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Content:
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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Nr. 55 Juni/Juli 2018 Titelthema: 100 Gründe fürs Kommen und Bleiben (Teil 2: 51 – 100) Unser Mann im All!

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Wir Heilbronner schwimmen nie mit dem Strom. Aber wir fahren jetzt damit. Der neue Cayenne E-Hybrid. Erleben Sie den neuen Cayenne E-Hybrid und weitere spannende Innovationen von Porsche E-Performance. Das Team des Porsche Zentrum Heilbronn freut sich auf Ihren Besuch. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel. 07131 5034-200 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): kombiniert 3,4–3,2; CO 2 -Emissionen kombiniert 78–72 g/km; Stromverbrauch kombiniert 20,9–20,6 kWh/100km

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 55 wie in der letzten Ausgabe angekündigt, folgen diesmal die guten Gründe 51 bis 100 fürs Herkommen und Hierbleiben. Teil 2 unserer Lobpreisung der Stadt und Region. Den Schlusspunkt unserer Top 100 bilden dabei zehn außergewöhnliche Persönlichkeiten, die von hier stammen. Hanix-Autorin Brigitte Fritz-Kador hat sich für unseren Themenschwerpunkt nach Heilbronner Meisterinnen und Meistern sowie Heilbronner Meisterleistungen umgesehen und umgehört. Ganz schön beeindruckend! Schon Anfang des Jahres haben wir uns bei der Pressestelle der European Space Agency (esa) um ein Interview mit Astronaut ALEXANDER GERST, der am 6. Juni zu seiner zweiten Mission ins All startet, bemüht. Gersts Langzeitmission soll bis Dezember 2018 dauern. Für drei Monate soll er, als erster Deutscher und zweiter Westeuropäer, auch die Funktion des Kommandanten übernehmen. Aufgrund des eng getakteten Terminplans des gebürtigen Künzelsauers klappte es mit einem Treffen Hanix/Gerst leider nicht. Doch Roland Koch von der Helmholtz-Gesellschaft sprach für uns mit »Astro-Alex«, unserem Mann im All. Mit RALPH THOMS, Macher des NaturVision Filmfestivals in Ludwigsburg, waren wir Anfang Mai zu einem Termin in der Geschäftsstelle der Buga2019 GmbH. Alles war besprochen und man befand sich bereits im Flur mitten beim Verabschieden, da kam Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas von einem Auswärtstermin dazu. Als er Hanix-Chefredakteur Robert Mucha sah, wurde es ihm klar: »Jetzt weiß ich, wem der Kombi auf meinem Parkplatz gehört.« Mucha: »Da stand aber nicht ihr Name.« Faas: »Aber mein Kennzeichen.« Mucha: »Hm.« EDITORIAL Faas: »Sie kommen jetzt nur noch über die Beifahrertüre in ihr Auto.« Mucha: »Tschuldigung.« Faas: »Macht nichts. Bekommen Sie halt keinen Auftrag mehr von uns.« Mucha: »Da ändert sich ja nix, dann kann ich auch weiter auf ihrem Parkplatz parken.« Faas: »Hm.« Verabschiedet wurde sich dann mit High Five und einem Augenzwinkern. Außerdem in dieser Ausgabe: Unsere neue Rubrik »Die Experimentierer«, die noch junge Lesebühne »Rauchzeichen«, Winzer ALEXANDER BAUER zeigt seinen Tascheninhalt, Tattoo- Künstler EMRAH DE LAUSBUB hat zwei Lieblingsdinger, der Golf-Club Heilbronn-Hohenlohe feiert Geburtstag, ein Abenteuer auf dem Hockenheimring, ein Brief aus Thailand und vieles mehr zum selbst Entdecken. Genießt die Aussicht: Commander Hanix. Hier parken nur zwei: der Dienstparkplatz von Buga-Chef Hanspeter Faas

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IMPRESSUM VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths, Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Mares Baudewijns, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Ralph Munz, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Sarah Baudenbacher, Roland Koch, Catalin Biedron ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta, Ulla Kühnle, Nico Kurth, Axel Griesch, Sina Schuldt, Reiner Pfisterer, Kathrin Leisterer, Lisa Maria Klotz LEKTORAT Friedemann Orths, Udo Völker VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2018 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Schülerprotest vs. Schlachthof 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für Juni und Juli 14 Streifzug durch die Region Diesmal: Interview mit Ralph Thoms, Lesebühne »Rauchzeichen« & Marktschwärmer 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Die Welt als Willi und Vorstellung 20 Taschenkontrolle bei Alexander Bauer, Winzer 22 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Tattoo-Künstler Emrah de Lausbub INHALT Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 24 Die Experimentierer Diesmal: Katrin Riedlinger, Leiterin Bühnenshows 26 Abenteuer um die Ecke Race ’n’ Roll in Hockenheim 28 Kultur Interview mit Filmemacher Sebastian Feld 30 Sport Golf-Club Heilbronn-Hohenlohe 34 Kunst Thesen zur Kunststadt Heilbronn HANIX NR. 55 36 Film Arthaus-Tipp »Vom Ende einer Geschichte« & »Candelaria «. Dazu weitere Filmstarts 40 Interview des Monats Astronaut Alexander Gerst. Unser Mann im All über die Aussicht auf die Milchstraße 46 Titelthema 100 GRÜNDE FÜRS KOMMEN UND BLEIBEN TEIL 2 Unser Fazit zu Heilbronn und der umliegenden Region lautet: Leider geil! Dazu Heilbronner Meisterleistungen & MeisterInnen. 76 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Bundesgane-gan gane-gane-gan 76 Brief an die Heimat Thailand 80 Historischer Schuss Jugendproteste, 1968 82 .jpg BILDERGALERIE U. a. Brenzband, Brauereiführung, Eisdielen & Buntes aus der Region. 86 Veranstaltungskalender Gute Termine für Juni und Juli 94 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: der Tittenfisch

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MONTAG, 12. MÄRZ 2018, 12:48 UHR FRIEDENSPLATZ, HEILBRONN Zu der Kundgebung der Jugendorganisation der AfD in Heilbronn sind doppelt so viele Gegendemonstranten gekommen als erwartet. Da die Kundgebung in der Nähe von Schulen war, fiel teilweise Unterricht aus. Auf der Wiese am Friedensplatz hatten sich laut Polizei rund 350 Menschen eingefunden, um mit Schildern und Transparenten gegen die Kundgebung des AfD-Nachwuchses zu demonstrieren. Mit Trillerpfeifen übertönten sie lautstark die Kundgebung der AfD- Jugend, an der auch Abgeordnete aus Land und Bund teilnahmen. Auch die Polizei war vor Ort. Mehrere Beamte sorgten dafür, dass nichts passierte. An drei Heilbronner Gymnasien fielen wegen der Kundgebung und der angekündigten Gegendemonstration teilweise die letzten beiden Unterrichtsstunden aus. Die Schulen hatten Sicherheitsbedenken. Das »Netzwerk gegen Rechts« und die Initiative »Heilbronn sagt nein« hatten im Vorfeld zu einer Gegenkundgebung aufgerufen. Hanix Nr. 55 Foto: Sina Schuldt/dpa HINGUCKER

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MONTAG, 11. JANUAR 2018, 0:17 UHR SCHLACHTHOF DER FIRMA OSI, TAUBERBISCHOFSHEIM Tauberbischofsheim: Über der Abflussrinne im Schlachthof der Firma OSI hängen Haken, an denen das betäubte Rind zum Schlachten aufgehängt wird. Rund zwei Monate nach der Schließung des Schlachtbetriebes wurde mit einer Probeschlachtung geprüft, ob der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Der bei Tierschützern in die Kritik geratene Schlachthof in Tauberbischofsheim ist daraufhin nach dem ersten regulären Betriebstag wegen Mängeln erneut gesperrt worden. Das Veterinäramt des Landratsamtes Main-Tauber- Kreis stellte den eingeschränkten Betrieb wieder ein. Grund dafür ist, dass die nach einer Probeschlachtung vereinbarten Schritte für eine tierschutzgerechte Arbeit nicht umgesetzt wurden. Das Land Baden- Württemberg will Schlachthöfe nach diesem Fall in Tauberbischofsheim in einer Sonderkontrolle unter die Lupe nehmen. Agrarminister Peter Hauk (CDU) habe deshalb ein »Schlachthofmonitoring« veranlasst. Hanix Nr. 55 Foto: Sina Schuldt/dpa WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Konzert 01. Juni RUMMELSNUFF & ASBACH LIVE Mobilat, Heilbronn Unter der Schiffermütze ist der Kopf kahl. Die Träger des weißen, gerippten Unterhemdes liegen gespannt über dem monströsen Brustkorb und den muskelbepackten Schultern. Winkelt Roger Baptist die Arme an, türmt sich der Bizeps zum Hügel auf. Köpfe drehen sich um, sobald er sich durch die Kneipe schiebt. Es wird getuschelt. Was mag dieser kompakte Typ wohl machen? Zuhälter in Hamburg? Nein. Der 51-jährige Kraftsportler ist kein Zuhälter. Eher ein Aufschließer. Im Berliner Berghain, dem Aushängeschild der deutschen Technoklubszene, gewährt oder verwehrt er als Türsteher Einlass nach geheimen Regeln. Aber vor allem ist er als Rummelsnuff, der singende Seemann und Erfinder »derber Strommusik«, bekannt. Konzert & Lesung 02. Juni GET SHORTIES LESEBÜHNE Inselspitze, Heilbronn Die kabarettistisch-literarische Lesebühnenshow kommt jetzt wieder regelmäßiger nach Heilbronn und zwar an eine der schönsten Locations der Stadt. Beste Kurzgeschichten der bekannten AutorInnen, lustig, originell, unterhaltsam, kurzweilig und kommunikativ. Ein Fest für alle, die die Lesebühne in Heilbronn vermisst haben und für all diejenigen, die echte gute Subkultur in der Stadt vermissen. Gemeinsam kann man Kurzgeschichten der jungen AutorInnen erleben, darüber lachen, rätseln oder nachdenken, Formulierungen finden für ein bisher unbeschreibliches Gefühl, zusammen klatschen und zur Livemusik im Takt wippen. Mit den get shorties- LesebühnenautorInnen: Dorothea Böhme, Carolin Hafen, Volker Schwarz, Rainer Bauck, Nicolai Köppel und Ingo Klopfer. Live-Musik von Nicolai Köppel. Benefizkonzert 07. Juni BENEFIZKONZERT FÜR DAS COSOBA-TIERSHELTER Piano Wine Bar, Heilbronn Straßenhunde und -katzen sind in Rumänien immer noch allgegenwärtig. Die meisten davon sind krank oder verletzt. Sonja Simblet, eine Heilbronner Sängerin, lebt seit Februar 2017 in Bukarest und engagiert sich in einem Shelter in Cosoba, das seit Jahren Hunde und Katzen vor dem Elend des Straßenlebens rettet. Zusammen mit der Gründerin des durch privat und Spenden finanzierten Shelters kämpft sie um ein würdiges Dasein für 300 Hunde und 100 Katzen, doch weitere Unterstützung wird benötigt. Die engagierte Sängerin gibt deshalb in der Piano Wine Bar gemeinsam mit dem walisischen Sänger Pete Jones ein Benefizkonzert zugunsten der Tiere. Los geht’s um 19 Uhr. Gesprächsrunde 02. Juli FRAUEN-CAFÉ Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Wer Lust hat sich bei einer Tasse Tee oder Kaffee über aktuelles frauenpolitisches Geschehen und Feminismus auszutauschen oder über (Alltags-)Sexismus und was dagegen zu tun ist diskutieren will, ist beim Frauencafé Heilbronn genau am richtigen Ort. Alle, egal welchen Geschlechts man sich zuordnet, sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, zu vernetzen und sich einzubringen. Vortrag 26. Juli STADTAUSSTTELLUNG NECKARBOGEN Inselspitze, Heilbronn Die Stadtausstellung Neckarbogen innerhalb der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 wächst unübersehbar. Im Sommer 2018 müssen alle 22 Gebäude und die Jugendherberge auf dem vierten Baufeld fertiggestellt sein. Zur Bundesgartenschau im Jahr 2019 werden bereits Menschen in den Wohnungen leben. Erdgeschossflächen, einige Dachflächen sowie die drei Innenhöfe werden im Ausstellungskonzept einbezogen sein. 20 Architekturbüros verwirklichen ihre Pläne für den Bau der insgesamt 23 Gebäude. Drei Landschaftsarchitekten realisieren drei Innenhöfe, um die sich Gebäude gruppieren. Im Rahmen der Veranstaltungen Werkbericht stellen Architekten bis Herbst 2018 nacheinander ihre Häuser vor, die sie in der Stadtausstellung bauen, sowie ausgewählte Projekte ihrer Büros. Landschaftsarchitekten erläutern die Gestaltung der Innenhöfe. Film 31. Juli EUROPEAN OUTDOOR FILM- TOUR IM OPEN-AIR-KINO Open-Air-Kino, Heilbronn Abenteuer oben ohne: Die besten Filme der E.O.F.T. 17/18 kommen dorthin, wo sich auch die Protagonisten am wohlsten fühlen – nach draußen. Die besten Abenteuer- und Outdoorsportfilme sind in den schönsten Sommerkinos Deutschlands zu sehen und versprechen einen eindrücklichen Filmabend. Das Filmprogramm hat eine Gesamtlänge von rund zwei Stunden. Zwischendurch gibt es eine Pause von ca. 30 Minuten. Filmstart jeweils mit Einbruch der Dunkelheit. STADTLEBEN Hanix Nr. 55

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DIE TIPPS FÜR REGION Kultur Juni & Juli HOHENLOHER KULTUR- SOMMER 2018 Diverse Veranstaltungsorte Weit über die Grenzen des Hohenlohekreises hinaus ist der Hohenloher Kultursommer bekannt. Bis zu 70 Konzerte, verteilt auf bis zu 40 Spielstätten in vier Landkreisen, finden jährlich im Rahmen des Sommerfestivals statt. Im gleichen Jahr gegründet wie das Schleswig-Holstein-Musikfestival verfolgt der Hohenloher Kultursommer das Ziel, eine Region, die reich an historischen Schlössern, Burgen, Kirchen, Klöstern und baulichen Kleinoden ist, in einem Kulturereignis zu verbinden. Das Flair der Veranstaltungsorte lässt Musik und Raum harmonieren und oft trägt bereits der Weg zum Konzert zum ganzheitlichen Erlebnis bei. Mit Ensembles und Künstlern, großer Orchestermusik, kleinen Kammermusiken, Solo-Klavierabenden, Abendserenaden und Musikfesten, mit Alter Musik über Barock und Klassik bis hin zu populärer Weltmusik und eigenen Konzertideen hat sich der Hohenloher Kultursommer regional und überregional etabliert. Workshop 05. Juni PEPRSPEKTIVEN ERÖFFNEN – POTENTIALE ENTFALTEN Arbeitsinitiative Hohenlohekreis, Neuenstein Das Thema Vielfalt gewinnt immer mehr an Bedeutung. Gerade mit Blick auf den Fachkräftebedarf ist es wichtig, dass sich MitarbeiterInnen mit unterschiedlichen Geschichten in einem Unternehmen, einer Organisation oder Institution wohlfühlen und ihr Potential entfalten können. Personalverantwortliche stellt das vor Herausforderungen. Die Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken und das Welcome Center Heilbronn-Franken laden im Rahmen des Diversity-Netzwerks Heilbronn-Franken zu einer Veranstaltung anlässlich des 6. Deutschen Diversity- Tages ein. In zwei parallel stattfindenden Workshops werden fachliche Themen des Diversity Managements diskutiert. Dabei liegt der Fokus auf der beruflichen Praxis, Methoden und deren Umsetzung. Kulturmarkt Ab 09. Juni KULTURMARKT LEINGARTEN: AUSSTELLUNG RANDSTELLE Museum Altes Rathaus, Leingarten Mit der randstelle werden künstlerische Prozesse, Orte und Wahrnehmungen aufgespürt, um diese in künstlerischen Projekten, Kommentaren oder Werkstätten weiterzugeben, zu teilen, gemeinsam zu untersuchen. Dabei finden der Kontext, der Prozess und die Umgebung oftmals besondere Beachtung. Künstlerisches Vorgehen sind z. B. Zeichnungen, Skizzen, Collagen, Fotografien, Drucke, Hefte, Fundstücke, Spurensicherungen, Objekte, Aktionen und Mischformen davon. Am 21. Juli gibt es bei der Baustellenparty Klangexperimentelles von Joasihno auf die Ohren. Mobilität 10. bis 30. Juni RADKULTOUR Landkreis Heilbronn Vom 10. bis 30. Juni steht im Landkreis Heilbronn alles im Zeichen des Fahrrads. Bei der Aktion »Stadtradeln« sind alle aufgerufen, möglichst oft das Fahrrad/ Pedelec statt des Autos zu benutzen. Den Auftakt zum dreiwöchigen Aktionszeitraum bildet die kostenfreie geführte Radtour »RadKultour« im Leintal – Leckereien und Kulturprogramm inklusive. Details zur Tour: www.heilbronnerland.de/radkultour; Infos zum Stadtradeln: www.stadtradeln.de/ landkreis-heilbronn. Festival 16. Juni KANTINE OPEN AIR PRESENTS: DOLAN BEATS FESTIVAL Kantine Live & Club, Schwäbisch Hall Was in 2015 mit Hypercat auf dem Parkplatz der Kantine startete, entwickelt sich in 2018 zu einem neuen elektronischen Festival. Das »Kantine Open Air« erreicht im vierten Jahr ein höheres Level und erhält ein neues Konzept sowie einen neuen Namen: Das »Dolan Beats Festival«. Auf zwei Floors gibt es acht Stunden elektronische Musik von über 28 Künstlern und sechs bekannten Headlinern. Da sich die Festival-Location in den ehemaligen Dolan Baracks (einer verlassenen US Air Base) befindet, wurde neben dem Namen auch das Thema aufgegriffen: Längst sind verrostete Black Hawks aus der Cargo City abgezogen und das neue Motto der Location und ihrer tanzwütigen Community lautet: »Make Love not War, Drop Beats not Bombs!« Volksfest 28. Juni bis 03. Juli TALMARKT Bad Wimpfen Sechs Tage lang Vergnügung mit Riesenrad, Break-Dance und Losbuden, Geschicklichkeitsspiele, Kinderfahrgeschäfte, Festbier, Bratwürste und Zuckerwatte. Alles, was zu einem Fest für die ganze Familie gehört. Sehenswert ist neben all den Attraktionen im Vergnügungspark der bekannte Krämermarkt mit seinen rund 130 Beschickern. Er gehört zu den Größten im Bundesgebiet und bietet vom Knopf über Trachtenmoden, Messeneuheiten bis zur Fertiggarage eine vielfältige Verkaufsschau. LANDLEBEN Hanix Nr. 55

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14. 07. 2018 TAG DER 15:00 OFFENEN UHRTÜR 14.07.2018, AB 15:00 UHR TAG DER OFFENEN TÜR Blick hinter die Kulissen · Bühnenshow · Kostümversteigerung · Theaterworkshops offene Werkstätten · TheaterEscapeSpiele · Gruselführung · u. v. m. AB 18:30 UHR HANIX-PARTY IN DER BOXX WWW.THEATER-HEILBRONN.DE · TEL. 07131. 56 30 01 WWW.THEATER-HEILBRONN.DE · TEL. 07131. 56 30 01

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Design-Festival 01. bis 10. Juni UNCOVER DESIGNFEST Multihalle, Mannheim Der Designer ist längst nicht mehr ein Erfüllungsgehilfe am Ende eines Entwicklungsprozesses. Design ist heute ein immer wichtiger werdender Bestandteil in Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Also überall dort, wo Innovationen durch kreativen Input entstehen. Das will UN- COVER zeigen, diskutieren und feiern – mit spannenden Impulsgebern von Anne Stenros bis zum Zentrum für politische Schönheit. UNCOVER bietet ungewöhnliche Konstellationen, zum Beispiel, wenn Kreative und Handwerker zusammenkommen. Die Formate reichen von klassischer Konferenz bis zu Innovation Labs beispielsweise zu Stadtentwicklung. Clubbing 10. Juni AM HAFEN 49: SETH TROXLER & THE MARTINEZ BROTHERS Hafen 49, Mannheim Da seufzen selbst die Meerjungfrauen: Am 10. Juni sticht die Crew zu den groovigsten Klängen der sieben Weltmeere in See! Seth Troxler gibt sich gemeinsam mit The Martinez Brothers ein Stelldichein der besonderen Art. Wer da nicht tanzt, geht über die Planke! Die Performance der Jungs auf dem Hafenfestival 2017 geht vielen immer noch nicht aus dem Kopf ... Line- Up: Seth Troxler & The Martinez Brothers, Support: Fabe. Ab 15 Uhr. Afterparty im Zimmer im Anschluss. Meet Up 12. Juni 17. SOCIAL INNOVATION NIGHT STUTTGART Wizemann.space, Stuttgart Die Social Innovation Nights Stuttgart sind eine offene Eventreihe für Social Entrepreneurship und visionäre Projekte. Die Social Innovation Night Stuttgart ist für Mitglieder kostenfrei. Für externe Gäste ist die Teilnahme ebenfalls frei – mit einer (kostenfreien) Anmeldung als Community-Trial Member. Wie immer gehts im Anschluss in einen lockeren Austausch über die Themen des Abends und mehr! Messe 30. Juni bis 01. Juli COMIC CON GERMANY CAMP 2018 Messe, Stuttgart Comic-Verlage präsentieren ihre Neuerscheinungen und bieten nur auf der Con erhältliche Variant Cover an. Oftmals können Besucher die Zeichner ihrer Lieblingsserien direkt an den Verlagsständen antreffen oder in der riesigen Comic Zone aufstrebende Künstler bei der Arbeit beobachten. Besucher können sich individuelle Zeichnungen anfertigen lassen oder bei einem der vielen Comichändler nach seltenen Ausgaben stöbern. Im Cosplay Kingdom trifft man auf bekannte Cosplay- Gäste, kann an Workshops teilnehmen und sich Tricks und Tipps zum Selberbauen holen. Natürlich dürfen auf einer Comic Con auch Schauspieler nicht fehlen. Aus den verschiedensten Filmen und Serien kann man auf Darsteller treffen, sich Autogramme holen oder zusammen für ein Foto posieren. Lesung 4. Juli DANIEL KEHLMANN – TYLL Deutsch-Amerikanisches Institut, Heidelberg Daniel Kehlmann hat den Roman für unsere Zeit geschrieben. Tyll erfindet die legendäre Gestalt des »Eulenspiegel« neu und entfaltet um sie ein ungeheures Panorama des Dreißigjährigen Krieges. Im Mittelpunkt: die seelischen Verwüstungen durch Gewalt. Tyll Ulenspiegel ist Vagant, rebellischer Gaukler und Provokateur – und Sohn eines Welterforschers, der mit der Kirche in Konflikt gerät. Er muss fliehen, kreuz und quer durch das von Religionskriegen verheerte Land. Auf dieser »Weltfahrt« begegnet er vielen »kleinen« Leuten und einigen der »Großen«. Ein großer Roman über die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt. Und über die Macht der Kunst. Filmscreening 26. Juli WHO I AM – NO SYSTEM IS SAFE ZKM, Karlsruhe Benjamin ist unsichtbar, ein Niemand. Dies ändert sich schlagartig, als er plötzlich den charismatischen Max kennenlernt. Auch wenn beide nach außen nicht unterschiedlicher sein könnten, so eint sie doch dasselbe Interesse: Hacken. Gemeinsam mit Max’ Freunden, dem impulsiven Stephan und dem paranoiden Paul gründen sie die subversive Hackergruppe CLAY. CLAY provoziert mit Spaßaktionen und trifft den Nerv einer gesamten Generation. Zum ersten Mal in seinem Leben ist Benjamin ein Teil von etwas und sogar die attraktive Marie wird auf ihn aufmerksam. Doch aus Spaß wird plötzlich Ernst, als die Gruppe in das Fahndungsraster von BKA und Europol gerät. METROLEBEN Hanix Nr. 55

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Jeden Sonntag ab 10 Uhr kostenlose Golfschnupperkurse Hanix Nr. 55 Machen Sie jetzt Ihren kostenlosen Schnupperkurs unter professioneller Anleitung der Golfakademie: Jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr. (Wir bitten um telefonische Anmeldung unter Tel. 07941 9208-0) Golf ist ein Sport für jeden. Egal, in welchem Lebensabschnitt Sie mit dem Golfen beginnen, ein zu jung und zu alt gibt es nicht. Und: Golfspielen ist gesund. Aus medizinischer Sicht kann man allen Golfern nur gratulieren, denn es gibt kaum bessere Betätigungen für Körper und Geist: Bewegung, frische Luft, Belastungen bei niedrigem Puls, muskuläre Betätigung im aeroben Bereich, all diese Faktoren fördern das körperliche und auch das mentale Wohlbefinden. Für alle, die sich bei uns mit dem „Golfvirus infizieren“ oder schon infiziert sind, gibt es ein ganz besonderes Angebot: Starten Sie ab dem 1.8. Ihre Mitgliedschaft beim Golf-Club Heilbronn-Hohenlohe zum Superpreis und schlagen Sie zukünftig auf einem der schönsten Golfplätze Süddeutschlands ab. Für die ersten 100 neuen Mitglieder gilt: Für 1000 Euro ist alles bezahlt – sämtliche Aufnahmegebühren und der Mitgliedsbeitrag für 2018. Wir informieren Sie gerne! Golf-Club Heilbronn-Hohenlohe e.V. · Neuer Garten 2 · 74639 Friedrichsruhe · www.golfclub-heilbronn.de · info@golfclub-heilbronn-de

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AUS ACHTSAMKEIT FÜR DIE NATUR Als RALPH THOMS das NaturVision Filmfestival 2002 gründete, waren ökologische Lebensweisen noch eher eine Randerscheinung und ein Naturfilmfestival eine Besonderheit. 17 Jahre später ist die Diskussion, wie man mit der Natur und unserer Lebensgrundlage umgeht, in die Mitte der Gesellschaft gerückt und das in Ludwigsburg beheimatete NaturVision Filmfestival hat eine noch größere Bedeutung bekommen. Wir haben mit Festivalleiter Ralph Thoms über seine Motivation, seine Ziele und seine Wahlheimat Heilbronn gesprochen. Von Lea Pomocnik, Foto: Nico Kurth Hanix: Herr Thoms, Sie sind vor rund sieben Jahren nach Heilbronn gezogen und haben das NaturVision Filmfestival mit in unsere Region gebracht. Gleich vorneweg die Frage, die uns Heilbronner immer interessiert: Wie gefällt es Ihnen hier? Thoms: Ich fühle mich inzwischen in Heilbronn heimisch. Das liegt natürlich zum einen an meiner Familie, zum anderen aber auch daran, dass ich hier immer mehr entdecke, insbesondere so eine Art Subkultur, die ich spannend finde. Der Anfang war für mich etwas schwierig, da ich Heilbronn als etwas überstürzt aufgebaute Nachkriegsstadt ohne Kern wahrgenommen habe. Das hat sich geändert, und da ich ja fast täglich zwischen Ludwigsburg und Heilbronn pendle, erkenne ich Vor- und Nachteile der einen und der anderen Stadt. 2012 sind Sie mit dem Filmfestival von Neuschönau im Bayerischen Wald nach Ludwigsburg gezogen. Warum – und warum nicht nach Heilbronn? Die Förderer im Bayerischen Wald hatten entschieden, die Unterstützung stark zu kürzen. Das hätte das Ende des Festivals bedeutet. Ich habe mich also auf den Weg gemacht, eine neue Heimat zu suchen. In Ludwigsburg fand ich sehr gute Bedingungen vor: die Nähe zur Filmakademie, das in der Stadt angesiedelte Referat für Nachhaltigkeit, die Infrastruktur. Die Gespräche mit der Stadt liefen sehr gut und der politische Wille, Ökologie und Nachhaltigkeit einen prominenten Platz zu geben, waren ausschlaggebend für meine Entscheidung. In Heilbronn führte ich zu Beginn auch Gespräche mit politischen Vertretern. Doch waren hier zu dem Zeitpunkt keine Kapazitäten vorhanden. Man plante andere Großprojekte. Wir sind in Ludwigsburg gut aufgehoben und streben derzeit Kooperationen mit Heilbronner Institutionen an, die den Wirkungsradius des Festivals vergrößern. Das von Ihnen ins Leben gerufene Festival beschäftigt sich mit Umwelt, Nachhaltigkeit, Natur und Wildlife. Was bewegte Sie dazu, sich diesen Themen zu widmen? Ich habe einige Zeit in Afrika gelebt, und als ich zurückkam, hatte ich Probleme mit unserem westlichen way of life. Es war eine Art Kulturschock. Dieser Konsum und das Überangebot von allem. Wirklich sehr befremdend, wenn man einmal ganz anders gelebt hat. Ich wusste dann recht bald, dass ich mich mit diesem Thema auseinandersetzen wollte – dem Umgang mit unseren Ressourcen, unserer Umwelt. Im Bereich Bildung sind Sie und Ihr Team sehr aktiv – das Schulprogramm umfasst Workshops, Filmaufführungen und Gespräche mit Experten. Warum finden Sie es wichtig, Kinder für die Themen Natur und Umwelt zu sensibilisieren? Wir arbeiten speziell mit Schulen und unsere Hauptzielgruppe sind neun- bis 15-jährige, da wir eine gewisse Erfahrung im Begreifen von komplexen Zusammenhängen voraussetzen müssen. Wir wollen den Kindern und Jugendlichen näherbringen, wie wir mit unserer Umgebung verbunden sind, welche Auswirkungen unser Handeln und Tun hat. Über die Filme erreichen wir die Kinder auf einer emotionalen Ebene und bringen sie zum Staunen. Wir richten ihren Blick auf das, was sie zuvor vielleicht nicht gesehen haben – wir üben mit ihnen also eine gewisse Achtsamkeit ein. Achtsamkeit ist für mich ein ganz zentraler Begriff in der Bildung von Menschen. Aus der Achtsamkeit heraus entwickelt sich ein ganz anderes Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Das diesjährige Sonderthema lautet »Landschaften der Zukunft« und richtet den Blick auf den Boden. Gehen wir achtsam mit dem Boden um? Nein, man könnte fast schon sagen, dass wir den Boden missachten und mies behandeln. Er wird immer mehr zum Spekulationsobjekt – sehen Sie sich nur die explosionsartig in die Höhe schießenden Grundstückspreise an. Ein einfacher Landwirt kann sich kaum mehr den Boden leisten, den er beackern will. Und wenn der Boden nicht versiegelt wird, wird er vergiftet. Wir müssen begreifen, dass der Boden unsere Existenz ist und fruchtbarer, gesunder Boden inzwischen fast zur Rarität geworden ist. Es gilt, hier ein Bewusstsein zu schaffen – gerade auch über Filme, die den Boden von seinen schönsten Seiten zeigen. Wir dürfen den Boden nicht unter den Füßen verlieren! Was sind Ihre Pläne für den Heilbronner Boden unter Ihren Füßen? (lacht) Da denke ich sofort an Garten. Und zwar aus dem Grund, dass wir aktuell eine Kooperation mit der BUGA 2019 anstreben. Für das Thema »Landschaften der Zukunft« kann die BUGA Impulse geben. Wir hätten auf jeden Fall einige interessante Filme im Gepäck, die wir sehr gerne in Heilbronn zeigen würden. Und so ein Stückchen NaturVision Filmfestival hier auch beheimatet wird. ◆ Weitere Infos unter www.festival.natur-vision.de Hanix Nr. 55 14 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Hanix Nr. 55 RAUCHZEICHEN AUS DER ZIGARRE Die Schreibgruppe »Heilbronner Schreibtischtäter« hat unter dem Namen Rauchzeichen eine offene Lesebühne gegründet. Hobbyautoren haben die Möglichkeit, alle drei Monate ihre Texte vor literaturinteressiertem Publikum vorzutragen. Dabei ist komplett offen, wer liest und was gelesen wird. Jede Textgattung ist willkommen: Lyrik, Prosa, Kurzgeschichte, Romanauszug oder Textfetzen. Junge Autoren können die offene Lesebühne nutzen, um sich mit dem Publikum nach ihrer Lesung über die eigenen Texte auszutauschen. Der Mitgründerin der Schreibtischtäter, Bianca Heidelberg, ist es wichtig, eine lockere Atmosphäre zu schaffen, in welcher jeder sich trauen kann. »Wir möchten Autoren die Möglichkeit geben, Rauchzeichen nach außen zu senden. Außerdem möchten wir dazu beitragen, dass sich Autoren aus der Region miteinander vernetzen.« Ob sich die Autoren im Voraus anmelden oder spontan am Abend der Veranstaltung entscheiden ihren Text vorzutragen, bleibt ihnen offen. Inspiration für Rauchzeichen war eine offene Lesebühne in Berlin, von welcher die Schreibtischtäterin Bianca Heidelberg erfahren hat. »Es wäre doch toll, wenn es sowas auch in Heilbronn gäbe«. In regelmäßigen Abständen treffen sich nun Autoren und Literaturbegeisterte in der ehemaligen Zigarrenfabrik Heilbronn – passend zum Namen der Veranstaltungsreihe. ◆ (lep) Kurz und knapp: Rauchzeichen – die offene Lesebühne der Heilbronner Schreibtischtäter Termine 2018: 12. Juli & 25. Oktober Beginn: 19:30 Uhr, Einlass 19 Uhr K2acht Heilbronn Anmeldung zum Vorlesen per Mail an kontakt@biancaheidelberg.de oder am Veranstaltungstag ab 19 Uhr Eintritt frei (das Kulturschwein freut sich über Spenden) HEILBRONN SCHWÄRMT … Regionalität beim Lebensmittelkauf … für den wöchentlichen Einkauf in den üblichen Supermarkt von nebenan? Nicht mit den Marktschwärmern, denn die Vermittlung ökologischer Lebensmittel und lokale Wertschöpfung stehen hier im Vordergrund. Marktschwärmer bindet die Herstellung und den Handel von Lebensmitteln an die Region an: Produkte werden dort hergestellt, wo sie verbraucht werden. Die Idee: ursprünglich aus Frankreich. Konsumenten werden mit den lokalen Erzeugern zusammengebracht. In Deutschland hat sich diese Form des Lebensmitteleinkaufes in den letzten Jahren etabliert. Bestellt und bezahlt wird online, seine Lebensmittel erhält man wöchentlich an einem vereinbarten Termin und Treffpunkt in der Nähe. Im Online-Verkauf stellt sich jeder Erzeuger mit einer ausführlichen Beschreibung seines Betriebes, seiner Anbau-, Haltungs- und Produktionsmethoden und seiner Philosophie vor. So hat der Kunde die Möglichkeit zu erfahren, wo seine Lebensmittel herkommen. Vor Ort können sich dann Konsument und Erzeuger im direkten Gespräch austauschen. In Heilbronn findet man solch eine Schwärmerei seit November 2017 in der Bioland-Gärtnerei Umbach, wo die Lebensmittel abgeholt werden. Der Verkauf öffnet an einem Samstag oder Sonntag und der Kunde kann bis Mittwochnacht online die gewünschten Produkte bestellen. Obst, Gemüse, Käse, Fleisch oder Backwaren, alles kann per Mausklick auf der Internetseite der Marktschwärmer geordert werden. Nachhaltigkeit ist ein wesentlicher Teil des Konzeptes, denn der Erzeuger liefert nur so viel, wie von den Kunden bestellt wurde. Es gibt keine überschüssige Ware, die weggeworfen werden muss und unnötiger Transport wird vermieden. Marktschwärmer schafft ein Netzwerk aus Erzeugern und Verbrauchern und macht den Einkauf von regionalen, saisonalen und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln für jedermann möglich. ◆ (lep) Weitere Informationen unter www.marktschwaermer.de und Heinrich Leutenberger 07131/70078 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen »Wo geht’s denn zur nächsten Eisdiele?« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren vier Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. UNSER THEKENSZENARIO DIESMAL: Es ist mal wieder so weit, für viele steht ein ganz besonderes Ereignis an: die Fußball-Weltmeisterschaft! Aus diesem Grund hat der Gast seinen Sommer nach dem Spielplan in Russland geplant, was dessen Partner(in) allerdings weniger gut findet. Welche Alternativtipps für Fußballverweigerer können die Thekenphilosophen geben? Oder sollte der Stammgast seine WM-Sommerplanung ad acta legen und sich lieber um die Familie kümmern? Protokoll: Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Sibel Taylan, Data 77112 Bei Druckabfall in einem Flugzeug sinkt der Luftdruck rasch. Dann kommen ja die Atemmasken runter und da soll man sich erstmal um sich und dann um das »Kind« kümmern. Es ist immer vorteilhaft, selbst bei seinen 100 % zu sein, um seine 100 % »teilen« zu können. Für den einen ist es halt ein Akku-Jackpot-Time-Geschenk, nach Russland zu gehen und die WM mitzuerleben – danach ist derjenige dann auch aufgetankt. Es könnte auch aber einfach an der Zeit sein, dass jeder sein eigenes Ding macht und das tut, was ihm gefällt, was man selbst gerade braucht, was einem gut tut. Falls derjenige Bock drauf hätte, dass ich mitkomme, würde ich auf jeden Fall mitgehen und mein eigenes Abenteuer in lovely Russia erleben und mich verzaubern lassen, falls ich (mal) keine Lust auf Fußball hätte. Später könnte man sich irgendwo treffen und zusammen ein Bierle trinken. Der Körper fühlt es doch, dass es auch der Familie besser geht, wenn der Spirit fließt. Zur Not teilt man sich einfach auf und jeder macht, was ihm gefällt. Wichtig ist doch, dass man ehrlich zueinander ist und jeder seine Freiräume haben kann. Ganz viel Kraft, Freiheit, inneren Frieden, Liebe und guten Schlaf wünsche ich allen Mamas, Papas, Alleinerziehenden und Kids. Achso ja – heißt’s denn nicht: »Dein Wille geschehe?« Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Da wir uns im Jahrtausend der Frau befinden, man Muskeln nur noch zum Angucken braucht und die Netzwerkfähigkeit der Frau auf Siegeszug ist, gewinnen Männerdomänen an Bedeutung und gehören geschützt. Mein bester Freund sagt immer, er liebe seine Frau über alles, aber könne sie nicht Frauenabend haben, wenn er Fußball schaue? Die Damen haben hier die Chance, durch ihr Verhalten die Bindung zu festigen. Männer somit bei der WM ab in den Biergarten. Mädels, tut dann genau das, was ihr immer schon mal ohne euren Partner tun wolltet. Merkt doch keiner, gell? Mares Baudewijns, Eckstein Jedem sein Pläsierchen, ist ja nur alle vier Jahre. Hoffe, dass die Niederlande nächstes Mal wieder mit von der Partie ist. Seit David Beckham schauen auch viele Frauen gerne Fußball, denn so ein sexy Sixpack im hautengen Trikot sitzt selten mit auf dem Sofa. Seit dem Sommermärchen 2006 wird die Fußball-WM von der gesamten Familie verfolgt. Und wer es gar nicht mag, soll sich genug Prosecco, Hugo oder Sprizz ins Haus holen und sich die WM schön trinken. Natürlich gibt es genügend WM-freie Zonen wie zum Beispiel den Wald oder den Zoo. Eine Fahrradtour am Neckar ist auch eine Möglichkeit. In diesem Sinne: Mögen die Spiele friedlich verlaufen. Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Was das Thema anbelangt kann ich nur sagen, Fußball schweißt die Menschen zusammen. Und das ist gut. Als vor Jahren die Türken, Jugoslawen und Italiener mit Deutschlandflaggen an den Rückspiegeln durch die Städte fuhren, empfand ich das als etwas ganz Besonderes. Da gab es ein WIR-Gefühl, das etwas ganz Großes ausgelöst hat. Ausländer und Deutsche – ein Volk, ein Fußball-Volk, alle einer Meinung und mit einer Fahne. Fand ich toll, kann ich nur weiterempfehlen. Also, mein lieber, Gast wenn du schon WM-Fußball schauen wirst, dann nimm zumindest deine Familie mit und plane das mit deinen Liebsten zusammen. Dann kann so ein Sommer auch schnell einzigartig werden und lange in Erinnerung bleiben. SMALLTALK Hanix Nr. 55

