Flash Download 3D-Zeitschrift benötigt das Flash 10.1 Plugin von Adobe.
Download von adobe.com

Bitte Stellen Sie sicher dass Javascript
in Ihrem Browser aktiviert und erlaubt ist.


Content:
1
Nº1 4 DEZ 2012 / JAN 20 1 3 IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAMKEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT W I RTSCH A FT PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB

2
DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT OKT 201 1 DEZ 2011 / JAN 2 01 2 Nº 1 SEP 2011 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG D ER DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR t e i lt , e i l t , NOV 20 11 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN weilt, BILDUNG E N ERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E IT ARM UT Nº 5 FEB 2012 Nº 6 MRZ 2012 APR 2012 Nº4 Nº4 EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO - GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE - MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL - MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD REBELLION än ä Ausl Nº 9 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº1 0 AUG 2012 Nº11 SEP 2012 N º1 2 OKT 2012 HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK HIER GEHT'S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER ESSEN & T RIN KEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SCHA F F E , SCHA F F E HÄ US L E BAUE ! Nº13 NOV 2012 Nº10 Nº11 Nº12 IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION Nº13

3
E D I TO R I A L »Man darf niemandem einen Vorwurf machen, der seinen gerechten Anteil am Wirtschaftswachstum einfordert.« (Wolfgang Huber, Evangelischer Bischof ) Liebe Leserinnen, liebe Leser, wir alle, die wir im Heilbronner Land, beziehungsweise in der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken leben, werden von den meisten Brandenburgern, Bremern oder Mecklenburgern beneidet. Und zwar um die Wirtschaftskraft unserer Region. Die Arbeitslosenquote tendiert Richtung Vollbeschäftigung - und das trotz Euro- und vielen anderen Krisen. Hier in der Region gibt es viele »Hidden Champions«. Das sind Weltmarktführer, die außer den Mitarbeitern eigentlich niemand kennt. Und Heilbronn liegt auf Platz Eins der Geldrangliste beim durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen. Wohl gemerkt deutschlandweit. Deshalb haben wir uns entschlossen unseren Themenschwerpunkt dieser 14. Ausgabe dem Thema Wirtschaft zu widmen. Wir sprachen mit Vollblutunternehmer Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein, der in diesem Jahr in eine Art »Hall of Fame« der Unternehmer in Europa gewählt wurde. Außerdem haben wir nach dem Erfolgsgeheimnis von Familienunternehmen geforscht. Beim IHK-Sprechtag »Brasilien« haben wir erfahren, wieso Brasilien ein interessanter Markt für Unternehmen aus der Region ist. Wir zeigen alte Briefköpfe von Heilbronner Traditionsunternehmen, die es heute nicht mehr gibt und wir sprachen mit dem baden-württembergischen IHK-Präsidenten Dr. Kulitz über den Fachkräftemangel, der nun auch Baden-Württemberg erreicht hat und den anstehenden demografischen Wandel und die Problematik die damit für Unternehmen einher geht. Wir kümmern uns in dieser Ausgabe aber auch um Kultur. Im Interview mit dem Intendaten des Heilbronner Theaters, Axel Vornam, erfahren wir, dass das Heilbronner Theater außerordentlich gut da steht und keinesfalls ein provinzielles Publikum hat. Mit einem der Macher des Mobilat-Clubs, Pierre Gattinger, sprachen wir über die Geschichte seines Mobilat und über GEMA-Gebühren. Im Stuttgarter Kunstmuseum findet gerade eine beeindruckende Foto-Ausstellung über den RAF-Knast Stuttgart Stammheim statt. Wir zeigen einige der atmosphärischen Schwarz-Weiß-Fotografien von Andreas Magdanz. Ulrich Kienzle ist einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands. Nicht nur wegen seiner ZDF-Politsendung »Frontal« mit dem kongenialen Partner Bodo H. Hauser sondern auch wegen eines historischen Interviews, das der Schwabe 1990 geführt hat. Sein damaliger Gesprächspartner: Saddam Hussein, den Kienzle gar nicht mal so unsympathisch fand. Ein Brief an die Heimat erreicht uns von einem Weltenbummler. Hip-Island-Macher Ralph Munz befindet sich aktuell auf Weltreise. Kurz nach dem er Neuseeland gen Südamerika verlassen hat, schrieb er uns über seine bisherigen Erlebnisse. Fröhliche Weihnachten, einen guten Rutsch und viel Vergnügen mit dieser Ausgabe wünscht allen Lesern: Euer HANIX-Team Heilbronner Wirtschaftshistorie: Wir zeigen die Briefköpfe und Produkte ehemaliger Heilbronner Traditionsunternehmen Aufgeklärter Schwabe: Für das Interview des Monats trafen wir Journalist und Kabarettist Ulrich Kienzle zum Gespräch über die Gemeinsamkeiten von Schwaben und Arabern und sein historisches Interview mit dem ehemaligen Top-Diktator, Saddam Hussein.

4
BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº14 D E Z /J A N 2012 IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAMKEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT WIRTSCH A F T PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB

5
Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

6
I N H A LT HANIX Nº14 18 M O NIK A H I N D ER ER MEINE PLATTENKISTE 32 M OB I L AT MUSIKKOFFER 48 AXE L VORNA M KULTURBEUTEL Die Macherin des »Esszimmers« in Horkheim mag von Beethoven bis Adeva Musik aus diversesten Stilrichtungen. Mobilat-Macher Pierre Gattinger Axel Vornam gilt in der Theaterwelt sprach mit uns über seinen Club und als Therapeut für dahinsiechende erste Gehversuche als Selbständiger Bühnen. Auch Heilbronn hat er neuin Griechenland. es Bühnenleben eingehaucht. 56 PARTHEN A S WE LT DER KÜHLSCHRANK VON... 64 HINTER GITTERN KUNSTREGION 2 78 I M G E S P RÄCH: U L R I C H K IE NZL E INTERVIEW DES MONATS Wer regiert uns, wer lenkt uns, was können wir kleinen Leute denn gegen die da oben schon ausrichten. »Parthenas Welt« setzt sich diesmal mit unserem MarionettenDasein auseinander.. Im Stuttgarter Kunstmuseum findet Ulrich Kienzle ist einer der bekanngerade eine beeindruckende Fototesten Journalisten Deutschlands. Ausstellung über den RAF-Knast Nicht nur wegen »Frontal« mit dem Stuttgart Stammheim statt. Wir kongenialen Partner Bodo H. Hauser zeigen einige der atmosphärischen sondern auch wegen eines historiSchwarz-Weiß-Fotografien von schen Interviews das er führte. Andreas Magdanz. .

7
84 W I RT S C H A F T TITELTHEMA P O PA RT & W E I H N AC H TS L I E D E R STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 Wir sollten versuchen, einfach daran zu glauben, dass wir vorankommen werden. Mit besserer Stimmung allein können wir schon den privaten Konsum ankurbeln und damit Wachstum erzeugen. (Dieter Zetsche) Z U H O H E S N I V E AU SMS MICH MAL » W I E E N T S T E H T E I N S K E TC H ? « DER »DITTRICH, KLOTZ & KÖNI«-SKETCH S TAG E D I V E HEIMATLIEBE D E R B AC K K ATA LO G D E R P O PE P O C H E MUSIKKOFFER 2 H A RT M A N S MITTAGSTISCHTEST 1 30 S CH ÖNE HEI M AT SPIEGELREFLEX W E LT R E I S E & B R A S I L I A N I S C H E W I RTS C H A F T BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUF WELTREISE / NEI`GSCHMECKT 148&150 Claudia Fy fotografierte für ihren neuen Bildband das Zabergäu - zum Teil sogar aus der Luft. D I RT B I K E I N D E R B RO N X FROM NEW YORK TO HEILBRONX H E I L B RO N N , 2 0 1 0 VIA ARCHIV 58 JAHRE SRÜ C KBL I C K MUSIKUSS-KOLUMNE KARLSHAFEN 1920 HISTORISCHER SCHUSS Uwe Gramlich hat lange Jahre die Heilbronner mit feiner Musik versorgt. Nun schreibt der ehemalige Inhaber des Musikuss Plattenladens Plattenkritiken. V E R A N S TA LT U N G S K A L E N D E R D E Z E M B E R & J A N UA R VERANSTALTUNGSKALENDER QUIZ (146), LESERBRIEFE/IMPRESSUM (156)

8
DAS HANIX TEAM W ER UND W I ES O ? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 34 JAHRE Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r d i e Re gio n He ilb ronn - für Le ser, d i e i n t eres s ier t , k ulture ll aufg e schl osse n un d n eu g ier i g a u f ei n en alte rnative n Blick a uf St adt - . L a n d k reis - u n d S ze ne k ultur s ind . WER MACHT HANIX? He ilbron n e r Me d ien - u n d Ku l t u r s c h affe nd e , d ie i hre Er fah r u n g en u . a . in Ber l in , Münch e n, Stuttg ar t o de r Hamb u r g g es a m m el t h a b e n und nun e twas in i h re r He im a t b e weg en w o l l e n. WA S W I L L H A N I X ? MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION & SOCIAL MEDIA 38 JAHRE Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r L eute und Ge se llsc h aft de r Reg i o n Heil b ro n n will m it s panne nde n , u n t e r h a l t s a m en u n d in f o r mative n Be iträg e n d i e re g i on ale Med ien l a n d s c ha f t be re ich e rn. Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient.

9
JESSICA ZIPPAN VERMARKTUNG/ANZEIGENVERKAUF 23 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 28 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Der Vogel kämpft sich aus dem Ei und wir sind mit dabei! Die Werbeagentur Hettenbach freut sich auf die Zusammenarbeit. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE 26 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION 35 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 24 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

10
RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 38 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 35 JAHRE LISA HOFMANN GRAFIK 21 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar - die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 21 JAHRE WOLFGANG FISCHER REDAKTION 62 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 38 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Weil ich noch jung genug bin. Nach knapp vier Jahrzehnten Arbeit bei Printmedien freue ich mich auf ein neues Kapitel des Journalismus. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit - und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

11
SASCHA WARTHA REDAKTION 36 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 29 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 42 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. STEVEN ZULEGER VIDEO 29 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 46 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 56 JAHRE Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

12
STADTL EBEN: DEZEMBER/JANUAR 2012 /13 POPART IN HNX Schaut, schaut, wen wir zufällig kennen lernen durften. Zufällig trafen wir Herrn Bauer von Premium Modern Art und James Francis Gill beim gemütlichen Mittagstisch der Pfeffers. Gill, der letzte verbleibende Popartkünstler seiner Art, wird, man glaubt es kaum, von Heilbronnern exklusiv vertreten und verkauft. Da die Originale nicht für jedermanns Geldbeutel sind, erscheinen nun nicht minder wertvolle und streng limitierte Drucke. Wer mehr erfahren möchte, geht auf www.premium-modern-art.com. Was wir für unsere kunstbegeisterten Leser erbeuten konnten? 5% Rabatt für HANIX-Leser beim Kauf eines limitierten Drucks. Mehr über die Böckinger Kunsthelden, James Francis Gill, warum diese Kunstgröße von Heilbronnern vermarktet wird und was das Ganze mit dem FBI zu tun hat, gibt es in der nächsten Ausgabe HANIX zu lesen. Heilbronn. In der Stadt-Bahn. Ein Ehepaar, dem Aussehen und englischen Dialekt nach aus Südasien (Indien, Pakistan), ist offenbar auf dem Weg zu einer Touristentour in die Neckarstadt. Sie blickt aus dem Fenster und sieht die SchrebergartenSiedlung an der Bahnlinie. Daraufhin wendet sie sich zu ihrem Mann und der restlichen Reisegruppe: »Look! They have really beautiful slums here!«

13
ver a ti ern alt zene r S u kult eim H icnk Bl - erig ugi t ne a llendark uffa itenst a e chw eressant rei int pen rup www.hanix-mediadaten.de WERBUNG 2.0 zielg iales imed t mulgazin Ma v ikati am mun rks om ewi erb tiv rak e takt kon ativnd nov age in usr era nsiv inte ion eg R rellltsam ulturha k te un nn bro eil H e mativ infor äg e Beitr end spann affin

14
L ANDLEBEN: DEZEMBER 2012 / JANUAR 2012 /13 KÖNIGLICHER KLANG Der Pforzheimer Jay Alexander und das Royal Philharmonic Orchestra mit klassischen Weihnachtsliedern auf einer Solo CD. Im Dezember ist der Tenor in mehreren Kirchen in Baden-Württemberg live zu sehen. Adventszeit, Ankunftszeit. Mit einer Eigenproduktion von vierzehn klassischen Weihnachtsliedern kommt der Tenor Jay Alexander in Begleitung des Royal Philharmonic Orchestra, London, auf den Markt. Jay Alexander, der im Dezember auf großer Marshall & Alexander Weihnachtstournee in Deutschlands Kirchen zu hören ist, hat sich für die Produktion, die in London und im badischen Karlsdorf eingespielt wurde, eine kreative Auszeit von den Tourneevorbereitungen genommen. Der Sänger zu dem Impuls für sein neues Soloalbum: »Die klassischen Weihnachtslieder sind in ihrer Ursprünglichkeit und damit auch in ihrer fröhlichen Feierlichkeit eigentlich kaum von einer modernen Komposition zu übertreffen.« Immer wieder erscheinen neu komponierte Weihnachts- lieder, die alltägliche und beliebige Befindlichkeiten, wie unzählige andere Popsongs auch, versuchen »weihnachtlich« zu thematisieren. Einige wenige davon haben sich auch schon seit Jahrzehnten Stammplätze als moderne Weihnachtslieder in den Repertoires und Playlisten gesichert. Der Charme, das Feierliche und der klangliche Glanz der traditionellen Weihnachtslieder sind für die Arrangeure Chris Weller, Hermann Weindorf und Richard Whilds jedoch unerreicht. Whilds, Repetitor an der Bayerischen Staatsoper in München, der die Arrangements für die Chöre schrieb: »Die klassischen Weihnachtslieder in ihrer erhabenen Feierlichkeit werden allen Moden und Trends standhalten.« Dennoch erfahren die »Stille Nacht«, der »Tannenbaum« oder die »nie süßer klingenden Glocken« eine Auffrischung. Durch zeitgemäße Arrangements, Variationen der Instrumentierung oder durch das Hinzufügen von Klangelementen. Neben dem weltberühmten Londoner Orchester begleiten der Chor des Staatstheaters Karlsruhe und der Knabenchor Cantus Juvenum Karlsruhe, Gaby Kiessling (Zither), Marc S. Baute (Gitarre) und Uwe Kesselbach (Mundharmonika) den Tenor Jay Alexander. Der Sänger verkörperte bereits zahlreiche Partien an verschiedenen Opernhäusern und sorgt mit Marshall & Alexander seit mehr als zehn Jahren deutschlandweit für ausverkaufte Häuser. Im Dezember ist Jay Alexander in folgenden Städten in Baden-Württemberg zu sehen: Pforzheim (7. Dez.), Baden Baden (10. Dez.), Aalen (11. Dez.), Das Album mit den vierzehn klassischen Weihnachtsliedern »Weihnachten mit Jay Alexander und dem Royal Philharmonic Orchestra« verlosen wir übrigens im Quiz dieser Ausgabe. Handsigniert natürlich. Neckarsulm. Im Büro. Der Firmeninhaber ist gerade dabei, eine Mail an Geschäftspartner im Ruhrpott zu verfassen. Chef: »Glauben Sie das passt, wenn ich schreibe 'Herzliche Grüße ins schöne Gelsenkirchen'?« Mitarbeiter: »Ja warum denn nicht?« Chef: »Nicht, dass die glauben, wir wollen sie verarschen.«

15


16
SM S MI C H M A L ! UNGEWOLLT LITERARISCHES IN CA. 189 ZEICHEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON WWW.SMSVONGESTERNNACHT.DE 1 :3 2 Er i s t n ic h ts f ü r m ic h . . . : - ( 1:3 4 Wa r u m n ic h t Sü ße ? 1 :3 7 Er i s t ü be r m e in e m Nive a u . . . Er kan n d en Ge n itiv r ic h tig be n u tze n u n d s ag t ni e w ie s ta tt a ls. . . Da ka n n ic h n icht mi t ha lte n : - ( FACTS Die Erkenntnis, dass der Grammatik-Gott nichts sei, wurde von einem iPhone 4s geschickt. ZEICHEN 10.11.2012 DATUM 01:32 UHRZEIT Die neugierige Nachfrage, wieso »er« nichts sei kam von einem Samsung Galaxy S3 Belesener Typ: Manchmal ist der Dativ dem Genitiv sein Tod. In diesem Fall ist der richtig eingesetzte Genitiv der Tod einer möglichen Romanze. ZEICHEN

17
karrierestarten de 365 Tage Messe online rund um deinen Beruf Bild: ww .de w.fotolia a (Firstsign folge uns auch auf www.facebook.com/karrierestarten

18
MEINE PL ATTENKISTE: MONIKA Hinderer PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTOS: MEHMET FILIZ » D A N K B E E T H O V E N WA R K L AV I E R U N T E R R I C H T E RT R ÄG L I C H « Mon i ka Hi n d erer b et rei b t d a s E s s zim m e r in Ho rk h e im , e in k le ine s aber f ei nes Re s ta u r an t, se i t 2 0 0 8 . Si e ha t s c h o n im m e r ge rne ge k o ch t und h atte vo r vi erei nhalb Jah re n ke i n e Lu s t m eh r a u f i hre n Jo b in d e r IT-Branch e . A n Fre itagen bi etet s ie ih re n Gästen ein ho c h wer t i g es Vie r-Gäng e -Me nü an abe r auch Gäs te können i m E sszi m m e r Ga s t g eb er s ein , Freund e e inlad e n, s ich vo n Mo nik a Hind erer lecker b e koch e n l asse n u n d ein en ex k l u s i ve n Abe nd ge nie ße n. Im k o m m e nd e n Ja hr wei tet die le i de n sc h aft l i c he Kö c hin i hr Ange bo t aus . So wird e s ne be n Dre i-Ga ng-Menüs auch T h e m e n- Ab en d e g eb en u n d d as E s s zim m e r wird s ch o n d o nne rs tags sei ne Pfor te n öf f n en . Ges t a r t et wird übrig e ns m it e ine m Sch o k o lad e n-Menü.

19
MEINE PL ATTENKISTE: MONIKA HINTERER Auf Platz fünf ist bei mir »Billy Holiday«, da ich diese Interpretin seit meinem 18ten Lebensjahr immer wieder gerne höre. Mein Lieblingssong von ihr ist »My Man«. Diese Musik höre ich übrigens auch sehr gern beim Kochen, aber natürlich nur wenn ich meine Dunstabzugshaube nicht benötige. Auf Platz vier kommt etwas ganz anderes aus der Richtung Acid House, und zwar »Adeva«. Dies kommt aus der Zeit als ich mit Ralph Munz das Caipirinha geführt habe. Auf diese Musik kann ich einfach am besten tanzen und dabei komme ich am besten in Schwung. Auf Platz drei habe ich wieder etwas ganz anderes platziert: »Boozoo Bajou«. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wie ich diese Musik beschreiben soll, für mich ist sie einfach nur wunderbar melodiös. Auf Platz zwei in meiner persönlichen Bestenliste landet der Interpret »Abdullah Ibrahim«, der früher »Dollar Brand« hieß. Das ist wunderschöne Jazz-Piano-Musik im Stil von Keith Jarrett und eher etwas ruhiger. Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich alle möglichen Musikrichtungen höre, ich muss aber gestehen dass ich mit Rock noch nie richtig was anfangen konnte. Kommen wir zum ersten Platz und somit zu meiner Lieblingsplatte. Ich habe lange überlegt ob es Beethoven, der mich schon sehr lange begleitet oder die »Cafe del Mar 8« ist, und habe mich letztendlich für Ludwig van Beethoven entschieden. Hierzu auch eine kurze Geschichte: Als Kind habe ich Klavierunterricht erhalten. Ich war aber ehrlich gesagt gänzlich unbegabt und habe mich sechs Jahre durch den Unterricht gequält. Der Einzige der mir aus dieser Zeit erhalten geblieben ist, ist Herr Beethoven. Ich hatte eine tolle Klavierlehrerin, die sich immer gefreut hat, wenn sich Kinder schon für Klassik interessieren und da ich nicht unbedingt immer üben wollte, habe ich versucht den Unterricht so zu unterbrechen in dem ich sie gefragt habe ob sie mir nicht etwas vorspielen könne. Da habe ich dann sehr schnell gemerkt, dass mir Beethoven sehr gut gefällt und die Lehrerin war froh, dass sie ein Kind mit klassischer Musik beglücken konnte. Ganz besonders in Erinnerung ist mir hier die Mondscheinsonate, ein sehr getragenes Klavierstück mit viel Moll. Diese Platte höre ich sehr oft kurz vorm Schlafen gehen, wenn man noch so ein bisschen überdreht ist und einfach wegdämmern möchte.

20
D I T T R I C H , K L O T Z & K Ö N I ! Di t t r i c h, K l o t z & Kö ni d re h e n lus tig e Film e . Sk e tch e zum Be is pie l. Di e s m a l : »Wie en t st eht ein Sk et ch?« Di tt r i c h , K l o t z u n d Kö n i a r b e ite n h ar t, um ih re k le ine We b-Se rie a m L eben zu e r h al ten ! Dr. Gü n t her S c hwe nzfe g e r - Hund e fre und und Kuns tkri ti ker h at e s si c h z u r Au f g a b e g em a ch t, d as Sch affe n d e r d re i näh e r zu be leuchten. In i h re m At el ier s t el l t e er f ü r e ine n Tag s e ine K am e ra auf. Wir e rleben nun h au t n ah , u n t er wel c h w id r ig e n und m e ns ch e nve rach te nd e n Be d ing u ngen ei n Di t t r i c h- K lo tz-&-Kö ni-Sk e tch e nts te h t... DITTRICH, KLOTZ & KÖNI SIND BUCHBAR! KONTAKT: 0176/99053371 WWW.DERDRANGZUMKLANG@WEB.DE WW W . L I S A M A R I A K L O T Z . D E

21
Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV GEHTS

22
FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA, MEHMET FILIZ & ROBERT MUCHA Marsimoto brachte das Mobilat zum Kochen. Quetsch-Gefahr!

23
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

24
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

25
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Baustellen-Romantik und das Shoppinghaus. Der Heilbronner-Skyscraper bietet immer wieder neue Blickwinkel. Auf einem Alt-Kleider-Container hat sich ein Kritzelheld verewigt.

26
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION In Reih und Glied paddeln diese Schwäne in der Hoffnung auf ein paar Brotkrumen Richtung Ufer.

27
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

28
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Ein seltenes genbogen über Bild: Ein doppelter Redem Heilbronner Kiliansplatz.

29
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Auf dem Neckarsulmer Flohmarkt sah eine Puppe einem lebenden Baby zum verwechseln ähnlich.

30
HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Auch der November bot noch ein paar schöne Tage. Wie hier im Pfühlpark. Herbstromantik!

31
BLOG www.hanix-magazin.com/blog

32
INTERVIEW: SASCHA WARTHA FOTOS: MEHMET FILIZ »DIE ERSTEN SCHRITTE VERSCHLUGEN UNS NACH GRIECHENLAND«

33
MUSIKKOFFER: PIERRE GATTINGER Pie r re Gat t i n g er is t ein er d er Mo bilat-Mach e r. De r Mo bilat-C lub is t se i t üb e r zeh n Ja h ren d i e a l te rnative Ko ns tante in d e r re gio nale n Clu b l an dsc ha f t . Sa s c h a Wa r t h a s prach m it d e m g e le rnte n Fo to g rafe n über e r st e Sc hr it t e in R i c ht u n g Se lbs tänd igk e it, d ie Aufgabe nte ilung de r b e i de n C l u b b es i t zer u n d ü be r d ie Ve rans taltunge n vo n DJ To llsch oc k. HANIX -- War es von Beginn an das Ziel euer berufliches Glück in der Gastronomie zu suchen? das war alles andere als in Stein gemeißelt. Jochen hatte ja durch seinen Beruf als Koch schon einen immensen Bezug zur Gastronomie, ich wiederum als gelernter Fotograf sah ursprünglich meine berufliche Zukunft eher in diesem Sektor. Jochen und ich kennen uns ja bereits seit der gemeinsamen Schulzeit. Ich nahm dann in jungen Jahren einen Job in Frankfurt an und Jochen beschloss ebenfalls seine sieben Sachen zu packen und fortan in der Rhein-Main Metropole zu kochen. Er hatte ja bereits in guten Häusern gearbeitet und kam sehr schnell im Frankfurter Hof unter. So waren wir nun beide in Hessen gelandet und gingen unseren erlernten Berufen nach. HANIX -- Wie ging es dann weiter? PIERRE--Mir persönlich wurde die extreme Spezialisierung innerhalb des Berufes Fotograf mehr als deutlich vor Augen geführt. Eigentlich ein sehr schöner kreativer Beruf, wenn du jedoch eine Schraube nach der anderen knipsen musst bleibt die künstlerische Erfüllung zwangsläufig auf der Strecke. Somit war klar das ich mir die Leidenschaft zu fotografieren dadurch erhalten kann, nur noch Dinge zu schießen die ich möchte ohne den Druck diese ver- PIERRE--Nein, kaufen zu müssen. Das sichert natürlich nicht die eigene Existenz. Dann kam der Gedanke an eine eigene Bar. Die ersten ernsthaften Schritte Richtung Existenzgründung und Selbstständigkeit verschlugen uns dann tatsächlich nach Griechenland mit dem festen Ziel uns dort nach einer geeigneten Lokalität in Strandnähe umzusehen. Wir konnten viele der erforderlichen Auflagen erfüllen, jedoch gestaltete sich die Suche nach dem passenden Objekt so schwierig, das es sich im Nachhinein eher als ein ausgedehnter Urlaub als ein gelungener Start in die Gastronomie herausstellte. HANIX -- Und dann verschlug es euch wieder nach Heilbronn. 1988 verfestigten sich die Pläne etwas in Heilbronn aufzumachen. Zu dieser Zeit gab es als einzige alternative die Gartenlaube. Ein Jahr später eröffneten wir dann das Pro Vanille. HANIX --Wie verlief euer Einstieg in die selbstständige Gastronomie? PIERRE--Genau. mussten natürlich einiges an Lehrgeld bezahlen. Die einzig zur Verfügung stehende Lokalität, eine urige Eckkneipe, wandelten wir mit viel Liebe zum Detail und auch für uns erheblichen finanziellem Einsatz in eine alternative Bar um. Die Einbindung von Kunst in Form PIERRE--Wir

34
MUSIKKOFFER : PIERRE GATTINGER J e m e h r M öglic hkeiten gesc ha ffen werden d ie Me n s ch en in die Sta dt zu loc ken und zu m au s g e hen zu a nimieren desto mehr wird hier los sein. von Ausstellungen oder Lesungen in den Barbetrieb war Teil unseres Konzeptes und wurde von Beginn an forciert. Unter anderem wurden zu dieser Zeit drei Ausstellungen mit dem jetzt international angesehenen Künstler Anselm Reyle realisiert. Zudem gab es damals schon einen ordentlichen Fundus an Künstlern in Heilbronn, auf den wir dann beherzt zurückgreifen konnten. HANIX --Gab es eine Zeit in der Ihr euch höchstpersönlich um die Musik in eurem Laden gekümmert habt? natürlich. Wir hatten DJ-Namen und legten regelmäßig auf. Mein Augenmerk lag eher auf der elektronischen Schiene. Hauptsächlich spielte ich Drum & Bass und alle Stilrichtungen die dieser Sound mit sich brachte. Inspiriert durch Jim Jarmuschs Ghost Dog - Der Weg des Samurai öffnete ich mich dann dem instrumentalen Hip Hop. Jochen wiederum galt als klassischer Allrounder und bediente sich vieler verschiedenen Musikrichtungen. HANIX -- Gibt es in eurer Funktion als Doppelspitze eine klare Aufgabenverteilung? PIERRE--Am Anfang haben wir tatsächlich alles gemeinsam PIERRE--Ja den Bereiche Verantwortung zeigen. Doch im Laufe der Zeit lernt man selbstverständlich dazu und erkennt, das die Stärken des einen eventuell die Schwächen des anderen ausgleichen. Wir sind völlig unterschiedliche Charaktere und ergänzen uns dadurch nahezu perfekt. Jochen ist ein Mann der Tat. Er kümmert sich eher um die handfesten Dinge. Hat er eine Idee im Kopf wird auch direkt versucht diese umzusetzen. Ich hingegen bin eher der Mann für die Gestaltung, habe in mir einen ästhetischen Anspruch der mich dazu bringt solange am Detail zu feilen bis ich mit dem Endergebnis zufrieden bin. HANIX -- Nun ist es euch ja über viele Jahre hinweg gelungen mit dem Mobilat den alternativen Vorzeigeclub im Unterland zu installieren. Hat sich dieser über diese lange Zeit stark verändert? PIERRE--Natürlich. Da gibt es eine immense Entwicklung. gemacht und darauf geachtet das beide für alle anstehen34 Das kann man schon einmal daran festmachen das zu den Anfängen Schach gespielt und Bücher gelesen wurden. Die Kleinkunst stand etwas mehr im Vordergrund und auch Live Musik war eines der tragenden Elemente des Clubs. Auch das Trinkverhalten der Gäste hat sich stark verändert. Was wir damals an Milch in der Woche ver-

