Flash Download 3D-Zeitschrift benötigt das Flash 10.1 Plugin von Adobe.
Download von adobe.com

Bitte Stellen Sie sicher dass Javascript
in Ihrem Browser aktiviert und erlaubt ist.


Content:
1
Kostenloses Mitnahme-Exemplar Nr. 62 August/September 2019 Titelthema: Briefe an die Heimat Das ist »Isi«!

2


3
LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 62 auf unser Cover hat es nach Sibel Kekilli nun die zweite Heilbronnerin geschafft – übrigens hat noch kein Heilbronner das Hanix-Cover geziert. ISABELL STEIDEL ist mit ihren frischen 22 Jahren schon jetzt eine historische Person in der Heilbronner Stadtgeschichte. Sie ist schließlich die jüngste Gemeinderätin in der Geschichte unseres Stadtparlaments. Unsere Autorin Kathrin Stärk hat sich mit »Isi«, wie ihre Freunde sie nennen, im Hartmans getroffen und meint: »Eine beeindruckende junge Frau!« Das Coverfoto stammt von Ulla Kühnle. Unser Themenschwerpunkt zur Sommerferienzeit: Briefe an die Heimat. Dabei sind die Briefe, die uns erreichten, keine aus Urlaubsparadiesen. Vielmehr zeigen uns die Briefe, dass Heilbronner in der ganzen Welt ihren spannenden Leidenschaften oder Berufen nachgehen. Zum Beispiel KATRIN LEHR in der Arktis bei der Suche nach Eisbären und Belugawalen und der Beobachtung des Klimawandels. Oder CLAUDIA und KUNO KONOWSKI im australischen Outback bei »The Track«, dem härtesten Selfsupport-Rennen der Welt. THOMAS VILLINGER war für den Zukunftsfonds Heilbronn (ZFHN) in Israel unterwegs, um nach spannenden israelischen Start-ups zu suchen. Ein Audianer berichtet von seinen ersten Wochen in Schanghai, wo er die kommenden drei Jahre für seinen Arbeitgeber verbringen wird und als erstes gelernt hat, dass er ohne WeChat in China nicht sehr weit kommen wird. Schließlich schreibt uns JOO PETER aus West-Sumatra, wo er bei einem indigenen Schamanen leben durfte und die Kultur und das Leben des Naturvolkes kennengelernt hat. Für das Interview des Monats traf Hanix- Chefredakteur Robert Mucha den Hamburger Unternehmer PHILIPP WESTERMEYER (40). EDITORIAL Als Philipp vor acht Jahren erstmals das OMR- Festival veranstaltete, kamen 200 Besucher. Anfang Mai dieses Jahres waren mehr als 50.000 Digitalheads in Hamburg vor Ort und machten das OMR-Festival damit zu einer der weltweit größten und wichtigsten Digitalkonferenz. Wir sprachen mit dem Unternehmer nach seiner »Roadshow für den Mittelstand« in den Stuttgarter Wagenhallen über die Offenheit und Probleme des deutschen Mittelstandes in Zeiten des digitalen Wandels, was seine Geburtsstadt Essen mit Heilbronn gemeinsam hat, weshalb er sich für sein »Philipp«-Magazin entschuldigt und ob Joko Winterscheidt oder Tim Mälzer der bessere Podcaster ist. Außerdem in dieser Ausgabe: das UGA- Magazin von Künstler NATALIS LORENZ, Soulfoodie MICHELE AIELLO, der »Melkhocker« von Architekt KRISTIAN RIGLEWSKI, Wakeboarden in St. Leon-Rot, der Forschungsstandort Heilbronn, der Kulturkeller, WKO-Chefdirigent CASE SCAGLIONE und Kolumnist Oliver Maria Schmitt weiß: »Du bist aus Heilbronn!« Und natürlich noch vieles mehr. Korrigieren immer noch mit Tipp-Ex: die Briefeschreiber von Hanix. Are you crazy: 520 Kilometer mit Gepäck durch die australische Wüste laufen muss man wollen. Kuno und Claudia Konowski schreiben in ihrem Brief, ob sie es geschafft haben. 3

4
IMPRESSUM VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Lea Pomocnik AUTOREN UND MITARBEITER Gunter Haug, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Kathrin Stärk, Sarah Baudenabcher, Maike Endresz, Claudia und Kuno Konowski, Katrin Lehr, Joo Peter, Thomas Villinger, Stefan Meyer ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATOREN Meli Dikta, Ulla Kühnle, Nico Kurth, Kathrin Leisterer, Lisa Maria Klotz, Officina, Canal-Aventure G. Pielke & D. Lemansky, Katrin Lehr, Joo Peter LEKTORAT Marcel Kantimm & Udo Völker VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2019 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 4 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Pfiffigunde & Gefallener Heilbronner 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für August und September 14 Streifzug durch die Region Diesmal: Interview mit Künstler Natalis Lorenz, Sound of the Forest Festival & Zukunftszeichen! 16 Notizen aus der Provinz DIE GUNTER HAUG KOLUMNE Gartenschauer 18 Taschenkontrolle bei Michele Aiello, Designer & Soulfoodie 20 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Architekt Kristian Riglewski 22 ABENTEUER UM DIE ECKE Wakeboard fahren in St. Leon-Rot INHALT Hanix Nr. 62

5
Hanix Nr. 62 24 Gesellschaft Gemeinderätin Isabell Steidel – Engagiert, grün, sucht: Dialogpartner 28 Gesellschaft II Interview mit Peter Hawighorst zum 100-jährigen Bestehen der vhs Heilbronn 30 Gesellschaft III Heilbronn forsch(t): Über Forschung und woran man hier forscht 34 Kultur Der Kulturkeller: Hoffentlich werde ich nie berühmt! 36 Musik Der neue WKO-Chefdirigent Case Scaglione: Der Darling aus Texas 40 Kunst Kunstverein und Künstlerbund 42 Film Arthaus-Tipp »Love after Love«. Dazu weitere Filmstarts 46 Interview des Monats OMR-Gründer Philipp Westermeyer über den deutschen Mittelstand in Zeiten der digitalen Transformation, die Gemeinsamkeiten seiner Geburtsstadt Essen (Krupp-Stadt) mit Heilbronn (Schwarz-Stadt) und Joko Winterscheidt und Tim Mälzer als Podcaster. HANIX NR. 62 52 Titelthema Heilbronner schreiben aus der Arktis und dem australischen Outback, Heilbronner besuchen indigene Naturvölker in West-Sumatra und die smartesten Startup-Gründer Israels. Und sie berichten von ihrem Arbeitsleben in Schanghai. 74 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Wann bist du aus Heilbronn? 76 Historischer Schuss HEILBRONN VON SÜDWESTEN, um 1902/03 78 .jpg BILDERGALERIE U. a. Hanix-Party auf der Buga, Wandgestaltung im Mobilat-Hof, OMR-Roadshow für den Mittelstand & Buntem aus der Region 82 Veranstaltungskalender Gute Termine für August und September 90 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Die Gangbangurus 5

6
MONTAG, 01. JULI 2019, 11:22 UHR BÜRO DER ZENTRALEN BERATUNGSSTELLE »PFIFFIGUNDE«, HEILBRONN Im Herbst hatte die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) elf Punkte zur Aufarbeitung von Missbrauch beschlossen. Dazu zählt die Schaffung einer zentralen, unabhängigen Anlaufstelle für Betroffene. Zum 1. Juli wurde eine unabhängige zentrale Anlaufstelle zum sexuellen Missbrauch eingerichtet. Betroffenen von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche oder der Diakonie stehen in der »Zentralen Anlaufstelle.help« Fachkräfte für Beratungsgespräche im geschützten Rahmen zur Verfügung, teilte die EKD am Dienstag in Hannover mit. Einen entsprechenden Vertrag hat die Kirche mit der Fachberatungsstelle »Pfiffigunde Heilbronn« geschlossen. Das Angebot ergänzt die Ansprechstellen in einigen Landeskirchen. Seit 1. Juli ist die Telefonnummer 0800/5040112 für die »Zentrale Anlaufstelle.help« geschaltet. Hanix Nr. 62 Foto: Meli Dikta 6 HINGUCKER

7
DIENSTAG, 25. JUNI 2019, UHRZEIT UNBEKANNTT MASTER SERGEANT MICHAEL RILEY DER 10. SPECIAL FORCES GROUP, FORT CARSON, COLORADO Er wurde in Heilbronn geboren, ging hier zur Schule, spielte Football bei den Heilbronn Miners und hatte in der Stadt Erfolg als Musiker und DJ. Im März 2006 schloss sich der damals 20-jährige Michael Riley († 32) der US-Armee an. Jetzt starb der Heilbronner bei einem Gefecht mit Taliban-Milizen in Afghanistan. Am 25. Juni geriet er mit seiner Truppe in ein Feuergefecht in der afghanischen Provinz Uruzgan, bei dem er und ein weiterer US-Soldat tödlich getroffen wurden. »Mike [Riley] war ein erfahrener Unteroffizier der Special Forces und Veteran von fünf früheren Einsätzen in Afghanistan. Wir werden seinen Dienst und sein Opfer ehren«, sagte Oberst Lawrence G. Ferguson, der Kommandeur der 10. Special Forces Group. Hanix Nr. 62 Foto: Facebook/10th Special Forces Group WEGGUCKER 7

8
DIE TIPPS FÜR HEILBRONN Party 02. August HANIX-PARTY »WIE ES EUCH GEFÄLLT« Kunsthalle Vogelmann & Vorplatz, Heilbronn Nun steigt die große Hanix-Sause vor und in der Kunsthalle Vogelmann schon zum vierten Mal am ersten Freitag im August. Diesmal hinter den Tresen: die besten Barkeeper und Barkeeperistas der Stadt! Wie immer zuständig für den adäquaten Sound: Chris Whap a dang & Costa Le Gitan. Und wenn das Wetter und die Stimmung zum vierten Mal mitspielen, wird die Partymeute, nachdem bei uns die Lichter und Boxen um Mitternacht ausgehen (müssen!), sicher weiter durch die Bars und Clubs der Stadt ziehen und vielleicht auch wieder die Neckarhalde entern. Diese Hanix-Vogelmann-Partys entwickeln ihre ganz eigene Energie. Los geht’s um 17 Uhr. Klang und Poesie Show 11. August PHANTASIEWELTEN experimenta, Heilbronn Das wundervolle Pianospiel von Maria Kiosseva auf dem Konzertflügel der experimenta paart sich mit gefühlvoll vorgetragener Poesie. Musik trifft auf Schauspiel, Brillanz auf Tiefe. Die Zuschauer werden in die Weiten des Universums entführt und lernen den Mond von einer ganz anderen Seite kennen. Den passenden Rahmen für diese Reise durch vertraute und unbekannte visuelle und akustische Landschaften liefert der Science Dome mit seinem phantastischen Sternenhimmel und der Möglichkeit, aus 8 ganz ungewohnter Perspektive auf unsere Erde zu blicken. Film 26. August VOM BAUEN DER ZUKUNFT - 100 JAHRE BAUHAUS Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn Vor beinahe hundert Jahren wurde eine radikale künstlerische Utopie in die beschauliche Stadt Weimar hineingeboren: Das Bauhaus. Ihre Auswirkungen prägen unsere Lebenswelt bis heute. Vor dem Hintergrund des 100. Bauhaus-Jubiläums erzählt der Dokumentarfilm nicht nur Kunst-, sondern Zeitgeschichte. Der Film von Niels Bolbrinker und Thomas Tielsch ist viel mehr als eine Geschichte des Bauens. Ihm gelingt eine Kulturgeschichte des modernen Raumdenkens, die so fesselnd wie erhellend ist. Tag der offenen Türen 07. September 10 JAHRE KREATIVZENTRUM HEILBRONN Kreativzentrum, Heilbronn Über 200 bildende Künstler, Bands, DJs, Veranstalter, Medienschaffende, Tonstudios, Vjs, Musikproduzenten und sonstige kreative Splittergruppen sind in den letzten 10 Jahren durch das Kreativzentrum beherbergt worden und haben in die Stadt gewirkt. Offene Tonstudios, Proberäume, Kunstausstellungen! Wie entsteht Musik? Ein Gemälde? Wie funktioniert ein Tonstudio? Was macht ein Bildhauer? Was ist ein VJ? Das Kreativzentrum-Team und seine Mieter freuen sich ab 14 Uhr auf Besucher, Gratulanten und Neugierige! Am selben Tag spielen weitere Musiker in der Innenstadt, werden Murals an Hauswänden gemalt und eine Ausstellung im VELO eröffnet. Afterparty im EMMA23 ab 22 Uhr! Vortrag & Diskussion 09. September MATERIALINNOVATIONEN FÜR EINE KLIMANEUTRALE GESELLSCHAFT Holzpavillon auf der Buga, Heilbronn Unsere Gesellschaft muss in den nächsten Jahren die Emission von CO2 deutlich reduzieren. Neben Auto, Strom und Wärmeenergie bieten die am Bau verwendeten Materialien Möglichkeiten zur Reduzierung der Emissionen. In seinem Vortrag wird Dr. Sascha Peters von der Zukunftsagentur Haute Innovation aus Berlin einige spannende Materialinnovationen für die Zukunft des Bauens vorstellen und seine Vorstellungen für eine klimaneutrale Gesellschaft erläutern. Anschließend diskutieren Buga- Chef Hanspeter Faas, Produktdesigner und Entwickler des Timber Bicycle Niko Alber und Dr. Sascha Peters über einige Materialinnovationen. Lesung 20. September OLIVER MARIA SCHMITT – HELIBRONN: A NICE PLACE TO COME FROM Buga, Heilbronn Hanix präsentiert »Heilbronn: A nice place to come from – Oliver Maria Schmitt liest seine besten Hanix-Kolumnen«. Oliver Maria Schmitt, geboren 1966 in Heilbronn, Frontmann der »TITANIC BoyGroup«, war Chefredakteur des Reisemagazins »Titanic«, scheiterte als Kanzlerkandidat von DIE PARTEI und wurde für seine Reisereportagen, die in FAZ, Die ZEIT und GEO Saison erscheinen, mit dem Henri-Nannen-Preis für seine »herausragende unterhaltsame, humorvolle Berichterstattung« ausgezeichnet. Seit drei Jahren veröffentlicht Schmitt im Zweimonats-Rhythmus bei uns seine Kolumne »Heilbronn – A nice place to come from«. Die besten und bissigsten Texte liest er an diesem Abend vor. STADTLEBEN Hanix Nr. 62

9
HEIMAT. SEIT 1927.

10
DIE TIPPS FÜR DIE REGION Kulinarik-Event 09. - 11. August 3. STREET FOOD FESTIVAL HOHENLOHE Hofgarten, Öhringen Das 3. Street Food Festival Hohenlohe im Hofgarten Öhringen wird wieder bis zu 25 Stände und Foodtrucks mit Speisen aus aller Welt begrüßen. Ob Bubble Waffel, Burritos, Suzuk oder 300-Gramm-Fackeln – für alle Geschmäcker ist etwas dabei. Aber es wird auch auf dem Street Food Festival Hohenlohe traditionelle Länderküchen zum Schauen und Probieren geben. Die Besucher erwartet eine einzigartige kulinarische Weltreise mit vielen Köstlichkeiten. Festival 16. & 17. August RÖMERSEE FESTIVAL Villa Rustica, Bad Rappenau/ Zimmerhof Es ist offiziell! Das Römersee Open Air 35 findet statt. Die Planung der letzten Monate war erfolgreich, offizielle Termine waren positiv. Die ersten Bands sind gebucht, die beleuchteten Fluchtwegschilder sind unterwegs! Das Motto der Veranstaltung lautet wie immer: »Eintritt frei – Zelten frei 10 – Gedanken frei«. Römersee, das heißt zwei Tage Freilufterlebnis in einer einzigartigen Atmosphäre. Live-Musik von regionalen, überregionalen und internationalen Gruppen. Orientalisch eingerichteter Chill- Out-Bereich mit Kaffeebar, Tee- und Shishagenuss. Ausstellungen und Kleinkunst von regionalen Künstlern auf dem Gelände. Träumen und Wandern auf den Pfaden des Neonwaldes. Let’s get ready to Römersee! Wander- und Wein-Event 18. August GENUSSWANDERN Weinterrassen-Weg, Zwischen Kirchheim, Hohenstein und Hofen Der 13 km lange, komplett ausgeschilderte 3B-Rundwanderkurs »Weinterrassen-Tour« bildet zwischen Kirchheim, Hohenstein und Hofen ein genussvolles Wanderterrain. Weingüter und Brennereien aus Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Bönnigheim, Erligheim, Löchgau, Kirchheim und Walheim säumen mit ihren Ständen den Weg und bitten durstige Wanderer zur Rast. Wunderschöne Ausblicke von der Kirchheimer Weinterrasse, dem Schlossfeld in Bönnigheim oder über den alten Neckarbogen sind garantiert. Für Essen und Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt. Hoffest 07. September 25 JAHRE WINO Wino-Biohof, Brackenheim Besucher des silbernen Jubiläums des Biohofes erleben einen ganz besonderen Tag mit dem Wino-Team und deren Partnern und Kollegen. Von Zirkusvorstellungenn über ein Mitmachprogramm, Hofführungen, Zügle fahren oder Marktständen ist ein buntes Programm auf dem Biohof geboten. Am Abend gibt es mit Mundartmonika und Perfect Heat Live-Musik auf die Ohren und natürlich kulinarische Genüsse den ganzen Tag. Alles unter dem Motto: »25 Jahre Wino - 100% Bio«. Theaterfestival 08. September 11. INTERNATIONALES STRAS- SENTHEATERFESTIVAL Innenstadt, Brackenheim Bereits zum 11. Mal trägt das Kulturforum Brackenheim die Kultur auf die Straße: Musiker, Gaukler, Artisten und Komiker präsentieren ihre Programme vor der Brackenheimer Altstadtkulisse und werden erneut diese wunderbare Atmosphäre verbreiten, die das Publikum bereits so viele Jahre bezaubert. An verschiedenen Plätzen unterhalten internationale Künstler das Publikum: Andy Snatch aus England, Georg Traber aus der Schweiz, Tukkersconnexion aus den Niederlanden, Cia la tal aus Italien, Spot The Drop, Ensemble Kroft und Knäcke aus Deutschland und die eine oder andere Überraschung. Filmevent 26. September INT. OCEAN FILM TOUR VOL. 6 – MEER IM BLUT UND WIND IN DEN SEGELN Audi Forum, Neckarsulm Das einzigartige Filmevent für alle, die das Meer lieben: Die International OCEAN FILM TOUR bringt die Schönheit und Faszination der Ozeane auf die große Leinwand ins Audi Forum Neckarsulm. Das Gesicht der diesjährigen Tour ist die Freitaucherin und Filmemacherin Julie Gautier, für die das Element Wasser Arbeitsplatz und Bühne zugleich ist. Das Programm besteht in diesem Jahr aus sechs inspirierenden Filmen: »Blown Away«, »700 Sharks«, »Julie«, »Andy Irons – Kissed by God«, »Surfer Dan«. Den umweltpolitischen Schwerpunkt liefert das Hochsee-Abenteuer »Chasing the Thunder«. LANDLEBEN Hanix Nr. 62

11
ZUKUNFTSSTARKE IT Und Sie! DIE IT. DIE LEIDENSCHAFT. DIE ZUKUNFT. UND SIE? Wir suchen die, die unsere digitale Welt mitgestalten wollen. Die gern hier bleiben und etwas werden möchten. Bei Bechtle, einem der führenden IT-Unternehmen Europas. Wo die Berufsbilder und Aufgaben so vielfältig sind wie die Freiräume groß. Könnte Sie das ausfüllen? Mehr unter bechtle.com/karriere 11

12
DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Kunst- & Kulturnacht 03. August KAMUNA Innenstadt, Karlsruhe Am 3. August 2019 startet in Karlsruhe das große »Abenteuer Museum«! Dann öffnen die Museen, Bibliotheken und Archive wieder zu nächtlicher Stunde ihre Türen und zeigen in einem umfangreichen und vielfältigen Veranstaltungsprogramm die Highlights ihrer Sammlungen und Sonderausstellungen. Besucher erwartet eine große Abenteuerreise durch die Karlsruher Kultur! Konzert 25. August METALLICA – WORLDWIRED TOUR 2019 Maimarkt, Mannheim Die Titanen des Trash-Metals kommen nach Mannheim: Mit ihrer jüngsten Arenatour, die zwischen September 2017 und Mai 2018 durch Europa zog, haben Metallica Publikumsrekorde gebrochen und einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie die Besten ihres Fachs sind. Die Gelegenheit James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo noch einmal live in Aktion zu erleben sollte sich also kein echter Metalhead entgehen lassen. 12 Konzert 31. August EELS – IN PERFORMANCE »A NATURAL, SPECTACULAR EVENT«-TOUR Im Wizemann, Stuttgart Es ist schon wunderbar mit diesem Mark Oliver Everett und seinem Lifetime-Projekt Eels. Irgendwie weiß man bei ihm immer, was man kriegt – und andererseits schlägt er trotzdem noch den einen Haken, den man nicht hat kommen sehen. Das gilt für sein Songwriting ebenso wie für seine unberechenbaren Live-Shows. Allein in den letzten zehn Jahren konnte es passieren, dass Everett diese entweder mit Vollbart im Jogginganzug als Rockstampfer rausfeuert, wahlweise lesend und singend und klavierspielend durch den Abend führt oder auch mal ein eher klassisches Konzert mit Bandbesetzung spielt. Was es wohl im Spätsommer werden wird? Lesung 20. September RONJA VON RÖNNE - »JETZT IST NOCH VIEL SCHLECH- TER«-TOUR 2019 Karlstorbahnhof, Heidelberg Ronja von Rönne, geb. 92, hat sehr viele Studien abgebrochen und einige Praktika absolviert. Dabei hat sie gelernt, dass sie weder Studentin noch Praktikantin werden will. Seitdem schreibt sie, oft für die Welt am Sonntag, selten ganze Bücher und immer auf sudelheft.de. 2016 ist ihr erster Roman »Wir kommen« im Aufbau Verlag erschienen. Im Februar 2017 erschien ihr zweites Buch »Heute ist leider schlecht«, eine Sammlung ihrer besten Kolumnen und neuer Texte im Fischer Verlag. Konferenz 20. & 21. September SOCIAL INNOVATION SUMMIT 2019 Im Wizemann, Stuttgart Der Social Innovation Summit ist eine zweitägige internationale Konferenz, die sich mit relevanten Themen im Zusammenhang mit sozialer Innovation und Unternehmertum befasst. Dies ist keine übliche Konferenz über Startups, Unternehmen oder die neuesten Technologietrends. Es geht darum, mithilfe von Technologien, Konzepten, Institutionen und skalierbaren Lösungen eine bessere Welt zu schaffen. An zwei Tagen kommen mehr als 450 Personen und Organisationen mit unterschiedlichem Hintergrund aus verschiedenen Sektoren und Branchen zusammen, um zu überlegen, zu diskutieren, zusammenzuarbeiten und wirksame Innovationen voranzutreiben. Lesung 25. September SOPHIE PASSMANN – ALTE WEISSE MÄNNER Alte Feuerwache, Mannheim Sophie Passmann gehört zu einer neuen Generation junger Feministinnen; das sind Frauen, die stolz, laut und selbstbestimmt sind. Und sie haben ein Feindbild, den alten weißen Mann. Dabei wurde nie genau geklärt, was der alte weiße Mann genau ist. Doch Sophie Passmann will Gewissheit statt billiger Punchlines, deswegen trifft sie mächtige Männer, um mit ihnen darüber zu sprechen: »Sind Sie ein alter weißer Mann und wenn ja – warum?« Die Texte, die daraus entstanden sind, gehören zu den klügsten und gleichzeitig lustigsten, die man hierzulande finden kann. METROLEBEN Hanix Nr. 62

13
Braucht nicht jeder einen Ort, an dem er Kräfte sammeln kann? Der neue 911 Speedster. Erleben Sie die Faszination Porsche bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel. +49 7131 5034-200 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 20,6 · außerorts 9,9 · kombiniert 13,8; CO 2 -Emissionen kombiniert 317 g/km Stand: 06/2019

14
GARTENGROSSVERANSTALTUNGEN UNTER DER LUPE EINES KREATIVEN Der Illustrator und freischaffende Künstler NATALIS LORENZ hat etwas entwickelt, was mehr ist als nur ein unterhaltendes Heftchen für zwischendurch. In seinem UGA-Zine gibt's gesellschaftliche und politische Satire gemischt mit Illustrationen zum Thema Bundesgartenschau Heilbronn. Auseinandersetzung statt Verweigerung einer Thematik, die alle Bewohner der Stadt betrifft. Von Lea Pomocnik, Fotos: Meli Dikta Hanix: Ist dein UGA-Zine das Ergebnis einer Gedankenreise nach einem ausgelassenen Abend oder das Bedürfnis etwas auszusprechen. Wann und wie kam dir die Idee? Natalis Lorenz: Die Idee, die ist eigentlich schon etwas länger her. Wir hatten im Jahr 2015 im Künstlerhaus der Zigarre, wo ich auch mein Atelier habe, eine Gruppenausstellung. Die hieß »Ideen zur BUGA«. Im Vorfeld hat jeder eine eigene Position dazu entwickelt und ich hatte damals die Idee zu einem fiktiven Skatepark auf der Buga, eine konkrete architektonische Geschichte. Ich habe Potenzial drin gesehen, ein bisschen mehr zu machen als den Beitrag für die Ausstellung. Das heißt, ich arbeite jetzt schon zwei Jahre immer wieder daran. Was möchtest du mit dem UGA-Zine erreichen? Grundsätzlich ist es eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Buga. Es geht um die Probleme und Tücken einer solchen Großveranstaltung. Was macht das mit den Menschen, was tut das mit der Stadt? Dadurch, dass ich aus einer Gartengroßveranstaltung eine Art fiktiven Themenpark entwickelt habe, habe ich noch andere Aspekte reingebracht, die mir wichtig waren, um darzulegen, was möglich wäre. Mir geht es ganz klar darum, sich konstruktiv und möglichst vielschichtig mit der Sache auseinanderzusetzen und aufzuzeigen, wo die Schwierigkeiten sind und was man optimieren könnte. Im UGA-Zine werden verrückte Dinge wie etwa eine Ye Old Station, eine Seniorenbetreuung, wie es sie sonst nur für Kinder gibt, skizziert. Woher kommen all diese Ideen und Gedanken? Es geht um die Auseinandersetzung mit dem Thema, da entsteht das fast von alleine. Gerade diese Seniorenbetreuung. Die kam auf, weil es meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt ist, dass solche Veranstaltungen wie die Buga einfach Seniorenveranstaltungen sind. Vom demografischen Standpunkt aus ist es so, dass wir sehr viele Rentner haben, die es sich leisten können, für 21 Euro eine Tageskarte zu holen und nach Heilbronn zu pilgern. Dementsprechend haben wir da recht viele Senioren, aber auch viele junge Familien. Wie wird das in zehn bis 20 Jahren sein? Wenn die Renten nicht mehr stabil sind und die Alten es sich nicht so einfach leisten können wie in diesem Jahr. Die Reaktionen auf deine Publikation werden sehr unterschiedlich sein. Erwartest du etwas Bestimmtes? Ich bin da erst mal ganz offen, denn ich finde es schwierig, sich etwas auszumalen. Ich denke dadurch, dass es eine Kritik an einer konkreten Veranstaltung ist, die hier in Heilbronn stattfindet, kann es schon sein, dass sich der ein oder andere auf die Füße getreten fühlt. Ich möchte aber niemanden an den Pranger stellen, sondern mir geht es drum, sich konstruktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen. Neue Denkansätze, neue Modelle anstoßen. Wir haben eine komplexe Gesellschaft, eine vielschichtige Welt und dementsprechend muss man auch so eine Veranstaltung differenzierter betrachten. Was hätte die Stadt anders machen können, damit solch eine Großveranstaltung von noch mehr Seiten akzeptiert wird und Bewohner sowie Beteiligte zufrieden sind? Wahrscheinlich hätte die Stadt im Vorfeld dieses Konzept bei mir in Auftrag geben sollen, dann wäre einiges besser geworden. (lacht) Warst du schon auf der Buga? Ich war schon auf der Buga, sogar zwei Mal. Die Karten habe ich geschenkt bekommen. Natürlich sehe ich das Ganze kritisch, finde es aber verkehrt, es zu boykottieren. Die Buga hat Schattenseiten, aber auch ihre Vorzüge und natürlich interessiert mich, was hier passiert, denn ich lebe hier. Ich finde es wichtig, dass sich die Leute, die in Heilbronn leben, auch darauf einlassen, egal auf welchem Weg. Dein UGA-Zine erscheint im August. Wo kann man es bekommen? Am 31. August wird es in der Data 77112 Bar eine kleine Zine-Release-Party geben. Ab diesem Tag gibt es mein Zine dort und in der Jäkbar zu erwerben. In der Jäkbar findet am 20. September eine weitere Zine-Veranstaltung statt. Online ist es über multimono.de und auf natalislorenz.de bestellbar. ◆ Zinerelease am 31.8., 19 Uhr, Data77112 – MusikCaféBar Zineaktion am 20.9., 19 Uhr, Jäkbar / Mojäk Galerie Hanix Nr. 62 14 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

15
Hanix Nr. 62 DIE ZWEITE ZEHNTE RUNDE Geburtstagsfete des Sound of the Forest »Wer das Auenland aus Herr der Ringe kennt, wird sich in etwa vorstellen können, wie es hier aussieht …« Festivalfeeling mitten im grünen Odenwald am Marbach-Stausee in der Natur zwischen Campingplatz und Bühnen. Am ersten Augustwochenende wird die Jubiläumsausgabe des Sound of the Forest Festivals gefeiert. Und dieses Mal wirklich! Ein großes Team arbeitete ein Jahr lang daran, dass das Jubiliäumswochenende 2018 zum Schönsten des Jahres wird. Viel Kreativität, neue Ideen und Acts, die das Publikum begeistern sollten. Die Vorfreude war groß. Umso größer war die Enttäuschung, als das Festival wegen Waldbrandgefahr von behördlicher Seite abgesagt werden musste. »Wir haben alles Menschenmögliche getan, um diese Entscheidung zu verhindern – haben den Wald gewässert, Konzepte zur Waldbrandverhinderung mit promovierten Waldbrandexperten entwickelt und mit vereinten Kräften das Festivalgelände bautechnisch abgesichert.« Doch nichts half und nur eine Absage des Festivals bedeutete Sicherheit für Mensch und Natur. Vor allem zum Schutz der Forest People entschied man sich dafür, das Festivaljubiläum ins nächste Jahr zu verschieben. Ob es tatsächlich stattfinden würde nach der Enttäuschung war unklar. Doch das Sound of the Forest 2019 lebt tatsächlich wieder auf! Mit dabei sind Acts wie Matija, Impala Ray, Blond, Aber Run und Thomas Azier. Das Festivalgelände aka Naturidylle bietet für die Besucher die Möglichkeit, am See zu entspannen, der Musik zu lauschen und ausgelassen den Sommer zu genießen. Das Festival findet vom 01. bis 04. August statt. (lep) ◆ www.sound-of-the-forest.de ZUKUNFTSZEICHEN Lingner.com launcht eine Plattform für B2B-Unternehmen und Hidden Champions im Transformationsprozess. In enger Partnerschaft mit dem Digital Hub hfcon, einem Teil der »Initiative Wirtschaft 4.0 Baden-Württemberg«, bringt Lingner. com seine Digitalkompetenz ein. In Zusammenarbeit mit dem Digital Hub Heilbronn-Franken, Turbine Kreuzberg und Hanix werden Meetups, MasterClasses, Expertentalks und Events rund um die digitale Transformation initiiert. Im Podcast Zukunftszeichen und den Storys stehen Digitalwerker und Gestalter aus der deutschen Industrie im Mittelpunkt. Jene, die jeden Tag die Unternehmen im Wandel lenken, den digitalen Marathon zu ordnen suchen und die Komplexität zu bändigen wagen. Die Diskussion und Beantwortung von Fragen und das Aufzeigen von Lösungswegen rund um die Themen Zukunftskommunikation, Digital Strategie, New Work und Leadership, Digital Business sowie Digital Marketing ist dabei das Ziel. Zukunftszeichen verbindet Digitalwerker, Kommunikatoren und Entscheider aus den Bereichen Marketing, Vertrieb, Kommunikation, Public Relations, Human Resources, IT und Unternehmenslenker. Verortung findet die Initiative Zukunftszeichen mit seinen Veranstaltungen und Seminaren im Lingner.Werk2 in Heilbronn. Den Auftakt macht das erste Meetup mit dem Thema »Interne Kommunikation der Zukunft« am Donnerstag, den 25.07.2019 um 18.00 Uhr mit den folgenden Fragestellungen: Wie verändert sich die Interne Kommunikation im Zeitalter der Digitalisierung? Wie kommuniziere ich intern? Wie sieht das Intranet der Zukunft aus? Welche Arbeitsumfelder gibt es in der Industrie? (lep) ◆ Infos und Anmeldung: www.zukunftszeichen.de STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION 15