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. Das hätte uns auch passieren können: Friedrichshaller ext zwei Flaschen Wein, um sie nicht dem Flughafenpersonal geben zu müssen Ein Mann aus Bad Friedrichshall wollte in Frankfurt am Main an Bord eines Fliegers nach Bangkok steigen. So weit, so normal. In seinem Handgepäck fanden sich dabei allerdings zwei Flaschen Wein, die natürlich nicht mit in den Flieger dürfen. Sie waren als Geschenke für seine Gastgeber in Thailand gedacht. Weil es sich dabei um »teure Tropfen« handelte, die er nicht dem Flughafenpersonal überlassen oder gar wegschütten wollte, exte er beide Flaschen. Das gab ihm dann 0,96 Promille auf die Lampe. Zuviel, um damit ein Flugzeug besteigen zu dürfen. Als der Mann auf der Suche nach einer Toilette auf das Rollfeld laufen wollte, nahm ihn eine Streife der Polizei schließlich fest. Nach drei Stunden war er dann so nüchtern, dass er den Flughafen verlassen konnte. Er nahm ein Taxi in seine Heimat. »Ich habe heute schon so viel Geld in den Sand gesetzt, da spielen Taxikosten jetzt auch keine Rolle mehr«, sagte er den Beamten. Ihm droht nun laut Bundespolizei ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro. Der »Große Bedrohte« ist weg: 200 Kilo schwere Bronzefigur aus den Weinbergen gestohlen Die fast 200 Kilogramm schwere Bronzefigur stahlen Unbekannte in der Nacht zum 8. Mai in den Heilbronner Weinbergen, wie die Polizei berichtete. Die Skulptur des Künstlers Waldemar Grzimek stand am Wein-Panoramaweg am Wartberg. Ein Spaziergänger meldete am 7. Mai der Polizei, dass die Figur etwas von dem Sockel heruntergerückt war und sich in Richtung Weinberg neigte. Da die Polizei an besagtem Tag keinen Verantwortlichen erreichen konnte, sollten am Folgetag weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Doch da zeigte sich, dass die Figur nicht einfach verschoben wurde, sondern dass offensichtlich ein Diebstahl vorbereitet worden war. Denn am Dienstagmorgen war der »Große Bedrohte« weg. Unbekannte hatten die 1,83 Meter große Skulptur ober-halb der Knöchel abgesägt und gestohlen. Und nicht nur ihn: Nach dem »Großen Bedrohten« ist auch der sogenannte 60 kg schwere »Fassträger« verschwunden, wie die Polizei mitteilte. Wir haben immer ein offenes Ohr. Wir kommunizieren direkt und über alle Kanäle – von Mensch zu Mensch. Bau heißt arbeiten am Puls der Zeit. – In enger Abstimmung mit allen Beteiligten. Sprechen wir darüber! Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Versorgungsleitungen Wohnstraße Schneider Bau GmbH & Co. KG 74076 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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Von Nicolai Köppel Foto: PR Die Welt als Willi und Vorstellung »Gebt dem Sicherheitsoffizier einen Vornamen!« Guckt mich an. Ich weiß, was ihr euch fragt: Was ist bloß schiefgelaufen mit dem Typ? Es muss ganz früher gewesen sein, vielleicht so mit vier, und ich habs nicht gemerkt. Warum hab ichs nicht gemerkt? Ich habs nicht gemerkt, weils mir Spaß gemacht hat. Aber warum erinnere ich mich nicht dran? Es macht mir heute noch Spaß, ich hab nie aufgehört damit. Ich bin so, wie ich bin – vermutlich unter anderem wegen Kinderhörspielen. TKKG, übler sexistischer ausländerfeindlicher Scheiß, Drei Fragezeichen – fragt nicht! Fünf Freunde, ich hab mich immer mit dem Hund identifiziert! Jetzt bin ich alt und geb das meinen Kindern weiter. Weil wir wollen nicht, dass es unsere Kinder mal besser haben als wir, die sollen es genauso haben wie wir, weil wir sind doch jetzt nicht so schlimm. Aber wollen wir, dass unsere Kinder mit Leuten rumhängen, die komisch erzogen wurden? Nein. »Mit dem spielst du aber bitte nicht mehr, der ist voll seltsam drauf!« – »Aber das ist doch der Papa!« Neulich hab ich auf den iPod meiner Tochter »Biene Maja« gepackt, da machste nix falsch, denk ich und dann denk ich du armer sorgloser Depp, wie du denkst, hey, was gut genug für mich war, ist auch gut genug für eine, die in circa fünf Jahren zwei Meter links neben mir pubertiert ... boah scheiße ich überprüf das lieber noch mal. Und da wars dann, Folge 5: Biene Maja und die Libelle Schnuck, da wusste ich: Hier gings los. Mit vier ungefähr. Mit allen Tricks. Zum Beispiel: dramatische Ironie. Das ist, wenn man im Film sieht, unter dem Tisch tickt eine Bombe und die Leute, die am Tisch sitzen, wissen das nicht. Biene Maja trifft eine Fliege, freundet sich mit ihr an. Wir wissen JETZT PASSIERT GLEICH WAS – die Folge heißt ja nicht Biene Maja und die dramaturgisch sinnvolle Fliege. Richtig: Jetzt kommt die Libelle Schnuck und frisst die Fliege. Maja ist geschockt. Fragt die Libelle, warum hast du ihn gefressen, er war doch mein Freund! Und die Libelle erklärt ihr das. Ganz geduldig. Für Vierjährige. So richtig der klassisch-dialektische These-Antithese-Synthese-Shit: Du bist okay, ich bin okay, ich versteh dich, aber du musst mich auch verstehen, du bist ne Biene, ich bin ne Libelle, life is messy, but that’s the way aha-aha I like it aha-aha. Ist das jetzt die Stelle, wenn der Böse den bösen Masterplan erzählt, einfach weil der Böse angeblich so drauf steht, ihn zu erzählen – im wirklichen Leben machen die das nicht, außer bei Verschwörungstheoretikern, die stehen da drauf. »Ey weißt du noch, wie Benjamin Blümchen dachte, alle hätten seinen Geburtstag vergessen? Das war ein inside job!« … die Libelle erzählt, die Biene hört zu, und am Schluss haben alle was gelernt. Durch den Dialog auf Augenhöhe. Bis auf die Fliege. Die ist tot. Und genau das ist der Punkt. Diese Fliege. Hatte. Einen. Namen. »Halloo … mein Name ist Hans-Christoph, ich bin eine gemeine Schmeißfliege, huch, was ist denn das – oh, eine Libelle!« Ich meine, er war keine halbe Minute im Bild, warum brauchte er einen Namen? Er war eine gemeine Schmeißfliege, hieß Hans-Christoph und musste sterben. Zeitsprung. Raumzeitkontinuum fast forward. Als ich mit 17 nachmittags mit Kumpels auf Sat1 eine Folge Star Trek schaue, kommt kurz vor dem Angriff der Romulaner ein Typ auf die Kommandobrücke der Enterprise, der vorher noch nie mitgespielt hatte und der Captain sagt »Oh, Sicherheitsoffizier Pembrake, was ist los?« – und ich rufe aus: »Haa! Der stirbt jetzt gleich« und meine Freunde gucken mich an und sie so »Hmmmää?« und ich so »Hrmmm!«, und dann greifen die Romulaner mit so Special-Effects-Wunderkerzen an, und als sich die Lage an Bord beruhigt, ist Sicherheitsoffizier Pembrake tot, damit man weiß: Die Lage ist ernst. Und meine Freunde fragen, woher ich wusste, dass der stirbt, und ich erklärs ihnen, Biene Maja und so, dramatische Ironie 2.0 – da lachen die mich aus. Conclusio. Outro. Moral. Wenn ihr wisst, dass Gefahr droht, gebt dem Ganzen einen Namen. Schweinesystem! Oder: Ungerechtigkeit! Bringts das? Die Maja sagt immer ganz am Anfang von jedem Kennenlernen »Hallo, ich bin die Maja« und überlebt jede Folge, kriegt aber verstörendes Zeug erklärt. Auf Dauer auch nicht gut. Majas Freunde sind ein bisschen älter als sie und haben schon mehr erlebt. Die Honigbiene Willi ist auf Downern hängengeblieben (»Flieg nich so snell«) , und der Grashüpfer Flip … hü-hüpf? Der ist auch druff. Ich bin entzückt. Aber sie haben Namen und müssen nicht sterben. Andere haben weniger Glück, die gehen beim Angriff der Romulaner als Erstes drauf. Und wenn jetzt jemand sagt, dass Gene Roddenberry, der Erfinder von Star Trek, bei Scientology war und Waldemar Bonsels, der Erfinder von Biene Maja, ein erklärter Nazi, hat er immerhin einmal recht. Wenn die geopferte Fliege Ephraim Rosenzweig geheißen hätte, hätte man es vielleicht sogar gemerkt. Bei der Eindeutschung der Sesamstraße hat es nicht geklappt, der Typ, der Ernie immer die Buchstaben verkauft, als wäre es Bohnenkaffee auf dem Schwarzmarkt, der heißt auf Deutsch Schlemihl. Wie? SCHLEMIHL? Psst … genaau. Verbessert die Welt, notfalls mit Wunderkerzen. Oder mit Kinderhörspielen. Bietet euch gegenseitig große Buchstaben an und erklärt einander, was man damit machen kann. Wollt ihr wirklich was erleben: Hockt nicht immer nur im Haus! Wozu habt ihr Kopf und Hände? Denkt euch selber mal was aus! Ihr könnt auch einfach sagen nee die Welt ist von alleine schon seltsam genug, das lass ich so laufen und mach einfach irgendwas. Dann müsst ihr vielleicht später mal doof gucken und »Ach so« sagen, geht auch, ist aber scheiße. Denn irgendwo tickt immer ne Bombe unterm Tisch, und wenn euch jemand erzählt, dass ihr ne Libelle seid: Ihr seid keine Libelle. Mein Name ist Hans-Christoph Pembrake, und ihr habt die Brücke. ◆ 600 SEKUNDEN – DIE STADTKOLUMNE Hanix Nr. 55

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Deutschlands Nummer Eins für Obst und Gemüse Im Auftrag des FRUCHTHANDEL MAGA ZINS hat im Herbst 2016 die GfK Nürnberg 9.000 Haus halte nach ihrer Mei nung zum Obst- und Gemüseangebot der verschie denen Handelsgruppen, einschließ lich der Kategorie Discount, befragt. Nicht das einzelne Geschäft, sondern die Lei s tung der ge sam ten Handelsgruppe wurde be wer tet. Mehr Informationen finden Sie auf: lidl.de/obstgemuese lidl.de

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1981 kauften die Eltern von ALEXANDER BAUER den Hof des heutigen Weinguts Bauer in Heilbronn-Sontheim. Bei Alexanders Berufswahl hieß es »Mache, wonach dir ist.« Dadurch, dass ihm alles offen gestellt wurde, war er umso überzeugter, eine Ausbildung zum Winzer zu machen. Ein Weinbau- und Oenologiestudium oben draufgepackt übernimmt er den Betrieb der Familie. Im Weingut und der dazugehörigen Besenwirtschaft arbeitet er gerne mit seinen Kunden zusammen und ist als Winzer in den Weinbergen und der Weinherstellung mit Leidenschaft dabei. Von Lea Pomocnik, Fotos: Meli Dikta Alles aus Leidenschaft Als Alexander Bauer seine Hosentaschen leert, legt er alle Gegenstände auf ein weißes Stück Pappe. Überschaubar, finden wir. Neben Smartphone und Visitenkarten liegt ein Korkenzieher. Alles geordnet beieinander. »So strukturiert, wie das alles hier angeordnet ist, bin ich auch«, erzählt Alexander und lächelt. Ohne To-Do-Listen geht bei ihm nichts. »Ich bin unglaublich vergesslich, und wenn ich etwas vergesse, habe ich ein schlechtes Gewissen. Deshalb arbeite ich anhand der Liste alles ab.« Diese Liste schreibt Alexander ganz old school auf Papier. »Mein Smartphone nutze ich nur für Mails, zum Telefonieren oder Kurznachrichten schreiben. Zwar geht es auch ohne, aber es macht vieles leichter.« Den dunkelblauen Korkenzieher immer dabei, um zu jeder Zeit und in jeder Situation dafür gewappnet zu sein, eine Flasche Wein zu öffnen. »Wein bringt die Menschen zusammen, den sollte man immer in Gesellschaft trinken.« Den Korkenzieher hat er von seinem Mitbewohner aus Geisenheim. Er erinnert ihn an die alten Zeiten im Studium. Während uns Alexander durch die Kelterhalle und den Weinkeller führt, erzählt er uns, was und woran das ganze Jahr über im Weingut Bauer gearbeitet wird. Hier wird nicht nur Wein hergestellt – neben verschiedenen Weinverkostungen kocht Peter von Ribbeck regelmäßig verschiedene Menüs für Kulinarik-Fans. In der Besenwirtschaft gehen die Klassiker der schwäbischen Küche über die Theke. Alexander erzählt uns vom Umbau, dass sie den rustikalen Stil des Speiseraums aufrechterhalten wollten und ihn mit modernen Stilelementen kombiniert haben. Seit 2012 können Gäste auch in Einzel- und Doppelzimmern übernachten. Alexander führt uns über die Terrasse zu den Zimmern. Sie verbreiten gemütliche Atmosphäre und sind ein Ort zum Entspannen, finden wir. »Gerade sind wir dabei, 14 neue Gästezimmer zu bauen«, erzählt Alexander und zeigt auf eine Baustelle direkt neben dem Weingut. Nach der kleinen Führung durch die Räume des Weinguts Bauer erfahren wir mehr über den Tascheninhalt von Alexander. Ein Geldbeutel verspricht auf den ersten Blick nichts Spektakuläres. Doch in dem von Alexander ist etwas Besonderes. Seit zwei Jahren trägt er es mit sich. Aus dem Kartenfach zieht er ein weißes, gefaltetes Blatt Papier. Als er es aufklappt, erkennt man asiatische Schriftzeichen, die eine ganz bestimmte Anordnung haben. »Als ich mit meiner Freundin in Thailand eine Fahrradtour durch Bangkok gemacht habe, sind wir an einem Tempel vorbeigekommen. Dort habe ich einen Bund mit Stäben so lange geschüttelt, bis einer herausgefallen ist.« Diese Tradition wird in Thailand häufig praktiziert. Auf dem Stab stehen Nummern – auf Alexanders Stab stand die Zahl 27. Als er den Zettel, der sich heute in seinem Geldbeutel befindet, bekommen hat, hat er die Schriftzeichen von einer Einheimischen übersetzen lassen. Positives für die Zukunft hieß es für Alexander. »In Thailand sind die Menschen superfreundlich, alle sind hilfsbereit.« Auch kulinarisch war die Reise für Alexander total interessant. Er unternimmt häufiger kulinarische Reisen – Bordeaux, Champagne, die Region rund um die Loire oder auch in Stellenbosch in Südafrika war er schon. Auf seinen Reisen hat Alexander viel mitgenommen. »Jeder Winzer macht auf seine Art und Weise Wein. Bei jeder Reise und jedem Besuch auf einem Weingut nimmt man etwas mit.« Zu Hause findet es der Winzer jedoch immer noch am schönsten und leckersten. »Nichts geht über gutes Brot und ’n gscheiten Sauerbraten mit Spätzle.« Alexander liebt seinen Beruf. Mit der großen, roten Weinbergschere läuft er immer durch die Weinberge. »Die ist ständig in Gebrauch«, berichtet der junge Winzer grinsend. Seine Arbeit fasziniert ihn – wenn die Weinreben ihre Kräfte mobilisieren, die Knospen austreiben und aus nichts immer wieder etwas entsteht. »Die Traubenlese ist jedes Jahr ein Highlight. Man arbeitet ein ganzes Jahr darauf hin. Das ist, als würde man zehn Monate arbeiten gehen und dann an einem Tag dafür bezahlt werden.« Alexander ist stolz, dass er das Weingut übernommen hat. Mit Leidenschaft ist er Gastronom und Winzer gleichzeitig. Hinter allem stecken harte Arbeit und viel Liebe zum Detail. ◆ BERUF: Winzer/Hobbygastronom JAHRGANG: Weitere Infos unter: www.weinbau-bauer.de 1990 BERUFUNG: 20 Gastgeber TASCHENKONTROLLE

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ALEXANDER BAUER LEERT SEINE TASCHE

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Es gab eine Zeit, in der die Leute vor dem damaligen Studio über dem Mobilat übernachtet haben, um einen Termin beim Lausbub Tattoo Kollektiv zu bekommen. 500 bis 600 Leute, von der Studiotür bis raus an die verdammten Parkplätze. Emrahs Tätowierkunst ist selbstverständlich auch jetzt noch gefragt. Und dabei bleibt der Gute auch noch völlig flauschig auf dem Teppich. Wenn du dir jetzt denkst, »soll wohl’n Witz sein. Das Lieblingsding eines Tätowierers … verflucht ja, was mag das wohl sein! Ganz klar.« Aber hinter all den Dingen steckt immer eine Geschichte, die erzählt werden möchte. Und diese hier beschreibt für Emrah de Lausbub einen Weg, etwas, was sein damals zumal rastloses Leben komplett verändert hat. Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta »Das Tätowieren hat wieder die Lust an Kunst geweckt« Hanix Nr. 55 Hanix: Emrah, wie leicht einfach ist dir das gefallen, dich jetzt für ein Lieblingsding zu entscheiden? Emrah: Mein anderes Lieblingsding wäre mein Skateboard. Aber meine Wahl fiel dann ganz klar auf meine Tatöwiermaschinen. Ich hatte, glaube ich, zwei gute Ideen im Leben. Das war das Tätowieren und das Skateboardfahren. Worin unterscheiden sich die beiden Maschinen beim Tätowieren bzw. wann entscheidest du dich für die eine oder die andere? Jeder arbeitet anders, jeder mag andere Sachen. Ich mag zum Beispiel das Geräusch nicht mehr, das die alten Maschinen machen. Die Neue ist superleise, man hört nur noch ein leichtes Summen. Die alten Modelle sind dazu noch recht schwer. Aber ab und zu packt es einen schon noch und man holt die Alten wieder raus. Nach einer Stunde platzt dir halt das Ohr. Bei der Alten hier muss ich bei meiner Arbeitsweise drei oder vier Maschinen davon aufbauen. Bei der Neueren ist es so, dass sie einfach alles kann. Da musst du nur die Nadeln vorne wechseln und kannst alles mit einer Maschine machen. Du musst nur an den Rädchen, die hinten dran sind, etwas drehen und damit den Hub verändern und die Federung. Hub bezeichnet die Hoch-Runter-Bewegung der Nadel. Du kannst auch noch den Gif einstellen, sprich die Federung, wie weich oder hart der »Hit« ist. »Hit« heißt, wie hart oder wie weich deine Maschine auf die Haut prallt. Bei den alten Maschinen kannst du nur die Stromfrequenz ändern. Für alles andere müsstest du quasi aufhören mit dem Arbeiten und dran rumschrauben. Deswegen die drei oder vier Maschinen. Bei welchen Arbeiten kommt für dich die alte Maschine ins Spiel? Das ist wahrscheinlich so wie bei einem Oldtimer, mit dem man mal wieder fahren will. In welcher Art stichst du am liebsten? Das entscheide ich jeden Tag neu. Das Abstrakte ist schon eher meins. Es lässt einfach mehr Raum für Kreativität. Für mich ist es freier und man kann mehr dabei rausholen als bei einem konkret vorgegebenen Motiv. Ich weiß jetzt übrigens nicht, was ich heute tätowiere und mein Kunde weiß es auch noch nicht. Was bedeuten dir deine Tätowiermaschinen? MEIN LIEBLINGSDING

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Hanix Nr. 55 NAME: Emrah de Lausbub ALTER: 32 BERUF: Tätowierer BERUFUNG: Andere inspirieren. Im Grunde weiter genau das machen, was ich gerade mache. Bis ich mein Lieblingsding nicht mehr halten kann. WÜRDE SEIN LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: Was das Tauschen angeht, unmöglich! Sie sind mir extrem wichtig. Und sehr präsent, immer. So mit die wichtigsten Dinge im Leben für mich. Es ist ja auch eine Definition meiner Person. Die Maschinen und das Tätowieren haben mich, so platt es jetzt klingt, aber wirklich zu einem besseren Menschen gemacht. Achtung, jetzt wird es philosophisch: Es ist meine tägliche Verbindung mit den Menschen. Die Maschine stellt den Kontakt her. Es ist viel mehr als einfach nur ein Ding. Wie kamst du zu den beiden »Stechern«? Die Schwarze hab ich erst vor Kurzem auf einer Messe bekommen. Die alte Maschine habe ich auf einer Messe in Frankfurt von einer bayrischen Firma, die alles in Handarbeit und auf Kundenwunsch fertigt, gekauft. Ich hab die hier aber so wie sie war dort gesehn und fand sie superschön. Mein Wunsch wäre tatsächlich mal so eine richtig alte zu haben. Von einem Tätowierer, der irgendwann mal etwas bewegt hat ... Gibt es da jemanden? Ein Idol oder jemanden, den du verfolgst? Filip Leu aus der Schweiz finde ich super cool. Er ist so eine Art lebende Legende, aber auch ein unglaublich sympathischer Typ. Er weiß, was er kann, er weiß auch, was er bewirkt hat, ist aber bodenständig geblieben und hat immer ein Lächeln im Gesicht. Was meinst du mit bewirken? Es gibt Tätowierer, die haben viel bewegt in der Szene. Beispielsweise eine kleine Revolution angezettelt oder extrem viele Leute inspiriert. So wie du mit deinem »Spread Love«-Schriftzug …? Das Ganze ist ja damals nach den Landtagswahlen und den US-Wahlen entstanden. Aus Wut. Aber wenn du mit Wut rausgehst, kannst du nichts verändern. Du hast gesagt, dass du deine Maschinen gegen nix tauschen würdest. Auch nicht gegen den Weltfrieden? Nee, auch nicht. Die ganze »Spread Love«-Message ist ja voll fürn Arsch! Irgendjemand muss es ja tätowieren, nä …? ◆ EMRAH DE LAUSBUB TIPP KONZERT Fr., 13. Juli 2018 21 Uhr »Korgchester« Do 20 23 Uhr Fr + Sa 20 - 01 Uhr Schulgasse 15 74072 Heilbronn

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An dieser Stelle porträtieren wir ab dieser Ausgabe im Hinblick auf die Eröffnung sechs herausragende Talente der experimenta II. Nr. 1: Katrin Riedlinger PRINZIPALIN Hanix Nr. 55 Schade, dass der Begriff der »Prinzipalin« nicht mehr – oder nur noch Theaterleuten – ein Begriff ist, denn den Typus Frau, der man sein muss, um diesen Anspruch zu erfüllen, den gibt es heute genauso wie früher, als er noch so populär war, dass man ihn nicht erklären musste. Laut Duden, und das entspricht dem allgemeinen Verständnis, ist eine Prinzipalin nicht nur eine »Leiterin«, sie ist auch eine »Meisterin«. Und das heißt: Beide Funktionen fließen in diesem einen Wort zusammen, mit dem man – früher! – Frauen adelte, die eine Theatertruppe erfolgreich führten. Jenen, die im Leistungskurs Deutsch noch den Vorzug von wahrer Bildung genossen, fällt sicher dabei ein, dass der große Gotthold Ephraim Lessing ohne die große Prinzipalin Caroline Neuber weitaus weniger groß gewesen und geblieben wäre. Diese Anspielung in Richtung Literatur kommt nicht von ungefähr, sie wird sich noch im Laufe dieses Textes erklären. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Reiner Pfisterer DIE EXPERIMENTIERER

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Hanix Nr. 55 KATRIN RIEDLINGER Die »Prinzipalin« der experimenta heißt Katrin Riedlinger. Sie ist gerade dabei, ihre »Truppe« zusammenzustellen und sie wird ein großes Aufgabengebiet meistern müssen – mit dem Vorzug, nicht wie früher dem »fahrenden Volk« anzugehören, sondern eine Spielstätte und Arbeitsbedingungen zu haben, die man sich eigentlich nur erträumen kann: Es ist der Sciene Dome der neuen eperimenta, jenes, auch architektonische Wunderwerk, unter dessen Kuppel ein drehbarer Zuschauerraum und eine vollfunktionsfähige Bühne einschließlich Schnürbogen und aller technischen Raffinessen die Anforderungen an ein »360-Grad-Theater-Erlebnis« erfüllen wird. Jeden Tag, den Gott nach der Eröffnung im nächsten März geben wird, sollen hier fast im Stundentakt Bühnen- und Experimentalshows wie auch andere Formate die Besucher genauso unterrichten wie auch unterhalten. Am Tag vor dem Hanix-Treff hat Katrin Riedlinger gerade mehrere Castings hinter sich gebracht, es werden Schauspieler gesucht (übrigens: Entsprechend talentierte und ambitionierte Mitarbeiter können sich immer noch melden!), die in die Lage gebracht werden, um es dann auch zu sein, komplexe wissenschaftliche Experimente und Demonstrationen mit Show- und Lerneffekten nicht nur unfallfrei, sondern auch fundiert und spannend zu präsentieren. Und warum sollen das Schauspieler machen? Riedlinger lacht – es sei eben relativ unwahrscheinlich, Wissenschaftler zu finden, die ihrerseits ihre Materie so unterhaltsam und lehrreich vermitteln, dass zum »Wow-Effekt« eben auch der Wissenseffekt hinzukommt. Also was kann man da wohl erwarten? Zum Beispiel in einer »Hochspannungsshow« miterleben, wie ein Wesen im Kettenhemd drei Meter lange Blitze schleudert und wieder einfängt, sodass auch dem Besucher (es werden alle Altersgruppen vom Kindergarten- bis ins Großelternalter bedient werden) selber die Funken aus den Augen fahren … das muss wohl irgendetwas mit dem Faradayschen Käfig zu tun haben? Katrin Riedlinger weiß, was da alles gehen muss und wie es dann auch gehen wird. Die Herausforderung ist immens, der Erfolg wird messbar sein. Die zielstrebige junge Frau aus Wahlheim, dem Zabergäu bis heute verbunden, umschreibt ihr künftiges Arbeitsgebiet so: »Teamleitung Science Dome-Bühnenshows, Entwicklung von Experimental-Shows, Auswahl von chemischen und/oder physikalischen Experimenten, Figurenentwicklung, Dramaturgie und Drehbuch, Bühnenbild, Kostüm, Maske, Musik« – und in einem kurzen Satz auch so: »Leitung eines Teams von Rampensäuen, Talenten, Spaßmachern«. Kann man so etwas überhaupt lernen und wenn ja, wie? Nun, zum Beispiel über ein Literaturstudium, das sie nach einigem schulischen Zick-Zack, einschließlich des nachträglichen Erwerbs des Latinums, mit dem Master an der Uni Konstanz abschloss. Nebenfächer waren Kunstgeschichte, Politik- und Medienwissenschaft, Thema der Masterarbeit der Roman »Jahrestage« von Uwe Johnson, auch mal ein Sternchen-Thema fürs Deutsch-Abitur, vor dessen Verflachung ins Mittelmaß, als Nebeneffekt blieb Sprachvielfalt: Französisch, Latein, italienisch und Englisch – letzteres braucht sie nicht nur für ihre vielen Reisen auf die Insel – vor allem zu Rockkonzerten. Dabei wird ihr Hund zu Hause bleiben müssen – wegen der Quarantäne – und die Lust am Kochen eher auch, aber dafür gibt es ja die Küche zuhause. Und wenn dann noch Zeit ist, neben Schwimmen und Binge Watching, dann wird gelesen. Gerade ist ein Schmöker dran, der ihre Faszination fürs Mittelalter bedient. Als Katrin Riedlinger durch Zufall von einer Freundin, und das schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, von den Plänen zur experimenta 2 erfuhr, suchte sie sofort den Kontakt. Wie einst Gerhard Schröder an den Gitterstäben vorm Kanzleramt gerufen habe »Ich will hier rein«, so sei es ihr auch angesichts der experimenta gegangen. Nach einem ersten Gespräch mit experimenta-Chef Wolfgang Hansch war es dann auch ausgemachte Sache, denn als Schwabenmädle, im Schwabenalter angekommen, fand sie es auch an der Zeit, ihre Lehr- und Wanderjahre für »etwas Festes« hinter sich zu lassen, sogar der Gedanke an »Häuslebauen« blitzt da auf. Dabei ist ihr der Abschied von ihrem letzten Job als Redaktionsleiterin bei der Show »Wer weiß denn sowas« mit Kai Pflaume ziemlich schwer gefallen. Von 2004 bis 2017 stand sie als Redakteurin bzw. Redaktionsleiterin bei diversen TV-Produktionen in der Verantwortung, u. a. »Das große Schlüpfen« für das ZDF, »Meister des Alltags« für den SWR, »Die große Show der Naturwunder« für die ARD, bei »Yogeshwar und Schöneberger« für den WDR – und auch ausgesprochene Shows für Kinder stehen auf ihrer Referenzliste. Wenn sie von früher erzählt und dem, was sie vorhat, dann spürt man förmlich, wie es in ihr kribbelt. Vermutlich jagt ihr gerade wieder eine Idee durch den Kopf, die sie ablegen – und wiederfinden muss. Kraftvoll, frohgestimmt, ohne Scheuklappen oder Angst vor Hindernissen, fokussiert auf eine Aufgabe, die sie ebenso als Herausforderung wie als Chance sieht und ihr mit großer Freude entgegengeht, da ist sie dann doch mehr als eine Prinzipalin, da ist sie auch Team-Playerin und vermittelt eine Ahnung, worauf man sich mit ihr in der neuen experimenta freuen kann. ◆