35
MUSIKKOFFER: PIERRE GATTINGER kauften würde uns heute ein halbes Jahr ausreichen. Leute die sich den ganzen Abend über an die Bar gesetzt haben um zu zeichnen. Das gibt es heute nicht mehr. Der Club wandelte sich vom Multi Kulti Künstlertreff zur Party Location. Dieser Entwicklung zollten wir auch Tribut indem wir uns etwas aus dem Nachtleben zurücknahmen und Leute installierten, die sich um das Programm und den Fortlauf dieser Entwicklung kümmerten. HANIX -- Inwieweit würdet Ihr den Erfolg eures Clubs mit eurem aufgestellten Team in Verbindung bringen? genen Laden um den es sich zu kümmern gilt und wird sich da wahrscheinlich in Zukunft etwas mehr zurückziehen. Dabei wünschen wir Ihr natürlich von ganzem Herzen alles Gute und ordentlich Erfolg. Das sind schon ganz tolle Leute mit denen wir zusammenarbeiten dürfen. HANIX -- Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Wie seht Ihr das anhand der Tatsache, das euer Mobilat ein Monopol für alternativ eingestellte Menschen der Region darstellt? hat natürlich unbestritten einen sehr großen Anteil. Es macht sehr viel Freude mit diesem Team zu arbeiten. Man kann zweifelsohne behaupten, das nicht jeder für die Gastronomie geeignet ist. Wenn es aber auf der menschlichen Ebene funktioniert ist das in der Regel gar kein Hindernis in die selbe Richtung zu gehen. Ein ganz großes Lob gebührt dabei selbstverständlich dem Micha, seines Zeichens die Person im Mobilat die alle Fäden in der Hand hält und dabei einen herausragenden Job abliefert. Dieser Mann ist für uns eigentlich nicht zu ersetzen. Ebenso Sandra mit der Kaffebucht. Sie hat nun Ihren ei35 PIERRE--Das empfinde ich Wettbewerber am Markt nicht als Konkurrenz, da wir eher gemeinsam dafür sorgen Heilbronn und die Region für die Menschen interessant zu gestalten. Je mehr Möglichkeiten geschaffen werden die Menschen in die Stadt zu locken und zum ausgehen zu animieren desto mehr wird hier los sein. Dann können alle davon profitieren. Weitere hochwertige Betriebe sorgen natürlich auch für eine Steigerung des gesamten Niveaus der hiesigen Gastronomie. Das Mobilat steht im Moment mit dem Konzept und ganz nach dem Motto: gute Musik ist nicht stilgebunden für sich alleine, da viele Einrichtungen sich eben doch auf ein bestimmtes Genre fixieren. PIERRE--Grundsätzlich

36
MUSIKKOFFER: PIERRE GATTINGER HANIX -- Wenn ein Unternehmer, wie in eurem Fall, mehrere gastronomische Betriebe zu bewirten hat, neigt man doch automatisch zum Workaholic zu mutieren. Schafft Ihr euch bewusst einen Ausgleich zum Tagesgeschäft? natürlich, das muss auch sein. Bei uns lastet der Druck eben nicht auf nur einer Schulter sondern wir können das mittlerweile ganz gut aufteilen und uns gegenseitig die nötigen Freiräume schaffen. Freizeit ist in unserem Beruf ein hohes Gut, das auch mit dem ein oder anderen Euro mehr in der Kasse nicht zu ersetzen ist. Mir persönlich gibt die Natur die Möglichkeit abzuschalten und die Akkus wieder aufzuladen. Ich habe zwei Hunde die mich dabei begleiten und das auch einfordern. Ich wohne sehr idyllisch, muss mich dementsprechend nicht weit von zu Hause entfernen um dem Alltag entfliehen zu können. Ich versuche auch noch mehr oder weniger regelmäßig Sport zu betreiben wobei sich mit zunehmendem Alter der Trend weg vom Extremen hin zu etwas konservativen Aktivitäten bestätigt. HANIX -- Wie lässt es sich als Gastronom in Heilbronn im Bezug auf erforderlichen Rückhalt der ansässigen Ämter arbeiten? PIERRE--Wir fühlen uns auf jeden Fall geachtet und finden PIERRE--Ja nicht das man Steine in den Weg geschmissen bekommt. Im Gegenteil, wir haben mit allen Amtsleitern und deren Mitarbeiter einen freundlichen und respektvollen Umgang. Es ist doch immer auch die Frage wie man auf die entsprechenden Leute zugeht. Wir gehen nicht radikal vor, tätigen zum Beispiel keine Umbaumaßnamen ohne die erforderlichen Genehmigungen. Wir klopfen alles schon im Vorfeld ab und sehen uns dadurch auf der sicheren Seite. Das haben die Entscheidungsträger auch erkannt und so konnte ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis entstehen. Uns wird jedoch nichts geschenkt wie man an der Umsetzung der Kaffebucht deutlich sehen kann. Da spielen so viele Ämter eine Rolle bis hin zu diversen Richtlinien der EU. Eine hundertprozentige Einhaltung der Auflagen ist in so einem Fall einfach zwingend erforderlich. Ich denke man kennt und schätzt mittlerweile unseren Stil und unsere Verlässlichkeit. HANIX -- Wie ist euer persönlicher Bezug zur Käthchenstadt und Ihrer Region? fältig und trüb. Für mich gab es nur die Möglichkeiten etwas eigenes zu machen und somit einen Beitrag zur Veränderung zu leisten oder Heilbronn zu verlassen. Wie anfänglich erwähnt verließ ich die Stadt ja dann auch bis auf weiteres. Heute sehe ich, das auch die andere Möglichkeit hier vor Ort etwas beizusteuern funktioniert hat. Es ist wesentlich bunter und abwechslungsreicher geworden. Die Stadt hat sich stark verändert und ist noch dabei. Alles in allem eine tolle Entwicklung. HANIX -- Angesichts der Tatsache das diese Spezies einen großen Teil eurer Zielgruppe ausmacht: Lassen 2500 neue Studenten in Heilbronn euren UnternehmerPuls höher schlagen? PIERRE--Also Entwicklung der Stadt ist schon toll. In den Achtzigern war es auf kultureller Ebene doch etwas ein36 PIERRE--Die unabhängig von uns tut jegliche Verjüngung

37
MUSIKKOFFER: PIERRE GATTINGER einer Stadt gut. Man kann jedoch nicht Student mit Student gleichzusetzen. Es ist schon etwas völlig anderes ob dort eine Kunstuniversität steht und junge Leute Musik studieren, oder wie hier der Bachelor gemacht wird. Dieses Klientel ist doch sehr fokussiert auf die Studiengänge und hat besseres zu tun als jedes Wochenende kräftig auf die Pauke zu hauen. Es wird sich zeigen ob und wie sich das auf unseren Berufszweig auswirkt. Kapazitäten im Bereich der Gastronomie bietet Heilbronn in jedem Fall. Unser Puls bleibt dabei eher unverändert ruhig. HANIX --Wie steht es um eure Zukunftsplanung? Habt Ihr vor weiter zu expandieren oder seht Ihr euch mit dem Mobilat und der Kaffebucht gut aufgestellt? PIERRE--Primär schaffen haben pflegen und am Laufen halten. Auch das Catering auf dem Theaterschiff erfordert Hingabe und ergibt durch den krassen Gegensatz des Klientels und Konzepts im Vergleich zum Mobilat ebenso ein spannendes Betätigungsfeld. Diese Unterschiede unserer verschiedenen Projekte ergeben für uns ja auch das Salz in der Suppe. An Ideen für die Zukunft mangelt es in keinster Form, doch gehen diese aktuell nicht über den Status der Spekulation hinaus. Wir werden sicher zu gegebener Zeit wieder etwas neues versuchen. Doch eher aus Lust etwas umzusetzen und nicht durch Druck etwas machen zu müssen. Pläne sind auf jeden Fall vorhanden. HANIX -- Gibt es Bestrebungen an den bestehenden Konzepten etwas zu ändern? Wie wird zum Beispiel möchten wir die Sachen die wir uns er37

38
MUSIKKOFFER: PIERRE GATTINGER das Mobilat strategisch im Hinblick auf 2013 ausgerichtet? HANIX -- Eure Message an die HANIX Leser lautet? auf das Programm bezogen werden wir tatsächlich versuchen dem Geist und Spirit der Anfänge wieder eine Bühne zu bieten. Es werden wieder verstärkt Konzerte mit Bands und Live Musik berücksichtigt. Die ersten Bands sind dabei schon für 2013 gebucht. Durch diesen Schritt möchten wir auch selbst dem Mobi wieder unseren Stempel aufdrücken und etwas mehr Einfluss auf die kulturelle Entwicklung nehmen. Wir werden ja tagtäglich mit Informationen und Bewerbungen von Bands bombardiert. Ich bin bestrebt das im Hinblick auf das kommende Jahr besser zu filtern und dann auch diese Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und einzusetzen. Wir möchten eher die kleineren Sachen fördern die es im Schatten der großen Events etwas schwer haben. PIERRE--Also einen ein ganz großes Anliegen. Jungs und Mädels geht zu Heikos (DJ TOLLSCHOCK) Veranstaltungen. Der Mann hat freie Hand und gestaltet jeden Abend anders. Diese durchweg hochwertige Geschichte verdient absoluten Respekt und muss den Status »Perlen vor die Säue« schnellstmöglich ablegen. Das ist uns ein großes Bedürfnis. Der Heiko ist eine Maschine, hat pervers umfangreiches, musikalisches Fachwissen und selbstverständlich auch das nötige Material dazu. Zum anderen kann ich nur empfehlen das Hanix weiter zu lesen und zu empfehlen. Ich selbst bin regelmäßiger Leser und finde es eine wunderbare Sache wie die Leute vom Team das Magazin betreiben. Weiter so. PIERRE--Zum

39
Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130

40
» D E R B AC K K ATA LO G MEINER P O PE P O C H E « Text: NICOLAI KÖPPEL Alles von 1972 wird heuer 40 Jahre alt. Was bedeutet, dass auch ich ein Alter erreiche, in dem man angeblich unempfindlicher für neue Einflüsse wird. Man kann dabei zugucken oder -hören: der eigene Musikgeschmack friert ein, härtet aus wie Klebstoff, stockt wie eine Tütensuppe in zu wenig heißem Wasser. Vorbei die Tage, in denen man aus lauter Experimentierfreude einen Schuss Sahne in den Früchtetee gab, nur weil es ungewohnt und irgendwie geil war. Bescheuert? Egal. Mittlerweile kommt nix oder wenigstens kaum Neues dazu. Die Welt scheint entdeckt, und alles Aktuelle nur Variation und Abart des Bekannten. Und selbst wenn man Zugeständnisse an die Erneuerer der Popmusik macht (vorausgesetzt, man hört von ihnen), der Speicher ist beängstigend voll, nichts jetzt noch Unbekanntes kann einen je so erregen wie die Musik, die man mit Mitte Zwanzig gehört hat, bis man sie auswendig konnte und immer noch kann. Läuft das unter Lernkontrolle? Das stete Wiederhören des eigenen CD-Regals, und sei es, weil man seine Sammlung sukzessive auf mp3 zieht, um das Regal Richtung Keller leeren zu können, damit mehr Platz für Kinderspielzeug und Steuerunterlagen ist? Von dieser traurigen Spirale ausgenommen sind angeblich die meisten Musiker. Aber ich? Die 24 Dur- und Mollakkorde auf der Gitarre kriege ich gegriffen und abgeschraddelt. Aber eigentlich bin ich doch eher Autor als Musiker - schließlich habe ich mal eine Story über eine vermasselte Bandgründung geschrieben, aber keinen einzigen Song über vermasselte Erzählstränge. Anyway. Meine Musikerkarriere war ohnehin beendet, als in der Bedienungsanleitung meines ersten Vierspurgeräts sinngemäß stand: »Dieses Equipment ist technisch besser als alles, was die Beatles bis 1967 zur Verfügung hatten.« Da wusste noch jemand, wie man bei unschuldigen Interessierten erstklassigen Leistungsdruck aufbaut. Fast ein halbes Jahrhundert später ergibt die aktuelle Recherche: von der Top-20 der deutschen Longplayercharts kenne ich genau die Hälfte der Interpreten, nämlich diejenigen Nasen, die schon seit über zehn Jahren im Geschäft sind. Von den Liedern, die in Deutschland 1972 das intensivste Airplay hatten, kenne ich nur drei Interpreten gar nicht, vermute aber, die Melodien der Songs irgendwo abgespeichert zu haben. Viel schwerer wiegt, dass ich einen Gutteil der siebzehn restlichen Songs aktiv im Ohr habe, man muss sie nur antippen, indem man zum Beispiel ,One way wind' sagt - mist, jetzt krieg ich's für minimal eine Stunde nicht mehr los. In mir ist die GEZ-Gebühr meiner Eltern wirklich gut angelegt. Vorabfazit: Aufatmen über die spontane Belanglosigkeit der aktuellen Neuzugänge paart sich mit Enttäuschung, und die Diagnose steht: wieder ist jemand an der Schwelle zum fortgeschrittenen Alter für musikalische Entdeckungen unempfindlich geworden. Wirklich wahr? Ganz Gallien? Was, wenn nicht? Was, wenn alles ganz anders ist? Um das herauszufinden, habe ich mir sieben Alben des Jahres 1972 vorgenommen, die ich bisher verpasst oder ignoriert hatte. Alben, die ich trotz ihrer teilweise unstrittigen Bedeutung nie aufmerksam gehört habe, treffen hier auf eine Leerstelle in meiner Popsozialisation. Der Eindruck könnte also frisch sein - wenn ich wirklich schon vollvernagelt bin, habe ich sicher auch keinen Bock auf den Backkatalog meiner Popepoche. Wer das bezweifelt, soll zehnmal schnell hintereinander »Ich hab Bock auf den Backkatalog meiner Pop-Epoche« sagen.

41
MUSIKKOFFER 2: KÖPPELS P OPEP OCHE David Bowie: The Rise And Fall Ziggy Stardust Spiders From Mars Zum dreißigjährigen Jubiläum dieses Albums wurden vor knapp zehn Jahren vier Bowie-Songs mit einem Hochleistungslaser ins All gesendet. Hui. Wie geht das denn technisch? Nicht, dass ich eine fundierte Antwort auch nur im Ansatz verstehen würde. Wie weit hat denn der Laser so etwa genau gesendet? Oder ist die galaktische Sendung immer noch unterwegs? So schnell knallt man ja nicht gegen irgendwas da draußen. Kann es sogar sein, dass auf dem Rücksitz des für die Sternennacht mit der laufenden Nummer 564.629.26 geliehenen elterlichen Raumschiffs tentakelglitschig fummelnde Teenageeraliens plötzlich Bowies »Starman« aus den Boxen hörten? Haben sie ihn in ihre eigene Komposition »Kuonf grarlnl B.11« eingebaut und den Erdling Bowie so um Tantiemen in Höhe von fast 90000 Quargxl geprellt? Oder kommt das noch? Ein Gutes hat die Sache. Nein, zwei: a) wir werden es nie erfahren, und wenn doch, ist Bowie b) der einzige im Kern hochorganisiert Durchgeknallte, dem ich einen vorbildlich entspannten Umgang mit so etwas Abgespactem zutrauen würde. Wenn David Bowie nicht nur einer der reichsten und einflussreichsten, sondern auch bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts war (kann man so sagen, denn er lebt zwar noch, aber das Jahrhundert ist vorbei), dann weil ihm die Künstlichkeit und die Kunst so aus jeder Pore kroch wie vorher nur einem wie Salvador Dali. Und so lautet meine Zentralbemerkung über David Bowies Konzeptalbum nur: interessant. Immer noch. Bleibt auch so. Wird nicht öde. Fließt in der Erinnerung nicht mit irgendwas anderem zusammen. Außer mit anderem Frühmittsiebzigerbowie. Verzeihlich wie die vielen Schlagzeugintros. Aber eben auch interessant. Zutiefst. Ja, dann entschuldigen Sie eben, aber ich kann doch hier keine Alben besprechen, die ich gar nicht mag. Wer die Story des verdammten Messias erzählt bekommen will, kann ja den Wikipedia-Eintrag über Ziggy Stardust lesen. Dort steht auch, dass Fans zu der Telefonzelle gepilgert sind, die auf dem Cover zu sehen ist. Kann ein Musiker, den ich nicht mag, bitte mal ein Kultalbum machen, dessen Coverfoto am Rand eines steilen, regelmäßig von ebenso plötzlichen wie heftigen Sturmböen heimgesuchten Kliffs aufgenommen wird? Ich warte so lange in der Telefonzelle. Lieblingszeile: »I never thought I'd need so many people.«

42
MUSIKKOFFER 2: KÖPPELS P OPEP OCHE Nick Drake: Pink Moon Pink Moon ist einer von den Spitzenbandnamen, die noch frei sind. Nach so einem Song, so einem Album benennt man sich nämlich nicht. Über die versuchte Entweihung von Nick Drake in der Autowerbung hat Wiglaf Droste vor über zehn Jahren alles Nötige und mehr gesagt. Eine Vereinnahmung ist fehlgeschlagen, und Pink Moon ist wegen des frühen Todes von Nick Drake so eine unfreiwillig-zum-Vermächtnis-geworden-Platte. Mag sein, dass er mal rumlief, Kaffee kochte, Pickings übte, Müll runterbrachte, kicherte oder weinte. Aber das ist lange her. Für mich ist Nick Drake seit Herbst '74 in den Wäldern, bei Nebel erst recht, bei Sonnenaufgang oder in der Dämmerung, bei Mondaufgang. Ein ,rosa Mond' ist dem Aberglauben nach ein böses Omen. Er ist unterwegs zu uns, singt Nick Drake, aber es klingt irgendwie hoffnungsvoll und sehr überzeugt. Daraus schließe ich: entweder es ist Zeit, dass wir lernen, dass uns der rosa Mond nichts anhaben kann - oder das Leben der Güter höchstes nicht ist. Der rosa Mond wird euch alle kriegen, singt Nick Drake. Wehrlosigkeit kann einen ganz schön locker machen. Einerseits. Das ganze Album ist voller Melodien, die nach dem ersten Hören wie schon immer da waren, die nicht präsentiert, sondern verschenkt werden. Auf dem später vom leicht psychedelischen Originalcover vermutlich aus Verkäuflichkeitsgründen wegdesignten Pappschuber meiner Pink-Moon-CD von 1995 lächelt Nick Drake, und mir kam es immer so vor, als lächelte er, weil er diese Melodien endlich los ist. Die Aufnahmen zu diesem Album hat er, so die Legende, einfach bei seiner Plattenfirma an der Pforte abgegeben, heißt es, diese halbe Stunde Musik wurde nicht vertrauensvoll übergeben, sondern eher ausgesetzt. Wir haben sie adoptiert, und sie haben es gut bei uns. Keine Begleitband, kein Orchester, fast die ganze Platte ist der erste Take, heißt es, alles in nur zwei Nächten eingespielt. Die Latte hängt hoch. Da kann sie auch bleiben. Hohe Latten sind etwas Beruhigendes. Andererseits ... Drei Platten gibt es von Nick Drake, ehe er sich selbst in die Psychiatrie einwies und zwei Jahre später starb. Hätte er noch ein halbes Jahr länger durchgehalten, hätte er der kreuzdummen Journalistenerfindung ,Club 27' beitreten müssen, und mehr Menschen würden ihn dank der Popularität dieser zutiefst bekloppten Liste kennen. Mir ist's lieber so, wie's ist. Drei Platten, so wie es drei James-Dean-Filme gibt, nur besser und ohne tragisch sinnlosen Autounfall. Den hat dann die bescheuerte MarketingAbteilung von VW nachgeholt. Euch kriegt der rosa Mond auch noch. Bis dahin gründen wir einfach mal keine Band, die so heißt. Lieblingszeile: »Look around you'll find the ground is not so far from where you are.«

43
MUSIKKOFFER 2: KÖPPELS P OPEP OCHE The Rolling Stones: Exile on Main St. Jetzt wird's peinlich. Ich kenne von den Stones nur das, was man unweigerlich mitkriegt. So diese Welthits halt. Da man Mick Jagger gut raushört (kommt mir nicht mit Van Morrison, ich bin doch nicht taub), weiß ich auch, dass mir kein Erlebnis Marke »Ach, das kenn ich, das ist von den Stones?«- mehr blüht. Was ich nicht kenne, kenne ich nicht, und das sind bei einem Ausstoß von 22 Studioalben in fünfzig (!) Jahren Bandgeschichte höchstens zwei Prozent. Man muss ja auch zu seinen Lücken stehen? Hier wiegt jetzt allerdings schwer, dass ich gerade von der 1972er »Exile on Main St.« keinen einzigen Song kenne. Rip this joint? Ventilator Blues? I just want to see her face? Shine a light? Unrhythmisches Schulterzucken meinerseits. Das ist mir dann doch arg und ich spiele mir die knapp 67 Minuten auf den mp3-Player und gehe joggen. Mein alter Freund und Allroundkenner Rüdiger meint, es lohnt sich, obwohl Keith Richards nach Abschluss der Rohaufnahmen wegen Drogen nicht mehr ins Studio nach Frankreich zurückdurfte und die anderen das Album ohne ihn fertig gemacht haben. Öha. Zurück vom Joggen. Bei der Musik kann man nicht joggen. Also ich nicht. Eingespielt im ehemaligen Gestapo-Hauptquartier an der Cote d'Azur wurde diese Platte? Wahrscheinlich spüre ich das unterschwellig. Bis auf Charlie Watts waren die Rolling Stones 1972 noch alle unter dreißig, haarscharf die erste Nachkriegsgeneration. Aber irgendwas in mir weigert sich. Die ganze Platte kommt mir vor wie eine Sorte Aufschnitt, die es im Supermarkt schon immer gab, und so groß zu irgendwelchen anderen Wurstsorten ist der Unterschied nicht. Außerdem bin ich derzeit mal wieder Vegetarier, habe den Blues nicht und irgendwas in mir sagt außerdem, dass ich die mir in Interviews aus diversen Jahrzehnten als okay sympathische Schwadronierwesen bekannten Herren Jagger und Richards als Musiker nicht kapiere. Vermutlich hätte ich in den 60ern und 70ern mit ihnen abhängen können, bei der Gelegenheit einen englischen Akzent lernen, für den es im mündlichen Englisch-Abi Punktabzug gegeben hätte - aber wenn Mick und Keith die Instrumente rausgeholt hätten, wäre ich kurz vorher immer ganz zufällig eben aus dem Raum gegangen gewesen. Hatte ich nicht Horizonterweiterung im Sinn gehabt? Der ebenfalls herrlich englische Stephen Fry schrieb selbstironisch, dass er mit 20 wie ein 40jähriger wirken wollte, mit über 40 dann aber wieder wie allerhöchstens 30. Vielleicht geht es mir mit den Stones eines Tages ähnlich. Wie das dann allerdings aussieht, weiß ich auch nicht. Horizonterweiternd, vermute ich. Muss Rüdiger nochmal fragen. Wenn alles Horizont ist, steht man doch wohl auf einer Insel. Und nur mit diesem Album? Das muss ich noch nicht mal dankend ablehnen. Zuviel Saxophon, zuviel Gospel, zuviel simple Geht-gut-ab-Mucke. Mick Jaggers Stimme ist stark in den Hintergrund gemischt. Und ich denke, ich weiß, warum. Lieblingszeile: »Everybody's trying to step on their Creator / Everybody gonna need some kind of ventilator.«

44
MUSIKKOFFER 2: KÖPPELS P OPEP OCHE Ton Steine Scherben: Keine Macht für niemand Musikalisch: gegen die Rolling Stones klingen TSS 1972 im Direktvergleich wie der Raumpatrouille-Soundtrack gegen Pink Floyd. Die Texte sind direkt, schlau und unverhirnt und daher ganz schön anstrengend. Volles Verständnis für den Nichtakademiker, der sein scherbenhörendes Kind erstmal auf unguten Abwegen vermutet hat. Beeindruckend der Optimismus, der selbst von einem simpel gemusterten, schier brechtmäßigen Song wie »Menschenjäger« ausgeht. Die deutsche Depressivtoleranz hielt wohl erst mit dem Behutsamkeitszwang der Friedensbewegung Einzug. Rio Reiser kommt noch aus dem bewaffneten Widerstand, Hausbesetzerszene, da gehörte Kloppen immerhin rhetorisch noch zum Handwerk. Und das Gefühl, etwas bewegen zu können, macht bekanntlich frohgemut. Derlei Pathos findet heute nur noch im subventionierten Hauptstadttheater statt, und Campino macht die Jobs, die Rio zum Glück nicht mehr annehmen kann. Beim ungnädigen Überleben trifft es selten die Falschen. Immerhin kriegen wir so ganz sicher kein »König von Deutschland«Musical. Aber es fehlt eben auch ein über Jahrzehnte geachteter Musiker, der aufstehen und sagen könnte »Das hab ich vor vierzig Jahren gesagt und die kapieren's immer noch nicht!«, einer, der sich nach einem meiner Lieblingsbücher »Anton Reiser« von 1785 nicht mehr Ralph Christian Möbius nennen wollte, sondern Rio Reiser, einer, der sich als damals öffentliche linke Identifikationsfigur schon 1970 als schwul outete. Ein Mensch der Marke geradeaus, der den Kapitalisten doch irgendwie recht höflich »Aus dem Weg« von hinten ins Ohr schreit, anstatt sie umzurennen. »Die letzte Schlacht gewinnen wir!« Welche war das noch gleich? Ach so, kommt noch. Lieblingszeile: »Weißt du jetzt, dass du frei bist?«

45
MUSIKKOFFER 2: KÖPPELS P OPEP OCHE Genesis: Foxtrot Peter Gabriel hat seit den späten 70ern ein paar Songs veröffentlicht, die mir ans Herz gehen wie nichts sonst, und ich meine nicht eine leider mittlerweile ins Werk passende Streichquartettversion von »Sledgehammer«, sondern eher und nur zum Beispiel das epochale »Here comes the flood«. Warum aber kenne ich die frühen Platten aus seiner Genesis-Zeit mit Ausnahme von »The Lamb lies down on Broadway« nicht auch auswendig? Eine mögliche Antwort fängt mit P an und hört mit hilcollins auf. Trotzdem steht die 1972er »Foxtrot« als einzige Genesis-Platte neben dem Broadwaylamm im heimischen Plattenregal. Also unter die Nadel damit. Das mit 6 Songeinheiten in 50 Minuten (wobei »Supper's ready« 22 Minuten ausmacht) recht kurze Album drängt mir den Begriff »sperrig« auf, weil es eigenwillig, symphonisch und vordergründig kompliziert daherkommt. Orgelwabern eröffnet das Werk und wird nach knapp 90 Sekunden grob ausgefadet, bevor das Schlagzeug mit frickeligen Beats in jazziger Taktung daherkommt. Wenn man hört, wie gut der kleine Phil mal getrommelt hat, hasst man seine Soloweichspülcreme noch mehr. Vor 40 Jahren hat Peter Gabriel Haare und Songs noch lang und getragen wachsen lassen, die Textbilder sind mystisch, spirituell, heroisch und sozialbewegt, die Sprache ist nicht nur englisch, sondern british. Genesis war einst ein Gesamtkunstwerk im wagnerschen Sinn, bevor das Projekt in diverse Weltkarrieren aufbröckelte und der verbliebene Kern der Band wie ein erhitztes Maiskorn zerpoppte. Kein Song von »Foxtrot« läuft heute im Radio. Man kann diese Songs nicht auswendig im Kopf haben, wenn gefälliges Gedudel zwischen Staumeldungen längst die Synapsen konditioniert hat. Aber inwendig, das geht. Das ist ein Klassiker, den es sich zu kennen lohnt. Lieblingszeile: »Why can we never be sure till we die / Or have killed for an answer?«

