, dass man so unheimlich schwer an Karten kommt wegen der vielen Dauerkartenbesitzer. Es ist schon bemerkenswert, wie der Fußball hier die Stadt zusammenschweißt und irgendwie alle miteinander verbindet. Hast Du die Niederlage gegen Liverpool in der Euroleague schon verkraftet? Kein Kommentar. Da redet man hier nicht so gerne drüber. (lacht) Könnte es dich nach dem Studium und der Leistungssportkarriere zurück in die Heimat ziehen oder ist das ein völlig abwegiger Gedanke für dich? Ich kann mir gut vorstellen, zurückzukehren. Die Region ist schon eine der schönsten Ecken in Deutschland, ohne andere Teile abwerten zu wollen. Das Entscheidende ist aber natürlich, dass dort meine Familie wohnt. Verfolgst Du das Geschehen und die Entwicklungen in Heilbronn aus der Ferne? Eine Zeitung habe ich nicht abonniert, aber ich bekomme natürlich alle wichtigen Infos von meiner Mutter und von Freunden. Ich weiß also Bescheid über die BUGA und was sonst noch in der Stadt los ist. Zurück zum Rudern: Der Heilbronner Neckar ist dein Heimatgewässer. Hat er etwas Besonderes für dich oder ist es ein Gewässer wie jedes andere auch? Als Fluss gibt es schon Unterschiede zu meinem jetzigen Trainingsgebiet in Dortmund. Der Neckar hat eine Strömung, die unter Umständen auch sehr stark sein kann, vor allem in dem Teil, der in die Stadt führt. Bei ein bisschen Hochwasser muss man sich ganz schön ins Zeug legen, um dann den eigentlichen Trainingskanal zu erreichen. Und das Stück parallel zur Badstraße finde ich richtig süß, mit den schönen alten Bäumen, die am Wasser stehen. Was macht für dich ein gutes Gewässer aus? Dasselbe wie bei allen Ruderern: Nicht zu viel Wind, nicht zu viele Wellen. Fürs Auge ist natürlich ein grünes Ufer nicht schlecht. Gibt es schnelle und langsame Gewässer? Ja die gibt es, beispielsweise in Amsterdam, wo es viel Schiebewind gab, was für einige Bestzeiten gesorgt hat. Trotz des Windes blieben die Wellen niedrig. Auch die Tiefe und Temperatur des Wassers haben Auswirkungen auf die Geschwindigkeit. In tiefen Gewässern ist man schneller und in kaltem Wasser geht es deutlich zäher vorwärts. Hast Du ein Gespür für Wasser? Ja, das kommt mit den Jahren. Besonders stark spürt man es, wenn man in ein neues Gewässer geht. Sehr kalkhaltiges Wasser beispielsweise verhindert eine gute Beschleunigung. Wie sollen das Wasser und der Kanal in Rio sein? Es sollte nicht so schmutzig sein, wie auf der Segelstrecke dort, wo durch die starken Regenfälle alles vom Kühlschrank bis zur Plastiktüte hineingespült wird. Und nach Rio? Urlaub? Ich komme zwischen dem 20. und 24. August zurück und habe dann bis Mitte November frei. Ich bin auf eine Hochzeit eingeladen und der Verein wird wohl auch einen Empfang machen. Konkret habe ich die Zeit aber noch nicht verplant. Mit dem Kanu und Zelt durch skandinavische Fjorde. Wäre das eher Traum- oder Albtraumurlaub für dich? Warum nicht? Den ganzen Tag rudern wäre zwar zu viel für mich, aber ich bin schon jemand, der auch im Urlaub aktiv sein muss. Auch zu Hause gibt es immer was zu tun, dort haben wir einen Hof mit Kühen. ◆ Hanix Nr. 43 INTERVIEW DES MONATS MIT CARINA BÄR

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sam shaw, marilyn monroe, new york city, 1954, (das verflixte 7. Jahr)© sam shaw inc. / www.shawfamilyarchives.com Sam Shaw Hollywood ungescHminkt >> 18.06. –25.09.2016 kunstHalle Vogelmann di–so 11-17 uhr, do 11-19 uhr www.museen-heilbronn.de Marilyn & HuMpHrey: Fr | 05.08. | 18-24 uhr Große - Hollywood-party in der Kunsthalle Vogelmann > in HeilBRonn an deR haRmONIE

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Titelthema: [S. 46–65] FUSSBALL »Fußball ist Ding, Dang, Dong. Es gibt nicht nur Ding.« Giovanni Trappatoni Interview mit Hoffenheims Ermin Bičakčić → S. 46 DIE KLASSE VON 96 → S. 50 Ein Gespräch über den Heilbronner Fußball mit Uwe Ralf Heer → S. 58 MARTIN WÖRNER: DIE SEELE DES FRANKENSTADIONS → S. 60 Markus Rössel ist ein Globetrotter in Sachen Fußball → S. 64 Collage: Elke Tritschler-Ueltzhöfer Hanix Nr. 43

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Hanix Nr. 40 Kapitel 45

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ERMIN BIČAKČIĆ kann mit seinen 26 Jahren bereits auf eine beachtliche Karriere zurückblicken: In Möckmühl, Heilbronn und Stuttgart erlernte der Abwehrspieler sein Handwerk, um später mit Eintracht Braunschweig in die Bundesliga aufzusteigen. Er spielte bei der Fußball-WM 2014 im legendären Maracana-Stadion in Rio mit der Bosnisch-Herzegowinischen Auswahl gegen Argentinien und macht derzeit bei der TSG Hoffenheim den gegnerischen Stürmern das Leben schwer. »Eisen-Ermin« über seine Vergangenheit als Kriegsflüchtling, die Bundesliga, historische Momente und die Heimat. Von Robert Mucha, Fotos: Erich Benz »Den Stürmern in den Arsch treten« Hanix Nr. 43 Ermin, du bist in Möckmühl aufgewachsen und spielst nun seit fast zwei Jahren wieder in deiner erweiterten Heimatregion Fußball, nachdem du 2014 aus Braunschweig zurück in den Süden gewechselt bist. Kannst du Mats Hummels, der kurz vor einem Wechsel in seine Heimatstadt München steht, raten zurück in die Heimat zu gehen? Ermin Bičakčić: Wenn man sich Mats Situation ansieht, dann spricht neben den sportlichen Gründen auch das Gesamtpaket dafür, da seine Familie in München lebt. Bei meinem Wechsel zur TSG hat dieses Gesamtpaket, bei dem ein Faktor »zurück in die Heimat« war, einfach gepasst. Hummels könnte auch ins Ausland wechseln. Reizt dich eine ausländische Liga oder soll es bis zum Karriereende die Bundesliga bleiben? Ich bin niemand, der Träume hat. Fußball ist für mich ein Tagesgeschäft, insofern weiß man nie, was Morgen sein wird. Deshalb konzentriere ich mich auf das Hier und Jetzt – die TSG. Was später mal kommt, wird man dann sehen, aber als Fußballer sollte man immer offen und bereit für viele Dinge sein. Wir haben eine Hanix-Kicktipp-Runde und versagen wöchentlich mit unseren Ergebnistipps für die Bundesliga. Bis auf den FC Bayern und Dortmund ist keine Mannschaft einzuschätzen. 46 TITELTHEMA: FUSSBALL

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Alle anderen spielen geflissentlich an unseren Tipps vorbei. Trotz redaktionellem Fußballsachverstand. Empfindest du diese Spielzeit irgendwie auch als unberechenbarer als andere Spielzeiten? Das ist doch symptomatisch für die Bundesliga! Die Liga ist so ausgeglichen – bis auf die dominierenden Bayern natürlich – dass sie nur unberechenbar sein kann. Jeder kann jeden schlagen. Dass manche Vereine wie jetzt beispielsweise Wolfsburg mal eine längere Durststrecke haben, obwohl man das von ihrem Potenzial her nicht erwartet hätte, ist vielleicht eine Überraschung, aber ansonsten war die Liga doch immer so. Wäre in der Bundesliga so etwas wie in der Premier League möglich, wo der totale Außenseiter Leicester City gerade sensationell die Meisterschaft gewann? In England herrscht gerade natürlich eine absolute Ausnahmesituation. Chelsea war einige Zeit sogar auf einem Abstiegsrang! Wenn also bei den anderen Clubs viel schief läuft, kann dort so etwas wie jetzt passieren. Durch die Dominanz der Bayern aber, die hier über Jahre gewachsen ist, ist so etwas in der Bundesliga nahezu unmöglich. Wenn mal ein anderes Team Meister wurde, dann war das Dortmund und schon da musste dann wirklich alles passen: perfekte Saison für Dortmund, Probleme bei den Bayern. Mit Julian Nagelsmann steht in dieser Saison der dritte Trainer an der Seitenlinie. Das bedeutet, dass die Mannschaft sich mit drei verschiedenen Spielideen auseinandersetzen musste. Worin liegen die markantesten Unterschiede im Fußball von Gisdol, Stevens und Nagelsmann? Hanix Nr. 43 Ich bin meine gesamte Karriere durch die knallharte Schule gegangen. Markus Gisdol hat mit seinem offensiven Stil den Fußball der TSG schon über die Jahre geprägt. Dann sind wir in den Abstiegskampf gerutscht. Wir mussten versuchen, unseren Fußball zu ändern und sind von unserem gewohnten Stil abgewichen. Wir haben versucht, eine Lösung zu finden, was am Ende leider nicht geklappt hat. Als dann Huub Stevens kam, war alles nochmal ganz anders als jetzt bei Julian Nagelsmann und vorher bei Gisdol. Stevens ist bekannt dafür, die alte Schule zu vertreten und knallhart zu sein, das ist unvergleichbar. Mit Julian sind wir schließlich wieder zu dem Fußball zurückgekehrt, den wir eigentlich spielen und der uns charakterisiert. Sein Talent als Trainer hat uns wieder auf die Erfolgsspur zurückgebracht. In Braunschweig hast du dir deinen Spitznamen »Eisen-Ermin« erarbeitet, der in Hoffenheim übernommen wurde. Er steht für körperbetontes, konsequentes Spiel und Zweikampfverhalten. Hat dir dann der Stil von Stevens eher zugesagt? Ich bin meine gesamte Karriere durch die knallharte Schule gegangen. Deshalb wird sich meine Spielweise unter keinem INTERVIEW MIT ERMIN BIČAKČIĆ

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Im Endeffekt aber ist meine Hauptaufgabe, das Tor zu verteidigen, also auf gut Deutsch, den Stürmern in den Arsch zu treten – da brauche ich auch nicht mit spielerischen Dingen glänzen. Trainer ändern. Ich habe meine Aufgabe, die ich auf meine Art und Weise löse. Klar, der Fußball hat sich allgemein verändert, inzwischen wird fast alles spielerisch gelöst, anstatt den Ball nach vorne zu schlagen. Im Endeffekt aber ist meine Hauptaufgabe, das Tor zu verteidigen, also auf gut Deutsch, den Stürmern in den Arsch zu treten – da brauche ich auch nicht mit spielerischen Dingen glänzen. Welcher deiner Gegenspieler war bisher der härteste Hund, auf den du getroffen bist? Die Liga hat viele gute Angreifer, deshalb kann ich da jetzt keinen konkreten Namen nennen. Ich bin ein Typ, der gerne gegen große und kräftige Stürmer spielt, weil ich mich da voll reinhängen kann. Die kleinen liegen immer so schnell auf dem Boden, da musst du aufpassen. Ich bin jemand, der sich gerne einen Fight liefert. Du bist vom Traditionsklub Eintracht Braunschweig zum Emporkömmling Hoffenheim gewechselt. Dort bist du auf traditionelle Fankultur gestoßen, hier musste und muss sich eine gewachsene und stabile Fankultur noch entwickeln. Welche Unterschiede bei den Fans in Braunschweig und Hoffenheim nimmst du als Spieler wahr? Der Support ist bei jedem Verein auf eine eigene Weise gegeben. Es ist klar, dass hier aufgrund der Vergangenheit erst noch etwas entstehen muss. Ich habe auch immer gesagt, dass – egal ob sportlich, Fan-technisch, oder anderweitig – die beiden Vereine nicht zu vergleichen sind. Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Braunschweig und habe auch heute noch viel Kontakt, war auch bei den Fans immer sehr beliebt. Dafür bin ich sehr dankbar und fühle mich immer noch sehr mit dem Verein verbunden. Aber auch hier brauchen wir die Unterstützung der Fans und haben sie gerade jetzt in der schwierigen Phase gespürt. Die Stimmung war hervorragend und wir wurden richtig angepeitscht. So wünscht man sich das! Du bist Mitte 20, hast in deiner Karriere aber schon mehrmals Historisches geschafft: Den Bundesligaaufstieg mit Eintracht Braunschweig und die erste WM-Teilnahme für dein Heimatland Bosnien-Herzegowina. Welche historische Leistung darf es in Hoffenheim sein, an der du beteiligt sein willst? Zunächst hatten wir die Mission, den Klassenerhalt zu schaffen. Über die Jahre konnte man jetzt sehen, was für ein Verein Hoffenheim ist und ich bin dankbar und froh, dieses Trikot tragen zu dürfen. Deshalb gebe ich alles auf dem Platz und wenn wir irgendwann Historisches schaffen, dann sitzen wir hier bestimmt wieder zusammen. Wirklich neidisch sind wir auf deinen Einsatz bei der WM in Brasilien. In eurem Gruppenauftaktspiel ging es im legendären Maracana gegen den späteren Vizeweltmeister Argentinien mit Lionel Messi. Du warst in der Startaufstellung. Wie oft denkst du noch an diesen Moment in Rio de Janeiro? Manchmal muss ich mich wirklich noch selbst kneifen. Für das Land und mich auch war das natürlich ein historischer Moment. Das Nonplusultra. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte, um dieses Erlebnis zu beschreiben. Das muss man erlebt haben. Der erste Schritt auf den Platz im Maracana – dafür habe ich keine Worte. Uns interessiert dein emotionalster Tag als Fußballer. Da steht ja Hanix Nr. 43 48 TITELTHEMA: FUSSBALL

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einiges zur Auswahl. Sei es der Bundesligauf-, bzw. der sofortige -wiederabstieg mit Braunschweig, die WM-Qualifikation mit deinem Heimatland oder eben der WM-Einsatz in Brasilien … Einen Moment, der über allem steht, habe ich nicht. Jeder besondere Moment, wie der Aufstieg mit Braunschweig, hat seine eigene Story. Einer der emotionalsten Momente für mich ist aber auf jeden Fall das WM-Qualifikationsspiel in der Slowakei, als wir einen 0:1-Rückstand in letzter Minute in ein 2:1 drehen konnten und ich den Ausgleich erzielte. Aktuell dominiert die Flüchtlingsdebatte die deutsche Politlandschaft. Du musstest mit deiner Familie selbst vor Krieg fliehen. Über Österreich kamt ihr Anfang der Neunzigerjahre aus dem kriegsgeschüttelten Bosnien ins schwäbische Neckarsulm. Wird in deinem persönlichen und familiären Umfeld über die aktuelle Situation um die Flüchtlinge in Deutschland diskutiert oder versuchst du das aus deinem Alltag zu verbannen? Nein, das ist ein absolut emotionales und wichtiges Thema. Das, ich nenne es jetzt mal »Positive« an der ganzen Situation ist für mich, dass meine Familie und ich leider Gottes auch diese Erfahrungen hatten und so eventuell besser helfen können. Das sind brutale Parallelen, aber deshalb bin ich jetzt in der Situation, die Hand auszustrecken. Die Sache wird täglich thematisiert und ich bin auch der Meinung, dass sie Thema sein muss – wegzuschauen und sich zu sagen »ich habe das hinter mir« wäre der falsche Weg. Ist das auch ein Thema, das in der Kabine angeschnitten wird? Klar, vor zwei Wochen haben ein paar Spieler Flüchtlinge besucht und es ist ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzt. Schließlich betrifft es uns alle, egal ob man persönlich betroffen war oder nicht. Nach der Flucht vor Krieg hast du mit deiner Familie im Heilbronner Land eine neue Heimat gefunden. Empfindest du dich auch als Schwaben oder zumindest Möckmühler oder Stuttgarter, wo du auch einen großen Teil deiner Jugend verbracht hast? Ich kann definitiv sagen, dass ich hier im Süden zuhause bin. Ich bin hier groß geworden, bin hier zur Schule gegangen habe viele Freunde in der Gegend. Es ist meine Heimat, hier fühle ich mich wohl. Wie hast du die Willkommenskultur und Hilfsbereitschaft, die euch damals hier im Ländle entgegengebracht wurde, in Erinnerung? Am Anfang war das nicht immer leicht, man wurde auch nicht überall sofort mit offenen Armen empfangen. Meine Familie hatte jedoch das Glück, in einem Umfeld zu landen, das uns null Ablehnung entgegengebracht hat, vom »normalen« Arbeiter bis hin zur Zahnärztin. Wir haben riesige Unterstützung erfahren, die Leute haben sich für uns eingesetzt und uns sehr geholfen, hier Fuß zu fassen. Dafür bin ich sehr dankbar. Zieht es dich ab und zu auch an Orte deiner Jugend zurück, zum Beispiel an die Jagst oder einen alten Fußballplatz? Hast du einen Lieblingsort hier in der Gegend? Ich bin immer noch auf den Bolzplätzen, auf denen ich mit dem Kicken begann, oder den Straßen, von denen mich meine Mutter nicht zum Abendessen einfangen konnte, zuhause. Ich bin an diesen Orten öfter unterwegs und fahre manchmal extra zu den Bolzplätzen, um zu schauen, ob dort noch Bewegung ist. Das sind schöne Erinnerungen und man darf nie vergessen, woher man kommt und wo alles angefangen hat – das ist das Wichtigste an der ganzen Sache! ◆ Kapitel 49 Adventure Company GmbH | Edisonstraße 3 | 74076 Heilbronn | Tel. 07131-87055 www.adco-hn.de

