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Nº2 5 FEB 2014 TIERE I M G E SP RÄ C H : DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZOPHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN AU SSE R D E M: HARALD RIEGG, EINBLICK IN EINE MOSCHEE, METIN FROGT NACH, HEILBRONNER FIFFIS, EIN BRIEF AUS MEXICO, KNORR-FUHRPARK VON 1905 U.V.M.

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N º4 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT Nº2 O KT 2 011 DEZ 2011 / JAN 2012 Nº5 FEB 2012 N º1 SEP 2 0 11 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR tei l t, e i l t , N º3 NOV 2011 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. weilt, B I L D U N G ENERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E I T A RM U T REBELLION Nº1 Nº 6 MRZ 2012 Nº2 Nº 7 APR 2012 Nº3 Nº4 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. Nº4 Nº 9 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº5 Nº1 0 AUG 2012 Nº8 MAI 2012 AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD ä nd e uslä KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIKMUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER Nº6 Nº11 SEP 2012 Nº7 Nº 1 2 OKT 2012 Nº8 Nº13 NOV 2012 Nº9 N º1 4 DEZ 2012 / JAN 2013 Nº10 Nº15 FEB 2013 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAMKEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT IM GESPRÄCH: TED BAUER DER HEILBRONNER VERTRITT JAMES GILL, EINEN DER GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT AU S „ F O R E V E R YO U N G “ A L P H AV I L L E RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT WIRTSCH A FT PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB ESS EN & T R INKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SC H A F F E , SC H A F F E H Ä U S L E BAU E ! JUG E N D BABEL WORLD: DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº11 Nº16 MÄRZ 2013 Nº12 N º1 7 APRIL 2013 Nº13 Nº18 MAI 2013 Nº14 N º1 9 JUNI / JULI 2013 Nº15 Nº20 AUG 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZWEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN I M GE SPR ÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KU N ST R E GI ON : STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE H A N DA R B EI T AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK WO H L F Ü H L E N HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. AUTO Nº19 N º 24 DEZ 2013 N E C K A R N E CK AR : MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN Nº16 Nº17 Nº18 Nº2 3 NOV 2013 Nº20 I M G E S P R Ä C H: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 KU N ST R E G I O N : HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES + aktuelle Informationen zum Kometen Ison I M G E SP R Ä C H : EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH »ZEIT, SICH EINZUMISCHEN« M E I N E P L ATTE N K I STE : SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELANCHOLISCH B R I E F A N D I E H E I M AT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN HIMMEL FOTOST R E C K E : CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº21 Nº22 Nº23 Nº24

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E D I TO R I A L »Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber nichts dafür zu tun.« (Kurt Tucholsky) Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir gebrauchen Tiere für unser persönliches Wohlbefinden, für unser Vergnügen, um uns zu kleiden oder schlicht um etwas zu essen auf unserem Tisch zu haben. Dabei ist die rechtliche Situation der Tiere wenig konkret und sehr schwammig. Deshalb widmen wir die erste Ausgabe dieses Jahres den Tieren. Unsere Illustratorin Kathrin Leisterer hat sich, wie wir finden, wieder selbst übertroffen. Für den Aufmacher unseres Titelthemas strickte sie eine kleine Tierwelt. Besonders gut gefallen hat uns der Regenwurm. Wir fuhren vor die Tore Stuttgarts, um mit Charlotte Köhler von PETA Deutschland über die Situation von Klein- und Heimtieren zu sprechen, und erfuhren, dass die Zustände hinter den Kulissen oft mehr als bedenklich für die Tiere sind und das es aus Sicht von PETA keine guten Züchter gibt. Unsere Autorin Maria Sanders besuchte mitten in Heilbronn den Geparden Bungee, der schnurrte, wie ein kleines Kätzchen. Doch als das Raubtier wenige Meter hinter Sanders stand, wurde unserer Mitarbeiterin doch etwas mulmig. Sie überstand den Termin am Ende ohne Kratzer. Bodo Peter ist der einzige Demeter-Imker in der Region. Er erzählte uns von der tiefen seelischen Verbindung zwischen Mensch und Biene und über die Schwierigkeiten, denen sich die Biene in der heutigen Zeit stellen muss. In Horkheim entsteht aktuell ein kleines Reiter- und Pferdeidyll. Betriebsleiterin Stephanie Ziegler erklärte uns die Idee hinter den Umbaumaßnahmen und verriet uns, dass sie Pferdeflüsterin ist und gerne den Jakobsweg abreiten würde. Außerdem Tierisches in dieser Ausgabe: Heilbronner Fiffis portraitiert und ein fiktives Gespräch mit einem Hund. Für das Interview des Monats unterhielten wir uns mit der aufstrebenden Sängerin Cäthe, die im Februar ihre TV-Noir-Deutschlandtour startet. Die sympathische Wahlhamburgerin versicherte uns glaubhaft, dass sie nicht schizophren ist. Wer ins Mobilat will, muss an ihm vorbei: Harald Riegg ist ein Tausendsassa. Türsteher, Drummer, Schriftsteller, Buchhalter und bekennender Anarchist. Unser Mitarbeiter Sascha Wartha traf Riegg im Heilbronner Bierkrug am Hauptbahnhof zum angeregten Plausch und auf ein, zwei Bier. Diese und viele weitere Geschichten erwarten euch in der bisher tierischsten HANIXAusgabe. Außerdem ist es unser kleines Silberjubiläum: 25 mal HANIX lassen uns etwas stolz zurückblicken und freudig in der Zukunft auf weitere edelmetallene Jubiläen hoffen. Ein tierisches Vergnügen mit dieser Ausgabe wünschen die HANIXE! Cäthe tourt im Februar auch durch Baden-Württemberg: Vor dem Start ihrer Deutschlandtour sprachen wir mit der Wahlhamburgerin über Pfandgut sammeln und sich wegducken. Portrait eines Bouncers: Mobilat-Türsteher, Schriftsteller oder Drummer: Harald Riegg hat viele interessante Facetten. Wir trafen den bekennenden Anarchisten im Bierkrug am Heilbronner Hauptbahnhof zum Plausch.

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BEDIENUNG DES MAGA ZINS Nº25 FEB 2014 TIERE ÄCH: IM G E S P R G E R IN HAMBUR D IE WA H L B RUA R U RT A B F E C Ä T H E TO A N D. W IR E U TSC H L D U RC H D M IT D E R N VO R A B S P R AC H E IZO ÜBER SCH S Ä N G E R IN GENDEN N , A N ST R E P H R E N IE D DA S IS M U S U N N P E R F E KT IO IN MMENSE A N G E KO EM: AU S S E R D K , E IN B L IC L D R IE G G HARA IN MET OSCHEE, IN E IN E M NNER H E IL B RO AC H , F RO GT N E X ICO, SM B R IE F AU F IF F IS , E IN 19 0 5 A R K VO N UHRP K N O R R-F U.V.M .

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº25 16 ANDRE AS PR EI D L MEINE PLATTENKISTE 20 HÜ B S C H E B E I N E HEIMATLIEBE 40 P ROPAG AN DA KENFM ÜBER: Adreas Preidl mag Soulmusik. Blickt man in seine Plattenkiste, gibt es daran keinen Zweifel. Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an Journalist Ken Jebsen fragt sich diesmal, und aus unserer Heimatregion. Diesmal wie Propaganda eigentlich funktioniert. mit Fenstern, einem Schaf und hübEine Meinungsäußerung zum Nachschen Beinen. denken. L AUR ENZ B E RGE S KUNSTREGION 60 I M G E S P R ÄC H : C ÄT H E INTERVIEW DES MONATS 112 FAT I H M O S CHE E SPIEGELREFLEX Laurenz Berges wurde mit Fotografien bekannt, die er zu Beginn der neunziger Jahre in gerade von der Roten Armee verlassenen Kasernen in Ostdeutschland aufgenommen hatte. In Heilbronn zeigt er noch bis zum 23. März Arbeiten aus den letzten zwei Jahren. Beate Hoffer war am Tag der offenen Türe in der Heilbronner Fatih-Moschee Cäthe hat lange gebraucht bis zu ihrem Durchbruch. Für den von ihr zu Besuch und durfte auch hinter den eingeschlagenen steinigen Weg wurde Kulissen fotografieren. Dabei war sie begeistert von der Gastfreundlichkeit sie sogar explizit geehrt. Vor ihren und vom kulinarischen Angebot. Auftritten in Heidelberg und Stuttgart sprachen wir die Sängerin.

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A L LTAG S A RC H ÄO LO G I E & T I E R S C H AU B E I W Ü RT H STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 »TIERE« 66 TIERE TITELTHEMA METIN DE TERK FROGT NACH ... ÜBERRASCHUNGSSCHUBLADE VATERKOLUMNE »Das unnötige Schlachten, Töten, Schlagen und grausame Behandeln von Tieren ist eine große Sünde. Wer gegenüber einem Tier Mitleid fühlt, dem wird auch Gott Mitleid schenken. Wahrlich kein Tier gibt es und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht Völker wie ihr wären ...« Mohammed (570 - 632), arabisch: der Gepriesene, auch Mahomed, eigentlich Abul Kasim Muhammad Ibn Abdallah, arabischer Begründer des Islam »HARALD RIEGG« MUSIKKOFFER H A N S I M G LÜ C K MITTAGSTISCHTEST G EW I N N M A L W I E D E R ! QUIZ M E X I KO , G UAT E M A L A & B E L I Z E BRIEF AN DIE HEIMAT O F F E N B AC H , 2 0 0 9 VIA ARCHIV LESERBRIEFE & IMPRESSUM 36 COV ER I M VE RG LEI C H MUSIKUSS ÜBER UNS K N O R R F U H R PA R K , 1 9 0 5 HISTORISCHER SCHUSS Uwe Gramlich kennt sich aus in der Musik. Bisher kritisierte er für uns Platten, nun sucht er Plattencover, die sich ähneln. V E R A N S TA LT U N G E N F E B RUA R VERANSTALTUNGSKALENDER

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DAS HANIX TEAM W ER UND W I ES O ? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER, KOORDINATION & SOCIAL MEDIA Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r d i e Re gio n He ilb ronn – für Le ser, d i e i n t eres s ier t , k ulture ll aufg e schl osse n un d n eu g ier i g a u f ei n en alte rnative n Blick a uf St adt - . L a n d k reis - u n d S ze ne k ultur s ind . WER MACHT HANIX? He ilbron n e r Me d ien - u n d Ku l t u r s c h affe nd e , d ie i hre Er fah r u n g en u . a . in Ber l in , Münch e n, Stuttg ar t o de r Hamb u r g g es a m m el t h a b e n und nun e twas in i h re r He im a t b e weg en w o l l e n. WA S W I L L H A N I X ? SARAH BAUDENBACHER HMEDIABERATERIN Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r L eute und Ge se llsc h aft de r Reg i o n Heil b ro n n will m it s panne nde n , u n t e r h a l t s a m en u n d in f o r mative n Be iträg e n d i e re g i on ale Med ien l a n d s c ha f t be re ich e rn. Ich bin hier geboren und finde es schön, die Stadt und ihre schwäbische Toskana mal ein wenig zu beweihräuchern. HANIX zeigt Heilbronn von einer anderen Seite.

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STEVEN ZULEGER VIDEO MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE RAFAELA JECKLE REDAKTION MEHMET FILIZ FOTO So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION LISA HOFMANN GRAFIK Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar – die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT JOSHUA ENDRESZ KOLUMNIST LEO VOLLAND ILLUSTRATION Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Ich schreibe für's HANIX weil ich jedem meine Meinung sagen will. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit – und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION PHILIPP SEITZ SOUND ULLA KÜHNLE FOTO Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. KRIS RAMPMAIER VIDEO MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO HARALD RIEGG REDAKTION Videos zu machen ist keine Zauberei, sondern meine Leidenschaft. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTL EBEN: FEBRUAR 2014 A L LT A G S A R C H Ä O L O G I S C H E ANALOGOBJEKTE »abgelauscht« hat. Mal harmonieren sie mit den archäologischen Funden, mal kontrastieren sie diese in einer verblüffenden Weise. Die Risse in der Wahrnehmung, die sie dabei erzeugen, sind kalkuliert. Durch sie eröffnen sich neue Sichtweisen für die Besucher – nicht nur auf die Exponate der archäologischen Sammlung, sondern auch auf die Art und Weise ihrer Präsentation. Die Stationen, die sich durch die künstlerischen Interventionen ergeben, heißen z. B. Schattenlasso, Steuerungselement einer Zeitmaschine, Feuerwehrauto-Zwischenraumverfüllung, totes-Socke oder Das ultrasemiotische Mauseloch. In ihrer Gesamtheit ergeben sie eine Art Pfad. Dieser schlägt zugleich auch einen gedanklichen Bogen, zu dessen Unterstützung zudem auch ein vom Künstler gestaltetes Begleitheft herangezogen werden kann. Diese gedankliche Verbindungslinie berührt viele Bereiche, die auch in der allgemeinen Archäologie eine Rolle spielen: Erinnern und Vergessen, Zusammenfügen und Verstreuen, Ordnungen, Schichten und die alles bewegende Frage, wie sich anhand von wenigen Überbleibseln und Spuren etwas Gewesenes in seiner Komplexität erfassen lässt. Ein jeder ist herzlich eingeladen, diesen Gedankenpfad zu betreten. Weil einige seiner Stationen sehr unscheinbar oder versteckt sind, ist die Angelegenheit auch eine Suche. Aber es gibt dabei eine Menge zu entdecken. Und nicht nur alltagsarchäologische Analogobjekte. Denn auch die »regulären« Sammlungsstücke brennen darauf, mit anderen Augen angeschaut zu werden, und dadurch eine neuartige Aktualisierung zu erfahren. DI // 25.02.2014 // 17.30 UHR ABENDFÜHRUNG "ALLTAGSARCHÄOLOGISCHE ANALOGOBJEKTE" IN DER ARCHÄOLOGISCHEN SAMMLUNG MIT DR. BERNHARD STUMPFHAUS Eine künstlerische Intervention von Matthias Schamp in der archäologischen Sammlung der Städtischen Museen Heilbronn Eine Ausstellung in der Ausstellung: Zwischen die Ausstellungsexponate der archäologischen Sammlung des Heilbronner Museums wurden vom Bochumer Künstler Matthias Schamp allerlei rätselhafte Gegenstände eingebracht. Er bezeichnet sie als alltagsarchäologische Analogobjekte. Hierbei handelt es sich um seine ganz persönlichen Ausgrabungen, die er auf Flohmärkten und in Trödelläden, einem Kaugummiautomaten, in den Wohnungen und Kellern seiner Freunde und an vergleichbaren Orten getätigt hat. Manches hat er auch einfach auf der Straße aufgelesen. Die Objekte sind nicht zufällig gewählt. Und auch die Positionen, die sie nun innerhalb oder außerhalb der Vitrinen einnehmen, folgen sorgfältigen Arrangements. So soll jedes alltagsarchäologische Analogobjekt im Zusammenspiel mit seinem Drumherum – d. h. den »regulären« Ausstellungsstücken – eine »poetische Erzählung« starten, die der Künstler gewissermaßen seinen Objekten

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L ANDLEBEN: FEBRUAR 2014 MENAGERIE: TIERSCHAU AUS DER SAMMLUNG W Ü RT H Wir kommen auf den Hund, weinen dicke Krokodiltränen, schimpfen wie Rohrspatzen, sind arm wie Kirchenmäuse, Hasenfüße oder Wölfe im Schafspelz. Tiere sind inzwischen mit Grillwurst und Gassigehen längst ein großer Bestandteil unseres Alltags geworden. In der Tierausstellung der Kunsthalle Würth finden sich etwa 150 Werke aus der ganzen Kunstgeschichte, die aus der museumseigenen Sammlung und einigen Leihgaben besteht. Verschiedene Künstler zeigen die Tiere aus bisweilen höchst ungewöhnlichen Perspektiven und so sind neben Kühen, Schafen, Pferden, Hunden und Katzen auch Fabel- oder Märchengestalten wie Drachen, Sphinxen, Melusinen, Chimären oder Minotauren zu finden. Manche stehen »wie es sich gehört« auf der Weide, andere proben den Aufstand, besetzten Computer, wie zum Beispiel Flanagans Hasendenker, lümmeln wie bei Ungerer Zigarre rauchend in Chefetagen oder haben sich ihres Reiters entledigt, wie Paladinos Cavallo. Gerade so, als solle damit das Wunschdenken des österreichischen Literaten Elias Canetti eingelöst werden, der dereinst sinnierte: »Das schönste Standbild des Menschen wäre ein Pferd, wenn es ihn abgeworfen hätte«. Über Jahrhunderte war es für Literatur und Kunst eine kreative Herausforderung, das rätselhafte Spiegelverhältnis zwischen Mensch und Tier, die Sonderstellung zwischen Nähe und Ferne, zwischen Vertrautheit und Fremdheit, zwischen frappanter Ähnlichkeit und markanter, undurchdringlicher Andersheit abzubilden, es zu beschreiben, auszuloten und spielerisch ins Phantastische zu steigern. So änderte sich die Vorstellung vom Wesen der Tiere von Epoche zu Epoche. Andererseits wird auch die naturgegebene Hierarchie der Arten mit der Zeit immer mehr in Frage gestellt, da laut dem Philosoph Jaques Derrida der Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse vermutlich in jeder Hinsicht geringer sei als der zwischen Wal und Grashüpfer. Am 7. Februar findet außerdem eine öffentliche Führung zum Thema Tiere als Märchen- und Fabelwesen / Tiere als Spiegel des Menschen statt.

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MEINE PL ATTENKISTE: ANDREAS PREIDL PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTOS: PATRICK LABITZKE ANDREAS PREIDL LIEBT SOULMUSIK Andreas Pre i dl h a t z u s a m m en m it Jürge n Küm m e rle vo r zwe i Mo nate n d as Fla vour e rö ff n e t. Auf d er Br ü c k e a m Wo l lh aus -Ze ntr um läuft auch d ie privat favori si ert e Mu si k de r Be t reib er : n ä m l i c h Funk , So ul, Ro ck abilly und Mo town. Im Fla vour g ibt e s ab e r n i c h t n u r Au s g e w ä hl t es auf d ie Oh re n, s o nd e rn auch Be s o nderes gegen d e n Bi e rdur st. So r t en , d ie in Hei lbro nn nich t übe rall aus ge s ch e nk t we rden: Astr a, Te g e r n se e r o d er Kö n i g Lu d w ig . Ve s pa-Enth us ias t A nd re as Pre id l gab uns ei nen Ei n b l ic k in s e ine Platte nk is te . So ulfull!

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MEINE PL ATTENKISTE: ANDREAS PREIDL Auf Platz fünf habe ich ein Album von Larry Levan. Als es damals das Studio54 in New York gab, existierte parallel dazu die Paradise Garage, was eher ein UndergroundClub war. Larry Levan hat dort praktisch gelebt und jeder wollte in diesen Club. Wenn man sich heute noch Bilder oder Videos anschaut sieht man, wie heftig dort gefeiert wurde und was, für damalige Zeiten, noch ungewöhnlich war: alle Menschen, ob weiß oder schwarz, haben zusammen gefeiert und es gab keinerlei Diskriminierung. Das Album ist bunt durchgemixt und spiegelt das Programm des Clubs wieder, schade das es den Club nicht mehr gibt. Auf Platz vier kommen bei mir alle Alben der Band Chic. Die Soul-Beats dieser Band sind einfach genau mein Ding. Die Band hat unter anderem auch für Diana Ross Songs geschrieben. Das Schöne an dieser Musik ist, dass man sie immer wieder hören kann und sich das Ganze nie tothört. Als nächstes kommt die Formation Sister Sledge, ebenfalls aus den 60er- und 70er Jahren. Ich habe damals, zu meiner Ausbildungszeit, den Song »Lost in Music« gehört und mir sofort von meinem ersten Lehrlingsgehalt die CD gekauft. Nach mehrmaligem Hören der kompletten CD habe ich auch gemerkt was die Musik sagen will und vor allen Dingen bemerkt wie viel Cover-Versionen es von Songs dieser Band gibt. Für mich ist das einfach Gänsehaut-Musik. Auf Platz zwei liegt bei mir James Brown, bei dem ich auch auf einem seiner letzten Konzerte, in Stuttgart, war. Ich bin ein Riesen-Fan von ihm, vor allen Dingen weil er authentisch war und das was er gesungen auch komplett gelebt hat. Hinzu kommt sein legendärer Tanzstil. Nicht umsonst wird er The Godfather of Soul genannt, was er auch wirklich ist. So jemanden wie ihn wird es wohl nie wieder geben. Ich war vor zwei Jahren auf dem Baltic Soul Weekender am Weißenhäuser Strand. Hier trat eine Band namens Tortured Soul, bei der der Frontman ein Drummer und der Sänger ist, auf. Die Band besteht aus drei Männern und hat mich einfach umgehauen, zumal es immer noch etwas anderes ist jemanden live zu erleben.

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M E T I N F R O G T N A C H Me t i n is t Ho f f en hei me r und film te s ich ge rne s e lbs t. Übe rall! Nu n g e h t er a u f d i e Men s c hh e it lo s . Be s s e r ge s agt: Auf d ie He ilb ronner. Un d er » fro gt nach « . K nallh ar t! Diesmal frogt Metin nach ... TIEREN

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N Minne N y ti K pp Mx ti road novel y S ffi A N K pp : MINN R 284 S IS N 978-3-9814278-6-8 12 € H M N A K pp (6 2 ) W ff fi M R IN: R (14 2 ) tti: H H I H R p 28 H 132 S : CH NUR SPASS IS N 978-3-9814278-5-1 8€

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA & ROBERT MUCHA

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION ABRISS Mitten in der Stadt sind Abrissbagger kein seltener Anblick mehr. In der Lothorstraße vis-a-vis des Rathauses wird ein ganzer Häuserblock dem Erdboden gleich gemacht.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION WAS GUCKST DU? Im Wildpark Tripsdrill blickte dieses Schaf konzentriert in die Kamera, um einen möglichst guten Eindruck zu hinterlassen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION HÜBSCHE BEENE HAT DIE KLEENE Das Modehaus Palm wurde zum Laufsteg um die neuen Modetrends zu präsentieren. Immer trendy: schöne Beine.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION AUSRITT INS GRÜNE Früher wurden auf der Heilbronner Waldheide atomare Sprengköpfe gelagert, heute bietet sich das Naturschutzgebiet für Reiter und Pferde mit idealen Bedingungen zum friedlichen Reitausflug an.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION REFLEXION Bei sonnigem Wetter spiegelt sich die »Sankt Peter und Paul«-Kirche in den Fenstern der Wohnhäuser in der Kernerstraße.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION KLEINER AUSGUCK Ein kleines Fenster der Mönchseehalle bietet den Sporttreibenden einen Blick nach draußen. Mit dem Fahrrad kam an diesem Tag niemand zum Sporttreiben.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION MARKETINGTECHNISCHER ROHRKREPIERER Dieser Werbeaufsteller der Marketinginitiative »Grünes Band« hat ausgedient. Auch das hoffnungsvoll farbene Band konnte dem Einzelhandel auf der Allee nicht auf die Sprünge helfen. Zu groß waren die Einbußen durch die StadtbahnBaustelle. Nun hoffen die Einzelhändler und Gastronomen, dass die mageren Jahre vorbei sind. Die Stadtbahn fährt inzwischen und die Baugerätschaften sind abtransportiert.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION WO BLEIBT DER WINTER? Seit Wochen wartet man vergeblich auf den Wintereinbruch und etwas Schnee in der Region. Dafür muss man sich mit einem Mix aus Frühlingstemperaturen und fiesem Novemberwetter herumschlagen. So taucht sich die Stadt in diesen Tagen oft in ein tristes Grau und sorgt für finnisch-depressive Stimmung bei den Bewohnern.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION NEUE LINIE Endlich ist die neue Stadtbahnlinie auf der Allee fertiggestellt. Die langen, nervenaufreibenden Verkehrsstaus gehören nun der Vergangenheit an.

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ÜBERRASCHUNGSSCHUBLADE TEXT: NICOLAI KÖPPEL FOTOS: MELI DIKTA So ist de r Me n sc h : er m a c ht ei n s c hre ck lich e s Ge we s e um alle s , was e r o der si e so kan n . Ode r n ic h t k a n n . Od er n i ch t m us s . Ich zum Be is pie l k ann e in Bei sp i el f ür alle v i e r au s d em Hu t z a u b er n u nd g le ich ze itig d am it d ie Aufm e rk s amkei t de s no r m al e n In t er n et l es er s n o c h ein paar Ze ile n läng e r bind e n: Ds ch ungelca mp. Das ist di e For t s et z u n g d es K l ei n k ind alte rs unte r d e m De ck m ante l d e r Gr up p enrobins on ade . Nö , d a s m u s s i c h j et z t h ie r nich t e rk läre n. Sind d oc h al l e s er w a c hs en e L eu t e hie r. Is s o. Dabei kann man das alles auch einfacher haben: man zeuge ein Kind. Jeden Tag neue Herausforderungen aus einer Überraschungsschublade, von der man gestern noch nichts ahnte (zeitweilig auch mit Igitt-aber-man-gewöhnt-sichan alles-Effekt). Bei Entwicklungssprüngen scheint es so32 gar so, als finde sich jeden Tag ein neues kleines Wesen als Ersatz für das gestrige im Bettchen ein: eins, das jetzt so lächeln kann, dass man wirklich glaubt, man wäre persönlich damit gemeint. In Wirklichkeit ist das ein Trick der Evolution, aber keine Angst, der Übergang zum wirklich

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DIE VATERKOLUMNE: ÜBERR ASCHUNGSSCHUBL ADE persönlich gemeinten Lächeln ist fließend, und nein, das heißt nicht, dass man sich nie wirklich sicher sein kann. Eines Tages will man sich sicher sein und ist es deshalb einfach. Oder der Kleine kann bei Tisch plötzlich sagen »Das schmeckt mir nicht« – woraufhin sich die Eltern vor Rührung in den Armen liegen über den Sonnenaufgang des eigenen Kinderwillens und die Kunst des individuellen Ausdrucks. Hier zeigt sich der Mensch, der die Stimme erhebt gegen die Fährnisse der Welt! Macht schlecht, wovon euch schlecht wird! Schon in der darauffolgenden Woche allerdings kassiert der Nachwuchs für denselben Spruch finstere Blicke von Erzeugerseite – wer soll sich denn da bitteschön auskennen? Laufenlernen, Türen öffnen, ein Lied ganz alleine singen, auch mal die Spielzimmertür hinter sich zumachen und eine halbe Stunde still für sich spielen, ohne dass man das Kind danach wieder zusammennähen muss. Das sind so Marksteine. Und natürlich: trocken werden. Das ist ein besonderes Kapitel im Leben eines jeden Menschen, an das man sich später zum Glück nicht mehr erinnert. Gut so, denn wer ist schon derart nostalgisch? Man ist ja auch alleine damit, die Eltern sprechen oft verschämt von Pipi und Kaka, von der großen und der kleinen Rolle, und obwohl Papa und Mama auch ganz unverschämt damit umgehen könnten, ohne gleich als distanzlos aufzufallen, spürt wohl manches Kind, dass die Beschäftigung mit den eigenen Hinterlassenschaften irgendwie möglichst unauffällig abgewickelt gehört, weil sie irgendwie peinlich ist. Ein offenes Gespräch in einer Gruppe ähnlich Betroffener findet auch noch nicht statt. Oder lässt sich etwas denken wie ein, Achtung Kalauer, Stuhlkreis in der Kita, ein kleiner Junge hebt die Hand, die Kindergartentante nickt, und er legt los. »Hallo, ich bin der David, ich bin knapp zwei und kacke in die Hose, aber jetzt schon seit drei Stunden nicht mehr« – und alle so: »Hallo David!« … nein, das gibt’s nicht. Und gut so, denn an sowas würde man sich später vielleicht erinnern. Wenn man dann aber mal was gelernt hat, ändert sich auch was. Man kommt die Treppe alleine runter oder rauf, man wird auch mal eine Weile in Ruhe gelassen und es wird nicht bei jedem Rascheln, das man verursacht, von einem Großen abgecheckt, ob man gerade irgendwas Wichtiges in Schutt und Asche legt. Es werden nicht mehr ständig Windeltaschen mitgeschleppt. Bei Bedarf ruft man ganz selbständig nach Süßigkeiten und muss nicht warten, bis es Papa einfällt, dass er gerade Bock auf ein Kinderlächeln hat.