46
MUSIKKOFFER 2: KÖPPELS P OPEP OCHE Scorpions: Lonesome Crow Nein, jetzt kommt nicht das Fremdschämsegment. Wer's nicht weiß (so wie ich bis vor einer guten Stunde): Die Scorpions aus dem 1972 vom hornbebrillten Sozialdemokraten Alfred Kubel regierten Niedersachsen kriegten es vor vierzig Jahren hin, ansatzweise wie eine Band auf dem Sprung zum Weltniveau zu klingen mit ihrem leicht angekifft swingenden Hardrock im Geiste von Led Zeppelin und Black Sabbath. Im Ernst. Und es gibt eine halbe Minute in »It all depends«, bei der ich niemanden hassen würde, der annehmen würde, das könnte jetzt auch Cream sein. Am allerwenigsten natürlich mich selbst. Es gibt kaum Schlimmeres für eine Musiksozialisation, als wenn man die Kopien früher kennenlernt als die Originale. Vorausgesetzt, die Kopie ist relativ platt. »Lonesome Crow« klingt auch nicht schlimmer als viele Klassiker, die im Radio gespielt werden. Unerwartetes Fazit: das ganze Album fällt als Stilmix seiner Zeit angenehm auf, noch angenehmer ganz sicher, wenn man nicht weiß, dass es sich hier um die späteren Mauerfallbepfeifer handelt, die versucht haben, mich gegen meinen Willen wie ein Hurrikan zu rocken. Unter gewissen Voraussetzungen haut einen »Lonesome Crow« direkt um. Stimmt natürlich immer, wenn die Voraussetzungen passen. Oft sind sie schwer herzustellen (Meine pubertäre Chris-de-Burgh-Phase halte ich heute für ein Meisterstück der unbewussten Selbstmanipulation mit allerdings gänzlich unbekanntem Zweck und Ziel, strategisch an Vertracktheit leicht der Atomspaltung vergleichbar). Hier ging es ohne große Überwindung ab. Nur das mit dem Scorpion'schen Weltniveau hat der Welterfolg der Jahre nach 1972 relativ rasch und überraschend, ich finde sogar übertrieben gründlich und sehr penibel erledigt. Wer weiß, was sonst draus geworden wäre. Niedersachsens größte Rockband wären sie wahrscheinlich geblieben. Hoffentlich. Obwohl. Jetzt sind sie die erfolgreichste Hardrockband Kontinentaleuropas. Ever. Bizarr, das. Lieblingszeile: »The smile and installations are my pain« bzw. »Yeeeeah, action time«

47
MUSIKKOFFER 2: KÖPPELS P OPEP OCHE Irgendwann wird meine Tochter fragen: wie war das denn eigentlich früher? Und wenn sie damit nicht gerade die Zeit von etwa 1979 bis 2012 herum meint, muss ich vielleicht sagen: was weiß denn ich? Früher war ich auch erst fünf oder noch schlimmer und wusste nicht, wie das ist, was ist, und konnte es mir auch nicht merken deshalb. Wenn ich gewusst hätte, dass es mir später was ausmacht, nicht zu wissen, wie es war, hätte ich vielleicht damals besser aufgepasst. Oder auch nur mehr auf andere Dinge geachtet als sonst, mit dem (-> Heisenberg) Resultat, dass mich heute ganz andere Leute dasselbe fragen würden wie die Leute, die ich schon kenne. Ich beschwere mich nicht. Ich mag die Leute, die ich kenne. Alles andere ist Starkult. Apropos: Neu! haben ihre erste Platte im Dezember 1971 aufgenommen, und da das Geschlechtsleben meiner Eltern so übersichtlich gewesen zu sein scheint, dass meine Mutter mit einem konkreten Datum aufwarten kann, was meine Zeugung am frühen Nachmittag angeht, kann ich dank der präzisen liner notes von Neu! davon ausgehen, dass ich während der Studioaufnahmen dieser Platte gezeugt worden bin. Raus kam »Neu!« wie ich dann 1972. Ich find's toll. Mein anderer Freund Markus ist nur ganz leicht von Neu! begeistert. Und der muss es wissen, er ist ein richtiger Musiker. Ich schreib hier nur, ich darf ganz argumentarm vollbegeistert sein. Wie es war, damals, lässt sich schwer sagen. Vor allem, weil »es« immer was anderes ist, je nachdem, wer fragt oder antwortet. Aber wenn man sich einen nicht zu starken Joint baut (damals war das Zeug noch schwächer) und Neu! auflegt - ist ne Vermutung, zugegeben - näher war ich jedenfalls noch nicht dran. Es ist deutsch, es groovt, es wabert, meistens ganz simpel, aber das ist es ja oft, was klebenbleibt. Zwei junge Männer, meistens schweigend, Schlagzeug, Bass, Gitarre. Ein gelassener Wahwahfrosch sitzt am Wegesrand bei Hallogallo, einem zehnminütigen Hypnosetrack, dessen monotone Motorik-Beats mir auf keiner längeren Nachtfahrt fehlen dürfen. Am Ufer von Weissensee wehen Räucherstäbchenschwaden durch die farbigen Stoffe über dem Stuhl. Mein Vater dreht die Platte um und kommt zurück ins Bett. Viel atmosphärischer Klang, ein Hauch Industrial mit Flanger. Kein Text, die Musik ist die Message. Es gibt heute keine Bands ohne Sänger. Da mal dran arbeiten. Etwas Aktuelles wie »Horsepower« der Formation ,Justice' lässt hoffen, dass das geile Instrumental, dem keiner singen soll, darf oder muss, in großem Stil wiederkommt. Klar weiß ich auch, dass heutzutage kein Stil mehr verschwindet, sondern allenfalls eine Generation lang Urlaub vom Mainstream macht. Irgendwann ist auch wieder ein talking blues in den Charts. Aus gutem Grund seltener Dank an dieser Stelle an den deutschen Phil Collins Herbert Grönemeyer, der dafür gesorgt hat, dass dieses Album 2001 erstmals auf CD herauskam. Dass ich mich nochmal bei HG bedanke! Aber falscher Stolz oder gar echter Dünkel sind bei jeglicher Rückschau fehl am Platz. Lass ich mir auch nicht verbieten. Nicht bei dem Zeilenhonorar. Und wenn es das letzte ist, was ich in diesem Text tue. Ich merke soeben, es ist.

48
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM TEXT: ROBERT MUCHA / FOTOS: MEHMET FILIZ & THEATER HEILBRONN »DIE DEFIZITE HABEN ES N O T W E N D I G G E M A C H T, DAS HAUS NEU ZU PROFILIEREN«

49
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM Axel Vor n ah m b l ei b t b i s 2 0 1 8 Inte ndan t de s Heil b ro n n er T h ea t ers . Se it e r das Ru d er vo r g u t f ü n f Ja h re n üb e r n ah m , is t d a s Heil b ro n ne r T h e at e r e in e Er f o l g s s t o r y. Wir s pra c h e n m i t d em » T h er a peu t en für d ah i n si e c h e n d e Bü h n en « ü b er s ein Er fol g sg e h e i m n i s , s c him m el n d e Theate r -Re q u is i t e u n d s ein e Ko mmun i kat i on sp ro b l em e m i t ein em e ing e b ore n e n Ha n d werk er. HANIX -- Herr Vornam, Sie scheinen ein Händchen dafür zu haben, totgesagte Theaterbühnen wieder zum Leben zu erwecken. Das war beispielsweise in Rudolstadt so und ist hier in Heilbronn auch der Fall. Was ist ihr Geheimnis? bergischen Kammerorchester und mit 19 Schulen, aber auch mit der Stadtbibliothek. Mir ist in Heilbronn sehr früh aufgefallen, dass es sehr viele junge Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund gibt. Diese Thematik kam im Theater überhaupt nicht vor, obwohl dies die Entwicklung der Stadt sehr stark prägen wird. Mit diesem Thema beschäftigen wir uns. Als ich nach Heilbronn kam, gab es keine Theaterpädagogik, was eigentlich mittlerweile ein Muss sein sollte. Wir haben dann relativ bescheiden mit einer Theaterpädagogin angefangen, und mittlerweile sind es drei Theaterpädagoginnen, die sich um die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kümmern. Dazu gehören Workshops, fünf Theaterclubs, Einführungen, Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer etc. Hier geht es nicht um Nettigkeiten á la »Gute Zeiten schlechte Zeiten« sondern um wirkliches, spannendes Theater, das die heute relevanten Themen aufgreift wie Interkultur oder Suchtprävention. Unsere Aufgabe ist es, in die Stadt reinzugehen und mit den Menschen und Jugendlichen zu sprechen. Wir sind natürlich nicht die Heilsbringer und können nicht alle Probleme lösen, aber möglicherweise stellen wir die richtigen Fragen und legen den Finger in die Wunde. Theater muss ein gesellschaftlicher Seismograph sein, der Verwerfungen aufspürt, die weh tun. Das gilt natürlich für die Kunst überhaupt. HANIX -- War das Brachliegen gewisser von ihnen eben angesprochener Felder am Heilbronner Theater ein Segen für sie und ihr Wirken hier? sind sie natürlich nicht der Erste, der das fragt. Ich kann aber nur sagen, dass es hier kein Geheimnis gibt. Das Ganze hat einfach mit guter Theaterarbeit zu tun. Ich muss wissen, in welche Stadt und in welches Theater ich gehe und dann muss ich meine Zielgruppe kennen. Wenn man sich vorab um diese Dinge kümmert und sich mit den Gegebenheiten beschäftigt, ist man dem Erfolg schon ein ganzes Stück näher gerückt. Die andere Seite ist, dass ich glaube, dass die Theater heute eine ganz andere Funktion haben als vor zehn oder 15 Jahren. Theater sind nicht mehr repräsentative Prachtbauten, in denen abends der Vorhang hochgeht und man sich berieseln lässt. Theater müssen sich heute vielmehr vernetzen. So kooperieren wir beispielsweise mit dem Württem49 AXEL VORNAM--Da Defizite haben es geradezu notwendig gemacht, das Haus und seine drei Spielstätten neu zu profilieren. Es galt auch verloren gegangenes Vertrauen bei den Zuschauern zurück zu gewinnen. Aber die Heilbronner waren auch sehr interessiert und neugierig auf das Neue, das entstehen sollte. HANIX -- Können sie in wenigen Worten Heilbronn als Theaterstadt charakterisieren? AXEL VORNAM--Die ist hier in Heilbronn schon etwas verrückt, denn die Stadt ist manchmal so bescheiden, dass sie gar nicht merkt wie bescheiden sie ist. Wenn man von außen kommt, findet man natürlich nicht, sagen wir mal »Die Rose von Franken« vor. Die Stadt hatte nun mal mit AXEL VORNAM-- Es

50
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM dem Bombardement 1944 ein traumatisches Erlebnis. Der Wiederaufbau in den 50er und 60er Jahren musste schnell gehen und hat sicherlich wenig Rücksicht auf hohe ästhetische Ansprüche genommen. Aber was die Stadt hat, ist ein sehr neugieriges Publikum, ein hohes kulturelles Potential und ein selbstbewusstes Bürgertum, das ein kulturelles Leben als lebensnotwendig ansieht. Für uns als Theater ist natürlich die Neugier des Publikums eine der wichtigsten Eigenschaften der Heilbronner. Ich kann auch sehr gut mit Kritik des Publikums leben. Wir gehen bewusst mit einigen Inszenierungen, wie zum Beispiel im letzten Jahr mit »Verbrennungen«, ein hohes Risiko ein, da eben nicht alle Inszenierungen massentauglich sind. Wichtig ist nicht Theater zu machen mit dem Wissen, dass jede Inszenierung die Massen anzieht. Wichtig ist eher die richtige Balance zu finden, so wie wir es mit unserem Spielplan und den ganz unterschiedlichen Stücken in den drei Spielstätten versuchen. Es gibt eine jährliche Studie der Bertelsmann-Stiftung in der unter anderem die Themen Bildung und Kultur in Städten untersucht werden. Und ob man es glaubt oder nicht, die Studie aus dem Frühjahr 2012 zeigt, dass Heilbronn, verglichen mit den anderen mittleren und kleinen Großstädten zwischen 100 000 und 500 000 Einwohnern die Stadt mit der höchsten Anzahl an Theaterbesuchen pro Kopf ist. HANIX -- Haben sie so einen Wert nach dem ersten Eindruck den sie von der Stadt hatten erwartet? Im Gegenteil, ich war total überrascht, ich habe aber relativ schnell mitbekommen, dass die Leute sehr gern ins Theater gehen und die Stadt unglaublich stark an der Erhaltung des Theaters interessiert ist. AXEL VORNAM-- HANIX -- Wieso sind Sie 2008 eigentlich nach Heilbronn gekommen? Sie haben zuvor das »Wunder von Rudolstadt« bewerkstelligt, dort die Besucherzahlen um ein Drittel gesteigert. Das Rudolstädter Schauspielhaus wurde sogar als »Theater des Jahres« für die beste künstlerische Gesamtleistung nominiert. Man könnte meinen, dass Sie ein zufriedener Rudolstädter Theaterintendant waren. aber auch ausgereizt und bevor man es sich dann gemütlich macht, sage ich lieber »Jetzt muss ich weiter und neue Dinge angehen beziehungsweise mir neue Ziele setzen«. HANIX -- Die Fachpresse hat sie euphorisch als Therapeuten dahinsiechender Bühnen bezeichnet. Wieso sind Sie eigentlich nicht an einer renommierteren Bühne am Werk? Angebote müsste es doch genug geben. AXEL VORNAM--Was heißt »renommiert«? Ich will ästhetisch anspruchsvolles Theater machen. Da muss einiges zusammenpassen: die Stadt, das Theater, das Ensemble. Die notwendigen Gestaltungsspielräume sind nicht überall gegeben. HANIX -- Nun haben Sie ihren Vertrag bis 2018 in Heilbronn als Intendant des Stadttheaters verlängert. Es scheint ihnen hier zu gefallen. Sagen wir es mal so: In Rudolstadt habe ich fünf tolle Jahre, in denen viel erreicht und aufgebaut wurde, verbracht. Wir haben, mit sehr wenig Mitteln ein Programm auf die Beine gestellt, das zu den Besten in Thüringen gehörte. Irgendwann ist so ein Projekt dann AXEL VORNAM--

51
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM entwickeln, welches vom Land gefördert wird. Hier haben wir an einer Ausschreibung mit 270 Bewerbern teilgenommen und wurden, neben weiteren 14 Bewerbern, ausgewählt. Das Projekt ist türkisch betitelt und heißt übersetzt »Das ist mein Leben«. Hier wollen wir, gemeinsam mit einem türkischen Autor, ein Theaterstück mit bilingualen Schauspielern entwickeln. Das Stück beschäftigt sich mit deutscher Wirklichkeit aus der Sicht türkischer Migrantenfamilien. Wir kümmern uns aber auch weiterhin um die so wichtige Kooperation mit Schulen. Hier möchte ich exemplarisch das Stück »Tito, mein Vater und ich« nennen. Mit diesem Stück gehen wir direkt in die Klassenzimmer. Es handelt sich hierbei um einen Jungen aus Ex-Jugoslawien, der die Wurzeln seiner Familie sucht und dabei sehr harte und seelisch schmerzhafte Dinge erfährt und zu verstehen beginnt, warum seine Familie so ist wie sie ist. Verrückt ist, wie die Schüler teilweise auf die Geschichte reagieren und selbst neugierig werden und mehr über ihre eigene Familie wissen möchten. Meiner Meinung nach ist so ein Beispiel genau das was Theater heute sein muss. Das Theater soll nicht den Zeigefinger heben, sondern die Zuschauer für gesellschaftliche Situationen sensibilisieren, zum Nachdenken und vielleicht auch Handeln anregen. HANIX -- Sind junge Menschen mit Migrationshintergrund offen für Theater? AXEL VORNAM--Dies kann ich mit einem klaren »Ja« beantworten und es macht auch keinen Unterschied welcher Nationalität man angehört. Die jungen Leute reagieren nur viel direkter und spontaner. Bei dem Klassenzimmerstück hatten wir mal den Fall, dass drei Schüler, die nicht ahnten, dass heute in ihrem Unterricht ein Theaterstück gezeigt wird, den Schauspieler aus dem Zimmer drängen wollten, weil sie ihn nicht kannten und fürchteten, es könnte vielleicht ein Amokläufer sein. Das konnte aber schnell geklärt werden. Es ist wirklich fantastisch und beeindruckend zu beobachten, wie die Stimmung sich im Laufe der Vorstellung im Klassenzimmer ändert. Erst wird, was normal ist, in den Klassen geredet und gekichert. Irgendwann identifizieren sich die Schüler aber mit dem Stück und der Geschichte und verfolgen gebannt das Geschehen. Davon sind selbst Lehrer immer wieder überrascht. HANIX -- Haben sie mit solchen Reaktionen aus den Klassenzimmern gerechnet? ich das Gefühl hätte, dass hier alles erledigt oder das Ende der Fahnenstange erreicht ist, wäre ich wahrscheinlich zögerlicher gewesen. Aber auch nach fast fünf Jahren gibt es noch viele Dinge die ich am Theater und in der Stadt bewegen möchte und solange ich das noch sagen kann, finde ich es nach wie vor sehr spannend hier zu arbeiten. HANIX -- Wohin soll der Weg des Heilbronner Theaters in den kommenden fünf Jahren führen? AXEL VORNAM--Wenn möchte zuerst einmal den gesamten Bereich Kinder- und Jugendtheater viel stärker forcieren. Dann gibt es die schon erwähnten Themen für und mit Menschen mit Migrationshintergrund, wo es, trotz des Erreichten, noch viel zu tun gibt. Des weiteren sind wir dabei ein neues Stück beziehungsweise ein Projekt zu AXEL VORNAM--Ich

52
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM haben uns so etwas sehr erhofft und gewünscht, aber gerechnet hätten wir damit nie. HANIX -- Wie ist das Feedback der Schulen auf ihre Arbeit? Gibt es seit ihrem Wirken zum Beispiel mehr Theater-AG´s? AXEL VORNAM--Wir haben festgestellt dass es durchaus mehr Theater-AG´s gibt und die Schüler kommen auch öfter als vorher. Wir haben mittlerweile fünf eigene Jugendclubs im Theater und eine wachsende Zahl von Theaterscouts. Eine Geschichte möchte hier erwähnen, die mich wirklich sehr berührt hat. Im zweiten Jahr haben wir mit Schülern einer Böckinger Förderschule ein Tanztheater-Projekt mit dem Namen »Man müsste eigentlich schweben« veranstaltet. Bevor die Vorführung losging, wollte der Direktor noch ein paar Dankesworte loswerden, was immer etwas schwierig ist, da sich die Leute schnell langweilen wenn vor der Vorstellung noch Reden gehalten werden. Der Direktor stellt dann seine Schule vor und erwähnte kurz dass seine Schüler leider oft »die Doo52 AXEL VORNAM--Wir fen« genannt werden, die nichts wissen und nichts lernen. Dann wurde das Stück in einer unglaublichen Qualität aufgeführt und ein Lehrer sagte mir, dass ein Mädchen dabei war, die überhaupt das erste Mal gesprochen hat. Ich dachte dann, dass es ein schöner erfolgreicher Abend war, der aber nun vorbei ist. Ein Jahr später waren wir, da wir auf der Suche nach neuen Kooperationsschulen waren, in besagter Böckinger Schule und erfreulicherweise hing immer noch unsere Fotowand der Aufführung, die wir der Schule überlassen hatten, im Foyer. Die neue Schulleiterin erzählte mir, dass immer wieder Schüler, die bei der Aufführung mitgemacht hatten, davor stehen und den Kleineren erklären, was da so abgelaufen ist und wie toll das alles war. Das Tolle an der Geschichte ist, dass die Direktorin letztendlich sagte, dass sich seitdem das Klima an der Schule zwischen den Schülern verändert hat. Die Kinder gehen rücksichtsvoller und sensibler miteinander um und gehen anders aufeinander ein. Man kann also sagen, dass sich durch unser Projekt etwas Großes in der Schule

53
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM getan hat. Dass so was dann aber tatsächlich mal passiert, ist etwas sehr Berührendes und Außergewöhnliches. HANIX -- Böse Zungen bezeichnen das Heilbronner Theaterpublikum als provinziell. Aber auch die Provinz hat ihre schönen Seiten und muss nicht zwingend ein negativ besetzter Begriff sein. haben, mitgegangen sind. Das liegt natürlich auch daran, dass wir den Zuschauern neue Dinge angeboten haben, wir diese aber auch durch viele Aktivitäten vermitteln und erklären. HANIX -- Sprechen wir ein bisschen über Zahlen. Wie viele Abonnenten hat das Heilbronner Theater? Wie groß ist die Auslastung und über welches Budget können Sie verfügen? das Publikum hier nehme ich nicht als provinziell wahr. Und auch Gastregisseure anderer Theater beneiden uns manchmal um unsere Zuschauer, die die Inszenierungen sehr konzentriert und klug verfolgen. Wir haben zudem eine Menge Abonnenten die, neben uns, zusätzlich noch ein Abonnement an der Münchener Staatsoper oder ähnlichen Häusern haben. Es ist in den letzten Jahren auch neues Publikum dazu gekommen. Das Ganze ist immer eine Art Wechselwirkung. Hätten wir zum Beispiel das Stück »Dantons Tod« vor vier Jahren aufgeführt, wären die Reaktionen sicherlich nicht so positiv gewesen. Wir haben aber festgestellt, dass die Leute die ästhetische Entwicklung, die wir im Theater gemacht AXEL VORNAM--Nein, haben circa 6 600 Abonnenten, was für eine Stadt dieser Größenordnung prächtig ist, da viele Theater das Problem haben, dass sie Abonnenten verlieren. Wir bieten verschiedenste Abo-Formen an, so kann man bei uns klassisch bestimmte Tage buchen aber es gibt auch sogenannte Wahlabos. Glücklicherweise sind wir mit unseren Abo-Zahlen stabil und wir sind seit letztem Jahr in der Situation, dass wir im Freiverkauf mehr Karten verkaufen als über das Abonnement. Des weiteren gehören selbstverständlich die neuen Medien wie Facebook oder Twitter zur Gewinnung neuer Besucher dazu. Außerdem AXEL VORNAM--Wir

54
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM gibt es ja auch unseren Theaterblog, mit dem wir sehr intensiv arbeiten. Ein Theater wie wir muss immer auch das junge Publikum ansprechen und sich somit auch auf die Bedürfnisse der Jugendlichen und Junggebliebenen einstellen. Der andere Effekt der neuen Medien ist der, dass wir durchaus auch Besucher aus Frankfurt, Mannheim oder Heidelberg haben, die eben nicht mal am Theater vorbeikommen um sich zu informieren, aber auf unseren Plattformen Infos abrufen und sich darüber auch die Theaterkarten bestellen. Es gibt leider noch viel zu viele Häuser, die sich den neuen Formen der Zuschauer-Gewinnung noch nicht geöffnet haben. Man kann durchaus sagen, dass das Theater Heilbronn hier eine Vorreiter-Rolle hat und sich durchaus mit den großen Häusern messen kann. In der von ihnen angesprochenen Auslastung liegen wir bei sensationellen 80% über alle Spielstätten gesehen und das als Schauspielhaus mit relativ wenig Musiktheater. Die reinen Schauspielhäuser liegen im Schnitt zwischen 60 und 70 Prozent. Unser Budget liegt bei knapp unter zwölf Millionen Euro und beinhaltet die Zuschüsse der Stadt, die Zuschüsse des Landes und unsere Eigeneinnahmen. Natürlich kann es ruhig mehr Geld sein, aber ich möchte schon betonen, dass unser Budget auskömmlich ist und wir, im Gegensatz zu früher, schwarze Zahlen schreiben und die künstlerische Qualität ständig hinzugewinnt. HANIX -- Ist es schwer internationale renommierte Theatertruppen nach Heilbronn zu holen? macht. Nach der Lehre habe ich allerdings nie in diesem Beruf gearbeitet, sondern bin sofort an ein Studententheater gegangen und habe später Schauspielregie in Berlin studiert. Als ich Intendant wurde, habe ich ganz schnell gemerkt, dass es wirklich gut ist, wenn man selbst eine Bilanz lesen und zwischen Aktiva und Passiva unterscheiden kann. HANIX -- Sie sind in Ostdeutschland aufgewachsen und haben lange Zeit auch im Norden der Republik gewirkt. Wie ist es hier im Süden? War es eine lange, zähe Eingewöhnungsphase oder kamen Sie schnell mit der neuen Mentalität zurecht? gesagt versuche ich immer noch raus zu finden was denn diese spezielle schwäbische Mentalität ist. Da ich schon so ziemlich überall in Deutschland war, habe ich auch alle Mentalitäten kennengelernt, vom kühlen Norddeutschen, über die Berliner Kodderschnauze bis hin zum gemütlichen Sachsen. Ich kann mich also generell auf verschiedene Gegebenheiten und Mentalitäten einstellen. Was mir hier ab und zu mal fehlt, ist so eine gewisse Begeisterungsfähigkeit. Wie der Schwabe ja gerne sagt »Nicht gemeckert ist schon genug gelobt«. Gerade im Theater, wo man von Applaus lebt, wäre es ab und zu schon mal schön, dass die Begeisterung etwas mehr gezeigt wird und nicht erst hinterher im Foyer. HANIX -- Und wie verhält es sich mit dem schwäbischen Dialekt? Verstehen Sie alles? AXEL VORNAM--Ehrlich ist es glücklicherweise so, dass wir einen so guten Ruf haben, dass auch internationale Ensembles gerne nach Heilbronn kommen, auch wegen des interessierten Publikums. Das einzige Problem, das wir manchmal mit diesen Kompanien haben, ist die technische Kompatibilität der Bühnen. In seltenen Fällen scheitert es auch an der verlangten Gage. Bis jetzt hatten wir auch oft das Glück, Ensembles engagiert zu haben, die kurze Zeit später mit Preisen ausgezeichnet wurden. Damit steigt natürlich auch der Marktwert. HANIX -- Sie haben einen kaufmännischen Beruf erlernt, bevor Sie die Bretter die die Welt bedeuten für sich entdeckten. Kommt ihnen die kaufmännische Ausbildung in ihrem Wirken als Intendant zu gute? AXEL VORNAM--Mittlerweile nicht alles, denn es kommt ja auch noch darauf an, woher die Menschen kommen. Ich hatte vor vier oder fünf Jahren mit einem Handwerker zu tun und hoffte nach jedem Gespräch, dass wir jetzt hoffentlich das Richtige vereinbart haben. HANIX -- Erzählen sie uns von den Highlights der laufenden Spielzeit? AXEL VORNAM--Nein, ist definitiv ein Vorteil. Ich habe erst mal eine Ausbildung zum Wirtschaftskaufmann abgeschlossen und dann mein Abitur auf der Abendschule ge54 AXEL VORNAM--Es der jetzigen Spielzeit gab es ja schon zwei Highlights, einmal »Wie im Himmel«, was noch läuft und jedes Mal voll ist. Des weiteren kann ich »Dantons Tod« sehr empfehlen und was sehr spannend wird, ist die Uraufführung der Oper »Minsk« von Ian Wilson und Lawinia Greenlaw in Kooperation mit dem Kammerorchester, was wir seit vier Jahren regelmäßig machen. Worauf ich mich persönlich sehr freue ist die Neuaufführung von »Madame Bovary«, die Geschichte einer Frau, die ihre Lebenslust und Lebensgier unheimlich auslebt. AXEL VORNAM--In

55
KULTURBEUTEL: AXEL VORNAM Zu nennen ist hier aber auch noch das Tanzfestival im Mai, wo Leute mittlerweile schon ihren Urlaub drum herum bauen, um das Ganze nicht zu verpassen. Letztendlich könnte ich die Aufzählung noch weiterführen, da alle Aufführungen etwas Besonderes sind und ein Highlight das nächste jagt. Mich haben anfangs alle für verrückt erklärt, als ich gesagt habe, dass wir circa 25 Premieren im Jahr veranstalten werden. Mittlerweile ist dies Normalität und man merkt wie gern die Mitarbeiter dabei sind, worum es ja auch geht. Ich habe solche Freude bei Mitarbeitern selten erlebt wie hier im Haus. Es ist schön zu sehen wie sehr sich die Mitarbeiter, vom Schreiner oder Maler bis hin zu den Schauspielern, mit der Arbeit unseres Theaters identifizieren. HANIX -- Wenn Sie sich etwas für das Heilbronner Theater wünschen dürften, wie würde ihr Wunsch lauten? größte Wunsch momentan sind neue Probebühnen und ein neues Magazin. Das Theater wur55 AXEL VORNAM--Der de ja als Bespieltheater ohne eigenes Ensemble geplant und gebaut. Von daher gab es keinerlei Werkstätten und keine Proberäume. Wir haben heute provisorische Probebühnen in ehemaligen Werkstatträumen ohne Schallund Wärmedämmung, in denen es im Winter viel zu kalt, im Sommer viel zu heiß ist und die auch technisch nicht im geringsten den Anforderungen an Probebühnen genügen. In den Lagern und Magazinen in der alten Kelter stehen unheimliche Werte an Kostümen. Dort müssen Tag und Nacht die Luftentfeuchter laufen, weil uns die Kostüme sonst verschimmeln würden. Jedes zu entnehmende Kostüm muss dekontaminiert werden und Mitarbeiter dürfen sich maximal zwei Stunden in dem Raum aufhalten. Ich hoffe sehr, dass hier zeitnah Lösungen gefunden werden und der Gemeinderat hierfür die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellt und die Kosten für die BUGA nicht alle anderen Probleme in den Hintergrund drängen.

