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Nr. 64 Titelthema: Gestaltung Dezember 2019 /Januar 2020 Bezahltes Abo-Heft –– Danke für die Unterstützung! Hanix Das Magazin aus Heilbronn

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 64 vor zwei Jahren haben wir einen Themenschwerpunkt der Fotografie und unseren Fotografen gewidmet. Es ist also längst Zeit, unsere Gestalter und Illustratoren zu ehren. Der Themenschwerpunkt zum Jahreswechsel: Gestaltung. Exemplarisch für gute Gestaltung, Illustration und gutes Grafik-Design aus Heilbronn geben wir fünf Gestaltern aus der Stadt insgesamt 25 Seiten, um ihre Stile und Arbeiten zu präsentieren und sich unserem Fragebogen zu stellen. Dabei gab es ein paar Vorgaben für KATHRIN LEISTERER- MIŠKOVIĆ, SASCHA SIMM, SONJA KNOBLAUCH, NATALIS LORENZ und CLAUDIA WAGNER. Sie mussten unseren Fragebogen »Gestaltung« beantworten. Alle fünf sollten außerdem ein Motiv für eine großflächige 18/1-Plakatwand, wie man sie z. B. von Bushaltestellen kennt, mit ihren Gedanken und Wünschen für das kommende Jahr 2020 an Heilbronn und alle Heilbronner gestalten. Der Coup dabei: Alle fünf Plakatmotive werden ab dem 17. Dezember physisch im Heilbronner Stadtraum plakatiert – wir halten euch hierzu auf unseren Social-Media-Kanälen auf dem Laufen-den. Zu guter Letzt durfte jeweils eine Doppelseite mit Arbeitsproben frei gestaltet werden. Ein Take-over unserer Gestaltungshoheit im Heft sozusagen. Konsequenterweise fällt diesmal auch das von Art Direktor RAIMAR SCHURMANN gestaltete Hanix-Cover aus dem gewohnten Raster. Wegen Gestaltungsfreiheit. Im Interview des Monats sprach Hanix- Chefredakteur Robert Mucha mit Abenteurer ARVED FUCHS. Arved Fuchs ist einer der bekanntesten Abenteurer und Polarforscher weltweit und seit Jahrzehnten in Regionen unterwegs, die heute besonders vom Klimawandel betroffen sind. Außerdem als Bonus im Heft: Der beliebte Hanix-Wandkalender mit Erinnerungen an die EDITORIAL Buga – mit Perspektiven abseits der klassischen Postkartenmotive. Last but not least eine Kaufempfehlung in eigener Sache. Wir haben nämlich unser erstes Buch herausgebracht. Unsere gesammelten 37 »Abenteuer um die Ecke« im praktischen Reiseführerformat gibt’s ab Ende November in ausgewählten Verkaufsstellen in und um Heilbronn sowie über unseren Web-Shop (www.shop.hanix-magazin.de)! Dabei ist der gedruckte Abenteurer auch noch ein Schnapper für Preis-Leistungs-Schwaben. 15 Euro für 164 Seiten geballte Freizeitinspiration. Alle Abenteuer haben wir natürlich selbst getestet und für gut befunden. Mit bestem Gewissen können wir also behaupten: Ein super Weihnachtsgeschenk! Für Freunde, Familie, Bekannte oder Kollegen. Oder Couch-Potatoes. Und für Abenteuerlustige. Von Kulinarik über Kultur hin zu Sport, Action und Bildendem ist für jeden und jede sicher etwas dabei. Und nebenher lernt man die Stadt und Region besser kennen. We sell it. You’ll buy it! Für gut gestaltete Abenteuer: die Danger Seeker aus der Hanix-Redaktion. Unser Weihnachtsgeschenke-Tipp: »Abenteuer um die Ecke« – das Buch aus der Hanix Edition. Nur 15 Euro! 3

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6 HIN- & WEGGUCKER DER BILDVERGLEICH Diesmal: Eishockey & Knorr 8 STADT-, LAND- UND METROLEBEN Unsere Veranstaltungstipps für Dezember und Januar 14 STREIFZUG DURCH DIE REGION Diesmal: Interview mit Psychologin Kerstin Otterbach, »Abenteuer um die Ecke« als Buch & Carsharing 16 NOTIZEN AUS DER PROVINZ Die Gunter-Haug- Kolumne »Die Alchimisten« 18 TASCHENKONTROLLE bei Christian Häringer, Booker beim Klangvorhang e. V. 20 MEIN LIEBLINGSDING Heilbronner zeigen ihr liebstes Stück Diesmal: Literat und Liedermacher Nicolai Köppel 22 ABENTEUER UM DIE ECKE Schnapsprobe in Bönnigheim 4 24 GESELLSCHAFT Heilbronn nach der Buga – Teil 2: Nach der Buga ist vor der Zukunft 28 GESELLSCHAFT II Bürgerversammlung: Zukunftsprojekt Heilbronn 32 GESELLSCHAFT III Der 4. Dezember und die Kunst 36 KULTUR Jubiläum: 30 Jahre Kunst in der Zigarre 40 WIRTSCHAFT GuitArt: Der Traum vom eigenen Musikgeschäft 42 KUNST Künstlergruppe »Univers fantastique« im Museum im Schafstall 44 FILM Arthaus-Tipp »The Farewell« & »Cats«. Dazu weitere Filmstarts 48 INTERVIEW DES MONATS Arved Fuchs ist einer der bekanntesten Abenteurer und Polarforscher weltweit und seit Jahrzehnten in Regionen INHALT Hanix Nr. 64

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unterwegs,die heute besonders vom Klimawandel betroffen sind. Wir sprachen mit dem Abenteurer über Beobachtungen, die er in Grönland gemacht hat, über Greta Thunberg und ob er im deutschen Alltag plastikfrei auskommt 54 TITELTHEMA GESTALTUNG Fünf Gestalter, die exemplarisch für HANIX NR. 64 gutes Design aus Heilbronn stehen mit plakativ-gestalteten Wünschen an Heilbronn, Arbeitsproben und Antworten auf unseren Fragebogen. 88 HEILBRONN – A NICE PLACE TO COME FROM Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne »Wenn die Feuchtturm-Glocken läuten« 90 BRIEF AN DIE HEIMAT Familie Flubacher aus Transsylvanien 94 HISTORISCHER SCHUSS Am Fortunabrunnen, um 1949 96 .JPG BILDERGALERIE U. a. Fashion Pop- Up-Store im Schießhaus & Buntes aus der Stadt und Region 100 VERANSTALTUNGS- KALENDER Gute Termine für Dezember und Januar 107 IMPRESSUM 108 TIERE AB 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Die Bordsteinschwalbe 5

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SONNTAG, 30. DEZEMBER 2018, 20:55 UHR EISSTADION, FRANKFURT Die Heilbronner Falken haben sich in der Spitzengruppe der DEL2 festgebissen. Die Art und Weise, wie das Team in dieser Saison auftritt, ist beeindruckend. Nach Jahren der Tristesse schreiben die Profis endlich auch wieder erfreuliche sportliche Nachrichten und »vermöbeln« die Gegner, wie z. B. im Derby die Bietigheim Steelers, mit sportlichen Leistungen und nicht mehr nur im Faustkampf, wie noch letzte Saison, als »Siege« eher bei Schlägereien gefeiert werden konnten. Wie im Dezember vergangenen Jahres zwischen Leon Hüttl (Loewen Frankfurt, schwarzes Trikot) und Richard Gelke (Heilbronn), als der Heilbronner den Frankfurter nach allen Regeln des Eishockey- Faustkampfes vermöbelte und auszog, die Frankfurter das Spiel aber 6:2 gewannen. Hanix Nr. 64 Foto: picture alliance / bild pressehaus 6 HINGUCKER

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MONTAG, 21. OKTOBER 2019, 12:09 UHR HEILBRONN Der Schriftzug des Lebensmittelherstellers Knorr steht an einem Gebäude des Unternehmens, davor ein Wegweiser mit blauem U zu Unilever. Angesichts einer befürchteten Schließung der traditionsreichen Knorr-Fabrik in Heilbronn hofft der Betriebsrat auf ein Einlenken der Unternehmensleitung. Der niederländisch-britische Konsumgüterkonzern Unilever, zu dem die Marke Knorr gehört, hatte im Oktober verkündet, dass in Heilbronn ein »radikaler Umbau« nötig sei, um auf »große Kostenprobleme« zu reagieren. Heilbronn sei der Traditions- und Gründungsstandort von Knorr, so der Betriebsrat. Kampflos wolle man das Werk in Heilbronn nicht aufgeben, sagte der Heilbronner Betriebsratsvorsitzende Thilo Fischer. Hanix Nr. 64 Foto: Foto: Sebastian Gollnow/dpa WEGGUCKER 7

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DIE TIPPS FÜR HEILBRONN Weihnachtsmarkt 30. November & 1. Dezember HOLYMESS MULTIMARKT Scheddach, Zigarre, Kunstund Kulturwerkhaus Heilbronn An zwei Tagen findet in der Zigarre Kunstund Kulturwerkhaus in Heilbronn der dritte Holymess Multimarkt statt. Der Markt bietet Raum für Labels, Verlage und EinzelakteurInnen aus allen erdenklichen kreativen Sparten. Egal ob Kunst, Illustration, Gestaltung, Textil oder Comic, Besucher erwartet ein breites sowie qualitativ hochwertiges Angebot aus schönen Sachen. Außerdem findet wieder paralell der Retroflohmarkt von den Retrohelden statt. Dort warten Actiontoys, Merch, Comics, Platten und vieles mehr auf neue Besitzer. Für Mucke auf die Ohren und das leibliche Wohl ist ebenso gesorgt. Neben Djs auf dem Markt gibts dieses Jahr noch ein Livekonzert im K2acht, um das sich der Klangvorhang kümmert. Filmevent 11. Dezember REEL ROCK 14 Kletterarena, Heilbronn Auf keinem Filmevent wird das Klettern so gefeiert wie auf der Reel Rock Film Tour. Auch in diesem Jahr gehen wieder drei Kletterfilm-Premieren an den Start. »The High Road« zeigt Nina Williams. Sie versucht sich an den höchsten und gefährlichsten Boulderproblemen, die je geklettert wurden. In »United States of Joe’s« werden in Utah die Einwohner einer alten Minenstadt mit einer Gruppe von Kletterern konfrontiert. Und schließlich 8 behandelt »The Nose Speed Record« den Kletterwettkampf. Als Team sind Alex Honnold und Tommy Caldwell quasi unschlagbar. Doch im Wettkampf um die schnellste Begehung der legendären »Nose« im Yosemite sollten sie ihre beiden Konkurrenten Jim Reynolds und Brad Gobright nicht unterschätzen. Konzert 12. Dezember SARAH LESCH + SUPPORT: BASTIAN BRANDT Harmonie, Heilbronn Ihr letztes Album »Da Draußen« liegt mittlerweile zwei Jahre zurück. Mit – für Sarah Lesch typischen – Gitarren- und Ukulelenklängen widmet sich die Sängerin wichtigen Themen wie Politik und der Angst vor der Zukunft. Sie ist bekannt dafür, selbst den kleinen Dingen im Leben ein Lied widmen zu können. 2019 ist die Zeit endlich wieder gekommen: Sarah Lesch hat neue Songs vorbereitet, die sie auf einer ausgiebigen Tournee zum Besten geben wird! Ihre Lieder handeln von Zusammenhalt und Toleranz, zitieren Brecht und Erich Kästner. Sarah Lesch sieht sich selbst als ganz normale Frau, die für das Wohl aller Menschen einsteht und über Themen singt, die sie berühren. Konzert 5. Januar WKO: NEUJAHRSKONZERT 2020 – MUSICAL-KLÄNGE Harmonie, Heilbronn Einmal an den Broadway! Ein Traum für viele Schauspieler, Sänger und Theaterliebhaber – das WKO holt die bekannte Theatermeile mit ihrem Flair und bekannten Musical-Klängen aus »West Side Story« und »Candide« konzertant in die Heilbronner Harmonie. Am Pult steht Chefdirigent Case Scaglione, der für sein erstes Neujahrskonzert Musical-Melodien aus seiner Heimat zum Klingen bringen wird. Besucher können Leonard Bernsteins Musik genießen, wenn es zur Begrüßung des neuen Jahres 2020 heißt: Vorhang auf, herzlich willkommen am Broadway! Vortrag & Lesung 22. Januar ERST DIE FAKTEN, DANN DIE MORAL – VORTRAG MIT BORIS PALMER VHS, Heilbronn In Brüssel oder Berlin fallen oft Entscheidungen, die mit der politischen Realität vor Ort wenig zu tun haben. Boris Palmer, seit zwölf Jahren Oberbürgermeister von Tübingen, zeigt anhand vieler konkreter Beispiele – von Umweltpolitik bis Wohnungsbau, von Verkehrsplanung bis Integration, von innerer Sicherheit bis zur Schaffung von Arbeitsplätzen – wieso in der Politik heute so oft das Wunschdenken regiert, nicht die Analyse der Fakten. Zugleich bietet er Vorschläge, wie die Wirklichkeit wieder zur Grundlage politischen Handelns werden kann. Die scharfsinnige und leidenschaftliche Bilanz eines Politikers, der vor Ort Entscheidungen treffen muss und die Sorgen der Bürger aus täglicher Erfahrung kennt. Vortrag 24. Januar ANDREAS KIELING LIVE – SEHNSUCHT WILDNIS Harmonie, Heilbronn Das Publikum begleitet Andreas Kieling bei seiner brandneuen Live-Show zu den geheimnisvollsten Orten Ost- und Zentralafrikas. Bei all den Reisen um die Welt, um exotische Tiere und atemberaubende Augenblicke auf Film einzufangen, vergisst Kieling jedoch nie seine Wurzeln. Sein Heimatland – Deutschland – welches für Ihn das schönste Land der Welt ist, ist der Ursprung seiner Begeisterung für die Natur und den Naturschutz. Eine Abenteuerreise, die man gesehen haben muss. Live kommentiert von Andreas Kieling. STADTLEBEN Hanix Nr. 64

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DIE TIPPS FÜR DIE REGION Konzert 5. Dezember KIM WILDE LIVE Scala, Ludwigsburg Ein Muss für 80er-Fans! Im Herbst 2019 hat Kim Wilde ihr Album »Wilde Winter Songbook« wiederveröffentlicht. Wunderschöne Songs, die von Winter und Weihnachten inspiriert sind, aber auch beliebte Weihnachts-Coverversionen passen wunderbar in die Vorweihnachtszeit. Um das eher ruhige, sparsam instrumentierte Album zu präsentieren, geht Kim Wilde im Dezember zum ersten Mal in kleiner Besetzung auf eine unplugged- Tournee durch ausgesuchte Theater- Locations in Deutschland und der Schweiz. Es wird natürlich auch akustische Versionen ihrer großen Hits und ausgewählte Tracks aus dem jüngsten Album »Here Come The Aliens« geben. Ein Best-Of sozusagen. Adventsmarkt 14. & 15. Dezember BIHLMAYERS WEIN-NACHTSMARKT Weingut Bihlmayer, Löwenstein Bihlmayers kleiner, feiner WEINnachtsmarkt mit Ausstellern aus der Region, Leckereien und natürlich Glühwein. Auch wer einen Christbaum sucht, wird fündig. 10 Besucher können das liebevoll dekorierte und beleuchtete Weingut im Winterwunderland des Weinsberger Tales entdecken. 28 Aussteller sorgen für alles nötige, um in Weihnachtsstimmung zu kommen, Geschenke zu finden und dabei nicht zu verdursten oder zu verhungern. Samstags und sonntags steht außerdem Spanferkelanschnitt, Tresterfleischanschnitt und Stockbrot backen mit Moni auf dem Programm. Turnshow 9. Januar TURNGALA - CELEBRATION TOURNEE 2020 Carmen Würth Forum, Künzelsau Das Konzept begeistert das Publikum in Baden-Württemberg seit 30 Jahren: Die TurnGala des Schwäbischen und Badischen Turnerbundes bietet immer rund um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel eine rasante Wintermischung aus Theater, Sport und Varieté. Das Einzigartige am Programm: Kinderturngruppen aus dem jeweiligen Tournee-Ort stehen neben internationalen Künstler auf der Bühne. Turnen und Artistik, Tanz und Akrobatik vereint mit einem Hauch schräger Komik. Ein Turnerlebnis der anderen Art. Basketball-Bundesliga 19. Januar MHP RIESEN LUDWIGSBURG VS. FC BAYERN MÜNCHEN BASKETBALL MHP Arena, Ludwigsburg Das Nonplusultra des deutschen Basketballs, der FC Bayern München, ist bei wiedererstarkten Ludwigsburgern zu Gast, die sich nach einer schwachen letzten Saison wieder gefangen haben und sich im oberen Tabellendrittel festsetzen wollen. Ob die Riesen den Überfliegern aus München Punkte abnehmen und im Kampf um die Play-off-Plätze für eine Überraschung sorgen können? Musik & Talk 20. Januar CONVERSATIONS WITH NICK CAVE Festspielhaus, Baden-Baden An diesem Abend setzt sich Nick Cave auf die Bühne, beantwortet Fragen aus dem Publikum, singt einige seiner Stücke und begleitet sich dabei am Flügel. Von Cave als »eine Übung in der Konnektivität« beschrieben, ist kein Thema heilig und das Publikum wird ermutigt, mutig und herausfordernd, konfrontativ und furchtlos zu sein. Die Beziehung zwischen Cave und seinem Publikum war immer offen und intensiv, wurde aber während seiner letzten Shows mit den Bad Seeds noch weiter vertieft, was als Inspiration für diese unkonventionellen und einzigartigen Abende dient, die gänzlich improvisiert und vor allem komplett unmoderiert ablaufen. Design- & DIY-Markt 25. & 26. Jannuar HANDMADE LOVE Burg Stettenfels, Untergruppenbach Majestätisch thront Burg Stettenfels über Untergruppenbach und bietet eine ideale Location für den Design & Handmade Markt Heilbronn. Das Orga-Team verwandelt die komplette Burg mit Innenhof und Gewölbekeller in ein kunterbuntes Erlebnis für die ganze Familie. Das Innenleben der Burg bietet Raum für die Vielzahl an Ständen mit verschiedensten handgemachten Produkten. Auf drei Stockwerken kann die Burg erkundet werden. Die Stände sind so verteilt, dass es immer etwas zu sehen gibt. Im historischen Innenhof wird mit verschiedenen Food-Ständen für das leibliche Wohl gesorgt. Außerdem gibt es im Handmade Love Café leckeren Kuchen und Kaffee. Es stehen kostenlose Parkplätze zu Verfügung, außerdem gibt es am Sonntag einen kostenlosen Shuttledienst! LANDLEBEN Hanix Nr. 64

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ZUKUNFTSSTARKE IT Und Sie! DIE IT. DIE LEIDENSCHAFT. DIE ZUKUNFT. UND SIE? Wir suchen die, die unsere digitale Welt mitgestalten wollen. Die gern hier bleiben und etwas werden möchten. Bei Bechtle, einem der führenden IT-Unternehmen Europas. Wo die Berufsbilder und Aufgaben so vielfältig sind wie die Freiräume groß. Könnte Sie das ausfüllen? Mehr unter bechtle.com/karriere 11

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Satirische Multimediashow 7. Dezember EIN ABEND MIT MARTIN SONNEBORN Alte Feuerwache, Mannheim Für seine TITANIC-Aktionen bejubelte ihn der Stern als »Krawallsatiriker mit Profilneurose«, für »Heimatkunde« lobte ihn der Berliner Kurier: »Üble Ossi-Hetze! Wie kann ein Mensch die Ossis nur so hassen?!« Nach seinen Kurzreportagen für die ZDF-»heute show« trat der Geschäftsführer des größten deutschen Pharma-Verbandes zurück und das chinesische Außenministerium verlangte Sonneborns Hinrichtung. Ein Abend mit Martin Sonneborn ist ein ganz unaufgeregtes Multimediaspektakel mit lustigen Filmen und brutaler politischer Agitation zugunsten der PARTEI, die in Deutschland immer noch unbemerkt nach der Macht greift. Konzert 15. Dezember LARGE PROFESSOR, DIAMOND D, AG, SADAT X: THE EXTRA CRATES TOUR 2019 Karlstorbahnhof, Heidelberg Es gibt so Abende, da weiss man nicht wo man mit dem Name Dropping anfangen soll 12 und welche Referenzen man alle nennen soll. Dieser legendäre Montag Abend im Karlstorbbahnhof ist genau einer davon. Wer mit Rap Musik in den 90ern aufgewachsen ist hat die Musik der vier Jungs lieben und schätzen gelernt. Da ist es egal ob solo, in ihrer Crew oder in welcher Kombination auch immer. The Mad Scientist meets Andre the Giant meets The Best Kept Secret meets A Wild Cowboy. Theaterzirkus 25. bis 29. Dezember CIRQUE DU SOLEIL – CORTEO SAP Arena, Mannheim Erstmals präsentiert Cirque du Soleil den Zauber seiner gefeierten Produktion »Corteo« in großen deutschen und österreichischen Arenen. Die einzigartige, heitere Prozession von Clowns und Akrobaten, in der Inszenierung von Daniele Finzi Pasca, kommt vom 25. - 29. Dezember 2019 nach Mannheim. Besonderheit ist eine Drehbühne, die das Publikum in zwei gegenüberliegende Bereiche aufteilt, wodurch die Zuschauer die Vorstellung auch aus der Perspektive der Artisten erleben, ein Novum für Cirque du Soleil. Insgesamt agieren bei Corteo 51 Akrobaten, Musiker, Sänger und Schauspieler aus aller Welt. Konzert 16. Januar SSIO LIVE 2020 LKA Longhorn, Stuttgart Ob bizepserweiternd im Fitnessstudio oder bewusstseinserweiternd auf Platte: SSIO hat mit »0,9« den Ton für alle Fans von Kopfnickerbeats, Bordellbesuchen und Rinderhack angegeben und mit einer außergewöhnlichen Performance zu seiner komplett ausverkauften Tour, 26 Festivals in 2016/2017 einen Meilenstein in Sachen HipHop-Liveshow gesetzt. Jetzt geht’s weiter! Konzert 24. Januar DOTA MIT GROSSEM BESTECK Alte Feuerwache, Mannheim In den nuller Jahren veröffentlichte die Berliner Sängerin Dota Kehr unter dem Pseudonym »Kleingeldprinzessin«, dann unter »Dota & Die Stadtpiraten« und seit fünf Jahren nun unter dem – ihre drei formidablen Mitmusiker und sie selbst in vier Buchstaben zusammenfassenden Signet – DOTA. Mit dem letzten Album »Keine Gefahr« erreichten sie Platz 14 der Charts. Mit Begeisterung schließt ihre stetig wachsende Fangemeinde jedes ihre neuen Lieder ins Herz, erfreut sich an ihrer pointierten Poesie, ihrer musikalischen Vielfältigkeit, und nicht zuletzt an ihrer unverwechselbaren Stimme. Comedy-Show mit Musik 31. Januar HENNI NACHTSHEIM & RICK KAVANIAN: DOLLBOHRER Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Dollbohrer hieß früher ein Werkzeug, das beim Dachbau benötigt wurde. Heute steht es vor allem für Menschen, die offensichtlich schwer einen an der Waffel haben. Womit wir auch schon bei den beiden Comedians Henni Nachtsheim (der einen Hälfte von Badesalz) und Rick Kavanian (Bullyparade etc.) wären. In ihrem neuen Programm widmen sie sich den wahren Helden unserer Zeit. Eine Show mit einem Mix aus Comedy, guter Musik, natürlich auch Lesung (aber nicht an Tischen!), gemeinsamer Blödelei, hessisch-bayerischer Freundschaft, und Komik, die auch gerne mal im Wahnsinn enden kann. METROLEBEN Hanix Nr. 64

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Erlerne deinen Traumberuf an einer hochmodernen Wohlfühlschule am Bildungscampus im Herzen Heilbronns Ausbildungsbeginn: September HALLO, WILLST DU AUCH ERZIEHER*IN WERDEN? Dann entscheide dich für die Schule mit „Kopf, Herz und Hand“ in Heilbronn, die auf ein praxis integriertes Ausbildungskonzept setzt und dich so für deinen Beruf vorbereitet, dass du ihn ein Leben lang mit Freude ausüben wirst. Überzeuge dich auf unserem INFOABEND am 28.1.2020 um 18 Uhr! Initiatoren Bildungscampus 7 ∙ 74076 Heilbronn erzieherakademie-heilbronn@phorms.de erzieherakademie-heilbronn.phorms.de

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ETWAS AUS EIGENER KRAFT ERREICHEN KERSTIN OTTERBACH ist die fachliche Leiterin der »Frühen Hilfen« in Heilbronn. Die Frühförderstelle kümmert sich um Kinder mit Behinderungen und Entwicklungsstörungen. Dabei wird ein ganzheitliches, interdisziplinäres Förderkonzept verfolgt und auf die Wirkung von Videoaufnahmen und der eigenen Kraft vertraut. Die Förderung ist für die Familien kostenfrei. Wir sprachen mit der Diplom-Psychologin über das MarteMeo-Konzept, die Schwierigkeit für Eltern, Grenzen zu setzen, das Fehlen von männlichen Mitarbeitern und die steigende Anzahl förderbedürftiger Kinder. Von Robert Mucha, Foto: Ulla Kühnle Hanix: Frau Otterbach, Sie leiten von fachlicher Seite her die »Frühen Hilfen« – eine interdisziplinäre Frühberatungs- und Frühförderstelle – in der Heilbronner Allee. Für wen ist Ihr Team aus Psychologen, pädagogischen und heilpädagogischen Fachleuten, Logopäden sowie Physio- und Ergotherapeuten da? Kerstin Otterbach: Wir sind für Kinder aus dem Heilbronner Stadt- und Landkreis von der Geburt bis zur Einschulung da. Um zu uns zu kommen, benötigen Eltern keine Überweisung von einem Arzt und es entstehen auch keine Kosten für die Familien. Und richtet sich das Angebot ausschließlich an Familien mit behinderten Kindern oder können auch Eltern bei Ihnen aufschlagen, deren Kinder Entwicklungsstörungen haben? Wir sind in beiden Fällen Anlaufstelle. Sowohl wenn schon eine Behinderung festgestellt wurde, aber auch bei einer drohenden Behinderung oder wenn Entwicklungsauffälligkeiten da sind. Das kann mit der Motorik bei den ganz Kleinen anfangen, wenn sie sich z. B. verspätet drehen, verspätet ins Krabbeln kommen oder laufen. Das bemerkt oft der Kinderarzt. Oder wenn in U-Untersuchungen eine mögliche Störung in der Entwicklung auffällt – ob bei der Sprachfähigkeit, in der Motorik, in der Kognition, im sozial-emotionalen Bereich, im Verhalten oder in der Wahrnehmung. Steigt die Anzahl förderbedürftiger Kinder? Ich habe keine statistischen Zahlen, jedoch den Eindruck, dass z. B. im Bereich der Verhaltensauffälligkeiten die Zahl steigend ist. Es scheint Eltern z. B. zunehmend schwerer zu fallen Grenzen zu setzen und Konflikte auszuhalten und auszutragen. Ein anderer Bereich ist derjenige der ganz Kleinen, die aufgrund der immer weiter fortschreitenden medizinischen Möglichkeiten auch eine Geburt in der noch nicht vollendeten 24. Schwangerschaftswoche überleben. Die Folgen einer so extremen Frühgeburtlichkeit sind dann jedoch noch nicht abschätzbar. Die »Frühen Hilfen« legen großen Wert auf ganzheitliche, interdisziplinäre Hilfsangebote. Was bedeutet das konkret hier in den Räumen vor Ort? Zum einen, dass eigentlich alle Kinder tatsächlich nicht nur mit einer Therapie hier angebunden sind und beispielsweise nur eine isolierte Sprachentwicklungsstörung haben, sondern wirklich die Entwicklung allgemein betroffen ist. Und somit fördern wir nicht nur spezifisch einen Entwicklungsbereich, sondern in mehreren Feldern, wie zum Beispiel Heilpädagogik, Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie. Die Kinder bekommen innerhalb eines Jahres in verschiedenen Blöcken und Intervallen eine ganzheitliche Förderung. Da haben wir jedoch nicht nur das Kind im Fokus, sondern beziehen auch die Bezugspersonen in die Arbeit mit ein, und ich biete den Eltern begleitende psychologische Gespräche an. Sie setzen auf das Marte-Meo-Konzept. Was ist das Besondere daran? Es heißt übersetzt »etwas aus eigener Kraft erreichen«. Es ist ein entwicklungsförderndes, videogestütztes Training, in dem kurze Videoaufnahmen von einer Bezugsperson, z. B. einem Elternteil, mit dem Kind gemacht werden. Und aus eigener Kraft deshalb, weil zugrunde gelegt wird, dass alle das Beste für das Kind wollen und jeder Fähigkeiten hat, das Kind zu fördern und zu unterstützen. Es geht nicht darum, etwas Neues zu lernen, sondern Fähigkeiten, die man hat, sehr bewusst einzusetzen und dadurch das Kind zu unterstützen. Und warum ist Videotechnik so wichtig, dass es funktioniert, die eigenen Kräfte zu aktivieren? Weil mit eindrücklichen Bildern gearbeitet wird. Die Interaktionsanalyse zwischen Bezugsperson und Kind zeigt zum Beispiel, wo gute Kontaktmomente sind und weshalb ein Kind in einer bestimmten Situation ein erwünschtes Verhalten gezeigt hat. Durch die Standbilder ist es für die Bezugsperson sehr beeindruckend zu sehen, dass sie Fähigkeiten hat, die dem Kind helfen. Die Kinder hier haben einen komplexen Förderbedarf, der bestimmt auch kostenintensiv ist. Es gibt verschiedene Säulen unserer Finanzierung: Es gibt einen Landeszuschuss, da wir eine vom Land anerkannte Frühberatungs- und Frühförderstelle sind. Dann gibt es die Leistungserbringung, die wir mit der Krankenkasse und mit dem Sozialhilfeträger abrechnen. Ins Leben gerufen und finanziell mit unterstützt haben die Gesellschafter die Frühförderstelle: die Lebenshilfe Heilbronn-Franken, die Lebenshilfe Eppingen und die evangelische Stiftung Lichtenstern. Und dann sind es Spenden, auf die wir angewiesen sind. Wir stellen natürlich gerne Spendenbescheinigungen aus. Wer zu Weihnachten etwas spenden will, der darf auch an Euch denken … Unbedingt. Auf dem Teamfoto der »Frühen Hilfen« sind nur Frauen zu sehen. Wollt ihr keine Männer oder bewerben sich keine? Es bewerben sich keine. Wir sind leider ein reiner Frauenhaufen, aber ein klasse Frauenhaufen. Aber ihr versperrt Euch nicht fähigen Männern? Nein, im Gegenteil. Für die Kinder wäre es toll, männliche Therapeuten zu haben, gerade für die Jungs wäre das mit Sicherheit prima. Und man könnte als junger Mann bei euch viele potenzielle Lebenspartnerinnen finden, oder? Die Frauenquote ist jedenfalls sehr hoch. (lacht) ◆ Hanix Nr. 64 14 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Hanix Nr. 64 DER ABENTEURER UNTER DEN BÜCHERN! Ende November erscheint das erste Buch »Abenteuer um die Ecke« aus der Edition Hanix – mit 37 »Abenteuern«, die Impulse und Inspiration zur aktiven Freizeitgestaltung in Heilbronn und der Region liefern. Schon überlegt, was Ihr Euren Liebsten an Weihnachten schenkt? Wir hätten da was! Unser erstes Buch. Klar, dass wir hier nichts ungeprüft vorsetzen wollen. Deshalb hat die Hanix-Redaktion jedes der insgesamt 37 »Abenteuer um die Ecke« selbst getestet und für empfehlenswert befunden. Dabei reichen unsere Abenteuer von kulinarischen Genüssen über sportliche Aktivitäten oder geistreichen Ergüssen hin zu kreativem Schaffen, sodass für jede und jeden etwas dabei sein sollte. Wir finden, dies ist ein optimaler Wegweiser und Impulsgeber zum besseren Kennenlernen der Stadt und Region. Ob für frisch Zugezogene, die sich noch nicht auskennen oder für Alteingesessene, die vor lauter »Eingeborenheit«, schon längst den Blick verloren haben für die Vielfalt der Möglichkeiten, seine Freizeit in und um Heilbronn abwechslungs- und actionreich, lecker und spannend zu gestalten. Für 15 Euro ist der Freizeitführer über den Hanix-Webshop oder an ausgesuchten Verkaufsstellen im Heilbronner Stadt- und Landkreis zu haben. Und nun viel Spaß beim Ausprobieren der vielen »Abenteuer um die Ecke«. Sonst wird’s langweilig! ◆ Info: Bestellungen für das Buch sind möglich via Mail an info@hanix-magazin.de, telefonisch unter 07131-1216500 oder ganz bequem über unseren Onlineshop https://shop.hanix-magazin.de/shop AUSLEIHEN IST DAS NEUE BESITZEN Die ZEAG hat mit ihren Aktivitäten im neuen Geschäftsfeld »Elektromobilität« ein ambitioniertes Ziel für eine klimafreundliche Mobilität in der Region Heilbronn: weg vom Besitzgedanken. Seit Mai 2019 läuft Heilbronns erstes Carsharing-Programm mit rein elektrisch betriebenen »Mo’s«, wie die 21 VW Golf und BMW i3 getauft wurden. An festen Ladepunkten kann man sich einen »Mo« per App in Sekunden ausleihen und später wieder zurückgeben. »Carsharing ist heute oft günstiger, als selbst einen Wagen zu besitzen, und eignet sich insbesondere als Alternative zu einem Zweit- oder Drittwagen.«, erzählt Projektleiterin Rahel Brecht: »Gerade diejenigen, die nicht täglich auf ein Fahrzeug angewiesen sind, profitieren in der Regel immer von solch einem Sharing-Angebot.« Das Projekt ist Teil des neuen Geschäftsfelds »Elektromobilität« des regionalen Energieversorgers und umfasst ebenso den Ausbau des passenden Ladenetzes, das bis Ende des Jahres mehr als 150 Ladepunkte in Heilbronn vorsieht. Carsharing-Nutzer profitieren zudem von einem freien Parkplatz. Das Angebot richtet sich neben Studenten ohne eigenes Fahrzeug an alle Heilbronner, die sich beispielsweise überlegen, ein Elektroauto anzuschaffen, und das gern einmal ausprobieren möchten. Oder an alle, die ein ergänzendes Angebot an den Randzeiten des öffentlichen Nahverkehrs suchen. »Auch für Reisende, die individuell zu ihrem Termin oder ihrer Veranstaltung weiterkommen wollen, kann ein ›Mo‹ die perfekte Lösung sein«, so Rahel Brecht weiter. ◆ Fakten, Fakten, Fakten zum Mo: - Aktuell sind 21 Fahrzeuge im Einsatz - Seit Mitte Oktober gibts den Mo auch in Untergruppenbach, dazu sind weitere Standorte in Planung - Seit 9. Mai wurden 81.422 Kilometer gefahren (Stand 31.10.19) - Die durchschnittliche Buchungsdauer beträgt 10,12 Stunden - Die durchschnittliche gefahrene Distanz einer Buchung liegt bei 71,8 Kilometer - Die durchschnittliche Gebühr einer Buchung kostet 27,50 Euro Gewinnspiel: Schreibt uns bis zum 14.12.2019 an info@hanix-magazin.de mit dem Betreff.: »Abenteuer mit ›Mo‹« Unter allen Teilnehmern verlosen wir ein Abenteuerwochenende mit einem »Mo« von Zeag inklusive Eintritt für je zwei Personen zu drei Abenteuern aus unserem neuen Buch »Abenteuer um die Ecke«. Das Buch gibts noch obendrauf! STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION 15

