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INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE SHOWS UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN MIT AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 HIER GEHT'S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE.

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SEP 2011 OKT 2011 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT teilt, NOV 2011 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG D ER DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR e i l t , IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN weilt, BILDUNG ENERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST DEZ 2011 / JAN 2012 FEB 2012 heilt. Z E I T MRZ 2012 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO - GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE - MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL - MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD ARMUT REBELLION APR 2012 RE G IO EI NH LB RO NN AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK G ES LS CH M AG R LE U TE D ER HIER SIND DIE ä nd e uslä M E D I A D A T E N 2 0 1 2 www.hanix-magazin.de Stand Januar 2012 Mediadaten

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E D I TO R I A L Mailand oder Madrid? Hauptsache Italien! Liebe Leserinnen, liebe Leser, wenig macht glücklicher als ein guter Schuss, soll ein großer Schriftsteller mal gesagt haben. Recht hat der Mann. Fußball ist nun mal das beste aller Spiele. Viel variabler zum Beispiel als Basketball, wo Körbe im Sekundentakt geworfen werden und am Ende immer das bessere Team gewinnt. Im Fußball kann alles passieren: Endlose öde Minuten statischer Unbeweglichkeit und ohne Offensivaktionen, was sich aber jederzeit ändern kann. Meist entscheiden dann ein paar Augenblicke ein ganzes Spiel. Journalist Oliver Gehrs schrieb in seinem DUMMY-Magazin: »Fußball ist ergebnisorientiert, klar, manchmal aber auch sowas von schön, er ist kraftvoll und filigran, spontan und systematisch, simpel wie ein Gerd-Müller-Tor und komplex wie das Rasenschach der Ajax-Schule, er versammelt grölende Dumpfbirnen und Feingeister im selben Stadion, weil nichts dynamischer, nichts erhebender ist als die Wucht eines Volleyschusses aus vollem Lauf, als ein gut getimeter Kopfball oder eine fein geschlagene Flanke. Vor allem aber ist Fußball im entscheidenden Punkt wie das Leben: Das Urteil über Jubel und Trauer fällt in den seltensten Fällen ganz gerecht.« Im Vorfeld der Fußballeuropameisterschaft widmen wir unser Titelthema selbstverständlich dem besten aller Spiele. Wir sprachen mit Maurizio Gaudino über seinen aktuellen Job als Spielerberater und den Fußballgott. Autor Wolfgang Fischer beschäftigt sich mit sportlichen Großereignissen in Ländern mit fragwürdigem Demokratiebegriff. Wir zeigen fantastische Illustrationen des Bosniers. Und es gibt ein legendäres Torwandduell zum nachlesen. Nachdem Ehefrau Kirstin einmal davon geträumt hat, verfilmte der diplomierte Drehbuchautor Nicolai Köppel die Geschichte »Heimspiel« aus seinem Buch. Der Streifen ist erstmals am 20. Juli 2012 auf dem Internationalen Kurzfilmfestival im Mobilat in Heilbronn zu sehen. Unsere Reporterin Maria Sanders hat den Heilbronner Autor und Filmemacher zu Hause besucht. Dass er so gut Geschichten erzählen kann, sagt Köppel, liege auch an seiner jugendlichen Akne. Im Schloss Heinsheim trafen wir Felix von Racknitz. Der Musiker und Produzent hat für die Aufführung des »Götz von Berlichingen« von Goethe die Musik geschrieben. Eine neue Erfahrung für den »Baron von Heinsheim«. Außerdem sprachen wir mit ihm über seine neue Veranstaltungsreihe »Barons Up!«, georgische Chöre und autarkes Leben in Schottland. Für unser Interview des Monats sprach Robert Mucha mit Steffen Möller, der es in Polen, einem der beiden Gastgeberländer der Europameisterschaft, als Schauspieler und Kabarettist zum Star gebracht hat. Inzwischen nennen wir uns gegenseitig, ganz nach polnischen Gepflogenheiten, Steffek und Robciu. Und nun: Anpfiff für die Mittelstürmerausgabe von HANIX. Mit der Nummer 9 verabschieden wir uns in die Sommerpause und hoffen, dass diese Ausgabe so viel Spaß macht, wie ein Golden Goal von Oliver Bierhoff anno 1996. Jubel noch einmal Angie: Fußball ist das beste Spiel der Welt. Zur Europameisterschaft widmen wir uns dem alten englischen Spiel. Felix von Racknitz: Der Musiker, Veranstalter und Produzent steht in diesem Jahr bei den Jagsthausener Burgfestspielen auf der Bühne. Darüber hinaus veranstaltet er in einem umgebauten Schafstall seine Konzertreihe »Barons Up!«

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BEDIENUNG DES MAGAZINS INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 HIER GEHT'S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE.

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº9 18 ROBERT M U C H A MEINE PLATTENKISTE 36 F E L I X VO N R AC K N I T Z MUSIKKOFFER 44 N I CO L A I KÖPPEL KULTURBEUTEL HANIX-Chefredakteur Robert Mucha stellt seine Top-Fußballsongs vor. Mit dabei sind Norddeutsche, Italiener und der FC Liverpool. Wir trafen Felix von Racknitz im Schloss Heinsheim und sprachen mit dem »Baron« über Georgien, Sting und den gescheiterten Versuch in Schottland autark zu leben. Unsere Reporterin Maria Sanders hat den Heilbronner Autor und Filmemacher zu Hause besucht. Das er anscheinend so gut Geschichten erzählen kann, sagt Köppel, liege auch an seiner jugendlichen Akne. 50 THOM A S AURIC H DER KÜHLSCHRANK VON... Thomas Aurich kennt in Heilbronn jeder. In seinem Wohnbüro haben wir uns vom Gastronom asiatisches Fondue kredenzen lassen. Und selbstredend Wein. Sehr viel Wein! 52 MEXICANIDAD KUNSTREGION 60 I M G E S P RÄCH: S T E F F EN M Ö L L ER INTERVIEW DES MONATS In der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall ist aktuell noch bis in den August die Ausstellung »Mexicanidad« zu sehen. Steffen Möller hat 1994 einen Sprachkurs in Polen belegt und ist inzwischen ein großer Star in Polen.

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H Ö L L E B LÖ M S & J AG S T H AU S E N STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 GLEICH FUSSBALL UND KEIN BIER SMS MICH MAL 66 FUSSBALL TITELTHEMA F U S S B A L L & D U RC H FA L L DER »DITTRICH, KLOTZ & KÖNI«-SKETCH Eines der berühmtesten Zitate über Fußball stammt von William `Bill´Shankly, dem legendären Trainer des FC Liverpool in den 50er, 60er und 70er Jahren. Der Mann wusste es. Fußball ist vielleicht sogar etwas mehr als die schönste Nebensache der Welt: »Some people believe football is a matter of life and death, I am very disappointed with that attitude. I can assure you it is much, much more important than that.« G E L B E S B LU M E N M E E R HEIMATLIEBE K A R I E R R E S TA RT E N . D E & FUSSBALLSCHULE MARIC AUSBILDUNG & MACHER IM UNTERLAND 30&34 ZWISCHENMENSCHLICHES PARTHENAS WELT WUNDERBARES MARRAKESH & J O G A B O N I TO BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS MARRAKESH / NEI`GSCHMECKT 128 & 130 BASHIRI JOHNSON FROM NEW YORK CITY TO HEILBRONX 12 6 GEWIN N M A L WIE D E R QUIZ WIESBADEN, 2005 VIA ARCHIV M AT T H I A S U B E R I G BERLIN CALLING Mal wieder feine Preise gibt es in unserem Quiz abzustauben, um im Fußballjargon zu bleiben. HISTORISCHER SCHUSS WA RT B E RG V E R A N S TA LT U N G S K A L E N D E R JUNI/JULI VERANSTALTUNGSKALENDER LESERBRIEFE/IMPRESSUM (140)

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DAS HANIX TEAM WER UND WIESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 34 JAHRE JESSICA ZIPPAN VERMARKTUNG/ANZEIGENVERKAUF 22 JAHRE Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. Der Vogel kämpft sich aus dem Ei und wir sind mit dabei! Die Werbeagentur Hettenbach freut sich auf die Zusammenarbeit. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i m e d i a l e Ma g a z i n f ü r d i e Region Heilbronn - f ü r L e se r, d i e i n t e re s s i e r t , kulturell aufgeschlo s s e n u n d n e u g i e r i g a u f e i n en alternativen Blick a u f St a d t - . L a n d k re i s - u n d S zenekultur sind. WER MACHT HANIX? Heilbro n n e r Me d i e n - u n d Ku l t u r s chaffende, die ihre Er f a h r u n g e n u . a . i n Be r l i n , München, Stuttgar t od e r Ha m b u r g g e s a m m e l t h a b en und nun etwas in i h re r He i m a t b e we g e n w o l l en. WA S W I L L H A N I X ? MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION 38 JAHRE Das m u l t i m e d i a l e Ma g a z i n f ü r L e u te und Gesell s c h a f t d e r Re g i o n He i l b ro n n will mit spann enden , u n t e r h a l t s a m e n u n d i n f o r mativen Beiträgen di e re g i o n a l e Me d i e n l a n d s c h a f t bereichern. Bier zapfen alleine macht nicht glücklich. Außerdem erstelle ich für´s Leben gerne Terminpläne, die dann hoffentlich jeder einhält.

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SEVTAP CELIK GRAFIK 26 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 28 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Heilbronn wird in den nächsten Jahren wachsen. Und dieses Magazin wird die Stadt dabei begleiten. Klar will ich dabei mitwirken! »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA PR, NETZWERK & FILM 26 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION & FILM 35 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 24 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 38 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 35 JAHRE ROBERT BEUTELSPACHER FILM & ANIMATION 25 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar - die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Mein Chef hat gesagt, wir machen jetzt ein Magazin. Jetzt mache ich das und habe auch noch Spaß dabei. Danke, Chef. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 21 JAHRE WOLFGANG FISCHER REDAKTION 62 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 38 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Weil ich noch jung genug bin. Nach knapp vier Jahrzehnten Arbeit bei Printmedien freue ich mich auf ein neues Kapitel des Journalismus. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit - und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION 37 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 29 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 42 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. STEVEN ZULEGER VIDEO 29 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 46 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 56 JAHRE Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTL EBEN: JUNI & JULI 2012 H Ö L L E B LÖ M S S C H M E C K T ! He i l b ro n n h a t s e i t k u r zem eine Holunderbrause als nichtalkoholisches St a d t g e t r ä n k . Wi r h a b e n mit Jörg Plieschke von der Stadtinitiative über » Hö l l e b l ö m s « g e s p ro c h e n. HANIX -- Herr Plieschke, Sie sind City-Manager für die Stadtinitiative Heilbronn. Seit neuestem gibt es eine von der Stadtinitiative ins Leben gerufene Heilbronner Holunderbrause mit dem merkwürdigen Namen »Hölleblöms«. Wann kam es zu dieser Idee? JÖRG PLIESCHKE -- Das ist nun schon ein Jahr her, dass wir angefangen haben, darüber nachzudenken. Wir haben viele typische Heilbronner Getränke in der Stadt, die auch alle klasse sind. Aber es gab noch kein Angebot im nichtalkoholischen Bereich. Diese Lücke soll »Hölleblöms« nun schließen. HANIX -- »Hölleblöms« ist eine Holunderlimonade. Was hat Holunder bitte mit Heilbronn zu tun? Erklären Sie es uns. Das will ich Ihnen gerne erzählen. Die Erklärung steht aber auch auf dem Etikett der Flasche. Das Käthchen von Heilbronn flieht bekanntlich von zu Hause. Auf ihrer Flucht nächtigt sie auch einmal unter einem Holunderbusch. Diese Szene finde ich von Kleist sehr charmant dargestellt. Sie ist sozusagen die Grundlage für unser »Hölleblöms«. JÖRG PLIESCHKE -- HANIX -- Die Entwicklung des Getränks war sicherlich kein Alleingang von ihnen. Wer hat sonst noch an »Hölleblöms« mitgewirkt?

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STADTLEBEN: JUNI & JULI 2012 Das hat im kleinen Kreis mit Thomas Pfeffer und mir angefangen. Wir sinnierten über die Heilbronner Produktpalette. Dann hat ein Wort das andere ergeben, und am Ende stand der Name fest. Und, dass es ein Holundergetränk werden soll. Es gab dann mehrere Probedurchläufe. Jetzt haben wir die Zutaten, die wir möchten und den Geschmack, den wir uns gewünscht haben. JÖRG PLIESCHKE -- HANIX -- Abschließend die wichtigste Frage: Wie schmeckt »Hölleblöms« eigentlich? STADT HEILBRONN : SPORTPLÄTZE insgesamt davon Freizeitsport-/Bolzplätze und Gymnastikwiesen 30 Kleinspielfelder 45 Normalspielfelder 29 Sportplätze mit 400 m-Bahn 4 Sehr gut natürlich! »Hölleblöms« kommt zunächst mit etwas weniger Geschmack und viel Säure und Süße. Nach dem Schlucken entwickelt sich der Geschmack erst so richtig, und bleibt dadurch viel länger erhalten. Hölleblöms ist süß. Es ist aber auch sauer, und erfrischt. Zudem ist es mit wenig Kohlensäure angereichert. Das habe ich mir übrigens nicht selbst ausgedacht, sondern die geschmackliche Einschätzung kommt von einem professionellen Getränketester. JÖRG PLIESCHKE -- Auf einem Nebenplatz des Frankenstadions während des Landesturnfestes. Unter den wenigen Zuschauern ein kleines, drei bis vier Jahre altes Mädchen. Sie hüpfte singend und tanzend umher, drehte sich, machte Faxen...und rannte Wumms gegen die Bande. Sie lief zu ihrer Mama und beschwerte sich: »Mama, Du musst auch auf mich aufpassen, jetzt habe ich mir wehgetan.«

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L ANDLEBEN: JUNI & JULI 2012 B U RG F E S T S P I E L E J AG S T H AU S E N Das Traditionsstück "Götz von Berlichingen" der Burgfestspiele Jagsthausen wird am 6. Juni 2012 die 63. Spielzeit in der Götzenburg eröffnen. Inszeniert wird Goethes Schauspiel von dem dänischen Regisseur Jan Maagaard. Als Schauspieler für die Titelrolle konnte der schwedische Schauspieler Peter Haber gewonnen werden, der einem breiten Publikum durch seine Fernsehrolle als Kommissar Beck bekannt ist. In die Rolle der Adelheid schlüpft Karin Klein, die zu Beginn ihrer Bühnenlaufbahn am Theater Heilbronn engagiert war. Adelbert von Weislingen, der große Gegenspieler des Ritters mit der eisernen Hand, wird von Walter von Hauff gespielt. Mit einer Götz-Aufführung am Sonntag, den 19. August, endet die Spielzeit. L ANDKREIS HEI L B RO N N : Ein ehemaliger VfRler, der das vorletzte Bezirksliga-Auswärtsspiel des FC Heilbronn in Hardthausen (Endergebnis 1:1) begleitete: »Früher bin ich alleine nach Hardthausen, Wüstenrot oder Cleebronn gefahren und habe regelmäßig zweistellig gewonnen. Traurig ist das, traurig!« SPORTPLÄTZE insgesamt davon Freizeitsport-/Bolzplätze und Gymnastikwiesen 26 Kleinspielfelder 91 Normalspielfelder 158 Sportplätze mit 400 m-Bahn 20

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ver ati ern alt icnk Bl zene r S u kult at eim H erig ugi e llendark a t ssant intere pen rup uff weitens a zielg iales imed t mulgazin Ma nt i v ikati am mun rks om ewi erb www.hanix-mediadaten.de WERBUNG 2.0 reich tiv rak e takt kon ativnd nov age in usr era nsiv inte ion eg R rellltsam ulturha k te un nn bro eil H e mativ infor äge Beitr spann affin

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SM S M I C H M A L ! UNGEWOLLT LITERARISCHES IN CA. 240 ZEICHEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON WWW.SMSVONGESTERNNACHT.DE Die Fußballbraut tat ihren Bierdurst über ein HTC Hero kund. 2 0 : 3 2 Oh Go t t , i c h h a b n u r n o c h e i n Bi e r ! E I N S ! Wa s t r i n k i c h j e t z t z u m Fu ß b a l l s c h a u e n ? ! Ic h h a b c a . 3 To n n e n C h i c k e n w i n g s i n e i n e m Ei m e r u n d K E I N B I E R ! Me i n L e b e n i s t vo r b e i , i c h we rd e b i e r l o s s t e r b e n , a d i e u s c h ö n e We l t . . . 2 0 : 4 1 Ma n c h m a l g l a u b i c h e c ht, i c h b i n m i t e i n e m Ke r l z u s a m m e n , S c h a t z . . . - . - Ic h b i n i n 3 Mi n u t e n d a , b r i n g e Bi e r m i t . Ha l t d u rc h , Sü ß e . : * ZEICHEN FACTS 19.05.2012 DATUM 20:32 UHRZEIT Der glückliche Lebensgefährte antwortete mit seinem Nokia Lumia 800. Biermangel zum Champions-League-Finale gerade noch abgewendet: Verdrehte Welt bei diesem Pärchen. Frau sitzt zu Hause auf dem Trockenen und Fußball fängt gleich an. Doch ihr tapferer Ritter ist mit kühler Gerstenkaltschale schon unterwegs. ZEICHEN

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H A R A L D L I E S T H A R A L D L I E S T TEXT: HARALD RIEGG; VIDEO & SCHNITT; STEVEN ZULEGER; TON: PHILIPP SEITZ PFEFFER lebensmittel IM ZEHENDER AM MARKT Ha r a l d R i e g g s c h re i b t Ku r zgeschichten, ließt diese vor und veröffentlicht a u c h i n Bü c h e r n . Fü r u ns hat er diesmal »Alles Gerda« eingelesen. Ei n n i c h t g ä n z l i c h a p p e t i tlicher Text in dem die Dritten Zähne und ein a m p u t i e r t e r A r m s t u mpf nicht unwichtige Nebenrolle spielen. PFEFFER lebensmittel TAGBAR UND FEINKOSTVERSAND PFEFFER IM ZEHENDER AM MARKT -- MARKTPLATZ 12 DONNERSTAG UND FREITAG 10 -19 UHR, SAMSTAG 9 -15 UHR PFEFFER TAGBAR -- FRANKFURTER STRASSE 16.1 MONTAG BIS MITTWOCH 10 -15 UHR MITTAGSTISCH AN DER LANGEN TAFEL 12-14 UHR DAS KLEINE MENÜ -- VORSPEISE, HAUPTSPEISE, KAFFEE: 13 EUR / NUR HAUPTGANG: 7,50 EUR WWW.PFEFFER-LEBENSMITTEL.DE

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MEINE PL ATTENKISTE: ROBERT MUCHA TEXT:ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE FUSSBALL IST IMMER NOCH WICHTIG! Eigentlich wollen wir nicht selbst Teil unserer Berichterstattung sein. Doch als klar war, dass diese Plattenkiste etwas mit Fußball zu tun haben sollte, kam nur HANIX-Mannschaftskapitän Robert Mucha in Frage. Schließlich war er sechs Jahre für 11 FREUNDE in Sachen Fußballkultur und -musik unter wegs. Hier also seine Top fünf Fußballsongs.

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MEINE PL ATTENKISTE: ROBERT MUCHA Robert Muchas fünf Lieblingfußballsongs: 4 . F e t t e s Brot mit Marc u s W i e b u sch (Kettcar), C a r s t e n F riedrichs (Sup e r p u n k ) & Bela B. (Die Ärzte) F u ß b a l l i st immer noch wichtig » S o s o l l ' s für immer s e i n , u n s er Schicks a l , k a n n regnen oder s c h n e i ' n , König Fußball, ` D u g e h s t niemals all e i n s t e h t auf unserem Schal...« 5 . S p o r t f reunde Stiller. Ich Roque » K e i n W o r t zu niemandem, w i e i c h a lle toppe ich s a g ' s n u r meinem Fanb l o c k : I c h roque!« 1. FC Liverpool & Fans You´ll never walk alone »Walk on through the wind, Walk on through the rain, Tho' your dreams be tossed and blown, Walk on, walk on, With hope in your heart And you'll never walk alone« 2. Tomte, Das hier ist Fußball »Würde es gehen würde ich Dich umarmen, das hier ist Fußball, das hier sind Dramen!« 3. Gianna Nannini und Edoardo Bennato. Un´estate italiana »Notti magiche inseguendo un goal« Er wird nie einer der großen Namen in der Historie des FC Bayern sein. Ich meine Roque Santa Cruz. Trotzdem mochte ich die Art, wie der Mann aus Paraguay Fußball spielte. Die Sportfreunde Stiller nahmen während der Bayern-Zeit des Südamerikaners einen schmissigen Song mit und zu Ehren des Stürmers auf. Der Titel des Songs hat sich mehr als aufgedrängt. Das Lied heißt schlicht »Ich Roque«. Ich mag den Song. Eine Hymne an den Fußballsport haben Fettes Brot geschrieben. Mit Unterstützung von Kettcar, Superpunk und Bela B. von den Ärzten haben die Norddeutschen erkannt, dass Fußball immer noch wichtig ist. Selbst wenn man es schafft sich eine Zeit lang abzuwenden: Irgendwann packt es den Fan doch wieder. Ein Lied von Fans für Fans! Als die deutsche Fußballnationalmannschaft 1990 Weltmeister in Italien wurde, habe ich als kleiner Kicker des VfR Heilbronn natürlich das Turnier verfolgt. Damals gab es noch keine Public Viewings und die Sporthosen der Fußballprofis saßen noch sehr knapp und körperbetont. Dennoch hat mich das Turnier unheimlich mitgerissen. Nach dem Endspiel bin ich mit Freunden in die völlig überfüllte Stadt und habe die Atmosphäre der weltmeisterlichen Feierlichkeiten auf der Allee und dem Kiliansplatz aufgesogen wie ein Schwamm. Gianna Nanninis Song begleitete mich während dieser WM. Thees Uhlmann von Tomte hat für mich die herzzerreißendste Hymne geschrieben, die man als Musiker seinem Lieblingsverein widmen kann. Thees ist St. Pauli- Fan und hat »Das hier ist Fußball« für den Kiezklub aus Hamburg geschrieben. »Tragik ist wie Liebe, ohne Happyend. Und eines ist wirklich sicher, dass St. Pau19 li die Tragik kennt.« Bei diesen Zeilen hat jeder echte Fußballfan Pipi in den Augen. Sicher eine etwas langweilige Wahl. Doch meine klare Nummer Eins ist »You´ll never walk alone«. 2005 habe ich in Istanbul das ChampionsLeague-Finale zwischen dem AC Mailand und dem FC Liverpool live im Stadion verfolgen dürfen. Dieses Spiel ist sicher eines der größten, der Fußballhistorie. Nach einem 0:3-Pausenrückstand gelang dem FC Liverpool die »Mutter aller Comebacks« der Fußballgeschichte. Die Briten wurden im Elfmeterschießen Champions-League-Sieger und die 35000 mitgereisten Fans der »Reds« sangen nach dem entscheidenden Elfmeter, aus vollster Brust und mit glückseligstem Gemüt »You´ll never walk alone«. Diesen Sound werde ich nie vergessen.

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D I T T R I C H , K L O T Z & K Ö N I ! Di t t r i c h , K l o tz & Köni drehen lustige Filme. Sk e t c h e z u m Beispiel. Seppl hat ein neues Lied g e s c h r i e b e n u nd trägt es voller Inbr unst vor. Do c h s e i n Ba n dkollege Günther hat anderes im Ko p f...es kommt zum Eklat!! Di e s m al: Fußball & Durchfall D I T T R I C H , KLOTZ & KÖNI SIND BUCHBAR! K ONTAKT: 0176/99053371 W W W . DERDRANGZUMKLANG@WEB.DE W WW.LISAMARIAKLOTZ.DE

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON LEO VOLLAND, ROBERT MUCHA & PATRICK LABITZKE WAS GUCKST DU? In der Heilbronner Innenstadt begegnet einem dieser erschrocken dreinschauende »Character«, wie es in der Graffittisprache heisst. So auch an der Ecke Rosenbergstraße/Kurze Straße.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GELBES BLUMENMEER Der Frühling entfaltete im Mai seine volle Kraft. Wie hier bei Stocksberg sprießt es in der ganzen Region.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION FRÜHJAHRSPUTZ Wie jedes Jahr luden die Jungs von POGO, der Long- und Snowboardmanufaktur aus Hößlinsülz, zu ihrem Frühjahrsputz. Bestes Wetter und gut gelaunte Besucher sorgten für beste Laune.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION COMPLEX23 »COMPLEX23 ist der Zusammenschluss vieler kleiner Projekte zu einem komplexen Ganzen. Aus verschiedenen Philosophien, geprägt durch verschiedene Menschen, entsteht ein Ort an dem Kunst und Kultur gelebt wird«, so die COMPLEX-Macher. Zur Eröffnung am 23. Mai in der Salzstraße 23 gab es neben den umgebauten und renovierten Räumlichkeiten parallel die Ausstellungseröffnung »festgeld & zahnersatz« von Viagrafik zu sehen. Die Wiesbadener Künstlercombo hat auch die Sanitärräume im COMPLEX23 gestaltet.