56
KOLUMNE: PARTHENAS WELT SIND WIR ALLE NUR MARIONETTEN? Ich kenne mich in der Politik nicht super aus, ja ich kenne gerade mal einen verschwindend geringen Teil aller Politiker. Doch eins weiß ich genau. Es läuft einiges schief auf diesem Planeten. Möge es utopisch oder naiv klingen, aber müsste es nicht in der heutigen Zeit, mit all dem Wissen und all den Mitteln, die wir zur Verfügung haben, möglich sein, in Frieden zu leben? Dass die Menschen ein Dach über den Kopf haben, mindestens sauberes Wasser zu trin56 ken und Brot zu essen haben. Leider ist es nicht so. Heute schlagen sich die Menschen immer noch wegen so absurden Dingen, wie Religionen, die Köpfe ein. Jeder Gläubige beharrt darauf, dass seine Religion die einzig richtige ist. Begreift der Mensch nicht, dass das, was in der Bibel oder in anderen Religionsbüchern steht und das, was man in all den Glaubensrichtungen tun oder lassen soll, von Menschenhand geschrieben und aufgestellt wurde. Ich sage

57
KOLUMNE: PARTHENAS WELT nicht, dass niemand mehr an etwas glauben soll. Ganz im Gegenteil, der Glaube ist sehr wichtig. Er gibt den Menschen Hoffnung. In Griechenland zum Beispiel, ist die orthodoxe Kirche heute immer noch ein wichtiger Bestandteil der Kultur. Gerade in dieser schwierigen Krisenzeit, klammern sich die Menschen an den Glauben und an die Kirche. Sollte sie nicht gerade jetzt, dem griechischen Volk helfen? Nachdem der Staat nach jahrzehntelangem Lügen und Betrügen sein Volk in Stich gelassen hat. Stattdessen wirft die EU immer mehr Geld in ein schwarzes Loch, aus dem eh nichts mehr wieder raus kommt und zwingt die Menschen noch tiefer in die leeren Taschen zu greifen. Es werden sogar jetzt noch Kirchen gebaut, obwohl das Land ruiniert ist. Mit goldenen Kronleuchten und Kerzenständern und vielen aufwändig gemalten und verzierten Ikonen. Ich frage mich, wozu braucht das eine Kirche? Geht man nicht an diesen Ort, um Psalmen zu hören und zu beten? Mit dem Geld, den Ländereien und den unzähligen Immobilien, die die Kirche heute besitzt, könnte sie Griechenland langsam aus der Krise helfen. Aber sie tut es nicht. Sie hält sich aus allem raus. Sie befürchtet zum Einen alles offen legen zu müssen. Zum Anderen sind Kirche und Staat leider so miteinander verknüpft, dass dadurch jeder von ihnen Vorrechte genießt. Deshalb spendet sie ein bisschen hier und da, hilft den Bedürftigen und hält sich somit im Hintergrund. Wir werden von den Religionen, der Politik und auch von den Medien so manipuliert, dass wir nicht die Möglichkeit haben, über Wesentliches nachzudenken. Viele leben heute in einem wahnsinnigen Trott. Man wird geboren, bekommt mittlerweile in der Kindheit gesagt: »Du musst gut in der Schule sein, damit später was aus dir wird«. Man muss so viel können und lernen, was möglich ist, um immer besser als alle anderen zu sein. Viele Kinder und Jugendliche haben mittlerweile ein derart straffes Programm einzuhalten, das kaum mehr Raum für eine unbeschwerte Kindheit lässt. Und im Erwachsenenleben geht es genau so weiter. Von morgens bis abends arbeitet man, damit die Kohle ran geschafft wird, um später z. B. eine Familie zu gründen, ab und zu in Urlaub zu fahren und immer mehr und Besseres als andere zu besitzen. Man pflegt Freundschaften, um für etwas Abwechslung zu sorgen. Wir werden gezwungen in einer strengen Bürokratie zu leben. Wir können und dür57 fen nur das z. B. beruflich ausüben, wovon wir ein Zertifikat erlangt haben. Ganz gleich, ob wir mehr können. Wir werden irgendwo rein gepackt und haben zu funktionieren. Somit bleibt den Meisten kaum noch Zeit an etwas anderes zu denken. Dann hören wir plötzlich »Krise Krise Krise« und bekommen Angst. Das ist der Sinn der Sache. Angst vor Verlust, Angst vor Armut. Dadurch wagen wir es nichts mehr zu hinterfragen. Wir versuchen uns zu schützen. Mutieren zu Marionetten des Systems. Doch sag mir einer, wie solche Krisen entstehen? Was hat dazu geführt? Ich glaube nicht, das der einfache Mensch Schuld hat. Wir machen ja meistens genau das, was man uns sagt. Die Mächte selbst haben es verursacht. In Europa ist Krise durch gegenseitiges betrügen und belügen zwischen den Politikern selbst entstanden. Als es darum ging den Euro einzuführen, haben die Länder falsche Zahlen eingereicht. Das Schlimme daran, jeder von ihnen wusste es und niemand hat etwas dagegen getan. Die USA ist durch jahrelanges Kriegführen, für das 21ste Jahrhundert, in so einem schlechten Zustand, dass sie kaum noch Geld für die Instandhaltung der Infrastruktur hat. Geld ist lebenswichtig. Ohne dieses Tauschmittel würde in der heutigen Zeit nichts funktionieren, aber auch nur, weil das menschliche Bewusstsein noch nicht soweit ist. Das große Problem, welches Geld mit sich bringt, ist die Gier auf immer mehr, denn Geld bedeutet Macht und Überlegenheit und das regiert leider die Welt. Es ist pervers, wie die Milliardäre und Multimillionäre ihr Geld immer weiter horten und der Großteil der Weltbevölkerung kämpft ums überleben. Ich hab an sich nichts gegen Wohlhabende. Die meisten haben sich ihr Geld ja ehrlich irgendwie verdient. Aber ich finde die, die alles Denkbare besitzen, könnten denen, die nichts haben etwas abgeben. Oder ist das falsch? Sollte es nicht jedem Menschen gut gehen? Es scheint mir, als ob es so laufen muss. Es gibt so vieles, was vor uns geheim gehalten wird. Es geschehen Dinge, die wir normalen Bürger kaum beeinflussen können. In manchen Ländern werden friedliche Demonstranten einfach niedergemäht und in anderen haben sie nicht einmal Meinungsfreiheit. Und wenn sie es wagen öffentlich ihre Meinung zu sagen, kommen sie ins Gefängnis oder schlimmer. Der Kampf der Mächte geht weiter und wir sind ihre Spielfiguren. Wird es irgendwann eine positive Wende geben? Ich weiß es nicht, aber ich wünsche es mir und versuche fest daran zu glauben.

58
»BANDBREITE 2012« TEXT: UWE GRAMLICH De ze m b e r - das Ja hr n eig t s i c h w ie d e r e inm al d e m End e zu. Ze it für e inen Rückblick i n das ve r g a n g en e Mu s i k j a hr. Vie le s , zu vie le s wurd e wie j e d e s Jahr veröf fe ntl i c h t . Ei n » m u s ik a l is c her Ts u nam i« , d e r be i d e m bre ite n Publik um nur noch wie e i n san ft e s s eic h t es Wel l en k r äus e ln ank o m m t. In e ine r Branch e , d ie nur noch vo n d e n g roße n Ver t r ieb en d o m in ie r t wird und d ie Mus ik k ultur be s tim mt, blei bt f ür wirkl i c h i n n ova t ive Mu s ik n u r we nig Platz und le id e r nur no ch e ine Ni sche f ür die sog e n an n ten K l ei n en . Gen i es se n wir um s o m e h r d ie unabh ängig e n Künstler, die di e We l t m it wirk l i c h ü b er r a s ch e nd e n Tö ne n zu be ge is te rn wis s e n. In di esem Si n n e s ch ö ne Fe ie r tage !

59
KOLUMNE: MUSIKUSS BARONESS yellow & green 2012 Nach den beiden Vorgängeralben »Red« und »Blue« zeigt die Band aus Savannah, Georgia, wieder ihre Vorliebe für »farbige Titel«. Musikalisch ausgereift, legt das Quartett ein staubtrockenes, manchmal kratzbürstiges, stimmungsvoll atmosphärisches und gelungenes Doppelalbum vor, welches mit einem feinen Gespür für eingängige Melodien und starken Hooks zu überzeugen versteht. Fans der ersten Stunde werden mit großer Wahrscheinlichkeit vor den Kopf gestossen, schaltet Baroness doch um einige Härtegrade zurück und lässt sich von Prog und den 70er Jahren beeinflussen. Die musikalische Wucht der ersten beiden Alben weicht einer komplexen Intensität, gepaart mit einer unglaublichen stilistischen Vielfalt, die den Hörer auf eine kurzweilige und süchtig machende Zeitreise mitnimmt. Eine Veröffentlichung, die sich zwischen alle Stühle setzt und in keine Schublade passt - und das ist gut so. BRIAN ENO lux 2012 Eine der legendären und schillerndsten Figuren der Pop/Rock-Welt veröffentlicht nun mit 64 Jahren ein neues Studioalbum und begibt sich damit auf die Suche nach sich selbst. »Lux«, lateinisch für Licht, erzeugt in vier ineinander übergehenden Stücken und 77 Minuten Dauer ein Wohlgefühl und regt zu grenzenlosen Tagträumen an. Wie schon bei seinem 1978 erschienen Ambient Meisterstück »Music for Airports« verzaubert er auch hier durch fließende, in sich ruhende Klanglandschaften und lässt den Zuhörer vollkommen entspannt durch Raum und Zeit schweben. Ein faszinierendes Opus, das sich nahtlos in die Reihe großer Ambientalben einreiht. Visionär. CRIPPLED BLACK 2012 PHOENIX (mankind) the crafty ape Dieses nun fünfte Studioalbum ist ein Konzept-Doppelalbum, das zu Recht als der bisherige Höhepunkt aus dem Schaffen des englischen Musikkollektivs bezeichnet wird. Angeführt von Justin Greaves, findet CBP musikalische Unterstüzung von Musikern, die sonst in Bands wie Mogwai, Portishead oder Electric Wizard aktiv sind. In ihrer ganz eigenen individuellen Art zelebriert CBP eine Mixtur aus Post-BluesProg-Glam-Folk-Art Rock, der sich langsam aufbaut, sich steigert, wieder in sich zusammenfällt, um dann aufgenommen und weitergeführt zu werden und dann zuletzt in einer grandiosen Schönheit orgiastisch auszuklingt. Durch ihrer enorme musikalische Bandbreite, die verspielt, jazzig, melancholisch, verträumt, rockig, bluesig, minimal, bis ins epochal bombastische geht, verstehen sie es, den Hörer immer wieder positiv zu überraschen. Ein Werk, das in große Melodien voller Pathos und Spiritualität, eine Botschaft der Hoffnung und des Aufbruchs in sich birgt. GROSS! OM Advaitic 2012 Aus den Resten der StonerRock Legende »Sleep« formierte sich einst Om, die nun mit ihrem siebten Album seit 2005 zurück ist. Geprägt von unterschiedlichen musikalischen Einflüssen wie, nordafrikanische Sufimusik oder asiatisch anmutende Gesangs-Arrangements, gestalten die beiden einen hypnotischen, sakralen, meditativ, beruhigenden Klangkosmos. In sich selbst ruhend, bewirken die 5 Stücke in 41 Minuten ein Hörgenuss mit hoher entspannender Wirkung. Geheimnisvoller Gesang, ungreifbar mystisch und vor allem - rätselhaft. Polygon.

60
KOLUMNE: MUSIKUSS DORDEDUH Dar de duh 2012 Auferstanden aus der Asche der rumänischen Avantgard-Kult-Metaller Negur? Bunget, setzt Dordeduh konsequent den eingeschlagenen musikalischen Weg fort und präsentiert ihr Debüt »dar de duh« (»Geschenk des Geistes«), das seinesgleichen sucht. Mit einer einmaligen, packenden urwüchsigen Mischung aus Elementen von Black Metal, Folk, Tribal, Ambient, Prog und Postrock wird hier ein vielschichtiger Klangkosmos zelebriert, der trotz seiner Vielfalt eine natürlich fließende, spirituell mystische Atmosphäre erzeugt. Nach acht Stücken und 77 Minuten - das kürzeste dauert sechs, das längste über 16 Minuten endet das Opus und hat Mensch sich darauf eingelassen, wird er von dieser Musik gefangen genommen und sprachlos zurückbleiben. Nichts zum nebenbei hören. Beeindruckend. FIVE HORSE JOHNSON the taking of black heart 2012 Nach über sechs Jahren nun das neue Studioalbum von Eric Oblander und seiner als Geheimtipp gehandelten Band. Wieder eine dieser großartigen US Blues-Southern-Stoner Rock Bands, die es wirklich verdient hätte nicht nur als Geheimtipp ihr Dasein zu fristen. Wie auf den Vorgängeralben geben sie ihren Pferden die Sporen, um im gestreckten Galopp über die endlose Prärie zu donnern. Fette, erdige Gitarren duellieren sich mit fulminanten brachialen Slide-Riffs, schnörkellos, staubig und knochentrocken. Die Krönung des Ganzen ist eine sensationell gespielte Harp, die mal agressiv, mal atmosphärisch, ihre ganze Vielseitigkeit zur Schau stellen darf. Melodisches Dynamit. GANGSTAGRASS rappalachia 2012 Das bereits dritte Album, der bei uns bisher ziemlich unbekannten Band aus NYC, die 2006 gegründet wurde. Treibende Kraft ist der Produzent und Organisator Rench. Die Country-Sänger Brandi Hart und Jen Larson teilen sich auf diesem Album das Mikrophon mit einer Vielzahl von Rappern, darunter Kool Keith, Dead Prez, Nitty Scott MC, David E Beats, Tone-z, Brooklyn35, R-Son und Dolio The Sleuth. Zur musikalischen Unterstützung tragen Rench an der Gitarre, Jason Cade auf der Geige, Dobro Weltmeister Todd Livingston und Banjo-Picker Ellery Marshall bei. Der ungewöhnliche musikalische Stil lässt sich als eine intensive und brilliant groovige und tanzbare Mischung aus traditionellem Bluegrass-Hillbilly und Hip Hop beschreiben. Beats und Banjos stampfen durch die Nacht - wer hätt's gedacht!? GAZPACHO march of ghosts 2012 Das siebte Studioalbum der norwegischen Artrock-Band ist ein Konzeptalbum, das eine Sammlung von Kurzgeschichten von und über Geister beinhaltet. Gazpacho bleibt sich auch hier treu und hält einen ungewöhnlich hohen musikalischen Standard, der sich in ihren getragenen hymnischen Elegien manifestiert. Mit viel Liebe für das Detail verfeinert Gazpacho ihre Kunst zu einem besonders ausgereiften, dichten und ruhigem Werk. Keltische und arabische Einflüsse geben ihrem Post-Prog-Rock eine exotische Würze. Elementar.

61
KOLUMNE: MUSIKUSS PORT Holiday 2012 ST. WILLOW Debüt des aus Brooklyn stammenden Multitalents Nick Principe, der dieses Album fast im Alleingang eingespielt hat. Musik abseits ausgetretener Klänge, die luftig schwebend, verwoben und versponnen den Hörer auf Traumpfaden wandeln lässt. Fein und zerbrechlich, ohne die Spannung zu verlieren, setzt wohlfeile Melodien mit wohldosierten Höhepunkten. Die außergewöhnliche Falsettstimme Nick Principes vermittelt in den atmosphärischen Stücke eine filigrane Leichtigkeit. Schlichtweg ein phänomales Album, das Aufmerksamkeit erfordert und sich mit jedem weiteren Hören in den Gehörgängen festsetzt und beeindruckt. Für Geniesser. PRAY FOR SOUND Monophonic ep 2012 Pray for Sound ist eine fünf Mann starke instrumentale Post-Rock-Band aus Massachusetts, die 2011 von Bruce Malley ins Leben gerufen wurde. Nachdem es in den letzten Jahren eine regelrechte Explosion in der Ecke PostRock gegeben hat, ist es nicht einfach, diesem Genre etwas neues abzugewinnen. PFS schafft es trotzdem, ihrem Debüt eine äußerst persönliche Note zu verleihen. Laut, leise, schnell, langsam, wuchtig, immer wohlklingend und getragen von minimalistischen, verlangsamten Gitarrenakkorden schichten sich Pianoperlen, verträumte Gitarrenklänge, knallige Bässe, wuchtige Gitarrenriffs zu einem Turm monumentaler Spiralen empor. Bombastisch. SHAOLIN 2012 AFRONAUTS quest under capricorn Zweites Album der aus Adelaide, Australien, stammenden achtzehnköpfigen Afrojazz-Band um den Bandleader Ross Mc Henry, die auf den Spuren Fela Kuti, Labi Siffre und Sun Ra wandelt. Erweitert durch traditionelle afrikanische und kubanische Rhythmen und Elemente des Avantgarde Jazz, entfaltet sich ein stimmungsvoller, mysteriös magischer, fiebrig treibender cineastischer Sound. Mit einer spielerischen Leichtgkeit werden Elemente des äthiopischen und westafrikanischem Afrobeats der 70er mit einer jazzigfunkigen Mischung aus fetten Wah Wah-Gitarrenritten, Big Band-Bläsersätzen und orchestralen Jazz- und Avantgardlandschaften dynamisch und experimentierfreudig gekreuzt. Aufregend innovativ. SPECTRE the true & living 2012 Das Label WordSound, das 1995 auch das Debüt veröffentlichte, ist keine Plattenfirma im klassischen Sinne, deren Ziel es ist, Hits zu machen und die Charts zu kontrollieren. Wordsound lebt eine »Guerilla Taktik« zum Zweck der kontinuierlichen Kreativität. Spectre, mit vollem Namen Spectre Die Ill Saint, mit dem Gespür für das kleine Feine. Nach 9 Studioalben in 17 Jahren präsentiert sich hier ein Künstler in einer innovativen, kreativen, experimentellen und individuellen Quintessence. Tief verwurzelt in den dunklen Tiefen des Dub und Hip-Hop kreiert Spectre seinen ihm unnachahmlichen Flow. Begleitet wird er unter anderem von Sensational und von Wu-Tang`s Killah Priest auf dem herausragenden Titeltrack. Filmmusiken, Fanfaren, Computerstimmen, P-Funk Sprengsel Dubstep, Bollywood, StarWars - ein Konglomerat verschiedenster Einflüsse die ausgesprochen spannend ineinander zerfliessen, ohne dass »ein Brei« entsteht. Eigenwillig.

62
M IT TAGST I SC H T E ST TEXT: ROBERT MUCHA & PHILIPP KIONKA FOTOS: ROBERT MUCHA We r ke n n t da s Pro b l em n i c ht : Mittags paus e - abe r wo h in zum E s s e n. Desha lb haben w i r u n s d a z u en t s c hl o s s en , e ine n re gio nale n Mittag s tis ch -Te s t zu sta r ten. Die s m al w are n wir i m Ha r t m a n s . Ge te s te t wurd e ne be n d e m Ge s ch m ack a uch di e Ge sc h w i n di g k eit , d i e Freu n d l i c hk e it d e s Se r vice -Pe rs o nals , natürlich der Prei s und a uc h di e i n d i v id u el l en Ei g en h e ite n d e r Lo k alität. Im Te s t h abe n wi r uns f ür das u mg e ke h r t e S c hu l n o t en - Sy s t em e nts ch ie d e n. Das be d e ute t, d as s d ie 6,0 di e Hö ch s tno te is t.

63
MITTAGSTISCHTEST: HARTMANS HARTMANS Holzstraße 14 | 74072 Heilbronn T 07131 1295975 5,0 Preise 5,00 - 6,00 EUR Geschmack 4,75 Geschwindigkeit 10:20 Minuten Apfelschorlen-Index (0,5l) 3,00 EUR Individualität Keine Service

64
ANDREAS MAGDANZ. S T U T TG A RT S TA M M H E I M 17. NOVEMBER 2012 - 3. MÄRZ 2013 TEXT: KUNSTMUSEUM STUTTGART FOTOS: ANDREAS MAGDANZ Die Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim ist kein Gefängnis wie jedes andere. Im Namen »Stammheim« verdichtet sich bis heute der Mythos um die Rote Armee Fraktion, deren führende Köpfe - Andreas Baader, Gudrun Ensslin und JanCarl Raspe - in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1977 im siebten Stock des Hochsicherheitsgefängnisses Selbstmord begingen. Bereits ein Jahr zuvor hatte sich Ulrike Meinhof am Fensterkreuz der Zelle 719 erhängt. In Kürze soll der 1963 erbaute Bau, in dem der sogenannte Deutsche Herbst ein dramatisches Ende fand, abgerissen werden. Deswegen startete der Fotograf Andreas Magdanz vor zwei Jahren das fotokünstlerische Projekt »Stuttgart Stammheim«: Fünf Monate lang wohnte er in unmittelbarer Nachbarschaft der JVA und dokumentierte in Hunderten von Fotografien diesen historisch aufgeladenen Ort. Rund dreißig der dabei entstandenen digitalen Großformatfotografien sind jetzt, gefördert von der Baden Württemberg-Stiftung, im Erdgeschoss des Kunstmuseum Stuttgart zu sehen.

65
KUNSTREGION: ANDREAS MAGDANZ

66
KUNSTR EGION: ANDREAS MAGDANZ

67
KUNSTREGION: ANDREAS MAGDANZ

68
KUNSTR EGION: ANDREAS MAGDANZ

69
Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

70
KUNSTR EGION: ANDREAS MAGDANZ

71
KUNSTREGION: ANDREAS MAGDANZ

72
KUNSTR EGION: ANDREAS MAGDANZ

73
KUNSTREGION: ANDREAS MAGDANZ

74
KUNSTR EGION: ANDREAS MAGDANZ

75
KUNSTREGION: ANDREAS MAGDANZ

76


77


78
IM GESPRÄCH MIT ULRICH KIENZLE »ICH ZÄHLE MICH ZU DEN A U F G E K L Ä R T E N S C H WA B E N « INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE Ulrich Kienzle ist Schwabe und hat die Welt gesehen. Im besonderen den Nahen Osten. Wir sprachen mit dem aufgeklärten Schwaben über Pietismus, die Bayern und sein Inter view mit Saddam Hussein.

79
INTERVIEW DES MONATS: ULRICH KIENZLE HANIX -- Herr Kienzle, Sie müssen es ja wissen, schließlich sind Sie Schwabe und Nahost-Experte. Was haben Schwaben und Araber gemeinsam? gram »Gottes schönste Gabe: Der Schwabe - Wie er wurde, was er ist« unterwegs. Wäre eine solche Tour durch, sagen wir Saudi-Arabien, möglich? Nach dem Motto »Allahs schönste Gaudi: Der Saudi«. ULRICH KIENZLE -- Dies ist natürlich sehr ironisch gemeint, Es sind beides eher rätselhafte Völker, da sowohl die Schwaben als auch die Araber kein politisches Zentrum haben. Es gibt zum Beispiel Schwaben die in Bayern leben und es gibt Schwaben die in der Schweiz leben, hier werden sie dann Alemannen genannt. Grundsätzlich stammen die Schwaben ethnisch betrachtet alle vom Stamm der Sueben ab, aber sie wurden beispielsweise von den Römern »die Alemanni« genannt. Das Schwierige ist, dass die Schwaben eben auch so eigenwillig wie die Araber und sehr schwer einzuschätzen sind, was sie grundsätzlich von, zum Beispiel, den Bayern unterscheidet. Die Schwaben werden ja auch oft von den Norddeutschen unterschätzt, größtenteils aufgrund ihres, für Norddeutsche, eher komischen Dialekts. Gerade dieser Dialekt kam aber bei der letzten wissenschaftlichen Umfrage zur Beliebtheit der Dialekte, zu meiner großen Überraschung, auf Platz vier. Vor der Wiedervereinigung hatten die Schwaben hier noch die rote Laterne inne, diese haben jetzt aber die Sachsen übernommen. Das große Problem der Schwaben ist, dass sie sich gerne kleiner machen als sie sind, im Gegensatz zu den Bayern, die sich gerne etwas größer darstellen. Ein schönes Beispiel ist hier der ehemalige Ministerpräsident Erwin Teufel. Wenn es damals darum ging wer die Nummer eins in Deutschland ist, hat Herr Teufel immer seinen bayerischen Amtskollegen den Vortritt gelassen, mit dem Hintergrund, dass wir Schwaben ja sowieso wissen das wir vorne stehen, warum sollen wir das dann also auch noch propagieren. Diese Art von Cleverness ist außerordentlich erstaunlich. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Wussten sie, dass die Kampagne »Wir können alles außer hochdeutsch« zuerst Sachsen angeboten wurde? ULRICH KIENZLE -- Ja, das wusste ich. Dies kommt übrigens auch in meinen Texten vor. Herr Turner von der Atur »Scholz & Friends« hat diesen Slogan den Sachsen angeboten, die daraufhin entsetzt waren und dankend abgelehnt haben. Herr Teufel hat diesen Slogan, der, doch etwas überraschend, sehr gut angenommen wurde, secondhand gekauft. HANIX -- Momentan sind Sie mit ihrem Kabarett-Pro- da Gottes schönste Gabe wohl eher nicht der Schwabe ist. Diese Ironie wird und soll auch gelegentlich missverstanden werden. In Saudi Arabien wäre so eine Tour schwer vorstellbar. Die Schwaben sind schon sehr unterschiedlich, aber die Araber noch unterschiedlicher. Es gibt aber durchaus auch im Bereich des Fundamentalismus Parallelen zwischen beiden ethnischen Gruppen. So waren die schwäbischen Pietisten durchaus mit den arabischen Fundamentalisten, zum Beispiel den Taliban, vergleichbar, da sie alles was Spaß macht, verbieten wollten. HANIX -- Muss man das Schwabenland verlassen haben, um solch ein Kabarett-Programm wie Sie es geschrieben haben, verfassen zu können? Ich zähle mich natürlich zu den aufgeklärten Schwaben, wobei es durchaus erstaunlich war, dass sich, egal wo ich war, ob im Nahen Osten oder in Südafrika, immer ein kleiner Kreis von Schwaben gebildet hat. Es ist also schon eine Eigenschaft der Schwaben eine gewisse Identität in sich zu tragen und gern unter seinesgleichen bleiben zu wollen, was mich durchaus überrascht hat. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Wie lange haben Sie gebraucht, um sich von ihrer Heimat zu emanzipieren? Das kann ich sehr schwer beantworten wobei ich mit der Emanzipation schon begonnen habe, als ich noch im Schwabenland gelebt habe. Ich habe mir nie von den Pietisten vorschreiben lassen was ich genieße. Ich habe guten Wein und gutes Essen immer mit Hingabe geschätzt. In den 50er und 60er Jahren gab es zum Beispiel kein Feinschmeckerrestaurant in Stuttgart, weil es sich einfach nicht gehörte und wer in ein Restaurant essen ging, zeigte damit nur dass er eine Frau hat, die nicht kochen konnte. Glücklicherweise ändern sich aber auch im Schwäbischen gewisse Ansichten und Gewohnheiten. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Wo haben Sie während ihrer Zeit im Nahen Osten gelebt? ULRICH KIENZLE -- Ich war sehr lange in Beirut und in Kairo. HANIX -- Gab es dort die Kehrwoche? Oder haben Sie