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Notizen aus der Provinz Die Alchimisten vom Unterland Als vor einigen Jahren an den Landkreisgrenzen diese Schilder »Willkommen im Heilbronner Land. Das Herz Baden-Württembergs« aufgestellt worden sind, habe ich mich gefragt, wo dann wohl der Arsch vom Ländle zu finden sei. Keiner hats mir sagen mögen. Ok, inzwischen weiß ich immerhin, dass wir die Dreckdeponie vom Ländle sind, denn den ganzen Dreck, den sie grade munter aus den unzähligen schwäbischen Baustellenlöchern baggern, den kriegen seit geraumer Zeit wir hier massenhaft vor die Haustür gekippt. Wohin du im Unterland auch schaust: Überall brettern Dreckslaster durch die Pampa und bringen Nachschub von Stuttgart 21 und Co, die herzlich grüßen lassen! Logo: irgendwo muss der Dreck ja hin, weshalb also nicht zu uns, ins sanfte Kraichgauer Hügelland? Das sei, sagen sie, eine absolute Win-win-win Situation, denn a) werden die sanften Hügel durch die Erdauffüllungen in der Talsohle noch sanfter, b) sind die Stuttgarter ihren Dreck los, c) verdienen sich die hiesigen Bauern ein goldenes Näschen, wenn sie, uneigennützig wie sie nun mal sind, gegen ein geringes Entgelt den dankbaren Aushubunternehmern ihr saures Wiesle zum Auffüllen zur Verfügung stellen. Das ist eine Supersache, dagegen waren die Alchimisten im Mittelalter die reinsten Waisenknaben, wenn sie versucht haben, aus Stroh Gold zu 16 machen. Was für ein blödsinniges Rezept! Anstelle von Stroh musst du nämlich Dreck nehmen, und ratzfatz verwandelt der sich in wertvolles Edelmetall! So machen es die Alchimisten der Neuzeit, die allerdings ein bisschen tricky vorgehen müssen, denn bekanntlich lauern neuerdings ja an jedem Feldweg neidische Zeitgenossen, die den notleidenden Bauern auch noch ihre allerletzte Einnahmequelle streitig machen wollen. Beispielsweise indem sie genauso unverschämt wie dreist behaupten, solche Erdauffüllungen seien gar nicht gut für die heimische Flora und Fauna! Das sind natürlich wieder diese einschlägig-grünen Öko-Nerds, die wegen jedem Grottenmolch grundsätzlich einen Mordszirkus veranstalten. Da hilft nur: Augen zu und durch! Der clevere Landmann kann den veganen Spinnern nämlich trotzdem zeigen, wo der Barthel seinen Most holt, und beantragt deswegen völlig ordnungsgemäß bei der Gemeinde eine Genehmigung zur Erdauffüllung »wg. besserer Bearbeitungsmöglichkeit des Ackers«, auf dem dann im nächsten Jahr die wertvolle Braugerste fürs gute heimische Bier ja schließlich umso besser wachsen und gedeihen kann. Und welcher Gemeinderat wollte sich so einer Bitte hartherzig verschließen, wo es der heimischen Landwirtschaft doch eh schon grottenschlecht geht, wie die professionellen Jammerarien-Vorsänger des Bauernverbands ja nicht müde werden, in unschöner Regelmäßigkeit zu betonen. Weswegen sämtliche Dreckabkipp-Anträge ruckzuck bewilligt worden sind (erstaunlicherweise meistens sogar mit den Stimmen der grünen Räte), was in der Folge zu dieser flächendeckenden Auffüllungsorgie geführt hat, die wir seitdem an jedem Maulwurfshaufen im Landkreis erleben dürfen. (Ok – klitzekleine Korrektur an dieser Stelle – Maulwurfshaufen suchen wir inzwischen natürlich vergeblich). Jetzt aber melden sich plötzlich vermehrt Zeitgenossen, die nicht nur wegen der Dreckverteilerei sorgenvoll das Haupt schütteln, sondern allen Ernstes noch weitere Fragezeichen in Sachen hiesiger Agrarpolitik anbringen. Großstadtmüde Zuzügler, die behaupten, der schöne Kraichgau habe sich in den vergangenen Jahren schwer zum Nachteil verändert. In ihrer grenzenlosen Ahnungslosigkeit klagen sie nicht nur über das Verschwinden der Kleinräumigkeit, über die Eliminierung der Hecken, Bäume und Graswege zugunsten von Mega-Äckern, sondern auch über die explodierenden Aussiedlerhöfe mitten in der Landschaft. Von wegen Landwirtschaft: Die Scheunen umfunktioniert zu Lagerhallen für Wohnmobile, aus den Ställen entstünden mit Steuergeldern geförderte Ferienwohnungen, und das, obwohl der durchschnittliche Landmann von der EU doch sowieso schon (einzig und allein für die Tatsache seines Landbesitzes) mit 300 € Fördergeld pro Hektar bedacht werde. Und die Ökologie leide traurig weiter. Fazit? Auch der moderne Alchimist hats heutzutage schwer! ◆ Die Zeit der Kreuzzüge ist vorbei! Jetzt pflastern sie also die Landschaft zu mit grünen Kreuzen! Weil man ihnen angeblich ja so übel mitspielt! Weil sie – unverschuldet natürlich – so einen schlechten Ruf haben! Die ach so notleidende Landwirtschaft! Dabei haben sie doch bloß unsere (Kultur) Landschaft zerstört, die Böden überdüngt, das Trinkwasser versaut und anstelle von Lebensmitteln einen Scheißdreck produziert und dabei mit ihren Riesentraktoren das letzte blühende Wiesle in eine fade Grasödnis verhäckselt. Wenn man für jedes Bienenvolk und für jedes Kleinlebewesen, dem sie den Lebensraum genommen haben, ein Kreuz aufstellen würde, dann wäre das Land zugepflastert mit Kreuzen! Und dafür kriegen sie sogar noch Geld! Durchschnittlich 300 Euro pro Hektar. Einfach so. Ich kriege nix – und das, obwohl ich nichts versaut habe. Ist das gerecht? Denn als Schriftsteller produziere ich ja auch Nahrung, Nahrung für die Seele. Der Mensch lebt bekanntlich nicht vom Brot allein. Auf ein Kreuz verzichte ich trotzdem, denn das ist Blasphemie. Übrigens: Die Farbe grün bei Kreuzen ist längst belegt. Vom DGK, einem Verein zur Förderung der gesundheitlichen Vorsorge und Kommunikation. Dem sollten sie beitreten, die ewig unzufriedenen Empfänger von Steuergeldern. ◆ GUNTER HAUG-KOLUMNE – FOLGE 3 Hanix Nr. 64

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Von der Punk-Band zum Sozialarbeiter. Klingt recht klischeehaft. Tatsächlich hatte der 35-jährige CHRISTIAN HÄRINGER aus Heilbronn eine solide Schulausbildung mit Abitur und Studium und arbeitet heute für die Stadt Heilbronn als Integrationsmanager. Musik ist, neben Freundin Lea und dem einjährigen Sohn, ein wichtiger Teil seines Lebens. Die führte ihn einst von der Punk-Band zum ehrenamtlichen Booker des Römersee Open Airs in Bad Rappenau. Mit Freunden gründete er kürzlich den Kulturverein Klangvorhang, um seine Heimatstadt mit regionalen Nischenkonzerten zu bereichern. Von Maria Maroge Fotos: Meli Dikta Zusammenkommen und die Vielfalt feiern »Ich bin ein Spieler!«, erklärt Christian Häringer. Er lacht, denn Skat und das schwäbische Kartenspiel Binokel sind nur eines seiner vielen Hobbys. Tischtennis spielen auf Kreis- und Bezirksligaebene ebenso. Sein Tascheninhalt verrät auf den zweiten Blick seine größte Leidenschaft: die Musik. Während andere Bücher lesen mögen, studiert er einen Plattenkatalog, auf der Suche nach neuen Schallplatten. Die Haptik dieser altmodischen Platten habe Charme und den Sound empfinde er als wärmer. »An mir ist das digitale Zeitalter irgendwie vorbei gezogen!« Er zeigt schmunzelnd auf sein altes Smartphone. Daneben liegt sein »Ledermann«-Taschenwerkzeug, das hat er für die Konzertaufbauten dabei und der Tesa-Roller verweist auf die Konzert-Plakatierung. Ein zeitaufwendiges Hobby ist sein Einsatz beim Kulturverein Klangvorhang. Die Idee zum Verein entstand beim Römersee-Festival in Bad Rappenau. Zehn Jahre lang war Christian fürs Ordern der Bands zuständig. Dabei fing alles mit einem eigenen Aufritt seiner damaligen Punk-Band an. Hier und da packte man beim Festival mit an und irgendwann landete er im Vorstand und baute sich einen reichen Erfahrungsschatz und gute Netzwerke zu Bands im Bereich des Psychedelic, Rock, Surf, Gipsy, Elektronik usw. auf. Dieses Wissen und diese Leidenschaft gepaart mit einer Offenheit für viele Genres investiert er nun in seine Heimatstadt und möchte Heilbronn mit »neuen Klängen« bereichern, wie er sagt. »Um die Mainstream-Musik kümmern sich andere. Wir möchten Bands aus der urbanen Clubkultur nach Heilbronn holen.« Auch andere Bereiche der Kunst werden neben der Musik Thema bei den Freunden des jungen Kulturvereins sein. »Es macht Spaß, mit Gleichgesinnten zusammen zu kommen und die Vielfalt gemeinsam zu feien.« Dazu sei jeder herzlich eingeladen. Er hoffe, dass das Klangvorhang-Konzept gut angenommen wird. Seine Freizeit teilt er sich noch dazu mit seiner Freundin und dem einjährigen Sohn Josa. Nach dem Abitur in Böckingen lernte er Lea kennen, das ist 15 Jahre her. Zum Studieren zogen beide nach Freiburg. Nach Abschluss seines Bachelors in »Soziale Arbeit« betreute der Sozialpädagoge Heimkinder. 2010 kehrte er zurück nach Heilbronn und arbeitete mit Kleingruppen an Grundschulen. »Durch einen glücklichen Umstand kam ich 2014 im Auftrag der Stadt Heilbronn ins Bürgerhaus Böckingen und widmete mich der offenen Kinder- und Jugendarbeit.« In diesem Sommer wechselte der 35-Jährige seinen Arbeitsplatz. Er berät nun als Integrationsmanager der Stadt Heilbronn Flüchtlinge, die nicht mehr in Gemeinschaftsunterkünften leben. »Man braucht gute Nerven bei dieser Arbeit. Es begegnen einem viele Schicksale. Doch ich glaube grundsätzlich an das Gute.« Es war ein bewegtes Jahr für Christian: Vater geworden, zwei Umzüge, neuer Job, den Klangvorhang-Vorsitz - doch er fühle sich sehr erfüllt, dank seiner wertschätzenden Familie und Freunde sowie seiner vielseitigen Heimatstadt und Hobbys. ◆ BERUF: Sozialarbeiter JAHRGANG: 1984 BERUFUNG: Mehr Klang für Heilbronn 18 TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 CHRISTIAN LEERT SEINE TASCHE 19

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NICOLAI KÖPPEL schreibt Zeug. Mit zehn Jahrenn hat er seine eigene kleine Zeitung rausgegeben, von der es natürlich höchst limitiert, auch nur ein Exemplar gab. Die Wahl für sein Lieblingsding hat schon was Nostalgisches, denn genau so hat alles bei ihm angefangen. Die ersten Dinge, die Klein-Nicolai geschrieben hat und demnach natürlich auch was wert waren, denn die sahen ja auch nach etwas aus, fanden ihren Ursprung in der Schreibmaschine. Es gibt ja immer viele verschiedene Gründe, warum man irgendetwas lieb hat. Dieser hier ist simpel, wenn nicht enorm wertvoll. Schreiben bringt ihm Spaß. Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta Das Kinderspielzeug in der Hand Hanix Nr. 64 Hanix: Wofür hast Du Dich bei Deinem Lieblingsding entschieden, Nicolai? Nicolai Köppel: Bei meinem Lieblingsding hab ich mich aus meiner Schreibmaschinensammlung, die 14 Exemplare umfasst (derzeit, Tendenz steigend), für eine Underwood aus dem Jahre 1947 entschieden. Im Zweiten Weltkrieg hat die Firma Underwood, die klassisch bekannt ist für Schreibmaschinen aller Welt, in Amerika viel Kriegsproduktion betrieben und sich danach wieder richtig Mühe gegeben. Nicht dass ich mich jetzt so wahnsinnig auskenne mit Schreibmaschinen. Ich lieb die Dinger einfach sehr. Und wenn mir eine unterkommt, die Charakter hat und die sich gut anhört und dazu noch bezahlbar ist – was die meisten Schreibmaschinen sind, weil die meisten Leute ihre Schreibmaschine irgendwo rumstehen haben und nichts mehr damit machen – dann kauf ich mir die. Wo bekommst Du die sonst her? Ich hab welche von der Aufbaugilde bekommen, welche über eBay oder auch durch Freunde z. B. via Facebook. Wie hat Deine Schreibmaschinenleidenschaft angefangen? »Wie viel Kinder haben Sie? –fünf. Haben Sie keine anderen 20 Hobbys?« Nein, ganz normal als Kind. Als ich Kind war, ich mein, du hast das ja nicht erleben müssen, aber als ich Kind war, gab es noch keine Computer – kannst du dir das vorstellen? Und wenn man da irgendwas machen wollte, was vom Schriftbild her einigermaßen aussieht, dann hat man eine Schreibmaschine gebraucht. Und jeder hatte natürlich eine Schreibmaschine. Meine Oma hatte damals auch eine, die war grün und die fand ich toll. Da war ich so sieben, acht. Und auf der durftest Du rumhacken? Die wollte ich unbedingt haben und meine Oma hat natürlich gesagt: »Nö.« Meine Oma war ein lieber Mensch, aber ihre neue Schreibmaschine gibt sie nicht einfach ab. Ich wollte dann ziemlich schnell eine Eigene und hab dann auch bald eine Eigene bekommen. Im Laufe der Jahre hatte ich dann auch immer eine Schreibmaschine. Und immer auf einer Mechanischen unterwegs gewesen? 1988 hab ich mir meine erste elektrische Schreibmaschine gekauft, eine Brother AX-10. Das klingt jetzt alles furchtbar nerdig, aber das weiß ich halt noch. Das ist die einzige elektrische MEIN LIEBLINGSDING

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Hanix Nr. 64 NAME: Nicolai Köppel ALTER: 47 BERUF: Autor, Musiker usw. BERUFUNG: Nein, ich akzeptiere das Urteil WÜRDE IHR LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: Die Hand der Prinzessin und das halbe Königreich (die linke Hälfte, bitte) Schreibmaschine, die ich je hatte. Weiter ging es dann eigentlich dadurch, dass ich als Projektleiter für Literaturangelegenheiten 2014 das Ludwigsburger Literaturfest kuratiert habe. Die Leiterin des Kulturamtes meinte, es brauche interaktive Literaturangebote. »Denken Sie sich mal was aus, Herr Köppel.« Daraufhin habe ich eine Idee eines Freundes adaptiert und sie zur Schreibbude gemacht. Schreibbude? Die »Schreibbude« ist mittlerweile was, was die »Get Shorties-Lesebühne« macht, bei der ich seit 13 Jahren als Autor mit dabei bin. Das heißt, Autoren setzen sich vor mechanische Schreibmaschinen bei Laufpublikum auf Literaturfesten, Literaturevents oder Stadtfesten und schreiben auf Zuruf Gedichte, Kurzgeschichten und Limericks. Und dann hab ich immer weiter nach Schreibmaschinen geguckt und gekauft und gekauft und gekauft … Mittlerweile sind es 14. Nein! Eigentlich 15. Denn – und da schließt sich der Kreis – jetzt besitze ich auch die Grüne meiner Oma. Nachhaltigkeit mit STYLE. App öffnen. Mo buchen. Unterwegs sein. Mehr Infos unter www.zeag-energie.de/carsharing SUZANNS FLAMENCO-SCHUHE Wir hatten vor Kurzem eine Unterhaltung über das»@«-Zeichen … Es gibt britische (vor allem britische) Schreibmaschinen die können 100 Jahre und älter sein und da ist das »@«-Zeichen drauf. Warum? Weil das »@«-Zeichen ein altes englisches Handelszeichen ist. Wenn man z. B. Äpfel für fünf Pence verkaufen wollte, dann stand da »Apple @ five Pence«. Das geriet in Vergessenheit. Als man irgendwann das Internet erfunden hat, brauchte man für diese E-Mail-Adressen-Geschichten so ein Steuerzeichen zwischen Name und Domain. Eins, das in allen Zeichenbibliotheken schon drin ist, das aber keiner verwendet. Dann überlegt man, was macht man da … »&, §, %«-Zeichen gehen nicht, weil die sind ja alle benutzt. Was wird nicht genutzt? Dieses fucking»@«-Zeichen! Von der Symbolik her ist es auch toll, weil Sarah@web.de (Die Sarah isch bei Web. de) passt ja auch und so wurde es dafür vereinnahmt. Erfunden wurde es viel, viel, viel früher. Es ist eine Zusammenführung von A und T, genau so wie »&« eine Zusammenziehung von E und T ist. Tatsächlich. Entschleunigt der Sound Deiner Schreibmaschine? Ich finds geil. Ich bin damit aufgewachsen und für mich ist da auch noch Nostalgie dabei. Der Kontakt zu alten Zeiten. Wenn man früher eine Schreibblockade hatte, dann schmiss man seine Schreibmaschine aus dem Fenster. Was wirft man heute, wenn man eine Schreibblockade hat? Tastatur? Rechner? Bildschirm? Keine Ahnung … Gibt es Unterschiede zwischen Computer-Tastatur und der Tastatur einer alten Schreibmaschine? Jedes Mal, wenn wir eine Computertastatur verwenden, verwenden wir eigentlich etwas, was für Schreibmaschinen gemacht ist und was für Schreibmaschinen auch geschickt ist. Weil die Anordnung nur in dieser Art funktioniert, da sich die Typenträger sonst ineinander verhaken. Für die Computertastatur ist diese Anordnung eigentlich ungeschickt. Wenn man sie heute erfinden würde, hätte sie eine andere Anordnung der Tastatur. So gilt aber: Jeden Tag schreiben wir auf dem alten anachronistischen Scheiß. Deswegen find ich das hier so toll, hier passt alles. Würdest Du Dein Lieblingsding gegen irgendwas tauschen? Ich mein, gut simmer ehrlich, s isch nur a Schreibmaschine, aber s isch scho sehr geil. Die Frage ist, ob ich sie gegen eine andere geilere Schreibmaschine tauschen würde. Aber ich denk, man kann es sich leisten, Gefühle direkt für ein Objekt zu haben und zu sagen: Nö. In dem Sinne ist sie unersetzlich. ◆ 21

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Maike Endresz, Fotos: Nico Kurth Schnapsprobe im Schwäbischen Schnapsmuseum Hanix Nr. 64 Heute mach ich nicht den Sport-Hasen. Ich kann nämlich auch anders. Und zwar: Schnaps trinken. Und dabei Wissen sammeln. Das kann man im einzigen Schnapsmuseum Baden-Württembergs. Das schöne Haus aus dem Jahre 1296 steht in Bönnigheim, gehört der Stadt und wird dem Verein kostenfrei zur Verfügung gestellt. Auf mehreren Etagen kann man hier sonntags die jährlich wechselnden Sonderausstellungen besuchen, viel Interessantes über die Hammer-Brennerei erfahren, Ideen für die eigene Schwarzbrennerei sammeln oder an jedem beliebigen Tag eine Schnapsprobe buchen. Vor mir waren in den letzten 25 Jahren etwa 125.000 Besucher im Museum. Kurt Sartorius, Herz und Seele des Museums, führt uns zuerst durch die Ham- 22 mer-Ausstellung, die mit viel bewegendem Hintergrundwissen aufwartet und unter anderem einen sehr niedlichen Kino-Werbefilm aus dem Jahr 1952 zeigt. Der ist so putzig gemacht, man könnte damit jedes Kind für Weinbrand begeistern. Wieso eigentlich »Weinbrand«? Seit dem Versailler Vertrag 1919 darf in Deutschland Gebranntes nicht mehr Cognac heißen, also heißt es nun nach dem, was es eben ist: Alkohol, der aus Wein gewonnen, nämlich gebrannt, wird. Die Heilbronner Hammer-Brennerei war seinerzeit eine weitbekannte und die durch den Nationalsozialismus geprägte Geschichte berührt noch heute die Gemüter. Im Jahr 2015 hat Hobby-Historiker Markus Weisser die Traditionsmarke wieder aufleben lassen und mit dem »Jubelbrand« zurück ins Leben geholt. Im Raum nebenan lassen wir uns durch allerlei innovative Exponate für eine mögliche Schwarzbrennerei inspirieren: Von der Kupfervase über die Gurken-Konservendose, dem alten Dampfgarer über die Milchkanne, Plastikkanister aus der JVA, Bettflasche und Badeöfen bis hin zu großen Waschkesseln sind der Fantasie offenbar keine Grenzen gesetzt, wenn es um das Hinterzimmer-Brennen von Schnaps geht. Ich bin überaus inspiriert. Das Ganze wird übrigens strengstens vom Zoll überwacht. Ein Film erklärt im Anschluss anschaulich, wie das Schnapsbrennen überhaupt funktioniert, und wir sind daraufhin bestens gerüstet für die Schnapsprobe. Superschnellredner Sartorius hat eine feine Vesper für uns gedeckt, wir sitzen im ABENTEUER UM DIE ECKE

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und erhobenen Zeigefinger, sondern mit viel Vergnügen. Und Herr S. und ich, wir werden sicher nochmal zusammen sitzen, damit ich noch viele seiner Abermillionen Anekdoten hören kann. Stimmt doch, Herr Schnapsmuseumsbeauftragter? Fazit: Schnapsprobe buchen sollte Euer nächstes Abenteuer sein! ◆ Hanix Nr. 64 Kellerraum, der bis zu 80 Leute fasst, und beginnen mit der ersten von 13 Proben, die alle aus Bönnigheim stammen. Zu jedem (gottlob nicht vollgefüllten Gläschen) gibt es von Sartorius eine kleine Geschichte und einen knackigen Trinkspruch. Beginnend mit einem Apfelbrand trinken wir uns zu Quittenbrand mit Trinkspruch von Martin Luther, kommen an einer in der Flasche gewachsenen Williams-Birne vorbei, schmeicheln unsere Gaumen mit Himbeergeist, schützen unseren Magen (aber leider nicht unsere Geschmacksknospen) mit Blutwurz, hangeln uns zu den süffigen Fruchtlikören. Die Geschichten, Witze und Trinksprüche werden zunehmend schlüpfriger, das Gelächter immer lauter und mein Herz immer besetzter. Ich glaube, ich habe mich ein bisschen in Herrn Sartorius verliebt. Er ist so lustig, so authentisch, er schwäbelt so schön, wenn er das »Babier« zusammenrollt, und macht aus dem Abend keine Wissenschaft, sondern eine wunderbar gemütliche Runde. Wir enden mit leckeren Sahnelikören, alles immer noch aus dem gleichen Glas; wie herrlich unaufgeregt ist das denn bitte? Auf die Frage, ob hier auch Firmenfeiern gebucht werden, bejaht Sartorius. Und ja, ich habe viel gelernt, aber ganz ohne Mühe DAUER: 1,5 bis 2 Stunden ORT: Meiereihof 5 + 7, 74357 Bönnigheim ÖFFNUNGSZEITEN: Museum Mai bis September So. 14 - 17 Uhr, Gruppen ganzjährig nach Vereinbarung KOSTEN: Eintritt Museum 2 Euro inkl. Schnapsglas Schnaps-Probe 20 Euro/ Person inkl. Museum, Vesper, Schnaps und Anekdoten TIPP: Offen sein für Schlüpfriges und einen Fahrer dabei haben! WUNSCHHAUS – BAUPARTNER AUF AUGENHÖHE. wunschhaus.de Kapitel „Wunschhaus“ ist nicht nur ein Name. „Wunschhaus“ ist eine Philosophie. Seit 27 Jahren erfüllen wir die Wünsche unserer Kunden nach individuellen Familienwohnsitzen und renditestarken Anlageobjekten. 23

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Irgendwie scheint Heilbronn sich immer noch im Rauschzustand nach der Buga zu befinden. Die Gefahr, verkatert aufzuwachen scheint ebenfalls gering. Wer den Rechenschaftsbericht der Stadt, er lag für 2018 gerade dem Gemeinderat vor, und zuvor den aktuellen Finanzwischenbericht liest, der kommt nicht umhin festzustellen, dass Heilbronn immer noch auf einem Sack voller Geld sitzt. Daran wird sich auch nichts ändern, wenn zur Mitte des nächsten Jahres die endgültige »Schlussrechnung« zur Buga vorliegt. Auch weil man ziemlich sicher sein kann: Sie hat unterm Strich mehr gebracht als gekostet – nicht nur Touristen. Auf das Kuchenschlemmen folgt jetzt das Hausbrot, aber es ist, um im Bild zu bleiben, dick mit Butter bestrichen. Reicht das auch für die Bahnhofsvorstadt? In der letzten Hanix- Ausgabe haben die Vorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen demokratischem Fraktionen in aller Ausführlichkeit und Ernsthaftigkeit auf einer Reihe von Zukunftsfragen der Stadt geantwortet. In dieser Ausgabe folgt die Beantwortung der Fragen 7 bis 12. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Meli Dikta Nach der Buga ist vor der Zukunft – Teil 2 Frage 7: Wie geht es mit der Bahnhofsvorstadt weiter – das avisierte Soziokulturelle Zentrum (SKZ) kann ja nur der Anfang sein? Inwieweit wird die Bürgerschaft hier mit eingebunden? Susanne Bay sieht das avisierte Soziokulturelle Zentrum als Keimzelle für eine sich weiter entwickelnde Szene nicht nur in der Bahnhofsvorstadt. Durch die Brücken-Anbindung an den Neckarbogen könnten sich die Potenziale der beiden Quartiere gegenseitig befruchten »und auch in anderen Quartieren, z. B. um die Werderstraße rum entwickelt sich Stadtkultur«. Tatsächlich gehört das SKZ zu dem wenigen, was bisher an »Hardware« aus dem umfangreichen Prozess für eine Kulturkonzeption herausgekommen ist – fast schon verwunderlich, denn eine inhaltliche Diskussion dazu steht ja noch aus. Wenn man Stadtkultur auf eine breite Basis stellen will, dann hat es seine Berechtigung. Thomas Randecker gibt eine weiter gefasste Betrachtung dazu. Auch die Sanierung des Trappensee-Schlösschens mit der Fortentwicklung zu einem Literaturhaus für knapp eine Million Euro stellt er in diesem Zusammenhang und erinnert daran, dass »der derzeitige Etat im kulturellen Bereich bei ca. 25 Millionen Euro« liegt: »Wichtig ist, dass die finanziellen Ressourcen in diesem Bereich auch in Zukunft im städtischen Haushalt darstellbar bleiben.« Man müsse aber auch berücksichtigen,»dass es auch mal wieder weniger Steuereinnahmen geben kann!« Deshalb müssten alle Verpflichtungen der Stadt mit einer längeren Laufzeit überprüft und eine Finanzierbarkeit sichergestellt werden. In dem Zusammenhang sei erwähnenswert, dass Michael Link für die FDP davor warnt, Steuern zu erhöhen, d. h. vor allem »Gewerbesteuer«, seine Fraktion setzt lieber auf Sparen im eigenen Haus, also in der Verwaltung, kein Zufall, dass dabei das Wort »Verwaltungsreform« fiel. Auch für Rainer Hinderer hat das SKZ Priorität. Alles andere aus der Kulturkonzeption solle dann Schritt für Schritt nach Beschlussfassung des Gemeinderats geschehen. Die positive Entwicklung in der Bahnhofsvorstadt solle fortgesetzt werden, mit Wohnen, Handel, Dienstleistungen, Kultur und Gastronomie in guter Balance und einer Bürgerbeteiligung dazu. Für die zeitnahe Realisierung des SKZ stünden ja im Haushalt für die Jahre 2019 bis 2023 je 150.000 Euro für Betrieb und Programmgestaltung bereit und »die Übernahme der Gebäudekosten für die ehemalige Maschinenfabrik (Olgazentrum) durch die Stadt wurde in Aussicht gestellt.« Hinderer weiter: »Wir erwarten, dass diese Vorlagen noch in diesem Jahr auf die Tagesordnung des Gemeinderats kommen, damit die veranschlagten Mittel freigegeben werden können und das Zentrum an den Start gehen kann.« Unterstützen will seine Fraktion auch das Konzept einer intensiven Zusammenarbeit des Olga Jugend- und Familienzentrums mit Zigarre und dem Wil- Hanix Nr. 64 24 TUM-Turm auf dem Bildungscampus: Der Heilbronner USP? POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 64 helm-Waiblinger-Haus und er prophezeit, dass das Zentrum die vorhandene alternative und jugendkulturelle Szene beleben und noch mehr zur Lebens- und Wohnqualität in dem »aufstrebenden Quartier« beitragen wird. Für das SKZ ist u. a. auch eine Kunstund Kulturhalle mit Raum für ca. 500 Personen vorgesehen. Sie soll eine feste Bühnen-, Licht- und Tontechnik bekommen und einen Kulturbetrieb in unterschiedlichen Sparten ermöglichen: Musik (Konzerte, Festivals), Literatur (Lesungen, Poetry Slams), Darstellende Kunst (Tanz- und Theateraufführungen, Kabarett), Bildende Kunst (Ausstellungen, Künstlermärkte) und anderes mehr. Geeignet dafür ist aus Sicht der SPD-Fraktion die Halle im Olgazentrum. Eine Machbarkeitsstudie liege vor. Auch hier gilt: Die Umsetzung durch den neuen Gemeinderat soll schnell gehen. Nico Weinmann meint dagegen: »Die Bahnhofsvorstadt hat sich nicht zuletzt deshalb so attraktiv entwickelt, weil man von starren Vorgaben abgesehen hat. Das SKZ wird sicherlich zum Charme des Quartiers beitragen und eine weitere positive Entwicklung befördern. Die Verbindung zum Neckarbogen über die geplante Brücke halten wir für sinnvoll.« Baut sich da Konfliktstoff auf? Die Freien Wähler haben da eine andere Sicht der Dinge (siehe oben). Das SKZ sehen sie als ersten Schritt, wollen die junge Generation, den Jugendgemeinderat und die Bewohner im Umfeld bei weiteren Schritten einbeziehen. Frage 8: Gibt es Ideen, Vorstellungen, Notwendigkeiten für das Reim-Areal? »Warum gibt es da, und da, und da … Markthallen, die alle funktionieren, aber nicht in Heilbronn?« fragt Malte Höch von den Freien Wählern und zählt eine ganze Reihe von Städten vergleichbarer Größe auf. Ja, warum nicht? Ganz einfach: Weil der politische Wille und auch die »politische Durchsetzungskraft« bisher fehlten. Das könnte jetzt anders werden. Das Reim-Areal bietet sich dafür von selbst an, es liegt ja schließlich neben dem »Markt«platz! Ein so zentrales Stück Stadt in einem so heruntergekommenen Zustand, das ist eigentlich nur noch zum Fremdschämen und zum Fragen: Wo liegen in Heilbronn die Prioritäten? Oder: Hätte man da nicht »neben« der Buga planerisch eine Lösung erarbeiten können, um sie jetzt, nach der Buga, anzugehen? Wenn man sich reihum umhört, so plädieren Bürger und sehr viele Gemeinderäte für eine Mischnutzung: Markthalle, Wohnen und eventuell auch Büros. Susanne Bay kann sich vorstellen, dass für einen solch zentralen Ort in städtischem Eigentum ein bürgerschaftlicher Ideenwettbewerb versucht werden sollte – dazu wäre es dann aber wirklich an der Zeit. Thomas Randecker hängt zwar noch der alten Idee an, hier in der zentraler Lage etwas für die Nutzung durch die Stadtverwaltung hinzustellen. Mit dem Kauf des Holzäpfelhauses hat man aber schon andere Fakten geschaffen. Frage 9: Heilbronn als Kongressstadt – die Harmonie wird dann vermutlich sehr viel intensiver genutzt. Wie soll man den »Zugriff« regeln, z. B. in der Abwägung Konzert oder Kongress? Ist es nicht an der Zeit, an eine Konzerthalle zu denken, Würth-Forum und die Tauberphilharmonie zeigen, dass sich Bedarf und Anspruch geändert haben und Frage 10: Heilbronn als »Festivalstadt« (laut OB) und Tourismus-Ziel? Wie viel und was sollte darin investiert werden? »Kongressstadt und Festivalstadt« – eigentlich kann man das nicht trennen. Die Buga hat den ultimativen Beweis erbracht: Heilbronn kann feiern, und zwar richtig (sich selber feiern konnte man immer schon) – und das mit Außenwirkung. Vor allem die Abendveranstaltungen, die Konzerte, ob Klassik, Gartenoper, Schlager, Pop, Literatur oder Geschichte … die Menschen kamen, nahmen Anteil und viel davon mit nach Hause, sie lagerten entspannt auf den Rasenflächen und boten ein Bild, das man hier so bisher nicht kannte, sie versammelten sich am Stand der Weinvilla oder im Kirchengarten – nie laut, immer zivil, es grenzte fast ans Wunderbare, dass an einem Ort der Begegnung von letztlich zwei Millionen Menschen die Polizei so gut wie »arbeitslos« blieb. Diese fröhlich-friedliche, aber auch Neuem gegenüber aufgeschlossene Stimmung als besonderes Kennzeichen der Buga ins Leben danach mitzubringen, wer wollte das nicht? Susanne Bay: »Überhaupt gilt es jetzt, den »Flow« aus der Buga mitzunehmen und die Stimmung, die die Menschen durch dieses halbe Jahr getragen hat und noch trägt, als Inspiration zu nutzen. In meiner Vorstellung sollten wir dies an einen Ort anbinden, vielleicht so etwas wie ein After-Buga-Café, vielleicht auf der Inselspitze, das WIR ERÖFFNEN PERSPEKTIVEN Als größte Rehabilitationseinrichtung für psychisch kranke Menschen in der Region betreuen wir über 450 Rehabilitanden im Bereich Gesundheit, Arbeit und Wohnen. therapeutikumheilbronn.de ISABELL STEIDEL 25