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"Geredet wurde schon viel, jetzt was für die rechte Gehirnhälfte"

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M A C H E R U N T E R L A N D : F U S S B A L L S C H U L E M A R I C FOTOS: MEHMET FILIZ PRODUKTION: PHILIPP KIONKA Au c h i n He i l b ro n n i s t Fu ß ball immer noch die Spor tar t Nummer Eins. Tro t z e i n e s g ro ß e n Ta l s d e r Tränen, durch das der Heilbronner Fußball i n d e n l e t z t e n Ja h re n g e d r i bbelt ist. Damit dies in Zukunft besser wird, h a t Ex - Pro f i Ma r i j o Ma r i c , der die Trainer A-Lizenz des DFB besitzt, i m l e t z t e n Ja h r seine Fußballschule eröffnet.

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INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: DANIEL NASSE » E S R E G I O N V I E L E G I B T D E R Z U E I N D E U T I G C OV E R B A N D S «

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MUSIKKOFFER: FELIX VON R ACKNITZ Felix von Racknitz ist durch die Musik viel herumgekommen in der Welt. Seit einigen Jahren ist er wieder in seiner alten Heimat Heinsheim zurück. In einem umgebauten Schafstall im Schloss Heinsheim findet die von ihm veranstaltetete »Barons Up«-Show statt. Dort sollen vor allem Musiker auftreten, die ihre Musik und Texte noch selber schreiben. Wir sprachen mit dem Buddhisten über autarkes Leben in Schottland, die Zusammenarbeit mit Sting und seine weiteren Projekte. HANIX -- Felix, zu unserer Schande müssen wir gestehen, dass Du uns bis dato unbekannt warst. Wir sind durch deine neue Veranstaltungsreihe »Barons Up«, die im Schloss Heinsheim stattfindet, auf dich aufmerksam geworden. Ein kurzer Abriss deines musikalischen Schaffens würde uns freuen. Das liegt vieleicht daran das ich unbekannt bin ? Nach Abitur und Bundeswehr war ich sechs Monate in Neuseeland. Dort heuerte ich auf einem Containerschiff an und reiste über den Pazifik durch den Panamakanal nach New York . Auf dieser Reise wurde mir klar, dass ich in meinem Leben nur etwas tun konnte wofür ich große Leidenschaft hatte. Das war immer meine Musik. Mit 15 begann ich meine ersten Songs zu schreiben. Meine Eltern hätten sich zwar gewünscht, dass ich Hotelier werde um den den Familienbetrieb zu übernehmen - ich musste sie diesbezüglich leider Entäuschen. Als ich zurück kam habe ich eine Ausbildung an der »SAETontechnikschule« absolviert und bekam gleichzeitig eine Praktikumsstelle in den Tonstudios von Lesley Mandoki. Kurz darauf schloss ich einen Plattenvertrag bei BMG ab - das Projekt floppte zum Glück - der Song war schrecklich (lacht). So blieb ich dann über zwei Jahre in München. Es ging damals alles sehr schnell mit dem Einstieg ins Musikgeschäft und ich hatte irgendwann das Gefühl, FELIX VON RACKNITZ -- dass ich meine musikalischen Kenntnisse vertiefen wollte. Also ging ich dann nach Wien und habe dort Jazzgesang am Prayer Konservatorium studiert. Nebenbei eröffnete ich mein erstes Studio und begann zu produzieren. Danach ging ich dann nach Schottland um unter anderem mein Englisch zu verbessern - da ich schon damals englischsprachige Songs schrieb. Ich hatte zwar schon einige Monate englisch im Ausland gesprochen, wollte aber tiefer in die Sprache einsteigen . HANIX -- Wie kommt man dazu als Badener gerade nach Schottland zu gehen? Letztendlich kam dies über meine Schwester, die damals in Aberdeen studierte, zustande. Sie kannte ein paar Leute, die ein altes Dorf wieder zum Leben erwecken wollten und ich musste einfach mal ein Jahr raus aus dem ganzen Business. In Schottland habe ich dann unter anderem die erste Produktion für mein eigenes, damals neu gegründetes, Label »Fish and Cycle« gemacht. In dieser Zeit habe ich einen Job in einem Studio angenommen und zusammen mit ein paar Leuten ein Baumpflanz -Projekt an der Westküste gegründet, um den langen Traum vom autarken Leben zu verwirklichen. Wir haben auch an die 20000 Bäume gepflanzt und Ökohäuser gebaut. Irgendwannzu zog es mich dann doch wieder nach Deutschland - auch weil mir in der Einsamkeit die FELIX VON RACKNITZ --

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MUSIKKOFFER: FELIX VON R ACKNITZ Kohle ausging. Dies war dann auch der Zeitpunkt zu dem ich in den Jazz- und Worldbereich eingestiegen bin. Ich bin aber immer noch oft in Schottland, da Sarah, meine Verlobte, von dort stammt. HANIX -- Und seit dem lebst Du wieder hier in deiner alten Heimat? nicht irgendwann leer oder überarbeitet? Mehr oder Weniger . 1994 habe ich die damals recht bekannte georgische Worldjazz Band Adio produziert und Tourneen durch Europa gemacht. Durch dieses Projekt hat es mich auch nach Georgien verschlagen. Ich fand dieses Land von Anfang an faszinierend, da es eine sehr reiche Musik- und Kunsttradition hat. Nach dem Bürgerkrieg 1993 sind leider viele begabte Menschen aus Georgien ausgewandert und die Kultur lag ziemlich brach. Also habe ich dann mit einem georgischen Partner in Tiflis ein Tonstudio aufgemacht. Das war übrigens das erste digitale Tonstudio im Kaukasus. In fünf Jahren haben wir ungefähr 400 Produktionen verschiedenster Art gemacht. Damals pendelte ich mehere Male im Jahr zwischen Deutschland und Tiflis. FELIX VON RACKNITZ -- HANIX -- Das klingt nach sehr viel Arbeit. Warst Du Ich habe zum Buddhismus gefunden, und wollte tatsächlich ein bisschen raus aus dem Musikgeschäft. Mein damaliger Buddhismus-Lehrer hat mich allerdings angeregt eine CD mit vielen großen Künstlern, wie beispielsweise mit Sting zu produzieren, was ich dann auch getan habe. FELIX VON RACKNITZ -- HANIX -- Du kennst Sting persönlich? Wir sind ein bisschen beeindruckt. Nein nicht wirklich. Ich habe ihn mal bei einem Essen kennengelernt als ich 1989 auf seiner Tounee arbeitete. Und viel später kam das besagte Stupa Projekt. Seine Musik hat mich seit seiner Police-Zeit immer sehr inspiriert - er hatte irgendwie »Götterstatus«. Die menschliche Begegnung hat mich eher enttäuscht, was letztendlich ja sehr hilfreich ist, sein »Idol« als normalen Menschen wahrzunehmen. FELIX VON RACKNITZ -- HANIX -- Deine neue Veranstaltungsreihe heisst »Barons Up!«. Worum geht es dabei? Mir ist wichtig, dass wir Musik von Künstlern präsentieren, die ihre eigenen Sachen schFELIX VON RACKNITZ --

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MUSIKKOFFER: MIT DEN DEAD R ACOONS SCHÖN, DIE WAHL ZU HABEN... MAKING OF / FOTOGALERIE FACEBOOK.COM/YOANDGO2

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MUSIKKOFFER: FELIX VON R ACKNITZ reiben und wir wollen Schritt für Schritt weg von der Covergeschichte. Die Zuschauer sollen es wieder zu schätzen wissen, wenn man selbst komponierte Musik anbietet denn hier in der Region gibt es eindeutig zu viele Coverbands. Ich finde es immer schade, wenn man die durchaus guten Talente in den Castingshows mit nachgesungenen Liedern verheizt. Als Giovanni, Rino und Rüdiger von »The Voice of Germany« in unserer Show waren, konnten sie zeigen das sie ausser Coversängern wirklich eigenständige Künstler sind. Letztendlich geht es bei den Shows nur darum Kohle von Songs aus dem Katalog von Universal einzuspielen - da gibt es nichts neues. HANIX -- Die Konzerte werden auch gefilmt. Sind die Videos schon irgendwo zu sehen? Du willst dafür ein Internet-Portal auf die Beine stellen, wenn wir richtig informiert sind. HANIX -- Für welches Publikum sind deine »Barons Up!«-Shows eigentlich die richtige Veransaltung? Ich habe mich nie auf eine bestimmte Zielgruppe festgelegt und somit ist so ziemlich jeder willkommen dem Musik Spaß macht. Was ich beobachtet habe ist, dass in unseren Shows sowohl 16-jährige als auch 80-jährige anwesend sind. Das freut mich. FELIX VON RACKNITZ -- HANIX -- Die ganze Veranstaltung findet in einem alten, umgebauten Schafstall statt - unweit des Schlosses in Heinsheim. Wie sind die Reaktionen auf die unegwöhnliche Location? Die Filme gibt es aus Rechtegründen leider noch nicht zu sehen. Momentan sind wir noch am Sammeln des Materials, wobei hier schon über 40 Stunden fertig geschnitten und somit vorhanden sind. Jetzt geht es darum Sponsoren zu finden und das Portal final auf die Beine zu stellen. FELIX VON RACKNITZ -- Der Schafstall war urprünglich die alte Weinzehntscheur in der die Trauben aus dem Dorf gekeltert wurden. Das Gebäude ist das älteste auf dem Areal. Durch die alten Säulen hat er eine fantastische Athmosphäre und klingt außerdem auch sehr gut. Wir machen »Barons Up!« ungefähr alle sechs Wochen. Gerade haben wir aber Sommerpause bis in den Spätsommer. Die Leute kommen inzwischen von weit her - sogar aus der Schweiz und Holland. Es bietet sich an die Veranstaltung mit einem Kurzurlaub im Hotel zu verbinden. Abgesehen von der Musik, den Interviews und Comedyeinlagen, ist »BaFELIX VON RACKNITZ --

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MUSIKKOFFER: FELIX VON R ACKNITZ rons Up!« einfach eine super Party, die sich mit der Großstadt messen kann. An Wochenenden, an denen keine Show ansteht, finden hier überwiegend Hochzeiten statt. HANIX -- Passiert hier am Schloss Heinsheim darüber hinaus auch noch weiteres oder ist die musikalische Veranstaltungsbreite mit »Barons Up!« abgedeckt? HANIX -- Deine Verlobte ist Musikerin und Musiklehrerin und tritt hier in Heinsheim auch mit ihrer schottischen Geige auf. Hier passiert durchaus mehr. Da »Barons Up!« immer mit einem riesen Aufwand verbunden ist - oft haben wir elf Musiker auf der Bühen, dazu noch Kamerateam und so weiter. Deshalb haben wir uns entschlossen auch kleinere Events zu machen. Dazu habe ich mit Sarah eine Bar im Keller des Restaurants mit Lounge Biergarten umgebaut. Die ist wirlich toll geworden - angeleht an ein Schottisches Pub. Deshalb auch der Name »Mac Leouds Country Club«. Sarah ist immerhin eine echte MacLeod. Ab Mitte Juni wollen wir jeden Sonntag einen »Easy Sunday« veranstalten - mit Livemusik , Grillen und selber Pizzabacken. Ein echtes Familien-Event eben, damit die Eltern die zu »Barons Up!« kommen auch mal die Kids mitbringen können. Darauf freuen wir uns schon. Nebenbei machen wir dort auch eine Austellung des Ost-Berliner Malers Dieter Kaufmann - wirklich sehenswerte Bilder die unsere Bar zum Leben erwecken. FELIX VON RACKNITZ -- HANIX --Seit wann nutzt Du dieses Gelände für derartige Events? Ja, Sarah hat in Glasgow Musik studiert, dort den Schwerpunkt schottische Geige belegt und die höchste Auszeichnung die es in diesem Business gibt, den »Glenfiddich«-Award, gewonnen. Da ich das Studio habe, hat es sich automatisch ergeben, dass wir viel zusammen ausprobiert und geschrieben haben. Wir haben ein Quartett, das »Fiddle Passion Orchestra«, gegründet, mit der Idee irgendwann eine CD zu produzieren. Ihr Schwerpunkt in Schottland war aber das Unterrichten, da sie eine fantastische Lehrerin ist. Dies war natürlich hier nicht mehr so intensiv möglich und somit wurde die Idee der Onlineschule (www.fiddlepassion.com), in der man über Skype Geigenunterricht bekommt, geboren. Die Idee, die dahintersteckt, ist eine Art Online-Orchester in dem Leute das musikalische Repertoire per Video erlernen und sich dann in ihren jeweiligen Regionen zu Workshops treffen. Irgendwann, ich denke in den nächsten fünf Jahren, wollen wir dann alle zusammenbringen, um den Guiness-Buch-Rekord des größten Orchesters aufzustellen. Das ist aber nur eine spaßige Idee, zu ernst nehmen wir das mit dem Rekord nicht. FELIX VON RACKNITZ -- HANIX -- Du bist durch und für die Musik viel herum gekommen in der Welt. Gibt es für dich das eine beeindruckendste, unvergessliche Musikerlebnis? FELIX VON RACKNITZ -- Das ist schwer zu beantworten. Ich Ich habe eigentlich schon sehr früh, in den 90er Jahren, Konzerte hier veranstaltet mit Bands die ich produziert oder unterstützt habe. So gab es georgische Chöre, Jazzkonzerte, Jazzbrunch, Sommerfeste - alles Mögliche, allerdings meistens ohne Geld damit zu verdienen. Im Jahr 2008 haben wir in Zimmerhof in der Scheune das erste Mal die »Acccustiklounge« ins Leben gerufen. Jeden Donnerstag trafen sich Musiker und haben zusammen gejammt. Daraus entwickelte sich dann zwei drei Jahre später ein Projekt mit Musikern der Popakademie Mannheim. Das haben wir dann relativ schnell ausgebaut, aber auch das hat sich, von finanzieller Seite her, eher weniger gelohnt. Somit habe ich entschieden das Niveau ein wenig anzuheben, internationale Leute einzuladen und dann hat unter anderem Alison Sudol ihre neue CD vor ihrem Tourstart bei uns präsentiert. Die Idee war alles zu filmen und ein Portal zu gründen auf dem man sich die Konzerte anschauen kann. Um dem Ganzen ein persönlicheres Profil zu verleihen haben wir den Namen dann von »Acccustiklounge« in »Barons Up« geändert. FELIX VON RACKNITZ -- kann sagen, dass Oscar Peterson, Miles Davis oder auch Andre Segovia Musiker sind, die mich auf Konzerten bis heute nachhaltig berührt haben. Natürlich bin ich auch The Police auf viele Konzerte hinterher gereist und später auch Sting. Die jedoch spirituellste Musik, die ich bis jetzt selbst erfahren habe, war die Chormusik aus Georgien, die ich ja viel im Studio aufgenommnen habe. Ich denke Ravi Shankar ist für mich der größte noch lebende Musiker des 20. Jahrhunderts. Wenn man von musikalischer Erleuchtung sprechen kann, ist er sicher einer der es geschafft hat. HANIX -- Wer soviel wie Du unterwegs war, dem muss es hier in Heinsheim doch zu ruhig und provinziell sein. Zieht es dich noch oft hinaus in die Ferne? Ich denke in Zeiten des Internets sind die Grenzen der »Provinz« fliessend. Die Lebensqualität auf dem Land ist doch eindeutig besser. Wenn ich mal die große Stadt brauche, bin ich von hier aus in drei StunFELIX VON RACKNITZ --

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MUSIKKOFFER: FELIX VON R ACKNITZ den in Paris oder auch Berlin. Ansonsten halte ich mich hier an den Dalai Lama, der gesagt hat, dass man mindestens einmal im Jahr an einem fremden Ort sein muss. Das versuche ich auch. Ich komme durch meinen Job viel rum und wir sind natürlich öfters in Schottland, was meine zweite Heimat geworden ist. In letzter Zeit hat uns Indien sehr beeindruckt, wo wir bisher zweimal waren. Mich zieht es also schon noch raus in die Ferne, gerade deshalb ist es wichtig eine gute Basis zu haben. Hinzu kommt aber auch, dass viele interessante Leute uns hier besuchen. Ganz nach »Haus am See«, meinem Lieblingslied von Peter Fox: »Alle komm zu mir ich brauch nie raus zu gehen...!« Ein bisschen ist es hier ja wie in dem Lied und witzigerweise nennen wir unseren Pool vor dem Haus seit je her »See« (lacht). HANIX -- Auf nem Art FELIX Gelände deibie- aber das würde mich auch sehr interessieren. HANIX -- Im Juni beginnen die Burgfestspiele in Jagsthausen. Auch dort bist Du zu gegen und aktiv. Wir sind mit den zwei Sängern, die die Blues Brothers spielen, befreundet und daher waren wir im lezten Jahr ein paar mal in Jagsthausen und haben auch in der Hörbar im Burggraben gespielt. Daraufhin kam der Intendant der Festspiele und Jan Magaard, der jetzige Regisseur vom »Götz von Berlichingen« auf uns zu und fragte mich, ob wir nicht Lust hätten, die Musik für den »Götz« zu schreiben: Jan inszeniert die Urfassung von Goethes Stück, in der Gesang und Musik vorkommt. Ich habe die Musik geschrieben und wir spielen sie auch bei den Vorstellungen live. FELIX VON RACKNITZ -- HANIX -- Sicherlich ein ungeheurer Probenaufwand. Wie lange muss für solch eine Inszenierung werden? FELIX VON RACKNITZ geprobt test Du auch eine alternatives VON RACKWohnprojekt an. Wohnprojekt entspricht dem nicht ganz. Das ist ein natürlicher Prozess, also nichts Durchgeplantes. Eigentlich haben sich hier schon immer Freunde, Bekannte und Verwandte angesiedelt. Es gibt hier unter anderem eine Goldschmiede, einen Kinder-Tanz-Yoga-Raum, das Hotel bietet viele Meditationsprogramme an, was auch wieder Freunde von mir hierher bringt. Wir versuchen andauernd neue Wohnungen zu schaffen und den Platz auszubauen um mehr Leute hierher zu bringen. Wir müssen das alte Haus ja irgendwie erhalten. NITZ -- HANIX --Aus kultureller Sicht: Wie nimmst Du das Angebot, das es hier in der Region gibt wahr? Die Proben haben schon angefangen und wir sind jetzt dabei die einzelnen Szenen, auch mit dem Chor, einzustudieren. Die Hauptproben mit den kompletten Durchläufen fangen am 29. Mai an, also nur sieben Tage vor der Premiere am 6. Juni. Und dann werden insgesamt 14 Shows gespielt. -- HANIX -- Diese Art von Musikproduktion unterscheidet sich wahrscheinlich deutlich vom normalen Produktionsprozess. Ich muss gestehen, dass ich nie auf den Gaffenberg gehen wollte, bis dann doch mal hin bin und es eigentlich ganz okay fand. Das ist ein Festival, dass sich durchaus sehen lassen kann. Ich habe neulich gesehen, dass es in Heilbronn einen regelmäßigen Poetry Slam gibt. Leider habe ich es nicht geschafft dort hinzugehen, FELIX VON RACKNITZ -- Ich habe zwar schon Theatermusik gemacht, das Interessante hier ist aber, dass wir mit Gitarre und Geige live in den Szenen mitspielen. Jan Maagard ist ein fantastischer Regisseur, der genau weiß, was er will und sehr gut erklärt. Das ist für die Schauspieler und Statisten extrem wichtig. Das Spannende hier ist der Prozess von der theoretischen Idee zu Hause bis zur praktischen Umsetzung auf der Bühne. Ich lerne im Moment wieder viel dazu. FELIX VON RACKNITZ --

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KULTURBEUTEL: NICOL AI KÖPPEL TEXT & FOTOS: MARIA SANDERS » AU F E I N M A L I S T A L L E S A N D E R S « Vo m p i c k el i g e n Qu e rd e n k e r zum eloquenten Buchautor und Filmemacher. Ni c o l a i Kö p p e l e r z ä h l t vo n s e iner aufregendsten Zeit, war um es manchmal gu t i s t , s i c h a l s L o s e r z u f ü h l e n und worauf er sich im Juli am meisten freut.