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Friedemann Orths, Fotos: Meli Dikta Race ’n’ Roll auf dem Hockenheimring Supersportwagen: der Traum fast aller Autofahrer und Autofahrerinnen. Leider für fast alle zu teuer. Und selbst wenn man sich dann mit Mitte 60 endlich den langersehnten Porsche leisten kann, kann man ihn, wenn überhaupt, nur nachts auf der Autobahn auf manchen Teilstücken voll ausfahren – wer in Heilbronn und Umgebung wohnt, hat auf Autobahnen vermutlich sowieso überhaupt keine Lust, könnte man aufgrund der gefühlten Dauerbaustelle A6 und des Weinsberger Kreuzes dort theoretisch mit dem Fahrrad fahren und käme genau so schnell ans Ziel wie in einem Ferrari. Außerdem gilt in ganz Deutschland die StVO, die das sportliche Fahren mit aberwitzigen Geschwindigkeiten (zu Recht) einschränkt. Glücklicherweise können alle, die einen richtigen PS-Kick unter Anleitung eines Profi-Rennfahrers erleben wollen, ein ganz besonderes Erlebnis auf einer der bekanntesten Rennstrecken der Welt buchen: bei Race ’n’ Roll auf dem Hockenheimring. Als wir am Fahrerlager direkt an der Boxengasse des Hockenheimrings ankommen, stehen sie schon da: vier Träume in Gelb, Weiß und Lila. Porsche Cayman GT4, Porsche GT3 RS, Ferrari 488 und Lamborghini Huracán. Die beiden Porsche werden für die Renntaxi-Fahrten von den französischen Profi-Rennfahrern von Expert Pilot, die das Event begleiten, genutzt, die Teilnehmer dürfen Ferrari oder Lamborghini fahren. Nicht zur Verfügung steht heute der Audi R8 V10, was bei Alternativen wie Ferrari und Lambo allerdings sehr gut zu verschmerzen ist. Zu Beginn des Events wird nämlich jedem Teilnehmer eines der Traumautos zugelost: Ich ziehe den Lamborghini, wäre mit dem Ferrari – man glaubt es kaum – aber auch zufrieden gewesen. Nun heißt es Fotos schießen, so viel die Speicher hergeben und man auf seine Social Media-Kanäle hochladen kann. Man darf in jedem der vier Ungetüme Platz nehmen und in den Designträumen der Cockpits versinken. Edles Leder, aggressive Formen und im Lamborghini ein Design, das an einen Kampfjet erinnert, lassen mich sogar kurz vergessen, dass ich gleich selbst mit dieser absoluten Traummaschine drei Runden über den Motodromkurs des Rings kurven darf. Danach geht es dann auf den Beifahrersitz und ein echter Rennfahrer wird Auto und mich an die Grenzen bringen. Zur Sicherheit habe ich jedenfalls eine Ersatzhose eingepackt. Bevor ich auf die Strecke darf, gibt es jedoch noch eine kurze Einweisung durch das Personal des Hockenheimrings. Selbstverständlich sollte man, wenn einem sein Leben und der Geldbeutel lieb sind, den Anweisungen des Beifahrers jederzeit Folge leisten. Schließlich ist ein Auto mit 620 PS etwas anderes als ein popeliger Golf GTI, und wer auf YouTube schon mal »Touristenfahrten« eingegeben hat, weiß, was echten Amateuren mit Selbstüberschätzung auf echten Rennstrecken passieren kann. Dann geht es hinters Steuer: Dort tippe ich kurz und ganz sachte im Leerlauf aufs Gas und schon brüllt der Kampfstier ohrenbetäubend. Okay, jetzt weiß ich, was mich erwartet, denke ich, als ich aus der Boxengasse auf die Rennstrecke rolle. Als mein Instruktor jedoch zum ersten Mal ABENTEUER UM DIE ECKE Hanix Nr. 55 Das Hanix »Abenteuer um die Ecke« wird präsentiert von

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»Vollgas« sagt, wird mir schlagartig klar, dass ich überhaupt nicht wusste, was mich erwartet: Die Beschleunigung des Huracán presst mich brutal in den Sitz, und bevor ich überhaupt aufs wunderschöne, voll digitale Display schauen kann, um meine Geschwindigkeit zu sehen, heißt es auch schon wieder »Brems’!«, und ich steige voll in die Eisen. Bestimmt fahre ich für einen Rennfahrer viel zu langsam um den Kurs, mir reicht das aber allemal. Das Auto reagiert so direkt auf jede Lenkbewegung, dass man sich sofort wie verwachsen mit ihm fühlt. Ob Gas oder Bremse, der Lamborghini tut genau, was man ihm aufträgt. Und der Beifahrer sagt mir genau, was ich tun muss und leitet mich durch kurze Kommandos über die Strecke. Ich bezweifle, dass ich die Ideallinie fahre, aber das ist mir auch relativ egal, so viel Spaß macht es, mit diesem Traum von einem Auto zu fahren. Ich komme mir tatsächlich so vor, als wäre ich noch nie wirklich Auto gefahren. Nach drei Runden ist der Spaß leider viel zu schnell vorbei, ich wäre auch noch 100 gefahren, hätte mich der Instruktor gelassen. Jetzt geht es ab auf den Beifahrersitz des Renntaxis, in meinem Fall den Porsche Cayman GT4. Wer das reine Renntaxi-Event auf dem Hockenheimring bucht, kann sich zuvor sogar aussuchen, in welchem Auto er über die Strecke gefahren werden möchte. Die Qual der Wahl hat man hier zwischen Audi R8 V10, Porsche GT3, Mercedes AMG GTS oder Ferrari 458 Challenge. Aber egal, für welchen Boliden man sich entscheidet, der Profi am Steuer wird einen die Fahrt so schnell nicht vergessen lassen. Als wir uns auf die Strecke begeben, geht es nämlich erst richtig los. Der Profi prügelt den Porsche über den Kurs, dass mir Hören und Sehen vergehen. Der Cayman hat deutlich weniger PS als der Lamborghini, allerdings ist mein »Taxifahrer« professioneller Rennfahrer, kennt keine Angst und heizt geschätzt 100 km/h schneller als ich durch die Kurven. Kurz: Es ist, wie schon beim Selbstfahren, eine Offenbarung. Und ein riesiger Spaß. Fazit: Mit einem breiten Grinsen, das noch einige Tage anhalten sollte, und leicht wackeligen Beinen steige ich aus dem Wagen. Lamborghini unter Anleitung auf einer Rennstrecke zu fahren ist eine der geilsten Sachen, die ich bis jetzt machen durfte. Genau so empfehlenswert ist auch eine Fahrt mit dem Renntaxi, bei der an die Grenzen gegangen wird. Nicht gerade billig, aber jeden Cent wert und ein unvergessliches Erlebnis! ◆ SCHWIERIGKEITSGRAD: mittel bis schwer DAUER: 3 – 4 Stunden ORT: Hockenheimring, Am Motodrom 68766 Hockenheim AUSRÜSTUNG: bequeme Kleidung und Schuhe, Sturmhauben und Helme werden gestellt. Für Race ’n’ Roll ist ein Führerschein Pflicht. KOSTEN: Race’n’Roll (selbst fahren und Renntaxi): 429,- € Renntaxi: je nach Auto 249,- € oder 299,- € INFOS/BUCHUNG: www.hockenheimring.de/ fahrerlebnisse Bodo Linkohr Bürokonzepte . Fischeräcker 14 . 74223 Flein www.linkohr-buerokonzepte.de . info@linkohr-buerokonzepte.de Kapitel

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SEBASTIAN FELD stammt aus Möckmühl. Der Filmer, Jahrgang 1967, hat 2008 mit Frieder Scheiffele die Schwabenlandfilm GmbH gegründet. Furore machte sie mit der TV-Serie »Laible und Frisch«, deren Fortsetzung nun im Kino läuft. Was bedeutet ihm Heimat und wie kam er zum Film – das hat Leonore Welzin den erfolgreichen Drehbuchautor und Produzenten gefragt. Von Leonore Welzin, Foto: Privat »Fremde Welten haben mich magisch angezogen« Hanix: Gibt es Kindheitserinnerungen an die Landschaft, Menschen oder ein Ereignis, das dich in besonderer Weise mit der Region verbindet – oder anders gefragt: Was ist für dich Heimat? Sebastian Feld: Mich verbindet mit der Region vor allem die wunderbare Natur. Besonders das Jagsttal, in dem ich aufgewachsen bin. Eine naturbelassene Flusslandschaft, die ich schon als kleiner Junge auf endlosen Streifzügen zu erkunden begann – zu Lande und zu Wasser. Natur hat für mich bis heute den mystisch-mythischen Charakter, der mich schon als Kind fasziniert hat. Ich lebe zwar in der Großstadt, aber ich bin kein Stadtmensch. Wann immer es die Zeit zulässt, gehe ich in die Natur. Mit dem Begriff »Heimat« habe ich so meine Probleme. Geografisch? Geistig? Emotional? Oft ist es ja eine Art Wechselspiel zwischen subjektiven Bedürfnissen und gesellschaftlich normiertem Angebot. Als Kind trennt man noch nicht zwischen innen und außen, zwischen dem Ich und der Umwelt. Man hat das kindliche Gefühl, eins mit der Welt zu sein. Heimatbewusstsein kann, muss aber nicht zwangsläufig aus einer Biografie wachsen. Die vielen positiven Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend haben in meinem Fall zu einer Art »Beheimatung« beigetragen. Interessant finde ich, dass sich der Begriff »Heimat« als emotional aufgeladene Erfahrung meist erst mit dem Verlassen des gewohnten Lebenskreises und der vertrauten Umgebung einstellt. Bist Du oft umgezogen? Als Kind bin ich ein paarmal umgezogen. Für mich waren unbekannte geografische, soziale und kulturelle Räume und die damit verbundenen Impulse immer erstrebenswerter als die gewohnte Welt. Nachdem meine Eltern aus Baden-Württemberg wegzogen, habe ich mich intensiver mit Heimat auseinandergesetzt. Die stark regional geprägte TV-Serie »Laible und Frisch«, die ich damals gerade mit meinem Kommilitonen, Freund und späteren Geschäftspartner Frieder Scheiffele entwickelte, bot das perfekte Experimentierfeld, um Heimat aus der Sicht verschiedener Figuren zu beleuchten. Leider wurde der Heimat-Begriff in den letzten Jahren oft bis zur Unkenntlichkeit verklärt und verkitscht – ganz zu schweigen von althergebrachter, ideologischer Stilisierung, die dann auch noch politisch instrumentalisiert wird. Aber auch diese negativen Aspekte gehören zu dem vielschichtigen Begriff »Heimat«. Wann und wodurch hat sich Dein Interesse fürs Kino geregt? Ich glaube, dass ich zum ersten Mal bewusst von einem Film fasziniert war, als ich im kleinen Orts-Kino »Krieg der Sterne – Das Imperium schlägt zurück« gesehen habe. Wochenlang habe ich mein Taschengeld in die Nachmittagsaufführungen investiert. Parallel zum Kinofilm, den Action-Figuren, Raumschiffen und Fahrzeugenhaben wir uns damals unsere eigene Welt geschaffen, eigene Spiel-Szenarios entworfen. Es gab nichts Wichtigeres und Schöneres, als in dieser fantastischen Welt weiter zu existieren. Märchen hatten eine magische Anziehungskraft, das Star Wars-Universum war vielleicht unbewusst so etwas wie eine zeitgenössische Fortführung. Neben Star Wars haben mich Disney-Filme wie Schneewittchen, Bambi, Robin Hood und ganz besonders das Dschungelbuch beeinflusst und geprägt. Ich KULTUR Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 war also ein Kinokind, denn im Fernsehen gab es nur drei Programme. Allerdings wunderbares Kinderfernsehen – ich denke da nur an die »Augsburger Puppenkiste«, »Die Sendung mit der Maus« oder »Löwenzahn«. Irgendwann stieß ich dann auf »Raumschiff Enterprise«. Wir haben sehr oft die TV-Erlebnisse in die wirkliche Welt mitgenommen. Das Puppentheater animierte dazu, selbst Geschichten auszudenken und im Kasperletheater, das mein Vater für mich und meine Geschwister gebaut hatte, zu spielen. »Die Sendung mit der Maus« und »Löwenzahn« brachte uns dazu, unsere Umwelt genauer unter die Lupe zu nehmen. Gab es weitere popkulturelle Vorlieben? Meine nächste Leidenschaft galt den Comics. Ihre genre-immanenten Erzählweisen, vornehmlich durch Bilder, ist sehr nah am szenischen Erzählen in Film und Serien. Mit der Verfilmung des Comic »Dolores« der beiden franko-belgischen Autoren François Schuiten und Benoît Peeters haben wir 2015 sogar eine Nominierung für den Grimme-Preis erreicht. Letztlich haben mich Science-Fiction-Filme, Walt Disney und Comics zum Literatur-Studium geführt. Als guter Geschichtenerzähler sollte man einen soliden Background in Literaturgeschichte haben. Haben Deine Eltern Familienfilme gedreht? Meine Eltern konsumierten relativ wenig Bewegtbild. Film-Kameras waren damals ja noch nicht digital, das Entwickeln von Super-8mm-Filmen war aufwendig. Heute trägt jeder, egal welchen Alters, mit dem Smartphone seine eigene Filmkamera mit sich herum. Mein Vater war ein relativ ambitionierter Fotograf, ich habe seine Nikon F6 als Filmkamera missbraucht, Bilderserien – meist von meinen Star Wars Figuren – geschossen und animiert. Das war eine gute Schule, da viel Kreativität und Eigeninitiative gefordert wurden. Warst Du gut im Schreiben von Aufsätzen? Nein. Während die meisten, besonders die Mädchen, immer halbe Romane abgaben, fiel es mir schwer, fünf Seiten, auf denen etwas Erzählenswertes passiert, zu Papier zu bringen. Ich überlegte viel zu lange, war dann in Zeitnot, meine Geschichten waren vermutlich etwas zu fantastisch oder progressiv. Noch immer werden Noten mehr nach Quantität als Qualität vergeben – ich weiß, welchen Ärger man sich mit Eltern einhandelt, wenn man qualitative Kriterien an Arbeiten legt, da ich mit einer Deutsch-Lehrerin zusammenlebe. Den Deutschunterricht mochte ich nie besonders. Keiner konnte mich für Literatur begeistern, was zum Teil auch am Lehrplan lag. Meinen Studenten versuche ich zu vermitteln, wie wichtig das dramaturgische Handwerk ist, wie wichtig Struktur in einer Erzählung ist, egal ob Roman, Film oder Videospiel. Es gibt heute mehr Texte als je zuvor, es gibt aber auch überproportional mehr schlechte Texte. Du warst Student in Schottland und Hospitant in Indien - was hast Du aus diesen fremden Welten mitgenommen, gelernt, verarbeitet? Bis heute bin ich süchtig nach Abenteuergeschichten. Fremde Welten haben mich magisch angezogen. Ob das eine Kinderedition von Stevensons »Schatzinsel« oder ein Bildband über die Maya-Kultur war – alles wurde in Fantasie übersetzt. Ich weiß noch, als meine Eltern von einer Mexiko-Reise zurückkamen und exotische Ton-Figuren und Teppiche von bizarren Göttern mitbrachten, war das wie von einem anderen Stern. Wohin ging deine erste Abenteuerreise und warum? Meine erste große Reise führte mich in den Himalaya, was ich dem Comic- Klassiker »Tim & Struppi« verdanke, dem Band »Tim in Tibet« des Belgiers Hergé. Die erste Reise, die ich allein unternahm, führte mich nach Schottland. Fasziniert vom Lyriker und Dramatiker William Butler Yeats wollte ich während des Studiums eigentlich Irland kennenlernen, ein Land, dessen reichhaltige Sagen- und Mythenwelt ich bereits aus Märchen kannte und bewundert habe. Stattdessen bekam ich ein Stipendium für Schottland. Glasgow mit seinem damaligen Charme einer abgehalfterten Arbeiterstadt, seiner (im Gegensatz zu London) wenig versnobten Subkultur, den vielen heruntergekommenen Straßenzügen und seinen kernigen, aber offenen und unverstellten Menschen hat mich schnell begeistert. Und die wilde Natur der Northwestern Highlands sowie des Assynt waren genau nach meinem Geschmack. Wann hattest Du zum ersten Mal eine Kamera in der Hand? Relativ spät. Während einer Hospitanz im ARD-Auslandsstudio Neu Delhi hab ich mir eine DV-Kamera ausgeliehen und bin, fern vom Tourismus, tagelang durch die interessanten Ecken gezogen. Da man die Bänder nicht einfach auf einen Rechner bekam, wurde daraus nie ein Film. Ich bin weniger mit der Film-Kamera als mit dem Fotoapparat unterwegs. Das Einfrieren eines Moments hat eine magische Wirkung. Das Einfangen der Szene überlasse ich lieber einem guten Kameramann. Welche Motive führten 2011 zur Gründung der Schwabenlandfilm GmbH? Ich hatte für diverse Krimi-Formate Treatments und Drehbücher verfasst. Dann kam die Idee, mit Frieder zusammen an der Filmakademie Baden-Württemberg im Studiengang Serien-Producing eine eigene Serie zu entwickeln. Wir wollten nicht irgendein amerikanisches Format kopieren, das können die Kollegen in Hollywood besser. Wir wollten Geschichten aus einer Welt erzählen, in der wir uns auskennen. So entstand »Laible und Frisch«. Wir standen dann vor der Entscheidung, »Laible und Frisch« an einen Sender oder eine Produktionsfirma zu verkaufen oder die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Unser Mitgesellschafter überzeugte uns, die Sache nicht aus der Hand zu geben. Es wurde ein erfolgreicher Sprung ins kalte Wasser, der aber auch Lehrgeld gekostet hat. Trotz des überraschend großen Erfolges beim TV-Publikum stellte der SWR »Laible und Frisch« dann nach der zweiten Staffel ein. Den Grund konnten wir bis heute nicht in Erfahrung bringen. Dank unseres fantastisch treuen Ensembles und den Schauspielbühnen Stuttgart konnten wir »Laible und Frisch« mit den beiden Stücken »Bühnenreif« und »Gut geklaut ist halb gebacken« am Leben erhalten. Zwei ausverkaufe Spielzeiten in der Komödie am Marquardt (2015/2016) und eine am Theater Heilbronn (2016) zeigten, dass sich die Menschen nach wie vor für die Themen und den Humor von »Laible und Frisch« interessieren. Wir beschlossen einen Laible und Frisch-Kinofilm zu drehen – nicht zuletzt, weil beim Co-Produzent, dem SWR, inzwischen ein Umdenken stattgefunden hatte und man sich wieder mehr auf regionale Stoffe einließ. Bedauerlicherweise scheuen sich überregionale Sender immer noch, die sprachliche Diaspora in ihrem Programm abzubilden. Hier sind uns die Amerikaner wie auch unsere europäischen Nachbarn ein gutes Stück voraus. Mein Geschäftspartner Frieder Scheiffele und ich haben die Schwabenlandfilm GmbH auch unter dem Aspekt gegründet, mit unseren Produktionen Mut zu kulturellen – und damit auch sprachlichen – Eigenheiten zu beweisen. Was sind die nächsten Projekte? Feld: Wir arbeiten an einem zweiten »Laible und Frisch«-Kinofilm, für den ich das Drehbuch schreibe. Weiter entwickeln wir für eine Sendeanstalt eine Sitcom. Ebenfalls sind ein paar TV-Spielfilmprojekte in der Pipeline. ◆ INTERVIEW MIT SEBASTIAN FELD

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Der Golf-Club Heilbronn-Hohenlohe ist der älteste Golfclub in der Region. Hat man dem Club in der Vergangenheit ein eher elitäres Image nachgesagt, so hat sich in den letzten Jahren eine deutliche Wandlung vollzogen. Heute wird mit attraktiven Angeboten dafür geworben, dass möglichst viele Menschen diesen faszinierenden Sport kennenlernen und ausprobieren können. Der Golfsport nutzt dabei seinen großen Vorteil, dass er eben bis ins hohe Alter mit großer Freude und Leidenschaft ausgeübt werden kann. Das Ehepaar Sandra und Michael Ponican hat sogar seinen Wohnsitz nach Friedrichsruhe verlegt; beide sind leidenschaftliche Golfer geworden. Von Friedemann Orths, Fotos: Nico Kurth Schläge im Grünen: Golf-Club Heilbronn-Hohenlohe Hobby und Beruf Sandra und Michael Ponican haben in jungen Jahren mit dem Golfspielen begonnen. Fasziniert hat sie die sportliche Betätigung in der Natur und die Tatsache, dass jeder einzelne Schlag immer wieder eine neue Herausforderung darstellt. Begonnen haben die beiden auf einer kleineren Anlage, kostengünstig, wenn auch etwas weiter entfernt. Man wusste schließlich noch nicht, ob man dabei bleiben will. Doch schnell erlagen sie der Faszination, die auch so viele erfolgreiche Sportler gepackt hat, die in ihrer Freizeit dem kleinen weißen Ball nachjagen. Innerhalb kurzer Zeit wurde der Golf-Führerschein, die sogenannte Platzreife, absolviert und die nimmermüde Jagd nach einem besseren Handicap, dem ungefähren Spielpotenzial eines Golfers, begann. Heute gehören beide zu den besten Spielern im Friedrichsruher Golfclub und führen die Damen- respektive die Herrenmannschaft als Kapitäne an. Das Ehepaar verlegte vor elf Jahren sogar seinen Lebensmittelpunkt nach Friedrichsruhe, um ihr berufliches Engagement mit der Leidenschaft für das Golfspiel zu verbinden: Seit 2015 ist Sandra Ponican im Vorstand des Vereins für den Sport verantwortlich und hat so die jüngste Entwicklung maßgeblich mitbestimmt. Faszination Golfanlage Die Anlage in Friedrichsruhe ist auf einem 90 Hektar großen wunderschönen Gelände ange- Hanix Nr. 55 SPORT

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Make it yours ! USM pfl egt die wohlüberlegte Reduktion: klassisches Design, klare Formen, unaufdringliche Eleganz. legt und verfügt neben den Funktionsflächen wie Clubhaus, Übungsanlage (Driving-Range) und 27 Spielbahnen über einen großen Anteil naturbelassener Flächen. »Den größten Teil der Anlage der Natur zu überlassen ist uns sehr wichtig,« erklärt Gerald Schleucher, Geschäftsführer des Clubs. »Den Teil der Anlage, den wir zum Golfen nutzen, pflegen wir allerdings sehr gut« – selbstverständlich für einen Club, der schon mehrere deutsche und sogar eine internationale Meisterschaft ausgetragen hat. Auf dem Areal können interessierte Beobachter seltene Pflanzen und eine Vielzahl von Tieren, die dort ihre Heimat gefunden haben, entdecken. Einmal im Jahr wird sogar eine vogelkundliche Führung angeboten. Die Anlage ist abwechslungsreich gestaltet: Neben den ältesten neun Spielbahnen, die parkähnlich angelegt sind, sind die in jüngerer Vergangenheit angelegten weiteren 18 Bahnen offener in die Hohenloher Landschaft eingefügt. Die tolle Aussicht tut ihr Übriges. Der Gesundheitsaspekt In einer Gesellschaft, die eine immer höhere Lebenserwartung aufweist, ist natürlich auch der Wunsch, im Alter aktiv zu sein, sehr ausgeprägt. Gerade Golf bietet diese Möglichkeiten an – auf einer Runde über 18 Spielbahnen werden im Schnitt ca. acht Kilometer zurückgelegt, ohne dabei Herz und Kreislauf übermäßig zu belasten. Daneben erfordert jeder Schlag Konzentration und Koordination, will man sein Ziel, den Ball mit möglichst wenigen Schlägen im Loch zu versenken, erreichen. Die qualifizierten Trainer der renommierten Golfschule »Golf in Balance«, einem Partner des Clubs, leiten den Anfänger ebenso wie den sportlich orientierten Spieler qualifiziert an. »Diese Partnerschaft läuft nun schon sehr erfolgreich im neunten Jahr,« erläutert Schleucher. Verschiedene Trainer können auf Wunsch gebucht werden und arbeiten dann entweder an den Basics oder orientieren sich an den individuellen Trainingswünschen des Golfers oder der Golferin. Bodo Linkohr Bürokonzepte Fischeräcker 14, 74223 Flein, Tel. 07131/58 20 50 linkohr@linkohr-buerokonzepte.de, www.linkohr-buerokonzepte.de

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Engagierte Jugendarbeit Es ist nicht ganz einfach, Jugendliche an eine technisch anspruchsvolle und nicht ganz günstige Sportart wie Golf heranzuführen. Die Konkurrenz der Mannschaftssportarten, allen voran Fußball, ist einfach riesig. Mit über 80 Jugendlichen, die in zwölf unterschiedlichen Trainingsgruppen unterrichtet werden, ist der Club jedoch bestens aufgestellt. Das ein oder andere Talent kann sich, bei entsprechendem Fleiß, auch hervorragend weiterentwickeln. So hat es die 14-jährige Maya Obermüller schon in den Baden-Württembergischen Landeskader geschafft und konnte bei den letztjährigen Deutschen Meisterschaften einen Top 10-Platz erreichen. Der 18-jährige Nico Guldan wurde sogar in die Gehörlosen-Nationalmannschaft berufen und nahm 2017 an der Olympiade in der Türkei teil. Dennoch soll für die Kinder im Alter von fünf bis 18 Jahren, die vom Club betreut werden, vor allem der Spaß im Vordergrund stehen. Natürlich schadet es nebenbei auch nicht, die mit dem Golfsport fest verbundenen Werte wie Fairness und Etikette zu vermitteln. Ein weiterer Anreiz liegt laut Schleucher bei den günstigen Angeboten für die Jugend: »Für interessierte Heranwachsende ist von Vorteil, dass unsere Beiträge hier sehr moderat sind. Kinder bis zwölf Jahre zahlen nichts, Jugendliche sind mit 120 € pro Jahr dabei – ein, wie wir finden, fairer Preis.« Sportliche Aktivität gehört dazu Neben den Ponicans gibt es eine Vielzahl von Golfern in Friedrichsruhe, die ihr Hobby engagiert und sportlich angehen. Nicht wenige davon kommen aus anderen Sportarten wie Tennis, dem Skisport oder Ballsportarten. Nach Erfolgen dort suchen viele eine Wiederholung auf dem Golfplatz. Es wird viel trainiert, Turniere gespielt und das »Handicap« verbessert. Obwohl Golf eine klassische Einzelsportart ist, hat auch hier der Wettbewerb in Mannschaftsform seinen Platz gefunden. Auf der Friedrichsruher Golfanlage gehen insgesamt zwölf Mannschaften in unterschiedlichen Altersklassen und zwei Jugendteams an den Start; besonderes Augenmerk gilt dabei der Damen- und der Herrenmannschaft, die in der »Deutschen Golf Liga« aktiv sind. Neben den sportlich ausgerichteten Turnieren bietet der Golfclub auch eine Reihe von »Jedermann-Turnieren« an, bei denen die Geselligkeit und der Spaß im Vordergrund stehen. »Zählt man die Turniere für die ganz Kleinen mit, schaffen wir pro Jahr bestimmt 60–70 Veranstaltungen im Jahr. Davon sind etwa 35 größere Turniere,« erklärt Schleucher. Der Einstieg in die Welt des Golfsports Viel einfacher als vor 30 Jahren – könnte ein Fazit lauten, wie man sich dem Golfsport nähern kann. Auf der schönen Anlage in Friedrichsruhe werden von April bis September nahezu jeden Sonntag zweistündige Schnupperkurse in Gruppen von acht bis 10 Interessierten unter Traineranleitung angeboten. Die Kosten hierfür sind mit 15 Euro vergleichsweise gering. Neben dem Schnuppern bietet der Club für diejenigen, die sich vom Golf-Virus haben anstecken lassen, auch ein Einsteigermodell, bevor letztendlich eine Mitgliedschaft in einem Verein ansteht. Diese eröffnet dann den Zugang auch zu anderen Golfplätzen. Wer sich sorgen wegen der Kleiderordnung macht: Längst ist die Zeit der karierten Knickerbocker oder des langen Rocks vorbei, heute sind auch die Golfer modisch und farbenfroh unterwegs. »Eine rudimentäre Kleiderordnung gibt es noch. Allerdings wird längst nicht mehr so heiß gegessen, wie früher gekocht wurde!« beruhigt der Geschäftsführer. Bluejeans haben es immer noch nicht auf die Tees geschafft, andere Farben sind jedoch mittlerweile verbreitet. »Auch Flip-Flops mit Spikes für den besseren Halt habe ich schon gesehen«, fügt Schleucher lachend hinzu. Wer sich direkt vor Ort eindecken möchte, kann das im Golf-Shop auf der Anlage, der vom Heilbronner Sportfachmann Saemann betrieben wird, tun. Golf beeindruckt und fasziniert So lautet das Fazit, das auch Sandra und Michael Ponican für sich gezogen haben. Der Club und die Anlage in Friedrichsruhe haben sich seit der Gründung im Jahr 1964 stetig entwickelt und auch, dank neuer Wege für den Einstieg, einer stagnierenden Entwicklung in Deutschland getrotzt: Im Jahr 2017 konnten immerhin 84 neue Mitglieder gewonnen werden, die sich vom Angebot des Clubs haben überzeugen lassen. Und vielleicht finden durch den Golf-Club Heilbronn-Hohenlohe ja noch viele weitere sportlich Begeisterte den Weg aufs Grün. ◆ GOLF-CLUB HEILBRONN-HOHENLOHE Hanix Nr. 55

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Was für ein Stil! In der, im Juli 2017 vom Oberbürgermeister veröffentlichten Programmschrift »Stadtkonzeption Heilbronn 2030«, werden Kunst und Kultur als letztes von acht Handlungsfeldern (S. 146-157) genannt. Dieses Handlungsfeld steht unter dem Motto des Satirikers Mark Twain: »Kultur ist das, was übrig bleibt, wenn der letzte Dollar ausgegeben ist«; womit erklärt ist, warum Kunst und Kultur erst am Ende der übrigen Handlungsfelder genannt werden und es ist mit diesem Wort auch klar, welche finanzielle Unterstützung von der Gemeinde, ›nach dem letzten ausgegebenen Dollar‹ zu erwarten sein wird. Zu Beginn dieses Handlungsfeldes wird nun festgestellt, dass Kunst und Kultur »integrale Bestandteile der Stadtidentität« seien. Dabei wird zugegeben, dass »neben den klassischen und traditionellen Kulturanbietern […] in den kommenden Jahren die freie Kulturarbeit noch mehr in den Fokus gerückt werden« solle. Die Kulturkonzeption nennt als Basis der Kulturförderrichtlinien die Pflichten der Kunst- und Kulturschaffenden: »Eine wesentliche Herausforderung für Kunst und Kultur in Heilbronn in den nächsten Jahren ist die sich rasant verändernde Bürgergesellschaft. Kunst- und Kulturschaffende müssen diese Veränderungen reflektieren und sich aktiv für ein demokratisches Miteinander in der Stadt einbringen.« Dabei haben sich Kunst und Kultur den folgenden drei Entwicklungen zu stellen: Der demografische Wandel verändere die Struktur der Zielgruppen; die Kunst- und Kulturschaffenden hätten Veränderungsprozesse integrativ und identitätsstiftend zu beglei-ten; der wissenschaftliche Fortschritt beeinflusse das Zusammenleben der Menschen. Es ist bemerkenswert, dass es weder für die demografische Veränderung noch für die wissenschaftlichen Einflüsse ein Fazit oder eine Forderung bezüglich der Funktionen der Kulturschaffenden gibt. Allein für den Wandel der Gesellschaft durch Zuzug von Menschen anderer Kulturen und Traditionen besteht die Forderung, dass die Künste integrativ und identitätsstiftend wirken sollen. Als Inhalt dieser sich wiederholenden integrativen Pflicht-Forderungen an die Künste wird ausgeführt, dass die »humanistischen Werte in der Tradition der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte« (148) zu vermitteln seien, freilich unter Einräumung der kulturellen Vielfalt. »Kunst- und Kulturschaffende müssen diese Veränderungen reflektieren und sich aktiv für ein demokratisches Miteinander in der Stadt einbringen. Kunst und Kultur waren schon immer Mittel zur Selbstvergewisserung aller Zivil- und Bürgergesellschaften.« Der Gemeinderat Heilbronns setzt hoffnungsfroh auf die ›schon immer gültigen‹ Werte von Humanismus und Aufklärung. Er setzt darauf, dass kulturelle Integration ästhetisch zu bewältigen sei. Man muss schon fest an die Konzepte der Romantik vom Gesamtkunstwerk glauben oder an die Utopien der Avantgarden zu Beginn des 20. Jahrhunderts, um eine solch komplexe Aufgabe der wesentlich mit ästhetischen Mitteln agierenden Kunst und Kultur zuzumuten. So traut der Gemeinderat den hiesigen Künstlern und Kulturschaffenden eine Menge zu: Zum einen erwachen und verbreiten sich weltweit die – nicht primär rational ökonomisch orientierten– Religionen und es kommt bei vielen der Verdacht auf, dass Gesellschaft ohne Religion, allein auf Markt-Werte vertrauend, nicht zusammenzuhalten sei, dass die Aufklärung mit ihrem universellen Freiheitsanspruch eine auf Individuum und Gesellschaft destruktiv wirkende Haltung sei – wie kann das mit den Werten der Aufklärung ästhetisch zu kompensieren sein? Zum anderen wird im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen durch den wissenschaftlichen Fortschritt, durch das Ineinanderfließen von digitalen Technologien und menschlichen Körpern, die Frage, was es bedeutet, ein Mensch zu sein (bisher Kernkompetenz des Humanismus), gar nicht mehr zu beantworten sein, wie es der Visionär des Master-Algorithmus, Petro Domingos (und mit ihm übrigens auch der gegenwärtige Staats- und Parteichef der Volksrepublik China), zukunftsbegeistert verlauten lässt. Der Heilbronner Kulturschaffende und Künstler hat also die Aufgabe zu verrichten – und nur dann gibt es von den bereits vollständig ausgegebenen Dollars Geld –, die zunehmende Alterung, den kulturellen Wandel durch Migration sowie die substantielle Veränderung des Menschen als Gattungswesen durch den technischen Fortschritt zu integrieren. Da aber im Handlungsbereich ›Kunst und Kultur‹ lediglich kulturelle Integration von den Künstlern gefordert wird, Überalterung und technischer Fortschritt ohne Anspruch bleiben, nehme ich einmal an, dass der Gemeinderat – etwas simpler – die eigentlich politischen, vor allem staatlichen Funktionen der Integration und Befriedung der Gesellschaft an die eher ästhetisch agierenden Kulturschaffen delegiert; und damit die Errungenschaften der Aufklärung negiert, dass Kunst frei, also funktional ungebunden, ist. Also, liebe Künstler und Kulturschaffende, nur für identitätsstiftende und ergebnisoffene Gesinnungskunst wird es in Zukunft noch die heiß begehrte Aufwandsentschädigung von max. 250 Euro geben. Hanix Nr. 55 Von Dr. Bernhard Stumpfhaus KUNST