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als Treffpunkt genutzt werden kann von Bürger/innen, die Lust haben, sich mit Heilbronns Zukunft zu beschäftigen. So könnten wir gleichzeitig einen Ort für Bürger/innenbeteiligung schaffen.« Auch OB Mergel nimmt den »Flow« auf. Die Entdeckung Heilbronns als »Festival-Stadt«, es soll nun weiter daran gestrickt werden. Für die »Kongressstadt Heilbronn« sind die Weichen mit dem Parkhotel ja schon gestellt. Herbert Burkhardt klopft sich auf die Brust: »Die Freie-Wähler-Fraktion hat mit der Zustimmung zum Hotelneubau Harmonie ganz gezielt die Harmonie als Kongresszentrum gestärkt«. Ein Erfolg – wenn man es so sehen will – hat immer viele Väter. Wenn Burkhardt weiter fordert, die Stadt als Festival- und Tourismusziel zu stärken, tritt er ja offene Türen ein: »Wir fordern von der HMG eine entsprechende Machbarkeitsstudie, in welcher die geplanten Maßnahmen und die benötigten Finanzmittel dargestellt werden.« Für den Neckar als Veranstaltungsraum sieht er z. B. schwimmende Bühnen. Da liegt er auf einer Wellenlänge mit Susanne Bay, die die Fährlesbühne als »mobile Eventplattform« für Konzerte, Theater »oder was auch immer« eingesetzt sehen möchte, auch um Heilbronn, z. B. das Industriegebiet, aus neuen Perspektiven zu entdecken. Da kommt sie geradezu ins Schwärmen. »Auch solle ernsthaft geprüft werden, ob nicht das alte E-Werk mit vertretbarem Aufwand für Konzerte und Veranstaltungen hergerichtet werden kann. Es gibt in Rottweil eine alte Pulverfabrik, die in ihrem Industriecharme erhalten wurde und als Eventplatz genutzt wird, mit Flair und gerade im Unperfekten überzeugend. So was wäre in Heilbronn auch nötig! Und wer weiß, für was der Gaffenberg wieder stehen kann als Festivalgelände. Ich fände das klasse.« Natürlich hört man da schon die Rauner aus allen Ecken: Wer soll das machen, wer soll das bezahlen? Und das in einer Stadt, die gerade die Buga stemmte! Bay lobt, dass mit einem »Eventausschuss« ein Format geschaffen wurde, der »die zersplitterten Zuständigkeiten für Veranstaltungen und Räumlichkeiten sortiert und bündeln soll«. Sie spricht aus Erfahrung, wie es ist, wenn man sich »mühevoll durch städtische und außerstädtische Zuständigkeiten und Nichtzuständigkeiten durchwursteln muss, bis man – vielleicht – erfährt, wer zuständig ist für die Vermietung einer bestimmten Location. Und sie fasst auch ein heißes Eisen an: »Wie die Prioritäten bei der Harmonie sein sollen, muss besprochen werden. Was nicht sein kann, ist, dass im einzigen Saal für große Konzerte zukünftig das Bürger/inneninteresse an Veranstaltungen dem Interesse an privater Vermietung unterliegt. Da muss es gute Planungen und Absprachen geben. In diesem Sinne muss auch diskutiert werden, wo die Vermietung bzw. die Harmonie selbst angedockt wird.« Ob Heilbronn eine Konzerthalle brauche, möchte sie derzeit nicht beurteilen, »was allerdings echt fehlt, ist eine Halle, in der man verschiedene Events machen kann. Vielleicht klappt da doch noch was in einer Rochade mit der Rollschuhhalle?« Rainer Hinderer möchte noch mal nachdenken, wie man Festival- und Kongressstadt zusammenbringt, einerseits sieht er kein Konfliktpotenzial bei der Bespielung der Harmonie und findet, der Bau einer großen Konzert- und Veranstaltungshalle habe keine Priorität – es sei denn, es gebe einen Sponsor? – reicht aber dafür den Staffelstab weiter: »Wir wollen, dass es in Heilbronn auch nach der Buga attraktive Veranstaltungsformate gibt. Neben den traditionellen Veranstaltungen seien neue Formate zu entwickeln; z. B. Neckarfestival, Bespielung der Neckarbühne oder der Fährles-Bühne: Wir sind gespannt auf die Vorschläge des neu eingerichteten Eventausschusses bei der HMG.« Nico Weinmann, als Vorsitzender des Verkehrsvereins nah am Thema und damit »positiv befangen« hält den Bau eines Konzerthauses mittel- bis langfristig sinnvoll, wenn Heilbronn sich als kulturelles Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken verstehen will. Thomas Randecker findet, Heilbronn sei im Hinblick auf Veranstaltungsräume gut aufgestellt und findet, dass es wichtig sein wird, die Spielstätten, auch die in privater Hand (z. B. Gumbelsaal, KSK Heilbronn, Kilianskirche, ...) zentral zu vermarkten. Erst wenn dieser Bestand an die Kapazitätsgrenze komme, sollte man sich über den Bau neuer zusätzlicher Flächen Gedanken machen. Und dann klopft er noch vernehmlich auf den Busch: »Diese müssen dann ja auch nicht zwingend mit städtischem Geld gebaut werden, sondern können gerne, wie in Künzelsau, auch privat finanziert werden.« Frage 11: Heilbronn ist Käthchenstadt, Bildungsstadt etc. – aber ist Heilbronn noch »Industriestadt«? Wie wird oder soll man weiter mit dem Erbe »Auto«, »Nahrungsmittelindustrie« und »Energie« umgehen? Dass diese Frage ein brennende wird, ist daran abzusehen, wie letztlich wenig dazu zu hören ist. Susanne Bay bringt's auf den Punkt: »Klar ist Heilbronn immer noch eine Art Industriestadt – ich liebe die handfeste Stimmung am Hafen und am Neckarkanal, die Hafenbahn, die Silos neben der Buga, die gelegentlichen Erschütterungen, wenn man beim Läpple vorbeifährt. Aber natürlich ist Heilbronn eine Industriestadt im Wandel … und zwar im Gegensatz zu anderen Industriestädten in einem Wandel zu neuer Prosperität hin. Es steht einer cleveren Stadt gut zu Gesichte, genau wie sie nach dem Krieg erkannt hat, wie wichtig das Auto ist, zu erkennen, wann und dass die alleinige Konzentration aufs Auto ihre Grenzen hat. Deshalb sind z. B. der Zukunftspark Wohlgelegen wichtig, der Telefunkenpark und ein gutes Klima für Start-ups.« So bringt man es auf den Punkt. Auch Thomas Randecker sieht in Heilbronn den Wandel von der Automobilstadt hin zur Hightech-Industriestadt und die Locations dafür: »Ich denke, genau das macht diese wirtschaftsstarke Region und Heilbronn gerade so attraktiv. Der gesunde Mix aus klassischer Industrie, Maschinenbau, Autoindustrie und den zukunftsorientierten Industriefeldern, wegweisende Produkte der Medizintechnik, intelligente IT-Lösungen und die Forschung an Zukunftsthemen.« Nico Weinmann zeigt sich eher kritisch: »Wir haben darauf hingewiesen, dass derzeit in Heilbronn fast ausschließlich über das Verteilen und nicht mehr über das Erwirtschaften gesprochen wird. Wir wissen, dass zwar nur wenige Gewerbeflächen in unserer Stadt verfügbar sind. Umso mehr gilt es auch im Rahmen der Wirtschaftsförderung diversifiziert attraktive Unternehmen in die Region, nach Heilbronn zu bringen – gerne auch interkommunal.« Ob und wie gut die weitere Entwicklung Heilbronns als Industriestandort voranschreitet, dafür gibt es einen begründeten Optimismus, der sich aus vielen Quellen speist. Das macht es aber nicht weniger traurig, dass alte Namen verschwinden. Wer denkt schon noch daran, dass Heilbronn auch mal Fiat-Standort war? Bei allem Aufbruchsgeist, es wird nicht schaden, Lehren aus der glorreichen Vergangenheit zu ziehen, so wie es Susanne Bay sagt: »Das mit Knorr ist eine sehr traurige Geschichte. Im Grunde aus kommunaler Sicht der erlebte Abgesang auf den Hype auf multinationale Konzerne.« Wie oft hat Knorr seine Eigentümer 26 ZUKUNFT NACH DER BUGA – TEIL 2

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gewechselt? Und je anonymer die Struktur, desto gleichgültiger sind den Konzernen die Wurzeln der aufgekauften Firmen. Da hat dann eine Stadt, sei sie noch so bemüht, einfach keine Instrumente in der Hand, so ein Ausbluten zu verhindern. Man ist nur Zaungast eines strategischen Pokers, bei dem andere das siegreiche Blatt in der Hand haben. Traurig für die Stadt, schlimm für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und wie war das mit der »Energie« in der Frage? Robert Mayer möge es verzeihen, dass keinem der Befragten etwa dazu einfiel. Frage 12: Was ist der USP (das Alleinstellungsmerkmal) von Heilbronn – oder sollte es sein? Natürlich fällt den meisten, so auch Herbert Burkhardt, dazu die experimenta ein: »Diese Einrichtung ist nicht nur durch die Architektur ein Alleinstellungsmerkmal, sondern auch durch den »Geist«, der in dem Gebäude lebt«, sagt er. Und was Nico Weinmann dazu meint, na, da wäre man ja sonst nie draufgekommen: »Heilbronn ist und bleibt eine charmante kleine Großstadt mit einem hohen Maß an Lebensqualität in einer erlebnisreichen und dynamisch-erfolgreichen Region.« Rainer Hinderer und Susanne Bay fassen sich kurz. Hinderer: »Braucht es das? Vielleicht: Vielfalt und Zusammenhalt« – Bay: »Ich finde nicht, dass Heilbronn einen USP haben muss. Genau das ist doch das Problem anderer Städte. USP impliziert auch eine gewisse Monokultur. Wir sind vielfältig, ohne beliebig zu sein, so mein Gefühl für unsere Stadt.« Thomas Randecker findet Heilbronn »in vielen Bereichen einzigartig«. »Die reizvolle Landschaft, die noch überschaubare Größe machten insgesamt Heilbronn so lebens- und liebenswert. Wir haben uns als CDU und als Fraktion vorgenommen, in den nächsten fünf Jahren Heilbronn noch »lebens- und liebenswerter« fortzuentwickeln. Daran werden wir uns dann bei den nächsten Wahlen gerne messen lassen.« Und soll es nun so enden? Nein. Es gibt auch schöne Hinterlassenschaften der Buga, die weniger im Fokus der Betrachtungen standen, die sich aber auszahlen werden. Das ist einmal das bundesweite Medienecho, in der Summe so positiv, dass es einen nachvollziehbaren Image-Wandel der Stadt bewirkte, nachdem sich sogar die Großfeuilletons mit der Buga, ihrer Nachhaltigkeit und vor allem ihrer Architektur beschäftigten, manchmal auch mit kritischem Blick oder einer gewissen Von-obenherab-Haltung, die man den Metropolen-Journalisten nicht zu Unrecht nachsagt. Auch wenn der malträtierte »Karl« und der verpasste IC-Anschluss viele Schlagzeilen machten, substanzielle Berichte waren weitaus in der Mehrheit. Wenn die Süddeutsche hochnäsig fragte »Wie viel Lavendel soll man noch pflanzen« und bemängelte, die Buga leiste keinen Beitrag zu Fragen des Klimawandels und der Nachhaltigkeit, dann müssen da schwerwiegende Seh- und Kontaktstörungen vorliegen. Aber dafür gibt es dann z. B. den Volontär bei der FAZ, der selbst Hanspeter Barz, Leiter des Grünflächenamtes, damit überraschte, dass Heilbronn Deutschlands baumreichste Stadt (gemessen an der Bevölkerung) ist. Dutzende Fachpublikationen für Architektur kamen ins Schwärmen und lobten bis in höchste Töne, die für Gartenbau ebenfalls – das wird sich noch auszahlen. Genauso wie das, was als wahre Kostbarkeit auch noch übrig bleiben wird und es nur in Heilbronn geben wird: Einen Gen-Pool heimischer Obstgehölze, einmalig im Land, der dafür sorgen kann, dass dank alter erhaltener oder belebter Sorten unsere Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen den Klimawandel gut überleben werden. ◆ GET SH*T DONE IN 2020 FOCUS ON YOUR IDEAS HOME OF ENTREPRENEURS AND INNOVATORS IM LÄNDLE Mit unseren regionalen Wurzeln und einer internationalen Denkweise inspirieren, unterstützen und verbinden wir leidenschaftliche Gründer und Innovatoren. Gründungszentrum im Forum, Bildungscampus, HN NEW OPENING GET IN TOUCH: campusfounders.de Kapitel 27

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Wenn dieBürgerversammlung »Heilbronn nach der Buga« ruft und rund 700 Heilbronner in die Harmonie kommen, dann ist das eine Aussage. Wie ein Mantra wiederholte der OB seit Monaten den Satz »Es gibt ein Leben nach der Buga«, nun sollte man erfahren, was das für ein Leben sein soll. Die fast ausschließliche Fokussierung auf bauliche Themen hat eine Chance vertan. Die Frage ist doch: Wacht man nach dem »Buga-Rausch« verkatert auf oder beflügelt, kann man erfolgreich weitermachen oder ist der Erfolgsdruck zu hoch gestiegen? Wie hat sich die Stadt geändert, wie wird sie sich weiter ändern (müssen) und wo wird es hinführen? »Nur wer sich ändert, bleibt sich treu« heißt eine zum geflügelten Wort gewordene Liedzeile von Wolf Biermann. Wo muss sich dann Heilbronn ändern und wo sich treu bleiben, damit Heilbronn auch noch Heilbronn bleibt. »Die drei Fragezeichen« – so heißt ein Jugendbuch-Klassiker – hier stehen sie dafür, wie es nach der Buga weitergehen wird. Von Brigitte Fritz-Kador, Illustrationen: Sascha Simm Die drei Fragezeichen – Heilbronn nach der Buga 28 In der »Stadt der Masterpläne« bleibt vieles Papier, das zeigte zuletzt die Diskussion um die Kulturkonzeption. Und auch: Kreativität genießt nicht gerade den höchsten Stellenwert, das lässt z. B. das »Interesse« der Verwaltung an der Bahnhofsvorstadt gut erkennen. Eine Marschrichtung, immerhin, hat OB Mergel an diesem Abend und nicht zum ersten Mal doch vorgegeben. Die Anwesenden hat sie kaum beeindruckt, Fragen dazu gab es keine, sie steht aber für das erste Fragezeichen: »Heilbronn, die Autostadt« wird man nicht mehr sagen können, aber wie weit ist Heilbronn in den Alternativen dazu gekommen? Für die Universitätsstadt fehlt noch das Logo – geschenkt! –, bei der »Life Science-Stadt«, wie in der letzten Hanix-Ausgabe zu lesen, ist man aus den Startlöchern heraus jetzt auf der Langstrecke. Und: Ist Heilbronn nun »Bildungsstadt« oder »Wissensstadt«? Wissen ist Voraussetzung für Bildung, der Heilbronner Sprachgebrauch ist da noch unscharf. In der Harmonie wollte man sich nicht mit derartigen Feinheiten beschäftigten, auch wenn der OB Mergel zeigte, dass er eindeutig auf Wissenschaft und damit auf die Hoffnung setzt, also die daraus erwachsenden und geförderten Start-ups Heilbronn ein neues industrielles Zeitalter ermöglichen. Die Forschungseinrichtungen und Lehrinhalte POLITIK & GESELLSCHAFT Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 auf dem Campus und deren Umsetzung etwa bei den »Campus Founders« berechtigen dazu. Es dürfte kaum eine deutsche Stadt geben, in der Basis und Mittel für all das in einer derartigen Größenordnung aus einer »privaten« Stiftung kommen und damit dem politischen Willen vorgeordnet sind. So gesehen hätte Elon Musk seine Deutschlandpläne für Tesla auch hier umsetzen können. Frage »2a« ist: Was wäre die Welt – die kleine und die große von Heilbronn – auch ohne öffentliche Mittel? Finanzdezernent Martin Diepgen sagte auch vom Podium in der Harmonie herab seinen berühmten Halbsatz, nämlich dass alle Pläne »unter dem Vorbehalt der Finanzierung« stehen. Er schien in der Halle einfach zu verhallen. Es ist die zweite Natur von Finanzdezernenten zu knausern und zu mahnen, auch wenn Heilbronn auf einem Berg von Geld von bereitgestellten (also etatisierter) und nicht abgerufenen Mittel von 130 Millionen Euro sitzt. Es ist kein »Spielgeld«, es sind zweckgebundene Mittel, die aus vielen Gründen, u. a. überhitzte Baukonjunktur und Fachkräftemangel nicht abgerufen werden konnten, was aber auch zeigt: Man plant mit großen Reserven und nach dem Motto »Heilbronn hat's!« Ein weiterer Beweis dafür: der Schuldenstand Ende 2019. Er beträgt 17 Millionen Euro, eingeplant waren 96 Millionen. Die Pro-Kopf-Verschuldung, eine beliebte Kennzahl, ist mit 136 Euro auch auf Niedrigstand. Wer nachsehen möchte: Heilbronn war die erste Stadt in Baden-Württemberg, die ihren Haushalt online stellte. Hier kann sich jeder über jeden eingenommene und ausgegebenen Euro informieren. Der Rechenschaftsbericht 2018 liegt genauso vor wie der aktuelle Finanzzwischenbericht. Frage »2b« ist: Wen interessiert das wirklich im Städtle? Dabei ist kaum zu erwarten, dass es bei diesen satten Zeiten bleibt. Kaum ein anderes Heilbronner Projekt hat je zuvor solch positive Schlagzeilen bundesweit gemacht, wie – neben dem Neubau der experimenta – der Neckarbogen. Dass das, was man für die Buga an »Hardware« und »Software« erst ausgegeben, dann aber auch erwirtschaftet hat, von nachhaltiger Wirkung ist, rechtfertigt die Gesamtausgaben von 148 Millionen. Die Endabrechnung zur Buga kommt erst zur nächsten Jahreshälfte, Überraschungen werden nicht erwartet. Aber vielleicht kann man dann mal erfahren, für wen dieses Großereignis auch noch eine Lizenz zum Gelddrucken war? Für die Heilbronner Weingärtner sicherlich, aber sie haben das auch verdient! Mit ihrem Einsatz und ihrem Ideenreichtum haben sie mächtig für die Stadt und ihren Wein gepunktet und vor allem unter Beweis gestellt, was als selbstverständlich zur Kenntnis genommen, kaum thematisiert wird, worum man Heilbronn aber beneiden kann: Hier gibt es, aus gewachsener Tradition, mit den Wengertern eine Gruppierung der Bürgerschaft, die sich auch ohne politisches Mandat der Stadt verpflichtet fühlt, Stadtleben mitgestaltet und voranbringt – eine Rolle, die bis zum Ersten Weltkrieg eine Phalanx reicher Unternehmerfamilien des Großbürgertums innehatte. Es wäre zu wünschen, entwickelte sich, auch dank des Bildungscampus, in Heilbronn wieder eine solche »Elite«, aus der heraus und über den eigenen Interessenhorizont hinweg Stadtentwicklung gedacht und initiiert wird, statt sich darauf zu beschränken, im Kreisverkehr geschlossener Zirkel sich die eigene Vortrefflichkeit zu bescheinigen. Teilhabe und Engagement sind auch ohne Anstecknadel am Revers möglich und nötig. Entscheidend wird nicht nur sein, was auf dem Bildungscampus noch alles geschehen wird, sondern auch im Rathaus. Und welches »geistige Klima« aus diesen Komponenten entsteht. So etwas entwickelt sich unabhängig von Einwohnerzahl und vom Stadtsäckel – siehe Tübingen – und dafür benötigt man auch keinen »Masterplan«, wohl aber, dass Eliten im Stadtleben sichtbar und wirksam werden. Das dritte Fragezeichen gilt dem, was künftig »wie« geschehen wird. Zur Hardware-Hinterlassenschaft der Buga wurde schon viel gesagt und geschrieben. Kein ein anderes Heilbronner Projekt hat je zuvor solch positive Schlagzeilen bundesweit gemacht, wie – neben dem Neubau der experimenta – der Neckarbogen. Die Federführung beim Bau lag bei Architektin Barbara Brakenhoff. Warum lässt man sie jetzt ziehen? Im Blick zurück sagt sie: »Für mich und uns war die größte Herausforderung der andere Rhythmus zwischen Stadtausstellung und Buga. Wir mussten ganz früh groß aufdrehen, Investoren und Architekten bündeln, große Baustellen erzeugen, die die Arbeit einer normalen Buga teilweise behindert haben. Die Häuser mussten früher fertig sein, um alles darum herum noch herstellen zu können.« Ihr »Eröffnungstag« war fast ein Jahr früher: »Daher war mein berührendster Moment der, als im Herbst 2018 zum ersten Mal Licht in einer Wohnung leuchtete und ich DAMIT NEUJAHRSVORSÄTZE ZU ERREICHTEN ZIELEN WERDEN. Kapitel Die Heilbronner Bäder Wertkarte www.heilbronner-baeder.de 29

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wusste, da hat jetzt eine Familie ein neues Zuhause gefunden!« Besonders gefreut habe sie sich auch, dass der Hanix-Artikel über das »Material Labyrinth« die Ausstellung zu einem Geheimtipp machte, in die plötzlich viele Besucher drängten – und auch »als ich im Januar 2019 in der Sendung »Titel, Thesen, Temperamente« das Projekt erklären durfte und die Journalistin sagte, die Stadtausstellung sei das Geschenk zum Bauhaus-Jubiläumsjahr, das war ein weiterer starker Moment.« Der durchgetaktete Zeitplan bis zur geplanten Fertigstellung des Neckarbogens in zehn Jahren, den das Baudezernat vorlegt, schindet Eindruck. Starke Momente, die braucht Heilbronn auch weiterhin und nicht nur für den Neckarbogen, auch unter Einbeziehung nicht nur künstlicher, sondern auch sozialer Intelligenz. »Buga-log« ist ja nur ein An- #HauS gmacHt nehmen Sie ihre energieversorgung selbst in die Hand! als teil der Heilbronner energiegenossenschaft energeno eg erzeugen Sie in gemeinschaftsanlagen Solarstrom, mit dem Sie sich selbst versorgen können. lust auf energiewende in bürgerhand und echten Ökostrom aus Heilbronn? Sprechen Sie uns an www.egHf.de fang und über die Quote beim geförderten Wohnbau, darauf kann man wetten, wird im Gemeinderat wieder heftig diskutiert werden. Die Gemeinderatsdrucksache Nr. 1 (!) für 2019, einstimmig verabschiedet, legt fest, dass die bewährten Qualitätskriterien bei Grundstücksvergabe und Bebauung beibehalten werden und wenn sich dann die Paula-Fuchs-Allee als der »Stadtboulevard« erweist, als der sie angekündigt ist, umso besser. Die wunderbaren Kinderspielplätze, die Seen, an denen auch im nächsten Jahr kleine Heilbronner am »Strand« Matschepampe machen und die Großen mediterranes Lebensgefühl auskosten, sie bleiben. Aber warum hat man etliche private Investoren auflaufen lassen, die z. B. dafür gesorgt hätten, dass auch die Party weitergeht? Schöne heile Neckarbogenwelt – entgegen früherer Absichten auch mit drei Parkhäusern. In der Harmonie erinnert Christoph Böhmer, Leiter des Baurechtsamtes, daran, dass bis jetzt nur 20 Prozent der Bebauung stehen. Der durchgetaktete Zeitplan bis zur geplanten Fertigstellung in zehn Jahren, den das Baudezernat vorlegt, schindet Eindruck. Beim Blick aufs Podium drängt sich aber auch diese Frage auf: Wer von denen »hier oben« wird dann noch in Amt und Würden sein? Und auch diese Frage kam nicht aus dem Publikum, vermutlich zur großen Freude derer, die sie dann auch nicht beantworten mussten: Wie geht es weiter mit dem Wollhauszentrum und dem Barthel-Areal? Das dritte Fragezeichen ist das nach dem »quo vadis Stadtgesellschaft Heilbronn«. »Stadtgesellschaft« hat z. B. die Kulturstiftung des Bundes zu einem ihrer Themen gemacht, dazu wird geforscht und publiziert am laufenden Regalmeter. Wie wird einmal die kulturelle Diversität wir macHen Heilbronn zur SonnenStadt! Heilbronns aussehen, wie wird die Stadt die Transformation von der einstigen »Autostadt« und »Einkaufsstadt« (ja, so nannte man HN auch mal!) sozial, ökonomisch und räumlich schaffen – und mit welcher Zielsetzung? Einige Antworten darauf gaben auch die Fraktionsvorsitzenden schon in der Hanix-Fragerunde dazu. Helmut Schmidts »Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen« ist ein beliebtes Hilfsargument bei Gedankenarmut. »Nüchtern« festgestellt: Man braucht sie. Oliver Toellner, Leiter Planung und Ausstellungskonzeption bei der Buga, bleibt in Heilbronn. Das ist »nachhaltig« zu begrüßen, hat er doch u. a. gezeigt, wie Nachhaltigkeit auf einer Buga funktioniert. Nein, es muss nach der Buga keine »Verlustdiskussion« geben, meint er. Er sieht die Stadtgesellschaft durch sie verändert und ebenso die »Grundfesten früherer Leitbilder, etwa das der autogerechten Stadt, dafür aber viel Leichtigkeit, Lust auf Stadtentwicklung und Ausprobieren einer Stadt als offenem Erlebnisraum, mit neuen Schnittstellen von Wasser und Landschaft, Vernetzungen in die Stadtteile hinein, etwa in die Jetzt Solar- Strom von Heilbronner ScHuldäcHern bezieHen Hanix Nr. 64 30 POLITIK & GESELLSCHAFT

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DURST ZU DEM LIEBE Hanix Nr. 64 neue Böckinger Mitte.« Nachfragen zu den beiden Pavillons habe es bis aus Japan gegeben, sagt er, Heilbronn wird auch ohne sie auskommen. Den Neckarbogen sieht er als »Filmkulisse« und »visuelle Macht«, als Realität und Denkanstoß, das Leben und Wohnen von übermorgen zu erproben, denn, dafür ist Heilbronn inzwischen reif!« Mit einem kleinen Seitenhieb auf die Landeshauptstadt meint er noch, Heilbronn komme voran, auch ohne Wutbürger und Wasserwerfer. Das stimmt wahrlich. Man muss nur schauen, wie sich z. B. die Bugafreunde jetzt neu aufstellen. Toellner wünscht sich, dass der Neckarbogen auch weiterhin ein Ort kultureller Bespielung bleibt, vielleicht auch mit Formaten, die man jetzt noch nicht im Blick habe. Wenn es dafür Ideen gebe, die stark genug seien, würden sie sich auch durchsetzen. Apropos Ideen: Wie und überhaupt werden denn die jungen Leute zur weiteren Entwicklung des Neckarbogens gefragt, sie werden doch dann hier wohnen! Lässt sich Dynamik als Dauerzustand erhalten? Heilbronn hat gelernt, ein guter Gastgeber zu sein, darüber herrscht Einigkeit. Das wird auch noch Steffen Schoch und der HMG zu schaffen machen. Ein Plus von 25 Prozent in der Touristik dank Buga, das weckt Erwartungen. Dabei erscheint der HMG-Chef manchmal wie ein »Ideen-Automat«: Ein Knopfdruck und es sprudelt. Die Physik definiert »träge Masse« als Maß dafür, wie sehr sich ein Körper einer Bewegungsänderung widersetzt. Das ergibt auch die Sichtweise auf politisches Handeln. Schoch sagt: »Das Heilbronn nach der Buga ist ein anderes als vorher!« Also hat sich etwas bewegt. Aber lässt sich Dynamik als Dauerzustand erhalten? Er meint, dass DIE DREI FRAGEZEICHEN die Fröhlichkeit und das Ausmaß, in dem sich die Menschen mobilisieren ließen, bereit waren, neue Wege zu gehen, auch dazu führte, dass in vielen, selbst jenen, die früher kritisch mit ihr umgingen, eine neue Liebe zur Stadt erwacht ist. Kommt dann noch der Glaube dazu, könnte man Berge bewegen. »Man musste Heilbronn immer erst erklären …« beschreibt er das frühere Image der Stadt, vielleicht auch, weil am 4. Dezember 1944 die Seele der Stadt ausgelöscht wurde. Der »Sommermärchen-Effekt« aber habe wieder Stolz und Selbstbewusstsein in der Bürgerschaft erweckt. Nachdem 90 Prozent der Besucher die Buga gut fanden und 80 Prozent von ihnen wiederkommen wollen, ist nicht nur die HMG gefordert, auch wenn man von ihr ausgesprochen oder unterschwellig erwartet, mit der Intensität der Buga weiter für Heilbronn zu agieren. Das Neckarfest 2020 am 1. Juliwochenende als ein »großes Festival« steht bevor, es wird den Fluss noch weiter ins Blickfeld rücken. Dorthin gehöre noch mehr, meint Schoch, auf Bühnen und Plätzen, mit der experimenta, dem WKO, mit floralen Themen, mit der Fußball-EM und warum nicht auch mal mit dem ZKM in Karlsruhe (Zentrum für Kunst und Medien) eine Lichtshow oder Ähnliches machen?« Es ist weltweit unterwegs, Heilbronn liegt nahe. Neben Musik und Kunst gehöre auch Literatur in die Stadt. Nachdem diese bald im Trappenseeschlösschen ein Inseldasein fernab der City führen wird, wäre ein Literaturcafé mehr als ein Trostpreis für die City. Die operative Ebene für ein vielversprechendes, zukunftsorientiertes Stadtleben nach der Buga ist groß und aufbereitet, die Stimmung stimmt noch, mit Wein, Landschaft und Kultur zu punkten möglich. Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiß ist. Wer dabei mal zugeschaut hat, der weiß, dass dann die Funken sprühen. ◆ • Abholmarkt mit überdachten Parkplätzen • Fest- und Lieferservice 74360 Ilsfeld • Siemensstr. 3 Tel. 07062/61095 www.getraenke-center-ilsfeld.de Mo. - Fr. 9.00 - 12.00 Uhr 14.00 - 19.00 Uhr Sa. 8.00 - 17.00 Uhr 31