80
INTERVIEW DES MONATS: ULRICH KIENZLE diese schwäbische Tradition in ihrem Wohnhaus vielleicht sogar eingeführt? haben, aber die Schwaben wehren sich nicht dagegen, sie lachen eher darüber. HANIX -- Haben Sie während ihrer Zeit im Nahen Osten oft festgestellt, dass Sie im tiefsten Inneren immer Schwabe sein werden? Und wenn ja, woran? Natürlich nicht, aber die Kehrwoche ist zum Beispiel etwas mit dem die Schwaben immer gern auf den Arm genommen werden und sich selbst auch auf den Arm nehmen. Wobei die Kehrwoche früher eine durchaus wichtige Erfindung war. So war Stuttgart im Mittelalter, in denen die Städte unglaublich dreckig waren, eine der ersten Städte die regelmäßig gereinigt wurden. Es gibt so einige Märchen über die Schwaben, die in der Realität überhaupt nicht wahr sind. So wird beispielsweise auch immer behauptet dass die Schwaben die Nummer eins im »Häusle bauen« sind, was nicht stimmt, da zum Beispiel die Saarländer mehr Wohnbesitz als die Schwaben haben. Auch sind die Schwaben nicht mehr die sparsamsten Deutschen. So sagt die jährlich von der Sparkasse erstellte Statistik, dass die Bayern mittlerweile mehr ansparen als die Schwaben. Es gibt also eine Menge Vorurteile die nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun ULRICH KIENZLE -- Für mein Buch habe ich viele Interviews geführt und festgestellt dass es auch in Schwaben jegliche Facetten an Menschen gibt. Es gibt zum Beispiel faule, fleißige, geizige und großzügige Schwaben. Vielleicht wurden jegliche Klischees auch von den Bayern erfunden um uns Schwaben zu diffamieren. Der große Unterschied ist aber eben, dass uns Schwaben dies relativ kalt lässt und die Bayern keine Selbstzweifel haben. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Worin liegen denn die Selbstzweifel der Schwaben begründet? Selbstzweifel sind eine Grundvoraussetzung um das Leben halbwegs vernünftig zu gestalten, denn wer keine Selbstzweifel hat ist wirklich blöd. Außerdem sind Selbstzweifel und gewisse Dinge kritisch anzuULRICH KIENZLE --

81
INTERVIEW DES MONATS: ULRICH KIENZLE gehen für den Überlebenstrieb unglaublich wichtig. Die Bayern sprechen eigentlich immer bayerisch, auch wenn sie es mal mit englisch, französisch oder deutsch versuchen und sie haben eben auch diese »mir san mir«-Einstellung, die bedeutet, dass sich die Bayern für die Tollsten und Bedeutendsten halten. Dies gilt aber meiner Meinung nach nur für das Oktoberfest obwohl der Cannstatter Wasen in diesem Jahr fast so viele Besucher wie das Oktoberfest hatte. HANIX -- Kennen Sie Heilbronn und das Unterland vom Da-Gewesen-Sein oder auch nur vom Vorbeifahren auf der Autobahn? Ja, ich kenne Heilbronn. Die Stadt war ja früher fränkisch, doch das Fränkische ist so langsam weg gewandert ins Hohenlohische, wie zum Beispiel das Gebiet um Crailsheim welches erst seit 1806 zu Württemberg gehört, woraufhin der württembergische König eine Art von Missionaren in die Gegenden gesendet hat, die auch sehr gut gewirkt und das Schwäbische verbreitet haben. Heute sind die Hohenloher zu den besseren Schwaben geworden, da sie, so behaupten sie selber, die fleißigeren sind und die besseren Spätzle zubereiten. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Das Unterland hat eine brisante Gemengelage an Einwohnern. Manche Teile des Landkreises gehören schon zu Baden. Ist der Heilbronner vielleicht der badischste Schwabe im Ländle? die Kuwaiter zur Zahlung von 10 Milliarden Dollar gezwungen, mit der Begründung dass er mit dem Krieg auch Kuwait verteidigt hat. Saddam hat dann Kuwait besetzt und die große Frage war ob er sich zurückziehen wird oder nicht. Zu dieser Zeit, die Hauptstadt hieß noch Bonn, sind alle Journalisten zum damaligen irakischen Botschafter gefahren, um ein Interview mit Saddam zu bekommen, was den Journalisten nicht ermöglicht wurde. Ich im Gegensatz dazu bin hingefahren und habe gesagt, dass ich kein Interview mit Saddam möchte, woraufhin der Botschafter lachte und mir sagte, dass ich aber komisch wäre. Ich antwortete daraufhin nur, dass es momentan etwas uninteressant für mich sei, es aber ja vielleicht irgendwann mal interessant für Saddam wäre, seine Ansichten im deutschen Fernsehen kund zu tun. Nach einem halben Jahr, ich hatte das Thema schon längst vergessen, erhielt ich einen Anruf mit der Ansage dass am nächsten Tag mein Flieger nach Bagdad startet. HANIX -- Wie haben Sie sich auf das Interview mit dem damaligen irakischen Machthaber vorbereitet? Ich denke, dass die Heilbronner richtig gute Schwaben geworden sind und sie sind dementsprechend auch keine Franken mehr. Diese Entwicklung und Verschiebung hat sich in den letzten 60 bis 70 Jahren, nicht zuletzt durch das Mitwirken der Medien, abgespielt. Vor kurzem war ich im Insel-Hotel in Heilbronn und selbst das hat ein »Schwäbisches Restaurant«. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Man hätte es sich fast denken können, dass ein gewitzter Schwabe als einer der wenigen westlichen Journalisten 1990 Sadam Hussein interviewen durfte. Wie haben Sie ihn überredet mit ihnen zu sprechen? Haben Sie ihm Maultaschen und Brezeln mit der Interviewanfrage Da ich schon immer in diesem Thema drin war und ich mich lange mit der Region beschäftigt habe, hatte ich wirklich kein Problem mich, auch in dieser kurzen Zeit, vorzubereiten. Der Punkt war, dass wir in dem Hotel, in dem wir untergebracht waren, drei ganze Tage rumsaßen, so dass ich schon dachte das kein Interview mehr zu Stande kommt. Da ich davon ausging abgehört zu werden, habe ich nach drei Tagen laut und deutlich gesagt, dass es zwar schön hier war, wir jetzt aber doch zurückfliegen könnten. Daraufhin kam am nächsten Morgen eine Autokolonne vor das Hotel gefahren, hat uns mitgenommen in einen Vorort von Bagdad, in dem wir sehr streng gefilzt wurden. Schließlich waren wir in dem mittlerweile schon berühmten Volkspalast gelandet und konnten, in einem hochmodernem Studio auf neuestem Stand, das dreineinhalbstündige Interview führen. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Gab es eine Zensur von der irakischen Regierung? mitgeschickt? ULRICH KIENZLE -- Dies ist eine lange Geschichte und hier muss man ein paar Dinge vorausschicken. Saddam Hussein hat damals, weil er den Krieg gegen den Iran nicht gewonnen hat, unheimlich viel Geld verloren und hat somit Zuerst einmal gebe ich gerne zu, dass ich ziemlichen Respekt davor hatte Saddam zu sehen. Schließlich galt er damals als der gefährlichste Mann der Welt. Als er dann aber kam stand mir ein Mann in feinstem Zwirn und mit italienischen Markenschuhen ULRICH KIENZLE --

82
INTERVIEW DES MONATS: ULRICH KIENZLE gegenüber und ehrlicherweise war er auch nicht unsympathisch, was natürlich relativ schwierig für mich war, da ich wusste dass dieser Mann hunderttausende Menschen auf dem Gewissen hat. In der zweiten Frage hat Saddam dann gesagt, dass er sich nicht aus Kuwait zurückziehen werde, obwohl es mir gar nicht darum ging diese Frage zu stellen. Dies bedeutete natürlich es würde Krieg geben, die Antwort ist um die Welt gegangen und somit entstand ein historisches Interview. HANIX -- Wussten sie dies nach Beendigung des Interviews sofort, dass sie gerade historische journalistische Arbeit abgeliefert hatten? Ja, mir war sofort nach der Antwort »l?«, das arabische Wort für nein, klar, dass dies Krieg bedeutete, der dann drei Wochen später losging. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Als Journalist sind Sie außer Dienst, scheinen aber aktiv wie eh und je. Sie verfassen Bücher, machen Kabarett. Was kommt nach »Gottes schönste Gabe...«? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung und das lass ich einfach mal auf mich zukommen. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Bleibt da noch so was wie ganz banale Freizeit übrig? ULRICH KIENZLE -- In letzter Zeit habe ich sehr wenig Frei- zeit, da, wenn man sich entscheidet ein Buch zu schreiben, man auch fertig werden muss und so ziemlich jede freie Minute dafür aufwendet. Ich hatte auch nie in meinem Leben Pläne wie sich das Leben gestalten soll, es ergibt sich immer etwas neues. HANIX -- Wie sind sie eigentlich zum Kabarett gekommen? Auch dies war einer dieser Zufälle im Leben. Jemand der heute Verleger ist, hat mich gefragt ob ich mir vorstellen könnte einen Vortrag über die Schwaben zu halten, woraufhin ich mich hingesetzt und diesen Vortrag geschrieben habe. Das Ganze wurde dann zuerst in einem sehr guten Restaurant bei sehr gutem Essen vorgetragen und ist sehr gut angekommen. Daraufhin kam dann die Idee daraus eine circa zweistündige Geschichte mit musikalischer Begleitung zu machen. Das Programm wird, je nach politischen Verhältnissen, umgeschrieben und angepasst und es läuft seit einigen Jahren sehr gut. ULRICH KIENZLE -- HANIX -- Wir konnten es uns nicht verkneifen: »Noch Fragen, Kienzle?« ULRICH KIENZLE -- Nein!

83
INTERVIEW DES MONATS: ULRICH KIENZLE

84


85
Dr. Manfred Wittenstein im Inter view Der Vollblutunternehmer aus Ingersheim ist ein Hidden Champion Der IHK-Präsident Dr. Peter Kulitz Ein Gespräch über Fachkräftemangel und demographischen Wandel Erfolgsgeheimnis von Familienunternehmen Wieso Familienbetriebe sich auf dem Markt so gut behaupten Kölle, Distelhäuser und Co. Wir portraitieren fünf familiengeführte Unternehmen aus der Region Tradition ist vergänglich Briefköpfe und Produkte von ehemaligen Heilbronner Unternehmen, Zahlen, Diagramme und Schaubilder Statistiken zur Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken Brasilien ist ein interessanter Markt Ein Interview über die Attraktivität des Schwellenlandes

86
ZU M WAC H ST U M V E RPF L I C H T E T TEXT: MATTHIAS MARQUART FOTOS: JÉRÔME UMMINGER & WITTENSTEIN

87
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Dr.-Ing. E.h. Manfred Wittenstein ist Vorstandsvorsitzender der Igersheimer Wittenstein AG, dem Weltmarktführer für mechatronische Antriebstechnik. Produkte des HighTech-Unternehmens sind überall dort zu finden, wo äußerst präzise angetrieben, gesteuert und geregelt werden muss. Wittenstein wurde im September 2011 in der Alten Oper in Frankfurt zum Entrepreneur des Jahres in der Kategorie Industrie gewählt und als deutscher Vertreter für den World Entrepreneur of the Year 2012 in Monte Carlo nominiert. Dort wurde er in den Kreis der erfolgreichsten Unternehmer aufgenommen. Matthias Marquart sprach mit dem Vollblutunternehmer. H A N I X - Was bedeuten Ihnen diese Auszeichnungen? W I T T E N S T E I N - Auszeichnungen sind natürlich immer schön. In erster Linie aber sind derartige Wettbewerbe eine gute Möglichkeit den eigenen Standort zu bestimmen. Wir wollen schließlich ein in vielen Bereichen exzellent handelndes Unternehmen sein. H A N I X - Sie haben aus einem »kleinen Nähmaschinenbetrieb« den Weltmarktführer für Antriebstechnologie gemacht. Was waren die Meilensteine, welche Hürden und Hindernisse galt es zu überwinden? »Ehrena mtlic hes Enga ge me n t ist meines Era c htens na c h d e r Kitt, der unsere Gesellsc haf t zusa mmenhä lt . « Meine ersten Erfahrungen habe ich mir mit der Gründung des Unternehmens Teforma angeeignet. Das war lehrreich und wertvoll. Dann habe ich mich entschlossen den Betrieb meines Vaters, der damals auf der Kippe stand, zu übernehmen. Das war ein sehr großes Risiko, doch ich habe eine Chance gesehen das Unternehmen weiterzuführen und neu auszurichten. Nähmaschinen, speziell für Damenhandschuhe, hatten damals keine Zukunft mehr, also musste ich für unsere 50 Mitarbeiter ein neues WITTENSTEIN - Produkt suchen. In der Antriebstechnologie sah ich großes Potenzial. 1983 haben wir dann mit der Entwicklung von Präzisions-Planetengetrieben »unseren roten Faden« gefunden und den Durchbruch geschafft. Seitdem verzeichnen wir Jahr für Jahr in all unseren Geschäftsbereichen, die nach und nach hinzukamen, kontinuierliches Wachstum. H A N I X - Die Wittenstein AG ist ein familiengeführtes Unternehmen. Worin liegen bei dieser Unternehmensform die Stärken und Schwächen?

88
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Die Herausforderung ist es, sich in einem individualisierten Lebensumfeld langfristig zu positionieren. Da sind die Kinder, Enkel, alle Familienmitglieder, die einen gemeinsamen Geist, eine gemeinsame Grundhaltung entwickeln müssen. Das ist nicht immer einfach, das bekommt man nicht geschenkt. Man muss familieninterne Vereinbarungen treffen - das geht bis hin zur Nachfolgeregelung und dem Testament. Wenn dies aber geschieht, wenn diese Stabilität in der Familie da ist, haben Familienunternehmen große Stärken. Vor allem darin sich langfristig zu positionieren, auf weite Sicht zu agieren und nicht den schnellen kurzfristigen Erfolg zu suchen. Dann ist es auch möglich Traditionen zu pflegen, was natürlich auch gegenseitige Verpflichtungen beinhaltet, denn schließlich soll jeder auch einen Nutzen aus dem Unternehmen ziehen können. Dabei ist es wichtig, dass jeder für sich eine emotionale Bindung zum Unternehmen aufbaut. Ich habe deshalb meine Kinder auch nie unter Druck gesetzt. Jeder muss seine eigene Entscheidung, was die Mitarbeit im Unternehmen anbelangt, selbst treffen, ohne dabei überfordert zu werden. Egal ob im operativen Geschäft oder als Aktionär - Verantwortung trägt jedes Familienmitglied. WITTENSTEIN H A N I X - Wie hat sich die Globalisierung auf das Unternehmen ausgewirkt, wann fand diese bei Wittenstein statt? »Ma n lernt a m meisten, we n n ma n sic h den sc hwierigste n H era usforderungen stellt un d a uc h eine blutige Na se risk ie r t .« Die Entscheidung, in die Welt hinaus zu gehen, kam Ende der 80er Jahre. 1989 haben wir dann gleich die größte Herausforderung angenommen und sind nach Japan. Man lernt am meisten, wenn man sich den schwierigsten Herausforderungen stellt und auch eine blutige Nase riskiert. Die haben wir uns in Japan dann auch erst mal geholt, doch das hat den Blick enorm erweitert. Es war quasi der erste Schritt, die Wurzel. Globalisierung ist für mich weit mehr als Internationalisierung. Wir müssen begreifen, dass wir nur ein Teil eines Ganzen sind und sich die Gewichte verschieben. Wir stehen in Europa nicht im Mittelpunkt. Ich bin deshalb ein großer Verfechter für die Globalisierung, obwohl in Deutschland immer wieder deren negative Aspekte in den Vordergrund gerückt werden. Dabei wird oft vergessen, dass gerade Deutschland ein großer Gewinner im Zuge der Globalisierung ist. Wir haben das Potenzial, weltweit ganz vorne mitzuspielen. WITTENSTEIN H A N I X - Wie wichtig ist es für Sie als Dipl. Ing., dass ein Unternehmen von einem Vorstand geführt wird, der auch noch etwas von seinen Produkten versteht? Die Verbundenheit zum Produkt ist für mich eine absolute Notwendigkeit. Sicher ist es etwas anderes, am Produkt selbst mitzuarbeiten oder das Unternehmen zu führen. Doch wer ein Unternehmen führt, muss das Produkt, die Technologie und die technischen Möglichkeiten verstehen. Ich sehe meine Rolle da als strategischen Berater, weil es mir als Familienunternehmer, anders als manchem Manager, möglich und gestattet ist, zehn Jahre vorauszudenken und das Unternehmen langfristig auszurichten. WITTENSTEIN H A N I X - Die Wittenstein AG kümmert sich enorm um ihre Mitarbeiter und deren Familien. Welchen Stellenwert besitzt dies für Sie im Unternehmen? Ich könnte jetzt mit dem Schlagwort »Die Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital« antworten. Das stimmt auch, ist mir aber zu wenig. Wichtig ist doch wie man das seinen Mitarbeitern vermittelt. Unser Ziel ist es die vielfältigen Potenziale unserer Mitarbeiter zu entfalten. Und diese ändern sich im Verlaufe eines Berufslebens ständig. Daher wird bei uns jeder gefördert. Das beginnt in der Ausbildung und endet im Alter. Mich freut es ungemein, dass 80 Prozent unserer Mitarbeiter an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Wir schicken zum Beispiel unsere Studenten und Azubis seit diesem Jahr nach Abschluss ihrer Ausbildung für zwei bis drei Monate »auf die Walz«, das WITTENSTEIN -

89
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT heißt ins Ausland. Sie sollen raus aus der heimischen »comfort-zone«, sich ein Projekt suchen und sich bewähren. Wir schubsen sie quasi aus dem Nest. Die jungen Mitarbeiter lernen dabei sehr viel über sich selbst, finden sich selbst. Aber auch während des gesamten Arbeitslebens fördern wir unsere Mitarbeiter über Weiterbildungen bis hin zur Promotion. Dabei hoffe ich, dass Facharbeiterabschlüsse bald mit dem Abitur gleichgestellt werden, um deren Bedeutung in der Gesellschaft ins Bewusstsein zu rücken. Hier auch mein Vorwurf an die Hochschulen und die Politik. Die sitzen auf Pfründen, reden vom lebenslangen Lernen und Weiterbildung aber tun, tun sie nichts. Da werden keine Konzepte entwickelt, die umsetzbar wären. Das kann man nicht alles den Unternehmen überlassen. Vielleicht braucht es ja neue Hochschulen zur Weiterbildung der Gesellschaft mit neuen Konzepten. Die Politik muss sich dem stellen und Anreize schaffen. Ich denke da zum Beispiel an die Möglichkeit demjenigen, der sich weiterbildet, Steuerkredits zu gewähren. Es braucht dringend Strukturinvestitionen und diese Lenkungsaufgabe zu übernehmen ist die Aufgabe des Staates. H A N I X - Sie engagieren sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich. Welche Engagements sind das und wie lässt sich das mit Ihrer Arbeit vereinbaren? »Vi e l l e ich t brau ch t e s ja n e u e H o c h s c h u le n z u r We it e r bildu ng d e r Ge s e lls ch aft m it n e u e n Kon ze p t e n .« Es ist wichtig delegieren zu können und anderen Menschen eine Chance zu geben. Zuerst kommt natürlich das Unternehmen, doch es gibt immer Möglichkeiten darüber hinauszublicken. Um ein Umfeld zu schaffen in dem sich ein Unternehmen wohlfühlt ist, wenn man langfristig überleben will, auch Engagement nötig. Insofern engagiere ich mich vielfältig im Ehrenamt, klebe aber nicht an den Dingen, sondern gebe Geschaffenes gerne ab und freue mich dann auf Neues. Ehrenamtliches Engagement ist meines Erachtens nach der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. WITTENSTEIN H A N I X - Wie wichtig ist Ihnen Ihr Engagement bei der IHK und was sind die Gründe hierfür? Ich engagiere mich schon seit meiner Zeit bei den Wirtschaftsjunioren, als wir wirklich tolle ArWITTENSTEIN -

90
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT beit geleistet haben, bei der IHK. Vieles wäre ohne diese Netzwerke nicht entstanden und weiterentwickelt worden. Wir haben da einige tolle Ideen verwirklicht. Die Kammer war für mich dabei früher eine eher geschlossene Gesellschaft, die nach mir unbekannten Regeln gespielt hat. Doch das hat sich schon lange geändert. Heute ist das ein Miteinander, eine Vernetzung, die enorm wichtig ist, um für gemeinsame Interessen stark aufzutreten. Ich denke da beispielsweise an Infrastruktur wie Straße, Wasser, Schiene, an Bildung und vieles mehr. All dies ist für unsere reiche und lebendige Region enorm wichtig und gemeinsam dafür einzutreten, dass das so bleibt, halte ich für essentiell. Da sollte man auch ruhig trommeln und die Attraktivität der Region auch nach außen tragen. Schließlich wollen wir die Unternehmen und Menschen nicht nur hier halten, sondern auch neue hinzugewinnen. Die IHK ist dabei ein wichtiges Gremium und es freut mich sehr, dass in jüngster Zeit eine Diskussionskultur geschaffen wurde, die sich jetzt neu- und weiterentwickeln kann. H A N I X - Wieviel Zeit bleibt Ihnen für die Familie und wie entspannen Sie sich? »Wir wollen weiter wa c h sen . Es wä re töric ht dies nic ht z u wollen. « Ich versuche möglichst alle Sinne anzusprechen, da sich dadurch die Möglichkeit ergibt, die Welt auch auf eine andere Art und Weise zu erleben und zu entdecken. Ich bilde sozusagen auch neuronale Netzwerke. H A N I X - Was sind Ihre Visionen, Wünsche und Ziele für die Zukunft aus privater und unternehmerischer Sicht? Ich achte darauf sauber zu trennen und das Unternehmen nicht ins Privatleben mitzunehmen. Wenn ich abends hier rausgehe, schließe ich auch wirklich die Tür hinter mir zu. Auch das Wochenende gehört der Familie. Zum Entspannen gehe ich gerne mit unserem Golden Retriever »Chip« spazieren oder fahre Rad. Generell beschäftige ich mich auch in der Freizeit sehr vielfältig. WITTENSTEIN - In zwei Jahren möchte ich mich aus dem operativen und strategischen Geschäft zurückziehen. Ich hoffe, dass die Visionen, Ideen und Wünsche, die wir auf den Weg gebracht haben, dann weiterhin Früchte tragen und der Geist des Unternehmens erhalten bleibt. Es wird mir sicherlich eine große Befriedigung sein, diesen Prozess zu begleiten. Und sicher, wir wollen weiter wachsen. Es wäre töricht dies nicht zu wollen. Unsere Unternehmensstrategie verpflichtet uns geradezu zum Wachstum. Auch die Menschheit wächst, Ressourcen und Umwelt verändern sich - da kommen noch große Herausforderungen auf uns zu. WITTENSTEIN -

91


92
TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: IHK »DER MANGEL AN FACHKRÄFTEN IST IN BADENW Ü RT T E M B E RG UNSER PRIMÄRES PROBLEM«

93
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Wir sp r ac h e n m it d em I H K - Ob e rh aupt Bad e n-Wür tte m be rg s, Pr äsi d en t Dr. Pet er Ku l i t z, übe r d e n d e m o graph is che n Wan del , d er n u n a u c h u n s e re Re g io n e rre ich t, d ie Suc h e de r Un t er n eh m en n a c h g u te n A zubis und übe r Streb e r, di e e s heu t e a u f d em Arbe its m ark t nich t m e h r s o le ich t h ab e n . HANIX -- Herr Dr. Kulitz, die baden-württember- gischen IHKs haben in Heilbronn die landesbesten Auszubildenden geehrt. Ist das in Zeiten des Fachkräftemangels vielleicht der wichtigste Preis, den der BWIHK zu vergeben hat? kräfte fehlen. Im kommenden Jahr haben wir rund 39.000 Akademiker zu wenig, aber ebenso 122.000 qualifizierte Facharbeiter. Nicht der Mangel an Ingenieuren, sondern an Fachkräften ist in Baden-Württemberg unser primäres Problem. H A N I X -- Wird diese Zahl in den kommenden Jahren noch ansteigen? Aus- und Weiterbildung und die Sicherung des Fachkräfteangebots sind Kernfelder der IHK-Arbeit. Das Duale System, die Ausbildung in Unternehmen und Berufsschule, ist für unsere Unternehmen ein Wettbewerbsvorteil, um den uns viele Länder beneiden. Unsere Jugendarbeitslosigkeit ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern hervorragend niedrig, was ebenfalls am Dualen System liegt. Und das ist absolut preiswürdig. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Bei Ihrer Antrittsrede 2010 schrieben Sie sich auf die Fahne, dass Fachkräftesicherung durch Ausbildung Ihr wichtigstes Handlungsfeld sein wird. Können Sie den von Ihnen angemahnten Mangel an Fachkräften mit Zahlen hinterlegen? Wie viele Fachkräfte fehlen den baden-württembergischen Unternehmen? Ja und zwar deutlich, vor allem dann, wenn viele Jugendliche und Eltern meinen, ein Studium sei der bessere und sichere Weg. Wir befürchten, der Ansturm auf die Studienplätze führt dazu, dass diejenigen, die ihr Studium beenden, keine Stelle in der Wirtschaft finden, weil sie etwas studiert haben, das kaum gebraucht wird. Dieses Risiko hat der Weg über eine Berufsausbildung, mit der man später immer noch studieren kann, definitiv nicht. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Sorgt der bedeutungsschwangere »demographische Wandel« für Angstschweiß auf Ihrer Stirn? Es gibt schließlich immer weniger junge Menschen. Schauen Sie sich im Netz unseren web-basierten Fachkräftemonitor an, den Sie auf der Homepage jeder IHK im Land finden. Dort finden Sie alle Zahlen. Betriebe, Eltern und Jugendliche bekommen hier klare Informationen, wo in Zukunft die meisten FachDR. PETER KULITZ -- Das Thema wird in den Unternehmen sehr ernst genommen und man hat sich dort schon längst darauf eingestellt. Die Sorge, dass der Fachkräftemangel immer größer wird und gravierende Folgen für die Unternehmen haben wird, teile ich uneingeschränkt. DR. PETER KULITZ --

94
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT H A N I X -- Welche Instrumente stehen den Unternehmen in solchen wandlerischen Zeiten zur Verfügung, um gute Mitarbeiter und Auszubildende zu rekrutieren? attraktive Arbeitgeber präsentieren, sonst verlieren sie den Nachwuchs. Im Hotel- und Gastgewerbe sind die Probleme bereits massiv. H A N I X -- Wann hat dieser Wandel stattgefunden und wodurch kann man ihn festmachen? Man muss im Betrieb Lösungen anbieten, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern und insbesondere Frauen Karriereperspektiven und flexible Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. Man muss die eigene Belegschaft ständig weiterqualifizieren und altersgerechte Arbeitsmöglichkeiten schaffen. Chancen bietet auch die Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter, die aber nur kommen werden, wenn für diese entsprechende Unterstützung bei der Integration in unsere Gesellschaft geboten wird. Und schließlich müssen sich die Betriebe bei der Einstellung von Azubis noch mehr als bisher auch jenen Jugendlichen öffnen, die in der Schule vielleicht nicht so gut waren und vom Elternhaus nicht jene sozialorientierten Eigenschaften mitbekommen haben, die im Betrieb für eine Zusammenarbeit unabdingbar sind. Besonders Familienunternehmen, von denen bekannt ist, dass sie eine gezielte Förderung ihrer Mitarbeiter betreiben und man schnell in verantwortungsvolle Positionen gelangen kann, haben in den letzten Jahren bei jungen Bewerbern deutlich an Attraktivität gewonnen. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Schauen sich die baden-württembergischen Unternehmen inzwischen auch schon im Ausland um, wenn es darum geht, motivierte Auszubildende zu finden oder ist der Fachkräftemangel noch nicht ganz so schlimm? Der Wandel war absehbar, denn diejenigen, die uns heute als Azubis fehlen, hätten vor 16 bis 18 Jahren ja bereits geboren sein müssen. Seit 2010 merken wir diesen Effekt am Markt. Man darf aber nicht vergessen, dass auch die gute Konjunktur in Deutschland das Problem schneller und deutlicher zu Tage hat treten lassen. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Gerade in Baden-Württemberg gibt es viele mittelständische Unternehmen, die in der ländlichen Provinz verortet sind. Welche Möglichkeiten haben diese Betriebe, um sich gegen Konkurrenz aus Großstädten und Ballungsgebieten durchzusetzen? Heimat ist für alle wichtig, auch für die Betriebe. Die Neigung, dort zu arbeiten, wo man aufgewachsen ist, ist bei vielen jungen Menschen groß. Die Unternehmen im ländlichen Raum müssen dem Nachwuchs nur entsprechende Chancen bieten, und dies gelingt ihnen seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Viele Betriebe schicken bereits ihre Azubis für eine Station ins Ausland, denn wer international arbeitet, braucht auch Mitarbeiter, die die Welt kennen. Regional verankert sein und international arbeiten ist seit Jahren das Erfolgskonzept der Wirtschaft in Baden-Württemberg und das gilt auch für den eher ländlichen Raum. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Wir haben von kostenloser Zahnpflege gelesen, die beispielsweise von Betrieben angeboten wird, um Menschen dazu zu bewegen, sich für ein Unternehmen zu entscheiden. Von welchen Zusatzleistungen für Mitarbeiter, abseits von klassischen Weiter- und Fortbildungsangeboten, können Sie uns noch berichten? Da und dort geschieht dies, aber wir stehen hier erst am Anfang einer solchen Entwicklung. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Ist es inzwischen tatsächlich so, dass nicht mehr die Bewerber um Ausbildungsplätze in den Unternehmen buhlen, sondern viel mehr, dass sich die Unternehmen um die besten Mitarbeiter in spe zanken? Der Markt hat sich in der Tat gedreht, die Unternehmen stehen im Wettbewerb um Azubis und Fachkräfte. Die Betriebe müssen sich umso mehr als DR. PETER KULITZ -- Da ist der Phantasie sicher keiner Grenze gesetzt. Aber ich glaube nicht, dass Mitarbeiter zu einem Arbeitgeber wegen der angebotenen Zahnpflege DR. PETER KULITZ --

95
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

96
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT wechseln. Die Betriebe haben aber gute Gründe, sich mehr als früher um die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu kümmern. Denn wenn man immer mehr auf ältere Arbeitnehmer angewiesen sein wird, ist es von Vorteil, wenn diese nicht nur geistig, sondern auch körperlich fit bleiben. H A N I X -- Ist es tatsächlich so, dass Bewerber um Ausbildungsplätze - trotz wirtschaftlich turbulenter Zeiten - immer wählerischer werden und zur Not auch auf einen sicheren Ausbildungsplatz verzichten, wenn ihnen beispielsweise die Unternehmensphilosophie und das Weiterbildungsangebot nicht zusagen? Oder anders gefragt: Sind junge Arbeitssuchende Menschen inzwischen gegenüber den Unternehmen in der besseren Verhandlungsposition? Das ist der Trend. Man darf davon eben nicht überrascht sein, dass derjenige, der die Wahl hat, am Ende dann auch auswählt. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Wenn man sich mit dem Thema Fachkräftemangel auseinandersetzt, bekommt man den Eindruck, dass sich bei den Unternehmen die »Denke« so langsam ändert. Es werden heutzutage keine Zeugnisse mehr eingestellt, sondern es wird viel mehr darauf geachtet, ob ein junger Mensch auch zum Unternehmen passt. Schwere Zeiten also für die Streber, welche, so unsere eigene Erinnerung an die Schulzeit, gerne mal einen Mangel an sozialer Kompetenz an den Tag legten, aber einen »Einser« nach dem anderen einfuhren?