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Vor fast 20 Jahren hat eine Heilbronner Fußballmannschaft national für Furore gesorgt. Die A-Jugend des VfR Heilbronn gewann sensationell den DFB-Pokal. Nun trafen sich die Helden von damals zum Klassentreffen. Ein Porträt der letzten goldenen Fußball Generation Heilbronns.Von Florian Huber Fotos: Nico Kurth, Baumann, Klaus Krüger, Haus der Stadtgeschichte/ Mathäus Jehle & Privat DIE KLASSE VON 96 Hanix Nr. 43 50 TITELTHEMA: FUSSBALL

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Hanix Nr. 43 Michael Wenczel schaut hinab auf das Gewusel, unten auf den Außenplätzen des Frankenstadions. Das Jugendtraining beim FC Union Heilbronn ist an diesem Mittwochabend im April um kurz vor 19:30 Uhr gerade zu Ende gegangen. Eltern, die ihre Kinder abholen, Trainer, verschwitzte F-Jugend-Kicker mit roten Backen, alle laufen durcheinander. Michael Wenczel ist viel herumgekommen als Fußballprofi. Frankfurt, Ingolstadt, Augsburg. Jetzt steht er im Multifunktionsgebäude des Heilbronner Frankenstadions am Fenster, ein Logenplatz mit Blick in die Gegenwart und die eigene Vergangenheit. »Das hier ist meine Heimat«, sagt der 38-Jährige: »Ich war seit sieben, acht Jahren nicht mehr hier. Aber hier ist die Zeit stehengeblieben. Außer einer Feuerschutzwand hat sich hier in 20 Jahren nichts geändert. Das ist traurig.« Der einzige Heilbronner Titel von Relevanz auf deutscher Ebene im Fußball. Wenczel ist extra aus Augsburg für diesen Abend nach Heilbronn gekommen. Die Klasse von 1996 trifft sich an diesem Mittwochabend. Nach und nach kommen sie die Treppe hoch im Multifunktionsgebäude des Frankenstadions. Auch beim 38-jährigen Peter Wagner hat die Fahrt durchs Stadiontor und der Blick auf die Nachwuchskicker den Projektor fürs Kopfkino angeworfen. »Das ist doch ganz normal, ich war auch seit Jahren nicht mehr hier. Du denkst: Wenn ihr wüsstet, dass wir auch mal so angefangen haben«, sagt Peter Wagner. Tja, ihr F-Jugend-Kicker von heute, wenn ihr wüsstet, wer sich da trifft und euch beim Training beobachtet hat. Männer, die selber Väter von F-Jugend-Kickern sind. 37, 38 Jahre alt. Vor 20 Jahren haben sie im Trikot des VfR Heilbronn den DFB-Pokal der A-Junioren gewonnen. Der einzige Heilbronner Titel von Relevanz auf deutscher Ebene im Fußball. »Eigentlich«, sagt Peter Wagner, »sollte man da viel öfter dran denken. Für mich war es die schönste Zeit als Fußballer.« Keiner der Teamkollegen von damals widerspricht. »Ich war noch nie auf einem Schul-Klassentreffen. Das hier ist für mich das wahre Klassentreffen«, sagt Rüdiger Rehm. Es ist das Wiedersehen der Pokalsieger von damals. Sie führen Autohäuser, sind Handelsvertreter, fahren Taxi oder sind Magazinmacher. Heute sind sie für einen Abend wieder A-Jugend-Fußballer. Die Kollegen, die man schon länger nicht gesehen hat, werden von oben bis unten abgescannt. Wie auf einem Schultreffen eben. Um die Körpermitte herum haben sich bei dem einen oder anderen kleine Jahresringe gebildet. Es wird gefrotzelt, gewitzelt, wer sich am ehesten die bella figura bewahrt hat. Wessen Frisur hat sich am meisten verändert? auf den Heilbronner Summer of 96 angestimmt. Vor einigen Jahren hat der damalige Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach seine Heimspiele in Heilbronn ausgetragen, diesen Raum als VIP-Raum genutzt. Jetzt ist hier nichts mehr very important. Die Wände nackt. Kein Bezug zum Fußball. Nichts. Dabei hat hier zu Zeiten des VfR Heilbronn einmal das Fußball-Herz Nord- Württembergs geschlagen. In einer Ecke stehen drei Pokale als Relikte vergangener Tage. Der Blick aus dem Fenster reicht von hier oben bis zum Neckar, aber niemand schaut jetzt mehr raus. Die Objekte, die da auf den Tischen liegen, sie fesseln die neun Beobachter, die dabei wieder zu Kindern werden. Als ob sie auf dem Schulhof Sammelbilder großer Fußballer betrachten würden. Dabei sind sie selbst auf diesen Fotos. Fast alle sind bei ihren Eltern vorstellig geworden, die in Kellern und Dachböden die Bilder von damals gefunden haben. »Weißt du noch?«, ist der meistgeäußerte Satz. Fotos, Zeitungsartikel, Trikots, die Menü- Karte vom Bankett im Insel-Hotel, das vor dem DFB-Pokalfinale gegen Energie Cottbus stattfand. Jeder hat etwas anderes mitgebracht. Es sind Devotionalien, die eigentlich die Wände hier zieren sollten. Michel, genannt »Dixie« Dörner, hätte seine Freude an den ganzen Erinnerungsstücken. Der leider längst verstorbene Edelfan hatte nach dem Triumph im Pokalfinale des württembergischen Fußballverbandes in Handarbeit jedem Spieler eine kleine Gedenktafel angefertigt – später musste klein noch der Zusatz DFB-Pokalsieger mit drauf. Sie haben ihren größten Fan nicht vergessen, als die Schüler der Klasse von 1996 ihn im Dezember 2003 zu Grabe trugen. »Wir waren freie Vögel« Als ob sie auf dem Schulhof Sammelbilder großer Fußballer betrachten würden. Dabei sind sie selbst auf diesen Fotos. Bryan Adams hat einst den Summer of 69 besungen. In einem großen, hellen Raum im Heilbronner Frankenstadion wird jetzt das Hohelied Der VfR Heilbronn, das war früher die Unterländer Jugendauswahl, eine Art Best of. Nachwuchskicker aus Flein, Bad Rappenau, Abstatt, Bad Friedrichshall: »Du wusstest, du schaffst es nur, wenn du beim VfR Heilbronn kickst«, sagt Rüdiger Rehm. »Es war eine Ehre und Auszeichnung, das schwarz-weiße Trikot zu tragen«, ergänzt Tobias Schwarz. »Die anderen, die kleineren Vereine, sie haben uns gehasst«, sagt Rainer Baumgart. Es war ja nicht nur ein starker Jahrgang des VfR Heilbronn, im A-Jugend-Jahrgang zuvor spielte beispielsweise Marijo Maric POKALSIEGER V. o. n. u.: Michael Wenczel (linkes Mittelfeld), Rüdiger Rehm (halblinkes Mittelfeld), Rainer Baumgart (Stürmer)

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mit, der es, wie sein älterer Bruder Tomi, bis in die Bundesliga schaffte. Prägend sei das zweite B-Jugend-Jahr gewesen, erinnert sich Robert Mucha: »Da hatten wir in Erwin Suchy einen Trainer, der uns einen Plan mitgegeben hat.« Aber starke Spieler bilden noch nicht zwangsläufig eine starke Mannschaft. Am Anfang waren sich innerhalb der Truppe einige Herrschaften so gar nicht grün, zu Saisonbeginn in der Verbandsstaffel setzt es Niederlagen. Es wurde mitunter laut in der Kabine und auf dem Trainingsplatz. »Wir mussten erst unsere Hierarchie finden«, erinnert sich Tobias Schwarz. Jugendleiter Otto Frey macht notgedrungen auch den Trainer, weil sich niemand anderes findet. Manchmal ist Fußball ein komisches, von Zufällen geprägtes Spiel. Die Saison 1995/96 beginnt für den VfR schleppend in der A-Junioren-Verbandsstaffel, damals die höchste Liga. In der Hinrunde hält die Mannschaft von Trainer Otto Frey gegen den großen VfB Stuttgart lange mit, kassiert erst in der 90. Minute das 1:2. »Da haben wir gemerkt, wir sind ja gar nicht so schlecht«, erinnert sich Offensivspieler Mutlu Cehri. »Der Otto, der hat uns so sein lassen, wie wir waren«, sagt Tobias Schwarz, der als Kapitän eine besondere Nähe zu seinem Trainer hatte: »Wir waren freie Vögel«, sagt Peter Wagner. Die Stärke zeigt sich auch im Heilbronner Frankenstadion, in dem in der Rückrunde der Tabellenführer VfB Stutgart nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2 besiegt wird. Die Siegprämie: Fleischkäse mit Kartoffelsalat, dazu ein paar Kästen Spezi. Und 20 Mark für jeden Spieler wie nach jedem Sieg. »Das Geld war uns immer völlig egal«, sagt Sven Seeg, der Torwart. Weiter, immer weiter. Bis keine Gegner mehr da sind. Das Gefühl der Unbesiegbarkeit entsteht langsam, schleichend. Plötzlich ist es da und verschwindet nicht mehr. Von den letzten 20 Saisonspielen werden 19 gewonnen. Trainer Otto Frey trägt Spiel für Spiel das gleiche rote Hemd. Fußballer sind abergläubische Kerle. »Das Geilste war zu sehen, was für ein Lauf sich entwickeln kann«, sagt Sven Seeg. Am Ende steht für den VfR als Vize-Meister hinter dem VfB und nach einem 3:1-Sieg im Relegationsspiel gegen den SSV Reutlingen, den Vizemeister der Südstaffel, der Aufstieg in die neugegründete A-Junioren- Regionalliga, dem Vorläufer der heutigen Bundesliga. Weiter, immer weiter. Olli Kahn hätte seine Freude gehabt. Der Lauf geht immer weiter, er wird zu einem Perpetuum mobile. Nach dem Bezirkspokal (trotz zweimaligem Rückstand gegen Union Böckingen) holen die Jungs von Otto Frey den WFV-Pokal durch ein 4:0 gegen den Meister der Südstaffel, SSV Ulm. Fortan geht es auf deutscher Ebene weiter: DFB-Pokal! Nach einem 3:2 nach Verlängerung gegen den SC Pfullendorf lässt man sich auch vom Karlsuher SC nicht aufhalten – 1:0. Das Viertelfinale im nach Sponsor »Kicker-Sportmagazin« benannten Wettbewerb ist erreicht. Erfolgsrituale entwickeln sich: Zum Einlauf bei den Pokalspielen wummert die Musik aus Rocky II aus den Boxen. »Das hat uns extra gepusht«, sagt Robert Mucha. Es ist sicherlich kein Nachteil für die Heilbronner immer Heimrecht zu haben. Das Unterland merkt, was für eine famose Erfolgstruppe es da hat, die durchs Feld des DFB-Pokals der A-Jugend pflügt. Glashütte Jena wird im Viertelfinale mit einer 9:0-Klatsche nach Hause geschickt. »Wir haben nie den Gedanken daran verschwendet, dass wir verlieren könnten«, sagt Peter Wagner 20 Jahre später. »Wir wollten weiterhin zusammenspielen, deshalb mussten wir immer gewinnen«, erinnert sich Mutlu Cehri. Weiter, immer weiter. Bis keine Gegner mehr da sind. Finale! Oho. Finale, oho! Die Spielzeit 95/96 ist Anfang Juli längst vorbei. Eigentlich. Doch für Sommerpause oder Urlaubsreisen der Fußballer lässt der Spielplan keinen Raum. Seit dem 1. Juli 1996 stehen Tobias Schwarz und Rainer Baumgart beim Regionalligisten KSC II unter Vertrag, nur mit einer Ausnahmegenehmigung sind sie auch im Halbfinale und Finale des DFB- Pokals dabei. Das Halbfinale steht an – und bringt ein großes Problem mit sich: Wo nur soll das VfR-Heimspiel gegen den TSV 1860 München stattfinden? Die Kelly Family hat das Frankenstadion für ein Konzert okkupiert. Es hatte ja keiner mit dieser famosen Siegesserie rechnen können. So trällert nun im größten Heilbronner Stadion eine irische Großfamilie, da bleibt kein Platz für Rasensportler. Heute ist der Heilbronner Fußball so ein bisschen wie die Kelly Family. Große Vergangenheit, klar, von denen hat man schon mal was gehört. Aber sind die heutzutage nicht furchtbar aus der Mode geraten? In der Bedeutungslosigkeit versunken. Hanix Nr. 43 V. o. n. u.: Tobias Schwarz (Libero & Kapitän), Robert 52 Mucha (rechtes Mittelfeld) TITELTHEMA: FUSSBALL

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2.500 Zuschauer sorgen für ein pickepackevolles Stadion am See, die VfR-Mannschaft spaziert einfach vom Frankenstadion den Neckar entlang nach Böckingen und schlägt die 60er Mal eben so mit 3:1. Finale! Oho. Finale, oho! 6.000 zahlende Zuschauer sind an jenem 14. Juli 1996 im Frankenstadion und Zeuge der finalen Sensation. So viele Zuschauer wie seither in Heilbronn nur zu zwei, drei anderen Anlässen. Wie ein Orkan fegt der VfR Heilbronn über den Gegner Energie Cottbus hinweg. 6:1. Sechszueins. »Und alle unsere Freunde, die Familien, sie waren mit dabei«, sagt Onur Celik. Pokal. Jubel, Trubel, Heiterkeit an einem sonnigen Sonntag. Hinterher gibt es einen Autokorso durch Heilbronn und einen Empfang im Rathaus beim Oberbürgermeister. Einen Autokorso gab es seither nur, wenn deutsche Nationalmannschaften weit-weit-weg bei Weltmeisterschaften irgendetwas gewannen. Erfolg mit Jugendfreunden ist anders, intensiver. In 20 Jahren wird darüber noch geredet werden, schrieb die Heilbronner Stimme am Tag nach dem Triumph im DFB-Pokal. Das ist im Hier und Jetzt zu 1896 Prozent korrekt. Die neun Granden von einst lesen das nun. Knapp 20 Jahre später. Solche Sätze sorgen auch bei gestandenen Männern für Augen-Pipi. Oh, wie V. o. n. u.: Mutlu Cheri (offensives Mittelfeld), Onur Celik (Stürmer) war das schön, damals, als wir alle den größten Titel in unserer Karriere geholt haben. Seither hat im Land des vierfachen Fußball-Weltmeisters keine A-Jugend mehr den DFB-Pokal gewonnen, deren erste Mannschaft so niederklassig gespielt hat. Heute sind die Eliteclubs unter sich. So etwas wie 1996 mit seinen Kumpels beim VfR, das hat Rüdiger Rehm nie wieder erlebt. »Das prägt unheimlich«, sagt er. Woanders, »da war das mein Job«. Erfolg mit Jugendfreunden ist anders, intensiver. Rehm hat es von der Klasse von 1996 in Sachen Fußball am weitesten gebracht, keiner hat mehr Spiele als Profi bestritten. Er ist der Einzige, der von seinem Sport lebt, als Trainer der SG Sonnenhof Großaspach in der 3. Liga. Obwohl Rehm damals, vor 20 Jahren, nicht unbedingt der Favorit dafür war, das waren andere wie Rainer Baumgart oder Tobias Schwarz. Sieben, acht Spieler der goldenen Heilbronner Generation schafften es mindestens bis in die Oberliga. Keine so schlechte Bilanz finden die neun an diesem Abend im April als sie gemeinsam zurückblicken. GENIESSEN SIE DIESE HERB-FRISCHE, UNFILTRIERTE BIERSPEZIALITÄT JETZT AUCH ZUHAUSE. FAMILIENBRAUEREI-DINKELACKER.DE Kapitel 53