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Hanix Nr. 55 ANLÄSSLICH DIESER NEU- BEWERTUNG DER KUNST- UND KULTUR- SCHAFFEN- DEN HABEN WIR BEMER- KUNGEN EINIGER MEINUNGS- FÜHRER DER STADT HEILBRONN AUS DEN LETZTEN JAHREN GESAMMELT: THESEN ZUR KUNST IN HN Die Menschen wollen Bier und Party. Wofür Kultur? (Gemeinderat) Wegen verunreinigten Gehsteigen rufen uns halt mehr an, als wegen Kultur. Und hier ist ja Demokratie! (Leitender Mitarbeiter der Stadt) Welcher nationale oder internationale Künstler will denn schon nach Heilbronn? Was wollen die denn hier? (Leitender Mitarbeiter der Stadt) Wo kommen wir denn da hin, wenn die Bands so teuer werden wie in Frankreich? (Gemeinderat) Künstler müssen arm sein, sonst wird das nichts mit der Kunst (Leitender Mitarbeiter der Stadt) Künstler brauchen keine großen Räume. Not macht erfinderisch. (Leitender Mitarbeiter der Stadt) Wenn schon die Inselspitze, dann müsst ihr aber um 8 Uhr aufmachen… … und nicht erst um 11 Uhr verkatert über den Marktplatz stolpern (Hoher Beamter der Stadt Heilbronn) Kunstszene? Freie Szene? Hat das was mit Drogen zu tun? (Gemeinderat) In der Artikulation ihrer Forderungen sei die ‚Freie Szene‘ vor allem »laut« (Kulturkonzeption Heilbronn, Auswertung der Experteninterviews durch die Agentur Kulturgold, Jan. 2018, S. 13) Premiumprodukt (Würdigung einer Ausstellung in Heilbronn) Heilbronn ist ein steinigs Äckerle (Galerist)

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VOM ENDE EINER GESCHICHTE Das Ensemble von tollen Darstellern zeigt kleinste Details über das Verstreichen von Zeit mit Humor, Weisheit und einem klaren Gefühl dafür, wie ein kurzer Moment von unbedachtem oder fehlgeleitetem Handeln ein Leben für immer beeinflussen kann. Ein schön anzusehendes und gut gespieltes Nachsinnen über Erinnerungen, Jugend und das Altern. CANDELARIA – EIN KUBANISCHER SOMMER Im Drama »Candelaria – Ein kubanischer Sommer« lässt der Fund einer Videokamera im Kuba der 1990er Jahre die erkaltete Beziehung eines alten Ehepaares neu aufleben. Candelaria (Verónica Lynn) und Victor Hugo (Alden Knigth) sind beide in den 60ern und leben 1994 auf Kuba, also in einer Zeit, in der ein Embargo auf der Insel liegt und das Geschäft mit Zigarren und Rum floriert, während die Bevölkerung Hunger leidet. Das alte Ehepaar ist im Verlauf der Jahre nur aus Trägheit zusammengeblieben und teilt sich ihr Bett nur noch zum Schlafen. Doch als sie eine Videokamera finden, verändert sich ihr Leben für immer und ihre Liebe entflammt ein zweites Mal. Hanix Nr. 55 In den Arthaus-Kinos ab 14. Juni 2018 Großbritannien, 2017 Länge: 108 Minuten Regie: Ritesh Batra Darsteller: Jim Broadbent, Charlotte Ramoling, Harriet Walter, u.v.m. Tony Webster (Jim Broadbent) ist ein scheinbar normaler Mann. Geschieden und im Ruhestand lebt er ein relativ unspektakuläres Leben. Doch eines Tages holt ihn der Schatten seiner Vergangenheit ein und er steht plötzlich vor einem mysteriösen Erbe: Ein Tagebuch, geführt von Tonys ehemaligem besten Freund, der später Tonys Freundin zu Universitätszeiten, Veronica Ford (Charlotte Rampling) datete, in deren Besitz sich die geschriebenen Erinnerungen nun befinden. Je tiefer er in seiner Vergangenheit gräbt, desto mehr beginnt Tony, sein bisheriges Leben zu hinterfragen. Und alles kommt zurück: die erste Liebe, das gebrochene Herz, Betrug, Schuld und Reue. Tony kommt an einen Punkt, an dem er Verantwortung übernehmen muss, für zermürbende Konsequenzen von Taten, die er vor langer Zeit begangen hat ... ◆ In den Arthaus-Kinos ab 05. Juli 2018 Kolumbien, Kuba, Deutschland, Norwegen 2017 Länge: 87 min. Regie: Jhonny Hendrix Hinestroza Darsteller: Charles Alden Knight, Veronica Lynn, Manuel Veveros, u.v.a. Während Victor als Lektor und in einer Tabakfabrik arbeitet, schuftet Candelaria in der Wäscherei im Keller eines Hotels. Hier findet sie zwischen den Laken eines Tages eine Videokamera und nimmt sie mit nach Hause. Erstaunlicherweise beginnt die Kamera das Eheleben wieder aufleben zu lassen, denn Victor entdeckt, dass seine Leidenschaft neu erwacht, als er seine Gattin durch die Linse des Aufnahmegeräts betrachtet. In der neuen fiktional erschaffenen Lebenswelt blüht das alte Paar wieder auf – doch wie lange lässt sich die Realität verleugnen? ◆ ARTHAUS-KINOTIPP

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AUSSERDEM IM KINO Jurassic World 2: Das gefallene Königreich Start: 6. Juni Vier Jahre, nachdem der Themenpark Jurassic World vor marodierenden Dinosauriern zerstört wurde, haben die Urzeitechsen die Isla Nublar komplett für sich zurückerobert. Dort leben sie ungestört von den Menschen, sehen jedoch bald einer ganz neuen Bedrohung ins Auge: Auf der Insel befindet sich ein aktiver Vulkan, der auszubrechen und die gesamte Gegend unter Feuer und Asche zu begraben droht. Dinosaurierflüsterer Owen (Chris Pratt) und die ehemalige Parkmanagerin Claire (Bryce Dallas Howard) möchten das erneute Aussterben der Dinos verhindern und kehren zur Rettung der Tiere auf die Insel zurück. Vor allem um seinen Saurier-Schützling Blue ist Owen besorgt. Während Owen sich auf die Suche begibt, kommen die anderen Mitglieder seiner Expedition einer Verschwörung auf die Spur ... Goodbye Christopher Robin Start: 7. Juni Nachdem A.A. Milne (Domhnall Gleeson) im Ersten Weltkrieg gedient hat, kehrt er zu seiner Frau Daphne (Margot Robbie) zurück. Wenig später kommt ihr Sohn Christopher Robin (Will Tilston) zur Welt. Der kleine Junge liebt es, mit seinen Stofftieren zu spielen, zu denen auch ein Teddybär mit Namen Winnie Puuh, ein kleines Schweinchen, ein Tiger und ein Esel zählen. Da Milne ihm dabei oft Gesellschaft leistet, wird der Schriftsteller schon bald zu einem neuen Buch inspiriert, in dem Christopher Robin und seine Plüschfreunde im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Das neue Werk wird zu einem riesigen Erfolg. Doch der Ruhm hat auch Schattenseiten und die Familie samt Christophers Nanny Olive (Kelly Macdonald) muss lernen, damit umzugehen. Sicario 2 Start: 19. Juli Zwei Jahre nach ihrem letzten Einsatz sind FBI-Agent Matt Graver (Josh Brolin) und Auftragskiller Alejandro (Benicio Del Toro) erneut an der amerikanisch-mexikanischen Grenze unterwegs. Alejandro soll für Matt einen Krieg zwischen den verschiedenen Drogenkartellen vom Zaun brechen und dafür die Tochter des Kartellbosses und Terroristenschleusers Carlos Reyes entführen. Allerdings hat Alejandro noch eine private Rechnung mit Reyes offen ... Mamma Mia 2: Here We Go Again! Start: 19. Juli Sophie (Amanda Seyfried), die in »Mamma Mia« geheiratet und zu diesem Anlass ihre Familie um Mutter Donna (Meryl Streep) und das Männer-Trio Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard), die allesamt als ihr leiblicher Vater in Frage kamen, auf die griechische Insel Kalokairi eingeladen hatte, ist schwanger! Zur Unterstützung lädt sie nun Rosie (Julie Walters) und Tanya (Christine Baranski) ein – doch bevor es zum großen musikreichen Finale kommt, erzählen sie der werdenden Mutter Geschichten aus den wilden 1970er Jahren, als Donna Sam, Harry und Bill kennenlernte.

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Race ’n’ Roll, Hockenheimring, 24. April 2018, 17:26 Uhr (Foto: Meli Dikta) 38 Kapitel Hanix Nr. 40

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Hanix Nr. 40 Kapitel 39

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Hanix Nr. 55 INTERVIEW DES MONATS

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Anfang Juni wird ALEXANDER GERST zum zweiten Mal zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Diesmal als Commander der Mission Horizons. In einem Interview mit der Helmholtz-Gemeinschaft, Deutschlands größter Wissenschaftsorganisation, hat er über seine Erwartungen und Erfahrungen gesprochen. Hier ein Auszug aus dem Gespräch. »Und dann ist es wirklich schön, die Milchstraße zu sehen« Hanix Nr. 55 Herr Gerst, Sie waren bereits im Jahr 2014 auf der ISS mit der Mission Blue Dot. Was wird auf dieser zweiten Mission für Sie anders sein? Ich kann jetzt besser einschätzen, was wichtig ist und was nicht. Die Kunst des Astronautendaseins ist ja, dass man unnütze Informationen von nützlichen trennt und filtert. Das ist für mich vor allem wichtig, weil ich jetzt als Commander freie Kapazitäten brauche. Vorher war mir auch nicht so klar, wieviel Arbeit das tatsächlich schon im Vorfeld des Fluges sein wird. Mit der Crew muss vieles koordiniert werden. Jeder muss zum Beispiel genau das Training bekommen, das er oder sie braucht. Man muss auch schauen, dass sich alle von der Crew und von der Bodenstation gut kennen. Wenn man später ein Problem im Orbit hat, dann ist es extrem wichtig, dass nicht irgendwo jemand anruft, den man noch nie gesehen hat. Ein Problem ist viel einfacher zu lösen, wenn man sich kennt. All das ist eine wirklich tolle Aufgabe. Mir macht es riesig Spaß, weil es etwas ist, wo ich merke, da kann ich mit meiner Erfahrung doch einen Unterschied machen. Ich kann den Kollegen, die noch nicht geflogen sind, hier vielleicht eine Angst oder da eine Sorge nehmen. Und es macht Spaß, wenn man sieht, dass die Crew zusammenwächst, in ihrer Kapazität als Mannschaft wächst. Und was sind Ihre weiteren Aufgaben als Commander? Ebenso wie im Training geht es im Orbit um Koordination und Logistik, dass man aufpasst, dass die Crew alles hat, was ALEXANDER GERST Roland Koch Fotos: Axel Griesch sie braucht, dass es allen gut geht, dass alle ihre Aufgaben bestmöglich erfüllen können. Als Commander ist man darüber hinaus auch ein bisschen Bindeglied zwischen der Bodenkontrolle und der Mannschaft an Bord. Und wenn irgendwo was schiefgeht, dann muss man Entscheidungen treffen. Im Extremfall gibt es auch keine Kommunikation mit der Bodenkontrolle. Das heißt, es ist wichtig, dass man als Commander immer weiß, was der Status seines Raumschiffs ist, dass ich genau weiß, welche Systeme laufen gerade, welche nicht, wo könnte es ein Problem geben. Ich muss wissen, welche Vehikel gerade wo angedockt sind, wie viel Wasser, wie viel Sauerstoff wir an Bord haben und vieles mehr. Letztendlich ist es extrem wichtig, dass einer an Bord den Gesamtüberblick behält. Und für gute Stimmung sorgt? Sie sind auf der ISS rund um die Uhr mit der Crew zusammen. Geht man sich da auch manchmal auf die Nerven? Bei meinem letzten Flug gab es wirklich keine Situation, wo wir uns irgendwie richtig angenervt hätten. Das liegt daran, dass wir als Kollegen nicht einfach nur zusammengewürfelt werden. Wir trainieren so lange in den krassesten Situationen, beim Winter- Survivaltraining, bei minus 30 Grad etwa, wo man ohne Schlafsack, ohne Zelt nachts draußen im Schnee sitzt. Da kommen diese Sachen vorher raus. Man lernt sich kennen und weiß, wo der andere vielleicht ein bisschen was für sich braucht. Und dann kommt

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ZUR PERSON Er wurde am 3. Mai 1976 in Künzelsau geboren. Gerst studierte in Karlsruhe und Neuseeland Geophysik und erforschte Vulkane auf der ganzen Welt, setzte sich gegen mehr als 8.000 Bewerber durch und begann 2009 seine Ausbildung als Astronaut. Der Künzelsauer arbeitete 2014 ein halbes Jahr lang auf der ISS. noch das große Volumen der Raumstation dazu. Die ist ja fast so groß wie eine Boeing 747 – und man ist zu sechst da. Das heißt, es passiert tatsächlich öfter mal, dass man einen halben oder ganzen Tag in irgendeinem Modul arbeitet und fast niemanden sieht. Und da haben wir uns immer wieder auch mal so auf einen Kaffee getroffen, einfach nur, um mal wieder mit den Kollegen zu reden. Relativ wenige Aufgaben macht man zu zweit, und dadurch ist es wirklich schön, wenn man sich sieht. Was machen Sie, wenn einer von Ihnen da oben krank wird? Ich habe diesmal mit Serena Auñón-Chancellor eine Ärztin dabei. Das ist natürlich ein Bonus. Aber wir alle haben eine CMO- Ausbildung, eine Ausbildung zum Crew Medical Officer. Das heißt, ich kann Basisbehandlungen selbst durchführen. Das ist aber recht begrenzt. Ich könnte zwar einen Zahn ziehen, eine Wunde nähen, Blut abnehmen, aber zu einer Blinddarmoperation würde es nicht reichen. Für den Rest hat man Hilfe vom Boden. Wir haben jederzeit in der Bodenkontrolle einen Flight Surgeon, einen Fliegerarzt, der bereit ist, mir zur Hand zu gehen, und der mir sagen könnte, hier schneiden, hier nähen, hier eine Spritze. Wenn was wirklich Schlimmes passiert, ja, dann muss man nach Hause fliegen. Wir haben immer die Kapsel, mit der wir gestartet sind. Die ist immer startklar für einen Heimflug. Innerhalb von wenigen Stunden wären wir auf der Erde. Sie haben diesmal auch einen Assistenten dabei. Was werden seine Aufgaben sein? Sie meinen Cimon, unser künstlich-intelligentes Assistenzsystem. Ja, ich bin mal gespannt, wie er sich verhält. Das ist ein Testbetrieb, also man darf sich das jetzt noch nicht so vorstellen, als ob er mir Kaffee bringt und Werkzeuge. So weit ist er leider nicht. Aber das ist das Schöne daran, wenn man Technologien entwickelt, wir wollen herausfinden, wie man so ein Ding bauen muss, dass es einem wirklich was hilft. Letztendlich wird es vielleicht meinen Kollegen zu Gute kommen, die irgendwann mal zum Mars fliegen. Es gibt viele wichtige Anwendungen, wenn man zum Beispiel eine Reparatur hat an Bord. Auf dem Weg zum Mars kann solch ein Roboter Gold wert sein. Eine Raumstation wie die ISS oder ein Raumschiff ist immer ein human-robotisches System. Wir sind zu neunzig Prozent robotisch und zu zehn Prozent human. Das ist eine Synergie, mit der wir das beste Resultat erreichen können. Wenn wir nur robotisch fliegen würden, dann würden die menschliche Intuition und das schnelle Reagieren auf unbekannte Situationen fehlen. Und nur alleine als Mensch, ja, da könnten wir noch nicht mal starten. Was nehmen Sie in Ihrem persönlichen Gepäck mit? Beim letzten Mal habe ich mir wahnsinnig Gedanken darüber gemacht. Diese anderthalb Kilo, ich habe da sehr viel Signifikanz reininterpretiert, weil ich gedacht habe, es wird bestimmt Momente geben, wo ich da oben sitze und Heimweh habe. Aber ehrlich gesagt, ich habe gemerkt, ich brauche da oben überhaupt nichts. Alles, was man logistisch braucht, also Essen, Klamotten und so weiter, hat man. Ich denke, was mir wichtig war und ist, sind Fotos von Freunden, von meiner Familie, vielleicht ein paar Andenken, die ich in meiner Kabine aufhängen kann. Zudem sind die Kommunikationsmöglichkeiten da oben sehr gut. Ich kann meine Familie jeden Tag auf dem Handy anrufen. Haben Sie Lieblingsplätze auf der ISS? Ein toller Platz ist die Cupola – die Kuppel der ISS. Ich habe es aber auch immer genossen, mich mal in irgendeine Ecke zu verziehen, in der ich sonst fast nie bin. Es gibt ja Module wie die russischen Wissenschaftsmodule, da kommt man als auf unserer Seite arbeitender Astronaut relativ selten hin. Wir können da überall hinfliegen. Manchmal habe ich mich auch in meine Sojus reingesetzt, einfach mal auf den Sessel gesetzt und zum Fenster rausgeschaut. Und dann gibt es in den ganzen Modulen auch Fenster, die zwar relativ klein sind im Vergleich zur Cupola, die einem aber einen besonderen Blickwinkel auf die Raumstation ermöglichen. Oder manchmal auch nach oben raus, was man relativ selten sieht. Die meisten Fenster in so einer Raumstation gehen nach unten raus, also zur Erde hin. Die Raumstation wird immer so ausgerichtet, dass die Erde unten ist. Und dann ist es wirklich schön, auch mal oben rauszuschauen und plötzlich die Milchstraße zu sehen. Sie sind jetzt Commander auf der ISS, davon träumen sicherlich viele Menschen. Wovon träumen Sie noch? An Träumen hat es mir noch nie gemangelt. Nur dadurch, dass ich jetzt einen Teil meiner Träume realisieren konnte, sind die anderen nicht weniger geworden. Also ich finde es nach wie vor total spannend zu reisen, mir wieder mal ein paar Vulkane anzuschauen, vielleicht noch mal in die Antarktis zu gehen. Ich freue mich darauf, mit meiner Partnerin durch den Himalaja zu wandern. Das sind alles Dinge, von denen ich träume. Zur ISS zu kommen ist wunderschön, aber natürlich träumt jeder von meinen Kollegen, und ich eben auch, weiter rauszufliegen, zum Mond und weiter zum Mars, auf diese Abenteuer zu gehen, die Geheimnisse zu lüften, die da draußen auf uns Menschen warten. ◆ Das vollständige Interview sowie weitere Informationen finden Sie hier: www.helmholtz.de Hanix Nr. 55 INTERVIEW DES MONATS

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Titelthema: [S. 46–73] 100 GRÜNDE FÜRS BLEIBEN UND KOMMEN TEIL 2: 51 – 100 »Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen.« Theodor Fontane (1819 – 1898), dt. Schriftsteller, Journalist, Erzähler und Theaterkritiker Artwork: Kathrin Leisterer-Miskovic Hanix Nr. 55 HEILBRONN – MEISTERHAFT → S. 46 Teil 2: 100 Gründe fürs Kommen und Bleiben → S. 56

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In keiner anderen Sprache hat das Wort »Meister« eine solche Vieldeutigkeit wie im Deutschen. Doch wie ist das mit den Meistern und den Meisterwerken in Heilbronn? Ständig ist hier die Rede von »Dynamik«, »Aufbruch«, »Gesamtkunstwerken« – so ganz nach dem Motto »Wir sparen an nichts, wir nehmen die größten Karos«. Die Binsenwahrheit »Nur in der Beschränkung zeigt sich der Meister«, kann man sich schenken. Doch indiziert nicht gerade der übermäßige Gebrauch von Superlativen und Anglizismen eher einen Minderwertigkeitskomplex des »offiziellen Heilbronns«, in dem so viele glauben, ihre Weit- und Weltläufigkeit unterstreichen zu müssen, so als befände man sich im permanenten Business-Talk? Man muss sich nur mal das Wortgeschwurbel um die Buga anhören: eine einzige sprachliche Unart zur Standortbestimmung der Stadt. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Meli Dikta, Archiv, Haus der Stadtgeschichte, Knorr, DFB & Kunsthaus Kende Heilbronn – Meisterhaft Wie sieht es mit dem aus, was über alle Wortwolken hinaus, wirklich zählt, welche Meister und welch Meisterliches gibt es in Heilbronn? Dies festzustellen ist keine Zählübung. Was man hier auf der Haben-Seite verzeichnen kann und auch das, was es an Erscheinungen im Negativen gibt, das bestimmt und formt Heilbronner Identität, hier geht es nicht um Wortkaskaden, hier geht es um Substanz. Heilbronn hat ein Meisterwerk, das alles überragt: den Kiliansturm. Er und der Seyffer-Altar sind zwar in ihrer kunstgeschichtlichen Bedeutung anerkannt, aber warum kennt jeder in Deutschland das Ulmer Münster, nicht aber den Kiliansturm? Nur weil dieser hundert Meter höher ist? Oder vielleicht deshalb, weil er für die Stadt an der Donau einen ganz 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 anderen Stellen- und Präsentationswert hat als der Kiliansturm für die Stadt am Neckar? In all den umfangreichen Anstrengungen, Heilbronn zur Buga gut zu verkaufen, konnte die Autorin nicht ein einziges Mal erkennen, dass man dabei auch diese beiden »Meisterwerke« im Blick hätte. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Das astronomische Kompendium aus der Werkstatt des Heilbronners Johann Antoni Linden wurde 1857 durch das British Museum London erworben. Beginnen wir mit einem handwerklichen Meisterstück aus Heilbronn, dem »astronomical compendium«, einer Kostbarkeit, für die man, um sie zu sehen, nach London, ins British Museum fahren müsste. Es kommt nicht oft vor, dass sogar der »Spiegel« ein Meisterwerk aus Heilbronn abbildet oder darüber berichtet, sieht man von Dieter Läpples »Käthchenskulptur« (die man schon als sein Meisterwerk bezeichen kann und den Kunstskandal darum) einmal ab. In der vielbeachteten »Germany-Ausstellung« 2014 in London war neben Goethe-Porträts, Werken von Gerhard Richter und Anselm Kiefer, Luther-Handschriften und Riemenschneiderfiguren auch dieses Musterexemplar von frühem schwäbischen Tüftlersinn zu sehen. Das seltene Prestigeobjekt der Renaissance war ein »Spielzeug« für Reiche, bestens geeignet, damit so anzugeben, wie es die ersten Besitzer der Smartphones taten. »So etwas konnten sich nur sehr betuchte Leute leisten«, sagt auch Peter Wanner vom Stadtarchiv Heilbronn. Nicht viel größer als ein Zigaretten-Etui ist dieses kleine, mechanische Wunderwerk, das der im Jahr 1540 geborene Heilbronner Silber- und Goldschmied Hans Antoni Linden gefertigt hat, ein Kompass, ein Astrolabium (damit berechnet man die Stellung von Gestirnen) und eine Uhr in einem. Erster Besitzer des 1596 gefertigten Stückes war der Würzburger Christopher Leibfried, er hatte »musikalische« Beziehungen zu Heilbronn. Wanners Bemühen herauszufinden, wie das kostbare Stück von Heilbronn nach London kam, war nicht ganz vergeblich. Laut Auskunft aus London erwarb es 1857 der Londoner Möbelschreiner, Antiquitätenhändler und Sammler John Webb in 8, Old Bond Street. Weltweit gibt es nur noch zwei bekannte, vergleichbare Exponate. Aber immerhin besitzt das Stadtarchiv einen »Häufebecher« (Stapelbecher) aus Silber von Hans Antoni Linden. Zuletzt, in den Zeiten der D-Mark, wurde sein Wert mit etwa 40.000 Mark beziffert. Linden, schon zu Lebzeiten über Heilbronn hinaus bekannt, besaß ein Haus am Kieselmarkt. Die Gravur des Astrolabiums ist in Latein und eine Gebrauchsanweisung für das Leben: Man solle beachten, dass die Schatten die Zeit in Stunden teilen und dass die Zeit fließt. Das menschliche Leben sei wie der Weg eines Schattens, der Tod die Schwelle, die man überschreite: »Genieße das Leben ohne Angst vor dem Tod. Das Leben währt nicht ewig. Der Tod ist die Pforte zum Leben: In der Zukunft wirst Du Dich an Dein Leben erinnern. In Christus erkennen wir das Leben und Sterben.« »Tod und Leben« – man sagt so dahin, dass es dabei auch »um die Wurst« geht. Mit so einer Wurst kann Heilbronn dienen, ein »Meisterwerk«, das Weltgeschichte schrieb, vor dem Verhungern bewahrte, Leben verlängerte, aber auch einen Krieg. Es ist die MEISTERHAFTES HEILBRONN machen glücklich

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Werbeplakat für die Erbswurst von Knorr Technische Zeichnung des Alten Stadttheaters Knorr-Erbswurst! Nicht nur in schwäbischen Haushalten war sie die Notration für alle Lebenslagen. Heerscharen von Soldaten, vor allem jene in den Schützengräben des 1. Weltkrieges, ernährte sie. Die Erbswurst ist vermutlich das erste industriell hergestellte Lebensmittel-Fertigprodukt – heute heißt das »Convenience-Food« – aus dieser wurstähnlich verpackten Masse kann man in Nullkommanichts, nur mit kochendem Wasser, eine sämige, nahrhafte und lebensrettende Suppe zubereiten. Heute schmeckt sie, auch dank verschiedener Geschmacksvarianten, vermutlich anders als 1867, dem Jahr, in dem sie der Berliner Koch und Konservenfabrikant Johann Heinrich Grüneberg entwickelte. Geschichtskenner wissen, was drei Jahre später folgte: der deutsch-französische Krieg mit der nachfolgenden Gründung des Deutschen Kaiserreiches. Dass es mit dem »siegreich woll’n wir Frankreich schlagen« so gut geklappt hatte, daran hatte die Erbswurst mindestens den gleichen Anteil wie die »Dicke Berta« aus der Kruppschen Kanonenfabrik, eben als Produkt aus der »Gulasch-Kanone«. Strategisch weitblickende preußische Generäle teilten sie schon wenige Tage nach Kriegsausbruch 1870 als eiserne Ration an die Soldaten, ein Staatsunternehmen produzierte täglich bis zu 65 Tonnen »Erbswurst« für die Front. Der eigentliche Siegeszug aber begann, als sie auch in den Haushalten Einzug hielt, nachdem 1889 die Heilbronner Brüder Knorr die Rechte erworben hatten. In den Regalen der Supermärkte ist sie bis heute zu finden, jemand hat ausgerechnet, dass man aus einer Erbswurst sechs Teller »köstliche Erbsensuppe« machen kann – für gerade mal 25 Cent. Wie schön wäre diese Geschichte, wenn ihr nicht gerade jetzt und Heilbronn als Knorr-Standort ein trauriges Ende drohte. »Mensch vor Marge« stand auf einem der Protestplakate der »Knorrianer«, deren heutige Chefs alles andere als »königliche Kaufleute« sind. Vor allem »königliche Kaufleute« in Heilbronn waren es, die den Bau des alten Stadttheaters, des sog. Fischer-Baus, finanzierten (es gab keinerlei öffentliche Gelder damals dafür!) – und was für ein Meisterwerk war doch dieses Haus. Gerade in diesen Tagen ist ein umfangreicher Band zu den Werken von Theodor Fischer zu seinen sog. »Stuttgarter Jahren«, in die auch der Bau des Heilbronner Theaters fiel, erschienen (Rose Hajdu und Dietrich Heißenbüttel – Theodor Fischer. Architektur der Stuttgarter Jahre). Was der Krieg von diesem Haus übrig ließ, haben »geschichts- und skrupellose Heilbronner« dann gründlich erledigt. Man könnte sich die Haare raufen, ob des politischen wie medialen Banausentums, das damals in der »Kulturwüste Heilbronn« herrschte, das es möglich machte, das Meisterwerk Fischers in die Luft zu jagen und auch noch stolz darauf zu sein. Obwohl der Architekt des heutigen Baues, Graubner, auch Lösungsvorschläge dafür hatte, wenigstens Teile des Hauses zu erhalten, z. B. die Fassade in einen Neubau einzugliedern. Nein, man versuchte nicht einmal zu retten, was zu retten gewesen wäre. Nicht unbedingt die Plüschvorhänge, die da noch hingen, aber z. B. all den schönen Wandschmuck, die Intarsien des Foyers und die in Sandstein gehauenen Harpyien und Feen der Fensterlaibungen, die man dem Lapidarium der Stadt hätte überlassen können so wie z. B. die Köpfe, die jetzt auf dem Theaterbalkon stehen. Das alte Stadttheater war ein Bau, auf den der Begriff des »Gesamtkunstwerkes« wirklich zutraf. Bauherren und vor allem der Architekt hatten größten Wert darauf gelegt, zeitgenössische Künstler mit einzubeziehen, einer von ihnen war Jakob Wilhelm Fehrle (1884 – 1974). Er hat viel in Heilbronn gewirkt, erhalten ist noch sein »St. Florian« vor einem Haus in der Moltkestraße, das eine Versicherung nach dem Krieg hier errichtete. Das passt. Was aber gar nicht passt, ist die Tatsache, dass den in Schwäbisch Gmünd geborenen Bildhauer, der in Paris die Bekanntschaft von Maillol und Picasso machte und von den Nazis zum entarteten Künstler »geadelt« wurde, in Heilbronn, der Stadt, zu der er nicht zuletzt wegen seiner Freundschaft zu Theodor Heuss (von ihm stammt dessen berühmte Porträtbüste von 1963) so enge Beziehungen hatte, kaum jemand mehr kennt. In seinem Essay »Der neue Theaterbau« beschreibt Heuss den Bauschmuck des Theaters so: »Umso lebhafter darf dann die Anerkennung sein. Sie gilt vor allem der Verwendung des plastischen Schmucks an den Fenstern der Fassade, der kräftig, phantasievoll und dabei doch nicht plump und anmaßend wirkt. Die beiden Bildhauer Fehrle und Gimmi haben hier den Ideen des Baumeisters einen überzeugenden Ausdruck geschaffen.« Ein Meisterwerk Fehrles für das Theater war eine Frauenplastik, er galt ja schlechthin als »der Bildhauer der Frauen und Mädchen«, die den Krieg und die Sprengung überlebt hat und die Fehrle wohl zurückgekauft hat. Seine Skulpturen haben auf dem Kunstmarkt immer noch ihren Preis, die Mädchen-Skulptur »Nr. 4« aus dem Theater für Heilbronn zu sichern, wäre, wenn gewollt, möglich gewesen. 1974 wurden im Historischen Museum Heilbronn im Rahmen der Ausstellung »Blüte und Untergang des alten Theaters« dessen »Überreste« gezeigt. Nicht so vergessen wie Fehrles Beitrag zur Kunst in Heilbronn sind die Meisterwerke aus der Bruckmann-Silbermanufaktur. Die Städtischen Museen haben, neben durchaus wertvollem Alltagssilber auch einige herausragende Exponate davon in ihrer Sammlung, aber eben nur einen sehr kleinen, bescheidenen Teil dessen, was noch erhalten ist. Auch da muss sich fragen: Wo waren die kunstbeflissenen Heilbronner, als die 1805 gegründete Silbermanufaktur nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten 1968 erst in die Hände zwielichtiger Investoren fiel, um dann 1973 Konkurs anzumelden. Was hätte man da, z. B. aus der Insolvenzmasse, noch alles retten können und man müsste jetzt nicht neidvoll auf das Landesmuseum Stuttgart oder das Bröhan-Museum in Berlin schauen. Paula Straus (1894 – 1943) ist erst vor wenigen Jahren durch Ausstellungen im Badischen Landesmuseum Karlsruhe und im MEISTERHAFTES HEILBRONN Hanix Nr. 55

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Ein seltener Art Déco Servierlöffel von Paula Straus für Bruckmann & Söhne Bröhan-Museum in Berlin sozusagen wiederentdeckt worden. 1894 in Stuttgart geboren, absolvierte sie als eine der ersten Frauen überhaupt eine Ausbildung zur Gold- und Silberschmiedin an der renommierten Kunstgewerbeschule in Stuttgart und wurde 1925 von Peter Bruckmann jr., damals auch Vorsitzender des Deutschen Werkbundes, in das Design-Atelier seiner Silberwarenfabrik in Heilbronn berufen. Bis 1933 konnte sie als Jüdin unbehelligt arbeiten, über hundert Entwürfe für Tafelsilber, also Kaffee- und Teeservices, Leuchter, Kannen, Terrinen, Schalen, Bestecke, aber auch christliche und jüdische Kultgeräte entstanden, die teilweise noch nach 1945 hergestellt wurden. Als Folge der Weltwirtschaftskrise wurde sie 1933 entlassen, konnte noch ein knappes Jahr für WMF als Goldschmiedin arbeiten, aber im Gegensatz zu ihrer Schwester Lilly gelang ihr nicht die Flucht vor den Nazis. Sie wurde 1942 nach Theresienstadt deportiert, ein Jahr später in Auschwitz ermordet. Teile ihrer Arbeiten konnte sie noch verstecken, heute ist das Jüdische Museum in Berlin stolz darauf, dass es 2015 für seine Judaica-Sammlung den Nachlass von Paula Straus erhielt. In Stuttgart erinnert ein Stolperstein an sie, Karlsruhe und Berlin ehrte sie 2011 mit der Ausstellung »Frauensilber«. Ein vierteiliges Tee- und Kaffeeset, 1926 in Heilbronn für Bruckmann entstanden, erzielte bei einer Versteigerung bei Sothebys 24.000 Dollar – als Quellenangabe wurde u. a. der Katalog zur Heilbronner Ausstellung in den Städtischen Museen von 2001 »Silber aus Heilbronn für die Welt – P. Bruckmann & Söhne (1805 – 1973)« genannt. In der Dauerausstellung im Deutschhof reihen sich Meisterwerke an Meisterwerke, Silber und Porzellan, auch aus der Sammlung Becker-Franck, prunkvoller geht es kaum mehr, »tote Gegenstände« ja, aber nicht, wenn man »lebendig« mit ihnen umgeht, wenn man sie wahrnimmt und nutzt. Doch weder hat dieses Erbe, haben diese Schätze und Meisterwerke Eingang gefunden in die neue Marketing-Konzeption der Stadt, noch spielt der Umgang mit ihnen eine Rolle in der gerade entstehenden Kulturkonzeption. Wenn unter den hoffentlich nach Heilbronn kommenden zwei Millionen Buga-Besuchern auch nur ein einziges winziges Prozent kunstinteressiert ist, wird es Heilbronn verlassen, ohne z. B. zu wissen, dass die Stadt ein Konvolut an Beuys-Multiples hat. In einem Heilbronner Adressbuch von der vorletzten Jahrhundertwende findet sich der Eintrag: »Frentz, Albert, Gastwirt und Koch, Lothorstraße 47«. Am 21. August 1907 wurden ihm und seiner Frau Wilhelmine, als geborene Neher aus einer angesehenen Heilbronner Bürgerfamilie stammend, ein Sohn geboren. Sie nannten ihn Walter. Albert Frentz bewirtschaftete zusammen mit einem Partner u. a. die damalige Harmonie. Fünf Jahre später zog die Familie nach Stuttgart, seine Geburtsstadt hat Walter Frentz aber nie aus dem Auge und dem Gedächtnis verloren. Als Sechzehnjähriger begeisterte er sich für den Kanusport, seine