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Der große Dichter Alfred Döblin (1878 bis 1957) musste 1933 als Jude und Sozialist vor den Nazis fliehen. Als er unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder nach Deutschland zurückkehrte, schrieb er angesichts des zerstörten Landes » ... und als ich wiederkam, da kam ich nicht wieder!« Ob er damals, bei seiner Reise durch Südwestdeutschland, auch nach Heilbronn kam, ist nicht bekannt, doch was er in einem Brief über Pforzheim schrieb, das hätte er auch so von Heilbronn berichtet: »Das Tollste ist Pforzheim; vom Erdboden verschwunden, rasiert, komplett kurz und klein geschlagen. Keine Menschenseele mehr vorhanden. Pforzheim kannst Du vom Atlas streichen.« Worte, Bilder, Musik – wie lässt sich dieser 4. Dezember heute darstellen? Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Meli Dikta Der 4. Dezember 1944: Sprachlos! Pforzheim wurde nicht gestrichen, Heilbronn auch nicht. Was das Zitat so bedeutsam macht, ist die Tatsache, dass es sich dabei um »Dichterworte« handelt. Der 4. Dezember ist von jenen, die ihn erlebten, überlebten und den vielen, die ein historisches Interesse an dem Tag oder der Stadt haben, immer wieder beschrieben worden. In der Dichtung – im klassischen Sinne – findet die Katastrophe des Luftkrieges, im Gegensatz zu den anderen Künsten, bis heute nicht statt. Als kollektives und als individuelles Schicksal, als Schilderung im Sinne einer Chronik und in Zeitzeugenberichten, auch eine Art von Anklage wie im berühmt-aufregenden Buch »Der Brand« von Jörg Friedrich fehlt es nicht. Was aber hebt ein solches Ereignis über das Erlebnis des Schreckens hinaus, auf eine zweite Ebene? Der 30-jährige Krieg (1618 bis 1648), als nationale Katastrophe vergleichbar, war für dessen Zeitgenossen ein »Riesenthema«, von Grimmelshausens »Simplicissimus« von 1669 bis hin zu Paul Gerhardt als dem Verfasser schönster und tröstender Kirchenlieder (»Lobet den Herren«) und seinem katholischen Gegenpart, dem Mystiker und Poet Angelus Silesius bis hin zur »Mutter Courage« von Brecht. »Kriegsromane« gibt es genug, vom Groschenheft bis Hemingway, aber fast nichts zu dem was, man als »Luftkrieg« bezeichnet, dieser »höheren Form des Tötens« mit generalstabsmäßig geplanten Strategien, um möglichst effektiv möglichst viele Zivilisten zu verbrennen. Darin stehen sich die Nationen bis heute in nichts nach, nur Deutschland übertraf es noch mit seiner planvollen Vernichtung der Juden. »Der Tod ist ein Meister aus Deutschland« heißt es in der »Todesfuge« vom Paul Celan und wenig später: » … er schenkt uns ein Grab in der Luft.« Vor einigen Jahren boten Wissenschaftler unter Federführung der Dresdner Uni eine Schreibtherapie zur Traumabewältigung an. Und was haben wir, hier in Heilbronn, in der Stadt, die neben Darmstadt und Pforzheim zu den drei Städten in Deutschland Hanix Nr. 64 32 Dieses Büchlein gehörte der Mutter von Dr. Carl Robert Frühsorger, Arzt, Autor, Gründer des Kulturrings Heilbronn, Retter des Seyffer-Altares in der Kilianskirche und Ehrenringträger von Heilbronn. Es ist heute im Besitz der Nichte Helga Müller. POLITIK & GESELLSCHAFT

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zählt, die bei einem Angriff mehr als zehn Prozent ihrer Zivilbevölkerung verloren, die man in einem Atemzug mit Dresden und Hamburg nennen kann? Jörg Friedrich spricht in seinem aufsehenerregenden Buch »Der Brand« (2004) angesichts der 1254 Tonnen abgeworfenem Bombensprengstoff von einem »Zivilmassaker« in Heilbronn. Der hier geborene Schriftsteller Herbert Asmodi, zu Lebzeiten sehr erfolgreich, manche regt sein Habitus des Großbürgers bis heute auf, hat in einem Gedicht dem 4. Dezember eine Zeile gewidmet. Der Heilbronner Autor und Stadtrat Erhard Jöst hat seinem Porträt für die Reihe des Stadtarchivs »Heilbronner Köpfe« u. a. über ihn geschrieben: »Die Bezeichnung »Heimatstadt« ließ er nicht gelten. Allerdings rutscht ihm das Wort »Heimatstadt« doch einmal in einen Text: In dem mit »Verständigungsschwierigkeiten« überschriebenen Gedicht (1977) … beschreibt er, wie schwer es war, »einer jungen Freundin klarzumachen / Was in einem los war« beim Kriegseinsatz: »Auch Kohldampf zu schieben, / In Knobelbechern und verlausten Klamotten / Durch Europa zu marschieren, / Gleichzeitig Schütze Arsch und Herrenrasse, / Nicht zu wissen / Ob man den nächsten Tag erleben würde, / Bei Hindenburglichtern Gedichte zu lesen, / Seine besten Kameraden zu begraben, / Am Heiligen Abend zu erfahren, / Daß die Heimatstadt ausradiert sei, / Bei Lili Marleen / Aller Männer Sehnsucht zu spüren / Und in eines Gehenkten Mantel / Den Don Quijote zu finden.« Heimatstadt Heilbronn – ausgerechnet! Ist es die Perspektive des so selbstverständlichen Friedens, warum die Dichter stumm bleiben? Sprachlosigkeit, das Unvermögen, Worte zu finden, zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Narrativ des 4. Dezembers, der bis heute »nur« ein Tag der Chronik und des Gedenkens ist, für den man sich doch gerade für die »unschuldige« Generation von heute neue Gedankenräume INDIVIDUELL & AUSSERGEWÖHNLICH MY PRIVATE GYM wünschte. Als der Schriftsteller W. G. Sebald 1999 das Buch »Luftkrieg und Literatur« zu eben dieser Thematik veröffentlichte (jetzt in 7. Auflage), löste er fast einen Skandal aus. Akribisch suchte er nach literarischen Zeugnissen in der Schilderung der Gräuel des Luftkrieges, gefunden hat er ganz wenig, etwa bei Heinrich Böll, dessen eindringlichste Erzählung der Kriegsschrecken »Wo warst Du Engel« erst 1982 veröffentlicht wurde. Autor und Verlag waren der Ansicht, man könne sie den Lesern in der zeitlichen Nähe zum Geschehen nicht zumuten. Die Nähe des Geschriebenen zum Selbst angesichts der historischen Tatschen und eigenen Erlebens nicht ins Selbstmitleid abgleiten zu lassen. Davon war das 4. Dezember-Gedenken auch in Heilbronn jahrelang und fast ausschließlich geprägt, dieser Herausforderung an die Literatur der Nachkriegsjahre hat sich kaum jemand gestellt – bis heute nicht. Für diese Sprachlosigkeit gibt es viele Beispiele. Helga Müller lebt schon seit Jahrzehnten nicht mehr in Heilbronn. Dass sich der 4. Dezember nun zum 75. Mal jährt, hat sie nicht vergessen. Sie kann, und da geht es ihr wie vielen ihrer Zeitgenossen, bis heute weder Feuerwerke, Sirenen und Böllerschüsse ertragen, fühlt sich unter vielen Menschen in kleinen Räumen unwohl und sie erinnert sich sehr genau an den Luftschutzwart, der sie und ihre Mutter auf der Flucht aus dem brennenden Haus in der Bismarckstraße rettete. Wie einen Schatz hütet sie ein kleines blaues Büchlein mit Goldschnitt, so groß, dass es auf eine Handfläche passt. Es ist ein »ewiger Kalender« mit Bibelsprüchen für jeden Tag auf der rechten Seite und links mit Platz für Einträge. Hier hat ihre Großmutter (die Familie war Miteigentümer vom »Hagenbucher«) nur Geburts-, Hochzeits- und Todestage notiert, auf der Seite »4. Dezember« steht: »Alles zerstört«. Mehr nicht und doch scheint alles gesagt. PLANUNG & VERKAUF INTERIOR-DESIGN RETAIL-DESIGN PROJEKTMANAGMENT PLANSTUDIO Concept & Design Schwabenstraße 18 74626 Bretzfeld-Schwabbach T +49 7946 989 9570 F +49 7946 989 9568 E-Mail mail@plan-studio.de Internet www.plan-studio.de Kapitel 33

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Der 4. Dezember in Heilbronn ist inzwischen so breit dokumentiert, dass weniger Fragen offen sind als zurzeit »davor«, zu viel ist verbrannt. Doch Dokumentationen sind keine Literatur. Nur diese könnte innere Barrieren und damit auch innere Sprachlosigkeit überwinden, gerade dann, wenn Dokumentationen unter der Wucht von Fakten sprachlos machen. Hubert Bläsi, Stadtrat (CDU) und Ehrenringträger, er starb 2018 am 6. Dezember, kurz vor seinem 90. Geburtstag, erlebte den 4. Dezember nicht in Heilbronn, er wurde trotzdem zu einem wichtigen Tag seines Lebens. 1994, zum 50. Jahrestag, kam als Gemeinschaftsarbeit von ihm und Archivdirektor Christhard Schrenk das Buch heraus »Heilbronn 1944/45 – Leben und Sterben einer Stadt«. Bläsi suchte und fand mit viel persönlichem Einsatz Quellenmaterial u. a. in Archiven in England und Washington. Das Buch mit den vielen Details und Dokumenten macht das Ausmaß der Zerstörung nachvollziehbar – aber auch nacherlebbar? Zeitzeugenberichte, Fotos und Filmaufnahmen des Stadtarchivs dazu ergeben das Bild eines Tages, wie es ihn wohl kaum noch einmal in der Stadtgeschichte gab. Die Heilbronner Friedensaktivistinnen Lilo Klug und die vor Kurzem verstorbene Christel Banghard-Jöst haben in dem Buch »Wir überlebten« Zeugnisse von Heilbronner Frauen gesammelt. Das Vorwort schrieb die bedeutende Theologin Dorothee Sölle. Ins Englische übersetzt, war es in den USA fast ein »Bestseller«. Die wohl anrührendste Dokumentation stammt von Rolf Wacker, Jurist und Uniprofessor. Als Achtjähriger überlebte er den 4. Dezember, 68 Jahre später erst schrieb er seine Erlebnisse auf und ließ sie drucken: »Ein Junge aus Heilbronn«. Das kleine Büchlein wurde dem Stadtarchiv buchstäblich aus der Hand gerissen. Es gab noch zwei Nachdrucke, insgesamt waren es über tausend, Wacker finanzierte alles. Sein Erleben schildert er so: »Die Sirenen waren verstummt, das Inferno, die Hölle, begann. Es kam so unvermittelt, so gewaltig, so unvorstellbar schrecklich, brüllend laut. Mir fehlen die Worte .... Mit jedem Einschlag der gewaltigen Sprengbomben, deren Höllenlärm ich noch heute in den Ohren habe, wurde die Einsturzgefahr in unserem kleinen Keller größer, aber er hielt und widerstand dem etwa zwanzig Minuten dauernden Bombenhagel, der kein Ende zu nehmen schien. …. Niemand weinte oder schrie, da war keine Panik … Ganz plötzlich war es still in unserem Keller. Die letzte Bombe war gefallen. Heilbronn war zerstört.« Ganz »wortlos« blieb Wacker nicht, auf Youtube kann man ihn seinen Text vortragen hören, er wurde über 7.000 mal angeklickt. Sein Text ist keine große Literatur, das war auch kaum Absicht, aber eine große Geste. So lange er lebte und konnte, kam er zur Gedenkfeier am Ehrenfriedhof. Im Gegensatz zu Hubert Bläsi hat es ihm offiziell niemand gedankt – offenbar fehlten auch hier die Worte dafür. Als Prof. Jörg Schlaich, der berühmte Konstrukteur u. a. des Olympiastadions in München, in Berlin über Wacker in der Stuttgarter Zeitung las, setzte sich auch er, der Pfarrersohn aus Heilbronn, hin, um seine Erinnerung an den 4. Dezember aufzuschreiben, um dann mitten in der Schilderung abzubrechen, weil er einfach nicht mehr weiter konnte: » ... aber auf der Straße lagen viele Tote, klebend am Asphalt, darunter auch mein Freund, mit dem ich noch bis ca. 18 Uhr Briefmarken getauscht habe. Schräg gegenüber lag eine Tante von uns auf der Straße, erstickt. Vor der Kirche (Friedenskirche) und auf der Bismarckstraße wurden Tote meterhoch wie Brennholz gestapelt. Wie konnten wir das so wegstecken?« Abraham Lincoln hat gesagt: »You can't escape your history.« Ja, wie wegstecken, was in einem drinnen steckt. Diese Frage stellt sich der Kunst. Aber wenn Literatur nicht »tauglich« ist, diesen Tag zu transformieren, wie ist es dann mit der Musik? »Wer schreibt, bleibt« heißt es. Ist es die Feigheit vor dem Wort und damit vor der »Ewigkeit«? Musik dagegen ist Augenblick und sie kann heilen, sogar als Therapie in der Gewaltprävention. Kaum vorstellbar, dass man nach Mozarts »Cosi fan tutte« nach Hause geht und seine Frau oder seinen Mann meuchelt. Die Wissenschaft nennt es den »Mozart-Effekt«, wenn durch Musikhören Aggressionen abgebaut werden, weil sie das emotionale Zentrum im Gehirn aktiviert und Prozesse in Gang setzt. Auch ohne dieses Wissen hat man in Heilbronn schon kurz nach dem Krieg das Richtige getan. Geblieben vom »guten, alten Heilbronn« war der »Singkranz«, heute »Philharmonische Chor«, letztes Jahr wurde er 200 Jahre alt. Seit jeher bestreitet er das Gedenkkonzert zum 4. Dezember in der Kilianskirche. Schon am 8. Dezember 1946 führte man das Requiem von Brahms auf, ein Jahr später das von Mozart, in diesem Jahr ist es Beethovens »Missa Solemnis«, mit einem Chor von über 100 Sängern und großem Orchester. Zuvor erklingt ein für diesen Tag komponiertes Werk von Hans-Günther Bunz. Er ist 94 Jahre alt, in Heilbronn geboren, machte am Karlsgymnasium (heute THG) das Notabitur, lebt heute in Stuttgart. Vielen kennen ihn noch dem Namen nach: Der Dozent an der Musikhochschule Stuttgart und Musikalischer Leiter am Südwestrundfunk hatte dort, von 1952 bis 1992, die Sendung »Von Melodie zu Melodie«gestaltet. Hanix Nr. 64 34 Kunst zum 4. Dezember: Die Installation »Gras wachsen lassen« an der Ehrenhalle im Rathausinnenhof von Bildhauer Peter Riek 4. DEZEMBER 1944

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Hanix Nr. 64 Als junger Soldat an der Front erfuhr er am 26. Dezember, dass seine Geburtsstadt zerstört und seine Eltern tot waren. Für sie, sein Vater war Musiklehrer an der Dammschule, seine Mutter Konzertsängerin, komponierte er, im Kopf das Datum »75 Jahre«, die sinfonische Dichtung »Heilbronner Inferno«. 900 Kompositionen gibt es von ihm, mit dieser kehrt er nach Heilbronn zurück. Bunz erzählt, er habe einfach im Vorzimmer des OB angerufen und gefragt, ob man Verwendung habe, schon einen Tag später gab ihm OB Mergel die Zusage für die Aufführung. Und dann sagt er noch: Es ist ein Werk für Chor und Orchester, aber ohne Worte. Es werden nur Vokale gesungen oder gesummt, mit Text wäre es nicht ertragbar geworden. Sequenzen mit Sirenengeheul und Bombengetöse unterbrechen die Musik. Beethovens Missa Solemnis endet nach dem flehenden »Miserere nobis« (Erbarme dich unser) mit dem Friedensgebet »Dona nobis pacem« in der strahlendsten Tonart, in D-Dur. Claudia Happel, seit Kurzem Erste Vorsitzende des Philharmonischen Chores sagt, der Chor fühle sich einfach zu dieser jährlichen Aufführung verpflichtet, sie sei eine Würdigung der Opfer und Erinnerung an einen Tag, den man niemals vergessen dürfe. Niemals! Das muss der Anspruch sein. Rituale können sich erschöpfen und müssen sich erneuern, wer, wenn nicht die Kunst könnte das. Vor fünf Jahren komponierte Lothar Heinle zum 4. Dezember eine elektronische Klanginstallation für die Ehrenhalle im Rathausinnenhof. Sie wird auch in diesem Jahr als »Endlosschleife« die Installation »Gras wachsen lassen« von Bildhauer Peter Riek untermalen. Riek erinnert sich sehr gut daran, wie er als Kind die Gedenkkonzerte in der Kilianskirche erlebte und auch daran, dass man den Piloten eingeladen hatte, der die Bomberstaffel nach Heilbronn anführte: »Er kam erst in Uniform, dann in Zivil, dann am Stock und dann nicht mehr!« Einige Bilder im Foyer vor dem Großen Ratssaale zeigen das zerstörte Heilbronn, im Stil der »Neuen Sachlichkeit« erwecken sie kaum Emotionen und so auch keine inneren Bilder. Der Tod in Heilbronn war nicht »malerisch«, er war Gestank, schwarze Asche, brauner Staub, grauer Ruß – und kirschrot. So sehen Gesichter nach einer Kohlenmonoxidvergiftung aus. Die Ruinen, die er hinterließ, haben nicht nur das Stadtbild, sondern auch das Bild von Stadt geprägt. Schriftsteller W. G. Sebald beschreibt das eindringlich in »Luftkrieg und Literatur« und Rainer Moritz erinnert sich: »Für mich selber war in meiner Jugend dieses Datum einerseits verbunden mit den Bildern einer zerstörten Innenstadt, mit Bildern, die man mit dem Heilbronn Pixelfirma Im Historischen Fleischhaus Kramstraße 1 74072 Heilbronn Fon 07131 . 120 15 23 0 www.pixelfirma.de der Sechziger- und Siebzigerjahre kaum in Einklang bringen konnte. Und wenn man andererseits später darauf angesprochen wurde, dass Heilbronn keine wirklich schöne Stadt sei, dann war das Standardentschuldigungs-Argument, dass die Stadt eben im Krieg stark zerstört worden sei und aufgrund des eiligen Wiederaufbaustils der 50erJahre nun mal wenig Schönheit aufweise.« Heilbronn habe »das große Geschick« besessen, hässliche Bauten an zentrale Orte zu platzieren.« Ja, so war es. Das Rauch'sche Palais am Marktplatz war auch noch als Ruine schön, was heute hier steht, ist einfach nur hässlich. Vor fünf Jahren zeigten die Städtischen Museen im Deutschhof eine beeindruckende Ausstellung zum 4. Dezember, darunter den großformatigen Bilderzyklus »Totentanz« von Raphael Seitz. Noch während der Ausstellung starb er. Fünf historische Fotos hatte er so bearbeitet und übermalt, dass Zerstörung »greifbar« wurde. Peter Riek variierte das Vanitas-Symbol des Totenkopfes in der 60-teiligen Installation »Trauerarbeit«, nun schärft er schon mit der Benennung »Gras wachsen« den Blick: »Städte wachsen mit jedem Krieg und mit jedem Schutthaufen in die Höhe«, sagt er. So wie es sieben Trojas gebe, so sehe man das auch in Heilbronn, wo z. B. das Schießhaus deutlich unter dem sonstigen Niveau liege! Auch auf der Buga habe man »Gras wachsen« lassen, und über dem mit Kriegsschutt aufgefüllten Winterhafen, wo vielleicht noch am 3. Dezember 1944 Heilbronner Kinder Schlittschuh liefen, erhebt sich neues Leben. Gras wächst längst auch in Norfolk auf den Flugfeldern, von denen aus die Bomber der Royal Airforce Richtung Deutschland flogen. Während der Buga legte Riek einen schwarzen Kunstrasenteppich in den exakten Umrissen der Heilbronner Altstadt (die bombardierte Fläche betrug ca. fünf Quadratkilometer) in den Rathausinnenhof, »in korrekter Ausrichtung« vor der Ehrenhalle aus, die man über einen Holzsteg erreichte. Unter den ausgeschnittenen Schädeln schimmerte das so sträflich vernachlässigte Mosaik durch, auch das wecke Assoziationen meint er. Nun, zum. 4. Dezember, hat er die »positiven«, also die ausgeschnittenen, Schädelformen, an den Fenstern der Ehrenhalle fixiert. Sie sind tagsüber kaum wahrnehmbar, abends, wenn Licht hinzukommt, ergeben sich intensive visuelle Eindrücke und mit Heinles Klanginstallation auch noch ganz andere Emotionen: Der Rathausinnenhof als Heilbronner Golgatha – ein monumentales Ensemble – und ganz ohne Worte. ◆ Kapitel 35

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Gestalten statt verwalten: Gedanken zum Jubiläum: »30 Jahre Künstlerhaus Heilbronn« in der Zigarre. Von Leonore Welzin, Fotos: Klaus Schaeffer Kultur schaffen im Warteraum der Ewigkeit 36 »Die drohende Gefahr durch retrospektives Festhalten an der eigenen Tradition langsam in Vergessenheit zu geraten wurde lange Zeit nicht wahrgenommen. Erst zunehmende finanzielle Schwierigkeiten veranlassten den Verein, sich verstärkt um eine wirtschaftliche Konsolidierung zu bemühen. Er vermochte mit einer behutsamen, denkmal-gerechten Sanierung des gesamten Gebäudekomplexes sowie der Entwicklung eines neuen gastronomischen Konzeptes die Grundlage für ein künftiges kulturelles Engagement zu schaffen, jüngere Künstlermitglieder zu interessieren und seine Räumlichkeiten einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen«. Denkmal-gerechte Sanierung, neues gastronomisches Konzept, jüngere Mitglieder und eine breitere Öffentlichkeit generieren – das Zitat klingt, als sei es der Zigarre auf den Leib geschrieben, tatsächlich ist es einem Bericht »Zur Geschichte des Künstlervereins Malkasten« (KVM) entnommen. Innerhalb der deutschen Künstler-Gesellschaften nimmt der 1848 in Düsseldorf gegründete KVM einen besonderen Platz ein, denn er gilt mit seinen 171 Jahren, neben dem »Verein Berliner Künstler« von 1841, als der Älteste und der Traditionsreichste in Deutschland. Gegenüber diesen Oldies unter den, vom Künstler-Verein zum Künstler-Haus mutierten Künstler-Gesellschaften, ist das Heilbronner Künstlerhaus mit seinen 30 Jahren ein Jungspund. Dennoch hat es eine Geschichte, die spannend wie ein Krimi, immer wieder den Interessenkonflikt zwischen Krämerseele und Kulturszene abbildet. Wie entspannend und erholsam es sein kann, wenn man sich mal frei von Wirtschaftlichkeit in der Stadt bewegt, also nicht im Shopping-Modus durch die Gegend eilt, war temporär und (leider nur) kurzfristig auf der BUGA möglich: Überall und jederzeit konnte man sich hinsetzen, einfach so, als stiller Beobachter und Frischluftschnapper – ohne Konsumzwang. Einatmen, innehalten, den Blick von der Vergangenheit in die Gegenwart schweifen lassen, bilanzieren, reflektieren und ausatmen. Zum dritten runden Jubiläum ist die Chronik »30 Jahre Künstlerhaus Heilbronn« erschienen. Ein überaus lesenswertes Buch. Mit einer Chronologie der Ausstellungen und Atelierwechsel, mit Beiträgen lokaler Kulturjournalisten, mit vielfältigem Archiv- und Bildmaterial dokumentiert es umfänglich diese spannende Geschichte. Besonders interessant sind Zitate, die Einblick in die Befindlichkeit der vielen Künstler und Mitstreiter geben. Subjektive Eindrücke gehen als Subtext des ehrenamtlichen Einsatzes im lokalen Kulturkampf oft unter. Gratulation zum beharrlichen Durchhaltevermögen und zum teils erstaunlich selbstlosen Einsatz! Vor allem aber zum Jubiläumskatalog! Warum nur wurde er in so kleiner Auflage von 200 Exemplaren verlegt? Ist das fehlende Finanzkraft, (falsche) Bescheidenheit oder mangelndes Selbstbewusstsein? Wäre das Buch, herausgegeben vom Trio BMP (Detlef Bräuer, Karl May, Uli Peter) und wunderbar gestaltet von Natalis Lorenz, nicht ein sinnvolles Weihnachts- KULTUR Hanix Nr. 64

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(und Werbe-)Geschenk? Geeignet zum Wachküssen potenzieller Förderer und jener Politiker, die wissen (sollten), dass Kultur und Kulturpolitik auch zukünftig zum Erfolgskurs einer prosperierenden Stadtentwicklung gehören. Anders übrigens als Ursula von der Leyen, die im neuen Job als Präsidentin der EU-Kommission »Kultur« als verzichtbare Größe aus dem Vokabular streicht. Als wäre das nicht Hiobsbotschaft genug, schwirrt diese Information unbehelligt unter dem Radar der medialen Öffentlichkeit. Details dazu im Exkurskasten. Exkurskasten 1: Jüngstes Beispiel ist Ursula von der Leyen, die in ihrer neuen Funktion als Präsidentin der EU-Kommission den Begriff »Kultur« zunächst unter anderen subsumierte, dann aber völlig eliminierte: »Schon vor ihrer Anhörung Ende September, bei der sich Ursula von der Leyen den Fragen der ihr zugeordneten parlamentarischen Ausschüsse stellen musste, gab es einigen Ärger um den Titel ihres künftigen Ressorts. Es vereint die aktuellen Kommissariate »Bildung, Kultur, Jugend und Sport« und »Forschung, Wissenschaft und Innovation«, doch die Kommissionspräsidentin von der Leyen verpasste ihm den kurzen Titel »Jugend und Innovation«. Das stieß auf Kritik und brachte Tausende europäische Wissenschaftler auf. Die Physikprofessoren Dr. Nora Brambilla von der TU München und Dr. Alexander Rothkopf von der norwegischen Stavanger Universität reichten eine Petition ein und haben parallel dazu Unterschriften für einen offenen Brief gesammelt. Darin fordern sie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, den Titel des Kommissariats in »Bildung, Forschung, Innovation, Jugend« zu ändern, um sich auch zu Bildung und Forschung und damit zu einer profunden festen Basis für Lebensqualität, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit Europas zu bekennen. Innerhalb kürzester Zeit unterschrieben diesen Brief fast 11 000 Wissenschaftler, darunter 18 Nobelpreisträger.« Entsprechende Forderungen seitens europäischer Kultur-Vertreter hinsichtlich des Begriffs »Kultur« sind nicht verlautbart. Mehr dazu: www.duz.de/beitrag/!/id/686/forschung-und-bildung-versteckt Ein runder Geburtstag ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, um Erfolge, Leistungen und Höhepunkte Revue passieren zu lassen. Alles begann in den 80erJahren. »Es war schick und vielfach auch angebracht, von der Kulturwüste Heilbronn zu sprechen, vom steinigen Äckerle, besonders für die bildende Kunst und von der Kultursteppe mit blühenden Blumen«, schreibt Andreas Sommer, bis vor kurzem Kultur-Redakteur der Heilbronner Stimme. In seiner Abhandlung »Zehn Jahre Kampf für eine Heimstatt in Eigenregie« erläutert er eindrücklich das politische Tauziehen der Freien Künstler mit den Gemeinderäten, die je nach parteipolitischer Ausrichtung die Ambitionen der Kunstschaffenden unterstützen (SPD und Grüne) oder ablehnen (der Rest). Die Binnen-Perspektive liest sich so: »Das Künstlerhaus hat mit anderen Initiativen einen Trägerverein gegründet. Immer wieder haben wir uns mit Vertre- GEILE GRAFIX IN DIESEM HANIX. UNSERE ARBEITSWEISE IST STRATEGISCH, KONZEPTIONELL UND KREATIV. Von der Markenentwicklung/-führung über das Corporate Design bis zu Kampagnenkonzepten und deren Umsetzung. Und das seit 2002. Inhabergeführt und erfolgreich. Lernen wir uns kennen: www.dieneckarprinzen.de SCIENCE THEATRE FESTIVAL 37

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tern verschiedener Ämter getroffen, um ein Nutzungskonzept für die Zigarre zu finden. Wir haben bei Vertretern von Stadtverwaltung und Gemeinderat Vorschläge zur Finanzierung gemacht. Wir haben unsere Bereitschaft zu Eigenleistungen bei der Sanierung betont. Wir haben ein Engagement gezeigt, das weit über das übliche Maß ehrenamtlicher Bemühungen hinausgeht. Und nun: keine Sanierung. Die Zigarrenfabrik steht nach über zwei Jahren immer noch leer. Die Mehrzahl der Gemeinderäte wischt all unsere Bemühungen vom Tisch – so vernichtend man Bürgerengagement«, sagte Dieter Fischer (damaliger Vorsitzender des Trägervereins) bei der Podiumsdiskussion mit den OB-Kandidaten Harry Mergel und Helmut Himmelsbach am 17.6.1999. Im Verlauf der Diskussion sprechen sich beide für den baldigen Sanierungsbeginn aus. So weit, so gut. Am 15. April 2000 übergibt Werner Insam als Vertreter der Stadt symbolisch den Schlüssel an den Verein »Zigarre Kunstund KulturWerkHaus e.V.«. Verbleibende Renovierungsarbeiten erledigen Mitglieder des Künstlerhauses. Dass sich die Gegner ihr Stück vom Kuchen noch holen würden, dachte anfänglich wohl niemand. Über zehn Jahre haben Zigarre-Mieter und -Besucher das Grundstück südlich der Zigarre als Garten, Biergarten und Parkplatz genutzt. Die Stadt hat das Grundstück an einen privaten Investor verkauft, der dort ein Studentenwohnheim baut. Machtlos aber nicht unkreativ reagieren die Zigarrekünstler und verabschieden sich mit der Aktion »Anbaggern« am 7. Juli 2012 vom Gartengrundstück 1197, dieser innerstädtischen Brache, die im Grünen, mehr als jeder grau-lukrative Betonklotz, den gedanklichen Freiraum und die notwendige frische Luft beim Entwickeln neuer Ideen gab. Tempi passati. Wieder einmal verbucht die Krämerseele einen Punktsieg. 38 Exkurskasten 2: In den Annalen des Malkastens gibt es hierzu einen interessanten Vorschlag, den der Ästhetik-Professor Bazon Brock anlässlich der 150. Jubiläums des KVM vorträgt. In seiner Festrede plädiert er für eine »extemporale Zone«, analog zu Botschaften, die den Sonderstatus »exterritorialer Zonen« haben. Brock stellt fest: »Obwohl alle Kulturen den Eindruck erwecken, als seien die für sie geltenden Verbindlichkeiten zwischen ihren Mitgliedern von ewiger Dauer und seit unvordenklichen Zeiten in Geltung, machen die Individuen die Erfahrung, dass sich ihre kommunikativen Beziehungen z. T. mit großer Schnelligkeit, ja Plötzlichkeit verändern. Sie werden in ihrer eigenen Kultur unzeitgemäß – ein eklatanter Widerspruch zur Annahme, dass Kulturen Stabilität in den Beziehungen ihrer Mitglieder garantieren sollen. […] Wir feiern die Würde des historischen Alters, also die kulturelle Dauer, geben aber zugleich das Zeitmaß kalendarischer Jahre auf, um zu genießen, was Dauer heißt. Wir begegnen uns in diesem historischen Gebäude, müssen aber gleichzeitig den Anspruch auf seine Authentizität fallen lassen, nicht nur, weil es mehrfach umgebaut wurde, sondern weil es als Institution und nicht als Anhäufung von Ziegelsteinen existiert. Eine bemerkenswerte Zumutung von Orts- und Zeiterfahrung. Dieser Merkwürdigkeit nähert man sich wohl am besten, wenn man sich für sie auf die alltägliche Erfahrung besinnt, die wir mit der Befindlichkeit in Zwischenbereichen gemacht haben: als Wartende in Warteräumen, als Autofahrer im ruhenden Verkehr des Staus, als Touristen im Zeitausstieg der Ferien in irgendeiner Ferne, als Haus mit Historie: Das Künstlerhaus Heilbronn kann mit Fug und Recht und Stolz auf eine wechselvolle Geschichte schauen. Z. B. auf drei Mieträume in einer ehemaligen Schulbaracke bis zur Sanierung der benachbarten Zigarrenfabrik. selbstvergessen Spielende in Kinderzimmern, als Barbesucher nicht enden sollender Nächte … Der Malkasten ist in diesem Sinne Warteraum der Ewigkeit, Spielzimmer der Selbstvergessenheit, Bar der ewigen Wiederkehr des Verlangens danach, berauscht über die Zeit der Terminkalender zu triumphieren, Strand der historischen Ferne vor dem Horizont gemalter Himmelsbläue und Kunstwerksonnen!« Mehr dazu: bazonbrock.de/werke/detail/?id=126 Das Künstlerhaus Heilbronn – bekannt unter dem Synonym »Zigarre« – kann mit Fug und Recht und Stolz auf eine wechselvolle Geschichte schauen. Von der Gründung des Förderkreises Künstlerhaus Heilbronn im Mai 1988, über drei Mieträume in der ehemaligen Schulbaracke (wie der Name Baracke sagt, ein zum Abriss bestimmtes Provisorium) bis zur Sanierung und aktuellen Nutzung der benachbarten, ehemaligen Zigarrenfabrik ist die Entstehungsgeschichte spannend wie ein Krimi. Übrigens winkte die Abrissbirne zunächst auch der Zigarre: Dieses bedeutende Stück Heilbronner Industriegeschichte sollte einem Parkhaus weichen, denn Parkplätze galten in den 1990er Jahren als Bemessungsgrundlage für Lebensqualität! Zum Glück kam es anders. Zehn Ateliers, ein großer Ausstellungsraum unterm Dach mit 410 m², ein Veranstaltungsraum, eine Kneipe mit 147 m² und seit kurzem noch ein kleinerer Ausstellungsraum von 40 m². Was die Initiatoren des Projekts geleistet haben, ist beachtlich. Der in hoffnungsvolles tiefgrün gebundene Jubiläumsband dokumentiert umfänglich die dreißigjährige Erfolgsgeschichte. Es lohnt sich, das Buch zur Hand zu nehmen. »Schneiden Sie sich ein Stück Kunst ab«, ruft Claudia Ihlefeld dem Leser zu. Die Kultur-Redakteurin erinnert in ihrem Textbeitrag, dass Kunst als Seismograf verstanden werden kann. »Wo dieser Seismograf die Verfasstheit einer Gesellschaft verifiziert, Traditionen reflektiert und Fragen an die Zukunft stellt«, so Ihlefeld, »wird Kunst zum lebendigen Raum«. Fantasievoll, politisch, skurril und meisterhaft führe der Blick auf 30 Jahre Ausstellungsarbeit des Künstlerhauses Heilbronn vor Augen, dass im Herbst 1989 nicht nur die friedliche Revolution in der DDR eine Wende brachte. Der Beharrlichkeit von regionalen Künstlern und Mitstreitern sei KÜNSTLERHAUS Hanix Nr. 64