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Es geht um Frauen, Alkohol, Jugendsünden. Ausflüge in Diskotheken. Ortswechsel: In der Kabine werden Gruppenfotos geschossen. Wer saß damals wo? Rainer Baumgart ist so etwas wie der Impresario an diesem Abend, er hat noch immer die Funktion, die er auch damals hatte. Das genauso laute wie witzige Zentrum des Geschehens. »Wenn einer am Rand saß, dann hat ihn der Rainer integriert«, erinnert sich Mutlu Cehri. Keiner kann die Geschichten von damals so erzählen wie Rainer Baumgart. Es geht um Frauen, Alkohol, Jugendsünden. Ausflüge in Diskotheken. Ein Hoch auf die wilden Jugendzeiten. Das Erfolgsgeheimnis von damals, jetzt aber mal raus mit der Sprache die Herren! Pah, schwer zu sagen. »Wir kannten einander schon zehn Jahre«, sagt Rainer Baumgart. »Wir waren so jung, da hast du keine Vorbehalte oder Vorurteile, es hat charakterlich einfach gepasst«, sagt Onur Celik. Vielleicht sind es auch die längst vergessenen Siegesrituale. Robert Mucha und Tobias Schwarz rauchten einst nach jedem Sieg eine Zigarette. »Echt?«, sagt Schwarz: »Daran kann ich mich gar nicht erinnern.« Die Erfolgsgründe, sie sind auch neben dem Platz zu finden. Spielerväter engagieren sich als Betreuer, Mütter wie Marita Wenczel verkaufen vor den Spielen Brötchen oder Kuchen. Das Geld landet in der Mannschaftskasse, davon werden drei Tage im österreichischen Ebbs finanziert. Apropos Geld. Es war die kleinste Antriebsfeder. Leichtfertig und im Überschwang der Siegesserie hatte Horst Eisele, der damalige Präsident des VfR Heilbronn, vor dem Finale jedem Spieler 1000 D-Mark versprochen, sollte der Pokal an jenem 14. Juli tatsächlich in Heilbronn bleiben. Eisele hat damals Wort gehalten, die meisten Spieler sind davon dann in den Urlaub gefahren, es war die schöne Nachspielzeit des Sommer von 96. Dieser Pokalsieg wird zum letzten großen Abenteuer eines Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Deutschland war gerade mit deutschen Tugenden in England Fußball-Europameister geworden. Kampf, Leidenschaft, Dynamik. Die alte DFB-Schule eben. Heute gibt es Fußballlabore wie in Hoffenheim. Für Bundesligisten sind Jugend-Akademien und Nachwuchsleistungszentren vorgeschrieben. Spieler wechseln schon mit 12 Jahren dorthin. Bei A-Junioren- Bundesligaspielen sind die meisten Zuschauer Berater, auf der Jagd nach dem nächsten Götze, auf der Jagd nach dem großen Geld, dem schnellen Euro. Jugendbundesligaspieler verdienen mitunter so viel wie Krankenschwestern. Manche Dinge, sagen die Ex-VfRler, waren wirklich früher besser. Im Jahr 2016 spielt bei Bundesligamannschaften der 18-Jährige, wenn er genauso gut ist wie der 30-Jährige. Früher war seine Aufgabe, die Ausrüstung und die Getränkekisten zu tragen. »Früher musstest du deutlich besser sein als der Ältere«, erinnert sich Rainer Baumgart. »Ich war glücklich mit 23 Jahren meinen ersten Profivertrag zu unterschreiben«, sagt Michael Wenczel. Heute muss man mit 23 schon den Durchbruch geschafft haben – sonst wird das nichts mehr mit der Karriere. Die 17-, 18-, 19-Jährigen von vor 20 Jahren waren auch die Verlierer des Bosman-Urteils. Deutsche Vereine setzten lieber auf günstige ausländische Profis, anstatt auf die eigenen Talente. Das Jahr 1996 – es wird in diesem Sommer zum annus mirabilis des Heilbronner Fußballs. Eigentlich das Letzte, traurigerweise ausgerechnet im 100. Jahr des Bestehens des Vereins. Dieser Pokalsieg wird zum letzten großen Abenteuer eines Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Er ist nie wieder aufgetaucht. Sieben Jahre später gab es den schwerkranken VfR nicht mehr, er fusionierte notgedrungen mit der Heilbronner SpVgg 07 zum FC Heilbronn, neun Jahre später folgte dann der Zusammenschluss mit Union Böckingen zum FC Union Heilbronn. Es ist keine allzu gewagte Behauptung: Gesundfusioniert hat sich der Heilbronner Fußball definitiv nicht. Der Blick auf die Tabelle der Bezirksliga Unterland, achte Liga, er genügt. So überwiegt beim Treffen der Klassen von 96 die Wehmut, »dass so wenig aus unserem Erfolg entstanden ist«, wie es Tobias Schwarz ausdrückt. »Hättest du damals einen Präsidenten gehabt, der die Mannschaft zusammenhält, wir hätten hier bei den Aktiven alle zwei Wochen vor 2000 Leuten gespielt«, glaubt Peter Wagner. »Aus drei starken Jugendjahrgängen hättest du eine ganz starke Aktivenmannschaft bilden können«, meint Rüdiger Rehm. Für einige war der VfR wie die große Liebe, ohne die man dauerhaft genauso wenig sein kann wie mit ihr. Es ist wie so oft: Die größten Fehler werden im Erfolg gemacht. Alle schauten damals auf die erste Mannschaft, die mit aller – auch finanzieller – Gewalt in die Oberliga aufsteigen sollte, damals die vierthöchste Liga. Augen für die Juwelen in der eigenen A-Jugend hat irgendwie niemand. Erst im März, April 1996 gibt es die ersten Vertragsgespräche mit jenen Spielern, die altersbedingt aus der Jugend ausscheiden. Tobias Schwarz und Rainer Baumgart haben da längst beim Karlsruher SC II unterschrieben. Das Gros der DFB-Pokalsieger ist nach der A-Juniorenzeit ausgezogen und nie wieder gekommen in ihrer Karriere. Sie haben nie wieder das Heilbronner Trikot getragen. Weil sie wie Rüdiger Rehm oder Michael Wenczel Karriere im Profifußball machten. Andere konnten nicht so leicht loslassen, für sie war der VfR wie die große Liebe, ohne die man dauerhaft genauso wenig sein kann wie mit ihr. Rainer Baumgart und Peter Wagner kehrten im Verlauf ihrer Spielerkarriere zurück an die Badstaße. »Der Prophet zählt im eigenen Land nichts«, sagt Peter Wagner, der zu seiner Aktiven-Zeit Hanix Nr. 43 V. o. n. u.: Sven Seeg (Torwart), Peter Wagner 56 (halbrechtes Mittelfeld) TITELTHEMA: FUSSBALL

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Hanix Nr. 43 mit dem VfR in die Oberliga aufstieg und später Spielertrainer beim FC Heilbronn war. Sven Seeg stand für den Nachfolgeverein, den Fusionsclub FC Heilbronn einst im Tor, Robert Mucha war hier vor einigen Jahren erst Berater des damaligen FCH, dann in der größten Not Interimstrainer der Landesligamannschaft. Die anderen haben den Niedergang ihrer Nachfolger aus der Ferne beobachtet, vielleicht hat das auch indirekt dazu beigetragen, den Wert des gemeinsamen Erfolges von vor 20 Jahren zu erkennen, ihn so besonders wertzuschätzen. Er hat sich ja nie wieder wiederholt, es gibt keine legitimen Nachfolger. Die Vergangenheit lässt sich viel leichter glorifizieren, wenn die Gegenwart so weit entfernt von jedweder Glorie ist. Vielleicht hat man sich auch deshalb in all den Jahren nicht aus den Augen verloren, zum zehnten, zum Fünfzehnten groß gefeiert. Ein Trio um Rüdiger Rehm geht jedes Jahr gemeinsam Skifahren. Beim Mannschaftskapitän Tobias Schwarz laufen die Fäden zusammen, es gibt mittlerweile sogar eine eigene WhatsApp-Gruppe. So wie es angefangen hat, soll es enden. Im Trikot des VfR Heilbronn. Am 16. Juli 2016, zwei Tage nach dem 20. Jahrestag, wird die Vergangenheit zur Gegenwart. Noch einmal die Vereinsfarben des VfR tragen. An diesem Abend im April geht es auch um die Planung des Kicks zum 20. In einem Freundschaftsspiel gegen eine Allstar-Auswahl werden sie am 16. Juli im Stadion am See noch mal selbst aktiv, das will geplant sein. »Wir müssen spielen, solange wir das noch können«, sagt Tobias Schwarz: In zehn Jahren, zum 30-Jährigen, müssen dann die Kinder der Kinder von damals ran. Bei einigen macht der Körper allerdings nicht mehr mit. Aus A-Jugendlichen sind in 20 Jahren AH-Kicker geworden. Aha- Kicker, besser gesagt. Tobias Schwarz musste mit Mitte 25 aufhören, die Knie und die Hüfte. Peter Wagner hat im linken Knie kein Kreuzband mehr, Rainer Baumgart war bis vor Kurzem noch beim SC Siegelsbach in der Sinsheimer Kreisklasse A aktiv. Jetzt ist die Arthrose zu stark in der Hüfte. »So wie es angefangen hat, soll es enden«, sagt er. Im Trikot des VfR Heilbronn. Info: Am 16. Juli 2016 findet im Böckinger Stadion am See das Jubiläumsspiel der ehemaligen VfR-A-Jugend gegen eine Heilbronner All-Star- Truppe statt. Anpfiff ist um 17:30 Uhr. Altherren- Tiki-Taka vom Allerfeinsten. POKALSIEGER

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Vor 20 Jahren gelang einem Heilbronner Fußballteam ein außergewöhnlicher Erfolg: Die A-Jugend des VfR Heilbronn holte in der Saison 1995/96 den DFB-Pokal der Junioren in einem begeisternden Endspiel im Frankenstadion gegen Energie Cottbus. Im Laufe des Turniers warf das Team des damaligen Trainers Otto Frey hochfavorisierte Mannschaften wie 1860 München aus dem Wettbewerb. Wir sprachen mit dem jetzigen Chefredakteur der Heilbronner Stimme, UWE RALF HEER, der die Mannschaft damals als Sportredakteur begleitete, über seine Erinnerungen, das Team und den Fußball im Unterland. Von Robert Mucha, Foto: Ulla Kühnle »EMOTIONEN, WILLE, LEIDENSCHAFT« Hanix: Herr Heer, Sie haben 1996 die A-Jugend des VfR Heilbronn als Sportreporter für die Heilbronner Stimme begleitet. Nach dem 6:1-Finalsieg gegen Energie Cottbus im Heilbronner Frankenstadion schrieben Sie, dass man über dieses Ereignis noch in 20 Jahren sprechen wird. Das wollen wir tun. Welches Bild dieses traumhaften Unterländer Fußballsommers blieb Ihnen am eindrücklichsten im Gedächtnis? Besonders in Erinnerung geblieben ist mir das letzte Spiel, das in Böckingen stattfand. Klar war der Sieg im Frankenstadion vor so vielen Zuschauern etwas besonderes, aber das Halbfinale am See gegen 1860 München vor dieser super Kulisse – das war Fußball pur: Emotionen, Wille, Leidenschaft, eine Begeisterung, die von den Spielern auf die Zuschauer übersprang; das war für mich das letzte große, begeisternde Fußballerlebnis in Heilbronn. Die Mannschaft hatte einen solchen Spirit, so etwas wird man nie mehr erleben können. Aus diesem Grund übrigens schaue ich mir auch heute noch lieber englischen Zweitliga-Fußball an, als Spiele in riesigen Plastikstadien. Zu welchem Zeitpunkt fiel Ihnen, beziehungsweise der Sportredaktion der Heilbronner Stimme, die Mannschaft auf und dass da Berichtenswertes geschah? Erst spät, da der VfR zu dieser Zeit schließlich auch in der Liga immer oben mitgekickt hatte. Erst irgendwann im WFV-Pokal wurde klar, dass sich bei der Mannschaft etwas Besonderes entwickelt. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann das war, aber als ich dann mein erstes Spiel sah, habe ich Blut geleckt. Als Zuständiger für den VfR in der Sportredaktion hatte ich einfach einen ganz anderen Zugang und eine Nähe zum Club. Deshalb haben wir für die damaligen Verhältnisse auch groß über die Ereignisse berichtet und auch mal eine halbe Seite mehr gemacht. Und zusätzlich hatte ich das große Glück, dass mir der damalige Sportchef viel Freiheit gelassen hat und wir so ausführlich darüber berichten durften. Sogar für den Kicker durfte man ein paar Zeilen schreiben! Wie wurde redaktionsintern über die Mannschaft und deren Spiele gesprochen? Euphorisch. Dadurch, dass der VfR so viele Leidensjahre hatte durchmachen müssen, haben dann auch viele Mitarbeiter, die dem Fußball schon den Rücken gekehrt hatten, wieder ihre Leidenschaft für den Sport entdeckt. Und das war nicht nur in der Sportredaktion so. Da dachten wir schon: »Boah, das ist der Hammer! Hier gedeiht ein Pflänzchen, aus dem etwas großes werden kann.« Sie schrieben auch von einem Ausnahmejahrgang. Was hat diese Mannschaft im Vergleich zu anderen Unterländer und Heilbronner Teams besonders gemacht? Das was sie auf dem Platz fabriziert hat, oder dass es keine »Söldnertruppe«, sondern eine Unterland-Auswahl war? Ja sicherlich, die Mannschaft hat die Region super gut abgebildet. Es kamen Zuschauer aus Massenbachhausen, ein Zabergäuer war im Team. Wer auch immer die Truppe von damals zusammenstellte, hat ein richtig gutes Händchen bewiesen – es funktionierte einfach. Ich glaube auch, obwohl das als Außenstehender natürlich schwierig zu beurteilen ist, dass die Charaktere gut zusammengepasst haben. Eine Saison später wurde dann auch deutlich, dass das etwas Einmaliges war, was es so nie wieder geben würde. Diese Lust und Leidenschaft ohne eine monetäre Fixierung kam besonders deutlich rüber. Die Mannschaft hat einfach gespielt, weil sie Spaß daran hatte. Wie empfanden Sie als Sportreporter die medial unbedarften Jungs im Vergleich zu den HEC-Profis oder der Herrenmannschaft des VfR Heilbronn? Wurden Ihnen mehr druckfähige Zitate in den Notizblock diktiert als von den Senioren? Es war völlig anders. Ich war ja quasi »embedded« und habe vielleicht sogar etwas die journalistische Distanz vermissen lassen, weil es mir so großen Spaß bereitet hat. (lacht) Es war etwas ganz anderes, als dieses vorgedrechselte Gelaber der Profis, das kein Mensch mehr hören kann. Es war einfach TITELTHEMA: FUSSBALL Hanix Nr. 43

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Hanix Nr. 43 frisch und man hat gemerkt, dass es auch für die Spieler ganz neu war, dass sie plötzlich Rede und Antwort stehen mussten. Manche waren auch sehr sensibel und mussten erst mal lernen, auch mit Kritik umzugehen. Aber dadurch, dass es in der Truppe ein paar Protagonisten gab, die durchaus wussten, wie man sich in der Öffentlichkeit verhält, war das alles mega angenehm. Auf welchem Platz landet die 96er A-Jugend des VfR Heilbronn in Ihrem persönlichen All-Time-Ranking der besten regionalen Fußballteams? Als eine der größten Mannschaften? Das wäre jetzt zu viel gesagt, weil ich nicht weiß, wie es nach dem Krieg war. Da waren auch durchaus zehn bis fünfzehntausend Zuschauer bei den Spielen. Auch in den Siebzigern, als der VfR in der Zweiten Liga Süd spielte, gab es großartige Mannschaften. Zu der Zeit aber war es mit großem Abstand die herausragendste Mannschaft und wird dies sicher auch noch für lange Zeit bleiben. Heute ist es nahezu unmöglich für ein Jugendteam eines Amateurvereines (die Herrenmannschaft des VfR Heilbronn spielte 1996 in der Verbandsliga) einen nationalen Titel einzufahren. Ist die Leistung der VfR-A-Jugend deshalb nochmals höher einzuschätzen oder waren es damals einfach andere Fußballzeiten, ohne Leistungszentren und Jugend-Bundesliga und sind deshalb schwer vergleichbar? Man kann das tatsächlich nicht vergleichen. So etwas ist nicht mehr wiederholbar, weil der DFB nach dem Aus bei der EM 2000 das Nachwuchssystem total verändert hat: Jugendleistungszentren, jeder Bundesligist hat inzwischen ein Jugendinternat; der Jugendbereich wurde professionalisiert. Alle Vereine werben heute schon im C-Jugend-Bereich Spieler für viel Geld ab, weshalb kleine Vereine nie mehr die Chance bekommen werden, im großen Rampenlicht zu stehen, wie es der VfR damals konnte. Aktuell organisiert die damalige Mannschaft ein Jubiläumsspiel am 16. Juli zum 20. Jahrestag des DFB-Pokalsieges. Es wird noch ein Schiedsrichter gebraucht. Sie haben früher immerhin Verbandsliga gepfiffen. Zeit und Lust am 16. Juli für das Einhalten der Regeln auf dem Platz zu sorgen? (lacht) Also reizen würde mich das schon, konditionell wäre ich auch in der Lage bei drei Tagen Lauftraining pro Woche! Aber in meiner derzeitigen Situation habe ich gelernt, lieber eine Nacht darüber zu schlafen, als sofort zuzusagen. Ich denke drüber nach! Seit 1996 ist im Heilbronner Fußball viel passiert. Leider kaum Positives. Gibt es noch Hoffnung, im Ansatz wieder an vergangene, erfolgreichere Tage anzuknüpfen, oder ist erfolgreicher, hochklassiger Heilbronner Fußball verloren? Das ist vorbei. Ich finde es wirklich bemerkenswert, was die Neckarsulmer gerade machen, da steckt viel Aufwand dahinter. Wenn sie es jetzt schaffen, in die Oberliga aufzusteigen, dann würde das aber immer noch niemanden interessieren. Der Fußball wird von den ersten drei Ligen abgedeckt und der Fußball im Unterland wird nie mehr die Chance bekommen, in eine der drei großen Ligen aufzusteigen. Auf der einen Seite hat Hoffenheim alles abgedeckt, warum sollte sich ein Sponsor also hier nochmal mit ein paar Millionen engagieren? Auf der anderen Seite gibt es den VFB, der auch Fußball im professionellen Spitzenbereich bietet. Deshalb hat die Region Heilbronn – leider – auf ewig keine Chance mehr. ◆ INTERVIEW MIT UWE RALF HEER in the twinkling of an eye – Bardot by Kasthall Wir sind vielleicht etwas altmodisch ... ... ABER WIR MACHEN DEN GEILSTEN WEINBRAND DER STADT ! Bild: Original Werbung der Brennerei Hammer Heilbronn 1962 www.Jubelbrand.de

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Der VfR Heilbronn ist ein erloschener Stern am Fußballhimmel. Einst strahlte er bis in die zweithöchste Spielklasse und lieferte für Heilbronn den Stoff, der Fußballerherzen höher schlagen lässt. Diese Zeiten sind lange vorbei, ein alter Hut. Dennoch weht mehr als ein Hauch von Wehmut über das Gelände an der Badstraße. Ein Besuch bei Zeugwart MARTIN WÖRNER zeigt die Zerrissenheit der Heilbronner Fußballseele. Von Florian Damaschke Fotos: Meli Dikta TITELTHEMA: FUSSBALL Hanix Nr. 40