97
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Ich habe es schon immer für einen Fehler gehalten, nur nach Noten und Zeugnissen zu schauen. Die individuellen und persönlichen Eigenschaften spielen eine herausragende Rolle. Ob die Zusammenarbeit im Betrieb klappt und man soziale Kompetenz hat, ist entscheidend. Wenn sich allerdings 500 Bewerber um eine Stelle bemühen, liegt es bei der Auswahl der ersten 50 nahe, sich zunächst am Notendurchschnitt und einem generellen Profil zu orientieren. In Zukunft werden weniger Bewerbungen eingehen und diese wird man sich alle sehr viel näher anschauen. Eine gute und gut ausgestattete Personalabteilung ist und bleibt ein strategischer Vorteil für jedes Unternehmen. Wer es schafft, vor allem leistungsbereite, sozial kompetente, freundliche, hilfs- und veränderungsbereite Mitarbeiter einzustellen, hat von vornherein gegenüber anderen Unternehmen einen substanziellen Wettbewerbsvorteil. DR. PETER KULITZ -- H A N I X -- Zurück zu Landesbestenehrung: Hier werden aber schon die strebsamsten Auszubildenden geehrt und nicht die sozial kompetentesten oder welche Kriterien geben den Ausschlag, dass man geehrt wird? Ich würde Sie hier gerne von einem Vorurteil befreien. Streber gibt es sicher überall, aber in der dualen beruflichen Ausbildung sind sie äußerst selten. Wer in einem Unternehmen als Azubi lernt, kann sich vor den anderen nicht verstecken und sich in den Elfenbeinturm zurückziehen. Wer in einer Gruppe von Menschen, die zusammen arbeiten, nicht zurechtkommt, hat in seiner Ausbildung selten Erfolg, da kann er pauken und büffeln soviel er will. Das ist eben der Vorteil der Dualen Ausbildung: hier kümmern sich Ausbilder und Kollegen um die jungen Leute und keiner wird allein gelassen. Und in den Prüfungen, die die Praktiker aus unseren Mitgliedsbetrieben abnehmen, ist die Betrachtung sozialer Kompetenz integriert. Bei einer betrieblichen Ausbildung ist das Risiko, aus der Spur zu geraten, verschroben zu bleiben oder gar erst verschroben zu werden, aufgrund des täglichen Miteinanders sehr viel geringer. Das kann man für rein schulische Ausbildungen oder für das Studium weitaus weniger konstatieren. DR. PETER KULITZ -- 6 Tage Kellerverkauf | Alles was das Snowboard Herz begehrt...

98
TEXT: MATTHIAS MARQUART FOTOS: FOTOLIA E R F O LG S M O D E L L FA M I L I E

99
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Ei n Blick in d ie Lis te d e r 52.000 Mitglie dsunt er ne h m e n d e r IH K He ilbro nn-Frank e n zei gt, d a s s Fam ilie nunte rne h m e n d e n Löwe nantei l der Mitg lie d s unte rne h m e n d e r IH K aus m ach en. Vo m K le inbe trie b bis h in zum We ltk o nze rn. Diese Unte rne h m e n s ind d ie Bas is d e s wir ts c haftlich e n Er fo lg e s d e r Re gio n. Foto: iceteaimages - FOTOLIA.COM Einer Studie der Stiftung Familienunternehmen zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen zufolge, sind über 93 Prozent der in Deutschland ansässigen Betriebe und Firmen familienkontrollierte Unternehmen. Sie tragen mit einem Anteil von 49 Prozent zum Umsatz aller Unternehmen bei und stellen über 54 Prozent der Arbeitsplätze. Die Studie bietet ebenfalls anhand der Kriterien »Beschäftigte und Umsatz« eine Liste der Top-500-Familienunternehmen in Deutschland. Auch zehn Unternehmen aus der Region HeilbronnFranken sind dort aufgeführt. Mit den Firmen Berner, Bürkert, ebm-papst, Getrag, Klenk, Läpple, Lidl, Optima, Würth und Ziehl-Abegg stellt die Region Heilbronn-Franken immerhin zwei Prozent der Top-500-Familienunternehmen in Deutschland. HOHE INNOVATIONSKRAFT geführten Unternehmen Kontinuität, Bodenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem eigenen Unternehmen, den Mitarbeitern und dem Standort. KONTINUITÄT IST TRUMPF Die Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken zeichnen sich durch eine hohe Innovationskraft aus. Im globalen Wettbewerb sind sie besonders gut aufgestellt. Die starke Exportorientierung unserer Wirtschaft sowie die überdurchschnittlich hohe Zahl an Weltmarktführern in der Region verdeutlichen dies eindrücklich. So zählen zu den Generaltugenden bei familien99 Eine weitere, vom Institut für Mittelstandsforschung (ifm), Mannheim, für die Stiftung Familienunternehmen durchgeführte Studie zur »Verweildauer des Managements von Familienunternehmen und Unternehmen in Streubesitz« zeigt: Geschäftsführer und Vorstände von Familienunternehmen bleiben signifikant länger im Amt, als die entsprechende Führungs-

100
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Foto: Robert Kneschke - FOTOLIA.COM Fam ilie nunternehmen sind ein wesentlic her Be s t an dteil unserer wir tsc ha ftlic hen Kultur. riege bei Unternehmen in Streubesitz. »Gerade die Führungsriege in einem Unternehmen hat eine enorme Vorbildfunktion. Wenn hier ein ständiges Kommen und Gehen herrscht, ist regelmäßig eine Verunsicherung aller Angestellten zu verspüren. Zusätzlich ist dabei auch die Frage zu stellen, ob Veränderungen, die Spitzenmanager treffen, nicht auch Zeit brauchen, um sich auszuzahlen. Nachhaltige Unternehmenspolitik ist nicht mit einer hohen Fluktuation immer neuer Spitzenleute durchzusetzen«, so Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. EIGENTÜMERGEFÜHRTE UNTERNEHMEN SIND ERFOLGREICHER wahrsten Sinne des Wortes auszuzahlen«, ergänzt Hennerkes. Und auch vom Kapitalmarkt wird ein schneller Wechsel nicht gefordert, wie ein Blick auf die Unternehmen zeigt, die in der Rechtsform der AG geführt werden: Mit 8,2 Jahren Verweildauer im Mittel der Aktiengesellschaften liegen Familienunternehmen deutlich höher als Unternehmen im Streubesitz mit 6,3 Jahren. »Die beiden Indizes DAXplus Family und GEX, die eigentümergeführte Unternehmen an der Börse abbilden, sind bei weitem erfolgreicher. Auch hier scheint sich Langfristigkeit und Nachhaltigkeit im DAS RÜCKGRAT DER WIRTSCHAFT Familienunternehmen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer wirtschaftlichen Kultur und werden es sicherlich auch bleiben. Sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und sorgen auch dank einer starken regionalen Vernetzung für Kontinuität. Eine Kontinuität, die es auch in Zeiten eines rasanten wirtschaftlichen Wandels nach wie vor braucht.

101
www.facebook.com/memografie

102
TR A D IT I ON E L L STA RK TEXT: MATTHIAS MARQUART FOTOS: PR

103
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Was macht viele familiengeführte Betriebe so erfolgreich und wo liegen die Stärken und Schwächen dieser Unternehmensform? HANIX hat einige Unternehmer befragt. In Tauberbischofsheim ist die Distelhäuser Brauerei angesiedelt, die sich seit 1876 im Besitz der Familie Bauer befindet. Mit knapp 185.000 Hektolitern Jahresausstoß und 147 Mitarbeitern gehört die Distelhäuser Brauerei zu den mittelständischen Brauereien in der deutschen Bierlandschaft. Eine der Stärken des Familienunternehmens sieht Geschäftsführer Achim Kalweit darin, dass man sich in einem Markt, der von Konzentration und Globalisierung geprägt sei, immer die Eigenständigkeit bewahrt habe. »Wir sind keiner internationalen Konzernführung oder Börse verpflichtet und können daher auch in schwierigen Zeiten zu unseren langjährigen Partnern stehen.« Und sein Kollege, Geschäftsführer Roland Andre, ergänzt: »Nachhaltig stabile Strukturen sind uns wichtiger als schneller Profit und kurzfristig lukrative Geschäfte.« So führte die Distelhäuser Brauerei bereits 1956 eine Mitarbeiterbeteiligung ein, über die alle am Erfolg des Unternehmens teilhaben können. »Gesundes Wa c h stum is t f ü r e in Fa milienunternehmen nur mö g lic h, wenn es die tra ditionellen We r te wa hr t und gleic hzeitig ung ew ö hn lic he Innova tionen sc hnell um se tz t .« Angelika und Kla us Kölle (Bild lin k s) KAISERLICH-KÖNIGLICHER HOFLIEFERANT REGIONAL VERWURZELT Die Brauerei bekennt sich zu ihrer Verantwortung für die Region. Die Hauptzutaten der Biere aus Distelhausen stammen zu fast 100 Prozent aus dem Taubertal und einem Umkreis von weniger als 100 Kilometer um das Dorf. Damit hängen rund 570 weitere Arbeitsplätze in Landwirtschaft, Dienstleistung, Handel und Gastronomie unmittelbar von der Distelhäuser Brauerei ab. Roland Andre: »Mit einer Begeisterung, die von Generation zu Generation weitergegeben wird, kämpfen wir für den Erhalt der traditionellen Braukunst und die Vielfalt herkunftstypischer Bierspezialitäten. Dabei haben wir ein offenes Ohr für neue Ideen und fördern den Fortschritt, denn wir verstehen Tradition nicht als Verharren in altertümlichen Arbeitsweisen. Wir brauen moderne Biere mit traditionellem Hintergrund. So bewahren wir echte, regionale Braukunst und authentische Lebensart.« Auch das Heilbronner Unternehmen Pflanzen-Kölle ist ein traditionsreiches Familienunternehmen, das mittlerweile in der sechsten Generation von Angelika Kölle als Vorsitzende der Geschäftsführung geleitet wird. Das Unternehmen ging aus einer Ulmer Kunst- und Handelsgärtnerei hervor. Gegründet 1818 avancierte PflanzenKölle schnell zum kaiserlich-königlichen Hoflieferanten. Angelika Kölle: »Qualität, Begeisterung, Innovation und Inspiration sind die vier Stärken, die Pflanzen-Kölle als erfolgreiches Familienunternehmen mit sozialer und ökologischer Verantwortung wachsen lässt.« Das Unternehmen betreibt mittlerweile deutschlandweit zwölf Gartencenter. Hinzu kommen eine eigene Gärtnerei und Baumschule. Von den 1.550 Mitarbeitern sind 125 Auszubildende. Allein 2011 und 2012 starteten 50 Auszubildende ihre Berufslaufbahn bei Pflanzen-Kölle. NACHHALTIGE WERTE Dabei bildet der gärtnerische Ursprung die Wurzeln des Familienunternehmens. Die eigene Gärtnerei und Baum-

104
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Die Haering-Gesellschafter Stefan Baer (links) und Walter Baer. Foto: Haering schule mit natürlichen Pflanzen-Kulturen liegen dem Unternehmen ebenso sehr am Herzen wie innovative Konzepte wie die Bio-Gärtnerei mit rund 81 verschiedenen Bio-Kräutern, die Natur-Pur Staudengärtnerei mit ihren ökologischen Pflanzenkollektionen oder die umfangreiche Rosenkultur. Kölle: »Gesundes Wachstum und erfolgreiches Handeln sind für ein Familienunternehmen nur möglich, wenn es die traditionellen Werte wahrt und gleichzeitig ungewöhnliche Innovationen schnell umsetzt.«

105
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT UNTERNEHMENSKULTUR LEBEN Und auch die Unternehmenskultur der Nordheimer Gebr. Eberhard GmbH & Co. KG ist von Anfang an bis heute durch einen familiären Umgang geprägt. Manuel Eberhard, derzeit Doktorand an der Bond-University/ Australien: »Wir versuchen stets die Werte, auf die Willi und Eugen Eberhard das Unternehmen gegründet haben, sowohl an die nachfolgenden Generationen in der Familie als auch an unsere Mitarbeiter weiter - zugeben und zu leben. Wir stehen für Tradition im verlässlichen Miteinander und für technischen Fortschritt in den Produkten und unserer Organisation. Teamorganisation, flexible Arbeitszeiten, Erfolgsbeteiligung und umweltgerechte Produktion sind Standard für unsere Mitarbeiter.« Doch es gibt auch weitere Faktoren, die das Unternehmen als Basis für den wirtschaftlichen Erfolg von familiengeführten Unternehmen betrachtet. »Sie zeichnen sich durch einen längeren Planungshorizont aus. Der Fokus liegt auf einer Steigerung des Unternehmenswertes über mehrere Generationen hinweg und nicht auf dem nächsten Quartalsergebnis«, sagt Manuel Eberhard. So streben die Besitzer von Familienunternehmen danach, das Unternehmen der nachfolgenden Generation zu übertragen, so dass das Überleben des Unternehmens Priorität gegenüber kurzfristigen Gewinnmitnahmen genießt. IN DER KRISE GEWACHSEN das vieler Mitarbeiter - an die nächste Generation weiterzugeben«, sagt Udo Wirthwein. Deshalb sei es auch ein großes Glück, dass beide Söhne nie zur Diskussion stellten, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Marcus und Frank Wirthwein sind seit mehreren Jahren als Geschäftsführer in der Wirthwein-Gruppe an verantwortlicher Stelle tätig. Für beide war der Einstieg in das Familienunternehmen eine Selbstverständlichkeit. Durch die Übertragung von Verantwortung auf die nächste Generation mit der Erweiterung der Vorstandschaft um die Söhne Marcus und Frank Wirthwein sowie Rainer Zepke zum 1. Juli 2010 wurde der Führungswechsel eingeläutet und wird gemäß der soliden Unternehmensphilosophie Stück für Stück realisiert. »GEMISCHTWARENLADEN« MACHT SICH BEZAHLT Herbert Hennige, Mitglied der Geschäftsleitung: »Insbesondere in konjunkturell schwierigen Zeiten hat sich diese Unternehmensform bisher ausbezahlt. So haben wir während der Finanzkrise im Jahr 2009 die größte Investition in unserer Firmengeschichte vorgenommen. Wir konnten damit unsere Produktionskapazität in Nordheim um das Doppelte erhöhen und das Lagervolumen für den Elektrogroßhandel in Böckingen erweitern. Dies ist nur aufgrund unserer Unabhängigkeit, unserem langfristigen Planungshorizont sowie dem Bekenntnis zum Standort möglich gewesen.« VERANTWORTUNG ÜBERTRAGEN Und darüber, dass das Unternehmen in guten Händen ist, muss sich der Senior-Chef keine Sorgen machen. Das Erfolgsmodell des Familienunternehmens Wirthwein: Diversifikation und Expansion in zukunftsträchtige Geschäftsbereiche. »Unser manchmal hinterfragter Gemischtwarenladen hat sich in der Wirtschaftskrise 2009/10 als großer Vorteil herausgestellt«, so Vertriebsvorstand Frank Wirthwein, der als Geschäftsführer der Winkler Design GmbH & Co. KG und der Bembé Parkett GmbH & Co. KG auch den Geschäftsbereich Innenausbau verantwortet. Die Wirthwein-Gruppe ist mittlerweile in den sechs Geschäftsfeldern Automotive, Bahn, Energie, Hausgeräte, Medizintechnik und Innenausbau tätig. SCHNELL UND FLEXIBEL Den Generationswechsel zu bewerkstelligen - das war auch bei der Creglinger Wirthwein AG ein Thema. »Es ist mein ausgeprägter Wunsch, mein Lebenswerk - und Die »Unternehmensform Familie« hat sich auch immer bei dem Untergruppenbacher Lackhersteller Haering bewährt. Seit der Firmengründung vor über 100 Jahren hat sich das Unternehmen kontinuierlich entwickelt. Inzwischen ist bereits die vierte Familiengeneration am Ruder und hat in dieser Zeit mit hoher Produktqualität, Flexibilität, Service und Zuverlässigkeit ein farbiges Kapitel Entwicklungsgeschichte geschrieben. Haering-Geschäftsführer Stefan Baer: »Durch die familiäre Struktur war es uns immer möglich im Unternehmen schnelle und bedarfs gerechte Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.« Besonders bewährt habe sich die Unterneh-

106
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Mark Aberle, geschäftsführender Gesellschafter der Aberle Automation in Leingarten. Foto: Aberle Automation mensform vor drei Jahren, als das Unternehmen trotz negativer wirtschaftlicher Effekte eigenverantwortlich die Entscheidung gegen jede Form der Kurzarbeit treffen konnte. ERFOLGREICH FÜHREN MIT WERTEN Und auch bei Haering legt man viel Wert auf Tradition. Haering-Geschäftsführer Walter Baer: »Werte sind zunehmend entscheidend bei der Frage erfolgreicher Führung. KMU benötigen hohe Werte, um gut bestehen zu können. Werte haben zu Recht ganz erheblich mit dem Verhältnis des Unternehmens zu seinen Mitarbeitern zu tun, da sie entscheidend das Wohl der Belegschaft fördern. Dies ist in familiengeführten Unternehmen umso wichtiger, da dort teils auf Jahre und Jahrzehnte enge Beziehungsgeflechte bestehen und gepflegt werden. Nach unserer Auffassung muss in heutiger Zeit generell ein neuer, gültiger Wertekodex definiert werden. Es kommt inner- und außerbetrieblich mehr und mehr auf den Stil der Zusammenarbeit an.« FREIRÄUME BIETEN dem nur zustimmen: »Die Stärken eines Familienbetriebes liegen in der engen Verbundenheit der Geschäftsführung zum Unternehmen. In einem familiengeführten Unternehmen gibt es kurze Entscheidungswege. Der Chef ist für seine Mitarbeiter da, weil es flache Hierarchien gibt. Ein familiengeführtes Unternehmen bietet viele Freiräume für das Personal und die Führungskräfte, es muss nicht alles einem vorgegebenen Schema folgen.« OFFEN FÜR NEUES BLEIBEN Mark Aberle, geschäftsführender Gesellschafter der Leingartener Aberle Automation GmbH & Co. KG kann An Tradiertem festzuhalten, ohne dass es zielführend sei, mache aber keinen Sinn. Aberle: »Auch in diesen Bereichen muss man seine Verhaltensweisen an die Firmenentwicklung anpassen, ohne seine Werte aufzugeben. Werte spielen im persönlichen Umgang eine große Rolle und müssen von der Unternehmensleitung vorgelebt werden.« Dennoch habe es sich bewährt, dass man bei Aberle neue Branchen und Techniken nie gescheut hat. »Immer die neuesten Lösungen für unsere Kunden anbieten zu können, kommt gut an. Wir versuchen alle möglichen Wünsche unserer Kunden zu realisieren. Unser Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die langfristig ihren Preis wert ist.«

107


108
H EILB RON N E R WI RTSCH AF TS U NT ERNE H M E N AUS D ER Z E I T D E R JAHRHUN D E RTWE N D E TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN In de r Auss t el l u n g » Hei l b ro n n h is to ris ch ! « im Haus d e r Stad tge sc h i c h te w ird a u c h d er Au f s tie g He ilbro nns zur Ind us trie s tad t ge ze i g t. A m Beis p i el et l i c her Firm e n und ih re r Pro d uk te läs s t s i c h di e Vi el f a l t d er Br a n c h en in d e n Jah r ze h nte n um 1900 e rk e n n e n . Di e Au s s t el l u n g i m De uts ch h o f (Eich g as s e 1) is t täg lich au ße r Mon t a g vo n 1 0 : 0 0 b i s 1 7:00 Uh r und am Die ns tag bis 19 : 0 0 Uh r g eö f f n et .

109
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT MECH. SCHUHFABRIK WOLF & COMP.; 1911 Seit 1890 produzierte die Fabrik in Sontheim Schuhe unter dem Markennamen Wolko. Ende der 1920er Jahre wurde nach amerikanischem Vorbild die Fließbandfertigung eingeführt. In der NS-Zeit mussten die jüdischen Eigentümer emigrieren; ein Geschäftsführer rettete den Besitz über den Krieg hinweg für die Familie. 1960 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, 1970 die Produktion eingestellt und das Gelände mit Wohnungen bebaut.

110
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT EMIL SEELIG CICHORIEN-FABRIKEN; 1870 Seit den 1850er Jahren betrieb Emil Seelig seine Fabrik an der Wilhelmstraße. Die Wurzeln der Wegwarte (Cichorium intybus) wurden geröstet und gemahlen als Kaffeezusatz verkauft. Später kamen andere Kaffeesurrogate hinzu. Das bekannteste Markenprodukt wurde »Seelig's kandierter Kornkaffee«. 1908 übernahm die Firma Franck die Aktienmehrheit; sie stellte 1928 die Produktion in Heilbronn ein. Die Firma und ein Verkaufsbüro bestanden noch bis 1956.

111
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

112
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT BAUGESELLSCHAFT HEILBRONN; 1906 Im Jahr 1872 wurde die Firma zunächst als Bauunternehmung gegründet, die auch ihre eigenen Ziegelsteine herstellte. Die Maschinen-Ziegelei in Böckingen wurde dann zum Hauptzweck der Aktiengesellschaft. Nach der Stilllegung im Zweiten Weltkrieg liefen die Geschäfte ab den 1950er Jahren wieder sehr gut. Nach verschiedenen Verkäufen wurde die Firma schließlich liquidiert. Auf dem Betriebsgelände in Böckingen befindet sich heute der Ziegeleipark.

113
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

114
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT KRAEMER & FLAMMER SEIFENFABRIK; 1912 Die im Jahr 1871 im Süden der Stadt als Fabrik für Harzprodukte gegründete Firma begann bald mit der Herstellung technischer Fette und Öle. Nach 1900 entwickelten sich Seife und Waschpulver zum Hauptgeschäftsfeld. Markenprodukte wie Flamil-Waschpulver oder Dirndl-Seife erlangten durch zeittypische und originelle Werbung große Bekanntheit. Die Produktion lief bis 1970, anschließend entstand auf dem Gelände das »City-Süd-Center«.

115
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

116
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

117
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT WILH. WECKER; 1904 Die Branntwein- und Essigfabrik Wecker entwickelte sich wie andere Firmen im Umfeld des Weinbaus. Kurz nach 1900 bezog die Firma neue Gebäude im Industriegebiet Kleinäulein, wo Essiggurken und Sauerkonserven zu den Hauptprodukten wurden.  Nach dem Ersten Weltkrieg kam auch die Senfherstellung hinzu. Die Firma bestand unter verschiedenen Besitzern bis Anfang der 1990er Jahre.

118
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

119
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT ZWIRNEREI ACKERMANN A.-G.; 1921 Firmengründer Karl Ackermann baute im Jahr 1868 mit Maschinen aus England in Sontheim eine Strick- und Nähgarnfabrik auf. Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1882 begann ein schnelles Wachstum und um 1900 waren 650 Personen beschäftigt. »Ackermann´s Schlüsselgarn« wurde eine bekannte Marke im In- und Ausland. In den 1980er Jahren verschwand - nach Wolko - auch dieser zweite große Industriebetrieb in Sontheim.