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es zu verdanken, dass in einer ehemaligen Schulbaracke Einzel- und Gemeinschaftsateliers entstehen. Und somit Arbeits- und Ausstellungsmöglichkeiten für Künstler – und ein Ort der Begegnung mit der Öffentlichkeit. In ihrem Beitrag im Jubiläumskatalog betont Ihlefeld: »Wer heute von der Entwicklung der Bahnhofsvorstadt spricht, darf nicht vergessen, dass hier vor über drei Jahrzehnten Bildende Künstler das Potenzial erkannt haben.« Das Künstlerhaus, respektive die Zigarre als soziokulturelle Keimzelle eines lebens- und liebenswerten Quartiers? Das gibt Hoffnung und klingt doch irgendwie utopisch. Typisch (nicht nur aber auch) für Heilbronn scheint zu sein, dass Bottom-Up-Initiativen von Top-Down mit Skepsis beäugt und ausgebremst werden. »Das Soziokulturelle Zentrum soll ja das Pop-Büro übernehmen. Es soll ins Olgazentrum ziehen. Frühere Überlegungen hatten die Zigarre noch mit auf dem Schirm. Eine Art Kultur-Dreieck aus Olga-Zentrum, Pop-Büro und Zigarre schien denkbar. Über den jetzigen Stand kann ich nur spekulieren«, so Natalis Lorenz, der seit 2014 im Künstlerhaus residiert, das Jubiläumsbuch gestaltet hat und sagt: »Die Druckwerkstatt und der neue Ausstellungsraum ›eben‹ haben frischen Wind ins Haus gebracht. Hier sind Ausstellungsprojekte machbar, für die das Sheddach oder das K2acht nicht geeignet wären.« Neue Ideen, Selbstkritik und Verbesserungsvorschläge sind da. Außenwirkung und Öffentlichkeitsarbeit sind als wichtige Themen erkannt. Wie wäre es mit einem 450-Euro-Job, finanziert durch die Stadt, um jemand zu engagieren, der die Ausstellungen organisiert? Oder Leerstände in der Fußgängerzone nutzen, z. B. als »Galerie des Künstlerhauses«? Ebenso dringend wäre es, die notwendige Verjüngung und Geschlechter-Balance der Mitglieder herzustellen. Künstlerinnen sind unterrepräsentiert, obwohl sie durch Mehrfach-Belastungen in besonderer Weise auf Unterstützung angewiesen sind: »Eine Künstlerin, die möglichst von ihrer Arbeit leben möchte, steht heute vor einer kaum zu schaffenden Aufgabe. Ich war als Bildhauerin und alleinerziehende Mutter von drei Kindern immer wieder in schwierigen Situationen. Allein die Tatsache, dass es so etwas wie Künstlerhäuser gibt, war ein großer Lichtblick«, erklärt Ingrid Jäger. Auch Annika Winkelmann, die stolz ist, dass sie »in diesem geschichtsträchtigen und wunderschönen Gebäude ein Atelier« hat, findet: »Aufgrund von Generationsansichten gestaltet sich die Kommunikation innerhalb des Künstlerhauses ab und an schwierig. Ich war lange die einzige junge Frau – eine sehr interessante Erfahrung«. Am Generationenwechsel werde ständig gearbeitet. Und mit der Renovierung des neuen Ausstellungsraumes ›eben‹ im Untergeschoss, den Winkelmann im Duo mit Mirjam Roth unter dem Motto »Detox« eröffnet hat, sowie »mit der Umgestaltung des Außenbereichs mit Hochbeeten haben wir etwas angestoßen und neues Publikum auf den Plan gerufen«, sagt Annika Winkelmann. Sie seufzt: »Ach, Heilbronn ist wie der Wedding, nur ohne Berlin«. Und vielleicht ist die Zigarre der Malkasten von übermorgen, ein Warteraum der Ewigkeit – nur ohne Düsseldorf und Grün drumrum. Eher fifty shades of grey, eben Heilbronn. Ja, klar!?. ◆ Raum für Erlebnisse. Willkommen im Audi Forum Neckarsulm. Erfolgreiche Konferenzen, Workshops und Veranstaltungen hängen von vielen Faktoren ab: einer attraktiven Location mit flexiblen Raumkonzepten, einem professionellen Rundum-Service und einem faszinierenden Rahmenprogramm mit einem Blick hinter die Kulissen der modernen Automobilproduktion. Tauchen Sie ein in die Faszination der Marke Audi. Das Audi Forum Neckarsulm bietet diesen besonderen Raum für Ihre individuellen Wünsche. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.audi.de/audiforumneckarsulm SCIENCE THEATRE FESTIVAL 39

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Der Sound der E-Gitarre Marke KML ist fett und kräftig, der Röhrenverstärker tut das Seinige dazu. Sofort ist das Ladengeschäft in der Heilbronner Turmgasse erfüllt mit einer kräftigen Brise Power-Rock und Livemusik-Szene der 80er Jahre. Im »Guitart« lebt JÜRGEN KIMMEL seinen Traum, den Traum von der Selbstständigkeit, vom eigenen Musikgeschäft. Von Matthias Marquart, Foto: Ulla Kühnle Man könnte es Wahnsinn nennen Die Deko und Auslage im Schaufenster, das auch einen Blick in den vorderen Teil des Ladens zulässt, zeigen deutlich, um was es hier geht: Gitarren. Akustisch, halbakustisch, elektrisch – Gitarren aller Art, Form, Design und Bauart. Dazwischen ein paar Flöten, jede Menge Zubehör, Verstärker. Schon dieser Anblick lässt das Herz von eingefleischten Musikern wohl höherschlagen. Endgültig dahinschmelzen werden die meisten Gitarristen wohl dann, wenn sie die »Ware« im hinteren, gemütlich eingerichteten Teil des Musikgeschäftes erkunden. Dort hängen wahre Schätze an den Wänden. Gitarren verschiedenster bekannter deutscher und europäischer Gitarrenbauer und natürlich auch Exemplare von Jürgen Kimmels eigener Marke »KML Guitars«. »Man könnte es auch Wahnsinn nennen«, sagt Kimmel und lacht. Denn bevor der 51-Jährige vor fünf Jahren das »Guitart« eröffnete, sah sein berufliches Leben ganz anders aus. Aus- und einsteigen Jürgen Kimmel wurde Umweltbeauftragter bei einem großen Automobilzulieferer. Kimmel mit einem Grinsen: »Da hab ich dann erstmals ein Handy besessen – vorher hab ich so was nie benötigt.« Zunächst am Standort eingesetzt, wurde er für den Konzern weltweit zuständig. Damit verbunden ein Manager-Leben, ständig auf Achse und Telefonkonferenzen, die auch vor Heilig Abend nicht Halt machten, denn »Heilig Abend gibt es in China eben nicht«. Elf Jahre war Kimmel so unterwegs – erfolgreich und immer unter Strom. »Man steht da ständig in Konflikten. Umweltschutz, Konkurrenzfähigkeit, Kosten – ich hatte da oft meine ganz eigenen Vorstellungen und irgendwann hat das einfach nicht mehr so richtig gepasst.« Da kam dann auch der Entschluss, das Arbeitsverhältnis aufzulösen und das eigene »Ding« zu machen. Gesagt, getan - Kimmel stieg aus und stürzte sich ins Ungewisse. »Ich wusste, was ich will, hab mir Zeit gelassen, einen Businessplan entwickelt und bin dann schließlich mit »Guitart« an den Start gegangen.« Hanix Nr. 64 In Kirchberg aufgewachsen, machte Jürgen Kimmel sein Abitur und eine kaufmännische Ausbildung in Backnang. Dort arbeitete er anschließend auch einige Jahre in der Nachrichtentechnikbranche und war in seiner Firma als Jugendvertreter aktiv, um dann in Stuttgart Umwelttechnik zu studieren. Was dann kam, war – nach einer Zeit der schwierigen Jobsuche, die von zahlreichen Zwischenjobs als Taxifahrer, Monteur und auch als Musiker in Bands geprägt war, eine Bilderbuchkarriere. 40 Heavy Metal Erfahrung brachte Kimmel in vielerlei Hinsicht mit. Da war die kaufmännische Ausbildung, aber viel wichtiger: seine Erfahrungen als Musiker. Schon in jungen Jahren war Jürgen Kimmel musikalisch aktiv. »Ich wollte ja ursprünglich Schlagzeuger werden, doch das scheiterte an fehlenden Möglichkeiten ein solches Instrument zuhause haben zu können. Also kam ich über das Orgelspielen WIRTSCHAFT

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Hanix Nr. 64 und die Flöte, die sich auch deshalb noch in kleinem Maße in meinem heutigen Sortiment findet, zur Gitarre.« Und so hängt die erste »Familiengitarre«, die auch schon der Vater und Opa gespielt haben und mit der Jürgen Kimmel seine ersten VHS- Kurse bestritt, auch heute noch als absoluter »Hingucker« zwischen all den Hightech-Instrumenten an der »Wall of Fame« seines Ladens. Musikalisch hat sich dann viel getan bei dem »Rocker«, der er immer war. Kimmel grinst und erzählt: »Unsere erste Band wurde quasi im Freibad gegründet. Wir hatten den Namen, Schriftzüge und jede Menge Ideen – unsere Instrumente hatten wir allerdings noch gar nicht im Griff.« Aus dieser Band und Idee wurde nie wirklich etwas, doch bei Jürgen Kimmel sollte sich das in der Folge ändern. Er spielte anschließend in zahlreichen regional bekannten Hard-Rock-Bands. »Ich habe in mehreren Cover-Bands gespielt, aber auch in Bands, in denen wir eigene Songs gemacht haben. Jede Band hat Spaß gemacht, doch meine eigenen Bands ‚Garlic‘ und ‚Six Cross‘ waren wohl die wichtigsten für mich«, sagt Jürgen Kimmel, der schon von klein auf auch immer selbst komponiert hat. Doch nicht nur »Heavy Metal« - da war Kimmel meist »zuhause« - ist das Ding des passionierten Gitarristen. Auch Country-Ausflügen wie beispielsweise mit Patrick Simons ist der Vollblutmusiker nicht abgeneigt. Wer also sein Geschäft betritt, betritt nicht nur das Geschäft eines Verkäufers – er betritt das Geschäft eines Insiders, Liebhabers und Fachmanns. Eine Marke für sich Kaffeegenuss am Neckarbogen. Gemeinsam genießen. Theodor-Fischer-Straße 20/22 | Heilbronn www.samocca-heilbronn.de Normales Minigolf war gestern … Ein Betrieb der Evangelischen Stiftung Lichtenstern Doch das Musikgeschäft, das Jürgen Kimmel sich immer erträumt und Ende 2014 eröffnete, sollte etwas Besonderes werden. An erster Stelle steht für Jürgen Kimmel dabei Authentizität, guter Service und individuelle, professionelle Beratung. Außerdem soll im »Guitart« zukünftig auch noch mehr »Bildende Kunst« einziehen – ein Zusammenschluss stattfinden. Und noch etwas ganz Besonderes macht das Guitart aus: Denn hier gibt es etwas, was es sonst nirgends gibt. Gemeinsam mit dem bekannten Gitarrenbauer Siggi Braun hat sich Kimmel nämlich noch einen weiteren großen Traum verwirklicht: die eigene Marke, die eigene Gitarre: »KML Guitars«. Eine Eigenmarke, die sich mit vielfältigen Besonderheiten vom Großteil herkömmlicher Gitarren unterscheidet und zu etwas Besonderem – eben einer »Kimmel«, einer »KML« macht: »Verarbeitung, Schwingungsverhalten, Hölzer, Tonabnehmer, Design oder auch die einzigartige ›Hals-Korpus-Verbindung‹ machen unsere Gitarren aus«, erklärt Kimmel und greift in die Saiten. Der Sound ist fett und kräftig – als ob er sagen wollte: Wahnsinn, alles geht, wenn man will, daran glaubt und bereit ist, sich seinen Träumen zu stellen. ◆ … lassen Sie sich jetzt von 3D-Schwarzlicht-Indoor-Minigolf begeistern! ASPERG SCHWÄBISCH GMÜND Infos unter www.simigolf.de GUITART simigolf-anzeige-92x127mm-08-2018.indd 1 23.08.18 14: 41

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160 Werke von 15 französischen Künstlern im Museum Schafstall in Neuenstadt. Von Dr. Bernhard Stumpfhaus Univers fantastique ken, die hierzulande eher als Kinderkram angesehen werden. Jedenfalls sollten wir zur Kenntnis nehmen, dass es in anderen Ländern anders aussieht. In Frankreich und Belgien gehören Symbolismus in der Nachfolge von René Magritte oder Salvador Dalí (mit dem wir ja ideologische Probleme haben) und Comics zur Hochkultur. In Amerika und Japan werden diese Künste besucht, gefeiert und ausgezeichnet, vor allem Hyperrealismus in Amerika, Mangas in Japan. Oder verblassen uns zwischen 5-Sinne-Infotainment und Instagram kunstgeschichtliche Orientierungen? Und kunstgeschichtlich geht es in der Ausstellung im Schafstall allemal zu. Schon das prominent hängende Gemälde von Michel Bassot zeigt eine ›Hommage an die Meister‹. Wir sehen hier als Motiv eine Frau-Engel-Figur, die van Eyck und van der Weyden zitiert. Der Künstler hat im Stil dieser beiden altniederländisch-flämischen Gründerväter ›moderner‹ Malerei ein handwerklich beeindruckendes Gewand gemalt mit Stickereien, Perlen und dergl. und damit nicht nur seine besondere Kenntnis dieser Altmeister gezeigt, sondern auch die handwerkliche Nachahmung ihrer Fähigkeit wirksam ins Bild gesetzt. Ironisch gebrochen wird die altmeisterliche Techniken nachvollziehende Verehrung der Meister durch drei nackte Frauenhintern auf Höhe des Betrachters. Auch die Künstlerin Eli Tiunine arbeitet Kunstgeschichtliches in ihre farbenfrohen Kompositionen ein, die Rubens-Kopie der ›Anghiari Schlacht‹ Leonardos, oder Dürers Portrait seiner Frau; bei Tiunine kein Wunder, denn sie stammt Im Schafstall, Neuenstadt, ist wieder eine umfangreiche Ausstellung von französischen Symbolisten ausgerichtet. Diese Art figürlicher Malerei, der fantastische Realismus, gehört inzwischen zu den Schwerpunktthemen im Programm des Museums. Der Schafstall ist mittlerweile so etwas wie eine Dépendance für diese Kunst unserer rechtsrheinischen Nachbarn hier in Deutschland geworden. Sonst hätten wohl auch nicht solche namhaften Künstler Bilder zur Verfügung gestellt wie Marcel Nino Pajot oder Claude Verlinde. Viele Besucher reisen deswegen extra auch aus Frankreich an. Das sind bei uns erst einmal keine klingenden Namen, obwohl die Künstler weltweit bekannt und ausgezeichnet sind. Ich weiß nicht, woran das liegt, dass wir Deutschen eigentlich so wenig von unseren Nachbarn wissen. Vielleicht liegt es noch an den Folgen des Kalten Krieges, dass wir vor allem (sicherlich nicht nur) Anglo-Amerikaner kennen. Wir haben vorrangig wohl Geschmack entweder an sogenannter abstrakter Kunst oder an mehr oder weniger politischen Aktionen in der Nachfolge von Beuys und Fluxus. Vielleicht haben wir auch ein romantisches Faible für das Unlesbare, das, je unverständlicher es ist, uns umso klüger erscheint. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir in Deutschland keine wirkliche Tradition der Karikatur, etwa eines Honoré Daumiers, oder der Buchillustration, etwa eines Gustave Dorés, haben. Ihre Kinder sind die Comics, auch Formen des fantastischen Realismus, wenn wir beispielsweise an Jean Giraud oder André Franquin denaus einer Restauratoren-Familie. Für diese Künstler ist Kunstgeschichte keine überholte oder veraltete Epoche, sondern ein panoramaartiges Gebirge aktueller Gleichzeitigkeit von Künstlern, Kunstwerken, Bildqualitäten. Wer glaubt, das seien Indizien für eine Kunst, die das Heute ausblendet, der irrt, denn die ein oder andere Komposition zeigt sehr deutlich ein Bewusstsein von heutigen Bildgebungsverfahren und ihren Bedingungen, vom Pixel bis hin zum MRT-Bild. Die handwerklich orientierte Malerei, ausgerichtet an den Beispielen der Kunstgeschichte, stellt also durchaus bei den Künstlern – überraschenderweise sind nicht wenige Autodidakten – eine entschiedene Haltung dar. Auch die Grundlagen der Paradoxie dieses Stils, der sich fantastisch einerseits und realistisch andererseits nennt, werden reflektiert. Motive sowohl aus Träumen als auch Formen der Meditation sowie genaue Beobachtungen dessen, was wir Wirklichkeit nennen, gehen in ihre Werke ein und werden miteinander zu sonderbaren Figuren amalgamiert. Wir können in den Bildern lesen, dass es offensichtlich die Vorstellungskraft ist, die beides hervorbringt, Absurditäten und Wahrscheinlichkeiten zugleich, ja beides miteinander so verknüpft, dass man – wie in unserem Alltag ja auch – nicht immer schlüssig unterscheiden kann, was was ist. Von hier aus erklärt es sich, dass Don Quichotte so etwas wie ein Leitmotiv dieser Malerei ist. Immerhin leitet dieser Held seine Vorstellungen, Werte und Handlungsimpulse aus überalterten Ritterromanen ab und erscheint in seiner anachronistischen Absurdität als Held, der anarchisch gegen Common Sense und die Macht des Faktischen aufbegehrt. Dabei liegt den Künstlern nicht nur für sich selbst, sondern gerade in Bezug auf den Betrachter die nennbare Figürlichkeit als eine Verbindlichkeit am Herzen. Sie legen Wert darauf, dass Figürliches identifizierbar, lesbar und damit der Sprache ähnlich ist, so dass die Betrachter schnell zu Wort kommen und sich über das Gesehene austauschen können. Gespräche zu stiften über das, was war, was ist und was sein soll, liegt den Künstlern am Herzen und offenbart den durchaus zeitgenössischen, politischen Unterton dieser Malerei. ◆ Die Ausstellung läuft noch bis 26.01.2020. Öffnungszeiten: Mi. und So.: 10 – 17 Uhr www.museum-im-schafstall.de Hanix Nr. 64 42 Marcel Nino Pajot, »Rosinantes Fluch« (aus der Serie ›Don Quichotte‹), Öl, 100 x 100 cm, 2010 KUNST

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Der Leute Podcast aus Heilbronn & Region! Podcast powered by: Podcast Feeling Live erleben – bei deiner persönlichen e-Probefahrt im VW eGolf! Jetzt Termin vereinbaren beim Autozentrum Hagelauer: Tel.:07131/6234-9011 www.hagelauer.de/eProbe eprobe@hagelauer.de URBAN ART KUNSTAUKTION 43

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THE FAREWELL CATS »Basierend auf einer wahren Lüge«, steht am Anfang von Lulu Wangs »The Farewell«. Denn die in China geborene, aber schon in ihrer Kindheit mit ihren Eltern in die USA emigrierte Filmemacherin erzählt in ihrem zweiten Spielfilm die sehr persönliche Geschichte ihrer großen Liebe zu ihrer Großmutter und einer entscheidenden Lüge. Dies schildert sie mit so viel Herz und Humor, dass »The Farewell« einer der bewegendsten Filme des Kinojahres 2019 ist. Verfilmung des berühmten Musicals »Cats« von Sir Andrew Lloyd Webber, das 1981 uraufgeführt wurde. Die Texte basieren auf den Gedichten in T. S. Eliots 1939 veröffentlichtem Sammelband »Old Possum’s Book of Practical »Cats««. Im Musical werden die Geschichten verschiedener Mitglieder der Katzenschar »Jellicle »Cats«« erzählt, die jedes Jahr zum großen »Jellicle Ball« auf einer Londoner Müllkippe zusammenkommen. Zu den Gästen zählen u. a. die Katzen Grizabella, Jenny Fleckenfell, Skimble von der Eisenbahn, Rum-Tum-Tugger und Old-Deuteronomy. In den Arthaus-Kinos ab 19. Dezember USA 2019 Länge: 98 Minuten Regie: Lulu Wang Darsteller: Awkwafina, Tzi Ma, Diana Lin, Zhao Shuzhen, u.v.a. Die erfolglos als Schriftstellerin in New York lebende chinesischstämmige Amerikanerin Billi Wang (Awkwafina) erfährt über ihre Eltern, dass bei ihrer geliebten Großmutter Nai Nai (Zhao Shuzhen), die noch immer im Reich der Mitte lebt, Lungenkrebs im Endstadium diagnostiziert wurde. Ihr bleiben nur noch wenige Monate zu leben. Billi ist mehr als traurig und am Boden zerstört. Kurzerhand beschließt sie jedoch, das Beste aus der niederschmetternden Situation zu machen, ihrer Oma schöne letzte Tage zu bereiten und sie vor der schmerzlichen Wahrheit zu schützen. So wird Nai Nai erzählt, ihre Befunde seien eigentlich für ihr Alter ganz gut. Rasch wird die Hochzeit einer japanischen Cousine genutzt, um die über die ganze Welt verstreute Familie für Nai Nai zusammenzuführen. Doch als die Verwandschaft aufeinander trifft, stößt Billies Plan nicht nur auf Gegenliebe. Bald zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen westlichen und östlichen Wertvorstellungen, was den Tod angeht... ◆ In den Arthaus-Kinos ab 25. Dezember Großbritannien 2019 Regie: Tom Hooper Darsteller: James Corden, Judi Dench, Jason Derulo, Idris Elba, Taylor Swift, Rebel Wilson, u.v.a. Einmal im Jahr trifft sich die große Katzenschar der Jellicle-Katzen auf einer Müllkippe zum Ball. Bei dem Fest geht es nicht nur darum, sich einmal wiederzutreffen. Die alte und weise Katzendame Demeter (Taylor Swift) bestimmt beim Ball auch, welche Katze in den Heaviside-Layer aufsteigen und ein neues Leben bekommen wird. Doch vorher erzählen alle in wundervollen Liedern aus ihrem Leben — jede hat einen ganz eigenen, manchmal kratzbürstigen, aber immer liebenswerten Charakter. »Cats« gehört zu den erfolgreichsten Musicals, die jemals auf den legendären Bühnen des Londoner West End und am Broadway gelaufen sind. Premiere hatte »Cats« 1981 am New London Theatre – mit einer Laufzeit von 21 Jahren am Stück und fast 9.000 Vorstellungen brach es alle Rekorde und schrieb Theatergeschichte. Der Film verbindet Lloyd Webbers unvergleichliche Musik mit einem spektakulären Produktionsdesign, atemberaubender neuer Technologie und unterschiedlichen Tanzstilen zu einem Musical-Ereignis einer ganz neuen Generation. ◆ Hanix Nr. 64 44 ARTHAUS-KINOTIPP

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AUSSERDEM IM KINO Die zwei Päpste Start: 05. Dezember Kardinal Bergoglio (Jonathan Pryce) ist von der Leitung der katholischen Kirche enttäuscht und bittet Papst Benedikt (Anthony Hopkins) um die Erlaubnis, 2012 in den Ruhestand zu treten. Stattdessen beruft der nachdenkliche Papst Benedikt seinen schärfsten Kritiker und zukünftigen Nachfolger nach Rom, um ein Geheimnis preiszugeben, das die Grundfeste der katholischen Kirche erschüttern würde. Hinter den Mauern des Vatikans beginnt ein Kampf zwischen Tradition und Fortschritt, Schuld und Vergebung. Der Argentinier wird Nachfolger des Deutschen Benedikt XVI. Und der erste lateinamerikanische Papst und auch der erste Papst, der dem Orden der Jesuiten angehört. Star Wars 9: Der Aufstieg Skywalkers Start: 18. Dezember Luke Skywalker (Mark Hamill) ist tot! Doch sein Opfer entfachte den Funken neu, den der Widerstand brauchte, um sich ins letzte Gefecht gegen die Erste Ordnung zu werfen. Die mutigen Rebellen unter Führung von Generalin Leia (Carrie Fisher) attackieren ihren Feind aus dem Hinterhalt, da sie viel zu wenige sind, als dass ein offener Krieg gegen die Truppen von Kylo Ren (Adam Driver) zu gewinnen wäre. Die Hoffnungen des Widerstands ruhen nun auf Rey (Daisy Ridley), der letzten Jedi. Mit ihren Freunden Finn (John Boyega), Poe (Oscar Isaac), Chewbacca (Joonas Suotamo) und C-3PO (Anthony Daniels) geht sie auf eine Mission, die den Kampf zwischen Jedi und Sith endgültig entscheiden könnte. Doch ein altbekannter Strippenzieher tritt aus dem Schatten. Seit vielen Jahren versucht er schon, den perfekten Schüler der Dunklen Seite zu finden … 3 Engel für Charlie Start: 02. Januar Wie bereits in den vorangegangenen »3 Engel für Charlie«-Filmen und der TV-Serie arbeiten drei Ermittlerinnen für den geheimnisvollen Charlie Townsend, dem sie selbst noch nie begegnet sind. Seine Identität ist geheim und Aufträge von Charlie werden stets per Lautsprecher entgegengenommen. Die Townsend-Agency ist mit seinen Agentinnen über die Zeit so erfolgreich geworden, dass das Unternehmen mittlerweile expandiert und mehrere Gruppen mit tapferen Engeln an verschiedenen Standorten besitzt. Bad Boys For Life Start: 16. Januar Dritter Teil der »Bad Boys«-Reihe mit Will Smith und Martin Lawrence als knallharte Detectives Mike Lowry und Marcus Burnett. Marcus Burnett ist mittlerweile endlich Polizeiinspektor geworden, doch sein ehemaliger Partner Mike Lowrey steckt mitten in einer Midlife-Crisis und kann mit seinem neuen Partner nicht viel anfangen. Das einstige Buddy-Cop-Duo hat sich schon lange nichts mehr zu sagen und geht getrennte Wege. Als ein albanischer Söldner auftaucht und Jagd auf Mike und Marcus macht, müssen die Ex-Partner wider Willen wieder zusammenarbeiten. Mobilität hat viele Gesichter. Gelingt immer der Durchblick? www.IhrWegbereiter.de WIR STEHEN FÜR MOBILITÄT UND SIND IHR WEGBEREITER. Wir bauen ganz bewusst – für die Region Heilbronn-Franken, in der unsere Mitarbeiter verwurzelt sind. Wegbereiter sein bedeutet, das Ziel fest im Blick zu haben und das Wissen, wie wir dieses effizient erreichen. Lassen Sie uns gemeinsam Zukunft gestalten. SCHNEIDER BAU GmbH & Co. KG 74076 Heilbronn Hans-Rießer-Str. 18 Tel. 0 71 31 / 94 43 - 0 WEGBEREITER BAUSCHULE immer mittwochs, auf der BUGA 14-tägig, 2019 Heilbronn 10 – 16 Uhr, auf der BUGA 2019 Heilbronn im Pavillon der Handwerkskammer. http://www.facebook.com/IhrWegbereiter 45

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Plakatgestaltung: Raimar Schurmann 46 Kapitel Hanix Nr. 40

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Hanix Nr. 40 Kapitel 47

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ARVED FUCHS ist einer der bekanntesten Abenteurer und Polarforscher weltweit und seit Jahrzehnten in Regionen unterwegs, die heute besonders vom Klimawandel betroffen sind: die eisigen Gebiete nördlich des Polarkreises. Inzwischen geht es dem Norddeutschen nicht nur um das sich ändernde Klima allein, sondern auch um völkerrechtliche Fragen, um technische Möglichkeiten oder um handfeste wirtschaftliche Vor- und Nachteile. Arved Fuchs hat parallel zum Buch »Blickpunkt Klimawandel« einen Vortrag entwickelt, der am 3. Dezember auch auf dem Heilbronner Bildungscampus bei der Robert-Mayer-Lecture eindrucksvoll verdeutlichen wird: Der Klimawandel betrifft in irgendeiner Form jeden von uns und er ist zu einem großen Teil menschengemacht – aber keinesfalls ein Grund, zu resignieren. Wir sprachen mit dem Abenteurer über die Beobachtungen, die er auf seiner kürzlich beendeten Expedition in Grönland gemacht hat, über Greta Thunberg und die »Fridays for Future«-Bewegung, ob er im deutschen Alltag plastikfrei auskommt und wie er 1989 den Mauerfall am Südpol gefeiert hat. Hanix Nr. 64 Von Robert Mucha, Fotos: PR 48 INTERVIEW DES MONATS

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ARVED FUCHS Hanix: Arved Fuchs, Sie sind Ende September von ihrer Grönland-Expedition »Ocean Change« nach Hamburg zurückgekehrt. Begrüßt wurden Sie bei ihrer Ankunft im Hamburger Hafen unter anderem von Skipper Boris Herrmann, der die Klimaaktivistin Greta Thunberg mit der Rennjacht »Malizia« über den Atlantik gebracht hatte. Werden Sie bei der Robert-Mayer-Lecture in Heilbronn auch von dieser Reise berichten? Arved Fuchs: Ich werde die Reise aufgreifen. Gerade die Erlebnisse, die wir dort gehabt haben. Die Expedition nennt sich »Ocean Change« – es geht also um Veränderungen in den Ozeanen. Und dieser Projektname ist Programm: Es geht um den Klimawandel. Und ich bin unfreiwillig in vier Jahrzehnten, auf die ich als Expeditionsreisender zurückblicken kann, Zeitzeuge dessen geworden. Deshalb werde ich thematisch und auch mit Bildmaterial weit zurücksehen, um dem Publikum zu verdeutlichen, was sich in dieser Zeitspanne in diesem arktischen Raum verändert hat. Apropos Greta Thunberg: Wie nehmen Sie die junge Schwedin und die von ihr ins Rollen gekommene Initiative Fridays for Future wahr? Ich finde es großartig. Ganz einfach deshalb, weil ich immer darauf gehofft habe, dass die junge Generation aufwachen möge und erkennt, dass es hier um ihre Zukunft geht. Ich habe vor dreizehn Jahren das Jugendprojekt »Ice Climate Education« initiiert, wo es genau darum geht: junge Menschen für die Themen Umweltschutz und Klimaschutz zu sensibilisieren. Mir war klar, dass wir damit nicht das Problem lösen können. Es war und ist ein Beitrag, den wir dazu leisten. Greta Thunberg hat es nun mit ihren Altersgenossen geschafft, nicht nur eine spontane Demonstration zu initiieren, sondern eine alters- und berufsübergreifende Bewegung auszulösen. Es gibt inzwischen z. B. auch die Scientists for Future, die Parents for Future und viele weitere Initiativen. Das finde ich großartig und es ist dringend nötig. Es kommt ein bisschen spät, aber endlich ist es da. Hätte Greta Thunberg aus ihrer Sicht den Friedens-Nobelpreis bekommen sollen? Die Nobeljury hat nicht sie ausgezeichnet, sondern den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. Aus meiner Sicht wäre das nicht angemessen. Damit stelle ich nicht die Leistung von Greta Thunberg infrage. Der Friedensnobelpreis hat auch etwas mit einem Lebenswerk zu tun. Und dafür ist sie mit ihren 16 Jahren zu jung. Insofern finde ich, die Wahl ist genau die richtige. Und ich glaube, Greta Thunberg wird das selbst nicht anders sehen. Zurück zu Ihrer letzten Expedition: Gemeinsam mit einem Team von Wissenschaftlern hatten Sie auf Ihrem Segelschiff »Dagmar Aaen« an der Ostküste Grönlands Veränderungen im arktischen Raum untersucht. Sie haben auch mit Netzen nach Mikroplastik gefischt und mit einer Drohne Messungen an grönländischen Gletschern vorgenommen. Wie viel Plastik haben Sie in Ihren Netzen aus dem Ozean gezogen? Da muss man differenzieren. Das eine ist das Plastik, was man so am Strand findet. Das können alte Cremedosen, Fischereinetze, irgendwelche Flipflops sein, die angeschwemmt wurden. Wir haben auch Strandsammlungen durchgeführt. Die mussten nach einem gewissen Raster erfolgen, um repräsentative Daten zu bekommen. So 49