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Boulevard Badstraße Hanix Nr. 40 Für Martin Wörner sind die Rasenplätze und Kabinen an der Badstraße das, was der Schrebergarten für Kleingärtner ist. Hier gibt es keinen Grashalm, den er nicht schon einmal mit weißer Kreide in ein Spielfeld verwandelt hätte. Und keine Kachel, die seinem Kehrbesen entkommen würde. Er trägt eine weite Jeans und hat einen gestreiften Pullover sauber in den Hosenbund gesteckt. Ein Gürtel hält die Kombination über dem Bauchansatz zusammen. Ordnung muss sein. Auf und neben dem Platz. So hat er das schon immer verstanden. 1979, in seiner ersten Saison als Betreuer beim VfR Heilbronn, hat er der 2. Mannschaft aus eigener Tasche einen neuen Satz kurze Hosen gekauft. »Die 900 Mark siehst Du nie wieder!«, hat seine Mutter damals zu ihm gesagt. Viel Geld für einen, der ohne Lehre bei Läpple Autoteile anstreicht. Sei es drum! Wichtig war nur, dass seine Mannschaft sonntags in sauberen Hosen zum Bezirksligaspiel antreten kann. Nachdem der Waschsalon mehrfach zu heiß gewaschen hatte, nahm er die Wäsche bald selbst in die Hand. Seither landen höchstens sieben oder acht Oberteile pro Waschgang in der Trommel. Da geht der Schmutz von den weißen Leibchen am ehesten wieder raus. Stutzen und die schwarzen Hosen werden selbstverständlich immer getrennt von den Trikots gewaschen. Wegen der Verfärbung. Eiserne Regeln, die Martin Wörner seit bald vierzig Jahren jeden Tag mit stoischem Pflichtbewusstsein befolgt. Seitdem die Aktiven durch den Zusammenschluss mit der Fußballabteilung der Union Böckingen auf der anderen Neckarseite spielen, wäscht Martin Wörner an der Badstraße nur noch die Leibchen der Jugendspieler des FC VFR ZEUGWART MARTIN WÖRNER

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Union Heilbronn. Zehn Mannschaften in E-, D-, C- und B-Jugend: Das sind immer noch genug, findet er. VfR und Union, das ist für einen wie ihn wie Feuer und Wasser. Als er das erste Mal mit seinem Bruder als Fan ins Frankenstadion zum Fußball gucken ging, da war der VfR in Heilbronn das, was der VfB für Stuttgart ist. Der Verein in der Stadt, mit dem man durch dick und dünn geht, in guten wie in schlechten Zeiten. Damals, in den 70ern waren es meistens gute Zeiten. Die beiden Brüder widmeten ihrem Verein jede freie Minute. Sie bemalten Fahnen und Banner mit dem schwarz-weißen VfR-Emblem, fuhren gemeinsam mit anderen Hardcore-Fans jedes zweite Wochenende quer durch den Süden der Republik, um ihren Verein auch bei den Auswärtsspielen in der Oberliga oder in der Regionalliga Süd, so hieß die zweithöchste deutsche Liga damals, zu unterstützen. Auch den ersten Fan-Club des VfR, den Glück- Auf 96, gründeten sie mit. Der Nachbarclub aus Böckingen konnte da nie mithalten. Weder sportlich noch beziehungstechnisch. Seit der Fusion zum FC Union Heilbronn sind die beiden ehemaligen Vorzeigevereine zu einem Club ohne Identität geworden. Für Martin ist das schwer zu verstehen, was die Urviecher und Großkopferten da oben aus seinem Verein gemacht haben. Den Auftritt des Vorstands auf der letzten Mitgliederversammlung im März kommentiert er nur lapidar: »Die häba wieder zu heiß gewäscha!« Er spricht dabei wie jemand, den das alles nicht mehr so richtig etwas angeht. Innerlich geht ihm der Niedergang des Vereins aber immer noch sehr Nahe. Der größte Fehler war seiner Meinung nach die Fusion des VfR mit dem HSV zum FC Heilbronn im Jahr 2001. »Seither isch nix mehr wie frühers«, wiederholt er kopfschüttelnd und mit belegter Stimme. Der Gedanke an seine alte Liebe VfR treibt dem sonst so gefassten Original von der Badstraße die Tränen in die Augen. Der VfR das war sein zu Hause und die Trauer über den Verlust der Heimat steht ihm in diesem Moment ins Gesicht geschrieben. Trotzdem geht es weiter, immer weiter. Es ist Mitte März und die ersten warmen Tage locken Martin auch an spielfreien Tagen wieder öfter aus seiner Wäschekammer im Kabinentrakt des Frankenstadions hinaus ins Freie. Die Arme hinter dem Rücken verschränkt, schreitet er mit leicht schaukelndem Schritt über das Trainingsgelände. Auf seinem Rundgang hält er immer wieder inne, schüttelt Hände von Eltern und Betreuern, fängt hier ein Gespräch an oder wird von jungen Kickern, die mit bunten Fußballschuhen über den Rasen dribbeln und ihren Idolen Messi und Ronaldo nacheifern wie ein guter alter Bekannter beim Vornamen gegrüßt. »Martin, ist mein Trainingsanzug gekommen?«, ruft ihm einer vom Spielfeld zu. Martin schüttelt den Kopf und erwidert auf seine unwiderstehlich schnodderige Art, mit der er auch immer halb zu sich selbst spricht: »Noi, da isch heut noch nix komma«, nur um im nächsten Moment seinen Schlüssel fürs Büro aus der Hosentasche zu ziehen und sich dort zu vergewissern, dass tatsächlich noch nichts geliefert wurde. Sicher ist sicher. Im Kabinengang angekommen wirft er einen prüfenden Blick in den Wäscheraum und mustert den Berg Trikots, der schon auf dem Boden bereitliegt. Er hält kurz inne und geht im Geist die nächste Wäscheladung durch. So wie er das zuvor schon Tausende Male erledigt hat. Seine bedächtige und sorgfältige Art hat auf den ersten Blick etwas Einfältiges. Die Menschen, die ihn tagtäglich bei der Arbeit im Verein erleben, haben ein anderes Bild von ihm. Der Martin, heißt es da, weiß alles. Kann alles. Ist immer da! Für viele der talentierten Jungs, die an der Badstraße den Weg in den Profi- oder gehobenen Amateurfußball gesucht haben, ist Mar- TITELTHEMA: FUSSBALL Hanix Nr. 43

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tin Wörner die wichtigste Identifikationsfigur im Klub. Bei ihm fühlen sie sich aufgehoben. Er kümmert sich um alles und jeden. Das hat auch Dennis erfahren. Er spielte von 1995 an neun Jahre beim VfR und FC Heilbronn, bevor er sein Glück bei den Stuttgarter Kickers suchte. Heute ist er zum ersten Mal seit Jahren wieder an der Badstraße, um sich mit einem Betreuer zu treffen. Als er Martin sieht, geht er sofort auf ihn zu und streckt ihm wie unter Fußballerkollegen üblich, die rechte Hand entgegen. In seinem Blick liegt eine Mischung aus Ehrfurcht und der Freude, einen guten alten Bekannten wiederzusehen. »Das ist mein VfR-Papa«, sagt er mit stolzer Stimme. Gemeinsam reden sie über die guten alten Zeiten und dass ein Verein mit dem Umfeld und der Infrastruktur mindestens in der Regionalliga oder in der dritten Liga spielen müsste. Wohlwissend, dass die Herrenmannschaft weiter davon entfernt ist, als jemals zuvor. Platz Fünf in der Bezirksliga Unterland. Weit, weit weg von jeglichem Glanz vergangener Tage. Die Wehmut hängt wie Blei über dem Gelände an der Badstraße. Martin Wörner ist jetzt 54 Jahre alt. Seitdem er als Teenager am alten Holztor im Frankenstadion die Karten abgerissen hat und den Spielern in der Halbzeit beim Gang in die Kabine eine Flasche Sprudel zusteckte, hat er keinen Arbeitstag an der Badstraße verpasst. Noch immer steigt er an jedem Werktag nach Schichtende bei Läpple um 15 Uhr auf sein Fahrrad und fährt vom Gewerbegebiet im Norden Heilbronns zum ehemaligen VfR- Gelände. Nur einmal hat er gefehlt, als ihm 2004 ein Magengeschwür entfernt wurde. Und einmal ist er früher heim, wegen einer Grippe. Auch samstags und sonntags vormittags steht er auf der Matte und richtet die Plätze für den Spielbetrieb am Wochenende. Abends um 18 Uhr fegt er dann nochmal die Umkleidekabinen durch, damit auch nach den Spielen wieder alles seine Ordnung hat. Lange Zeit konnte er sich nichts anderes vorstellen, als am Wochenende und nach der Arbeit mit seinem Fahrrad an die Badstraße zu radeln. Seit seine Mutter vor vier Jahren ins Heim kam, hat sich etwas verändert. Etwas, das ihn mehr beschäftigt, als die ständigen Abstiege des VfR oder die Fusionen mit dem HSV und mit der Union aus Böckingen. Bis dahin hatte er mit seiner Mutter zusammengewohnt. Jetzt lebt er in Böckingen, weil ihm die gemeinsame Wohnung in der Neckarsulmer Straße alleine zu groß wurde. Anstatt wie früher am Wochenende die Heimspiele anzugucken, verbringt er die Nachmittage mit seiner kranken Mutter. Den Weg nach Leingarten legt er mit dem Rad und der Stadtbahn zurück. Es ist komisch, aber zum ersten Mal in seinem Leben scheint er das Gefühl zu haben, dass er sich nicht auf immer und ewig um alles kümmern kann. Noch ertönt das monotone Geräusch der rotierenden Waschtrommel täglich an der Badstraße. Den Spielern und Betreuern beim FC Union Heilbronn wird bewusst sein, dass ein Verstummen der Waschtrommel mehr bedeuten würde, als ein Haufen schmutziger Trikots. Es wäre, als würde der Verein nach dem sportlichen Ansehen auch seine Seele verlieren. ◆ Die Aus- und Weiterbildungsprogramme der Bundesagentur für Arbeit. Nutzen Sie den Arbeitgeber-Service und erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Beschäftigten und Ihr Unternehmen weiterbringen können. Informieren Sie sich jetzt unter www.dasbringtmichweiter.de Kapitel

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MARKUS RÖSSEL ist Fernreisender in Sachen Fußball. Weil ihm der heimische Heilbronner Fußball emotionale Fanfreuden versagte, fand seine Fußballseele in Irland, in Buenos Aires, bei 1860 München und Celtic Glasgow und in Sandhausen eine Heimat. Aber auch spontane Auswärtsfahrten nach Frankfurt, zum Elsassderby Straßburg gegen Colmar oder zum FC St. Pauli, um den Weltpokalsieger zu besiegen, gehören seit mehr als 20 Jahren zu den Fußballrouten des Heilbronners. Warum er so ballverliebt ist, erzählt er hier. Text und Foto Markus Rössel Ballverliebt Hanix Nr. 43 Versteckt in der unteren Ecke meines Kleiderschrankes steht ein alter, abgewetzter Schuh-Karton. Der ursprüngliche Inhalt: das magische »Superstar«-Modell einer geläufigen Herzogenauracher Schuhfabrik. Dieser einfache Pappkarton, der vor vielen Jahren meinen ganzen Stolz behütete, dient nun schon seit zwei Jahrzehnten als Aufenthaltsort einer unsortierten Masse ganz persönlicher Erinnerungen. Seit mehr als 20 Jahren ist diese Schachtel die finale Heimat meiner Fußball-Eintrittskarten. Siege, Niederlagen und Unentschieden finden sich hier wieder. Massenhaft Emotionen und Begegnungen, die ich, alleine oder mit Freunden, in der ganzen Welt erfahren durfte. Das Innere dieser anmutigen Schachtel ermöglicht Stoff für zahllose Geschichten. Schon früh in meiner Jugend musste ich erkennen, dass professioneller Fußball mit mehr als 1000 zahlenden Zuschauern nicht in meiner geliebten Heimatstadt gespielt wird. Beim samstäglichen Studium der »Sportschau« drängte sich mir bereits im Kindesalter die augenscheinliche Frage auf: Warum schafft es kein heimischer Verein in eine TV-taugliche Liga? Nachforschungen dieser Art trugen nur beschränkt zur positiven Stimmung meines Vaters bei. Noch heute kann ich seine Ausführungen zu dieser Thematik sorglos unter der Abteilung »Galgenhumor« in unseren Diskussionen einsortieren. Denn nicht nur die fortwährende Nutzlosigkeit seines geliebten Heimatvereines, die glanzvolle Union aus Böckingen, reizte seine Sinne, sondern eine grundlegende Geringschätzung des vermeintlichen fußballerischen Aushängeschildes unserer Stadt – des Vereins für Rasensport. Mein Zukunftsglaube in eine unmittelbare Genesung dieses Zustandes wurde über all die Jahre beständig und zuverlässig bitter enttäuscht. Nicht nur meine pubertären Ausflüchte, sondern auch der Sportteil der heimischen Tageszeitung waren Auslöser der ersten grauen Haare auf dem Kopf meines Vaters. Wiederkehrendes Kopfschütteln und höhnisches Gelächter wollten seine fortwährende Enttäuschung über die Situation bei schwarz-weiß, rot-weiß sowie den anderen Vereinen der Käthchenstadt nicht tarnen. Und so ging es mir wie all den anderen Fußballfans aus meiner Heimat: Von der anhaltenden Nutzlosigkeit der beheimateten Vereine getrieben, musste ich meine Stadt verlassen, um ansehnlichen Ballsport zu sehen zu bekommen. Vor dem Stuttgarter Neckarstadion war es dann endlich so weit. Ende der Achtziger Jahre hielt ich dort meine erste Eintrittskarte in den Händen. Der Gegner des VfB an diesem heißen Samstagnachmittag war Borussia Dortmund. Seite an Seite mit meinem Vater nahm ich auf den betagten Holzbänken der Gegengerade Platz. Hingerissen vom Gesamtkunstwerk Fußball war das eigentliche Spiel nur Nebensache. Die durchdringenden Gesänge der Fans, stürmische Fahnen, laute Trommeln gepaart Markus Rössel (links) im offiziell besten Fußballstadion der Welt: 64 La Bombonera in Buenos Aires, Heimat der Boca Juniors TITELTHEMA: FUSSBALL

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Hanix Nr. 43 mit fettiger Stadionwurst kreierten für mich einen bizarren und zugleich faszinierenden Mikrokosmos. Im Kern das Spiel, als Fundament all dieser eigentümlichen und nachdrücklichen Emotionen. Bereits auf dem Heimweg erkundigte ich mich nach der nächsten Reise. Es sollten viele weitere Partien folgen. Beim Blick in meinen kleinen Karton finden sich hauptsächlich Karten mit der Aufschrift »TSV München von 1860«. Nicht genug gebeutelt vom heimischen Fußball verliebte ich mich früh in den blau-weißen Arbeiterverein von Giesings Höhen. Es wird behauptet, man suche sich seinen Verein nicht aus, er findet einen. Als meine Löwen 1994 als erste deutsche Mannschaft den direkten Durchmarsch von der dritten in die erste Liga schafften, konnte ich mein Glück nicht fassen. Mit dem Gewinn des DFB-Hallen-Pokals 1996 wurde zudem der unsagbare Traum vom Europapokal Wirklichkeit. Es folgten 10 Spielzeiten in der Bundesliga sowie einige sagenhafte Auftritte in Europa. Mein bester Freund, ein St.Pauli Anhänger, und ich verbrachten unsere Wochenenden mit dem »Tramper Ticket«, um unseren Vereinen durch Deutschland zu folgen. Ohne Internet ließen die beschwerlichen und langen Reisen mit Regional-Bahnen viel Zeit für die Lektüre der neuesten fachspezifischen Magazine und Fanzines aus dem In- und Ausland. Informationsgewinnung war nicht einfach und so dienten gut sortierte Bahnhofskiosks, unabhängige Fanshops oder befreundete Fans aus anderen Städten als wertvoller Ausgangspunkt für unsere Ausflugs-Konzeptionen. Als wegweisende Quelle diente uns lange der »Groundhopping Informer«, eine Art Register aller Vereine Europas mit Anschriften und Kontaktdaten. Leidenschaftlich machten wir uns auf in andere Länder um noch mehr Spiele zu besuchen. Die Anziehungskraft des Fremden war gewaltig und noch heute werden Urlaube nicht selten nach dem Spielplan der jeweiligen regionalen Ligen angepasst. Das Innere meines Schuhkartons wuchs unaufhörlich. Die Begeisterung für den schottischen Traditionsverein Celtic F.C. aus Glasgow motivierte uns zum ersten Irland-Urlaub. Celtics Wurzeln liegen auf der grünen Insel. Gegründet von irischen Mönchen in Schottland beherbergt das Eiland im Norden Europas seit jeher massenhaft Fans der sogenannten »Bhoys«. Sofort verliebte ich mich in Land und Leute und entschloss mich Jahre später meinen Lebensmittelpunkt nach Dublin zu verlegen. Dort wurde ich Zeuge eines Fußball-Märchens. Enttäuscht und frustriert von der kommerziellen Entwicklung in vielen deutschen und europäischen Stadien war der bescheidene irische Fußball eine Wohltat. Die Shamrock Rovers aus Dublins Arbeiterviertel Tallaght überzeugten mich schnell. Von dubiosen Investoren zugrunde gewirtschaftet befand sich der Verein am Boden, als die Fans der »Hoops« Verantwortung übernahmen. Mein erstes Spiel verfolgte ich im treibenden Schnee-Regen neben einem lehmigen Dorfsportplatz – wohlgemerkt in der zweiten irischen Liga. Spieler und Fans wuchsen zusammen und so dauerte es nur wenige Spielzeiten bis zur Meisterschaft. Es folgten beispiellose Reisen nach Belgrad, Kazan, Saloniki und ein unfassbares Spiel bei den Tottenham Hotspurs. Nach fast fünf Jahren in Irland erfüllte ich mir einen Traum und zog weiter in die Fußball Welthauptstadt Buenos Aires. In keinem anderen Land der Erde wird Fußball so achtbar und konsequent geschätzt wie in Argentinien. Die Stimmung in den sagenhaften Stadien von River Plate, San Lorenzo, Independiente, Racing oder Boca Juniors hielten meinen DER FUSSBALL-GLOBETROTTER hohen Erwartungen Stand. Ich zog weiter durch Südamerika und erlebte in allen durchreisten Ländern imposante Spiele und Fans. Höchstwahrscheinlich der beste Weg Land und Leute wahrhaftig kennenzulernen. Zurück in Heilbronn wuchs der Inhalt meiner Kiste um ein vielfaches. Wieder in meiner alten Heimat angekommen waren die ersten Stadionbesuche eine Qual. Heimspiele meines Lieblingsvereines in der unbeachteten Allianz Arena waren seit jeher eine moralische Schranke. Desillusionierenden 1860-Auswärtsspielen folgte Enttäuschung. Die kommerzielle Entwicklung drängte mich weg von Sitzplätzen, teuren Eintrittskarten und Pre-Paid Zahlsystemen. Doch auf den Stadion-Besuch verzichten konnte und wollte ich nicht. Durch einen Freund fand ich den Weg nach Sandhausen. Trotz inexistenter Stimmung konnte mich der Besuch im Hardtwald Stadion umstimmen. Seitdem pendeln meine Freunde und ich regelmäßig Richtung Heidelberg. Eine liebenswert kämpfende Mannschaft gepaart mit einem bodenständigen Verein überzeugen und bezaubern. Es gibt sie also doch noch, die kleine Fußball-Oase. Zumindest kurz vor den Toren meiner Heimatstadt – achtbar, aufrecht und ansehnlich. In den letzten Spielzeiten sind neben Karten diverser Spiele im Ausland viele weitere Tickets des SV Sandhausen in meiner zwischenzeitlich überwuchernden Box gelandet. Doch es finden sich noch immer keine Karten von Heilbronner Vereinen in meiner Box. Jammerschade. ◆ Meine Top 5 Stadionbesuche: 6. FEBRUAR 2002, MILLERNTOR-STADION, HAMBURG FC ST. PAULI VS. FC BAYERN MÜNCHEN 2-1 Unbegreiflich. Weltpokalsiegerbesieger! Entgeistert verfolgten wir den verrückten Triumph im St. Pauli- Block auf der Gegengerade. Selbst am Morgen danach konnte ich nur ungläubig auf die Schlagzeilen der Tageszeitungen blicken. Märchenhaft! 3.APRIL 1996, ANFIELD, LIVERPOOL LIVERPOOL F.C. VS. NEWCASTLE UNITED F.C. 4–3 Mein erstes Premier League-Spiel und dann so etwas. Noch heute zählt dieses Spiel zum »Best Premier League Game in History«. Höchstwahrscheinlich das perfekteste Spiel, das ich miterleben durfte. Als Stan Collymore in der Nachspielzeit zum Siegtreffer trifft, explodiert die ganze Stadt. 29.MAI 1999, WALDSTADION, FRANKFURT EINTRACHT FRANKFURT VS. 1. FC KAISERSLAUTERN 5-1 Eine beschauliche Exkursion am letzten Tag der Spielzeit 1998/1999 wurde zum fußballerischen Glanzpunkt. Jan Åge Fjørtoft macht das Unglaubliche wahrhaftig. Ganz Frankfurt begießt den Klassenerhalt! 29. SEPTEMBER 2011, WHITE HART LANE, LONDON TOTTENHAM HOTSPUR F.C. VS. SHAMROCK ROVERS F.C. 3-1 Die Stimmung im Auswärtsblock ist das Beste, was ich je bei einem Fußballspiel erleben durfte. Überraschend schießen die Rovers das erste Tor der Partie. Was danach kommt, ist purer Rausch. Ich finde mich in der Traube der jubilierenden Rovers-Spieler wieder. Hinterher ist das Endergebnis eine Nebensächlichkeit. 8.MAI 2005, STADION AN DER GRÜNWALDER STRASSE, MÜNCHEN TSV 1860 MÜNCHEN VS. ALEMANNIA AACHEN 3-0 Nur für eine Saison kehrt mein Verein in seine Heimat zurück. Es wird ein Abschied in die belanglose Kargheit des Profi-Fußballs. Der TSV 1860 kündigt seinen bodenständigen Geburtsort und verliert seinen Geist. Dennoch feiert das Stadion bis weit nach Spielende.