16
16 Von Gunter Haug Foto: PR Gartenschauer oben: Illustration der Landesgartenschau Eppingen In Österreich gibt es einen virtuellen Marktplatz, der heißt »willhaben.at«. Man könnte glatt meinen, den kennen sie hier alle. Denn seitdem die Heilbronner stolz ihre Bundesgartenschau eröffnet haben, gibt es kein Halten mehr: Überall im Landkreis wollen jetzt alle auch mal. Und wenn es schon keine richtig große Buga sein kann, dann doch zumindest eine LaGa, oder zu aller-aller-mindest eine kleine LaGa. Es gartenschauert. Kurzer Blick zurück. 1985 Heilbronn: Landesgartenschau, 2003 Nordheim: Kleine LaGa »Blumensommer«. 2019 Buga Heilbronn (parallel dazu, sinnvollerweise ganze 30 Kilometer Luftlinie entfernt, die Remstalgartenschau). 2021 Eppingen: LaGa, 2023 Nordheim: Neuauflage Blumensommer. Und für danach zuckt es nun für 2031 Schwaigern: Dazu hat man – welch herrlich verschwurbelte Formulierung – für ordentlich Euros eine »Voruntersuchung zu einer möglichen Machbarkeitsstudie« in Auftrag gegeben. Und siehe da – welch Glück – das Resultat fiel aus wie vom Auftraggeber gewünscht. Der staunende Beobachter rätselt über die wahren Hintergründe der Gartenschau-Inflation. Liegt es womöglich daran, dass unsere allüberall in den höchsten Tönen besungene »herrliche Kulturlandschaft« (die es in Wahrheit schon längst nicht mehr gibt) anscheinend nicht mehr attraktiv genug daher kommt, seitdem der Wahnsinn der industriellen Agrarproduktion über sie hinweg gepflügt ist? Brauchen wir deswegen eine Fakelandschaft, weil die Kulturlandschaft von ihren eigenen Kulturschaffenden zerstört worden ist? Aber was, wenn selbst das bisschen Kleingartenlandschaft, das bisher den Bereich zwischen Bahnhof und Stadtmauer in Eppingen so wunderschön natürlich im Auge des Betrachters gespiegelt hat, schon nimmer ausreicht? In Eppingen haben sie jedenfalls die Bagger sprechen lassen und kein Radieschen mehr auf dem anderen gelassen: Auf dass Eppingen 2021 zum Start der LaGa noch natürlich-schöner werde. Na gut. Eppingen. Man hätte dort freilich auch eine Landes-Gemüseschau veranstalten können, das wäre ja mal etwas anderes gewesen, denn immerhin sind sie die Kartoffelhauptstadt von Süddeutschland. Bei den Zwiebeln ist das, glaube ich, genau so. Worauf sie dort zurecht ein bisschen stolz sind. Fast so stolz, wie auf die Tatsache, dass der VfB Eppingen im Oktober 1974 den Hamburger SV aus dem DFB-Pokal geschossen hat. Ein sensationelles 2:1 gegen den Bundesligisten vor 15.000 Zuschauern, die natürlich völlig aus dem Häuschen gewesen sind! Nach dem denkwürdigen Match war der VfB Eppingen ein kleines Bisschen weltberühmt. Noch heute erinnern sie sich mit Stolz geschwellter Brust an die einstige Glanztat, auch wenn die goldenen Fußballzeiten längst Vergangenheit sind. Ebenso Geschichte wie der glorreiche Tag, als die Tour de France durch Eppingen geradelt ist. Die Tour de France? Durch Eppingen? Ja, stimmt. Es war am 4. Juli 1987: die Etappe Karlsruhe – Stuttgart. Eppingen hat bei diesem geschichtsträchtigen Ereignis für weitere weltweite Schlagzeilen gesorgt! Das wiederum lag an der Eisenbahn. Denn just als ein Ausreißer dem Feld kurz vor Eppingen davon gesprintet war, senkten sich in der Stadt die Bahnschranken. Der arme Kerl musste minutenlang warten, bis der Zug endlich durchgefahren war und er weiterradeln konnte. Leider hatte ihn das Feld inzwischen eingeholt und mit frischen Kräften (dank der Zwangspause an der Bahnschranke) hatten es die Konkurrenten geschafft, dass es mit dem Etappensieg für den Ausreißer leider nichts geworden ist. Eppingen kennt man also in der großen weiten Welt. Deshalb Gartenschau, die nächste. Aber Schwaigern, die über-übernächste? Doch, Schwaigern auch. Denn »Schwaigern hat`s«, verkündet zumindest der Slogan des örtlichen Gewerbevereins. Denn die Tour de France ist damals auch in Schwaigern vorbeigeradelt. Allerdings ohne dass sich die Bahnschranken gesenkt hätten. Denn nach Auskunft von gewissen Lästermäulern war der einzige Zug des Tages seinerzeit schon durchgefahren. ◆ NOTIZEN AUS DER PROVINZ Hanix Nr. 62

17
Alles für deinen perfekten Sommer Für Druckfehler keine Haftung. • Filial-Angebote: Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, Rötelstr. 30, 74166 Neckarsulm Namen und Anschrift der regional tätigen Unternehmen unter www.lidl.de/filialsuche oder 0800 4353361. lidl.de 17

18
MICHELE AIELLO kann alles schön - grafisch gestalten, Kulinarisches kreieren, Räume ausstatten, stylish daherkommen, Musik machen. »Ich habe ein gutes Gefühl dafür, was zusammen passt!«, erklärt der 39-Jährige smart. Der gebürtige Frankenbacher lebt mit seiner Freundin in der Südstadt Heilbronns und ist seit über 20 Jahren Grafiker. Er konzeptionierte vor sieben Jahren das Taka Tuka Restaurant im Hip Island und übernahm gleichsam die Umsetzung. Seitdem steht er mit seinem Team hinter dem Tresen und überrascht die Gäste mit delikatem »Soulfood«.Von Maria Maroge, Fotos: Meli Dikta Alles eine Frage des Stils – Micheles Dolce Vita Mit seinen camelfarbenen Lederhandschuhen kurvt der Halbitaliener auf seiner Oldtimer-Vespa durch Heilbronn und genießt gern die Leichtigkeit des Seins – so wie er das auch bei seiner Familie in Neapel kennen und lieben gelernt hat. Dabei ist sein schwarzer Timer gefüllt mit Terminen und Reservierungen, ob in den warmen Monaten für das Taka Tuka im Hip Island oder in den Wintermonaten für grafische Aufträge. »Mach eine Sache richtig, statt vieles nur halb!«, sagt Michele im Interview, als er seine Ledertasche leert. »Stattdessen tanze ich auf 1.000 Hochzeiten!«, ergänzt er lachend. Er sei ein leidenschaftlicher Typ und lasse sich treiben und inspirieren. Dadurch fühle sich alles wie ein Hobby an. »Ich habe Spaß an dem, was ich tue, überrasche gern die Menschen mit meinen Kreationen, ob grafisch oder auf dem Teller.« Alles sei eine Frage des Stils und dafür habe er ein gutes Händchen. Das ziehe sich durch sein gesamtes Leben. Auch zuhause liebe er es ästhetisch und genieße den Flair seiner Vintage-Inneneinrichtung in der Südstadt-Wohnung. Mit seiner Freundin, die »einen besseren Menschen aus mir macht«, so Michele, ist er seit sieben Jahren glücklich liiert. Seine Eltern und Geschwister schätzt er ebenso: »Meine Familie unterstützt mich sehr und hilft auch im Taka Tuka aus«. Zunächst leitete er aus reiner Neugierde heraus das kleine Saison-Restaurant, weil die Leidenschaft zum Kochen schon immer in ihm schlummerte. Micheles feine, originelle Kreationen etablierten sich schnell im Hip Island und er brauchte ein größeres Team zur Unterstützung. »Seit sieben Jahren mache ich das jetzt, mit tollen Kollegen bestehend aus Familienmitgliedern und Freunden. Was aus einem Spaß begann, hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Teil in meinem Leben entwickelt.« Und doch liebe er auch die Arbeit als Grafiker, die er seit 2003 unter www.nineam.de selbständig betreibt. Durch seine vielseitigen Fähigkeiten bietet er manchmal einen Rund-um-Service an. Für die Heilbronner Bar Data 77112 entwarf er kürzlich nicht nur einen grafischen Neuanstrich, sondern auch erlesene Snacks. Fragt man ihn nach seinen Träumen, bleibt er bodenständig. »Ich träume nicht groß. Alles soll gut bleiben, wie es ist.« Doch ein Herzenswunsch treibt ihn um. »Ich möchte mich weiterentwickeln und suche eine passende Location für mein eigenes Restaurant.« Ob er keine Angst habe vor diesem Schritt? Natürlich habe man Angst vor Neuem, dennoch sei Angst ein sinnloses Gefühl und verschwendete Zeit. »Fokussiere und mache einfach!«, ist seine Devise. Wertvolle Gedanken und Rezepte schreibt er sich in sein schlaues Notizbuch auf – so verliere er seine Ideen und Ziele nicht aus den Augen. »Eine Tür schließt sich, eine andere öffnet sich – wenn man stets entspannt bleibt, fügen sich die Dinge.« Und wenn gerade Dienstag ist, geht er eine Runde Badminton spielen mit langjährigen Freunden oder kocht sich eine »geile, originalgetreue Bolognese« und feiert einfach das Leben. ◆ BERUF: Grafiker und Soulfood-Gastronom JAHRGANG: 1980 BERUFUNG: 18 Ästhet TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 62

19
Hanix Nr. 62 MICHELE LEERT SEINE TASCHE 19

20
KRISTIAN RIGLEWSKI kam nach seinem Studium in Karlsruhe wieder zurück in seine Heimatstadt Heilbronn. Als Partner von Mattes Riglewski Architekten denkt er beim Gang durch Heilbronn immer daran, »welche Orte man hier entwerfen und gestalten könnte«. Mit 16 Jahren sah er in einem Buch über Möbelklassiker eine Liege eines sehr bekannten dänischen Designers, die »nach nichts« aussah. Sie war leider »horrend teuer«, aber hat seine Begeisterung für Möbel geweckt. Sein Lieblingsding war weitaus günstiger, aber für ihn ist es wertvoller, als seine Funktion vermuten lässt. Interview: Sarah Baudenbacher Fotos: Meli Dikta Ein Klassiker, ohne das sein zu wollen Hanix Nr. 62 Hanix: Ich freu mich Kristian. Erzähl uns, was ist dein Lieblingsding? Kristian Riglewski: Es ist ein Hocker aus Vorarlberg aus einer ganz spannenden Region von einem jungen Designer. 38, da kann man, glaube ich, noch von jung sprechen. Bei Architekten gilt dies übrigens offiziell bis 40. Den hast du aus dem Urlaub mitgebracht? Wir sind öfter in der Region. Hinter Bregenz gibt es geradezu ein Architekturmekka, die Region Vorarlberg. Das ist der Bregenzerwald. Dann hab ich nicht komplett falsch gelegen, mit der Bezeichnung »Melkhocker«? Ja exakt. Du bist vielleicht nah dran. Man weiß es nicht genau. Es kann auch ein Melkhocker sein. Aber ein Melkschemel ist eigentlich ein Einbein. Oder ein Dreibein, der immer stabil steht, egal wo. Das ist jetzt ein Vierbein, steht aber auch immer stabil. 20 Du hast ihn zufällig dort entdeckt? Ja, das war ein schöner Zufall! Dort gibt es etwas ganz Spannendes für die Region. Es sind relativ kleine Ortschaften, in denen sich Handwerker zusammengeschlossen haben und auf einmal ein Gebäude von einem ganz bekannten Architekten, Peter Zumthor, gebaut haben. Eigentlich ein Tempel des Handwerks. Es ist der Werkraum in Andelsbuch. Mitten in der Ortschaft, und man fragt sich: Woher kommt das Ding auf einmal? Innen ist es auch grandios. Die Handwerker machen Wechselausstellungen und zeigen ihre Handwerkskunst. Das ist die DNA der Region. Holzbau ist dort Vorreiter und das fasziniert mich natürlich als Architekt, weil dort ausschließlich handgemachte Sachen mit einem geradezu ursprünglichen Gespür für Material und Form zu sehen sind. Dort gibt es Schreiner, die sich mit Möbelbau auseinandersetzen und die schaffen Möbel und auch andere Dinge, die man gerne berührt. MEIN LIEBLINGSDING

21
Hanix Nr. 62 NAME: Kristian Riglewski ALTER: 41 BERUF: Architekt BERUFUNG: Bauen WÜRDE SEIN LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: Warum nur? Und es werden nie irgendwelche Kunststofffurniere mit Holzoptik verarbeitet, nur damit ein Möbel länger wie neu erscheint. Und dass jedes Material seine Patina bekommt. Das spricht viele Architekten von Haus aus an. Ich habe diesen Hocker gesehen, und er hat mich sofort fasziniert. Wer hat ihn gestaltet? Ein Holzbearbeiter, Architekt und Designer namens Ueli Frischknecht. Er ist Cross-over: Zimmermann, Architekt, Architekturstudium abgebrochen, danach verschiedene Praktika. Er macht in meinen Augen wunderschön perfekte Möbel – und eben diese Möbel werden im Bregenzerwald produziert. Ueli Frischknecht? Das klingt total schön. Das klingt total gut. Schau ihn dir mal an. Er kommt aus der Schweiz. Da gibt’s auch Kühe. Da gibt’s auch Kühe. Und die kennen dort auch das Ursprüngliche und haben vielleicht deshalb einen ähnlichen Bezug zur Gestaltung wie die Handwerker aus Vorarlberg. Was bedeutet das »Ursprüngliche« in dem Bezug für dich? Dass die Dinge einfach praktisch sind und funktionieren? Dass sie Form und Funktion haben? Dass sie Materialästhetik und Formästhetik haben, aber kein Chichi, also nichts Zusätzliches haben. Man kann an diesem Hocker nichts weglassen, ohne dass er nicht mehr funktionieren und so aussehen würde. Konstruktion und Gestaltung sind hier eins. Aus welchem Holz ist der Hocker gefertigt? Er ist aus unbehandeltem Fichtenholz. Er wird auch niemals lackiert oder eingelassen, er bleibt so, wie er ist und bekommt mit der Zeit seine natürliche Patina und natürlich auch seine Gebrauchsspuren. Das macht ihn dann nur noch schöner. Welche Verwendung findet der Hocker bei euch Zuhause? Es ist fast ein Allzweckgegenstand. Als zusätzlicher Hocker, wenn ein Stuhl fehlt und noch Gäste kommen, als Ablage oder unsere Tochter Frida nutzt ihn, wenn sie ins oberste Fach vom KRISTIANS HOCKER Kühlschrank schauen möchte. Denn er ist fast unglaublich leicht zu tragen. Ist das auch die Eigenschaft des Holzes, dass es eher leicht und stabil ist? Er ist so verarbeitet, dass – du hast es vorhin als »Arschmulde« bezeichnet – das Holz da dick ist, wo die Zapfen sind und die größte Kraft wirkt und zur Mitte hin dünner wird, um den Komfort zu erhöhen. Die Beine sind so weit auseinander, dass man sich mit den Zehenspitzen auf den Rand stellen könnte und er immer noch nicht kippen würde. Das kann man mal bei einem anderen Stuhl probieren, das funktioniert in den seltensten Fällen. Und wenn man sich setzt, merkt man das dem Stuhl an, wie stabil er steht. Und man setzt sich ganz automatisch aufrecht hin. Das macht ihn für mich perfekt und zu einem heimlichen Klassiker, ohne dass er jemals den Anspruch hätte einer sein zu wollen. Du bist so fasziniert von dem Werkraum in Andelsbuch, dass du Jahre nach deinem Fund mit deinem Architekturbüro eine Voralberg-Exkursion dorthin gemacht hast. Ja, ich wollte dem Büro einfach zeigen, was es dort zu sehen gibt. Man könnte jedes Jahr dort hinfahren, weil die so viel tun und machen. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Die Dichte der Qualität ist dort enorm hoch. Glaubst du, das würde hier auch funktionieren? Das ist schwierig, wir haben eine ganz andere Geschichte. Dort ist der Holzbau Vorreiter und prägend, das Verständnis zu Dingen ist nahezu gemeingültig. Natürlich ist dadurch alles recht homogen oder ähnlich. Aber für mich ist das kein Mangel, ganz im Gegenteil. Die haben Ihre DNA perfekt ausgearbeitet. Heilbronn hat seine eigene Geschichte und diese wird momentan, wie ich finde, neu entdeckt. Mit welchem Blick betrachtest du unsere Stadt? Auch im Hinblick auf die Buga? Auf der Buga durften wir selbst ein Haus bauen. Schau es dir mal an, recht weit hinten gibt es ein Betongebäude, das später mit wildem Wein bewachsen sein wird. Dort ziehen wir nach der Buga auch mit unserem Büro auf zwei Etagen ein. Das Grün ist noch sehr dezent zu sehen, da die Pflanzen noch sehr jung sind. Die Buga und der Ort, der dadurch entstehen konnte, haben durchweg positiven Einfluss auf unsere Stadt und auch auf unsere Region. Ich bin sehr gespannt, wie es dort und auch im gesamten Stadtgebiet weiter geht. Unsere Innenstadt ist vorsichtig ausgedrückt nicht in ihrem besten Zustand. Hat die Buga auch für mehr Interesse für die Themen Architektur und Bau bei den Menschen geweckt? Schön finde ich tatsächlich, dass sich Leute durch die öffentlichen Themen um das Bauen für Architektur interessieren, die vorher vielleicht keinen Zugang dazu hatten und dann beginnen, z. B. über die Art und Weise des zukünftigen Wohnens zu diskutieren. Ich finde es sehr wichtig, dass wir neue innerstädtische Quartiere mit einer hohen Aufenthalts- und Wohnqualität schaffen. Dies gilt natürlich für den privaten wie auch für den öffentlichen Raum in gleicher Weise. Hier gibt es enormes Potenzial vor Ort. So bearbeiteten wir aktuell und hoffentlich auch in Zukunft Projekte, die nahezu direkt vor unserer Haustüre liegen. Ich empfinde es als wahnsinnigen Luxus, nicht weit zu unseren Baustellen fahren zu müssen und dazu am liebsten das Fahrrad nehmen zu können. ◆ 21

22
Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Maike Endresz, Fotos: Meli Dikta Wakeboard fahren in St. Leon-Rot Hanix Nr. 62 »Du musst einfach direkt oben bleiben und nie ins Wasser fallen.« Ermutigender Hinweis einer lieben Freundin. Ich erwähnte es schon letztes Jahr: Ich habe dolle Angst in offenen Gewässern. Da man sich seinen Ängsten stellen soll und Wasserski auf meiner To-do-Liste weit oben steht, beging ich heute folgendes Abenteuer: Wakeboarding. Das macht man natürlich nicht im schön gekachelten Schwimmbad, sondern in einem See. Mit all seiner Tiefe und Dunkelheit. Oh. Yeah. Frei nach Pippi Langstrumpf: »Das hab ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe«, mache ich mich mit Meli und ihrer Kamera auf den Weg nach St. Leon-Rot. 22 Am See angekommen ein Anblick, der Lust macht: schönster Sonnenschein, klares Wasser, strahlende Wasserski- und Wakeboardfahrer, die glitzernde Runden drehen. In diesem Fall Mitarbeiter einer Firma, die die komplette Bahn gemietet hat. Find ich ziemlich cool, liebe Firma! Ich hüpfe, weil ich jetzt so Bock drauf habe. Tobias, einer der drei Männer, die diesen Familienbetrieb leiten, optisch 26, in echt 36 Jahre alt, erzählt: Seit vier Jahrzehnten gibt es den Betrieb, gegründet von seinem Opa. Der See ist 400 Meter lang und 250 Meter breit, die große Bahn hat neun Seile, die es in Anbetracht des auf lange Zeit ausgebuchten Betriebs auch braucht. Das Gerät läuft von 8 bis 20 Uhr nonstop mit 30 km/h durch. Runde um Runde. Die Anfängerbahn, auf die wir gehen, läuft einfach geradeaus und ist recht nah am Ufer, gottlob. Ich will jetzt starten! Da es noch bisschen frisch ist und damit mir auf den Fotos nicht die Arschbacke raushängt, leihe ich mir einen Neoprenanzug. Schwimmweste ist Pflicht, Grundvoraussetzung ist dennoch, schwimmen zu können. Mit dem Wakeboard unterm Arm ziehen wir los zur Anfängerbahn, Tobias erklärt mir, wie es geht. What? Ganz anders als ich dachte. Ich hätt mich jetzt volle Möhre nach hinten gelehnt, die Arme schön stramm durchgedrückt und den ganzen Körper auf Hochspannung gebracht. Aber nee. Nicht ABENTEUER UM DIE ECKE

23
Hanix Nr. 62 nach hinten lehnen, Arme flockig anwinkeln, Gewicht nach vorne, aus den Beinen hochdrücken und unten rum immer schön locker bleiben. Ok, das ist viel Info für jemanden, der links aus den Augenwinkeln die Tiefen eines Baggersees erahnt und in seinem Kopf ein buntes Knäuel aus meterlangen Aalen, schnurrbärtigen Welsen und spitzmäuligen Hechten kreiert. »Bist du bereit?«, fragt Tobias mit der Steuerung in der Hand. Ich weiß nicht. Glaub nicht. Was nochmal? Meine Händen krampfen sich um die Halterung, meine Arme sind alles andere als locker. Himmel. »Ja! Bereit.«, hör ich mich sagen und, yes, es geht los. Ich mache alles ganz genau so, wie Tobias es nicht gesagt hat … und liege nach kurzer Zeit im ziemlich warmen Wasser. Die Schwimmweste verleiht mir Superheldenkräfte: keine Angst, kein einziger Gedanke an mögliche Tiefen unter mir, alles geschmeidig im Kopf. Wuhuuu. Ich will noch mal! Nächster Start. Ich sitze wieder auf der Startrampe, Beine im Wasser, Wakeboard quer. ›Aufstehen, Brett drehen, aufrichten, Arme locker lassen‹, sage ich mir noch mal auf. Ich will das jetzt können. Ich kann das! Ich kann das super! Nicht! Also gut. Neustart. Ich will das so sehr. Der Kampfgeist ist erwacht. Also gehe ich an der Rampe alles im Geiste durch, Tobias erklärt, was der Fehler zuvor war, und gibt Tipps. Habs kapiert. Ich mach das jetzt! Elfengleich werde ich über den See schweben. Nicht elfengleich. Aber geschafft. Bis ganz ans Ende! Juhuuu, ich feiere mich sehr. Hinten muss ich zum Ufer schwimmen, fast ganz angstfrei komme ich neben einer freundlichen Blesshuhnfamilie raus. Zu Fuß geht es dann die ganze Strecke zurück zum Start. Das muss doch auch anders gehen? Ja, geht. Tobias schlägt vor, dass ich gegen Ende der Bahn nach links fahre, eine Kurve drehe, er mich dann zurückzieht. Ernsthaft? Es kostet mich schon all meine Konzentration, überhaupt auf dem Board stehen zu bleiben, jetzt soll ich noch in eine bestimmte Richtung lenken? Aber: Auch das klappt, ich bin völlig aus dem Häuschen! Ich fahre Wakeboard! Flippste aus. So dreh ich noch ein paar geradezu meisterhafte Runden, abschließend springe ich von der Rampe, anstatt im Sitzen zu starten, ich hab unfassbar viel Spaß und freue mich wie eine Schneekönigin. Wasserkönigin. So könnt ich noch ewig weiter machen. Dachte ich da. Jetzt, ein paar Stunden später, bin ich schon etwas geplättet. Und gespannt, ob morgen Muskelkater am Start ist. Ich bin sehr glücklich. Und schwöre hiermit feierlich, hier nie wieder meine bekloppte Gewässerangst zu erwähnen. Das ist ja Mumpitz. Nachtrag: Muskelkater oléolé! Fazit: Das macht verrückt viel Spaß. Und Tobias sagt, dass es so gut wie nie vorkommt, dass es mal einer so gar nicht auf den Schirm kriegt.◆ DAUER: So lang wie Du bezahlt und Bock hast. ORT: St-Leoner See, St. Leon-Rot KOSTEN: Unterschiedlich. Ab 22 €. Tageskarte 33 €, Wakeboardverleih 12 €. TIPP: Man kann als Gruppe auch eine ganze Bahn mieten! WEITERE INFOS: www.wasserski-stleon.de Kapitel Das Taschenhaus-Stütz GmbH Weinsberger Straße 17/1 · 74072 Heilbronn · Tel.: 0 71 31 / 94 20 27 Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr · Sa 10.00–16.00 Uhr · www.dasTaschenhaus.de www.ergobag.de www.satch.com Termine unserer Schulranzenberatungstage 2019 siehe www.dasTaschenhaus.de 23

24
Gemeinderätin ISABELL STEIDEL träumt von der klimaneutralen Stadt – und tut einiges dafür. Von Kathrin Stärk Fotos: Ulla Kühnle Engagiert, grün, sucht: Dialogpartner Bislang sah die Sitzverteilung im Heilbronner Gemeinderat so aus: 10 Frauen, 30 Männer und kein*e einzige*r Migrant*in. Wenn das neu gewählte Stadtparlament am 24. Juli zum ersten Mal tagt, hat sich immerhin hinsichtlich der Geschlechterverteilung etwas getan, denn die Frauenquote liegt seit der Wahl am 26. Mai bei 13 zu 27. Darunter ist mit Isabell Steidel auch die jüngste Stadträtin aller Zeiten, die den Altersdurchschnitt in dem Gremium ordentlich nach unten drückt. Eben erst 22 Jahre geworden ist die engagierte Heilbronnerin, die direkt aus Schwäbisch Hall von einer Vorlesung zum Interview kommt. 50 Minuten einfach dauert die Fahrt mit der Bahn. Per WhatsApp schickt sie einen Screenshot und die Nachricht: »Liebe Kathrin, leider sieht es etwas nach Verspätung aus. Ich melde mich noch mal kurz vor Heilbronn und hoffe, dass die Verzögerung nicht allzu groß wird ;-)« 24 Wird sie nicht. Zumindest nicht wegen der Bahn. Denn vor dem Bahnhof wird die junge Frau direkt angesprochen. Freundlich und ruhig antwortet sie und verabschiedet sich charmant von dem Herren mittleren Alters. Kurz unterdrückt sie ein Gähnen und entschuldigt sich. »Vorlesung morgens um acht, das ist hart«, sagt sie und lächelt den Anflug von Müdigkeit sofort weg. Isabell studiert Management und Personalwesen an der Außenstelle Schwäbisch Hall der Hochschule Heilbronn im vierten Semester. Das Credo des Studiengangs, »Nah am Menschen studieren«, hat sie gereizt. Die Inhalte orientieren sich an den Erfordernissen der fortschreitenden Globalisierung und der demografischen Entwicklung. Sie denkt über einen Master nach. In Wirtschaftspsychologie zum Beispiel. Doch vor ihr liegt erst mal das Praxissemester bei Bechtle in Neckarsulm. Das lässt sich dann auch mit ihrem neuen Job im Gemeinderat gut vereinbaren. POLITIK & GESELLSCHAFT Hanix Nr. 62