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DIE VATERKOLUMNE: ÜBERR ASCHUNGSSCHUBL ADE Aber ist es nicht so (und ihr ahnt es: dochdoch, ist es), dass das alles irgendwann aufhört? Oder sich zumindest so verändert, dass man es nicht wiedererkennt, das Belohntwerden? Sich derart verändert, dass man, um es zu begreifen, einen Grad der Vernunft erreichen muss, bei dem es schon wieder egal ist, ob man überhaupt belohnt oder gelobt wird? Ich habe letzte Woche gelernt, wie man einen Hund vom Rücksitz des Autos abschnallt, sich dabei die Leine umlegt, damit er nicht ausbüchst und ohne, dass er vor Freude bellt, weil man ja derweil ein schlafendes Kind aus dem Autokindersitz pfriemelt, und zwar so, dass es weiterschläft, wie man sich selbst parallel in den Rucksack mit den Einkäufen schlängelt und derart gütig auf den Hund einredet, dass er einen nicht umreißt, wenn man am Gartentörchen sozusagen immer noch synchron die Post aus dem Kasten holt und sich währenddessen noch aus der Sonne dreht, falls welche da ist und bevor sie dem langsam und tief atmenden Kind ins Gesicht scheint. Aber was heißt gelernt? Sowas lernt man nicht. Derart komplexe Abläufe passieren einem Vater einfach (also jedenfalls mir), und man will dafür um Gottes Willen auch nicht gelobt werden (also ich jedenfalls nicht). Es ist ein bisschen wie in der ersten eigenen Wohnung, wenn man feststellt, dass Mama recht gehabt hat: Du kannst dein Geschirr selbst abspülen! Und es macht sogar Spaß, wenn man es so hinkriegt, dass eines Tages auch jemand dabei zuschauen könnte – oder sogar so, dass es für jemanden, der einen mag, auch noch sympathieverstärkend wirkt (die eigenen Kinder werden das jedoch nicht sein). Für neue Fähigkeiten oder neue Qualitäten im flow des allgemeinen Lebensdurcheinanders will man als Großer nicht mehr gelobt werden. Ist doch peinlich irgendwie, oder? Man belohnt sich selbst, tröstet sich selbst, macht alles alleine. Und wenn man es nicht völlig übertrieben hat damit, kommt man sogar später noch alleine die Treppe hoch. Wirklich wahr? Ganz Gallien? Natürlich nicht. Denn irgendwann fangen die Kinder ja auch an, mitzuspielen. »Du bist aber stark, Papa!« – und wer einmal den Blick eines kleinen Jungen gesehen hat, der einem heulend die wohl nun endlich leider doch völlig zerstörte Nachzieh-Ente hingestreckt hat, und man hat einfach die durch leidenschaftliches Spiel herausgesprungene Achse wieder eingeklickt – wer diesen bewundernden Blick einmal gesehen hat, der vergisst ihn nie. Wäre aber vielleicht manchmal besser, denn irgendwann kann der Kleine das alleine. Und kurz darauf ist ihm die Ente herzlich wurscht. Dann muss man sich neue Tricks ausdenken. Kompliziertere Enten kaufen. Oder ein neues Kind zeugen.

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www.bti.karr ierestarten.d

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» G E C OV E RT S A M E B U T S A M E D I F F E R E N T « TEXT: UWE GRAMLICH Die Ve r p ac ku n g s piel t a u c h i n d e r h e utige n Ze it e ine im m e ns wich tig e Rolle me hr Sc h e i n al s Sei n . So ü b t en Platte ncove r auf m ich s ch o n im m e r e inen op tische n Re i z au s , d er a u c h d a s In te re s s e we ck te , d ie s e n Inh alt k e nne nzulernen, die zu man c h er Üb er r a s c hu n g f ü h r te . Als ei n b e son d er s g el u n g en es Bei spie l für e ine pe r fe k te Einh e it vo n Cover und Musi k, i st fü r m i c h d a s A l b u m » Go d « vo n » R ip R ig & Panic« , d ie alle in durch das Moti v de r Hü l l e d i e g a n ze En e rg ie , Wild h e it und A ggre s s ivität d ie ser Musik w i de r sp i e g el t . Im L a u f d er l et zte n Jah r ze h nte h at s ich e ine unübe rs c ha uba re Me n g e von C over n a n g eh ä u f t , d e re n ve rm e intlich e Band bre ite h ie r als ga nz, ganz kl e i n e r Ein b l i c k , d o c h o f t n ur in e ine r Wie d e rh o lung o d e r Variation, zu se he n i st . In d en k o m m en d en Mo nate n wird e s an d ie s e r Ste lle m e h r zu sehen ge be n . Vi e l Spa ß d a m i t . Gr u ß U we

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MUSIKUSS: GECOVERT EMPHATIC 2013 another life OCEANBORN 2013 hidden from the world SECRETS 2013 fragile figures STONEDIVISION 2014 six indiffernt places

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MUSIKUSS: GECOVERT DIGICULT 2012 the lucid nation MINDWAVE 2010 awaken ... ... ODDLAND 2012 the treachery of senses SIGHT OF EMPTINESS 2013 instincts ... ...

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MUSIKUSS: GECOVERT DRONE 2012 juggernaut MADMAX 2013 interceptor ... TARDYBROTHERS 2009 bloodline VIBESQUAD 2012 bionic hijinks ... ...

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WAS IST PROPAGANDA ? TEXT: KEN JEBSEN FOTOS: ARCHIV 40 Propaganda ist Manipulation. Diese Manipulation dient der Täuschung. Propaganda ist das A und O heutiger Medienberichterstattung und wird als Waffe immer dann zum Einsatz gebracht, wenn es darum geht, ein bevorstehendes Ereignis so zu beeinflussen, dass das Ergebnis den eigenen Vorstellungen entspricht. Propaganda ist eine Art Spiel und folgt den Spielregeln der Soziologie. Propaganda zielt immer auf die Masse ab. Derjenige, der die Propaganda betreibt, möchte vor allem die Meinungshoheit erobern. Sprich: Definieren, was die Massen später als Wahrheit akzeptieren. Ausgehend von DIESER Wahrheit fällt die Öffentlichkeit, an die die Propaganda wie ein Medikament verabreicht wird, später ihr Urteil. Beispielsweise, ob sich die eigene Armee an einem Waffengang in Land X beteiligen soll oder nicht. Propaganda, die von einer Regierung kreiert wird,

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KENFM ÜBER ...: WAS IST PROPAGANDA? richtet sich vor allem an deren eigene Bevölkerung. Sie gilt es in erster Linie zu manipulieren, denn über sie hat die Regierung die größte Macht. Warum, liegt auf der Hand. Die eigene Bevölkerung kann dem Informations-Hurrikan, der mit der Propagandaschlacht ab Punkt X losgetreten wird, nicht wirklich ausweichen. Schon gar nicht in modernen Mediengesellschaften. Es geht der Propaganda nie darum, dass sich der mündige Bürger anhand aller verfügbarer Quellen eine EIGENE Meinung bildet. Propaganda will, dass du die Meinung des Propaganda-Auftraggebers übernimmst. Auch Propaganda bietet dem kritischen Konsumenten von Nachrichten unterschiedliche Quellen, nur entstammen diese in Wahrheit den selben Think-Tanks. Sie wurden im Vorfeld auf Einheitlichkeit getrimmt. Kein Bürger hat im Alltag die Zeit, alle angegebenen Quellen auf Herz und Nieren zu prüfen. Kaum ein Bürger ahnt, dass, auch wenn er unterschiedliche Zeitungen zu einem Thema liest, die Quellen, auf die er sich am Ende des Tages berufen kann, extrem übersichtlich sind. Die gesamte Propaganda-Maschine ist hochkomplex und wurde über Jahrzehnte immer weiter »verbessert«. So ist es nahezu unmöglich, der Regierung »mal eben« nachzuweisen, dass sie nur die halbe Wahrheit sagt. Exakt das ist es nämlich, was es so schwer macht, Propaganda 2.0 heute zu enttarnen. Man lügt nicht ausschließlich. Man panscht Lüge und Wahrheit in einem geschickten Verhältnis und bedient sich dazu u.a. einer »freien« Presse, die vom User über Jahre konsumiert wurde und wird. Der er vertraut. Es reicht der Propaganda, einfach »eigene« Leute in diesen Presseapparat einzuschleusen. Oder aber Chefredakteure zu kaufen. Das geschieht recht simpel, indem man diesen Menschen plötzlich die Möglichkeit gibt, mit hochgestellten Personen aus dem Staatsapparat exklusive Gespräche zu führen. Diese »Exklusivität« ist in Wahrheit eine Zwangsumarmung. Die Distanz Interviewter / Interviewer wird zunächst kleiner und hebt sich in der Regel früher oder später ganz auf. Im Gegenzug macht der Journalist Karriere. Er erhält Zugang zu Think-Tanks, wird also mit wichtigen Kontakten, die im Journalismus die eigentliche Währung sind, auf Linie gebracht, und wechselt mitunter die Seite. Georg Mascolo in etwa war von 2008-2013 Chefredakteur des SPIEGEL. Dann wechselte er zu Springer und wurde parallel Mitglied des US-Think-Tanks Atlantik-Brücke. Hier wird ausschließlich NATO-Politik gezimmert und später für die naiven Pressekollegen so vorgekaut, dass dieser Brei von diesen schnell geschluckt werden kann. Bevor sie ihn wie41 der als Presseerzeugnisse ausscheiden. Oder aus öffentlichRESTlichen Journalisten werden über Nacht Regierungssprecher. Später werden diese modifizierten Journalisten wieder ins Medien-System eingespeist. In etwa als Intendant oder Ressortleiter. Oder aber sie werden Teil der NATO-Propaganda-Presse. Agieren zukünftig als Gastgeber oder Leiter von sogenannten Panels, die sich im weitesten Sinne um »Sicherheitsbelange« ganzer Staaten und Bündnisse kümmern. Man muss verstehen, dass die Propaganda-Maschine Tag und Nacht auf uns alle einwirkt. Dass wir davon kaum noch etwas mitbekommen, ist dem Effekt geschuldet, dass der Mensch sich an alles gewöhnt. Die manipulierte Realität wird für ihn nach kurzer Zeit die Realität. In dieser geschaffenen Realität kann man dem Menschen alles verkaufen. Zuckerbrause oder ein neuer Krieg gegen Land X werden mit den selben Mechanismen unter die Leute gebracht. Ein Mann, der die Möglichkeiten dieser Mechanik schon vor sehr sehr langer Zeit erkannte, hieß Edward Bernays. Der erste Spindoctor der Geschichte. Sein Standardwerk zum Thema trug schlicht den Titel »Propaganda« wurde neben weiteren Werken u.a. auch von Joseph Goebbels gelesen. Goebbels verkaufte im Anschluss kein klassisches »Produkt«, sondern den kollektiven Hass gegen andere Völker. Er zog den Holocaust nach den Regeln der PR auf. Erfolgreich. Es soll Leute geben, die Journalisten, deren Einstellung sie nicht mögen, unterstellen, diese Journalisten würden, wenn sie Bernays PR-Regeln auch als Basis, den Holocaust zu organisieren, erkennen, damit behaupten, der Holocaust selber sei reine PR, hätte also nie stattgefunden. Eine absurde Behauptung, die man nur toppen könnte, wenn man 2014 von sich gibt, die Erde sei eine Scheibe. Das Verrückte an Menschen, die versuchen, andersdenkende Journalisten auf diese Tour fertig zu machen, und das natürlich über die Massenvernichtungswaffe Massenmedien tun, ist, dass sie sich dabei selber der Propagandamechanismen bedienen, die sie parallel vorgeben, bekämpfen zu wollen. Sie selber mutieren zu »Goebbels light«, um ihr Gegenüber, das sie nur noch als entarteten Untermenschen darstellen, zu vernichten. Sowohl die Schergen des Systems, ausgestattet mit einem Presseausweis und arbeitend als voll-embeddete Schreibtischtäter mit Laptop, als auch jene, die sich via Aufstieg auf der Karriereleiter haben integrieren lassen, rennen auf dem selben Betriebssystem. Eitelkeit. Machen wir einen Sprung nach Syrien. Niemand von uns kann wirklich sagen, was sich in dem seit rund zwei Jahren zum Teil

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KENFM ÜBER ...: WAS IST PROPAGANDA? massiv zerrüttetem Land im Mittleren Osten tut. Auch wenn man vor Ort wäre, zum Beispiel in Damaskus, könnte man von hieraus nur die Situation in und um Damaskus wirklich beurteilen. Was in Aleppo vor sich ginge, müsste man genauso aus der Ferne beurteilen. Am Mittwoch, den 22. Januar, beginnt in der Schweiz, Montreux, die Syrien-Friedenskonferenz bezüglich der Lage in Syrien. Geladen hat Ban Ki-moon, Chef der UNO. Zu den Gesprächen war auch der Iran geladen. Warum auch nicht, jetzt, wo man sich mit ihm in Atomfragen gerade auf einen Deal geeinigt hatte. Der Iran unterstützt den syrischen Präsidenten Assad in dessen Politik. Damit ist der Iran de Facto in den Krieg in Syrien involviert. Genau wie Katar oder Saudi-Arabien. Aber auch die USA, ohne deren Support die sogenannte Freie Syrische Armee in Syrien keinen Stich machen würde. Aber der Iran ist weit mehr als ein Land, das nur in Syrien mitmischt. Iran ist eine Regionalmacht, die wieder nach alter Größe strebt, und mit der die USA u.a. im Irak bereits seit längerem wieder zusammenarbeitet. Der schiitische Iran unterstützt die schiitische Führung im Iran. Was den sunnitischen Nachbarn und parallel Partner der USA nicht sonderlich gefallen kann. Nur müssen sie in diesen sauren Apfel beißen. Die USA wollen im Mittleren Osten mittelfristig die Verantwortung für Stabilität wieder auf mehrere Schultern verteilen. USA, China, Russland. All diese Nationen sind auf die Ressourcen aus dem gesamten persischen Raum angewiesen. Und das Land selber ist mit seinen 75 Millionen Einwohnern ebenfalls ein sehr attraktiver Markt. Und dieser weiß sich zu präsentieren. Zeigt neues Selbstbewusstsein. Entsendet aktuell zwei Kriegsschiffe. In den Altantik! Das alles scheint einigen zuviel. Der Iran jedenfalls wurde wenige Stunden vor der Konferenz wieder ausgeladen. »Auf Druck der USA«, heißt es dazu lapidar. Jeder Kenner des geopolitischen Schachbretts weiß, dass, wenn es um den Iran geht und es »auf Druck der USA« heißt, die zionistischen Lobbys in Washington gemeint sind. Sie können es nicht ertragen, dass der Iran langsam aber sicher im Westen wieder als Staat wahrgenommen wird, mit dem man Reden kann. Reden muss. Für diese Lobby ist der aktuelle Atom-Deal mit dem Iran während der 5&1-Gespräche, an denen Israel nicht teilnehmen durfte, eine herbe Niederlage. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als einen Militärschlag gegen Teheran. Israel beansprucht weiter einen Angriffskrieg als legitime Option. Aber auch die Partner der Zionisten in diesem Hickhack, Katar und Saudi-Arabien, tun alles, um dem Iran den erneuten Aufstieg im Mittleren Osten zu erschweren. Hier geht es schlicht um Konkurrenz. Auch in Fragen des Energie-Exports. Gas und Öl, das auch der Iran Richtung Westen verkauft, drückt den Preis der Gegenspieler und macht aktuelle Großprojekte teurer. Daran hat vor allem einer der größten Flüssiggas-Exporteure der Welt, Katar, kein Interesse. Aber es geht in Syrien ja

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KENFM ÜBER ...: WAS IST PROPAGANDA? um weit mehr. Syrien ist ein symbolischer Schauplatz, an dem für die Golf-Monarchien stellvertretend der »Krieg gegen den Schiismus« ausgefochten werden soll. Hier tobt also in Wahrheit ein Religionskrieg. Schiiten gegen Sunniten. Für den Iran ist Syrien die schiitische Brücke Richtung Libanon. Zu den Brüdern der Hizbullah. Wir kennen ähnliche Kämpfe aus der Vergangenheit zwischen Katholiken und Protestanten, auch wenn man das nicht wirklich vergleichen kann. Assad jedenfalls sitzt fester im Sattel als jemals zuvor in den letzen zwei Jahren. Denn er wird nicht nur vom Iran oder auch China unterstützt, sondern vor allem von den Russen. Russland ist FÜR Assad, um etwas wesentliches zu Verhindern. Einen Regierungswechsel, herbeigeführt durch »Rebellen« oder »Freiheitskämpfer«. Für Putin sind diese Leute Terroristen, die vom Westen unterstützt werden, um ganze Staaten zu destabilisieren. Putin kann sich, mit Blick auf den Kaukasus oder die Ukraine, den »Verlust« Syriens an Machthaber von Außen nicht erlauben. Der einzige, der diese Kämpfe im Hintergrund so glasklar erkannt hat und benennt, ist das journalistische Urgestein aus der Schweiz, Arnold Hottinger. Er kennt nahezu alle Facetten des gesamten Orients, da er über 30 Jahre von dort berichtetet hat, und sich noch heute um die Politik in der Region kümmert. Und der Mann ist 87. Fakt ist also: In Montreux treffen sich heute mehr als zwei Seiten. Auch die syrische Opposition ist spätestens seit dem syrischen Giftgas-Entsorgungs-Deal der Russen gespalten. Und das hat Folgen. Auch die westliche Position bröckelt. Hieß es früher noch, Assad müsse weg, kommt heute der Zusatz »früher oder später«. Nur verlieren bei dieser Taktik vor allem die von außen gepushten Rebellen in Syrien jeden Tag Boden und Kämpfer. Sie werden umzingelt, ausgehungert und fallen im Kampf gegen die besser organisierte offizielle syrische Armee. Zurück nach Montreux, an den Verhandlungstisch, der alles andere als übersichtlich ist. Teheran ist bei der Syrienkonferenz Januar 2014 offiziell also draussen. Und schon wird die nächste mediale Angriffswelle losgelassen. Exakt einen Tag vor den Gesprächen tauchen zufällig Tausende von Folterfotos auf, die das Assad-»Regime« dabei zeigen sollen, wie es rund 11.000 Menschen bestialisch gefoltert hat. Wurden diese Fotos bestellt? Im Spiegel heißt es dazu scheinheilig: »Die Veröffentlichung wird die Friedenskonferenz in der Schweiz beeinflussen.« Ach was? Was denn sonst?! Und schon sind wir wieder bei Propaganda. Timing ist bei Propaganda ähnlich essentiell wie beim Profi-Fußball. Es kommt sehr wohl darauf an, zu welchem Zeitpunkt des Spiels der Trainer welchen Spieler austauschen lässt. Wie viele Minuten noch bis zum Abpfiff bleiben, wenn er einen Stürmer bringt. Wie die Differenz der Tore gegenüber dem Gegner aussieht. Aktuell bringt die NATO-Propaganda via embeddeter Pressemaschine also einen Stürmer ins Spiel ein. Die Unterstellung der Massen-Folter. Nachdem der Einsatz von Giftgas zwar bewiesen werden konnte, nur nicht, wer diesen Kampfstoff einsetzte. Assad oder die FSA? Wie gesagt, der SPIEGEL hat Recht, wenn er schreibt: »Die Veröffentlichung wird die Friedenskonferenz in der Schweiz beeinflussen.« Nur genau diese Formulierung ist Propaganda. Korrekt müsste es heißen: »Die Veröffentlichung SOLL die Friedenskonferenz in der Schweiz beeinflussen«. Würde der SPIEGEL das aber so schreiben, würde sich der Leser automatisch Fragen stellen wie: »Soll?«, oder: »WER will das?« Er würde sich auf die Suche nach möglichen Manipulatoren im Hintergrund machen. Und exakt das SOLL er eben nicht. Er SOLL dem SPIEGEL weiter vertrauen. Einem Magazin, das eben ganz zufällig einen Tag vor diesen so wichtigen Friedensgesprächen in der Schweiz diese schlimmen Fotos aus den Folterknästen Assads zugespielt bekommen hat. Von einem geflohenen syrischen Militärpolizisten. Wer ist dieser Mann? Wieso erreichen uns SEINE Bilder genau JETZT? Unmittelbar vor der Konferenz? Und wo bitte sind diese Bilder? Der SPIEGEL schreibt nur von ihnen, was auf diesen Fotos zu

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KENFM ÜBER ...: WAS IST PROPAGANDA? sehen sein soll. Aber er ist nicht in der Lage, von den 55 000 Bildern, die 11 000 Opfer zeigen sollen, auch nur ein Bild zu veröffentlichen, das ohne wenn und aber beweist, dass eben Assad hinter den Gräueltaten steckt. Dennoch wird ihm vorgeworfen, »im industriellen Maßstab zu morden«. Eine Anspielung auf die NS-Zeit. Spätestens seit der »Verhaftung« Osama Bin Ladens OHNE Bild wissen wir, was auch für den SPIEGEL heutzutage Beweise sind. Ihm reichte es als Beweis für die Umnietung Osama Bin Ladens aus, diverse hohe US-Militärs, unter ihnen der Zivilist Barack Obama, tausende Meilen entfernt in Washington auf einen Bildschirm starrend zu sehen. Dieser »Beweis« zeigt bis heute, was Propaganda zu leisten vermag. Gehirnwäsche im maximalem Schleudergang. Niemand, wirklich niemand von uns, kein Mensch, kein Nachrichtenmagazin weltweit, hat ein Bild von der Ergreifung und Erschießung Osama Bin Ladens gebracht. Sie alle zeigten eben nur das Bild aus Washington, auf der mehrere Personen in eine Ecke starren. Ohne zu zeigen, was sie sich dort angeblich ansehen. Um es konkret zu sagen. Das ist kein Beweis. Das ist eine Farce. Aber, und das ist entscheidend, Propaganda hat ermöglicht, dass die Massen diesen Nicht-Beweis als Beweis akzeptiert haben. Aus Angst. Man widerspricht nicht der Meinung der Masse. Schon gar nicht, wenn diese Meinung der Masse zuvor von ganz oben aufgedampft wurde. In der Schweiz wird jetzt also verhandelt. Was nicht zu Verhandlung steht ist, wen wir, die Opfer der Propaganda, als schuldig zu erkennen haben. Wir sollen mittels Propaganda auf ein Vorurteil festgenagelt werden. Wir sollen ein Urteil fällen. Basierend auf »Fakten«, bei denen wir zwischen »vom Hören sagen« und »Augenzeugenbericht« nicht mehr unterscheiden können. Die Fotos, die ein syrischer Militärpolizist laut SPIEGEL aus dem Land geschmuggelt haben will, können existieren. Genau wie der Mann selber. Vielleicht aber ist beides vollkommen erfunden. Doch, so etwas soll es geben. Wir wissen spätestens seit der Osama-Verhaftung, dass man kein Foto mehr benötigt, um seine Behauptungen zu untermauern. Der »gefährlichste Terrorrist der Welt« wurde ohne Bildbeweis für ausgeschaltet erklärt. Erinnert sich noch jemand an die »Zeugin«, deren Aus44 sage dazu geführt hatte, 1991 das finale GO für den Angriff auf den Irak zu geben? Sie gab damals vor, in Kuwait dabei gewesen zu sein, als irakische Soldaten - Barbaren wie aktuell die Soldaten in Syrien - Säuglinge aus ihren Brutkästen rissen. Die Frau war, wie sich dann aber erst später herausstellte, gecastet worden. Und die gesamte Kampagne um sie herum wurde von einer amerikanischen Werbeagentur erdacht. Hill & Knowlton. Mindestens 100.000 irakische Zivilisten fielen später dieser Propaganda für den Krieg zum Opfer. Sie wurden durch NATO-Truppen ermordet. Die Schreibtischtäter aus der PR-Industrie aber sind bis heute auf freiem Fuß. Sie gehören vor ein Gericht und verurteilt. Denn als sie erkannten, was mit Ihrem »Tatsachenbericht« angeschoben wurde, schwiegen sie. Der Spruch: »Das erste, was in einem Krieg stirbt, ist die Wahrheit«, ist so nicht ganz korrekt. Damit ein Krieg überhaupt stattfinden kann, muss er der Bevölkerung, deren Regierung zum Angriff bläst, verkauft werden. Sie muss belogen und, unter Zuhilfenahme moralischer Werte wie Nächstenliebe, dazu gebracht werden, Massenmord zuzustimmen. Damit stirbt die Wahrheit schon deutlich BEVOR die erste Bombe fällt. Dieses perverse Ziel, Massenmord, um vermeintliche Massenmörder zu stoppen, ist ein Verbrechen. Am Ende bringt die NATO auch in Syrien DIE Menschen, wegen derer sie vorgab, in Syrien intervenieren zu müssen, in Massen um. Das die Giftmischer in den Propaganda-Büros Menschen ohne Gewissen sind, wissen wir seit dem Dritten Reich. Was wir aber immer noch nicht als chronische Wahrheit akzeptieren wollen, ist der Umstand, dass alle, die wir diese Propaganda erkennen, wenn

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KENFM ÜBER ...: WAS IST PROPAGANDA? wir sie vorgesetzt bekommen, augenblicklich zu Mittätern mutieren, sofern wir nicht widersprechen. Zumindest der Lösung, die als die einzige diktiert wird. KRIEG. Krieg ist Terrorismus, mit einem größeren Budget. Krieg tötet wahllos. In der »Hoffnung«, unter den Opfern wären auch einen Handvoll derer, die man gerne loswerden möchte. Jeder, der das geschehen lässt, macht sich moralisch betrachtet zumindest der unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Beihilfe zum Massenmord bringt den Sachverhalt jedoch eher auf den Punkt. Was kann uns von der Generation unserer Großeltern unterscheiden? Dass wir aufstehen, wenn es darauf ankommt! Es kommt immer darauf an. Über KenFM: KenFM ist ein freies Presseportal, eine Plattform, die bewusst das Internet als einziges Verbreitungsmedium nutzt, um das klassische Sendegebiet eines UKWRadios auf den ganzen deutschsprachigen Raum auszudehnen. KenFM steht für politische Statements und aufwendig produzierte Spezialsendungen. Darüber hinaus führt KenFM jede Woche Interviews zu tagesaktuellen Ereignissen. KenFM wurde jahrelang durch GEZ Gebühren ermöglicht, stieß dabei aber immer häufiger an die Grenzen dessen, was KenFM unter Pressefreiheit verstand. KenFM wird heute ausschließlich von den Usern finanziert. KenFM geht es nicht um die Quote, sondern um Relevanz. KenFM kann heute so arbeiten, da die Redaktion ausschließlich dem User verpflichtet ist und nicht einer Intendanz mit Parteibuch. Die finanzielle Unterstützung der User macht KenFMs Arbeit überhaupt erst möglich. KenFM versteht sich selbst daher auch als das Portal all derer, die KenFM mit ihrem Geld den Auftrag gegeben haben, im Dreck zu wühlen, die Spreu vom Weizen zu trennen. Weitere Infos und wie man KenFM unterstützen kann: http://www.kenfm.de/unterstuetze-kenfm/ 45 Laurenz Berges Kunstverein Heilbronn 19. Januar – 23. März 2014 Montag bis Sonntag 11-17 Uhr Donnerstag 11-19 Uhr Kunstverein Heilbronn Allee 28/Kunsthalle Vogelmann 74072 Heilbronn kunstverein-heilbronn.de

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GESPRÄCH MIT EINEM BOUNCER Die se r Tü r st eh er h a t a n d eres z u e r zäh le n, als übe r s e ine n täglich e n Gang i ns Kampf s po r t s t u d i o , a n a bo le Ste ro id e und tie fe r ge le g te Auto s . Wir tr afe n u n s im Bi erk r u g a m Hauptbah nh o f m it Harald R ie g g , Sch rif tsteller, Dr u m m e r, b e k en n en d er An a rc his t und e be n auch Türs te h e r und s prachen über die se xue l l e Revo l u t i o n d er Fr a u , Baus ch utt auf d e m Mark tplatz und d i e i nnere Re vo lutio n.