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Das Auge des Dritten Reiches. Hitlers Kameramann und Fotograf Walter Frentz zweite Leidenschaft waren Fotografieren und Filmen. 1927 begann er ein Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule München, dann in Berlin. Mitbewohner in der dortigen WG war ein Architekturstudent namens Albert Speer, beide teilten den Spaß am Kanusport. Dem von ihm gegründeten »Hochschulring Deutscher Kajakfahrer« stand Frentz sechs Jahre als »Ringführer« vor. Seine Filmaufnahmen von Kajakfahrten, aufgenommen mit der Handkamera, müssen so spektakulär gewesen sein, dass sie ihm zu erster Berühmtheit verhalfen und der dann folgenden Karriere. Speer empfahl Frentz der Filmemacherin Leni Riefenstahl, so wurde er »Das Auge des Dritten Reiches – Hitlers Kameramann und Fotograf«, wie der Historiker und Schriftsteller Hans Georg Hiller von Gärtringen seine Frentz-Biographie nannte (Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006). Im Klappentext heißt es dazu: »Der Kameramann und Fotograf Walter Frentz lebte und arbeitete von 1940 – 1945 im unmittelbaren Umfeld Hitlers. Die dort entstandenen zahllosen Farbfotos vermittelten eindrucksvoll die erschreckend banale Atmosphäre in Hitlers Hauptquartieren« und er bezeichnet Frentz als »einen unbekannten Propagandisten des Dritten Reiches«. Tatsächlich ist kaum ein Fotograf Hitler so oft so nahe gekommen wie er. Hitler muss ihm vertraut haben, so hat er auch auf dessen Wunsch den Einmarsch in Österreich 1938 filmisch dokumentiert. Von ihm stammen die Bilder, die ständig und überall in den »History-Dokus« laufen, über 20.000 Fotos und unzählige Filmrollen entstanden damals. Mehr als jede demokratische Staatsform sind Diktaturen auf die Inszenierung von Bildern angewiesen. In Deutschland gibt es – gottseidank – nicht viel davon, mal einen »Großen Zapfenstreich«, dann Aufmärsche der Bundeswehr bei Staatsbesuchen oder Staatsbegräbnissen, wogegen sich die DDR in bester stalinistischer Tradition präsentierte und das Volk zum Jubeln verdonnerte. Wer heute die Paraden eines Kim Jong-un oder Putins Aufmärsche im Stechschritt sieht, dem muss das Grausen kommen. Die Begründer dieser meisterhaften Massen-Inszenierungen waren die Propagandisten des Hitler-Regimes, niemand hat sie besser in Szene gesetzt als Leni Riefenstahl in ihren Filmen mit dem Kameramann Walter Frentz. Er filmte u. a. den berühmten Marathonlauf in Riefenstahls »Olympiafilm«, war Kameramann bei den Parteitagsfilmen »Sieg des Glaubens« und »Triumph des Willens«. Die Bildeinstellungen, der abrupte Wechsel von Nahaufnahmen zur Totalen, die spektakulären Kamerafahrten, die die Riefenstahl-Filme für Filmästheten bis heute so einmalig machen, werden zu Unrecht ihr zugeschrieben. Erste Filmdokumente von Frentz zeigen, dass er diese Bildsprache und Stilmittel schon beherrschte, bevor er Riefenstahl traf. Im Jahr 2008 hat sich auch der »Spiegel« mit Frentz beschäftigt und geschrieben: »Walter Frentz ... kennt kaum jemand. Dabei war er es, der das Bild der Zeitgenossen vom ›Dritten Reich‹ weit stärker prägte als Speer mit seinen Monumentalbauten oder Riefenstahl mit ihren Propagandafilmen – und es bis heute weiter tut. Denn als ›Kameramann des Führers‹ war Frentz so etwas wie das Auge des ›Dritten Reiches‹«. Frentz hielt Riefenstahl die Treue bis zu deren Tod, verbürgt sind nostalgische Treffen. »Der Tod ist ein Meister aus Deutschland« heißt es in der berühmten »Todesfuge« von Paul Celan. Frentz war auch ein Meister des Todes und dessen Bilder. Er konnte sich nicht nur in der unmittelbaren Umgebung Hitlers und seiner Spießgesellen unbefangen bewegen und fotografieren, ob auf dem Obersalzberg (wo er die letzten Kriegstage verbrachte), sondern auch an geheimen Orten: »Er fotografiert aber auch die Montage der V-2 im KZ Mittelbau Dora (Anm: KZ Nordhausen in Thüringen) und bringt es mit geschicktem Lichteinsatz fertig, dass die Gefangenen aussehen, als wären sie Statisten in einem Hollywood-Film« (Zitat Rainer Huhle). Frentz war nie Mitglied der NSDAP, wohl aber der SS, als Uniformierter begleitete er Himmler 1941 an die Front, u. a. nach Weißrussland. Hier entstanden Bilder und Filme, nicht für die Öffentlichkeit bestimmt (im Gegensatz zu der in allen Kinos laufenden Ufa-Wochenschau, die Frentz ebenfalls mit einschlägigem Bildmaterial versorgte), denn sie zeigen u. a. Himmler im harmlosen Gespräch mit Einheimischen kurz vor deren Ermordung. Frentz war, davon kann man mit Sicherheit ausgehen, mehrfach Zeuge solcher Massaker, sein Sohn Hans-Peter sagte 2001 dem »Tagesspiegel« (ihm waren damals aus dem Erbe seines Vaters wertvolle Filme, Fotos und Kopien gestohlen worden), dass sein Vater erlebt habe, wie die SS 1941 in Minsk Tausende Juden erschoss, er sei »total entsetzt« gewesen, habe sich aber bis in die 70er Jahre an das Redeverbot gehalten, das ihm ein General nach dem Massaker auferlegt hatte. Wie sehr auch das Zerstörerische diesen Meister des Lichts und der Fotografie bewegt und gefesselt hat, zeigen seine – nicht im offiziellen Auftrag erstellten – Fotoserien von zerbombten deutschen Städten schon während der Nazizeit. Die Zwinger-Ruine in Dresden fotografierte er in Farbe, mit meisterlichem Bildaufbau und ebenso kalkulierten Licht- und Schattenwirkungen. Das Foto sieht aus wie das Gemälde eines alten Meisters. Frentz hat nach dem Krieg weiter als Fotograf gearbeitet. 1947 fotografierte er das zerbombte Rathaus wie eine Filmkulisse. Und er hat es noch ein weiteres Mal mit Heilbronn versucht, 1990, und das mit großer Dreistigkeit. Schriftlich wandte er sich an den damaligen OB Manfred Weinmann und an die VHS, um in Heilbronn »im Namen der Humanität« einen Vortrag über »das andere Deutschland« zu halten. Gemeint ist die frühere DDR, der gegenüber »bei uns im Westen immer noch eine geistige Mauer« besteht. Der VHS schrieb er: »Ich bin bereit dazu, wenn sie den Mut dazu haben?« Der nichtsahnende OB beantwortete das Schreiben freundlich, reichte es an seinen ebenfalls nichtsahnenden Hautamtsleiter weiter, der der VHS dann die Durchführung des Vortrages empfahl und an Frentz schrieb: »Wir danken Ihnen für Ihr Angebot und würden es begrüßen, wenn Sie Ihren Vortrag in Heilbronn halten könnten.« Die damalige VHS-Leiterin, Dorothea Braun-Ribbat sagt, auch sie habe seinerzeit nicht gewusst, wer Frentz gewesen sei, aufgrund der Diktion und Optik des Briefes aber irgendwie »den Braten gerochen« und den Vortrag abgelehnt. Frentz’ Sohn Hans-Peter stellt seinen Vater politisch neben Riefenstahl und berichtet, dass er u. a. für das Deutsche Jugendherbergswerk und das Bundeswirtschaftsministerium arbeitete, sich nach dem Krieg vor allem den Themen Natur- und Umwelt zugewandt und als einer der ersten 1960 mit einem Film vor Umweltverschmutzung warnte. Was bleibt: Zwischen Frentz und dem 4. Dezember 1944 gibt es eine direkte Verbindungslinie. Auch 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 MEISTERHAFTES HEILBRONN Trainerlegende Dietrich Weise verließ 1958 die DDR und spielte fortan in Neckarsulm und Heilbronn wo er heute noch lebt. die Heilbronner haben sich von seinen meisterhaften Bildinszenierungen beeindrucken, verführen und in den Abgrund locken lassen, vielleicht nicht ahnend, dass er einer von ihnen ist, aber gewiss nicht »nichtsahnend«. Was Bildinszenierungen betrifft: In der letzten Ausstellung des Museums Würth waren die Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien zu Gast in der Kunsthalle Schwäbisch Hall, die Ausstellung hieß »Verborgene Schätze aus Wien«, darunter waren Werke von Botticelli, Rubens, Dürer, Rembrandt, Klimt, Warhol – und von Füger und mit Füger. Heinrich Friedrich Füger (1751 – 1818), ein »echter« Heilbronner, Sohn eines pietistischen Pfarrers, der damals ranghöchster Heilbronner Geistlicher war, brachte es als Maler in Wien zu Ansehen bis in die höchsten Kreise, vor allem dank seiner Porträts. Ein Bild in der Schwäbisch Haller Ausstellung schilderte eine Szenerie in der Wiener Kunstakademie, im deren Zentrum Heinrich Füger als der große Lehrmeister sitzt. Er war nicht nur Direktor der Wiener Kunstakademie, er wurde später auch Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie. Schade, dass dieses Bild bei der Füger-Ausstellung 2011/2012 in der Kunsthalle Vogelmann nicht zu sehen war. Die städtischen Museen hatten »dem berühmtesten Künstler seiner Heimatstadt Heilbronn« eine beeindruckende Ausstellung mit prominenten Leihgebern gewidmet, um ihm, wie es damals hieß, »wieder den gebührenden Rang und die entsprechende kunsthistorische Bedeutung zuzuweisen«. Hat schon mal jemand etwas davon gehört, dass man Füger den Buga-Besuchern nahebringen wollte? Um nochmal auf die Buga zurückzukommen: In Heilbronn haben etliche Künstler, die eine besondere Beziehung auch zur Natur und zu Gärten haben, Meisterwerke hinterlassen. Zum Beispiel Robert Schad, von dem erst vor Kurzem aus der Stiftung von Erwin Fuchs auf dem Böckinger Friedhof ein Kunstwerk, eine in den Himmel ragende Skulptur, enthüllt wurde. Erwin Wortelkamp, von ihm stammt die zweiteilige Skulptur am Behördenzentrum und eine Stele, die derzeit aus dem Stadtgarten ausgelagert ist, hat 1986 sein Gartenprojekt »im Tal« (im Westerwald) begründet, wo er mit Künstlerkollegen und Landschaftsarchitekten zehn Hektar Wiesen, Weiden und Felder zu einem Gesamtkunstwerk von Flora, Fauna und Kunst gestaltete, das diesen Namen verdient. Die große Affinität von bildenden Künstlern zu Gärten und – selbstredend zur Architektur – hat auch der Heilbronn verbundene Bildhauer Anselm Reyle, der zunächst eine Ausbildung als Landschaftsgärtner gemacht hat, bevor er als Bildhauer und Künstler in die Klasse der höchstdotierten aufstieg. Das Wohnhaus, das er zusammen mit seiner Frau, der Architektin Tanja Lincke in Berlin geschaffen hat, mit dem er Beton und Pflanzenwelt in eine Symbiose brachte, hat für internationales Aufsehen gesorgt. Sind diese Künstler zu groß für die Buga? Reyle wäre durchaus ansprechbar gewesen, wie er gegenüber Hanix sagte. Die Natur als Meister und Vorbild wird gerade auf einem ganz anderen Feld »beackert« – im Zukunftspark Wohlgelegen. Auf die Frage an ZFHN-Geschäftsführer Thomas Villinger, ob es hier Entwicklungen gebe, die man als »meisterhaft« bezeichnen kann, sagte er, ohne lange zu überlegen »ja«. Man sagt es so leichthin »Ohne Moos nix los!«, aber hier hat man ernst genommen, dass die Natur eigentlich nichts anderes ist als ein Meisterwerk – im Makro- wie im Mikrokosmos. Die Heilbronner Greenovation Biotech GmbH hat ein Verfahren entwickelt, die speziellen Eigenschaften der Moospflanze genetisch so zu verändern, dass sie hochspezialisierte Wirkstoffe zu Behandlung seltener Krankheiten produziert. Mooszellen können Menschenleben retten. In diesem Fall geht es um »Morbus Fabry«, eine genetisch bedingte Stoffwechselstörung, die zum Tod führen, inzwischen aber behandelt werden kann. »Genetisch veränderte Moospflanzen erzeugen unter optimierten Bedingungen menschliche Eiweiße, die später als Medikamente eingesetzt werden können. Wir stellen hier keine pflanzlichen Wirkstoffe her, sondern hochspezialisierte menschliche Enzyme«, sagt Dr. Thomas Frischmuth, Geschäftsführer der Greenovation GmbH. Bioreaktoren mit einem Volumen von 100 Litern produzieren den gewünschten Wirkstoff in den High- Tech-Laboren des vom Zukunftsfonds Heilbronn unterstützten Unternehmens. Mit der Zulassung zur klinischen Phase 1-Studie hat die Greenovation einen Durchbruch bei der Entwicklung des ersten moosbasierten Medikaments zum Einsatz beim Menschen erzielt. »Wir haben in den vergangenen Jahren mit sehr großem Einsatz auf diesen Meilenstein hingearbeitet«, erklärt Frischmuth; und: »Wir sind begeistert von den tollen Daten aus unserer Phase 1-Studie zur Entwicklung von »moss-aGal«. Die Pläne für eine klinische Studie II/III sind bereits in Arbeit. Wir erwarten die Marktreife des Produktes zu Beginn des nächsten Jahrzehnts.« Man habe hier einen sehr interessanten Markt und profitiere bei seltenen Erkrankungen von erleichterten Zulassungsbedingungen für Medikamente, sagt Frischmuth weiter zu den positiven Aussichten der Greenovation. Das Grünzeug, das jeder Gärtner in seinem Rasen als fast unausrottbar hasst, hat damit auch eine Lehre bereit: Verachtet die Kleinen nicht! Einem Meister aus Heilbronn, dem Weltmeister Carlo Losch, hat man die Meisterehren nicht verwehrt. Seine erste Weltmeisterschaft im Rollschuhlauf gewann er 1958, insgesamt holte er fünf Weltmeistertitel, war damit lange Zeit der erfolgreichste Rollkunstläufer aller Zeiten und erhielt einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde. Für die FDP saß der Architekt seit 1971 im Gemeinderat, übte das Amt 40 Jahre aus. Ein »Meistermacher«, der in Heilbronn lebt, ist Dietrich Weise, mit ihm als Trainer wurde der 1.FC Kaiserslautern 1974 und 1975 DFB-Pokalsieger, mit der deutschen U18-Nationalmannschaft, 1981 mit der U18 Europameister und mit dieser Mannschaft dann auch in Australien U20-Weltmeister und schließlich führte er 1989 den Kairoer Verein Al-Ahly zur ägyptischer Fußballmeisterschaft – um hier nur einige der weltweiten Erfolgsstationen zu nennen. Auf so viel Meisterschaft in Heilbronn kann man auch Mal das Glas heben! Was drin sein sollte? Zum Beispiel der Bürgerwein, den die WG Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg und das Weingut G.A. Heinrich jährlich abwechselnd kreieren, immer eine meisterlich komponierte Cuvée. ◆

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Die Meister des Handwerks »Verachtet mir die Meister nicht und ehrt ihren Stand« heißt es in Richard Wagners »Meistersingern«, deren (Frauen)-Held ein Schuhmachermeister ist. Dass die Kreissparkasse Heilbronn jährlich einen Handwerker-Preis ausschreibt, ist nicht Marketing-Maßnahme, sondern auch ein Hinweis auf dessen Stellenwert. Aber wie sieht es tatsächlich mit dem Handwerk und den Meistern aus? Hanix hat danach gefragt und MONIKA DIETRICH, die das Referat Meisterprüfung bei der Handwerkskammer Heilbronn-Franken leitet, hat geantwortet. Von Brigitte Fritz-Kador, Foto: Nico Kurth Hanix: Welche Trends zeichnen sich ab, welche Berufe sind die Gewinner und welche die Verlierer? Monika Dietrich: In den zulassungspflichtigen Gewerken gibt es keinen eindeutigen Trend, sondern nur jährliche Schwankungen. In den zulassungsfreien Gewerken sind die Zahlen der Meisterweiterbildungen zurückgegangen. Allerdings erleben wir hier, dass man sich die Meisterpflicht wieder zurückwünscht. Der Meisterbrief ist und war ein Alleinstellungsmerkmal und steht für Können und Qualität. Die Gewinner sind eindeutig die Meisterbriefinhaber, denn sie sind die gefragten Fach- und Führungskräfte von heute. Die Bedeutung der meisterlichen Weiterbildung hat in den letzten Jahren stark an Gewicht gewonnen, besonders durch die Gleichstellung des Bachelors und des Meisters auf der Stufe sechs des deutschen Qualifikationsrahmens. Mit dem Meister hat man auch die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und Berechtigung zum Studium an einer Universität. Diese wichtige Anerkennung der Meisterweiterbildung macht sie noch attraktiver. Dies muss aber auch so in der Gesellschaft kommuniziert werden, um die Ausbildung und letztendlich die Weiterbildung zum Meister wieder für die Schulabgänger interessant zu machen. Welchen Stellenwert hat die »meisterliche« Beherrschung eines Handwerkes noch, bzw. in welchen Berufen kommt es immer noch darauf an, wie z. B. Friseur, Schneider etc.? Der Meisterbrief ist ein Vertrauens- und Qualitätssiegel für Geschäftspartner und Endkunden. Man denkt nur nicht immer daran, wenn man sich z. B. in einem Friseursalon die Haare schneiden oder von einem Zimmerer das Dach erneuern lässt. Erst wenn es diese Standards nicht mehr geben sollte, die wir heute als selbstverständlich hinnehmen, werden ein Aufschrei und eine Forderung nach einheitlichen Standards erfolgen. Durch den Wegfall der Meisterpflicht im Fliesenleger-Handwerk hat sich z. B. zwar die Anzahl der Betriebe seit 2004 sehr dynamisch nach Hanix Nr. 55 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hanix Nr. 55 oben entwickelt. Da diese überwiegenden Ein-Mann-Betriebe ohne Meisterbrief meistens nicht ausbilden, sind die Ausbildungszahlen entsprechend zurückgegangen. Welche Bedeutung hat der »Meister« dann eigentlich? Die deutsche Meisterprüfung ist in vielen Ländern bekannt und der Handwerksmeister als Experte in seinem Beruf gefragt. Innerhalb der EU ist die Meisterqualifikation im Rahmen der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie anerkannt. Deutsche Handwerksmeister können damit in der Regel ohne Probleme in der gesamten EU tätig werden. Darüber hinaus hat Deutschland mit einigen Ländern (z. B. Frankreich und Österreich) spezielle Gleichstellungsabkommen abgeschlossen, wodurch die Meisterprüfungen in beiden Ländern wechselseitig anerkannt werden. Der Meisterbrief steht für fachmännische Qualitätsarbeit auf höchstem Niveau. Gibt es im Bezirk der HWK noch Meisterberufe, die (fast) ausgestorben sind, z. B. wie der letzte Fassküfer …?« Bei uns im Kammerbezirk sehen wir in den letzten zehn Jahren eine innovative und technologische Weiterentwicklung der einzelnen Meisterberufe. In manchen Berufen hat sich das Arbeitsfeld komplett verändert, andere wurden mit der Technik weiterentwickelt. Von »aussterben« kann man deshalb nicht sprechen. Berufe verändern sich mit der Zeit und werden dem technologischen Fortschritt auch stetig angepasst wie z. B. der des Elektronikers, bis 2003 »Elektriker«. Heute muss man innerhalb dieses Berufsbildes schon zwischen drei Fachrichtungen wählen: Energie- und Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik oder Informations- und Telekommunikationstechnik. In einer Entwicklung, die immer mehr vom »analogen« Handwerk weg zum »digitalen Handwerk« geht, welche Bedeutung wird da der Meistertitel noch haben? Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten für die Handwerksunternehmen. Das Handwerk ist in manchen Dingen schon digitaler als man denkt, weil die Kundennachfrage vorhanden ist. Die Palette an Möglichkeiten geht von neuen Produkt- und Serviceangeboten bis hin zu neuen Geschäftsfeldern. Die ausgebildeten Meister von heute sind die Unternehmer von morgen und gestalten die Zukunft des Handwerks. Deshalb sind wir in der Meisterausbildung und Prüfung bestrebt, diese auf dem neuesten Stand der Technik und mit den aktuellsten Softwarelösungen durchzuführen. Ein Installateur- und Heizungsbauermeister muss heutzutage CAD-Berechnungsprogramme beherrschen, bei der Planung zahlreiche Normen und Vorschriften wie z. B. die Energieeinsparverordnung mit den Wünschen und Kostenvorstellungen des Kunden vereinbaren und am Ende die Heizung einbauen und programmieren. Wenn man sein Grundstück mit einer Alarmanlage und neuester Videoüberwachung, vom Handy von überall her zu steuern, ausstattet, dann erfolgt der Einbau durch einen Handwerksmeister der Elektrotechnik. Welche Entwicklung hat das »Meister-Bafög« in Gang gesetzt – auch in der gesellschaftlichen Akzeptanz? Durch das »Meister-Bafög« wird die berufliche Weiterbildung gestärkt. Immer mehr Meisteranwärter nutzen diese Möglichkeit. Das »Meister-Bafög« besteht aus 40 Prozent Zuschuss und einem zinsgünstigen Darlehen, das am Ende aber trotzdem zurückgezahlt werden muss, ein Erststudium ist dagegen kostenfrei. Mit der Abschaffung der Gebühren könnte mehr Gleichberechtigung zwischen akademischer Ausbildung und Qualifizierungsmaßnahmen wie der Meisterweiterbildung in der beruflichen Bildung geschaffen werden. ◆ MEISTER DES HANDWERKS Hanix * + Kaffeebucht = Sommer Kaffeebucht bei schönem Wetter: Montag – Donnerststag 14:00 – 24:00 Freitags – Sonntags 11:00 – 24:00 Neckarhalde 8/1, 74074 Heilbronn, Reservierungen unter: 0171-2115056 * danke, dass es euch gibt!

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Am 29. April gab es in der Heilbronner Harmonie ein Meisterkonzert: GERHARD OPPITZ und das Sinfonieorchester Heilbronn spielten Mozart, Richard Strauss, Beethoven. Für Gerhard Oppitz, zuhause in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt, war es ein »Heimspiel«. Er ist zwar 1953 in Frauenau im Bayrischen Wald geboren, aber in Heilbronn aufgewachsen. Gefühlt ist er aber längst ein Münchner. Heilbronn, wo ihm das Sinfonieorchester Heilbronn die ersten Schritte aufs Podium ermöglicht, ist er genauso verbundenen geblieben wie dem Orchester, mit ihm bestreit er seit Jahren den Zyklus »Welt des Klavieres«. Einige Male hat er auch mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn konzertiert und er wäre auch gerne dem Wunsch von Ruben Gazarian nachgekommen, bei dessen anstehenden Abschiedskonzert als Solist mitzuwirken. Dass dies offenbar »höhere Kräfte« verhinderten, erzählt er mit leisem Bedauern. Von Brigitte Fritz-Kador, Foto: Nico Kurth Der Meister der Klänge Gerhard Oppitz musste sich nicht erst »nach oben« spielen, er war über Nacht eine Berühmtheit, nachdem er 1977 als erster Deutscher den international renommierten Artur-Rubinstein-Klavierwettbewerb in Tel Aviv gewonnen hatte, noch mit dem neunzigjährigen Rubinstein in der Jury. Er erzählt davon, welch tiefen Eindruck ihm dieser Mensch gemacht habe, einer der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts, ein »stolzer Jude«, der wegen der Naziverbrechen nach dem Krieg nie wieder in Deutschland spielte und dennoch keinen Hass hegte. Er war Oppitz wohl auch Vorbild darin, wenn es ums Üben geht, von ihm stammt der gute Ratschlag nicht nur für Pianisten, »dass ein Übungsplan von sieben Stunden täglich dazu führe, dass Klavierschüler nicht genug Kultur kennenlernen können. Oppitz’ Meisterschaft ist längst über stundenlanges reines Üben hinaus, etwa zwei Stunden am Tag genügen. 1981 wurde er zum bisher jüngsten Professor an der Musikhochschule München berufen. Am Tag vor dem Heilbronner Konzert, pianistisch eine besondere Herausforderung, ist er dennoch die Ruhe selbst, nennt das »heitere Gelassenheit«. Auf sein Können vertrauend, kennt er kein Lampenfieber. Auf dem Programm steht nach Mozarts Klavierkonzert c-moll die »Burleske« für Klavier und Orchester d-moll von Richard Strauss. Sie galt bei den berühmtesten Pianisten-Vorfahren als unspielbar, Hanix Nr. 55 54 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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weil so schwierig. Meisterpianist Oppitz sagt: Mit zwanzig muss man sein Handwerk, also die Technik, beherrschen. Auch bei einem kleineren Repertoire, in den meisten Fällen auswendig gespielt, bedeutet dies, Millionen von Noten in Klänge zu verwandeln. Aber wie kommt man zu einer Meisterschaft? Oppitz sagt in ungespielter Bescheidenheit: Wahre Meisterschaft gibt es für ihn nicht, aber man könne ihr manchmal nahe kommen, durch eine Akkumulation von Erfahrungen und Erlebnissen – und nicht nur künstlerischen. Für Reifeprozesse gebe es keine »Endstufe«, es sei ein lebenslanges Suchen und Versuchen um Kunst und Leben auf die Spur zu bringen, denn es geht immer noch schöner, besser, einleuchtender und tiefsinniger. Am Konzertabend wird klar, was er damit meint. Nach dem selten gespielten c-moll Mozart-Klavierkonzert weiß man, was er mit »tiefsinnig und schöner und einleuchtender« meint und nach der Strauss’schen »Burleske« erlebt man atemlos vor Staunen eine sich nicht etwa in blendender Virtuosität erschöpfende Wiedergabe, zu der das Werk verführen könnte. Das Publikum ist berührt und hingerissen – es war eben ein Meisterkonzert. Die schönste und wichtigste Quelle der Inspiration findet Oppitz in den letzten Streichquartetten von Beethoven, weil sie auch die »letzten Fragen« des Menschen berühren – und das, nachdem er als »Brahms-Spezialist« gilt. Er hat die Werke beider Komponisten weltweit in großen Zyklen gespielt. Mit Brahms gemeinsam hat er, dass auch ihm der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, der höchsten Auszeichnung des Freistaats Bayern, verliehen wurde. Das hätte man auch in Heilbronn nicht gedacht, beim ersten Konzert, das er hier als Elfjähriger gab. Mit großer Zuneigung und Dankbarkeit spricht er von seinen Eltern, die ihm alles ermöglicht haben, aber auch von seinen Heilbronner Schuljahren. Schon mit 18 (damals gab es statt G8 noch den neunjährigen Bildungsvermittlungsanspruch an Gymnasien) macht er Abitur am Robert-Mayer-Gymnasium. Er war ein in allen Fächern hochbegabter Schüler. Zu seinem Abi-Jahrgang hält er nach wie vor Kontakt, ja, es gebe sogar eine »Münchner Fraktion« darunter, mit der er sich regelmäßig trifft. Nun, ins Rentenalter gekommen, hat er die Professur aufgegeben. Er entdeckt gerade die große Freiheit, sich neben der Musik noch mehr mit Literatur und Kunst zu beschäftigen. Ambitionen, wie sie andere Musikerkollegen haben, selbst zu dirigieren, hat er nicht. Er schätzt es vielmehr mit Orchestern und Dirigenten zusammenzuarbeiten – und diese gehören allesamt zur Weltspitze. Auf die Frage, warum es zeitgenössische Musik so schwer hat, akzeptiert zu werden, sagt er, dass da die Hörerfahrung fehle und sie manchmal auch nicht einfach nachvollziehbar sei. Und wie ist es z. B. mit Pop-Musik? Also, die Beatles lässt er gelten, da war musikalische Substanz da. Und er erzählt, dass in China und Japan, wo er sehr oft konzertiert, auch klassische Musiker wie Popstars verehrt und bejubelt werden, die Konzerte voller junger Zuhörer sind. Dass es hier anders ist, sei vor allem als ein Versäumnis in den Elternhäusern zu sehen. Oppitz: »In glücklichen Familien wächst man mit Musik auf.« Und übrigens: Den Pilotenschein hat er auch. ◆ Qualität, Kompetenz & Genuss - Vielfalt in einem Haus HAGEN RÖSTEREI RÖSTHANDWERK SEIT 1934 HAGEN RESTAURANT FRÜHSTÜCK . MITTAGSTISCH . EVENTS HAGEN KAFFEE KAFFEESPEZIALITÄTEN AUS ALLER WELT HAGEN TECHNIK MASCHINEN . SCHULUNGEN . SERVICE HAGEN SEMINARE KAFFEE . TEE HAGEN KULTUR HAGEN DEKO THEATER & MUSIK HOME & GESCHENKIDEEN Willy Hagen GmbH - Kaffee-Tee-Spezialhaus - Christophstraße 13 - 74076 Heilbronn - Tel: 07131-15554-0 - www.hagenkaffee.de MEISTERHAFTES Öffnungszeiten - Mo HEILBRONN - Fr: 8:30 - 18:00 Uhr Sa: 8:30 - 16:00 Uhr - Sonntags und an Feiertagen geschlossen

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Man hört es oft: Heilbronn ist besser als sein Ruf. Und in Zeiten einer gefühlt aufkommenden Meckerstimmung, die sich mal mehr, mal weniger subtil in der Stadt breitmacht, dachten wir: stimmt. Heilbronn und seine Region sind viel besser, als wir »betriebsblinden« Bewohner in unserem Alltag oft wahrnehmen, bei allem Optimierungswahn und Dynamik hier in der Gegend und dem gelebten Motto »Nicht gemeckert, ist gelobt genug«. Und natürlich gibt es ausreichend Potenziale, die hier noch nicht entfaltet sind. Dennoch lautet unser Fazit zu Heilbronn und der umliegenden Region: Leider geil! Hier also die zweite Hälfte unserer subjektiven und trotzdem gar nicht so überraschenden Top 100. Fotos: Archiv & PR 100 Gründe fürs Kommen und Bleiben Teil 2 51 – 100 Kulturelle und kreative Arbeits- und Wirkungsstätte – Kunst- und KulturWerkHaus Zigarre Seitdem die alte Heilbronner Zigarrenfabrik im Jahre 2000 zum Kunst- und KulturWerkHaus e.V. umfunktioniert wurde, hat sich einiges getan. Neben dem Künstlerhaus e.V. mit unterschiedlich großen Atelier- und Arbeitsräumen beherbergt die Zigarre Proberäume für Bands, die Frauenräume e.V. und Platz für weitere vielschichtige Kulturangebote in der Bahnhofsvorstadt. Der multimono Kaufladen ist in der hauseigenen Druckwerkstatt vertreten und fertigt seine Kleinauflagen neben dem Gemeinschaftsatelier der OFF-Werkstatt. In der Gastronomie der Zigarre, dem K2acht, wird gejammt, gelesen und zum Tanz geladen. Im Haus finden neben den Kunstausstellungen auch Veranstaltungen wie der Frauenflohmarkt Flohmarktine, das gut besuchte Wirbelsäulen-Coaching oder der holymess MULTI- MARKT statt. Einen Einblick in die Arbeits- und Wirkungsstätte der Kunstschaffenden kann man in den regelmäßig stattfindenden »Tagen der offenen Ateliers« bekommen. Die nächste Gelegenheit hierzu bietet die »Lange Nacht der Kultur« am 6.Oktober 2018. → Achtungstr. 37, 74072 Heilbronn TripAdvisor-Nr. 1 – Hotel Traumraum Das inhabergeführte Boutique- und Designhotel vis-a-vis des Heilbronner Hauptbahnhofs bietet fast alles, was man sich von einem gemütlichen, individuellen und geschmackvollen Stadthotel wünscht. Hier wird aufs Detail geachtet. Das fängt bei den Zimmern an, die je eine Metropole (New York, Tokio, London, etc.), Stadt (Reykjavik, Zermatt, Venedig, etc.) oder Insel (Sylt, Guadeloupe, Bali, etc.) zum Thema der Inneneinrichtung haben. Das leckere Frühstück mit hausgemachten süßen und herzhaften Brotaufstrichen, Bacon, Rührei, Pfannkuchen, Obstsalat, Müsli und vielem mehr sucht in der Stadt seinesgleichen. Und auch der Service und Dienstleistungsgedanke des gesamten Teams stellt die Gäste laut TripAdvisor-Kommentaren mehr als zufrieden. → Bahnhofstraße 31, 74072 Heilbronn Lehre von Unternehmergeist und Innovationsbereitschaft – German Graduate School of Management and Law Nicht ohne Grund sitzt die GGS im Zentrum von Heilbronn-Franken, der Region der Weltmarktführer. Zahlreiche innovative Unternehmen, viele davon familiengeführte Mittelständler, haben sich von hier aus ihre Spitzenposition auf dem Weltmarkt gesichert. Wo sonst als hier könnte das besondere Modell der GGS - mit Unternehmergeist und Innovationsbereitschaft, mit Verantwortungsbewusstsein und Sinn für Nachhaltigkeit - gelehrt werden? Die Region Heilbronn-Franken Hanix Nr. 55 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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vereint Tradition und Innovation, Gemütlichkeit und Weltoffenheit - der ideale Ort, um anzukommen und sich dennoch stetig weiterzuentwickeln. → Am Bildungscampus 2, 74076 Heilbronn Das Kunstkistchen – Die kleinste Galerie der Welt Vermutlich ist der Galeriename berechtigt. Mit einer Grundfläche von knapp zwei Mal zwei Meter dürfte sie ihrem Namen gerecht werden. Aber sie hat trotzdem ihren Reiz. Diese kleine Galerie ist eine ehemalige Fischerhütte und liegt direkt am schönen ASV-Biergarten, was reichlich Besucher garantiert. Hier finden in regelmäßigen Abständen Kunstausstellungen statt. In Heilbronn ist die »kleinste Galerie der Welt« zu einer festen Institution geworden. → Wertwiesen 6, 74081 Heilbronn °C in einer insgesamt milden Klimazone. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Jahreszeiten deutlich in ihrer Temperatur. Mit einer Temperatur von durchschnittlich 19.3 °C ist Juli der wärmste Monat. Der Januar ist mit einer Durchschnittstemperatur von 1.0 °C der kälteste Monat des Jahres. Der jährliche Gesamtniederschlag in Heilbronn beträgt 675 mm. Die Jahreszeit hat dabei einen großen Einfluss auf die Niederschlagsmenge. Am meisten Niederschlag fällt durchschnittlich im Juni. Hier erreichen die Werte im Schnitt 85.0 mm. Im Februar fallen im Mittel 41.0 mm Niederschlag. In Heilbronn scheint die Sonne durchschnittlich 1701.5 Stunden im Jahr. → Heilbronn-Franken Was ein Wetter – mildes Klima in der Region Heilbronn und die Region befinden sich mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10.5 Wohlfühllandschaft bewandern – Panoramatour Heuchelberg Die Strecke ist ca. 20 km lang und erfordert damit etwas Kondition. Sie verläuft teilweise auf Feld- und Waldwegen, ist aber überwiegend asphaltiert. Nach einem kurzen Aufstieg über die Weinbergtreppen erlebt man eine wunderschöne Aussicht auf den unter Naturschutz stehenden Altarm des Neckars. Dann führt die Strecke entlang des Verlaufs des Altwürttembergischen Landgrabens zur bewirteten Heuchelberger Warte. Vom Wartturm aus gibt es wieder einen herrlichen Ausblick. Im Süden reicht der Blick bis Innenarchitektur Individuelle Einrichtungsgegenstände Objektplanungen MEHR STYLE? BESUCHEN SIE DOCH MAL UNSERE AUSSTELLUNG IN SCHWABBACH PLANSTUDIO Licht & Lebensart Schwabenstraße 18 74626 Bretzfeld-Schwabbach T +49 7946 989 9570 F +49 7946 989 9568 HEILBRONNER EINZELHANDEL store@plan-studio.de www.store.plan-studio.de