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ein Strandabschnitt ist 100 Meter lang, 50 Meter breit und wird dann abgesucht und natürlich wird all das zusammengetragen, was man findet. Und diese Daten fließen in eine Datenbank ein, die beispielsweise vom Alfred-Wegener-Institut verwaltet und geführt wird. Das haben wir häufiger gemacht und sind überall fündig geworden. Den Strandabschnitt, wo wir wirklich gar nichts gefunden haben, der fehlt uns noch. Wie war es beim Mikroplastik? Wir haben eine zweite Sammelaktion durchgeführt mit einem sogenannten »Manta Trawl«. Ein »Manta Trawl« ist im Grunde genommen ein definiertes Fischereinetz, ganz engmaschig, mit dem man Mikroplastik fischt. Und hinten in diesem Netz befindet sich ein kleiner Probenbehälter, in dem sich das Mikroplastik ansammelt und anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird. Auch hierbei sind wir fündig geworden. Und zwar nicht nur in Zivilisationsnähe, sondern auch in entlegenen grönländischen Fjorden, wo weit und breit kein Mensch lebt. Das Mikroplastik wird durch die ozeanische Zirkulation überall hin transportiert. Haben Sie erstmals nach Mikroplastik gefischt? Oder gibt es Vergleichswerte aus Vorjahren? Für uns war es eine Premiere, weil wir zum ersten Mal einen »Manta Trawl« dabei hatten. Und dort, wo wir unterwegs gewesen sind, ist auch zuvor noch niemals danach gefischt worden, weil es wirklich eine unwegsame, einsame Gegend ist. Da sind wir die Ersten. Es war spannend, zu sehen, was man dort findet. Und wir fanden selbst an der Ostküste Grönlands Plastikpartikel. Kommen Sie im Alltag plastikfrei aus? Leider schaffen wir das ja alle nicht. Aber meine Frau und ich versuchen zu reduzieren, wo immer es geht. Wir als Gesellschaft müssen umdenken. Es geht nicht nur um die beliebte Plastiktüte, die immer wieder angeführt wird. Das wäre noch das Einfachste, was man umgehen kann. Es ist dieser ganze Verpackungsmüll, der zu einem ins Haus gelangt. Ich kriege einen riesen Stapel Werbezeitschriften, die sind in einer Plastik-Klarsichthülle eingeschweißt. Da kann ich mich gar nicht gegen wehren – noch jedenfalls nicht. Jeder hat damit zu kämpfen. Es steckt auch eine ganze Industrie dahinter, die damit arbeitet. Interessant ist, dass beispielsweise das Rohöl, was für die Plastikgewinnung verwendet wird, steuerbegünstigt ist. Wir müssen durchsetzen, dass gerade Plastik richtig eingepreist wird. Es ist Sondermüll, der da produziert wird, und wir müssen unsere Müllabfuhr bezahlen. Man muss beim Preis den Hebel ansetzen: Dass die Plastikverpackung insgesamt teurer wird, um sie unattraktiv zu machen. Wie ist es überhaupt, als Abenteurer zurück in der Zivilisation zu sein und mit den alltäglichen Dingen des Lebens in Deutschland zurechtkommen zu müssen? Ich habe nicht so oft die Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Ich mache das ja nun auch schon viele Jahre und weiß, was mich erwartet. Wenn ich wie jetzt nach vier Monaten Expeditionsdauer zurück nach Hause komme, dann erwartet mich erst mal viel Arbeit und auch Trubel. Aber ich bin ja kein Aussteiger, ich lebe und arbeite hier gerne. Insofern freue ich mich natürlich auch auf das Zuhause, meine Freunde, meine Familie, aber auch einfach auf das ganze soziale Umfeld: Mal ins Theater gehen, oder in ein schönes Restaurant. Das sind Dinge, die mir genauso lieb und wertvoll sind wie jedem anderen, der hier lebt. Gleichwohl freue ich mich auch, nach einer gewissen Zeit wieder draußen in die freie Natur zu gehen. Und wie gestalten Sie sich – als einer der bekanntesten Abenteurer und Polarforscher auf dem Planeten – Ihre Freizeit in Deutschland? Haben Sie Hobbys? Ich bin ein Bücherwurm. Ich lese sehr gerne. Ich sammle alte Bücher, gerade aus dem maritimen Bereich und Polarliteratur – und lese sie. Wenn ich zurück bin nach so einer Tour und mich dann einmal in einen schönen Sessel setze und mit einem Glas Wein ein gutes Buch lese, entspannt mich das sehr. Das ist für mich wirklich etwas ganz Wertvolles und Schönes. Darüber hinaus mache ich Sport, bin gerne unterwegs und gehe auch hier segeln. Meine Frau und ich sind da eher aktiv in unserer Freizeit. Haben Sie in ihrem Leben jemals einen Pauschalurlaub gebucht? Das habe ich noch nicht gemacht. Es gibt durchaus Urlaube, bei denen meine Frau und ich sagen: Es muss jetzt nicht das große Abenteuer oder die Herausforderung sein. Aber es hat eigentlich immer irgendwie mit körperlicher Betätigung und vor allen Dingen mit der freien Natur zu tun. Draußen zu sein ist ein großes Geschenk. Draußen sein zu können ist eine großartige Lebensqualität für mich. Das letzte große Abenteuer für Sie: Zwei Wochen Pauschalurlaub im Robinson Club mit »All Inclusive« Catering. Das wäre für mich die Höchststrafe. Was steht auf Ihrer Bucket-List, was Sie noch abhaken wollen? Gibt es irgendwelche Träume, vielleicht sogar, was Reisen oder Expeditionen angeht, die Sie unbedingt noch realisieren wollen? Ich bin mein ganzes Leben lang dabei, mir diese Träume zu erfüllen. Aber meine Herangehensweise hat sich durch die Problematik des Klimawandels und der Umweltproblematik insgesamt sehr verändert. Ich habe die Unbefangenheit verloren. Ich bin in der Pflicht des Zeitzeugen: auf die Dinge hinzuweisen, die im Argen liegen. Einfach zu zeigen: Das passiert dort in den arktischen Regionen oder in den Hanix Nr. 64 50 Ganz unproblematisch verlief die Expedition »Ocean Change« von Arved Fuchs nicht. Sein Schiff »Dagmar Aaen« hatte eine defekte Welle. Im Juli und August 2018 musste der Forscher seine Reise unterbrechen. INTERVIEW DES MONATS

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Hanix Nr. 64 Ozeanen. Wir sind dabei, sehr viel Wertvolles zu verspielen, wenn wir nicht dagegen steuern. Das möchte ich gerne ohne erhobenen anmaßenden Zeigefinger erklären. Sie sind jetzt in einem Alter, in dem normale Arbeitnehmer über den Ruhestand nachdenken. Wie ist das bei Ihnen? Wie viele Expeditionen haben Sie noch als aktiver Teilnehmer für sich geplant? Gibt es schon Pläne für eine nächste Reise? Oder gibt es in der Ferne schon sichtbar den Tag, an dem Sie sagen: Jetzt beende ich meine Forscher- oder Abenteurer-Karriere? So explizit gibt es das nicht. Ich habe auch mit 20 Jahren nicht darüber nachgedacht, wann ich mal pensioniert werde. Solange ich gesund bleibe und es körperlich kann und solange ich Begeisterung für diese Thematik verspüre, werde ich weitermachen. Was spricht dagegen? Irgendwann werde ich sicherlich kürzertreten müssen. Aber im Moment kann ich alles noch. Und natürlich gibt es einige Ideen und Pläne, die ich gerne umsetzen möchte. Aber ich habe mir zur Regel gemacht, immer erst dann darüber zu sprechen, wenn es wirklich so weit ist und nicht spekulativ Dinge zu äußern, die vielleicht schwierig umzusetzen sind. Welcher ist denn aus Klimaforscher-Sicht der spannendere Pol: die kältere Antarktis oder das nördliche Polarmeer? Beide sind spannend. Aber die Arktis erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Sie ist eine Art Frühwarnsystem. Und deshalb hat man die Anzeichen der Klimaveränderung in der Arktis auch zuallererst bemerkt. Weil sie ganz anders strukturiert ist als die Antarktis. Die Antarktis ist ein gigantischer menschenleerer Kontinent mit einem riesigen Eispanzer drauf, wo sich der Klimawandel inzwischen auch deutlich bemerkbar macht. Im arktischen Raum gibt es Inseln wie Grönland, die größte Insel der Welt, die dramatisch an Eis verliert. Der Permafrostboden taut auf in Sibirien, in Alaska und in anderen Gegenden. Das polare Eis auf dem Nordpol zieht sich zurück. Und vor allem leben dort auch Menschen. Die indigene Bevölkerung kann den Klimawandel aus ihren Überlieferungen genau nachvollziehen. Man weiß, wie es früher war und wie es sich verändert hat. Insofern empfinde ich persönlich den arktischen Raum momentan als den spannenderen. Eine Ihrer Höchstleistungen aus früheren Jahren war das fußläufige Erreichen beider Pole innerhalb eines Jahres. Am Südpol standen Sie Ende 1989 zusammen mit Reinhold Messner und erfuhren vom Fall der Mauer, der sich dieses Jahr zum dreißigsten Mal gejährt hat. Haben Sie zusammen mit Messner – trotz der entstandenen Differenzen auf der Durchquerung der Antarktis – auf das historische Ereignis angestoßen? Die Situation war für uns skurril. Wir lebten in einer ganz anderen Welt, abgeschnitten von allen Nachrichten. Und dann erreichen wir den Südpol und ein Amerikaner kommt auf uns zu und erzählt: »Mensch, die Mauer ist gefallen.« Wir konnten uns dieses historische Ereignis wirklich nicht vergegenwärtigen und haben es emotionslos zur Kenntnis genommen. Wir waren so darauf fokussiert, unsere Durchquerung durchzuführen, dass da kein Raum war, über den Mauerfall nachzudenken. Das kam erst nach Abschluss der Expedition auf. Es war ein bisschen so, als würde ich auf den fahrenden Zug der Geschichte aufspringen müssen, weil ich ganz viel Nachholbedarf hatte, um zu realisieren, was das eigentlich bedeutet. Wären Sie im Nachhinein lieber in Berlin gewesen, als die Mauer gefallen ist, als irgendwo rund um den Südpol? Das kann ich mit einem deutlichen Ja beantworten. Der Mauerfall war ein Ereignis der Weltgeschichte mit einer ganz anderen Relevanz als unsere Durchquerung der Antarktis. Zurück zur Gegenwart. Sie ruhen sich nicht lange zuhause aus, sondern gehen auf Vortragstour. In Heilbronn zum Thema »Blick- ARVED FUCHS Die Straße ist keine Wohnung. Weder im Sommer noch im Winter. Jemand, der auf der Straße wohnt. Jemand, der unter Brücken schläft. Jemand, der Hunger hat. Jemand, der im Winter keine warme Kleidung hat. Jemand, der nicht zum Arzt kann, wenn er krank ist. Jemand, der hinsieht und nicht wegschaut. Jemand, der zuhört. Jemand, der sich ehrenamtlich engagiert. Jemand, der spendet, um zu helfen. Jemand, der solidarisch denkt und handelt. Welcher davon sind Sie? Die Wiedereinstiegs-Beratung der Bundesagentur für Arbeit. Starten Sie jetzt und erfahren Sie alles darüber, wie Sie Familie und Beruf vereinbaren können und was Sie weiterbringt. Denn Ihr Know-how als Fachkraft ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Informieren Sie sich jetzt unter www.dasbringtmichweiter.de 51

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punkt Klimawandel«. Warum geht es für Sie kurz nach der Rückkehr sofort weiter? So eine Tour ist doch anstrengend. Ich bin diesbezüglich ein eher unruhiger Mensch. Ich freue mich auf die Arbeit hier. Das ist eine völlig andere Tätigkeit als die, die ich in den zurückliegenden Monaten geleistet habe. Ich möchte das gerne weitergeben, was wir dort erfahren, erlebt und gesehen haben. Es bringt mir Spaß, darüber zu sprechen und solche Veranstaltungen durchzuführen. Warum sollten die Heilbronner am 3. Dezember vorbeikommen? Was gibt es zu sehen und zu hören? Es gibt natürlich Bilder aus einer Landschaft zu sehen, zu der man üblicherweise sonst nicht so ohne Weiteres Einblick oder Zutritt hat. Und insbesondere, weil ich schon so lange, vier Jahrzehnte, in dieser Region unterwegs bin, kann ich einen ganz guten Eindruck vermitteln, was dort vor sich geht, was der Klimawandel für den arktischen Raum bedeutet, aber nicht nur für den arktischen Raum, sondern für die ganze Welt. Ich stelle die Frage: Inwieweit geht uns das an? Ich versuche, den Brückenschlag von der Arktis hier nach Deutschland zu schlagen und die Zusammenhänge, die hochpolitisch sind, anzusprechen. Ich kann versprechen, dass das ein spannender informativer Vortragsabend wird, der verschiedene Facetten betrachtet. Und wie es scheint, wird es auch optimistisch. Zu Ihrem Vortrag heißt es: »Der Klimawandel betrifft in irgendeiner Form jeden von uns. Er ist zu einem großen Teil menschengemacht – und keinesfalls ein Grund, zu resignieren, sondern vor allem eine Chance zur Veränderung: eine Veränderung mit dem Ziel des Erhalts einer Erde, wie wir sie kennen und brauchen.« Ist die Welt doch noch zu retten? Ob die Welt zu retten ist, entzieht sich auch meiner Kenntnis. Aber ich bin nun einmal so gestrickt, dass ich ein notorischer Optimist bin. Sonst könnte ich solche Expeditionen auch nicht machen. Und wenn ich einmal ganz realistisch die Sachanlage angucke, dann gibt es die Technologien, die wir brauchen, um den Klimawandel in den Griff zu bekommen. Und wir können sicherlich auch das Plastikproblem lösen. Aber Vorrang muss jetzt wirklich der Klimawandel haben, weil er zum Artensterben und zum Meeresspiegelanstieg führt, weil er ganze Landschaften veröden wird, was das Flüchtlingsproblem viel stärker wachsen lässt. Wenn wir die technischen Möglichkeiten in dem Sinne einsetzen würden, dann können wir dieses Ziel, dass wir die globale Erwärmung stoppen, erreichen. Aber wenn wir es nicht machen, dann entzieht sich diese ganze Entwicklung unserem Zugriff. Es muss politisch und gesellschaftlich gewollt sein, dass wir hier wirklich die Kurve kriegen, denn wie gesagt: Technische Möglichkeiten haben wir. Deshalb möchte ich auch nicht nur über die schlimmen Sachen reden, sondern ich möchte zeigen, dass auf den Färöern, auf Grönland, in anderen Ländern Lösungen gefunden wurden. Wir in Deutschland glauben immer, dass wir die Weisheit gepachtet haben. Aber andere Menschen aus anderen Ländern sind auch schlau und bewegen etwas. Deshalb haben wir auch den Untertitel der Expedition »Turn the page« genannt: Schlage eine andere Seite auf! Um nicht in Depression und Lethargie zu verfallen, sondern zu sagen: Wir haben ein Problem, wir haben es erkannt – jetzt Ärmel hochkrempeln und dagegen anarbeiten. Um die Welt zu retten sind nicht nur Profis und Experten gefragt, wie Christian Lindner vor Monaten getweetet hatte, sondern auch der naive Zorn der »Freitags-Schwänzer«. Eine These, die Sie teilen können oder soll die Jugend freitags wieder brav die Schulbank drücken? Ich fand das sehr anmaßend, was der Christian Lindner damals getwittert hat. Es gab ja viele, die sagten: Die sollen mal lieber zur Schule gehen. Diese Leute dachten, dass an Wochenenden sowieso nichts passiert und in den Schulferien das Ganze zusammenbricht. Aber es hat sich gezeigt: Das stimmte alles nicht. Die jungen Leute sind bestens vernetzt, sie gehen zur Schule, machen den Unterricht, aber gehen auch zum Demonstrieren. Diese arrogante Aussage: man solle dieses Problem doch bitte sehr den Profis überlassen. Dann frage ich: Ja, wo sind denn die Profis? Die Profis haben es doch wirklich vermasselt. Meine und auch die danach folgende Generation hat versagt. Wir brauchen hier gesellschaftlichen Konsens, um etwas zu bewegen. Und dafür ist diese Fridays-for-Future-Bewegung genau das Richtige, weil die jungen Menschen nicht korrumpiert sind. Sie haben keine wirtschaftlichen Interessen, sondern sie haben ein ganz maßgebliches Interesse: Eine gesicherte Zukunft. Die Erde zukunftsfähig zu machen, das ist im Sinne der Generationsgerechtigkeit entscheidend. Und darum geht es den jungen Leuten. Das finde ich großartig. Und deshalb finde ich jeden Versuch, sie zu diskreditieren, völlig unangemessen und falsch. ◆ Hanix Nr. 64 52 Die Basis Bluie East Two im Osten Grönlands wurde 1947 verlassen. Alles blieb zurück, inklusive 10.000 Fässern mit Treibstoff. Damals wurde noch verbleiter Treibstoff benutzt, der deutlich giftiger als das heutzutage verwendete Gemisch ist. Die Einheimischen bezeichnen die Tausenden rostigen Fässer als »amerikanische Blumen«. ARVED FUCHS

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Das TITELTHEMA widmen wir fünf Gestaltern, die exemplarisch für gutes Design aus Heilbronn stehen. Ihre Aufgabe: ein Großplakatmotiv mit ihren Wünschen und Gedanken für und an Heilbronn und seine Bürger für 2020 zu gestalten. Die fünf Motive werden ab dem 17. Dezember im Stadtgebiet plakatiert! Genauso wie der Entwurf unseres Art Directors Raimar Schurmann, dessen Großplakat (s.S. 46/47) unser Buch »Abenteuer um die Ecke« mit selbigen Wünschen bewirbt. Außerdem sollten uns Kathrin Leisterer-Mišković, Sascha Simm, Sonja Knoblauch, Natalis Lorenz und Claudia Wagner Arbeitsproben 54 Artwork (rechte Seite): Kathrin Leisterer-Miskovic vorlegen. Natürlich hatten sie freie Hand bei der Anordnung auf ihrer Doppelseite. Und schließlich haben wir den fünf Gestaltern einen Fragebogen vorgelegt, den sie uns beantworten mussten. Dr. Bernhard Stumpfhaus schreibt einleitend seine Assoziationen zu den visual arts. Und nun viel Spaß bei der visuellen Reise auf den folgenden Seiten. Hanix Nr. 64

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SAME SAME BUT DIFFERENT 55

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Assoziationen zu den visual arts. Von Dr. Bernhard Stumpfhaus Design Es gibt in der klassischen Philosophie ein Ranking der Sinne, nach welchem entweder der Sehsinn oder der Hörsinn die oberste Position einnehmen. Der Hörsinn ist mit der Sprache und auf diese Weise mit begrifflichem Denken verbunden, transportiert mithin also die größte Klarheit. Der Sehsinn erfasst und identifiziert Gestalten, dient der Orientierung und ist somit ebenfalls ein Sinn der Distinktion, des Umrisses und damit der Klarheit. Beide Sinne nehmen die höchste Position am aufrechten menschlichen Körper ein, befinden sich ungefähr auf der gleichen Höhe. Geruch, Geschmack und Tasten befinden sich tiefer am Körper. Hören und Sehen sind Distanzsinne und durchdringen den Raum. Beide setzen und erkennen Strukturen. Allerdings steht dem Sehsinn eine Kompetenz zur Verfügung, die dem Hörsinn fehlt. Der Sehsinn kann nicht nur schauen, er kann über das Lesen Sinnliches in Gedanken überführen. Überhaupt ist Lesen eine Art synästhetische Erfahrung: Es werden Laute schriftlich fixiert, die über das Sehen aufgenommen werden und wieder in 56 Klang – das Denken als Sprechen im Kopf – überführt werden können. Das kann der Hörsinn umgekehrt bei den meisten Menschen nicht. Deshalb gebührt bei nicht wenigen Philosophen dem Sehsinn die höchste Stelle. Design kommt, anders als es der englische Klang des Wortes erahnen lässt, aus dem Lateinischen und wurde über die italienische und französische Sprache erst ins Englische getragen. Es bedeutet Zeichnen, Entwerfen. Interessanterweise sind diese beiden Tätigkeiten sehr nahe mit dem Schreiben verwandt, was uns der Kritzel als gemeinsame, weil unbestimmte Vorform vor Augen führt. Aus dem Kritzeln kommen wir entweder ins Schreiben oder ins Zeichnen. Die Zeichnung (dessin), der Entwurf (disegno) galten lange Zeit als die spirituellste Form der bildenden Künste, denn sie drückt die Idee, die mentale Vorstellung nicht nur am ursprünglichsten aus, sondern auch am dichtesten und klarsten, kommt sie den geistigen Aktivitäten, denen sie entspringt, doch am nächsten. Alles was danach kommt, ist technische Ausarbeitung, gleichsam ein Aus- malen. Allerdings schwingt im Wort Design auch ein Bezeichnen mit, wie wir es im Wort ›designiert‹ noch finden. In der entwerfenden Gestaltung haben wir eine Bezeichnung zu gewärtigen, eine Verweisung auf etwas. Als Verweis auf etwas ist das Design also transparent auf das hin, was bezeichnet wird. Grafik-Design als Auftragskunst erfüllt demgemäß das, was bereits im Namen ›Design‹ ausgesprochen ist: Es bezeichnet etwas und ist nicht erst eine Notwendigkeit der industriellen Epochen, die darauf angewiesen sind, dass ein Unternehmen bei Massenproduktion auf das eigene Produkt als ein Besonderes aufmerksam zu machen wünscht. In diesem Sinne ist Grafik-Design als Gestaltung in der mehrheitlich 2. Dimension sehr sachlich. Denn es muss ja nicht nur entschieden werden, auf was verwiesen wird, sondern vor allem auch, aus welcher Perspektive. Von wo aus wollen wir auf das Bezeichnete schauen und welche Eigenschaften wollen wir in den Fokus der Wahrnehmung rücken? Grafik-Design ist im Ansatz also nie zentralperspektivisch angelegt, sondern multiperspektivisch. Es geht notwendig davon aus, dass etwas viele Aspekte hat, nicht nur einen. Es ist eine Sache der Entscheidung, der Absprache mit einem anderem, etwa dem Auftraggeber, welcher Aspekt denn nun dargestellt werden soll. Erst danach ist Grafik-Design in seiner Verweisfunktion monofokal. Es gibt auch Fälle, GESTALTUNG Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 DESIGN in denen eine Perspektive erst eröffnet oder gar geschaffen wird, also Neues, so noch nie Gesehenes, kreiert wird. Da von vornherein nur sehr selten feststeht, aus welcher Perspektive ein Gegenstand dargestellt werden soll und wie die Übersetzung dessen, auf das verwiesen wird, in eine visuelle Gestaltung aussehen soll, eignet dem Design bei aller Sachlichkeit auch etwas sehr Spielerisches. Man muss gleichsam um den Gegenstand im mentalen Raum herumtanzen, um zu finden, von wo aus man mit welchem Aussehen welchen Aspekt bezeichnet. Von hier aus nimmt es nicht wunder, dass es der Bewegung, beispielsweise des Spazierengehens, des Schwimmens bedarf, ›um den Kopf frei zu kriegen‹. Das Design ist als verweisende Gestaltung eine Funktion, es ist nützlich, weil es den Blick auf etwas orientiert und ordnet. Insofern sie ordnet, verlassen wir aber die vor allem in Deutschland gültige Sichtweise, Design sei ein allein visuelles Ereignis, habe den Dingen ein schönes Aussehen zu geben – was übrigens ein Kernproblem des Grafik-Designs ist, attraktiv und ansehnlich sein zu müssen. Design bedeutet nämlich auch – und das wird sehr häufig vernachlässigt – Funktionen zu strukturieren. Das gilt beispielsweise heute für das Internet, wenn wir Buttons brauchen, um irgendwohin zu gelangen, erst recht, wenn diese Buttons Logos sind. Oder sie liefern Contentmanagement-Systeme, wo Angebote oder Wissen gegliedert dargestellt werden. Oder das Design strukturiert Produktionsprozesse, Arbeitsplätze und Orte des Konsums. Sogar das Denken selbst, als Teil eines produktiven Prozesses, kann designt werden, etwa im design-thinking. Das, was produziert werden soll, soll in der Produktion selbst dargestellt werden. Ein individualisiertes Produkt findet seinen Ausdruck in der Individualisierung des Produktionsprozesses, ein digitalisiertes Produkt fordert die Digitalisierung der Produktion etc. Von hier aus ist klar, dass auch ›bloß‹ visuell arbeitende Grafiker ihre Produktionen digital ausführen, denn ihre Produkte werden im Wesentlichen digital präsentiert, was übrigens auch für Drucke gilt, denn sie werden über digitale Drucker hergestellt, finden in der Öffentlichkeit ihre zwar analoge Aufführung, werden dann aber in der präsentierenden Dokumentation – etwa auf der eigenen Homepage oder auf Instagram – in Digitalisate rückgeführt. Grafik-Designer müssen also ›jpeg-tauglich‹ arbeiten. Da das Produzieren am Rechner für den Rechner eine gewisse Redundanz bedeutet, wird im digitalen Zeitalter das Grafik-Design zunehmend seiner Funktion als Verweis auf etwas anderes enthoben und ist damit gleichsam als eine ›artist-art‹ freigesetzt, als ein Verweissystem auf sich selbst. ◆ 57

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Sonja Knoblauch Alter: 43 Web: www.sonjaknoblauch.de Insta: – FB: – Was ist für dich am reizvollsten, Designer zu sein? Ich mag das »Ideen-Entwickeln«. Erst fühlt es sich wie ein riesiger Spaghetti-Klumpen im Kopf an ... und dann – der Moment – wenn die Idee kommt, ist einfach sensationell. Auf welchen Aspekt bist Du bei der Kreation deines Plakatmotives mit Neujahrswünschen an Heilbronn besonders stolz? Mir gefällt, dass die Aussage des Plakats im Auge des Betrachters liegt. Wenn Du freie Wahl hättest, welches Logo hättest Du gern selbst kreiert? Keine Angabe. Gibt es ein Projekt, das Du gerne umsetzen würdest – eine Art Traumauftrag? Ein Traum wäre, für das Theater Heilbronn die visuelle Identität zu entwickeln. Was treibt Dich an, immer wieder Neues zu kreieren? Der Reiz, gute Gestaltung zu schaffen, der man die mühevolle Arbeit nicht ansieht. Wenn Du nicht Gestalter wärst, was wäre Dein Beruf geworden? Ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen. 58 Foto: Nico Kurth Woher kommen die Ideen für Deine Entwürfe? Die Ideen liegen meistens auf der Hand. Das Schwierige ist nur, sie zu ›sehen‹. Letzten Endes stehen hinter dem Ergebnis geduldige Arbeit, Anstrengung, Disziplin, Fleiß, etwas Begabung und zu guter Letzt sollte einen auch die Muse küssen. Fällt es Dir als kreativer Kopf schwer, nach den Vorgaben von Kunden zu arbeiten oder bekommst Du genügend Freiraum bei der Umsetzung Deiner Ideen? Die Freiräume entstehen, wenn die Zusammenarbeit auf Vertrauen basiert. Wie gehst Du bei einem Job exemplarisch vor? 1. Zuhören / 2. Verstehen / 3. Hinterfragen / 4. Gedanken machen / 5. Ideen generieren / 6. Gestalten, Entwerfen / 7. Prüfen / 8. Optimieren Auf welche Deiner gestalterischen Leistungen bist du besonders stolz? Aufs Weglassen / Verzichten von Überflüssigem. Gab es in Deinem Berufsleben Kreativtiefs oder hast du immer gleich mehrere Ideen zu einem Projekt im Kopf? Natürlich. Frust und Zweifel sind ein unumgänglicher Teil kreativer Arbeit. Was empfiehlst Du bei einer kreativen Blockade? Bahnen ziehen / schwimmen. Der Rhythmus des Atmens und die sportlichen Ambitionen lenken ab und lassen Gedanken kommen und gehen. Was gefällt Dir am meisten daran, Designer/in zu sein? Siehe Antwort zu Frage Nr. 1 Und am wenigsten? Das Zweifeln. Was ist Deine größte gestalterische Stärke? Siehe Antwort zu Frage Nr. 10 Streifen oder Punkte? Streifen. Gerade oder Kurve? Gerade. Bunt oder schwarz-weiß? Beides. Analog oder digital? Beides hat seinen Reiz. Lieblingsschriftart? Habe ich nicht. Meist genutztes Programm/Software? InDesign. Liebste geometrische Form? Streifen. Lieblingsbuchstabe? Keine Angabe. Lieblingszahl? 3 Lieblingsfarbe? Leuchtorange. Bevorzugtes Dateiformat? Keine Angabe. GESTALTUNG Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 Eine Ikone in einer Welt voller Icons. Das neue 911 Carrera Cabriolet. Bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 11,4 · außerorts 7,9 · kombiniert 9,2; CO 2 -Emissionen kombiniert 210 g/km Stand: 10/2019 Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel. +49 7131 5034-200 www.porsche-heilbronn.de 59

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SONJA KNOBLAUCH — BÜRO FÜR GESTALTUNG WWW.SONJAKNOBLAUCH.DE 62 GESTALTUNG Hanix Nr. 64

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Claudia Wagner Alter: 34 Web: www.farbenmetzgerei.de Insta: farbenmetzgerei FB: Farbenmetzgerei Foto: Nico Kurth Was ist für Dich am reizvollsten, Designer zu sein? Neues zu erschaffen oder Altes neu zu interpretieren. Dinge in einem anderen Blickwinkel zu betrachten und Weggefährte für spannende Projekte zu sein. Auf welchen Aspekt bist Du bei der Kreation deines Plakatmotives mit Neujahrswünschen an Heilbronn besonders stolz? Meine Intention war, das Wappentier in ein neues Gewand zu packen. Es soll sich nicht vom Grundgedanken ändern - es soll offener für kreative Ideen sein, Individualität unterstützen und mutig sein, sich einzigartig zu entfalten. Wenn Du freie Wahl hättest, welches Logo hättest Du gern selbst kreiert? Das Batman-Logo von 1992. Gibt es ein Projekt, das Du gerne umsetzen würdest – eine Art Traumauftrag? Oh Ha - ein Projekt, in dem ich frei agieren kann und das Budget unerschöpflich ist!? Demnach wird es eine Dschungelbar mit rosa Leoparden als Sitzgelegenheit, einen Brunnen, aus dem jede volle Stunde eine Meerjungfrau emporsteigt und Martinis mit Oliven serviert. Was treibt Dich an, immer wieder Neues zu kreieren? Visuell schöne und funktionierende Konzepte zu kreieren. Das fabelhafte Gefühl, das fertige Ergebnis seiner Arbeit zu betrachten und zu wissen, jemanden glücklich gemacht zu haben. Wenn Du nicht Gestalter wärst, was wäre Dein Beruf geworden? Handwerkliche Arbeiten finde ich spannend, wie z.B. Schreiner. Oder die Meerjungfrau in der Dschungelbar. Woher kommen die Ideen für Deine Entwürfe? Es brodelt schon in meinem Kopf mitten im Kundengespräch – der kreative Prozess setzt demnach gleich ein. Fällt es Dir als kreativer Kopf schwer, nach den Vorgaben von Kunden zu arbeiten oder bekommst Du genügend Freiraum bei der Umsetzung Deiner Ideen? Es fällt mir in keinster Weise schwer, auf Kundenwünsche einzugehen. Natürlich bringe ich meine Gedanken und Vorstellungen ein, um meinen Kunden andere Ansätze zu präsentieren, an die sie gar nicht erst gedacht hätten. Auf jeden Fall ist mir eine enge Zusammenarbeit mit meinen Kunden sehr wichtig, da es deren Projekt und Traum ist. Faszination Freiraum – ich liebe es – eröffnet viele Wege, die erobert werden können. Dennoch sollte man sich aber nicht verlaufen. Wie gehst Du bei einem Job exemplarisch vor? Kaffee - Briefing - Analyse – Ideenfindung – Entwurf - Realisierung - Wein. Auf welche Deiner gestalterischen Leistungen bist Du besonders stolz? Selbstverständlich auf alles, was ich je gestalten durfte. Aber mein Herz schlägt natürlich für das Pier 58. Einer der ersten Aufträge in der Farbenmetzgerei, bei dem ich komplett frei sein dufte. Bis auf eine Sache! Die Meerjungfrauen. Zu freizügig. Kompromiss: Klitzekleiner Muschel-Bikini. Gab es in Deinem Berufsleben Kreativtiefs oder hast Du immer gleich mehrere Ideen zu einem Projekt im Kopf? Kreativtiefs – ein hässliches Wort. Abwarten und Wein trinken. Nein, Quatsch! Es ist wichtig, seine kreative Leichtigkeit zu bewahren – das beflügelt. Und dadurch, dass ich wirklich die abwechslungsreichsten Aufgaben bearbeite – von illustrativen, bunten bis hin zu geradlinigen und cleanen Gestaltungsprojekten – fördert das meinen kreativen Prozess. Was empfiehlst Du bei einer kreativen Blockade? Keine Zeit für kreative Blockaden. Für mich hat sich bewährt, an mehreren Projekten gleichzeitig zu arbeiten. Wenn man bei einem nicht weiterkommt, einfach switchen. Was gefällt Dir am meisten daran, Designer/in zu sein? Siehe Frage 1 + 5. Und am wenigsten? Zeitdruck. Was ist Deine größte gestalterische Stärke? Farbempfinden, typografisches Feingefühl, Einfühlungsvermögen und die Kombination aus graphischen und illustrativen Gestaltungselementen. Streifen oder Punkte? Kariert. Gerade oder Kurve? Welle. Bunt oder schwarz-weiß? Bunt natürlich. Analog oder digital? Oldschool mit Stift und Papier . Lieblingsschriftart? Courier. Meist genutztes Programm/Software? Illustrator und Indesign. Liebste geometrische Form? Kreis. Lieblingsbuchstabe? ü im Kreis. Lieblingszahl? 5 Lieblingsfarbe? C 0, M 47, Y 3, K 0 Bevorzugtes Dateiformat? .ai Hanix Nr. 64 64 GESTALTUNG