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KULTURBEUTEL: NICOL AI KÖPPEL »Hallo«, sagt Nicolai Köppel und streckt die Hand zur Begrüßung entgegen. »Schön, dass Sie da sind.« Einen Schritt über die Türschwelle gewagt, geht es vom royalblau gestrichenen Flur weiter in Richtung senfgelber Küche. An der Wand hängen beigefarbene Strippen mit dutzenden Fotos und Postkarten. »Kaffee?«, fragt er und legt auch schon los. Er füllt den silbernen Kaffeekocher mit Wasser und Kaffee, und stellt ihn auf die Herdplatte. »Ich trinke gerne Kaffee«, sagt der 39-Jährige, während er die warme Milch mit einem Stabmixer aufschäumt. »Selber gemacht, schmeckt er einfach am besten.« Plötzlich schlängelt sich ein kleines schwarzes Ungetüm um Nicolais Beine. Hunderüde Benito streunert höchstpersönlich um Herrchens Füße. Dann bleibt Benito sitzen und schaut mit herzzerreißendem Blick zu ihm hinauf, als ob er seit einer halben Ewigkeit nichts mehr zu fressen bekommen hat. »Na gut, noch einer«, gibt Herrchen Nicolai nach, »aber dann ist Schluss.« Und so kramt er einen weiteren Hunde-Leckerli aus der raschelnden Verpackung. Artig sitzt Benito da, und nimmt sein Leckerli ehrwürdig entgegen. Nicolai Köppel ist in Berlin geboren. Als er ein Jahr alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Nürnberg. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Sachsenheim bei Ludwigsburg. »Ich wollte nichts von dem glauben, was mir andere sagten«, erzählt Köppel. Und anstatt Hausaufgaben zu machen, schrieb er lieber Kurzgeschichten. Er zitiert zwei Zeilen aus einer Zeugnisbeurteilung der ersten Klasse: »Nicolai schreibt Geschichten und trägt sie der Klasse unaufgefordert vor.« Die Lehrer hatten es schwer mit ihm. Oder anders gesagt, schwer hatte es dann Schüler Nicolai. »In der zehnten Klasse bin ich sitzen geblieben«, erinnert er sich an den damals schüchternen Jungen mit starker Akne im Gesicht. Heute ist Nicolai Köppel Buchautor und Filmproduzent und sagt: »Danke Akne, dass ich dich hatte.« Bei den Mädchen konnte er zwar nicht immer auf Anhieb landen, aber fürs Schreiben war es gut. »Ich weiß, wie es ist, wenn man sich als Loser fühlt«, sagt er und grinst verschmitzt. Das Abitur hat er dann mit 21 Jahren trotzdem noch geschafft. Sein Wunsch: »Ich wollte etwas ganz anderes machen«, erzählt er. Weder eine Ausbildung,

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KULTURBEUTEL: NICOL AI KÖPPEL noch ein Studienplatz kam dem damaligen Jüngling in den Sinn. Stattdessen jobbte er als Schlafwagenschaffner. Für ihn war es bis jetzt die schönste Zeit in seinem Leben. Ein Jahr lang fuhr er kreuz und quer durch ganz Deutschland. Davon war er 148 Mal auf Sylt. »Das war so eine Zeit, von der ich hoffe, dass sie nochmal wiederkommt«, sagt Köppel etwas wehmütig und schaut zur Seite. Dann kam der Wandel. Köppel macht eine Ausbildung zum Buchhändler und beginnt gleich nach seinem Abschluss ein Studium für Deutsch und Englisch in Stuttgart. Doch das Studium erweist sich nicht als vollkommen richtige Wahl. Nicolai Köppel ist ein Künstler, der lieber etwas Eigenes auf die Beine stellt. Deswegen fühlt er sich in der Literatur auch so wohl. »Künstler dürfen subjektiv sein, zumindest habe ich noch kein objektives Gedicht gelesen«, scherzt er. Einen besonderen Ort braucht er nicht, um seine Geschichten zu schreiben. Das eigene Zuhause ist ideal. Je nachdem welchen Raum man betritt, ist es so, als würde man in eine andere Welt eintauchen. Im Wohnzimmer geht es auf Reisen. Die Wände sind in dunkelblauer Wischtechnik gestrichen und von rechts grüßt eine zwei Meter hohe Gallionsfigur. Endlos viele Bilder von Verwandten und Bekannten aus den 1920iger Jahren zieren die Wände und jedes Möbelstück stammt aus einem anderen Jahrzehnt. Mit viel Liebe hat Nicolais Frau Kirstin die Zimmer gestaltet. Sie ist Bühnenmalerin am Heilbronner Stadttheater. »Nicolai liebt seine Arbeit«, sagt die 39-Jährige. »Und er ist ein Perfektionist.« Für Nicolai Köppel ist das LiteraturStipendium die erste Anerkennung gewesen, die er fürs Schreiben bekommen hat. »Das hat mir Mut gemacht.« Nach sechs Semestern bricht Köppel sein Studium ab und beginnt ein Studium zum Drehbuchautor an der Filmakademie in Ludwigsburg. Von wem er seine kreative Ader geerbt hat, weiß er nicht genau. »Ich schätze von meiner Tante.« Sie hat viele Gedichte geschrieben. 2010 veröffentlicht Nicolai Köppel

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KULTURBEUTEL: NICOL AI KÖPPEL dann sein erstes Buch »Dänische Western« mit 13 Erzählungen und Kurzgeschichten. Die Geschichten sind eine Mischung aus Fiktion und Selbsterlebtem. Das heißt, in jeder Geschichte steckt immer ein ganz kleiner Keim, den Schriftsteller Nicolai selber erlebt hat. »Alles andere habe ich erfunden«, erzählt er und zieht einen weißen Teller mit Rhabarberkuchen zu sich ran. »Nicolai ist ein begnadeter Geschichtenerzähler«, sagt Verleger Ingo Klopfer vom Maringo Verlag. Und das merkt man: Nicolai Köppel redet schnell, lustig und in einem ganz bestimmten Rhythmus. Da lässt die Pointe nicht lange auf sich warten. Nachdem Ehefrau Kirstin einmal davon geträumt hat, verfilmte der diplomierte Drehbuchautor die Geschichte »Heimspiel« aus seinem Buch. Der Streifen ist erstmals am 20. Juli 2012 auf dem Internationalen Kurzfilmfestival im Mobilat in Heilbronn zu sehen. Und was ist das für ein Gefühl, Herr Köppel? Er rückt seine schwarze markante Brille zurecht und fängt über beide Ohren an zu strahlen: »Großartig, damit hätte ich wirklich nie gerechnet.« Der Filmemacher freut sich sehr auf das Festival. Es sei etwas Besonderes, so etwas zu schaffen. Davon abgesehen sei Erfolg sowie etwas Relatives und nicht nur in Zahlen zu messen. Vor neun Monaten ist Nicolai Köppel glücklicher Familienvater geworden. »Auf einmal ist alles anders«, sagt er über die Geburt seiner Tochter Meta. »Was vorher so wichtig war, verliert jetzt an Bedeutung.« Hintergrund Seit 2003 gibt es das Internationale Kurzfilmfestival. Rund 400 Filme werden jedes Jahr beim Stuttgarter Maringo Verlag eingeschickt. Das Publikum ist die Jury und beschließt bei einer Vorentscheidung, welche der 50 Filme ins Finale kommen. Die 18 besten Kurzfilme sind dann auf der open air Festival-Tour zu sehen.

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KOLUMNE: PANTHENAS WELT ZWISCHENMENSCHLICHES Täglich treffe ich bei der Arbeit auf die unterschiedlichsten Menschen. Von fröhlich, nett und offen bis griesgrämig, anmaßend und distanziert. Vor einigen Monaten lernte ich ein sehr nettes Pärchen kennen. Ich war total überrascht, wie schnell ich mich mit ihnen verstand. Es war so, als wären wir auf gleicher Wellenlänge. Jedes Mal hatten wir etwas zu plaudern. Doch nicht mit allen lief es so mühelos ab. Ich musste lernen mit jeden von ihnen umgehen zu können. Anfangs reagierte ich, auf für mich unsympathische Menschen, ziemlich allergisch. Ich versuchte so schnell, wie nur möglich wieder Abstand von ihnen zu gewinnen. Wenn das nicht ging, baute ich eine innerliche Mauer auf, die für Distanz sorgte und zum Selbstschutz diente. Aber dann dachte ich, dass diese Menschen bestimmt ihre Gründe haben, warum sie so sind, wie sie sind. Ich beschäftigte mich damit, denn ich wollte sie verstehen. Warum verstehen wir uns mit manchen Menschen auf Anhieb und mit anderen nicht im geringsten? Was ist das, was uns zu manchen Menschen hinzieht? Jeder von uns hat eine individuelle Persönlichkeit und keiner gleicht dem anderen. Das steht schon mal fest. Doch trotzdem passen wir auf irgendeine Weise mit manchen Menschen zusammen. Hin und wieder versteht man sich sogar ohne Worte. Sei es rein freundschaftlich oder in einer festen Beziehung. Anfangs ziehen wir uns durch Blickkontakt gegenseitig an und schon nach dem ersten Gespräch spüren wir, ob es passt oder nicht. Wenn es passt, liegt es meistens daran, dass wir die gleichen Interessen und einen ähnlichen Geschmack haben. Es gibt aber auch Freundschaften, bei denen die Befreundeten kaum unterschiedlicher sein könnten. Trotzdem fühlen sie sich einander hingezogen. Es ist ihnen egal, wenn sie nicht die Interessen teilen. Sie können ungeachtet dessen über alles reden, weil sie sich vertrauen und dem anderen einfach gerne zuhören wollen. Sie nehmen sich wahr und akzeptieren einander. Manchmal kommt es vor, dass ich eine Person kennenlerne von der ich anfangs nicht gleich begeistert bin, aber schon nach einiger Zeit und näherem kennen, finde ich diese Person schon viel sympathischer. Allerdings kann sich auch das Gegenteil ereignen. Entweder liegt es daran, dass sich einige Menschen anders geben, als sie sind oder daran, dass wir nicht mehr richtig miteinander kommunizieren. Schlechte Erfahrungen mancher Menschen bringen sie oft dazu, sich immer mehr zu verschließen und sich von anderen Menschen abzuschirmen, um nicht mehr verletzt zu werden. Einige Leute wiederum passen sich anderen an, um einfach nicht alleine zu sein. Doch ständige Anpassung macht auf Dauer auch nicht glücklich. Das wirklich Schlimme daran ist: Es interessiert niemanden. Das Verständnis und jegliche Akzeptanz für den anderen schwindet. Deshalb fällt es auch immer schwerer uns auszudrücken, was dann oft zu Missverständnissen führt. Es ähnelt einem Teufelskreis. Die Oberflächlichkeit bestimmt häufig das Leben einiger Leute. Manchmal kann ich es sogar verstehen. Denn oberflächliche Menschen haben kein Bedürfnis über tiefer gehende Dinge nachdenken zu müssen. Deshalb gehen sie sorgenfreier durch das Leben. Ob das wirklich glücklich macht, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich will es mir auch nicht vorstellen. Ich möchte nicht glauben wollen, dass die Gleichgültigkeit überhandnimmt. Tut es denn weh, zu fragen: »Wie geht es dir?« Oder einfach mal zuzuhören? Ich denke eher nicht. Mir persönlich ist es wichtig den Menschen ringsum, unbedeutend ob Familie, Freunden oder Fremden, zuzuhören und sie zu verstehen. Wenn ich merke, dass es jemandem schlecht geht oder er bedrückt ist, dann frage ich was los ist. Es lässt mich nicht kalt. Reden ist wichtig, denn es heilt die Seele. Mir geht es gut, wenn es meiner Umgebung gut geht. Alles in allem habe ich erkannt, dass das Zwischenmenschliche zwiespältig und sehr kompliziert ist, weil wir ganz einfach kompliziert sind. Deshalb sollten wir versuchen nicht über andere Menschen zu urteilen, denn jeder von uns hat eine andere Denkweise, was aber nicht heißt, dass sie falsch ist.

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DER KÜHLSCHRANK VON...: THOMAS AURICH FOTOS: MEHMET FILIZ / PRODUKTION: PHILIPP KIONKA Thomas Aurich kennt in Heilbronn fast jeder. In seinem Wohnbüro haben wir uns vom Gastronom asiatisches Fondue kredenzen lassen. Und selbstredend Wein. Sehr viel Wein!

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DER KÜHLSCHR ANK VON...: XXX

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M E X I C A N I D A D FRIDA KAHLO DIEGO RIVERA RU F I N O TA M AY O FRANCISCO TOLEDO ADOLFO RIESTRA S A M M LU N G W Ü RT H & LEIHGABEN FOTOS: WÜRTH

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KUNSTREGION: MEXICANIDAD Ku n s t h a l l e Wür th in Schwäbisch Hall: 2 8 . Ap r i l - 1 6 . Se p t ember 2012, täglich geöffnet 11-18 Uhr Mit rund 300 bedeutenden Werken herausragender Vertreter der mexikanischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts beleuchtet die Kunsthalle Würth das Phänomen der »Mexicanidad«, jener spezifisch mexikanischen, schwer zu fassenden und sich beständig selbst hinterfragenden Mentalität, die aus der wechselvollen Geschichte der ebenso jungen wie hybriden Nation hervorgegangen ist. Erst nach Erlangung der Unabhängigkeit (1821) von Spanien insbesondere aber im Zuge der mexikanischen Revolution (1910-1920) gegen den Diktator Porfirio Díaz entstand ein Bewusstsein dafür, dass es in Mexiko eine autonome vorspanische Vergangenheit gegeben hatte. Spektakuläre archäologische Entdeckungen und Erforschungen der indigenen Völker und ihrer vorspanischen Kulturgeschichte beförderten das Interesse an den verschütteten Wurzeln und ließen das Bedürfnis nach einer Rückeroberung des vergessenen Erbes so sehr erstarken, dass das Land nunmehr durch das Selbstbild der Mestizaje geprägt schien. Waren die Künstler bislang ausschließlich dem Leitbild des europäischen Kunstgeschmacks gefolgt, kam nun das Interesse für die eigene, in der Regel mestizische Herkunft und die Kulturen der Vorfahren hinzu. Die Forderung des postrevolutionären Bildungsministers José Vasconcelos, zu einer kosmischen Rasse zu verschmelzen, konnte natürlich nicht eingelöst werden. Dennoch führte die ideelle und künstlerische Auseinandersetzung mit dem geheimnisvollen indiani-

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KUNSTREGION: MEXICANIDAD schen Erbe, das jahrhundertelang durch die ibero-katholische Tradition überlagert aber nie gänzlich ausgelöscht werden konnte, bei gleichzeitiger Positionierung innerhalb der Kunst der Moderne, zu einem jeweils sehr individuellen Ausdruck. Frida Kahlo, Diego Rivera, Rufino Tamayo, Francisco Toledo und Adolfo Riestra gelten heute als Protagonisten der mexikanischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts und könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Diego Rivera steht als einer der Hauptvertreter des mexikanischen Muralismo für die in erster Linie sozialpolitisch motivierte agitatorische Malerei der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Kunst seiner rund 20 Jahre jüngeren Frau Frida Kahlo, einer der berühmtesten Künstlerfiguren Mexikos, versinnbildlicht Selbstinszenierung als Lebensform. Ihre Arbeiten sind eine permanente Demonstration der Stärke in ihrer Kampfansage an die Leiden, die sowohl ihr von Krankheiten geplagter Körper als auch ihre Rolle als Frau in einer vom Machismo geprägten Kultur verursachten. So wächst Frida Kahlo aus einer bürgerlichen Familie stammend in ein unsicheres Mexiko hinein, dessen Weg so wechselvoll wie ihr eigenes Leben verläuft. Sie lässt ihre prachtvollen Bilder geprägt von Provokation und bisweilen trauriger Schönheit, vor allem sichtbar in ihren zahlreichen Selbstbildnissen, welche in der Ausstellung zu sehen sind, zum »Übersetzer des Schmerzes in die Kunst« (nach dem mexikanischen Schriftsteller Carlos Fuentes) werden.

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KUNSTREGION: MEXICANIDAD Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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KUNSTREGION: MEXICANIDAD Der große Kolorist Rufino Tamayo hingegen, Generationsgenosse Frida Kahlos, »[...] ist vielleicht der mexikanischste unter den Malern, der die Farben des Landes sah, die den Muralistas entgangen waren«, so wiederum Carlos Fuentes. Er fand als einer der ersten den Mut, diese so bedeutsame Bewegung kritisch zu hinterfragen und damit den Weg frei zu machen für die nachfolgende Generation von Künstlern. Francisco Toledo, zapotekischer, also indigener Abstammung und Adolfo Riestra sind nicht mehr nur Erben der jüngsten Vergangenheit, sondern finden zurück zu den unmittelbaren Ursprüngen der mexikanischen Kultur. Diese schließt die Volkskunst ebenso ein wie prä-hispanisches und europäisches Erbe und ist dabei »alltäglich, brutal und engelsgleich, furchtsam und unschuldig, an56 heimelnd und befremdend« so Carlos Fuentes aber immer faszinierend. Die Ausstellung wird mit mexikanischen Fundstücken aus präkolumbischer Zeit und originalen mexikanischen Ofrenda-Objekten kontextualisiert. Da Frida Kahlos Garderobe legendär, und zudem künstlerischer Ausdruck ihrer persönlichen Interpretation der »Mexicanidad« war, ergänzen einige ihrer prachtvollen Huipiles (ärmellose Oberteile) und Porträtfotos der Kahlo von Nickolas Muray, die sie in ihren schönsten Trachten zeigen, die Schau ebenso wie rund 150 Fotografien ihrer berühmten wiederentdeckten eigenen Fotosammlung, so dass rund 450 Exponate in der Ausstellung zu sehen sein werden, von welchen rund 30 Arbeiten von Rufino

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KUNSTREGION: MEXICANIDAD Tamayo, Francisco Toledo und Adolfo Riestra aus dem Bestand der Sammlung Würth stammen. Unsere Kooperationspartner und wichtigsten Leihgeber aus Mexiko, den USA und Europa sind das Museo Dolores Olmedo (Espacio de Diego y Frida), das Museo de Arte Moderno, die Galería Arvil, die Galería OMR (alle Mexiko-Stadt), die Jacques and Natasha Gelman Collection of 20th Century Mexican Art and The Vergel Foundation in New York, das Getty Research Institute in Los Angeles, die Peggy Guggenheim Collection in Venedig sowie das Linden-Museum in Stuttgart. Zur Ausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog im Swiridoff Verlag mit einem Einführungstext zu MEXICANIDAD von Carlos Fuentes. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Carmen Würth.

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IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER »PILZE SAMMELN IST DER POLNISCHE VO L K S S P O RT « INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KÜHNLE

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INTERVIEW DES MONATS: STEFFEN MÖLLER Zur persOn: Steffen Möller wanderte Mitte der neunziger Jahre nach Polen aus und wurde zum berühmt. Wir trafen den Kabarettisten und Autor im Alten Theater, und sprachen mit dem Wahlpolen. Ein Gespräch über Trinkspiritus, polnische Toilettenzeichen und die Münchener Allianz-Arena.. ehe ich angefangen habe, in Krakau Kabarett zu machen. Von den Auftritten habe ich dann Mitschnitte an den wichtigsten Kabarett-Mann Polens geschickt. Ich wurde daraufhin in seine wöchentliche Show nach Warschau eingeladen und so ging es los. HANIX -- Es mag vielen Menschen hier in Deutschland unbekannt sein. Aber Polen ist das Boom-Land in Europa schlechthin. Inzwischen gibt es tausende Deutsche, die als Gastarbeiter in Polen tätig sind oder wie du, inzwischen in Polen leben. HANIX -- Steffen, du lebst seit den neunziger Jahren in Polen und solltest inzwischen voll integriert sein. Fühlst du dich eher als Pole, oder bist du doch noch ganz schön deutsch? In manchen Situationen bin ich schon zu 80 Prozent Pole. Zum Beispiel, wenn ich Damen zuerst aus dem Aufzug steigen lasse, ihnen in den Mantel helfe oder selbstverständlich das Taxi bezahle. Aber ich bin oft genug noch urdeutsch. Ich melde dem Hausmeister Schäden, die ich in dem Haus sehe, in dem ich in Warschau wohne. Kein Pole macht so etwas. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Als Deutscher in Polen galtest Du 1994 doch als verrückter Exot und Pionier. Warst du als deutscher Auswanderer alleine auf weiter Flur oder gab es »Kampfgenossen«, also andere Deutsche, die sich auf ein Polen-Abenteuer eingelassen haben? Ich war damals in Polen kein Einzelkämpfer. Es gab einige Deutsche. Eine Frau lebt sogar heute noch dort. Allerdings sind die meisten nach Berlin zurückgegangen, weil sie, einfach gesagt, Karriere machen wollten. Ich bin im Gegensatz dazu geblieben, und habe eben in Polen Karriere gemacht. Bei den meisten Menschen merkt man, dass sie nach zwei bis drei Jahren wieder in die Heimat zurückgehen, da wohl die Meinung vorherrscht, dass Karriere nur in der Heimat funktioniert. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Wie hast du es in Polen geschafft? Die Zahlen zu Polen kommen ja nicht von ungefähr. Polen ist tatsächlich das drittbeliebteste Auswandererland der Deutschen. Bei Auswanderern unterscheidet man in drei Gruppen: Da sind zum einen die Rentner, dann die Aussiedler oder nennen wir sie lieber Heimkehrer. Und die dritte Gruppe, zu der auch ich gehöre, sind die Abenteuerlustigen. Nach meinem nächsten Buch »Expedition zu den Polen«, erwarte ich massenweise Planwagentrecks aus Deutschland, die von Osten nach Polen ziehen, um sich dort niederzulassen. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- In deinen Programmen und Büchern, die im Grunde genommen eine Liebeserklärung an Polen und die Polen sind, veralberst du die Polen natürlich auch. Reagieren die Polaken humorvoll auf deine Scherze oder vergeht ihnen das Lachen? STEFFEN MÖLLER -- Die Polen reagieren sogar positiver als die Deutschen. Von meinen Landsleuten höre ich auch mal Kritik im Sinne, dass ich hier und da etwas Falsches sage oder bekannte Klischees verwende. Ich denke grundsätzlich, dass viele Polen Komplexe aufgrund ihrer Herkunft haben. Mit dem Titelnamen meines ersten Buches, »Viva Polonia«, hatte ich daher schon gewonnen. Es gab sogar eine Mail eines 20-Jährigen in Deutschland leben- Ich fühlte mich damals nicht so wohl in Deutschland und wollte raus. Am besten ein Abenteuer. An meiner Uni habe ich dann diesen Aushang entdeckt: Polnisch lernen in Krakau. Das war genau das, was ich gesucht habe. Ich hatte keinen Schimmer von Polen und habe diesen Polnischsprachkurs in Krakau angefangen. Danach war ich sieben Jahre als Deutschlehrer tätig, STEFFEN MÖLLER --

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INTERVIEW DES MONATS: STEFFEN MÖLLER den Polen, der sich nach dem Lesen meines Buches dafür entschieden hat, jetzt nach Polen zu gehen und zu studieren. HANIX -- Die Polen erkennen sich also wieder in deinen Büchern. Können Polen besser über sich selbst lachen als Deutsche? haben Komplexe gegenüber Deutschland, die Deutschen lachen über Polen und haben Komplexe gegenüber den USA. Aber auch da gibt es ja dann wieder eine Parallele. HANIX -- Im Juni findet die Fußball-Europameisterschaft auch in Polen statt. Eine gute Gelegenheit, eine Reise zu unseren östlichen Nachbarn zu unternehmen. Worauf müssen sich deutsche Polenreisende einstellen, wenn sie in Kontakt mit den Einheimischen treten? Die Selbstironie gegenüber dem eigenen Land ist in Polen sehr stark ausgeprägt. In Polen gehört es einfach zum guten Ton, über sich selbst als Bürger, Witze zu machen. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Du musst es wissen: Welches sind die größten Unterschiede der Nachbarstaaten Polen und Deutschland und zwischen deren Bürgern? Diese Frage ist eine typische Pressefrage, denn ihr fragt immer nach den Unterschieden. Ich finde es in diesem Fall viel interessanter, dass beide Länder unerwartet ähnlich sind. Ähnlicher als Deutschland und Frankreich oder auch als Deutschland und Italien. Polen und Deutschland haben beispielsweise die selbe Geografie mit der Küste im Norden, den Bergen im Süden und der Hauptstadt im Osten. Beide Länder haben sehr viele Nachbarn und beide Länder hatten viel mit dem Thema Vertreibung zu kämpfen. In der polnischen Sprache findet man auch viele deutsche Wörter wie »Dach«, »Kinderstuba« oder »Kreissäga«. Der größte Unterschied ist, seitdem ich mich intensiv mit dem Thema beschäftige, die unterschiedliche Größe beider Länder und hat weniger mit Geschichte zu tun. Die Polen lachen über die Tschechen und STEFFEN MÖLLER -- Was in Polen wirklich fantastisch ist, ist die Herzlichkeit. Dies aber nicht von Anfang an. Die Polen sind, vielleicht im Gegensatz zu den Italienern, keine strahlenden, lachenden Menschen. Die Herzlichkeit erfährt man erst wenn man ein wenig an der Oberfläche kratzt oder aber natürlich im Familienkreis. Auf der Straße sind sie eher verschlossen und misstrauisch. Dies im Übrigen hauptsächlich gegenüber ihren Landsleuten. Fremden gegenüber öffnen sie sich schneller, so ähnlich wie Schaffner Mirek, der eine wichtige Rolle in meinem neuen Buch spielt. Mein Rat an alle deutschen Touristen in Polen, ist den ersten Schritt zu machen. Dann wird jeder merken, wie gern und schnell sich die Polen öffnen. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Die Polen gelten als trinkfestes Volk und sind natürlich dem Nationalgetränk, Wodka, zugetan. In Supermärkten gibt es sogar Trinkspiritus zu kaufen. Hast du auch schon an dem 95-prozentigen Tropfen genippt? STEFFEN MÖLLER -- Ja, den Trinkspiritus gibt es und es