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nach Stuttgart, im Osten über die Löwensteiner Berge ins Hohenloher Land und im Norden bis zum Odenwald und in den Kraichgau. Weiter geht es auf dem südlichen Höhenweg des Heuchelberges zwischen Waldsaum und Weinbergen gen Westen. Dann kommt schon die Burg Neipperg in den Blick. Als westlicher Wendepunkt wird diese passiert. Danach erreicht man mit herrlichen Ausblicken auf das Zabergäu das Hörnle mit bewirteter Waldschänke. Anschließend geht es in östlicher Richtung nach Nordhausen. Nach kurzem Marsch kommt auch schon wieder Nordheim, der Ausgangspunkt der Wanderung, in Sicht. → Heuchelberg Grünes Gold – Wertwiesenpark Der Wertwiesenpark erstreckt sich entlang des Neckars zwischen der Kernstadt und dem Stadtteil Sontheim. Angelegt wurde er zur Landesgartenschau 1985 auf Acker- und Grabeland. Seitdem bietet der 15 Hektar große Wertwiesenpark viele Möglichkeiten für Freizeitspiele auf den beiden großen Wiesen, für Spaziergänge am Neckarufer, ein Kneippbad oder auch für Grillabende in lauen Sommernächten. Zwei Spielplätze am nördlichen und südlichen Eingang (Neckarhalde und Kolpingstraße) und ein Wasserspielplatz runden das Spielangebot für kleine und größere Kinder ab; eine Halfpipe steht für Skater zur Verfügung. → Neckarhalde, 74074 Heilbronn Kinder als auch an Kinder mit Migrationshintergrund. Die Heilbronner Eltern-Multiplikatoren (kurz: EMUs) helfen, wenn es Sprachbarrieren und kulturelle Verständigungsschwierigkeiten in Schulen und Kindergärten gibt. Derzeit sind über 100 Personen als Eltern-Multiplikatoren aktiv. Dabei unterstützen die EMUs die Eltern u. a. in Einzelgesprächen, an den Elternabenden oder an Anmeldetagen. Zudem sind die EMUs als Kursleiter aktiv und informieren dabei vor allem über das Bildungssystem. → Heilbronn Gemütlich, außergewöhnlich, kulturell – DistelLitLounge Eine kleine Oase mitten in der Stadt – zwischen Theater und Harmonie. Hier kann man in außergewöhnlichem Ambiente entspannen, sich mit Freunden auf einen Drink treffen und dazu die kleine Speisekarte entdecken. Monatliche Veranstaltungen runden das Konzept ab. Das lässigelegante Ambiente, die gemütliche Raucherlounge, der beheizbare Wintergarten und im Sommer der grüne Innenhof samt »Pool« sorgen dafür, dass Gäste sich rundherum wohlfühlen können. Auf yelp schrieb ein begeisterter Gast, wenn auch schon vor Jahren: »Da leistet sich also eine ambitionierte und engagierte Verlegerin, Marion von Hagen, den Luxus mitten in der kulturellen Ödnis von Heilbron, der bekannten »Stadt der Krämerseelen«, eine ruhige Lounge einzurichten. Schade, dass dieses Konzept eher für Berlin oder München taugen könnte, für die schwäbische Provinz ist das noch too far away. Dass dann auch noch kein Viertele verkauft wird, sondern gute Franzosen und Italiener, toppt das Ganze wohl noch.« → Sonnengasse 11, 74072 Heilbronn Hanix Nr. 55 Kids sind willkommen – kinderfreundliche Stadt Auf Beschluss des Gemeinderats ist der Besuch eines Kindergartens oder einer Kindertagesstätte mit Ganztagesbetreuung in Heilbronn seit dem 1. Januar 2008 für alle Heilbronner Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt kostenlos. Heilbronn ist die erste deutsche Großstadt, die auf die Erhebung des Betreuungsentgelts in Kindertageseinrichtungen verzichtet hat. Schüler_innen mit Sprachförderbedarf bekommen in Heilbronn zusätzliche Sprachförderung. Nahezu alle Heilbronner Grundschulen nehmen an dem Programm »Sprachförderung an Grundschulen« der aim teil. Die qualifizierten aim-Sprachförderkräfte unterstützen Schüler_innen in kleinen Gruppen, ihre sprachlichen Kompetenzen individuell zu erweitern und zu festigen. Das Programm richtet sich sowohl an deutsche Faszinierende Welt des »weißen Goldes« – Salzbergwerk Bad Friedrichshall Nach nur rund 30 Sekunden Fahrt mit einem Förderkorb in rund 180 Meter Tiefe erschließt sich dem Besucher die faszinierende Welt des »weißen Goldes«. An einst realen Salz-Abbaustätten erleben die Gäste des Besucherbergwerks in gewaltigen unterirdischen Kammern die vielfältige Geschichte des Salzes, die sich im Lauf der Jahrzehnte wechselnde Abbautechnik und beeindruckende Lichtinszenierungen. Mit interessanten Filmen und modernsten Präsentationen 58 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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werden Besucher in die Salzentstehung eingeführt. Die Gäste können interaktiv Experimente unter Tage durchführen oder effektvolle Schausprengungen selbst auslösen. Beeindruckend sind die Lichtinstallationen sowie die Lasershow und der grandiose Kuppelsaal mit seinen Reliefs im Salz. Auf einer 40 Meter langen Rutsche kann man sich wie ein Bergmann früherer Tage fühlen. → Bergrat-Bilfinger-Str. 1, 74177 Bad Friedrichshall Lebensmittel direkt vom Bauernhof – Direktvermarkter und Hofläden Vor Ort einkaufen und sich mit den Erzeugern unterhalten macht einfach mehr Spaß und gibt Sicherheit im Umgang mit regionalen Produkten. Egal ob Wein, Fleisch, Obst oder Gemüse: Für alle regionalen Produkte gibt es in der Region Betriebe, bei denen man diese vor Ort einkaufen kann. Auf diversen Internet-Portalen, z. B. dem des Bauernverbands Heilbronn-Ludwigsburg, finden sich alle Direktvermarkter der Region. »Frisch vom Feld oder aus dem Stall« sind die herausragenden Eigenschaften dieser Lebensmittel. Hinzu kommt, dass nur angeboten wird, was gerade Saison hat. Im Winter Kohl, im Frühjahr Salat, im Sommer Tomaten, im Herbst Kartoffeln. So kauft und isst man, was gerade wächst und die zur Jahreszeit passenden und wichtigen Vitamine enthält: Was schmeckt, weil die Zeit dafür reif ist. Wer sich gesund und bewusst ernähren möchte, für den bieten Bauernhöfe mit Direktvermarktung eine echte Alternative. Denn hier weiß man, woher die Eier, die Milch oder das Fleisch stammen. Künstliche Zusatzstoffe sind tabu. Im Vordergrund steht die artgerechte Haltung der Tiere. Die kostet Geld. Das kann durch den Wegfall der Handelsspanne durch die Direktvermarktung aber ausgeglichen werden. Im Gegensatz zum Hofladen, der viele Produkte anbietet, beschränkt sich die Palette des Direktvermarkters oft nur auf ein einziges Produkt. → Heilbronn-Franken Kultur unterm Sternenzelt – Freilichtbühnen Mal größer, mal kleiner, mal mit professionellen Schauspielern und mal »nur« mit Laiendarstellern – den Freilichttheatern im Heilbronner Land ist doch eines gemeinsam: Die Bühnen stehen nicht nur vor, sondern sind an geschichtsträchtigen Stätten. Die historischen Gemäuer von Burgen und Schlössern werden zu Kulisse und Bühne zugleich. Von »schwerer Kost« bis zur Komödie, vom Kindermusical bis zum Kammerkonzert – die Spielpläne der Freilichttheater im Heilbronner Land umfassen die ganze Bandbreite. Seit 1958 präsentieren die Freilichtspiele Neuenstadt vor der einzigartigen Kulisse des Renaissanceschlosses hervorragendes Lieber saftige Steaks statt zäher Zukunft? Wir suchen Mitgestalter. Starte durch mit einer Ausbildung in der Fleischproduktion eines internationalen Handelsunternehmens, das auf Leistung, Dynamik und Fairness setzt. Gestalte gemeinsam mit uns deine erfolgreiche Zukunft. Wir bieten dir vielseitige Aufgaben und spannende Ausbildungsprojekte. Entdecke mehr auf kaufland.de/karriere

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Amateurtheater auf hohem Niveau und haben sich überregional einen guten Namen gemacht. Seit dem Jahr 1950 wird durch die Burgfestspiele ein künstlerisch anspruchsvolles Profitheater in der traditionsreichen Kulisse der historischen »Götzenburg Jagsthausen« geboten. Einzigartig ist die Verknüpfung des Originalschauplatzes mit dem seit 1950 gespielten Traditionsstück »Götz von Berlichingen«. Seit 1970 wird in der Götzenburg zusätzlich ein zweites Theaterstück, seit 1980 ein Kinderstück und seit 1990 ein Musical dem Besucher angeboten. Die Open-Air- Saison der Burgfestpiele beginnt Anfang Juni und endet Ende August. Die Freilichtspiele Weinsberg bieten Freilichttheater im Hof des Staatsweinguts Weinsberg vom Theaterverein Weinsberg. Gespielt wird in der Regel ein Stück pro Freilichtsaison. Die Burgfestspiele Stettenfels finden jährlich im August statt. Von der Burg Stettenfels, hoch über Untergruppenbach gelegen, haben Besucher einen schönen Blick über das Schozachtal und den Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. Die Bühne selbst steht im Burggraben. Auf dem Spielplan stehen in der Regel zwei Stücke - eines davon ist immer ein Theaterstück für Kinder. Der Platz vor dem »Ruchsener Tor« ist Spielstätte für das Freilichttheater der »Jagsttalbühne Möckmühl«. Die wiederhergestellte historische Stadtmauer wird je nach Stück in das Bühnenbild integriert. → Heilbronner Land Sonne oder zum Entspannen im Schatten der Bäume ein. Ballspielflächen, Tischtennis, Basketballkorb, Torwand, Beachvolleyballfelder, die Boulebahn sowie der große Abenteuerspielplatz mit Bodentrampolin bieten ausreichend Platz zum Toben und Spielen. Der Breitenauer See liegt im Landschaftsschutzgebiet Oberes Sulmtal, im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald an der schwäbischen Weinstraße und an der schwäbischen Dichterstraße. Der ideale Platz zum Erholen. Ein von der Natur verwöhnter Landstrich. → Obersulm & Löwenstein Romantisches Weihnachtsflair – Altdeutscher Weihnachtsmarkt Bad Wimpfen Höhepunkt der jährlichen Veranstaltungen in Bad Wimpfen und zugleich größte Veranstaltung des Gewerbevereins ist der Altdeutsche Weihnachtsmarkt, der aufgrund seiner einmaligen, romantischen und mittelalterlichen Atmosphäre bundesweit und international als einer der schönsten Märkte gewertet wird. Bereits im Jahre 1487 wurde der Stadt durch Kaiser Friedrich III. das Privileg verliehen, vor Weihnachten einen Markt abhalten zu dürfen (Katharinenmarkt). Die Bad Wimpfener Altstadt, geschmückt mit unzähligen beleuchteten Tannenbäumchen und die einzigartige Atmosphäre der Bad Wimpfener Kaiserpfalz bilden den Hintergrund für ein einmaliges romantisches Erlebnis, bei dem an ca. 120 Ständen kunsthandwerkliche hochwertige Waren zum bevorstehenden Fest angeboten werden. Der Blaue Turm, der Rote Turm, die Stadtsilhouette und einige Fachwerkhäuser im Marktgelände erstrahlen mit unzähligen Lichterketten in fröhlichem Licht. Wirklich einmalig! → Altstadt Bad Wimpfen Hanix Nr. 55 Ein von der Natur verwöhnter Landstrich – Naherholungsgebiet Breitenauer See Mit knapp 40 Hektar ist der Breitenauer See die größte Wasserfläche in Nordwürttemberg. Das gesamte Naherholungsgebiet Breitenauer See umfasst rund 95 Hektar für den See, den Campingpark, Liegewiesen und die sonstigen Anlagen. Der Breitenauer See bietet Spaß und Abwechslung. Hier kommen alle Wasserratten voll auf ihre Kosten. Baden, Planschen, Paddeln, Tret-, Schlauch- und Ruderboot fahren sowie sämtliche Aktivitäten am und im Wasser sind möglich. Der 400 m lange Badestrand (teilweise Sandstrand) und ein Nichtschwimmerbereich bieten erstklassige Erholung. Die großzügigen, gepflegten Liegewiesen laden zum Räkeln in der Pralinen selber machen – Schokoladenmanufaktur Schell In der 3. Generation steht die Schokoladenmanufaktur Schell für erstklassiges Konditorenhandwerk. Seit 25 Jahren führen Annette und Eberhard Schell die Manufaktur. Sie haben sich mit dem Thema »Schokolade und Wein« weltweit einen Namen gemacht. Den Durchbruch brachte das »Essigschleckerle«, welches als erste Praline ein Patent erhielt und auch im Guiness Buch der Rekorde erwähnt wurde. Die Schokoladenmanufaktur Schell bietet feinste Schokoladen- und Konditorerzeugnisse, hat ein gemütliches Café und bietet verschiedene Seminare zu dem Thema Schokolade und Wein sowie auch Pralinenkurse an. Auch Zusatzprodukte wie Schokoladensenf und Schokotella aus eigener Produktion erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. → Schlossstraße 31, 74831 Gundelsheim 60 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hanix Nr. 55 Wo die Wildkatze sich wohlfühlt – Naturpark Stromberg- Heuchelberg Mit rund 33.000 ha Fläche ist der Stromberg-Heuchelberg zwar einer der kleineren Naturparks, doch für die zahlreichen Menschen in der näheren und weiteren Umgebung ist diese Insel der Ruhe und Erholung ein begehrtes Ausflugsziel. Das Leitmotiv des Naturparks »Wein. Wald. Wohlfühlen« bringt den Charakter der Wein-Wald-Region auf den Punkt. Mit weiten Ausblicken, sanften Konturen, Naturnähe, vielfältigem Wechsel und sanfter Stille hat der Stromberg-Heuchelberg alles zu bieten, was eine schöne Landschaft ausmacht. Mehr als ein Drittel des Naturparks zählt als »Natura 2000 – Gebiet« zu Europas besonderem Naturerbe. Pflanzen wie Diptam und Orchideen, Speierling und Elsbeere und seltene Tierarten wie Wildkatze, Mittelspecht oder Hirschkäfer finden in der Naturoase eine Rückzugsinsel. → Ehmetsklinge 1, 74374 Zaberfeld Monika Hinderer ist die Meisterin der Gewürze – Esszimmer Monika Hinderer ist passionierte Köchin und leitet seit zehn Jahren das Esszimmer in Heilbronn-Horkheim. Sie ist für ihre außergewöhnlichen Aromen- und Gewürzkombinationen bekannt. Jeden Freitag kocht sie für ihre Gäste. Ihr Motto: »Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am besten.« Monika Hinderer hat ein feines Gespür für Aromen und außergewöhnliche Gewürzkombinationen. Sie kocht nicht, sie komponiert. Inspirieren lässt sie sich von mediterranen, orientalischen und asiatischen Einflüssen. Aber auch von der Jahreszeit. Die Zutaten für ihre Gerichte sind fast ausschließlich biologische Erzeugnisse aus regionalem Anbau. → Schleusenstraße 5, 74081 Heilbronn IN THE Sven Francisco & Brad Pitch Abschlussparty zum Tag der offenen Tür am Theater Heilbronn 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Raumfahrgeschichte erleben – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Lampoldshausen Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Lampoldshausen öffnet an jedem zweiten und jedem vierten Freitag im Monat von 15-18 Uhr sein neues Ausstellungsgebäude. Es liegt außerhalb des Sicherheitsgeländes. Dadurch hat der Standort Lampoldshausen jetzt die Möglichkeit, sich für Gäste zu öffnen. Besucher haben Gelegenheit, Exponate und Filme aus 50 Jahren Raumfahrtgeschichte zu bestaunen. Auch in aktuelle Entwicklungen am Standort wie zum Beispiel die Überlegungen, Wasserstoff als Energieträger verstärkt einzusetzen, bekommen die Gäste Einblick. In der Ausstellung können die Besucher zahlreiche Unikate bewundern, so zum Beispiel ein Exponat des Vulcain-2-Triebwerks und ein Modell der Oberstufe aus der Ariane- Trägerraketenfamilie. Neben einer Chronologie der Raumfahrtgeschichte mit Schwerpunkt Lampoldshausen gibt es Informationen zu Missionen. Eine davon ist das umworbene »Galileo«-Projekt, das europäische zivile Satellitennavigationssystem. Es arbeitet komplementär zum amerikanischen GPS. Insgesamt 27 Satelliten sind notwendig, vier davon sind bereits mit Hilfe einer speziellen Ariane5- und einer Sojus-Trägerrakete im Orbit angekommen. → Im Langen Grund, 74239 Hardthausen am Kocher gelegen und im idyllischen Klostergarten kann auch Natur erlebt und Erholung genossen werden. Verschiedene Möglichkeiten wie Kloster auf Zeit, Besinnungstage, Exerzitien oder Gruppenseminare werden angeboten. Das Kloster ist auch Pilgerherberge und bett & bike-Unterkunft. Wer nur kurze Zeit verweilen kann, der kann den restaurierten Kreuzgang (nach Ostern bis Mitte Oktober) an Sonntagen und von Dienstag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr besichtigen. Der Lichteinfall durch die Arkadenbögen, das Plätschern des Brunnens und die Stille geben diesem Ort ein besonderes Ambiente. Mehr über den Kreuzgang und die Ritterstiftskirche vermitteln Führungen, die bei der Tourist-Information gebucht werden können. → Lindenplatz 7, 74206 Bad Wimpfen - Bad Wimpfen im Tal Auftanken und innerliche Ruhe finden – Kloster Bad Wimpfen Wo einst ein römisches Kastell stand, stehen heute die Ritterstiftskirche St. Peter und das Kloster Bad Wimpfen, in der sich eine geistliche Bildungsstätte der Malteser befindet. Erholung und Aufbau für Leib, Seele und Geist möchte das Kloster seinen Gästen bei einem Aufenthalt bieten. Gut erreichbar ist man doch hinter den Klostermauern in einer anderen Welt. So ist das Kloster Bad Wimpfen ein Ort zum Abschalten und ggf. der Neuorientierung. Schon das Gebäude an sich strahlt Ruhe aus. Der Kreuzgang, der von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg als »ein wegweisendes Ensemble neckarschwäbischer Gotik« bezeichnet wurde, strahlt eine besondere Stimmung aus. Er inspirierte schon Dichter wie Nikolaus Lenau, der über »Das Vogelnest« an einem der Kapitelle ein Gedicht schrieb. Direkt am Neckar Ski Heil – Skilift Stocksberg Der 539 Meter hohe Stocksberg ist der einzige Wintersportort im Landkreis Heilbronn. Bei Schnee wedeln Skifahrer den Hang abwärts und rodeln Familien auf Schlitten und Schneeflitzern in Massen. Zu Beginn der 1930er kamen die ersten Skifahrer mit Bussen in die Löwensteiner Berge. Zu dieser Zeit gab es allerdings noch keinen Skilift am Stocksberg. 1965 installierte die Stuttgarter Skischule Schwaben den ersten Lift am Stocksberg. Vom Motor mit Keilriemen angetrieben lief ein Hanfseil in der Vertikalen. Die Stuttgarter hatten den Hang auf sechs Jahre gepachtet und stellten die Stocksberger gegen Stundenlohn zum Kassieren an. Im Jahr 1971 nahmen die Stocksberger die Sache selbst in die Hand und präsentierten ihren Wintergästen gleich zwei moderne Aufstiegshilfen. Bis zu 25 Lauftage hatten die Lifts damals. Milde Winter und wenig Schnee wurden mehr und mehr ein Problem. In einigen Jahren lief der Lift nur wenige Tage oder aufgrund von Schneemangel überhaupt nicht. Dennoch wurde der Familienbetrieb der Assenheimers nicht aufgegeben. 2005 wurde für die Skifahrer der Region zum ersten Mal eine Slalomstrecke aufgestellt. Um den Skibegeisterten ein längeres Fahrerlebnis zu bescheren, wurde 2012 der Entschluss gefasst und umgesetzt, den Skilift zu verlängern. Ab diesem Zeitpunkt beträgt die Fahrstrecke 140 Meter. → 71543 Stocksberg Gem. Beilstein Hanix Nr. 55 62 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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auf zwei Rädern in Deutschland und zugleich eine der größten Zweiradsammlungen des Landes. Die Ausstellung im historischen Deutschordensschloss Neckarsulms führt chronologisch durch alle Epochen und Entwicklungsphasen der individuellen Motorisierung. Sechs Etagen und rund 2000 m² Ausstellungsfläche warten darauf, von Familien, Oldtimerliebhabern und Technikinteressierten entdeckt zu werden. Eine rasante Fahrt durch 200 Jahre Mobilitäts- und Kulturgeschichte wird mit 350 hochkarätigen Exponaten geboten. → Urbanstraße 11, 74172 Neckarsulm Hanix Nr. 55 Komfortzone in Richtung Baumkronen verlassen – Waldkletterpark Weinsberg In den wunderschönen Weinbergen oberhalb Weinsbergs liegt, versteckt in einem kleinen Waldstück, der Waldkletterpark Weinsberg. Ist man die wenigen Meter durch die Rebstöcke entlang der Winzerwege gefahren, muss man nur noch einen kleinen und steilen Fußweg überwinden, der direkt zum Park führt. Oben angekommen erwarten den Besucher zwischen den Baumwipfeln die verschiedenen Parcours des Parks. Die sind durch farbige Punkte in unterschiedliche Schwierigkeitsgrade unterteilt und bieten ganz unterschiedliche Klettererlebnisse. Der Kletterpark auf dem Schemelsberg erstreckt sich über 1200 m² Eichenwald. 68 Hindernisse sind es insgesamt, über Drahtseile oder Brücken in verschiedenen Höhen balanciert man von Podest zu Podest. Eine lange Seilbahn ist in den Park integriert. → Schemelsberg, 74189 Weinsberg Biker- und Fahrradträume – Deutsches Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm Nur 15 Minuten von Heilbronn entfernt befindet sich mit dem Deutschen Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm das älteste Museum für die Mobilität Grüne Lunge Nordwürttembergs – Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald Ab nach draußen! – durch Wälder und Felder streifen, die Blütenpracht der Streuobstwiesen bewundern, Felsen und Grotten bestaunen oder in die Geschichte eintauchen. Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald wird von den Städten Backnang, Beilstein, Öhringen, Schwäbisch Hall, Abtsgmünd, Schwäbisch Gmünd und Schorndorf begrenzt. Auf eine Fläche von 1.270 km² leben ca. 170.000 Menschen, die den Naturpark durch traditionelle Wirtschaftsweisen gestalten. Dieser Landstrich beherbergt neben einer bedeutenden Arten- und Biotopvielfalt ein hervorragendes landschaftsbezogenes Erholungspotential. Hier Natur in Saft MARKE Heilbronn

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kann jeder an der Natur teilhaben. Wanderer können sich über das gut ausgebaute Wanderwegenetz freuen, mit Besonderheiten wie dem Jakobsweg oder dem Mühlenwanderweg. Auch per Rad lassen sich die Naturschönheiten erkunden und spezielle Mountainbike-Touren bringen den Adrenalin-Spiegel in Fahrt. Geschichtsinteressierte können die Welt der Römer am UNESCO-Welterbe Limes erkunden oder an den historischen Mahl-, Säge- und Ölmühlen, einige sogar noch mit Wasserkraft angetrieben, mehr über traditionelles Handwerk erfahren. Für Genießer bringen die Gastronomen mit dem Naturparkteller regional erzeugte Leckereien auf den Tisch. Auch beim Flanieren über die Naturparkmärkte entdecken Besucher heimische Produkte und Handwerkskunst. → Marktplatz 8, 71540 Murrhardt Wo früher atomare Pershing-II-Raketen standen, wächst heute Blutwurz – Waldheide Macht Hangars zu Schafställen: Auf der Heilbronner Waldheide waren von 1977 bis 1990 atomare US-Raketen stationiert. Tausende Friedensbewegte versammelten sich hier zu Protestdemos. Heute ist das riesige Militärareal ein Naherholungsgebiet, wo seltene Tiere und Pflanzen zu Hause sind. → 74074 Heilbronn Startklar: Förderung für Gründer – Hochschule Heilbronn Aus guten Ideen erfolgreiche Unternehmen zu machen ist eine Fähigkeit, die aus dem »Ländle« das gemacht hat, was es heute ist. Das zeigen die vielen Weltmarktführer und »hidden champions« in der Region. Um das Innovationspotential weiter zu fördern, hat die Hochschule Heilbronn ihre Existenzgründungsberatung ausgebaut: Das neue STARTKLAR-Programm begleitet innovative Startups von der ersten Idee bis über die Gründung hinaus. Als eine der führenden Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg legt die Hochschule Heilbronn dafür fachlich eine breite Basis. An ihren vier Standorten werden nicht nur neueste technologische Lösungen, u. a. zur Virtual Reality oder zum autonomen Fahren, sondern auch marktwirksame Formate, z. B. aus dem Event- und Kulturmanagement, dem International Business oder Vertriebsmanagement entwickelt. Und das mit starken Partnern. Noch ein Grund, hier zu bleiben: www.hs-heilbronn. de/existenzgruendung. → u. a. Max-Planck-Str. 39, 74081 Heilbronn Im Schatten der Öffentlichkeit – Weltmarktführer Die Region Heilbronn-Franken ist auch deshalb so erfolgreich, weil Unternehmertum hier eine lange Tradition hat, die auch heute noch in bestem Sinne gepflegt wird. Dieses Engagement schlägt sich nieder in einer besonders hohen Innovationskraft der Unternehmen. Egal ob Konzern, Mittelständler oder Kleinbetrieb – Forschung und Entwicklung werden in der heimischen Wirtschaft großgeschrieben. Heilbronn-Franken pflegt sein Image als selbsternannte Region der Weltmarktführer und »hidden champions«. Häufig waren oder sind es große Unternehmerpersönlichkeiten, die diesen Anspruch einlösen und der Region ein Gesicht in der Öffentlichkeit verleihen. Reinhold Würth etwa hat das gleichnamige Künzelsauer Unternehmen zum Weltmarktführer für Befestigungs- und Montagetechnik ausgebaut. Von Lauffen im Zabergäu aus hat Heinz-Dieter Schunk den weltweit führenden Spezialisten für Spann- und Greiftechnik Schunk geschaffen. Und Wolf-Gerd Dieffenbacher hat den gleichnamigen Maschinen- und Anlagenbauer aus Eppingen zur globalen Nummer eins bei Maschinen zur Holzverarbeitung ausgebaut. Die Liste der traditionsreichen Familienunternehmen ließe sich lange fortsetzen. Sie alle sind in ihrem Segment, in ihrer Nische, spitze – häufig im Schatten der Öffentlichkeit. → Heilbronn-Franken Städtische Transformation – Bildungs- und Wissensstadt Heilbronn Die Bildungslandschaft in der Region unterliegt einem rasanten Wandel, der vor allem in Heilbronn deutlich erkennbar ist. Zwar hat Heilbronn-Franken im Vergleich zu anderen Regionen im Land noch immer zu wenig Studienplätze – doch die Aufholjagd ist in vollem Gang. Die Hochschule Heilbronn mit ihren Außenstellen in Künzelsau und Schwäbisch Hall ist mit rund 8.200 Studierenden die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Und die Bewerberzahlen steigen weiter. Der im Oktober 2011 eröffnete Bildungscampus in Heilbronn brachte einen weiteren Schub. Auf dem von der Dieter-Schwarz-Stiftung finanzierten Campus sind neben der GGS auch die Akademie für Innovative Bildung und Management (AIM) und die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), Campus Heilbronn untergebracht. Ergänzt wird das junge innerstädtische Hochschulleben durch den Campus der Hochschule Heilbronn am benachbarten Europaplatz. In Kürze wird der Campus Heilbronn der TU München (TUM) bezogen. Diese Vielfalt an Bildungseinrichtungen dokumentiert die Transformation Heilbronns von einer durch Industrie geprägten Stadt hin zur dynamischen Bildungs- und Wissensstadt. → Bildungscampus Heilbronn Hanix Nr. 55 64 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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ein Symbol für beispielhafte Zivilcourage und Widerstand gegen die Hitler-Diktatur - nicht nur im politischen, sondern auch im alltäglichen Leben. Der geschichtliche Erinnerungspfad wurde anlässlich des 85. Geburtstages von Sophie Scholl 2006 eröffnet. Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg geboren. Der Pfad erzählt auf zehn ansprechenden Tafeln die Kindheitsspuren von Hans und Sophie Scholl. → 74670 Forchtenberg Die leckersten Säue – Schwäbisch-Hällisches Landschwein Das Schwäbisch-Hällische Landschwein geht auf König Wilhelm I. von Württemberg zurück, welcher um 1820 der Landeszucht einige chinesische Maskenschweine zuführte. Die Mohrenköpfle, wie sie aufgrund ihrer charakteristischen Färbung genannt werden, sind robuste und stressresistente Tiere. Feinschmecker rühmen ihr zartes, saftiges Fleisch mit der natürlichen Speckauflage und dem unvergleichlich guten Geschmack. Die Hohenloher Bauern haben sich der traditionsreichen Rasse mit der gerühmten Fleischqualität angenommen. Heute züchten und mästen die Mitgliedsbetriebe der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall reinrassige Schwäbisch-Hällische Landschweine und veredelte Kreuzungen. Artgerechte Tierhaltung und Fütterung ergibt vorzügliches Fleisch mit dem typischen Aroma und dem kräftigen Geschmack. Beispielhafte Zivilcourage und Widerstand – Hans & Sophie Scholl-Pfad Die Geschichte der gebürtigen Hohenloher Geschwister Hans und Sophie Scholl, die im Dritten Reich zur Widerstandsgruppe »Die Weiße Rose« gehörten, ist auch über 75 Jahre nach deren gewaltsamen Tod von Bedeutung. Sie ist Vorsprung durch Technik – Audi Erlebnisführungen Das Audi Forum Neckarsulm bietet Erlebnisführungen für jeden Geschmack: Ob Fahrzeugproduktion, Werksicherheit oder Historie – erlebt werden können Spitzentechnologie zum Anfassen und spannende Einblicke in die Welt von Audi. Insgesamt neun Formate laden zur Werksbesichtigung ein. Darunter stechen die fünf Erlebnisführungen hervor: »Produktion kompakt« bietet einen aufregenden Blick hinter die Kulissen von Fertigung und Logistik; »R8 Sportwagenmanufaktur« lässt Besucher hautnah erleben, wie der Hochleistungssportwagen Audi R8 in exklusiver Handarbeit gefertigt wird; »Agile Logistik« lässt erleben, wie fahrerlose Transportfahrzeuge die Produktion unterstützen; bei der »Kinderführung« steht das spielerische Erleben im Vordergrund und ermöglicht so auch den Kleinen ein unvergessliches Erlebnis; last but not least die Führung durch das »Audi Forum Neckarsulm« bei der Besucher bei einem Rundgang in die ausdrucksstarke Architektur, die vielseitigen Angebote des Hauses und die Welt von Audi eintauchen. → NSU-Straße 1, 74172 Neckarsulm