25
Hanix Nr. 62 Sprachrohr der Jugend Diese junge Frau mit den langen blonden Haaren, den strahlenden Augen und dem angenehm zurückhaltenden Wesen sollte man keinesfalls unterschätzen – sie weiß genau, was sie will. In ihrer Sprache ist sie sehr klar, strukturiert und klingt so gar nicht nach Lokalpolitikerin – obwohl sie ihre Ziele und Ambitionen wie ein Profi formuliert: »Im Gemeinderat sehe ich mich als Grüne und als Sprachrohr der jungen Erwachsenen und Jugendlichen.« Und das ist sie sogar parteiübergreifend. Denn die Jungen hatten bislang keine Stimme in dem Gremium. Tanja Sagasser-Beil ist mit Anfang 40 die nächstjüngere Kollegin. »Ich find’s schade, dass es nicht mehr Junge reingeschafft haben«, sagt Isabell. So wie der Juso Jakob Dongus, den sie noch aus einem früheren Jugendgemeinderat kennt und der den Einzug knapp verpasst hat: »Das hätte schöne Synergien ergeben.« Doch ihre politischen Wege werden sich sicher kreuzen, denn der Juso Dongus ist im Ring Politischer Jugend (RPJ) aktiv, einem überparteilichen Zusammenschluss der demokratischen politischen Jugendorganisationen in Heilbronn, die sich gemeinsam für die politische Bildung der Jugend stark machen, um »dadurch einen Beitrag zur Erziehung frei und kritisch denkender junger Staatsbürger zu leisten«, wie es auf deren Website heißt. Geht es nach Isabell Steidel, braucht es mehr kritisch denkende junge Heilbronner*innen. Auf der Suche nach einem Schattenplatz im Hartmans grüßt sie an den Tischen, nickt Leuten freundlich zu. Nach einem Schluck kalten Zitronenwassers erzählt sie, wie das mit ihr und der Politik losging. In ihrer Familie wurde zwar immer offen diskutiert, doch ihre Eltern sind nicht parteipolitisch aktiv. Der Vater ist schon seit Jahren Greenpeace-Mitglied, zu Hause gab’s immer eine Biokiste mit frischen Sachen und ihre Lebensmittel beziehen die Steidels vorwiegend vom Markt. »Bei uns gab es auch immer mehrere Zeitungen und Zeitschriften. Auch die Diskussionen mit meinen Eltern haben mich geprägt«, erzählt sie freimütig. Denn auch wenn sie noch am Anfang ihres kommunalpolitischen Werdegangs steht, hat sie schon einiges an Erfahrung, was politische Arbeit in Gremien angeht. »Ich übernehme gerne Verantwortung«, sagt sie. Und somit traf ihr Nachbar, der damals ISABELL STEIDEL Mitglied im Jugendgemeinderat war, bei ihr einen Nerv, als er schwärmte, wie toll die Arbeit sei. Mit 16 kandidierte sie zum ersten Mal und wurde direkt in das parteiunabhängige Gremium gewählt. »Das war eine prägende Erfahrung für mich«, sagt sie. Sie wollte in Heilbronn etwas bewegen und fand es schon damals gut, wenn Jugendliche ihre Interessen selbst vertreten. Beispielsweise etwa die Forderung nach einem überdachten Treffpunkt für die Jugend auf der BUGA. Ihre Rede, die sie dazu damals vorm Gemeinderat hielt, fand Gehör. Umgesetzt wurde ihr Vorschlag allerdings nicht, wie sie verschmitzt grinsend einräumt. Der Jugendgemeinderat wirkt nach Als nach zwei Jahren im Jugendgemeinderat Schluss war – das Mandat ist auf 24 Monate begrenzt –, suchte sie sich ein neues Betätigungsfeld. »Der Jugendgemeinderat hat lange nachgewirkt«, betont sie. Eine Herzensangelegenheit war das Flüchtlingsprojekt »Welcome«, das sie glücklicherweise in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr bei der Diakonie Heilbronn weiter begleiten konnte. Schon zu dieser Zeit machte sie sich Gedanken, wie es politisch weitergehen könnte, welche Partei ihr am nächsten steht. So kam sie zur Grünen Jugend. Das klingt ganz schön zielstrebig, doch bei allem Engagement ist sie dann doch eine ganz normale junge Frau, die auch ein halbes Jahr auf Reisen ging. Von Kanada aus flüchtete sie in die Wärme Mittelamerikas. »Dort bin ich zwar rumgereist und hab viel gesehen. Aber ich konnte nichts bewirken, nichts nachhaltig verändern.« Diese Erfahrungen motivierten sie, sich zurück in Heilbronn weiter zu engagieren; auch in der Partei. So wurde sie in den Kreis- und den erweiterten Ortsvorstand gewählt. An der Hochschule ist sie eines von fünf studentischen Senatsmitgliedern, die automatisch im Studierendenparlament vertreten sind. Sowohl im Senat als auch unter ihren Kommilitonen hat sie sich als kluge, freundliche, aber beharrliche Vertreterin gezeigt und immer wieder zu hochschulpolitischen Themen Stellung bezogen. Die Kandidatur für die Kommunalwahl war da nur die logische Konsequenz. Im Wahlkampf sah man sie dann, wie die anderen Kandidat*innen auch, an Infoständen oder bei Diskussionsforen. Bei einer dieser Gelegenheiten gab es jedoch eines der für sie erschütterndsten Erlebnisse des Wahlkampfs: Sie nahm an einem Forum für Kandidaten und Bürger teil, bei dem ein AfD-ler Menschen abfällig als Gesindel bezeichnete. »Selbst nachdem er gebeten wurde, das zurückzunehmen, blieb er dabei. Da ist mir die Hutschnur geplatzt. Ich verstehe nicht, wie man so menschenverachtend sein kann«, empört sie sich. Einzige Genugtuung für sie: Die Blauen blieben unter zehn Prozent. Immerhin. Ansonsten machte sie fast nur positive Erfahrungen, obwohl sie damit gerechnet hatte, als junge Frau nicht ernst genommen zu werden: »Ich hatte gedacht, ich müsste mich mehr beweisen«, räumt sie ein. Doch von den anderen Bewerbern gab es nur positives Feedback: »Die fanden das gut, dass sich auch Junge engagieren.« Die Wähler*innen offensichtlich auch, denn Isabell machte auf Anhieb drei Listenplätze gut und erhielt bei den Grünen die viertmeisten Stimmen. Mag schon sein, dass ihr da die aktuelle Klimaschutzdebatte in die Karten gespielt hat. Und die Tatsache, dass viele junge Menschen zur Wahl gegangen sind. Denn die angeblich so unpo- 25

26
litische Jugend macht auch in Heilbronn mit »Fridays for Future« Furore. Isabell sieht sich als Unterstützerin der Bewegung und ist überglücklich, dass »das auch in Heilbronn so unfassbar viele sind«. Dafür schwänzt sie auch mal eine Vorlesung. Sie kennt und teilt deren Ziele und Anliegen. Bloß kein Schwarz-Weiß-Denken Wenn es um den Klimaschutz geht, ist sie erfrischend undogmatisch. Man könnte auch sagen pragmatisch: »Ich verwehre mich gegen absolutes Schwarz-Weiß-Denken, etwa dass das Auto komplett abgeschafft werden sollte.« Natürlich findet sie eine autofreie Innenstadt gut, doch das funktioniere nur, wenn man Mobilität neu denke. Dazu gehören so kleine Projekte wie Fahrradständer an S-Bahn-Stationen, Carsharing oder samstags kostenloser Nahverkehr ebenso wie der Ausbau des Nahverkehrs und Kerosin zulasten der Unternehmen zu besteuern. »Das geht nicht von oben herab, sondern nur im Dialog«, ist sie überzeugt. Sie träumt davon, Heilbronn grüner und insbesondere studentenfreundlicher zu machen. Denn es fehlen Kultur und Ausgehmöglichkeiten, »damit die Stadt auch endlich als Studentenstadt wahrgenommen wird«, sagt sie. Auch das schwierige Thema Wohnen liegt ihr am Herzen. Vor der ersten Gemeinderatssitzung ist sie schon etwas aufgeregt. »Ich glaube, ich realisiere das erst, wenn ich in dem Stuhl sitze«, sagt sie und zupft an ihrem Ohrring. Viel bewegen will sie – und die Aufregung in positive Energie umwandeln. »Ich bin richtig glücklich mit der Fraktion, aber auch von den anderen Parteien kam das Angebot, mir zu helfen, falls ich anfangs Fragen habe.« Das bestärkt sie in ihrem Optimismus, Heilbronn zur klimaneutralen Stadt zu machen. 26 Denn ohne Kollaboration geht das nicht: »Wenn wir das wollen, müssen wir zusammenarbeiten.« Hallo Realpolitik! Ob da noch Zeit bleibt, ihre Hobbys zu pflegen? Das Tanzen hat sie bereits an den Nagel gehängt – keine Zeit. Doch ans Klavier setzt sie sich immer noch gerne, wenn sie zu Hause in Heilbronn ist und nicht in Schwäbisch Hall, wo man sie sowohl auf Studi-Partys als auch mit Freunden am Kocher antrifft. Und gerade hat ihr absolutes Lieblingshobby Hochsaison: Eisessen. »Zwei Kugeln täglich«, gesteht sie grinsend. »Am liebsten Stracciatella und irgendwas Fruchtiges.« WKO okay, aber was ist mit Subkultur? Am Nebentisch nickt ihr wieder jemand zu und schnappt das Stichwort »Subkultur« auf. Ja, es sollte in kultureller Hinsicht schon mehr Angebote geben als das Württembergische Kammerorchester (WKO), meint der Gast. Viele kulturelle Veranstaltungen seien immer auf die Innenstadt fokussiert und meist mit Kommerz verbunden. »Schön wäre mehr Unkonventionelles wie Kaffee & Kippe im Mobilat«, lautet das Anliegen, das sie mitnehmen wird. Vielleicht nicht gerade in ihre erste Gemeinderatssitzung. »Die Liste in meinen Notizen wird immer länger«, sagt sie und tippt in ihr Handy. Dass ihr Dialog wirklich wichtig ist und nicht nur leeres Gewäsch, das merkt man. Das betont sie auch immer wieder. Und womöglich hat die klimaneutrale Stadt mit ihr eine kluge, engagierte Vorkämpferin gefunden, die das anpacken könnte – auch über Parteigrenzen hinweg. »Es gibt so viele Akteure hier«, sagte sie. »Wenn man die alle zusammenbringt – das wäre meine perfekte Wunschvorstellung.« ◆ ISABELL STEIDEL Hanix Nr. 62

27
Kapitel 27

28
Die vhs Heilbronn feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Als eigenständige Bildungsinstitution nach dem 1. Weltkrieg gegründet, leistet sie einen Beitrag zur Realisierung des Grund- und Menschenrechts auf Bildung und zur Chancengerechtigkeit. Angesichts einer hundertjährigen Bildungstradition aus einer anderen Epoche, vor dem Horizont digitaler Innovationen, von Globalisierung und dagegen aufbegehrendem weltweitem Populismus stellte der Philosoph Peter Sloterdijk jüngst im Rahmen der Reihe »100 Jahre vhs Heilbronn« provokant die Frage: »Sind unsere Bildungseinrichtungen alt gewordene, auskristallisierte Institutionen?« Wir befragten hierzu den Leiter der vhs Heilbronn, PETER HAWIGHORST. Von Dr. Bernhard Stumpfhaus, Fotos: Nico Kurth »Lernen ist wie Rudern gegen Strom – sobald man aufhört, treibt man zurück« Hanix: Herr Hawighorst, wir übernehmen die Frage von Peter Sloterdijk: Sind unsere Bildungseinrichtungen alt gewordene, auskristallisierte Institutionen? Peter Hawighorst (PH): Bei einem Jubiläum, das 100 Jahre Bildungstradition in den Blick nimmt, besteht unter Umständen schon die Gefahr, dass Vergangenes überbetont wird. Wir nehmen jedoch – und unser Jubiläumsprogramm zeigt das wieder deutlich – die aktuellen Bildungsbedürfnisse der Menschen in den Blick. Insofern ist die VHS eine moderne Bildungseinrichtung, die »am Puls der Zeit« agiert. 28 Sie schreiben in Ihrem Leitbild, unsere VHS sei ein offenes Haus. Es erweitert die Handlungskompetenz, ist verlässlich, flexibel und zukunftsweisend. Was meinen Sie mit einem offenen Haus? Offen heißt zunächst, dass alle Menschen unsere Bildungsangebote wahrnehmen können, egal, wie alt sie sind, welche Bildungsvoraussetzungen sie mitbringen, aus welcher Kultur sie kommen oder über welches Einkommen sie verfügen. Und auch die Motivation, warum sie unsere Bildungsangebote wahrnehmen möchten, aus beruflichem oder privatem Interesse, ist nachrangig. Wenn Sie das Spektrum des offenen Hauses so weit setzen, wie setzt die VHS diesen universellen Anspruch um? Das geht nur über die Qualität und die Themenvielfalt unseres Bildungsprogramms und mithilfe unseres kompetenten Dozententeams. Wir möchten, dass jede/r in unserem Programm Interessantes findet und für sich Neues entdeckt. Bildung ist Entwicklung: Sie fördert die Menschen, klärt sie auf und bringt sie voran. Darum muss es uns in Heilbronn, einer Bildungs- und Wissensstadt, gehen. Und natürlich sollten unsere Bildungsangebote für die Menschen erschwinglich sein. Der Wunsch, sich weiterzubilden, darf nicht an fehlenden Geldmitteln scheitern. Wenn ein erschwingliches Preis-Leistungs-Verhältnis auch einkommensschwächeren Schichten die Teilhabe ermöglicht, unterliegt die VHS dann nicht einem enormen ökonomischen Druck? Steht die VHS ähnlich wie private Unternehmen unter der Pflicht, Gewinne zu erwirtschaften? Nein, wir müssen keine Gewinne erwirtschaften. Wir sind eine gemeinnützige GmbH und erstellen zum Jahresende eine Bilanz, aber wir unterliegen nicht dem Gewinnstreben. Die vhs Heilbronn hat ein Jahresbudget von rund 5 Millionen Euro. 2/3 dieses Budgets finanzieren wir aus Teilnehmergebühren und ähnlichen Einnahmen, den Rest erhält die vhs als Zuschüsse von der Stadt und dem Land. Richtig ist aber schon, dass wir für unsere Förderer eine verlässliche und betriebswirtschaftlich berechenbare Bildungspartnerin sein wollen. Wie meinen Sie das? Wir müssen, und das gelingt in den letzten Jahren auch sehr gut, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, auskommen. Als öffentlich geförderte Bildungseinrichtung ist unsere Fallhöhe zwar nicht ganz so extrem wie bei einem kommerziellen Anbieter, POLITIK & GESELLSCHAFT Hanix Nr. 62

29
Hanix Nr. 62 aber auch für uns ist es eine Herausforderung, wenn wir – wie in den letzten beiden Jahren – hohe fünfstellige Beträge in die Modernisierung unserer Seminartechnik investieren. Auch wenn wir kein kommerzieller Bildungsanbieter sind, so haben wir als VHS trotzdem den Anspruch, moderne Unterrichtskonzepte in der Erwachsenenbildung zu realisieren. Worin sehen Sie die inhaltlichen Herausforderungen der VHS der Zukunft? Volkshochschulen sind das Versprechen an alle Bürgerinnen und Bürger, dass durch Bildung gesellschaftliche Beteiligung, Mitverantwortung und Mitgestaltung möglich sind. Sie greifen Themen auf, die die Menschen bewegen. Das gilt z. B. für alle Formen des gesellschaftlichen Wandels. Die müssen wir als VHS frühzeitig erkennen und mit unseren Bildungsveranstaltungen konstruktiv begleiten. Volkshochschulen sind also sozusagen Seismografen der Gesellschaft. Können Sie ihre Aussage mit einem Beispiel konkretisieren? Schauen Sie z. B. das wichtige Thema der Integration an. Die Integration von Menschen aus anderen Kulturen: Das ist in einer Stadt wie Heilbronn, in der Menschen aus über 130 Nationen leben, ein wichtiges Handlungsfeld für die VHS. Wir verstehen Integration dabei übrigens nicht als Einbahnstraße. Den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bieten wir Deutschunterricht an und von denen erwarten wir auch, dass sie die deutsche Sprache lernen. Und den Menschen, die hier schon seit vielen Jahrzehnten leben, machen wir Angebote der interkulturellen Bildung, die sie zur konstruktiven Auseinandersetzung mit fremden Kulturen befähigt. Es geht im besten Sinne darum, Zusammenhalt zu stiften und Toleranz und gegenseitiges Verständnis zu fördern. Das ist mir auch persönlich sehr wichtig. Gibt es also Kurse, in denen sich Zuwanderer mitteilen können, Kurse, die gewissermaßen auf die Herkunftskulturen rückverweisen? Das gibt es in der Tat. Wir haben z. B. jetzt ein schönes Format mit der Stadtbibliothek zusammen entwickelt. In der Reihe »Kultur teilen« erzählen Menschen aus anderen Kulturen, was ihre Kultur prägt, was ihnen an ihrer Kultur wichtig ist und was sie an Verbindendem oder auch Trennendem zu unserer Kultur ausfindig gemacht haben. Darum muss es uns gehen: dass wir einander verstehen, voneinander wissen. Natürlich geht es uns als Bildungseinrichtung auch darum, deutlich zu machen, welche Wertvorstellungen in unserem Land das Rückgrat der Gesellschaft darstellen. Und es geht um eine gewisse Klarheit, dass diese Werte von den Menschen, die zu uns ins Land kommen, akzeptiert und mitgetragen werden. Diesem Ziel dienen weitere Formate, beispielsweise die Orientierungskurse, die wir in der VHS für Menschen mit Migrationshintergrund durchführen, in denen genau diese Themen: demokratische Grundordnung, Gewaltfreiheit, Rechte der Frau u. v. m. intensiv besprochen werden. Für ein gutes Miteinander ist es entscheidend, dass die Menschen, die hier leben, unser Wertesystem nicht nur kennen und tolerieren, sondern auch aktiv mittragen und mitgestalten. Das Thema Integration ist ja auch gerade en vogue. Gibt es weitere aktuelle Themen, die Sie beackern? Ein weiteres Zukunftsthema ist der demografische Wandel. Er wird unsere Gesellschaft ebenfalls tief greifend verändern. Die Menschen werden erfreulicherweise älter. Aber sie werden teilweise eben auch in Einsamkeit älter – eine der wichtigsten »Krankheiten« der Zukunft wird die Einsamkeit sein. Und das ist eine Herausforderung, bei denen die VHS Lösungen bieten kann. Denn nach wie vor gilt: Lernen an Volkshochschulen ermöglicht immer auch soziale Teilhabe. Auch die Digitalisierung ist ein VHS HEILBRONN solches Zukunftsthema. Für uns schließen wir aber aus, dass Bildung an der VHS in Zukunft nur digital funktioniert. Unsere Erfahrung ist, dass Lernen in der Gruppe, in der Interaktion, übrigens auch generationsübergreifend, am besten funktioniert. Auch in Zukunft besteht die Stärke der VHS darin, dass ein kompetenter Mensch die Gruppe anleitet – und mit ihr auf empathische Weise in Interaktion tritt, sozusagen sein Wissen teilt. Dass die VHS zum Softwareanbieter für reine E-Learning-Angebote mutiert, das wird nicht der Fall sein. Unsere Stärke liegt im analogen Bereich, freilich künftig stärker gemischt mit digitalen Begleit- und Zusatzmaterialien oder auch als Blended Learning-Angebote, d. h. einer Mischung aus Präsenz- und digitalen Unterrichtseinheiten. Das Thema »Digitalisierung« bereitet vielen, gerade älteren Menschen, Angst … Was die Digitalisierung betrifft, so hat hier die VHS die anspruchsvolle Aufgabe, dass sie die Menschen dabei unterstützen muss, beruflich wie privat die Chancen und Risiken für ihre eigene Person abzuschätzen und sie sinnstiftend einsetzen zu lernen. Denken Sie beispielsweise an Medienmündigkeit und Medienkompetenz, Felder, in denen teilweise enormer Orientierungsbedarf besteht. Und natürlich werden wir auch künftig digitale Grundbildung anbieten. Als Lernort der Demokratie setzen Sie auf den mündigen Bürger, auf das durch Urteilskraft ermächtigte Individuum? Ja, denn ihren Bildungsauftrag leiten Volkshochschulen zu Recht immer noch aus den Prinzipien der Aufklärung ab. Der beschreibt es sinngemäß als Ziel, die Menschen zu mündigen und zu selbstverantwortlichen Bürgern zu befähigen. Hieraus erwächst der VHS übrigens auch die Verpflichtung, den Teilnehmenden neutrale und unvoreingenommene Informationsmöglichkeiten bereitzustellen. Sie sollen ja anschließend idealerweise selbst entscheiden können, ob sie sich die Haltung zu eigen machen wollen oder nicht. Allerdings steht das abendländische Konzept der Aufklärung heute im Verdacht, dass es den Menschen ausbrennt. Wie stehen Sie zu der These, dass das mündige Individuum als das Ergebnis von Bildung heute eine Überlastung des Einzelnen bedeute? Diese Argumentation kenne ich natürlich. Ich drehe sie aber gerne um und sage: Es gibt eigentlich kein überzeugenderes Argument für unsere Volkshochschulen als die Phänomene, die Sie beschreiben. Es stimmt ja, dass es gerade in der digitalen Welt eine wahre Informationsflut und Reizüberflutung gibt. Dass wir uns zu jeder Zeit, an jedem Ort jede Information beschaffen können, hat aber zunächst mit Bildung nichts zu tun. Sondern? Bildung greift sehr viel weiter. Es geht um die Erfordernis, diese Informationen auch einordnen zu können. Hier werden die Volkshochschulen immer gefordert sein, den Menschen Orientierungswissen zu vermitteln. Sie können sich in der Volkshochschule Wissen aneignen, dass sie in die Lage versetzt, ihr Leben besser zu gestalten. Das ist die Grundidee und das ist das Konzept des lebensbegleitenden Lernens. Dahinter steht auch die Erkenntnis, dass sich die Anforderungen an eine Gesellschaft regelmäßig ändern. Durch lebensbegleitendes Lernen können diese Herausforderungen besser gemeistert werden. Interessanterweise war es der Komponist Benjamin Britten, der einmal gesagt hat: »Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.« ◆ Kontakte und Angebote: www.vhs-heilbronn.de

30
BARBARA BRACKENHOFF, leitende Architektin der Buga, trinkt ihren Espresso aus einer Tasse aus Kaffeesatz und stellt sie anschließend in die Spülmaschine. Das ist inzwischen möglich. Und: Gerade ist ein »Riesending« an Baden-Württemberg vorbeigegangen. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geplante Forschungsfabrik für Batteriezellen kommt nicht nach Ulm, sondern nach Münster. Was hat das miteinander zu tun? Mit Forschung und wie man forscht, auch in Heilbronn. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Officina Heilbronn forsch(t) Das Land wird dennoch nicht leer ausgehen: 50 Millionen Bundesmittel sind versprochen. Die Fabrik kommt übrigens dahin, von wo die zuständige Ministerin stammt (Münster), das sei am Rande bemerkt. Baden-Württemberg wäre ein guter Standort gewesen, auch weil man hier nicht nur auf Bundesmittel wartet. Bosch und EnBW bekundeten schon letztes Jahr, eine Projektgesellschaft zur Entwicklung von Lithium-Batterien zu gründen. Am Standort »Kraftwerk Heilbronn« soll ein Stromspeicher entstehen – das Ende der Kohleverstromung ist ja absehbar – mit dem Schwankungen im Strom dann in Sekundenschnelle ausgeglichen werden können, mit einer Energiemenge, die einem knappen Fünftel der Regelleistung eines großen Kraftwerks entspricht. Na bitte! Da ist sie mal wieder, die Konnotation von Heilbronn und Energie, hier fanden doch schon zwei »Revolutionen« statt! Robert Mayer stellte den »Ersten Hauptsatz der Thermodynamik« auf (volkstümlich: Gesetz von der Erhaltung der Energie) und Heilbronn wurde 1892 weltweit als erste Stadt über eine Fernstrom-Übertragung elektrifiziert. Nachdem ein Jahr zuvor von hieraus die erste Drehstromübertragung von Lauffen nach Frankfurt zur elektrotechnischen Ausstellung stattfand. Irgendwie scheint sich die Gegend hier, oder auch das Klima, günstig auf die Forschergene auszuwirken. Die nächste GEN-eration in den Forscherwelten und Schülerlaboren der experimenta macht dort schon Experimente zur Atom- und Quantenphysik wie auch Nobelpreis-Experimente. Gerade hat das an der TUM gegründete Start-up »Blickfeld« den höchstdotierten deutschen Gründungspreis erhalten »Kraft macht keinen Lärm« heißt es gelegentlich. Auch Forschung macht keinen Lärm, oder erst dann, wenn sie zu einem Ergebnis gekommen ist. In dieser Hinsicht macht auch Heilbronn keinen Lärm, man forscht, ist aber in der Außenwahrnehmung nicht gerade Hanix Nr. 62 30 POLITIK & GESELLSCHAFT

31
Hanix Nr. 62 forsch. Aber das wird sich in den nächsten Jahren sicher ändern, dafür geschieht hier einfach zu viel. Im Jahr 1492 führte Herzog Eberhard im Bart die Kehrwoche ein und man versuchte in Rom, Papst Innozenz VIII mit einer Bluttransfusion das Leben zu retten. 316 Jahre später, 1828, gelang die erste erfolgreiche Bluttransfusion in Heilbronn durch den Arzt Georg Klett; ein Ehemann rettete mit seinem Blut seine im Kindbett sterbende Frau. Dieser Meilenstein in der Medizin, auch er ohne »Forschheit« undenkbar, blieb bis heute unbegleitet von medialem Getöse. Doch manchmal drückt man auch in Heilbronn auf die Tube, bzw. Hupe – z. B. bei Forschung zur Mobilität. Die Hochschule Heilbronn nennt für sich drei Forschungsschwerpunkte, einer davon ist »Automotive & Mobility«. Ihr Institut für Kraftfahrzeugtechnik und Mechatronik versteht sich als »interdisziplinäres Forschungsinstitut, in dem derzeit 37 Professoren mit unterschiedlichen technischen Fachrichtungen ihre Kompetenzen für eine fächerübergreifende Zusammenarbeit bündeln«, wie es dazu heißt. Forschungsthemen sind Energieeffizienz und Elektromobilität, intelligente Transportprozesse, autonomes Fahren, Verkehrsflussoptimierung und Sicherheit, modellbasierte Entwicklung und Simulation von Fahrzeugsystemen, Generationen-Mobilität und Mensch-Fahrzeug-Interaktion. Wem das zu abstrakt ist, der muss nur die Augen öffnen, und schon wird es konkret. Unter Prof. Dr. Tobias Bernecker, Leiter des logistischen Kompetenzzentrums »LogWert«, läuft das Projekt »Buga-Log«, d. h. es läuft nicht, es fährt. Testfeld für das Kooperationsprojekt von Wissenschaftsministerium und der Stadt Heilbronn für selbstfahrende Transportfahrzeuge ist das Buga-Gelände. Dabei geht es auch um die Akzeptanz der Bürger für autonome Transportfahrzeuge zur Nahversorgung. Aber wer wird schon etwas dagegen haben, wenn die noch etwas kastig aussehenden Fahrzeuge Bierkästen an- und Müllsäcke abtransportieren? Heilbronn ist auch Teil des Projektes des Verkehrsministeriums zum autonomen Fahren, zu den Testfeldern gehören auch die innerstädtischen Bereiche der Städte Karlsruhe, Bruchsal und eben Heilbronn. Erst kürzlich gab es eine schöne Vorführung: autonomes Einparken in einer Tiefgarage des Neckarbogens. Autonomes Fahren ist auch in München ein Forschungsschwerpunkt. Die Ansiedlung der Technischen Universität München auf dem Bildungscampus der Schwarz-Stiftung war ja ein Paukenschlag, das Echo war in ganz Deutschland zu vernehmen. Man kann gespannt sein, wie Mit dem »Materials Labyrinth« hat die Zukunftsagentur HAUTE INNOVATION aus Berlin im Rahmen der Stadtausstellung auf der Buga ein Format umgesetzt, in dem auf eindrucksvolle Weise Materialinnovationen für die Zukunft nachhaltigen Bauens präsentiert werden. die dabei in Aussicht gestellten Synergien mit der laut Ranking der »Wirtschaftswoche« forschungsstärksten Universität, an der dann auch als »bester BWL-Forscher« der Wirtschaftsinformatiker Prof. Helmut Krcmar tätig ist, zugleich Gründungsdekan des TUM Campus Heilbronn, funktionieren wird. Gerade hat das an der TUM gegründete Start-up »Blickfeld« den höchstdotierten deutschen Gründungspreis erhalten, für eine kostengünstige »Lidar-Sensorik«, die als Schlüsseltechnologie für autonomes Fahren gilt und den bisherigen teuren und komplexen Systemen eine einfache und robuste Lösung entgegensetzt. Die mittelständisch geprägte Region Heilbronn-Franken bietet den neuen Forschungsaktivitäten ein ideales Umfeld Nicht ganz so laut verlief der mindestens genauso bemerkenswerte Einstieg des Fraunhofer IAO (»Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation«) im Mai auf dem Bildungscampus, ein neues Forschungs- und Innovationszentrum für datengestützte Dienstleistungsangebote. Hier, in dem Heilbronner »KODIS« (Forschungsund Innovationszentrum für Kognitive Dienstleistungssysteme) geht es um Forschung zur Künstlichen Intelligenz (KI) in direkter Anwendung zu kundenorientierten Dienstleistungsangeboten der etablierten Dienstleistungsbranchen Handel, Logistik und Energiewirtschaft. Mit Beteiligung der TU München und der Hochschule Heilbronn soll KODIS auf dem Bildungscampus Heilbronn entwickelt werden. Im Blick: Künftige Nutzer, die nicht nur, wie teilweise kritisch angemerkt, die Unternehmen des Trägers, also der Schwarz-Stiftung, sein sollen, sondern die gesamte »mittelständisch geprägte Unternehmenslandschaft mit inhabergeführten Familienunternehmen, bei der auch niederschwellige Angebote im Umgang mit Daten und KI-Verfahren für diese familien- und inhabergeführten Unternehmen der Region Heilbronn-Franken entwickelt werden« – so heißt es dazu. Ist ja auch klar: Keiner lebt für sich allein und keiner wird für sich allein überleben – dazu braucht man »KI« neben dem, was man in Österreich so schön als »Hausverstand« bezeichnet. Der alleine wird sich allerdings eher schwer mit dem tun, was das Fraunhofer IAO »den Aufbau eines ›Collaborative Service System Engineering and Simulation Lab‹ (CS3-Lab)« nennt, das an den Standorten Heilbronn und Stuttgart »hochperformante Rechnerinfrastrukturen und Visualisierungstechnologien implementiert.« Vielleicht muss man es auch nicht bis ins Detail verstehen, es kommt darauf an, was in der schlichten Sprache Helmut Kohls so lautete: »Entscheidend ist, was hinten raus kommt!« Er sagte diesen Satz bei seiner Regierungserklärung 1984. Die Erkenntnis indes ist weltumfassend, der Effekt auch lokal, so, wenn man Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft dazu hört. Speziell kleine und mittelständische Unternehmen hätten so die Chance, durch den Einsatz von kognitiven Systemen und den Anwendungsmöglichkeiten der KI ganz neue datengestützte Lösungen zu gestalten. Die mittelständisch geprägte Region Heilbronn-Franken böte den neuen Forschungsaktivitäten ein ideales Umfeld, KODIS werde ein weiterer Meilenstein in der Erfolgsgeschichte des Instituts« – und wohl auch in der Region, denn wozu sonst auch soll es dienen ... Auf einem »Geldsack« von 200 Millionen sitzt der Zukunftsfonds Heilbronn (ZFHN) im Zukunftspark Wohlgelegen. »China ist das Mega-Thema dieser Tage. Kein Tag vergeht, ohne dass POLITIK & GESELLSCHAFT FORSCHUNGSFABRIK 31