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INTERVIEW DES MONATS: STEFFEN MÖLLER gibt auch ganz arme Kunden, die den tatsächlich kaufen. Aber man muss im selben Atemzug erwähnen, dass der Wodka-Konsum in Polen in den letzten zehn Jahren um 70 Prozent zurückgegangen ist. Wobei man hier auch sagen muss, dass viele, aufgrund härterer Arbeit, einfach auf Bier umgestiegen sind. HANIX -- Schon wieder eine klassische Pressefrage: Wer ist trinkfester, die Deutschen oder die Polen? scheinlich einige deutsche Reporter nach jedem krummen Bordstein suchen werden. HANIX -- Wird es ein fröhliches Fußballfest? Oder muss man Angst vor Randalen haben. Die polnische Hool-Szene ist ja durchaus eine berüchtigte. Ich glaube in Bezug auf Alkohol-Konsum sind die Deutschen immer noch vor den Polen. Europaweit führen hier übrigens die Tschechen die Liste an. Die Polen können aber die harten Sachen besonders gut trinken, insbesondere auf Hochzeiten geht niemand unter zehn geleerten Schnapsgläsern á 0,1Litern nach Hause. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Die Fußball-Europameisterschaft in Polen haben wir ja schon erwähnt. Man hört, dass nicht alles rechtzeitig fertig werden soll. Ist Polen bereit für das Großevent oder ist das Land damit überfordert? Diese ganzen Geschichten über Randale sind totaler Blödsinn und die EM wird eine sehr fröhliche Veranstaltung. Natürlich sind die polnischen Hooligans existent, aber auch 2006 wurde schon vor deutsch-polnischen Ausschreitungen gewarnt, und nichts ist passiert. Das Gute ist, wenn Ausländer und Touristen nach Polen kommen, wollen alle polnischen Bürger die Ehre von Polska vertreten, und somit alles dafür tun, dass dies ein Fest der Freude wird. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Der polnische Fußball wurde in den letzten Jahren von einem Betrugsskandal heimgesucht und steht deshalb arg in der Kritik. Welchen Stellenwert hat der Fußball für die Polen? Glücklicherweise gibt es bei der EM einen Mitorganisator, die Ukraine. Im Vergleich wird in Polen sehr gut gearbeitet und man wird auch sehr professionell dastehen. Man kann sagen, dass die Stadien fertig sind und die Anfahrtswege gebaut. Es wird einige Dinge geben, die nicht rechtzeitig fertig sein werden. Aber wie eben erwähnt, in der Ukraine sieht es leider viel schlimmer aus. Polen ist gut gerüstet und ich glaube, dass es eine hervorragende Veranstaltung sein wird. Auch wenn wahrSTEFFEN MÖLLER -- Das war zwar ein Skandal, aber einer der auf Seite sieben oder acht in der Zeitungen stattgefunden hat. Der polnische Fußball hat auch bei den Polen selbst, einen sehr schlechten Ruf. So liegt der Zuschauerschnitt der polnischen Liga bei ungefähr 8000 Zuschauern. In Polen geht man nicht zusammen zum Fußball, wie es in Deutschland der Fall ist. Es gibt unterschiedliche Fan-Kulturen. Dies liegt mit Sicherheit an der Erfolglosigkeit polnischer Mannschaften. Seit 1997 war keine Mannschaft mehr in der Champions League. Ich sage STEFFEN MÖLLER --

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INTERVIEW DES MONATS: STEFFEN MÖLLER dazu immer: Pilze sammeln statt Fußball, das ist der polnische Volkssport. HANIX -- Der Deutsche Meister Borussia Dortmund hat drei Polen im Kader, die maßgeblichen Anteil am Gewinn der Meisterschaft hatten. Lynchmob Land getrieben wird? Sind Lewandowski, Kuba und Piszczek die neuen polnischen den? Fußballhel- Also der normale Pole nimmt auch die deutsche Liga nicht wirklich wahr, wobei die polnischen Spieler bei Borussia Dortmund durchaus registriert werden. In Polen ist dem deutschen Fußball betreffend, immer noch der FC Bayern das Nonplusultra. Ein Reiseunternehmer aus Posen erzählte mir, dass das begehrteste Ziel der polnischen Touristen die Allianz-Arena in München ist. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Wird die polnische Nationalmannschaft eine erfolgreiche Europameisterschaft spielen und die Vorrunde überstehen? STEFFEN MÖLLER -- Ich glaube schon, dass Polen die Grup- NoGos sind natürlich die Klau-Witze und generell Polen-Kritik von deutschen Touristen. Wenn einem dann manchmal doch die Galle hochgeht, sollte man sich einfach sagen, dass sich die Polen schon selbst zerfleischen und der Energieaufwand nicht lohnen würde. Polen ist eines der selbstkritischsten Länder, das ich kenne. Aber auch wir Deutschen haben eine sehr ausgeprägte Kritik-Kultur, vor allen Dingen, wenn die Kritik von anderen kommt. Auch hier findet sich wieder eine verblüffende Ähnlichkeit zwischen Polen und Deutschen. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Du bist wirklich in Polen vernarrt, oder? Woher kommt diese wahnsinnige und Bürger auf dich ausstrahlen? Faszination, die unser Nachbarland und seine Bürgerinnen penphase übersteht und weiterkommt. Im Finale gewinnen dann allerdings die Deutschen und zur Belohnung bekommt Polen dann Guben, Pasewalk und Görlitz. HANIX -- Welchen überlebenswichtigen Tipp kannst Du Polenreisenden und Fußballfans noch geben? Die deutschen Fans werden Probleme mit den Toilettenzeichen bekommen. Die sind anders, als hier bei uns. Ein Dreieck steht für Männer und ein Kreis für Frauen. Desweiteren sollten keine Witze wie »Oh, wir sind in Polen, alles festhalten Leute« gemacht werden. STEFFEN MÖLLER -- HANIX -- Was sollte man sich als Gast in Polen unbedingt verkneifen, damit man nicht von einem Das ist eine sehr gute Frage. Ehrlich gesagt, weiß ich das noch nicht. Ich habe jetzt das zweite Buch über Polen gemacht und vielleicht kommt ja noch ein Drittes, denn dieses Land ist für mich unerschöpflich. Manchmal frage ich mich, warum ich ständig über dieses Land nachdenke, im Gegensatz zu anderen Ländern in denen ich auch schon war. Ich glaube mittlerweile der Grund ist wirklich, die schon erwähnte Ähnlichkeit. Ich kann nur jedem Deutschen raten, einmal nach Polen zu fahren. Denn er wird sich dort selbst in einem seltsamen Spiegel sehen. STEFFEN MÖLLER --

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INTERVIEW DES MONATS: MATTHIAS UND SIMONE BULLING BLOG www.hanix-blog.de

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F U S S B A L L »ICH BIN EIN AUSSENDIENSTLER, DER STÄNDIG UNTERWEGS IST« Ex-Nationalspieler und Spielerberater Maurizio Gaudino im Interview EURO & DOLLAR GEGEN DEMOKRATIE & MENSCHENRECHTE- 1 : 0 Menschenrechte spielen bei der Vergabe sportlicher Großereignisse keine Rolle DER STOLZ VON HEILBRONN 1996 wurden die A-Junioren des VfR Heilbronn DFB-Pokalsieger DIE 10 ERFOLGLOSESTEN FUSSBALL-GROSSSTÄDTE DEUTSCHLANDS! Heilbronn dümpelt fußballerisch in den Niederungen herum und findet sich in guter Gesellschaft »SÄNK JU, PELÄ, SÄNK JU!« Kaiser vs. Pelé: Ein legendäres Duell an der Torwand - moderiert von Dieter Kürten SUCKER FOR SOCCER Fußballlegenden fantastisch illustriert vom bosnischen Grafiker Zoran Lucic DIE WELT BRAUCHT SINGENDE FUSSBALLER Der Heilbronner Björn Frahm hat einen EM-Song geschrieben und ihn der Nationalelf gewidmet

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INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: PATRICK LABITZKE »ICH BIN EIN AUSSENDIENSTLER, D E R S TÄ N D I G U N T E RW E G S I S T «

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TITELTHEMA: FUSSBALL Mau r i z i o Ga u d i n o w a r a l s Sp i e l er ein der schillerndsten Figuren i n d e r Bu n d e s l i g a . Na c h L e hrjahren im Management bei Wal d h o f Ma n n h e i m , Tä t i g k e i t s jahren als Par tner in der Spielerb e r a t u n g s a g e n t u r vo n Ul i Fe rber, hat sich Gaudinoselbstän d i g g e m a c h t . Wi r u n t e r h i e l ten uns mit dem ehemaligen Nat i o n a l s p i e l e r ü b e r d e n Un t e r schied zwischen Stadt- und Lan d k i n d e r n , d i e Sa i s o n d e s F C Bayern und den maroden Cal c i o. H A N I X -- Maurizio Gaudino, den meisten werden Sie als Ex-Profi in Erinnerung sein. Sie sind auch weiterhin im Fußball-Geschäft tätig. Was treiben Sie von ihrem Büro in Winnenden aus genau? Mit meiner Firma MG SportMarketing betreue und berate ich junge Fußballspieler und versuche gemeinsam mit deren Familien die Fußballkarriere zu planen und zu begleiten. M AU R I Z I O G AU D I N O -- H A N I X -- Kommen ihre jungen Talente ausschließlich aus der Region, sprich Baden-Württemberg? auch in anderen Teilen Deutschlands und im Ausland um. Aufgrund meiner jahrelangen Tätigkeit als Fußballer und des damit verbundenen Bekanntheitsgrades in diesem Bereich, passiert es generell auch, dass Eltern bei mir anfragen, die nicht in Baden-Württemberg wohnen.. H A N I X -- Als Spielerberater ist man ständig auf der Suche nach neuen Talenten. Wo und wie finden Sie ihre Spieler? Das kann ich nur mit einem Jein beantworten. Ich habe neun Jahre mit Fair-Sport, der Agentur von Uli Ferber, partnerschaftlich zusammengearbeitet. Nach wie vor haben wir einen engen Kontakt, da wir noch Spieler haben, die wir gemeinsam betreuen, wie zum Beispiel Cristian Molinaro und Serdar Tasci vom VfB Stuttgart. Zum Thema Regionalität kann ich sagen, dass ich jemand bin, der in Frage kommende Spieler natürlich immer selber sehen möchte. Das geht hier in Baden-Württemberg für mich am besten. Trotzdem schaue ich mich M AU R I Z I O G AU D I N O -- Ich bin von meiner Arbeit, von meiner Philosophie und von meinem eigenen Auge überzeugt. Ich glaube, dass es auch viele Spieler gibt, die nicht in Auswahlmannschaften stehen aber trotzdem das Potential haben in der Zukunft in der Bundesliga zu spielen. Wie schon erwähnt bilde ich mir gern selbst ein Urteil. Bin ich dann der Meinung, der Spieler hat das erforderliche Potential, nehme ich gegebenenfalls Kontakt zu den Familien auf und versuche ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, um dem Spieler dann den Weg zu ebnen für höhere Aufgaben. Dies ist eine sehr intensive und zeitaufwendige Vorgehensweise. M AU R I Z I O G AU D I N O --

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TITELTHEMA: FUSSBALL »Oft denke ich, dass mir ein ruhige r Ta g b evo r steht und dann telefonier t man doc h vo n m o rgens bis abends und organisier t spo n t a n D i n g e für Spieler.« H A N I X -- Wie sieht ihr Tagesablauf aus? H A N I X -- Haben Sie nur Talente von den großen Vereinen unter Vertrag? Oder haben auch Spieler von ländlichen Vereinen eine Chance bei ihnen? Die Spieler müssen nicht zwingend von großen Vereinen kommen. Es kann theoretisch auch mal ein junger Bezirksligaspieler dabei sein. Einen großen Unterschied bemerke ich zwischen ländlichen und städtischen Regionen. Auf dem Land gibt es häufig noch diese sogenannten Straßenfußballer. Kinder die in ländlichen Gegenden aufwachsen, gehen einfach raus. Sie klettern auf Bäume, spielen Fangen und kicken auf der Straße. Die Stadtkids dagegen haben teilweise einfach keinen Auslauf. Im Gegensatz zu früher, gibt es kaum noch Bolzplätze. M AU R I Z I O G AU D I N O -- Sehr unterschiedlich und somit auch abwechslungsreich. Oft denke ich, dass mir ein ruhiger Tag bevor steht und dann telefoniert man doch von morgens bis abends und organisiert spontan Dinge für Spieler. Bei meinen Job ist es wichtig, dass man spontan auf neue Situationen reagiert und man für seine Spieler immer erreichbar ist. Es hört ja nicht beim Spieler auf, ich pflege auch den Kontakt zur Familie des Spielers, zum Manager des Vereins, zum Trainer und so weiter. Der Vorteil an diesem Job ist, dass es einem nie langweilig werden kann. Grundsätzlich macht mir die Organisation und Koordination sehr viel Spaß, ich habe aber auch einen Angestellten der mir sehr viel Arbeit abnimmt. Ich persönlich vergleiche mich eher mit einem Außendienstler, der ständig unterwegs ist, sich mit allen Beteiligten trifft, Spiele besucht. M AU R I Z I O G AU D I N O -- H A N I X -- Das ist eine Tätigkeit, die sich zweifelsfrei stark von der des Fußballprofis, der Sie lange waren, unterscheidet. Haben Sie sich bei der Umstellung schwer getan? In meiner dreijährigen Tätigkeit im Management von Waldhof Mannheim, habe ich, um dem Verein zu helfen, praktisch alles gemacht. Vom reinen Helfer über den sportlichen Leiter bis hin zur Sponsorensuche, was mir natürlich für die jetzige Zeit viel gebracht M AU R I Z I O G AU D I N O --

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TITELTHEMA: FUSSBALL hat, da ich ein gewisses Gefühl für viele Dinge entwickeln konnte. Danach begann dann die Partnerschaft mit Fair Sport, wo ich mich hauptsächlich um den sportlichen Bereich gekümmert und auch wieder viel dazugelernt habe. H A N I X -- Wieso sind Sie eigentlich nicht Trainer geworden? Ich wollte eigentlich nie Trainer werden. Das hängt wahrscheinlich mit meinen eigenen Erfahrungen, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne, die ich in 20 Jahren Profikarriere gemacht habe, zusammen. Ich hatte immer schon mehr Interesse und mehr Spaß an Management- und Beratungstätigkeiten, so auch in meiner Zeit bei Großaspach, die mit der Tätigkeit für Fair Sport einher ging. Grundsätzlich macht mir die Arbeit in meinem jetzigen Betätigungsfeld sehr viel Spaß und ich habe die Entscheidung nicht bereut. M AU R I Z I O G AU D I N O -- H A N I X -- Welche Ziele verfolgen Sie in der Zukunft mit ihrer und für ihre Firma? tung der jeweiligen Spieler dazu kommen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es Ziel ist, die Firma etwas wachsen zu lassen, gute Spieler zu haben und nicht ausschließlich aus der Masse zu schöpfen. HANIX -- witzig. Der abgelaufene Saisonendspurt war wahnGerade Borussia Dortmund hat überzeugt. Natürlich wird der ein oder andere Mitarbeiter in Zukunft dazukommen, das hängt dann auch immer vom Arbeitsvolumen ab und entwickelt sich ständig weiter. Es hängt auch stark an den zu betreuenden Spielern. Generell kann man sagen, dass, je höher ein Spieler eingesetzt wird auch mehr Arbeit anfällt, da dann Dinge wie Werbung, Pressearbeit, Onlinepräsenz und VermarkM AU R I Z I O G AU D I N O -- Eine Überraschung? Ich denke gerade was in den letzten Monaten in Dortmund geschehen ist, hängt nicht nur mit vorhandener Qualität sondern auch mit dem unglaublich guten Auftritt als Mannschaft zusammen. Jürgen Klopp hat es einfach geschafft eine Mannschaft zu formen und immer wieder junge, begabte Spieler ins Gefüge zu inM AU R I Z I O G AU D I N O --

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TITELTHEMA: FUSSBALL »Man muss sagen, dass Bayern im letzten und auch in diesem Jahr einfach nicht in der Lage war, sich gegen ein Bollwerk durchzusetzen.« tegrieren. Wobei generell nicht alle Spieler hochtalentiert sein müssen, aber jeder muss wissen was seine Aufgabe in der Mannschaft ist und dies funktioniert in Dortmund hervorragend. H A N I X -- Dieses Jahr hatte der Fußball-Gott in jedem Fall kein Bayern-Trikot an. Ich persönlich denke, über die bittere Champions-League-Niederlage folgendes: Bayern war optisch überlegen und hatte mehr Chancen als Chelsea, nur die hätten sie auch nutzen müssen. Chelsea hat nach seinen Möglichkeiten gespielt und so wurde übrigens auch Barcelona bezwungen. Der FC Bayern wusste, dass Chelsea aus der Defensive heraus und mit nur mit einer Spitze spielt und auf die eine Chance wartet. Mit dieser Taktik ist London erfolgreich bis ins Finale gekommen. Es gab also keinen Anlass diesmal anders zu spielen. Man muss sagen, dass Bayern im letzten und auch in diesem Jahr einfach nicht in der Lage war, sich gegen ein Bollwerk durchzusetzen. Irgendwann geht es dann eben zu wie beim Handball. Man schiebt sich die Bälle zu, hat 75 Prozent Ballbesitz, kommt aber einfach nicht zu klaren Chancen. M AU R I Z I O G AU D I N O -- H A N I X -- Die abgelaufene Spielzeit war die Saison der Rekorde und der besonderen Spiele: Dortmund hat gleich mehrere Bundesligarekorde aufgestellt, Messi erzielte 50 Saisontore, Düsseldorf feiert eine Minute zu früh den Aufstieg und Man City, ihr Ex-Klub,

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TITELTHEMA: FUSSBALL »Es ist okay dass die Fans integrier t sind und jedes Wochenende eine große Par ty im Stadion ist, aber man muss auch versuchen, die paar Chaoten, die das Ganze kaputt machen, herauszufiltern.« wurde nach einer halben Ewigkeit durch zwei Tore in der Nachspielzeit englischer Meister. Maurizio Gaudino: Ich habe das natürlich alles wahrgenommen. Das Messi 50 Tore schießt oder Man City erst in der Nachspielzeit Meister wird, ist außergewöhnlich. Der Saisonendspurt war überall sehr ereignisreich. Allerdings ist die Entwicklung im Fußball und der Hype um diesen Sport enorm und man muss ein wenig aufpassen dass das Ganze nicht ins Negative überschwappt, insbesondere in Bezug auf die Fans. Es ist okay dass die Fans integriert sind und jedes Wochenende eine große Party im Stadion ist, aber man muss auch versuchen, die paar Chaoten, die das Ganze kaputt machen, herauszufiltern. H A N I X -- In Düsseldorf waren es aber gar nicht die Chaoten, die Fortuna beinahe den Aufstieg gekostet hätten...? Minuten noch passieren kann. Nur durch die lange Unterbrechung ist Berlin natürlich dieser Überraschungseffekt verloren gegangen und Düsseldorf hatte in der Zeit die Chance, sich nochmals zu sammeln und zu sortieren, was man dann beim Wiederanpfiff auch gesehen hat. H A N I X -- Viele sogenannte Experten befürchten einen psychologischen Knacks bei den Bayern-Spielern und sehen deshalb eine erfolgreiche Europameisterschaft gefährdet. Das stimmt! In diesem Spiel kam einfach alles zusammen. Wenn man 15 Jahre auf die Bundesligazugehörigkeit wartet ist klar, dass so ein vorzeitiger Platzsturm, vor allen Dingen in einem Stadion ohne Zäune, passieren kann. Vielleicht hätte man schon im Vorfeld nicht nur die Ordner sondern auch die Polizeikräfte dementsprechend platzieren müssen. Leider ist dies nun mal passiert und meiner Meinung nach hätte das Spiel in Düsseldorf wiederholt werden müssen, da es für Berlin einfach nicht mehr fair war. Man sieht ja oft was in zwei M AU R I Z I O G AU D I N O -- Der Unterschied zum Finale gegen Inter Mailand ist, dass Bayern natürlich auch vor zwei Jahren gewinnen wollte, aber der Gegner in der Phase einfach ein anderes Kaliber hatte. Gegen Chelsea war Bayern nun mal absoluter Favorit und das Finale fand eben auch im heimischen Stadion statt. Dadurch war das Spiel in den Köpfen einiger Spieler vielleicht schon irgendwie abgehakt. Dies alles hat natürlich dazu beigetragen dass die Spieler jetzt mehr mental belastet sind als nach der Finalniederlage vor zwei Jahren. Aber die Spieler sind Profis und ich gehe davon aus, dass spätestens bei Ankunft im EM-Quartier die Spieler voll auf die EM fokussiert sind, zumal jeder Spieler noch einen wichtigen Titel in dieser Saison holen kann. Und das ist dieses Mal für einen deutschen Nationalspieler nicht gerade unrealistisch. Hinzukommt noch, dass der EMTitel mit Sicherheit noch größer ist als der ChampionsM AU R I Z I O G AU D I N O --

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TITELTHEMA: FUSSBALL » U m d e n italienischen Fußball steht es moment a n e i n f ach schlecht .« League-Gewinn und die Spieler wissen, dass sie diese Chance nicht so oft haben werden. H A N I X -- Werden die Spanier dieses Jahr bei der EUropameisterschaft abgelöst? Ich denke schon, weil ich glaube dass die spanischen Spieler jetzt alles geholt haben und auch ein wenig titelmüde sind. M AU R I Z I O G AU D I N O -- H A N I X -- Wir machen uns Sorgen um den italienischen Fußball. Was ist los mit dem Calcio? Um den italienischen Fußball steht es momentan einfach schlecht. Die Einnahmen in Italien sind nicht so vorhanden wie in Deutschland, die Vereine leben also überwiegend von den Geldern der Präsidenten und die Gehälter in Italien sind nach wie vor sehr hoch. Außerdem sind die Stadien größtenteils marode, daher gehen die Zuschauer nicht gern ins Stadion, vor allen M AU R I Z I O G AU D I N O -- Dingen keine Familien. Des weiteren werden die Stadien, außer bei Juve, nicht von den Kommunen freigegeben, obwohl viele Vereine wie Mailand oder Neapel gern Stadien, die ihren Ansprüchen genügen, bauen würden. Sollte hier nicht politisch eingegriffen werden, wird Juve in den nächsten Jahren einen Riesenvorteil gegenüber allen anderen Vereinen haben. Das große Problem sind wie gesagt die Stadien, die einfach nicht mehr tauglich sind und ich spreche hier von traditionellen Arenen wie dem San Siro. Das Aberwitzige ist, das es von der UEFA aus ein sogenanntes Fair Play geben wird, das aber in Italien gar nicht möglich ist, da den Vereinen einfach die Möglichkeit genommen ist, eigene Stadien zu bauen und dann dementsprechend Einnahmen zu generieren.

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eurO & dOllar Vs. d e m O K r aT i e & menscHenrecHTe 1 : 0 TEXT: WOLFGANG FISCHER FOTOS: ROBERT MUCHA im Vorfeld der europameisterschaft forderten deutsche politiker den Boykott des Turniers. grund für die unrealistische Forderung: menschenrechtsverletzungen in der ukraine. es ist nicht das erste mal, dass sportliche großereignisse in ländern vergeben werden, die erhebliche missstände in sachen demokratie aufweisen.

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TITELTHEMA: FUSSBALL Natürlich wird in den kommenden Tagen in den Stadien von Polen und vor allem auch in der Ukraine die Fußball-Europameisterschaft angepfiffen. Das wäre ja noch schöner, wenn sich die UEFA, die Europäische Fußball-Union als drittgrößte Sportorganisation auf der Welt, von einigen deutschen »Provinzpolitikern« sagen lässt, was sie zu tun und zu lassen hat. Lachhaft zu denken, die UEFA lässt sich auf das »Blubbern« einiger profilierungsbedürftiger Landtagskandidaten im Wahlkampf von Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen beeinflussen. Nur ein gequältes Lächeln hatte man in der schweizerischen UEFA-Zentrale für das Angebot übrig, ob es nicht besser wäre, die in der Ukraine vorgesehen EM-Spiele nach Deutschland zu verlegen. Außer, dass sich Deutschland viel verscherzte, verliefen die grandiosen Ideen schnell im Sande. Während die UEFA als EM-Ausrichter letztes Jahr hauptsächlich die Rückstände bei der Fertigstellung verschiedener Infrastrukturmaßnahmen anmahnte, waren politische »Rückstände« kein Thema. Siehe Verletzung der Menschenrechte und Unterdrückung von Regimekritikern plus der Regierungsopposition. Die UEFA mischt sich nicht in die Politik eines Mitgliedslandes ein, lautet das Credo hier und in den anderen Sportverbänden. Mit dieser Einstellung lässt sich auch leichter Geld verdienen. Ein Gebot das mehrfach schon die Vernunft besiegte. So kursierte auch der Witz, das IOC würde selbst an die Golfstaaten Winterspiele vergeben, wenn das höchste Angebot vorgelegt wird. Die Fußball-WM 2022 wird auf jeden Fall im Öl- und Wüstenstaat Katar ausgetragen. So sperren das Euro- und Dollar-Zeichen erst Recht den Blick auf Menschenrechtsver77 letzungen und die Unterdrückung demokratischer Regeln und Gerechtigkeit. So dürfen auch Staaten Olympische Spiele, Fußball-Weltund Kontinentalmeisterschaften ausrichten, die Diktatur in Reinkultur pflegen. Beispiele reichen weit zurück in der Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit sowie der Fußball-WM und -EM. Das erste markante Beispiel gab es 1936 mit den Olympischen Winter- und Sommerspielen in Nazi-Deutschland. Bis in die frühen 50iger Jahre hinein war Kriegsverlierer Deutschland von den großen Meisterschaften ausgesperrt. Weiter ging es 1980, als viele westliche Staaten den Olympischen Spielen in Moskau fern blieben. Vier Jahre später revanchierte sich der Ostblock und kehrte Los Angeles den Rücken. 1992 sperrte die UEFA Jugoslawien wegen dem Krieg am Balkan kurzfristig von der EM aus. Die letzte markante, sportpoliti-

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TITELTHEMA: FUSSBALL E i n Tra u m t ä n zer, der da g l a ub t die d eutschen E h re n g ä s t e we rden vor, b e i m u n d n a c h dem Spiel bei den G astgebern und M e n s c h e n re c h te D e m o k ra t i e a n mahnen. sche Entscheidung des IOC war die Vergabe der Olympiade an China 2010. Es gab sogar Aussagen aus dem IOC, die Spiele könnten zum Demokratisierungsprozess in China beitragen. Mit steinerner Miene hörten die Mitglieder der kommunistischen Partei, dem Politbüro und der Regierung diese Worte. Da ist es nicht ausgeschlossen, dass schallendes Gelächter zu hören war, als sie unter sich waren. Schließlich folgen 2018 die Olympischen Spiele in Russland. Auch nicht gerade ein Land mit beispielhafter, demokratischer Staatsführung. Wenn Deutschland als leuchtendes Beispiel voran gehen und nicht mehr an Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften in einem diktatorischen Staat teilnehmen will, muss es gut und gerne jede zweite Großveranstaltung meiden. Dann müssten sich aber auch die exportabhängige deutsche Wirtschaft als bekanntlich spendabler Sponsor ebenso zurückziehen. Aber die lässt sich gewiss nicht vorschreiben, wo sie ihr Geld einsetzt. Es ist zu bezweifeln, ob die Probleme mit Menschenrechten und Demokratie in der Ukraine für die Masse der deutschen Fans am späten Sonntagabend des 1. Juli noch ein Thema sind. Sollte die deutsche Elf wirklich in Kiew den Titel gewinnen, worauf gesetzt wird, lassen die mit Adrenalin und Bier vollgesogenen Köpfe nur noch Grölen, Jubel, Trubel, Heiterkeit zu. Und wetten, dass die Ehrenloge beim Finale gut mit deutschen Spitzenpolitikern gefüllt sein wird. Ein Traumtänzer, der da glaubt die deutschen Ehrengäste werden vor, beim und nach dem Spiel bei den Gastgebern Menschenrechte und Demokratie anmahnen.