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Oliver Maria Schmitt Heilbronn – A Nice Place To Come From Foto: Ulla Kühnle OLIVER UNSER! Der du dich drehst auf dem Marktplatz: wie Heilbronn mit Buenos Aires gleichziehen kann. Auch wenn man 11.465 Kilometer von der Heimat entfernt ist – entrinnen kann man ihr nicht. Neulich war ich in Buenos Aires. Im Großraum der argentinischen Hauptstadt wohnen dreizehn Millionen Menschen, nach einer Woche hatte ich mir einen groben Überblick verschafft, wenigstens über die Innenstadt. Verblüffendes Ergebnis: Buenos Aires ist genauso wie Heilbronn! Die Stadt hat Straßen, Häuser und jede Menge Menschen – und sie ist weder ans IC- noch ans ICE-Netz angeschlossen. Allerdings sind die Straßen mindestens fünf Mal so breit, die Häuser zwanzig Mal so hoch und die Menschen hundert Mal besser gekleidet. Eines Abends saß ich in einer Bodega im Stadtteil Palermo, eine Verkostung argentinischer Rotweine stand an. Die konnte ich mir nicht entgehen lassen, schließlich stamme ich aus dem Zentrum des größten deutschen Rotweingebietes, und wer mit Trollinger groß wurde, dem schmeckt ja jeder Rotwein. Hauptsache kein Trollinger. Der junge Mann, der mir einen sagenhaft würzigen Malbec aus Mendoza nach dem anderen eingoss, erkundigte sich nach meiner Herkunft, und da er nach meinen Antworten »Germany«, »Southern Germany« und »near Heidelberg« immer weiterfragte, sagte ich schließlich mein Geburtsstädtchen auf, worauf sich sein Antlitz weißweinfarben aufhellte. Natürlich kenne er Heilbronn, er habe schließlich einen Teil seiner Weinbautechnikerausbildung an der staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau zu Weinsberg gemacht. Das sei zwar schon ein paar Jahre her, aber er erinnere sich gern an seine Zeit im Unterland. Dann begann er, mir, dem von Buenos Aires und Malbec gleichermaßen berauschten, von Heilbronn vorzuschwärmen. Minuten später diskutierten wir die oftmals stark schwankende Qualität des Presutti-Eises und er empfahl mir zwei Restaurants in der Umgebung, die ich gar nicht kannte. Dass die Neckarstadt mit der Weltmetropole am Rio de la Plata vergleichbar sei, stritt er allerdings ab, schon allein, weil man in Buenos Aires guten Wein zu schätzen wisse, während man in Heilbronn ja Trollinger trinke. »Außerdem wurde in Buenos Aires eine neue Religion gegründet«, meinte er, da könne Heilbronn ja wohl nicht mithalten. Dann erzählte er von der Iglesia Maradoniana, der »Kirche des Maradona«. Sie hat schon 40.000 Anhänger, Maradonas Geburtstag, der 30. Oktober, ist höchster Feiertag, seine Autobiographie ist ihre Heilige Schrift, und beim Gottesdienst beten sie das Diego nuestro: »Diego unser, der du bist auf dem Fußballplatz, geheiligt sei deine linke Hand, die uns den Zauber bringt, an deine Tore erinnern werden wir uns im Himmel wie auf Erden…« usw. usf. Da wurde ich sofort neidisch. Warum hat Heilbronn bis jetzt keine eigene Religion hervorgebracht? Mit welcher Heilbronner Sportlerpersönlichkeit könnte man eine Konfession begründen? Mit der Ruder-Weltmeisterin Carina Bär? Nee, noch viel zu jung, zu sympathisch, zu unpeinlich. Vielleicht mit Eberhard Gienger? Als 36-facher Deutscher Meister eine echte Turnerlegende, und als langjähriger CDU-Abgeordneter bringt er fraglos die erforderliche Grundpeinlichkeit mit. Aber der Mann ist gebürtiger Künzelsauer, das braucht natürlich kein Mensch. Und Supertorwart Eike Immel? Der war immerhin mal VfR-Trainer, war als Apostel im RTL-Dschungel und hat zusammen mit Bata Illic die wegweisende Platte »Wie ein Liebeslied« aufgenommen. Hervorragende Peinlichkeitswerte. Leider ist er gebürtiger Hesse, also auch nix. Hmm. Gar nicht so einfach. Nun gut, dann nehmen wir eben den Peinlichsten von allen – mich selbst. Ich bin zwar aus ethischer Überzeugung unsportlich, aber im Taschenbillard oder beim Teebeutelweitwurf könnte ich bestimmt noch was reißen. Außerdem wäre ich ein bescheidener Religionsstifter. Ich wäre schon mit der Aufstellung einer hundert Meter hohen Oliver-Maria-Schmitt-Monumentalstatue in meiner Geburtsstadt zufrieden, einer goldenen Statue, die sich in 24 Stunden einmal um sich selbst dreht, so wie Heilbronn ja auch. Damit zur BUGA-Zeit auch ein paar Leute nach Heilbronn kommen, müsste sie bis spätestens 2019 stehen. Einmal im Jahr würde ich dann persönlich einen großen Gottesdienst zu meinen Ehren auf dem Marktplatz abhalten. Das spirituelle Highlight wird sein, wenn ich feierlich vor aller Augen Wein in Wasser verwandle. Da ich zuvor ein paar Gläser Trollinger getrunken habe, ein Kinderspiel. Ist ja fast kein Unterschied. ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. DIE OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE Hanix Nr. 43

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Ein Brief mit Fotografien von MICHAEL DIKTA aus Minsk Hanix Nr. 43 Strastwuitje liebe Heimat, ich sitze gerade in meinem Zimmer und schreibe dir, während draußen ein Schneesturm wütet. Wo es Ende März noch schneit? Na in Weißrussland, genauer gesagt in Minsk. Hier hat es noch angenehme -5 Grad und Glatteis. Na gut, ich muss zugeben, dass es hier auch schönes Wetter hat, aber jetzt gerade ist mal wieder Schneesturm angesagt. Weißrussland war für mich vor diesem Aufenthalt ein schwarzer Fleck auf der Landkarte, deshalb habe ich die Möglichkeit, über die Universität nach Belarus zu reisen, dankend angenommen. Es ist nämlich gar nicht so einfach in das Land, was auch liebevoll »die letzte Diktatur Europas« genannt wird, einzureisen. Nachdem der ganze Papierkram erledigt und die 24-stündige Busfahrt ohne Thrombose überstanden war, konnte ich mir zum ersten Mal ein eigenes Bild von Minsk machen. Anfangs wirken die breiten Straßen und die riesigen brutalistischen Bauten sehr einschüchternd und kühl auf mich. Dadurch dass die Stadt im 2. Weltkrieg (im weißrussischen auch »Großer Vaterländischer Krieg«) zum Großteil zerstört wurde, gab es beim Wiederaufbau ein klares Konzept: Viel Wohnraum schaffen und die ganze Stadt autofreundlicher machen. Das hat dazu geführt, dass Minsk sehr konstruiert und aufgeräumt wirkt. Dies entsprach, ich gebe es zu, nicht ganz dem Bild, das ich im Vorfeld von Weißrussland hatte. Die Ordnung kommt wohl auch daher, dass an jeder Ecke und überall auf der Straße Menschen in Militäruniform zu sehen waren und man sich ständig observiert fühlt. Dies führt dazu, BRIEF AN DIE HEIMAT

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dass man sich zweimal überlegt, ob man seinen Zigarettenstummel einfach auf die Straße schnippt, oder doch lieber bis zum nächsten Mülleimer trägt. Was absurde Gesetze angeht, ist in Weißrussland alles möglich. So ist das Kritisieren des Präsidenten mit einer zweijährigen Haftstrafe verbunden, genauso ist es verboten, in einer Gruppe in der Öffentlichkeit zu klatschen. Der neueste Gesetzesstreich des Präsidenten: die Arbeitslosenstrafe. Dieses Gesetz schreibt vor, dass man umgerechnet 200 € Strafe zahlen muss, wenn man im Jahr weni- ger als 183 Tage offiziell in Belarus arbeitet. Bei einem Ar- beitslosensatz von umgerechnet 11€ monatlich klingt das wie ein schlechter Scherz. Nachdem ich mich recht schnell eingelebt hatte und Minsk zwar riesig ist, aber sich doch ein bisschen wie ein Dorf anfühlt, sind wir zu fünft mit dem Zug nach Polazk gefahren, der ältesten Stadt in Belarus. Diese hat auch noch die für Weißrussland typischen bunten Holzhäuser und mit bunt meine ich einen Farbkreis, der von Babyblau über Mintgrün bis hin zu Schweinchenrosa reicht. Wir hatten ziemliches Glück, da uns die Stadt von zwei Freundinnen und gebürtigen Polazkerinnen gezeigt wurde. Was sie uns auch gezeigt haben, liegt gleich neben Polazk und heißt Nawapolazk, auf deutsch Neu-Polazk. Diese Stadt ist vor ziemlich genau 50 Jahren komplett am Reißbrett entstanden und ein Paradebeispiel für eine sowjetische Planstadt. Kilometerlange Straßen führen nur gerade aus und auf beiden Seiten reihen sich Plattenbauten aneinander, die sich nur in der Farbe unterscheiden. Einerseits ist es architektonisch unglaublich interessant und städteplanerisch eine Meisterleistung, aber auf der anderen Seite auch 10. Juni - 10. Juli 2016 Sparkassen Fandorf Heilbronn präsentiert von Kolbenschmidt 11. Juni 2016 Open-Air „Magie der Stimmen“ www.heilbronn-tourist.de heilbronn erleben 2. + 3. Juli 2016 Heilbronner Rosenmarkt Heilbronn Marketing GmbH Tourist-Information Heilbronn Kaiserstraße 17 • 74072 Heilbronn Tel. +49 7131 56 22 70 69

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ziemlich deprimierend, wenn man sein Haus nur an der Farbe von den anderen unterscheiden kann. Als wir mit unseren beiden Stadtführerinnen noch etwas Essen waren um uns für die lange Fahrt mit dem Nachtzug zu stärken, haben wir die Zeit etwas aus den Augen verloren und natürlich unseren Nachtzug nach Minsk verpasst. Kurzerhand hat uns eine der beiden zu sich nach Hause eingeladen, um nicht die Nacht am Bahnhof verbringen zu müssen. Man muss sich das so vorstellen: Nachts um ein Uhr fallen fünf junge Leute in eine Zweizimmer-Wohnung in irgendeinem Plattenbau ein und überraschen damit die Mutter der Freundin. Die Mutter wirft sich souverän ihre Schürze um, und befiehlt, den Esstisch auszuziehen und einen Stuhl zu suchen. Während wir alle um den Tisch saßen und uns noch nicht ganz sicher waren, was jetzt passieren wird, füllte sich der Tisch mit den verschiedensten Speisen und Snacks und zu guter Letzt wurde eine große Flasche Hochprozentiger aufgetischt und uns wurde natürlich direkt reichlich eingeschenkt. Der Erste wurde auf die Hausherrin und die tolle Gastfreundschaft getrunken, der Zweite auf die Freundschaft, der Dritte auf die Frauen, der Vierte auf die Männer und der Fünfte darauf, dass wir nicht noch den nächsten Zug verpassen. So ging das bis fünf Uhr morgens und natürlich haben wir wieder den Zug verpasst und am Ende einfach den Bus genommen. In dieser Nacht habe ich erleben dürfen, was weißrussische Gastfreundschaft bedeutet, und wie mein Russisch sich mit der Anzahl an Kurzen exponentiell verbesserte. Das wars von mir soweit, natürlich könnte ich dir jetzt noch so einige Geschichten erzählen, aber das machen wir, wenn ich wieder zu Hause bin. Doswidanja, dein Michael ERÖFFNUNG TERRASSE Fr 29.07. Am Burggraben Mosbach - Neckarelz Sa 30.07. special guest: Blues Pills So 31.07. Am Burggraben Mosbach - Neckarelz ÖFFNUNGSZEITEN MONTAG - DONNERSTAG 12.00 - 01.00 UHR FREITAG 12.00 - 02.00 UHR SAMSTAG 12.00 - 02.00 UHR SONNTAG 12.00 - 00.00 UHR Tickets gibt es bei den Geschäftsstellen Ihrer Tageszeitung, bei der Tourist- Information Heilbronn, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Ticket Hotline: 07131/562270 - Infos und Tickets auf www.provinztour.de

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Hanix Nr. 43 42 Fleiner Straße, 1959 (Foto: Fritz Friederich/Stadtarchiv Heilbronn) Neben den Aufnahmen des Heilbronner-Stimme-Fotografen Hermann Eisenmenger sind es insbesondere die Fotos des Stadtplanungsamtes, die – als Bestand des Stadtarchivs – den Wiederaufbau Heilbronns in den 1950er Jahren dokumentieren. Vor allem Fritz Friederich war für das Amt fotografierend unterwegs. Dem Auftrag entsprechend sind seine Aufnahmen überwiegend dokumentarisch-nüchtern. Hin und wieder jedoch fing er auch eine zeittypische Atmosphäre ein, so wie auf diesem Foto hier: Es zeigt nicht nur die neuerbauten Geschäftshäuser an der Fleiner Straße, die gepflasterte Fahrstraße und die komfortabel breiten Gehwege, sondern spiegelt auch etwas vom Lebensgefühl der wiederaufblühenden Stadt im Juli 1959 wider: Man war großzügig-modern und ein bisschen sommerlich-gelassen. Links sehen wir die Ladenfront des Kaufhauses Merkur. Nach langwieriger Wiederaufbau-Planung und damit Verharren im Trümmerzustand (nicht nur in dieser Straße) hatte der Baubeginn und dann die Eröffnung des »Merkur« im November 1951 einen Meilenstein bedeutet: Die Heilbronner Innenstadt war auf dem Weg zur Normalität, das heißt zurück bzw. vorwärts zum wichtigsten Einkaufszentrum für die Region. Einen weiteren Akzent setzte das vierstöckige »Sparkassen-Versicherungshaus« an der Ecke zur Deutschhofstraße, das eine gutsortierte Konsum-Lebensmittelfiliale sowie das Radio- und Fernsehfachgeschäft von Willy Knörzer beherbergte. Der Damenfriseursalon von Hedwig Hofmann und das Blumenhaus von Lothar Ansel schlossen sich an. Und auch eine Neckermann-Filiale hatte kurz zuvor hier eröffnet. Auf der rechten Straßenseite ist vor allem die von Werner und Gisela Gerock geführte Café-Konditorei erwähnenswert – die Konditorei Gerock befand sich seit 1886 in der Fleiner Straße. Die 1950er Jahre in Heilbronn stehen auch im Mittelpunkt der diesjährigen Wissenspause im Deutschhof, die das Stadtarchiv gemeinsam mit dem Schul-, Kultur- und Sportamt wieder kurz vor den Sommerferien veranstaltet. Vom Montag, 4. Juli bis Freitag, 15. Juli wird Prof. Dr. Schrenk jeweils um 12:30 Uhr im Gespräch mit Heilbronner Zeitzeugen einige jener Themen rund um die Nachkriegs- und Wiederaufbau-Dekade diskutieren, die bis heute nachwirken. BRIEF DER HISTORISCHE AN DIE HEIMAT SCHUSS Näheres unter www.stadtarchiv.heilbronn.de 71