32
eine neue Schlagzeile aus dem Reich der Mitte in den Medien auftaucht: ›Die neue Seidenstraße kommt‹; ›Künstliche Intelligenz boomt in China‹ oder ›Die deutsche Wirtschaft hat Angst vor einem Ausverkauf ihrer Technologie‹. Aber was verbirgt sich tatsächlich hinter dem chinesischen Wirtschaftswunder der letzten Jahrzehnte? Ist es überhaupt ein Wirtschaftswunder – oder lassen wir uns von einer prächtigen Fassade blenden?«! So liest man es auf der Homepage des ZFHN – man könnte es fast mit der Angst zu tun bekommen. Der ZFHN unterstützt Start-ups und damit auch deren Forschungsarbeit nicht »vordergründig als Investor« sondern nachhaltig als »Mentor« und unter der Bedingung des Standortes Heilbronn. Bestes Beispiel: Die inzwischen an die international agierende Fresenius Medical Care verkaufte XE- NIOS AG, die mit Geduld und Geld führend in Technologien und Therapien zur minimal-invasiven Unterstützung der Lungen- und Herzfunktionen wurde und jetzt werden hier z. B. robotische Assistenzsysteme für minimalinvasive Operationen entwickelt. Das entsprechende Unternehmen arbeitet weltweit als erstes an einer modularen »Surgical Robotics Plattform«, die Chirurgen bei minimal-invasiven Operationen unterstützt und entlastet. Heilbronn hat sich mittlerweile international ganz gut in Szene gesetzt Wie viele Millionen der Schwarz-Stiftung in den letzten Jahren in »MOLIT«geflossen sind, wird man kaum erfahren. Das MOLIT Institut für personalisierte Medizin ist eine Gründung von Onkologe und SLK-Chefarzt Prof. Uwe Martens und dem Mediziner und IT-Experten Prof. Christian Fegeler. Finanziert wird es durch die Dieter Schwarz Stiftung, Kooperationspartner sind das Tumorzentrum Heilbronn-Franken der SLK-Kliniken und das GECKO Institut für Medizin, Informatik und Ökonomie der Hochschule Heilbronn. Ziel und Aufgabe sind »Konzepte für eine anwendungsorientierte personalisierte Medizin und Gesundheitsvorsorge zu entwickeln«, mit Schwerpunkt auf »innovative, maßgeschneiderte Therapien für Krebserkrankungen und deren rasche Translation in die medizinische Regelversorgung.« Ziemlich genau vor einem Jahr gab es dazu eine Pressemeldung von internationaler Bedeutung, auch als Nachweis dafür zu lesen, dass sich die Medizin nicht im »Datenrausch« verliert, sondern dafür, wie zielgerichtet das in Heilbronn funktioniert. Das »TOP Krebsjournal« der USA (Journal of Clinical Oncology – Journal of Precicion Oncology) veröffentlichte einen Fallbericht von MOLIT, nachdem an der Gesundbrunnenklinik ein spektakulärer Behandlungserfolg bei einer seltenen Form des Pankreaskarzinoms (Bauspeicheldrüsenkrebs) mithilfe des Therapieansatzes gelungen war. »Unsere Erkenntnisse könnten weltweit richtungsweisend für die künftige Therapie dieses speziellen Tumortyps sein«, sagt Uwe Martens dazu. Bislang habe sich die Therapie in erster Linie an Entstehungsort und Histologie eines Tumors orientiert, nun aber ermöglichten molekulare Analysen zunehmend die Identifikation genetisch verschiedener Subtypen, die z. T. eine ganz andere Behandlung brauchen. Das Fallbeispiel dazu erschließt sich auch Laien: Als bei einer Patientin mit einer besonders aggressiven Variante des Pankreaskarzinoms die etablierten Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft waren, fand Martens bei einer Genomanalyse Unerwartetes. Nämlich eine für das Pankreaskarzinom außergewöhnlich hohe Zahl von Genveränderungen wie etwa bei malignem Hautkrebs. Daraufhin wurde die Patientin mit zwei neuartigen, für diesen »schwarzen Hautkrebs« entwickelten Medikamenten behandelt – mit Erfolg. Dieser wurde erst zweieinhalb Jahre später, nachdem sie als »geheilt« gelten konnte, publiziert, ihre Lebenserwartung wäre ohne die Behandlung bei höchstens einem Jahr gelegen. Martens verweist ausdrücklich darauf, dass das MOLIT Institut eine Forschungseinrichtung ist und »damit können wir quasi Medizin auf universitärem Niveau anbieten.« Heilbronn habe sich mittlerweile international ganz gut in Szene gesetzt, sagt er auch unter Hinweis auf Präsentationen bei amerikanischen und europäischen Krebskongressen. Beim MOLIT-Symposium auf dem Bildungscampus in diesem März unterstrich das auch Zahl und Prominenz der Gäste. Unter ihnen der Biochemiker und Nobelpreisträger 2004, Prof. Dr. Aaron Ciechanover aus Haifa, und der aus Heilbronn stammende Prof. Dr. med. Lars Bullinger von der Charité in Berlin sowie Jianjiong Gao, PhD vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Dazu hieß es dann noch, das MOLIT Institut werde ein weltweites Exzellenz-Netzwerk für effektive Datenanalyse aufbauen mit dem Ziel, die Erkenntnisse aus der Medizin, Grundlagenforschung und Informatik aus allen Ländern zu verknüpfen und durch den gegenseitigen Austausch voneinander zu profitieren.« Inzwischen wird in Heilbronn eine weitere Tagung vorbereitet. Wolfgang Hansch, Geschäftsführer der experimenta, denkt jetzt schon darüber nach, wie er die größte, die je in Heilbronn stattfand, allein von der Personenzahl bewältigen kann: Mehr als 1.000 junge Menschen werden 2021 zum Kongress »Jugend forscht« hier erwartet. Forschen macht eben auch Spaß, und entscheidend ist, wie gesagt, was hinten raus kommt. Als die Ilsfelder Firma »Tecnaro« (Slogan: »Alles ist möglich und kostet nicht die Welt« und »Fossile Rohstoffe – Verbrauchen verboten«), ausgezeichnet Hanix Nr. 62 32 POLITIK & GESELLSCHAFT

33
Hanix Nr. 62 Hocker aus antibakterieller Birkenrinde und das T-Shirt aus Fischhaut u. a. mit dem »European Inventor Award 2010) und spezialisiert auf Biokunststoffe, vor einigen Jahren Schlagzeilen damit machte, dass Gucci seine »High Heels« darauf macht, horchte man auf. Inzwischen sind Sonnenbrillen hinzugekommen und Kleiderbügel für Benetton und Bio-Kaffeekapseln, die für Furore auf dem Kaffee-Weltmarkt sorgen, weil sie auch ohne weitere Schutzfolie lange haltbar sind. Barbara Brackenhoff kann ihren Espresso nun also »rundum« ökologisch unbelastet genießen. Anerkennung einstecken darf sie sowieso. Die Buga ist ja in vieler Hinsicht ein Beweis dafür, wie Forschung, Erfindung und Innovation nicht nur »bionische Pavillons« zuwege bringen, sondern auch unmittelbar das Leben jedes Einzelnen »optimieren« können, um den umstrittenen Begriff hier im positiven Sinne zu gebrauchen. Auf ihre Initiative hin kam die Ausstellung »Material-Labyrinth« zustande. Sie hatte von der Arbeit von Dr. Sascha Peters und dessen Zukunftsagentur »Haute Innovation« gehört, fuhr nach Berlin, überzeugte Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas und gewann Züblin/Strabag als Sponsor. Man betritt die Ausstellung über eine Rampe, deren Belag – eine Entwicklung von Strabag – nachts leuchtet. So wird schon mit dem ersten Schritt in die mit schwarzem Molton ausgeschlagenen Räume gezeigt, welche Materialinnovationen für die Zukunft nachhaltigen Bauens präsentiert werden, u. a. auch beim heiklen Kapitel »Dämmstoffe«. Denn »wir produzieren zu viel, wir verbrauchen zu viel, wir werfen zu viel weg«. Diesen Ansatz der Architektin teilen viele. Wie man ihn umsetzen kann, sieht man auf 250 Quadratmetern und anhand einer Fülle von Exponaten. Denn eigentlich kann bald jeder seinen Espresso aus »Kaffeesatz-Tassen« trinken, dabei auf einem Hocker aus antibakterieller Birkenrinde sitzen, auf dem Algenthermometer nachsehen, wie warm es draußen ist und entscheiden, ob man das T-Shirt aus Fischhaut oder den Regenschutz braucht, der bei Licht seine Farben verändert, die Gummistiefel aus Mais, auf einer Bank auf Popcorn sitzen muss oder lieber doch die Sneakers aus Stein oder gar aus dem Rohstoff, den Baumparasiten liefern, wählt. Vielleicht relaxt man aber dann doch lieber in dem Sessel, dessen Leder mit Olivenöl gegerbt wurde und unter der Designer-Leuchte aus Laub mit dem schönen Licht steht. Entscheidet man sich schließlich doch, hinauszugehen, kann man auch »hinausfahren«: auf dem Fahrrad aus Holz, das der Heilbronner Niko Alber entworfen hat. Dr. Sascha Peters hat übrigens nach seinem Machinenbau-Studium u. a. von 1997 bis 2003 Forschungsprojekte und Produktentwicklungen am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen geleitet. Er kommt am 9. September zum Podiumsgespräch auf die Buga. ◆ Vortrag & Diskussion mit Dr. Sascha Peters u.A., 09. September, Materialinnovationen für eine klimaneutrale Gesellschaft, Holzpavillon BUGA FORSCHUNGSFABRIK BAUER WINZERs KÜCHE Sontheim NEU - Gästehaus Bauer BESEN GEÖFFNET SEPTEMBER Fr. 13.09. - So. 15.09. Fr. 20.09. - So. 29.09. OKTOBER Di. 15.10. - So. 27.10. NOVEMBER Fr. 8.11. - Do. 21.11. DEZEMBER Mo. 2.12. - So. 15.12. WEINGUT ALEXANDER BAUER Spitzwegstraße 15/1 - 17 • Heilbronn-Sontheim 07131 - 57 03 74 • info@bauer-weingut.com Wir suchen Kollegen im technischen Bereich! 33

34
Kleinkunst auf hohem Niveau, nur auf ehrenamtlicher Basis und fast ohne Inanspruchnahme öffentlicher Gelder – wie gelingt das dem Kulturkeller seit 36 Jahren? Was verrät uns der Blick ins Gästebuch? Wie sieht die Zukunft aus? Von Leonore Welzin, Fotos: Nico Kurth Hoffentlich werde ich nie berühmt! »Endlich mal wieder zum Lachen in den Keller gegangen. Danke! Es war ein Fest!« – schelmisches Augenzwinkern blitzt durch Anny Hartmanns Beitrag im Gästebuch des Kulturkellers. Wer darin blättert, findet das Who is Who deutschsprachiger Humoristen. Die sind begeistert von Heilbronns ältester Kleinkunstbühne: »Immer wieder schön hier zu sein«, so Sandra Kreisler. »Stadionatmosphäre im kleinen Keller, es war wundervoll!«, lobt Robert Griess und sein Kollege, der Post-Dadaist Friedhelm Kändler schreibt: »Ich bestätige hiermit öffentlich, dass dies eine wunderschöne Spielstätte ist«. Klein aber oho! Eine kulturelle Nische mit 60 Sitzplätzen, die 1983 mit Vereinsgründung der »Gartenhaus-Gesellschaft e. V.« ihren Anfang nahm. Und für die sich alle Beteiligten, nicht zuletzt die Künstler, eine Zukunft wünschen: »Ach was war das wieder schön bei euch. Macht weiter so!«, gibt HG. Butzko dem Kellerpersonal mit auf den Weg. Die einzigartige Mischung aus Kritik, Unterhaltung und Tiefgang, brutal witzig und bisweilen besinnlich, scheint die richtige Mixtur zu sein, um in Katastrophen das Komische zu entdecken. Das Heilbronner Stadttheater war an den Berliner Platz umgezogen (Das Vorhaben zog sich 21 Jahre hin, von der Planung 1961 bis zur Realisation im Jahr 1982, das war zwar keine Katastrophe, entbehrte aber nicht unfreiwilliger Komik). Der Wunsch, in den verwaisten Räumen des Gewerkschaftshauses einen Kulturtreff à la Club Voltaire zu etablieren, war geblieben. Nicht zuletzt setzte ein standhaftes Häuflein kritisch Links-Intellektueller, Friedensund Frauenbewegter um, was in der Luft lag. Am 14. Juli 1983 gründeten die Journalisten und Gewerkschafter Willi Wasmeier, Gerd Kempf, Gerhard Schwinghammer, Marianne Kugler-Wendt, Rainer Dahlem, Regina Schleser und Wolfgang Schnobberich die »Gartenhaus-Gesellschaft Heilbronn«. Der Verein finanziert sich über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Kartenverkauf und eine Ausfallbürgschaft der Stadt Heilbronn von 2.500 Euro pro Jahr. Zunächst finden in der Gartenstraße politische Diskussionen, Lesungen und vereinzelt Kabarettveranstaltungen statt. Musik- und Amateurtheater-Gruppen nutzen die Location als Probenräume. Als Heinz Kipfer 1986 die künstlerische Leitung übernimmt, kommt Schwung in den Gastspielbetrieb. Kipfer, ein gebürtiger Schweizer, bringt seine schauspielerische Berufserfahrung mit. Er kennt viele Bühnenkünstler persönlich. Kabarettisten wie Georg Schramm, Volker Pispers, Michael Quast, Erwin Grosche, Hagen Rether, die Misfits, Andreas Rebers, Alix Dudel, Lisbeth Felder und Klaus Birk treten hier auf, bevor sie bundesweit bekannt und für einen kleinen Veranstalter unbezahlbar werden. Als Kipfer 1995 das Heilbronner Theaterschiff gründet, übernimmt Jörn Golisch die Leitung des Vereins und die Verantwortung für das Programm. Zum Vorteil für die Finanzen setzt er die Anerkennung Hanix Nr. 62 34 Ruth Weipert, Hans-Georg Bickel & Hanne Jacobi leben für den Kulturkeller KULTUR

35
Hanix Nr. 62 als ›gemeinnützig‹ durch und – zum Leidwesen der Gründungsväter und -mütter – die Umbenennung des Vereins in »Kulturkeller e. V.«. Die Namensgebung wird zur Zerreißprobe. Die Gründergeneration hängt am Namen ›Kulturkeller der Gartenhaus-Gesellschaft‹, bei dem, gerade weil er lang und sperrig ist, ironisch subversive Untertöne mitschwingen. In der Festrede zum 25. Jubiläum des Kulturkellers erläutert Golisch die Umbenennung so: »Zuschauer, Agenturen und Künstler kannten die Spielstätte als ›Kulturkeller‹, auch, weil die Gartenhaus-Gesellschaft immer Werbung für ihre Veranstaltungen im ›Kulturkeller‹ machte. Man ging in den ›Kulturkeller‹ und nicht in den ›Kulturkeller der Gartenhaus-Gesellschaft‹«, so Golisch 2008. Die Befürworter der langen Version trauern um die verlorene Gartenhaus-Gesellschaft, denn ›Kulturkeller‹ gibt’s überall. Stimmt, aber dieser Heilbronner Kulturkeller ist etwas Besonderes: »Hier gibt es keine Künstlergarderobe, keine Dusche, keinen Komfort und keine Supergagen« erklärt Ruth Weipert, Stellvertreterin des Vorstands: »Trotzdem kommen die Künstler immer wieder gern. Unser Plus ist der Wohlfühlfaktor!« Dazu gehört die Kneipe, zwei Schritt neben dem Theaterraum. Familiäre Atmo, Skinship und Künstler zum »Anfassen«. Gespräche ergeben sich hier wie von selbst. Wichtigster Aspekt des Wohlfühlens war Jörn Golisch. Ein Unikum, immer gerade heraus, wurde seine Meinung von jedem geschätzt, auch von den Künstlern. »Er war ein fantastischer Kommunikator mit einem Super-Netzwerk zu den Agenturen, da konnten wir tolle Deals rausholen«, berichtet Ruth Weipert. Sie erinnert sich an eine Begegnung auf der Freiburger Kleinkunstbörse: »Wir waren da zu sechst. Die kleinste Bühne mit der größten Delegation schritt sozusagen die Ehrenformation ab. Jörn vorneweg, läuft auf Georg Schramm zu, fragt, ob er sich noch an den Heilbronner Kulturkeller erinnern könne. Ja, ich weiß gut, antwortet der, bei euch bin ich doch mit meinem ersten preisgekrönten Programm gewesen und nach der Vorstellung gegen die Säule gerannt! Schramm war mit mehreren Programmen im Kulturkeller. Jörn fragt: Kommst du mit deinem Abschlussprogramm vorbei? Ja klar! Weißt du, wie klein unsere Bühne ist? Regel das mit dem Management. Und Jörn regelt es. Schramm tritt auf seiner Abschiedstournee zwar nicht im Kulturkeller, sondern im Komödienhaus auf. Die 300 Plätze sind innerhalb eines Tages KULTURKELLLER verkauft. Gefeiert wird hinterher allerdings im Kulturkeller. Ins Gästebuch schreibt er: »Ich bin nach 23 Jahren neben meinem allerersten Plakat gesessen und habe mit euch getrunken. Danke – schön, dass es euch gibt, euer Georg Schramm«. Als Jörn Golisch im Januar 2016 unerwartet stirbt, fließen nicht nur in Heilbronn Tränen. Auch in Freiburg trauert man um diesen engagierten, wahrhaftigen und humorvollen Menschen. »Jörn war das Herz des Kulturkellers«, sagt Gerd Kempf, Mitstreiter der ersten Stunde. »Nach der Schockstarre mussten wir uns neu organisieren«, erklärt Ruth Weipert. Es bildet sich ein neues Team aus den langjährigen Vorstandsmitgliedern, allen voran Ruth Weipert (Stellvertretende Vorsitzende), die seit 1988 längstes aktives Mitglied ist, neben Elisabeth Beker (Beisitzerin), Silke Ortwein (Beisitzerin) und Dagmar Müller (Kassiererin). Neu hinzukommen Hans-Georg Bickel (1. Vorsitzender und Technikchef), Hanne Jacobi (Stellvertretende Vorsitzende), Corinna Löckle-Götz (Beisitzerin) und Alex Walther (Schriftführer und Pressereferent). Im Laufe der Jahre gab es unzählige Veränderungen: Von der neuen Bestuhlung, der kompletten Renovierung des Kneipenund Zuschauerraumes, einem einheitlichen Logo, einer neuen Homepage bis hin zur Kooperation mit der Kulturtafel (wenn möglich gibt es pro Vorstellung bis maximal sechs Freikarten), einem neu gestalteten Programmheft und dem Online-Kartenverkauf. Wichtigste Veränderung ist das Kultur- KellerTheater, ein eigenes Ensemble, das Ruth Weipert 1989 ins Leben gerufen hat. Das Repertoire reicht von Boulevard-Komödien, Kriminalstücken und Musikrevuen bis zu klassischen und gesellschaftskritischen Dramen. Quer durch alle Genres hält das Ensemble die Theatertradition des Hauses aufrecht. Inszeniert von Ruth Weipert oder der Grande Dame des Heilbronner Theaters Ingrid Richter-Wendel, kamen in über 20 Aufführungen Autoren wie Bertolt Brecht, Jean-Paul Sartre oder Woody Allen auf die Bühne. Seit 2017 gibt es zusätzlich ein eigenes Kabarett-Ensemble, das »Heilbronner Leibgerücht«. Elisabeth Beker, Hans-Georg Bickel, Michael Hink, Hanne Jacobi und Corinna Löckle-Götz nehmen erfolgreich regionale Themen unter die Lupe und auf die Schippe. Am 22. November ist Premiere ihres neuen Programms. Außerdem erwartet das Publikum eine Reihe von Vorpremieren, alle von Powerfrauen des politischen Kabaretts. Christine Prayon, auch bekannt als Birte Schneider aus der ZDF-heute-show, bereits vielfach ausgezeichnet, kommt am Freitag, 13. September mit ihrer »Abschiedstour« in den Kulturkeller. Sarah Hakenberg testet am Sonntag 13. Oktober ihr neues Programm »Heimat« und Anny Hartmann kommt am Samstag 30. November endlich mal wieder zum Lachen in den Keller mit »Schwamm drüber? Der besondere Jahresrückblick«. Ein letzter Blick ins Gästebuch: »So muss eine Kleinkunstbühne sein! … Ein wunderbares Kabarettambiente. Hoffentlich werde ich nie berühmt – dann kann ich wiederkommen«, schreibt Christian Ehring. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Leider, der ehemalige Chef des Düsseldorfer Kom(m)ödchens ist medial viel beschäftigt: Seit 2009 gehört er zum Team der ZDF-heute-show, 2011 übernahm er die Moderation von Extra 3 und während der Sommerpause der »heute-show« moderierte er die Kurzversion »heute-show xxs«. Ach ja, und dann hat er sich auch noch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan angelegt – kann man noch berühmter werden? ◆ WANDERN SO 18.8. 12 WEIN-HÖHEPUNKTE mit Weingütern und Brennereien 10 -19Uhr um Kirchheim am Neckar und Bönnigheim Das genussvolle Wandervergnügen! Infos: 3B-Tourismus.de 35

36
Es gibt eine schöne Anekdote von den Wiener Philharmonikern. Auf die Frage nach der Bedeutung des Dirigenten sagten sie: »Wenn wir ihn nicht mögen, spielen wir so, wie er dirigiert …« CASE SCAGLIONE (37) ist seit nunmehr einer Saison Chefdirigent des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn (WKO) und eines ist klar: Die Musiker mögen ihn, das Publikum mag ihn, er ist der Darling der Saison und alle hoffen, dass es lange so bleiben wird. Am Ende von deren letztem Konzert stand Beethovens »Pastorale« auf dem Programm, die Sinfonie, die einen aus den Sessel heben und dem Himmel ein Stück näher bringen kann und das WKO unter Scagliones Dirigat spielte, als ginge es eben darum. Scaglione wagte es, mit den Musikern an den Grundfesten festgelegter Tempi und Klangideale zu rütteln, und das Wunder geschah, das ein Dirigent bewirken kann: Magie erzeugen. Es hat den Anschein, als werde er auch an anderen gewohnten oder festgefahrenen Momenten rütteln. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Meli Dikta Der Darling aus Texas Hanix Nr. 62 Als Achtjähriger erlebte er seine erste Opernaufführung mit einer hübschen Parallelität zu Thomas Mann – der war bei gleichem Anlass ebenfalls acht Jahre und auch die Oper war die gleiche: Wagners »Tristan und Isolde«. Für Case Scaglione war damit klar, was er werden wollte. Das ist wenigstens ein Teil der Antwort auf die Frage, wie es ein geborener und bekennender Texaner schafft, so zu musizieren und die Herzen 36 MUSIK

37
der Heilbronner zu gewinnen. Der andere Teil der Antwort: Auch die Musiker mögen ihn – und sie spielen so, wie er dirigiert! »Die Magie des Taktstockes« ist der Titel eines Buches von Friedrich Herzfeld, ein berühmter Kapellmeister, Musikkritiker und Musikschriftsteller. Weltstars unter den Dirigenten, so z. B. Claudio Abbado, geben es zu, immer auf der Suche nach der Magie zu sein, der Taktstock ist ja per se kein Zauberstab. Beim Festakt zum 90. Geburtstag von Joerg Faerber, des Dirigenten, der das WKO gründete, über 40 Jahre prägte und leitete und dem Scaglione, wie er sagt, »unendlich dankbar« ist, spielte das WKO einen Satz aus Mozarts »Kleine Nachtmusik«, und dann klang da diese malträtierte und missbrauchte Serenade wie »neu«; munter, tänzerisch, filigran, einfach bezaubernd. Herbert von Karajan soll gesagt haben »Orchester haben keinen eigenen Klang, den macht der Dirigent.« Was man als Selbstüberschätzung dem Maestro gerne zutraut, kann man auch so lesen: »Gute Orchester – und Scaglione zählt das WKO unbedingt dazu – haben ihren Klang und ihre Geschichte, aber der Dirigent muss sie hörbar machen.« In keinen anderen Texten zu künstlerischen Berufen und Kunsterlebnissen taucht das Wort »Magie« öfter auf, als wenn es um Musik, diese flüchtigste und emotionalste aller Künste, geht. Selbst die Forschung beschäftigte, was diesen »Magischen Moment« in der Musik ausmacht. Wissenschaftliche Kriterien hat man nicht gefunden, aber eine »Erklärung« wie z. B. die von Lea Fink, Musikvermittlern der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen: Magische Momente sind bewusst herstellbar, d. h. man kann es, bzw. man muss es können und es liest sich so, als wolle sie das WKO beschreiben, wie man es mit Case Scaglione zuletzt erleben konnte: » … und da gehört das Publikum genauso dazu wie die Musiker. Das ist eine völlig zweiseitige Beziehung. Es geht um den Austausch. Und auf der Bühne spürt man, wie reagiert wird. Genauso wie Sie spüren, wenn Sie irgendjemand in der U-Bahn einfach nicht mögen. Und Musiker sind auf der Bühne in einem sehr verletzlichen Moment und sie sind sehr sensibel und sie entblößen sich vollkommen. Manchmal hat man einfach keinen guten Tag, sowohl zum Zuhören als auch nicht zum Musikmachen. Kann alles passieren. Aber manchmal kommt es zusammen und dann ist er da, der magische Moment.« Mit Case Scaglione, dem WKO und auch einem großen Teil des Heilbronner Publikums sind drei zusammengekommen, die zusammen gehören. Scaglione erzählt, dass er fünf andere Engagements ausgeschlagen hat, um beim WKO zuzusagen. Er wollte dieses Orchester und er weiß, wo er mit ihm hinwill. Wenn man ihn und das Orchester dabei unterstützt, keine Steine in den Weg legt – er ist ja auch künstlerischer Leiter – dann wird das auch gelingen. Als vor jetzt fast zehn Jahren, nach dem von Verwerfungen geprägten Streit um das Orchester (und nicht im Orchester!) Ralf Peter Beitner als frisch gekürter Vorsitzende des WKO-Stiftungsrates sagte, das WKO werde das beste Kammerorchester Deutschlands werden, und es könne auch das von Europa, erntete er mehr Skepsis als Zustimmung. Aber genau dahin will auch Scaglione, genau das sagt er auch und wie er es tut, das kommt aus dem Herzen und einer Haltung heraus, in der es keine Unterschiede zwischen Leben und Kunst gibt. Hat er keine Angst vor diesem Anspruch? »Nein«, sagt er, »nach über 200 Absprüngen mit dem Fallschirm« kenne er keine Angst und deshalb habe er sie auch nicht davor, mit dem WKO in New York, in der Carnegie Hall zu spielen. Er weiß, wovon er redet. Bevor er sich in das »gelobte Land der Klassischen Musik«, nach Deutschland aufmachte, so wie es fast alle MEHR ALS KAFFEE: MODEGESCHMACK IM KAFFEEHAUS HAGEN HAGEN MODE, im Kaffeehaus HAGEN · Christophstr. 13 · 74076 Heilbronn · Tel. 07131 15554-0 · Öffnungszeiten: Mo. - Fr. 8.30-18.00 Uhr, Sa. 8.30-16.00 Uhr 37

38
Musiker aus dem Ausland gerne tun, war er 2011 »Assistant Conductor« der New York Philharmonic, gewann im gleichen Jahr den Wettbewerb der Solti-Foundation, sprang für den legendären Kurt Masur 2012 ein, das war sein Debut als Dirigent und wurde im September 2014 zum »Associate Conductor« ernannt, eine eigens für ihn geschaffene Stelle auf Initiative des Chefdirigenten Alan Gilbert, der gerade als neuer Chefdirigent des Hamburger Elbphilharmonie-Orchesters startet. Zum Start in Heilbronn postete Case Scaglione ein Foto seiner (todschicken!) Cowboy-Stiefel auf Facebook mit dem Kommentar »Heilbronn is officially home now that my boots are here.« Mit dem WKO zu arbeiten, das sei eine große Herausforderung und bezieht in das Kompliment auch das Publikum mit ein. Das Wort »Herz« fällt immer wieder, wenn er von dem Orchester und seiner Arbeit hier spricht. Rückblickend auf seine seinerzeitige Vorstellung als Chefdirigent vor zwei Jahren hat er so gut deutsch gelernt, dass er auch dessen Nuancen beherrscht – und auch ein wenig schwäbisch. Er lobt die hohe Professionalität der Musiker »in den höchsten Tönen«, es sei nicht selbstverständlich, dass Musiker schon bei der ersten Probe so komplett vorbereitet seien und nach einem Jahr könne er sagen, nirgendwo sei das »deutsche Kulturwunder« so spürbar für ihn als beim WKO in Heilbronn. Nach dem Multi-Kulti-Betrieb in New York und einer Zwischenstation in Berlin muss er es wissen. Die erste »Anschaffung« für den Heilbronn-Betrieb war eine Espresso-Maschine (die von George Clooney) und ein »Steamer«: Dampf für gebügelte Hemden und Fräcke und damit auch »Dampf« für die Arbeit. Dazu gehöre auch, dass das Orchester weiß, was in der Welt passiert, nicht nur in der musikalischen. Eindeutig will er damit sagen, dass er auch musikalisch im 21. Jahrhundert mit ihm ankommen will. Auf seiner Agenda stehen ganz vorne drei Konzerte von Ligeti, auch um zu zeigen, wie »schön« zeitgenössische Musik klingen kann, um Vorbehalte abzubauen für zeitgenössische Musik als selbstverständlichem Teil des Repertoires. Was beim ersten Hören noch fremd klinge, hinterlässt Spuren im Gehirn, schon beim zweiten Male höre man es anders, sagt er. Wenn er in Paris Ligeti spiele, dann sei die Reaktion dort eher so: »Ach was, es gibt doch Neueres!« Und damit ist das Stichwort gefallen: Paris! Scaglione führt zwei Leben, eines in Heilbronn und eines in Paris, so wie es eigentlich alle erfolgreichen Dirigenten jetzt tun. Mit amüsierter Verzweiflung erzählt 38 er, wie schwer es war, eine Wohnung zu finden und wie wenig dort – im Gegensatz zu Deutschland – funktioniert. Auf Facebook postet er, wie seine Möbel aus Berlin gerade mittels Hubsteiger in das neue Domizil verfrachtet werden, weil sie nicht durchs Treppenhaus passen. Da hat er es in Heilbronn leichter. Er und seine Frau Toni wohnen nur zwei Minuten von der Harmonie entfernt, haben »tolle Nachbarn« und »best friends« gefunden. Als seine Frau für zwei Monate aus familiären Gründen in die USA musste, habe ihn eine Nachbarin einfach so bekocht, mit dem Kommentar: »Du muscht was essa!« Mit dem absoluten Gehör kann man halt auch bald schwäbisch sprechen! Zwischen Paris und Heilbronn liegen ja nicht nur musikalische Welten, das Ehepaar schätzt hier das bürgerliche und unangestrengte Leben. Und so wird auch die Frage nicht als heikel empfunden, wo er denn lieber sei. Die Antwort ist nicht diplomatisch, sondern aufrichtig: Deutschland ist sein Lieblingsland, Paris seine Lieblingsstadt. Hier wartet ja auch so etwas wie eine Herkulesaufgabe auf ihn als Musikdirektor des »Orchestre Nationale de L'Ile de France«, das, wie das WKO, auch ein »Reise-Orchester« ist. Beim Berlioz-Festival im August wird er Beethovens »Eroica« und »Ein Heldenleben« von Richard Strauss dirigieren, er hat sich »schwere Brocken« wie Bruckner, Mahler, Wagner vorgenommen, auch »Aufbauarbeit« steht auf der französischen Agenda. Scaglione war kein Unbekannter, als er nach Heilbronn kam, 2016 hatte er ein Gastdirigat beim WKO – und das wollte ihn ja dann auch als Gazarian-Nachfolger. Schon nach den ersten Konzerten war klar, dieser »Neue« kommt an, so wie er von sich sagt, er sei hier angekommen und schnell macht die Befürchtung die Runde, es könne in Heilbronn zu einem »Meister-Effekt« kommen und da heißt: Man sollte sich in Heilbronn nicht zu sicher sein. Die Konzerte im Carmen-Würth-Forum und jetzt die neue Tauberphilharmonie in Wertheim, gegen die Qualität dieser Konzertsäle sieht die »Harmonie«, die ja kein Konzertsaal ist, bald »alt« aus. Und was den »Meister-Effekt« betrifft: Cornelius Meister machte seinen Job als Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters in Heidelberg bekanntlich so gut, dass er schon bald Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien wurde und seit dieser Saison nun Generalmusikdirektor der Staatsoper und des Staatsorchesters Stuttgart ist, u. a. ausgezeichnet für das »Beste deutsche Konzertprogramm« und mehrfach für seine Education-Projekte. Genau das trifft den Punkt. Scaglione hat sich für das künftige Repertoire viel vorgenommen, es wird darauf ankommen, wie weit man ihn damit gehen lässt und begleitet. Auch wenn er wie ein »All-American-Boy« beim letzten Konzert eine Panne mit den falschen Noten auf dem Pult so locker wegsteckt, dass er auch da gleich wieder Sympathiepunkte sammelt, sollte man von Heiterkeit und Herzlichkeit nicht auf Harmlosigkeit schließen. Auf der Buga dirigierte er Mozarts »Gärtnerin aus Liebe« so, dass in dem verzwickten Puppenspiel um Liebe und Verwechslungen auf der Bühne im Orchester auch die Momente der Tragik hörbar wurden, allen dumpf-primitiv dröhnenden Bässen der benachbarten Disco zum Trotz. Der Jubel, den er mit dem Sänger-Ensemble und dem WKO entfachte, auch bei einem Publikum, das glücklicherweise nicht nur aus den üblichen Konzertgängern bestand, war auch eine schöne Vorführung für den Einfluss von klassischer Musik auf das limbische System. Es geht um Magie und es geht um Freude. Scaglione hat Ziele für sich und das WKO, denen man nicht im Wege stehen sollte. Es sei ihm eine Ehre und er spüre die Verantwortung, die er für das Orchester habe, sagt er – und er wolle, »dass die Welt weiß, dass wir Weltklasse sind.« Jetzt müssen das nur noch die Heilbronner so und »nachhaltig« begreifen, das Publikum und die, die auch Verantwortung für das WKO haben. ◆ CASE SCAGLIONE Hanix Nr. 62