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TEXT: ROBERT MUCHA FOTO: ULLA KÜHNLE DER STOLZ VON HEILBRONN Ei n g l ü c k l i c h e r Zu f all brachte HANIX-Chefredakteur Ro b e r t Mu c h a z u m Fußball. In seiner Klasse war näml i c h a u c h Pe t e r Wa g ner, der Toptorjäger der F-Jugend d e s V f R He i l b ro n n . Das alles mündete dann im DFBPo k a l s i e g m i t d e n A-Junioren, zusammen mit Peter.

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TITELTHEMA: FUSSBALL Peter machte recht schnell die Runde. In der aller ersten Schulwoche muss es gewesen sein, als der damalige Erstklässler gefragt wurde, ob er nicht mal beim Training mitmachen wolle. Eine weise Entscheidung, da er sich später bester Torjäger entwickelte, den die F-Jugend des VfR Heilbronn je hatte. Seine Mannschaft hat noch nach Spielern gesucht. Ich habe mich freiwillig gemeldet, und hatte Glück. Denn wie ich vor meinem ersten Training erfahren hatte, war der VfR der größte und ruhmreichste Verein der Stadt. Und natürlich auch mit der besten Jugendabteilung. Bereits nach der ersten Trainingseinheit waren schon Fortschritte zu erkennen. Ich hatte schnell gelernt, dass man den Ball nicht stumpf mit der Picke schießt, sondern mit dem Voll- oder Innenspann. Peter bugsierte den Ball auch schon mal mit dem Außenrist zu seinen Mitspielern oder ins gegnerische Tor. Beim Rückwärtslaufen mit den Stollen auf den Fuß Mit fortschreitender Zeit lernte auch ich den Außenriststoß, dazu Kopfball am Pendel, Positionsspiel, Dribbelvarianten, ein wenig Viererkette und dass man dem offensiven Gegenspieler bei einem Eckball »aus Versehen« beim Rückwärtslaufen mit den Stollen auf den Fuß tritt. Er wird garantiert kein Tor machen. Eine unumstößliche Wahrheit im Fußball: Trittst Du deinem Gegenspieler unmittelbar vor dem Eckball auf den Fuß, dann wird er in dieser Situation kein Tor machen. Ja, in der F-Jugend haben sie uns das mit dem Tritt auf den Fuß beigebracht. Ich fand diese Tricks immer legitim und habe sie auch bis zum Ende meiner Karriere beherzigt. Wie auch die mahnenden Worte eines Trainers: »Beim Kopfballduell immer mit dem Ellenbogen voraus in den Zweikampf. Erwischst Du deinen Gegner, war es natürlich keine Absicht und beim nächsten Luftzweikampf wird der Gegenspieler schon nicht mehr ganz so hoch springen. Es könnte ihm schließlich weh tun.« Nach dem aktuellen Sportstudio ins Bett Die fußballerischen Fortschritte machten mir Spaß, denn sie brachten nicht nur Nominierungen in diverse Auswahlmannschaften, Erfolge in Bezirksmeisterschaften oder kostenfreie Reisen nach Frankreich mit sich. Mit am schönsten war die Achtung, die Peter und mir im täglichen Schulalltag auf der zweitschlimmsten Schule der Stadt entgegengebracht wurde. Wir waren die einzigen, die als Schüler der 5. Klasse schon in der Fußball AG der Oberstufe mitspielen durften. Gute Fußballer wurden hier respektiert und waren beliebt. Besonders bei den Mädels, weil Fußballspieler so schön sportlich waren und meist etwas frecher als die langweiligen Bücherleser. Bei den Schlägerjungs, weil man ihnen in der Fußball AG oder bei kurzen Kicks in der großen Pause Erfolge schenken konnte. Schöner Nebeneffekt dieser Turniersiege in der Fußball AG und der 15-Minuten-Pause war, dass die "schweren Jungs" Peter und mich vor Prügel und Provokation verschonten. Und schließlich wurden wir auch von den Lehrern geachtet. Die hofften, dass wir die Schulmannschaft ins Finale von "Jugend trainiert für Olympia" nach Berlin schießen. Aus dem Hobbysport wurde irgendwann Leistungssport und der Traum, es als Profi zu schaffen, war zumindest nicht ganz unrealistisch. Dafür waren aber auch Opfer nötig. An Samstagen ging es für mich nach dem »Aktuellen Sportstudio« ins Bett, während die Kumpels auf der Piste eine "Sex, Drugs & Rock´n´Roll"-Geschichte nach der anderen erlebten. In den Sommerferien wurde von meiner Seite auf lange Urlaubsfahrten verzichtet, denn wer in der Vorbereitung fehlte, dem drohte die Ersatzbank. Mir doch egal, ob meine Kumpels schon Erfahrungen in Sexpraktiken gesammelt hatten, die ich nur aus Pornos kannte. Schließlich war mein Ziel Fußballprofi. Dann würden die Frauen sowieso auf ein kurzes Fingerschnippen reagieren und Gewehr bei Fuß stehen, da war ich mir sicher.

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TITELTHEMA: FUSSBALL In meinem letzten A-Jugend-Jahr, der Saison 1995/96, wollten wir es dann alle ganz genau wissen. Wir, das war die A-Jugend des VfR Heilbronn. Alle samt Vollblutfußballer, die es in den Profibereich schaffen wollten. Beim Training fehlte wirklich nur, wer sich die Bänder gerissen oder das Bein gebrochen hatte. Der Konkurrenzkampf war enorm, da fast jede Position doppelt besetzt war. Dennoch: Die Saison startete für unsere Verhältnisse durchwachsen. Erst nach einer knappen und idiotischen Niederlage (mit Mucha-Tor gegen Timo Hildebrand) beim VfB Stuttgart im Oktober, fingen wir uns. Danach sollten wir kein weiteres Spiel mehr verlieren und nur noch ein einziges Mal unentschieden spielen. Dass wir als A-Jugend schon sehr weit waren, bewiesen Begegnungen gegen Bezirksligamannschaften aus dem Seniorenbereich. Diese fertigten wir teilweise zweistellig ab, und selbst gegen unsere erste Mannschaft des VfR Heilbronn, damals immerhin ambitionierter Verbandsligist, konnten wir in einem Trainingsspiel gewinnen. Wie weit wir tatsächlich waren und wohin das alles noch führen sollte, zeigte dann die Rückrunde. Im Rückspiel gegen den VfB Stuttgart, konnten wir dem mehrmaligen deutschen A-Jugendmeis82 ter nach zehn Jahren die erste Niederlage in einem württembergischen Verbandsspiel überhaupt zufügen. Nach 0:2-Rückstand. Die Elitejugend der Stuttgarter Kickers schickten wir mit einer 1:4-Packung auf die Heimreise. Im Endspiel um den Württembergischen Pokal besiegten wir den SSV Ulm mit 4:0, der den heutigen Bundesligaprofi Sascha Rösler in seinen Reihen hatte. Wir waren somit für den DFB-Pokal qualifiziert. Die Mannschaft wusste zu dem Zeitpunkt schon, dass sie auch diesen DFB-Pokal gewinnen würde. Und so kam es dann auch. Gegen Pfullendorf gab es ein 3:2, gegen den KSC ein 1:0 (mit Mucha-Tor) und Jena wurde mit 9:0 abgefertigt. Wir standen im Halbfinale gegen 1860 München. Das Spiel konnte aber nicht in unserem heimischen Frankenstadion durchgeführt werden, weil dort eine Woche zuvor ein Kelly-Family-Konzert gegeben wurde und der Rasen noch arg mitgenommen aussah. Wir mussten beim Lokalrivalen antreten. Dem "Stadion am See" von der Union Böckingen, der ewigen Nummer zwei in Heilbronn. Die Mannschaft traf sich dennoch im Frankenstadion zur Besprechung und spazierte danach die zwei Kilometer am Neckar entlang zur Union, wo schon eine Stunde vor An-

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TITELTHEMA: FUSSBALL Fu ß b a l l ist für mich immer noch d a s b este Spiel der Welt! pfiff reger Betrieb herrschte. Das Spiel musste dann auch 15 Minuten später angepfiffen werden, da nicht alle der 3000 Zuschauer rechtzeitig im Stadion waren. Nach der ersten Halbzeit führten wir 3:0. In dieser Halbzeit gegen die A-Jugend von 1860 München spielten wir, wie uns immer wieder bestätigt wurde, den besten Fußball, der je von einer Heilbronner Mannschaft gespielt wurde. Und das erzählten uns auch 70-Jährige, die es ja wissen mussten. Wieso sollten keine Angebote kommen? Inzwischen waren wir Helden der Stadt, obwohl der letzte Schritt noch gemacht werden musste. Einige Spieler von uns durften beim Bäcker oder Metzger nicht mehr bezahlen, wir wurden wöchentlich ins Radio eingeladen, und die Lokalzeitung berichtete täglich von unserer Mannschaft. So konnte die Zukunft gerne weitergehen. Diese Gedanken gingen jedem Mannschaftsmitglied durch den Kopf. Unrealistisch war das gar nicht mal. Wir wussten, dass bei jedem weiteren Spiel noch mehr Talentscouts im Stadion sein würden. Wieso sollten also keine Angebote kommen? Zwei Spieler unserer Truppe hatten ja auch schon Verträge beim KSC unterschrieben. Dann endlich: Finale! 8000 Zuschauer im Heilbronner Frankenstadion. Gegner war Energie Cottbus. Wir wussten, dass die Lausitzer nicht den Hauch einer Chance gegen uns haben würden. Schließlich genossen wir Heimrecht. Außerdem wussten wir, dass wir zum letzten Mal in dieser Zusammensetzung spielen würden und, dass es bei einem Sieg per Cabriocorso zum Rathaus gehen würde, wo wir uns dann ins Goldene Buch der Stadt eintragen sollten. Das klang einfach zu gut, um sich diese Erlebnisse durch eine Niederlage entgehen zu lassen. Wir wollten die A-Jugend von Cottbus demütigen, zerstören und geknickt auf die 700 Kilometer lange Heimfahrt schicken. Und so kam es dann auch. Die Geschichte des Finals und der Feierlichkeiten danach ist schnell erzählt: Halbzeitstand 4:0, Endstand 6:1, la Ola im Frankenstadion, Gatorade-Shower für unseren Coach, Pokalübergabe durch Rainer Holzschuh. Danach Wodka-Red-Bull aus dem Pokal. Deshalb haben wir auch besoffen den Cabriocorso genossen und uns mit wackeliger Schrift ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Danach gab es noch mehr Alkohol, Stripshows der Mannschaftsmitglieder auf Theken diverser Kneipen und für mich persönlich eine Nacht im Bett mit dem Pokal! »Und wenn Sie mal Probleme haben, Herr Mucha...« Eine Woche später rief mich mein Schulleiter zu sich. Zuerst gratulierte er freundlich, ehe er Folgendes von sich gab: »Und wenn Sie mal Probleme haben Herr Mucha, dann kommen Sie bitte direkt zu mir. Wir finden sicherlich Lösungen für jedes Problem.« So lässt sich das Abi bauen, dachte ich mir im Stillen. Doch trotz aller nebensächlichen Annehmlichkeiten, das Spielen selbst blieb immer an erster Stelle. Ob in jeder freien Minute nach der Schule, während der Ferien, als wir jeweils die kommende Bundesligasaison vorspielten, im Training, wo wir alles für das Endziel Profi taten, bei Pflichtspielen oder heute beim hölzernen Hobbykick auf irgend einer Wiese - Fußball ist für mich immer noch das beste Spiel der Welt! 

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DIE 10 ER FO LG LOS E ST E N F U SS BA L LG ROSSST Ä DT E DE U TSC H L A N DS! TEXT: ALEX RAACK & BENJAMIN KUHLHOFF der Heilbronner Fußball darbt seit Jahren vor sich hin. ins fußballerische mittelgebirge möchte in Zukunft der neue stadtklub Fc union Heilbronn. status Quo lautet aber liga acht. doch Heilbronn ist nicht die einzige großstadt, in der fußballerisch nix geht.

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TITELTHEMA: FUSSBALL Soll keiner sagen, sie hätten es nicht versucht. Mit dem uruguayischen Nationalspieler Horacio Troche wechselte 1968 ein echter WM-Teilnehmer in die laut Bonner »General Anzeiger« »erfolgloseste Fußballstadt Deutschlands«. Dumm nur, dass Troches größter Auftritt zwei Jahre zuvor lediglich aus einer Ohrfeige für Uwe Seeler bestanden hatte, sportlich war er kein Gewinn für den Bonner SC. 1976/77 endete die erste und einzige Saison in der zweiten Bundesliga mit dem Lizenzentzug. 1998 versuchte Präsident Hans Viol unter Aufbietung aller in der Stadt vorhandenen diplomatischen Kräfte gar, die komplette kubanische Nationalmannschaft zu verpfl ichten. Und bekam Vladimir Alejo. Der blieb und heiratete. Immerhin. BOnn Eintracht Hessen gewählt wurde, plante der örtliche Sparkassenchef den Generalangriff auf den Spitzenfußball. Aus der Landesliga marschierte der SVH durch und rangelte 1983 um den Aufstieg in die zweite Liga. Haute nicht hin, im November 1984 wanderte Schulte ins Kittchen, als die Bankenaufsicht ein Finanzloch von 300 Millionen DM entdeckte. Kurz darauf war beim SV Feierabend. neuss Sportliche Erfolge feiert man in Hagen vornehmlich im Damen-Wasserball. Und auch dem Fußballklub SSV Hagen steht das Wasser regelmäßig bis zur Oberkante Unterlippe. Der Verein kämpft gegen die Pleite. In der letzten Saison setzte man alle Hoffnungen in drei südkoreanische Megatalente, die angeblich in Fernost bereits Erstligaerfahrung gesammelt hatten. Erfolg: Der SSV spielt weiter in der Bezirksliga. Hagen Wer hätte gedacht, dass in Neuss bereits eine deutsche Vize-Meisterschaft gefeiert wurde - im Hallenhockey. Mit der großen Kugel läuft es weniger rund. Dabei liest sich die Ehemaligen-Kartei beeindruckend: Die Funkel-Brüder, Hans-Jörg Criens und Jörg Schmadtke schnürten einst die Töppen an der Hammer Landstraße. Lediglich einmal wehte dort richtig steifer Fußballwind. In der Regionalligasaison 1967/68 wurde Erstligaabsteiger Fortuna Düsseldorf mit 5:4 besiegt. 1972 schmierte man mit dem Abstieg in die Verbandsliga endgültig in die Kasematten des Amateurfußballs ab. HeidelBerg Paul Schulte hatte Großes vor: Nachdem er zum Vorsitzenden des Hammer Stadtteilvereins SV Hamm Hätte so schön sein können in der ehemaligen kurpfälzischen Residenzstadt Heidelberg: 2005 machte ein engagierter Unternehmer dem sperrig benamten Projekt »Profifußball in der Rhein-Neckar-Region« Feuer unterm Kessel; mit viel Knete sollten der FC Astoria Walldorf und SV Sandhausen zum FC Heidelberg

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TITELTHEMA: FUSSBALL 06 fusionieren, Stadionbau und Vorfinanzierung für den Kaltstart Richtung Bundesliga inklusive. Weil aber die Eppelheimer Wild-Werke (u.a. Capri-Sonne) auf dem gleichen Standort ihre Produktionsanlagen vergrößern wollten, zog Dietmar Hopp frustriert ab nach Sinsheim. Der Rest ist bekannt. Fusionsprojekt 1. FC Recklinghausen Anfang der Achtziger bis in die Oberliga, doch nach einem sechsten Platz (1990/91) setzte der Verein zum Sinkflug an, Insolvenz inklusive. Hansch fand seine Fußballliebe außerhalb der Stadtmauern - beim FC Schalke 04. steht die Großsportanlage. Bislang ist sie noch unbeschädigt. Kann aber nicht mehr lange dauern. wÜrZBurg In der Saison 1977/78 war Spicy Castle eine Großmacht in spe. Immerhin standen mit dem FV Würzburg 04 und den Würzburger Kickers gleich zwei Klubs in der zweiten Bundesliga Süd. Legendär ist das Derby am 14. Spieltag: Die favorisierten 04er führten mit 2:1, ehe der vor der Saison vom Erzrivalen zu den Kickers transferierte Altstar Lothar Emmerich den Ausgleich erzielte. Doch die unterfränkische Euphorie währte nur kurz: Die Kickers stiegen am Saisonende ab. Der FC 04 meldete 1981 Konkurs an. Lang, lang ist's her, dass eine Mannschaft aus Bremerhaven um die Krone im norddeutschen Fußball kickte: 1909 unterlag der FC nur knapp Eintracht Braunschweig im Finale um die norddeutsche Meisterschaft. Die »Seelöwen« wurden von den »Löwen« aus Braunschweig standesgerecht mit 3:2 verspeist. Der ortsansässige Rivale OSC stand 1977/78 und 79/80 immerhin zweimal in der zweiten Bundesliga, stieg jedoch beide Male wieder ab und gedenkt heute in der Bremenliga der guten alten Zeiten. B r e m e r H aV e n Der Traumhüter soll es richten: Seit 2005 ist Lars Leese Trainer beim SV Bergisch-Gladbach 09. Eher unwahrscheinlich ist allerdings, dass seine Mannschaft demnächst gegen den FC Liverpool kickt wie einst ihr Trainer, der es seinerzeit innerhalb von fünf Jahren von der Kreisliga in die Premier League schaffte. Größter Vereinserfolg ist die Amateurmeisterschaft von 1953. Immerhin. BergiscH gl adBacH »DER TEXT ERSCHIEN IN 11 FREUNDE NO. #107« recKlingHausen mOers Ihren Beitrag zur Fußballhistorie hat die Stadt zweifelsohne geleistet. Reporterlegende Werner Hansch (»Mit der Startnummer 1: Norbert Nigbur«) erblickte hier das Licht der Welt. Das war es dann mit der runden Herrlichkeit. Zwar kletterte das 100 Jahre ist der GSV Moers alt, höher als in der Verbandsliga hat der Klub nie gespielt. Vielleicht auch deshalb, weil kein anderer Verein so sehr um einen eigenen Sportplatz kämpfen musste: aufgebaut, vom Krieg zerstört. Aufgebaut, keine Tore vorhanden, vom Krieg zerstört. Aufgebaut, nach Bergschäden unbespielbar. Aufgebaut mit Jugendheim, Jugendheim abgebrannt. Erst seit 1993

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TEXT: RALF BREMER ILLUSTRATION: RENÉ TACKENBERG »sÄnK Ju, pelÄ, sÄnK Ju!« drei unten, drei oben - seit Jahrzehnten beschließt die Torwand des ZdF-sportstudios den Fußballsamstag. Höchste Zeit also für eine würdigung des unterhaltsamen Toreschießens, hier exemplarisch vorgeführt von dieter Kürten, Franz Beckenbauer und pelé. unser experte ralf Bremer hat mitgeschrieben.

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TITELTHEMA: FUSSBALL Dieter Kürten steht vor dem Sportstudio-Publikum, ein beschwingtes Lächeln auf den Lippen. Dahinter sitzen Franz Beckenbauer und Pelé auf einer Bank und lachen noch. Kürten guckt in die falsche Kamera und winkt mit ein paar losen Blättern. Sänk ju, Pelä, bat ju also kän pley. P E L É ( S T R A H LT ) -- Sure. K Ü RT E N ( E N T S PA N N T ) -- So, Ihr Lieben. Welche Kamera? Ach so, hier. Wer fängt an? Pelé versteht nichts, schaut verständnislos. entschlossen. Beckenbauer wirkt blikum packt es nicht mehr, ein dicker, vo«, rotgesichtiger Stimme Herr in der ersten Reihe ruft laut »Braseine überschlägt sich dabei. Als der »Kaiser« wieder anläuft... K Ü RT E N ( S Ü F F I S A N T ) -- Mein lieber So, Ihr Lieben von der Regie: Wie geht es denn nun weiter? K Ü RT E N ( B E S C H W I N G T ) -- STIMME AU S DEM OFF (GEQUETSCHT) -- Okay, ich bring's hinter mich, dann komm' ich zu meinem Weißbier. B E C K E N B AU E R ( H E I T E R ) -- Lauter Mal... Jubel. Beckenbauer legt sich den Ball zurecht. Mit einem Franz, wenn Du den auch noch triffst, dann musst Du aber einen ausgeben! Doch dieses Mal ist der »Kaiser« zu lässig und trifft die Kugel nicht richtig. Sie bleibt am Rand des unteren Lochs hängen und kullert zurück. Das Publikum macht laut »Ooooooooh«, aber Beckenbauer nimmt's gelassen. Torwandschießen, Dieter! K Ü RT E N ( S I C H M I T D E R F L A C H E N HAND AN DIE STIRN SCHLAGEND) -- Stimme aus dem Publikum (brüllend) -- Sauber, Kaiser!!! Alle lachen. K Ü RT E N ( I N V E S T I G AT I V ) -- Mensch, klar. Franz, Pelé, seid Ihr bereit ? B E C K E N B AU E R (SCHERZEND) -- Wer Das B E C K E N B AU E R ( Z U P E L É ) -- Nau ju I will war das? (lacht) B E C K E N B AU E R ( L O C K E R ) -- meyk it better, Pelä. PELÉ (BREIT GRINSEND) -- Na, I muaß erst a Weißbier trinken. K Ü RT E N ( L A C H T ) -- What about you, Pelé? P E L É ( L A C H E N D ) -- Of course, yes, let's do it! Das Sportstudio-Publikum aus, tosender rastet völlig Beifall, war mein Steuerberater, ha, ha! Alle lachen. Doch kurz darauf Der herrscht atemlose Stille. Kaiser hat Anlauf genommen und fixiert die Torwand. Er läuft an und schlenzt den Ball mit minimalem Aufwand in Richtung unteres Loch. Die Kugel tickt dreimal auf und verschwindet im Ziel. Das Publikum ist nicht mehr zu halten. try, Frans, I will try my best. K Ü RT E N -- Ja, aber das war doch schon ganz ordentlich, Franz. Zwei Dinger unten, jetzt noch drei oben und Du hast Deinen eigenen Rekord eingestellt. B E C K E N B AU E R ( T U T Ü B E R R A S C H T ) -- vereinzelte Jubelrufe. K Ü RT E N ( W E I T E R L A C H E N D ) -- Na, dann wollen wir mal sehen, wer von Euch noch trifft. Alle drei schlendern gemächlich in Richtung Torwand. Mehrere Bälle werden in ihre Richtung gekickt. Lässig nimmt Beckenbauer einen mit dem rechten Fuß an und fängt sofort an, damit herumzutändeln. PELÉ (NOCH IMMER BREIT LACHEND) -- Wos, i? Fünf Mal? Na, des muss jemand anderes gewesen sein, vielleicht der Berti? K Ü RT E N A M Ü S I E RT, KEL) -- ( E B E N FA L L S WISCHT HÖCHST SICH EINE Alle lachen. Very good, Frans. (zu Kürten gewandt) He still is so strong, we need him for the Brasilian team. PELÉ (LACHEND) -- B E C K E N B AU E R ( G E S C H M E I C H E LT, WÄ H R E N D E R N E U E R L I C H A N L AU F NIMMT) -- L A C H T R Ä N E AU S D E M AU G E N W I N - Sänk ju, Pelä, sänk ju. Ah, Frans, you are still the Zwei Schritte Anlauf, ein lässiger Kick und schon wieder hat der Kaiser das Leder versenkt. Das Pu- Nein, nein, Franz. Mit Verlaub, lieber Berti Vogts zu Hause, aber das warst schon Du, Franz. B E C K E N B AU E R ( KO K E T T ) -- Okay, aber da war i ja auch noch jünger. P E L É ( WA RT E T D I E G A N Z E Z E I T ) -- kaiser. B E C K E N B AU E R ( G E S C H M E I C H E LT ) Can I play now?