120
TEXT & FOTOS: IHK HEILBRONN-FRANKEN STAT IST I K 2 0 1 2 -D IE R E G I ON H E ILB RO N N -F R A N K E N I N ZAH LE N Die IHK Heilbronn-Franken hat die statistischen Zahlen zur Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken herausgebracht. Wir zeigen exemplarisch Auszüge aus dem Zahlenpapier zur Wirtschaftskraft der Region. Quellen: Statistisches Landesamt Stuttgart und IHK Heilbronn-Franken

121
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Die Broschüre »Statistik 2012 - Die Region HeilbronnFranken in Zahlen« der IHK Heilbronn-Franken ist jetzt als aktualisierte Neuauflage erschienen. Das 60-seitige Standardwerk liefert eine verlässliche Grundlage für Entscheider aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung und belegt eindrucksvoll die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Region Heilbronn-Franken. Für die Wirtschaft der Region Heilbronn-Franken war das Jahr 2011 ein erfolgreiches Jahr. Trotz Euro-Schuldenkrise und schwächerer Weltkonjunktur hielt der 2010 eingeschlagene Wachstumskurs weiter an. Erneut war es die regionale Industrie, die sich durch ihre hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit als treibende Kraft des Wirtschaftswachstums erwies. Nachlesen lässt sich dies in der IHK-Broschüre »Statistik 2012 - Die Region Heilbronn-Franken in Zahlen«. Die Publikation gibt einen umfassenden Überblick über wichtige Wirtschaftsdaten für die Region Heilbronn-Franken und ihre Stadt- und Landkreise. Sowohl der aktuelle Stand als auch die langfristige Entwicklung grundlegender Daten zu Demografie, Arbeitsmarkt, Ausbildung, Bruttowertschöpfung, Verarbeitendes Gewerbe und weiteren wichtigen Bereichen sind dort aufgeführt. Ergänzend sind Vergleichsdaten für die baden-württembergischen Regionen, Baden-Württemberg und Deutschland dargestellt. NEUE REKORDWERTE IN DER INDUSTRIE Heilbronn-Franken war 2011 neben der Region Stuttgart die umsatzstärkste Region Baden-Württembergs. Die heimische Industrie konnte im Jahr 2011 Rekordwerte bei Umsatz und Export erzielen. Der Umsatz der

122
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT regionalen Industrieunternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten hat gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 16,3 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro zugelegt (Baden-Württemberg: 11,7 Prozent). Erneut erwies sich der Außenhandel als konjunktureller Eckpfeiler. Die Exporte stiegen um 22,6 Prozent auf einen neuen Rekord von 17,1 Milliarden Euro. Die Exportquote der heimischen Industrieunternehmen lag bei 51,4 Prozent (Baden-Württemberg 49,9 Prozent). Umsatzstärkster Kreis war mit deutlichem Abstand der Landkreis Heilbronn mit 17,6 Milliarden Euro gefolgt vom Landkreis Schwäbisch Hall (5,5 Milliarden Euro). Im langfristigen Vergleich stieg der Umsatz der regionalen Industrie von 1973 bis 2011 um 829 Prozent an (Landesdurchschnitt: 425 Prozent). Der Export in der Region hat im gleichen Zeitraum sogar um 2.170 Prozent zugelegt. Die Anzahl der Industriebeschäftigten ist in der Region HeilbronnFranken seit 1973 um 22 Prozent gestiegen. Landesweit wurden im gleichen Zeitraum hingegen 24 Prozent der Industriebeschäftigten abgebaut. SPITZENPLATZ BEIM BESCHÄFTIGTENANSTIEG Durch die gute Konjunktur ist 2011 die Arbeitskräftenachfrage deutlich gestiegen. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer erhöhte sich in der Region Heilbronn-Franken im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent oder rund 11.300 Personen auf insgesamt 340.511 Beschäftigte. In Baden-Württemberg lag der entsprechende Zuwachs nur bei 2,5 Prozent. Die Region verzeichnete damit den höchsten prozentualen Zuwachs der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vergleich zu den anderen Regionen Baden-Württembergs. Gleichzeitig ging die Arbeitslosigkeit auf einen Tiefststand zurück. Die Arbeitslosenquote in der Region ist von 4,7 Prozent im Vorjahr auf 3,8 Prozent gesunken (Baden-Württemberg: 4,0 Prozent). Auch die langfristige Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist bemerkenswert. Im Zeitraum von 1974 und 2011 nahm ihre Zahl in Heilbronn-Franken um 50,0 Prozent zu und lag damit drei Mal so hoch wie im Landesdurchschnitt. DEMOGRAFISCHER WANDEL ERREICHT DIE REGION Die Bevölkerungszahl in der Region Heilbronn-Franken ist seit 1980 um 24,0 Prozent gestiegen (Baden-Württemberg: 16,5 Prozent). Im Jahr 2011 wurde gegenüber dem Vorjahr allerdings nur noch ein Zuwachs von etwa 1.300 Personen oder 0,2 Prozent auf 883.262 Einwohner verzeichnet. Damit hat der demografische Wandel jetzt auch die Region Heilbronn-Franken erreicht. Lag der Altersdurchschnitt 1990 noch bei 38,5 Jahren, betrug er 2011 bereits 42,7 Jahre. HOHE AUSBILDUNGSBEREITSCHAFT Die Ausbildungsbereitschaft der heimischen Unternehmen hat 2011 auch vor dem Hintergrund der Sicherung

123
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Soweit Land Baden-Württemberg des Fachkräftebedarfs deutlich zugenommen. 4.856 neu eingetragene Ausbildungsverhältnisse verzeichnete die IHK Heilbronn-Franken. Das ist ein Plus von 7,5 Prozent oder 339 Plätzen gegenüber dem Vorjahr. Im kaufmännischen Bereich wurden 3.071 Plätze, im technischen Bereich 1.759 Plätze gemeldet. Dabei blieben im kaufmännischen Bereich die Berufe im Handel mit 35,3 Prozent dominierend. Im technischen Sektor führen nach wie vor die Metallberufe mit 61,3 Prozent. DEUTLICHER GRÜNDUNGSÜBERSCHUSS als abgemeldet. Die Gesamtzahl aller im vergangenen Jahr neu angemeldeter Betriebe lag bei 7.854. IM INTERNET ABRUFBAR Wie schon in den Vorjahren weist die Region Heilbronn-Franken auch 2011 einen deutlichen Gründungsüberschuss auf. 922 Betriebe wurden 2011 mehr an123 Die Broschüre »Statistik 2012« ist als pdf-Datei kostenfrei auf der Homepage der IHK Heilbronn-Franken unter www.heilbronn.ihk.de/statistikbroschuere abrufbar. Sie kann zudem als Druckversion kostenfrei bei Dorothee Kienzle unter Telefon 07131 9677-135 sowie per E-Mail an dorothee.kienzle@heilbronn.ihk.de angefordert werden. Auch für fachliche Fragen zur Broschüre steht die IHK-Statistikexpertin gerne als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

124
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

125
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

126
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

127
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT

128
TEXT & FOTOS: RAFAELA JECKLE » UNSE R E GE N E R IE RT E N U MSÄTZ E L I E G E N IN B R AS I LI E N W E IT H IN T E R DEM P OTE N T I A L U N D DEN MÖG LI C H KE IT E N «

129
TITELTHEMA: WIRTSCHAFT Die beyerdynamic GmbH & Co. KG gehört zu den führenden Herstellern von Kopfhörern, Mikrofonen, Headsets und Konferenztechnik. Bis heute werden die Premium-Produkte in Deutschland entwickelt und gefertigt. Der überwiegende Teil der Fertigung erfolgt in Handarbeit. Beim IHKSprechtag zum Thema »Brasilien« trafen wir Herrn Holz vom MikrofonHersteller und sprachen mit ihm über die Interessen seines Arbeitgebers am brasilianischen Markt. H A N I X - Weshalb ist Brasilien als Handelspartner für ihr Unternehmen so interessant? H A N I X - Wie würden Sie ihre Geschäftsbeziehungen nach Brasilien beschreiben? Brasilien ist eines der stärksten südamerikanischen Länder, in dem auch für unsere Produkte eine Vielzahl an Zielgruppen sind. HOLZ H A N I X - Warum haben Sie Interesse am brasilianischen Markt? Wir pflegen eine partnerschaftliche Beziehung und sind ständig bemüht, den Wissenstransfer immer auf dem neuesten Stand zu halten. Die technische Unterstützung ist über die Entfernung nicht einfach, wenn es sich um sehr technische Produkte handelt.. HOLZ H A N I X - Wieso macht es für brasilianische Unternehmen Sinn mit ihrem Unternehmen in Geschäftsbeziehungen zu treten? möchten auch in diesem Land Umsatz generieren, da wir dort ein großes Potential sehen. H A N I X - Welcher Markt ist interessanter: Der indische, chinesische oder der brasilianische? H O L Z - Wir Rein auf die Bevölkerungsdichte bezogene Größe, sind in China und Indien die am stärksten und am schnellsten wachsenden Märkte. Brasilien liegt für unsere generierten Umsätze weit hinter dem Potential und den Möglichkeiten. HOLZ H A N I X - Ist zum Beispiel Argentinien weniger interessant als Brasilien? Die Technologien und das Markenbewusstsein sind und werden in Zukunft ausgeprägter sein. Technik aus unserem Hause steht immer für eine Qualität »Made in Germany«. HOLZ H A N I X - Wieso sind für hier angesiedelte Unternehmen Geschäftsbeziehungen nach Brasilien interessant? Diese Frage ist Stand heute schwer zu beurteilen, da wir in den argentinischen Markt erst eingestiegen sind. Wir sind gespannt, wie sich dieser Markt entwickelt. HOLZ H A N I X - Haben sich durch die Finanzkrise in Europa die Geschäftsbeziehungen mit Brasilien besser entwickelt? Im Rahmen der Globalisierung ist es häufig die Strategie von Unternehmen Geschäftsbeziehungen in andere Länder aufzubauen. Ziel ist es auch dort Umsatz zu generieren. HOLZ H A N I X - Waren Sie selbst schon einmal in Brasilien und haben sich ein eigenes Bild vor Ort machen können? Für uns hat sich da im Wesentlichen nichts verändert. Die Umsätze lagen und liegen auf vergleichbar niedrigem Niveau. HOLZ H A N I X - Was ist aus ihrer Sicht wichtig um eine Geschäftsbeziehung mit Brasilien und zu brasilianischen Unternehmen zu entwickeln? Ja, zweimal. Die Beziehungsgeflechte sind auch in diesem Land vorhanden und schwer zu durchbrechen, beziehungsweise wenn man einen Einstieg gefunden hat, scheint es etwas einfacher zu funktionieren. HOLZ H A N I X - Wie würden Sie den Sprechtag zu Brasilien beurteilen? Haben Sie etwas lernen können? Einen zentralen Ansprechpartner, bzw. Repräsentant für die lateinamerikanischen Länder zu haben wäre ein Schritt nach vorne. HOLZ - Wir konnten erste Ansätze erkennen, wie wir mit Hilfe der IHK eine weitere Intensivierung des Geschäftes betreiben können. HOLZ -

130
E IN ST Ü C K UNSERER H E I M AT

131
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT - Blick vom Zabergäu bis an den Neckarstrand mit Fotografien von Claudia Fy Bezaubernde Aufnahmen einer Kulturlandschaft, die geprägt ist vom Weinbau, von Streuobstwiesen und Waldzügen auf den Höhen des Strom- und Heuchelbergs. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, durch alle Jahreszeiten aus der Vogel- und Froschperspektive portraitiert die Fotografin Claudia Fy die Städte und Gemeinden Brackenheim, Bönnigheim, Cleebronn, Güglingen, Kirchheim, Lauffen, Neckarwestheim, Nordheim, Pfaffenhofen und Zaberfeld mit den umliegenden Teilgemeinden. Als herzliche Einladung zum Perspektivwechsel versteht sich dieses Buch. Gemacht mit Herz und Hand. Aus voller Überzeugung und mit Freude über die großen und kleinen Überraschungen dieses abwechslungsreichen Landstrichs.

132
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

133
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

134
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

135
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

136
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

137
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

138
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

139
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

140
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

141
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

142
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

143
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

144
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT Kreativzentr Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn

145
SPIEGELREFLEX: EIN STÜCK UNSERER HEIMAT

146
QUIZ DICH GL Ü C KLICH !

147
EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº14 FRAGE: WIE HEISST DER INTENDANT DES HEILBRONNER THEATERS? BIS VOR FÜNF JAHREN WAR DAS HEILBRONNER THEATER BESTENFALLS EIN DURCHSCHNITTLICHES SCHAUSPIELHAUS. DANN BEKAM DAS HAUS EINEN NEUEN KOPF UND SEIT DEM GEHT ES AUFWÄRTS. MIT EINER AUSLASTUNG VON 80% LIEGT DAS HAUS IN DER NATIONALEN SPITZENGRUPPE IM VERGLEICH MIT SCHAUSPIELHÄUSERN VERGLEICHBARER STÄDTE. JAY ALEXANDER ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA ALEXANDER CHOUCHOU Burnsideshop.de Weihnachtscircus 3 x Weihnachts-CD 3 x 20-EURO-Gutschein 3 x Klebe-Schnauzer 3 x 2 Karten Der Pforzheimer Jay Alexander und das Royal Philharmonic Orchestra mit klassischen Weihnachtsliedern auf einer Solo CD. Wir verlosen drei signierte Silberlinge. Französischer Chic und Coolness in Heilbronn. chouchou, die kleine aber feine Boutique in der Oberen Neckarstraße verlost drei Gutscheine im Wert von je 20 Euro. Stick with Me Baby, sagt NEIN zur LANGEWEILE - und JA zu KREATIVITÄT und SPAß! Ein paar Haare auf dem Laptop sind ein guter Start. Diesmal ist der Heilbronner Weihnachtscircus mit Manegen-Weltstar Oleg Popov auf der Theresienwiese zu Gast. Wir verlosen dreimal zwei Eintrittskarten für den 20. Dezember. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: SCHAFFE, SCHAFFE, HÄUSLE BAUE! EINSENDESCHLUSS IST DER 16. DEZEMBER 2012. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: STP-CREW

148
EIN BRIEF VON RALPH MUNZ TON: PHILIPP SEITZ GELESEN VON PHILIPP KIONKA L I E B E H E I M AT, meine Heimat? Ein kleiner Fleck Erde in Europa. Auf einem Planeten der vielleicht einzigartig ist, in einem Universum das vielleicht unendlich ist und unvorstellbar zu gleich. Liebe Heimat, von allen Dingen, von denen ich dir zu erzählen habe, möchte ich mich zuerst bei meinem Vater bedanken, der mir dieses unvergessliche Abenteuer geschenkt hat. Mich mitzunehmen auf eine Reise einmal um die Welt, in ein paar mehr als 80 Tagen. Danke Peter. Danke, deinen Traum miterleben zu dürfen. Wir sind im Paradies gelandet. Rarotonga, eine Insel mitten im Pazifischen Ozean. Sie hat einen Durchmesser von 11x7 km. Mit dem Roller brauchst du für ca. 36 km maximal eine Stunde. Dann bist du wieder da wo du losgefahren bist, immer irgendwo am Meer. In der Zeit nickst du aber über 100 mal Einheimischen und Touristen einen liebevollen Gruß zu, weil ein jeder sich hier freut Menschen zu treffen. Um zu quatschen, um Neuigkeiten auszutauschen oder einfach nur so, weil man es hier schon immer so macht, freundlich zu anderen Menschen ist und sich freut wenn sie da sind. Hier spielt Zeit einfach keine Rolle nur das Miteinander. Ein toller Platz für uns beide. Nach über der Hälfte unserer Reisezeit machen wir eine Woche Urlaub auf unserer Terrasse vor unserem kleinen Haus am Meer, mit einem Cinemascope Breitleinwand Ausblick, auf einen Streifen weißen Sandstrand und den Pazifischen Ozean, der mit einem blau daher gleitet, das Maler erzittern ließe - aus Angst ihnen könne die Farbe blau ausgehen, wenn sie dieses Panorama malen müssten. Ultramarinblau. Schwer zu kriegen. Ultramarinpazifikblau. Hier Kostenlos. Bis wir hier in unserem Paradies gestrandet sind, haben wir die Hälfte der Erdkugel hinter uns gelassen. Zuerst landen wir in Bangkok, zwei Tage Aufenthalt, kurzes eingewöhnen in das asiatische Leben. Von Bangkok führt die Reise nach Vietnam und damit auch in das Land der Tempel und Klöster. Vietnam ist ein bezauberndes Land mit bezaubernden Menschen, die einen großen Zusammenhalt haben, einen großen Glauben das ALLES gut geht. Die Vertrauen in sich haben und zu den anderen. Deutlich wird das auf der Strasse wenn über 100 Rollerfahrer, mehrere Rikschas und wenige Autos sich an den Kreuzungen begegnen und ihren Weg in alle Richtungen finden, ohne das einer benachteiligt wird oder irgend etwas passiert. Fast zwei Wochen haben wir gebraucht um dieses einst von unverständlichen Kriegen gezeichnete Land zu entdecken. Heute hat Amerika das Land wieder besetzt, Mc Donald und Coca Cola haben ihren Siegeszug schon hinter sich gebracht. Nach fünf Tagen in Kambodscha mit noch gewaltigeren und mystischeren Tempeln und genauso vielen netten Menschen beenden wir den ersten Teil unserer Reise. Mit einem Stop-Over von zwei Tagen in Singapur, das eine vorbildliche Stadtplanung hinter sich hat, ein Heer unzufriedener Menschen vor sich herschiebt, die von einer Luxusmall zur anderen ziehen und das mit Superlativen in Sachen Hochbau in keiner Weise geizt, erreichen wir schließlich unsere erste Anlaufstelle im Norden Australiens: Darwin. 38° C, 95 % Luftfeuchte, Krokodile, Urwald, Cowboys, Crocodile Dundees und Angler. Darwin, sagen die Australier, hat mit Aussie nichts zu tun, ist nur Dschungel. Stimmt. Mit dem Jeep geht es hinein in die rote Wüste Australiens. Unser Ziel: Ayers Rock, der rote Berg der Aborigines. Das verwirrende bei dieser heißen Fahrt sind irre lange Lkw- Züge mit über 50 m Länge die für nichts und niemanden bremsen und massenhaft Kängeruhs, Dingos und natürlich Kaninchen beim einfachen Straßen überqueren um ihr Leben bringen. Verrückte Menschen leben in der Wüste. Einer widmet seine Aufmerksamkeit und seine Arbeit ausschließlich den Ufos. In seinem Pub am Rande des Highways pflastern Zeitungsausschnitte von fliegenden Untertassen und deren Entdecker die Wände. Die Souvenirs haben alle etwas mit extraterrestrischem und Et´s zu tun. Verrückt? Nur vielleicht. Wenn es in der Wüste Nacht wird dann ist es Nacht. Der Anblick des Sternenhimmels über Wycliffe Well, dem U.F.O.-Capital of Australia, ist unbeschreiblich. Es blinkt und funkelt, ständig verglühen Sternschnuppen im Irgendwo. Hier kann man das Ausmaß unseres Univer-

149
BRIEFE AN DIE HEIMAT: VOM JAKOBSWEG, SPANIEN sum wirklich erahnen und der Frage nach Leben ausserhalb unseres kleinen Universums viel näher kommen. Über Sydney, für mich die europäischste Stadt unserer Reise, reisen wir nach Neuseeland, das Land der Hobbits und der freundlichen Menschen. Wie es dort aussieht weiß jeder, der Herr der Ringe gesehen hat. Was für eine Energie und Lebensfreude dort spürbar ist, kann man nicht beschreiben nur fühlen. Wir waren nur elf Tage in Neuseeland, aber die waren voller Bewunderung für Land und Leute. Von Neuseeland aus gelangen wir schließlich in unser Paradies. Eine eigene Welt mit liebevollen Menschen auf der anderen Seite der Welt. Von hier aus bist du Heimat auf der anderen Seite der Welt. Aber wie viele Seiten hat unsere Welt. Ich glaube, wenn man einmal um die Welt herum kommt, hat man ein Gefühl das dem der Astronauten, die von oben unseren Planeten sehen konnten, nahe kommt. Man fühlt die Größe und die Schönheit unserer Welt und ihre wahre Bestimmung. Und man erkennt, dass unsere Heimat die Erde ist. In den Wäldern und Schluchten Neuseelands wo in totaler Unordnung alle Pflanzen und Tiere ihren Platz haben oder auf Rarotonga, einer Insel mitten im Pazifik, die den Regen über Wasserfälle als Trinkwasser geschenkt bekommt. Dort in Rarotonga ist alles im Gleichgewicht. Die Balance wird gehalten, dort geht der Mensch achtsam mit der Erde um. An so vielen anderen Plätzen die wir besucht haben, ist das leider nicht der Fall. Eines ist mir jetzt wirklich bewusst: Unsere Erde ist so wunderschön und voller Leben, Freude und Abenteuer und vor allem voller bedingungsloser Liebe. Sie ist die Mutter allen Lebens, Gaja, die uns jeden Tag Leben schenkt. Wir die Kinder haben nichts anders zu tun als sie zu pflegen und sie so an unsere Kinder weiter zugeben wie wir sie erhalten haben. Das sagte Ross, ein Neuseeländer, in seinem Wochenendhaus nach einer Flasche Wein zu mir. Wie recht er hat. Bis bald liebe Heimat pass auf dich auf! Deine zwei Weltenbummler Ralph und Peter STECKBRIEF N a m e : Ra l p h Mu n z Alter:48 Au f We l t re i s e s e i t : d re i Mon a ten Fr ü h e re r Wo h n o r t : H e i l b ro n n De r ze i t i g e r Wo h n o r t : Wel t

150
TEXT: RAFAELA JECKLE FOTO: PR W I RTS C H A F T U N D INDUSTRIALISIERUNG Brasili e n i st das g rö ß t e i n d u s t r iel l e d e uts ch e Ge bie t au ße r h al b Deu t s c h l a n d s ! Heute werde ich ein bisschen über die brasilianische Wirtschaft schreiben, und die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Brasilien und Deutschland betrachten. Laut »Economist Intelligence Unit« (EIU), einem Forschungsund Beratungsunternehmen, war Brasilien im Jahr 2011 die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt. Also die Nation, die das sechstgrößte Bruttoinlandsprodukt, in Dollar gemessen, produziert. Brasilien ist eines der sogenannten Schwellenländer. In einer Zeit der Verschlechterung der globalen Krise, fragen sich viele Experten, wie die Auswirkungen auf Brasilien sein werden? Aber man sollte nicht die kurzfristige Entwicklung betrachten. Brasilien ist eine junge Nation. Im Jahr 2022, wenn Brasilien den zweihundertsten Jahrestag der Unabhängigkeit feiern wird, wird Brasilien unter den fünf größten Volkswirtschaften der Welt sein und einer der wichtigsten Energielieferanten dazu. Erdöl wird den Reichtum des Landes enorm vergrößern. Die Regierung erwartet, dass das Land in den nächsten 20 Jahren über die fünftgrößten Energiereserven auf dem Planeten verfügt. Schätzungen sagen, dass die Ölvorkommen Investitionen in einer Größenordnung von $ 350 Mrd. anziehen können. Durch die Krise in Europa sind die neuen Märkte von Schwellenländern wie Brasilien sehr wichtig für den alten Kontinent geworden. Brasilien gilt als ein sehr wichtiger Wachstumsmarkt für die deutsche Industrie, die ihre Fühler nach Lateinamerika schon längst ausgestreckt haben. Die deutsche Industrie ist in Brasilien mit unzähligen Unternehmen vertreten und hat Direktinvestitionen von circa 25 Milliarden Dollar getätigt. Europa bleibt gefangen in der Krise in den kommenden Jahren.

151
NEIG´SCHMECKT: WIRTSCHAFT UND INDUSTRIALISIERUNG Die wirtschaftliche Stärke der Euro-Zone wird praktisch stagnieren, so eine Prognose von der Europäischen Kommission in Brüssel. Die Länder der Währungsunion werden frühestens 2014 zum Wachstum zurückkehren. Brasilien ist der wichtigste Deutsche Industrie-Park auf dem südamerikanischen Kontinent und ein wichtiges Ziel für die deutschen Exporte. Brasilien ist der größte Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika. Deutschland ist der sechstgrößte Handelspartner Brasiliens, hinter China, den USA, Argentinien, den Niederlanden und Japan. Brasilianische Statistiken zeigen, dass das Volumen des Handels mit Deutschland 2011 18% größer war als 2010. Wie in der Kultur, haben Deutschland und Brasilien eine wichtige und produktive Geschäftsbeziehung erzeugt, verstärkt seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Heute ist Brasilien das größte industrielle deutsche Gewerbegebiet außerhalb Deutschlands! Es gibt etwa 1200 Unternehmen mit deutscher Beteiligung in Brasilien, von denen findet man 800 in Sao Paulo, dem größten Zentrum der deutschen Wirtschaft in Brasilien. Deutsche Großunternehmen sind seit Jahrzehnten vor Ort und die kleinen und mittleren Betriebe kommen seit den 90er Jahren über den Atlantik. Die deutsche Industrie aus Chemie-, Pharma- und Elektroindustrie sowie traditionell exportorientierte Maschinenbauer prägen die Industrielandschaft in Brasilien. Zahlreiche Firmen, vor allem im Maschinenbausegment, gründeten dort Produktionsstätten. Auch der Finanzsektor ist in Brasilien stark vertreten. Die Deutsche Bank und die Dresdner Bank unterhalten Filialen mit Kundenverkehr und wickeln die üblichen Bankgeschäfte ab. Die zehn größten deutschen Firmen in Brasilien sind Volkswagen, Mercedes-Benz, Bosch, BASF, Equitel, Bayer, Siemens, Hoechst Marion Roussel, BS Continental und Mannesmann. Im Hinblick auf die WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 will Brasilien in den kommenden Jahren Infrastrukturprojekte mit einem Handelsvolumen von rund 300 Milliarden Dollar umsetzen, die ein hohes Maß an Know-how und Kompetenz erfordern. Die deutsche Wirtschaft ist bereits ein wichtiger Teilnehmer an diesen Projekten, vor allem weil Deutschland und deutsche Unternehmen sehr viel Erfahrung in der Branche gesammelt haben und über eine starke Basis in Technologie, Innovation und Management von Großveranstaltungen verfügt. Deutschland und Brasilien feierten im Jahr 2011 140 Jahre diplomatische Beziehungen. Die politische Zusammenarbeit ist bilateral und umfasst auch Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz, Schutz der indigenen Völker, Wirtschaft, Energie, Arbeit und Soziales. Diese Vereinigung von Politik und Wirtschaft ist von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung der beiden Länder. Die oben genannten Daten beziehen sich auf das Potenzial der Geschäftsbeziehung zwischen Brasilien und Deutschland. Deutschland ist für bahnbrechende Technologie weltweit bekannt und Brasilien hat einen attraktiven Markt für deutsche Unternehmer mit fast 200 Millionen Einwohnern. Ich als brasilianische Einwohnerin Heilbronns, einer kleinen Stadt die gleichzeitig ein wichtiges industrielles Zentrum Baden-Württembergs ist, profitiere auch indirekt von dem internationalen Geschäftsbeziehungen zwischen Brasilien und Deutschland. Außer Journalistin bin ich auch Portugiesischlehrerin und immer mehr und mehr erhöht sich die Zahl der Heilbronner, die Interesse für die portugiesische Sprache entwickeln. Vor kurzem gab es in Heilbronn sogar einen IHK Sprechtag »Brasilien«. Frau Harbs, Geschäftsführerin der Allianz der deutschen Kammern stand als Gesprächspartnerin zur Verfügung. Die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer unterstützt deutsche Unternehmen bei der Geschäftsanbahnung und Markterschließung in Brasilien und bot die Gelegenheit individuelle Einzelgespräche bei der IHK Heilbronn-Franken zu führen. Neulich wurde ich engagiert, um einem Ingenieur von Thyssen Krupp portugiesisch beizubringen. Thyssen Krupp ist der Größte Produzent von Aufzügen in Brasilien und viele seiner deutschen Mitarbeiter sind nach Brasilien transferiert worden, wo die Produktion am aktivsten ist. Das war hoffentlich für mich nur der Anfang eines vielversprechenden Business-Netzwerks weil auch viele andere Unternehmen aus der Region deutsche Arbeitskräfte in Brasilien brauchen. Deshalb sage ich jedem, den ich kenne: Lernt portugiesisch und bereitet euch darauf vor die große Businesswelt in Brasilien zu entdecken. Brasilien wächst sehr schnell und sobald mein Heimatland Lücken in der Sozial- und Bildungspolitik gelöst hat, wird es ein Land der Zukunft und der Möglichkeiten sein. Mit rund 280 Millionen portugiesisch sprechenden Menschen ist es die am fünftmeisten gesprochene Sprache in der Welt und die am weitesten verbreitete Sprache in der südlichen Hemisphäre der Erde. Also, liebe Heilbronner: Nutzt die starken Bande der Partnerschaft zwischen Brasilien und Deutschland. Lernt portugiesisch weil das sicher euer zukünftiges »Kapital« werden kann.