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Zaberfelder Seenplatte – Ehmetsklinge, Katzenbachsee und Michelbachsee Zur atemberaubenden Landschaft und ökologischen Vielfalt in Zaberfeld tragen auch die drei Seen Ehmetsklinge, Katzenbachsee und Michelbachsee bei. Obwohl alle drei für den Hochwasserschutz ausgebaut wurden, bieten sie einen erlebenswerten Erholungsraum. Die beiden Badeseen Ehmetsklinge und Katzenbachsee erfreuen sich weit über die Region hinaus großer Beliebtheit. Die Wasserqualität wird laufend überwacht und ist mit »ausgezeichnet« bewertet. 2001 als Hochwasserschutz für das Zabergäu angelegt, hat sich die Ehmetsklinge längst zu einem der meist besuchten Badeseen im Großraum Heilbronn entwickelt. Malerisch schmiegt sich der 13,8 ha große See in den Hang des Strombergs und ist auch ein Naturparadies. Die Ehmetsklinge besitzt einen Naturstrand und eine Liegewiese, einen Seekiosk, einen Biergarten mit Terrasse und sanitäre Anlagen. Außerdem gibt es die Möglichkeit zum Tretbootfahren und Surfen. Ein Rundweg verbindet die beiden herrlich gelegenen Seen. Diese traumhafte Wandertour für Wanderer und Badegäste erlaubt großartige Aussichten auf die beiden Badeseen, die Höhenzüge Heuchelberg und Stromberg sowie auf den Zaberfelder Hausberg »Spitzenberg«. → 74374 Zaberfeld einen weiteren Weg zurückgelegt haben dürfen, z. B. Loup de Mer, Atlantik-Rochen oder Limousin-Lamm. Alle diese feinen Speisen erhalten von Jürgen Alt die optimale Weinbegleitung und machen damit den Genuss perfekt – schließlich ist der Gastgeber und Sommelier Meister der Sensorik. → Kirchbergweg 3, 74673 Mulfingen-Ailringen Schönes Spiel – Wengerter-Golf Minigolf mal anders - ein Ausflugsziel mit Hof-Café und Mais-Labyrinth. Bei dieser Golfrunde ist das Jahr im Weinberg spielerisch zu erleben. Gespielt wird mit Rebenstamm und Tennisball. Das Wengerter-Golf, eine Variante des Minigolf, bietet Spiel und Spaß für Menschen von 4 bis 99. Eine Runde auf dem Abenteuergolfplatz mit 18 Stationen zum Thema Wein dauert ca. zwei Stunden. Der Platz ist in der Regel von Mai bis September geöffnet. → Zeisigweg 10, 74336 Brackenheim Hanix Nr. 55 Hauben- und Sterneküche im alten Gewölbe – Amtshaus Ailringen Sternekoch Sebastian Wiese ist ein bekennender Fan der regionalen Küche. Deshalb hat er die Speisekarte für das Gourmet-Restaurant »Amtskeller« in zwei Bereiche aufgeteilt – so kann man die Sterneküche im Amtshaus auf zwei völlig verschiedene Arten genießen. Unter der Rubrik »Vor der Haustür« sind Gerichte mit regionalem Bezug versammelt, die Hauptprodukte für die Rezepte stammen ebenfalls aus der Umgebung. Darunter Hohenloher Flusskrebse, Wachteln und Maultaschen. Doch Regionalität ist in der Amtshaus-Küche kein Dogma. So ist der zweite Teil der Speisekarte mit »Über den Tellerrand« betitelt. Hier hat Sebastian Wiese Klassiker der internationalen Hochküche aufgeführt, deren Produkte durchaus Wein, Felsen und herrliche Aussichten – Hessigheimer Felsengärten Die Hessigheimer Felsengärten sind schon lange ein beliebtes Ausflugsziel. Das heute 4,8 ha große, bereits 1942 ausgewiesene und 2002 noch etwas vergrößerte Schutzgebiet ist an vielen Wochenenden gut besucht. Seit etwa 1900 ist die Felsformation ein traditionelles Klettergebiet. Geklettert werden darf nur an den Innenseiten der Felsen, nicht an deren Außenseiten gegen die Weinberge. Die Schwindel erregenden Felskonstellationen bieten Schwierigkeitsgrade für Anfänger und Fortgeschrittene. Die schroffen, kühn aufragenden Muschelkalkfelsen über dem Neckar sind eine geologische Attraktivität, die es so nirgendwo sonst gibt. Das Naturschutzgebiet »Felsengärten« beherbergt eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten. Naturliebhaber erleben hier ein spannendes Kapitel Naturgeschichte, das unterhalb der Felsen kulturgeschichtlich mit dem Steillagen-Weinbau fortgeschrieben wurde. Begeistert davon sind alle, auch die, welche als Wanderer oder Spaziergänger auf dem Boden bleiben. → Am Felsengarten, 74394 Hessigheim 66 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hanix Nr. 55 Heilbronn im Mittelpunkt der Kunstwelt – Ernst-Franz- Vogelmann-Preis Seit 2007 vergeben die Ernst-Franz-Vogelmann-Stiftung und die Städtischen Museen Heilbronn gemeinsam den mit 30.000 Euro dotierten Ernst-Franz-Vogelmann-Preis für Skulptur. Alle drei Jahre werden Künstlerpersönlichkeiten ausgezeichnet, die ihren Lebens- oder Schaffensmittelpunkt in Deutschland oder den angrenzenden Ländern haben und deren künstlerisches Lebenswerk innerhalb der Entwicklung der zeitgenössischen Skulptur und Plastik wesentliche Impulse setzen konnte. Der besondere Auswahlmodus liegt in einem zweistufigen Verfahren: Ein international besetztes Expertengremium nominiert maximal 30 Künstler, aus denen anschließend eine fünfköpfige Fachjury den Preisträger ermittelt. Mit der Auszeichnung sind eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Vogelmann und jeweils ein Ankauf für die städtische Kunstsammlung verbunden. Der Ernst-Franz-Vogelmann-Preis für Skulptur ging erstmals 2008 an den Schweizer Roman Signer, 2011 an Franz Erhard Walther. Arbeiten beider Preisträger sind in der Sammlung der Städtischen Museen Heilbronn vertreten. Im Juli 2014 wurde der Preis an Thomas Schütte verliehen. Der britische Bildhauer Richard Deacon erhielt den Ernst-Franz-Vogelmann-Preis für Skulptur 2017. Die Ernst-Franz-Vogelmann-Stiftung wurde 1996 gegründet. »Kunst ist der Eckpfeiler der Kultur, gerade für Heilbronn«. betonte der Unternehmer Ernst Franz Vogelmann in einer seiner zahlreichen Reden. Kunst sah er als Anziehungspunkt, die den Menschen bereichert, bildet und seine persönliche Sichtweise erweitert. Es war sein Anliegen, den kulturellen Aufgaben in Heilbronn den gleichen Stellenwert zu geben wie den wirtschaftlichen und sozialen. → Allee 28, 74072 Heilbronn Berührendes Festival – Tanz! Heilbronn Heilbronns internationales Festival für zeitgenössischen Tanz erlebte gerade seine 10. Ausgabe. Das international renommierte Festival sorgt jedes Jahr an fünf Tagen für eine repräsentative Umschau des modernen Tanztheaters und lockt Tanz-Fans aus nah und fern 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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nach Heilbronn. Theaterintendant Axel Vornam schreibt: »Kunst kann berühren, ein Tanzstück besonders direkt emotional, es kann den Geist in Bewegung setzen, Perspektiven öffnen und Gefühl und Mitgefühl wecken. Wenn uns dies mit dem Festival wenigstens ab und an, vielleicht auch häufiger, gelungen ist, dann hat es seinen Sinn erfüllt. Den Blick vom Eigenen, Lokalen, Nationalen hinzulenken auf andere Sichtweisen, andere Länder und Kulturen, mit denen wir durch Nachbarschaft, Geschichte und historische Wanderungsbewegungen verbunden sind, das kann und sollte ein internationales Festival leisten.« Es ist ihm und seinem Team gelungen, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. → Berliner Platz 1, 74072 Heilbronn Fruchtgenuss365 – Obstautomat in Heuchlingen Seit 2016 bietet das Obstgut in Heuchlingen einen ganz besonderen Service: Einkaufen rund um die Uhr, 7 Tage die Woche, dank dem neuen Obstautomaten »Fruchtgenuss365« direkt am Eingang zum Gelände. Die Idee ist einzigartig in Deutschland. In dem begehbaren Verkaufsautomaten können Kunden das Heuchlinger Obst zu jeder Tages- und Nachtzeit erstehen. Das Angebot reicht von Äpfeln und Birnen über Säfte, Honig und Apfelchips bis hin zu saisonalen Angeboten. Die Bedienung erfolgt über ein Touchpad, bezahlt wird ausschließlich in bar. → Obstgut Heuchlingen 2, 74177 Bad Friedrichshall Hanix Nr. 55 Ein Cafe der anderen Art – Anna Blume Blumencafe Anna Blume - ein faszinierendes Café in Bad Wimpfen, einem Ort voller historischer Raritäten und interessanter Geschichten. Bei Anna Blume ist man daheim und doch nicht zu Hause. Ob man die Seele baumeln lässt oder in einer Zeitung vertieft die Zeit genießt, hier ist man unter Menschen mit den unterschiedlichsten Leidenschaften und Interessen, die doch alle eines eint: die Freude am Außergewöhnlichen. Frühstücken, mittags Kleinigkeiten genießen, die Kaffeezeit mit gutem Kuchen und Freunden verbringen, regionale Weine verkosten. Einfach mal eintauchen in die Welt des Anna Blume Cafés. → Apothekergasse 1, 74206 Bad Wimpfen 68 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Kombination aus Hotel, Golfplatz, Weingut und Restaurants – Heitlinger Hof Hervorragend gelegen im Kraichgau und umgeben von Feldern, Wäldern und den eigenen Weinbergen, dazu in Autobahnnähe und von Heidelberg, Karlsruhe und Heilbronn schnell erreichbar erwartet Gäste ein hochmodernes und familiär geführtes Weingut-Hotel. 31 Zimmer und Junior-Suiten, Lounge, Weinbibliothek mit Kaffeebar, zwei Restaurants, die saisonal inspirierte Küche mit regionalen Akzenten anbieten, ein großer Spa-Bereich mit Sauna, Dampfbad, Sanarium, Ruheraum und Liegewiese und vier Konferenzräume garantieren einen genussvollen Aufenthalt. Direkt gegenüber liegt einer der schönsten Golfplätze des Kraichgaus: der Baden Golf & Country Club. Hier finden nicht nur Profis, sondern auch Anfänger und Turnier-Golfer die allerbesten Spiel- und Trainingsbedingungen. Das Angebot umfasst zudem einen 9-Loch Kurzplatz, Driving Range, sowie eine Golf-Akademie mit verschiedenen Kursen. Angeschlossen sind das Weingut Heitlinger und das Weingut Burg Ravensburg. Die Weingüter gehören als VDP-Mitglied zur Qualitätsspitze im Deutschen Weinbau. Als eines der größten ökologisch wirtschaftenden Weingüter in Deutschland mit einer Gesamtfläche von über 100 Hektar vereinen sie beispielhaft kompromisslose Qualitätsarbeit mit Nachhaltigkeit und Verantwortung. Die Kombination aus Hotel, Golfplatz, Weingut und Restaurants an einem gemeinsamen Platz ist in Deutschland einmalig. → Am Mühlberg 1-3, 76684 Östringen-Tiefenbach Mit der Fliehkraft durch den Sommerwind – Sommerrodelbahn Kaisersbach In Kaisersbach lässt es sich wunderbar in die Kurven legen und die Schwerkraft testen. Seit 1978 gibts dort die Sommerrodelbahn. Die 650 Meter lange Edelstahlrinne, in der Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 40 Stundenkilometern erreicht werden können, ist ein Magnet für Kinder und Erwachsene. Nach der »Rodelei« bietet sich ein Sprung ins kühle Nass des Aichstruter Stausees oder des Ebnisees an. Im Winter stehen Schlittenlift, Snow-Tubing-Anlage und zwei Skilifte zur Verfügung. → Lichtestraße, 73667 Kaisersbach Fernweh? Lass dich nicht aufhalten! Funktionsbekleidung Wanderschuhe Rucksäcke Edisonstr. HISTORISCHER 3 | 74076 EINKAUFSBUMMEL Heilbronn | Tel. 07131-87055

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VIPs VON HIER Last, but not least vervollständigen zehn beeindruckende Persönlichkeiten von hier unsere 100er-Liste. Sie alle haben beeindruckende Lebenswege und -leistungen vollbracht, die ihresgleichen suchen. Nicht nur regional, sondern deutschlandweit und auch darüber hinaus. Der Heavy-Metal-Star der Kunst töpfert nun – Anselm Reyle Anselm Reyle ist in Heilbronn aufgewachsen. Nach seinem Kunststudium in Stuttgart und Karlsruhe zog er 1997 nach Berlin und gründete mit John Bock, Dieter Detzner, Berta Fischer und Michel Majerus ein Atelier. Zusammen mit Thilo Heinzmann, Claus Andersen und Dirk Bell initiierte er die Produzentengalerien »Andersen’s Wohnung« und »Montparnasse«. Bekanntheit erlangte der Künstler durch seine Streifenbilder – in Anlehnung an das formalistische Vokabular à la Clement Greenberg –, durch seine verführerisch glänzenden Folienbilder und die sogenannten »Afrikanischen Skulpturen«. Charakteristisch für Deine satch Must-Haves Zu jedem Rucksack das passende Zubehör seine Herangehensweise ist die Nutzung unterschiedlicher Fundstücke, die ihrer ursprünglichen Funktion enthoben, optisch verfremdet und in einen neuen Kontext gestellt werden. Er arbeitet in den Medien Malerei, Skulptur, Installation und verwendet dabei Materialien wie Folien aus Schaufensterdekorationen, Acrylpasten, Autolacke, LED-Licht sowie dem Gebrauch entwendete, funktionslose Zivilisationsresiduen. Anfang 2014 erklärte Reyle, sich vorläufig vom Kunstbetrieb zurückzuziehen. Das Bild vom Aussteiger, der sich an die Töpferscheibe setzt, war wohl zu schön, als dass Anselm Reyle ihm hätte widerstehen können. Zwei Jahre nach seinem erklärten Rückzug aus dem Kunstbetrieb und der Auflösung seines fünfzigköpfigen Berliner Atelierbetriebs zeigte der Künstler 2016 neue Arbeiten. Reyles neuer Fokus: Vasen. Genauer gesagt: Fat-Lava-Vasen. So nennt man die bizarr verkrustete westdeutsche Industriekeramik der Wirtschaftswunderzeit. Bundesligarekord und Big in Japan – Tomislav Marić Bei seinem Profidebüt hatte Tomislav Marić Angst. Aber er machte trotzdem weiter, wurde Volksheld in Japan und war bei Hoffenheims Durchmarsch aus der Regional- bis in die Bundesliga dabei. Seine Fußball-Ausbildung genoß »Tomi« beim VfR Heilbronn, wo er die Jugend durchlief und auch noch in der Verbandsliga Württemberg im Einsatz war. Danach erzielte er 32 Bundesliga-Tore in knapp 100 Spielen für den VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und den Karlsruher SC. Für die Stuttgarter Kickers wurde Marić mit 21 Toren in der Saison 1999/2000 Torschützenkönig der zweiten Bundesliga. Danach wechselte er zum Bundesligisten VfL Wolfsburg. In der Bundesligasaison 2001/02 stellte er den Rekord von Lothar Emmerich ein, indem er an vier aufeinanderfolgenden Spieltagen jeweils einen Doppelpack erzielte. Im Sommer 2005 wechselte er zum japanischen Klub Urawa Red Diamonds. Hanix Nr. 55 Das Taschenhaus-Stütz GmbH Weinsberger Straße 17/1 · 74072 Heilbronn · Tel.: 0 71 31 / 94 20 27 70 Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr · Sa 10.00–16.00 Uhr · www.dasTaschenhaus.de 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN www.satch.com

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Hanix Nr. 55 Tomislav Marić spielte nur sieben Monate in Japan, trotzdem feiern ihn die Fans bis heute als Vereinshelden. Als er im Januar 2006 zurück nach Deutschland ging, wurde er von 1000 Fans am Flughafen verabschiedet. Satiriker mit Politambition – Oliver Maria Schmitt Kanzlerkandidat, OB-Kandidat in Heilbronn und Frankfurt a.M., Boy-Group-Mitglied, Ex-Titanic-Chefredakteur, heutiger Titanic-Herausgeber, Ehrenvorsitzender der »Die Partei«, Punk, Schriftsteller, gebürtiger Heilbronner. Vielseitig ist er, Frankfurts Fast-Oberbürgermeister. 1,8 Prozent der Wählerstimmen reichten 2012 dann aber doch nicht aus. Dabei hatte er neben den in seinem Wahlprogramm verankerten »9,5 Thesen für Frankfurt – und keine für Offenbach« noch einen triftigen Grund, gewählt zu werden: »Ich brauch’ den Job«, wurde Schmitt nicht müde zu erwähnen. Doch die politischen Ambitionen hat Schmitt nicht ruhen lassen, er hat ja auch schon viel Übung. Bereits 1988 kandidierte er als unabhängiger Listenkandidat bei den Wahlen zum baden-württembergischen Landtag und 1991 bei den Wahlen zum Heilbronner Oberbürgermeister. Dem Slogan »Macht aber mit, wählt Oliver Schmitt« wollten denn doch nicht alle folgen. Schmitt bleibt als Politiker bei »Die Partei« aber dran. Der Wahlfrankfurter ist aber auch ein deutscher Schriftsteller, konnte sein Wissen als einstiger Rhetorik- und Kunstgeschichtestudent der Universitäten in Tübingen und Leeds also miteinfließen lassen. Für seine in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienenen Reportage »Ich bin dann mal Ertugrul« wurde der Satiriker 2009 mit dem Henri-Nannen-Preis für seine »herausragende unterhaltsame, humorvolle Berichterstattung« ausgezeichnet. Oder um es mit den Worten von Die Welt zu sagen: »Schmitt ist der Ferrarifahrer der Prosaautoren seiner Generation.« Gold in Rio und nun Ärztin – Carina Bär Sie ist der leuchtende Stern am Heilbronner Sporthimmel. Auch wenn es Olympionikin Carina Bär vor einigen Jahren zum Studieren in den Ruhrpott gezogen hat, wo sie selbstredend auch trainierte – inzwischen hat sie ihre Ruderkarriere beendet und konzentriert sich auf 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN DIE EVENT HIGHLIGHTS 2018! special guest: Nico Santos Sa 09.06. Wertwiesenpark Heilbronn So 10.06. Wertwiesenpark Heilbronn Fr 20.07. Großer Elzpark Mosbach Fr 12.10. Harmonie Heilbronn Tickets gibt es bei den Geschäftsstellen Ihrer Tageszeitung, bei der Tourist- Information Heilbronn, bei allen bekannten Vorverkaufsstellen. Ticket Hotline: 07131/562270 - Infos und Tickets auf www.provinztour.de wir liefern: >> unverpackt!

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ihren Werdegang als Ärztin. Ihr Sportlehrer auf dem Wimpfener Hohenstaufen-Gymnasium hat sie 2005 mit dem Rudervirus infiziert. Zu diesem Zeitpunkt war Carina Bär schon 15 Jahre und eigentlich zu alt, um sich Ambitionen für den Hochleistungsbereich anzutrainieren. Doch ihr und ihrem Körper war das egal. Inzwischen kann sie sich Europameisterin, Weltmeisterin und Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen 2012 in London nennen. Gekrönt hat sie ihre Sportlerlaufbahn 2016 mit Olympia-Gold in Rio de Janeiro. Vom Heilbronner Rathaus nach Hollywood – Sibel Kekilli Sibel Kekilli ist eine Frau, die mit zahlreichen Talenten gesegnet ist. Oder vielleicht nur mit einem ganz großen: Wandlungsfähigkeit. Das passt auch sehr gut zu ihrem Beruf als Filmschauspielerin. Talent allein reicht oft nicht aus. Es ist meistens die Mischung aus guten Gaben und dem, was man daraus macht. Kekilli hat ihre Fähigkeiten am Schopf gepackt und sie genutzt. So arbeitete sie in der Heilbronner Stadtverwaltung als Angestellte, als Verkäuferin, Türsteherin, Reinigungskraft, Geschäftsführerin eines Nachtclubs, Pornodarstellerin und Kellnerin. All diese Berufe zeigen eine echt wandlungsfähige Lebenskünstlerin. Sibel Kekilli kam 1980 als Arbeitertochter in Heilbronn zur Welt, seit 1999 ist sie deutsche Staatsbürgerin. 2002 wurde sie von einer Casting-Agentin entdeckt, sie spielte dann in Fatih Akins Film »Gegen die Wand« gleich die Hauptrolle. Zweimal erhielt sie den deutschen Filmpreis als beste Schauspielerin. Kekilli hatte in der internationalen Serie »Game of Thrones« eine wichtige Rolle und spielte im Kieler Tatort eine Ermittlerin. In der Serie »Bruder – Schwarze Macht« ist sie gerade als Polizistin auf ZDF Neo zu sehen. Idealer Repräsentant der jungen Republik – Theodor Heuss Heilbronn galt für Theodor Heuss, den ersten Bundespräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, als Heimatstadt, obgleich er hier nicht geboren wurde – er kam am 31. Januar 1884 als Sohn des Regierungsbaumeisters Ludwig Heuss in Brackenheim zur Welt. Aber Heuss war gerade sechs Jahre alt, als die Familie nach Heilbronn übersiedelte; hier besuchte er die Volksschule und das Gymnasium, hier machte er 1902 Abitur, sein Studium in München und Berlin schloss er mit einer Doktorarbeit über Heilbronn ab (»Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn a.N.«), und hier war er von 1912 bis 1918 Chefredakteur der liberalen Neckar-Zeitung. Heuss galt als idealer Repräsentant der jungen Republik – er hatte sich in der Zeit des Nationalsozialismus nicht schuldig gemacht, lehnte Militarismus und Preußentum ab, war gebildet und weltgewandt und ein überzeugter Anhänger der Demokratie. Er verschaffte dem Land Anerkennung nach außen wie nach innen, und seine Auftritte weckten Begeisterung, wie sie seine Nachfolger nicht mehr erleben konnten. Kommen Sie gut durch die Nacht – Thomas Roth Thomas Roth wurde am 21. Nov. 1951 als dritter Sohn in Heilbronn geboren. Er stammt aus einer katholischen Kaufmannsfamilie und hat neben den beiden älteren Brüdern noch eine jüngere Schwester. Nach dem Abitur am Justinus-Kerner-Gymnasium in Heilbronn studierte er Anglistik und Germanistik in Heidelberg. Danach fing alles mit einem Volontariat beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart an und es wurde eine beeindruckende journalistische Karriere mit spannenden und dramatischen Stationen. Thomas Roth war ARD-Fernsehkorrespondent in Südafrika und Russland. Er war Hörfunkdirektor des WDR in Köln, Chef des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin und Korrespondent in New York. Und - ganz zum Schluss - moderierte er für drei Jahre das journalistische Flaggschiff im Ersten, die Tagesthemen. Komm ins offene, Freund – Friedrich Hölderlin Der in Lauffen am Neckar geborene Dichter gilt als der bedeutendste Odendichter der deutschen Literatur. Er selbst bezeichnete seine Oden, die vom Verlust des idealen Lebens und der Zerrissenheit der Gegenwart handeln sowie auf ein überzeitliches Goldenes Zeitalter verweisen, als tragisch. Friedrich Hölderlins frühe Hymnen beschwören die utopische Einheitsvorstellung. Seine späten Hymnen setzten sich mit den zeitgenössischen Problemen und der eigenen Landesgeschichte auseinander. Die utopische Vorstellung von der Einheit in den frühen Hymnen kehrten in den späten Werken wieder. Zum Ruhme Hölderlins haben nicht nur seine Dichtungen beigetragen, sondern auch sein angeblicher oder wirklicher Hanix Nr. 55 72 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hanix Nr. 55 Wahnsinn. Der Bayerische Rundfunk schrieb über den berühmtesten Sohn Lauffens: »Hölderlin ist schwierig. Sperrig, dunkel, kompliziert. Bisweilen kaum zu ertragen in seiner hochfliegenden Begeisterungsgebärde. Doch da ist noch etwas anderes. Etwas, das einen entweder packt oder zurückstößt, aber keinesfalls gleichgültig lässt: seine Sprache.« Der einfache Kaufmann – Dieter Schwarz Mehr als auf alles andere ist Dieter Schwarz darauf bedacht, sein Privatleben privat zu lassen und jedem Fotoapparat großräumig aus dem Weg zu gehen. Es existieren nur zwei öffentliche Fotografien des Heilbronners, der unter dem Dach der Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland Europas größtes Handelsunternehmen schuf. Der bescheidene Milliardär ist Heilbronns Stadtmäzen, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, Heilbronn auf dem Weg zur Bildungs- und Wissensstadt tat- und finanzkräftig unter die Arme zu greifen. Große Auftritte sind seine Sache nicht, sei es privat oder geschäftlich. Schwarz tritt bescheiden und bodenständig auf, speist ab und an sogar in der Mensa des Bildungscampus und kauft, von den meisten unerkannt, auf dem Heilbronner Wochenmarkt sein Gemüse ein. Seine Anzüge sind von der Stange, auf eine Yacht, Luxusuhren oder anderes Milliardärs-Gedöns verzichtet der Ur-Heilbronner geflissentlich. 2007 wurde Schwarz zum Heilbronner Ehrenbürger ernannt. Schwarz ist in der Nachkriegszeit der erste »Mann der Wirtschaft«, der mit der höchsten Auszeichnung gewürdigt wurde, die die Stadt Heilbronn zu vergeben hat. Anlass für diese Ehrung war allerdings weniger die von Schwarz geschriebene Erfolgsstory des Unternehmens Lidl & Schwarz, sondern sein außergewöhnliches Engagement als Heilbronner Mäzen. König der Konstrukteure – Wilhelm Maybach Der in Heilbronn zur Welt gekommene Ingenieur und Konstrukteur zählt neben Carl Friedrich Benz und Gottlieb Daimler zu den Pionieren in der Entwicklung des Automobils. Durch sein Schaffen hatte er entscheidenden Anteil an der Erfolgsgeschichte des Hauses Daimler, welches mit der Benz & Cie. zur Daimler-Benz AG fusionierte. Ausgehend von Nicolaus August Ottos Viertakt-Gasmotor (1876) konstruierte Wilhelm Maybach mit Daimler den ersten schnelllaufenden Benzinmotor mit Schwimmervergaser und Glührohrzündung. Das Wechselgetriebe, der Spritzdüsenvergaser sowie der Bienenwaben-Wasserkühler erlaubten ab 1900 eine Motorleistung von 10 PS. 1909 machte er sich mit seinem 1879 geborenen Sohn Karl selbstständig und gründete die Firma Maybach-Motorenbau GmbH in Bissingen/ Enz, die Zeppelinmotoren und später in Friedrichshafen Luxusautos herstellte. Erst spät, zu seinem 150. Geburtstag, empfing das fast vergessene Genie die Ehre, die ihm gebührt: Wilhelm Maybach wurde 1996 in die Automotive Hall of Fame in Detroit aufgenommen, am 2. März 2004 wurde er dann auch in der European Automotive Hall of Fame für seine herausragenden technischen Leistungen im Automobilbau gewürdigt. Der König der Konstrukteure steht damit auf Augenhöhe mit zwei anderen Pionieren: Karl Benz und Gottlieb Daimler.

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Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Foto: Ulla Kühnle Bundesgane-gan gane-gane-gan Böse Menschen haben keine Lieder – eine gute Stadt wie Heilbronn aber hat jetzt endlich eines Neue Lieder singt man gern, und die schönste Freude ist noch immer die Vorfreude. In einem knappen Jahr öffnet die Bundesgartenschau in Heilbronn ihre Pforten, der Dauerkartenverkauf hat bereits begonnen, und nun gibt es auch schon den offiziellen Song zum Großereignis. Ja, ich weiß: Das sind sehr viele sehr gute Nachrichten auf einmal. Kann man das überhaupt noch toppen? Nun hat fast jede Stadt das Lied, das sie verdient. Frank Sinatra besang »New York, New York« und Herbert Grönemeyer sein »Bochum«, mehr geht ja praktisch schon nicht mehr. Doch nicht jede Stadt kommt mit ihrem Loblied zurecht. Westerland muss sich bis zum heutigen Tag von den Ärzten höhnisch besingen lassen, Freiburg hadert noch immer mit der Antihymne, die es von Tocotronic geschenkt bekam, und Erlangen konnte sich nie mit dem genialen Stadtführer-Song von Max Goldt (»Wissenswertes über Erlangen«) identifizieren. Heilbronn hingegen wird es leicht fallen, seine neueste musikalische Würdigung zu feiern. Das war allerdings nicht immer so. Auf Youtube finden sich zahlreiche, durchweg schauderhaft schalmeite Melodien zum Ruhme der alten Reichsstadt. Da besingt etwa ein numinoser Dieter Krause »Mein schönes Heilbronn« in fiesester Flippers-Manier, keinen Deut besser klingt »Das Heilbronner Lied« von Jan Janeke und Kuno Schmid, und auch die ironischen Annäherungen wie etwa »Heilbronn, Heilbronn, du Perle des Südens«, entdeckt und umgesetzt von Studenten der Hochschule Heilbronn und ihrer Band mit dem krassen Namen »Sommersemester«, lassen einen eher ratlos zurück. Dabei scheint die Stadtliedermacherei in der Käthchenstadt durchaus schon Tradition zu haben. Irgendwann Anfang der Nullerjahre hatte der Heilbronner Verkehrsverein wohl einen Liedwettbewerb ausgelobt, auf dass alles, was im Unterland ein Instrument oder auch nur den Ton halten konnte, bumsfidel in Saiten und Tasten greifen möge, um der Neckarstadt ein Lied zu schenken. Ergebnis dieses längst vergessenen Contests war eine CD, welche die besten Produktionen versammelte. Sie hieß, wen wundert’s, »Ein Lied für Heilbronn«, und enthielt eine exquisite Kollektion kakofoner Ohrenpein rund ums songtechnisch herausfordernde Thema Heilbronn. Kaum einer weiß, dass sich ausgerechnet diese CD zum großen Hit entwickelte – zumindest in Hamburg. Dort steht nämlich, schön am Ufer der Außenalster, ein repräsentatives Literatur- Hanix Nr. 55 OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 17

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haus, das bekanntlich seit Jahren von dem in Heilbronn geborenen Schriftsteller Rainer Moritz verwaltet wird. Vor gut zehn Jahren hatte Moritz mich dorthin eingeladen, aus meinem Punkroman »AnarchoShnitzel schrieen sie« zu lesen, der zu weiten Teilen von Musik, von Krach und der schwäbischen Provinz handelt. Um die Zuhörer schon im Vorfeld der Lesung auf alles gefasst zu machen, zauberte Moritz die rare CD »Ein Lied für Heilbronn« hervor und traktierte das eben noch geneigte Lesungspublikum mit vollen vier Songs der zum Glück längst vergriffenen Horror-CD. In der fernen Hansestadt krümmten sich die Menschen vor Schmerz und schrien zugleich vor Lachen. Nach diesem ungeschützten Ohrenbombardement hatte ich als Vorlesender natürlich leichtes Spiel: Denn was auch immer danach kam – noch schlechter konnte es gar nicht mehr werden. Und Heilbronn hatte mal wieder mit dem aufgetrumpft, was es am besten kann: provinziell und peinlich sein. Doch diese schlimmen Zeiten sind vorüber, nun hat Heilbronn endlich einen würdigen Song. Dass er von einer Neckarsulmer A-capella-Kapelle mit dem unfassbaren Namen »mundARTmonika« stammt, macht die Sache zwar nicht unbedingt besser, doch der Song steht bzw. spricht bzw. singt in jeder Hinsicht für sich. Tapfer, ja verwegen kämpfen die Vier in ihrem angehenden Chartbuster, der anscheinend nur den prosaischen Titel »Buga-Song« trägt, um jeden Ton und jede Silbe. Sie scheuen auch keine noch so große textliche Herausforderung. Wie man nicht nur in Komponistenkreisen längst weiß, gibt es ja praktisch keinerlei Möglichkeiten, das sperrige Präfix »Bundes-« auch nur annähernd sexy oder gar cool klingen zu lassen; egal ob man da an die Bundeskanzlerin denkt oder an die Bundeswehr, an den Bundesvision Song Contest oder die Bundesgartenschau. Doch wenn Mund- ArtMonika ihr Verherrlichungslied mit dem ganz und gar rätselhaften Neologismus »Bundesgane-gan gane-gane-gan, Bundesgane-gan gane-gane-gan« etc. beginnen lassen – dann haben sie bereits gewonnen. Besser geht’s nicht. Dass dieser Song von der Buga Heilbronn 2019 GmbH, der offiziellen Ausrichterin des Rentnerevents, sofort und ohne Umschweife zum Siegersong gekürt und MundArtMonika zu offiziellen Buga-Botschaftern ernannt wurden, muss man als absoluten Glücksfall betrachten. Denn nur einem glücklichen Zufall ist es geschuldet, dass ein Bandmitglied, nämlich der Bariton Christian Schmierer, rein zufällig selbst Mitarbeiter der Buga Heilbronn 2019 GmbH ist, sinnigerweise zuständig für den Bereich »Kooperationen«. Da waren die Wege also erfreulich kurz zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer. Worte allein reichen freilich nicht, den Siegersong zu preisen – das überlasse ich besser Ihren Ohren. Fantastischerweise gibt es zu diesem Song bereits ein Video, und zwar eines, das den Betrachter und Zuhörer verblüfft und zugleich erheitert. Das Interessante an diesem Video ist nämlich nicht die erstaunlich banale Musik, sondern das Bildmaterial, mit dem man sie – offenbar ohne Zuhilfenahme auch nur des geringsten Gedankens – unterlegt hat. »Komm, ich zeig dir meine Welt«, singen die vier Fanten a capella, und dann zeigen sie es uns. Aber so richtig. Zu Textzeilen wie »Lass dich von den Farben tragen« sehen wir Baustellenbilder in Betongrau und Schlammbraun; bei »Lass uns die Heimat neu entdecken« prägen Kräne, Gerüste und Sichtbeton das Bild; bei »Es gibt so viel zu erforschen« ziehen große, wie Kothaufen aneinandergereihte Sandwülste über den Bildschirm; und bei »Du bist das blühende Leben« bestaunen wir Erdhügel, großzügige Betonflächen und reichlich Aushub. Da passt nichts zueinander, und doch stimmt eigentlich alles: Buga-Feeling nach Heilbronner Art, unfertig, unansehnlich und mit viel Beton. Freilich muss man die vier Musiker, allesamt gute Sänger, hier sorgsam in Schutz nehmen, denn sie haben das Video bestimmt nicht geschnitten und auch das Bildmaterial nicht ausgewählt. Nur die Textzeilen stammen von ihnen, und die klingen auf perfekte Weise nach dem üblichen Flachsinn lebloser Werbeprosa. Denn so klingt nun mal Heilbronn. Und da liegen Lied und Leid leidlich eng beieinander. ◆ Der »Buga Song«: youtube.com/watch?v=1GyE- IF-0WWM Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. Altbewährt & saubequem. Echte Klassiker bei www.saemann-sportkultur.de