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TITELTHEMA: FUSSBALL Ja, Mensch, Junge, klar. Of course, Pelé. Go ahead! K Ü RT E N ( S C H N E L L ) -- Aus dem Stand versenkt Pele den ersten Ball im unteren Loch. Gelöster Beifall, anerkennendes Nicken vom »Kaiser«. Beckenbauer voll ab. läuft und Mal zieht ver- wie beim letzten Länderspiel, oder? B E C K E N B AU E R ( KO M P E T E N T ) -- Doch dieses fehlt sein Schuss die Torwand und schlägt im Studiohintergrund in die Dekoration ein. Mit lautem Krachen zerbirst ein großer Schweinwerfer, ein paar Funken sprühen. Das Publikum johlt. S T I M M E AU S D E M P U B L I K U M ( D I E S E L B E , W I E VO R H I N , B RÜ L L E N D ) : Na, des kann mer nicht sagen. Der Pelé, der is' schon stärker als die Brasilianer. P E L É ( N A C H D E M E R D I E S I M U LTA N Ü B E R S E T Z U N G Z U E N D E G E H Ö RT Mensch, Kinder, das is' doch mal was. Sonst trifft kein Mensch, aber heute sitzt ja fast jeder. K Ü RT E N ( V E R S O N N E N ) -- Pelé lacht, obwohl er nichts verstanden hat. Sein zweiter Schuss - wieder nur mit minimalem Anlauf - geht allerdings an der Torwand vorbei. Das Publikum macht »Ooooooh«. Oh, no. I was very lucky. Frans is much better football player. (lacht) H AT, B E S C H E I D E N ) -- B E C K E N B AU E R ( G E S C H M E I C H E LT ) -- Sauber, Kaiser!!! P E L É ( E B E N FA L L S L AU T L A C H E N D ) -- Nice shot, Frans. Ha, ha, ha. K Ü RT E N ( I RO N I S C H ) -- Oh je, Kinders, schon wieder 'ne Lampe weniger, da wird sich unser Produktionsleiter freuen. B E C K E N B AU E R ( S C H L A G F E RT I G ) -- Sänk ju, Pelä. Sänk ju. K Ü RT E N ( A B S C H L I E S S E N D ) -- Franz, Pelé, vielen Dank. Macht's gut! Das Publikum begleitet die abgehenden Fußballlegenden mit lautem Klatschen, Trampeln und Bravo-Rufen. Beide winken und verschwinden hinter der Studiodekoration. Als sich der Applaus gelegt hat, wedelt Kürten mit seinen losen Blättern und schaut in die fal- Das macht überhaupt nichts, es ist noch alles drin. (zu Pelé) You can still beat, Franz, no problem, Pelé. P E L É ( K I C H E R N D ) -- I try my best. K Ü RT E N ( B E RU H I G E N D ) -- Und der dritte Versuch sitzt wieder. Das Publikum der klatscht und und Pelé stampft, Schulter. Kaiser Ich fand's vorher zu hell hier drin, Ihr ned? Gefälliges Gelächter aller. Bei den nächsten beiden Schüssen konzentriert sich Beckenbauer wieder richtig und schießt mit viel Gefühl. Allerdings verfehlen beide knapp das Ziel. Dennoch applaudiert das Publikum heftig. K Ü RT E N -- Danke, Franz. Zwei Treffer, immerhin... (zu Pelé) Okay, Pelé, your turn, okay. PELÉ -- ( S T R A H LT, WÄ H R E N D ER Z W E I S C H R I T T E A N L AU F N I M M T ) sche Kamera. schlagen sich gegenseitig auf die Soooo, Ihr Lieben von der Regie, helft mir mal, wie geht's denn nun weiter? K Ü RT E N ( H E I T E R ) -- »DER TEXT ERSCHIEN IN 11 FREUNDE NO. #33« Halt, Ihr zwei, hiergeblieben. Das war erst Halbzeit. B E C K E N B AU E R ( S C H E R Z T ) -- Wos? Oben auch noch? Steht des im Vertrag? (Zu Pelé, halblaut) Sey must pay us more money, Pelé, wot du ju sink äbaut it? P E L É ( L A C H T ) -- Of course, money is always good. K Ü RT E N ( H E I T E R ) -- K Ü RT E N ( W I N K T M I T S E I N E N Z E T - Okay. Und Pelé trifft auch oben noch zweimal. Die Zuschauer klatschen frenetisch, nochmalige Umarmung zwischen Beckenbauer und Pele, Kürten schaut in die falsche Kamera. Ne, ne, das könnte euch so passen. Franz, auf geht's, noch drei oben rein. TELN) -- Diesmal nimmt Beckenbauer einen langen Anlauf, sein Gesicht nimmt plötzlich einen etwas grimmigen Ausdruck an. K Ü RT E N ( L E I S E ) -- Aha, jetzt mit Schmackes... Wo sind wir? (nachdem er die richtige Kamera gefunden hat) Hier, ach so. Also, kommt noch mal her zu mir, Ihr Lieben. Brasilien vier, Deutschland zwei, fast K Ü RT E N ( B R E I T L Ä C H E L N D ) --

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Kreativzentr Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn

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ILLUSTRATIONEN: ZORAN LUCIC SUC K E R FOR SOCC E R De r a u s B o s n i e n - He r ze g ow i n a stammende Grafikdesi g n e r Zo r a n Lu c i c h a t h i e r mit seiner Serie »Succer fo r So c c e r « Fu ß b a l l - L e g e n d e n -Poster von den wirklich be s t e n Fu ß b a l l s p i e l e r n a l l e r Zeiten erschaffen. Wi e b e i s p i e l s we i s e d e r A l l t i m e-(George-)Best, gefolgt vo n Ba l l v i r t u o s e n w i e Me s s i , Rummenigge, Pelé, dem B o m b e r, S c h we i n i , Ma r a d o n a , Zidane, dem Kaiser, Pl a t i n i , He n r y u n d . . . u n d . . . u n d...

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» D I E W E LT B R AU C H T S I N G E N D E F U S S B A L L E R « B j ö r n Fr a h m t r i t t a l s So lokünstler unter dem Namen "Free ze" a u f. Nu n h a t d e r Wa hl-Düsseldor fer seinen zweiten Song a u f g e n o m m e n , d e n e r d er Nationalmannschaft und ihren Fans w i d m e t . Wi r s p r a c h e n mit dem aus Heilbronn stammenden Mu s i k e r ü b e r s i n g e n d e Kicker, seinen Song und den Aufstieg vo n For tuna Düsseldor f.

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TITELTHEMA: FUSSBALL H A N I X -- Björn oder Freeze, wie du dich nennst. Du hörst dich an, wie ein waschechter Rheinländer. Dabei bist du in und um Heilbronn groß geworden. Das ist richtig. Ich spreche kein Schwäbisch. (lacht) Meine Jugendzeit habe ich tatsächlich in Heilbronn verbracht, bis ich vor zwölf Jahren nach Düsseldorf gezogen bin. Dort arbeite und lebe ich heute immer noch. B . F. -- H A N I X -- Du bist als Musiker und Solokünstler in der Welt unterwegs. Konnte man dich früher auch in Heilbronn spielen hören oder hattest du in der Stadt keine Band? die Welt geschickt. So hat es angefangen. Dieser Song, so die Idee des Chores, sollte per Radiowelle der damaligen Tsunamiwelle entgegen geschickt werden, die Asien 2004 erschütterte.Und es hat funktioniert. Wir wurden weltweit und in Asien im Radio gespielt. H A N I X -- Du hast auch in Israel mit jüdischen und arabischen Kindern deinen Song gesungen. B . F. -- Ich habe von der Schule »Hand in Hand« in Israel, eine Einladung bekommen, das Video meines Songs mit dem Schulchor vor Ort in Israel aufzunehmen. Das hat mich über ein Jahr sehr viel Anstrengung gekostet, bis es endlich geklappt hat. Letztendlich habe ich vom Auswärtigen Amt und dem Goethe Institut Unterstützung erhalten und konnte nach Israel reisen. Das war eine fantastische Erfahrung für mich. Die Schüler hatten meinen Song auf Arabisch und Hebräisch gesungen. Ich muss gestehen, ich hatte Tränen in den Augen. H A N I X -- Reden wir über Fußball und Musik. Du hast vor kurzem »Are you ready to party« herausgebracht. Ein Lied, das du der Nationalmannschaft und ihren Fans widmest. Ein PR-Gag oder bist du wirklich Fan der DFB-Elf? Sobald ich ein Auto hatte, habe ich diverse Bands im süddeutschen Raum ausprobiert. Ich hatte in Köln, München oder Stuttgart Bands. In Heilbronn war ich komischerweise nie Mitglied einer Band. Ich habe mich damals einfach ausprobiert und zunächst harten Rock gemacht. Das habe ich ausschließlich in englischer Sprache getan, da sich das für mich besser anhört. Später habe ich auch mit anderen Musikstilen experimentiert. Ich habe viel gejammt und dabei einiges über Musik gelernt. Nachdem ich so viele Bands ausprobiert hatte und es für besser befand der Boss zu sein, da sowieso alle Songs von mir waren, habe ich mich 2001 entschlossen Solokünstler zu sein. B . F. -- H A N I X -- Wenn man deine Vita studiert, sticht dein Song »The beauty of our world« ins Auge. Was hatte es mit diesem Lied auf sich? 2005 habe ich den Song »The beauty of our world« geschrieben, woraus das weltweite Musikprojekt »United we change« entstanden ist. Das Projekt wurde von der Unicef unterstützt. Die Idee war, dass Chöre aus aller Welt meinen Song auf ihre Weise interpretieren, ein Video davon aufnehmen und es einschicken. Mir war es in dieser Zeit wichtig, einen Song mit einer Message zu schreiben, und keinen Partysong. Der Chor des Theodor-HeussGymnasiums hatte den Song damals mitgesungen, und um B . F. -- Ich bin seit meinen Kindertagen Fan unserer Nationalmannschaft. 2006 hatte ich der Nationalelf schon ein Lied gewidmet. Es hieß »Shine for us tonight«. Dieses Jahr sind wir alle so heiß auf den Pokal und die Mannschaft hat das Potenzial, Europameister zu werden, dass ich einfach wieder einen Song für die Fans und die Mannschaft schreiben musste. Das Lied soll zeigen, dass wir Fans hier in Deutschland und in den Stadien in Polen und der Ukraine, unsere Mannschaft voll und ganz unterstützen. Der Rhythmus des Songs ist einfach gehalten. Der Refrain geht so: »On and on, Party´s going on. Rock the place, girls and boys, scream out loud and make some noise.« Das soll einerseits ein Mantra für die Jungs sein, um sie B . F. --

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TITELTHEMA: FUSSBALL TITELTHEMA: FUSSBALL einzustimmen. Andererseits eine Ansage von den Fans und an die Fans, gemeinsam zu feiern. Deshalb heißt der Song auch »Are you ready to party«. Denn ich glaube, dieses Jahr ist unsere Mannschaft dran, den Titel zu gewinnen. H A N I X -- Du deprimierten glaubst an den EM-Titel die mit trotz drei der Bayern-Spieler, Vize- Fußballer. Das macht sie doch bunter, also wieso nicht. Ich finde es gut, wenn man interdisziplinär unterwegs ist. Man nimmt immer irgendetwas mit. Ich finde das sympathisch. H A N I X -- Fortuna Wahlheimat ist Düsseldorf, endlich der Verein deiner nun wieder erstklassig. Sitzt du schon an einem Song für das Lieblingsteam von Totenhosen-Frontmann Campino? Titeln eine, sagen wir, bescheidene Runde gespielt haben? Schließlich stellen die Bayern-Spieler den größten Block im deutschen EM-Kader dar. Das ist bis zur Europameisterschaft vergessen. Schweini wird über sich hinaus wachsen und der Star der EM werden. Und Mesut Özil wird mit seinen Zauberpässen Entscheidendes bewirken. Ich bin wirklich zuversichtlich. B . F. -- H A N I X -- Wo kann man dich live mit deinem Fußballsong hören? Nein, ein Song für die Fortuna ist nicht geplant. Aber ich bin total happy, dass die Fortuna endlich wieder in der Bundesliga spielt und wir hier nächste Saison, richtigen Fußball zu sehen bekommen. Ab und zu gehe ich nämlich auch ins Stadion. Allerdings eher auf Schalke. B . F. -- H A N I X -- Das mit dem Aufstieg wäre ja beinahe noch in die Hose gegangen. Wie hast du das Relegationsspiel in Düsseldorf gegen Hertha BSC wahrgenommen? Wie war die Stimmung in der Stadt? Ich gebe verschiedene Konzerte. Unter anderem in Neapel in Italien. Danach werde ich im Rheinland unterwegs sein und eine Überraschung kurz nach der Europameisterschaft wird es auch noch geben. Soviel kann ich den Heilbronnern schon verraten. B . F. -- H A N I X -- Wer Fußballsongs schreibt und herausbringt muss auch selbst einen Favoriten haben, oder? B . F. -- Einer meiner Lieblingssongs überhaupt ist »You´ll never walk alone«. Dieses Lied ist unbeschreiblich. Wenn es Fans im Stadion singen, beschert das Gänsehaut pur. H A N I X -- Viele Fußballer und Fußballmannschaften haben sich singend ausprobiert. Braucht die Welt singende B . F. -- Fußballer überhaupt? Sollen die Jungs nicht lieber das machen, was sie können? Die Stimmung war im Stadtzentrum ausgelassen. Aber durch die lange Spielunterbrechung sind die Menschen beim Feiern nicht total ausgerastet. Es war etwas verhaltener. Aber die Fans, die im Stadion waren und dann irgendwann in die Innenstadt dazu kamen, haben dann für beste Stimmung gesorgt. Augenzeugen, die mit ihren kleinen Kindern im Stadion waren, versicherten mir, dass es im Stadion absolut friedlich war. Die Leute wollten feiern und waren so fröhlich, dass sie einfach ein paar Sekunden zu früh auf den Platz gerannt sind. B . F. -- Ich finde, die Welt braucht definitiv singende

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TITELTHEMA: FUSSBALL Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV GEHTS

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NEUSEELAND FOTOS: MICHAEL DIKTA Micha e l Di k t a h a t u n s s c h o n e i n e n Brief an die Heimat ge s c h r i e b e n . Wi r k o n n t e n d e n 20-jährigen Weltenbum m l e r n u n d a z u ü b e r re d e n u ns fotografische Reiseim p re s s i o n e n a u s Ne u s e e l a n d zu schicken. Wir sind ne i d i s c h u n d h a b e n Fe r n we h !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº9 Frage: in welcHem JaHr und gegen welcHen Verein im endspiel gewann die a-Jugend des VFr HeilBrOnn den dFB-pOKal? die a-Jugend des VFr HeilBrOnn FeierTe Zum 100-JÄHrigen VereinsJuBilÄum den grössTen erFOlg der VereinsgescHicHTe. nacH dem sieg im HeilBrOnner FranKensTadiOn VOr ÜBer 6 000 Fans ging es miT geFÜllTem pOTT per caBriOcOrsO durcH die sTadT Zum raTHaus, wO sicH die FussBallHelden ins gOldene BucH der sTadT einTragen durFTen. CHOUCHOU BOUTIQUE STADTINITIATIVE RITTERSPIELE HORB BURNSIDE 3 x 20-EURO-Gutschein Kiste Hölleblöms 5 x 2 Eintrittskarten DRAGON Sonnenbrille Französischer Chic und Coolness in Heilbronn, dazu skandinavische Labels. chouchou, die kleine aber feine Boutique in der Oberen Neckarstraße verlost drei Gutscheine im Wert von je 20 Euro. Heilbronn hat nun seine eigene Holunderbrause. Ganz neu auf dem regionalen Getränkemarkt verlosen wir zusammen mit der Heilbronner Stadtinitiative eine Kiste Hölleblöms. Wohl bekomms und viel Glück. Im Juni herrscht in Horb am Neckar Ausnahmezustand. Dann ist das Städtchen Schauplatz eines der größten mittelalterlichen Schauspiele Europas. Wir verquizzen einen Sack voll Eintrittskarten. Sommer, Sonne, Sonnenbrille...! Gewinne eine coole DRAGON Sonnenbrille deiner Wahl von BURNSIDE. Vorab kannst du die coolen Teile begutachten: Unter burnsideshop.de Viel Glück! WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: SCHUTZSCHWALBE EINSENDESCHLUSS IST DER 16. JULI 2012. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: CHRISTOPH MARIA HERBST

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L I E B E H E I M AT, EIN BRIEF AUS VANESSA MACCO MARRAKESCH, MAROKKO / VON TON: PHILIPP SEITZ GELESEN VON: RADANA BROCKHOFF Die Semesterferien sind gekommen, und eine Woche in Marrakesch, Marokko längst gebucht. Durch mein Semitistik-Studium fiel die Wahl auf ein arabisches Land. Auch mit dem Hintergedanken, dass sich dort Ausschreitungen nach dem arabischen Frühling im Moment sehr bedeckt hielten. Es war für meine Freundin und für mich das erste bewusste Eintauchen in die arabische Welt. Bereits Mitte Februar fiel Paddy und mir auf, dass es nicht unrealistisch war, seine Weltreise mit unserem kleinen Urlaub kreuzen zu können. Er war zu diesem Zeitpunkt noch in der Thodra Schlucht. Wo sein Weg genau hinführt, weiß man bei ihm nie so genau. Mit den Worten "du bist herzlich zum Whiskey Marrocain eingeladen" beließen wir unsere Unterhaltung erstmal. Es war schließlich noch ein ganzer Monat bis dahin. Ende Februar schrieb ich Paddy unse128 re Adresse des Hostels, Ankunft- und Abflugzeiten am Flughafen. Warum genau weiß ich nicht, denn Paddy ist nicht gerade der Freund von festen Uhrzeiten und Plänen. Bis zu unserer Ankunft waren einige Tage Funkstille, und ich hatte kaum damit gerechnet Paddy wirklich zu treffen. Da saß er dann am Flughafen, und hat auf uns gewartet. Welch schöne Überraschung. Mein Herz klopfte wie verrückt. Ich hatte ihn sehr vermisst. Es waren leider nur zwei Tage, die wir mit ihm verbracht hatten, doch es waren unvergessliche Stunden. Nach der Ankunft in unserem Hostel und dem totalen Kulturschock, aßen wir auf unserer Terrasse frisches Brot mit Oliven und tranken diesen unvergesslichen marokkanischen Tee zum ersten Mal. Sonne, arabische Musik und die verschiedensten Gerüche lagen in der Luft. Unsere Hostels lagen nur wenige Minuten Fußweg voneinander weg. Also beschlossen wir etwas Zeit auf der Terrasse zu verbringen, wo Paddy nächtigte. Er schlief in einem Berber Zelt, wo wir es uns nach Stunden bei 30 Grad in der Sonne gemütlich machten. Er erzählte von seinen vergangenen fünf Monaten, den großartigen Menschen, die er kennengelernt hatte und seinem derzeitigen Lebensgefühl. Am Abend gingen wir bei uns in der Nähe auf einen Platz mit vielen verschiedenen Essensständen. Rashid, ein Bekannter von Paddy machte uns frische Omlettes mit Tomaten und dazu Tee. Ein weiterer Reisender, den er kennengelernt hatte, begleitete uns, und wir verbrachten einen tollen Abend. Am nächsten Tag zeigte uns Paddy den Djemma el Fna. Es war wie überall in Marrakesch sehr laut und hektisch. Ein riesiger Basar mit unzähligen Ständen, Schlangenbeschwörern und Dachterrassen. Paddy hatte uns gezeigt wie viel man für diverse Dinge bezahlt, und wann es die Einheimischen nicht mehr so gut mit einem meinen. Er war gerade zu Beginn eine große Hilfe für uns. Denn auch das Problem mit Belästigungen seitens der Männer, ließ nicht lange auf sich warten. Für mich war es erschreckend, wie respektlos man von den meisten Männern behandelt wird. Denn trotz der heißen Temperaturen trug ich lange Kleidung, und bedeckte sogar meine Haare. Anschließend liefen wir durch die Souks, tranken frisch gepressten Orangensaft, und aßen allerlei Süßes. Paddy musste nun aber seine Reise fortsetzen, um sein Visa für Mauretanien abzuholen. Also beschlossen wir kurzer Hand ihm zu den Ouzoud Wasserfällen zu begleiten. Mehrere Stunden Busfahrt, einige Meter Laufweg und ein paar Kilometer trampen lagen hinter uns, bis wir

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS MARR AKESCH, MAROKKO es endlich geschafft hatten. Was für ein Anblick. Unbeschreiblich! Nachdem wir auch die restlichen Araber abgeschüttelt hatten, die uns für wenig Geld einen Schlafplatz angeboten, fanden wir ein schönes Plätzchen im Wald. Wir machten Feuer, aßen Gemüse und Brot, das wir auf dem Weg zu den Wasserfällen einem Mann für einige Cents abkauften. Sein Haus stand mitten im Nirgendwo. Die Menschen sind sehr dankbar und ehrfürchtig, insbesondere auf dem Land. Er hatte sogar meine Hand geküsst. Das ist die andere Seite der Menschen in Marokko. Am Morgen machte uns ein Mann darauf aufmerksam, dass wir auf seinem Grundstück genächtigt hatten, und lud uns für wenig Geld zum Frühstück ein. Natürlich nicht ohne uns seinen selbstgemachten Schmuck zu zeigen, in der Hoffnung, wir würden ihm etwas abkaufen. Wir ließen uns darauf ein, und saßen mehrere Stunden mit seinen Kindern, seiner Frau und den Tieren im Innenhof des Hauses. Viel Brot, frisches Olivenöl und der berühmte Tee versüßten uns den Morgen. Nach einigen Stunden hieß es dann "Auf Wiedersehen". Ich war ihm für seine ständige Hilfsbereitschaft so dankbar. Ganz zu schweigen von dem Erlebnis bei den Was- sTecKBrieF N a m e : Va n e ss a M a c co Alter: 21 i n M a r ra ke s c h f ü r : E i n e Woche Fr ü h e re r Wo h n o r t : H e i l b ronn D e r ze i t i g e r Wo h n o r t : B erlin serfällen. Für mich ein unersetzbarer Freund, dem ich für seine Weiterreise nur das Beste wünsche. Um Paddy braucht man sich keine Sorgen machen. Ich hatte ihm am Ende noch ein funktionierendes Feuerzeug von mir gegeben, und im Zuge dessen hatte er noch eine Schnur entdeckt, die er auf dem Boden fand. Die würde seither als Wäscheleine dienen. Diese Utensilien vervollständigten seine Ausrüstung. Mit den Worten: "Nun habe ich alles, was ich brauche", schenkte er mir ein Lächeln. Bewunderung drückt wohl das Gefühl aus, das ich für ihn empfinde. Vielleicht auf ein weiteres Wiedersehen im Sommer auf den Kap Verden. Tschüss, deine Vanessa