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.jpg »Schweißarbeiten an Gunther Stillings ›Styx‹«, Schlosserei Kornter, Heilbronn 08.04.2016, 11:16 Uhr bis 13:21 Uhr … die Griechen nannten ihn »Styx«. Er trennt das Reich des Lebens vom Hades, dem Totenreich. Der in Güglingen und in Pietrasanta (Toscana) lebende Bildhauer Gunther Stilling ist als profunder Kenner der Antike zutiefst davon überzeugt, dass deren Mythen und Sagen unsterblich wirksam sind. Gerade hat er mit »Styx« sein jüngstes Werk vollendet – für die am 7. Mai beginnende Ausstellung seiner Werke in Wasserburg am Bodensee. In der Böckinger Schlosserei Kornter ist das große Schiffswrack für »Styx« geschweißt und dann in einem aufwändigen Transport nach Wasserburg verbracht worden. Der patinierte Bronzekopf des Fährmanns Charon wird vor Ort in das Wrack eingefügt, um dann dort, je nach Wasserstand des Bodensees, sichtbar zu sein. Charon hat keine Augen, blicklos gefiel er Stilling besser. Die goldene Münze in seinem Mund garantiert: Charon bringt die armen Seelen hinüber ins Totenreich, sie müssen nicht am Ufer des »Styx« in Ewigkeit verharren. Fotos: Ulla Kühnle .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 43

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Hanix Nr. 43 »Führungen im Hochbunker«, Theresienturm auf der Theresienwiese, Heilbronn 07.04.2016, 18:36 Uhr bis 19:21 Uhr Das Stadtarchiv Heilbronn führte Anfang April durch den sonst geschlossenen Theresienturm. Weil aus Sicherheitsgründen bei den Führungen jeweils nur 15 Besucher zugelassen waren, wurden die Eintrittskarten verlost. Massiv, wuchtig, unnahbar und unheimlich schön – der Theresienturm übt eine eigenartige Faszination aus. Er wurde 1940 im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums gebaut und nach einem Nazi, General Walther Wever, benannt. Zunächst für militärische Zwecke bestimmt, wurde er Schutz und Überlebensgarant für an die Tausend Menschen, die hier den zerstörerischen Angriff auf die Stadt am 4. Dezember 1944 überstanden – und dann noch »Hintergrundmotiv« für einen der schrecklichen Morde des NSU – dem an der Polizistin Michele Kiesewetter im April 2007. Fotos: Ulla Kühnle .JPG – BILDERGALERIE

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[1] Rollwag-/Ecke Rosenbergstraße, Stromkastenmalerei, Heilbronn, 01.05.2016, 08:51 Uhr [2] Buga-Gelände, HMG-Geschäftsführer Steffen Schoch im jugendlichen »I <3 HN«-Hoodie, Heilbronn, 14.04.2016, 11:01 Uhr [3] Universum Arthauskinos, »1. Mai«-Rooftop, Heilbronn, 01.05.2016, 08:34 Uhr [4] Stadtwald, Stein-Ei, Heilbronn, 28.03.2016, 10:49 Uhr [5] Zigarre, Frauenflohmarkt, Heilbronn, 09.04.2016, 12:37 Uhr [6] Buga-Gelände, Buga-Chef Hanspeter Faas schippt Kies mit dem Spaten, Heilbronn, 14.04.2016, 10:50 Uhr Fotos: Meli Dikta, Memo Filz & Robert Mucha Hanix Nr. 43 74 .JPG – BILDERGALERIE

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Hanix Nr. 43 [7] Botanischer Obstgarten, 1. Heilbronner Vätervorlesewettbewerb, Heilbronn, 05.05.2016, 15:34 Uhr [8] Zigarre, Frauenflohmarkt, Heilbronn, 09.04.2016, 14:08 Uhr [9] Theresienwiese, Flohmarkt, Heilbronn, 02.04.2016, 11:50 Uhr Fotos: Meli Dikta .JPG – BILDERGALERIE Hochzeitsreportagen / Paarshootings / Photobooth nicokurth-hochzeitsfotografie.de f r e i r a u m - p h o t o s . d e

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Theater Heilbronn Juni & Juli 2016 Großes Haus Die Katze auf dem heißen Blechdach (Schauspiel) 02.06., 03.06., 17.06., 18.06. & 26.06., 28.06., 07.07., 09.07., 17.07. & 20.07. Komödienhaus Der Hexer (Kriminalstück) 02.06., 04.06., 08.06., 10.06., 12.06., 14.06., 17.06., 18.06., 30.06. & 09.07. BOXX Im Netz (Schauspiel) 03.06., 08.06., 09.06., 10.06., 25.06., 27.06 & 28.06. Termine Juni 2016 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – MusikCafé- Bar, Plan B – die Bar, Hip Island, Kaffeebucht Komödienhaus Tim Fischer (Konzert) 03.06 Großes Haus Richard O’Brien’s The Rocky Horror Show (Musical) 05.06., 09.06., 19.06., 06.07., 14.07. & 22.07. BOXX Bis später (Kindertheater) 05.06., 09.06., 29.06., 30.06. & 01.07. Großes Haus Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution (Schauspiel) 07.06. Großes Haus Gefangen im tRaum/Bernarda Alba (Tanzabend) 11.06. & 12.06. Mi 01. Theaterschiff, Heilbronn Rainer Moritz' literarischer Fußball-Abend »Vorne fallen die Tore« (Lesung) Dieser zur Vorbereitung der Europameisterschaft dienende Fußball-Abend lässt Dichter, Denker, Spieler und Reporter von Sokrates bis Joachim Löw zu Wort kommen. Arthauskino, Heilbronn Isidor - Wohnen im Wald (Dokumentarfilm) Film über einen Mensch, der im Wald lebt, um ein Leben in der Natur zu führen. Haus der Stadtgeschichte, Heilbronn Hermann Eisenmenger Fotografien (Ausstellung) Bis 26. Juni. Heilbronner Zeitbilder 1947 – 2000. Schlossstraße, Jagsthausen Götz von Berlichingen (Burgfestspiele) Premiere. Der Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit – aktuell wie nie! BOXX Die Werkstatt für Schmetterlinge (Kindertheater ab 6) 12.06., 13.06. & 14.06. BOXX Tschick (Schauspiel) 15.06., 16.06., 21.07. & 22.07. Großes Haus Médée (Oper) 15.06., 05.07. & 15.07. BOXX Intersection (Jugendtheater) 18.06. & 19.06. BOXX Wir alle für immer zusammen (Schauspiel für Kinder) 23.06, 24.06., 18.07., 19.07. & 20.07. Deutschordensmuseum, Bad Mergentheim Literatur im Schloss: Detlev Claussen (Vortrag) Béla Guttmann. Weltgeschichte des Fußballs in einer Person. Do 02. Wertwiesenpark, Heilbronn 1 Jahr verbronxt – Geburtstagspicknick (Picknick) Location wird die Bühne neben der Minigolfanlage im Wertwiesenpark sein. Wir haben neben feinster Livemusik von lokalen Künstlern und einem Cocktailverkauf durch den THM noch so Einiges für Euch geplant. Schlosshof, Bonfeld Blacksheep Festival (Folk-Rock-Pop-Festival) Vom 2. bis 4. Juni bildet der historische Schlosshof eine malerische Kulisse für das 3. Blacksheep Festival. Eine einzigartige Stimmung, die Marketstreet oder das familienfreundliche und das kulinarische Angebot sprechen Großes Haus Don Quijote (Schauspiel) 24.06., 29.06., 01.07., 08.07., 13.07., 16.07. & 19.07. Großes Haus Die Leiden des jungen Werther (Nach Johann Wolfgang von Goethe) 10.07., 12.07. & 13.07. BOXX Kind of perfect & Bahnhof- Mission-Deutschland? (Theaterclub 1 & 5) 16.07 & 17.07. Komödienhaus Der Kurschattenmann (Komödie) 21.07., 22.07., 23.07., 28.07., 29.07., 30.07. & 31.07. für das Festival. Fools Garden, Manfred Mann’s Earthband, Jethro Tull’s Ian Anderson und Uriah Heep sind die diesjährigen Topacts. Kiliansplatz, Heilbronn Klassik Open-Air-Konzerte »Maimusik« (Konzert) Auch in diesem Jahr findet das dreitägige Klassik-Open-Air auf dem Kiliansplatz statt. Sechs abwechslungsreiche Konzerte in toller Atmosphäre und bei freiem Eintritt. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave : Steffen Weber Quintett (Jazzkonzert) Steffen Weber, Tenorsaxophonist der HR Big Band, stellt mit seinem Quintett bei seinem CD-Release Konzert eigene Kompositionen vor. Karlskaserne, Ludwigsburg Scurdia: Markus Schirmer & Friends (Konzert) Gemeinsam mit dem kurdischen Oud-Spieler Risgar Koshnaw und Künstlern aus Südamerika, Osteuropa und dem Nahen Osten gibt Schirmer dem Planeten das wieder, was engstirnige Puristen ihm gerne absprechen würden: Hanix Nr. 43 76 01. – 02.06.2016

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Hanix Nr. 43 Weltmusik in ihrer ureigentlichen Form. Fr 03. Distel Lit Lounge, Heilbronn Tito Topin »Exodus aus Libyen« (Buchpräsentation) Der Autor des Buches »Exodus aus Libyen«, Tito Topin, kommt extra aus Avignon angereist. Die Veranstaltung ist französisch-deutsch. Uwe Grosser von der Heilbronner Stimme moderiert den Abend. Kiliansplatz, Heilbronn Klassik Open-Air-Konzerte »Maimusik« (Konzert) Auch in diesem Jahr findet das dreitägige Klassik-Open-Air auf dem Kiliansplatz statt. Sechs abwechslungsreiche Konzerte in toller Atmosphäre und bei freiem Eintritt. Kulturkeller, Heilbronn Thomas Schreckenberger (Kabarett) Thomas Schreckenberger bringt Licht ins Dunkel auf der verzweifelten Suche nach irgendjemandem, dem man noch trauen kann. Schlossstraße, Jagsthausen Ziemlich beste Freunde (Burgfestspiele) Premiere. Komödie von Gunnar Dreßler. Alte Füllerei, Tauberbischofsheim Streckenbach & Köhler: Multiple Ohrgasmen (Kabarett) Hochmusikalische Hörergüsse. Hochkultur, die in die Tiefe geht und Nonsens, der keine Grenzen kennt. Maimarktgelände, Mannheim Maifeld Derby (Festival) Auf insgesamt vier Bühnen treten an drei Tagen über 80 nationale und internationale Künstler auf. 03. – 06.06.2016 Sa 04. Buga-Gelände, Heilbronn Buga-Sportfest (Sportevent) Die BUGA2019-Baustelle verwandelt sich zwischen 10 und 16 Uhr in eine riesige Sportarena. Kiliansplatz, Heilbronn Klassik Open-Air-Konzerte »Maimusik« (Konzert) Auch in diesem Jahr findet das dreitägige Klassik-Open-Air auf dem Kiliansplatz statt. Sechs abwechslungsreiche Konzerte in toller Atmosphäre und bei freiem Eintritt. Bierkrug, Heilbronn Hakan & Planet Watson (Konzert) Great power poppy garage punk from Italy featuring members from the Snookys and the Kaams. Zigarre, Heilbronn Flohmarktine (Frauenflohmarkt) Frauen haben einfach nie etwas zum Anziehen im Schrank. Hier kann Abhilfe geschaffen werden. Landesgartenschau, Öhringen Großes Römerfest (Mittelalter-Event) Die Römer sind los! Und mit ihnen könnt ihr beim großen Römerfest das UNESCO Welterbe Limes in Öhringen richtig hautnah erleben. Mercedes-Benz Arena, Stuttgart Trödel dich glücklich! (Trödelmarkt) Es gibt jede Menge Schätze und Raritäten soweit das Auge reicht! Foodtrucks, kühle Bierchen und Live-Musik sorgen für ein entspanntes Trödel-Vergnügen. Berger Festplatz, Stuttgart Zirkus Mutter Erde (Festival) Sommer, Frische, Natur, Live- Musik, Poetry Slam, Workshops, integratives Fussball-Turnier, Kräuterwanderung, anregende Gespräche, Lachen, Leckereien – und vor allem ganz viel Menschlichkeit! Mercedes-Benz-Museum, Stuttgart 10 Jahre Mercedes Benz Museum (Jubiläum) 2016 feiert das Mercedes-Benz-Museum seinen 10. Geburtstag. Maimarktgelände, Mannheim Maifeld Derby (Festival) Auf insgesamt vier Bühnen treten an drei Tagen über 80 nationale und internationale Künstler auf. So 05. Kiliansplatz, Heilbronn Klassik Open-Air-Konzerte »Maimusik« (Konzert) Auch in diesem Jahr findet das dreitägige Klassik-Open-Air auf dem Kiliansplatz statt. Sechs abwechslungsreiche Konzerte in toller Atmosphäre und bei freiem Eintritt. Landesgartenschau, Öhringen Großes Römerfest (Mittelalter-Event) Die Römer sind los! Und mit ihnen könnt ihr beim großen Römerfest das UNESCO Welterbe Limes in Öhringen richtig hautnah erleben. Mercedes-Benz-Museum, Stuttgart 10 Jahre Mercedes Benz Museum (Jubiläum) 2016 feiert das Mercedes-Benz-Museum seinen 10. Geburtstag. Maimarktgelände, Mannheim Maifeld Derby (Festival) Auf insgesamt vier Bühnen treten an drei Tagen über 80 nationale und internationale Künstler auf. Mo 06. Maimarktgelände, Mannheim Slayer (Konzert) Repentless World Tour. Nach ihrer ausverkauften Tour im November 2015 kehren die Könige des 2. BAD RAPPENAUER Craft-Beer-Festival CRAFT AM SEE Freitag, den 10. Juni 2016 ab 17 Uhr Kurparksee, Bad Rappenau LIVE AB 19 UHR ÜBER 50 CRAFT-BIERE AUSSCHANK C raft Beer STREET FOOD KURPARK BAD RAPPENAU Mehr Infos unter www.indrink.de oder bei FACEBOOK Eintritt frei! Fr. 17. Juni ab 20 Uhr Stadtfest Warm-Up mit Udo Panzer live Unplugged-Live-Musik zum Wohlfühlen im inVINO Sa. 18. Juni Crazy Zoo auf der Bühne So. 19. Juni Stroke Unit auf der Bühne Sa. 25. Juni „Flying Tapas“ 19 Uhr CAFÉ&WEINBAR Im Stadtcarre - Bahnhofstraße 8 74906 Bad Rappenau