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MUSIKKOFFER: HAR ALD RIEGG TEXT: SASCHA WARTHA FOTOS: PATRICK LABITZKE HANIX — Harald, erzähl uns doch bitte etwas über dich. Ich bin unter einem auffallend autoritärem Führungsstil meines Vaters mit meinen zwei jüngeren Geschwistern im zu seiner Zeit sehr beschaulichen Örtchen Oedheim aufgewachsen. Mein alter Herr lebte mir sein Idealbild eines Mannes vor der hart zu sein hat, nicht weinen darf, sportlich ist und grundsätzlich nichts im Haushalt hilft. Zu unserem Bedauern rutschte Ihm sehr schnell die Hand aus, teils auch zu absolut unbegründeten Gelegenheiten. In mir entstand ein gewisser Widerstand, denn ich spürte die innere Überzeugung das ein Mann durchaus Gefühle zeigen sollte. HARALD RIEGG — HANIX — Das bedeutet du hast angefangen dich dagegen zur Wehr zu setzen? grenzen Oedheims. Zu dieser Zeit fuhr der letzte Bus um 18.00 Uhr nach Heilbronn und das war dann auch der letzte Bus, mit dem du wieder von der Stadt nach Hause gekommen bist. Mich einem neuen Leben zu öffnen begann dann erst mit dem Tod meines Vaters, da war ich fünfzehn Jahre alt. HANIX — In welcher Form ging es für dich anschließend weiter? Nein, nicht wirklich. Es glich eher einer inneren Revolution. Ich begann mich zurückzuziehen und verbrachte meine Freizeit mit Musik hören, die mich dann auch mit ihren vielen Möglichkeiten und Stilrichtungen total in ihren Bann zog. Bei uns war durchweg volkstümliches Liedgut zu hören. Als ich dann den für die in Europa stationierten amerikanischen Soldaten gedachten Sender AFN ( American Forces Network ) für mich entdeckte, öffnete sich in puncto Musik eine völlig neue Welt für mich. Rock, Soul, Funk und Blues bildeten fortan meine Fluchtmöglichkeit, die ich sehr häufig in Anspruch nahm. HARALD RIEGG — HANIX — Was wolltest du zurückblickend in deinen Jungen Jahren einmal werden? Ich arbeitete fortan um meine schulische Ausbildung zu finanzieren, holte die Mittlere Reife nach und machte auf dem Wirtschaftsgymnasium mein Abitur. Aufgrund meiner Noten wäre es durchaus möglich gewesen zu studieren, doch ich hatte zum Ende meiner Schulzeit die Doppelbelastung von Schule und Arbeit etwas satt. Arbeit bedeutete bei mir ja nicht meinen üblichen acht Stunden Bürotag runterreissen, sondern ich war als ältester Sohn dazu verpflichtet meiner Mutter bei ihren täglichen Kampf die Familie durchzubringen zu unterstützen und ihr so viel wie möglich unter die Arme zu greifen. Somit war ich eher froh die schulische Ausbildung für beendet erklären zu können und mich fortan ausschließlich um das »Geld verdienen« kümmern zu können. HARALD RIEGG — HANIX — Dein heutiges Erscheinungsbild lässt ja auf einen alternativen, mitunter anarchistischen Backround schließen. Wie kam es zu der Entwicklung hin zum politischen Statement? Leider ließ unser Leben diese Art der Fantasie zu jener Zeit einfach nicht zu. Mein Vater arbeitete quasi sein ganzes Leben im Blaumann, angestellt bei einem großen Autohersteller. Ich denke sein Traum war es seinen Sohn eines Tages im Anzug sein Geld verdienen zu sehen. Ich hatte aufgrund der Umstände mein erstes, offizielles Arbeitsverhältnis bei eben jenem Autohersteller bereits mit dreizehn Jahren. Ich arbeitete auf dem Bau, als Erntehelfer. Der eigene Tellerrand endete an den StadtHARALD RIEGG — Ausschlaggebend war hierfür die vom Staat erlassene Vormundschaft für meine beiden Geschwister, die dadurch in die Obhut zweier innerhalb der katholischen Kirche hoch dekorierten Männer kamen. Diese beiden Persönlichkeiten verhielten sich leider alles andere als katholisch korrekt, was mir wiederum dahingehen die Augen öffnete, dass ich begann politischen Instanzen nicht mehr blind zu vertrauen. Ich fing an mich mit verschiedenen politischen wie auch religiösen Richtungen auseinander zu setzen und meine eigene Orientierung wie auch persönliche Weltanschauung zu entwickeln. Als ich für mich zu der Überzeugung gelangte, dass Stalinisten HARALD RIEGG —

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MUSIKKOFFER: HAR ALD RIEGG Genau. Die erste Gruppierung der ich seinerzeit beitrat war der Verein zur Förderung der Lebensfreude. Unser erklärtes Ziel war ein Kultur- und Kommunikationszentrum für Heilbronn zu etablieren. Wir organisierten öffentliche Veranstaltungen aller Art. Konzerte, Lesungen, einige von uns waren im Jugendfilmclub engagiert. Die Prozesse innerhalb dieser Gruppierung waren schon sehr prägend für mich, ist sie doch größtenteils auf einer anarchischen Lebensweise aufgebaut. Der Austausch wurde immer reger und wir trafen uns mit Gruppierungen aus Frankfurt, Karlsruhe, Heidelberg und so weiter und ich begann immer mehr das organisatorische Element auszufüllen. HARALD RIEGG — HANIX — Thema Hausbesetzung. Hast du für uns ein Beispiel aus Heilbronn, wie es zu so einer Aktion kommt? wie auch Kommunisten doch ein recht rigider Haufen sind, ging es für mich so richtig mit dem Thema Anarchie los. Was bedeutet Freiheit für mich? Erste Kontakte zur linken Szene entstanden. HANIX — Wie kann man sich eine anarchistische Szene im Heilbronn der Ende 60er, Anfang 70er vorstellen? Für junge Menschen mit Hang zur politischen Selbstbestimmung war hier schon einiges geboten. Es gab Jungendhäuser, Teestuben in denen sich die Szene zum regen Austausch traf. Es gab Hausbesetzungen, Konzerte wurden organisiert. Der Deutschhofkeller. Sehr viel Aktivismus war vorhanden, man musste sich nur hineinstürzen und lernte Menschen kennen, denen eben auch nicht alles am Arsch vorbei ging. Für Punk war es ja noch viel zu früh, dennoch ebnete diese Szene vielleicht ein Stück weit der späteren Punk-Kultur den Weg. Es hatte schon etwas Rebellisches. HARALD RIEGG — HANIX — Du hast dich dann einer organisierten Gruppe angeschlossen? Auf dem Gelände gegenüber des Hauptbahnhofes stand ein Hotel. Anliegend an dieses gab es ein Haus, für das die Bewohner keine Miete aufbringen mussten, da es eigentlich von Grund auf saniert werden musste um dann doch irgendwann entfernt zu werden. Dadurch, dass keine Miete bezahlt werden musste, waren die Bewohner auch nicht existent. Erst als das Abrisskommando anrückte, wurde man auf die Menschen aufmerksam. Als diese dann letztendlich das Haus verlassen hatten sind wir rein und haben es besetzt. Schließlich war das Haus nach einer gewissen Zeit umstellt und wurde in einer Nacht und Nebelaktion abgerissen. Als abschließendes Statement eilten wir zur Baustelle und schnappten uns so viel wie möglich Bauschrott, trugen diesen unter den Augen nervöser Staatsbediensteter in Richtung Marktplatz um Ihn dort abzulegen. Erst als der letzte von uns seinen Bauschrott aus den Händen legte und wir dann ja offensichtlich nichts mehr zum werfen hatten ging die Polizei zum Angriff über. Wir rannten. Einer der Fluchtpunkte war zu jener Zeit die altbekannte Neckarlust. Es gab dann noch die alte Villa in der Wilhelmstraße und ein Haus in Erlenbach das besetzt wurde. Es war schon einiges los zu dieser Zeit. HARALD RIEGG — HANIX — Hast du alles einem politischen Ziel untergeordnet? Bedingt. Ich war schon in einer gewissen Form bürgerlich versaut. Arbeitslos als Statement gegen die bestehende Gesellschaft kam für mich nie in Frage, war ich ja von klein auf gewohnt zu arbeiten und mein eigenes Geld zu verdienen. Wir hatte zu dieser Zeit in HARALD RIEGG —

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MUSIKKOFFER: HAR ALD RIEGG der Region fast Vollbeschäftigung. Es war überhaupt kein Problem sein Angestelltenverhältnis aufzugeben um etwas anderes zu machen. Dementsprechend war es natürlich einfacher sich ein berufliches Aufgabengebiet zu suchen das man mit sich und seinen Überzeugungen vereinbaren konnte. Hat es einem nicht mehr gepasst hat man sich halt was anderes gesucht. Diese extreme Form von Existenzangst bei Jobverlust kannten wir damals eigentlich gar nicht. Ich nutzte immer eher bürgerliche Elemente für meinen Protest, war beispielsweise im Betriebsrat und gewerkschaftlich organisiert. Ich hatte damals schon keine Probleme damit zu zeigen: Ich bin Anarchist und mein Ziel ist eine klassenlose und freie Gesellschaft. Auch hier in diesem Betrieb. Damit machst du dir natürlich nicht nur Freunde. HANIX — Was macht Anarchie aus? aus, um unter selbstbestimmten Verhältnissen zu leben. Es gab in diesen Fällen kein zentralistisches Machtorgan sondern Entscheidungen wurden in Räten getroffen, immer mit dem Ziel vor Augen der Gemeinschaft zu dienen. HANIX — Wie hat sich deiner Meinung nach die Jugendkultur verändert? Ja, es ist sicher gut mal etwas über Anarchie zu sagen. Durch die Medien wird uns ein Bild der Anarchie vermittelt das aus Chaos und sinnloser Gewalt besteht. Jeder Straßenkampf wird ja mittlerweile mit Anarchie in Verbindung gebracht. Es gibt in der Geschichte einige Beispiele das anarchistische Gemeinden tatsächlich funktioniert haben, wie zum Beispiel eine nach dem Bürgerkrieg in Spanien entstandene gewerkschaftliche Bewegung. In der Ukraine gliederten sich bäuerliche Familien HARALD RIEGG — Also ich bin einer von denen die nicht behaupten früher war alles besser. Früher war alles anders, dass trifft schon zu. Zu meiner Zeit gab es halt immer mal wieder bahnbrechende Entwicklungen und Einschnitte, wie zum Beispiel der Einzug der Pille für die Frau. Diese konnten nun selbst bestimmen wo und mit wem sie wann Sex haben können. Ein Meilenstein für eine gesellschaftliche Entwicklung. Oder das Entstehen einer Drogenkultur. Wenn ich da nur an das Kaffee Jansen an der Allee denke. Ein stadtbekannter Treffpunkt um sich alles mögliche klarzumachen. Von Drogen hin zu Mitfahrgelegenheiten oder um sich ganz banal einfach jemand zum vögeln klarzumachen. Dort hast du eigentlich immer bekommen wonach dir ist und zwar live und in 3D. Im heutigen Zeitalter abseits der sozialen Netzwerke fehlt mir etwas die Spielwiese um sich neuen Dimensionen öffnen zu können. Es war doch alles irgendwie schon mal da. HARALD RIEGG — HANIX — Was machst du für dich um auf andere Gedanken zu kommen?

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MUSIKKOFFER: HAR ALD RIEGG Wie anfangs erwähnt, spielt ja seit jeher der Konsum von guter Musik eine tragende Rolle in meinem Leben. Ich begann aber erst mit 28 selbst als Schlagzeuger in verschiedenen Formationen meine musikalische Kreativität herauszuschlagen. Schlagzeuger war aus meiner Sicht ideal, denn ich legte es eigentlich nie darauf an im Mittelpunkt zu stehen, halte mich auch ganz gerne im Hintergrund auf. Dabei war ich auch über einen längeren Zeitraum höchst motiviert. Doch als ich für mich erkannte dass das Musikgeschäft ein Drecksbusiness ist, gab es für mich mittelfristig nur die Option aufkeimende Gedanken an eine Karriere mit einer Band aufzugeben und das Musizieren als Hobby und zur Entspannung weiterzuführen. HARALD RIEGG — HANIX — Mit mittlerweile zwei veröffentlichten Büchern und einer Menge Lesungen eigener Texte scheinst du ja auch als Schriftsteller sehr ambitioniert? HARALD RIEGG — Das ist eine Entwicklung, die lange Zeit in dieser Form nicht abzusehen war. Ich begann wie viele andere auch meine Gedanken in Form von autobiografischen Kurzgeschichten aufzuschreiben. Als ich dann so in etwa Text für eine einstündige Lesung beisammen hatte, bekam ich die Möglichkeit an einem Donnerstag im Mobilat diese durchzuführen. Wie es der Zufall wollte weilte an diesem Abend eine Person der Heilbronner Stimme vor Ort, die dann daraufhin einen sehr wohlwollenden Artikel über diese Aktion verfasste. Kontakt entstand, ich bekam einige wichtige Tips zur Optimierung meines Stiles und eines kam zum anderen. Dies ist jetzt ungefähr zehn Jahre her. Die Lesebühne, eine größere Veranstaltung im Stuttgarter Raum, wurde auf mich aufmerksam und ich konnte meine Texte auch außerhalb von Heilbronn vortragen. Mit der Zeit kamen noch verschiedenste Kulturmagazine hinzu und boten mir an, bei unterschiedlichen Projekten mitzuarbeiten. Als Selbstständiger ist es eine weitere Einnahmequelle, die mir dabei hilft meinen Lebensunterhalt zu bestreiten und die ich tatsächlich mit viel Freude betreibe. HANIX — Die Tatsache das du ein stadtbekannter Türsteher bist, sorgt sicher bei deinen literarischen Kontakten für Verwunderung? Nein, es ist eher so das ich an der Türe Verwunderung für meine Tätigkeit als Schriftsteller und meine Leidenschaft für Kunst ernte. Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Gast während meiner Schicht über Surrealismus, als ein anderer an mir vorbeilief, uns hörte und daraufhin mit: »Hä, ein Türsteher der sich für Surrealismus interessiert? Was ist denn hier los?« seinen Senf dazu abgab. Daraufhin ich »Du, es gibt auch Türsteher die Bücher schreiben«. Ich zog ein Exemplar aus meiner HARALD RIEGG —

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MUSIKKOFFER: HAR ALD RIEGG Tasche und hielt es Ihm unter die Nase. Er » Das hast du geschrieben?«. Ich »ja.«. Er wiederum » Kauf ich!«. Das Buch ist im Maringo Verlag erschienen, wie das erste auch und kann ganz normal in einer Bücherei bestellt werden. Wem dieser Weg zu weit ist und es gerne etwas direkter erwerben möchte kann mich auch gerne im Mobilat besuchen. Ich habe eigentlich immer einige Exemplare dabei. HANIX — Mal angenommen eine große Diskothek oder ein anderer Club möchte dich für Ihre Türe verpflichten. Ist das für dich vorstellbar? eher nicht. Wir fahren ja mit dem Mobilat eine grundlegend andere Philosophie als viele anderen Etablissements der Region. Bei uns kommt doch eigentlich jeder rein. Es spielt keine Rolle welche Schuhe du trägst oder welche Hautfarbe du hast. Wir kommen immer erst mal über die Kommunikation und behandeln Gäste so, wie wir auch selber behandelt werden möchten. Mit Respekt. Mit diesem Team, diesem Club und unseren Gästen. Ja, da kann ich durchaus behaupten das mir die Arbeit Spaß macht. Und wenn ich dabei auch noch das ein oder andere Buch verkaufen kann ist das Leben doch eigentlich ganz gut zu mir. HARALD RIEGG — Nein,

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MI T TAGS T I SC HT E ST TEXT: MARCEL KANTIMM FOTOS: MARCEL KANTIMM We r ke n n t da s Pro b l em n i c ht : Mittags paus e - abe r wo h in zum E s s e n. Desha lb haben w i r u n s d a z u en t s c hl o s s en , e ine n re gio nale n Mittag s tis ch -Te s t zu sta r ten. Die smal w aren wir i m H AN S I M GLÜCK in d e r Sülm e rs traße . Ge te s tet wurde ne be n de m Ge s c h m a c k a u c h d i e Ge s ch wind ig k e it, d ie Fre und lich k e it d e s Ser vi cePe rson al s, n at ü r l i c h d er Prei s u n d auch d ie ind ivid ue lle n Eig e nh e ite n der L oka lität. Im Te st h a b en wir u n s f ü r das um ge k e h r te Sch ulno te n-Sys te m e ntschi eden. Da s b ed eu t et , d a s s d ie 6,0 d ie Hö ch s tno te is t.

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» L AU R E N Z B E RG E S « 1 9 . Ja nuar bis 23. Mär z 2014 Erö f f nu ng: S onntag, 19. Januar, 11 Uh r L a u re n z Be r g e s ( g e b o re n 1 9 6 6 , St u d i u m i n E s s e n u n d Dü s s e l d o r f, d o r t b e i Be r n d Be c h e r ) w u rd e m i t Fo t o g r a f i e n b e k a n n t , d i e e r z u Be g i n n d e r n e u n z i g e r Ja h re i n g e r a d e vo n d e r Ro t e n A r m e e ve r l a s s e n e n K a s e r n e n i n Os t d e u t s c h l a n d gemacht hatte. In He i l b ro n n ze i g t e r A r b e i t e n a u s d e n l e t z t e n z we i Ja h re n . Di e Hä u s e r u n d Wo h n u n g e n , d i e St r a ß e n z ü g e u n d L a n d s c h a f t e n ze i g e n e i n e n b e o b a c h t e n d e n Bl i c k , d e r i n s De t a i l g e h t u n d Au f s c h l u s s ü b e r e i n e n St a n d o r t u n d s e i n e Be d i n g u n g e n z u g e b e n s c h e i n t , a b e r a u c h e i n e Ge s c h i c h t e e r z ä h l t , d i e n i c h t b i s i n j e d e n Wi n k e l a u s f o r m u l i e r t i s t . Do k u m e n t a r i s c h e Fo t o g r a f i e k re u z t s i c h i n s e i n e m We rk m i t e i n e m a n d e r Ku n s t g e s c h u l t e n Bl i c k . So w i rd a u f d e n Bi l d e r n e i n e St i m m u n g e r ze u g t , d i e u n s d i e s e Or t e , d e re n Be s o n d e r h e i t e n , d e re n Ab s u r d i t ä t , Ve r l a s s e n h e i t u n d Ge s c h i c h t e n a h e b r i n g t . Si e w i rk e n w i e Bü h n e n b i l d e r d e r Ve r g ä n g l i c h k e i t . So k a n n m a n s e i n e A r b e i t e n a u c h a l s e i n Ma n i f e s t g e g e n d i e g ä n g i g e n Vo r s t e l l u n g e n vo n L i f e s t y l e u n d vo n o p t i s c h e r We l l n e s s ve r s t e h e n . Ih re h e i t e re Nü c h t e r n h e i t s p r i c h t e i n e a n d e re Sp r a c h e . TERMINE FÜHRUNGEN DURCH DIE AUSSTELLUNG MIT DR. MATTHIA LÖBKE MITTWOCH, 29. JANUAR SOWIE 19. MÄRZ, 18 UHR KUNSTPAUSE DONNERSTAG, 27. FEBRUAR, 12.30 UHR DIE KURZFÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG MIT DR. MATTHIA LÖBKE WÄHREND DER MITTAGSPAUSE KUNSTVEREIN HEILBRONN ALLEE 28/KUNSTHALLE VOGELMANN 74072 HEILBRONN TEL: +49 (0)7131 83970

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KUNSTREGION: L AURENZ BERGES Laurenz Berges, Am Markt (II), 2008, Fotoarbeit,62x87cm

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KUNSTREGION: L AURENZ BERGES Laurenz Berges, Bei Tante Emma, 2010, Fotoarbeit 111x158cm Laurenz Berges, Butendorf, 2009, Fotoarbeit 61x85cm

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KUNSTREGION: L AURENZ BERGES Laurenz Berges, Matenatunnel, 2012, Fotoarbeit, 62 x 86 cm,

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KUNSTREGION: L AURENZ BERGES Laurenz Berges, Merklinde, 2009, Fotoarbeit, 123x174cm

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KUNSTREGION: L AURENZ BERGES Oldenburg 2008, 124x172cm

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INTERVIEW DES MONATS: CÄTHE » I C H T E N D I E R E S TA R K INS UFERLOSE« TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: OLIVER REETZ Cä t h e is t Vi el e. Sie s am m e lt Ge g e ns ätze , is t am lie bs te n b a rfu ß u n d r in g t b es t ä n d ig m it s ich und and e re n um Er we ite r u n g . Sie h a s s t Fa u l he it, h at m e h r als e ine Me inung und ihr L eb en b es t eh t a u s l aute r ne ugie rig e n A nfäng e n. Wir s prachen m it d er Wa h l h a m b u rge rin, d ie im Fe br uar in He id e lbe rg u nd St u t t g a r t a u f t r i t t , ü be r ih re Aus ze ich nung e n, d ie Fluch t aus d em Sü d en u n d ih re be s te h e nd e n Ve rbind ung e n ins Länd le. HANIX — Cäthe, der erste Satz in deiner Biografie lautet »Cäthe ist viele«. Wie viele bist Du? Ich glaube mit jedem Tag werden es ein paar Facetten mehr und es laufen auch mehrere Facetten zusammen. Ich mach eben meine Kunst und da den Überblick zu behalten ist manchmal nicht ganz einfach. Aber an sich glaube ich, dass ich auch nur die Tochter meiner Mutter bin. CÄTHE — HANIX — Also muss man sich keine Sorgen wegen einer möglichen Schizophrenie machen... gärtnerin und kümmere mich um andere Menschen' in mir hoch. Es ist meiner Meinung nach unheimlich wichtig sich selbst gegenüber kritisch zu bleiben und auch oft zu hinterfragen ob es der richtige Weg ist, den man geht. Am Ende des Tages ist es dann aber doch meistens so, dass ich sehr glücklich bin mit dem was ich tue. HANIX — Einen Teil deiner Jugend verbrachtest Du im beschaulichen Aalen und in Mannheim. Hast Du noch Verbindungen ins Ländle? CÄTHE — Meine Freunde und meine Familie leben dort und somit hab ich auch noch Verbindungen in diese Gegend. Übrigens habe ich aktuell Besuch eines Freundes aus Mannheim. Ich selbst komme eher selten dazu den Süden einfach mal so zu besuchen, zumal ich gerade sehr oft in Berlin bin und auch dort viele Freunde habe. HANIX — 2005 hat es dich in die Großstadt nach Ich bin mit Sicherheit nicht schizophren aber ich tendiere schon ins Uferlose, da ich ein sehr fantasievoller Mensch bin und ich es auch als meinen Beruf ansehe, immer wieder in Frage zu stellen, wer oder was ich bin. Das ist aber auch sehr anstrengend und regelmäßig kommen Gedanken wie 'ich werde jetzt einfach KinderCÄTHE —

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INTERVIEW DES MONATS: CÄTHE Hamburg gezogen. Welche Gründe haben dich aus dem Süden fliehen lassen? CÄTHE — Ich habe damals den Pop-Kurs in Hamburg besucht und dort ganz tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich sofort eine gemeinsame Basis hatte. Schritt für Schritt bin ich dann nach Hamburg gezogen, sagen wir mal »zu meiner Clique«. Ich musste damals auch aufbrechen zu neuen Ufern und aus irgendwelchen Gründen schien mir Hamburg damals für mich optimal. HANIX — Die Anfangszeit in der Hansestadt war ein hartes Brot für dich. Oft nicht krankenversichert hast Du dir das nötige Kleingeld zum Überleben durch Abgabe von Pfandgut eingesammelt. Du sagst, in dieser Zeit hast Du dich vor etwas gedrückt. Wovor hast Du dich damals weggeduckt? Herzen dabei sein und es authentisch leben. Zum damaligen Zeitpunkt waren noch zu viele Türen offen und ich wusste nicht genau wo die Reise musikalisch hingehen sollte. Ich denke, ich musste für mich einfach herausfinden, dass ich die eingeschlagene Richtung auch wirklich möchte und es nicht einfach um Anerkennung geht. HANIX — Zu Beginn deines künstlerischen Schaffens stand dir oft dein eigener Perfektionismus im Weg. Bist Du heute in Zeiten des Erfolges weniger perfektionistisch als zu Zeiten als Du nicht krankenversichert warst? Gute Frage. Ich glaube einfach, dass mir damals, mit Anfang 20, noch nicht richtig bewusst war, welche Art von Kunst ich denn überhaupt machen möchte. Ich denke, man kann da nicht einfach eine Richtung festlegen und es genau so machen. Viel eher muss man mit ganzem CÄTHE — Das kann ich klar mit Nein beantworten. Ich glaube das Thema Perfektionismus ist eine Veranlagung die nicht vollständig zu bezwingen ist und ich tendiere nun mal dazu, sehr ins Detail zu gehen. Ich nehme meine Demos zum Beispiel zuerst selbst auf und mache mir ganz viele Gedanken darüber was ich überhaupt mit den Texten und meiner Musik sagen möchte. Momentan merke ich, dass ich ein wenig zurückgehe und wieder minimalistischer werden möchte. CÄTHE —

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INTERVIEW DES MONATS: CÄTHE spürt dass meine Intension angekommen ist und das hat mich sehr stolz und glücklich gemacht. HANIX — Dein aktuelles Album »Verschollenes Tier« ist erwachsener als dein Debütalbum »Ich muss gar nichts«. Du hast dazu gesagt »Es fühlt sich an wie ankommen«. Wie fühlt es sich bei dir an? Bist Du nett zu dir und eine gute Gastgeberin? Ich bin auf alle Fälle ein bisschen gutmütiger zu mir selbst geworden, was meiner Meinung nach sehr wichtig ist, aber natürlich auch kritisch geblieben. CÄTHE — HANIX — Ab dem 17. Februar bist Du auf Deutschlandtour. Bei der elften Ausgabe der TV Noir Konzerte wirst Du zusammen mit Singer & Songwriter Jonathan Kluth in reduzierter Bandformation neue, akustische Versionen eurer Songs spielen. Was darf der Besucher von dem Abend erwarten? Es wird, wie schon erwähnt, ein kleines Set aufgeführt und es wird sehr intim sein. Ich werde mit Jonathan auch ein paar andere Dinge ausprobieren und das Alles wird etwas komplett anderes als eine große Rockshow werden. CÄTHE — HANIX — Ihr spielt auch am 21. Februar in Heidelberg und einen Tag später in Stuttgart. Eine Rückkehr in deine Heimat. Sind das besondere Auftritte für dich oder Business as usual? HANIX — 2011 erschien dann endlich dein Debütalbum und wurde zum Erfolg. Charteinstieg, TV-Auftritte, Deutschlandtour und Ehrungen. Warst Du auf diese Resonanz vorbereitet, beziehungsweise gefasst, oder hat es dich regelrecht vom Hocker gehauen? Meine Freunde werden auf jeden Fall kommen. Damals habe ich eine zeitlang in Schwetzingen gewohnt und man muss schon sagen, dass dies eine wunderschöne Gegend ist, weshalb ich mich auch sehr freue dort aufzutreten, da ich sehr oft an diese Zeit zurückdenke. CÄTHE — Damals ist soviel passiert, dass ich ehrlich gesagt gar nicht zum Nachdenken kam. Das ist dann viel später passiert und zwar als wir schon dabei waren das zweite Album aufzunehmen. Zu der Zeit wurde mir klar, dass sehr viel auf einmal passiert und ich, aufgrund meiner Sensibilität, auch Grenzen setzen muss. CÄTHE — HANIX — Ein Höhepunkt war der Autorenpreis der GEMA in der Kategorie »Komposition Rock«. Du wurdest ausdrücklich dafür geehrt, dass Du deinen eigenen Weg gegangen bist. Mehr Bestätigung geht doch eigentlich nicht für den eigenen eingeschlagenen Weg? Das ist richtig und die Auszeichnung damals war auch ganz schön heavy für mich, so dass mir auch ein großer Stein vom Herzen gefallen ist. Ich habe damals geCÄTHE —

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GEPARD BUNGEE Schnurrende Raubkatze aus Heilbronn HAUSTIERE BRAUCHEN AUCH RECHTE Ein Besuch bei PETA-Deutschland DIE MIT DEN PFERDEN FLÜSTERT In Horkheim wird der Reiterhof umgebaut und für die Zukunft fit gemacht IN TIEFDUNKELER NACHT Wenn Hunde mitten in der Nacht mit ihrem Herrchen reden wollen MEHR ALS HONIG Ein Gespräch mit Demeter-Imker Bodo Peter JOSHIS MEINUNG Joshi schreibt diesmal über seine Sofawurst, Dackelmischling Elmar HEILBRONNER FIFFIS Eine Heilbronner Portraitstrecke der besten Freunde des Menschen ANDERE LÄNDER - ANDERE TIERE Als Rafaela Jeckle nach Deutschland ausgewandert ist, lernte sie auch eine neue Tierwelt kennen

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TEXT UND FOTOS: MARIA SANDERS SCHNURRENDER DAUERGAST AUF VIER PFOTEN In der Park Villa im Heilbronner Osten lässt es sich gut verweilen. Ein edles Hotel mit besonderem Flair und außergewöhnlichen Gästen. Einer von ihnen ist der Gepard Bungee. Ein spannender Vormittag mit dem geselligen Dauergast.