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Ein Brief mit Fotos aus Thailand von CATALIN BIEDRON Liebe Heimat, du und ich, wir sind eine On-Off-Liebe. Ich verlasse dich jedes Jahr für einen Monat, um neue Kulturen und Länder zu entdecken. Du weißt aber, dass ich immer wieder zurückkomme. Bis dahin pass bitte auf meine Freunde und Familie auf. Los gehts: Nach zwölf Stunden Flug landen wir endlich in Bangkok. Wir, das sind meine Frau Sylvia und ich, Catalin. Um keine Zeit zu vergeuden, reisen wir nach der Ankunft gleich weiter mit dem Nachtzug zum Khao Sok Nationalpark. Wir haben leider Pech und bekommen keinen Schlafwagen mehr ab, also heißt es nochmal ganze zehn Stunden im Zug sitzen. Aber was solls, ist nicht das erste Mal für uns. Schnell noch was zum Essen und Trinken holen, damit wir später nicht irgendwo aussteigen müssen. Wir sind nun seit zwei Tagen unterwegs und endlich sind wir angekommen; einchecken und ab ins Bett ... Es ist sechs Uhr morgens. Einen Wecker brauchen wir hier nicht, diesen Job übernehmen die Tiere, die hier umherlaufen. Nach einem leckeren Frühstück packen wir unsere Sachen für die Fahrt zum Nationalpark. Khao Sok ist einer der schönsten Nationalparks in Thailand: Regenwald, Monsunwald, wilde Flüsse, geheimnisvolle Höhlen, bizarre Felsklippen, malerische Seen und sanfte Hügel – hier gibt es alles auf einmal. Der Park bietet die absolute Entspannung in natürlichen Pools, geschaffen von Mutter Natur. Besser zu relaxen als hier können wir uns nach der anstrengenden Anreise nicht vorstellen: Hier kann man wirklich die Seele baumeln lassen und die Muskeln entspannen. BRIEF AN DIE HEIMAT Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 In diesen Momenten spürt man, wie schön und friedlich die Natur ist. Diese Stille gibt einem das Gefühl, dass gerade überall auf der Welt Frieden herrscht (Nein, ich habe nichts geraucht, es liegt wohl an der Stille, die man hier aufsaugt.). Nach unglaublichen drei Tagen in der Natur fahren wir weiter nach Phuket. Die Stadt bietet viele Sehenswürdigkeiten, doch viele Besucher sehen nur Patong, das Nachtleben. Doch Patong ist nicht Phuket – zumindest nicht für uns! Wir mieten uns daher für drei Tage zwei Motorbikes und fahren verschiedene Strände und Aussichtspunkte ab. Sich auf zwei Rädern fortzubewegen ist sehr angenehm und eine gute Abwechslung zum Laufen. An dieser Stelle gleich ein Tipp: Wenn ihr hier eine Rollertour macht, dann legt definitiv einen oder sogar mehrere Stopps ein und entspannt bei einem frischen Shake und genießt einfach den Ausblick und das tolle Wetter. Nach vier Tagen verabschieden wir uns wieder von Phuket, um nach Koh Lanta zu reisen. Es ist ein kleines ruhiges Paradies in der Andamanensee, einem Randmeer des östlichen Indischen Ozeans. Wir haben sehr viel über die Insel in der Nähe von Krabi gehört. Kho Lanta ist noch unbekannt und kaum von Reisenden besucht – ein echter Geheimtipp und das aus gutem Grund: Koh Lanta ist eine Insel mit wunderschönen, palmengesäumten Sandstränden, die dem Massentourismus noch nicht gänzlich verfallen sind! Im Gegensatz zu Koh Phi Phi, Krabi und Phuket ist Koh Lanta der richtige Ort zum Erholen und Entspannen. Hier besuche ich meine neu gewonnenen Freunde – zwei wunderschöne Elefanten, die jeden Tag wie eine Schweizer Uhr um Punkt fünf ein kühles Bad nehmen. Ein Spektakel, das ich mir immer wieder ansehen könnte – es macht einfach einen Riesenspaß, so nah an den Dickhäutern zu sein und ihre Freude zu sehen. Weiter gehts nach Koh Bulon, ein Geheimtipp für alle, die die Ruhe schätzen. Im Nordosten befindet sich ein langer schöner Strand, der einzige von Koh Bulon. Bei Flut erweist sich der White Sand Beach mit extrem klarem Wasser, schönen Palmen und einem tollen Blick auf die Karstinseln als Thai-Perle. Ganze sieben Tage haben wir hier verbracht, bevor uns wieder die Lust auf einen neuen Ort packte. Dieses Mal geht es mit dem Speedboat nach Koh Kradan. Leider ist es hier voll mit Touristen und das Essen ist dementsprechend – jedenfalls nicht das, was wir in Thailand kennen und lieben gelernt haben. Also ab auf die nächste Insel, unsere Lieblingsinsel: Koh Mook ist eine kleine schöne Felsküsteninsel vor der Küste Trang. Auf der Insel gibts zwei schöne Strände und ein Fischerdorf, mit netten und hilfsbereiten Menschen. Es gibt ein paar teure Ressorts, die – wenig überraschend – sehr touristisch daherkommen. Was ich euch empfehlen kann, ist die Coco Lodge. Dort lernt ihr dann sicher Chest kennen. Für uns ist dieser Mensch einer der positivsten Menschen, den wir jemals getroffen haben. Und überhaupt, die Thailänder sind wirklich eines der freundlichsten Völker überhaupt – immer mit einem Lächeln im Gesicht und stets hilfsbereit. Was ich definitiv mit in die Heimat nehme, ist ihre Ruhe und Gelassenheit – sie lassen sich einfach nicht stressen – davon können wir uns zuhause ruhig eine Scheibe abschneiden. Was ich als Fotograf sehr schätzen, ist, dass ich mit meiner Kamera alles fotografieren darf, ohne böse Blicke zu ernten. Egal ob es Kinder oder ältere Menschen sind. So wie hier in Thailand kann ich nicht in meiner Heimat fotografieren, was ich sehr schade finde. Zurück zu Chest: Was ihr unbedingt machen solltet, wenn ihr bei ihm seid: Bucht einen Schnorchel-Ausflug, ihr werdet es nicht bereuen … CATALIN AUS THAILAND

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Nach acht Tagen Schnorcheln, Meeresschildkröten beobachten und Chillen sagen wir »Ciao« zu Koh Mook und wenig später »Hallo« Bangkok. Wobei Bangkok nichts für uns beide ist: Es ist einfach zu laut und viel zu voll, egal wo man hingeht. Aber dieses Mal haben wir gutes Timing: Die Stadt feiert das traditionelle Neujahrsfest Songkran, welches vom 13. bis zum 15. April in Thailand gefeiert wird. Es ist vergleichbar mit dem chinesischen Ching Ming oder dem christlichen Osterfest. Es ist ebenfalls ein Fest der Liebe! Und das wollten wir schon immer miterleben! Sylvia kauft sich eine große Wasserpistole und ich halte alles mit der GoPro fest: Sie macht alle nass und alle schießen auf mich, weil ich keine Pistole habe – ein Riesenspaß, sage ich euch! Ein Tipp für die Zeit außerhalb des Neujahrsfests ist eine Nacht in Ayutthay. Ayutthay ist so ziemlich das Gegenstück zu Bangkok – leise und kein bisschen schrill. Die Stadt ist seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO. Schnappt euch also ein Tuk Tuk und schaut euch die vielen schönen alten Tempel an. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß schafft ihr das nicht – es gibt nämlich über 500 von ihnen. Wie so oft vergeht die Zeit wie im Flug und schon sind vier Wochen vorbei. Welchen Einfluss hat diese Zeit auf unsere Gedanken, unsere Stimmung? Wir lachen viel mehr als in der Heimat! Liegt das vielleicht auch daran, dass wir von negativen Nachrichten und Facebook abgeschirmt sind? Oder weil wir in dieser Zeit nicht arbeiten müssen? Es ist vor allem die Natur, die Stille, die Gelassenheit der Menschen, die uns erfüllt. Wir haben jedenfalls sehr viel gesehen, erlebt und ein Versprechen abgegeben: Wir kommen wieder. Jetzt aber freuen wir uns auf unsere Familie und Freunde! Hanix Nr. 55 Bis bald, dein Catalin BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 55 1053. 28.06.-03.07.2018 www.badwimpfen.de ULLA UND BERNHARD VON DEN KAPVERDEN

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JUGENDPROTEST 20. Januar 1968 Fotograf: Hermann Eisenmenger, Heilbronner Stimme/Stadtarchiv Heilbronn Die von jungen Menschen getragene Protestbewegung der ausgehenden 1960er Jahre zeigte sich natürlich auch in Heilbronn. So fanden 1967 zahlreiche Diskussionsabende statt, bei denen es um jene aktuellen Themen ging, die die jungen Heilbronnerinnen und Heilbronner beschäftigten; es kam zu Kundgebungen, zum Beispiel für die Abrüstung, zu Teach-Ins im Stadtgarten, zu Resolutionen der Schülerräte, die mehr Mitwirkung forderten, und anderes mehr. Eine originelle Form des Jugendprotestes war der »Kaiser-Wilhelm-Gedächtnismarsch« vom 20. Januar 1968. Rund 200 zum Teil kostümierte Jugendliche – es beteiligten sich überwiegend Schüler – zogen an jenem Samstag vom Bismarckdenkmal, das damals noch am Neckar bei der Friedrich-Ebert-Brücke stand, bis zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Alten Friedhof. Für die musikalische Begleitung sorgte die jugendliche Feetwarmers-Jazzband und Aufklärung über den vermeintlichen Sinn und Zweck der »obrigkeitstreuen« Aktion gab ein ironisch geschriebenes Flugblatt, das zeigt, wie kreativ und witzig die jungen Initiatoren waren. Das eigentliche Ziel der Heilbronner »Protestjugend« war zum einen, politisches Engagement zu zeigen und zum anderen, auf ihre unmittelbaren Anliegen aufmerksam zu machen. Dazu gehörte auch der Wunsch nach einem möglichst selbstverwalteten Jugendhaus, denn der im November 1967 eröffnete Jugendkeller im Deutschhof, die Jugendräume im Hans-Rießer-Haus und im Gemeindehaus St. Peter und Paul konnten nicht alle Wünsche befriedigen – wenngleich dort viel geboten wurde. Es dauerte dann noch sieben weitere Jahre, bis im Mai 1975 in der Schillerstraße das erste kommunale Jugendhaus in Heilbronn eröffnet wurde. Hanix Nr. 55 Näheres zu den 1960er und 70er Jahren in Heilbronn unter www.stadtarchiv.heilbronn.de 80 DER HISTORISCHE SCHUSS

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Schultermine: 21. Juni, 19 Uhr Theaterabend 22. Juni 18 Uhr Vernissage Studienfahrt Cinque Terre 2017 in Verbindung mit der Musikschule MAKs Großbottwar Realschulabschluss Berufsfachschule: Mode und Design, Wirtschaft, Farbe und Gestaltung Abitur Technisches Gymnasium* Profil: Gestaltungsund Medientechnik Wirtschaftsgymnasium* Profil: Wirtschaft Fachhhochschulreife mit Berufsausbildung Grafik-Designer* | Mode Designer Fachhochschulreife Technische Dokumentation* und Kfm. Berufskolleg mit Übungsfirma Wir fördern individuelle Neigungen. IHK Bildungsmesse HN, Do., 28. Juni – So., 30. Juni 2018, Di., 3. Juli 2018, Info-Abend 18 – 20 Uhr Einkommensabhängiges Schulgeld ab 120 € / pro Monat *mit Laptop im Unterricht 5 Minuten vom Hbf HN Akademie für Kommunikation | Frankfurter Str. 81 – 85 74072 Heilbronn | Fon 0 71 31 / 59 493-0 www.akademie-bw.de Wir sind eine bekenntnisfreie Schule Schule & Ausbildung

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.jpg »FÜR IMMER VFB 2018!«, TONSTUDIO BAUER, LUDWIGSBURG & MERCEDES-BENZ ARENA, STUTTGART März und April 2018 Fotos: Reiner Pfisterer Das Herzblutprojekt der letzten Monate von Hanix-Fotograf Reiner Pfisterer war die Organisation der Neuaufnahme der Hymne des VfB Stuttgart. Gemeinsam verbrachten die Brenz Band und Die Fraktion einen unvergesslichen Tag im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg, um das Lied mit dazugehörigem Video, gedreht von Jochen Laube, neu aufzunehmen. Ende April ging das Video online und wurde zudem vor 60.000 Zuschauern im VfB-Stadion präsentiert. Die Resonanzen waren und sind überwältigend. Ein Ehrenamtsprojekt aller Beteiligten. Mehr Inklusion, mehr Miteinander geht nicht! .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 DINKELACKER FAMILIENBRAUEREI, STUTTGART 19. März 2018, 19:43 Uhr bis 22:20 Uhr Fotos: Robert Mucha Am 19. März haben wir zum zweiten Mal einen Reisebus voll mit Hanix-Lesern gepackt, um uns bei Dinkelacker durch die Familienbrauerei führen zu lassen und danach diverse Hopfenkaltschalen zu verkosten. Bestimmt bald mal wieder. .JPG – BILDERGALERIE

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DIVERSE EISDIELEN, HEILBRONN 26. April 2018, 9:30 Uhr bis 10:17 Uhr Fotos: Meli Dikta Heilbronn entwickelt sich zur Speiseeis-Hauptstadt Deutschlands. Gefühlt im Monatsrhythmus eröffnet ein neuer Eisverkäufer einen Laden. Fazit: Vielfalt kann auch langweilig sein. Hanix Nr. 55 84 .JPG – BILDERGALERIE

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Hanix Nr. 55 Fotos: Meli Dikta & Nico Kurth [1] Floh- und Tauschmarkt im Data77112, Schulgasse, Heilbronn, 14.04.2018, 15:55 Uhr [2] Wohnmobil, Spielplatz, Maad, 22.04.2018, 18:57 Uhr [3] Hanix-Frühstücksbrettchen, Spielplatz, Maad, 22.04.2018, 16:46 Uhr .JPG – BILDERGALERIE f r e i r a u m - p h o t o s . d e

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Theater Heilbronn Juni & Juli 2018 Komödienhaus Die Kaktusblüte (Komödie) 02.06., 05.06., 07.06., 08.06., 10.06., 15.06., 16.06. & 28.06. BOXX Die Farm der Tiere (Schauspiel ab 12) 02.06., 04.06., 11.06., 12.06., 13.06., 25.06., 26.06., 27.06., 28.06., 05.07., 06.07., 08.07., 09.07., 10.07., 12.07. & 13.07. Termine Juni 2018 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar Großes Haus Zwei hoffnungslos verdorbene Schurken (Musical) 03.06., 17.06., 05.07. & 19.07. BOXX Emil und die Detektive (Schauspiel ab 6) 05.06., 06.06., 07.06., 08.06., 10.06., 21.06., 22.06., 24.06. & 25.06. Großes Haus Ein Volksfeind (Schauspiel) 06.06., 16.06., 26.06., 28.06. & 20.07. Großes Haus Sweeny Todd – The Demon Barber of Fleet Street (Musical-Thriller) 07.06., 08.06., 09.06. & 10.06. Fr 01. Botanischer Obstgarten, Heilbronn Spargel & Wein (Verkostung) Mobilat Club, Heilbronn Rummelsnuff & Asbach Live (Konzert) Alte Reithalle, Stuttgart Gin a’ fair (Gin-Festival) Multihalle, Mannheim Uncover Designfest Mannheim bis 10. Juni (Designfestival) Sa 02. Inselspitze, Heilbronn Get shorties Lesebühne (Kabarett & Lesung) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Simply the best« Potpourri der größten Hits von weltberühmten Songwritern (Konzert) Seel Schreibwaren, Heilbronn Offener Mitmachworkshop mit Frau Schwetz von ARTOZ zum Thema Kartengestaltung für alle Anlässe (Workshop) Großes Haus La Cenerentola – Aschenputtel (Oper) 15.06., 19.06., 27.06., 29.06., 01.07. & 07.07. BOXX Das kunstseidene Mädchen (Schauspiel ab 15) 18.06., 19.06., 20.06., 29.06. & 20.07. Großes Haus Tartuffe (Komödie) 23.06., 30.06., 04.07., 06.07., 10.07. & 18.07. BOXX Patricks Trick (Schauspiel ab 9) 29.06., 02.07. & 03.07. Zigarre, Heilbronn Flohmarktine Frauen/ Mädelsflohmarkt (Flohmarkt) Rittersaal, Schloss Neuenstein Hohenloher Kultursommer: Bohemian Rhapsody (Eröffnungskonzert) Alte Reithalle, Stuttgart Gin a’ fair (Gin-Festival) Im Wizemann, Stuttgart Kicks N Coffee (Sneaker meet up) halle02, Heidelberg Lange Nacht der Weine – Wine, Food and Music (Foodfestival) So 03. Rosenau – Lokalität und Bühne, Stuttgart Rosenau Poetry Slam (Poetry-Slam) Mo 04. Piano Wine Bar, Heilbronn Lindy Hop Tanz Abend (Tanz) Komödienhaus Ein Strumpfband seiner Liebeslust – Kommissar Holzapfel ermittelt (Komödie) 19.07., 20.07., 21.07., 24.07., 25.07., 26.07., 27.07. & 28.07. Di 05. Arbeitsinitiative Hohenlohekreis, Neuenstein Perspektiven eröffnen – Potentiale entfalten (Workshop) Mi 06. Museum im Deutschhof, Heilbronn Tag der Sehbehinderung 2018 – »Museum zum Ertasten« (Workshop und Rundgang) Scala-Kino, Neckarsulm Fasten auf Italienisch (Kinofilm) Hochschule der Medien, Stuttgart Add – Connecting Creatives (Workshop) Do 07. BOXX, Theater Heilbronn Autor im Gespräch: Annette Pehnt (Gesprächsrunde) 01. – 07.06.2018 Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: The next generation of Jazz, Soul, R&B – Katharina Krebitz (Konzert) Piano Wine Bar, Heilbronn Benefizkonzert für die Tiere im Shelter von Cosoba, Rumänien (Benefizkonzert) Schlosspark, Bonfeld Blacksheep Festival (Musikfestival) Burg Stettenfels, Untergruppenbach The Uniques – Live und Umsonst im Biergarten (Konzert) ZKM, Karlsruhe Alexander Schimmelbusch: Hochdeutschland (Lesung) Rosenau – Lokalität und Bühne, Stuttgart Tino Bomelino – »Man muss die Dinge nur zu Ende« (Kabarett) LIS Café Bar, Stuttgart RAW Afterwork at LIS (Konzert) halle02, Heidelberg OOMPH (Konzert) Fr 08. Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Junge Klänge – Fascinating Rhythms (Kammermusik) Schlosspark, Bonfeld Blacksheep Festival (Musikfestival) Sa 09. Museum im Deutschhof, Heilbronn KunstWerkLabor »Holz auf Holz! Klecks auf Klecks« (Workshop für Kinder) 07. – 15.06.2018 Wertwiesenpark, Heilbronn Sarah Connor (Konzert) Kulturkeller, Heilbronn Hildegard Metz: Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen (Literatur) Museum Altes Rathaus, Leingarten Achim Sauter »Randstelle« – Eröffnung mit Vanessa Seeberg, Baustellenparty und Volxküche – Ausstellung bis 22.07. (Vernissage) TUM/GGS, Heilbronn Master in Management & Innovation (Infoveranstaltung) Schlosspark, Bonfeld Blacksheep Festival (Musikfestival) Wartesaal, Besigheim Frida Kahlo: Wozu brauche ich Füße, wenn ich Flügel habe – von und mit Eunike Engelkind (Schauspiel und Tanz) Ditzingen Ditzingen unplugged – Musikstadtfest in Ditzingen (Fest) Liederhalle, Stuttgart Monika Gruber – »Wahnsinn« (Kabarett) KULTeum Techno, Karlsruhe Parallelwelten (Clubbing) So 10. Wertwiesenpark, Heilbronn Adel Tawil (Konzert) Robert-Mayer Sternwarte, Heilbronn Die Sonne, der Stern von dem wir Leben (Show) Marienplatz, Stuttgart Kleidertausch-Sause/ Übermorgen Markt (Kleidertauchbörse) Mo 11. Mi 13. Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Schools Day – Ensembles der Partnerschulen der Ludwigsburger Schlossfestspiele (Jugendkonzert) Wartesaal, Besigheim attac Filmabend: »Code of Survival« (Film) Di 12. Wizemann.space, Stuttgart 17. Social Innovation Night Stuttgart (Innovation Night) Scala-Kino, Neckarsulm Fasten auf Italienisch (Kinofilm) Do 14. Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Martin Auer Quintett – Crossover (Konzert) Fr 15. Kulturkeller, Heilbronn Frank Fischer: Gewöhnlich sein kann jeder (Kabarett) Mangold, Heilbronn Gin-Tasting (Verkostung) tickets 07940 /18-348 Hohenloher Kultursommer WeltMusik 23.6. Dhalia’s lane – Celtic Dreams 1.7. Alma – transalpin 21.7. Asita Djavadi – Piaf 28.7. Cara – New irish Folk 4.8. thomas Roth & Wolfgang stute – Rhythm’n’ Folk mit keyfiddle 7. Juli 2018 Musikfest mit Feuerwerk auf Schloss Weikersheim „Ein Fest mit den Mozarts“

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Wartesaal, Besigheim Jazz im Wartesaal: »Lukas Brenner Trio« (Konzert) Hotel & Restaurant Amtshaus, Mulfingen-Ailringen Champagnerwoche (Kulinarik) Sa 16. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Dialog und Atelier: Gespräch in der Ausstellung »Emil Nolde. Farbenzauber« mit Künstler Heinz-Günther Lackner und expressionistisches Malen (Gespräch und Workshop) Mangold, Heilbronn Braukurs – Sommerbiere (Workshop) Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall Hohenloher Kultursommer: Kammermusik in Blau (Konzert) So 17. Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn Finissage »Emil Nolde. Farbenzauber« (Finissage) Auto- und Technikmuseum, Sinsheim Ostalgie-Treffen (Fahrzeugtreffen) Mo 18. Polizei, Heilbronn Berufsinformationsabend (Infoabend) Di 19. SAP-Arena, Mannheim Bryan Adams (Konzert) Mi 20. Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Widmann, Lonquich & Auryn Quartett (Kammermusik) Scala-Kino, Neckarsulm Fasten auf Italienisch (Kinofilm) halle02, Heidelberg Hatebreed (Konzert) Do 21. Piano Wine Bar, Heilbronn Weinprobe: Südafrikanische Weine mit Torsten Forke und Vernissage Weinstoff (Verkostung) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Bix’ Cake – Im Sound der »Roaring Twenties« Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Fazil Say & Casal Quartett (Kammermusik) ZKM, Karlsruhe The Internet’s Own Boy (Filmscreening) Nick & Nora Spiritousen, Karlsruhe Gin-Tasting: Die Welt des Gin (Verkostung) Fr 22. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Just The Ticket« Komödie von Peter Quilter mit Cornelia Bielefeld (Theater) UniVinum, Heilbronn UniVinum/Edeka Ueltzhöfer: BBQ im UniVinum (Verkostung) Karlstorbahnhof, Heidelberg mall grab (Clubbing) Sa 23. Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Requiem pour L. (Tanz) Brunnen- und Entengasse, Leingarten 37. Gassenfest Leingarten (Fest) Alte Kelter, Bretzfeld Dhalia's Lane – Celtic Dreams (Konzert) So 24. Wartesaal, Besigheim Vernissage zur Ausstellung »Drehmomente« – Malerei, Zeichnung, Skulptur – von Petra Brinkschmidt (Vernissage) Mo 25. Stadtbibliothek, Stuttgart Mit oder ohne? Minerwalwasser als Konsumgut (Ringvorlesung) Di 26. Rosenau – Lokalität und Bühne, Stuttgart OpenStage in der Rosenau (Open Stage) Mi 27. Scala-Kino, Neckarsulm Die Reifeprüfung (Kinofilm) Do 28. Intersport Redblue, Heilbronn Bildungsmesse 2018 – IHK Heilbronn-Franken (Bildungsmesse) Altes Theater, Heilbronn Jazzclub Cave 61: Al Jones Sextett (Konzert) Innovationsfabrik, Heilbronn Startup Night Heilbronn (Meet up) AudiForum, Neckarsulm Die Produktion der Zukunft – Produktionsnetzwerke in einer volatilen Welt (Vortrag) Öhringen 23. Hohenloher Weindorf (Weindorf) Bad Wimpfen Talmarkt (Markt) Rosenau – Bühne & Lokalität, Stuttgart Kaiser & Plain: »Liebe in Zeiten von so lala« (Musikkabarett) Fr 29. Intersport Redblue, Heilbronn Bildungsmesse 2018 – IHK Heilbronn-Franken (Bildungsmesse) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Just The Ticket« Komödie von Peter Quilter mit Cornelia Bielefeld (Theater) Wartesaal, Besigheim Liebesabend in Besigheim: Ein Theaterspaziergang mit dem Dämmerlicht-Ensemble (Theater) Öhringen 23. Hohenloher Weindorf (Weindorf) Bad Wimpfen Talmarkt (Markt) 15. – 29.06.2018 Hanix Nr. 55

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Burg Stettenfels, Untergruppenbach Schwabenvierer – Die schwäbische Comedy (Comedy) Sa 30. Hanix Nr. 55 Intersport Redblue, Heilbronn Bildungsmesse 2018 – IHK Heilbronn-Franken (Bildungsmesse) GGS, Heilbronn LLM for a day (Infoveranstaltung) Wartesaal, Besigheim Liebesabend in Besigheim: Ein Theaterspaziergang mit dem Dämmerlicht-Ensemble (Theater) Öhringen 23. Hohenloher Weindorf (Weindorf) Bad Wimpfen Talmarkt (Markt) Urbanskirche, Schwäbisch Hall Hohenloher Kultursommer: Kassia – Byzantinische Hymnen (Konzert) Messe, Stuttgart Comic Con Germany Camp 2018 (Messe) 29. – 30.06.2018 Design – Think – Publish

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Termine Juli 2018 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar So 01. Öhringen 23. Hohenloher Weindorf (Weindorf) Steinbruch, Cleebronn Weingärtner Cleebronn- Güglingen eG – Ausschank am Steinbruch in Cleebronn (Verkostung) Alte Turnhalle, Niederstätten Alma – Transalpin (Konzert) Bad Wimpfen Talmarkt (Markt) Mercedes-Benz Museum, Stuttgart Cars & Coffee 2018 (Fahrzeugtreffen) Art & Antik, Stuttgart Teatime im Art & Antik (Teezeit) Mo 02. Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Frauen-Café (Gesprächsrunde) Öhringen 23. Hohenloher Weindorf (Weindorf) Bad Wimpfen Talmarkt (Markt) Di 03. Bad Wimpfen Talmarkt (Markt) Rosenau – Lokalität und Bühne, Stuttgart Singen für alle – »Aus voller Kehle für die Seele« (Konzert) Mi 04. Scala-Kino, Neckarsulm Eine bretonische Liebe (Kinofilm) Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Lizi Ramishvili & Khatia Buniatishvili (Kammermusik) Marktplatz, Mosbach Meet & Eat am Markt, Mosbach – Streetfood Market (Streetfood) Tollhaus, Karlsruhe Michael Mittermeier: Lucky Punch – Die Todes-Wuchtl schlägt zurück (Comedy) Do 05. IB Bildungszentrum, Heilbronn Infoveranstaltung (Infoabend) Schräglage, Stuttgart La Coka Nostra (Konzert) Mercedes-Benz Museum, Stuttgart Savas & Sido (Konzert) Fr 06. Seel Schreibwaren, Heilbronn Handlettering-Workshop für Anfänger/innen (Workshop) Kulturkeller, Heilbronn Anka Zink – Zink extrem positiv (Kabarett) Theaterschiff, Heilbronn Weine nicht wenn der Regen fällt (Comedy) Stadtbücherei, Öhringen Lesemäuse (Lesung für Kinder) Hockenheimring, Baden-Württemberg Tuning-Treffen (Fahrzeugtreffen) Mercedes-Benz Museum, Stuttgart Clueso (Konzert) MS Connexion Complex, Mannheim SDX TKNO Research # für Newcomer (Clubbing) Sa 07. Wertwiesenpark, Heilbronn Heilbronner Kinderfest (Fest) Rund ums Rathaus, Flein Fleiner Weinfest (Weinfest) Schlosskapelle, Schloss Weikersheim Hohenloher Kultursommer: Mozart meets Jazz (Konzert) So 08. Rund ums Rathaus, Flein Fleiner Weinfest (Weinfest) Festsaal, Bildungshaus Schöntal Hohenloher Kultursommer: Jahreszeiten der Jahrhunderte (Konzert) Löwenstein Naturparkmarkt 2018 (Markt) Scala, Ludwigsburg Maeckes und die Katasrophen (Konzert) Gemeindehalle, Murr Samuel Harfst und Samuel Koch (Konzertlesung) Mo 09. Rund ums Rathaus, Flein Fleiner Weinfest (Weinfest) Di 10. Knotenpunkt Inselspitze, Heilbronn Stadtausstellung Neckarbogen – Werkberichte (Vortrag) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Tee und ich: Reiner Genuss (Teeseminar) Mi 11. Scala-Kino, Neckarsulm Eine bretonische Liebe (Kinofilm) Wizemann.space, Stuttgart 18. Social Innovation Night Stuttgart (Innovation Night) Do 12. Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Mitten wir im Leben sind/Bach6Cellosuiten (Tanz) 01. – 12.07.2018 Hanix Nr. 55

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Hanix Support-Abo Jetzt Unterstützer werden! Ein Jahr lang sechs Ausgaben Hanix in deinen Briefkasten für 40 EUR. Deine Vorteile: - Hanix vor allen anderen lesen - Bequeme kostenfreie Zustellung der Hefte per Post - Pluspunkte auf deinem Karma-Konto - Dein gutes Gefühl etwas Wichtiges für die Stadt(entwicklung) zu tun - Du sorgst für Medienvielfalt in der Region Gleich bestellen! shop.hanix-magazin.de oder abo@hanix-magazin.de oder 07131 / 1216500

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Auto- und Technikmuseum, Sinsheim Start der Heidelberg Historic Auto-Rallye (Autorennen) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Netzer und Scheytt – Oldtime Blues und Boogie (Konzert) Coffee Consulate, Mannheim Latte Art Zeichnen (Workshop) Karlsplatz, Stuttgart Hamburger Fischmarkt in Stuttgart (Markt) Fr 13. Hip Island, Heilbronn ILR OPEN AIR x Sand & Latinbeats x Heilbronn (Clubbing) Wartesaal, Besigheim Jazz im Wartesaal: Weltmusik mit dem Trio »Bluesette« (Konzert) Traubenkeller, Erlenbach Hoffest der Familie Müller (Hoffest) Sa 14. Theater Heibronn Tag der offenen Tür (Infotag) Theater Heilbronn BOXX Hanix-Abschlussparty zum Tag der offenen Tür Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels: Pipi Langstrumpf (Theater) Traubenkeller, Erlenbach Hoffest der Familie Müller (Hoffest) So 15. Traubenkeller, Erlenbach Hoffest der Familie Müller (Hoffest) Mo 16. Traubenkeller, Erlenbach Hoffest der Familie Müller (Hoffest) Di 17. Kiliansplatz, Heibronn Im Einsatz mit Ärzte ohne Grenzen (Infotag) Palais Grävenitz, Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: LKZ-Podium – Nelson Mandelas Erbe: eine Welt, eine Zukunft? (Diskussion) Marktplatz, Stuttgart Sommerfestival der Kulturen 2018 bis 22. Juli (Festvial) Mi 18. Piano Wine Bar, Heilbronn Vernissage Gemäldeausstellung Petra Maire »Weingereimtheiten« (Vernissage) Scala-Kino, Neckarsulm Lieber leben (Kinofilm) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels: Pipi Langstrumpf (Theater) Substage, Karlsruhe The Dead Daisies (Konzert) Do 19. Altes Hallenbad, Heidelberg Mark Benecke in den Körperwelten – der Traum vom ewigen Leben (Vortrag) Fr 20 Piano Wine Bar, Heilbronn Tango Argentino Konzert mit »Conurbano Quartet« aus Argentina (Konzert) Beilstein Weinbergfest Beilstein (Fest) Haigern, Flein Haigern Live (Open-Air Festival) Großer Elzpark, Mosbach Julia Engelmann – Poesiealbum (Konzert) Sparda Sportpark, Karlsruhe FEST CUP Skateboard & Inline Skates Halfpipe Contest (Wettbewerb) Schlossplatz, Stuttgart jazzopen: Kraftwerk 3-D/Booka Shade (Konzert) Sa 21. Seel Schreibwaren, Heilbronn Handlettering-Workshop für Anfänger/innen (Workshop) Olgazentrum, Heilbronn Fest der Vielfalt – Buntes Straßenfest (Fest) Museum Altes Rathaus, Leingarten Klangexperimente mit Joasihno (Musik) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Abschlusskonzert – Happy Birthday, Pinchas! (Orchester) Beilstein Weinbergfest Beilstein (Fest) Bürgerhaus, Herrentierbach Asita Djavadi – Piaf (Konzert) Hauptstraße, Weinsberg Diner en blanc (Picknick) So 22. Wartesaal, Besigheim Kinder-Theaterstück: Polli und die Hummel Pummel (Kindertheater) Haigern, Flein Haigern Live (Open-Air-Festival) Hotel & Restaurant Amtshaus, Mulfingen-Ailringen Sommerfest (Kulinarisches Fest) Johanneskirche, Künzelsau Hohenloher Kultursommer: Frühling, Sommer, Herbst und Winter (Konzert) Beilstein Weinbergfest Beilstein (Fest) Schlosspark, Stuttgart Internationales Fest – Caritas (Fest) Schlossplatz, Stuttgart Jazzopen: Die Fantastischen Vier (Konzert) Mo 23. Kinostar Arthaus, Heilbronn Affliction – im Einsatz gegen Ebola (Film) Haigern, Flein Haigern Live (Open-Air-Festival) Beilstein Weinbergfest Beilstein (Fest) 12. – 23.07.2018 Hanix Nr. 55

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Hanix Nr. 55 Di 24. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Stuttgarter Choristen (Konzert) Mi 25. Scala-Kino, Neckarsulm Lieber leben (Kinofilm) Genossenschaftskellerei Heilbronn-Erlenbach-Weinsberg Open-Air-Kino Heilbronn bis 12. August (Kino) Kunsthalle, Mannheim CFP: Fotografie als Kunst – Jeff Walls Bedeutung heute (Kunst) Tollhaus, Karlsruhe Little Steven & The Disciples of Soul: The Soulfire Teachrock Tour (Konzert) Do 26. Knotenpunkt Inselspitze, Heilbronn Stadtausstellung Neckarbogen – Werkberichte (Vortrag) Piano Wine Bar, Heilbronn Weinführung durch die Stadt & Abendessen »Wein und Kunst« mit Evi Böhringer (Weinführung) Scala, Ludwigsburg Moop Mama – Sommer Kick Off (Konzert) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Ernst und Heinrich – Irgendwas isch immer (Comedy) ZKM, Karlsruhe Filmscreening: Who Am I – No System Is Safe (Film) Kunsthalle, Mannheim CFP: Fotografie als Kunst – Jeff Walls Bedeutung heute (Kunst) 24. – 31.07.2018 Fr 27. Sternwarte Rotheul, Neuhaus-Schierschnitz Totale Mondfinsternis 2018 – die Jahrhundertfinsternis (Naturereignis) Hockenheimring, Baden-Württemberg Porsche Days (Fahrzeugrennen) Tollhaus, Karlsruhe Rainald Grebe & die Kappelle der Versöhnung – »Das Wigwamkonzert« (Konzert) Freilichtbühne Killesberg, Stuttgart Ina Müller (Konzert) Sa 28. Blauer Saal, Schloss Öhringen Hohenloher Kultursommer: Komponisten auf der Couch (Konzert) Gemmingen 22. Parkfest Gemmingen (Fest) Schloss, Ludwigsburg Dieter Thomas Kuhn (Konzert) Hockenheimring, Baden-Würrremberg Porsche Days (Fahrzeugrennen) So 29. Burg Stettenfels, Untergruppenbach Burgfestspiele Stettenfels: Pipi Langstrumpf (Theater) Gemmingen 22. Parkfest Gemmingen (Fest) Mo 30. Liederhalle, Stuttgart 2018 World Junior Students Art Festival (Konzert) Di 31. Open-Air-Kino, Heilbronn European Outdoor Filmtour (Film) Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn Wünsch dir was! Sternschnuppen über Heilbronn (Show) Schloss, Ludwigsburg Joan Baez (Konzert) Fr., 3. August 2018 Kunsthalle Vogelmann Hanix PARTY ROSE August/ September- Ausgabe Hanix erscheint Ende Juli 2018 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 55 TIERE AB 18

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Alle 54 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf- Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online-Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App. Foto: Meli Dikta

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