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Thrash Metal erneut zurück nach Deutschland. Gäste: Anthrax, The Shrine. Di 07. Deutschhof, Heilbronn Wohnen im Neckarbogen (Vortrag) Viele Fragen rund ums Wohnen sollen gestellt und von Architektin Barbara Brakenhoff beantwortet werden. Auch wird der aktuelle Stand der städtebaulich wichtigsten Maßnahme Heilbronns, seit dem Neuaufbau nach dem Krieg, dargestellt und diskutiert. Innovationsfabrik, Heilbronn Diversity Managemenmt: Chancen der Vielfalt In zwei parallel stattfindenden Foren wird auf verschiedene Aspekte des Diversity Managements eingegangen. Schlossstraße, Jagsthausen Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Burgfestspiele) Premiere. Schauspiel nach dem Bestseller von Jonas Jonasson. Mi 08. Alte Feuerwache, Mannheim Martin Sonneborn–Krawall und Satire (Kabarett) »Total krank, sehr verletzend und überhaupt nicht witzig!« (The Sun) Freund & Kupferstecher, Stuttgart Waldo The Funk, Schote & Curlyman (Konzert) Die Boys machen Halt auf ihrer #Hiphopistimmer-Tour – begleitet von Lieblingsbeatproduzent Enaka und Lieblings-DJ J Bower! Cinemaxx Liederhalle, Stuttgart 11Freunde-Trainingslager feat. Paul Ripke (Foto-Show) Wo waren Sie, als Mario Götze Deutschland zum WM-Titel schoss? Darauf kann es nur eine Antwort geben: im Ausnahmezustand, Alter! Um geografisch ein wenig präziser zu sein, muss man im Fall des Fotografen Paul Ripke hinzufügen: Er war verdammt nah dran – er war nämlich dabei. 120 Minuten lang zeigt Ripke diese besten Bilder der magischen Nacht und nimmt uns nochmal mit: Vom Abpfiff auf dem Rasen bis zum Brandenburger Tor. Do 09. Complex23 / Bar Daneben, Heilbronn Filmabend (Kino) Watch out for details! Zigarre, Heilbronn Total Royal JamSession (Offene Jam Session) Die größte JamSession der Region. Jede Jam mit eigenem Musikmotto. Programm ab 20 Uhr. Open Jam ab 22:30 Uhr. Fr 10. fine dine, Bad Rappenau Craft am See (Craftbeer-Festival) Das von inDrink veranstaltete Festival ist dieses Jahr zu Gast im Restaurant fine dine am Kurparksee. Sa 11. Innenstadt, Heilbronn Magie der Stimmen (Chorkonzerte) An diesem Tag stellen sich auf mehreren Bühnen Chöre aus der ganzen Region vor: mit klassischem Chorgesang, a cappella oder mit Gospelmusik. Linderberghalle, Kochendorf Abendfrauenflohmarkt Sommer-Edition (Flohmarkt) Für Frauen und Mädchen – Sommer Edition – mit Sektchen und Häppchen und vielen Schnäppchen! Schlossstraße, Jagsthausen Die Feuerzangenbowle (Burgfestspiele) Komödie von Wilfried Schroeder nach Heinrich Spoerl. halle02, Heidelberg Lange Nacht der Weine – Wine, Food & Music (Weinfest) Alte Traditionen aufbrechend präsentiert das Eventkonzept feine Weinverkostungen auf eine frische und neuartige Weise und spricht so vor allem junge Weinliebhaber an. So 12. Complex23 / Bar Daneben, Heilbronn Der Bazar im Complex23 (Markt) Zum Wühlen, Feilschen und nette Leute Treffen. Schlossstraße, Jagsthausen Der kleine Ritter Trenk (Burgfestspiele) Premiere. Kinderstück nach dem Buch von Kirsten Boie. Theresienwiese, Heilbronn Deutschland vs. Ukraine (Public-Viewing) Heute steigt der Weltmeister ins Turnier ein. Bei der Europameisterschaft in Frankreich wollen die Mannen um Jogi Löw den Doppelpack klarmachen: nach dem WM-Titel soll die kontinentale Meisterschaft gewonnen werden. Zum Auftakt gehts um 21 Uhr gegen die Ukraine. Endstand: Lockerer 3:1-Auftaktsieg. Es hat gemüllert. Mo 13. Complex23, Heilbronn Kaffeeklatsch mit Kind (Spiel- und Plaudernachmittag) Für die Kleinen gibt es eine gemütliche Spielecke zum toben, spielen und lesen. Di 14. Pädagogische Hochschule, Heidelberg Zeltfestival (Festival) Das Zeltfestival Heidelberg wird von einer Gruppe Studierender ehrenamtlich organisiert und besteht seit 2010. Heute: Offene Bühne Mi 15. Harmonie. Heilbronn Württ. Kammerorchester: 10. Heilbronner Konzert »Finalissimo« (Klassik) Saisonabschluss der Heilbronner Konzerte mit einem jungen Nachwuchstalent! Der Cellist Valentin Radutiu galt schon früh als eine Hanix Nr. 43 78 07. – 15.06.2016

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Hanix Nr. 43 der großen Cellobegabungen unserer Zeit und hat Publikum und Musikkritik von Anfang an begeistert. Esszimmer, Heilbronn Aromamenü mit Beeren (Kochkurs) Die Kochkurse für alle Kochbegeisterten, die mehr über das Kochen mit Gewürzen und Aromen erfahren wollen, finden in schönem Esszimmer- Ambiente und entspannter Atmosphäre statt. Pädagogische Hochschule, Heidelberg Zeltfestival (Festival) Das Zeltfestival Heidelberg wird von einer Gruppe Studierender ehrenamtlich organisiert und besteht seit 2010. Heute: Nachtbasar. Do 16. Altes Theater, Heilbronn Joo Kraus Quartett (Konzert) Jazzclub Cave: Der Trompeter Joo Kraus und sein Trio verwandeln abgehangene Pop-Songs in funkelnde Jazz-Perlen. Schlossstraße, Jagsthausen Wie im Himmel (Burgfestspiele) Premiere. Schauspiel mit Musik von Kay Pollack. Theresienwiese, Heilbronn Deutschland vs. Polen (Public-Viewing) Zweiter Turniereinsatz für die Adlerträger. Heute gehts um 21 Uhr gegen Robert Lewandowski, äh, wir meinen natürlich Polen. Anpfiff: 21 Uhr. Am Ende: ein schmeichelhafter 1:0-Glückssieg. Sind halt eine Turniermannschaft. Fr 17. Complex23, Heilbronn Dubwars Warm-up (Party) Heute ist Dubnight in Heilbronn. 15. – 19.06.2016 Bierkrug, Heilbronn Bad Mojos (Konzert) Great, primitive Punk à la Spits. Theaterschiff, Heilbronn Ich hör dir zu, Schatz (Komödie) Kann man den Charakter eines Mannes daran erkennen, wie er sein Auto funkfernschließt? Wer kriegt eigentlich nach der Scheidung die Freunde? Das Stück erzählt vom würdevollen Scheitern im Alltag: wahnsinnig, wahr, urkomisch und unterhaltsam. Schlosskellerei, Affaltrach Schloss Affaltrach Street Food Festival (Foodfest) Begebt euch auf eine kulinarische Weltreise beim Schloss Affaltrach Street Food Festival bis 19. Juni. Betriebsgelände Würth, Künzelsau Würth Open Air 2016 (Festival) »Musikalische Europareise« zu der Justus Frantz gemeinsam mit der Philharmonie der Nationen beim diesjährigen Klassik Open Air am Freitagabend einlädt. Sa 18. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Sam Shaw (Vernissage der Ausstellung) Bis 25. September. Wer kennt es nicht, das Foto von Marilyn Monroe, die mit wehendem Rock auf einem U-Bahn-Schacht steht. Der Fotograf war Sam Shaw (1912- 1999) dessen Werk nun im Rahmen einer umfassenden Ausstellung entdeckt werden kann. Complex23, Heilbronn Undisco Kidd (Konzert) Undisco Kidd sind eine Psychedelic/Noise/Punk/Rock-Band Sardinien, Italien. Mobilat, Heilbronn Paisley Club – 8th Anniversary (Party) Zum 8. Geburtstag haben die Macher euch jemanden eingeladen der derzeit den wahrscheinlich gelobtesten Sixties Psychedelic Weekender des Planeten veranstaltet: Holly Calder ist die wohl gefragteste Deejane in der Garage/ Psych Szene. Botanischer Obstgarten, Heilbronn Garten-Kunst-Handwerk-Markt (Markt) Ein schöner Markt, bei dem ca. 50 KunsthandwerkerInnen aller Sparten ihre Erzeugnisse zum Kauf anbieten. Für Essen und Trinken ist wie immer bestens gesorgt. Zentrum, Bad Rappenau Stadtfest Bad Rappenau (Straßenfest) Zum 40. Stadtfest in Bad Rappenau darf wieder ein ganzes Wochenende lang gefeiert werden. Schlosskellerei, Affaltrach Schloss Affaltrach Street Food Festival (Foodfest) Begebt euch auf eine kulinarische Weltreise beim Schloss Affaltrach Street Food Festival bis 19. Juni. Betriebsgelände Würth, Künzelsau Würth Open Air 2016 (Festival) Zu Gast in Künzelsau ist Namika, die mit ihrem Album »Nador« und der Platin-Single »Lieblingsmensch« auf Platz 1 der Charts landete. Neben ihr wird Patrice mit einer Mischung aus Reggae, Soul, HipHop, R’n’B und Blue Funk den Sommer einläuten. C-Hub, Mannheim Winefusion (Wine-Tasting & Party) Was als Wine Tasting beginnt und als Party endet, schafft die perfekte Symbiose aus traditionellem Genuss und unkonventionellem Weinerlebnis. Verkostet und ausgeschenkt werden handgemachte Weine, die alles andere als Mainstream sind. Bahnstadt, Heidelberg Promenadenfest (Kiezfest) Eingeladen wird, um an der längsten Theke Heidelbergs das erste Nachbarschaftsfest an der Promenade zu feiern. Viele Bewohner im Erdgeschoss der Promenade bieten Ihnen zum Selbstkostenpreis Speisen und Getränke an. Pädagogische Hochschule, Heidelberg Zeltfestival (Festival) Das Zeltfestival Heidelberg wird von einer Gruppe Studierender ehrenamtlich organisiert und besteht seit 2010. Heute: Ohrbooten, Onkel Toms Hüte & DJ Skaot. Kunstmuseum, Stuttgart Holofernes, zu Knyphausen & Käptn Peng (Song Conversation) Zum ersten Mal sind drei deutsche Künstler zur Song Conversation eingeladen, bei denen das Texten im Vordergrund steht – eine günstige Fügung in dieser Spielzeit, die von »Passagen – Erzählungen« bestimmt ist. Porsche-Museum, Stuttgart Le Mans@Zuffenhausen (Public Viewing) Besucher und Fans des französischen Langstreckenklassikers können das Rennen live im Rahmen eines Public Viewing über mehrere Bildschirme im und um das Museumsgebäude herum mitverfolgen. Außerdem erwartet die Besucher ein vielfältiges Programm. So 19. Complex23, Heilbronn Käpt’n Topfit und der gemeine Pommfritz (Kindertheater) Käpt’n Topfit will seinen berühmten »Topfit-Saft« mit dem

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Schiff nach Pampelmusien bringen. Kurz vorm Auslaufen wird er vom gemeinen Piraten Pommfritz überwältigt. B 27, zwischen Heilbronn und Mosbach Natürlich Mobil – autofrei durchs Neckartal (Autofreier Tag) Auf der für den Autoverkehr gesperrten B27 können Radfahrer und Inline-Skater an diesem Sonntag die Strecke zwischen Heilbronn und Mosbach umweltfreundlich zurücklegen. Hip Island, Heilbronn HIP Festival (Elektro-Festival) Mit Felix Kröcher, Nico Pusch, Phil Weeks & Chasing Kurt. Botanischer Obstgarten, Heilbronn Garten-Kunst-Handwerk-Markt (Markt) Ein schöner Markt, bei dem ca. 50 Das Einrichtungs haus in Heilbronn Öffnungszeiten Mo. - Fr. 10.00 - 18.30 Uhr Sa. 10.00 - 17.00 Uhr Kirchbrunnenstr. 29 74072 Heilbronn www.kultiv.de KunsthandwerkerInnen aller Sparten ihre Erzeugnisse zum Kauf anbieten. Für Essen und Trinken ist wie immer bestens gesorgt. Gesamtes Stadtgebiet, Heilbronn Heilbronn Challenge (City-Triathlon) Triathlon Event in und um Heilbronn herum. In diesem Jahr finden auch die Deutschen Meisterschaften im Triathlon auf der sogenannten Mittel-Distanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Rad fahren, 21 km Laufen) im Rahmen der Veranstaltung statt. Zentrum, Bad Rappenau Stadtfest Bad Rappenau (Straßenfest) Zum 40. Stadtfest in Bad Rappenau darf wieder ein ganzes Wochenende lang gefeiert werden. Schlosskellerei, Affaltrach Schloss Affaltrach Street Food Festival (Foodfest) Begebt euch auf eine kulinarische Weltreise beim Schloss Affaltrach Street Food Festival bis 19. Juni. Karlskaserne, Ludwigsburg Holofernes, zu Knyphausen & Käptn Peng (Song Conversation) Zum ersten Mal sind drei deutsche Künstler zur Song Conversation eingeladen, bei denen das Texten im Vordergrund steht – eine günstige Fügung in dieser Spielzeit, die von »Passagen – Erzählungen« bestimmt ist. Eine Produktion der Ludwigsburger Schlossfestspiele in Kooperation mit dem Kunstmuseum Stuttgart. Neckarwiese, Heidelberg Lebendiger Neckar (Aktionstag & Konzert) Tausende Menschen beleben die Neckarufer zwischen Mannheim und Eberbach beim Aktionstag »Lebendiger Neckar«. Auch in Heidelberg wird von 11 bis 19 Uhr von der Ernst-Walz-Brücke über die Neckarwiese bis zur Alten Brücke wieder allerhand geboten. New Band in Town sorgt an der Alten Brücke von 17 bis 19 Uhr für echte Festivalstimmung. Eiswelt, Stuttgart Marktmoiselle (Frauenflohmarkt) Die Tasche und die Schuhe, die Jacke und das Oberteil für die man vorletztes Jahr so viel Geld ausgegeben hat und die einfach zu Schade sind um in der Mülltonne zu landen oder aber auch um verschenkt zu werden. Der Flohmarkt wird durch Catering, Verlosung, vielen Specials und einem DJ abgerundet. Mo 20. Botanischer Obstgarten, Heilbronn Der Briefwechsel zwischen Emilie und Theodor Fontane (Szenische Lesung) In einer szenischen Lesung mit den Schauspielern Kathrin Becker und Hans Rudolf Spühler erhält man Einblick in die Schriftsteller-Ehe mit all ihren Höhen und Tiefen. Di 21. Complex23, Heilbronn Fassadengestaltung von Tifan Rubi (Urban Art) Bis 25. Juni. Das Complex23 bekommt einen neuen Anstrich. Die Künstlerin: Tifani Rubi wurde 1984 in Belgrad geboren. Sie lebt in Rijeka und Berlin. Theresienwiese, Heilbronn Deutschland vs. Nordirland (Public-Viewing) Tag der Entscheidung! Ziehen die Weltmeister von 2014 in die K.o.-Phase ein? Nordirland will es ab 18 Uhr verhindern. Und wir glauben heimlich, still und leise, dass oben im Fußballhimmel George Best bei einer Kippe und ein, zwei Gläsern Hochprozentigem sich diesen Kick auch nicht entgehen lassen wird. Er wird seinen Spaß am knappen aber unterhaltsamen 3:2-Sieg für Deutschland gegen tapfere Nordiren haben, die an der Sensation geschnuppert haben. Mi 22. Schlossstraße, Jagsthausen Oliver Twist (Burgfestspiele) Premiere. Familienmusical von und mit Christian Berg. Do 23. Complex23, Heilbronn GanzKurzNoch – Live Podcast (Talkrunde) Eine Talkrunde mit mutigen Pionieren. Thema: Wird noch bekannt gegeben. Altes Theater, Heilbronn Balakumbala (Konzert) Jazzclub Cave: Songs zwischen feurigem Samba, Improvisationslust und musikalischer Raffinesse. Fr 24. Complex23, Heilbronn Ausstellungseröffnung Tifan Rubi (Urban Art Ausstellung) Die Kroatin bespielt die Triangelflächen im Complex23. DHBW, Heilbronn Bewerbernacht der DHBW Heilbronn (Infoveranstaltung) Gespräche mit Dualen Partnern. Bewerbungstipps von Personalmanagern. Stellenbörse und Speed Dating. Alle Infos zum Dualen Studium. Schnuppervorlesungen. Experimente im DHBW Sensoricum. Live-Bands und Food Trucks Hanix Nr. 43 80 19. – 24.06.2016

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Hanix Nr. 43 Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Sa 25. Zigarre, Heilbronn nanoLOST / II (Vernissage) Neue Arbeiten von Natalis Lorenz und Normen Stoll. In der Zigarre / UG Eingang Weststraße. Ausstellungsdauer: bis 17. Juli 2016, jeweils Fr / Sa / So von 17 bis 20 Uhr. Die Ausstellung wird gefördert durch die Stadt Heilbronn. Zentrum, Leingarten 35. Gassenfest (Straßenfest) Jedes Jahr am letzten Wochenende im Juni wird in Leingartens Gassen gefeiert. Die Badener Straße, die Brunnen- und die Entengasse verwandeln sich dann in ein buntes Treiben. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Messe, Stuttgart Comic Con Germany (Messe) Lange erwartet, nun ist es bald so weit und die erste Comic Con Germany findet statt. Noch geheim, Stuttgart Sweet & Tasty (Süßigkeiten-Festival) Geboten werden Plombenzieher, Karies, Zuckerschocks und Kalorien jenseits der Grenzen. Diese Süßigkeitenbombe wird in einer exklusiven Location stattfinden die preisgegeben wird, wenn mindestens 20.000 Interessenten auf Facebook da sind, die sich alle ins Zuckerkoma versetzen möchten. 24. – 30.06.2016 Staatsgalerie, Stuttgart »Notte Italiana« (Sommerfest) Anlässlich der Ausstellung »Giorgio de Chirico« entführen wir euch mit kulinarischen und musikalischen Genüssen in die italienische Heimat des Künstlers. Im Wizemann, Stuttgart Suppa presents Kicks N Coffee 10 (Sneaker-Event) Für #KNC10 legen wir nochmal einen drauf. Die 10. Ausgabe findet diesmal auf mehr als 1000 Quadratmetern im »Im Wizemann« statt. Mit dabei sind neben Suppa auch Stance Socks Germany, ASICS, Smile Skateboarding, Jason Markk, 0711blog, Everysize und viele mehr … So 26. Complex23, Heilbronn Mural Opening Barbecue (Urban Art BBQ) Barbecue zur Fertigstellung der Fassadengestaltung durch Tifanie Rubi. Theresienwiese, Heilbronn Deutschland vs. Irgendeinen Dritten (Public-Viewing) Wenn alles mit rechten Dingen zugegangen ist in der Gruppenphase, spielt die DFB-Elf heute im Achtelfinale um 18 Uhr als Gruppensieger der Gruppe C gegen irgendeine drittplatzierte Mannschaft. Wir tippen: Souveräner 2:0-Sieg für Deutschland. Einzug ins Viertelfinale! Innenstadt, Heilbronn Cityflohmarkt (Flohmarkt) Hier kann in der gesamten Fußgängerzone und deren Seitenstraßen wieder gestöbert, gefeilscht, gehandelt und gekauft werden. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Büh- nenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Messe, Stuttgart Comic Con Germany (Messe) Lange erwartet, nun ist es bald soweit und die erste Comic Con Germany findet statt. Mo 27. Zentrum, Leingarten 35. Gassenfest (Straßenfest) Jedes Jahr am letzten Wochenende im Juni wird in Leingartens Gassen gefeiert. Die Badener Straße, die Brunnen- und die Entengasse verwandeln sich dann in ein buntes Treiben, bei dem Allerlei geboten wird. LKA Longhorn, Stuttgart Bad Religion (Konzert) Die Punkrock-Ikonen Bad Religion sind mit neuem Drummer zurück! Di 28. FITZ!, Stuttgart Wild Things (Figurentheater) Ein freies Spiel über den kindlichen Forscherdrang, die Grenzen der Grenzen und das Gefühl für Freiheit. Mi 29. Marktgelände, Bad Wimpfen Talmarkt (Volksfest) Der Bad Wimpfener Talmarkt gilt als einer der ältesten Märkte in der Bundesrepublik! Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern. Do 30. Landesgartenschau, Öhringen 21. Hohenloher Weindorf (Weinfest) Unter dem Motto »Fünf Tage Genuss pur« dreht sich auf dem Öhringer Marktplatz, im Schloßhof und auf der Landesgartenschau alles um das Thema »Wein«. Marktgelände, Bad Wimpfen Talmarkt (Volksfest) Der Bad Wimpfener Talmarkt gilt als einer der ältesten Märkte in der Bundesrepublik! Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern.