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TITELTHEMA: TIERE »Keine Sorge, gefressen hat er schon«, sagt Hans Peter Gaupp, und fängt an zu grinsen. In beiden Händen hält der Hotelbesitzer zwei große Stücke Kotelett, und ruft seinen Kater. »Bungee«, sagt er und schnallst mit der Zunge, »komm‘ Bungee«. Gaupps Stubenkater ist anders. Er ist eine waschechte Raubkatze, ein Gepard, um genau zu sein. In der Katzenfamilie gelten sie als die geselligsten Katzen unter ihnen. Gesellig ist Bungee. Langsam spaziert er die Treppe nach oben. Als er sieht, warum er gerufen wurde, dreht er sich einmal elegant um seine eigene Achse. Wäre er nicht knapp achtzig Zentimeter hoch, könnte er sich sicher um Hans Peter Gaupps Beine schlängeln. Dann dreht er sich, und macht auf einmal einen Satz auf die Steinmauer, schnappt sich die Koteletts und verschlingt sie im Nu. Bungee ist von unglaublicher Schönheit, und sein Schnurren hört sich an wie ein überlautes Brummen. »Wenn er sich richtig wohl fühlt, fängt er an zu Schnurren«, kommentiert Gaupp diesen wohligen Ausdruck seines großen Katers. Ein Besuch in Maulbronn veränderte damals das Leben des jungen Hans Peters. Dort besuchte er einen Zoohändler. Zum ersten Mal hat Gaupp zwei Geparden aus nächster Nähe gesehen. Er war fasziniert von dessen Anmut und Schönheit. So sehr, dass er selber gerne einen gehabt hätte. Ein absurder Gedanke. Doch er ließ ihn auch nicht mehr los. »Ich war so verliebt«, schwärmt der Hotelier. Gaupp informierte sich ausführlich über das Wesen und die Haltung dieser Katzenart, bis er wenig später seinen eigenen Gepard bekommen hat. Gerade mal vier Monate war der damals tapsige Neuling aus Afrika alt. Eine absolute Seltenheit. »Ich habe ihn mit der Flasche aufgezogen«, sagt Hans Peter Gaupp. Auf diese Weise konnte er eine enge Beziehung zu dem Tier aufbauen. Natürlich musste er zahlreiche Auflagen erfüllen, und viel Bürokratie überwinden. Doch das war es ihm wert. »1967 war das nicht ganz so schwierig, wie es heute der Fall ist«, sagt Gaupp. Und das ist auch nicht verkehrt, schließlich bleibt ein Gepard eine wildes Tier, wenngleich auch gezähmt. Der angesehene Tierdokumentarfilmer und Verhaltensforscher, Professor Dr. Bernhard Grzimek, setzte sich für Tierschutz ein. Er machte durchaus Unterschiede: Ein Gepard, der von klein auf herangezogen wird, und sich an den Menschen gewöhnt, könne unter Umständen auch privat gehalten werden, wenn entsprechende Auflagen erfüllt sind. So wie bei Hotelbesitzer Gaupp. Für einen Geparden aus freier Wildbahn treffe das nicht zu, da die Vorgeschichte und das Wesen des Tieres unergründet sind. 1984 war es kaum noch möglich, einen Geparden privat zu halten. Die Bedingungen wurden extrem verschärft. Dann ließen Hans Peter Gaupp und seine Ehefrau Elke Gaupp, das gesamte Tiergehege und die Unterbringung prüfen. Das wurde nicht nur als »vorbildlich« bewertet, sondern, ihm wurde durch ein Fachgutachten von Herr Professor Grzimek, der Erwerb eines Gepards weiterhin bewilligt. Mittlerweile gilt Hans Peter Gaupp deutschlandweit selber als Experte in Sachen Aufzucht und Haltung von Geparden. Über vierzig Jahre Erfahrung hat er bereits mit der schönen Katzenart gemacht. Mit seinem damaligen Geparden »Sammy« war Gaupp beispielsweise bei Günther Jauch in der Sendung »sternTV« zu Gast. Auch der Fernsehsender Sat1 berichtete über den sonderbaren Hotelgast, und Anfragen als Model für Heimtextilien folgten ebenfalls. Seit 2012 lebt Bungee in der »Park Villa«. Im Grunde sind Geparden ihrem Wesen nach, ähnlich wie Hunde. Sie sind gesellig, und haben Pfoten. Pumas oder Löwen hingegen haben lange Krallen, mit denen sie sogar auf Bäume klettern können. Für Dauergast Bungee ist das nicht möglich. Er kommt mit seinen samtigen Pfötchen nicht weit. Aber das muss er auch nicht. Ihm scheint es sichtlich gut zu gehen. Gesund sieht er aus, sein Fell glänzt und seine Augen sind glasklar. Es heißt, dass der Hotelier Gaupp vor zwanzig Jahren noch mit seinem Geparden spazieren gefahren sei. »Ich habe es mit eigenen Augen gesehen«, sagt Peter Ohr

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TITELTHEMA: TIERE (60). In seinem roten Mercedes Oldtimer fuhr Gaupp auf der Wollhausstraße durch Heilbronn. Und auf dem Beifahrersitz saß sein Gepard. »Es war außergewöhnlich«, beschreibt der Architekt dieses Bild. Ein Hund auf dem Beifahrersitz wäre schon etwas Besonderes gewesen, aber ein Gepard, beinahe unvorstellbar. Manche Leute haben sich darüber echauffiert, aber es gab auch viele, denen das gefallen hat. »Sie staunten und lächelten.« »Ija, ija«, ruft Hans Peter Gaupp plötzlich aus dem Fenster, und grüßt seinen Freund Bungee mit Lockrufen. Der Gepard ist draußen im Parkgehege, und schaut entspannt nach oben. »Was gibt’s«, kann er zwar nicht sagen, doch sein Blick lässt es vermuten. Gaupp lächelt zufrieden, und führt durch das Hotel. 25 individuell eingerichtete Zimmer gibt es. Eines schöner, als das andere. In einem der Zimmer fühlt man sich, wie im Orient angekommen. Die Möbel sind aus dunklem Kirschholz. Seitlich an den Fenstern hängen rostrote, schimmernde Schals, und auf dem Bett liegen rot-orange, glänzende Kissen. Es riecht gut. Und von den Tapeten bis zur Tischdekoration, ist alles sehr ordentlich und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet worden. »Das ist das Glööckler-Zimmer«, sagt Hans Peter Gaupp stolz, und macht den Türspalt weiter auf. Ein märchenhafter Raum. Ein großes weißes Himmelbett inmitten des Zimmers. Davor zwei weiße Korbstühle, nebenan ein weißer Schreibtisch, und ein edler großer Kleiderschrank. Ein bisschen fühlt man sich, wie in die englische Kolonialzeit zurückversetzt. Wandert der Blick weiter Richtung Balkontür, eröffnet sich einem ein fantastischer Ausblick auf den Park. Warum heißt es eigentlich »Glööckler-Zimmer«? »Wegen des Schmucks«, beschreibt er die liebevolle Einrichtung, und zeigt auf die goldene Krone über dem weißen Türrahmen. »Da steckt viel Arbeit dahinter«, erinnert sich der Hotelier an die aufwendige Renovierung. Als er die Park Villa vor dreißig Jahren erworben hatte, gab es viel zu tun. Dieses anmutige Flair hat es erst später bekommen. Bungee ist im Hotel der einzige Dauergast auf vier Pfoten, wobei es draußen im Park noch drei Truthühner, zwei Schneeeulen, und einen Teich mit zahlreichen Kois gibt. Im Erdgeschoss hat Bungee sein eigenes Zimmer mit einer Türklappe, die nach draußen führt. Mit seinen neun Jahren kommt Bungee zwar langsam, aber sicher in das Rentenalter. Doch für ein kurzes Erinnerungsfoto springt er auf die Steinmauer. Er bleibt stehen, posiert, und dreht sich elegant. Dann posiert er noch einmal, und springt wieder herunter. Er wirkt gelassen. Zum Abschied läuft er nebendran noch ein paar Treppenstufen in Richtung Ausgang. Kurz vorher macht er Halt, schaut nach oben, und schnurrt ohne Punkt und Komma. Vielleicht wollte er ja sagen: »Schön, dass du da warst. Komm‘ doch mal wieder.«

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info@memografie.com 0175-5629515 SHOOTING KEIN CENT BILLIGER* EURO *That shit cray.

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» E S G I B T K E I N E G U T E N Z Ü C H T E R « TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: PATRICK LABITZKE & PR In er s t er L inie k üm m e r t s ich PE TA d ar um , d ie Au s b eu t u n g d e r Mas s e ntie rind us trie n e inzud äm men u n d ein Be wus ts e in d afür zu s ch affe n. Abe r auch hin t er d en Kulis s e n d e s Zo o - und Zuch th and e ls s ieht es n i ch t gut für d ie Tie re aus . Wir s prach e n C ha r l o t t e Kö h le r vo n PE TA übe r K le in- und He i mt iere u n d d e re n k aum vo rh and e ne n Re ch te und Reg u l i er u ng e n.

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TITELTHEMA: TIERE HANIX — Charlotte, Du arbeitest für PETA. In deiner E-Mail-Signatur steht »Campaignerin Tierische Mitbewohner«. Worum geht es bei deinem Job? PETA setzt sich ja gegen die Ausbeutung von Tieren in den großen tierausbeutenden Industrien ein: Tiere, die für die Lebensmittelindustrie ausgebeutet, getötet und gequält werden, für die Bekleidungsindustrie, Tierversuche oder auch die Unterhaltung. Weniger bekannt ist, dass auch unsere »Tierischen Mitbewohner« ausgebeutet werden; da die allermeisten Menschen z.B. die Zustände hinter den Kulissen der Zuchtund Zoohandelsindustrie nicht kennen. Ich betreue die Kampagnen für den Bereich »Tierische Mitbewohner«, also die Tiere, mit denen wir unser Zuhause teilen. Dabei geht es um verschiedenste Themen. Angefangen bei der Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen über verschiedene Fälle von Tierquälerei, wie beispielsweise den Einsatz von verbotenen Stromhalsbändern bei Hunden, bis hin zu Kampagnen im Auslandstierschutz. Besonders am Herzen liegt uns auch das Heimtierschutzgesetz, da unsere tierischen Mitbewohner rechtlich besser geschützt werden müssen. Das allgemeine Tierschutzgesetz ist leider viel zu wenig konkret formuliert und bietet nicht ausreichend Schutz; Rechtsverordnungen fehlen auch. CHARLOTTE KÖHLER — HANIX — Welche Rechte haben Haustiere denn? Es gibt eine Tierschutz-Hundeverordnung, die zumindest die Mindestanforderungen an die Hundehaltung definiert. Auch wenn sie unserer Meinung nach nicht tiergerecht ist, da sie beispielsweise Zwingerhaltung nicht verbietet. Alle anderen Haustiere haben aber keinen konkreten rechtlichen Schutz. Vielen Menschen ist das nicht klar. Im Prinzip macht der Handel die Vorgaben, wie groß beispielsweise ein Kaninchenkäfig ist. Ein Käfig ist aber kein Lebensraum, er ist immer zu klein. Zudem wissen die meisten Tierhalter nicht ausreichend über die Bedürfnisse ihrer Begleiter Bescheid – leider ist ein Tierführerschein auch noch nicht vorgeschrieben; vom Niedersächsischen Hundeführerschein einmal abgesehen. CHARLOTTE KÖHLER — HANIX — Wer ein Tier mutwillig verletzt begeht nur Sachbeschädigung. Ist das so richtig? ze geschützt werden. Tierschutz ist als Staatsschutzziel im Grundgesetz festgeschrieben; daneben gibt es ja das Tierschutzgesetz. Jeder, der mit Tieren zusammen lebt, weiß auch, dass Tiere keine »Sachen« sind. Wer ein Tier quält verstößt gegen das Tierschutzgesetz; Tierquälerei ist sogar ein Straftatbestand. Deswegen setzen wir hier auch Belohnungen aus – z. B. wenn mit Gift oder gefährlichen Gegenständen präparierte Köder ausgelegt werden. Ebenso Tierquälerei ist es, einen Hund im Sommer im geparkten Auto zurückzulassen. HANIX — Geht es grundsätzlich Haustieren hier gut? CHARLOTTE KÖHLER — Leider müssen wir davon ausgehen, dass es sehr vielen tierischen Mitbewohnern nicht gut geht. Da die meisten Tiere aber im Privaten leben, ist das Leid nicht sichtbar. Viele Menschen wollen zwar mit Sicherheit nur das Beste für ihr Tier – aber viel zu wenige Halter achten auf die Bedürfnisse der Tiere. Wenn soziallebende Tiere, wie beispielsweis Kaninchen, einzeln gehalten werden, leiden sie; wenn das Gehege zu klein ist oder §90a BGB stellt ausdrücklich klar, dass Tiere keine Sachen sind, und durch besondere GesetCHARLOTTE KÖHLER —

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TITELTHEMA: TIERE den billigend in Kauf nehmen. Die Züchter von Möpsen, Französische Bulldoggen, Perserkatzen – die Liste ließe sich beliebig fortführen – wissen, dass die Tiere sehr wahrscheinlich ein Leben lang gesundheitliche Probleme haben. Und Zuchtverbände befeuern das, in dem sie Vorgaben über das Aussehen und die Körperhaltung der Tiere machen und entsprechende Tiere in tierverachtenden »Rasseschauen« prämieren. Ich nenne das Schöpferwahn. HANIX — Wie sollten Eltern damit umgehen, wenn der Nachwuchs sich ein Haustier wünscht? der täglich notwendige Auslauf fehlt. Auch die Zahlen der Tiere, die jährlich in Deutschland in Tierheimen landen, sind ein Ausdruck menschlicher Verantwortungslosigkeit: jedes Jahr werden ca. 300 000 Hunde, Katzen und andere Tiere abgegeben oder einfach ausgesetzt. Nicht vergessen werden dürfen all die Tiere, die für die Zucht- und Zoohandelsindustrie ausgebeutet werden! HANIX — Wie empfindest Du die Zustände und die Situation im deutschen Tier- und Zoohandel? Kein Tier darf eine Ware sein. Niemand sollte auf die Kosten fühlender Lebewesen Profit machen. Bereits die Bedingungen in den Zoohandlungen weisen Missstände auf – die Käfige sind viel zu klein, oft überfüllt – aber die wirklich drastischen Zustände sind wohl in den Zuchtbetrieben vorzufinden. Dort findet das große Leiden statt: Hunde, Katzen, Kaninchen, Vögel und viele mehr werden im Verborgenen ausgebeutet. Die Zoohandlungen versuchen zwar, mit schönem Schein zu trügen – aber wie profitorientiert die Zoohandelsindustrie doch denkt, wird auch im Umgang mit den »Ladenhütern« deutlich: Die süßen kleine Mäuse und Kaninchen, die nicht verkauft werden, werden getötet und als Frostfutter verkauft. Dies ist aber kein Appell, die Tiere aus Mitleid zu kaufen! Tierfreunde dürfen diesen Umgang mit Tieren nicht unterstützen! Adoptieren statt kaufen. CHARLOTTE KÖHLER — HANIX — Züchter haben es schwer mit euch, oder? Die erste Frage, die jeder sich vor allen anderen stellen muss, ist: welchem Tier kann ich langfristig ein gutes Zuhause geben. Es geht nicht darum, welches Tier man gerne hätte. Und Eltern müssen sich immer bewusst sein, dass sie die Verantwortung für das Tier tragen. Immer. Deshalb muss man sich genau über die Bedürfnisse und Eigenheiten der Tiere informieren, bevor das Tier dann aus dem Tierschutz adoptiert wird. Für Kinder sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere, wie zum Beispiel Kaninchen, nicht geeignet. Denn wenn das Kind wach ist, schläft das Kaninchen und nachts ist es genau umgekehrt. Reptilien sind für Kinder ebenso wenig geeignet, da diese nicht domestizierten Exoten zum einen hier nie artgerecht gehalten werden können und zum anderen oft Überträger von Salmonellen sind CHARLOTTE KÖHLER — HANIX — PETA setzt sich für die Kastrationspflicht bei Katzen ein. Wieso eigentlich? Es gibt keine guten Züchter, da sie im Eigeninteresse handeln und nicht im Interesse des Tieres. Angesichts der überfüllten Tierheime ist die Zucht immer verantwortungslos. Ganz besonders tierfeindlich sind auch die »Rasse«-Züchter, die gesundheitliche SchäCHARLOTTE KÖHLER — Es gibt in Deutschland schätzungsweise zwei Millionen heimatlose Katzen, die alle von ausgesetzten Katzen abstammen. Die domestizierten Tiere sind für ein Leben ohne menschliche Fürsorge aber nicht gerüstet: sie leiden an Hunger, Witterung und Krankheiten Die Population dieser Tiere wird auch durch unkastrierte Freigängerkatzen erhöht – deswegen setzen wir uns ja auch für eine Kastrationsplicht für diese Tiere ein. Da das Leid der Katzen auch von der Politik als Problem erkannt wird, erlassen immer mehr Städte und Gemeinden Kastrationspflichten für Freigänger-Katzen. Baden-Württemberg hat übrigens im November 2013 als erstes Bundesland eine Ermächtigungsverordnung erlassen, die es den Kommunen ermöglicht, die Kastrationspflicht explizit aus Tierschutzgründen zu erlassen – bislang ist immer ein Umweg über das Ordnungsrecht genommen worden. Diese Vorreiterrolle haben wir vor allem der tollen Tierschutzbeauftragten Cornelie Jäger zu verdanken – nun sind die Kommunen am Zug. CHARLOTTE KÖHLER —

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TITELTHEMA: TIERE

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Text: Maria Sanders Fotos: Maria Sanders, Emad Korkis & Edelgard Diehl TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MELI DIKTA »MILLISEKUNDEN ENTSCHEIDEN, OB DAS PFERD M I R V E RT R AU T « St eph a n i e Ziegle r is t Be trie bs le ite rin d e s Re ite rh o fe s i n Horkhei m . Di e g eb ü r tig e Me ck le nburg -Vo rpo m m e rin s tudi er te Pf erd ek o m m u n ik a tio ns wis s e ns ch afte n und wurd e d abe i a uch von Mo n t y Ro b er t s , d e m we ltbe k annte n P fe rd e flüs te re r, unterri cht et . Wir s pr a c he n m it ih r übe r d ie gro ße n s ch e ue n Ti ere, den Tr a u m ein er P fe rd e re is e und d as Pro j e k t » Re ite n m ac ht Schule«

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TITELTHEMA: TIERE H A N I X - Wir haben gelesen, dass Sie Pferde-Kommunikationswissenschaften studiert haben. Sind Sie eine Pferdeflüsterin? Das ist eine sehr interessante Frage, denn ich habe tatsächlich bei Deutschlands berühmtester Pferdeflüsterin Andrea Kutsch, die Schülerin von Monty Roberts ist, drei Jahre studiert. Monty Roberts ist der weltweit bekannte Pferdeflüsterer und ich wurde im Rahmen meines Studiums an der AKA auch von ihm unterrichtet. Somit kann ich ihre Frage mit »ja« beantworten. Viel wichtiger ist aber zu erläutern was einen Pferdeflüsterer zu einem Pferdeflüsterer macht. Denn Pferdeflüstern heißt nicht, wie sich dass manche Menschen vorstellen, dass wir den Pferden etwas zuflüstern. Vielmehr haben wir gelernt auf ganz kleine Gesten und die Mimik von Pferden zu achten und dann darauf für Pferde verständlich mit unserer Körpersprache zu reagieren. Denn Pferde agieren und reagieren nur mit ihrer Körpersprache. Weiterhin wissen wir viel über das Sozialverhalten und das Herdenwesen der Tiere. Wenn wir mit Pferden agieren, sprechen wir also nicht in der menschlichen Sprache mit dem Tier, denn dies ist für das Pferd nur »Lippenlärm«. Vielmehr kommunizieren wir in der Sprache des Pferdes, also mit unserem Körper und begeben uns auf dessen Ebene. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Wie viel Zeit benötigt man um »pferdisch« zu können? Die ganzen Serien und Filme mit Pferden sind komplett an mir vorbeigegangen. Als ich Kind war, sind wir aufs Land gezogen und der Bauer hatte Pferde. Es ist also eine sehr einfache Erklärung und somit bin ich mittlerweile seit 20 Jahren mit Pferden beschäftigt. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Hatten sie anfangs Angst vor Pferden? Angst hatte ich als Kind nie, da man, meiner Meinung nach, auf dem Land auch anders mit Pferden groß wird als Menschen aus der Stadt und ein ganz normaler Umgang mit den Tieren besteht. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Können sie uns etwas über ihre engste Beziehung, die Sie bisher zu einem Pferd hatten, erzählen? Es gibt zwei Pferde die einen enormen Platz in meinem Leben eingenommen haben und ich möchte und kann mich gar nicht entscheiden welches Tier wichtiger und prägender war. Eines der Pferde, eine Mecklenburger Stute, war ein sogenanntes Problempferd. Damals war ich 10 Jahre alt und das Pferd hat alle runSTEPHANIE ZIEGLER - Generell kann ich sagen, dass man ein ganzes Leben lang dazulernt, um aber einigermaßen gut mit dem Pferd zu kommunizieren zu können sind schon anderthalb bis zwei Jahre intensives Arbeiten nötig. Zusätzlich gehört hier noch sehr viel Empathie und Erfahrung dazu. Ich nenne ihnen mal ein einfaches Beispiel: Ein Pferd schlägt beim auskratzen seiner Hufe aus und sie haben somit ein »Schlägerpferd«. Jetzt muss ich das Verhalten des Pferdes richtig lesen und deuten warum das Pferd so vorgeht. Es könnte aggressiv sein, es könnte Angst vor mir haben oder es ist zum Beispiel einfach konditioniertes Verhalten. Je nach Grund muss ich natürlich auf jedes Pferd anders regieren und ihm, beispielsweise, die Angst nehmen oder es neu konditionieren durch Lob und Bestrafung. Bestrafung heißt aber nicht, dass ich bei Pferden Gewalt beziehungsweise Schmerz anwende sondern für das Tier Gegensätze schaffe, wie Arbeit gegen Ruhe oder komfortabel gegen unkomfortabel. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Woher kommt ihre Pferdeliebe? Doch nicht etwa durch ein Celebrity-Pferd wie Fury?

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TITELTHEMA: TIERE holt und es ist umgekehrt? Ich würde sagen das sollte auf Gegenseitigkeit beruhen. Es gibt Menschen die sich ihre Pferde aussuchen und das passt dann manchmal überhaupt nicht. Eine Verbindung baue ich zu jeden Tier auf. In seltenen Fällen spürt man aber eine unglaubliche Verbundenheit zu einem Tier, so dass man fast das Gefühl hat eins zu sein. Dies passiert aber wie gesagt nur sehr selten, ich hatte das noch nicht so oft in meinem Leben. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Gibt es bei ihnen auch Zeiten in denen Pferde keine Rolle spielen? Das ist wieder eine gute Frage und ich muss ein bisschen überlegen … Nein, diese Zeiten gibt es nicht. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Haben sie von dem Paar gehört, dass zwanzig Jahre lang auf einem Pferd von Argentinien nach Alaska gereist ist und ist so was auch ein Traum von ihnen? S T E P H A N I E Z I E G L E R - Leider habe ich von diesem Paar nichts gehört, aber ja, so eine Reise ist schon etwas Wunderbares. Vor kurzem ist im ZDF eine Reihe über den Jakobsweg gelaufen und da habe ich auch überlegt, dass es bestimmt toll ist mit einem Pferd so etwas zu machen. Ich glaube aber, dass dies für zwei bis drei Wochen Spaß macht, aber dann möchte ich auch wieder mit meinen vielen Pferden arbeiten. H A N I X - Haben sie hier in der Region eine Lieblings-Ausritts-Route? S T E P H A N I E Z I E G L E R - Die schönsten Routen führen an den Weinbergen und am Neckar entlang. Allerdings muss ich sagen, dass, im Gegensatz zu meiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern, Heilbronn aufgrund der dichten Besiedlung nicht so viele Möglichkeiten für Reiten in der Natur bietet.H A N I X - Sind Pferde die sensibelsten Tiere überhaupt? tergebuckelt, außer mich. Ich habe zu der Zeit das erste Buch von Monty Roberts geschenkt bekommen und immer wieder einige Dinge aus dem Buch ausprobiert. Hierbei ist dann der Wunsch entstanden irgendwann beruflich in diese Richtung zu gehen. Dann kam, wie es so ist, das Abitur und auf einmal gab es den Studiengang, bei dem ich keine Sekunde gezögert habe. Während dieses Studiums kam dann das Zweite, der wichtigsten Pferde meines Lebens, ins Spiel. Dieses Pferd war ein kleines Fuchs-Pony namens Mogli und es stand in einem Offenstall mit vielen anderen Pferden zusammen, konnte aber seit zwei Jahren nicht mehr angefasst werden. Mogli, war total verängstigt und sobald man sich auch nur ein bisschen näherte ist er sofort panisch geflohen. Ich habe es innerhalb von zwei Wochen geschafft ihn so zu trainieren, dass er sich anfassen, satteln, putzen und reiten ließ, worauf ich immer noch sehr stolz bin. Leider konnte ich Mogli nicht selbst reiten, da ich zu groß für das Pferd war. Dieses Gefühl ein Pferd nur aufgrund der eigenen Arbeit und Beziehung zu ihm gerettet zu haben ist übrigens unbeschreiblich schön. H A N I X - Wie finden sich Mensch und Tier? Sucht das Pferd den Menschen aus oder wäre das zu weit herge- Pferde sind definitiv sehr sensible Tiere und Pferde sind, gemessen an ihrer Größe, schon etwas Besonderes. Man kann aber nicht generell sagen, dass sie am sensibelsten sind, da ich glaube, dass jedes Tier auf seine Art mehr oder weniger sensibel ist und letztendlich kommt es immer auf den Menschen an. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Wie viel Zeit benötigt es um das Vertrauen eines Pferdes zu gewinnen? Sie werden jetzt überrascht sein, aber oft entscheiden nur wenige Millisekunden, ob das Pferd mir vertraut oder nicht. Ein Pferd vertraut zum BeiSTEPHANIE ZIEGLER -