39
WERBEARTIKEL PREISLISTEN PRINT-ON-DEMAND SCHNITTSTELLE ZU ERP-SYSTEM BESTELLPROZESS SHOP WEB-TO-PRINT BROSCHÜREN DRUCK PDF FLYER VISITENKARTEN FREIGABEPROZESS CI-KONFORM DRUCKVORLAGEN ZEITERSPARNIS TRANSPARENT BROWSERBASIERT KLEINSTAUFLAGEN VERSANDSCHNITTSTELLE LOGISTIK LAGERHALTUNGSKOSTEN PROZESS PERSONALISIERBAR PRODUKTPREIS AUTOMATISIERT PLATTFORM DIGITAL PUBLIKATIONSVERFAHREN KOSTENERSPARNIS EISBERGEFFEKT BLATTSAMMLUNG SIE HABEN viele wiederkehrende Druckjobs und möchten für Einkauf und Abwicklung zusätzliche Zeit sparen? WIR BIETEN eine schlanke, transparente und einfache Lösung. Komplett digital – von der Bestellung bis zum Versand! Dazu eine perfekte, moderne und ausfallsichere Druckproduktion. Lassen sie uns gemeinsam das bestmögliche System für ihre Belange finden! Ihr Ansprechpartner: Florian Mitzenheim Telefon: 07263/20986-24 f.mitzenheim@zieglerdruck.de www.crossmediaexperts.de info@zieglerdruck.de | Telefon: 07263 20986-0 39

40
Von Dr. Bernhard Stumpfhaus MIGRATION UND PFLANZE. SILKE WAGNERS KUNSTPROJEKT AN HEILBRONNER HALTESTELLEN In der vorangegangenen Ausgabe fragten wir uns anhand einiger Beispiele, die derzeit die Straßen und Plätze der Innenstadt möblieren, ob Kunst im öffentlichen Raum dem Marketing diene oder auch aufgrund ihrer vielschichtigen Ästhetik und unkalkulierbaren Verweise spröde quer dazu stehen könne. Bei jener Besprechung haben wir buchstäblich eine sehr komplexe und umfangreiche Arbeit übersehen. An den gläsernen Wänden von 13 Busund Bahnhaltestellen zwischen Bahnhof und der Kunsthalle Vogelmann sind ornamentale Figuren aus Buchstaben, meist in unterschiedlichem Grün, aber auch in Gelb, Rot und Blau, zu sehen. Mal sind die Gestaltungen rund, mal gehen sie übereck, bilden Kuben, Quadrate, Kreise oder auch eine Pfeilspitze. Handelt es sich hier um Reklame für einen Gartenbaumarkt in Heilbronn? Oder um stylishe Wegweiser zur derzeitigen Blumenschau in der Stadt? Diese Buchstaben-Ornamente sind allerdings nur schwer zu entziffern. Werbung geht anders. Man muss schon hinschauen und wie in einem Labyrinth sich konzentrieren, die Augen bewusst führen, um sie lesen zu können. Warten an der Haltestelle 40 ist langweilig und da ist eine solche Denksportaufgabe eine nette Ablenkung. Die Buchstaben nennen Pflanzennamen – eine sehr moderne Idee, sind wir es gewohnt, alles Belebte auf dieser Welt nach seinen Buchstaben, Abkürzungen für seine Aminosäuren, seine jeweilige DNS, hin zu analysieren und zu lesen. Die geometrischen Muster bezeichnen meist schematisch die genannte Pflanze, so wie wir es aus den biologischen Atlanten her kennen, welche die Pflanzen auf ihren Bauplan hin reduzieren. Doch was stellen die Farben dar, ihre verhältnismäßige Komposition? Die Künstlerin Silke Wagner, die sich im Heilbronner Kunstverein bereits 2002 präsentierte und die bekannt ist für ihre Einlassungen im öffentlichen Raum, erarbeitete für den Kunstverein und die Stadt Heilbronn das Projekt ›Migration und Pflanze‹. Es handelt sich, so können wir begleitenden Publikationen – darunter ein sehr aufwendig gestalteter, informativer und unterhaltsamer Katalog des Kunstvereins – entnehmen, bei den grafischen Arbeiten um Zusammensetzungen zweier Pflanzenarten, jeweils einer hier urwüchsigen und einer angesiedelten – wobei urwüchsig ein zeitlich sehr relativer Begriff ist, denn nach welchem Zeitraum gilt eine Pflanze als ›urwüchsig‹. Schon das ist eine interessante Frage, die umso brennender ist, beziehen wir sie auf Menschen, denn das genau macht die Künstlerin: Sie bezieht die Farbverteilung ihrer Arbeiten auf gesellschaftliche Verhältnisse. So zeigt etwa an der Haltestelle Kunsthalle die Zusammenstellung von Grün (für Kulturerbse, eine aus Syrien eingeführte Kletterpflanze) und Orange (für Möhren, eine indigene Pflanze aus Deutschland) in ihren farblichen Quantitäten die statistische Verteilung von im Libanon lebenden Flüchtlingen (grün) im Vergleich zu in Deutschland lebenden (orange) pro 1.000 Einwohner. Oder die Komposition von serbischer Kiefer Silke Wagner, Picea omorika / Pinus sylvestris HN 2019 © Hanix und deutscher Waldkiefer (s. Abb. hier) zeigt das Verhältnis von Armutsgefährdung unter Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Bleiben wir zunächst einmal bei den Pflanzen und beziehen uns auf die eben gestellte Frage, so zeigt sich, wie absurd eine Unterscheidung von indigenen und zugewanderten Pflanzen ist. Das ist nachvollziehbar, wenn wir einmal wie jene Landschaftsarchitekten, die die deutsche Fauna während jener 12 ›1000-jährigen-Reich‹-Jahren rein wieder installieren wollten, nachdenken, wie eine urwüchsige Vegetation hier aussehen könnte. Man müsste wohl vor die Eiszeit zurück. Oder es stellt sich die Frage nun übertragen auf den Menschen, ob alteingesessene Heilbronner oder Öhringer, die von den spanischen Reitern oder ägyptischen Hilfstruppen der Römer abstammen, denn nun urwüchsig deutsch seien oder nicht. Diese beiden Vergleiche aus der Geschichte zeigen, dass sich Silke Wagner ausdrücklich auf die aktuellen politischen Debatten bezieht und nicht auch auf historische, was das ganze Konzept ihrer Arbeit durcheinanderwirbeln würde. Design der Arbeit Wagners und Konzept sind im engeren Sinne zeitgenössisch. Altertümlich muten allerdings die Pflanzennamen an. Warum hat die Künstlerin nicht Tomate oder Basilikum geschrieben, sondern deren lateinische Bezeichnung? Latein ist hier weniger die tote Sprache, mit der Juristen und Gymnasiasten gequält werden, sondern es handelt sich hier um die biologischen Fachbezeichnungen der Pflanzen, die weltweit gelten. Doch nicht allein diese global geltenden, wissenschaftlichen Bezeichnungen weisen auf eine Versöhnung der Kontraste von grün-rot, Migranten und Indigenen hin. Es ist die Ästhetik selbst. Stellen wir uns vor, alles wäre nur in einer Farbe gehalten, so wären die Arbeiten monoton. Zudem verweist die ungleiche Farbgestaltung auf die Ästhetik der Antike, gemäß welcher Harmonie allein in der Spannung von Ungleichem besteht, die Schönheit der Kunst nur durch die proportionale Zusammensetzung von Vielheit herzustellen sei. So urteilt die Ausstellungsleiterin des Kunstvereins denn auch zur Arbeit Silke Wagners: »Sie ist zu schön, um Marketing zu sein.« ◆ www.kunstverein-heilbronn.de KUNST Hanix Nr. 62

41
Hanix Nr. 62 NEUE GEDANKEN- WELTEN ERÖFFNEN Der Künstlerbund Heilbronn e.V. (K55) hat seit März einen neuen Vorstand. Volkmar Köhler hat nach 15-jähriger erfolgreicher Leitung seinen Posten als 1. Vorsitzenden niedergelegt. Seine Nachfolgerin ist EVI BÖHRINGER- KERNER. Die neue Vorsitzende hat ambitionierte Pläne. Sie ist erst seit 2014, also noch frisch, Mitglied des Künstlerbundes. Sie hat ihre Wahl wohl vorrangig ihrem temperamentvollen Charakter zu verdanken, der sie gleich in eine intensive Diskussion um die Beteiligung des Vereins bei der derzeitigen Buga in Heilbronn führte. Nach anfänglichem Zögern des Buga-Managements konnte sie es durchsetzen, dass auf dem Gartengelände derzeit drei Kunstcontainer und ein Kunstautomat eingerichtet wurden, die nicht nur vom Künstlerbund, sondern auch von Künstlern der Zigarre und der B27 bespielt werden. Künstlerische Zusammenarbeit ist ihr wichtig. Ihr mit Nachdruck formuliertes Ziel ist es, den Künstlerbund in Heilbronn zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Sie ist keine Freundin des üblichen Ausstellungsbetriebes mit seinen rituellen Vernissagen, zu denen meist nur Freunde und Bekannte zur Unterstützung kämen. Man brauche, so Böhringer-Kerner, mehr Aufmerksamkeit in der Stadt. Sie möchte, dass der Künstlerbund die Stadt kulturell mitgestaltet. Kunst müsse in Heilbronn überall präsent sein. Für dieses Ziel setzt sie zunächst einmal beim Verein selbst ein. Sie möchte dessen Qualität neu definieren. Ein Mitgliederfragebogen zur Neuausrichtung ist bereits formuliert. Diesen Fragebogen sieht sie als Akquise neuer Ideen und auch als Initiative für Formen gegenseitiger Unterstützung. Es sei, so die 1. Vorsitzende, für Künstler KUNST nicht mehr zielführend, allein im Atelier vor sich hinzuarbeiten. Kunst erfülle ihre Funktion heute nicht mehr darin, Stellvertreterfunktion zu übernehmen für das einzelne Individuum, dessen frei gewählte Selbstentwicklung zum Ausdruck zu bringen in einer sich atomisierenden Gesellschaft. Kunst komme vielmehr die Aufgabe zu, Menschen zusammenzuführen, ihnen eine Stimme zu geben, ihren Problemstellungen und Wünschen eine Form ästhetischer Darstellung in der Öffentlichkeit zu verleihen. Kunst werde heute gemeinschaftlich erarbeitet unter der Frage: Was brauchen wir für ein gutes Leben gemeinsam? So will sie für den K55 neue Gedankenwelten eröffnen. Sie möchte längere Prozesse der Zusammenarbeit in Gang setzen, der Projektfindungen und -realisierungen in der Stadt und darüber hinaus. Dazu gehört für sie auch das Cross-over mit anderen Vereinen und Künstlerverbänden. Als ein erster Schritt hierzu wäre die experimentelle Gemeinschaftsausstellung ›Hexenjagd‹ zusammen mit ›wieArt‹, der Künstlergruppe Rhein-Neckar, im Wasserschloss Bad Rappenau im vergangenen Juli zu nennen. Für Böhringer-Kerner gibt es nichts Bewegenderes, als Kultur wieder attraktiv zu machen. Immerhin lebten wir in sehr spannenden Zeiten, in denen sich gesellschaftlich viel verändere. Auch deshalb reiche die bloße Arbeit im Atelier nicht mehr aus. Vielmehr gelte es für diese Veränderungen neue Formen der Kunst zu entwickeln. Was kann ich produzieren, was so noch nicht gesehen wurde? Kunst sei dazu da, andere Sichtweisen darzustellen, weniger der Harmonisierung der Gesellschaft wegen, sondern auch einmal, um vor den Kopf © Evi Böhringer-Kerner, HN 2019 zu stoßen. Solches erreiche man weniger, indem man einschlägige Fachleute und die bekannten Liebhaber anspreche, sondern auch die normalen Bürger. Dazu müsse man in die Stadt, in den öffentlichen Raum vorstoßen und diesen mitgestalten. Es reiche leider nicht mehr aus, einfach schöne Bilder zu malen, sondern man müsse sich auch entsprechend in Texten darstellen – »Wir müssen«, so kommentiert Böhringer-Kerner ihren Apell, »uns auch auf dieses Niveau herunterbeugen.« Natürlich gehört zu diesem Ziel, die Öffentlichkeit mitzugestalten, dass man sich in den Dialog mit der Stadt begibt, sich mit ihr vernetzt, auf Augenhöhe, in gegenseitigem Respekt, lösungsorientiert und zukunftsoffen. Der Kontakt mit dem Kulturamt funktioniere schon sehr gut. Böhringer-Kerner hat sehr wohl die in der Schrift ›Stadtkonzeption Heilbronn 2030‹ niedergelegten Forderungen der Stadt, dass es für die Förderung der Kunst erst einmal die Forderung zu erfüllen gelte, Migranten zu integrieren, alte Menschen zu begleiten und den technischen Wandel zu orchestrieren, zur Kenntnis genommen. Ihrer Ansicht nach reiche es jedoch nicht aus, umzusetzen, was die Stadt von den Künstlern erwarte, sondern auch umgekehrt, dass die Stadt realisiere, was die Künstler von ihr erwarteten. Das gehöre zum Respekt als gegenseitigem dazu. So hat sie schon Vorschläge unterbreitet, in Zukunft auch im Deutschhof, auf dem Marktplatz oder im Innenhof des Rathauses Projekte des Künstlerbundes zu realisieren. Die Antwort des Museumsleiters und der Stadt stehen hierzu noch aus. ◆ www.kbheilbronn.de 41

42
Der Film begleitet eine Familie über mehrere Jahre ihres mal romantischen, mal ausgelassenen, mal chaotischen, mal tückischen Lebens. Dabei steht das Auf und Ab einer Mutter und ihrer beiden erwachsenen Söhne, die einen gemeinsamen tragischen Verlust verkraften müssen, im Fokus. LOVE AFTER LOVE Hanix Nr. 62 In den Arthaus-Kinos ab 01. August 2019 USA 2019 Länge: 92 Minuten Genre: Drama FSK: ab 12 Jahren Regie: Russel Harbaugh Darsteller: Andie MacDowell, Chris O'Dowd, Gareth Williams, u.v.m. Die beiden College-Professoren Suzanne (Andie MacDowell) und Glenn (Gareth Williams) genießen ihre ausgelassene wie stürmische Ehe inmitten ihrer Studenten und der Familie. Sie haben zwei Söhne: Nicholas (Chris O‘ Dowd), der mit Rebecca (Juliet Rylance) liiert ist und erfolgreich als Herausgeber von Büchern arbeitet und Chris (James Adomian), der beständig nach einer Möglichkeit sucht, seine nicht ganz klar zu definierende Kreativität in geeignete Bahnen zu lenken. Als Glenn schwer an Krebs erkrankt, beschließt die Familie, die letzten Sommertage gemeinsam mit ihm zu verbringen. Der unausweichliche Tod von Glenn löst einige kuriose wie widersprüchliche Reaktionen aus: Nicholas trennt sich plötzlich von seiner langjährigen Freundin Rebecca und stürzt sich in eine Affäre mit Emilie (Dree Hemingway), einer von Vaters Studentinnen; Suzanne, die mit einem Mal ihre Rolle als Mutter und Ehefrau verloren hat, beginnt sich gleich mit einer ganzen Reihe von Männern zu treffen; und Chris versucht verzweifelt, seine Künstler-Karriere voranzutreiben und muss dabei einen herben Rückschlag nach dem anderen einstecken. Was allen gemeinsam ist: Sie tun sich schwer, mit ihren stetig wachsenden emotionalen Bedürfnissen zurechtzukommen. Dies gelingt der Familie schließlich auf mal abscheuliche und mal erfreuliche Art und Weise. »Love after love« riskiert einen schonungslosen Blick auf eine Familie, die nach einem schweren Schicksalsschlag versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. ◆ 42 ARTHAUS-KINOTIPP

43
AUSSERDEM IM KINO Once Upon A Time In... Hollywood Start: 15. August 1969: Die große Zeit der Western ist in Hollywood vorbei. Das bringt die Karriere von Western-Serienheld Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) ins Straucheln. Gemeinsam mit seinem Stuntdouble, persönlichen Fahrer und besten Freund Cliff Booth (Brad Pitt) versucht Dalton, in der Traumfabrik zu überleben und als Filmstar zu neuem Ruhm zu gelangen. Als ihm Filmproduzent Marvin Schwarz (Al Pacino) Hauptrollen in mehreren Spaghetti-Western anbietet, lehnt Rick ab. A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando Start: 15. August Mittlerweile ist Andy aus dem Alter raus, in dem er noch mit seinen Spielzeugen spielt. Also hat er den Cowboy Woody (Originalstimme: Tom Hanks) und den Space-Ranger Buzz Lightyear (Tim Allen) an seine kleine Freundin Bonnie (Madeleine McGraw) weitergereicht, damit sie fortan ihre Fantasie mit ihnen ausleben kann. Dann aber bastelt sie in der Vorschule aus einer Gabel ein neues Spielzeug und die harmonische Idylle im Kinderzimmer ist dahin. Late Night Start: 29. August Katherine Newbury (Emma Thompson) ist eine legendäre TV-Talkerin. Als ihr eines Tages vorgeworfen wird, eine »Frau, die Frauen hasst« zu sein, kommt ihr eine – zumindest vermeintlich – brillante Idee: Mit Molly (Mindy Kaling) soll eine Frau frischen Wind in ihr Autorenteam bringen, das sonst nur aus Männern besteht! Doch das kommt wohl zu spät, denn neben den immer weiter sinkenden Quoten sieht sich Katherine auch noch damit konfrontiert, dass der Sender sie ersetzen will. Doch dann erweist sich die Einstellung von Molly doch noch als totaler Glücksgriff … Rambo 5: Last Blood Start: 19. September 2019 Fünfter Teil der »Rambo«-Reihe. Darin erfährt John Rambo (Sylvester Stallone), dass Gabriella, die Tochter seiner Haushälterin Maria (Adriana Barraza), von einem Menschenhändlerring entführt wurde, der Teil eines mexikanischen Kartells ist und junge Frauen zur Prostitution zwingt. Rambo, der sich eigentlich nach langen Jahren fern der Heimat einfach nur in den USA zur Ruhe setzen wollte, schließt sich mit der Ex-Soldatin und Journalistin Carmen Delgado (Paz Vega) zusammen, deren Schwester ebenfalls von dem Kartell entführt wurde, und nimmt den Kampf gegen die Gangster auf ... Wer 4 sind - Die Fantastischen Vier Start: 15. September 2019 2019 feiern die Fantastischen Vier ihr 30-jähriges Bandjubiläum. Exklusiv zum Jubiläum entstand der Dokumentarfilm »Wer 4 sind - Die Fantastischen Vier« von Thomas Schwendemann und ist damit auch der erste abendfüllende Kinodokumentarfilm über eine der erfolgreichsten Hip-Hop-Bands Deutschlands. Dabei wirft der Regisseur einen Blick hinter die Kulissen von 30 Jahren gemeinsamer kreativer Arbeit, vier unterschiedlichen Biografien, die innerhalb der 30 Jahre geformt wurden und natürlich auch 30 Jahre Popkultur und Geschichte Deutschlands. Boden ist Lebensraum und Lebensgrundlage. Was, wenn die Erde von unseren Hinterlassenschaften belastet ist? WIR STEHEN FÜR MOBILITÄT UND SIND IHR WEGBEREITER. Wir bauen ganz bewusst – für die Region Heilbronn-Franken, in der unsere Mitarbeiter verwurzelt sind. Unser Boden liegt uns am Herzen. Wir sorgen dafür, dass dieser dokumentiert aufbereitet wird – in speziell konzipierten Abläufen. Sprechen Sie mit uns darüber! SCHNEIDER BAU GmbH & Co. KG 74076 Heilbronn Hans-Rießer-Str. 18 Tel. 0 71 31 / 94 43 - 0 WEGBEREITER BAUSCHULE immer mittwochs, auf der BUGA 14-tägig, 2019 Heilbronn 10 – 16 Uhr, auf der BUGA 2019 Heilbronn im Pavillon der Handwerkskammer. www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter 43

44
Hanix Nr. 40 44 Kapitel

45
Eisbärmännchen Emanfjorden, Spitzbergen, 5. Mai 2019, 21:43 Uhr Foto: Katrin Lehr Hanix Nr. 40 Kapitel 45

46
Hanix Nr. 62 46 INTERVIEW DES MONATS

47
Als PHILIPP WESTERMEYER (40) vor acht Jahren erstmals das OMR-Festival veranstaltete, kamen 200 Besucher. Anfang Mai dieses Jahres waren mehr als 50.000 Digitalheads in Hamburg vor Ort. Und machten das OMR-Festival damit zu einer der weltweit größten und wichtigsten Digitalkonferenz. Wir sprachen mit dem Unternehmer nach seiner »Roadshow für den Mittelstand« in den Stuttgarter Wagenhallen über die Offenheit und Probleme des deutschen Mittelstandes in Zeiten des digitalen Wandels, was seine Geburtsstadt Essen mit Heilbronn gemeinsam hat, weshalb er sich für sein »Philipp«-Magazin entschuldigt und ob Joko Winterscheidt oder Tim Mälzer der bessere Podcaster ist. Von Robert Mucha, Fotos: Nico Kurth Hanix Nr. 62 »Die größte Gefahr ist, dass es zu gut läuft« Hanix: Philipp, ihr seid mit OMR und eurem Kooperationspartner Media Impact zum zweiten Mal mit eurer Podcast-Roadshow »Digitale Vermarktungslösungen für den Mittelstand« unterwegs gewesen. Diesmal in Bielefeld und Stuttgart. Da habt ihr euch dicke Bretter rausgesucht – Ostwestfalen und Schwaben gelten als eher verschlossen gegenüber Neuem. Wer war schwieriger zu knacken? Philipp Westermeyer: Es waren in beiden Städten echt gute Abende. Die Leute, die zu uns kommen, sind auch eher offen. Ich habe nichts Schlechtes über die Ostwestfalen und Schwaben zu sagen. Stuttgart bzw. der Norden Baden-Württembergs ist eine der interessantesten Mittelstandsregionen Deutschlands. Wie nimmst Du die mittelständischen Unternehmen hier im »Ländle« wahr? Bereit zur Transformation oder Bewahrer der alten Geschäftsdenke? Die meisten Firmen haben mittlerweile verstanden, wie die Welt tickt und auch nicht erst seit gestern, sondern schon seit einer Weile. Ich glaube, die Herausforderung ist weniger die Einsicht, was man PHILIPP WESTERMEYER tun könnte und sollte, sondern eher das richtige Personal zu finden, den richtigen Umgang mit der Legacy, häufig noch mit Shareholdern oder Gründern, die aus einer älteren, anders denkenden Generation dabei sind. Die haben noch was anders im Blick als die operativen CEOs von heute. Es gibt eher ein Problem, die richtigen Umstände und die richtigen Leute zu finden. Und machst du bei den Mittelständlern regionale Unterschiede aus? Wo geht man ein bisschen offener, schneller, agiler und offensiver ran als anderswo? Je besser es den Firmen geht, desto weniger offen sind sie. Wenn der Leidensdruck steigt, dann steigt die Bereitschaft, was zu machen. Es ist dann nur manchmal schon zu spät. Wenn eine Branche echt harte Zeiten erlebt hat, dann sind die, denen es aus demselben Segment noch gut geht, schon sehr wach und sehr agil. Während Firmen, die aus generell sehr starken Industrien kommen, noch deutlich desinteressierter sind. 47

48
Also besteht hier für den Süden Deutschlands eine größere Gefahr als in Regionen, in denen die Wirtschaft nicht ganz so stark ist wie in Baden-Württemberg und Bayern? Ja, weil es einfach gut läuft. Die größte Gefahr ist, dass es zu gut läuft. Und hier rund um Stuttgart gibt es ja viele Firmen, bei denen es boomt. Hat es Heilbronn-Franken mit der aktuellen Dynamik in der Stadt auch schon geschafft, deine Aufmerksamkeit zu gewinnen, oder hast Du gar keinen Plan, was sich hier tut und welche Unternehmen und Unternehmer sich in und um Heilbronn tummeln? Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich die Region im Detail kenne. Was Dieter Schwarz mit seiner Stiftung macht, hat aber deine Aufmerksamkeit erlangt? Das habe ich in der Presse verfolgt, wenn es überregional hochpoppt, z. B. in der Süddeutschen oder im Manager Magazin. Dann fällt es mir ab und zu auf. Und die Dieter-Schwarz-Legende kenne ich natürlich. Hast du mitbekommen, dass die TU München jetzt in Heilbronn ist und die Dieter Schwarz Stiftung für diesen Coup das bisher größte deutsche Stiftungsaufkommen – es liegt im dreistelligen Millionenbereich – für eine Universität investiert hat? Ja, das habe ich auch gelesen. Für einen Ort, wo eine Firma oder ein Gründer so wahnsinnig erfolgreich ist und sich in der Region wiedersieht und sich da verwirklicht, ist das beeindruckend. Wahrscheinlich ist nicht immer alles nur positiv, aber generell sicher prägend für eine 48 Stadt – und unterm Strich auch sehr positiv. Ich kenne das selber als gebürtiger Essener. Das war die Krupp-Stadt und Heilbronn ist die Schwarz-Stadt. Dein Unternehmen, die OMR, hat geschäftlich viel mit den Facebooks, Googles, Zalandos und Axel Springers dieser Welt zu tun. Weshalb interessiert ihr euch für den Mittelstand und Familienunternehmen in der Provinz Deutschlands fernab der »digitalen Hotspots« Berlin oder Hamburg? Ich glaube, das Herz der deutschen Wirtschaft schlägt genau da, in der »Provinz«. Google und Facebook leben am Ende nicht von den ganz großen Hauptstadtfirmen, sondern von der Tiefe des Landes, zumindest in Deutschland. Und das ist für OMR genauso. Beim OMR-Festival haben wir dieses Jahr über 50.000 Besucher gehabt, im nächsten Jahr sind es sicherlich über 60.000. Das sind nicht nur die Leute von Otto, Procter & Gamble oder von Beiersdorf. So viele gibt es da gar nicht, sondern das Gros der Besucher kommt aus dem Bauch der deutschen Wirtschaft und der ist zum Beispiel auch hier um Stuttgart und Heilbronn herum. Deswegen empfinden wir das als spannend: Was diese Firmen brauchen, was deren Mitarbeiter gerne erleben und wissen wollen … Fällt es euch schwerer, Kontakt zu Mittelständlern und Familienunternehmen aufzunehmen als zu Konzernen? Null. Es melden sich viele Mittelständler bei uns und haben Interesse, sind neugierig. Da ist schon eine große Offenheit, gerade bei den jüngeren Leuten in diesen mittelständischen Firmen. Das ist total cool, da sind auch richtige OMR-Fans dabei. Und gibt es für euch prägnante Unterschiede in der Zusammenarbeit zwischen Mittelständlern und großen Konzernen? Bei den Mittelständlern – wenn man da auf einem gewissen Niveau in die Kontakte einsteigt – gibt es schnellere Entscheidungen. Dort gibt es kleinere Gremien, interessante Fragestellungen, die sich mehr mit dem Markt beschäftigen, weniger mit dem eigenen Unternehmen. Hat dich das überrascht, dass Mittelständler eher mit solchen Fragestellungen kommen? Ich finde das erfreulich und super. Es ist immer besser, wenn man sich nicht so viel mit sich selbst beschäftigt, sondern mit dem Markt und den Kunden und dem Umfeld. Ich habe generell bei vielen deutschen Mittelständlern ein ganz gutes Gefühl für die Zukunft. Welche Mittelständler gehen das komplexe Thema »Digitale Transformation« aus deiner Sicht in Deutschland sehr smart, durchdacht und mit der richtigen, offenen Haltung an? Es fällt mir schwer, das zu sagen, weil ich kein Mittelstandsexperte bin. Ich gucke mir meistens das Marketing an und frage: Wer macht da gutes Marketing? Und da gibt es ganz viele Beispiele. Da gibt es Katjes, die interessante Sachen machen und zuletzt stark aufgekommen sind. Auch die Leute bei Dr. Wolf Alpecin machen das gut. Aber ich kann immer nur das Marketing beurteilen, für eine Einschätzung des Gesamtgeschäfts bin ich zu sehr in der Marketing-Nische und traue mir das nicht zu, da irgendwelche Business-to-Business-Firmen zu beurteilen. Du selbst bist emsig dabei, dein Unternehmen inhaltlich zu transformieren. Eine reine Online-Marketing-Agentur seid ihr schon lange nicht mehr. Was seid ihr aktuell? Veranstalter? Berater? Coaches? Es gibt u. a. das OMR-Festival, die OMR-Reports, die OMR-Podcasts, ganz neu ist die OMR-Academy … Das fragen wir uns manchmal selber. Wir sagen jetzt, dass wir eine moderne Plattform für Inhalte, für Kontakte, für Informationen rund um die digitale Branche sind. Das ist nicht ganz optimal wiedergegeben, aber so ein bisschen unser Claim. Was immer das alles sein kann. Da ist viel möglich in Zukunft und auch viel, was wir heute noch gar nicht sehen können. Wir tapsen selber immer rum und entdecken dann INTERVIEW DES MONATS Hanix Nr. 62