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TEXT: RAFAELA JECKLE FOTO: ROBERT MUCHA B R A S I L I E N I S T F U S S B A L L

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NEIG´SCHMECKT: BR ASILIEN IST FUSSBALL Fuß b a l l i s t z we i f e l l o s d e r p o p u l ärste Spor t auf dem Planeten. Es g i b t k e i n e a n d e re Sp o r t a r t , die so mitreißend ist. Überall auf d e r We l t w i rd Fu ß b a l l a u f d ie gleiche Weise gespielt. Neben Eng l a n d g i l t Br a s i l i e n , z u m i n d est im eigenen Land, als das "Fu ß b a l l l a n d " s c h l e c h t h i n . Da s liegt mit Sicherheit auch an den fünf Wel t m e i s t e r ti t e l n d e r Sa m b a k i c ker. Offiziell gibt es seit 1894 Fußball in Brasilien. Im Bundesstaat São Paulo wurden die ersten Bälle gekickt. Charles Miller studierte in England und brachte nach seiner Rückkehr nach die ersten Bälle, Uniformen und Stiefel mit. Die brasilianische Leidenschaft für den Fußball hatte begonnen. Unabhängig von politischen Ansichten, religiösen Glaubensrichtungen, wirtschaftlichen Interessen oder sozialen Ständen: Fußball ist überall Teil des täglichen Lebens aber in keinem anderen Land wird diese Sportart so gefeiert, wie in Brasilien. Fast täglich tragen die Fans die Trikots ihrer Lieblingsmannschaften. Im Gegensatz zu Deutschland wurde Fußball in Brasilien ursprünglich nur von wohlhabenden Menschen gespielt. Doch der Fußballsport wurde so berühmt, dass er in den unterschiedlichsten Regionen des Landes auch von der armen Bevölkerung ausgeübt wurde. Heute fangen brasilianischen Kinder schon früh an, mit dem Ball zu spielen. Ganz egal, ob in Hinterhöfen, Parks, auf den Straßen, in den Gassen der »Favelas« oder am Strand. Insbesondere in der Stadt ist Fußball für Millionen Menschen die einzige Möglichkeit, Spaß und Unterhaltung zu haben. Überall auf der Welt lobt man die technische Qualität der brasilianischen Spieler. Ihre Art zu spielen, ist ihre eigene »Fußball-Kunst«. Der Stil ist eine Mischung aus ausgereifter Technik, kindlicher Freude und hoher Leistung. In Brasilien ist Fußball jeden Tag präsent. Es gibt zahlreiche Lieder, Filme, Theaterstücke und Romane, die von Fußball handeln. Nicht zu vergessen, wie oft darüber in den Medien berichtet wird. Es gibt in der brasilianischen Sprache viele Begriffe, die mit dem Fußball verknüpft sind. Zum Beispiel, wenn wir mit einer schwierigen Situation konfrontiert werden, ist es an der Zeit »den Ball zu stoppen und sich umzusehen, um dann ein Gefühl für die verschiedenen Alternativen des Spiels zu bekommen«. Wenn ein Kind zur Welt gekommen ist, hängen sogar die Farben der Fußballmannschaften an Booten und Häusern. Obwohl meine Heimat das "Fußballland" ist, spielen in Deutschland wesentlich mehr Frauen Fußball, als in Brasilien. Brasilianische Frauen verfolgen zwar die Weltmeisterschaft, aber wir spielen nur selten selber. Ich finde es lustig, dass es hier in der Region viele Mädchen Fußball spielen und es sogar ein Frauen-Team in Sülzbach gibt. Ich selber kann mir nicht vorstellen, Fußball zu spielen. Da tanze ich lieber Samba. In Brasilien ist Fußball auch eher ein Männersport. Allerdings bemerkt man auch am "Zuckerhut", dass immer mehr Frauen in die Stadien kommen, um die Fußballer spielen zu sehen. Martha ist eine brasilianische Nationalspielerin und wurde bereits drei Mal zur besten Spielerin der Welt gewählt. Sie steigert zunehmend die Aufmerksamkeit für den Frauenfußball. Im Laufe der Jahrzehnte ist Fußball zu einer Sprache geworden, in der die Brasilianer ihre tiefsten Gefühle ausdrücken können.

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NEIG´SCHMECKT: BR ASILIEN IST FUSSBALL 1977 brachte Pelé seine Autobiografie mit dem Titel »My Life and th e Beautiful Game« hera us. Seine Widmung lautet wie folgt: »I dedica t e this book to all the people who have made this great game the Beau t i f u l Game.« Emotionen wie Leidenschaft, Trauer, Zorn, Freude oder Schmerz. Die Beziehung zum Fußballsport ist daher recht vielschichtig geworden. Fußball verbindet einfach, ob historisch, kulturell oder sozial. Es ist eine nationale Leidenschaft geworden. Die meisten brasilianischen Kinder und Jugendlichen träumen davon eines Tages Profi-Fußballer zu werden. Es gibt so viele Fußball-Legenden, zu denen sie hinaufschauen können: Pelé, Garrincha, Zico, Romario, Ronaldo, Ronaldinho, Kaka, und noch mehr. Es ist der Traum vieler Kinder irgendwann in einer großen brasilianischen Mannschaft oder sogar im Ausland zu spielen. Das wünschen sich die Kinder, um ihr eigenes Leben und das ihrer Familie, zu verbessern. Davon abgesehen sind Fußballspieler auch wichtige Exportgüter. Jedes Jahr fließen Millionenbeträge von Europa nach Brasilien. In den 90iger Jahren hat Brasilien sehr darunter gelitten, dass viele ihrer Spieler ins Ausland gingen. Denn die Entwicklung der Spieler ist beeindruckend. Als junge Spieler verließen sie das Land, und sind nun erfolgreiche Sportler. Die brasilianische Nationalmannschaft befindet sich in der Krise. Zu viele Spieler gehen, so dass sie an der Weltspitze derzeit nicht mithalten kann. Es scheint für die Selecao nachteilig zu sein, überwiegend europäische Spieler im Kader zu haben. Die brasilianischen Kollegen lernen zwar, wie Europäer zu spielen. Doch verlieren sie dabei die Leichtigkeit mit dem Ball zu tanzen. Als Ergebnis bleibt dann nur noch die unbefriedigende Leistung, wie sie sich in der letzten Weltmeisterschaft oder beim Freundschaftsspiel 2011 in Stuttgart zeigte. Aber der Fußballsport ist in Brasilien sehr wichtig. Für die Brasilianer ist Fußball zu ihrer größten Leidenschaft geworden und wird dort auch als "Heimat der Fußballschuhe" oder "Fußball-Land" bezeichnet. Aber was die Aufmerksamkeit wirklich auf den brasilianischen Fußball lenkt, ist nicht die Qualität der Spieler und auch nicht die Siege beim Weltcup, sondern die Fans. Die hoffnungsvollen Fans, die an Gott und an den Sieg bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien glauben. Ein brasilianischer Spruch heißt: "Gott ist Brasilianer, deshalb sind wir so oft Weltmeister geworden!" Die Leidenschaft der Fans für ihre Selecao ist einzigartig. In einer berühmten brasilianischen Zeitung stand einmal eine sehr lustige Geschichte: Als der brasilianische Trainer das Stadion nach einem verlorenen Freundschaftsspiel verließ, fing eine ältere Frau bitterlich an, zu weinen. Sie fragte: "Schön Sie kennenzulernen. Als Trainer der Nationalmannschaft sind Sie ein wirklich wichtiger Mann. Ich verehre Sie. Sie haben alles, was man sich wünschen kann: Eine Familie, ein großes Haus, ein schönes Auto, einen Traumjob. Ich bitte Sie deshalb von ganzem Herzes, kümmern Sie sich um die Mannschaft. Sie haben alles im Leben, aber ich habe nur die Selecao. Bitte seien Sie gut zu ihr."

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KLEINANZEIGEN

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F R O M N E W Y O R K T O H E I L B R O N X He i l b ro n x . De r Na m e soll der Legende nach von Ne w Yorker G Is , d i e h i e r s t a t i onier t waren, geprägt worden sein. Un s e re Mi t a r b e i t e r i n Ma v i n g a Petrasch schickt uns jeden Monat Videogr üße aus Ne w York. Diesmal: T h e d r u m i s the language - Bashiri Johnson De r Pe rc u s s i o n i s t , Pro d u ze n t u nd Komponist (u. a. Whitney Houston, Madonna , Mi c h a e l Ja c k s o n , Di a n a Ro ss, Mick Jagger) hat zahlreiche Goldene Platten e i n g e s p i e l t u n d i s t e i n Me i s t er an den Dr ums! Mavinga hat den Musiker in Bro o k l y n f ü r e i n HANIX-Exklusivinter vie w getroffen.

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AUS DEM VIA ARCHIV pinnBOard VIA GRAFIK Das Wandbild entstand im Zuge der Arbeiten an unserer Monographie »Choose your Weapon«, die 2006 bei Pyramid Edition, Frankreich, erschienen ist. Da ich nicht der einzige bin, der bei Via Grafik seine gestalterischen Wurzeln im Graffiti hat, war es für uns selbstverständlich, dass wir auch im Buch natürlich ein neues grafisches Experiment zum Thema »Buchstaben/Writernamen auf Wand« enthalten haben wollten. Die drei Namen, die hier geschrieben stehen: BOE, SIGN, GEIST - viel Spass beim Suchen.  leO VOlland Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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Wiesbaden, 2005

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MAT H I AS U B E R I G EIN ARBEITSPLATZBESUCH VON TOBIAS BÖRNER Ei n Tre f fen, zwei Or te, ein Missverständnis. Sage-Club? Ne i n , Sage-Beach! Ich hier, Mathias dor t. Der Weg vom e h e m a l s angesagten Par tyhauptquar tier im U-Bahnhof He i n r i c h-Heine-Straße zur hippen Strandbar ist an dies e m Fr ü hsommerabend gesäumt von kotzenden Hostelb e s u c h e rn und durchgeknallten Köpi-137-Lebenskünstl e r n a u f Hochrädern. Plötzlich Sand unter den Füßen u n d v i s -à-vis die Spree aus den Boxen seichter ElektroBe a t s . Verantwor tlich dafür: Mathias Uberig.

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BERLIN CALLING: MATHIAS UBERIG sTecKBrieF A l t e r : 41 Beruf(ung): Imm o b i l i e n -Ve r t r i e b & P l a t t e n a u f l e g e n Kinder: H a u s t i e re : M i t b ewo h n e r I n n e n : In Berlin seit: 2005 Heilb ro n n b e s u c h e p. A . : 3 b i s 4 Ber liner Lieblings o r t : D e r G r u n ewa l d & d a s Re s ta u ra n t "La Familia Pa s c a re l l a " , m e i n e z we i t e Fa m i l i e Charlottenburg, Ku´damm, Marlene Dietrich, die Goldenen Zwanziger. Dort spüre ich das alte Berlin. HANIX -- Bereut hast Du diese Entscheidung in den letzten sieben Jahren nicht? Überhaupt nicht. Ich bin angekommen in Berlin. Mich zieht nichts weg und mich stößt auch nichts ab. Ich fühl mich hier sauwohl. Liebe "dit Icke", Berliner Schnauze, supergeil! MU -- HANIX -- Und die Berliner? Lassen sie Dich den viel kolportierten Schwabenhass spüren? HAN I X -- Mathias, du vertreibst eigentlich Immobilien, bist aber heute der DJ dieser Party. Wie passt das zusammen? Das Eine ist mein Broterwerb und das andere mein Spaß. Musik ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Ich könnte nicht auf meine Plattensammlung verzichten. MU -- HAN I X -- Wie fing diese Liebesgeschichte an? M U -- Über die Heilbronner Hip-Hop-ScratschSprayszene Ende der 80iger bin ich zu den Plattentellern gekommen. Reine Neugier und frühe Faszination. Von denen, die es konnten, hab ich es mir abgeschaut. Roman Freihoff zum Beispiel hatte es richtig drauf. HAN I X -- Wie hießen die Locations, in denen Du der Crowd eingeheizt hast? Nö, aber unter uns: Ganz Unrecht haben sie ja nicht. Der Klischee-Schwabe kommt mit viel Geld in der Tasche hier her, lässt den Mietspiegel steigen, will plötzlich seine Ruhe haben, Clubs sterben und letztlich verändert sich die Kiezkultur. Übrigens sind damit nicht die Heilbronner gemeint. Da kenn ich einige ausgeflippte und die vertreten so überhaupt nicht den Typ des Spießerschwabens. MU -- HANIX -- Berlin ist eine Stadt, die sich in einem steten Wandel befindet. Wie schaut es Deiner Meinung nach mit Heilbronn aus? Lichtspielhaus, Intershop, Om Dancehall und unendlich viele Privatparties. Da entstand meine Liebe zum Mixen und dort verfeinerte ich mein Handwerk. MU -- HAN I X -- Heute legst Du in Berlin auf. Wie kam es zum Ortswechsel? Heilbronn hat sich mächtig verändert und das fällt mir gerade durch meine sporadischen Besuche sehr stark auf. Wenn ich an meine Jugend denke, da gab es damals vielleicht zwei Clubs und eine Bar am Abend, sonst nichts. Das Nachtleben hat sich stark weiterentwickelt und hat heute coole Locations wie das Moccafé, das Hartmanns, ana.ka oder das Ray Lemon zu bieten. Heilbronn zieht heute viel mehr Leute an, als damals. MU -- HANIX -- Was könnte der Grund dafür sein? Ich hatte in Frankfurt studiert, besuchte in den 90igern New York und kehrte dann nach Heilbronn heim. Doch irgendwie war mir die Stadt auf einmal zu klein und ich stellte fest, dass ich ein Großstadtmensch bin. Berlin kannte ich bereits von Partys und in meinen Augen ist sie die Hauptstadt schlechthin in Europa. Da wollte ich mal gelebt haben. Also packte ich 2005 die Koffer. MU -- HAN I X -- Einen Plan hattest Du nicht? Also entweder hat Heilbronn super viele Einwohner dazubekommen (lacht) oder es ist einfach rings um die Stadt nichts mehr los. Ich freu mich für Heilbronn, dass es eine solche Entwicklung genommen hat. Früher haben einen die Abende nur angeödet. MU -- HANIX -- Da ich schon mal mit einem DJ spreche: Wie sehr stehst Du auf die Typen, die Dein Pult belagern und Wünsche äußern? Überhaupt nicht! Mein Berlinabenteuer startete ich total ins Blaue hinein. MU -- HAN I X -- Und hast Dich dann erst mal in der schwäbischen Enklave Prenzlauer Berg niedergelassen? Nein. Ich hätte auch mit Heilbronnern anbandeln können, die hier den Osten für sich entdeckt hatten. Aber mich hat mehr das urige Westberlin gereizt. MU -- (schüttelt sich) Hör auf! Manchmal stehen sie betrunken vor Dir, summen irgendeine Melodie und wollen genau diesen Song hören. Ich nehme das mit einem Augenzwinkern und spiele genau die Nummer, die ich gerade vorhatte zu spielen. Ein DJ braucht vertrauen, dann klappt es auch mit der Party. MU --

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L E SERBRIEFE Liebes HANIX-Team, mit großer Freude habe ich eure letzte Ausgabe durchgearbeitet. Dabei haben mich die Auszüge der Doktorarbeit über Masturbationsverletzungen durch Staubsauger mehrere Tage nicht mehr losgelassen. Immer wieder kamen mir die Gedanken an den kleinen Propeller, der die diversen Penise zerfleddert hat. Und jedes Mal suchte mich ein fürchterlicher, imaginärer Phantomschmerz heim. Danke dafür... NICHT! Trotzdem: Weiter so! Hainer HöHn, Ta l H e i m Hallo Ihr! Das Interview mit Christoph Sonntag fand ich sehr gelungen und habe es interessiert gelesen. Ich habe auch seine Show in der Stuttgarter Porsche-Arena besucht und war begeistert von Herrn Sonntag. Tschüß! anne OHren, ludwigsBurg Sehr geehrte Redaktion, sehr interessant fand ich das Interview mit der Paartherapeutin. Auch ich habe mich vor kurzem mit meinem Partner dazu entschlossen, zu einer Therapie zu gehen. Unsere bisherigen Erfahrungen sind, dass es durchaus hilfreich sein kann, einer völlig neutralen Person mit professionellem Hintergrund über Probleme in der Beziehung zu sprechen. Ich hoffe, das Interview gibt Paaren etwas Mut, diesen Schritt zu gehen. ina KeulicH, BöcKingen Yesyesyoah HANIX! Ich muss euch unbedingt mal Props für die Videobeiträge aus New York da lassen. Muss ja echt sagen, dass ich es abgefahren finde, das für ein Magazin aus einem solch kleinen Städtchen wie Heilbronn exklusiv Videos aus dem Big Apple produziert werden, ist schon aller ehren wert. Und jedesmal denke ich mir beim anschauen: Ich muss unbedingt mal wieder hin. Macht weiter so! c a s pa r T H a l e r , Berlin

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IMP R E S S U M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Salzstraße 27 74076 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Jeckle, Tobias Börner (Berlin), Maria Sanders, Leo Volland, Peter Wanner (Stadtarchiv Heilbronn), Parthena Iakovidou, Alex Raack, Wolfgang Fischer, Benjamin Kuhlhoff, Ralf Bremer, Vanessa Macco E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka (Leitung), Robert Beutelsbacher, Sarah Fischer, Matthias Bitsch, Mavinga Petrasch (New York), Antonio Cuna (New York), Carlo Rodrigo Rojas (New York), Stefan Dittrich, Lisa Maria Klotz, Ben Sommerfeld, Nicolai Köppel, Steven Zuleger Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kühnle, Patrick Labitzke, Daniel Nasse, Michael Dikta Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer, Via Grafik, René Tackenberg, Zoran Lucic Audio Philipp Seitz (ANT Studio), Radana Brockhoff IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) PR & Netzwerk Philipp Kionka (KK Media / www.kk-media.de), Florian Hettenbach Technischer Ansprechpartner: info@kk-media.de Vermarktung & Sales HETTENBACH GMBH & CO KG WERBEAGENTUR GWA Werderstraße 134 74074 Heilbronn: Jessica Zippan Telefon: 07131 - 79 30 121 Fax: 07131 - 79 30 229 Mail: zippan@hettenbach.de www.hettenbach.de www.hanix-mediadaten.de Verlagskoordination & Administration Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen. FÜR UNTERWEGS HANIX gibts auch für iPhone oder iPad über die kostenlose »keosk«-App im Appstore.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Der Wartberg gehörte schon vor dem 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt; Besucher wie Johann Wolfgang von Goethe waren von der Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebung begeistert. 1792 wurde ein großes Wirtschaftsgebäude auf dem Berg errichtet; der umgebende Park war ein beliebtes Ausflugsziel. 1844 brannte das Hauptgebäude ab und wurde neu wiederaufgebaut. Im hohen Mittelalter hieß der Berg aufgrund seiner Lage im Norden der Stadt Nordberg. Erst als ein Turm erbaut wurde, der als "Wart" bezeichnet wurde, setzte der Namenswechsel ein - erstmals erwähnt wird die "Wart" im Jahr 1400, etwa 200 Jahre später ist dann vom Wartberg die Rede. Als Flurname hat sich Nordberg bis heute erhalten.  Der Text und das Bild wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Weitere Einblicke in die Geschichte der Stadt gibt es auf www. stadtarchiv-heilbronn.de und im neuen Haus der Stadtgeschichte, das am 28. Juli 2012 eröffnet wird. 

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Wartberg; um 1910

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V E R A N S TA LT U N G E N IM JUNI/JULI Juni Mobilat: ***6 Jahre*** Mr.Hot And The Funky Pepperonies (Livekonzert + Special Guest) Es war nicht geplant, dass Mr. Hot And The Funky Pepperonies auch sechs Jahre nach ihrem Debüt noch Bestand haben. Die eigentliche Idee von DJ Kaiser (aka »Mr. Hot«) war es, für eine seiner regelmäßigen Veranstaltungen im Club Mobilat eine grosszügig besetzte Funk- und Soulband zusammenzustellen. Nur zum Spaß und nur für einen einzigen Gig. Wer an diesem Abend im Sommer 2006 im Club Mobilat anwesend war, wusste, dass es nicht bei diesem einen Konzert bleiben konnte. Die Pepperonies versprühten so viel Energie, dass kein Fuß im ausverkauften Club still stehen blieb. Und so ging diese Geschichte weiter. Die Besetzung hat sich bis heute nur marginal verändert, so dass die Truppe nach wie vor zu einer der umfangreichsten der Region zählt. Das Repertoire besteht zu einem guten Teil aus funkigen Motown-Klassikern, aus »altem und neuem Soul«, aus sehr bekannten und sehr unbekannten Stücken. Altes wird mit Neuem vermischt und mit einer Prise Hip Hop gewürzt. Auch ihre eigenen Kompositionen integrieren die Pepperonies in ihr Set und sorgen mit ungebremster Spielfreude und dickem Sound für eine volle Tanzfläche. »Shake your rump to the Funk baby!!« 21.30 Uhr - Eintritt 6EUR um die Gartenlaube um den erstklassigen Live-Bands zuzuhören, ein Bier zu trinken und Freunde und Bekannte zu treffen. Von Jahr zu Jahr wird das Seefest größer, schöner und professioneller. Kalte Getränke bekommt man an einem der zahlreichen Ausschankwägen und für das leibliche Wohl sorgen viele verschiedene Essensstände. Los geht es jeden Abend um 19 Uhr. Die Live-Bands spielen bis 24 Uhr und danach kann noch bis in die frühen Morgenstunden in der Laube weitergefeiert werden.  Juni August Jagsthausen: Burgfestspiele 5. Juni Juni Gartenlaube Böckinger Seefest Schon seit über 20 Jahren findet das größte Böckinger Straßenfest auf der Viehweide statt. Das Seefest ist weit über Heilbronns Stadtgrenzen bekannt. Junge und alte Besucher strömen an diesen Tagen in Massen auf das Gelände rund

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VER ANSTALTUNGEN: JUNI/JULI 2012 6. Juni Bukowski: *BRÜDER & SCHWESTERN DER NACHT* Familienfeiern haben keinen faden Beigeschmack mehr, seit man sie mit seinen Geschwistern im Geiste feiern kann. Im Buko treffen sich Wochenende für Wochenende Jungs und Mädels gleicher Gesinnung -friedlicher, gleichzeitig absolut ausgelassener Feierei! Die Crowd ist für elektronischinfizierte Heilbronner Wahlverwandschaft, und weil auf den Sound grundsätzlich Verlass ist, geht's beim Line-Up manchmal nur noch um den Rest vom Fest. Tanzen ist ein gesellschaftliches, geselliges Phänomen, und über zusätzliche freie Tage freuen wir uns alle besonders, deshalb erwarten wir am Mittwoch vor dem Feiertag tumultartige Szenen auf der Tanzfläche und empfehlen frühes Erscheinen! Künstlern wie Franck Roger, Manoo, Kerri Chandler, Ben Klock und vielen anderen. Ebenso geschmackssicher wie bei der Selektion der Veröffentlichungen auf seinem Label ist DJ Deep beim Zusammenstellen seiner DJ-Sets. Dies stellt er seit nun mehr als 25 Jahren in den besten Clubs der Welt unter Beweis. In Zusammenarbeit mit Jerome Barbe von E&S entwarf er seinen eigenen DJ Mixer, der mittlerweile zu den besten der Welt gehört und von DJs wie Carl Craig und Theo Parrish mit um den ganzen Globus geschleppt wird. Das Vorprogramm übernehmen Karl Ferdinand und Michael Mutterkorn. Auf dem zweiten Floor wird es diesmal experimentell... Eintritt: bis 23 Uhr - 6 EUR - danach 8EUR Juni Bukowski: *TANZEN MACHT FREI* Juni Mobilat: whothefuck DJ DEEP Für die dritte 'whothefuck' in diesem Jahr haben wir einen ganz besonderen Gast nach Heilbronn geladen. Nach Oleg Poliakov besucht uns mit DJ Deep ein weiterer Franzose im Mobilat. Der in Paris lebende DJ Deep hört bürgerlich auf den klangvollen Namen Cyril Etienne des Rosaies. Klanglich mindestens genauso attraktiv sind die inzwischen knapp 40 Veröffentlichungen auf seinem 2003 gegründeten Label 'Deeply Rooted House'. 'Deeply Rooted House' gilt, wenn es um 'true to its roots' House und Techno von hart bis zart geht, als eines der stilsichersten Labels überhaupt. Dabei fungiert DJ Deep eher als Selekteur und tritt eher selten selbst als Produzent auf seinem Label in Erscheinung. Stattdessen veröffentlicht er dort Musik von befreundeten Larsay Fader aka Lsk, Heilbronner Urgestein, um nicht zu sagen: Heilbronner Legende, schafft sich nach ewiger Abstinenz von seinem heutigen Wohnsitz Berlin wieder in die beschauliche Käthchenstadt. Sein Denkmal gesetzt hat Lars sich auf den (illegalen) Reverends Of Rhythm-Parties. Denen, die zu jung sind, um damals dabei gewesen zu sein, sei verraten: Der Mann ist was Mixing angeht ganz weit vorne und war deshalb seinerzeit auch der Favourite von Buko-Hausherr T-WATCH unter den Locals. Das dürfte genügen, um Euch begreiflich zu machen: Wer heute passt, verpasst was! Außer nem Fader schaden übrigens auch Licht und Strom nichts für ne gute Party, deshalb sind Sascha Luxx und Strompunkt in dieser Nacht auch mit von der Partie! 8.Juni Mobilat: Afterparty zum Me Succeeds Konzert in Café und Bar Daneben Die PlemPlem/Complex23 Musik Unterhalter Size Mo und Plattentäter gestalten zusammen mit einem Gast DJ den musikalischen Rahmen dieser Nacht, mit Tracks aus Elektro - Indie - HipHop - und dem Dubstep_Genre. 21.30 Uhr - Eintritt 3EUR Bei Vorlage des Me Succeeds Tickets: Eintritt frei