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TITELTHEMA: TIERE spiel dem ranghöheren Pferd, weil dieses bestimmte Eigenschaften mit sich bringt. Die Leitstute, oft sind es Stuten die noch dazu sehr alt sind, hat oft die meiste Erfahrung. Sie weiß beispielsweise wo die besten Wasserstellen sind, wo man am besten Grasen kann und vor wem oder was man lieber flüchten sollte. Dies wiederum wird bei Pferden ausgedrückt indem das ranghöhere Pferd die Richtung und die Geschwindigkeit der Herde oder des Rangniedrigeren bestimmt. Das Vertrauen eines Pferdes ist am Anfang ein zartes Band, das ich durch bestimmte Übungen oder gemeinsamen Erfahrungen stärker werden lassen kann. Genauso kann ich aber das Vertrauen meines Partners – dem Pferd wieder zerstören indem ich zum Beispiel Leistungen abverlange die mein Pferd noch nicht erbringen kann. H A N I X - Was kostet denn der Unterhalt eines Pferdes und welchen zeitlichen Aufwand muss man aufbringen, um dem Pferd gerecht zu werden? ten aber ich muss zugeben dass ich momentan, aufgrund des Jobs, gar nicht so oft reite wie man denken würde. H A N I X - Kommen wir zum Hof selbst. Wie groß ist dieser, wie viele Mitarbeiter sind hier tätig und wie viele Schüler haben sie? Der Hof ist circa zwei Hektar groß, nimmt man die ganze Anlage inklusive Koppeln sind es ungefähr 4,2 Hektar. Mit mir sind wir insgesamt fünf Mitarbeiter die sich um momentan 21 Pferde, 11 Schulpferde und 10 Einsteller, kümmern. Wir haben circa 100 Reitschüler pro Woche und eine Reit-AG, hier sind wir grade in der Pilotphase für ein in Deutschland einzigartiges Reit-AG- Konzept in Zusammenarbeit mit der Universität Würzburg. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Was müssen denn die Eltern ausgeben wenn der Sohn oder die Tochter auf die Idee kommen, Reitunterricht zu nehmen? Zeit ist bei dieser Frage das größte Thema. Wenn wir einmal von jemandem ausgehen der privat ein Pferd halten will, muss er mindestens drei Stunden am Tag an Zeit investieren. Der finanzielle Unterhalt eines Pferdes kann, mit allem drum und dran, circa 900 Euro im Monat betragen und dies ohne Anschaffungskosten. Sehr wichtig ist auch der Reitunterricht. Ich sage oft zu Interessenten, dass sie sich kein Pferd für 10 000 Euro kaufen sollen, sondern lieber nur 1000 Euro für das Pferd investieren sollten und dafür aber für 9000 Euro Reitunterricht nehmen. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Für welche Art Mensch sind Pferde eher nicht zu empfehlen? Die Startkosten für den Reithelm, Reitschuhe und eine Reithose belaufen sich auf circa 150 Euro. Die Kosten für den Reitunterricht betragen bei uns 68 Euro monatlich wobei man einmal wöchentlich hier ist und auch alle theoretischen Schulungen dazu gehören. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Wie viel Futter wird denn monatlich für 21 Pferde verfüttert? Wir streuen monatlich ca. 7000 Kg Stroh in unsere Boxen, verfüttern ca. 4000 kg Heu pro Monat und 1000 kg Kraftfutter. Zusätzlich bekommen unsere Pferde jeden Tag mindestens einen Apfel oder eine Karotte was 630 Karotten oder Äpfeln pro Monat entspricht. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Sie haben es schon angedeutet: Der Reiterhof stand kurz vor dem Aus. Wie sieht denn jetzt das genaue Konzept der Zukunft aus? Was ist schon passiert und was wird noch passieren? Ich denke dass Pferde für jeden was sein können, denn jeder Mensch findet irgendwann seinen Meister. Es kommt einfach darauf an, dass die Charaktere des Pferdes und des Menschen zueinander passen. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Wie lange muss man trainieren bis man einigermassen gut reiten kann? Auch hier kann ich nur wieder sagen: Ein Leben lang. Um gewisse Grundkenntnisse vernünftig umsetzen zu können sollte man auf jeden Fall drei bis vier Jahre reiten und dies mindestens zwei mal in der Woche. Dann kann man einigermaßen Galopp, Trab und Schritt reiten und kleinere Hindernisse bewältigen und in die Natur ausreiten gehen. STEPHANIE ZIEGLER H A N I X - Wann sind sie das letzte mal galoppiert, gibt es hier dafür genügend Möglichkeiten? STEPHANIE ZIEGLER - Es gibt hier genügend Möglichkei79 Wir haben einige Bausteine und sind, wie schon erwähnt, noch in der Pilotphase. Ein Grundbaustein ist natürlich die Reitschule – schwerpunktmäßig richten wir diese für Kinder und Jugendliche aus. Grundsätzlich wird der Hof also komplett aus der Sicht von Kinderaugen konzeptioniert. Ein ganz einfaches Beispiel sind die tief hängenden Kleiderhaken, Erreichbarkeit der Materialien und die Einsehbarkeit der Stallungen. Der zweite Baustein ist das in Deutschland bisher einzigartige Konzept »Reiten macht Schule«. Hier arbeiten wir mit der Universität Würzburg zusammen. Es wurden die Bildungspläne für Baden-Württemberg angeschaut und der Pferdesport darüber gelegt. Das heisst also, das die hier erlernten STEPHANIE ZIEGLER -

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TITELTHEMA: TIERE Inhalte konform mit dem Bildungsplan sind. Dies ist ein sehr spannendes Thema und wird dann noch aus Sicht der Erlebnispädagogik beleuchtet. Wir zeigen also nicht auf wie man beispielsweise ein Pferd striegelt sondern fragen die Kinder für was man gewisse Arbeitsmaterialien oder auch Futtermengen, die dann angefasst beziehungsweise umgerechnet werden müssen, benötigt und dadurch lernen die Kinder natürlich ganz anders. Das Schöne an allem ist, dass es den Kindern richtig viel Spass macht. Der dritte Baustein sind dann noch Seminare, beispielsweise in Form von abendlichen Vorträgen, die wir veranstalten. Und wir denken auch in Richtung Führungskräftetraining und an die Arbeit mit Burnout - Patienten. Auch baulich haben wir schon einiges auf dem Hof verändert. Wir haben eine neue Reithalle, einen Seminarraum und Umkleiden gebaut. Folgen wird noch ein neuer Außenreitplatz, neue Stallungen, eine Funktionszentrale mit Putzplätzen, Sattelkammern, Waschraum und Toiletten, sowie eine zweite Reithalle. H A N I X - Aktuell gibt es eine Kooperation mit der Grünewaldschule. Wie viele Partnerschulen sollen es denn zukünftig sein? S T E P H A N I E Z I E G L E R - Das Ziel können wir noch gar nicht genau definieren, da wir, wie schon erwähnt, noch in der Pilotphase sind. Aber ich kann sagen, dass mir schon Anfragen von mehreren Schulen vorliegen. H A N I X - Frau Ziegler, Sie kennen Pferde seit Sie ein kleines Mädchen sind und haben deren Sprache studiert. Was ist ihnen bei der Pferdehaltung und der Wahrnehmung von Pferden wichtig? S T E P H A N I E Z I E G L E R - Das Pferd soll immer als Lebewesen betrachtet werden und die Kinder sollen den verantwortungsvollen Umgang mit Pferden lernen. Das Pferd muss einfach Pferd sein dürfen, täglich auf die Koppel kommen und nicht 23 Stunden am Tag in der Box stehen. Genau dies sieht man auch an der Planung des zukünftigen Reiterhofs hier in Horkheim. So wird es zum Beispiel Bewegungsställe geben, was einer artgerechten Haltung entspricht, da die Pferde hier als Herde in einer Art WG zusammenleben sollen. Des weiteren werden unsere Pferde gechippt, wobei der Chip so klein wie ein Reiskorn ist. Dadurch können sich die Pferde bis zu zehn mal am Tag geringe Mengen an Kraftfutter von einem Futterautomaten, der den Chip ausliest, abholen, was in herkömmlichen Ställen manuell meist nur drei mal täglich möglich ist. Unsere Vorgehensweise ist für die Pferde sehr gesund und entspricht ihrem Naturell, da die Pferde in der Natur sogenannte Dauerfresser sind. Ein weiteres Merkmal von Pferden ist, dass sie sich in der Natur 16h am Tag im Schritt vorwärtsbewegen. In unseren neuen Bewegungsställen werden die Pferde dazu animiert sich den ganzen Tag zu bewegen, was dem natürlichen Verhalten entspricht und zur Folge hat, dass unsere Pferde im Wesen sehr ausgeglichen sind. H A N I X - Und wann soll das alles umgesetzt werden? Es wird mit Sicherheit noch einige Jahre dauern, da alles während des laufenden Betriebs umgebaut wird. STEPHANIE ZIEGLER -

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TEXT: NICOLAI KÖPPEL FOTOS: MELI DIKTA

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TITELTHEMA: TIERE IN TIE FDUNK L E R NACH T - Chefchefchef wach auf wach auf Chefchef, da ist jemand vor dem Haus oder im Garten oder in der Nähe vom Haus ich habs genau gehört und ich hätts sicher auch gesehn wenn ichs gesehen hätte aber so hab ichs nur gehört ganz deutlich Chef und jetzt ist wieder alles still hörst du Chef! - Sag mal spinnst du? Es ist … es ist halb vier Uhr nachts, leg dich wieder hin, roll dich ein und schlaf weiter. - Aber Chefchefchef, wenn das jetzt sowas ist wie neulich schon wo uns die beiden fremden Leute mit dem großen Wagen unsere ganzen Sachen geklaut haben am hellichten Tag und ich konnte nix machen weil die Gartentür zu war, Chef? Das hatten die doch geplant, Chef! Was wenn das jetzt wieder sowas ist? Ooouuuh, das wär schlimm. - Nein, das wär’s nicht. Das neulich war die Müllabfuhr, die haben unseren Müll mitgenommen, verstehst du, ich wollte das, ich hab ihnen den doch extra hingestellt, damit sie ihn mitnehmen. - Chefchefchef du sprichst in Rätseln Chef, aber das war doch unser Zeug, da müssen wir doch drauf aufpassen, und das hat teilweise sogar ziemlich lecker gerochen und jetzt ist es weg, für immer weg, Chef. Und jetzt ist da wieder jemand und die Bella von nebenan hat‘s auch gehört hat sie gesagt so whooouh und vielleicht hat sie sogar was gesehen, müsst ich mich mich mal mit ihr drüber unterhalten. Bittebitte Chef, meine Rasse ist unter den Top 5 weltweit der besten Wachhunde bitte lass mich raus und lass mich meinen Job machen bittebitte Chefchefchef. - Du bist ein Mischling. Du hast gar keine feste Rasse. - Woouuh Chef. Pass auf was du sagst. - Wieso? - Deine Mutter ist aus Heidenheim, dein Vater aus Berlin. - Und? - Ich mein nur. So wegen Mischling. Chef. - Weißt du, was ich glaube? Du willst nur raus, weil du die Zeitungsausträger, die eben jetzt um halb vier Uhr kommen, genauso wenig ab kannst wie die Müllabfuhr oder Postboten an sich oder harmlose böööse Pas83 santen und weil du denkst, du könntest der Bella von nebenan bei der Gelegenheit ein bisschen schick am Hintern rumschnüffeln. - Jetzt nicht persönlich werden, Chef. Du weißt genau, dass ich das tun muss. - Warum? - Warum? Blöde Frage, Chef. Fast genauso blöd wie die andere Frage, die du immer wieder stellst. - Welche ist das? - »Ja wo isser denn? Ja wo isser denn?« Und ich immer so: »Hier, Chef, hier!« Und du dann wieder »Ja wo isser denn?« Also echt. Ich bewundere dich, Chef, keine Frage. Wie du diese Rinti-Dosen aufmachst, alle Achtung, das ist ganz großes Tennis, Chef, aber manchmal kriegt man echt Zweifel. - Zweifel woran? - Ob du eigentlich in der Realität lebst, Chef. Beispiel jetzt: das eine Weibchen, das vorgestern bei uns war, die mit dem langen blonden Fell auf dem Kopf. - Da hast du dich ganz toll benommen. Warst ein ganzganz Lieber. - Ja, ist ja gut, ich hab doch gemerkt,

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TITELTHEMA: TIERE dass du die magst, Chef, weil du immer alles gemacht hast, was sie gesagt hat. Kann ich noch ein Glas Wein haben? Kannst du mir in den Mantel helfen, kannst du mir ein Taxi rufen … weißt du Chef, der Chef von meinem Chef ist auch mein Chef, Chef. - Ja. Sie mochte dich auch. - Hat die unter den Kleidern auch noch irgendwo blondes Fell oder nur auf dem Kopf? - Das kann ich dir leider noch nicht beantworten. - Ja klar. Du hast dich ja auch nicht mal getraut, ihr am Hintern zu riechen. - Wir … wir machen sowas nicht. - Genau das meine ich, Chef. Welt- fremd. Das bist du. Kommt mir schwer so vor. Rätselhaft. Unergründlich. Geheimnisvoll. Ich find dich so toll, Chef. Ich weiß zwar nicht, warum, aber … du bist halt der Chef. Chef. - Das ist ganz süß von dir. Komm mal her. Bist ein Feiner. Jaaaa-jajajaja! Und jetzt schlaf weiter. Gute Nacht. - Gute Nacht, Chef. - Gute Nacht. -… - Chef? Chef? Wo ich schon mal wach bin und wir vom Essen reden – - Wir reden nicht vom Essen, wir schlafen. Und überhaupt, vom Essen reden wir schon gleich gar nicht. Du hattest gestern zwei Näpfe, einen morgens, einen abends, zwei Würstchen außer der Reihe und bestimmt zehn Leckerli über den Tag verteilt. Wenn du jetzt noch Hunger hast, hast du was mit dem Magen. Da müssen wir wohl morgen zum Tierarzt. - Oh. Ist schon wieder viel besser eigentlich. Da müssen wir den Tierarzt nicht stören. - Du magst den Tierarzt gerne, was? - Total, Chef. Nach dir, Chef, der beste Mensch, den es gibt. Ein edler Mensch, den ich verehre. Es wäre mir ein Greuel, ihn ohne Grund bei seiner wohlverdienten Quälerei von Katzen und Wellensittichen zu behelligen. - Aber mich behelligst du ohne Gewissensqualen? - Ist ja sonst keiner da, Chef. Oder

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TITELTHEMA: TIERE soll ich mal gucken gehen, ob da doch noch wer ist? Vielleicht klaut gerade jetzt in diesem Moment jemand den Kühlschrank mit allem was drin ist. - Das würde ich auch hören. - Oder es sind ganz kleine Diebe, Chef, die setzen sich in den Kühlschrank hinein und essen alles auf und wir merken nix davon. Komm, wir gehen und gucken in alle Wurstdosen!! - Kau doch noch ein bisschen an der alten Brezel von letzter Woche. - Gut, dass du das erwähnst, Chef. Die hab ich im Garten vergraben. - Dein Pech. - Darf ich gehen und sie ausgraben? - Nein. - Hm. Chef? - Jaha. - Ich lern da nix draus. - Was? - Du versuchst doch sicher grade, mir was beizubringen, und dazu wollt ich fairerweise sagen: ich kapiers nicht. Du kannst mir also genauso gut was zu fressen geben. Das würde ich unter Umständen kapieren. - Nix. Morgen gibt’s wieder was. - Gestern gab‘s was, und morgen gibt‘s was? - Äh, ja genau. - Und heute nicht? - Doch schon. Aber nicht jetzt. - Chef. Mal ganz sachlich jetzt. Ist heute, also jetzt, ist heute heute? - Blöde Frage, natürlich. - Und wenn du jetzt wieder einschläfst und aufwachst ist nicht mehr gestern wie gestern und auch nicht mehr heute so wie jetzt, weil du ja inzwischen geschlafen hast, und dann war heute heute, also von morgen aus gesehen gestern und ich hatte dann das ganze gestern oder von hier aus gesehen heute nix zu essen, also den ganzen wie eben gesagt heutigen Tag lang nicht oder wie läuft das hier? - Du gehst mir auf den Geist. - Ich kann auch in den Garten gehen. - Kannst du nicht. - Wenn du es sagst, Chef (…) Chefchef, das Weibchen, kommt die wieder? Die war nämlich nett. - Die heißt Vanessa. Und dass sie nett ist weiß ich auch. Schlaf jetzt. - Hat die Vanessa auch nen Hund? - Nein, die ist nicht den ganzen Tag zuhause wie ich, sie arbeitet, da kann sie keinen Hund haben. - Ouh. Und kann sie nicht weniger arbeiten? Dann wären nämlich ihre beiden Probleme auf einmal gelöst - Welche zwei Probleme? - Zuviel Arbeit, kein Hund. - So gesehen ergibt das Sinn. - Und wenn die kommt bleibt die dann über Nacht? - Wozu willst du denn das alles wissen? - Weil Chef wenn hier zwei Chefs also ihr wenn ihr hier atmet, so ein und aus, ein und aus, ein und aus, dann ist die Luft irgendwann weg und man muss die Tür zur Terrasse aufmachen, damit Luft reinkommt, und wenn sie bald kommt, könnte man die Tür doch jetzt schon mal vorsorglich … - Und du kannst nach draußen und deine Brezel wieder ausgraben und nachsehen, ob Bella sich am Hintern schnüffeln lässt oder noch Schlimmeres oder ob die Zeitung wie immer um halb vier kommt und man die ganze Nachbarschaft wecken kann, weil ja um Himmels willen niemand an den Briefkasten kommen darf. - Oh, das darf auch niemand, Chef. Postboten sind … wie soll ich das sagen? Des Todes. Ja, das triffts. Postboten dürfen nicht leben. - Nun komm – das ist ein harter Job. Bei Wind und Wetter und so. - Harten Job hab ich auch. In tiefdunkler Nacht. Und so. Wenn du ihn mich machen lassen würdest, Chef. Aber irgendwie schützt du den Postboten. Man wird den Eindruck nicht los, ihr habt da hinter meinem Rücken was am Laufen. Ich muss nachdenken. - Hey! Was machst du … du leckst mir den Fuß ab! - Ich weiß. Schmeckt salzig, Chef. Dein Schweiß, meine Elektrolyte, Chef. Elektrolyte helfen mir denken. Chef. Sorry. Was lässt du das leckere Zeug auch auf deiner Haut rumliegen. - Okay … das klingt logisch. Dann mach eben. - Sag mal Chef, wenn das Weibchen hier über Nacht bleibt, schmeckt ihr dann beide salzig? - Hehe, das könnte schon sein. Vielleicht nicht sofort, aber nach einer Weile .. aber da ist doch – wieso red ich denn mit dir darüber? Vanessa ist eine gute Freundin, also so lange kennen wir uns noch gar nicht, aber ich mag sie schon ziemlich, und sie mich ja vielleicht auch, und da ist es ja nicht ausgeschlossen, dass wir zusammen … - Und sie riecht gut am Hintern. - Danke für die Information. - Keine Ursache, Chef. Sie riecht sogar … wie soll ich das sagen … genauso gut wie du. Mindestens. - Am Hintern. - Am Hintern, Chef, jawohl. - Okay, jetzt reicht‘s. Das Gespräch ist beendet. Schlaf. - Oh Mann Chef. Da will man helfen,

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TITELTHEMA: TIERE und dann … - Wenn du helfen willst, dann bring doch nächstes Mal einfach mal den Ball zurück, den ich dir immer werfe beim Spazierengehen. - Warum sollte ich sowas tun? - Weil man das eben so macht. - Chef, ich bewundere deine Wurfkünste. Und wenn du auf Bälle stehst, bitte. Soll ja auch Spaß machen. Wem’s gefällt. Aber ich misch mich da nicht ein. Und außerdem, wenn du den Ball wegwirfst, willst du ihn ja wohl schließlich loswerden. Wenn ich den zurückbringe, kommst du dir da doch sicher nicht ernstgenommen vor. - Ich komme mir tatsächlich nicht ernstgenommen vor, aber nicht so wie du denkst. - Wenn du dem Vanessaweibchen den Ball wirfst, bringt die den dann wieder? - Hehe, wir können‘s ja mal ausprobieren. - Chefchefchef heißt das sie kommt wieder? - Kann schon sein. Ich hab ihr gestern eine Postkarte geschickt und mich für den schönen Abend bedankt, so ganz altmodisch, ich glaube, sie mag das, die müsste sie heute bekommen haben. Und weil sie nicht angerufen hat, glaube ich, dass sie mir einfach eine Postkarte zurück schreibt. - Und wenn sie kommt, riechst du ihr dann am Hintern? - Ja, vielleicht. - Versprich es. - Ist ja gut, ich versprech’s. Wenn du drauf bestehst. - Das find ich gut. Chef? - Was denn jetzt noch. - Darf ich dich wecken, wenn der Postbote die Postkarte bringt? - Machst du doch sowieso. - Du bist so klug Chef. Das lieb ich so an dir. (…) Chef? - Das ist jetzt aber das letzte Mal. - Kann ich vielleicht doch noch nur eine Kleinigkeit zu fressen haben? - Jetzt reicht’s. Weißt du was? Es regnet draußen, und es ist kalt. Wie wär‘s wenn du im Garten schläfst und ich hab hier meine Ruhe und du hast da draußen deine alte aufgeweichte Brezel. - Ouuuh, das klingt, als hättest du was gegen alte aufgeweichte Brezeln, Chef. Das find ich sonderbar. - Und ich fänds wunderbar, wenn ich hier meine Ruhe hätte. Also raus mit dir bei Wind und Wetter, wenn du mich nicht schlafen lässt. Von jetzt an und zwar jede Nacht. - Hahaha Chef. Das traust du dich doch eh nicht. Du würdest dich doch hier drin ohne mich viel zu sehr fürchten. - Gar nicht wahr! Außerdem: wenn du da draußen bist, kriegst du doch gar nicht mit, ob ich mich fürchte oder nicht. - Ich kann deinen Angstschweiß noch nach Tagen riechen. - Ach! - Das ist die pure Biochemie, Chef. Ich rieche auch, wenn du mit deiner Mutter telefonierst. Oder wenn du wieder diesen hartnäckigen Fußpilz hast. Oder wenn du im Internet warst und direkt danach ein Papiertaschentuch wegschmeißt. - Jetzt hör aber auf! - Oder wenn du traurig bist, Chef. Oder wenn du wütend bist. Du riechst da jedesmal anders. - Ach was! - Jahaa. - Na wenn das so ist … und was riechst du … an Vanessa? - Ich weiß überhaupt nicht, was du meinst. - Könntest du riechen, ob sie mich mag? - Da hab ich jetzt überhaupt nicht drauf geachtet, Chef. - Komm mir nicht so! - Aber stimmt eigentlich. Vielleicht mag sie dich gar nicht, Chef? Vielleicht führt sie was im Schilde? Vielleicht stammt sie aus einem bösartigen Clan von … wie heißen diese schlimmen Menschen in den braunen Uniformen? - Eh … UPS. - Genau. Und sie tarnt sich. Und wenn wir am wenigsten damit rechnen … - Packt sie uns in einen Karton und schickt uns irgendwohin. - Zum Beispiel, Chef. - Okay. Was müsste ich tun, damit du beim nächsten Mal ein bisschen darauf achtest, ob Vanessa … vielleicht gar nicht böse ist, sondern vielleicht … nicht nur dich mag, sondern auch mich? Und mir dann Bescheid sagen? - Lass mich überlegen. Das wichtigste ist, dass die Nase frei ist, dass nichts auf die Atemwege drückt. Gehen wir die Frage methodisch an: was drückt ganz schrecklich auf die Atemwege? - Ein leerer Magen. - Stimmt, das war’s. Wenn ich dich nicht hätte, Chef. - Komm, wir gehen in die Küche. - Jetzt? Mitten in der Nacht? Chef, du bist mir ein Rätsel. - Ich mir auch. Komm. Wir gucken mal, ob das Licht im Kühlschrank noch an ist.

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»IMKEREI IST DAS LETZTE ABENTEUER UNSERER ZEIT« TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KÜHNLE, KLAUS KECK & PRIVAT

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TITELTHEMA: TIERE B o d o Pet er i st d e r e inzig e De m e te r-Im k e r im Hei l b ro n n er Gro ßraum . In s e ine m So nth e im e r Hä u s c hen s p rach e n wir m it d e m Im k e rm e is te r b ei ei n er Ta s s e Te e übe r m e h r als nur Ho nig. H A N I X - Herr Peter, Sie sind der einzige DemeterImker hier in der Region. Wie geht es ihren Bienen? Ja, die nächsten Kollegen sind auf der Schwäbischen Alb. Meinen Bienen geht’s, glaub ich soweit ganz gut. Bei den milden Temperaturen der letzen Wochen konnte ich sie schon am Flugloch begrüßen. Winterlinge, Schneeglöckle und Krokusse sind schon aus dem Winterschlaf erwacht. Auch die Hasel ist teilweise erblüht. Da haben die Bienen schon kräftig Pollen gebracht. BODO PETER H A N I X - Muss man sich um die Biene große Sorgen machen? In den Medien kursieren seit Jahren Berichte vom großen Bienensterben, an Honig mangelt es in unseren Supermärkten aber nicht. den Honig, sondern ausschließlich um die Bestäubungsleistung. Und die Bienen, die durchwebt sind von selbstloser Liebe, ertragen das und sorgen durch ihre Bestäubung für einen hohen Ertrag. Andererseits sitzen in China Menschen auf Obstbäumen, um die Blüten von Hand zu bestäuben. Dort kann kein Insekt mehr leben. H A N I X - Wäre die Bienenpopulation ohne die Imker inzwischen auf einem bedenklichen Tiefstand? Immerhin ist die Biene einer der wichtigsten Pflanzenbestäuber und auch wichtig für unser eigenes Überleben. Die Bienen sind Spiegelbild der menschlichen Gesellschaft. Bienen sind seit Jahrmillionen eng mit dem Menschen verbunden und waren in alter Zeit heilige Tiere. Aktuell spiegeln die Bienen die Tragödie, die um uns herum mit der Natur sich verdichtet, wider. Das heißt, ausschließlich hart ökonomisch ausgerichtete Landwirtschaft, Monokulturen, Einsatz von Pestiziden und Insektiziden und ein Verlust der Artenvielfalt in der Pflanzenwelt. Das setzt nicht nur den Bienen zu. Natürlich sind die Supermarktregale noch gut mit Honigen gefüllt, aber hauptsächlich gibt es dort nur ausländische Honige. BODO PETER H A N I X - Haben die Menschen überhaupt ein Bewusstsein für die Biene und deren Arbeit? Viele Bienen sind geschwächt durch Umweltchemikalien und die parasitierende Varroa-Milbe und den Menschen scheint es kaum zu interessieren. Das Bienenbewusstsein bei den Menschen ist in den letzten Jahren wieder erwacht. Der Dokumentarfilm »More Than Honey« des Schweizers Markus Imhoof von 2012 hat einiges dazu beigetragen. Der Film zeigt unter anderem Bieneneinsätze von hunderten Billionen Bienen in den USA auf Mandelplantagen. Dabei geht es nicht um BODO PETER - Albert Einstein soll ja gesagt haben, dass die Menschheit noch fünf Jahre zu leben hätte, nachdem die letzte Biene gestorben sei. Die Imkerei ging in den letzten Jahrzehnten zurück, weil die Bienenhaltung immer schwieriger geworden ist. Es gibt weniger Imker und weniger Bienenvölker in Deutschland. Es zeichnet sich allerdings ein Trend ab, dass sich Menschen, nicht aus ökonomischer Sicht sondern aus ökologischem Bewusstsein, für Bienen interessieren und Bienen im Garten halten möchten. Ja, eigentlich wäre es doch ein Segen, wenn in jedem Garten ein Bienenvolk leben könnte. Wie gesagt, 80 Prozent der Kulturpflanzen sind von einer Insektenbestäubung abhängig. Das sind in Euro umgerechnet rund zwei Millionen Euro im Jahr in Deutschland und weltweit 230 Millionen. Man kann sagen, dass die Imker für das Überleben der Bienen sorgen. Durch die Varroa-Milbe, einen Parasiten, der seinen Wirt tötet, würden meiner Meinung nach ungefähr 98 Prozent der Bienestöcke sterben, wenn nicht behandelt würde. Nur durch die Behandlung der Milbe und die Obhut des Imkers ist die Honigbiene noch überlebensfähig. BODO PETER H A N I X - In Europa gibt es zu wenige Bienen, warnen Forscher. Gäbe es mehr, könnte die Produktion von Biokraftstoffen erheblich gesteigert werden. Nur mithilfe der Insekten - ohne zusätzliche Pestizi-

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TITELTHEMA: TIERE kömmlicher Haltung stammende Biene unterscheiden oder ist das unmöglich? Das geht jetzt mehr in den feinstofflichen, übersinnlichen Bereich. Wenn man sich mit dem Bienenwesen befasst und forscht, kann man das Individuelle einzelner Völker erkennen. Und da gibt es meiner Meinung nach schon einen Unterschied zwischen Demeter-Bienen und den »normal« gehaltenen Bienen. Für das bloße Auge sind diese Unterschiede aber nicht wahrnehmbar. BODO PETER H A N I X - Ihre Bienenkisten stehen in der Region um Heilbronn herum verteilt. Wir haben kürzlich welche auf der Waldheide entdeckt. Über wie viele Bienenvölker herrschen Sie? de oder Dünger. Wie bekommen wir mehr Bienen nach Deutschland? Kann man die irgendwo kaufen? Bei der Schädlingsbekämpfung könnten Hornissen und Wespen eingesetzt werden, die sich von lebendem Eiweiß ernähren. Ein Hornissenvolk im Sommer vertilgt, bei Tag- und Nachtflug, etwa ein Pfund Schädlinge, die es an ihre Brut verfüttert. Wer sich für Bienen interessiert, kann beim Bezirksimkerverein Heilbronn e.V. Bienenpate werden. Da bekommt man den Sommer über ein Bienenvolk in seinen Garten und auch einen Teil der Honigernte. Es wird 2015 auch einen Einführungskurs in die Bienenhaltung angeboten. Der Info-Abend ist am 25. November. Schauen sie doch mal unter www.Imker-Heilbronn.de vorbei. BODO PETER H A N I X - Was unterscheidet Sie als Demeter-Imker von einem normalen Imker? Wir vermuten Sie haben deutlich mehr Aufwand für geringeren Ertrag. Ich habe zu viele Völker, sage ich immer. Aber ich herrsche nicht über sie, sondern sie begleiten mich. Und ich helfe ihnen zu überleben. Ich liebe meine Bienen – und zwar jede einzelne. Meine Bienen vermehren sich durch den natürlichen Schwarmtrieb und jedes neue Volk empfange ich als großes Geschenk. Feststände habe ich nicht nur auf der Heilbronner Waldheide, auch im Botanischen Obstgarten in Heilbronn, auf dem Michaelsberg in Böttingen und im Talheimer Wald stehen Bienen. BODO PETER H A N I X - Wie kamen Sie überhaupt zu ihrem Beruf? Imker ist nun nicht unbedingt der klassische Berufswunsch von Jungen. Ich war schon immer sehr naturverbunden und fand dann eines Tages Mitte der 70er Jahre einen Bienenschwarm. Der hinzu gerufene Imker hat mir die Bienen überlassen und mich dann auch als Bienenvater begleitet. So habe ich die Imkerei neben meinem Beruf zur späten Berufung gemacht: Durch eine Ausbildung zum Tierwirt und dann die Meisterprüfung. BODO PETER H A N I X - Ist Imkerei eigentlich kompliziert und zeitaufwändig oder etwas für jedermann? Die Zahl der Hobbyimker ist in den letzten Jahren merklich angestiegen. Ja genau. Aber das ist ja nur die materialistische Seite. Demeter hat Richtlinien zu einer wesensgemäßen Bienenhaltung entwickelt, die den höchsten Standard aller Ökoverbände beinhaltet. Zum Wohle der Bienen. Bei uns gibt es z.B. keine künstliche Königinnenzucht oder Flügelschneiden. Die Vermehrung der Völker erfolgt ausschließlich über den Schwarmtrieb, der natürlichen Vermehrung. Es gibt kein Absperrgitter, das den Brutraum einschränkt oder Mittelwände im Brutraum. Dem Winterfutter wird eigener Honig zugegeben und die Bienenwohnungen sind aus natürlichen Materialien. An den Festständen werden die biologisch-dynamischen Präparate ausgebracht. BODO PETER H A N I X - Könnte ein Experte eine glückliche Demeter-Biene von einer weniger zufriedenen aus her- Es ist wie bei jeder Tierhaltung. Man sollte das Tier lieben, respektieren und es wesensgemäß halten. Die Biene erfordert eine gewisse Hinwendung und Verbindlichkeit. Im Winter ist man mehr in der warmen Stube, studiert, hat Werkstattarbeit. Im Sommer ist man dann ganz draußen bei und mit den Bienen. BODO PETER H A N I X - Was fasziniert Sie persönlich an Bienen? Als Laie stellt man sich die Verbindung zwischen Mensch und Biene recht unromantisch vor. Oder kuscheln Sie auch mit ihren Bienen?