49
Hanix Nr. 62 Themen für uns. Aktuell haben wir das Thema Podcast entdeckt und siehe da: Es funktioniert. Davor hatten wir Youtube getestet und das hat nicht gut geklappt. Also wir sind auch mit unserer Plattform auf Entdeckerkurs. Aber wir haben direkte Kundenbeziehungen zu deutlich über 100.000 Leuten in Deutschland und noch mehr in Europa, die uns interessant finden als Informations- und Inspirationsquelle oder als Businesspartner für Digitalthemen. Wir gucken immer, was es für Modelle gibt, die man an OMR andocken kann. Und wollt ihr in den nächsten Jahren so weiter tapsen und ausprobieren und mal durch Zufall auf ein Feld stoßen oder hast du einen konkreten Plan, was die OMR in den nächsten Jahren werden soll? Den Plan gibt es in der Form leider nicht so richtig. Gerade bei Medienfirmen oder Informationsplattformen sind alle Verantwortlichen, wenn sie ehrlich sind, am Rätseln, wie die zukünftigen Geschäftsmodelle aussehen werden. Ich unterhalte mich viel mit den Chefs von deutschen Medienkonzernen, von Fachinformations- oder Messefirmen: Da kann dir keiner genau sagen, wo der exakte Weg lang geht. Wir geben das auch gar nicht vor, dass wir das wissen. Wir sind vielleicht nur gut darin, einfach Sachen auszuprobieren und uns die richtigen Themen auszusuchen. Also kannst du gar nicht genau sagen, was die OMR in fünf Jahren sein wird? Wenn es gut läuft, sind wir sicherlich ein starkes Festival, ein starkes Podcast-Medienhaus mit Produktion und Vermarktung. Wir haben in fünf Jahren sicher noch zwei, drei weitere thematische Felder neben dem digitalen Marketing – im Bereich Finanzen zum Beispiel. Und wir sind wahrscheinlich ein größerer Seminaranbieter. Aber wir werden immer noch neue Sachen ausprobieren. Podcasts sind ein großes Thema für dich und somit auch für dein Unternehmen. Warum findest du Podcasts so spannend und weshalb »wettet« die OMR so massiv auf das Thema? Du siehst sicherlich Potenzial für Podcasts im deutschsprachigen Raum? Also ich finde einfach, Podcasts passen perfekt in die Dynamik der heutigen Zeit. Man programmiert sich seinen eigenen Konsum, wie bei Netflix oder bei Spotify. So verhalten sich die Menschen heutzutage, die jüngeren Generationen sind es nicht anders gewohnt. Podcasts sind ein Mobile-Content, sie sind sehr aufmerksamkeitsstark, werden lange gehört. Da passt einfach viel zusammen. Es gibt mittlerweile richtig geile Inhalte weltweit. Man kann sich auf Knopfdruck z. B. auch US-Inhalte holen. Podcast ist ein Medium, das am Anfang steht und von vielen noch nicht entdeckt wurde, was es eigentlich kann und wie viel Spaß es macht, Podcasts zu konsumieren. Deswegen glaube ich, dass wir in den nächsten Jahren ein Wachstum in diesem Bereich sehen werden. Wenn das Medium an sich wächst, führt das erfahrungsgemäß immer dazu, dass auch der ganze Vermarktungsbereich drum herum wächst – und da wollen wir dabei sein. Das sehe ich auch an meinem eigenen Podcast. Ich bin selber nicht nur Unternehmer, sondern auch Creator in dem Bereich und erlebe das von beiden Seiten. Und die Resonanz, die man bekommt, die Wachstumszahlen, die man sieht, den Hebel, der dadurch entsteht, sind vielversprechend. Das ist eine Wette, bei der ich sage: Ich könnte eines Tages mein Berufsleben nur mit Podcast bestreiten. Der Tag wird kommen. Wie viele Podcasts produziert und vermarktet ihr mit den POD- STARS aktuell? In der Vermarktung haben wir zwischen 40 und 50 Podcasts. Eigenproduktionen sind es um die zehn. Das wird sich aber noch steigern. Butter bei die Fische: Welcher eurer »Podstars« zieht besser, Joko Winterscheid mit dem AWFNR-Podcast oder Tim Mälzer mit seinem neuen Podcast Fiete Gastro? PHILIPP WESTERMEYER Trotz Sommerhitze an den Winter denken! Im September startet die neue Solidaritätsaktion zugunsten des Aufbaugilde- Erfrierungsschutzes. Jeder Kauf eines #spendetwärme-Hoodies oder einer Jacke (Preise ab 34,50 €, w/m/k) sichert wohnungslosen Menschen in Heilbronn eine kostenlose Übernachtung im Winter, Frühstück, medizinische Hilfe, Dusche, Kleidung und den Aufenthalt in unserer Tagesstätte. Helfen Sie mit. Übrigens, die Hoodies eignen sich bestens als Geschenk und auch als Unternehmens-Präsent. Weitere Infos unter www.spendetwärme.de 49

50
Joko hat früher angefangen, der Podcast ist deshalb auf jeden Fall größer. Aber Tim holt auf und man merkt, dass Tim auch wirklich eine extrem starke Medienmarke ist. Ich denke mal, irgendwann werden die sich auf einem Niveau einpendeln. Aber noch ist Joko historisch der bekanntere Podcaster. Fiete Gastro ist der neueste Podcast aus dem Hause OMR. Wie kommt so eine Zusammenarbeit zustande? Kommt Tim Mälzer auf euch zu, tretet ihr mit Tim in Kontakt oder trifft man sich zufällig in Hamburg und so eine Idee entsteht an irgendeiner Theke? Man trifft sich. Tim und ich kennen uns ein bisschen, Tim kennt auch Joko gut. Tim wollte, dass ich ihm mal was über Podcast erzähle, was das eigentlich ist, was er damit machen könnte und wohin sich das entwickeln kann? Mit dieser Welt wollte er sich dann beschäftigen und hat angefangen, Podcasts zu hören. Irgendwann war für ihn klar, dass er selber was machen möchte. Also haben wir uns hingesetzt und überlegt, was für Tim passen könnte. Findest du Tim gut als Podcaster? Er ist generell als Gesprächspartner gut, weil er so direkt ist. Er ist eine Kodderschnauze, das funktioniert in dem Medium einfach. Anderes Thema. »Trump und Putin können froh sein, dass die Weltherrschaft nicht zu den Plänen Westermeyers gehört, sonst hätten sie ruckzuck Konkurrenz. Nur in kompetent und menschenfreundlich.« Was würdest du jemandem sagen, der dich so beschreibt? Ist aus dem Zeit-Porträt? So beschreibt dich dein »Philipp«-Magazin! Das ist natürlich alles viel zu hoch gegriffen, ich bin am Ende ein Online-Marketing-Typ. Aber Menschenfreund ist schon das passende Wort für mich. Du gilst als »Digital Head«, hast aber eine Printvergangenheit bei Gruner und Jahr. Liegt in deiner Vergangenheit das neue Printmagazin mit dem bezeichnenden Namen »Philipp« begründet, das du und die OMR zusammen mit dem Hamburger Abendblatt herausbringen? Warum ein personifiziertes Printmagazin mit »100% digitalen Inhalten«? Der Ideengeber war Lars Heider, Chefredakteur vom Hamburger Abendblatt. Als er mit der Idee um die Ecke kam, war ich erst mal beeindruckt und dachte mir: wow. Und dann muss ich zugeben, dass meine Gruner- und-Jahr-Zeit reingespielt hat. Wenn ich mit Zeitschriften nichts zu tun hätte, dann wäre ich vielleicht weniger enthusiastisch gewesen. Aber dadurch, dass ich Zeitschriftenbusiness selber kenne, war eigentlich klar: Ich mache das. 50 Hast du dich davor mit Joko ausgetauscht? Er hat ja sein JWD-Magazin? Klar. Da sind auch lieb gemeinte dumme Sprüche hin und her gegangen. Von Tim Mälzer gab es auch einen Diss fürs Philipp-Magazin … Absolut, Tim ist kein Fan von Leuten, die Magazine haben. Aber da bin ich sehr entspannt … Jetzt als Magazinmacher, würdest du unterschreiben: Print isn't dead? Print ist auf keinen Fall tot. Es stellt sich aber die Frage: Was erwartet man sich davon? Es sind nicht mehr die Zeiten, in denen Medienkonzerne mit 30, 40 Prozent Marge unterwegs waren. Das ist heute schwierig. Aber da gibt es viele Produkte, wo ich sagen würde: Wow, würde ich sofort übernehmen, wenn ich könnte, tolle Economics. Spätestens mit »Philipp« gehst du auch als Medien-Marke nach draußen. Wieso eigentlich? Und habt ihr vorab eine Analyse gemacht, wie du draußen ankommst und welche Sympathiewerte du hast? Die Chance war da und es ist ein gutes Marketing, eine gute PR für OMR. Also habe ich das gemacht. Mein Bauchgefühl war gut, und ich war mir sicher, dass, wenn wir uns Mühe geben, wir es auch gut hinbekommen. Da war ich selbstbewusst. Eben auf der Bühne hast du damit kokettiert, dass du die Tendenz hast, dich für das Magazin zu entschuldigen. So schlimm ist es in Wirklichkeit also nicht? Nein, ich bin auch stolz auf das Magazin. Aber wenn ich das Heft bei uns in Hamburg im Supermarkt liegen sehe, dann habe ich trotzdem den Gedanken: Oh, was denken jetzt die Nachbarn. Ist es schon so weit, dass du – zumindest in Hamburg – im Restaurant oder auf der Straße nach gemeinsamen Selfies gefragt wirst? Ein Selfie-Wunsch kommt schon mal vor, aber das ist selten. Da bin ich zu sehr in der B2B-Marketing-Nische drin. Wenn ich da Joko sehe, betreibt der einen anderen Sport. Letzten Sommer war ich mit ihm in New York, da wird er im Central Park angesprochen. Am andern Ende der Welt. Davon bin ich weit weg, Gott sei Dank. Und wie fühlt sich für dich so ein Moment an, wenn jemand kommt und in einer privaten Situation nach einem Selfie fragt? Da freue ich mich und bin einfach dankbar. Es geht ja um mein Business. Ich weiß genau, wenn derjenige das mit dem Selfie will, dann ist der auch OMR-Fan. Und das ist mein Leben. Davon ernähre ich meine Familie, dass OMR gut funktioniert und Anerkennung findet bei den Leuten. Wenn ich jetzt tausend Selfies am Tag machen müsste, dann wäre ich wahrscheinlich irgendwann auch inflationär abgefuckt. ◆ PHILIPP WESTERMEYER Hanix Nr. 62

51
Podcast ab Juni 2019! Mehr Infos folgen auf Instagram & Facebook. Hanix Nr. 62 Podcast powered by: Podcast Feeling Live erleben – bei deiner persönlichen e-Probefahrt im VW eGolf! Jetzt Termin vereinbaren beim Autozentrum Hagelauer: Tel.:07131/6234-9011 www.hagelauer.de/eProbe eprobe@hagelauer.de 51

52
Titelthema: [S. 54–73] BRIEFE AN DIE HEIMAT »Gute Briefe sind wie gute Freunde. Sie dürfen es heute eilig haben, aber sie müssen sich morgen Zeit nehmen.« Oscar Wilde (1854 - 1900), irischer Lyriker, Dramatiker und Bühnenautor Artwork: Kathrin Leisterer-Miskovic Hanix Nr. 62 THE TRACK → S. 54 Im vergänglichen Eis → S. 58 SURE – THIS IS CHINA → S. 62 Silicon Wadi → S. 66 DIE LETZTEN IHRER ART → S. 70 52

53
53

54
Hanix Nr. 62 CLAUDIA und KUNO KONOWSKI sind verrückt. Im australischen Outback fragt man bei »The Track« direkt: Are you crazy? »The Track« ist der härteste Selfsupport-Etappenlauf der Welt. 520 km – Neun Etappen in zehn Tagen. Tödliche Giftschlangen bekamen die beiden nicht zu Gesicht, dafür haben sie einen Dingo mit Steinen verjagt, tausende Buschfliegen in ihren Körperöffnungen gehabt und wegknickende Beine erleiden müssen. Ob sie das glücklich gemacht hat? Selbstverständlich! Fotos: Canal-Aventure G. Pielke & D. Lemansky The Track 54 BRIEFE AN DIE HEIMAT

55
Hanix Nr. 62 Liebe Heimat, mit leckerem australischen Wein sitzen wir hier am Pool unserer Lodge – mitten im australischen Outback – und schreiben echte Postkarten. Vor 19 Tagen liefen mein Mann und ich den Trollinger Halbmarathon, bei dem es leckeren Trollinger gab. Wir hatten sehr viel Spaß und die Zuschauer auch, denn wir liefen nicht einfach so. Wir liefen mit unserer kompletten Wüstenausrüstung. Einige dachten, wir wären verkleidet, aber wir waren eigentlich ganz echt. Aber warum? Weil der Trollinger unser letzter offizieller Trainingslauf vor unserem großen Abenteuer »The Track« in Australien war. Dieser Lauf findet alle zwei Jahre mitten im australischen Outback statt und ist der härteste Selfsupport-Etappenlauf der Welt. 520 km – Neun Etappen in zehn Tagen. Die erste Etappe ist 30 Kilometer und die letzte 137 lang. Dazwischen unterschiedliche Etappen mit 41, 38, 49, 58, 59, 66, 44 Kilometern. Sandpisten, trockene, steinige Flussbetten, Klettereinlagen … Wir schlafen in Zweimannzelten, die wir zum Glück nicht selbst aufbauen müssen, tragen jeden Tag dieselbe Laufkleidung – meistens noch feucht vom Vortag, bekommen pro Tag zwölf Liter Wasser – nicht zum Waschen, sondern ausschließlich zum Trinken und Kochen. Quasi Abenteuer-Campingurlaub mit Freunden, die jeden Tag gemeinsam eine neue unbekannte Strecke laufen – veranstaltet von Canal-Aventure aus Frankreich. Nach monatelanger Vorbereitung mit Laufen, Essen, Schlafen, Arbeiten, Training versuchten wir am Tag des Abfluges unser Chaos aus Tütennahrung, Energiepulver, Pflichtausrüstung, Stöcken, kleine »Luxusartikel« usw. in unseren Wüstenrucksack und einen kleinen Koffer zu bekommen. Vier Tage nach dem »Trolli« flogen wir dann in einem ultralangen Flug mit Aufenthalt in 48 Stunden über Hongkong und Sydney nach Alice Springs. Man fällt auf mit dem Rucksack und der ganzen Ausrüstung und jeder, der fragte, schüttelte erstaunt, manchmal verständnislos, den Kopf. In Alice Springs, der Wüstenstadt, informierten wir uns im Reptilien Center über die wichtigsten und giftigsten Schlangen (Inland Taipan, Brown Snake, Death Adder, …) und was bei Kontakt zu tun ist. Nämlich nix mehr. Ah ja. Dass unsere beiden Ärzte, die uns während des Rennens begleiteten, sich hier auch informierten, war trotzdem sehr beruhigend. Leider sahen wir in der Wildnis keine einzige Schlange. Schade eigentlich, sie sind echt schön. Nach zwei Tagen Akklimatisierung und nachdem alle 38 Starter und die Crew eingetroffen waren, ging es endlich ins erste Camp. Dort wurden wir als Erstes überschwänglich begrüßt – von Billionen Buschfliegen. Obwohl wir gewarnt worden waren, hatten wir nicht damit gerechnet, dass sie so unvorstellbar penetrant sind. Sie krabbeln in Augen, Nase, Mund und Ohren. Und sie waren superpünktlich. Man konnte die Uhr nach ihnen stellen. Ab morgens halb acht waren sie jeden Tag zwölf Stunden lang unsere ständigen Begleiter. Ohne Fliegennetz nicht zum Aushalten. Essen und Trinken – alles unter dem Netz und jeder entwickelte seine eigene Taktik gegen die Plagegeister. Auf Wunden setzten sie sich besonders gern und halfen bei der Heilung. Das funktionierte ganz simpel und man akzeptierte es. Das erste Camp lag mitten in den Bergen, in der Nähe eines kleinen Sees. Wir bezogen unsere kleinen Zweimannzelte, welche mit Nummern versehen waren. Wir bekamen das Zelt Nummer vier, das ab jetzt für die nächsten zwölf Tage unser kleines Mini-Apartment sein sollte. Man hatte sich schnell daran gewöhnt – an die Enge, die Platzeinteilung und die Regeln, welche wir uns selbst aufstellten. Nachdem wir unsere Zelte bezogen und alles verstaut hatten, gab es am Abend ein kurzes Briefing und Essen vom Veranstalter. In der Nacht war es sehr kalt – unter 0 Grad. Der Sternenhimmel war grandios. Kein Licht beeinflusste diese Sicht. Unzählige Sterne, sogar Sternzeichen und die Milchstraße konnte man erkennen. Es war einfach ein traumhafter Anblick. Wir verkrochen uns ins Zelt. In unseren Schlafsäcken war es kuschelig warm und irgendwann schliefen wir ein. Am nächsten Morgen standen wir – noch frierend – mit dem Kaffeebecher in der Hand in der Frühstücksschlange. Das änderte sich aber sehr schnell. Zack und mit der wärmenden Sonne waren auch die Fliegen da. Jetzt war der Check der Pflichtausrüstung und wir bekamen außerdem noch unsere Wasserkarte und einen CLAUDIA UND KUNO KONOWSKI AUS AUSTRALIEN 55

56
Hanix Nr. 62 56 BRIEFE AN DIE HEIMAT

57
Hanix Nr. 62 kleinen medizinischen Check durch die beiden Ärzte Bruno und Sebastian. Beim Vorher-Foto möchten die Fotografen Gabriel und David, dass wir das Fliegennetz vom Gesicht nehmen, um uns besser zu sehen. Das Lächeln wurde sehr anstrengend, weil die Fliegen sich sofort auf uns stürzten und versuchten, in den Mund zu gelangen. Amüsant für alle Umstehenden. Wir lachten dann später über sie. Fliegen sollen ja eine gute Eiweißquelle sein, das kann also nicht schaden. Unser Rucksack wurde gewogen und wir waren bei 10,2 Kilo inklusive zwei Liter Wasser. Das war so mittendrin. Der leichteste wog etwas über sechs Kilo – der schwerste über 15. Die Verpflegung für die ersten fünf Tage trugen wir im Rucksack, der Rest für Tag sechs bis zehn kam in einen Dropback. Der Rucksack wurde jeden Tag leichter, weil wir ihn quasi aufgegessen haben. Und als er dann am leichtesten war, also an Tag fünf abends, bekamen wir wieder zusätzliches Gewicht für die nächsten fünf Tage. Wir chillen und können uns nicht richtig vorstellen, am nächsten Morgen zu starten. Einige gingen früh ins Zelt. Wir beide standen am großen Lagerfeuer bei der Crew und lauschten dem Geplänkel in Französisch und Englisch, genossen den Sternenhimmel und waren einfach nicht müde. Ein vorwitziger Dingo versuchte, an die Essensabfälle zu kommen. Dingos sind sehr hübsche Wildhunde und sehen echt zum Knuddeln aus. Aber natürlich sind sie gefährlich und er wurde mit Steinen verjagt. Zum Trotz beschwerte er sich bei seinem Rudel und es begann ein großes Geheule. Irgendwann waren auch wir im Zelt. Es war eine unruhige kurze Nacht. Morgens um 5:30 Uhr brummte die Laufuhr und es begann ein morgendlicher Ablauf, der die nächsten neun Tage zur Routine wurde. Feuer machen war erst mal wichtiger als auf die Toilette zu gehen, denn ohne Kaffee ging gar nichts. Die Toilette, ein kleines Zelt mit einem Loch und einem Toilettenstuhl, war sehr eng. Draußen standen zwei Körbe, einer für Papier und einer mit Erde zum Aufschütten. Das war echter Luxus. Die beiden Wasserfeen Anna und Christelle riefen eindringlich »Last Call for Water« – die erste Wasserration, die bis zum ersten Checkpoint reichen musste. Im Zelt das morgendliche Chaos. Unser Frühstück bestand aus Molke Eiweißpulver, das mit Wasser angerührt wird. Nach dem Zähneputzen ging‘s in die feuchten Klamotten, die Schlafmatte wurde befestigt – noch fünf Minuten zum Start. Jetzt gab es die letzten Infos zur Strecke und den Checkpoints. An den Checkpoints gab es nur Wasser, aber auch sehr viele aufmunternde Worte, Umarmungen von der Crew, manchmal grüne Pillen und helfende Salben von den Doc's. Wie eine große Familie. Und dann kamen die zwei wichtigsten Fragen des Tages: Are you crazy? Yes! Are you happy? Yes! Ein »No« gab es nie. Dann ging es endlich los. Der unterschiedliche Untergrund der Strecken war fast wie auf unserer Trainingsrunde auf dem Gaffenberg, nur eben ganz anders. Steine, schmale Pfade, Grasbüschel … es fehlte nur der Sand. Wir sollten den Heilbronner Oberbürgermeister mal fragen, der ist ja auch Läufer. Wir brauchen eine Sandstrecke im Stadtwald! Er sollte das verstehen. Auf der letzten Etappe bei ca. 80 Kilometern beschlossen wir, aus dem Rennen zu gehen. Die Beine knickten weg, trotz der Stöcke, die wir dabei hatten. Aufhören ist auch ein Zeichen von Stärke. In der Kilometer-Wertung sind wir auf dem zweiten Platz. 465 km mit vielen Höhen und Tiefen und einmaligen Eindrücken. Ein grandioses Abenteuer. Ob wir es wieder tun werden? Nun ja … bei einem Glas Rotwein, die Füße hochgelegt, schwelgen wir in Erinnerungen an die letzten Tage. Es fühlt sich alles gar nicht mehr so schlimm an. Achso, hatten wir schon erwähnt, dass die Anmeldung für 2021 geöffnet ist? Are you crazy? Yes! Abenteuerliche Grüße aus Australien! CLAUDIA UND KUNO KONOWSKI AUS AUSTRALIEN 57

58
Reisebloggerin KATRIN LEHR war auf einem Expeditionsschiff in der Arktis. In Spitzbergen hatte sie in einer atemberaubenden Landschaft Erlebnisse mit Eisbären und Belugawalen, die sie zu Tränen gerührt haben und die nachfolgenden Generationen wahrscheinlich verwehrt bleibt. Denn Katrin hat auch die Auswirkungen des Klimawandels hautnah miterlebt. Im vergänglichen Eis Liebe Heimat, erst kürzlich bin ich aus Spitzbergen, Norwegen in der Arktis zurückgekommen. Heimat der Eisbären, Walrosse, Rentiere und Belugawale. Und Ort des sichtbaren Klimawandels. Unsere Reise beginnt in der nördlichsten Stadt der Welt: Longyearbyen. Hier werden keine Türen abgeschlossen. Es gibt nur wenige Restaurants, Unterkünfte sind teuer. Warum zieht es immer mehr Menschen in diesen abgelegenen Ort inmitten des Polarmeers? Die Antwort ist einfach: Sie wollen den »König der Arktis« sehen. Der Eisbär ist heute jedoch vor allem Symbol für den Klimawandel. Auf 2.500 Einwohner kommen etwa 3.000 Eisbären. Mehr als sonst in einer Region auf der Welt. Als ein befreundeter Forscher mich anschreibt, ob ich nicht Lust auf eine kleine aber feine Expedition in die Arktis habe, musste ich nicht lange zögern. Die Reise ist teuer, doch mein Auto war verkauft, das Geld somit sinnvoll re-investiert. 58 BRIEFE AN DIE HEIMAT Hanix Nr. 62

59
Hanix Nr. 62 Mit einem kleinen Expeditionsboot machten wir uns vor der »Hauptsaison« und der Ankunft der größeren Kreuzfahrtschiffe auf den Weg. Richtung Nordpol sollte es gehen. Vor Abfahrt im Hafen von Longyearbyen wussten wir nicht, wie weit uns die Reise Richtung Norden bringen würde. Wie weit ist das Packeis geöffnet? Machen uns Stürme, die zu dieser Jahreszeit oft vorkommen, einen Strich durch die Rechnung? Genau das macht den Reiz einer Expedition aus. Als erstes Schiff der »Saison« 2019 laufen wir aus. Die größte Gefahr für mich bestand darin, mich mit dem Virus der Faszination Arktis zu infizieren. Ich liebe Eis, Eisbären und besitze eine große Abenteuerlust. Nach Verlassen des Hafens an einem späten Nachmittag ist es noch ruhig. Ein schützendes Fjord umgibt uns. Einst im Winter zugefroren, ist dies seit Jahren nicht mehr der Fall. Zum Leidwesen der Eisbären, denen Stück für Stück ein Teil ihres Lebensraums zum Jagen von Robben genommen wird. Kaum aus dem schützenden Fjord auf offenem Meer angelangt beginnt ein leichter, für mich sehr angenehmer Seegang. Für die meisten meiner elf Mitreisenden ist das schon zu viel. Der Tisch beim Abendessen leert sich rasend schnell. Die Armen, denke ich, denn auf Deck bestaunen wir eine atemberaubende Landschaft. Die Berge sind schneebedeckt, ein leichter Schneefall hat eingesetzt. Wir zücken unsere Kameras und stellen uns zum ersten Mal diesem eiskalten Wind, der hoch oben im Norden herrscht. Dabei sind die Temperaturen mit wenigen Graden unter null viel zu warm für diese Jahreszeit. Die Schneeschmelze beginnt früh. Das Eis schmilzt schon jetzt den Eisbären unter dem Hintern weg. Die Tage in der Arktis sind lang. Einen Sonnenuntergang sucht man vergeblich: 24 Stunden Tageslicht. Bestes Licht zum Fotografieren. Zeigen sich keine Tiere, hat man diese atemberaubende Landschaft vor Augen. Wir sind sprachlos und gerührt. Die einen kämpfen mit Seekrankheit, wir mit der Route. Abwechselnd halten unsere beiden Expeditionsleiter Stellung auf der Brücke und suchen die Fjorde KATRIN LEHR AUS SPITZBERGEN 59

60
und das Packeis nach Eisbären ab. Wir unterstützen und suchen mit. Man sitzt beim Kapitän, spricht über Expeditionen und lässt sich Geschichten erzählen. Denn die erfahrenen Arktis- und Antarktisfahrer Beau und Michael haben schon viel erlebt. Michael ist Forscher und hat einst am Alfred-Wegner-Institut für Polar- und Meeresforschung gearbeitet. Er ist einer von weltweit fünf Pol-Experten. Und erst 30 Jahre jung. Einen solchen Menschen als Freund zu haben ist unbezahlbar. Ich sauge alles auf, was er uns über die Natur und den Klimawandel erzählt. Es gibt Tage, an denen passiert nichts. Wir fahren in Stürme, das Packeis bricht auf. Schlecht für Eisbären, die gerade mit ihren Jungen auf dem Weg Richtung Norden sind. Darum sind wir so früh hier. Wir wollten Eisbären mit Jungen sehen. Die Chancen stehen eigentlich gut. Nicht so bei Sturm. Vergeblich steuert unser Kapitän Bosse wie bei Tetris das kleine Expeditionsboot M/S Kinfish durch die großen Eisblöcke. Dank Sonar kann er abschätzen, wie tief die Eisberge in die Tiefe gehen. Doch es gibt auch diese Tage puren Glücks. Einer davon ist gleich der erste: Wir besteigen unsere Zodiacs (wir haben zwei Schlauchboote an Bord), um eine Eisbärenmama mit ihrem geschätzt einem Jahr alten Jungen zu beobachten. Die Entfernung von 450 Metern müssen wir dabei einhalten. Ausgestattet mit großen Telezoom-Objektiven, Schwimmwesten und warmer Kleidung sind wir bereit. Die Bären scheinen sich an uns nicht zu stören. Der Fokus liegt auf einem Seehund, der frech immer wieder seinen Kopf in Richtung Eisbären aus dem Wasser streckt. Plötzlich ein Sprung! Mama-Eisbär stürzt sich ins Wasser. Ein Kampf, der uns verborgen bleibt. Wenige Zeit später kommt der Eisbär wieder an Land. Der Versuch, an Nahrung zu gelangen, ist gescheitert. Der Seehund schwimmt weiter frech am Ufer entlang, als ob er sagen mag »Seht her, ihr kriegt mich nicht«. Urplötzlich entdecken wir weitere Tiere im Wasser. Sie kommen aus dem Nichts. Selbst unsere Experten sind sprachlos: geschätzt 300 Belugawale sind plötzlich überall um uns herum. Mit offenem Mund stehen wir da. Keiner ist in der Lage, ein Foto mit Telezoom-Objektiv zu machen. Doch wo ist das Handy? Kaum ist man offline, verbannt man die modernen Smartphones aus dem Gehirn. Eigentlich schön, doch jetzt einfach blöd. An diesem Tag sind wir beschwingt. So kann es die nächsten neun Tage weitergehen, oder? Natürlich sind wir nicht im Zoo und es kommt alles ganz anders. So beginnen acht Tage auf der Suche nach einer Route durchs Eis. Dem Abwägen der Gefahr, eingeschlossen zu werden und der Suche nach Eisbären. Wir geraten in Stürme und haben schlaflose Nächte. Das Boot wird von den Wellen hin und her geworfen. Selbst mir macht das irgendwann zu schaffen. Schlafmangel paart sich mit Adrenalin. Denn einer der über 3.000 Eisbären muss ja irgendwo zu finden sein. Acht Tage später, der vorletzte Tag an Bord. Plötzlich entdecken Guide Beau und ich gleichzeitig einen gelben sich bewegenden Punkt in der Ferne. Wir stellen schnell fest, dass wir unterschiedliche sich bewegende Punkte Hanix Nr. 62 60 BRIEFE AN DIE HEIMAT

61
Hanix Nr. 62 meinen. Wir haben Glück: Zwei Eisbären. Minuten später die Durchsage: Anziehen, fertigmachen, Schwimmwesten an. Kameras geladen. Die Zodiacs werden ins Wasser gelassen. Zwei Stunden verbringen wir in angemessenen Abstand und beobachten das Liebesspiel zweier Eisbären. Eine Seltenheit, das wissen wir. Die Bären stören sich überhaupt nicht an uns. Sie kämpfen, beißen sich und paaren sich. Die Kameras rattern wie Maschinengewehre. Stunden später ist der Spuk vorbei. Die Eisbären liegen erschöpft auf dem Eis. Wir gehen zum Abendessen. Am nächsten Morgen dann die Nachricht: Eisbären in Bewegung. Dasselbe Spiel, diesmal noch besser: Wir kommen so nah an die Eisbären heran. Sie springen ins Wasser, wir hören ihren Atem und sehen ihre blaue Zungen. Uns stehen Tränen in den Augen. Diese Eisbären sind einfach faszinierend. Es tut weh, mitansehen zu müssen, wie der Klimawandel ihren Lebensraum einschränkt oder andere Nationen lasch mit dem Schutz der Tiere umgehen. Wir haben viel gesehen und auch gelernt. Beispielsweise dass die Menge an Eis (2019 gab es mehr als 2018) keine Aussage zum Stand des Klimawandels macht. Fakt ist, dass durch das Schmelzen des Eises Jahr für Jahr der Lebensraum kleiner wird. Die Fjorde frieren später zu und tauen schneller auf. So war bei unserer Rückkehr in Longyearbyen fast der ganze Schnee im Ort weggeschmolzen. »Nur« -2 Grad Anfang Mai ist viel zu warm für diesen Ort. Normal beginnt der Frühling Ende Mai, Anfang Juni. 2019 schon Ende April. Unser Gehirn rattert. Was können wir tun, um Eisbären zu schützen? Der Klimawandel ist da, und er kommt rasend schnell. Liebe Heimat, falls du jetzt fragst, warum ich überhaupt in diese zerbrechliche Natur reise? Bilder und Berichte aus diesen Regionen tun ihnen sehr gut. Nur so kann ich Bewusstsein für deren Schutz schaffen. Ich habe eine Leserschaft, das Hanix ebenfalls. Tourismus auf Spitzbergen ist streng limitiert. Ein umfassendes Regelwerk für Landgänge und zur Tierbeobachtung wurde geschaffen. Verstöße werden sofort geahndet. Mit dem Entzug von Lizenzen ist man nicht pingelig. Je öfter ich reise, umso mehr mache ich mir Gedanken. Aufs Fliegen verzichtet man, so gut es geht. Langstreckenflüge werden zu langen Reisen ausgedehnt. Plastik wird gemieden, man stellt um. Seife statt Duschgel, Bahn statt Flugzeug oder Auto. Jeder kann einen kleinen Schritt für die Umwelt tun. Man muss nur anfangen. Also bis bald, Heilbronn! www.viel-unterwegs.de KATRIN LEHR AUS SPITZBERGEN 61