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hitchcock würde uns killen Hanix Nr. 64 adextra.de/marketerphantasien KATRIN LEHR AUS SPITZBERGEN 65

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Kathrin Leisterer-Mišković Alter: 42 Web: www.nanovo.de Insta: – FB: – Was ist für Dich am reizvollsten, Designer zu sein? Der Beruf bringt es mit sich Menschen, Geschäftsfelder und Themen kennenzulernen. Sich mit dieser Vielfältigkeit zu beschäftigen und dann spannende und sinnvolle Medien zu erstellen macht für mich die Freude am Design aus. Auf welchen Aspekt bist Du bei der Kreation Deines Plakatmotives mit Neujahrswünschen an Heilbronn besonders stolz? Dass das Kleeblatt im Topf von mir persönlich handgemacht ist. Elemente von Hand zu gestalten kommt im Berufsalltag meistens zu kurz. Wenn Du freie Wahl hättest, welches Logo hättest Du gern selbst kreiert? Da fällt mir keins ein. Gibt es ein Projekt, das Du gerne umsetzen würdest – eine Art Traumauftrag? Nö. Was treibt Dich an, immer wieder Neues zu kreieren? Ist es nicht eine ganz natürliche Triebfeder des Menschen, Neues zu schaffen? Jeder Mensch ist kreativ und erschafft neue Dinge oder probiert Neues aus. Wenn Du nicht Gestalter wärst, was wäre Dein Beruf geworden? Dann hätte ich die Ausbildung zur Goldschmiedin gemacht. 70 Foto: Nico Kurth Woher kommen die Ideen für Deine Entwürfe? Manchmal küsst einen die Muße ganz von alleine und ich habe sofort eine Idee. In anderen Fällen lasse ich mich von Kunst, Alltagssituationen und anderen Menschen inspirieren. Fällt es Dir als kreativer Kopf schwer, nach den Vorgaben von Kunden zu arbeiten oder bekommst Du genügend Freiraum bei der Umsetzung Deiner Ideen? Es kann vorkommen, dass Vorgaben den Kreativprozess einengen können. Aber Vorgaben können auch beflügelnd auf ein Projekt wirken. Im engen Austausch mit dem Kunden entstehen so spannende Konzepte und gute Gestaltung. Wie gehst Du bei einem Job exemplarisch vor? Ich habe nicht den einen Ablauf. Dazu ist der Beruf zu abwechslungsreich. Auf welche Deiner gestalterischen Leistungen bist Du besonders stolz? Die Mitarbeit bei der EXPO in Mailand für milla und Partner und die grafikseitige Umsetzung der Neukonzeption der »LegendärenMeisterWerke« im Landesmuseum Stuttgart für Sabine Koch Design. Gab es in Deinem Berufsleben Kreativtiefs oder hast Du immer gleich mehrere Ideen zu einem Projekt im Kopf? Die gab es, aber das Wichtigste ist sich davon frei zu machen und dann kommen die Ideen wieder von alleine. Was empfiehlst Du bei einer kreativen Blockade? Rausgehen! Etwas ganz Anderes tun. Nicht vor dem leeren Blatt sitzen bleiben und sich den Kopf zermartern. Die besten Ideen kommen oft, wenn man gar nicht damit rechnet. Was gefällt Dir am meisten daran, Designer/in zu sein? Ist bei der ersten Frage schon beantwortet :) Und am wenigsten? Keine Angabe. Was ist Deine größte gestalterische Stärke? Keine Angabe. Sorry, die folgenden Fragen habe ich nicht wirklich verstanden. Kein Element/Software/Dateiformat kann nur allein genutzt werden. Es kommt auf das Projekt und den Kunden an. Genauso verhält es sich mit Schriften. Es gibt zum Beispiel zu viele tolle Schriften, als das ich eine explizit aussuchen könnte. Streifen oder Punkte? Keine Angabe. Gerade oder Kurve? Keine Angabe. Bunt oder schwarz-weiß? Keine Angabe. Analog oder digital? Keine Angabe. Lieblingsschriftart? Keine Angabe. Meist genutztes Programm/Software? Keine Angabe. Liebste geometrische Form? Keine Angabe. Lieblingsbuchstabe? Keine Angabe. Lieblingszahl? Keine Angabe. Lieblingsfarbe? Keine Angabe. Bevorzugtes Dateiformat? Keine Angabe. GESTALTUNG Hanix Nr. 64

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www.nitribitt.com Hanix Nr. 64 ALLES FÜR GELB Tickets unter www.riesen-tickets.de 01.12.19 vs. Braunschweig 21.12.19 vs. medi bayreuth 30.12.19 vs. FRAPORT SKYLINERS MILLIARDÄRE IN FLIPFLOPS 19.01.20 vs. München 01.02.20 vs. RASTA Vechta 15.03.20 vs. Crailsheim 71

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Hanix Nr. 64 KATHRIN LEISTERER-MIŠKOVIĆ 73

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Natalis Lorenz Alter: 36 Web: www.natalislorenz.de Insta: @natalislorenz FB: nope Was ist für Dich am reizvollsten, Designer zu sein? Die Möglichkeit, sein Umfeld zu verändern. Auf welchen Aspekt bist Du bei der Kreation Deines Plakatmotives mit Neujahrswünschen an Heilbronn besonders stolz? Auf die strenge Komposition und die dezente Farbwahl. Wenn Du freie Wahl hättest, welches Logo hättest Du gern selbst kreiert? Das 200er Redesign von BP. Dann hätte ich ausgesorgt und könnte in Ruhe arbeiten. Gibt es ein Projekt, das Du gerne umsetzen würdest – eine Art Traumauftrag? Nein. Aber ich bin grundsätzlich immer offen für Dinge, mit denen ich noch nicht zu tun hatte. Und natürlich, es gibt auch Kunden, Partner und Projekte, mit denen ich Lust hätte zu arbeiten. Aber die stehen auf einem anderen Blatt. Was treibt Dich an, immer wieder Neues zu kreieren? Blauäugigkeit. Wenn Du nicht Gestalter wärst, was wäre Dein Beruf geworden? Archäologe, Filmemacher oder Fleischerei-Fachverkäufer. 76 Foto: Nico Kurth Woher kommen die Ideen für Deine Entwürfe? Aus dem Alltag. Fällt es Dir als kreativer Kopf schwer, nach den Vorgaben von Kunden zu arbeiten oder bekommst Du genügend Freiraum bei der Umsetzung Deiner Ideen? Man sollte Kunden, Projekte und Jobs nicht pauschalisieren. Mal sind konkrete Vorgaben essentiell, dann benötigt man wieder kreativen Freiraum. Wie gehst Du bei einem Job exemplarisch vor? Grobe Ideenskizzen, Themenblätter, Ausarbeitung, Überarbeitung und Optimierung. Auf welche Deiner gestalterischen Leistungen bist Du besonders stolz? Das UGA-Zine ist ganz nice geworden, ich hab mich erstmals etwas mehr an den Text gewagt. Gab es in Deinem Berufsleben Kreativtiefs oder hast Du immer gleich mehrere Ideen zu einem Projekt im Kopf? Meistens gibt es mehrere Ideen und Ansätze, diese müssen dann halt aber auch den weiteren Anforderungen standhalten. Was empfiehlst Du bei einer kreativen Blockade? Bewusstseinserweiternde Substanzen, Dauerwerbesendungen oder Gespräche mit Menschen außerhalb der Domäne. Was gefällt Dir am meisten daran, Designer/in zu sein? Keine Angabe Und am wenigsten? Die stete Abwägung und das Hinterfragen von Produkten, Kunden und Projekten. Was ist Deine größte gestalterische Stärke? Mein Strich macht alles shiny! Streifen oder Punkte? Linien. Der Punkt ist zu endgültig. Gerade oder Kurve? Kurve. Es muss wohl meist ein Umweg sein. Bunt oder schwarz-weiß? Grundsätzlich sollten Designs binär oder in Graustufen funktionieren. Die Farbe sollte im Idealfall der »Speck auf den Würsten« sein. Analog oder digital? Sowohl als auch. Wobei der digitale Part am Ende des Tages schon überwiegt. Lieblingsschriftart? Din 1451 Meist genutztes Programm/Software? Photoshop Liebste geometrische Form? Das Polygon Lieblingsbuchstabe? Keine Angabe Lieblingszahl? Acht. Wobei die Drei auch super ist. Lieblingsfarbe? Zinnobergrün Bevorzugtes Dateiformat? *.TIFF GESTALTUNG Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 eilbronn .................................................................................................................................................... HEILBRONNER PFERDEMARKT | 22. bis 24. Februar 2020 .................................................................................................................................................... MAGIE DER STIMMEN MIT SONNTAGSSHOPPING | 29. März 2020 .................................................................................................................................................... KÄTHCHEN, KÄTHCHEN, KÄTHCHEN ... KÄTHCHENWAHL | 24. April 2020 .................................................................................................................................................... 20. HEILBRONNER TROLLINGER MARATHON | 17. Mai 2020 .................................................................................................................................................... CITYFLOHMARKT HEILBRONN | 20. Juni 2020 .................................................................................................................................................... HEP CHALLENGE HEILBRONN CITYTRIATHLON | 21. Juni 2020 .................................................................................................................................................... NECKARFESTIVAL HEILBRONN | 3. bis 5. Juli 2020 .................................................................................................................................................... HEILBRONNER GARTENTRÄUME | 11. und 12. Juli 2020 .................................................................................................................................................... HEILBRONNER KINDERFEST | 18. Juli 2020 .................................................................................................................................................... HEILBRONNER VOLKSFEST | 31. Juli bis 9. August 2020 .................................................................................................................................................... INT. HOCHSPRUNG MEETING HEILBRONN 22. und 23. August 2020 .................................................................................................................................................... ITALIENISCHER MARKT | 3. bis 5. September 2020 .................................................................................................................................................... 50. HEILBRONNER WEINDORF | 10. bis 20. September 2020 .................................................................................................................................................... HEILBRONNER WEINLESEFEST | 27. September 2020 .................................................................................................................................................... HEILBRONNER HAFENMARKT | 2. bis 4. Oktober 2020 .................................................................................................................................................... 25. JAZZ & EINKAUF MIT SONNTAGSSHOPPING | 11. Oktober 2020 .................................................................................................................................................... HEILBRONNER LICHTERZAUBER MIT NIGHTSHOPPING | 7. November 2020 .................................................................................................................................................... KÄTHCHEN WEIHNACHTSMARKT HEILBRONN 24. November bis 22. Dezember 2020 .................................................................................................................................................... Infos und weitere Termine auf W W W.HEILBRONN.DE erlebe 77

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Hanix Nr. 64 NATALIS LORENZ 81

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Sascha Simm Alter: 37 Web: www.simmbild.de Insta: instagram.com/simmbild/ FB: facebook.com/sascha.simm Was ist für Dich am reizvollsten, Designer zu sein? Dinge zu kreieren, die bleiben. Auf welchen Aspekt bist Du bei der Kreation Deines Plakatmotives mit Neujahrswünschen an Heilbronn besonders stolz? Der Spruch und dessen Vielschichtigkeit und das Keyvisual, den Cowboy-Carl. Wenn Du freie Wahl hättest, welches Logo hättest Du gern selbst kreiert? Regional: Schwarz Gruppe, Stadt Heilbronn, Stadt Weinsberg. International: NASA, Apple, Google, Nike, Tupperware. Gibt es ein Projekt, das Du gerne umsetzen würdest – eine Art Traumauftrag? Nein, habe ich nicht. Es ist jedesmal aufs Neue interessant, mit welchen Anliegen Kunden auf mich zukommen. Analoge Druckveredelung von Papiererzeugnissen fasziniert mich immens, auch Produkt und Textildesign. Das Analoge mit dem Digitalen zu verbinden finde ich sehr spannend. Was treibt Dich an, immer wieder Neues zu kreieren? Die innere Unruhe, endlich mal wieder was Anderes zu machen, aus der Norm auszubrechen. Siehe meine 36DaysOfType-Serie oder meine Low-Poly-Zwergen-Serie. 82 Foto: Nico Kurth Wenn Du nicht Gestalter wärst, was wäre Dein Beruf geworden? Koch, Gärtner oder Verhaltensforscher. Genau in dieser Reihenfolge. Woher kommen die Ideen für Deine Entwürfe? Sie sind da und abrufbar. Wie ein Regal, in das man immer wieder etwas hinein legt, es dann rausholen kann, weil man weiß, dass es genau an dieser Stelle liegt. Fällt es Dir als kreativer Kopf schwer, nach den Vorgaben von Kunden zu arbeiten oder bekommst du genügend Freiraum bei der Umsetzung Deiner Ideen? Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Kundenvorgaben machen es erst spannend, bei zu viel Freiraum weiß ich oft nicht, wo die Reise hingeht. Wie gehst Du bei einem Job exemplarisch vor? Sehr viel Kopfarbeit, immer und überall, irgendwann ist die eine Idee da, die nicht mehr weggeht. Dann geht's los. Auf welche Deiner gestalterischen Leistungen bist Du besonders stolz? Die Zeitlosigkeit meiner Arbeiten, ich folge keinen Trends. Das Ums- Eck-Denken und Konzipieren. Ein Bsp. hierfür wäre die Fahrzeugbeschriftung für die Fahrschule Toni Kienitz vor zehn Jahren. Gab es in Deinem Berufsleben Kreativtiefs oder hast du immer gleich mehrere Ideen zu einem Projekt im Kopf? Es gibt andauernd Kreativtiefs, genauso wie Kreativhochs. Mittlerweile erkenne ich beides und handele dementsprechend. Was empfiehlst Du bei einer kreativen Blockade? Raus gehen, verlass Deine Komfortzone. Spannende Dinge passieren immer außerhalb der Komfortzone. Go with the Flow! Was gefällt Dir am meisten daran, Designer/in zu sein? Probleme zu lösen. Kreatives Denken und kreatives Konzeptionieren eröffnet Lösungsansätze, auf die man sonst nicht kommt. Und am wenigsten? Oft schlechte Bezahlung, da guter zeitloser Gestaltung oft zu wenig Wertschätzung entgegengebracht wird. Was ist Deine größte gestalterische Stärke? Im Moment an die Beständigkeit zu denken. Trends nicht beachten aber zu kennen, dadurch zeitlos gestalten zu können. Arbeiten von vor über zehn Jahren funktionieren immer noch, als wären sie 2018 entstanden. Das ist ganz klar der Mehrwert von S!MMB!LD und meiner Firma Weinsbergerkreuz, mit der ich seit 2003 selbstständig bin. Ich hab hier einen Spruch, der bestens passt. Der Reifenhändler bekommt von mir ein eckiges Logo und der Fliesenleger ein rundes. Wem das gefällt, ist richtig bei mir. Streifen oder Punkte? Streifen. Aber sind ganz kurze Streifen nicht auch Punkte? Gerade oder Kurve? Kurve. Bunt oder schwarz-weiß? Am Anfang immer schwarz-weiß. Sobald der Kontrast passt, kommt Farbe ins Spiel. Analog oder digital? Lieber analog (siehe 36DaysOfType) i. d. R. allerdings digital. Lieblingsschriftart? DIN Mittelschrift. Diese Schriftart habe ich bereits benutzt, da war sie noch nicht die Trend-Schrift nach Helvetica. Meist genutztes Programm/Software? Adobe Illustrator GESTALTUNG Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 STREET ART. SEIT 1927. 83

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Hanix Nr. 64 84 GESTALTUNG

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Hanix Nr. 64 SASCHA SIMM 85

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Hanix Nr. 64 Internationaler freier Wettbewerb zur Förderung des kreativen Umgangs mit Typographie (Buchstaben von A bis Z und Ziffern von 0 bis 9) 36 Tage lang wird jeden Tag ein Buchstabe/Ziffer gepostet. Simmbilds Ziel: Das Konzept strikt einhalten. Alles wird komplett analog erzeugt. Am Rechner werden nur die Bilder gesichtet und beschnitten - das wars. Gefräste Holzbuchstaben, PU-Rundschnur in versch. Durchmessern, Nadeln, Nägel, Schnur, doppelseitiges Klebeband, Teppichmesser, Lichter, Stative, Karton für die Hohlkehle und ganz viel Geduld waren für diese 36 Tage Simmbilds tägliches Brot. Dessen Fazit war: „Im analogen Leben gibt es kein CMD+Z, sondern nur den Neuanfang.“ www.instagram.com/simmbild 86 GESTALTUNG

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Hanix Nr. 64 01. Corporate Identity · Triebwerk Jungwinzer WG Heilbronn · 2012 02. Produktdesign · Edelobstbrennerei Sammet · 2014 03. diverse Logogestaltungen · 2007-2019 04. Freies Projekt · Low-Poly-Zwergen-Serie · 2019 05. Corporate Design · Goldjunge Self Service Gym · 2019 06. Corporate Design/Fuhrpark · Fahrschule Toni Kienitz · 2009 01 02 03 04 05 06 SASCHA SIMM 87

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88 Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Wenn die Feuchtturm-Glocken läuten Warum selbst kleinste Geschenke im Wert von etwa drei Euro unendlich wichtig sein können Noch gluckern die randvoll befüllten Tankwagen auf den Autobahnen umher, doch schon bald wird die internationale Interessengemeinschaft rotweinentsorgender Industriebetriebe auch in diesem Jahr wieder Vollzug melden können. Das ist ja nicht zuletzt das Schöne an Weihnachten – weil nämlich die christliche Jahresendfeiertagsperiode die zurecht gefürchtete allerschönste Zeit der Welt und des Jahres überhaupt ist. Noch schöner dünkt manchen nur die Vorweihnachtszeit, denn die allerschönste Freude ist bekanntlich die Vorfreude. Sie beginnt im Spätsommer Foto: Ulla Kühnle mit Dominosternen und Zimtsteinen und endet jäh Ende Dezember, wenn die Osterhasen die Weihnachtsartikel aus den Supermarktregalen vertreiben. Ein Vorgang unnötiger Grausamkeit gegen wehrlose Weihnachtsmänner und unschuldige Christkinder. Einzige Alternative wäre ein besinnliches und friedvolles Ganzjahresweihnachten mit einer sich in die schiere Unendlichkeit immer weiter fortschraubenden Weihnachtspyramide. Dafür aber müsste man sich nach Rothenburg ob der Tauber aufmachen. Dort nämlich hat Käthe Wohlfahrts weltberühmter Nippesladen ganzjährig für die komplette Menschheit geöffnet und garantiert, wie die Werbung unverhohlen droht, »festliche Weihnachtsstimmung – das ganze Jahr«. Doch was schert den Heilbronner ein Rothenburger Ramschladen mit Riesenpyramide und Nussknackerskulptur, wenn er doch zuhause auf dem Marktplatz ein viel imposanteres Monument bestaunen kann? Denn auch in diesem Jahr wird dort wieder, so steht zu fürchten, ein erstaunliches Mahnmal der allgemein menschlichen und speziell Unterländer Imbezillität zu sehen und zu bestaunen sein – wenn nämlich der sieben Meter hohe und tatsächlich so genannte »Glühwein-Glockenturm« aus dem weihnachtsmarktlichen Bratfettdunst in die Höhe und weit in den Heilbronner Himmel erigiert. Dabei ist dieser Glühweinturm wohl eher als antithetischer Ölbohrturm zu deuten und zu verstehen. Letzterer nämlich lässt das schwarze Gold aus der Erde sprudeln, wo es sich in Gold verwandelt, Ersterer indes dient zur Distribution der aus Tankwagenstutzen abgepumpten Plörre in die darunter stehenden, sperrangelweit offenen Mäuler; wodurch sich die wässrig-rote Alkohol-Zucker-Lösung gleichfalls in Gold verwandeln lässt. So ist Heilbronns Plörren-Campanile wohl genau das von OB Harry Mergel schon seit Jahr und Tag herbeifabulierte »Leuchtturmprojekt«, das die osteuropäischen Tankwagen schon vom Autobahnzubringer aus erkennen können. Ein Feuchtturmprojekt des friedlichen Handels, wo weinhaltige Abwässer gegen maximalen Aufpreis an bzw. in traditionell anspruchslose Konsumenten verklappt werden können. Mit ordentlich Glühwein in der festlich roten Birne lässt sich dann auch wesentlich besser und zielgerichteter darüber nachdenken, welchen der umliegenden Ramschstände man denn eventuell ansteuern möchte, um original erzgebirgische Holzschnitzerscheußlichkeiten made in China zu grotesken Mondpreisen zu erwerben. Oder darf’s dann doch lieber wieder ein von Herzen kommendes, individuell berechnetes Geldpräsent sein? Noch viel häufiger als nach dem was stellt sich doch die Frage, wie viel man jemandem schenken solle. Die Preislage eines Präsents macht deutlich, wie sehr man den Beschenkten wertschätzt. Die leere und somit einlösbare Pfandflasche ist als Weihnachtsgeschenk für die Liebste ebenso inadäquat wie die Kiste Champagner, die man dem Zeitungsausträger als OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 26 Hanix Nr. 64

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Weihnachtsgratifikation an den Briefkasten hängt. Zwar gelten Geldgeschenke gemeinhin als Ausweis für die Fantasielosigkeit des Donators, aber, mal ehrlich: Hat man sich denn bei frühen Geburtstagen nicht viel mehr über den verheißungsvoll knisternden Umschlag gefreut als über die Schokoladentafel, an die er geheftet war? Welcher Betrag aber ist in welcher Situation angemessen? Antwort: Weniger als man denkt! Beispielsweise war ich kürzlich zu einer formlosen Zusammenkunft feierwütiger Herrschaften geladen. Im Laufe des immer unübersichtlicher werdenden Abends stellte sich mit Glockenschlag zwölf heraus, dass ein Gast mit dem neuen Tag auch ein neues Lebensjahr begann. Weil mir dies zuvor keiner gesagt hatte, ich mich geschenkehalber also auch nicht hatte vorbereiten können, weil mir der Herr überhaupt persönlich unbekannt war, schenkte ich ihm à fonds perdu zum Geburtstag: drei Euro. In Silbergeld. Natürlich war der Gratifizierte überrascht, denn drei Euro sind ein Betrag, dem man eine gewisse Kaufkraft nicht absprechen kann und für einen Herrn seines jungen Alters allemal eine ordentliche Summe. Besserwisserische Bankexperten werden nicht müde vorzurechnen, über wie viele Milliarden unüberschaubaren Reichtums man heute schon verfügen könnte, wenn man vor hundertzwölf Jahren einen Euro bzw. 1,95 Deutsch- oder sogar Reichsmark auf die Bank gebracht und festverzinslich angelegt hätte. Bei drei Euro wäre dies rechnerisch sogar dreimal so viel! Sechs Euro wären aber eindeutig zu viel gewesen, das ist ja schon der Gegenwert eines gut gefüllten Zigarettenpäckchens; und ein solches kann gerade bei Feierlichkeiten im Endstadium respektable Schwarzmarktpreise erzielen. Womit nun aber das Geburtstagskind nicht rechnen konnte: Ein Nachzügler, der mich die drei Euro überreichen sah, schenkte selber, da er den Jubilar noch viel weniger kannte, spontan drei weitere Euro nach. Also schon sechs Euro! Dass wir diese im Endstadium der Feierlichkeit kurzerhand wieder entliehen, um dafür Zigaretten zu kaufen, minderte die Dankbarkeit des Beschenkten nur unwesentlich. Schließlich kommt es beim Schenken genau genommen nicht einmal auf das wie viel an, sondern nur auf die Geste. Und die sollen sich ja amüsieren – vor allem, wenn es herrlich heiße Weihnachtsmarktplörre gibt. Und die Glühwein-Feuchtturmglocken läuten. ◆ Für Freunde, Familie, Neuankömmlinge, Alteingesessene und Abgewanderte. Für nen schlappen 40er gibts sechs Mal Hanix in den Briefkasten. Das perfekte Geschenk für jeden Anlass: Ein Hanix-Abo SCHENKE EIN MAGAZIN! Bestellen unter: → abo@hanix-magazin.de → shop.hanix-magazin.de/shop 89

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Von ROBERT, KATHARINA, DOUGLAS, JOLEEN UND BENNET FLUBACHER Fotos: Meli Dikta Briefe an die Heimat aus Rumänien Robert Liebe Heimat, Cat Stevens erzählt mir davon, dass er seinen Hund liebt. Donovan lässt sich Liebeslieder vom Hurdy Gurdy Man vorsingen und singt mir sein Lied davon. Mick Jagger hat die Zeit auf seiner Seite und Simon & Garfunkel singen von der Stille. Ich fahre auf meine Heimat zu. Meine erste Heimat, in der ich die ersten neun Jahre meines Lebens verbrachte. Vor mir die wahrscheinlich ursprünglichsten Wälder vor dem wahrscheinlich ursprünglichsten Gebirge Europas: den Karpaten in Transsylvanien in Rumänien. Ich fahre auf Victoria zu, meine Geburtsstadt. Das Ortsschild in Form eines großen »V« heißt mich willkommen … und ich lächle. Ich lächle immer, wenn ich diese Straße entlang fahre. Die Musik, die ich in meiner Kindheit hier ständig bei meinen Eltern mitgehört habe, die Landschaft, in der ich meine Kindheit verbrachte, meine Menschen in meinem Auto, das alles ist perfekt. Mein Glück ist vollkommen. Die Gebäudekette, die man auf der Fahrt in die Stadt zuerst sieht, nennen die Einheimischen »Zidul Chinezesc« – die Chinesische Mauer. Es ist eine 600 Meter lange Aneinanderreihung von Plattenbauten. In dem letzten Gebäude der Chinesischen Mauer wohnten wir bis 1985. Im vierten Stock. Mit Balkon mit Blick auf das Gebirge. Das Gebäude ist heruntergekommen, die Fassade bröckelt und einige Fenster des Treppenhauses sind nicht mehr … und es ist wunderschön! Meine Kindheit hier war wunderschön. Wir fahren erst mal eine Runde durch die Stadt. Das muss jedes Mal sein. Meine Kinder so: »Woah, wieder eine Runde durch die Stadt ey.« Sie lächeln aber auch. Weil es wirklich schön ist hier. Die Stadt besteht nicht nur aus Plattenbauten, sondern auch aus wunderschönen Reihenhäusern, die Anfang der Fünfzigerjahre gebaut wurden. Dann gerne noch einen Spaziergang runter zum Bach, vorbei an den Schrebergärten und an bellenden Hofhunden, von denen manche wie Anlasser alter Dacias klingen, die den Motor nicht mehr starten können, aber sicher nicht aufgeben werden. es zu versuchen. Ich werde hier am Bach zum alten Mann, der seinen Kindern zum zwölften Mal die gleichen Geschichten erzählt. Geschichten vom Hagebuttensammeln, vom Kartoffelklauen, vom Krebsefangen vom Angeln mit selbstgebauten Ruten, von Lagerfeuern und Obstwäldern beim Ghirloțel. Nachdem ich Victoria ›Hallo‹ gesagt habe – so wie es sich gehört – fahren wir weiter. Jetzt geht es zu unserem Ferienhaus nach Porumbacu de Sus, wo wir die nächsten drei Wochen verbringen werden. Im Wald, am Fuße des Negoiu. Unser »Domizil« ist ein Teil der Ferienanlage, die mein Onkel gebaut hat. Hans war ein Macher. Ein großer, bärtiger, bäriger Mann, der ein bisschen aussah wie Reinhold Messner, nur größer und bäriger. Und er hat gemacht! Er hat mehrere Ferienhäuser und einen Campingplatz in einer Gegend gebaut, die keinerlei Infrastruktur bot. Er hat gemacht, bis er nicht mehr machen konnte, weil er krank wurde. Er starb vor fünf Jahren. 90 BRIEFE AN DIE HEIMAT Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 Seine Ferienanlage wurde und wird von den Mitarbeitern weiter gepflegt und steht fast genauso gut da wie zu Hans’ Lebzeiten. Jetzt darf ich weitermachen. Kleiner, langsamer, aber mit der gleichen Leidenschaft und Liebe für die Einheimischen, das Land, den Wald und die Berge. Das Domizil ist nur ein weiterer Grund, öfter in Rumänien zu sein. Alte Erinnerungen an meine erste Heimat werden durch neue ergänzt. Inzwischen dürfen auch Thom Yorke, Olafur Arnalds, M83 und andere für mich singen. Ich habe viele wundervolle Erinnerungen. Auch an dich, liebe zweite Heimat. Aber jetzt will ich erst mal hier sein. Bis gleich … oder später, Dein Robert. Katharina Liebe Heimat, schon den achten Sommer sind wir hier, in unserem Ferienhaus in Rumänien. Es gehört uns, das Haus, wir können jederzeit hier sein. Wir fühlen uns wohl im Wald. Am Porumbacu, der irgendwo oben in den Karpaten entspringt. Kalt ist er, der Bach und an manchen Stellen ziemlich wild. Wer mutig genug ist, badet darin. Oder springt vom Felsen in den »Abgrund«. Dieses Jahr habe ich mich nicht getraut. Nächstes Jahr wieder. Viele Steine sind in meinen Hosentaschen vom Bach weggewandert und ein paar, die schönsten, nehme ich mit nach Hause. Ich hätte gerne einen von diesen roten Röcken, wie sie die Zigeunerfrauen tragen. Golddurchwirkt, mit Streublumenmuster. Es ist so still hier. Und dunkel. Ich brauche ein Nachtlicht, damit ich weiß, wo oben und unten ist, wenn ich nachts aufwache. Vollkommene Dunkelheit und Stille. Eine Wohltat. Wir hoffen in der Sternschnuppennacht auf einen klaren Himmel. Vielleicht haben wir Glück. Ich habe ein Glühwürmchen entdeckt und wir haben es eine Weile beobachtet. Es war das Einzige. Es war spät dran. Morgens sind wir schon vor dem Frühstück draußen. Barfuß, im Schlafanzug, mit einer Tasse Kaffee. Die Hunde sind längst wach und begrüßen uns. Sie hoffen auf Reste vom Vortag. Sie haben Glück. Immer. Es sind jedes Jahr andere Hunde bei uns am Haus. Sie bleiben nicht, wenn sie keiner füttert. Sie sind glücklich dort. Frei. Nur Gimi bleibt. Es ist sein Revier hier. Er ist groß und grau und so alt wie der Berg. Er hat vor Jahren mit einem Bären gekämpft und Narben davon. Er ist ein Bestimmer und legt sich winselnd vor mir auf den Rücken und kann nicht genug gekrault, geknetet und gewuschelt werden. Er war schon am ersten Abend da, um sich seine Portion Liebe abzuholen. Das Leben hier ist viel langsamer und genussvoller. Vielleicht rennt die Zeit deswegen so. Kein Tag vergeht, an dem wir nicht überrascht sind, dass er schon vorüber ist. Wir haben hier keine Eile. Meistens. Nützt auch nix. Pläne sind hier vor allem dazu da, um über den Haufen geworfen zu werden. Außer beim Wandern. Wer auf den Berg hoch will, muss früh raus. Als ich das Gebirge zum ersten Mal gesehen habe, liebe Heimat, war ich sprachlos. Und jedes Jahr bin ich auf‘s Neue zutiefst berührt, wenn wir aus dem Wald auf die Ebene hinaus fahren und sich rechter Hand die Karpaten in ihrer vollen Schönheit weit in den Himmel auftürmen. Hinauf zu steigen, zu spüren, wie die Luft tatsächlich dünner wird, JULIA UND MANUEL AUS PERU 91