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VER ANSTALTUNGEN: JUNI/JULI 2012 16. Juni Theater Heilbronn (Komödienhaus): Premiere Komödie im Dunkeln von Peter Shaffer 9.Juni Mobilat: HipHop Open Clubtour 2012 Am 14.07.2012 wird im Reitstadion in Stuttgart ein besonderes Jubiläum gefeiert: Das 10. HipHop Open! Um dieses Jubiläum schon mal gut anzufeiern, gibt es am 09. Juni eine offizielle HipHop Open Warm Up Party im Mobilat. Und wer eignet sich besser zum Anwärmen als das OSYSTEM? Dahinter verbirgt sich niemand Geringeres als DIE ORSONS. Ein DJ-Set garniert mit Live-Einlagen und Action am Mic. Ein Muss für alle Hip Hop Fans! Auf dem zweiten Floor gibt es Dubstep und Dancehall von Heilbronns finest Soundsystemen: Marc von Yardstyle Sound und Riddick von Dubwars geben Euch Feuer auf die Ohren! 21.30 Uhr - Eintritt 10EUR   Der Abend ist für den jungen Bildhauer Brindsley sehr wichtig, denn ein  russischer Kunstsammler will sich seine Arbeiten anschauen. Dummerweise hat seine Verlobte Carol auch ihren Vater Colonel Melkett eingeladen. Während Brindsley den russischen Millionär wahrscheinlich mit seiner Bude erweichen würde, hätte der Colonel etwas dagegen, dass so ein armer Schlucker sein »Pummelchen« heiratet. Also gestaltet Brindsley seine Wohnung um mit den  Möbeln des Nachbarn Harold, der verreist ist. Natürlich verläuft der Abend anders als geplant. Schuld daran ist nicht nur ein Stromausfall. Harold kommt zu früh aus dem Urlaub zurück und zu allem Übel taucht auch noch Brindsleys Ex-Freundin auf. Der Erfolg dieses Stückes beruht auf einer genialen Idee: Die Bühne ist hell erleuchtet, wenn angeblich Dunkelheit herrscht, und dunkel, wenn das Licht angeht... 20 Uhr Juni Heilbronner Innenstadt Cityflohmarkt Juni Neckarlust: Sascha Sibler Der Münchener House-DJ gibt sich in der hölzernen Neckarlust die Ehre und sorgt für tanzbare Tunes. Bis 0 Uhr 7 EUR zahlen. Danach 8 EUR Hier kann wieder gestöbert, gefeilscht, gehandelt und gekauft werden. Der jährlich stattfindende Cityflohmarkt ist ein Einkaufserlebnis der ganz besonderen Art. Das gewohnte Stadtbild der Heilbronner Innenstadt weicht dem Anblick eines attraktiven Marktes mit unbegrenztem Angebot. Ihr Traum von einem besonderen Gegenstand für die Wohnung, von etwas das eine Geschichte erzählt, den Wandel der Zeit widerspiegelt und Generationen überstanden hat, können Sie auf dem Heilbronner Cityflohmarkt wahr werden lassen. Über 200 Händler aus ganz Süddeutschland werden Ihnen Kunstschätze bieten. Vom fehlenden Kannendeckel in Omas Service über wunderschöne Vasen bis hin zu authentischen Blechwerbeschildern - hier wird jede Suche zum Erfolg.  Anmeldung zum Flohmarkt unter Tel. 07131 176515. Veranstalter: Stadtinitiative Heilbronn e.V. 8 - 18 Uhr

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Juni Skatepark am Frankenstadion Heilbronn: 17. HNX Skateboard Battle Der legendäre Heilbronner Skateboard Contest findet in diesem Jahr zum 17. Mal statt. Schnapp dir zwei Homies und sammel im 3er Team Punkte. Jeder Teilnehmer bekommt ein HNX BATTLE Shirt und die Chance auf fette Preise. + MONSTER Grass Gap Contest! Das Burnside Team freut sich auf einen skatereichen Tag mit euch. 14 Uhr; Startgebühr 10EUR + Free HNX-BATTLE-Shirt Juni Mobilat: LATERNE, LATERNE Nach unserer leuchtenden ersten Runde entzünden wir die Laterne am 16. Juni erneut. Diesmal macht sich HORO mit uns auf den Weg in das Land der elektronischen Klänge. Der gebürtige Münchner serviert einen verspielten, knackigen Sound, mit welchem er bereits renommierte Münchner Clubs wie die Rote Sonne und das Yip Yab verzaubern konnte. Natürlich dürfen an den Reglern auch die drei Gastgeber Jan Hummel, Felus und Mux nicht fehlen. Neben den Ohren kommen auch die Augen nicht zu kurz: Freut euch auf eine liebevolle Dekoration und lebendigbunte Visuals! Dort oben leuchten die Sterne, hier unten da leuchten wir! 21.30 Uhr - Eintritt: 4EUR

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VER ANSTALTUNGEN: JUNI/JULI 2012 23. Juni Mobilat & Complex23 DUBWARS Summer Special 15. Juni Juni Horb am Neckar: Maximilian Ritterspiele 2012 Am dritten Juni-Wochenende herrscht in Horb am Neckar traditionell Ausnahmezustand. Dann ist das Städtchen mit der imposanten historischen Kulisse Schauplatz eines der größten mittelalterlichen Schauspiele Europas: Der Maximilian Ritterspiele Horb. Rund 40.000 Besucher aus ganz Baden-Württemberg reisen jedes Jahr an, um Ritter hoch zu Ross, prächtig gewandete Edelleute, den großen Mittelaltermarkt und das umfangreiche Rahmenprogramm mit Gauklern, Spielleuten, Lagerleben und Festumzug zu erleben. Weitere Infos: www.ritterspiele.com Juni Theater Heilbronn (Großes Haus): Premiere Ein Sommernachtstraum Schauspiel von William Shakespeare Lust und Leid der Liebe haben Shakespeare zu einem seiner besten Stücke inspiriert. Es spielt im Reich der Elfen und Naturgeister, deren Königspaar Oberon und Titania gerade in einer Ehekrise steckt. Hinterlistig beauftragt Oberon den Luftgeist Puck, der Königin im Schlaf einen Zaubersaft auf die Augen zu träufeln. Dieser lässt einen zu dem Wesen in großer Leidenschaft entbrennen, das man nach dem Aufwachen als erstes sieht. Mitten in die Schusslinie der königlichen Eifersüchteleien geraten vier junge Menschen, die aus Liebe, oder um vor einer Liebe zu fliehen, in den Zauberwald geraten sind... 19.30 Uhr  Wenn die Luft nach Grillfleisch und die Haut nach Sonnencreme riecht, wenn Schatten und kühles Bier zum heiligen Gral werden, die Sonne strahlt und das Soundsystem wummert, ja, dann ist es auch 2012 wieder Zeit für das DUBWARS & COMPLEX23 Summer Special. Wir schmeißen erneut mit diversen Specials um uns und laden ein zu einem Sommertag, den man nicht schöner gestalten könnte. Bereits ab 15 Uhr kann bei einer gechillten BBQ - Session im Hof gegrillt werden was der Rost hergibt. Dafür gilt «BRING YOUR OWN FOOD", für Salate, Soßen und Getränke wird natürlich ausreichend gesorgt. Doch nicht nur für den Magen ist einiges geboten, unsere Freunde und Nachbarn von PLEMPLEM werden mit einer Live Skate & BMX Session zeigen was sie zu bieten haben. Zudem wird an diesem Tag die Finissage "WEINSBERGER KREUZ" sowie Live Mural Art Painting im bzw. am Mobilat zu bestaunen sein!! Wer selbst aktiv werden will, dem ist der Workshop zum Thema "Dub & Roots Reggae" mit Vortrag, Ausstellung und Meinungsaustausch ans Herz zu legen (im Complex23 Gebäude, um eine Voranmeldung unter info@dubwars.net wird gebeten). Doch das war noch lange nicht alles. Sobald Sonne und Mond die Schicht wechseln gibt es auf 3 Floors die volle Bandbreite Bassmusic. Seid also dabei wenn DUBWARS und COMPLEX23 zum subkulturellen Höhepunkt des Jahres laden und bei dem jeder Bassfetischist und Feierwütige voll auf seine Kosten kommen wird (versprochen)! COME EARLY / STAY LATE. SPECIALS: - BBQ Session im Hof ab 15:00 Uhr ( BRING YOUR OWN FOOD! ) ( für Salate / Soßen & Getränke ist gesorgt! ) - Live-Übertragung des Events auf GET DARKER TV ( www.getdarker.com ) - Live Skate & BMX Session by PLEMPLEM - Live Mural Art Painting - Finissage «WEINSBERGER KREUZ" - Workshop zum Thema DUB & ROOTS REGGAE ( Ausstellung, Vortrag & Meinungsaustausch im Complex23 Gebäude -> Voranmeldung bitte unter info@ dubwars.net ) - Visuals by WÜ & Stella Bolan bis 21 Uhr - 5EUR / danach - 9EUR

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VER ANSTALTUNGEN: JUNI/JULI 2012 28. Juni 2012 Theater Heilbronn (Großes Haus): Premiere Gefährliche Liebschaften Ballett von Jörg Mannes Gastspiel aus dem Staatstheater Hannover 6. Juli & 7. Juli Pichterichstadion Neckarsulm Mit der Liebe spielt man nicht. Klarer Fall. Zwei Menschen versuchen es trotzdem - am Schluss ist der eine tot, der andere gesellschaftlich erledigt. Das Ballett des Staatstheaters Hannover ist mit »Gefährliche Liebschaften« zu Gast. Der Stoff beruht auf dem 1782 erschienenen Briefroman von Choderlos de Laclos. Die Marquise de Merteuil will sich an ihrem Ex Gercourt rächen und setzt deshalb den Vicomte de Valmont, einen anderen Verflossenen, auf Gercourts Braut Cécile an - mit seinem legendären Charme soll er die unschuldige junge Dame verführen ... 19.30 Uhr Xavier Naidoo hat einen atemberaubenden Erfolgsweg zurückgelegt, der von ausverkauften Live-Auftritten und einer beeindruckenden Hit-Serie geprägt ist. Am 6. kommt der Soul-Sänger zum Audi RockPop Festival nach Neckarsulm. Neben Naidoo stehen bei dem zweitägigen Festival weitere Musiker wie die Sportfreunde Stiller, Christina Perri und Marlon Roudette auf der Bühne. 6. Juli Neckarsulm - Pichterichstadion Xavier Naidoo & Quartett Melanie C Marlon Roudette Christina Perri Mic Donet 7. Juli Neckarsulm - Pichterichstadion Sportfreunde Stiller Philipp Poisel Caligola Fiva & Das Phantom Orchester Juli 2012 Theater Heilbronn (Großes Haus): Premiere Orpheus in der Unterwelt Operette in zwei Akten von Jacques Offenbach Gastspiel des Staatstheaters am Gärtnerplatz München Himmel und Hölle - und alles steht auf dem Kopf! In Jacques Offenbachs Operette ist der Titelheld eigentlich ganz froh, als seine Frau Eurydike endlich von Pluto entführt wird. Einzig die Öffentliche Meinung triezt Orpheus so sehr, bis er verspricht, sich um die Herausgabe der Gattin zu bemühen. Götteroberhaupt Jupiter hat einige Mühe seine Unschuld in der Entführungsangelegenheit - vor allem vor seiner Frau Juno - zu bezeugen. Er bricht schließlich mit den Seinen in den Hades auf, um von Pluto die Rückgabe Eurydikes an Orpheus zu fordern.... 19.30 Uhr 11. Juli bis 14. Juli Gaffenberg: Gaffenberg Festival 2012 Mittendrin im tagesaktuellen Dickicht: Urban Priol. Er verknüpft Zusammenhänge, durchleuchtet das Dunkel, bringt Sprechblasen zum Platzen. Mimik, Gestik, Sprache,

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VER ANSTALTUNGEN: JUNI/JULI 2012 Parodie und Imitation - Urban Priol bringt es in jedem dieser Bereiche zu wahrer Meisterschaft. Das Verhältnis von Konzeption und Improvisation, Pointendichte und Trefferquote, Dynamik und Bühnenpräsenz, sprachlicher Wucht und der passende Vergleich für jede Situation - all das beherrscht Priol meisterhaft und unnachahmlich. Vier Monate nach Auflösung der Biermöslblosn tritt der Ex-Biermösl Hans Well mit neuer Besetzung an. Der langjährige Texter und inhaltliche Ideengeber macht in der Tradition der Biermöslblosn weiter. Unterstützt wird er dabei von Monika Drasch, der rothaarigen Frontfrau des Ex- Jodlwahnsinns und Begleiterin von Hubert von Goisern. Viele Gaffenbergbesuchern wird sie nicht zuletzt wegen ihrer grünen Geige noch in guter Erinnerung sein. Urban Priol zusammen mit Hans Well und dessen neuer Blosn ein unterhaltsamer und spannender Abend dürfte garantiert sein.  Rainald Grebe (geb. 1971) betätigt sich seit 1989 als Autor, Comedian und Liedersänger. Er diplomierte an der "Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin" im Fach Puppenspiel. Nach legendären Bühnenauftritten beim Quatsch Comedy Club in Hamburg fand der Künstler im Jahr 2000 seinen festen Platz als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Jenaer Theaterhaus. Nach der Auflösung des Ensembles im Sommer 2004 begann er solo und zusammen mit der Kapelle der Versöhnung eigene Musikprogramme auf deutschen Kleinkunst- und Theaterbühnen zu spielen. Den Gaffenberg-Besuchern präsentiert er sein viertes Soloprogramm "Das Rainaldgrebekonzert".  Der komödiantische Fixstern des Südens ist auch in seinem neuen Programm wieder voll der Wortspielglänzer und spielt Lieder, so schön wie der Reinhard Mey. Wenn ein Scherz seine Lippen verlässt, ist es einfach eine Freude, diesem sinnfreien und dennoch hintersinnigen Mundhandwerker als Dauererfrischung auf der Bühne zu lauschen. Willy Astor ist eine Art Instinktivstation, der aber auch gern mal langsam über'n Strom schnellt, weil er sich als handwerkender Komödiant der alten Schule sieht und nicht als Stand-Up-Comedian, der sich in TV-Panel-Shows verbraucht. Bayerisch und kosmopolitisch - so klingt Haindling. Kein Wunder also, dass Haindling schon mehrmals als Kulturbotschafter rund um den Globus unterwegs war. Die Haindling-Band, allesamt Multiinstrumentalisten, mit Hans-Jürgen Buchner, Michael Braun, Peter Enderlein, Reinhold Hofmann, Michael Ruff und Wolfgang Gleixner sind seit 30 Jahren ge151 nauso bodenständig wie neugierig auf die Musik der ganzen Welt. Die Fans dürfen gespannt sein, welche Mischung bei ihrem Jubiläumkonzert (30 Jahre!) auf die Bühne kommt.  Wolfgang Niedecken, der Gründer und Frontmann der legendären Kölschrock-Band BAP, ist in diesem Jahr mit dem Deutschen Musikpreis ECHO für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Die Deutsche Phono-Akademie ehrte den bald 61-jährigen Kölner als einen außergewöhnlich vielfältigen Künstler, der als Texter, Komponist, Sänger, Gitarrist und Produzent, aber auch als Maler, Grafiker, politischer Aktivist und Persönlichkeit stets glaubwürdig und authentisch seine Positionen vertritt und dessen sich kontinuierlich weiter entwickelndes Werk eine ungeheure Schaffenskraft widerspiegelt. Noch immer schafft es die Band "Nemm mich met", den Titel eines ihrer bekanntesten Stücke, für die Konzertbesucher mit Leben zu füllen. Sie sind eingeladen, sich mitnehmen zu lassen an einen Ort des Luftholens, der Euphorie und des Herausgerissenseins aus dem Alltag.  www.gaffenbergfestival.de Juli Theaterschiff: Macho Man Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden - und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er-Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen. Er fliegt in die Türkei. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Daniel schwebt im siebten Himmel. Wird aber sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt... Nach dem gleichnamigen Bestseller von Moritz Netenjakob. 20 Uhr - Eintritt: 17 EUR - ermäßigt 15 EUR

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VER ANSTALTUNGEN: JUNI/JULI 2012 20. Juli bis 5. August Heilbronner Genossenschaftskellerei Open-Air-Kino-Heilbronn 2012 Das Open-Air-Kino-Heilbronn freut sich über die Auszeichnung zum beliebtesten Kulturevent in Heilbronn-Franken. Das Freiluftkino wurde auf den ersten Platz in der Kategorie Kunst- und Kulturevents gewählt. In diesem Jahr geht das Freiluft-Kino in seine 11. Saison, und zwar von Freitag, den 20. Juli 2012, bis Sonntag, den 5. August 2012. Der bewährte Mix aus aktuellen nationalen und internationalen Kinohits flimmert auf der rund 100 qm-großen Leinwand in der Heilbronner Genossenschaftskellerei. Der größte Freiluft-Kinosaal im Unterland mit 1.500 Sitzplätzen steht wie immer unter dem Motto »sehen hören erleben«. Und falls der Kinosaal von einem Regenschauer ereilt wird, so bietet ein Vordach für einige Hundert Zuschauer Platz »im Trockenen«. Infos: www.open-air-kino-heilbronn.de Die Neckarbühne und die Untere Neckarstraße werden am Samstag zum »Mekka« für junge Leute, Familien und Action-Sport Begeisterte. Die Untere Neckarstraße verwandelt sich in eine Eventmeile, auf der Vereine, Heilbronner Händler und verschiedene Aussteller ihre Angebote präsentieren. Auf der Eventmeile gilt also: Mitmachen und Ausprobieren ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht! Dabei spielt das Alter keine Rolle. Ob Groß oder Klein, jeder kann sich ausprobieren. Ein hochklassiger Street Contest für Skateboardfahrer und die Deutschen Meisterschaften im Fingerboard auf der originalen WM-Rampe sind weitere Highlights. Die Neckarbühne bietet einen weiteren Höhepunkt: Eine 10 m x 5 m Miniramp. Hier werden Profis ihr Können zeigen, aber auch Hobbyfahrer auf ihre Kosten kommen. Dazu gibt es Livemusik, Dj's und viele Gastronomieangebote. Samstag, 28.07.2012, von 14.00 Uhr bis 22.00 Uhr; Untere Neckarstraße und Neckarbühne Juli Kaffeehaus Hagen: Le Café-Théatre: "Silberhochzeit" - Bittersüße Komödie von Wolfgang Schukraft Turbulenzen am Morgen der Silberhochzeit. 25 Jahre gemeinsam, und doch muss sich schnell etwas ändern, wenn dieses Zusammenleben eine Zukunft haben soll. Für die 68-iger und "Flower-Power"-Generation: von der "Freien Liebe" zur "Silberhochzeit". Ein leidenschaftlicher Appell an verloren gegangene gesellschaftliche und emotionale Werte. Dazu die Musik der Zeit ("Hair", The Hollies, Joan Baez). 20.45 Uhr - Eintritt: 15 EUR Juli Viel & Draußen Festival 2012 Poesie, Headbanging, Pop, Rock, Singer-Songwriter und eine Echo-Nominierung oder: Wenn doch jetzt schon Sommer wär! 28. Juli Untere Neckarstraße Heilbronn: Heilbronner Fountain-Festival Dieses Festival hat es in sich: Freestylesportarten, Livemusik, Jugendkultur. Was sich hip anhört ist auch so gedacht. Das Festival beginnt am Donnerstag, den 26.07.2012 mit einem Poetischen Paukenschlag: Moderiert von Nektarios Vlachopoulos (amtierender Deutscher Meister im Poetry Slam) und Philipp Herold (amtierender Deutscher VizeMeister U20) misst sich ein weiteres Mal die Deutsche Poetry Slam Elite in einem Literarischen Wettstreit. Das

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Publikum bestimmt wie immer über Sieg und Niederlage. Dazu gibt es mit TINO BOMELINO, BISCHLER und NIKITA drei musikalische Special Guests der Extraklasse. Einlass ist um 18 Uhr. Die Tickets gibt es ab jetzt im Popbüro zum VVK-Preis von 8 EUR. Am Freitag ist für Freunde der harten Töne einiges geboten: Metal- und Hardrockbands aus nah und fern geben sich die Klinke in die Hand. Mit HACKNEYED, BLOODWORK und DRONE kommen drei absolute Metalbretter nach Heilbronn. Fehlen dürfen natürlich auch nicht die Local-Heros THE PROPHECY 23 und CIRCLE OF SILENCE. Komplettiert wird das Line-Up durch die regionalen Newcomer AFRICAN CORPSE, ACROMONIA, SOILID, HARD RIOT. SKEPSIS & DAWN OF REVENGE eröffnen mit freundlicher Unterstützung von regioactive.de den Festival-Freitag. Die Tickets gibt es ab sofort bei allen Bands oder im Popbüro zum VVK-Preis von 15 Euro. Einlass ist um 14 Uhr. Das große Finale am Samstag bringt musikalische Prominenz nach Heilbronn. POHLMANN, der in diesem Jahr für den Echo nominiert war und dessen Sommerhit »Wenn jetzt Sommer wär« immer noch in den Köpfen ist, tourt durch die ganze Republik und macht für das Popbüro ausnahmsweise auch mal einen Stopp in Heilbronn: Der Liedermacher GÖTZ WIDMANN (Ex-JOINT VENTURE) bringt seit über 20 Jahren satirische Songs auf die Bühne und ist musikalische Ikone der alternativen Generation: MAXIM ist aufsteigender Singer-Songwriter mit noch immer hörbarem Reggae- Einschlag und einer unverwechselbaren Stimme. Da auch die regionalen Künstler auf dem VuD eine besondere Show bieten wollen, haben FREIDENKER die schwäbischen Rapper von SCHWOBELAND mit auf der Bühne und die durchstartenden Indierocker BLUE VEIINS spielen erstmals ihr bald erscheinendes neues Album. WHITE PLANET, THE DISTILLERY RATS, BAD TASTE und UNRATED sowie die regioactive.de Gewinner FIRELAKE und SPIKED vervollständigen das LineUp, das einen abwechslungsreichen Sommertag mit Pop, Rock, Rap und Singer-Songwritern garantiert. Die Tickets gibt es ab jetzt bei allen Bands und im Popbüro zum VVKPreis von 15 EUR. Einlass ist um 14 Uhr. TICKETHOTLINE: 07131-82396 (werktags 10 - 16 Uhr) oder info@popbuero-hn.de

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D I E N Ä C H ST E AU SGA B E H A N I X E R SC H E I N T A M 27. J U L I