62
STEFAN MEYER ist für seinen Arbeitgeber Audi aus dem Neckarsulmer Werk kürzlich für drei Jahre nach Schanghai gezogen. Dabei hat er schnell bemerkt, dass die Uhren in China anders ticken, schneller vor allem. Beispiel Wohnungsrenovierung. Und ihm wurde klar, dass im Fernen Osten ohne WeChat gar nichts geht. Hanix Nr. 62 »Sure – this is China« Hallo Heimat, vor einem Monat habe ich mich, auf Zeit, von Dir verabschiedet und bin in das kleine Abenteuer »Leben und Arbeiten in Schanghai« aufgebrochen. Es sind zwar seit dem Abschied erst rund vier Wochen vergangen, trotzdem möchte ich Dir meine ersten Erlebnisse und Erfahrungen mitteilen. Ursprünglich wollte ich Dir traditionell einen Brief schreiben, da dieser aber für die knapp 9.000 Kilometer ewig brauchen und auch so gar nicht in das schnelllebige mobil-geprägte Schanghai passen würde, schreibe ich Dir eine E-Mail. Wenn ich so recht darüber nachdenke, müsste es, um richtig passend zu sein, eigentlich eine WeChat-Nachricht sein. Was das ist? Am besten alles der Reihe nach … Richtig los ging die dreijährige Reise, als meine Freundin und ich im April für eine Woche auf Wohnungssuche in Schanghai waren. Für diese Aufgabe hat Audi uns eine Relocation Agentin zur Seite gestellt, die uns vor Ort optimal unterstützt hat. Sie organisierte die ganzen Wohnungsbesichtigungen. Das Ziel war, eine möblierte Wohnung in Schanghai zu finden, die unser neues Zuhause werden sollte. Im Laufe der Termine eröffnete uns die Maklerin, dass sie uns auch Objekte zeige, die sich noch in Renovierung befänden. »In Schanghai ist alles etwas schneller« heißt also auch, dass eine Wohnungssuche sechs Wochen 62 BRIEFE AN DIE HEIMAT

63
Küche vorher Küche nachher Hanix Nr. 62 vor dem gewünschten Einzugstermin frühzeitig ist. Und um keinen Mietausfall zu haben, offerieren die Vermieter die Objekte vor Fertigstellung. Um ein besseres Bild von der künftigen Einrichtung zu bekommen, wurden uns drei »Showrooms« vorgestellt, die vergleichbar ausgestattet und vom Stil recht identisch zur fertiggestellten Wohnung sein sollten. Nach diesen Besichtigungen begannen die Führungen auf der Baustelle. Der Reihe nach besichtigten wir Wohnungen, die komplett entkernt waren. Es fehlte nicht nur der Putz an den Wänden, nein, es hingen auch überall Kabel herum und in der Wohnung, für die wir uns entschieden haben, wurde sogar noch eine Wand gemauert. Auf die Frage, ob das alles in sechs Wochen komplett eingerichtet sei, haben wir ein Lächeln und ein »sure – this is China« zur Antwort bekommen. Einen Vorher-Nachher-Vergleich schicke ich dir anbei mit. Sechs Wochen später habe ich staunend die fertig möblierte Wohnung begutachtet. Rein äußerlich war das Erscheinungsbild wirklich beeindruckend. Auf den zweiten Blick habe ich dann gemerkt, warum wir Deutschen als präzise, ordentlich oder gar pedantisch gelten. Von den Küchenschränken waren nämlich manche innen sehr verbaut, beispielsweise durch den Gaszähler, ein anderer durch die Therme und durch den dritten läuft mittig der Dunstabzug. Manchmal vermisse ich ein kleines bisschen die »typisch« deutsche Gründlichkeit. Trotzdem ist die Wohnung super und als Ausgangslage für das Leben in Schanghai top. Wir sind im 17. Stockwerk in einem Wohngebiet in der Stadt untergebracht. Direkt gegenüber kann man sich typisches Streetfood an mehreren Straßenständen kaufen. Egal ob »Jian bing«, »baozi« oder »jiaozi« – es schmeckt einfach lecker und wenn Du mal hier bist, solltest du es probieren. Eine interessante Erfahrung ist auch das Onlineverhalten. Über Apps wie WeChat kann man hier alles am Handy regeln. Auf den ersten Blick ist WeChat vergleichbar mit WhatsApp, also ein Programm, mit dem man übers Handy Textnachrichten versendet. Als ich mich aber mit meinen Kollegen ausgetauscht habe, musste ich feststellen: Da geht viel mehr. Taxis bestellen, Einkäufe erledigen, kostenlos telefonieren, Videotelefonie, Kinokarten buchen, Zugund Flugtickets kaufen und natürlich auch bezahlen. Ja, ich muss zugeben, am Anfang musste ich mich daran gewöhnen, kein Bargeld mehr zu haben, jetzt verstehe ich aber, warum WeChat hier so verbreitet ist! In diesem Zusammenhang will ich Dir auch schildern, wie hilfsbereit meine neuen Kollegen sind. Durch meine mangelnden Kenntnisse an Mandarin ist es alleine fast unmöglich, die nützlichen Programme auf dem Handy zu installieren und beispielsweise eine Adresse für Bestellungen zu hinterlegen. Doch mit all den Fragen kann ich zu meinen Kollegen gehen. Untereinander sprechen wir im Büro Englisch und sie helfen mir zuvorkommend auch bei solch alltäglichen Problemen. Sobald die Apps eingerichtet sind, kann ich mich selbstständig anhand von Bildern durchhangeln. Seitdem kaufe auch ich einiges nicht mehr im STEFAN MEYER AUS SCHANGHAI 63

64
Supermarkt ein, sondern per Handy und bezahlen geht sogar in manchen Restaurants ausschließlich darüber. WeChat ist ein fester Bestandteil im Alltag und auch beruflich sind wir darüber vernetzt. Bei Fragen, zu denen man dringend eine Antwort benötigt oder wenn man einem Kollegen schnell und unkompliziert eine Information geben möchte, funktioniert das am besten darüber. Einen Unterschied gibt es allerdings: Wir Ausländer machen uns Gedanken über die Datensicherheit und die Privatsphäre, weswegen das Handy das ein oder andere Mal einfach beiseitegelegt oder ausgeschaltet wird. Als Ziel für meinen Auslandsaufenthalt ist Schanghai eine sehr gute Wahl. Es gibt kulturelle Unterschiede, aber durch den großen Anteil an Einwohnern aus zahlreichen Ländern und auch die internationale Prägung Schanghais verschwimmen die Unterschiede. Straßenschilder sind durchgängig in Mandarin und Englisch, Restaurants bieten jede erdenkliche Küche an, es gibt Oktoberfeste, die unterschiedlichsten Nationalitäten organisieren Treffen und natürlich internationale Schulen und Universitäten. Du siehst, Schanghai bietet alles. Man muss nur vor die Türe gehen und aus den Möglichkeiten das Beste herausholen. Trotz der Schwärmerei brauchst du dir keine Gedanken machen, denn auch von dir vermisse ich manche Vorzüge. Informationen über das Internet bekommt man bei dir über eine einfache Google-Suche. Hier funktioniert Google nicht und für die Alternativen ist mein Mandarin zu schlecht. Dinkelbackwaren und Magermilchjoghurt habe ich trotz des breiten Angebots bisher leider noch nicht gefunden. Und auch den sorglosen Verzehr von Leitungswasser vermisse ich. Und für das Bild der beeindruckenden Häuserschluchten hier in Schanghai muss ich auf Naherholungsgebiete wie den Breitenauer See oder das Köferbachtal verzichten. Letzte Woche reiste nun endlich auch meine Freundin nach Schanghai ein. Bei den ersten Behördengängen und organisatorischen Dingen merkt man auch ihr an: Die gewisse Gelassenheit, die man hier benötigt, muss sich bei ihr noch entwickeln. Ich hoffe, die geduldige Art und dass man auch mal etwas auf sich beruhen lassen kann schauen wir uns von den Shanghaiern ab. Jetzt komme ich zum Ende, da wir zum Sightseeing in die Stadt aufbrechen: Mal schauen, vielleicht hänge ich dir ja auch davon ein Paar Bilder an. Ich freue mich auf den nächsten Besuch bei dir! Hanix Nr. 62 Bis bald, Stefan 64 STEFAN MEYER AUS SCHANGHAI

65
2019 PREMIEREN GROSSES HAUS 20.09.2019 DREI MÄNNER UND EIN BABY (DSE) KOMÖDIE VON COLINE SERREAU 05.10.2019 GERMANIA 3 GESPENSTER AM TOTEN MANN SCHAUSPIEL VON HEINER MÜLLER 03.11.2019 DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL MÄRCHEN VON ULI JÄCKLE 23.11.2019 FAUST. DER TRAGÖDIE ERSTER TEIL SCHAUSPIEL VON JOHANN WOLFGANG VON GOE- THE 18.01.2020 MIT DER FAUST IN DIE WELT SCHLAGEN SCHAUSPIEL NACH DEM ROMAN VON LUKAS RIETZSCHEL 14.03.2020 BORN TO BE WILD? (UA) VON KAI TIETJE, STEFAN HUBER UND ANDREAS FRANE 02.05.2020 BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER SCHAUSPIEL VON MAX FRISCH 20.06.2020 ROMEO UND JULIA SCHAUSPIEL VON WILLIAM SHAKESPEARE 2020 PREMIEREN KOMÖDIENHAUS 10.10.2019 ALLES WAS SIE WOLLEN KOMÖDIE VON MATTHIEU DELAPORTE UND ALEXANDRE DE LA PATELLIÈRE 16.11.2019 REVANCHE KRIMINALSTÜCK VON ANTHONY SHAFFER 11.01.2020 SONNY BOYS KOMÖDIE VON NEIL SIMON 07.03.2020 BELLA FIGURA KOMÖDIE VON YASMINA REZA 08.05.2020 MÄNNER MUSICAL VON JIMMY ROBERTS UND JOE DIPIETRO 16.07.2020 MONSIEUR PIERRE GEHT ONLINE KOMÖDIE NACH DEM FILM VON STÉPHANE ROBELIN PREMIEREN BOXX 21.09.2019 NO UND ICH SCHAUSPIEL AB 12 JAHREN NACH DEM ROMAN VON DELPHINE DE VIGAN 02.11.2019 WILD! SCHAUSPIEL AB 8 JAHREN VON EVAN PLACEY 12.01.2020 NACHTGEKNISTER SCHAUSPIEL AB 6 JAHREN VON MIKE KENNY 22.03.2020 WAS DAS NASHORN SAH, ALS ES AUF DIE ANDERE SEITE DES ZAUNS SCHAUTE SCHAUSPIEL AB 10 JAHREN VON JENS RASCHKE 25.04.2020 DIE LÄCHERLICHE FINSTERNIS SCHAUSPIEL VON WOLFRAM LOTZ 14.06.2020 DIE ZERTRENNLICHEN SCHAUSPIEL AB 9 JAHREN VON FABRICE MELQUIOT WWW.THEATER-HEILBRONN.DE 65

66
THOMAS VILLINGER ist als Geschäftsführer des Zukunftsfonds Heilbronn ständig auf der Suche nach spannenden Start-ups, um diese nach Heilbronn zu holen. Israel mit seiner Start-up-City Tel Aviv und deren Dynamik, dazu die Fähigkeit zum desruptivem Querdenken und die Zielstrebigkeit der israelischen Gründer beeindrucken den Investor dabei nachhaltig. Kein Wunder, dass Israelis prädestiniert sind, Start-ups zu gründen: Problemlösungen lernen alle Israelis früh beim verpflichtenden Wehrdienst. Der Gründergeist im »Silicon Wadi« Liebe Heimat, mein Lufthansa-Flug liegt ruhig in der Luft. Es ist 23:40 Uhr, langsam beginnt der Airbus A321 den Sinkflug. Ich schaue aus dem Fenster und kann schemenhaft die Küstenlinie Israels erkennen. Erste Umrisse einer beeindruckenden Ansammlung von Hochhäusern sind in der Ferne erkennbar. Tel Aviv präsentiert sich beim Erreichen der Küstenlinie von oben als gewaltiges, leuchtendes und waberndes Zentrum und einem bis ins Unendliche bebauten Raum. Nach kurzer Schleife kommt die Landung. Der Passagierfinger vom Ben Gurion Airport befreit uns von der Enge der Lufthansa-Bestuhlung. Alles geht ganz schnell und wir tauchen nach Passkontrolle und Customs in die israelische Wirklichkeit ein. Lautes Taxi-Gehupe und Geschrei um irgendeinen Fahrgast macht deutlich, dass ich im »Mittleren Osten« angekommen bin. Mit Höchstgeschwindigkeit werde ich weit nach Mitternacht durch ein verschlungenes Meer von Autobahnen, der vor- Hanix Nr. 62 66 THOMAS VILLINGER AUS TEL AVIV

67
Hanix Nr. 62 beiziehenden beleuchteten Skyline und unzähligen im Bau befindlichen Wolkenkratzern zu meinem Hotel transportiert. Der Blick aus dem Taxi lässt erahnen, welche Dynamik und welcher Aufbruch von dieser Stadt ausgeht. Das wird morgens bestätigt, als ich mich zu den ersten Terminen aufmache. Tel Aviv ist sehr laut und auch eine ziemlich dreckige Stadt. Man nimmt wenig Rücksicht – man ist hier zielstrebig unterwegs. Platz machen muss nicht sein. An vielen Ecken entdeckt man leerstehende und heruntergekommene Häuser, die das Stadtbild auf den ersten Blick wenig attraktiv wirken lassen. Aber anderseits hat das einen gewissen Charme. Wenn man noch mal einen zweiten oder auch dritten Blick wagt, entdeckt man zwischen dem ganzen Straßenlärm, den Wohnsilos mit rissigen Fassaden und abblätternden Putz und dem überbordenden Müll die charmante Seite Tel Avivs. Das sind vor allem schöne, kreative und junge Menschen in zahllosen Straßencafés und das mediterrane Flair. Bunt ist es hier, in vielerlei Hinsicht. Entsprechend vielfältig sind meine Impressionen am ersten Tag und nach diversen Gesprächen mit den Vertretern aus der Start-up-Welt in der Start-up-Nation Israel. Ich lerne schnell, dass das politische, soziale und wirtschaftliche Klima in Israel für Gründer so positiv wie sonst wohl kaum auf der Welt ist. Pro Kopf gerechnet gibt es hier weltweit die meisten Gründer. Doch warum gerade Israel, das umlagert ist von feindlichen Nachbarn und bedroht von Raketen und Selbstmord-Attentätern? Warum ausgerechnet Tel Aviv, wo Strand und Feindesland gerade mal eine Stunde mit dem Auto auseinander liegen? Ich treffe in Tel Aviv auf schlaue, junge Gründer, die eine Art »Great Israelian Dream« träumen. Der geht so: Jetzt, wo weltweit alles im Umbruch ist, sucht man Lücken für neue Produkte auf Basis z. B. der künstlichen Intelligenz. Worauf hat die Welt gewartet? Wo gibt es Platz für innovative, disruptive Ideen? Mit diesem Spirit werden im sogenannten »Silicon Wadi« täglich zig Start-Ups gegründet. Im Fokus sind Branchen wie Life Science, Software oder Industrieapplikationen. Gedanklich ziehe ich Parallelen zu unserem neuen Campus und dem Wohlgelegen, wenn diese auch nur ein erster Schritt sind … Ich habe einen Termin bei der Firma Inspekto LTD. Das Start-up hat Harel Boren vor zwei Jahren gemeinsam mit seinem Co-Founder Yonatan Hayett gegründet. Ihr Business: Fehlererkennung in Produktionsabläufen in der Industrie 4.0. Begonnen hat alles im Tech-Park in Be’er Sheva. Mit den Büroräumen in einem neuen Inkubator in Tel Aviv ist schon ein großer Schritt getan. Wer schnell wächst, muss oft umziehen. Was das bedeutet, erlebe ich in Tel Avivs Start-up-Szene hautnah. Nein, der Inkubator ist eigentlich noch gar nicht eröffnet. Vorbei an Betonmischer und Bauarbeitern bahne ich mir nach 20-minütiger Suche letztlich erfolgreich den Weg in eine Lobby, in der geradeso ein provisorischer Empfangstresen und ein paar Sitzmöbel aufgebaut sind. Als Harel und Yonatan den Meetingraum betreten, wird sofort klar: Diese Jungs haben ein klares Ziel. Forscher Schritt, kräftiger Handschlag, Blickkontakt – Harel ist CEO des IoT-Start-ups, Yonatan der CTO – beide unter Zeitdruck. Nachhaltigkeit mit STYLE. App App öffnen. Mo Mo buchen. Unterwegs sein. Mehr Infos unter www.zeag-energie.de/carsharing XXXXXX 67

68
Nur knapp 60 Minuten haben wir für unser Meeting. Die beiden Gründer haben sich in einer Spezialeinheit des israelischen Militärs kennengelernt. Jeder Bürger, egal ob Mann oder Frau, wird hier nach der High School für zwei bis fünf Jahre zum Wehrdienst eingezogen. Der Dienst in diesen Eliteeinheiten bringt spezialisierte Netzwerke hervor, die im Zivilleben fortbestehen. Auf meine Frage hin bestätigt Harel, dass basierend hierauf der Gründergeist in Israel sehr groß ist und von dem israelischen Selbstverständnis »Geht nicht, gibt’s nicht« angetrieben wird. Dieses Mantra für Problemlösungen lernen alle Israelis früh beim Militär. Die Armee spornt junge Leute an, immer wieder querzudenken und andere Wege zu gehen. So kennt in der israelischen Startup-Szene über zwei, drei Ecken nahezu jeder jeden. Schnell kann Vertrauen entstehen – ein unverzichtbarer Bestandteil produktiver Organisationen. Ganz schön clever, die Israelis. Die Handys auf dem Tisch vibrieren. Der nächste Termin wartet. Während des Aufbruchs erzählt Yonatan nebenbei, dass Inspekto sich ganz bewusst für einen der aktuell hundert Inkubatoren entschieden hat. »Die Bedingungen in solchen Inkubatoren hier sind für uns ideal«, berichtet er. Die inspirierende Atmosphäre, Denken »out of the Box«, Gründergeist unter den Start ups – das kreative Umfeld, ist Yonatan überzeugt, ist ein wichtiger Teil der Innovationsstärke der Teams. Der Abschied ist freundlich, Harel und Yonatan nehmen sich noch Zeit für ein Foto und verbinden die Suche nach einer netten Location mit ein paar Gastro-Ideen für den Abend. Wenn das Tempo des Gesprächs beispielhaft ist für die Gründerdynamik in Israel, ist der Erfolg der Start-up-Nation nicht verwunderlich. Mit einem »Shalom Shabbat, see you tonight at the beach« steh ich wieder mitten im Getümmel Tel Avivs. Wer schon einmal in Tel Aviv war, schwärmt von der Stadt. Das Essen, die Strände, die Szene und die freundlichen, offenen Menschen beeindrucken jeden Besucher. Dazu kommt natürlich das Land Israel selber – mit seiner einzigartigen Geschichte und all seinen Konflikten, die aus der Nähe betrachtet ganz anders aussehen als aus der sicheren Entfernung Mitteleuropas. Wie immer inspiriert ein Aufenthalt in Israel für meine Aufgabe, die Start-up-Szene in der Heimat weiter auszubauen und zu entwickeln – es gibt viel zu tun, ich freue mich darauf! Hanix Nr. 62 68 THOMAS VILLINGER AUS TEL AVIV

69
Hanix Nr. 62 4 BOLL- WERKS- TURM Leckere Weine direkt am Neckarufer genießen. Das könnt ihr jetzt mit dem NeckarGläsle. Ausgewählte Restaurants auf der Neckarmeile haben es für euch im Angebot. Wählt dort einen Wein aus, nehmt ihn mit und genießt den Tropfen auf der Neckartreppe, auf der Inselspitze oder im Liegestuhl auf der Neckarbühne. Einfach überall da, wo es euch gefällt. GÖTZEN- TURM NECKAR- BÜHNE 3 2 UNTERE NECKARSTR. WWW.HEILBRONN.DE/NECKARGLAESLE 1 2 3 4 0,2 l Rot-, Roséoder Weißwein von der Tageskarte ab 4 Euro (zzgl. Glaspfand) INSEL- SPITZE 1 EXPERI- MENTA RATHAUS MARKT- PLATZ MARRA- HAUS NECKAR- TREPPE OBERE NECKARSTRASSE 69

70
JOO PETER ist durch sein Foto-Projekt »Heilbronner Zeitensprünge« einigen ein Begriff in der Stadt. Aktuell bereist er Asien. Für uns schrieb er einen Brief von seinem Besuch der letzten indigenen Völker Sumatras im Juli 2019. Auf den Mentawai-Inseln zeigte ihm ein Schamane die Kultur des Waldvolkes. Die Letzten ihrer Art Liebe Heimat, Leuchtkäfer, rote Libellen, im nächsten Moment könnte ein Dinosaurier zwischen den urzeitlichen Sagobäumen stapfen – südlich von Sumatra im indonesischen Archipel liegen kleine Inseln, auf der die Kultur der Ureinwohner noch erhalten ist: die Mentawai-Inseln. Über die Flüsse gelangt man in das Innere der größten Insel Siberut. Der Dschungel liegt im Sumpf – die Ureinwohner fällen Bäume, um Pfade aus dünnen Baumstämmen durch den Morast zu legen – es ist eine Herausforderung, lange Wege über die glitschigen Baumstämme zu balancieren und nicht mit der Filmausrüstung im Schlamm oder einer Stachelpalme zu landen. Tief im Wald steht die Uma, das Haus des Clans. Luftig und offen fühlt man sich in seinem kühlen Schatten schnell zuhause. Mein Gastgeber ist der Schamane Takgogouk – die Schamanen (Sikerei) sind die charismatischen Hüter der alten Mentawai-Kultur, sie kennen alle Pflanzen und Zubereitungen, Herstellung von Bogen, Giftpfeilen und Jagd, sie leben die Tradition. Einige Sikerei habe ich in den Tagen auf den Inseln kennengelernt, ihren Geschichten und Gesängen zugehört. Die ursprüngliche Kultur in Mentawai kennt keine Weberei und Töpferei. Für was einen Webstuhl, wenn man sich im Vorbeigehen Kleidung aus Baumrinde 70 BRIEFE AN DIE HEIMAT

71
machen kann? Für was Töpfe und Pfannen, wenn man ebenso gut über offenem Feuer und im Bambusrohr kochen kann? Wenn es den modernen Menschen kennzeichnet, frei und selbstbestimmt zu sein, sind diese Ureinwohner sehr modern – sie haben alles Überflüssige wegrationalisiert. Die Ureinwohner leben in einer egalitären Gemeinschaft. Alle reden mit, wenn es etwas zu entscheiden gibt, auch die Kinder. Die Wurzeln liegen teils im Animismus, hier sind die Geister mehr auf Augenhöhe, weniger allmächtige Gottheit des Monotheismus, der eine Kultur der Unterwerfung und Ausbeutung fördern könnte. Alles ist beseelt: Nach Glauben der Ureinwohner bilden Seelen und Geister den verwobenen Wald. Jeder Mensch hat gewissermaßen zwei Seelen: Das Bewusstsein und eine spirituelle Seele, die gerade durch den Wald wandern und andere Seelen treffen kann, während man zuhause arbeitet oder schläft. Im Glauben der Ureinwohner kann der Schamane die unsichtbaren Seelen sehen, das ganze spirituelle Gewebe des Waldes. Man schmückt sich mit Blumen, damit die Seele nach ihren Wanderungen gerne wieder im Körper Platz nimmt. Wird jemand krank, ist seine Seele auf ihren Wanderungen im Wald auf Abwege geraten, in schlechte Gesellschaft, will nicht zurück. Die Seele ist wie ein Kind, der Schamane besänftigt und lockt sie wie ein solches – mit Gesängen und Gesten. Der Sagobaum ist der Reichtum der sumpfigen Inseln. Fällt man einen Baum, kann man lange Familie und Haustiere versorgen. Manche Sagobäume dienen dem Luxus: Sie ernähren Käferlarven, die man als Delikatesse schätzt. Doch aus einem großen Baum gewinnt man am Ende nur einen kleinen Korb voll Larven aus dem weichen Holz. Viel ergiebiger ist das Sagomehl. Mit Kokosraspeln geröstet, bildet es das täglich Brot. Man legt den Sagoteig in Bambusrohren ins Feuer oder in Sagoblätter gewickelt in die heiße Kohle. Den Speisezettel erweitern Früchte, Huhn, Fische, Käferlarven und Wild. Schweine gehören nicht zur Alltagskost, JOO PETER VON DEN METAWEI-INSELN 71

72
ihr Fleisch ist den wichtigen Festen und Zeremonien vorbehalten. Die Hausschweine sind halbe Wildschweine und leben frei im Wald. Abends schlägt man die Holzglocke (wie man sie in ähnlicher Form in ganz Indonesien findet), der Klang dringt durch den Wald und die Schweine kommen zum Haus zurück, um ihren Teil Sago zu bekommen. Einst soll sich der Sagobaum in einen Menschen und ein Mensch in einen Sagobaum verwandelt haben. Der Baum liefert nicht nur Nahrung, seine Blätter decken das Dach und früher wurden die Blätter auch geraucht. Für die Jagd mit Pfeil und Bogen werden Giftpfeile hergestellt. Der Schamane findet mit ein paar Handgriffen schnell in der Nähe des Hauses Wurzeln und Blätter für die Herstellung und nach einer halben Stunde sind die Pfeile tödlich scharfgemacht. Die Herstellung der Kleidung aus Rinde geht ebenso schnell, doch die alten Techniken lassen sich nur mit lebenslanger Praxis mit dieser Leichtigkeit ausführen. Mit wenigen Schlägen der Machete trennt mein Gastgeber Takgogouk den schlanken Stamm eines Baiko-Baums, aus dem man die Rindenkleidung herstellt. Doch der Baum fällt noch nicht, seine Krone hängt im dichten Wald fest. Takgogouk klettert in Sekunden den schmalen, nackten Stamm hoch und 72 BRIEFE AN DIE HEIMAT

73
trennt mit der Machete den Stamm vom Oberteil ab. Einen Augenblick später ist er wieder sicher unten und löst mit schnellen Schnitten die zweite Rindenschicht heraus, klopft und walkt sie mit einem Holzwerkzeug weich und dehnbar – es erfordert Kraft und Geschicklichkeit, die sich erst nach langer Übung einstellt. Der Wald im Inneren der Inseln ist bis heute erhalten, die Ureinwohner nutzen ihn regenerativ. Doch die Regierung hat Lizenzen an kommerzielle Holzfäller vergeben, die jetzt auch hier anrücken. Die Ureinwohner sehen den Staat kritisch. Der Staat steckt ihre Kinder in Uniformen, die Schulen formen einen homogenen Nationalstaat – Schule der Anpassung, wie an vielen Orten der Welt. 70.000 Menschen leben auf den dünn besiedelten Inseln Mentawais, viele an der Küste in Dörfern. Muslimische Siedler haben Fischerdörfer gegründet, Surfer die Inseln für den Tourismus entdeckt, nur noch ein kleiner Teil lebt ganz traditionell im Wald. Das Nebeneineinander verschiedener Welten behandelt bereits ein alter Mythos der Ureinwohner, von dem der Anthropologe Reimar Schefold berichet: »Früher mussten die Menschen noch nicht sterben, sie vermehrten sich und machen sich Sorgen, dass bald die Erde zu voll werden würde, um alle Menschen ernähren zu können. Nach gemeinsamer Beratung verfielen sie auf folgenden Ausweg: Sie teilten sich auf in zwei Parteien und beschworen sich gegenseitig mit einem schwarzen Huhn. Dies hatte zur Folge, dass jede Partei für die andere unsichtbar wurde. Damit war das Problem gelöst – da man sich nicht mehr sah, waren sie auch keine Konkurrenz mehr; man lebte in verschiedenen Dimensionen. So entstanden die Waldgeister. Heute noch entschuldigt man sich bei ihnen und gibt ihnen ein Opfer, wenn man ein Stück Urwald rodet – man weiß ja nicht, ob die geplanten Pflanzungen nicht mitten durch ihre Häuser gehen.« Der Sohn von Takgokouk ist Lehrer geworden. Er möchte keine traditionelle Tätowierung mehr, kommt aber häufig zurück auf Besuch. Die Kinder sind frei in ihrer Entscheidung. Manche bleiben, andere gehen. Manche tragen stolz die Tätowierung und sind gleichzeitig offen für ein modernes Leben. Die traditionelle Kultur überlebt, wenn sie lernt, in ihrer Zeit ihren Platz zu finden. Letztlich gab es schon immer Kontakt und Austausch (Metallwerkzeuge und mehr), die Küste immer in einigen Stunden zu erreichen. Die Zeit der Stammeskriege und der Kopfjäger ist vorbei, jede Zeit hat auch ihre Chancen. Der Australier Rob Henry lebt seit fast 10 Jahren mit den Ureinwohnern und hat eine Stiftung gegründet, um ihre Kultur zu unterstützen. Sie arbeitet mit der Organisation der Urweinwohner Suku Mentawai zusammen. Wer einmal selbst nach Mentawai reisen möchte, findet im Büro der Foundation die beste Hilfe für Reisemöglichkeiten und Informationen über die Kultur (sukumentawai.org). Nach den Dreharbeiten reise ich zum nächsten Ziel, der Insel Flores ab, aus dem Urwald zurück in die 30-Millionenstadt Jakarta und dann weiter östlich im Archipel, Flores jenseits der Wallace-Linie. Doch die Abreise von den Mentawai-Inseln fällt schwer. Irgendwann werde ich einmal zurückkehren. Joo Peter, Juli 2019 JOO PETER VON DEN METAWEI-INSELN 73