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TITELTHEMA: TIERE zur Obstblüte. Wunderbare Edelkastanien gibt es in Zwingenberg / Odenwald. Und hinter dem Klinikum am Gesundbrunnen hat es noch schöne alte Akazienbäume. Die Wahl des Bienenstandortes ist von allergrößter Wichtigkeit. H A N I X - Essen Sie selbst noch Honig oder sind Sie für den Rest ihres Lebens honigsatt? Honig esse ich täglich, beginnend mit dem Tee am Morgen und natürlich in der Salatmarinade. Honig pur ist ein Heilmittel, innerlich und äußerlich. Das wußte auch schon Sokrates, der Honig als universelles Heilmittel einsetzte. In homöopathischen Dosen zu sich genommen, hat Honig auch heute noch eindeutig heilsame Wirkungen, z.B. auch als Wundheilmittel. Ich glaube, an Honig kann man sich nicht wirklich satt essen. BODO PETER H A N I X - Ein weiteres Bienenprodukt neben dem Honig ist Propolis. Es soll gegen ziemlich B O D O P E T E R - Die Bienen haben zwar kein Fell, keinen Schwanz oder so treue Augen, doch kann man mit ihnen eine tiefe seelische Beziehung erleben. Und man kann sich den Bienen durchaus nähern und in ihren Lebensäußerungen eine Fülle von Gemütsausdrücken und Schönheit ablauschen. Die Imkerei ist eines der letzten Abenteuer, jedes Bienenjahr gestaltet sich individuell und will kreativ ergriffen werden. Die Vegetation ändert sich ständig, Überraschungen erwarten einen. Außerdem ist man viel draußen in der Natur. Einfach wunderbar. H A N I X - Worin besteht ihre alltägliche Tätigkeit? B O D O P E T E R - I ch stehe gern früh auf. Und so beginne ich viel ziemlich gut sein. Die Bienen schützt Propolis vor Erkrankungen. Uns Menschen tatsächlich auch? den Tag mit den Bienen in meinem Gärtlein. Das Flugloch ist sozusagen mein Zugang. Hier lausche ich den Bienen vieles ab. Wenn im Sommerhalbjahr die Bienen die Landschaft besiedeln ist auch der Imker viel draußen und begleitet seine Völker: Schwarmkontrolle im Frühjahr, Honig ernten im Sommer, gegen die Varroamilbe behandeln und einfüttern im Herbst. Dann kommt die Winterruhe und die Besinnung und die Vorbereitungen aufs nächste Jahr. H A N I X - Welcher Standort für Honigbienen ist im Heilbronner Land aus ihrer Sicht am besten? Oder anders gefragt: Welche Wiese garantiert den besten Honig in der Region? Propolis ist das Kittharz der Bienen und ein natürliches Antibiotikum. Die Bienen sammeln diese pflanzlichen Extrakte aus Knospen. Mit körpereigenen Substanzen angereichert, überziehen sie den gesamten inneren Bienenstock mit dieser Substanz. Das ist sozusagen die Haut eines Bienenstockes, in dem es sauberer ist als im OP-Saal. Propolis kann man beispielsweise, in Alkohol gelöst, als Tinktur benutzen. Es wirkt immunisierend und ich glaube, dass Propolis in der Zukunft wichtig für den Menschen werden wird. Denn es ist nicht resistenzbildend. Durch die Massentierhaltung und den massiven Einsatz von Antibiotika sind wir Menschen inzwischen gegen viele antibiotische Medikamente resistent. Hier kann sich Propolis als ein Wunderheilmittel für die Zukunft erweisen. BODO PETER H A N I X - Sind Bienen eigentlich auch mal faul oder trifft die Redewendung von der fleißigen Biene zu? Neueste Forschungen haben gezeigt, dass die Bienen sich auch mal ausruhen und nichts tun. Aber intuitiv tut jede Biene das, was sie kann und sie tut es so gut wie sie es kann. Mit Hingabe und großem Fleiß und in Erfordernis der Gemeinschaft. BODO PETER H A N I X - Dann könnte man sagen, dass die Biene der Schwabe unter den Insekten ist? Die Wiese mit der größten Blütenvielfalt!. Ich habe einen Wanderwagen mit zehn Bienenvölkern, mit dem ich durch die Region ziehe. In Wüstenhausen gibt es eine Demeter-Obstanlage vom Biohof Föll. Da bin ich gern BODO PETER - Ich denke, eher nicht. Wildbienen, Hummeln, Wespen und Hornissen sind ebenso sehr fleißig. Und die Kehrwoche gibt’s dort nicht … BODO PETER -

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J OSH I S MEI N UN G Ich erzähl euch als erstes was über Tiere im Zoo. Dort gibt es Affen, Giraffen, Tiger und Löwen, auch Pinguine, Robben, Nashörner und Nilpferde. Außerdem, wusstet ihr dass es einen Affen gibt der schlauer ist als ein Mensch? Unglaublich, oder? Kommen wir doch mal zu den Pinguinen: sie sind klein und niedlich und watscheln übers Eis, sie fressen Fische und können sogar Kunststücke aufführen. Sie können sogar super schwimmen, das sieht so aus als fliegen sie durch den Himmel... aber es ist doch unter Wasser. Mal etwas über Nilpferde: sie werden oft als dick bezeichnet und sie haben ne riesen Klappe, große Zähne die auch ziemlich gelb sind und einen dicken Po. Haustiere: ich finde Haustiere sind zum Kuscheln da, na ja außer Wellensittiche und Fische, o.k.. Bei mir zuhause wohnen einige Tiere. Da ist der Halbdackel Elmar, der aussieht wie eine kleine, dicke Wurst mit braunen Ohren, schwarzer Nase und einem weissen Fleck auf der Brust. Von dem mal ich euch ein Bild, dann könnt ihr euch das besser vorstellen. Elmar benimmt sich oft wie ein Mensch, denn manchmal sitzt er auf dem Sofa wie ein Mann, das sieht oberwitzig aus. Manchmal liegt er wie eine Katze auf der Sofalehne und schaut aus dem Fenster. Wenn er seinen Hundeblick aufsetzt muss man ihm alles geben, was er will. Mama erlaubt das aber nicht, weil er, sagt sie, dann noch verwöhnter und dicker wird. Meine Schwester hat zwei Wellensittiche, Yellow und Blue, das sind die grössten Nervensägen aller Zeiten, weil sie den ganzen lieben Tag lang rumkreischen, und zwar in einer ohrenbetäubenden Lautstärke. Wenn sie nicht Krach machen, knutschen sie rum oder verlieren Federn. Voll sinnvoll, so Vögel. Wir haben noch ein Haustier, das wohnt aber nicht bei uns zuhause, das ist der Bacardi, Mamas Pferd. Der lutscht immer an seiner Boxen Tür rum, die hat schon zwei Bissstellen drin, da hat er das Holz schon richtig raus gekaut. Bald kann er das aber nicht mehr machen, weil er umzieht in einen anderen Stall. Das ist kein richtiger Stall, da steht er mit anderen immer draussen, sozusagen ein Altersheim für Pferde. Er kommt da hin, weil der alte Stall zu teuer war und ausserdem soll er nicht mehr immer nur in der Box

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TITELTHEMA: TIERE stehen. Dort wo er hingeht, glaub ich wird es für ihn viel besser als vorher, auch wenn wir ihn dann nicht mehr oft sehen werden, weil er da mit mehreren Pferden zusammen auf der Wiese stehen kann. Eigentlich leben Pferde ja in grossen Herden draussen in der Freiheit. Der Chef von der Herde ist das Alphatier. Man muss nicht glauben, dass es immer toll ist, Alphatier zu sein, weil man immer Sorgen haben muss, denn man muss immer auf die Herde aufpassen und die anderen verlassen sich auf einen. Also das bedeutet, die rangniedrigeren Tiere haben ein entspannteres Leben, weil sie wissen, dass das Alphatier auf sie aufpasst. Der Chef darf dafür immer als erstes futtern und auch sonst alles bestimmen. Letztes Wochenende ist unser Baci also umgezogen. Am Anfang hat die Rudel-Führerin den armen Bacardi voll doll zur Seite getreten und das auch noch mit den starken Hinterbeinen. Aber ein andres Pferd, Cheyenne, hat ihn getröstet, zumindest sah das so aus, inzwischen ist der voll blöd zu Baci. Aber jetzt hat er Gina als Freundin, die stehen jetzt oft zusammen auf der Koppel und fressen Heu. Einfach sweet. Kommen wir doch jetzt noch zu den wilden Tieren, zu denen in Afrika. Kennt ihr alle den König der Tiere, den Löwen? Alle haben Respekt vor ihm weil er so stark und gefrässig ist. Aber ist auch verpennt. Davon gibt es viele lustige Bilder. gut brüllen kann er auch! Jetzt denk ich noch an ein Tier mit einem sehr langen Hals und gelbem Fell mit braunen Flecken, vielleicht ist es auch braun mit gelben Flecken... Die Giraffe! Das Lustige an ihr ist, dass, wenn sie trinken möchte, muss sie Spagat machen und sie frisst mühelos Blätter von den Bäumen. Zum Schluss noch das Krokodil: das kann supergut zuschnappen mit seinem Klappmaul, es ist sehr schön und sowas wie ein Dinosaurier. Es kann schwimmen und auch an Land laufen, nur leider wird vielen die Haut abgezogen, und man macht daraus Leder für Taschen und Schuhe. Das arme Krokodil! Das wars Leute, bis zur nächsten Ausgabe! Euer Joshi

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS FOTOS: MELI DIKTA Unsere Fotografin Meli Dikta ist mit ihrer Französischen Bulldogge Oskar viel in Heilbronn unterwegs. Auf ihren Spaziergeängen mit dem grauen Franzosen treffen sie und Oskar viele andere Hunde mit ihren Herrchen. Bei diversen Gesprächen über das Leben als Hundehalter beziehungsweise Hundehalterin entstand diese Portraitstrecke, die den besten Freunden des Heilbronners gewidmet ist: den Heilbronner Fiffis. OSKAR, FRANZÖSISCHE BULLDOGGE

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS SARA, JACK RUSSELL

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS BELLA, SCHÄFERHUND HUSKY BENI, PULI

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS JANOSCH, LABRADOR

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS EMMA, MALLORQUINISCHER SCHÄFERHUND

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS ADDI, WEIMARANER

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS RONJA, ANGUS BOBBY, PUDEL RUSSISCHE TERRIER

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS RONJA BLUE, HUSKYS

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS SAVANNA, GOLDEN RETRIEVER

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SPIEGELREFLEX: HEILBRONNER FIFFIS CELINE, ROCKY SKIPO, HIRTENHUND SCHÄFERHUND MIX, SPITZ & PEKINESE MIX

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ANDERE LÄNDER – ANDERE TIERE In e ine m ne ue n Land zu le be n bedeutet auch , d as s s ich d ie Le be we s e n zu denen, d ie ich aus m e ine r He im at Bra si li en k annte , unte rs ch e id e n. Plö tzli ch ga b es für m ich unbe k annte Tie re zu entdecken und e s wurd e n m ir vö llig ne ue Melodi en vo rg e zwits ch e r t. We g vo n d e r Hei ma t zu s e in be d e ute t g le ich ze itig di e Ti ere vo n zu Haus e zu ve rm is s e n. Ich ka nn s o gar s age n, d as s ich m anch m al ti er weh h abe . Das is t e ine A r t vo n He imweh und Se h ns uch t nach d e r bras ili a ni schen Tie r we lt. Als ich nach Deutschland umgezogen bin, entschied ich mich gegen den sonnigen Strand. Da am Strand von Brasilien habe ich als Kind kleine Krebse gejagt, nur um zu sehen, wie sie sich ganz schell hinter den Wellen und Korallen versteckten. Als ich Tschüß zu der Küste von Bahia sagte, wusste ich, dass ich in Heilbronn nie eine Geburt von Baby110

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TITELTHEMA: TIERE Schildkröten am Strand erleben würde und den kleinen Schildkröten helfen könnte, damit sie sicher zum Meer laufen können. Ich verabschiedete mich von den schönen Mangroven, schlammig, voller Äste und roten Krabben. Gott, wie ich es liebte die Bewegungen dieser riesigen Krustentiere zu beobachten. Mit ihren vielen Beinen können sie nur seitwärts aber nicht vorwärts laufen. Ich fand den Gang der Krabben immer sehr lustig. Ich erinnere mich an die bunten Federn von Aras und an die Stimme unseres sprechenden Papageien. Ich wußte, dass ich durch den Umzug nach Deutschland Affen nur noch im Zoo sehen würde. Auch Schlangen, das wusste ich, würden in Deutschland bei einem Waldspaziergang nicht kreuzen. Brasilien hat eine reiche Tierwelt, besonders im Feuchtgebiet »Pantanal« wo es eine einzigartige Artenvielfalt gibt. Beeindruckende Tiere wie der Jacaré (Krokodil), Onça Pintada (Jaguar) oder der Piranha leben im »Pantanal«. Eine der witzigsten Erinnerungen in Zusammenhang mit Tieren, die ich habe, war, als mein deutscher Ehemann sich in Brasilien vor dem Vorbeiflug einer Fledermaus in meinem Wohnzimmer erschreckte . Die Vampir-Szene geschah am hellichten Tag und in seinem Gesicht war die Überraschung und das Erstaunen über eine derart intime Erfahrung mit einem Tier, das normalerweise in den Höhlen lebt, deutlich zu sehen. Tierisches Brasilien eben! Aber auch Deutschland hat einiges Tierisches zu bieten. Denn mein Umzug nach Deutschland brachte mich in Kontakt mit einer ganz anderen, mir unbekannten Tierwelt. Ich wechselte das Land und so wechselte ich die Tiere. Ich verabschiedete mich von den Tieren der Küste, Mangroven und des Dschungels und fing eine neue Beziehung mit Tieren an, die in Wäldern und auf Wiesen leben. Und noch nie zuvor habe ich Wildtiere so nah gesehen, wie in Deutschland. Was mich am meisten beeindruckt hat, war ein Erlebnis in einer Nacht in der wir durch einen Wald fuhren und plötzlich das Auto stoppen mussten, da zig Rehen und Hirsche die Straße überquerten. Das war absolut magisch für mich, denn bisher kannte ich Tiere mit Geweihen nur aus Filmen. Eine Eule aus der Nähe sehen zu dürfen war auch etwas Geheimnisvolles und Magisches. Mit ihren gelben Augen ist der legendäre Vogel das Symbol der Weisheit und irgendwie gibt es für mich eine Verbindung zwischen der Eule und der Kultur der alten Welt. Ich lebe auf dem Land und wenn ich Energie brauche mache ich natürlich einen Spaziergang in die Natur. Nix ist süßer als die Schafe und Lämmer die auf den Wiesen herumtollen. Mit einer Art Kanon intonieren sie ihre unschuldige Musik. Das Mäh-Mäh hört man schon von Weitem. Von allen Tieren, die mich begeistert haben, stechen die Störche immer noch etwas heraus. Erstaunlich wie die Störche in Nestern auf den Dächern einiger Häuser sitzen. Dieser Blick war wie im Märchen für mich. Eine andere surreale und lustige Sache für mich ist im Winter bekleidete Pferde zu sehen. In einem tropischen Land wie Brasilien habe ich das nie gesehen. Auch das Thema Haustiere weckt endlose Neugierde in mir. In Deutschland bellen Hunde fast nie und Katzen geben kein Miau von sich. In meiner Heimat sind die Tiere kommunikativer. Ich frage mich bis zu welchem Punkt das übermäßige Training und deutsche Disziplin gut für Hunde und Katzen ist? Ich finde nämlich, dass die Spontaneität und die wahren Instinkte die Welt der Tiere besonders macht. Ein Tier das nicht geschult ist, kann auch sehr nett sein, und es kann seine echten Emotionen zeigen, ohne die menschgemachten Regeln und menschlich-moralische Konventionen. In einem Land, wo Hunde eine Steuermarke tragen, vermisse ich die Überraschung einen Straßenhund zu treffen. Dass war immer sehr schön in Brasilien einen freien Hund am Strand zu treffen. Wir nennen sie »Vira latas« und finden sie mutig, ohne Schicksal, ohne Leine, Dokument oder Besitzer. Denn sie genießen wie kein Mensch das Wunder lebendig zu sein. Einmal fotografierte ich einen solchen Hund und beobachtete, wie er die Wellenbewegungen beobachtete, während ich aus der Ferne die Fülle und Schönheit ein Tier zu sein bewunderte.

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SPIEGELREFLEX: FATIH-MOSCHEE FAT I H M OSC HE E Die »Fatih«-Moschee (»Eroberer«-Moschee) in der Heilbronner Goppeltstraße ist nach dem Eroberer Konstantinopels, Sultan Mehmed II., benannt. Ganz bewustt zum Tag der Deutschen Einheit findet seit 1997 der Tag der offenen Türe in der Fatih-Moschee statt. Auch dadurch wird ein Zeichen gesetzt, wodurch die islamischen Mitbürger Deutschland als ihre Heimat verstehen. Mit herzlicher Offenheit und Gastfreundlichkeit werden hier alle Besucher willkommen geheißen. Neben Führungen durch die Moschee, traditionellen Aufführungen mit Tänzen und Musik, bietet eine Reise durch die vielseitige und authentische türkische Küche außergewöhnliche Genüsse. Beate Hoffer

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Q UIZ DICH GLÜCKLICH !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº25 FRAGE: IN WELCHEM HEILBRONNER CLUB ARBEITET HARALD RIEGG ALS TÜRSTEHER? DIESER TÜRSTEHER HAT ANDERES ZU ERZÄHLEN, ALS ÜBER SEINEN TÄGLICHEN GANG INS KAMPFSPORTSTUDIO, ANABOLE STEROIDE UND TIEFER GELEGTE AUTOS. WIR TRAFEN UNS MIT HARALD RIEGG, SCHRIFTSTELLER, DRUMMER, BEKENNENDER ANARCHIST UND EBEN AUCH TÜRSTEHER. MAN HÖRT IHM GERNE BEIM ERZÄHLEN ZU. ALTEREGO MOVIE HANS IM GLÜCK TRIPSDRILL 3 x DVD 2 x 25€ GUTSCHEIN 3 x 2 Eintrittskarten Die beeindruckende Graffitidokumentation des Heidelbergers Daniel Thouw liefert einen Einblick in die internationale Graffitiszene und lässt aktive und ehemalige Writer aus der ganzen Welt zu Wort kommen. Der neue Burgergrill in der Heilbronner Innenstadt bietet nicht nur etwas für Fleischliebhaber. Auch zehn vegetarische Burger und sogar ein veganes Exemplar stehen auf der Speisekarte. Der Tripsdrill-Wildpark ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Ob Greifvögel, Raubtiere oder friedliche Paarhufer: im Zabergäu lassen sich die Tiere wunderbar beobachten und zum Teil auch streicheln. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: TIERISCH EINSENDESCHLUSS IST DER 19. FEBRUAR 2014. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: GREENPEACE

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L I E B E H E I M AT, EIN BRIEF VON KATRIN LEHR TON: PHILIPP SEITZ GELESEN VON: RADANA BROCKHOFF für 19 Tage habe ich dich nun verlassen, um Mexiko, Guatemala und auch Belize für mich zu entdecken. Mit 26 Tagen Resturlaub hatte ich wirklich genug von dir, meiner Arbeit und brauchte dringend Abstand. Daher ist die Reise und ein kleines Abenteuer auf der Route der Mayas eine willkommene Abwechslung. Just-in-time saßen wir also im Flieger nach Cancun im nordöstlichen Teil Mexikos. Unsere erste Tat im Flieger war dann auch gleich: die ungefähr geplante Route umzuschmeißen. Backpacking pur. Völlig normal. Aus dem touristischen Trubel in Cancun verabschieden wir uns in später Nacht auch direkt und aklimatisieren erstmal am Strand von Tulum … Mittlerweile ist Tag elf unserer Reise angebrochen und ich schreibe dir aus der kleinen Kolonialstadt San Cristobal de las Casas. Die Pueblo Mágico (wurde als »besonders sehenswerte Stadt in Mexiko« ausgezeichnet) ist einfach urgemütlich: die bunten Häuser, die kleinen verwinkelten Gassen, die herzlichen offenen Menschen und der spezielle Charme dieser Stadt haben mich sofort verzaubert und in den Bann gezogen. Sie ist einfach anders als du liebe Heimat. Wo kann man in Heilbronn außerdem seine Wäsche in 4 Stunden für drei Euro waschen lassen? Was ich heute erlebt habe muss ich dir unbedingt erzählen: Ich habe einen Ausflug in den benachbarten Ort San Juan Chamula unternommen. San Juan Chamula ist eine unabhängige und autonome Tzotzil STECKBRIEF N a m e : K AT R I N L E H R A l t e r : 35 JA H R E Re i s e z i e l : ME X I KO, GUAT E MA L A & B ELIZ E Au f e n t h a l t vo m DE Z . 20 1 3 - JA N . 20 1 4 L i e b l i n g s o r t : T U LU M, ME X I CO Gemeinde, welche nach eigenen Gesetzen und Traditionen lebt. Vor allem die San Juan Chamula Church ist einzigartig: hier werden schräge religiöse Praktiken - ich würde es als Voodoo bezeichnen - praktiziert. Doch leider liebe Heimat ist Fotografieren strengstens verboten und wird mit Gefängnis bestraft. Auch ich war nicht mutig genug mein Smartphone zu zücken. Doch versuche ich dir, meine Eindrücke zu beschreiben: Ich betrete die düstere Kirche und als erstes steigt mir der Geruch von Weihrauch, Pinienbäumen und tausender brennender Kerzen in die Nase. Auf dem ganzen Boden sind Tannennadeln ausgebreitet. Es gibt keine Bänke. An den seitlichen Wänden befinden sich Tische mit gefühlt tausend erleuchteten Kerzen. Dazu noch unzählige Blumen in allen Farben und Glaskästen mit kitschigen Puppen (Heiligen) darin. Auf dem ganzen Boden

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BRIEF AN DIE HEIMAT: MEXICO, GUATEMAL A & BELIZE verteilt sitzen Grüppchen und stellen vor sich Kerzen in unterschiedlichen Farben auf und zünden diese an. Jeder Gruppe wohnt ein Schamane bei, der vor sich hinmurmelt und betet. Gegen Krankheiten werden Körper mit Eier oder Knochen eingerieben. Softdrinks wie Coca Cola oder Fanta werden getrunken, um besser Rülpsen zu können. Dies soll das Böse austreiben. Das absolut schrägste kommt jetzt: Hühner werden in die Kirche gebracht und geopfert. In einem langen Ritual wird das Huhn vom Schamanen über den Kerzen gekreist, über den Körper der Besitzerin gestrichen um ihm dann kurz und schmerzlos den Hals umzudrehen. Danach müssen die Federn schnell gerupft werden um zu prüfen, ob das Huhn »Schäden« hat oder nicht. Nur wenn es keine hat ist es essbar und »gut«. Was sonst mit dem Huhn passiert weiß ich nicht. Gegessen wird es jedenfalls nicht. Ständig werden neue Kerzen angemacht und aufgestellt, warum und in welcher Reihenfolge kann ich dir nicht sagen. Nach gefühlten zwei Stunden Beobachten müssen wir leider weiter und verlassen diesen unwirklichen Ort, welcher sich auch noch als katholische Kirche bezeichnet. Was wohl der Papst dazu sagen würde? Ich bin amüsiert beim Gedanken daran. Seit diesen elf Tagen habe ich sehr viel mehr erlebt was mich beeindruckt hat. Gleich am Anfang der Reise war ich früh morgens in Chichen Itza. Ohne Touristen ein magischer beeindruckender Ort. So groß habe ich mir die Ruinen nicht vorgestellt. Danach noch in zwei unbekannteren Cenoten unter der Erde zum Baden in glasklarem Wasser. In der wundervollen Unterkunft direkt am schönsten Strand in Mexiko in Tulum habe ich tagsüber sogar ohne Strom verbacht. Die einzige verfügbare Steckdose haben wir nachts für den Ventilator benötigt. Kostenloses WLAN war kurioserweise überall vorhanden. Findest du das nicht auch merkwürdig? In Heilbronn ist es leider umgekehrt. Das uns Mexiko hier einen großen Schritt voraus ist, sollte dir zu denken geben. Die Maya Ruinen in Tulum sind übrigens ein Postkartenmotiv: Sie liegen direkt über dem türkisblauen Meer am Strand. Klar habe ich dir auch davon ein Foto mitgebracht. Die vielenTempel der Maya Ruinen in Palenque und Tikal (Guatemala) durften wir sogar hochklettern und die Aussicht von oben genießen. Das ist ganz schön gefährtlich, vor allem heiß in der knallen Sonne und gibt außerdem ganz schön Muskelkater in den Oberschenkeln. In Tikal - einem der wichtigsten Orte der Maya - haben wir morgens um 6 Uhr auf dem Tempel IV den Sonnenaufgang und das Erwachen des Regenwalds erlebt. Brüllaffen, Tukane, Taranteln und noch viele bunte Tiere mehr haben wir gesehen und gehört. Diese Geräusche liebe Heimat sind so ganz anders, ungewohnt und lebendig. Den Lärm deiner Baustellen und die vielen Verkehrsstaus sind hier auf dem »Land« in Guatema-