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Termine Juli 2016 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Complex23 / Bar Daneben, Data77112 – MusikCaféBar, Plan B – die Bar, Hip Island, Kaffeebucht Fr 01. Marktgelände, Bad Wimpfen Talmarkt (Volksfest) Der Bad Wimpfener Talmarkt gilt als einer der ältesten Märkte in der Bundesrepublik! Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Schlossstraße, Jagsthausen Zorro – das Musical (Burgfestspiele) Premiere. Buch und Songtexte von Stephen Clark / Musik von The Gipsy Kings. Landesgartenschau, Öhringen 21. Hohenloher Weindorf (Weinfest) Unter dem Motto »Fünf Tage Genuss pur« dreht sich auf dem Öhringer Marktplatz, im Schloßhof und auf der Landesgartenschau alles um das Thema »Wein«. Residenzschloss Ludwigsburg Gibt es ein »Reinheitsgebot« der Kultur? (Podiumsdiskussion) Gesellschaftliche und kulturelle Werte scheinen bedroht zu sein. Doch gibt es ein Reinheitsgebot der Kultur überhaupt? Im Gespräch sollen der Raum und die Chancen für kulturellen Wandel ausgelotet und bewertet werden. Sa 02. Complex23, Heilbronn Punkboot Afterparty (Party) Es wird gepunkt. Theresienwiese, Heilbronn Deutschland vs. Sieger Schweden/Kroatien (Public-Viewing) Viertelfinale. Um 21 Uhr geht es gegen die Sieger des Achtelfinales Schweden vs. Kroatien. Wir wünschen uns eine epische Schlacht gegen Zlatan. Endstand: 5:4 n. E. für die, die den Adler tragen. Nächster Halt: Halbfinale! Platz am Bollwerksturm, Heilbronn Rosenmarkt (Blumenmesse) Die Besucher erwarten sowohl lokale, regionale als auch nationale Rosenhändler und renommierte Gärtnereien mit einem großen Angebot an Zuchtrosen, Wildrosen, Rankpflanzen, Stauden und allem, was Sie sich als Gartenliebhaber wünschen. Marktgelände, Bad Wimpfen Talmarkt (Volksfest) Der Bad Wimpfener Talmarkt gilt als einer der ältesten Märkte in der Bundesrepublik! Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Landesgartenschau, Öhringen 21. Hohenloher Weindorf (Weinfest) Unter dem Motto »Fünf Tage Genuss pur« dreht sich auf dem Öhringer Marktplatz, im Schloßhof und auf der Landesgartenschau alles um das Thema »Wein«. So 03. Platz am Bollwerksturm, Heilbronn Rosenmarkt (Blumenmesse) Die Besucher erwarten sowohl lokale, regionale als auch nationale Rosenhändler und renommierte Gärtnereien mit einem großen Angebot an Zuchtrosen, Wildrosen, Rankpflanzen, Stauden und allem, was Sie sich als Gartenliebhaber wünschen. Marktgelände, Bad Wimpfen Talmarkt (Volksfest) Der Bad Wimpfener Talmarkt gilt als einer der ältesten Märkte in der Bundesrepublik! Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Landesgartenschau, Öhringen 21. Hohenloher Weindorf (Weinfest) Unter dem Motto »Fünf Tage Genuss pur« dreht sich auf dem Öhringer Marktplatz, im Schloßhof und auf der Landesgartenschau alles um das Thema »Wein«. Mo 04. Botanischer Obstgarten, Heilbronn Dracula (Lesung) Bei einem Glas Wein unter freiem Himmel ein Meisterwerk der Schauerliteratur genießen. Deutschhof (Innenhof), Heilbronn Wissenspause 2016 (Gespräch) Die 1950er Jahre in Heilbronn. Prof. Dr. Christhard Schrenk (Stadtarchiv Heilbronn) im Gespräch mit Heilbronner Zeitzeugen. Bis 15. Juli (Mo-Fr); Beginn jeweils um 12.15 Uhr. Marktgelände, Bad Wimpfen Talmarkt (Volksfest) Der Bad Wimpfener Talmarkt gilt als einer der ältesten Märkte in der Bundesrepublik! Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern. Di 05. Marktgelände, Bad Wimpfen Talmarkt (Volksfest) Der Bad Wimpfener Talmarkt gilt als einer der ältesten Märkte in der Bundesrepublik! Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern. Hanix Nr. 43 82 01. – 05.07.2016

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Hanix Nr. 43 Mi 06. Arthauskino, Heilbronn 5 Zimmer Küche Sarg (Horror-Komödie) Eine Vampir-WG wird von einem Kamera-Team begleitet. Im Wizemann, Stuttgart Jurassic 5 (Konzert) Spaß und Liebe zum Oldschool HipHop standen für die sechs Freunde von Anfang an im Mittelpunkt. Mittlerweile gelten sie als eine der besten Live Rap-Crews überhaupt und werden in einem Atemzug mit Mos Def oder Talib Kweli genannt. Do 07. Zigarre, Heilbronn Total Royal JamSession (Offene Jam Session) Die größte JamSession der Region. Jede Jam mit eigenem Musikmotto. Programm ab 20 Uhr. Theresienwiese, Heilbronn Deutschland vs. Sieger Frankreich/Wales (Public-Viewing) Vorschlussrunde. In Marseille. Deutschland gegen Gastgeber Frankreich, das sich im Viertelfinale knapp aber verdient gegen Wales durchgesetzt hat. Revanche für Maracana 2014 haben die Franzosen versprochen. Endstand: 1:0 für Mats Hummels. Wie damals im Viertelfinale in Rio bei der WM. Starkholzbacher See, Schwäbisch Hall Seenachtskonzert (Konzert) Patrick Siben und seine Stuttgarter Saloniker verwandeln den Starkholzbacher See in eine Konzertarena, ganz im Stile der großen Klassik Open Airs. Das Publikum wird gebeten, Decken und gefüllte Picknickkörbe mitzubringen. 06. – 16.07.2016 Fr 08. Botanischer Obstgarten, Heilbronn Get shorties (Lesebühne) Gemeinsam Kurzgeschichten der Autoren und Autorinnen erleben, darüber lachen, rätseln oder nachdenken, Formulierungen finden für ein bisher unbeschreibliches Gefühl, zusammen klatschen und zur Livemusik im Takt wippen. Wiese, Straubenhardt Happiness Festival (Festival) Das Happiness Festival in Straubenhardt geht in diesem Jahr (2016) schon in die 25. Runde. U.a. mit Alligatoah, AnnenMayKantereit, Jan Delay & Disko No.1. Sa 09. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. To Be Announced, Heidelberg »Netflix & Chill« (Film und Serien Open Air) Spotted.de präsentiert das erste »Netflix & Chill« Open Air Festival in Heidelberg und verwandelt Heidelberg zum großen Open Air Kino. Kapuzinerplanken, Mannheim Vegan im Quadrat (Fleischlose Feierei) Auf den Kapuzinerplanken warten eine Vielzahl von Info-, Verkaufs- und Essensstände sowie ein Vortragszelt mit informativen Vorträgen auf Jung und Alt, Veganer, Vegetarier, Veganinteressierte und alle, die sich gerne in lockerer Atmosphäre informieren möchten. Wiese, Straubenhardt Happiness Festival (Festival) Das Happiness Festival in Straubenhardt geht schon in die 25. Runde. U.a. mit Alligatoah, Jan Delay & Disko No.1. So 10. Theresienwiese, Heilbronn Deutschland vs. Sieger Spanien/ Italien (Public-Viewing) Nur noch ein Sieg, dann ist Deutschland Welt- und Europameister. Gegner wird der Gewinner aus dem Halbfinale Spanien vs. Italien. Irgendwie hat die DFB- Elf gegen beide etwas gutzumachen: Wir denken da an schmerzhafte Spiele 2008, 2010 und 2012. Diesmal sind unsere dran. Endstand: 2:1 n. V.. Siegtor in der Verlängerung: Julian Brandt! Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Mo 11. Schloss, Heidelberg THE TEMPEST – Shakespeare Castle tour 2016 (Theater) Written by William Shakespeare in the early 17th Century, The Tempest tells the story of Prospero, whose position and power are stolen by his brother. Di 12. Landesgartenschau, Öhringen SWR1 Pop & Poesie (Konzert-Lesung-Comedy) Eine Melange aus Theater, Popkonzert und Comedy. Mi 13. Esszimmer, Heilbronn Aromamenü Sommer mit orientalischen Gewürzen (Kochkurs) Die Kochkurse sind für alle Kochbegeisterten, die mehr über das Kochen mit Gewürzen und Aromen erfahren wollen, finden in schönem Esszimmer-Ambiente und entspannter Atmosphäre statt. Do 14. Buga-Gelände, Heilbronn Literarischer Spaziergang (Lesung) Bei einem Gang über das neue Gelände werden Texte gelesen, die die Themen Garten, Natur und Naherholung ebenso aufgreifen wie Wohnungs- und Städtebau, Wachstum, Maschinenwelten, Abbruch und Aufbruch. Fr 15. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Schlossstraße, Jagsthausen Der Name der Rose (Burgfestspiele) Premiere. Nach dem Roman von Umberto Eco. Sa 16. Stadion am See, Heilbronn Jubiläumsspiel VfR Heilbronn vs. Unterland-Auswahl (Fußball) Am heutigen Tag feiert die A-Jugend des VfR Heilbronn von 1996

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20. Jahrestag des DFB-Pokalsieges. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. GrillGott, Willsbach 1. Summer BBQ Festival (Grillevent) Sechs Grillmeister, fünf Gerichte, ein Dessert und eine Band. Schlosshotel Monrepos, Ludwigsburg Klassik Open Air & Feuerwerk (Konzert) »Ludwigsburg Sinfonie« (Uraufführung), dazu wird das Orchester der Ludwigsburger Schlossfestspiele erstmals mit den Prager Symphonikern zusammenspielen, denen der Chefdirigent der Lud- wigsburger Schlossfestspiele Pietari Inkinen seit September 2015 in gleicher Funktion vorsteht. So 17. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. GrillGott, Willsbach 1. Summer BBQ Festival (Grillevent) Sechs Grillmeister, fünf Gerichte, ein Dessert und eine Band. Mo 18. Tollhaus, Karlsruhe José James (Konzert) »Ich dachte, solche Sänger existieren nicht mehr. Ich habe mich geirrt. José James erinnert uns daran, wieso wir Musik so sehr lieben.« Wenn Gilles Peterson über jemanden solche Worte verliert, horcht die Musikszene erst einmal auf. Di 19. Schlossstraße, Jagsthausen Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (Burgfestspiele) Premiere. Schauspiel nach dem Bestseller von Jonas Jonasson. Mi 20. Theater der Altstadt , Stuttgart Eine Mittsommernachts- Sex-Komödie (Komödie) In Woody Allens Komödie geht es um die Frage, warum zwei Menschen ein Paar werden – und es eventuell auch bleiben. Do 21. Complex23, Heilbronn GanzKurzNoch – Live Podcast (Talkrunde) Eine Talkrunde mit mutigen Pionieren. Thema: Wird noch bekannt gegeben. Fr 22. Complex23, Heilbronn 13.internationales low & no budget film-sharing Kurzfilmfestival (Filmfestival) Seit etlichen Jahren ein cineastischer Höhepunkt in Heilbronn. Haigern, Talheim Haigern Live! (Festival) Das Festival-Motto lautet: »Spielen für einen guten Zweck!«. An vier Tagen treten bekannte regionale Bands und Musiker auf. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Günther-Klotz-Anlage, Karlsruhe Das Fest 2016 (Festival) Mit über 255.000 Besuchern im Jahre 2015 ist Das Fest eine der größten Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland und findet seit 1985 jährlich Ende Juli in der Günther-Klotz-Anlage statt. Capitol, Mannheim Popakademie Semesterabschlusskonzert 2016 (Konzert) Fans von Livemusik dürfen sich auf einen abwechslungsreichen Abend mit Bands der Popakademie freuen. Sa 23. Haigern, Talheim Haigern Live! (Festival) Das Festival-Motto lautet: »Spielen für einen guten Zweck!«. An vier Tagen treten bekannte regionale Bands und Musiker auf. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Günther-Klotz-Anlage, Karlsruhe Das Fest 2016 (Festival) Mit über 255.000 Besuchern im Jahre 2015 ist Das Fest eine der größten Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland und findet seit 1985 jährlich Ende Juli in der Günther-Klotz-Anlage statt. So 24. Haigern, Talheim Haigern Live! (Festival) Das Festival-Motto lautet: »Spielen für einen guten Zweck!«. An vier Tagen treten bekannte regionale Bands und Musiker auf. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Günther-Klotz-Anlage, Karlsruhe Das Fest 2016 (Festival) Mit über 255.000 Besuchern im Jahre 2015 ist Das Fest eine der größten Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland und findet seit 1985 jährlich Ende Juli in der Günther-Klotz-Anlage statt. Hanix Nr. 43 84 16. – 24.07.2016

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Hanix Nr. 43 Mo 25. Haigern, Talheim Haigern Live! (Festival) Das Festival-Motto lautet: »Spielen für einen guten Zweck!«. An vier Tagen treten bekannte regionale Bands und Musiker auf. Di 26. Schlossstraße, Jagsthausen Der Name der Rose (Burgfestspiele) Premiere. Nach dem Roman von Umberto Eco. Mi 27. Freitreppe Alter Hafen, Würzburg Le Millipede / Aino Löwenmark (Konzert) Le Millipede: Diese Band verfolgt eine Vision instrumentaler minimalistischer Popmusik mit subtilen Grooves und eigenwilligen Melodien. Die Sängerin, Pianistin und Komponistin Aino Löwenmark vereint stilistisch die Wärme des Folk mit der Präzision einer Pop-Produktion und den Energieschüben des Rock. Do 28. Luisenpark, Mannheim Radio Doria – Live 2016 (Konzert) Jan Josef Liefers ist nicht nur einer der ganz großen Schauspieler in Deutschland, er ist auch Musiker. Mit dem aktuellen Album »Die freie Stimme der Schlaflosigkeit« hat die Band »einen neuen Ausweis ihres Hochformats auf die Theke gelegt«: Top10 der Deutschen Albumcharts, Echo-Nominierung, 4. Platz bei Raabs Bundesvision Song 25. – 31.07.2016 Contest, um nur einige Meriten zu nennen. So 29. Burggraben, Mosbach SWR1 Pop & Poesie (Konzert-Lesung-Comedy) Mittlerweile sind die Shows – eine Melange aus Theater, Popkonzert und Comedy – zu echten Selbstläufern geworden. Wird noch bekanntgegeben, Stuttgart Netflix & Chill Festival (Film- und Serien-Festival) Nimm dir deinen Partner oder deine/n besten Freund/in, pack Omas Decke ein und genieße die besten Netflix Filme & Serien beim größten Netflix & Chill Festival Deutschlands. Wein, Cocktails, coole Drinks & Popcorn unterm Sternenhimmel. Fr 30. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Burggraben, Mosbach Stefanie Heinzmann & Friends (Konzert) Zu diesem Open Air Event bringt Heinzmann auch Freunde mit: Eröffnet wird der Abend von dem Schweizer Shootingstar »Seven«, danach werden Luxuslärm ihr brandneues Album präsentieren und Stefanie Heinzmann wird der krönende Abschluss. Landesgartenschau, Öhringen Sommernachtsfest mit Marquess (Show) Zum Abschluss der bunten, inter- nationalen Woche kommt dieses spektakuläre Sommernachtsfest mit einer Lasershow der Extraklasse und Musik auf allen Bühnen. Dazu die Weltstars der Band Marquess und vielen anderen musikalischen Highlights. Schloss, Heidelberg 2. Sommernachtstraum (Open-Air-Konzert & -Dinner) An Evening of Sir Elton John's Greatest Hits. Erleben und geniessen Sie Donovan Aston als Sir Elton John, live auf großer Bühne. Dazu ein 4-Gänge-Menü von Sternekoch und Patron Martin Scharff. Alles unter freiem Sternenhimmel im Schlossinnenhof. Sa 31. Bühne im Schlossgraben, Neuenstadt Kohlhiesels Töchter (Freilichtspiele) Eine Freilichtkomödie in der Bühnenfassung von Jörg Doppelreiter. Nordwürttembergische Dialektfassung. Noch geheim, Stuttgart & Mannheim Ice Cream Festival (Speiseeis-Festival) Wir bieten euch extravagante, klassische und innovative Geschmacksrichtungen an; alles aus der Region und auf natürliche Art hergestellt. Und das Ganze auf einer super Location … Weitere Infos folgen! Vorankündigung Fr 05.08. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn »Marilyn & Humphrey« Die große Hanix Hollywood-Party Zur Sam Shaw-Ausstellung gibts von 18 bis 24 Uhr Elektro-Swing, Applaus-Gin und Wulle-Bier. Der Eintritt ist frei. August/ September- Ausgabe Hanix erscheint Ende Juli 2016 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 43 TIERE AB 18

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Alle 42 bisher erschienenen Ausgaben sowie unsere drei Best Offf-Ausgaben von Hanix findet ihr in unserem Online- Archiv unter www.hanix-magazin.de Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App.

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koksen ist achtziger.