74
Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Foto: Ulla Kühnle Wann bist du aus Heilbronn? Eine einfache Frage, auf die es viele sehr einfache Antworten gibt Hanix Nr. 62 Du bist aus Heilbronn, wenn du schon einmal im Leben auf die Facebookseite »Du bist aus Heilbronn wenn…« geschaut hast – dort aber kaum was Interessantes entdeckt hast. Warum auch? Du solltest es besser wissen – denn: Du bist aus Heilbronn, weil deine Eltern kein Krankenhaus außerhalb Heilbronns für deine Entbindung gefunden haben. Du bist aus Heilbronn, wenn dein erklärtes Wirtschaftsziel die Besenwirtschaft ist. Du bist aus Heilbronn, wenn du Stuttgart für eine aufregende Stadt hältst. Du bist aus Heilbronn, wenn deine Nachbarn die Kehrwoche weder in gewünschter Regelmäßigkeit noch in angemessener Gründlichkeit verrichten. Du bist aus Heilbronn, wenn du deine innerstädtische Dorfjugend auf dem Weindorf verbracht hast. Du bist aus Heilbronn, wenn du die Menschen in zwei Klassen einteilen kannst, die unterschiedlicher nicht sein könnten – in »Gaffenberg« und in »Haigern«. 74 Du bist aus Heilbronn, wenn dein Brunnen versiegt ist. Du bist aus Heilbronn, wenn deine Lieblingsstraße die Waschstraße ist. Du bist aus Heilbronn, wenn du nach Wunnenstein-West zum Essengehen fährst. Du bist aus Heilbronn, wenn du bei dem Wort »Horkheimer« nie an den großen Philosophen der Frankfurter Schule denkst, sondern nur an irgendeinen Trottel, der da wohnt. Du bist aus Heilbronn, weil dein Hund dort am allerliebsten die dich umgebenden Häuserecken mit Urin beträufelt, und manchmal machst du sogar mit. Du bist aus Heilbronn, wenn irgendwo rund um die »Gartenlaube« die eine, ganz bestimmte und meist auch historische Stelle ist, wo dein Magen einfach nicht mehr mitgemacht hat. Du bist aus Heilbronn, wenn du in deiner Heimatstadt Tourismusmanagement studierst, weil du glaubst, du bräuchtest dieses Studium, um Tourist zu werden und diese Stadt – wenigstens zeitweise – verlassen zu können. Du bist aus Heilbronn, wenn du an hohen Feiertagen die Dinge auch mal locker siehst. Du bist aus Heilbronn, weil es immer noch besser ist, als aus Hößlinsülz zu sein. Du bist aus Heilbronn, weil das so in der »Stimme« stand. Du bist aus Heilbronn, wenn du Leute kennst, die schon mal »in Weinsberg« waren bzw. dorthin sollten. Du bist aus Heilbronn, weil du dir Spätzle auf den Oberarm hast tätowieren lassen. Du bist aus Heilbronn, wenn du dir Kleists Top-Langweiler »Das Käthchen aus Heilbronn« schon aus Prinzip nicht anschaust. Du bist aus Heilbronn, wenn Harry Mergel dir schon mal die Hand geschüttelt hat. Du bist aus Heilbronn, wenn du glaubst, dass Crocs Schuhe sind und man sie in der Öffentlichkeit tragen kann. OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 24

75
Du bist aus Heilbronn, wenn du nicht alles, was der Kretschmann gesagt hat, gut findest. Du bist aus Heilbronn, wenn dein Leibgericht das Heilbronner ist. Du bist aus Heilbronn, weil es niemand vom All aus sehen kann. Du bist aus Heilbronn, wenn du weißt, wo Thomas Strobl wohnt und wer alles von da wegzieht. Du bist aus Heilbronn, wenn du auch keine Ahnung hast, wer diesen Scheiß- Buga-Zwerg gerade wieder geklaut hat. Du bist aus Heilbronn, wenn du nachts nackt in der Neckarhalde badest. Du bist aus Heilbronn, wenn du der Butter sagst, aber die Audi. Du bist aus Heilbronn, wenn du weißt, was eine hohe Sexshopdichte ist. Du bist aus Heilbronn, wenn dich Wahlergebnisse von 15 – 30 Prozent für Naziparteien nicht weiter verwundern. Du bist aus Heilbronn, wenn du das Vanilleeis vom Roman nicht vergessen kannst. Du bist aus Heilbronn, wenn eine Fahrt zum Kaufland für dich eine Art Ausflug ist. Du bist aus Heilbronn, wenn du auf die Stadtbahn wartest und das auch noch die nächste Stunde tun wirst. Du bist aus Heilbronn, wenn du glaubst, dass die Brüste der Weibsleute immer kleiner werden. Du bist aus Heilbronn, wenn du weißt, was RMGTHGMSGEHKG bedeutet. Du bist aus Heilbronn, wenn dein Blut Trollinger ist und deine Milch Kerner. Du bist aus Heilbronn, wenn du an einem heißen Sommersonntag zum Breitenauer See fährst, nur um dort mal so richtig krass zu parken. Du bist aus Heilbronn, wenn du weißt, wie American Icecream aus Schachteln schmeckt. Du bist aus Heilbronn, wenn du mit dem Bummelzug nach Heidelberg fährst, nur um von dort mal mit dem ICE nach HN zu fahren – der genauso langsam, dafür aber um 50 Prozent teurer ist. Du bist aus Heilbronn, wenn du angewiesen wirst, einem Trauernden kein »Herzliches Beileid« zu wünschen, sondern zu fragen: »Was hasch g’erbt?« Du bist aus Heilbronn, wenn du dich auf die Eröffnung eines Möbelgeschäfts freust. Du bist aus Heilbronn, wenn du weißt, wo man diese »Ziersteine« genannte weiße Gartenschotterpest billiger kriegt, damit man guten Gewissens auch dem letzten Rest unversiegelter Gartenfläche den Garaus machen kann. Du bist aus Heilbronn, wenn für dich das Wort »Silzer« nur ein Synonym ist für »die beste Currywurst der Welt«. Du bist aus Heilbronn, wenn du auf spätem Heimweg der einzige Mensch auf der Straße bist. Du bist aus Heilbronn, wenn der Götz-Gruß (auch »Schwäbischer Gruß« genannt) für dich nichts anderes bedeutet als »Ich freu mich« Du bist aus Heilbronn, weil du keine Wahl hattest. Du bist aus Heilbronn, wenn es Tag ist und wenn es Nacht ist. Denn du bist und bleibst aus Heilbronn. ◆ eilbronn… Sichern Sie sich mit dem Gutschein auf jeder zweiten Rückseite der BUGA Eintrittskarte 10% Rabatt bei allen teilnehmenden Partnern oder profitieren Sie von den vielen Vorteilen unserer Couponaktion. Tolle Aktionen in der City www.mein-heilbronn.de Gültig bis zum 06.10.2019 2 für 1 Gültig bis zum 06.10.2019 10,- € Rabatt Erhalte einen zweiten Kaffee oder eine zweite Kugel Eis bei deinem Einkauf an unserer Saemann Kaffee- & Eisbar.* ab einem Einkaufswert von 50,- € auf unser großes Sortiment an Parfum und Pflege-Produkten.* Parfümerie Akzente Kaiserstraße 21-23 · Deutschhofstraße 25 · 74072 Heilbronn www.akzenteplus.de Gültig bis zum 06.10.2019 10% Rabatt auf einen Artikel Ihrer Wahl aus un Freiverkaufssortiment, z.B. Fitness Weber Greissinger Sülmerstraße 54 · 74072 Heilbronn www.webergreissinger.de Saemann Sportkultur Kaiserstraße 29-31 · 74072 Heilbronn www.saemann-sportkultur.de …da ist mehr dri 75

76
HEILBRONN VON SÜDWESTEN –– um 1902/03 –– Lithographie von Friedrich Ronfort Stadtarchiv Heilbronn Hanix Nr. 62 Der aktuelle Historische Schuss ist kein Foto, sondern eine Lithographie. Sie spiegelt ein bisschen das Selbstverständnis der Stadt kurz nach der Jahrhundertwende wider, die sich als Metropole des Unterlands sah. Das leicht übertrieben dargestellte Häusermeer in Richtung Norden und Osten zeugt davon – hier wird wohl die künftige Entwicklung Heilbronns zur Großstadt vorweggedacht. Die rauchenden Fabrikschornsteine weisen auf die florierende Industrie hin. Dagegen zeigen die von Gärten umgebenen Villen an der Badstraße und am Rosenberg das grüne Heilbronn. Dazu gehört auch die Baumreihe an der Oberen Neckarstraße, die der rührige Verschönerungsverein hat setzen lassen. Eine Verbindung zwischen Bahnhofsvorstadt und Kernstadt gab seit August 1878 der 75 Meter lange »Eiserne Steg« am Götzenturm, der nur von Fußgängern genutzt werden durfte. Die Lebensader der Stadt bildet der Neckar. Der war damals breiter als heute der Altneckar, denn die Hauptwassermenge fließt seit 1935 bzw. seit den 1950er Jahren durch den Neckarkanal. Das Kettenschleppschiff mit den angehängten Lastkähnen war vermutlich auf dem Weg zum Portland-Cementwerk in Lauffen. Es steht als Symbol für die tatkräftigen, ideenreichen Heilbronner Kaufleute und Unternehmer. Sie hatten 1872 den Anstoß für die Gründung einer Aktiengesellschaft für die Kettenschleppschifffahrt gegeben, die es dann tatsächlich ab 1878 auf dem Neckar gab. Und die Wasserstraße wurde so wieder für den Güterverkehr attraktiv. Dass der Fluss damals auch für Sport und Freizeit genutzt wurde, zeigt das Ruderboot zwischen Steg und Neckarbrücke. Schließlich gibt es die Heilbronner Rudergesellschaft Schwaben bereits seit 1879, seit 1909 besitzen die Ruderschwaben ein großes Vereinsheim am Neckar, das heute noch steht. Näheres zur Heilbronner Geschichte unter www.stadtarchiv.heilbronn.de 76 DER HISTORISCHE SCHUSS

77
77

78
.jpg Hanix-Neckar-Beach-Party 78 mit Dexter & Candy Pollard, Bundesgartenschau, Heilbronn, 21.06.2019, 18:00 Uhr bis 0:33 Uhr Fotos: Meli Dikta Es war ein zunächst gechilltes Familienfest am hinteren Neckarstrand auf der Buga, ehe zu fortgeschrittener Stunde Dexter und Candy Pollard den Sound treibender werden ließen und Heilbronn getanzt hat wie schon lange nicht mehr. Oder wie wir sagen: Beste Mittsommerparty seit immer! .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 62

79
Hanix Nr. 62 Wandgestaltung, Mobilat Hinterhof, Heilbronn, 11.07.2019, 15:49 Uhr bis 16:00 Uhr Fotos: Meli Dikta Der in Heilbronn aufgewachsene Grafiker und Künstler Leo Volland hat vor kurzem eine neue Arbeit im Hinterhof des Mobilat Club realisiert. Auf Anfrage von Clubinhaber Michael »Ed« Brähne entwickelte Leo, der inzwischen in Berlin lebt, diese abstrakte Grafik. Umgesetzt mit Sprühdose und Pinsel weckt das flimmernd flackernde Gebilde vielfältige Assoziationen. .JPG – BILDERGALERIE 79

80
[1] Cityflohmarkt, Innenstadt, Heilbronn, 22.06.2019, 13:32 Uhr [2] Gäste, Data Bar, Heilbronn, 07.07.2019, 0:13 Uhr [3] Skyline Frankenbach, B39, Heilbronn, 05.07.2019,12:32 Uhr [4] Plymouth Barracuda , Parkplatz Neckarhalde, Heilbronn, 28.06.2019, 14:43 Uhr [5] Vintage Markise, Privatgarten, Heilbronn, 05.07.2019, 16:47 Uhr [6] Shuttle-Schiff, Buga-Gelände, Heilbronn, 21.06.2019, 19:06 Uhr Fotos: Meli Dikta Hanix Nr. 62 80 .JPG – BILDERGALERIE

81
Hanix Nr. 62 OMR-Roadshow für den Mittelstand, Wagenhallen, Stuttgart, 02.07.2019, 18:49 Uhr bis 23:53 Uhr Fotos: Nico Kurth Die OMR-Roadshow für den Mittelstand in Stuttgart war restlos ausverkauft. Nach der Veranstaltung führten Hanix-Chefredakteur Robert Mucha und OMR-Gründer Philipp Westermeyer das Interview des Monats in den verlassenen Wagenhallen. .JPG – BILDERGALERIE f r e i r a u m - p h o t o s . d e 81

82
Theater Heilbronn Aug & Sep 2019 Komödienhaus Wir sind mal kurz weg (Revue) 01.08., 02.08., 03.08. Großes Haus Drei Männer und ein Baby (Komödie) 20.09., 26.09., 28.09. Termine August 2019 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar Do 01. Hip Island, Heilbronn Kingston Vibes by Yardstyle Sound (Beach-Clubbing) Emma 23, Heilbronn Obese + Satanic Hippies (Konzert) Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Volksfest (Volksfest) Marbach Stausee Odenwald, Beerfelden Sound of the Forest (Festival) 82 BOXX No und ich (Schauspiel) 21.09., 24.09., 25.09. Komödienhaus Sissi Perlinger (Theater Spezial) 25.09. BOXX Das Traumfresserchen (Schauspiel) 29.09. Großes Haus Mariele Millowitsch und Walter Sittler lesen »Alte Liebe« (Lesung) 29.09. experimenta - Das Science Center, Heilbronn Bis 6. Oktober: Wildnis Eiche. Fotografien von Solvin Zankl (Science Dome Special Foto) Zigarre, Heilbronn Bis 15.08.: Landschaften – nah und fern (Ausstellung) Fr 02. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Hanix-Party »Wie es euch gefällt!« Weingut Kistenmacher-Hengerer, Heilbronn Kulinarisches & Wein mit Peter von Ribbeck bei Kistenmacher & Hengerer Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Volksfest (Volksfest) Botanischer Obstgarten, Heilbronn Wollke unterwegs (Stricknachmittag) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und das versunkene Schiff (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Theaterlabor Stilbruch Aug & Sep 2019 »Ubu - Eine Trapoper« (Open-Air) auf der Kulturinsel Stuttgart 29.08., 31.08., 06.09., 07.09., 12.09., 13.09., 14.09., 19.09., 20.09., 21.09. Robert-Mayer- Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Wünsch Dir was! - Sternschnuppen über Heilbronn (Astro-Führung) Gaumentanz, Freiberg am Neckar Rockabilly Days Freiberg (Rockabilly-Event) Marbach Stausee Odenwald, Beerfelden Sound of the Forest (Festival) Schloßplatz, Stuttgart Stuttgarter Sommerfest 2019 (Stadtfest) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Zeltival: Meute (Sommerfestival-Konzert) Sa 03. Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Volksfest (Volksfest) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) Kurpark, Bad Rappenau Food Days Streetfood Festival Tour 2019 (Kulinarik-Event) Kurpark, Bad Rappenau Parkfest (Stadtfest) Technik Museen, Sinsheim US-Car Treffen (Auto-Nerd-Event) Marbach Stausee Odenwald, Beerfelden Sound of the Forest (Festival) Gaumentanz, Freiberg am Neckar Rockabilly Days Freiberg (Rockabilly-Event) Schloßplatz, Stuttgart Stuttgarter Sommerfest 2019 (Stadtfest) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Zeltival: Tina Dico (Sommerfestival-Konzert) Innenstadt, Karlsruhe 21. KAMUNA - Karlsruher Museumsnacht (Kunst- und Kulturnacht) So 04. Hip Island, Heilbronn Soul Sunday (Beach-Clubbing) Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Veganes 3-Gänge-Menü (Volksküche) Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Volksfest (Volksfest) Robert-Mayer- Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Die Sonne - Der Stern von dem wir leben (Astro-Führung) Kurpark, Bad Rappenau Food Days Streetfood Festival Tour 2019 (Kulinarik-Event) Kurpark, Bad Rappenau Parkfest (Stadtfest) Marbach Stausee Odenwald, Beerfelden Sound of the Forest (Festival) 01. – 04.08.2019 Hanix Nr. 62

83
Hanix Nr. 62 Gaumentanz, Freiberg am Neckar Rockabilly Days Freiberg (Rockabilly-Event) Schloßplatz, Stuttgart Stuttgarter Sommerfest 2019 (Stadtfest) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Zeltival: Charlie Cunningham (Sommerfestival-Konzert) Mo 05. Hip Island, Heilbronn Day One Studententag (Beach-Clubbing) Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn Nach einer wahren Geschichte (Psychothriller-Filmreihe) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Zeltival: Brass Against (Sommerfestival-Konzert) Di 06. Hip Island, Heilbronn Bingo (Beach-Clubbing) Do 08. Hip Island, Heilbronn Kingston Vibes by Yardstyle Sound (Beach-Clubbing) Festivalgelände, Rothenburg ob der Tauber Taubertal-Festival 2019 (Festival) Schlossplatz, Karlsruhe Bis 15. September: Schlosslichtspiele Karlsruhe 2019 (Multimediainstalation) Fr 09. Weingut und Edelbrennerei Gemmrich, Beilstein-Schmidhausen Wine & Beats 2019 (Kopfhörerparty) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und das versunkene Schiff (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Hofgarten, Öhringen 3. Street Food Festival Hohenlohe (Kulinarik-Event) Festivalgelände, Rothenburg ob der Tauber Taubertal-Festival 2019 (Festival) Festivalgelände, Rothenburg ob der Tauber Taubertal-Festival 2019 (Festival) So 11. Hip Island, Heilbronn Soul Sunday (Beach-Clubbing) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Phantasiewelten (Science Dome Special Klang und Poesie Show) Hofgarten, Öhringen 3. Street Food Festival Hohenlohe (Kulinarik-Event) Festivalgelände, Rothenburg ob der Tauber Taubertal-Festival 2019 (Festival) Mo 12. Hip Island, Heilbronn Day One Studententag (Beach-Clubbing) Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn The Guilty (Psychothriller-Filmreihe) Di 13. Hip Island, Heilbronn Bingo (Beach-Clubbing) Mi 14. Hip Island, Heilbronn Beach of Happiness (Beach-Clubbing) Mi 07. Sa 10. 26.7. – 4.8. Hip Island, Heilbronn Beach of Happiness (Beach-Clubbing) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die Lange Nacht (Science-Erlebnis) Kulturzentrum Tollhaus, Karlsruhe Zeltival: Gilberto Gil (Sommerfestival-Konzert) 04. – 14.08.2019 Buga, Heilbronn SWR Big Band & Max Mutzke (Konzert) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) Hofgarten, Öhringen 3. Street Food Festival Hohenlohe (Kulinarik-Event) Spartag im Festzelt 29.7. Spartag auf dem Festplatz 31.7. Großes Feuerwerk 4.8. 83

84
experimenta - Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Reperaturwerkstatt) Do 15. Hip Island, Heilbronn Kingston Vibes by Yardstyle Sound (Beach-Clubbing) LINGNER.WERK2, Heilbronn ZUKUNFTSZEICHEN by LINGNER.COM: MasterClass – Interne Kommunikation der Zukunft (Seminar) Weingut und Edelbrennerei Gemmrich, Beilstein-Schmidhausen Feierabend - Wein-AfterWork im Weingut (After-Work-Event) Lerchenberg, Dornstadt 27. Obstwiesenfestival - umsonst & draußen (Festival) Fr 16. Robert-Mayer- Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Jupiter und Saturn - Gasriesen am Abendhimmel (Astro-Führung) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und das versunkene Schiff (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Römerseegelände, Zimmerhof Römersee Open-Air Ortszentrum, Erlenbach 43. Original Erlenbacher Weinfest Lerchenberg, Dornstadt 27. Obstwiesenfestival - umsonst & draußen (Festival) 84 Sa 17. Hip Island, Heilbronn Soul2Soul - Beach Edition (Beach-Clubbing) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) Römerseegelände, Zimmerhof Römersee Open-Air Ortszentrum, Erlenbach 43. Original Erlenbacher Weinfest (Weinfest) Rathauspark, Nordheim 45. Nordheimer Parkfest 2019 (Ortsfest) Blühendes Barock, Ludwigsburg Lichtzauber (Pyroshow) Lerchenberg, Dornstadt 27. Obstwiesenfestival - umsonst & draußen (Festival) So 18. Hip Island, Heilbronn Soul Sunday (Beach-Clubbing) Kulinarische Wanderwege, Zwischen Bönnigheim - Besigheim - Bietigheim- Bissingen Genusswandern (Kulinarische Wanderung) Wasserschloss, Bad Rappenau Bis 22.09.: Susi Bauer – Ischdesjetztkunscht? (Vernissage) Ortszentrum, Erlenbach 43. Original Erlenbacher Weinfest (Weinfest) Rathauspark, Nordheim 45. Nordheimer Parkfest 2019 (Ortsfest) Mo 19. Hip Island, Heilbronn Day One Studententag (Beach-Clubbing) Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn The Mule (Psychothriller-Filmreihe) Ortszentrum, Erlenbach 43. Original Erlenbacher Weinfest (Weinfest) Rathauspark, Nordheim 45. Nordheimer Parkfest 2019 (Ortsfest) Di 20. Hip Island, Heilbronn Bingo (Beach-Clubbing) LINGNER.WERK2, Heilbronn ZUKUNFTSZEICHEN by LINGNER.COM: Social Media in B2B-Unternehmen mit globalen Strukturen (Seminar) Mi 21. Hip Island, Heilbronn Beach of Happiness (Beach-Clubbing) Nikolaikirche Heilbronn, Heilbronn spiel mich! Heilbronn - Event mit Duo Neschome (Musikalisches Kunstprojekt) Do 22. Hip Island, Heilbronn Kingston Vibes by Yardstyle Sound (Beach-Clubbing) Fr 23. Robert-Mayer- Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Summernights - Sternenhimmel über Heilbronn (Astro-Führung) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und das versunkene Schiff (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Wertwiesenpark, Heilbronn 7. Street Food Festival Heilbronn (Food-Festival) Weingut Kurz-Wagner, Talheim Weinfestival Kurz-Wagner (Weinfest) Sa 24. Wertwiesenpark, Heilbronn 7. Street Food Festival Heilbronn (Food-Festival) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) Weingut Kurz-Wagner, Talheim Weinfestival Kurz-Wagner (Weinfest) 14. – 24.08.2019 Hanix Nr. 62

85
So 25. Do 29. Fr 30. Sa 31. Wertwiesenpark, Heilbronn 7. Street Food Festival Heilbronn (Food-Festival) Weingut Kurz-Wagner, Talheim Weinfestival Kurz-Wagner (Weinfest) Maimarkt, Mannheim Metallica - WorldWired Tour 2019 (Konzert) Hip Island, Heilbronn Kingston Vibes by Yardstyle Sound (Beach-Clubbing) Weingut Albrecht-Kiessling, Heilbronn After-Work mit Viola Albrecht (After Work Party) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf 2019 (Weinfest) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und das versunkene Schiff (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Blühendes Barock, Ludwigsburg Bis 3. November: Eröffnung Weltgrößte Kürbisausstellung (Gemüseausstellung) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindor (Weinfest) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) Erlebnispark Tripsdrill, Cleebronn Lassmalache Tourfinale (Comedy) Im Wizemann, Stuttgart Eels (Konzert) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) Hanix Nr. 62 Mo 26. Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn Vom Bauen der Zukunft - 100 Jahre Bauhaus (Dokumentarfilmreihe) Weingut Kurz-Wagner, Talheim Weinfestival Kurz-Wagner (Weinfest) Spenden Sie für kranke Kinder in der Region! Familienhilfe zuhause Erfüllung von Träumen Di 27. Besuchsdienst und Vorlesepaten www.grosse-hilfe.de Weingut Kurz-Wagner, Talheim Weinfestival Kurz-Wagner (Weinfest) Mi 28. Hip Island, Heilbronn Beach of Happiness (Beach-Clubbing) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Reperaturwerkstatt) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf 2019 (Weinfest) 25. – 31.08.2019 Gestaltung: www.hettenbach.de Patienten- und Familienbegleitung Kunst-, Musik- und Reittherapie Finanzielle Hilfe Verbindung zur Schule Einfühlsame Freude Betreuung von Geschwistern LeuchtturmKinderonkologie Kindgerechte Krebsbehandlung Spendenkonten: Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE 84 6205 0000 0000 0074 43 BIC: HEISDE66XXX Volksbank Heilbronn IBAN: DE13 6209 0100 0390 3900 03 BIC: GENODES1VHN 85

86
Termine September 2019 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar So 01. Mi 04. experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die Lange Nacht (Science-Erlebnis) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Blade Runner (Final Cut) (Science Dome Special Film) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) Do 05. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Sommerfest & Saisoneröffnung (Fest & Konzert) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf 2019 (Weinfest) Schießhaus, Heilbronn Riesling Champion Festival Heilbronn 2019 (Wein-Festival) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) WINO Biohof, Brackenheim Hoffest 25 Jahre WINO (Jubiläumsfest) Innenstadt, Neckarsulm Ganzhornfest 2019 (Stadtfest) Schloss, Ludwigsburg Electrique Baroque 2019 (Party) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) So 08. Buga, Heilbronn SWR Fernsehen Familienfest (Fest) Red River, Heilbronn Paul Thorn & Band (Konzert) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Phantasiewelten (Science Dome Special Klang und Poesie Show) Innenstadt, Neckarsulm Ganzhornfest 2019 (Stadtfest) Kulturforum Kapelle im Schloss, Brackenheim 11. internationales Straßentheaterfestival (Straßentheater) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Veganes 3-Gänge-Menü (Volksküche) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) Mo 02. Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn Der illegale Film (Dokumentarfilmreihe) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) Fr 06. Ebene 3 im K3, Heilbronn The Fabulous South Tunes (Konzert) Botanischer Obstgarten, Heilbronn Wollke unterwegs (Stricknachmittag) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) Hanix Nr. 62 Di 03. Sa 07. Innenstadt, Stuttgart Stuttgarter Weindorf (Weinfest) 86 Robert-Mayer- Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Die Sonne - Der Stern von dem wir leben (Astro-Führung) 01. – 08.09.2019

87
Hanix Nr. 62 Mo 09. Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn Welcome to Sodom (Dokumentarfilmreihe) Innenstadt, Neckarsulm Ganzhornfest 2019 (Stadtfest) Di 10. LINGNER.WERK2, Heilbronn ZUKUNFTSZEICHEN by LINGNER.COM: MasterClass – Social Media in B2B-Unternehmen mit globalen Strukturen (Seminar) Mi 11. experimenta - Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Reparaturwerkstatt) Buga, Heilbronn Live-Lounge-Abend mit Soul Connection (Konzert) Do 12. Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Conexion Cubana (Konzert) Fr 13. Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) Kulturkeller, Heilbronn Christine Prayon - »Abschiedstour«-Preview (Kabarett) 09. – 20.09.2019 Botanischer Obstgarten, Heilbronn Wollke unterwegs (Stricknachmittag) Innenstadt, Besigheim Besigheimer Winzerfest (Weinfest) Sa 14. Buga, Heilbronn Heilbronner Poetry Slam #80 (Poetry Slam) Emma 23, Heilbronn Seelennacht (Konzert) Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) Robert-Mayer- Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Sonne, Mond und Sterne für Kinder (Astro-Führung) Innenstadt, Besigheim Besigheimer Winzerfest (Weinfest) So 15. Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) Innenstadt, Besigheim Besigheimer Winzerfest (Weinfest) Mo 16. Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn Genesis 2.0 (Dokumentarfilmreihe) Innenstadt, Besigheim Besigheimer Winzerfest (Weinfest) Di 17. LINGNER.WERK2, Heilbronn ZUKUNFTSZEICHEN by LINGNER.COM: MasterClass – Interne Kommunikation der Zukunft (Seminar) Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn Mi 18. Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) Do 19. LINGNER.WERK2, Heilbronn ZUKUNFTSZEICHEN by LINGNER.COM: Social Recruiting (Seminar) Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Rastrelli Cello Quartett (Konzert) Fr 20. Buga, Heilbronn Hanix präsentiert: Oliver Maria Schmitt liest seine besten Hanix-Kolumnen (Lesung) Hanix auf der BUGA 20.9. LESUNG der besten Hanix-Kolumnen mit OLIVER MARIA SCHMITT Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin 87

88
Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Die drei ??? und der dreiäugige Totenkopf (Science Dome Special 3D-Hörspiel) Robert-Mayer- Volks- und Schulsternwarte, Heilbronn Exoplaneten 3/4 - Exobiologie / Leben auf Exoplaneten (Astro-Führung) Karlstorbahnhof, Heidelberg Ronja von Rönne - Jetzt ist noch viel schlechter Tour (Lesung) Wizemann Areal, Stuttgart Social Innovation Summit 2019 (Konferenz) Staatsgalerie, Stuttgart Weekend Warm-up: Von Banksy bis Beats (Kunst-Event) Adventure Action Ocean Life Sa 21. Innenstadt, Heilbronn Weindorf Heilbronn (Weinfest) Tanzschule Brenner, Heilbronn Swing Fever #1 Edition - Lindy Hop Party (Tanzparty) experimenta - Das Science Center, Heilbronn Voices in the Dark Reloaded (Science Dome Special audiovisuelle Show) Kulturforum Kapelle im Schloss, Brackenheim Nikita Miller: Artig (Comedy) Wasserschloss, Bad Rappenau Frau Nägele singt und erzählt von Mandolinen und Mondschein (Musikkabarett) Wizemann Areal, Stuttgart Social Innovation Summit 2019 (Konferenz) International Ocean Film Tour Vol. 6 Do., 26.09.2019, 20:00 Uhr Audi Forum Neckarsulm Kartenvorverkauf: Audi Forum Neckarsulm (07132 31-70110) In allen Reservix-Vorverkaufsstellen (www.reservix.de) 10/7 EUR zzgl. Gebühren Filme im Originalton (mit deutschen Untertiteln) 88 Tickets So 22. Pfühlpark, Heilbronn Kindertag 2019 (Kinderfest) Innenstadt, Heilbronn 49. Weindorf Heilbronn (Weinfest) Mo 23. Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn National Gallery (Dokumentarfilmreihe) Di 24. Red River, Heilbronn Back to the Garden (Konzert) Mi 25. experimenta - Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Reperaturwerkstatt) Alte Feuerwache Mannheim, Mannheim Sophie Passmann – Alte weiße Männer (Lesung) Do 26. Weingut Albrecht-Kiessling, Heilbronn After-Work mit Viola (After Work Party) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave61: Federal Penguin Summit Bigband (Konzert) Audi Forum, Neckarsulm Int. Ocean Film Tour Vol. 6 (Filmevent) Fr 27. Cannstatter Wasen, Stuttgart Cannstatter Volksfest (Volksfest) Sa 28. Harmonie, Heilbronn Lydia Benecke - PsychopathIN- NEN (Show-Vortrag) Wasserschloss, Bad Rappenau Kastanienmarkt - Kunst, Kultur & Kulinarisches (Markt) Kulturforum Kapelle im Schloss, Brackenheim Martin Frank (Kabarett) Cannstatter Wasen, Stuttgart Cannstatter Volksfest (Volksfest) So 29. Neckarmeile, Heilbronn Markt am Fluss (Markt) Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Finissage: Wie es Euch gefällt (Ausstellung) Wasserschloss, Bad Rappenau Kastanienmarkt - Kunst, Kultur & Kulinarisches (Markt) Wasserschloss, Bad Rappenau Herbstkonzert mit den Stuttgarter Salonikern (Konzert) Cannstatter Wasen, Stuttgart Cannstatter Volksfest (Volksfest) Mo 30. Kinostar Arthaus Kinos, Heilbronn Ex Libris: New York Public Library (Dokumentarfilmreihe) Cannstatter Wasen, Stuttgart Cannstatter Volksfest (Volksfest) 20. – 30.09.2019 Hanix Nr. 62

89
Für Freunde, Familie, Neuankömmlinge, Alteingesessene und Abgewanderte. Für nen schlappen 40er gibts sechs Mal Hanix in den Briefkasten. Hanix Nr. 62 Bestellen unter: → abo@hanix-magazin.de → shop.hanix-magazin.de/shop SCHENKE EIN MAGAZIN! 28. – 31.05.2019 89

90
Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 62 90 TIERE AB 18

91
Alle 61 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf- Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online-Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App. Foto: Meli Dikta

92