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BRIEF AN DIE HEIMAT: MEXICO, GUATEMAL A & BELIZE la in weiter Ferne. Das vermisse ich nicht. Danach war ich am zweitgrößtem Barrier Reef der Welt vor Caye Caulker (Belize) mit Schildkröten, Mantas, einem Teufelsrochen und Haien schnorcheln. Diese Insel hat es mir sowieso angetan. Das Motto auf Caye Caulker: »Go slow«. Brauch man mir im Urlaub nicht zweimal sagen oder? Dazu gab es noch Schilder wie »No shoes, no shirt, no Problem«. In der Tat: die sandigen »Straßen« auf welcher nur Esel und Golfcarts den Weg kreuzen, konnte man locker barfuss gehen. Hängematten gab es auch überall und eine Bar im Meer, quasi ein »natural Pool«. Hier hat es mir sehr gut gefallen. Auf dem Weg dorthin sind wir übrigens an der Privatinsel von Leonardo diCaprio vorbeigefahren. Wußte gar nicht, dass der sowas besitzt. Ein anderes aufregendes und emotional aufwühlendes Erlebnis das ich dir nicht vorenthalten möchte: Ich war hautnah dabei, als illegale Immigranten über die Grenze von Guatemala nach Mexiko geschleust wurden (hauptsächlich Männer und Kinder aus Honduras und Guatemala). Der Schleuser (Coyote) hatte ganz schön viel Geld dafür bekommen, jedenfalls war das Portemonnaie richtig dick. Puh, welche ein Glück hat das Militär unseren Minivan an den vielen Checkpoints nach Wiedereinreise in Mexiko nicht näher untersucht. Was126 dann wohl mit den armen Menschen passiert wäre? Habe mich außerdem gefragt wo diese Menschen landen werden? An der amerikanischen Grenze vielleicht, um Drogen nach Amerika zu schmuggeln? Das hat mich wirklich sehr beschäftigt und mir wie so oft auf meinen Reisen gezeigt, wie gut es uns geht. Stell dir vor du wirst im Alter von zehn Jahren von deinen Eltern getrennt und dein Gepäck besteht nur aus der Kleidung die du trägst? Uns geht es so gut daheim im Schwabenländle. Warum jammern alle und wollen nur mehr mehr mehr? Jetzt bleiben mir nur noch 8 weitere aufregende Tage in Mexiko. Mal sehen was ich in der Hauptstadt Yucatans in Merida und zum Abschluss am Strand bei Tulum noch erleben werde. Eins steht jedenfalls fest: Ich freue mich auf dich liebe Heimat. So ganz den Rücken zukehren will ich dir nicht. Hier hab ich alles was ich will und eine kleine Auszeit tut uns beiden immer wieder gut. Ich komme immer wieder gerne hierher zurück. Hasta luego Katrin Zu Katrins Reiseblog gehts hier: www.viel-unterwegs.de

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNBOARD VIA GRAFIK Das Klingspor Museum, Museum für Typografie in Offenbach, hatte uns vor ein paar Jahren eingeladen, in einer Ausstellung unsere Arbeiten als Counterpart zu denen der weltweit agierenden Designagentur Pentagram zu präsentieren. Im selben Zeitraum fand auch die Nacht der Museen in Frankfurt und Offenbach statt und in einer Art Live-Performance bauten wir diese Skulptur aus Holz und Pappe im Hof des Gebäudes. LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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Pappskulptur, Klingspor Museum Offenbach, 2009

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LESER B R IEFE Liebe Magazinmacher, eure »Kunst & Kultur«-Ausgabe fand ich richtig gelungen. Welch großer Verlust ist der Wegzug von Stefan Dittrich nach Berlin. Heilbronn ist dadurch kulturell ein bisschen ärmer geworden. Umso schöner war es bei euch sein Abschiedinterview zu lesen. Macht weiter so, ich freue mich auf jede Ausgabe. MAXIMILIAN HARMS, STUTTGART einzumischen«, der gleichzeitig auch Buchtitel ist, treffe Sittler und Leipold den Nagel auf den Kopf. Wir sind zu träge geworden und befinden uns in einer passiven Beobachtersituation. Schluss damit. P E TA R KO R D A N I C , HEILBRONN Hallo liebes HANIX-Team, mir liegt etwas auf dem Herzen. Ich fand es wohltuend, dass ihr euch an dem Hype um das Verschwinden des 17 jährigen Nico S. nicht beteiligt habt. Ein kurzer Facebook-Aufruf zur Suche kurz nach dem Verschwinden des Teenagers war alles, was ich von Euch dazu zu lesen bekam. Danke dafür, dass ihr mediale Zurückhaltung geübt habt. Der ganze Fall war und ist tragisch genug. Dazu muss nicht jedes Medium sensationsheischend berichten. Also nochmals: Danke für Eure Zurückhaltung. KERSTIN BALLKIS, HEILBRONN Liebes HANIX-Magazin, wahrscheinlich wollt ihr sowas gar nicht hören. Aber wäre es vielleicht einmalig möglich, das Magazin in gedruckter Form herauszubringen. Ich würde das Magazin gerne mal anfassen, riechen und umblättern. Denkt doch mal darüber nach. Ich würde sogar dafür bezahlen. JULIA SEYDA, KARLSRUHE Guten Tag ihr Magazinmacher! Sehr Interessant fand ich das Interview des Monats mit Walter Sittler und Gerd Leipold. Auch das Buch der beiden Aktivisten, auch wenn Sittler mit dem Begriff Probleme hat, ist sehr lesenswert. Mit ihrem Aufruf »Zeit sich

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I MP RESSU M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Kastanienweg 12 74080 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Jeckle, Maria Sanders, Leo Volland, Anette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Sascha Wartha, Valerie Grübele, Joshua Endresz, Ken Jebsen, Nicolai Köppel, Metin de Terk, Katrin Lehr, Radana Brockhoff E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka, Sarah Fischer, Stefan Dittrich, Mavinga Petrasch, Steven Zuleger, Eldon Phillips, Bryan Henao Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kühnle, Patrick Labitzke, Meli Dikta, Oliver Reetz, Beate Hoffer Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Sarah Baudenbacher sarah.baudenbacher@HANIXmagazin.de Marcel Kantimm marcel.kantimm@ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha@ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Das um 1905 entstandene Foto zeigt einen Blick auf das Firmengelände der Nahrungsmittelfabrik C.H. Knorr, das sich seit 1884 am neuen Standort am Südrand von Heilbronn befand. Das schlösschenartige Hauptkontor war 1895 erbaut worden, im Erdgeschoss des »in einfachen, aber geschmackvollen Formen gehaltenen« Gebäudes befand sich der »Expeditionsraum«, in dem die in Kisten und Ballen verpackten Waren auf ihren Abtransport warteten. Sieben Fuhrwerke mit Pferden und Ochsen haben sich für dieses Foto aufgestellt, um die Größe des Knorr‘schen »Fuhrparks« zu demonstrieren. Auch wenn bereits 1902 das erste Automobil für die Firma angeschafft worden war – der Transport durch Tiere war weiterhin unverzichtbar und so wurde 1906 ein neuer großer Stall für 16 Pferde gebaut. 1905 gab es in Heilbronn 50 gewerbliche Fracht- und Lohnfuhrwerke samt Möbelwagenunternehmen, die alle noch auf Pferdestärke und Ochsenkraft basierten. Dabei galt auch damals schon die Straßenverkehrsordnung, die z.B. vorschrieb, dass jedes Fuhrwerk hinten links ein Schild mit dem Namen seines Eigentümers tragen musste. Das Mitführen einer Laterne war Pflicht, um bei Dunkelheit nicht übersehen zu werden. Innerhalb der Stadt war Schritttempo fast überall die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Es war verboten, die Zugtiere an den öffentlichen Brunnen zu tränken oder gar zu waschen und das Futter durfte ihnen bei einem etwaigen Zwischenstopp nicht einfach vor die Füße geworfen werden. War ein Wagen zu schwer beladen, wurde das als Tierquälerei betrachtet und mit bis zu 150 Mark Geldstrafe oder Haft geahndet. Wie mit den Hinterlassenschaften der Ochsen und Pferde auf den Straßen zu verfahren war, scheint behördlicherseits nicht explizit geregelt gewesen zu sein. Da die Straßen damals täglich gekehrt wurden und auch die Müllabfuhr täglich kam, um »Kutter, Kehricht und Küchenabfälle« abzuholen, war das wohl kein so großes Problem – außerdem lassen sich mit Pferdeäpfeln auch prima die Rosen düngen. Der Text und das Bild wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen und Fotos zur Firma Knorr gibt es in der Dauerausstellung "Heilbronn historisch!" im Otto Rettenmaier Haus / Haus der Stadtgeschichte (Eichgasse 1).

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Warenauslieferung bei C.H. Knorr, 1905

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V E R A N S TA LT U N G E N I M F E B RUA R 19. Januar – 23. März Kunstverein Heilbronn Laurenz Berges Laurenz Berges wurde mit Fotografien bekannt, die er zu Beginn der neunziger Jahre in gerade von der Roten Armee verlassenen Kasernen in Ostdeutschland gemacht hatte. In Heilbronn zeigt er Arbeiten aus den letzten zwei Jahren. Die Häuser und Wohnungen, die Straßenzüge und Landschaften zeigen einen beobachtenden Blick, der ins Detail geht und Aufschluss über einen Standort und seine Bedingungen zu geben scheint, aber auch eine Geschichte erzählt, die nicht bis in jeden Winkel ausformuliert ist. Dokumentarische Fotografie kreuzt sich in seinem Werk mit einem an der Kunst geschulten Blick. So wird auf den Bildern eine Stimmung erzeugt, die uns diese Orte, deren Besonderheiten, deren Absurdität, Verlassenheit und Geschichte nahebringt. Sie wirken wie Bühnenbilder der Vergänglichkeit. So kann man seine Arbeiten auch als ein Manifest gegen die gängigen Vorstellungen von Lifestyle und von optischer Wellness verstehen. Ihre heitere Nüchternheit spricht eine andere Sprache. der Ebene3 im K3 haben wir den passenden Club für diese besondere Veranstaltung gefunden, mit Parkett, Raucherecke und sehr guter Sound Anlage. So put on your Dancing Shoes and do the Dynamite ! 1. Februar Bukowski CALL IT WHAT YOU WANT Mit grossartigem, unverkennbarem und facettenreichem Sound hat 212Fahrenheit die Buko-Crowd schon unzählige Male aufgemischt und heute kehrt der ehemalige Heidelberger, der inzwischen in Berlin lebt, an den Ort des Geschehens zurück! Wenn der Name noch immer Programm ist, wovon wir ausgehen, freuen wir uns auf eine Party am Siedepunkt. Und mit ihm auf Martin Kainer, Fred Moody und wie immer: EUCH! 1. Februar Theater Heilbronn, Großes Haus Februar Ebene 3 im Kulturforum K3 DYNAMITE ! SKA,FUNK,ROCKSTEADY,SOUL ! Heilbronn's new soulful-skanking Sensation ! Big Hits and rare Stuff - strictly Vinyl ! Dynamite - dahinter verbirgt sich das Konzept einer DJ-Party mit Black Music der 60s und 70s aus den USA, Jamaika und England. Dazu konnten wir besondere DJs gewinnen, wie Sir Smith aus Stuttgart, der seit Jahren die »catch the Reggaetrain« Reihe betreibt, und zudem ein leidenschaftlicher Sammler im Soul und Funk-Bereich ist. DJ Tollschock muss hier eigentlich nicht weiter vorgestellt werden. DJ Urgestein und PlattenladenBesitzer, der die Heilbronner Musikszene maßgeblich mitgeprägt hat. Er wird hier seine alten Schätze aus der Plattenkiste ziehen. Promoter und DJ sheld vom Heilbronner Kollektiv Conscious Hifi wird das Rahmenprogramm mit Rocksteady, Instrumentals und Ska Stücken gestalten. Mit Hello, Dolly! - Musikalische Komödie von Jerry Herman und Michael Stewart Gastspiel der Staatsoperette Dresden Der etwas eigenbrötlerische, aber wohlhabende Kaufmann Horace Vandergelder hat sich entschlossen, seiner Einsamkeit ein Ende zu bereiten und zu heiraten. Zu diesem Zweck engagiert er die verwitwete, lebenslustig Heiratsvermittlerin Dolly Levi. Doch seit einiger Zeit fehlt auch ihr ein Partner, mit dem sie ihre Zukunft verbringen will. Und so setzt sie alles daran, den schwierigen Kunden Vandergelder davon zu überzeugen, dass keine andere als sie die Richtige für ihn sei. Die zahllosen Verwicklungen, die Vandergelder und die anderen Figuren der Geschichte erleben, sind ebenso spannend wie dramatisch. Aber selbstverständlich enden sie in einem grandiosen Happy End, wie es sich für ein Musical gehört. Jerry Herman gehört zu den erfolgreichsten Musicalkomponisten überhaupt. »Hello, Dolly!« aus dem Jahr 1964 ist sein größter Triumph. Neben einer spannenden Story verfügt es über mitreißende Musik mit einer Reihe von Hits wie den Titelsong »Hello, Dolly!«.

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR 1. Februar Theater Heilbronn, Kammerspiele Kaspar Häuser Meer - Schauspiel von Felicia Zeller 1. Februar Mobilat »Let there be Rock!!!« Mit JenZ & special Guest Kollege Björn ist ausgebrannt und wird sobald nicht wiederkommen. »Björn-Out« nennen dies seine drei Kolleginnen vom Jugendamt, die jetzt seine 104 Fälle von Kindeswohlgefährdung unter sich aufteilen müssen. Die Akten kommen auf die ohnehin schon hohen Stapel der Kategorien »Dringend«, »Brennt«, »Weniger dringend«, »Kann warten, sollte aber eigentlich«. Anika, Barbara und Sylvia betreuen die neuen Kaspar Hauser, die jetzt Dennis, Chantal, Kevin oder Lea-Marie heißen. Hin- und hergerissen zwischen ihrem beruflichen Ideal: helfen, bevor es zu spät ist, und der Realität des Arbeitsalltags, der sie zwischen ausufernder Bürokratie, dem ständigen Gefühl, zu spät zu kommen und Presseschelte im »Kaspar-Häuser-Meer« fast ertrinken lässt. Die drei haben kaum Zeit zum Luftholen, geschweige denn zum Entspannen. Barbara ist schon seit 20 Jahren im Beruf. Sie versucht ihre Rückenschmerzen zu ignorieren und träumt sich in die einsamsten Gegenden der Welt. Sylvia, auch schon lange dabei, versucht das immer größer werdende Loch von Müdigkeit und Ergebnislosigkeit ihrer Arbeit mit Alkohol zuzuschütten. Und Anika, frisch von der Fachhochschule, hat als alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter große Probleme, alles unter einen Hut zu bekommen. Ein musikalischer Trip durch die letzten 60 Jahre der Rockgeschichte. RocknRoll, Rock, Beat, Garage, Punk, New Wave, Hardrock, Indie, Alternative, Metal… 1. Februar Theaterschiff Heisse Zeiten - Wechseljahre Revue Am Flughafen treffen vier Frauen aufeinander, die zwei Dinge gemeinsam haben: Ihr Flieger verspätet sich und sie befinden sich in den Wechseljahren, bzw. zumindest kurz davor. Die Heldinnen aus den Quotenschlagern »Sex and the City« und »Desperate Housewives« können einpacken, wenn diese vier Damen die Bühne betreten. »Heiße Zeiten« ist ein komödiantisches und musikalisches Feuerwerk. Von der Schnulze über Popsongs und Klassiker der Discowelle bis hin zu Jazz-Standards – alle in einer deutschen Versiondieser »Klimakteriumskracher« lässt kein Auge trocken. 2. Februar Ebene 3 im Kulturforum K3 Tango Argentino Tanzabend Februar Kulturkeller Anka Zink »Leben in vollen Zügen«Ein kabarettistischer Reisebericht Einfach mal weg. Irgendwas erleben. Vor allem Sonne. Doch Anka Zink weiß: Vor dem Vergnügen steht das Reisen. Und das ist kein Spaß. Der moderne Mensch, von Fernweh geplagt, zieht los, auf der Suche nach dem Glück. Dann steht er als Letzter am Gepäckband in Antalya, und die Suche nach dem Glück wird zur Suche nach dem Koffer. Probleme des Reisens sind so alt wie die Menschheit: Schon bei Maria und Josef waren die Herbergen überbucht und ein singendes Sirenengrüppchen versuchte mit allen Mitteln, Odysseus von seinem All-Inclusive-Roundtrip abzubringen. Das Programm handelt von der Sehnsucht, der Routine zu entfliehen – und der Erleichterung, sie endlich wieder zu haben. Tango ist Sehnsucht, Geheimnis, Leidenschaft und Erotik. Wer vom Tango einmal berührt ist, der wird infiziert sein und der Sucht dieses Tanzes nachgeben müssen. Wer selbst nicht tanzen mag, kann bei einem gemütlichen Glas Wein auch einfach nur zuhören und zuschauen, wie andere Tango tanzen. Zuschauer und Mittänzer sind herzlich eingeladen! 3. Februar Complex23 Audiovisuelle Performance: Waelder (Wien) & Stella Bolan Öl und Folie haben ausgedient. Nun kommt der Sand in den Ofen, bis es brennt. Denn nur dann fängt es an zu flirren und die Formen ergeben sich, bis alles schwebt. Warum noch fließen, wenn man stürzen kann? Immer rein, immer mehr, ohne Anfang, ohne Ende. Es ist ja auch echt

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Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV GEHTS

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR alles egal, Hauptsache nur diese Erkenntnis bleibt. Waelder vertonen den Overload und das Gefühl, das vom Crash zurückbleiben wird. Wenn alles sich anfühlt, wie in Watte eingepackt und die Bilderflut ununterbrochen an starren Augen vorbeirauscht. Sie ziehen den Stecker um den Strom an der richtigen Stelle mit viel Gefühl wieder einzuschalten. Dort, wo der Überblick in der Masse verloren gegangen ist, stellen sie ihre Maschinen in den Kreis und bedienen sich, wo sie möchten, während man im Geheimen auf die Explosion wartet. Waelder sind Jan Preißler und Moritz Nahold aus Wien und sind unterwegs auf ihrer `Winter Wunder Waelder Tour 02/2014`. Sie machen musikalische Live Experimente irgendwo zwischen Noise, Ambient und Pop, unabhängig vom festen Raum. Clever vereinen sie dabei analoge und digitale Klänge mit raren Gesangselementen zu einem Spannungsfeld, in dem höchste Konzentration und tiefe Entspannung koexistieren. Ihre Debut-EP »Firn« ist am 28.11.2013 erschienen. Atmosphärisch verdichtet wird die Musik mittels einer visuellen Darstellung durch Videoanimationen der Heilbronner Lichtgestalt Stella Bolan. Rahmen für die außergewöhnlichen Kompositionen der großartigen Pianistin. 6. Februar Complex23 Erotik & Love & Sex KurzfilmNacht (FSk 16 Jahre) Präsentiert von : Int. low & no budget Kurzfilmfestival film-sharing.net und Steven ZpunktB Eine Kurzfilmnacht in der es nur um das Eine geht .Über guten Geschmack lässt sich streiten, aber kurz vor dem Valentinstag ist diese erotische Kurzfilmnacht ein muss. Eine sexy Auswahl aus zehn Jahren »film-sharing Festival«. Nichts für Sexmuffel oder Liebestöter ! 6. Februar Mobilat OUT OF THE DARK Gothic, Darkwave, EBM, Industrial, Mittelalter, 80ies Februar 6. Februar Museum im Deutschhof Perspektiven-Konzert: Matthias Lorenz Theater Heilbronn, Kammerspiele Poli Dégaine - Compagnie La Pendue, Herbeys (FR) Matthias Lorenz nahm 1986 sein Cellostudium an der Musikhochschule Frankfurt bei Gerhard Mantel auf. Bereits vor Studienbeginn war die Entscheidung gefallen, den Schwerpunkt auf zeitgenössische Musik zu legen. Meisterkurse absolvierte er bei Siegfried Palm, Wolfgang Boettcher und Werner Taube. 1992/93 war er Stipendiat der Villa Musica Mainz. Matthias Lorenz spielt Werke von Jörg Birkenkötter, Michael Maierhof, Jörg Herchet und Ernst Helmuth Flammer. Februar Jazzclub Cave 61 Konzert + Session: Sachie Matsushita »Japan meets Germany« Einzigartige Jazz-Arrangements von Pachelbels »Canon in D«-Bach-Inventionen, Beethovens »Für Elise« oder »Pathetique«, u. a., dazu sentimentale Ausflüge in die Welt der japanischen Folklore, das sind die Eckpfeiler des »Japan meets Germany«-Projekts von Sachie Matsushita. Sie bilden den Pulcinella (frz. Polichinelle), das italienisch-französische Pendant zum deutschen Kasper und rund 400 Jahre alt, ist der Verursacher dieses anarchischen Spiels mit philosophischem Tiefgang. Dabei kündigen die beiden Puppenspieler Estelle Charlier und Romuald Collinet in Begleitung der bekanntesten Puppe der Welt zunächst eine Vorstellung von nahezu zügellosem Engagement und außergewöhnlicher Qualität an. Aber wie vorauszusehen passiert ... nichts. Denn Poli(chinelle), schon seit alters her ein Faulpelz, Querkopf und Widerborst, ist sauer darüber, dass er seine Siesta unterbrechen muss. Er weigert sich zu spielen und bringt Stück für Stück jene um, die ihn bestürmen, seine Rolle zu übernehmen: den Hund, das Huhn, die Dame Gigogne, seine 22 Babys, den Polizisten, den Henker, den Teufel und gar den Tod. Macht nichts! Poli lacht über alles – den Tod inbegriffen. Schließlich übernehmen die Puppenspieler selbst den Part der Puppen und der Verwirrung in all ihrer barocken Fülle steht nichts mehr im Weg.

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR 7. Februar 7. Februar Mobilat RIDERS ON THE STORM : EXIT UNDERGROUND Kulturkeller Arnulf Rating »Ganz im Glück - Kabarett« »Abseits der großen Bühne, weit weg von der Oberfläche, der Etikette und des Mainstreams treiben wir auf einem Strom hinunter, immer tiefer gen Untergrund um uns gemeinsam in der Essenz der Nacht zu verlieren. Reset. Hier und heute ist die Ausfahrt Untergrund. RIDERS - unite for the EXIT UNDERGROUND.« RIDERS ON THE STORM. 2014. 97 Tage, genauer 2322 Stunden blieb unsere Türe verschlossen um uns Heute wieder zu versammeln und gemeinsam in den Rausch Trommeln und Bass zu stampfen. Heute lassen wir es wieder gemeinsam raus, es hat sich einiges an Energie angesammelt während dieser langen Pause. Unsere musikalischen Gäste Heute Abend haben es in sich. Allen voran DUB BERZERKA (HOOVERBASS RECORDS / MANNHEIM ). Als DJ, Labelchef sowie Producer hinterlässt der Tausendsassa Fußspuren quer durch die nationale-, sowie internationale Drum & Bass Szene, gilt er doch speziell in Belgien als einer der beliebtesten Deutschen Jump Up Exporte schlecht hin. Begleitet wird er von TAZZ-ONE ( HOOVERBASS RECORDS / MANNHEIM ) der heute Nacht ebenso wie MC HAZE ( U-TURN / FREAQ FESTIVAL / STUTTGART ) sein RIDERS ON THE STORM Debut feiern wird. Auch aus Stuttgart gesellt sich der DJ & Producer STEAMPUNK ( TEN TON BEATS – UK / WHY SO ROTTEN? RECORDINGS – UK / UTURN ) in unsere Mitte. Er kann mittlerweile auch auf einige in den Hitlisten gut platzierte releases zurückschauen und nennt mit seinen regelmäßigen Gigs bei U-TURN / RÖHRE / STUTTGART eine residency eines überregional bekannten Drum & Bass Events sein eigen. Der dritte im Bunde ist der immer wieder gern gesehene RADIX, DJ & Producer von WOODBASS SESSIONS / LANDAU. Mit seinem ersten Release »BRAINS« schaffte er es auf Anhieb in die Top Ten der Kategorie Drum&Bass / Jump Up bei dem beliebten Downloadportal TRACKITDOWN, sowie in die DNBARENA Top 100. Abgerundet wird das Lineup durch Heilbronns No.1 Drum & Bass Export, der RIDERS ON THE STORM und BUSS DI DANCE residents. ME2YOU CREW inside!! ASHLEY AAMES, JULEZ, JANO P, ROLLIN G und MC MASO haben es im letzten Jahr durch Ihre wöchentliche Radioshow E-SCALATION auf dnbradio.com, sowie viele überregionale Gigs geschafft Heilbronn Drum & Bass als festen Bestandteil der Süddeutschen Szene zu etablieren. Arnulf Rating, schöpft in seinem Kabarett aus den umfangreichen Patientenakten von Dr. Mabuse. Hier spiegeln sich wie in einem Mikrokosmos alle Verwerfungen unserer Zeit. Dr. Mabuse weiß, was seine Patienten mit Burn-Out-Syndrom in seine Praxis und in die Verzweiflung treibt. Für ihn ist der Mensch die Hardware, die pausenlos mit Software gefüttert wird: Fortschrittsglaube, Religion, Sozialdemokratie. Das ist oft nicht kompatibel und führt immer wieder zu Systemabstürzen. Aber Rating ist sicher: Es besteht Hoffnung. Jedenfalls solange es Menschen gibt, die nicht nur Bio-Eier wollen, sondern auch ein iPhone aus artgerechter Chinesenhaltung. 7. Februar Bukowski GOLDENE MUSIK FÜR DICH Es ist nicht alles Gold, was glänzt, und genauso wenig klingt alles golden, was allwochenendlich aus den Boxen ungezählter Dorf- und Großraumdissen schallt. Der erste Februar-Öffnungstag im Buko dagegen verspricht – und hält! – nur Allerfeinstes: Eine Nacht mit Sandra Gold aus München an den Decks, supportet und veredelt von Josh:tek und den Drum Poets mit jeder Menge schwarzem Gold auf den Plattentellern. Und das alles natürlich nicht aus metallisch scheppernden Boxen, sondern aus unserer fein abgestimmten Anlage. Auch satte Bässe können schließlich gold wert sein. Was an diesem glanzvoll anmutenden Abend einzig nicht ins Bild passt? Der Eintrittspreis natürlich, denn der ist bis 01:30 völlig frei, und auch danach noch sehr, sehr günstig... 7. Februar Complex23 Konzert: Levin goes Lightly E in paar gerade Beats, sanft flirrende Synthies, eine leichte Gitarre sowie der tiefe, schwelgerisch-gefasste Gesang — Levin goes Lightly`s Debüt »Dizzy Height« (Vö – 24.8.2013, Treibender Teppich Records) dekliniert diesen LoFi Psychedelic Pop - Soundkosmos einmal durch: Es entstehen reduzierte Songs wie der lässige, kühle No-Wave-Stomper »Metropolis« oder weit strahlender Beachpop in »Feeling«.