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um dann oben, stolz, erfüllt und glücklich, hinab zu blicken, ist jeden Muskelkater wert. Meine Höhenangst überwunden und den Schwindel so gut es geht weggeschoben. Mein Kind an der Hand, das furchtlos ist und keine Ahnung hat, wie weit man fällt, wenn man stürzt. Die kalte Luft, der raue Wind. Nur 2.400 Meter über null. Ich habe viel zu wenig vom Gebirge erwandert. Diesen Sommer haben wir begonnen, das Ferienhaus umzugestalten, neu einzurichten. Es hat auch einen neuen Namen bekommen, unser Ferienhaus - Domizil. Wir werden ab jetzt viel häufiger hier sein, nicht nur im Sommer. Wir werden alle Jahreszeiten dieser herrlichen, verzaubernden Gegend kennenlernen. Und wir werden Bären sehen. Bestimmt. Bis bald, liebe Heimat, das Gefühl, hierbleiben zu wollen, wird jedes Jahr stärker. Ich vermisse Dich nur ein kleines Bisschen, Deine Katharina Douglas Liebe Heimat, mein einer Flipflop ist im Bach davon geschwommen, vielleicht schafft er’s bis ins Meer. Ich esse nie, nie, nie wieder scharfe Peperoni, die sind die Hölle. Das habe ich vor ein paar Jahren mal gemacht und meine Familie zieht mich immer noch damit auf. Macht mir aber nix aus. Mittlerweile finde ich es auch lustig. Wir spielen abends immer UNO zusammen. Das ist so eine Tradition geworden. Wir lachen total viel und ich kann meine Schwester schön dissen. Dazu gibts Oreos und Boromirs mit Milch. Meistens gewinne ich. Wenn nicht, gibt's auf jeden Fall einen guten Grund, warum das auf gar keinen Fall an mir liegen kann. Ich habe das beste Zimmer in unserem Haus. Vom Bett aus kann ich den Negoiu sehen. Das ist der zweithöchste Berg in den rumänischen Karpaten. Ganz oben waren wir noch nicht. Wandern ist mir manchmal zu anstrengend. Ich habe trotzdem viel Spaß. Ich möchte wieder in La Genune baden und vom Felsen reinspringen. Joleen traut sich das nur vom Niedrigeren, ich springe von ganz oben. Bennet ist auch reingehüpft, der Fetz. Vom niedrigsten Felsen und dann ganz schnell wieder raus. Oma und Opa sind auch, wie jedes Jahr, eine Zeit lang mit da. Oma kocht dann Schnitzel und Püree für uns. Das kann sie gut. Am Nachbarhaus sind drei Welpen. Wir dürfen mit ihnen spielen und haben sie Ivan, Bitzer und Silvester getauft. Sie sind total süß. Unser Quad ist leider immer noch kaputt. Aber nächstes Jahr reparieren wir es, dann kann ich wieder den Berg hoch heizen. In einem Jahr hatten wir ein Crossmotorrad, das war gut! Papa ist mit mir durch einen Bach gefahren und hat sich etwas verschätzt. Das Wasser war tiefer, als er gedacht hat. So, mehr fällt mir gerade nicht ein, bis bald, Dein Douglas Joleen Liebe Heimat, hier in Rumänien ist es so schön. Man kann wandern gehen, an Bäche gehen oder baden. Es ist einfach die pure Natur. Hier bei unserer Hütte im Wald gibt es viele verschiedene Hunde. Meistens sind es Mischlinge. Man kann bei uns auch an den Steinbruch fahren oder wandern. Es gibt aber auch eine Stelle am Bach, an der man schwimmen kann. Sie heißt: La Genune. In der Nähe von uns gibt es auch ein Schloss, von unserem Nachbarn in Rumänien, das ist auch megaschön. Liebe Grüße, Deine Joleen Bennet Liebe Heimat, Du bekommst ein Geschenk und eine Belohnung. Du bist ganz, ganz weit weg. So weit weg wie Rumänien. Es gibt hier ganz viel Wald. Wald finde ich am allerschönsten. Wald ist, wenn die Bäume sich über der Straße so berühren. Wir haben Hunde und einen Bach und ein Quad. Wenn ich mit den Hunden gespielt habe, muss ich immer meine Hände waschen, sagt meine Mama. Das mag ich gar nicht. Wir gehen wandern und an den Wasserfall. Da ist ganz viel Wasser. Im Wohnzimmer ist ein Kachelofen, da mache ich mit meiner Mama Feuer. Mein Papa hat das Holz gehackt. Das ist hinterm Haus. Die Männer haben es uns gebracht und gestapelt. Ich hab den Ofen geputzt. Jetzt kann man das Feuer viel besser sehen. Ich vermisse meine Spielsachen und mein Fahrrad. Ich möchte lieber nicht so lange bleiben. Liebe Grüße, Dein Bennet 92 BRIEFE AN DIE HEIMAT Hanix Nr. 64

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Am Fortunabrunnen –– 1949 –– Fotograf: Manfred Pfeifer, privat und Stadtarchiv Heilbronn Hanix Nr. 64 Dieses Foto stammt aus dem Frühjahr 1949. Es ist eine der ersten Aufnahmen des späteren leidenschaftlichen Hobbyfotografen Manfred Pfeifer, der damals fast 16 Jahre alt war. Die beiden Jungs in ihren feinen Sonntagsanzügen, die er am Fortunabrunnen stehend ablichtete, waren wohl seine Freunde. Der Brunnen (auch Fleinertor-Brunnen genannt) hatte den Zweiten Weltkrieg halbwegs unbeschadet überstanden. Im September 1948 war die Brunnenschale von den Trümmern befreit worden und ab dem späten Frühjahr 1949 wird wieder Wasser aus den vier Röhren sprudeln. Links ragt einer der spitzen neugotischen Chortürme der Kilianskirche in den Himmel und geradeaus in Blickrichtung Norden gibt der Stumpf des Hafenmarktturms Orientierung. Die Fleiner Straße war seit einigen Monaten von Schutt und Trümmern geräumt, sie glich jedoch – so wurde in der »Heilbronner Stimme« kritisiert – immer noch eher einem Feldweg als einer Stadtstraße. Ab Juni 1949 wurden die Trümmerreste der östlichen Häuserzeile entfernt und die Fleiner Straße erhielt ihre heutige Breite. Das Wäsche- und Aussteuerhaus von Rolf und Friedel Palm – seit vielen Jahrzehnten hier am Fleinertor beheimatet – hatte in den Nachkriegsmonaten zunächst in der Uhlandstraße 61 und dann an der Inneren Rosenbergstraße 16 (heute Rollwagstraße) sein Notquartier gefunden. Am 4. November 1950 bezog der »Palm« wieder seinen angestammten Platz am Fortunabrunnen. Wenige Monate später wurde mit dem Bau des »Merkur« begonnen, der das Erscheinungsbild der südlichen Fleiner Straße maßgeblich prägte. Das nach dem Entwurf der Karlsruher Architekten Egon Eiermann und Robert Hilgers errichtete lichtdurchflutete Kaufhaus wurde am 8. November 1951 eröffnet. Der Wiederaufbau hier am Fortunabrunnen fand ein Jahr später seinen Abschluss, als die Metzgerei Alfred Lobmüller und eine Filiale der Bäckerei Albert Mohr (Bergstraße 19) im November 1952 den Neubau an der Ecke zur Hohe Straße (heute Am Wollhaus) bezogen. Die Fleinertor-Apotheke, die sich hier bis zum 4. Dezember 1944 befunden hatte, kehrte nicht mehr zurück. Ihr Eigentümer Richard Werner eröffnete stattdessen ebenfalls im November 1952 in der Kernerstraße 1 die Karlstor-Apotheke. Näheres zur Heilbronner Geschichte unter 94 www.stadtarchiv.heilbronn.de DER HISTORISCHE SCHUSS

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Jens Raßmann arbeitet seit 19 Jahren bei der Volksbank Heilbronn und beschenkt gern andere und sich selbst. Kleine Zinsen für große Geschenke! Große Geschenke kommen nicht nur zu Weihnachten gut an. Egal, ob Sie sich oder Ihren Lieben einen besonderen Wunsch erfüllen möchten: Der easyCredit überzeugt mit vielen Vorteilen. Nur bis zum 31.12.19: Sichern Sie sich 5.000 € zu extra kleinen Raten! Finanzieller Spielraum, der perfekt zu Ihnen passt. Flexibel und sicher über die komplette Laufzeit. Bequem online in nur zehn Minuten abschließen. www.volksbank-heilbronn.de Jetzt Wünsche erfüllen! www.volksbank-heilbronn.de 95

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.jpg FAEX 96 Pop-up-Store, Schiesshaus, Heilbronn, 17.10.2019, 18:00 Uhr bis 19:04 Uhr Fotos: Meli Dikta Mitte Oktober gastierte Fashion Exchange mit dem Pop Up Store erstmals in Heilbronn. Das Shoppingevent verbindet lokales Design mit internationaler Modeszene. Im Schiesshaus fanden Besucher die Kollektionen von Independent Fashionlabels aus Heilbronn, Stuttgart, Berlin, Wien und Krakau. .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 64

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[1] Neuer In-Store Coffeeshop im Tipi, »Erstmal Kaffee«, Heilbronn, 29.10.2019, 10:56 Uhr [2] Neuer In-Store Coffeeshop im Tipi, »Erstmal Kaffee«, Heilbronn, 29.10.2019, 10:50 Uhr [3] Outdoor cooking, Grill- und Spielplatz, Maad, 12.10.2019, 13:51 Uhr [4] Schaukasten Raumfahrt, Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn, 26.10.2019, 19:35 Uhr [5] Halloween-Kürbisse, Privatgarten, Heilbronn, 27.10.2019, 18:44 Uhr [6] Lichtkegel, Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn, 26.10.2019, 19:48 Uhr Fotos: Meli Dikta Hanix Nr. 64 98 .JPG – BILDERGALERIE

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Hanix Nr. 64 [1] Seenlandschaft, Breitenauersee, Obersulm, 13.10.2019, 13:31 Uhr [2] Heilbronn bei Nacht, Robert-Mayer- Sternwarte, Heilbronn, 26.10.2019, 20:18 Uhr [3] Halloween-Party, Flavour, Heilbronn, 31.10.2019, 22:21 Uhr Fotos: Meli Dikta .JPG – BILDERGALERIE f r e i r a u m - p h o t o s . d e eilbronner Im Wert von 10, 25, 35, 44 und 50 € Wünsche erfüllen ... EINKAUFSGUTSCHEIN www.mein-heilbronn.de Ein Gutschein – viele Möglichkeiten! www.mein-heilbronn.de ... in über 80 Geschäften Gutschei 99

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Theater HN Dez & Jan 2020 Großes Haus Drei Haselnüsse für Aschenbrödel (Märchenkomödie) 01.12., 02.12., 03.12., 05.12., 06.12., 09.12., 10.12., 11.12., 12.12., 13.12., 15.12., 16.12, 17.12., 18.12., 19.12., 20.12., 21.12., 26.12., 10.01., 15.01., 20.01., 23.01., 24.01., 26.01., 27.01., 28.01. BOXX No und Ich (Schauspiel) 02.12., 03.12., 04.12., 16.12., 17.12., 18.12., 19.12., 15.01., 16.01., 30.01. Großes Haus Drei Männer und ein Baby (Komödie) 03.12., 04.12., 10.12., 12.12., 18.12., 31.12., 15.01., 21.01. Komödienhaus Revanche (Kriminalstück) 03.12., 06.12., 11.12., 12.12., 13.12., 15.12., 16.12., 20.12., 21.12., 22.12., 26.12., 28.12., 30.12., 31.12. BOXX Tigermilch (Schauspiel) 04.12., 05.12., 06.12., 29.01. Termine Dezember 2019 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour, Jäkbar & Doris Hill So 01. Bildungscampus, Heilbronn Familienkonzert »Der Schneemann« (Konzert) 100 Großes Haus Viel Lärm um nichts (Komödie) 05.12., 27.12., 04.01., 05.01., 28.01. BOXX Heilbronner Poetry Slam Special: U20 Stadtmeisterschaft (Poetry Slam) 06.12. Großes Haus Germania 3 Gespenster am toten Mann (Schauspiel) 07.12., 14.12., 17.12., 19.12., 29.12., 02.01., 30.01., 31.01. BOXX Das Traumfresserchen (Schauspiel) 08.12., 09.12., 10.12., 22.12., 05.01. Großes Haus Faust. Der Tragödie erster Teil (Schauspiel) 08.12., 11.12., 13.12., 20.12., 28.12., 03.01., 22.01., 23.01. BOXX Die Kinder von Golzow (Filmvorführung und Gespräch) 09.12. Komödienhaus Markus Maria Profitlich: »Schwer verrückt!« (Theaterspezial) 10.12. redblue, Heilbronn Sounds of Afrika (Konzert) Zigarre, Kunst und Kulturwerkhaus, Heilbronn Holymess Multimarkt (Kreativ- und Retromarkt) Fritzhalle, Schwaigern Hobbykünstlermarkt (Kunstmarkt) Filzerei Salbeigrün, Frauenzimmern Weihnachtsscheune (Kunsthandwerkmarkt) Musikhalle, Ludwigsburg Handmade Love Xmas Edition (Alternativer Weihnachtsmarkt) Phoenixhalle im Römerkastell, Stuttgart Schöne Bescherung Stuttgart (Alternativer Weihnachtsmarkt) Alte Feuerwache, Mannheim Namika: Que Walou Tour (Konzert) BOXX Der goldne Topf (Schauspiel) 11.12., 12.12., 13.12., 23.01., 24.01. BOXX Wild! (Schauspiel) 15.12., 27.01., 28.01. Komödienhaus Christine Westermann: »Da geht noch was und manchmal ist es federleicht-Ein Querschnitt« (Theaterspezial) 18.12. Großes Haus A Chrismas Carol (Weihnachtsmärchen) 22.12. Komödienhaus Sonny Boys (Komödie) 11.01., 16.01., 17.01., 18.01., 29.01. BOXX Nachtgeknister (Schauspiel) 12.01., 14.01. BOXX Der Junge mit dem längsten Schatten (Schauspiel) 17.01., 21.01., 22.01., 23.01. Mo 02. Im Wizemann, Stuttgart Scott Bradlee's Postmodern Jukebox (Konzert) Alte Feuerwache, Mannheim Die Höchste Eisenbahn (Konzert) Di 03. Bürgerzentrum, Brackenheim Adventskonzert »Weihnachten ist Party für Jesus» (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Niels Frevert (Konzert) Klapsmühle, Mannheim FuckUp Night Mannheim VOL. 14 (Vortrag) Großes Haus Mit der Faust in die Welt schlagen (Schauspiel) 18.01., 24.01., 29.01. BOXX Kotzmotz, der Zauberer (Gastspiel) 19.01., 20.01. Kinostar Arthaus-Kino Heilbronn »Der geteilte Himmel« (Film) 20.01. Komödienhaus Annette Schiedeck und Jens- Uwe Krause (Theaterspezial) 24.01. Großes Haus Joachim Król & L‘Orchestre du soleil (Theaterspezial) 25.01. BOXX Die friedliche Revolution und ihre Vorgeschichte (1985-1989) (Podiumsdiskussion) 27.01. Mi 04. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Seminar 4: Mein Kaffee und ich – Mit Herz und Verstand (Seminar) Harmonie, Heilbronn Naturally 7 - »Christmas – It’s a Love Story« (Konzert) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die lange Nacht (Science-Erlebnis) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Hilfe zur Selbsthilfe) La Bohème, Heilbronn Lindy Hop Tanzabend (Tanzveranstaltung) Theaterschiff, Heilbronn Der perfekte Mann (Theater) 01. – 04.12.2019 Hanix Nr. 64

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Halle 02, Heidelberg Sven Bensmann (Comedy) Sa 07. Mo 09. Mi 11. Hanix Nr. 64 Do 05. Harmonie, Heilbronn Schwanensee mit Live-Orchester (Russisches Ballett) Theaterschiff, Heilbronn Rattenscharfe Weihnacht – Ein sati(e)risches Liederprogramm (Theater) Kulturkeller, Heilbronn KulturExtra: »Ganz schön frech« (Kabarett) Altes Theater, Heilbronn Peter-Philipp Röhm (Konzert) Olgazentrum, Heilbronn Reparier Café Heilbronn für Fahrräder (Hilfe zur Selbsthilfe) Scala, Ludwigsburg Kim Wilde (Konzert) Fr 06. Theaterschiff, Heilbronn Weiber – ein musikalischer Mädelsabend (Theater) Kulturkeller, Heilbronn Heilbronner Leibgerücht (Kabarett) Innenstadt, Heilbronn Critical Mass (Fahrraddemo) experimenta – Das Science Center, Heilbronn Die drei Fragezeichen und der dreiäugige Totenkopf (3D-Hörspielerlebnis) Anlagencafé, Schwäbisch Hall Emily Jane White (Konzert) Schräglage, Stuttgart Bizarre Ride II the Pharcyde (Konzert) 04. – 11.12.2019 Altes Theater, Heilbronn Nikolaus Swing Ball (Tanz) Theaterschiff, Heilbronn Weiber – ein musikalischer Mädelsabend (Theater) Winery, Heilbronn Wein, Chamapagner und Wiskey Probe (Verkostung) Harmonie, Heilbronn Suzi Quatro & Band (Konzert) Burg Stettenfels, Untergruppenbach 1. Christmas Street Food Festival (Food Festival) Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim Lars Redlich – Ein bisschen Lars muss sein (Musik-Comedy) Alte Feuerwache, Mannheim Martin Sonneborn (Satire Event) Mercedes-Benz Arena, Stuttgart The Kelly Family (Konzert) So 08. K2acht, Heilbronn The very best time of year – das Konzert mit Mitsinggarantie (Konzert) Ballei, Neckarsulm Benefizkonzert mit Agape Harmony (Konzert) Stadtmuseum, Neckarsulm Waldmärchen (Märchenstunde mit Bastelei) Burg Stettenfels, Untergruppenbach 1. Christmas Street Food Festival (Food Festival) Altes Theater, Heilbronn Das 1. Heilbronner Benefiz Rudelsingen (Benefizveranstaltung zum Mitsingen) Renitenztheater, Stuttgart Christoph Sonntags Gag Werkstatt (Comedy) Di 10. Forum am Schlosspark, Ludwigsburg EOFT 19/20 – European Outdoor Film Tour (Filmfestival) Schleyer Halle, Stuttgart Red Bull Soundclash 2019 – Alle gegen Bausa (Konzert) Kletterarena, Heilbronn Reel Rock Film Tour 14 (Filmfestival) Theaterschiff, Heilbronn Gatte Gegrillt (Theater) Museum im Deutschhof, Heilbronn Jahresempfang der EnerGeno (Vorträge und leckere Häppchen) Neues Globe, Schwäbisch Hall The Best of Black Gospel (Konzert) Rockfabrik, Ludwigsburg D:A:D (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Max Mutzke & monoPunk (Konzert) Karlstorbahnhof, Heidelberg Afrob – Rolle mit Hip Hop (Konzert) 101

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Do 12. Harmonie, Heilbronn Sarah Lesch + Support: Bastian Brandt (Konzert) Harmonie, Heilbronn Manfred Mann's Earth Band (Konzert) Theaterschiff, Heilbronn Der perfekte Mann (Theater) Altes Theater, Heilbronn Fischbacher Sasse Brandenburg feat. Nussbaum (Konzert) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Gruseldinner – Jack the Ripper (Krimi-Gruseldinner) Erlebnishotel Sonnenhof, Kleinaspach Vanessa Mai (Konzert) Hanns-Martin-Schleyer- Halle, Stuttgart Night of the Proms 2019 (Konzert) Fr 13. La Bohème, Heilbronn Winterwonderland à la francaise (Live-Musik) Kulturkeller, Heilbronn »So schön war's noch selten« – Holger Paetz (Kabarett) Winery, Heilbronn Weingut Amalienhof Verkostung (Weinverkostung) Theaterschiff, Heilbronn Der perfekte Mann (Theater) experimenta – Das Science-Center Die drei Fragezeichen und der dreiäugige Totenkopf (Science Dome Special 3D- Hörspiel) 102 Burg Stettenfels, Untergruppenbach Gruseldinner – Jekyll & Hyde (Gruseldinner) Scala, Ludwigsburg Adam Ben Ezra + Electa (Konzert) Sa 14. Harmonie, Heilbronn Die Weihnachtsbäckerei (Musical) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Premiere: »Moonwalk« (Konzert) Stadtbibliothek, Heilbronn Beethoven bei uns: »Lässt sich das singen?« (Gesprächskonzert) Emma 23, Heilbronn Der ganze Rest at Emma 23 (Konzert) Theaterschiff, Heilbronn Gatte gegrillt (Theater) Robert-Mayer-Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Sonne, Mond und Sterne für Kinder (Astro-Führung) experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Kulturkeller, Heilbronn Heilbronner Leibgerücht (Kabarett) DAI, Heidelberg Word Up! (Poetry Slam) So 15. Weingut Bihlmayer, Löwenstein WEIN-nachtsmarkt (Weihnachtsmarkt) Scala, Ludwigsburg Pee Wee Ellis feat. China Moses & Ian Shaw (Konzert) Karlstorbahnhof, Heidelberg Diamond D + Sadat X, A.G. & Large Pro (Konzert) Mo 16. Harmonie, Heilbronn Nussknacker mit Live-Orchester (Russisches Ballett) Audi Forum, Neckarsulm Django Asül: Satirischer Jahresrückblick (Kabarett) Renitenztheater, Stuttgart Christoph Sonntags Gag Werkstatt (Comedy) Di 17. Städtische Mussen, Heilbronn Museum mit Genuss 60+(Kunstausstellung) Theaterhaus, Stuttgart Kurt Krömer – Stresssituation Live (Comedy) Mi 18. Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Weihnachtscircus (Zirkus) Theaterschiff, Heilbronn Gatte gegrillt (Theater) experimenta – Das Science Center, Heilbronn Repariercafe (Hilfe zur Selbsthilfe) Theaterhaus, Stuttgart Kurt Krömer (Comedy) Karlstorbahnhof, Heidelberg Cetcé - Trojanisches Pferd Tour 2019 (Konzert) Do 19. Weingut Albrecht-Kiessling, Heilbronn After-Work mit Viola (Party) Harmonie, Heilbronn 4. Heilbronner Konzert: Weihnachtsraritäten (Konzert) Altes Theater, Heilbronn Koschitzki Pereira Sextett (Konzert) Theaterschiff, Heilbronn Heinz Erhardt Abend (Theater) Caipirinha Cocktailbar, Heilbronn Heilbronner Zigarrennacht – Weihnachtsspecial (Chrismas Smoke) Olga Zentrum, Heilbronn Reparier Café für Fahrräder (Hilfe zur Selbsthilfe) Erlebnishotel Sonnenhof, Kleinaspach Andrea Berg (Konzert) Scala, Ludwigsburg Laith Al Deen: C'est la vie (Adventskonzert) Im Wizemann, Stuttgart Yonii – Randale Tour (Konzert) Fr 20. Theaterschiff, Heilbron Gatte gegrillt (Theater) Winery, Heilbron WG Heilbronn Verkostung (Weinprobe) Kulturkeller, Heilbronn Heilbronner Leibgerücht (Kabarett) La Bohème, Heilbronn Soirée Cabaret – Paris zu Gast: die 7 Künstler von In-Orkestra (Kabarett) 12. – 20.12.2019 Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 experimenta – Das Science Center Die drei Fragezeichen und der dreiäugige Totenkopf (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Brauhaus, Neckarsulm Markus Barth – Haha Moment, was? (Comedy) Theaterhaus, Stuttgart Gregor Meyle – »Hätt auch anders kommen können« Wintertour 2019 (Konzert) Sa 21. Winery, Heilbron WG Heilbronn Verkostung (Weinprobe) Theaterschiff, Heilbron Der perfekte Mann (Theater) experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Burg Stettenfels, Untergruppenbach 11. Mittelalterlicher Adventsmarkt (Adventsmarkt) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Abba jetzt! (Konzert) So 22. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) experimenta – Das Science Center, Heilbronn Phantasiewelten (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Karl-Kloß-Jugendbildungsstätte e.V. KKJ, Stuttgart Erster Veganer Weihnachtsmarkt (Weihnachtsmarkt) 20. – 31.12.2019 Mo 23. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Porsche Arena, Stuttgart X-Mas Deutschrap Festival (Konzert) Di 24. Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Weihnachtszirkus (Zirkus) Mi 25. experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Theaterschiff, Heilbronn Der pefekte Mann (Theater) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Kunstsalon (Kunstmarkt) Wartesaal, Besigheim Jazz im Wartesaal: Ensemble Entropie (Konzert) SAP Arena, Mannheim Cirque du Soleils – Corteo (Theaterzirkus) Do 26. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Halle 02, Heidelberg Fatoni (Konzert) Fr 27. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Winery, Heilbronn Weinkonvent Dürrenzimmern Verkostung (Weinprobe) Harmonie, Heilbronn BEST of Musicals (Musical) Königskneipe, Heilbronn Guitar heroes im Köpi (Konzert) Planetarium, Mannheim Pink Floyd: The Wall (360°- Rockoper ) Sa 28. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Theaterschiff, Heilbronn Der pefekte Mann (Theater) Winery, Heilbronn Weinkonvent Dürrenzimmern Verkostung (Weinprobe) Harmonie, Heilbronn Der Herr der Ringe & Der Hobbit – Das Konzert (Konzert) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Kunst – Cafe im Südflügel (Kunstausstellung) Scala, Ludwigsburg Expedition Erde: Magisches Südengland – von Dover nach Cornwall (Foto- und Filmshow) Mercedes-Benz Arena, Stuttgart Matthias Reim (Konzert) So 29. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Kunst – Cafe im Südflügel (Kunstausstellung) Kurhaus Gastronomie, Bad Rappenau Der Nussknacker by Moscow Classic Ballet (Russisches Ballett) Hauptbahnhof, Heidelberg Vita Italiana (italienischer Spezialitätenmarkt) Mo 30. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Polaris und das Rätsel der Polarnacht (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Rosengarten, Mannheim The Music Of Hans Zimmer & Others (Konzert) SAP Arena, Mannheim Ehrlich Brothers: Dream & Fly (Magie- Spektakel) Di 31. Theaterschiff, Heilbronn Gatte gegrillt (Theater) Doris Hill & Lyckaá, Heilbronn Silvester Platin Party (Tanz) Scala, Ludwigsburg Wild for the night – New Years Eve 2019/2020 (Tanz) 103

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Termine Januar 2020 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour, Jäkbar & Doris Hill Mi 01. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Neujahrsführung »Hans Purrmann. Kolorist der Moderne« (Führung) Do 02. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Kim Hofmann (Konzert) 104 Fr 03. Substage, Karlsruhe The Busters (Konzert) Sa 04. SAP Arena, Mannheim Männer-Länderspiel: Deutschland - Island (Handball) So 05. Harmonie, Heilbronn WKO-Neujahrskonzert: Musicalklänge (Konzert) Harmonie Heilbronn Bürgerempfang der Stadt Heilbronn (Empfang) Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Veganes 3-Gänge-Menü (Volksküche) Mo 06. Innenstadt, Schwäbisch Hall 35. Dreikönigslauf (Volkslauf) Carmen Würth Forum, Künzelsau Neujahrskonzert der Würth Philharmoniker (Konzert) Wilhelma Zoo, Stuttgart Christmas Garden (Musikalische Lichterwelt) Di 07. Kreissparkasse, Heilbronn Kammermusikreihe »Migranten« (Konzert) Mi 08. La Bohème, Heilbronn Lindy Hop Tanzen mit den Swingmonkeys (Tanz) experimenta - Das Science Center, Heilbronn experimenta Winternacht (Wissensnacht) Theaterhaus, Stuttgart Wladimir Kaminer: »Liebeserklärungen« live (Lesung) Do 09. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Knebo Guttenberger (Konzert) Carmen Würth Forum, Künzelsau TurnGala - Celebration Tournee (Turnshow) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Wladimir Kaminer: »Liebeserklärungen« live (Lesung) Fr 10. Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) Scala, Ludwigsburg Axel Prahl & Das Inselorchester (Konzert) Sa 11. Tanzschule Brenner, Heilbronn Lindy Hop Anfängerworkshop (Tanz) Ebene 3, Heilbronn Sell & Jenes (Konzert) Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) Carl Benz Arena, Stuttgart YEZ Yoga Festival Stuttgart 2020 (Yoga-Event) So 12. Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) Carl Benz Arena, Stuttgart YEZ Yoga Festival Stuttgart 2020 (Yoga-Event) Mo 13. Ebene 3, Heilbronn Literatur am Montag - Justinus Kerner (1786 - 1862) (Lesung) Di 14. Capitol, Mannheim Willy Astor - The Sound of Islands (Konzert) Mi 15. LKA Longhorn, Stuttgart SSIO Live 2020 (Konzert) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart André Rieu live (Konzert) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Max Goldt (Lesung) 01. – 15.01.2020 Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 Do 16. Abraham-Gumbel-Saal, Heilbronn Hallo Heilbronn (Talkrunde) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: New Vibration Trio feat. Karl Schmid (Konzert) Kultura, Öhringen Winterkonzert der Kulturstiftung Hohenlohe: Der Traum vom Frieden (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Thees Uhlmann: Die Toten Hosen (Lesung) SAP Arena, Mannheim André Rieu live (Konzert) Fr 17. Ebene 3, Heilbronn Timelight -Timeless music (Konzert) Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) LKA Longhorn, Stuttgart Münchener Freiheit - Jubliäum Tour 2020 (Konzert) Porsche-Arena, Stuttgart Adel Tawil: Alles Lebt Tour (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Tom Beck (Konzert) SAP Arena, Mannheim Martin Rütter - Freispruch (Show) Merlin Kulturzentrum, Stuttgart Pop Freaks: Voodoo Jürgens live (Konzert) 16. – 24.01.2020 Sa 18. Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) Capitol, Mannheim Schlagzeugmafia »Backstreet Noise« (Konzert) So 19. Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) MHP Arena, Ludwigsburg MHP RIESEN Ludwigsburg vs. FC Bayern München Basketball (Basketball-Bundesliga) Mo 20. Festspielhaus, Baden-Baden Conversations with Nick Cave (Talk & Musik) Di 21. Städtische Museen, Heilbronn Museum mit Genuss 60+ (Kunst & Kulinarik) Mi 22. VHS Heilbronn, Heilbronn Boris Palmer – Erst die Fakten, dann die Moral (Lesung) Do 23. Kulturkeller, Heilbronn Roland Jankowsky (Konzert) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Michael Kaeshammer Quartett (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Jeanette Biedermann - DNA Tour 2020 (Konzert) Alte Feuerwache, Mannheim Jason Bartsch + Band (Konzert) Fr 24. Unter der Pyramide, Heilbronn Max Mutzke (Konzert) Harmonie, Heilbronn Tahnee live (Comedy) Ebene 3, Heilbronn Grand Central Big Band (Konzert) Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) Festhalle, Gemmingen-Stebbach Teresa Rizos: Selten schön (Theater) Scala, Ludwigsburg Mundstuhl - Flamongos (Comedy) Alte Feuerwache, Mannheim Dota: Mit großem Besteck (Konzert) Substage, Karlsruhe Millencolin (Konzert) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Fiva - Nina Live 2020 (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Backyard Babies & The Bones (Konzert) NEU- JAHRS- KONZERT MUSICAL- KLÄNGE 05.01.2020 19.30 Uhr Harmonie Heilbronn Tickets unter wko-heilbronn.de reservix.de 105

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halle02, Heidelberg Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi (Konzert) Sa 25. Tanzschule Brenner, Heilbronn Swing Fever 2nd Edition - Lindy Hop Party (Tanzparty) Harmonie, Heilbronn Andreas Kieling live - Sehnsucht Wildnis (Vortrag) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Handmade Love (Design & Handmademarkt) Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim Stefan Waghubinger (Kabarett) Kultur- & Kongresszentrum Liederhalle, Stuttgart SWR Big Band & Götz Alsmann (Konzert) Porsche-Arena, Stuttgart Holiday on Ice - New Show (Eislaufshow) halle02, Heidelberg Che Sudaka: Conectando Tour 2020 (Konzert) So 26. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Handmade Love (Design & Handmademarkt) 106 Salinenpark, Bad Rappenau 12. Bad Rappenauer Glühweinmarkt (Fest) Scala, Ludwigsburg Eule findet den Beat (Theater-Konzert) Alte Feuerwache, Mannheim Jeff Parker and The New Breed (Konzert) Mo 27. SAP Arena, Mannheim Silbermond (Konzert) Di 28. Harmonie, Heilbronn Gregorian (Konzert) Festhalle, Gemmingen-Stebbach Fatih Cevikkollu: Fathimorgana (Kabarett) Merlin Kulturzentrum, Stuttgart Pop Freaks: Anja Rützel über Take That (Vortrag) Mi 29. Capitol, Mannheim Kettcar: »Und das geht so«-Tour (Konzert) Mercedes-Benz Arena, Stuttgart VfB Stuttgart - 1. FC Heidenheim (2. Fußball-Bundesliga) Do 30. Harmonie, Heilbronn Özcan Cosars : »Cosar Nostra - Organisierte Comedy« (Comedy) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Volker Engelberth Quintett (Konzert) SAP Arena, Mannheim Holiday on Ice - New Show (Eislaufshow) halle02, Heidelberg Patrick Salmen (Lesung) Fr 31. Kulturkeller, Heilbronn Vorpremiere: Frank Fischer – Meschugge (Kabarett) Ebene 3, Heilbronn Gauwahnen Kabarett mit den Forschners: Prima Klima (Kabarett) Porsche-Arena, Stuttgart Milky Chance: »Mind The Moon«-Tour 2020 (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Sebastian Lehmann: Andere Kinder haben auch schöne Eltern (Comedy) Maimarkthalle, Mannheim Dropkick Murphys (Konzert) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Henni Nachtsheim & Ricki Kavanian (Comedy-Show mit Musik) Kopfhörerparty Inside loud – outside silent Do., 06.02.2020, 19:30 Uhr Audi Forum Neckarsulm Kartenvorverkauf Audi Forum Neckarsulm (07132 31-70110) In allen Reservix-Vorverkaufsstellen (www.reservix.de) 11/8 EUR zzgl. Gebühren Tickets 24. – 31.01.2020 Hanix Nr. 64

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Hanix Nr. 64 IMPRESSUM VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTIONELLE MITARBEITER Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Lilja von Mannstein, Matthias Marquart, Dr. Bernhard Stumpfhaus AUTOREN UND MITARBEITER Gunter Haug, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Maike Endresz, Familie Flubacher (Robert, Katharina, Douglas, Joleen & Bennet), Sarah Baudenbacher ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN, ILLUSTRATOREN UND KÜNSTLER Meli Dikta, Ulla Kühnle, Kathrin Leisterer-Mišković, Lisa Maria Klotz, Nico Kurth, Sonja Knoblauch, Sascha Simm, Claudia Wagner, Natalis Lorenz, Raimar Schurmann, Wolfram Schurmann LEKTORAT Udo Völker & Marcel Kantimm VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.), Lilja von Mannstein VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2019 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. WER SOLCHE PARTNER HAT, BRAUCHT KEINE FREUNDE MEHR! Danke für die großartige Unterstützung 2019! Wir zählen auch 2020 auf Euch. DIE GETRÄNKEKISTE HEILBRONN 107

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 64 108 TIERE AB 18

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Alle 63 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf- Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online-Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App. Foto: Meli Dikta

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Interaktive Station: Farbraum WER DIE WELT VERÄNDERN WILL, MUSS SIE VERSTEHEN. Wir alle wollen verstehen. Warum die Welt so ist, wie sie ist und wie sie besser werden kann. Endlich gibt es einen Ort, an dem man diesem Forschungsdrang nachgehen kann: Nur in der experimenta warten mehr als 275 interaktive Stationen und Experimente auf kleine und große Weltentdecker. www.experimenta.science FÜR ALLE VON 3 – 103 JAHREN