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KLEINANZEIGEN

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR 7. Februar Ebene 3 im Kulturforum K3 Improtheater »Ohne Gewähr« ein junges Mädchen kennen, Elisabeth, das ihn mehr und mehr bezaubert... Wie aufregend, rührend und witzig kann Theater sein? Und vor allem: wie spontan? Wenn es sich um Improvisationstheater handelt, dann kann die Antwort nur lauten: Ziemlich! Gespielt und gesungen werden Szenen nach den Vorgaben der Zuschauer. Die setzt das Improtheater ohne jede Vorbereitungszeit und mit viel Lust am Fantasieren um; daraus können Romanzen, satirische Szenen, Gruselgeschichten, Märchen oder sogar ganze Romane erwachsen. 8. Februar Bukowski AGENTENMUSIK LABEL NACHT Februar Flina Kulturhalle Flein Heilbronner Genuss & Lebenslust Die Messe »Genuss & Lebenskunst« ist ein Treffpunkt für Genießer und Liebhaber schöner Dinge. Die Aussteller sind Produzenten, kleine bis mittelständische Erzeugerbetriebe, Einzelhändler, Internetplattformen und Dienstleister. Hier finden die Besucher u.a. nationale und regionale Produkte aus biologischem Anbau. Außerdem präsentieren die Aussteller Wein und Edelbrände, Delikatessen Erlesene Öle, Kräuter und Gewürze. Honig und Konfitüren, Kaffee & Teespezialitäten sowie Käse, Confiserie & Schokolade runden das Angebot ab. Mit 125 BPM auf dem Tacho ist die Backbeat EP, das erste Release von Kenan Yasak auf Agentenmusik, im Oktober erschienen, ein treibend melodisches Kunstwerk auf einem noch sehr jungen Techno-Label aus Mannheim. »Backbeat« auf der A-Seite lässt den Puls konstant von der ersten bis zur letzten Minute höher schlagen. Tech-House at its best, bereit um die Clubs, Festivals und Wohnzimmer der Welt zu beschallen. Die B-Seite ist technoider, aber bleibt definitiv trotzdem dem Gesamtkonzept treu. Sie liefert genau das minimale Gegenstück, um diese EP zu einem sympathischen Ganzen zu machen. Gemeinsam mit den Labelownern Tim Braun und Moritz Schattenmann a.k.a. Klangagenten und Klanglos, dessen erste VÖ »Dickface EP« auf Agentenmusik im Januar erschienen ist, rückt Kenan Yasak heute aus Istanbul zu einer fulminanten Labelnacht im Buko an. 8. Februar Mobilat »funnel of love« 8. Februar soul, funk, hip hop, library, weirdness, exotica. dj tollschock Theater Heilbronn, Großes Haus Homo faber - Schauspiel nach dem Roman von Max Frisch 8. Februar Walter Faber, Schweizer Ingenieur bei der UNESCO in New York, ist Rationalist durch und durch. Er glaubt an die Mathematik. Begriffe wie Mystik und Schicksal haben in seinem Denken nichts zu suchen. Auf einem Flug nach Venezuela muss die Maschine notlanden. Hencke, ein junger Deutscher fällt ihm auf, der, wie sich herausstellt, der Bruder seines früheren Studienfreundes Joachim ist. Von Joachim hat Faber zuletzt 1936 gehört als er selbst nach Bagdad gegangen ist, um seinen ersten Job als Ingenieur anzutreten. Er ließ damals seine Freundin Hanna bei Joachim, dem angehenden Arzt zurück. Der wollte Hanna, die von Faber schwanger war, bei der Abtreibung des Kindes beistehen. So war es verabredet. Fast 20 Jahre später lernt er bei seiner Überfahrt nach Europa an Bord eines Schiffes Theater Heilbronn, Kammerspiele The Table - Blind Summit Theatre, London (GB) Diese Puppe ist rund 50 Zentimeter groß, hat einen Charakterkopf und lebt seit 40 Jahren auf einem Tisch. Laufend wird sie gefragt, ob sie bei Partys oder Kindergeburtstagen auftreten würde, und ist sehr genervt davon. Denn sie ist ein Künstler! Eine ernsthafte Natur und ganz klar zu Höherem berufen! Und so freut sie sich, als sie im Auftrag der jüdischen Gemeinde über die letzten zwölf Stunden im Leben Moses erzählen soll ... Ihre Ausführungen sind ein wilder Ritt durch existenzialistische Fragen und Momente, ein Hohelied auf das Leben und das Denken — inspiriert von Beckett, der Bibel und IKEA. Die Inszenierung erhielt 2011 den ersten Preis des Fringe

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR Festivals Edinburgh und gastierte mit großem Erfolg bei den Wiener Festwochen. 10. Februar Kulturkeller Literatur am Montag: Heinrich Böll Februar Jazzclub Cave 61 Alexander »Sandi« Kuhn Quartett Anne-Gabriele Michaelis erzählt aus dem Lebensbild und Werk von Heinrich Böll, einem der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Nachkriegszeit. Eine Schauspielerin liest die Texte. Vom Ideal eines »guten Songs« geleitet nehmen die Kompositionen des Baden-Württembergischen Landesjazzpreisträgers 2013 oft interessante Umwege, ohne das Ziel einer berührenden musikalischen Aussage aus den Augen zu verlieren. Auf seiner aktuellen Tour wird der Saxophonist Sandi Kuhn mit seinem hochkarätig besetzten Quartett unter anderem die Musik seiner aktuellen Platte »The Ambiguity of Light« präsentieren. 11. Februar Theater Heilbronn, Komödienhaus Heinrich von Kleist: Über das Marionettentheater Februar Complex23 Kaffeeklatsch mit Kind Alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkel und Tanten sind herzlich willkommen zum Kaffee trinken und Kuchen essen in gemütlicher Atmosphäre. Damit die Erwachsenen (den Kuchen) auch entsprechend genießen können gibt es für die Kleinen eine gemütliche Spielecke, zum toben, spielen und lesen. Februar »Über das Marionettentheater« gilt als eine der berühmtesten und meistdiskutierten Schriften von Heinrich von Kleist und als Schlüssel für das Verständnis seines Werkes. Gegenstand sind philosophische Betrachtungen zur Schönheit im engeren und zu seinen ästhetischen Grundprinzipien im weiteren Sinne. Ein Ich-Erzähler gibt hier ein Gespräch mit einem Tänzer wieder, den er wegen seiner Grazie sehr bewundert und den er schon häufig im Marionettentheater traf. Der Tänzer schildert, wie sehr er die Vollkommenheit der Marionetten schätzt, die niemals ein Mensch erreichen könne. Denn Anmut und Grazie entstünden nur dort, wo sie nicht durch bewusstes Handeln hervorgerufen werden. Kleist ging davon aus, dass durch die Absicht, Schönheit zu produzieren, diese bereits unmöglich gemacht wird ... Drei Puppen- und Schauspieler setzen sich auf humorvolle Weise mit Kleists Essay auseinander. Theater Heilbronn, Großes Haus »One Language - Many Voices« - Gastspiel der American Drama Group in engl. Sprache 13. Februar Der Theaterabend der American Drama-Group »One language - many voices« beschäftigt sich in vier faszinierenden Erzählungen mit dem Erbe des britischen Kolonialismus, Aufeinanderprallen der britischen Kultur mit jenen Kulturen, die erst unterdrückt wurden und dann gegen das britische Empire rebellierten. Beachtliche Stücke der englischen Literatur haben dieses Thema erforscht, ein Thema, das in unserer heutigen Welt nachhallt, in der sich multikulturelle Gesellschaften etabliert haben und ethnischer Unfriede nie weit davon entfernt ist. Es handelt sich um Geschichten von Joseph Conrad, Somerset Maugham, Chinua Achebe und Salman Rushdie. Harmonie, Theodor-Heuss-Saal Württ. Kammerorchester: 6. Heilbronner Konzert »Zimmermann spielt Mozart« mit Frank Peter Zimmermann Mozart und die Violine: Eine Liebe, die zwei ganz Große verbindet. Der Komponist schrieb in kurzer Zeit fünf Konzerte für das Instrument, das eine der wichtigsten Säulen der klassischen Orchestermusik ist. Er liebte den von ihm selbst als »rein« bezeichneten Ton des Streichinstruments und setzte diesen so gekonnt in Szene, wie es nur wenige andere vermochten. Frank Peter Zimmermann, einer der besten Geiger der Welt, übernimmt in diesem Konzert den Solopart und leitet zugleich das Württembergische Kammerorchester Heilbronn.

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR 13. Februar Complex23 Nachtmaschine Lesung mit Harald Riegg Eine weitere Nacht. Rastlos. Hopp rein in die Maschine. Februar Mobilat »radio nightflight« nen Tracks, die, veröffentlicht auf Labels mit klangvollen Namen wie 8bit, Brise und Escapism, in aller Regel direkt in die Cases und Playlists prominenter DJ-Kollegen wandern. Außerdem auf die alles andere als zart besaitete Carmen Bernabe, die auch uns ganz gerne härter rannimmt und unseren Homie Plasmiq. Soll sich am Valentinstag Pfeile durch Herzen jagen, wer will, wir schicken Euch die Beats über die Gehörgänge mitten ins Hirn! Barabend mit entspannter Hintergrundmusik,, reduzierter Beleuchtung und bequemen Sitzmöglichkeiten 14. Februar Jazzclub Cave 61 Marie Louise & Band 14. Februar Theater Heilbronn, Komödienhaus Malediction - DudaPaiva Company, Amsterdam (NL) Mit seiner einzigartigen Symbiose aus Tanz, Figuren- und Objekttheater begeisterte der brasilianische Künstler Duda Paiva bereits 2012 mit seinem Stück »Bastard« das Heilbronner IMAGINALE-Publikum. Nun ist er wieder zu Gast. Mit »Malediction« (Fluch) führen er und sein Partner Javier Murugarren in eine magisch-betörende und gleichzeitig humorvolle Welt der Zeichen, Symbole und Märchen. Es beginnt in einem skurrilen Horrorkabinett: Zwei obskure Mediziner ziehen unter einem weißen Tuch Körperteile hervor. Als sie diese zusammensetzen, nimmt ein grünes, hässliches Frauengeschöpf Gestalt an. Ein ebenso bedauernswertes wie Furcht einflößendes Wesen, das Schönheit und Nähe sucht, gleichzeitig aber Neid, Konkurrenz und Hass sät und das im Dialog mit ihren Schöpfern ein immer bedrohlicheres Eigenleben führt. »Malediction« ist eine hinreißend komische Geschichte darüber, wie Dämonen sich selbständig machen, gleichzeitig ein Fest für die Augen und eine opulente Metapher über das Entstehen von Kunst. Wieder einmal zeigt Duda Paiva seine Sympathie für die abgründigen und doch nicht so abseitigen Gestalten dieser Welt. Ähnlichkeiten mit Märchenfiguren, wie etwa der grünen Hexe des Westens aus dem »Zauberer von Oz«, sind gar nicht zufällig. Ihre Musik ist so schön wie ihr Name klingt: »Marie Louise«- eine Stuttgarter »Songpoetin« die nach ihrem Album »dorthin« nun wieder mit Ukulele, Gitarre und natürlichem Charme auf die Bühne kommt! Auch an Klavier oder Kalimbatasten begleitet sie ihre selbst komponierten, englisch/- und deutschen Lieder. Inspiration findet sie im Soul/Folkpop und Jazz. Die unterschiedlichen Wurzeln ihrer virtuosen Musiker vervollständigen unter anderem, den unvergleichlichen Sound. 14. Februar Mobilat Who the fuck is Johannes Albert? Am 14. Februar besucht uns der in Berlin lebende Johannes Albert. Mit im Gepäck sein letztes Jahr erschienenes Album »Hotel Novalis«, welches mehrmals das Prädikat »sehr gut« von der Presse erhalten hat. Daraufhin folge den vor ein paar Monaten eine »Hotel Novalis The Remixes« EP mit Mixen von Fred P, Moomin, Lauer und dem jungen Frankfurter Orson Wells. Sonstige Veröffentlichungen von ihm finden sich neben seinem eigenen Label Frank Musik auf Oskar Offermann's WHITE Label wieder. Das Programm zum Eingrooven gibt es von A Raw Phenomena. Cheerio Johannes Albert 15. Februar 14. Februar Theater Heilbronn, Kammerspiele Mathilde - Szenen aus dem Altersheim Bukowski WE BEAT YOUR MIND Caspar, der Sasch BBC-Kompagnon und -Studiomate, ist back in town! Wir freuen uns auf jede Menge seiner eige144 Der gebürtige Australier Neville Tranter ist einer der weltweit bekanntesten Figurentheaterspieler. Sein neuestes Stück heißt »Mathilde« und führt ins Altersheim: Dort

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR hängt sie an einer Garderobenstange – zart, zäh und zerzaust – und macht müde ihre Übungen: die 102-jährige Mathilde. Längst ist es Zeit zu gehen, zumal im Altersheim ihr zu Ehren eine Feier organisiert wird. Doch Mathilde hat Wichtigeres im Kopf. Sie wartet auf ein Zeichen von Jean-Michel, ihrem Liebsten aus vergangenen Zeiten, der ihr damals ein Versprechen gab. Mathilde wird nicht eher gehen, bevor dieses Versprechen eingelöst worden ist. »Mathilde« ist der erste Teil einer Trilogie über das Altern, eine Rückschau auf eine Zeit des Hoffens und Erinnerns. Eine Geschichte über die Angst vor dem Tod, über das Loslassen und über das Sprechen als Existenzbeweis, als Selbstvergewisserung eigener Stärke und Kraft der Imagination. Neville Tranters minimalistische Inszenierung, sein virtuoses Spiel mit den ausdrucksstarken Klappmaulpuppen und sein rabenschwarzer Humor machen »Mathilde« zu einem ebenso scharfzüngigen wie berührenden Kommentar zu diesen Tabuthemen, die in unserer Gesellschaft am liebsten verdrängt werden. Mehr Struktur im Arrangement, eine Hinwendung zum Song. Martin Hansmanns fragmentierte Texte weben sich in die Texturen ein, scheinen mit den Flächen zu spielen. Patrick Föllmers Trompeten- und Gitarreneinsätze wirken mit unendlicher Ruhe auf den Sound ein, fordern die Rhythmus- und Tastenfiguren heraus. Nahezu alle Effekte werden introvertiert und subtil gesetzt. KLINKE AUF CINCH gelingt der Spagat zwischen klassischer Konzert- situation und fordender Clubmusik. KLINKE AUF CINCH steht einmal mehr für beeindruckend tiefen Sound in Aufnahme und Konzert. Jedes kleinste Geräusch, jede große Geste wird kunstvoll gesetzt, findet Platz zum Atmen, Liebe im Detail. KLINKE AUF CINCH ist bei sich. Highs & Hills macht vor, wie brillant Musik 2012 klingen kann. 15. Februar Bukowski HNX ALLSTARS - KOMM KÄTHCHEN TANZ Februar Mobilat »KLINKE AUF CINCH« Live + Support: Candy Pollard (who the fuck) Heilbronn’s vinyl addicted Deep House Hero »Candy Pollad« wird die Lücke zum Konzert an diesem Abend 100% stillsicher Schließen. Wir freuen uns darauf, keep on groovin. Bei KLINKE AUF CINCH wird Live-Electronica zum hochwertigen und berührendem Konzerterlebnis. Im Zentrum stehen die tiefen Harmoniearrangements und klackernden Rhythmusfundamente von Clemens Kynast und Lutz Hartmann. Patrick Föllmer an Gitarre und Trompete und Martin Hansmann, Vocals und Effekte, vervollständigen die ungewöhnliche Besetzung. Der KLINKE AUF CINCH Kosmos ist ein homogenes Ganzes, erschaffen aus gebremstem House, beschleunigtem Jazz, reduziertem Pop und harmoniegetränktem Minimal. Irgendwo zwischen Peaktime im Club und Matineekonzert am Nachmittag. Die Virtuosität der Musiker trifft auf die kühle Eleganz der Maschinen. Loop meint Soul. Beat meint Herzschlag. Nach dem 2009er Debut »palumar« und einer Vielzahl von Kollaborationen (u.a. Ian Simmonds) und Remixen, Singles auf Vinyl und Digital, erscheint nun mit »highs & hills« ein neues Album von KLINKE AUF CINCH. Clemens Kynast hat dafür ambitionierte Musiker um sich versammelt. Es gibt ein Ziel. HNX ALLSTARS ist, wenn die versammelten DJ-Regionalmatadoren sich in einer Nacht im Buko die Kopfhörer und Nadeln in die Hand geben und die Kätchenstadt kollektiv antritt und tanzt. Das hat sich wohl schon bis zum Zuckerhut rumgesprochen, denn das Heilbronner Urgestein Marky B., gedanklich auf immer und ewig untrennbar mit der Alten Giesserei verbunden, aber inzwischen in Rio de Janeiro wohnhaft, will bei dieser Ausgabe dabei sein! Wir unterstützen diese Art der Globalisierung und sagen ihm: von uns aus gern! Außerdem gehören zur Mannschaftsaufstellung der HNX ALLSTARS heute Daniel Calisse, Strompunkt, Pravi Lopov und T-WATCH auf dem Main Floor. Das zweite Spielfeld ist die Terrasse, die Disziplin dort Drum ‘n‘ Bass. Die Me2You Crew aka Riders on the Storm mit MC Maso zeichnen für die Stimmung dort verantwortlich. Und für den Menschenauflauf wie immer Ihr! 16. Februar Theater Heilbronn, Großes Haus Emilia Galotti - Schauspiel von Gotthold Ephraim Lessing Prinz Hettore Gonzaga von Guastalla liebt die Frauen . Als er das schöne bürgerliche Mädchen Emilia Galotti erblickt, möchte er sie auf der Stelle besitzen. Doch der Prinz muss erfahren, dass das Objekt seiner Begierde noch am selben Tag den Grafen Appiani heiraten wird. Marinelli, Kammerherr

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR und Vertrauter des Prinzen, fädelt eine Intrige ein. Appiani soll sofort mit einem angeblich wichtigen Auftrag außer Landes geschickt werden. Doch der Graf lehnt ab. Marinelli ist aber mit seinen Tricks und Raffinessen noch nicht am Ende und schreckt selbst vor einem Verbrechen nicht zurück, um Appiani von seiner Braut zu entfernen. Emilia ist unterdessen den Verführungsversuchen des Prinzen ausgesetzt, vor dem sie eine tödliche Furcht hat: »Gewalt! Gewalt! wer kann der Gewalt nicht trotzen? Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist die wahre Gewalt. - Ich habe Blut, mein Vater, so jugendliches, so warmes Blut als eine. Auch meine Sinne sind Sinne. Ich stehe für nichts. Ich bin für nichts gut.« erspart, um den großen Melodien der Welt auf die Pelle zu rücken. Klimpernd, kloppend, ploppend oder auf ihrem Hauptinstrument, der 0,33 l-Longneck, geblasen. Das Motto der Wahlberliner dabei: »Es gibt nüscht Jutet, außer, man tutet!« Dazu wird wie immer aufwendig gesungen. Vertraute Tonfolgen wechseln sich auch diesmal wieder gekonnt mit eigenen Kompositionen ab, denn niemand weiß so gut wie Endie, Fritze, Frank, Möhre und Peter, in welchen Klang- und Textgewändern gefühlvoll bespieltes Leergut am besten zur Geltung kommt. Was ihre Münder auch verlässt – es ist frischer Wind, nicht heiße Luft. 19. Februar 16. Februar Theaterschiff mundARTmonika Harmonie, Theodor-Heuss-Saal Heilbronner Sinfonie Orchester: »Tastenzauber - Ragna Schirmer« Beim vierten Konzert des Heilbronner Sinfonie Orchesters ist ein absoluter Weltstar zu Gast: Ragna Schirmer wird »Tastenzauber« in der Harmonie verbreiten. Die Piamistin ist mit dem jazzigen »Concerto in F« von George Gershwin und dem virtuosen Klavierkonzert »The Shining One« von Guillaume Connesson zu hören. Eröffnet wird der Abend unter der Leitung von Peter Braschkat mit der »Kubanischen Ouvertüre« von Gershwin. Ein weiteres Klavierstück erklingt nach der Pause, wenn auch in orchestralem Gewand: Maurice Ravels berühmte Orchesterfassung der »Bilder einer Ausstellung« von Modest Mussorgsky fasziniert das Publikum immer wieder durch die perfekte Instrumentierung der effektvoll in die Musik übertragenen Gemälde. »Vier Stimmen und vier Männer«, das ist das Motto der Neckarsulmer a cappella-Band mundARTmonika die sich seit ihrer Gründung vor 7 Jahren weit über die Region hinaus einen Namen gemacht hat. Die vier interpretieren nur mit ihren Stimmen Rock- und Popklassiker wie »Papa was a rolling Stone« und »Nothing else matters«, aber auch viele deutsche Eigenkompositionen. Mit ihrem Musikstil, den sie selbst als »Vocal Pop Comedy« bezeichnen, gelingt ihnen der Spagat zwischen Gesangskunst und unterhaltsamer Bühnenshow. Mit ihrem Gesang der witzig-selbstironischen Moderation und ihrem ganzen Charme sorgen sie für beste Unterhaltung, die immer mit einem Augenzwinkern daherkommt. 20. Februar Complex23 Turbojugend Heilbronn e.V. 16. Februar Theater Heilbronn, Komödienhaus lasBlasSing Quintett - Männer, Flaschen, Sensationen erklärt die Welt an Hand sinnfälliger und geräuschvoller Beispiele Heute: Hardcore Männer und Flaschen, selten entspringt dieser Liaison Sensationelles, erst recht nicht, wenn es mit Wohlklang und Taktgefühl zu tun haben soll. Es sei denn, man spricht von den Männern des GlasBlasSing Quintetts, Europas Flaschenmusik-Marktführern. In ihrem dritten Bühnenprogramm, dürfen Flaschen sämtlicher Bauarten wieder das sein, was sie am liebsten sind: die großen Klangkünstler des täglichen Lebens. Erneut haben die fünf Recyclingspezialisten etlichen Glas- und Plastikpullen das Staub-Ansetzen 21. Februar Mobilat God Save The Queen meets Sea Shepherd Britpop mit Andrew & Thilo Mit dem heutigen Abend unterstützen wir Sea Shepherd, die gemeinnützige Organisation zum Schutz der maritimen Tierwelt.

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR 21. Februar Bukowski DISCOTRONIC: MARIUS LEHNERT Zum Stuttgarter Discotronic-Kollektiv und ihren ausufernden Parties dürfte den meisten von Euch alles bekannt sein, denn Marius Lehnert, einer, wenn nicht der Protagonist von Discotronic, spielt nicht zum ersten Mal im Buko auf. Zwar zum ersten Mal in 2014, aber dass das bereits im zweiten Monat des noch jungen Jahres der Fall ist, zeigt, dass wir nicht lange fackeln wollten – weil Ihr ihn wollt! Support bekommt Marius heute von Easy L. und Fred Moody. Klingt auch nach Ausufern? Wird es auch...! ner Form der Logik (!?), die wir bisher nicht kannten, weil sich unsere rechte Gehirnhälfte bis zum Vierziger weigert, sich zu füllen. Themen wie diese werden besprochen. Unter uns, natürlich. Frauen sind willkommen – unter der Voraussetzung, dass sie den Eid ablegen, dass nichts von den vorgetragenen letzten Geheimnissen nach außen dringt. 22. Februar Mobilat Wortsport Lounge firstFloor: DJ Henster [Stuttgart | Marz] Steve Unique [Wortsport] secondFloor: Dready Tek [Heilbronn] Yardstyle Sound [Buss Di Dance] Februar Kunsthalle Vogelmann Finissage in der »Turm«-Ausstellung 22. Februar Programm in der Tagespresse. Complex23 Electronicperformance: ClubBleu - Dark Energy: eine postapokalyptische Stadt Februar Bukowski STEIL GEHT`S BEI NACHT Christopher Grünwald, Resident der Liquid Lounge in Ingolstadt, entdeckte Mitte der Neunziger die elektronische Musik für sich und nach dem ersten Besuch im Ultraschall II war der Entschluss, seine eigene Vorstellung von Techno, Elektro und House einem Publikum vermitteln zu wollen schnell gefasst. Seine Karriere begann im Jahr 2000 – fast 14 Jahre später hat er sich einen Ruf erarbeitet und ist vor allem für seine exzellente Musikauswahl und Perfektion bekannt. Erwartet besten House-Sound, von deep und groovy über elektronisch-minimal bis hin zu den technoidtreibenden Spielarten und bewährt-beliebte Sets von System32 und Shie. Februar Kulturkeller Werner Brix »40+ - Über Männer in den besten Jahren« - Kabarett ...ist eine Performance, die ihre inhaltliche Grundlage aus Endzeit- und Zukunftsutopien verschiedener Graphic Novels (z.B. »I am Legend«, »The Walking Dead«, »28 Days later«) bezieht, und damit verbunden die Frage aufwirft, inwiefern Ansätze dieser darin thematisierten Dystopie bereits im gegenwärtigen Klangbild einer Stadt vorhanden sind. Dazu werden im Vorfeld der Performance aktuelle akustische Abdrücke von sog. Nicht-Orten der Aufführungsstadt gesammelt. Diese Nicht-Orte sollen in Form einer akustischen Re-Naturalisierung anschließend von ihrer heutigen Charakteristik zu ihrer ursprünglichen Klanglichkeit zurückgeführt werden. Es entsteht eine Reise in die Vergangenheit ausgewählter urbaner Orte, die letztlich wieder in der Gegenwart endet und damit ihre Entwicklung aufzeigt. Antagonistisch zu der Verwendung von Soundscapes und deren synthetischer Verfremdung fließen Klänge analoger Synthesizer und gehackter Keyboards in die Performance mit ein, die aus der Sicht verschiedener fiktiver Zukunftsutopien (wie z.B. »Book of Eli«, »Wall-E«) selbst schon zu Relikten einer Vergangenheit geworden sind, die - auf die Realität projiziert - unserer Gegenwart entspricht. Was unterscheidet uns Uhus von den Bivies? Also uns Männer »Unter Hundert« von den jungen Rotzlöffeln »Bis Vierzig«? Alles! Wir sind reif geworden! Das ist die Erreichung eines Zustandes. Durch dieses Ereignis werden wir Uhus schlagartig mit Emotionen beladen, ei148

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VER ANSTALTUNGEN: FEBRUAR 22. Februar 27. Februar Jazzclub Cave 61 Six, Alps & Jazz: »Almauftrieb von Amerika bis in die Allgäuer Alpen« Complex23 Film: Buster Keaton's Steamboat Bill, jr. (1928) Die Musik des jungen Trompeters Matthias Schriefl führt vom Allgäu, wo er geboren wurde, direkt nach New Orleans und wieder zurück. »Sinfonisches Alphornglühen« wäre auch ein passender Name für das musikalische Spektakel dieser 6-köpfigen Formation aus Multiinstrumentalisten, die mehr als 30 verschiedenen Holz- und Blechblasinstrumenten mitbringen. Heimatliche Instrumente von Alphorn bis Schwegel werden in Szene gesetzt und altes Liedgut neben Eigenkompositionen in alpinem Stil in die globale Musik des improvisierten Jazz übersetzt. Steamboat Bill, jr. (alternative Titel: Wasser hat keine Balken, Wasser hat Balken, Stürmische Zeiten, Dampfer-Willis Sohn) ist eine Stummfilmkomödie mit Buster Keaton aus dem Jahr 1928. Der Film enthält die berühmte Szene, in der während eines Wirbelsturms die Fassade eines Hauses auf William jr. fällt - allerdings genau mit einer Fensteröffnung, so dass ihm nichts passiert. 28. Februar Bukowski KLANGREISE: SINISA TAMAMOVIC 27. Februar Theater Heilbronn, Großes Haus Sein oder Nichtsein - Komödie von Nick Whitby Warschau 1939. Im Theater wird die Nazi-Satire »Ein Geschenk von Hitler« geprobt. Da wird das Stück einen Tag vor der Premiere abgesagt, um Deutschland nicht zu provozieren. Stattdessen wird »Hamlet« gespielt – mit Josef Tura, dem selbsternannten Star des Ensembles, in der Titelrolle. Aber warum verlässt in jeder Vorstellung, ausgerechnet beim Monolog »Sein oder Nichtsein« ein Offizier mit Blumen den Saal? Josef Tura ahnt nicht, dass Stanislaw Sobinsky seine Gattin Maria Tura in der Garderobe aufsucht. Als wenig später Polen von den Nazis besetzt ist, kämpft Sobinsky im Untergrund. Er soll einen Agenten stoppen, der die Namen aller Widerstandskämpfer an die Gestapo in Warschau ausliefern will. Sobinsky sucht Hilfe beim Schauspielensemble. Wozu haben sie die Kulissen und Kostüme von »Ein Geschenk von Hitler« aufbewahrt? Kurzerhand verwandeln sie ihr Theater in die Gestapo-Zentrale. Für Josef Tura und seine Schauspielkollegen geht es nun wirklich um »Sein oder Nichtsein«. Sinisa Tamamovic ist Bosnier, hat u.a. gemeinsam mit Paco Osuna auf Richie Hawtins Label Plus8 releast und ist seit gut zehn Jahren in Sachen Techno und Techhouse unterwegs. Zusammen mit einem Partner hat er Urban Beats gegründet, die wohl relevanteste Eventagentur im Bereich elektronischer Parties in ganz Bosnien. Als DJ aber hat er die ganze Welt bereist, und außer zahllosen Club-Gigs auch mehrmals auf dem Exit-Festival in Serbien und beim Kazantip Festival in der Ukraine gespielt. 2011 hat er seinen Wohnsitz nach London verlagert und am letzten Öffnungstag im Februar führt ihn seine Klangreise nach Heilbronn, wo er sich bei uns die Ehre gibt. Boykott, einigen von Euch sicherlich von den ENTER Stuttgart-Events bekannt, ist ebenfalls zum allerersten Mal im Buko, was man von den Herren Drum Poets nicht direkt behaupten kann... 28. Februar Mobilat [ lebedienacht.de ] pres. re:tool! Februar Mobilat »radio nightflight« 80ties Dance mit Disco, (New) Wave, Art Funk, Post Punk, Synth Pop, Italo, original House (NYC/Chicago) Eine Nacht in einer Disco in den 80ern. Die Synthese von elektronischer Musik aus Europa und uptempo Soul / Disco aus den US. Marco & Sven Francisco spielen Vinyl only! Barabend mit entspannter Hintergrundmusik, reduzierter Beleuchtung und bequemen Sitzmöglichkeiten

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DIE N ÄC H STE AU SGA B E H A N I X ERSC H E I N T AM 28 . F E B RUAR 2 014