152
F R O M N E W Y O R K T O H E I L B R O N X D I R T B I K E I N D E R B R O N X A r b e i tsl os i g k ei t , Ga n g s u n d Ge walt s ind in d e n So und vie w-Pro j e ct s i n der Bron x l e i de r n o c h d er Al l t a g . Um s o wich tig e r is t e s , d as s d ie j ung e n Bi ker ei ne n Sp or t g ef u n d en ha b en , d er ih ne n Ho ffnung g ibt. Da e s k e ine Übu ngsp lä tze fü r di e Bi ker - Cre ws g ib t , t r a inie re n s ie auf d e n Straße n vo n Harle m oder der Bron x. Pol i t i k er ver wei g er n Un te rs tützung für d ie s e urbane Juge nd k ultur und st e mp e l n d i es e Cre ws a l s K r im ine lle ab. Hanix-Re po r te rin Maving a tra f di e »Hard g o mo t o r x c re w « i n d er Bro nx und le rnte s e h r aufge s ch lo s s e ne , ta lenti erte Bi ke r ke n n en , d i e ü b er i hre Cre w und d e re n Zus am m e nh alt e ine n Si nn i n ih rem Le be n ge fund e n h abe n. During hurricane Sandy people lost homes and lives and people are still suffering. In the midst of the storm we are still blessed to do the things we love to do. In honor of the NEW YORK SPIRIT - the story is dedicated to all those who are having a tough time and need inspiration. Be aware gratitude - appreciation of what you have and what you can do!

153
KLEINANZEIGEN

154
AUS DEM VIA ARCHIV PINNBOARD VIA GRAFIK Was kann ich malen, damit ein Motiv dekorativ aber nicht wie Design, inhaltlich aber nicht illustrativ, künstlerisch aber nicht abgehoben - und somit clubtauglich(?) - erscheint? LEO VOLLAND Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

155
Mobilat, Heilbronn, 2010

156
LESER B R IEFE Liebes HANIX-Team, ich habe mich außerordentlich gefreut beu euch über meinen LieblingsTaxifahrer Willi zu lesen. Auf der Heimfahrt von seiner Blues-Musik beschallt zu werden, ist jedesmal ein Erlebnis. Willi ist ein Heilbronner Original. Schön, dass auch solche Menschen bei euch im Magazin ihren Platz finden. K L A U S H U N D T, HEILBRONN im Interview des Monats hattet. Ich kann vor diesem Mann nur meinen Hut ziehen. Das er den Mut hatte mit seiner Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen verdient Respekt. KL AUDIA MAIER, NORDHEIM Liebe Redaktion, seit Jahren informiere ich mich, wenn es um meine Abendgestaltrung geht, auf der Homepage von Diginights. Dabei wusste ich nicht, dass Diginights viel mehr ist als eine Online-Plattform für das Nachtleben. Das Interview mit Heiko Kreiter war für meinen Horizont also sehr erhellend. MAREIKE KANDERS, HEILBRONN Ihr verrückten, ich muss unbedingt mal dieses PubGolf-Spiel ausprobieren. Auch wenn das Programm, das ihr euch auferlegt habt selbstzerstörerisch klingt, zeugen die Fotos von einem lustigen Abend mit vielen Umarmungen. Auf euer Wohl!, JASMINA L AGNI, GÜGLINGEN Hallo HANIXE! Oft frage ich mich, wie all die Graffitis Nachts angebracht werden und was die Menschen, die diesem Hobby nachgehen wohl so denken mögen. Schön also, dass ich bei euch einen kleinen Einblick in das Seelenleben eines »Writers« blicken durfte. MARKUS LENS, UNTERGRUPPENBACH Hey HANIX-Team, wo habt ihr denn den Uwe Gramlich ausgegraben. Früher war er der Plattendealer meines Vertrauens. Unzählige Stunden habe ich im Musikuss verbracht und vieler seiner Empfehlungen gekauft. Enttäuscht wurde ich selten. Umso mehr freue ich mich nun bei euch Musik-Expertisen von Uwe zu lesen. Danke! HOLGER STEIN, HEILBRONN Sehr geehrte HANIX-Redaktion! Ich war im Alten Theater in Sontheim bei Ottfried Fischer, den ihr

157
I MP RESSU M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Kastanienweg 12 74080 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Jeckle, Sascha Wartha, Leo Volland, Peter Wanner (Stadtarchiv Heilbronn), Matthias Marquart, Uwe Gramlich, Parthena Iakovidou, Claudia Fy, Nicolai Köppel, Philipp Kionka, Ralph Munz E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka (Leitung), Sarah Fischer, Stefan Dittrich, Kris Rampmaier, Ben Sommerfeld, Lisa Marie Klotz, Nicolai Köppel, Mavinga Petrasch Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kühnle, Meli Dikta, Andreas Magdanz, Jerome Umminger Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer, Via Grafik Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales HETTENBACH GMBH & CO KG WERBEAGENTUR GWA Werderstraße 134 74074 Heilbronn: Jessica Zippan Telefon: 07131 - 79 30 121 Fax: 07131 - 79 30 229 Mail: zippan@hettenbach.de www.hettenbach.de www.hanix-mediadaten.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

158
DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Heilbronn als Hafenstadt - viele Fotografien zeigen ein heute unbekanntes Bild der Stadt am Neckar, deren Wirtschaftsleben damals in viel stärkerem Maß von Fluss und Hafen geprägt wurde. Der Karlshafen war am 19. April 1888 als Erweiterung des Floßhafens eingeweiht worden. Seinen Namen erhielt er zu Ehren des württembergischen Königs.  Schon 1931 wurde dieses Hafenbecken im Zusammenhang mit den Arbeiten am Neckarkanal wieder zugeschüttet. Ein Jahr später klagte der Fischereiverein darüber, dass dabei zahlreiche Fische verendet seien.  Der Text und das Bild wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Weitere Einblicke in die Geschichte der Stadt gibt es auf www. stadtarchiv-heilbronn.de und im neuen Haus der Stadtgeschichte (Otto Rettenmaier Haus, Eichgasse 1). 

159
Karlshafen; um 1920

160
V E R A N S TA LT U N G E N I M D E Z E M B E R / J A N UA R November Dezember Heilbronner Innenstadt Heilbronner Weihnachtsmarkt Weihnachtliche Stimmung kehrt alljährlich im Herzen der Stadt ein, wenn der Weihnachtsmarkt zur Adventszeit seine Pforten öffnet und das abendliche Lichtermeer erstrahlt. Auf dem Marktplatz, Kiliansplatz, in der Sülmerstraße und in der Fleiner Straße werden in über 80 dekorativ geschmückten Holzhäuschen tausende Geschenkartikel angeboten. Für die Kinder wird auf dem Marktplatz ein über 100 Jahre altes Karussell, eine Eisenbahn und eine Krippe aufgebaut. Am Hafenmarkt lädt ein Kinderflieger und in der Fleiner Straße ein kleines Riesenrad zum Mitfahren ein. Neu in diesem Jahr ist eine Aktionshütte für die kleinen Besucher des Weihnachtsmarktes mit kostenlosen Aktionen von 14 Uhr bis 18 Uhr: Öffnungszeiten: täglich von 11 Uhr bis 20 Uhr Ausnahmen: 01.12.2012 - Nightshopping - bis 23 Uhr geöffnet. 04.12.2012 - Gedenktag für die Opfer die Opfer der Zerstörung Heilbronns - bis 19 Uhr geöffnet. Familie. Wir sind Herzlich Willkommen, denn wir lieben den Drum`n Bass. Wir möchten trinken und tanzen, alles um uns herum vergessen und wieder eine Nacht im Schoße der Riders verbringen. Denn hier sind wir eins, eine brodelnde Masse, die Ihre Energie zum Takt auf die Erde schmettert. Ein Sturm zieht auf...« Einlass : 22.30 - Eintritt : 6,- 1. Dezember Kaffeehaus Hagen Le Café Théatre: »Marlene« von Pam Gems Marlene Dietrich gibt eines ihrer letzten Konzerte in Paris. Im Theater wird sie empfangen von Vivian Hoffmann, einer jungen Schriftstellerin und Freundin, und von der seit Dachau verstummten »Mutti«. Marlene ist die Göttin, die Furie, die disziplinierte Junkerstochter. Und vor allen Dingen ist sie der Star. Mit Interviews und Proben schreitet der Abend in ihrer Garderobe voran, der Beginn ihrer Vorstellung naht: Marlene tritt auf, Marlene singt und Marlene triumphiert. Mit Cornelia Bielefeldt, Isabel Arnold und Ursula Schill; Regie und musikalische Leitung Nicolas Kemmer. Start: 20:15 Uhr, Eintritt: 17 Euro 1.Dezember 1. Dezember Mobilat RIDERS ON THE STORM : PEOPLE ARE STRANGE Kulturkeller »Deutsch ist Dada hoch 3« Wortbeat-Sprach-Humor-Musik-Poesie-Kabarett mit Faltsch Wagoni »....nur noch ein paar Schritte, die Treppe hinunter und dem Bass entgegen. Die Türe öffnet sich zur Feier der Wenn diese zwei sich streiten, freut sich das Publikum.

161
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR Zwischen dem Dichter und der Sängerin geht es hoch her - hoch 3. Er haut ihr die Wortspiele um die Ohren und tanzt sein Ganzkörperkabarett. Sie kontert mit lakonischem Humor und Schlagfertigkeit auf alles, was ihr zum Trommeln in die Quere kommt. Die Sprache klingt und swingt, obwohl es die deutsche ist. Vor dem verblüfften Publikum vollführen Faltsch Wagoni ein absurdes Wortund Musikgefecht, ein ungezügeltes Sprach-Lust-Spiel. Mit Sätzen wie: »Ich würde, wenn ich wüsste, wie es wäre, wenn ich's täte« gewinnen die beiden Rhythmuspoeten sogar dem Konjunktiv eine nicht geahnte Erotik ab. Eine hinreißende und hochintelligente Sprach-Revue in DadaManier.  Eintritt: 17 Euro, ermäßigt 15 Euro Materie und Kräften sowie zur Entwicklung des Universums. Mit Dr. Horst Wenninger, Direktor a.D., CERN, Genf.  Eintritt frei. 5. Dezember Jazzclub Cave 61 Daniel Prandl mit Friends & Jam Session Mittwoch, 2012, Dezember Kunst hilft: Kunstmarkt für die Aktion »Menschen in Not« Galerie KunstEtage K55 »Durch Kunst anderen Menschen helfen«. Dieser Gedanke beschäftigt die sozial engagierten Mitglieder des Künstlerbundes Heilbronn. Der »Kunst hilft«- Markt wird seit 2003 organisiert. Dabei spenden die Künstlerinnen und Künstler 50 % aus dem Erlös ihrer Werke an die Heilbronner Stimme-Aktion »Menschen in Not«. Die Kunstkäufer wiederum unterstützen mit ihrem Erwerb einen wohltätigen Zweck zur Weihnachtszeit.  Öffnungszeiten: an den Adventssonntagen von 14 bis 18 Uhr Der aus Burghausen stammende Pianist Daniel Prandl hat in Mannheim und Helsinki Jazz studiert. Bereits als Student konnte er zahlreiche Auszeichnungen entgegennehmen, darunter ein Solistenpreis des Hochschulwettbewerbs der Rektorenkonferenz und das Stipendium der Kunststiftung Baden Württemberg. Inzwischen zu einem der gefragtesten Musiker der Rhein-Neckar-Region avanciert, ist Daniel an zahlreichen musikalischen Projekten beteiligt: In der Allstar-Band Jazzgrooves von Dirk Schilgen sorgt er im Mainstream-Kontext ebenso für kreatives Aufsehen wie im Duo mit dem Mannheimer Trompeter Thomas Siffling. Er ist festes Mitglied der Band »Schlag auf Schlag«, die Radio- und Fernsehproduktionen für NDR, WDR und SWR musikalisch gestaltet und Kopf seines eigenen Quartetts, dessen Debütalbum »Fables & Fiction« im Sommer 2012 bei jazz'n'arts erschienen ist.  Außerdem arbeitet er regelmäßig für das Nationaltheater Mannheim, sowie das Capitol Mannheim. Seit mehreren Jahren hat Daniel einen Lehrauftrag für Jazzklavier an der Mannheimer Musikhochschule inne. Für die Session im Cave61 wird Daniel eine Rhythmusgruppe mit langjährigen Weggefährten zusammenstellen.  Start: 20 Uhr Dezember Robert Mayer Lecture: Physik ohne Grenzen experimenta Heilbronn 6. Dezember Intersport Veranstaltungscenter redblue Einer der besten Kenner des CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) in Genf spricht über neueste Forschungsergebnisse aus dem weltweit bedeutendsten Labor für physikalische Grundlagenforschung. Hier suchen etwa 10.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 110 Ländern mit zum Teil spektakulären Experimenten Antworten auf grundlegende Fragen zu Raum, Zeit, Rüdiger Hoffmann »Aprikosenmarmelade« Rüdiger Hoffmann weiß genau was hilft, wenn im Leben mal wieder die nötige Süße und Leichtigkeit fehlt: Aprikosenmarmelade mit viel Humor. Auch in seinem 10. Live-Programm bleibt der »Entdecker der Langsamkeit« dabei seinem Stil treu. Cool und dabei

162


163
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR immer in einem für ihn angemessenen Tempo, nimmt er uns mit in seinen Alltag und seine fantasiereiche Gedankenwelt. Und so können sich Comedy-Fans auf einen vielfältigen und vor allem lustigen Abend in aller Gelassenheit freuen, den ihnen Rüdiger Hoffmann garantiert versüßen wird.  Start: 20 Uhr Dezember Kaffeehaus Hagen Theaterfreispiel: Friends? Leidenschaften auf dem Prüfstand. Songs aus Musical, Filmmusik und Pop: zwischen Schiffbruch und siebtem Himmel. Hand gemacht und Sturm erprobt.  Start: 20 Uhr, Eintritt: 15 Euro diskutiert oder in freundlicher Atmosphäre philosophiert werden. Als Besonderheit dieses Jahr haben sich die Studierenden mit dem Thema Wein und Speisen auseinander gesetzt und werden in diesem Rahmen italienische Weine in Kombination mit Käse und Schokolade vorstellen. Diese spannenden Kombinationen warten auf interessierte und genussfreudige Gäste. Abseits des Weingenusses, jedoch nicht minder köstlich, haben die Studenten Braufaktum mit ihren außergewöhnlichen Bierkreationen eingeladen. Ein ganz persönliches Ambiente schafft der Stand der »Perspektive Wein«. In dieser Lehrfirma stellen die angehenden Weinbetriebswirte ihre eigenen Weine her, die am Weinforum verkostet werden können. Traditionell wird an diesem Abend der neue Rotweincuvée präsentiert. Start: 19 Uhr, Eintritt: 10 Euro, Studenten 8 Euro 7.Dezember Mobilat Conscious Hifi meets DJ and Producer Sickhead (Mannheim) So wake the town and tell the people ! Einlass 22:30 Uhr, Eintritt 5 Euro 7. Dezember Altes Theater Heilbronn Werner Schneyder »Das ultimative Solo« Dezember Hochschule Heilbronn (Campus Sontheim) ProVino Weinforum Bereits zum 16. Mall lädt das Weinforum des Studiengangs Weinbetriebswirtschaft ins Foyer der Hochschule Heilbronn ein. Die Studierenden laden mit einer Auswahl von über 200 Weinen von A(hr) bis W(ürttemberg) an diesem Abend zu einer Entdeckungsreise durch die heimische Weinwelt ein. Bei professioneller Beratung durch die Studierenden der Weinbetriebswirtschaft kann über Wein In diesem Programm zwischen Wutrede und Kabarett zeigt sich Werner Schneyder in seinem - nach eigener Definition - eigentlichen Beruf: Als Meinungsträger. Er sagt seine Meinungen und entlarvenden Analysen zur globalen Ökonomie, zum Bankenwesen, zum Arbeitsmarkt, er begründet das Irrige am »immerwährenden Wachstum«, erkennt die Manager als unfreiwillige Förderer der drohenden neuen Rechten, verspottet die Parteiprogramme und wehrt sich gegen den Rüstungsirrsinn. Im zweiten Teil geht es um Lebensqualität, von Fremdenverkehr zur Autoindustrie, von Fernsehunterhaltung zu Kirchenmoral, von Hochkultur zu Konsum und Gesundheit. Er schont auch nicht sich und seine Branche.  Einlass: 19 Uhr, Eintritt: 25 Euro

164
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR 7. Dezember Bukowski *LOVE, PEACE & MUSIC* Wissenschaftsjournalist, Mannheim) wollen in ihrem Vortrag über die Hintergründe und Fakten aufklären und den Mythos 2012 kritisch hinterfragen. Start: 20 Uhr, Eintritt: 6 Euro, Ermäßigt 4 Euro Wie einst ABBA ergibt sich ASNP als Abkürzung aus den Namen der Mitglieder - Alex Sanchez und Nick Perry sind zwei DJs aus Stockholm, die drauf und dran sind, eine wirklich große Nummer zu werden. Bei ihrem ersten Buko-Gig vor einem halben Jahr haben die SchwedenJungs uns fast den Laden zerlegt, deshalb wollten wir keine Zeit verlieren, und haben uns schnellstmöglich wieder nach einem Flieger für die beiden umgesehen - sie wären ja nicht die ersten, die kurz nach ihrer Premiere bei uns einen gewaltigen Karrieresprung gemacht haben! Die schwedische Herkunft dürfte dann aber auch schon die zweite und letzte Gemeinsamkeit zum legendären Pop-Quartet sein, denn hier und heute geht's, unterstützt von Da Bomb Da beat und den Drum Poets, um deepes House und Tech House! Aber sollten ASNP einmal so bekannt wie ABBA werden, könnt Ihr sagen: WIR waren dabei, damals, bei den ersten, legendären Gigs in Heilbronn! 7. bis 9. Dezember DEKUMO: DESIGN / KUNST / MODE Ex-Stadtbücherei im Wilhelmspalais, Konrad-Adenauer-Straße 2, 70173 Stuttgart Die DEKUMO präsentiert in der ehemaligen Stadtbücherei im Wilhelmspalais, Produkte zum Kaufen, zum Staunen, zum Nachdenken. 110 Aussteller zeigen individuelle Damen- und Herrenmode, Schmuckdesign, Möbeldesign, Accessoires und Taschen in allen Variationen. 8. Dezember Galgenhölzle Konzert von »Wunderbare Katze« Dezember Robert-Mayer-Sternwarte Gastvortrag: Mythos 2012 - Kommt der Weltuntergang? Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis, Wirbelstürme, Flutkatastrophen, Umweltverschmutzung, gewaltige Sonneneruptionen und vieles mehr scheinen in den letzten Jahren an Zahl zugenommen zu haben. Stehen sie im Zusammenhang mit dem in allen Kulturen erwarteten Weltuntergang? Glaubt man einigen »Forschern«, so soll eine vermeintliche »Prophezeihung« der Mayas das Ende der Welt ankündigen. Mit ihrem Kalender hätten sie, glaubt man den »Mayakundigen«, das drohende Ende für den 21.12.2012 vorher gesehen. Sie haben auch verschiedene Szenarien ausgemacht, eine für die Erde besonders dramatische Planetenkonstellation, ein auf die Erde zurasender mystischer Planet X, gefährliche Strahlen aus dem All und gewaltige Sonneneruptionen werden unter anderem genannt. Oliver Debus (Astronomielehrer, Bad Homburg) und Dr. Oliver Dreissigacker (Redakteur und Eigenwilliger Pop. Gudruns Stimme mäandert zielsicher durch bunte Melodien und lässt sich bisweilen mit verfremdenden Effekten ausstaffieren, wozu Maiki elektrische Gitarren meist eher clean, aber dafür mit anderen Klangverbiegungen behandelt, zu uns schickt. Natürlich ist auch Lily wieder zurück und zwar gleich als erster Track, und auch sonst werden allerlei Geschichten erzählt. Hingehen! Beginn etwa 20 Uhr 8. Dezember Mobilat 10-Jahre-Wortsport Lounge - BEGINNER SOUNDSYSTEM 2.0 (Denyo & MAD) [Hamburg] Brad Pitch [Wortsport] Teil 3 von 4 der 10-Jahre-Wortsport Lounge-Feierlich-

165
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR keiten. Zu Gast Denyo & MAD von den legendären Beginnern aus Hamburg Das vielleicht beste Soundsystem des Landes, bestehend aus zwei Vollprofis, die sich nicht hinter ihren Plattenspielern verstecken, sondern live und direkt Vollgas geben. Wer Bock hat auf die Hits und feinsten Delikatessen in Sachen Hip Hop, Classics, Funk, Reggae, Pop und Electro, der sei am Start, wenn Denyo und MAD ins Mobilat rollen um aufzulegen, zu rappen, zu hosten und zu feiern! Einlass 22.30 - Eintritt 10,- oder Antelope und bringt jetzt EDIE SEDGEWICK zum zweiten Mal als ganze Band zurück in die alte Welt. Die Show ist energetisch, rasiermesserscharf und umfasst von einem warmen Mantel aus Rythm und Blues. CRIME ist die neue Band von Mika Risiko (Sissters) und Sarah Adorable (Scream Club). Sie bringen mit: fordernde Vocals, viel Bass, viel Synthesiser, bittersüße, düstere Lyrics. Einlass 20:30 Uhr, Kulturbeitrag 6 Euro 14. Dezember Ebene 3 im Kulturforum K3 8. Dezember Improtheater »Ohne Gewähr« Helene P / Stuttgart Punkkonzert Ehrlicher Punk von fünf Bands kurz nach Nikolaus in der Landeshauptstadt. Auf der Bühne stehen »We Set Our Dreams«, »Storm of Pain«, »38 North« und zu guter letzt »Guiding Light Demise« Wie aufregend, rührend und witzig kann Theater sein? Und vor allem: wie spontan? Wenn es sich um Improvisationstheater handelt, dann kann die Antwort nur lauten: Ziemlich! Gespielt und gesungen werden Szenen nach den Vorgaben der Zuschauer. Die setzt das Improtheater ohne jede Vorbereitungszeit und mit viel Lust am Fantasieren um; daraus können Romanzen, satirische Szenen, Gruselgeschichten, Märchen oder sogar ganze Romane erwachsen.  Start: 20:30 Uhr, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro 14. Dezember Bukowski *GEH MAL FEIERN* Dezember Mobilat Edie Sedgewick & Crime Besinnlich ist ja relativ, besinnen wir uns in der Adventszeit also auf das, was uns so anspricht, und das müssen ja nicht immer bunte Plätzchen sein. Vielleicht eher mal ne bunte Mischung auf die Ohren am 14.12.2012? Robin Hirte mit ordentlich Schub, Shakaree mit einer Brise Goa und Pravi Lopov als verlässliche Größe in Sachen Sound - fertig ist das elektronische Wunschgericht für diesen Freitag Abend. Früh kommen lohnt des Getränkespecials wegen, früh morgens erst gehen, weil's schade wär, auch nur einen Beat verpasst zu haben... Im letzten Jahrzehnt tourte Justin Moyer bereits mit unterschiedlichen Projekten wie El Guapo, Supersystem

166
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR 15. Dezember 15. Dezember Mobilat Boom Blast WaldHaus Soul Circle Die neue HipHop-Erfolgs-Partyreihe aus Stuttgart stattet der Stadt des Rinderboullions noch mal eben einen Besuch ab, bevor die Welt untergeht. Dr. Albern, die Partymutter aus der Mutterstadt, bringt hierzu ihre (musikalische) Family in ihrer Heimatstadt unter einen Hut und zaubert aus besagtem ein Line Up frei nach dem Motto: Back to the Oldschool. Zur fröhlichen Abendunterhaltung werden euch Dreiblatt live ihr Debutalbum »TRILLIUM« trellern. An den Decks bringen euch Flexmaster Phil, MC DJ Oldschool Legende und Dr.Albern herself den Oldschool zurück und sorgen dafür, dass die Suppe nicht kalt wird. Außerdem darf man sich auf einen Beatbox-Ausnahmekünstler freuen: Goucho la Puta gibt sich die Ehre und feiert zusammen mit uns und euch einen wunderschönen Abend! Einlass 22:30Uhr, Eintritt 4 Euro Soul Circle aus Heilbronn /Bad Wimpfen hat sich dem R'n'B sowie dem Soul der amerikanischen Südstaaten verschrieben und feiert das Debüt auf der Waldbühne. Zwischen bekannten Soul-Klassikern von Aretha Franklin oder Gladis Knight finden sich auch schnellere Coversongs von Amy Winehouse oder Joss Stone. Die sechsköpfige Formation spielt mit Sängerin Irina Bachmeier einen meist mitreißenden und groovigen Stil und ist nicht nur auf soulige Stücke beschränkt. In jazzig angehauchten Stücken von Rick Braun und den Nighthawks kommen auch die Trompetenfans voll auf ihre Kosten. Start: 20 Uhr, Eintritt frei, um Spenden wird gebeten. 15. Dezember Intersport Veranstaltungscenter redblue Django Asül »Rückspiegel« 15. Dezember Jazzclub Cave 61 Bobo Stenson Trio »Cantando« Der Titel der 2007 aufgenommenen CD »Cantando« kommt aus dem Spanischen und bedeutet »singen«. Der Titel ist geradezu charakteristisch für das weit gespannte Programm des Bobo Stenson Trios. Neben Gruppenimprovisationen und neuen Eigenkompositionen (darunter zwei von Bassist Anders Jormin) spielt das schwedische Trio ein Repertoire, das von »Love, I've Found You«, einem Standard, den Stenson durch Interpretationen von Miles Davis und Wynton Kelly schätzen lernte, bis zu Alban Bergs 1907 entstandener »Liebesode« reicht. Unerwartete stilistische Gegenüberstellungen wie diese sind integraler Bestandteil der Methodologie dieser Band. Start: 21 Uhr, Eintritt: 25 Euro, Abendkasse 30 Euro Wer nach vorne fährt, sollte den Blick nach hinten nicht vergessen. Das lernt man schon in der ersten Fahrstunde. Was in der räumlichen Dimension angebracht ist, kann also für die zeitliche Dimension nicht schlecht sein. Und das Jahr 2011 hat einen eigenen Abend im Rückspiegel wahrlich verdient. Hatte diese schwarz-gelbe Regierung überhaupt einen Führerschein? Und wenn ja, für welches Land? Waren die Skandale, die Fernsehlandschaften erschütterten, real oder Reality? Wer kam, wer ging? Und wer war überhaupt da? Aber so ein Jahr wird nicht nur von Politik, Sport, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur geprägt, sondern auch von wichtigen Themen: z.B. was die vier Jahreszeiten sonst noch alles zu bieten haben. Django Asül hat sich deshalb vorgenommen: An ein Jahr, das zum Vergessen ist, muss zumindest 100 Minuten erinnert werden.  Start: 20 Uhr, Eintritt: 25 Euro

167
KLEINANZEIGEN Gute Werbung ist nachhaltig! Öko-Werbeartikel für verantwortungsvolle Kommunikation. www.greenpromotion.de

168
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR Im Esszimmer gibt es an diesem Freitag Monika Hinderers Weihnachtsmenü. Vier Gänge die den Gaumen erfreuen und auf Weihnachten einstimmen. 22. Dezember Mobilat The Paisley Club - 60's Underground Sounds! Dezember Januar Theresienwiese Heilbronner Weihnachtscircus Pünktlich zu Beginn der Feiertage gibt es wieder den Paisley Club! Psychedelische Tanzmusik vom feinsten, von den Stones über die Beatles bis hin zu dem Sound der die Party über die Heilbronner Grenzen hinaus bekannt gemacht hat: maßgeschneiderte 60's Floorfillers aus den Bereichen Garage, Soul und Freakbeat! Einlass 22:30 Uhr, Kulturbeitrag: 5 Euro Gala-Premiere am 19.12.2012 um 20 Uhr. Vorstellungen vom 20.12.12 bis 06.01.13 täglich um 15:30 Uhr und 20 Uhr (24.12.2012 nur 14 Uhr, 08.01.2012 nur 15:30 Uhr). Am 01.01.2013 finden keine Vorstellungen statt. Eintritt: Erwachsene 17-35 Euro, Kinder 15-30 Euro Dezember Bukowski *WELTUNTERGANG MAL ANDERS* So schnell geht die Welt nicht unter - jedenfalls nicht im Heilbronner Hafengebiet. Wir trotzen den Untergangspropheten gar nicht mal, die anhand des Maya-Kalenders und einer rätselhaften Inschrift den Weltuntergang nahen sehen. Wir feiern am berühmten 21.12. einfach, als ob's kein morgen gäbe. Wie immer, eigentlich! J Dieses Mal mit Lupin und Maurice an den Decks, und natürlich Euch auf der Tanzfläche... 24. Dezember Bukowski *ELEKTRONISCHES FREUDENFEST | 2 FLOORS* Dezember Esszimmer Horkheim Weihnachtsmenü 168 Alle Jahre wieder gönnen wir uns zum Fest der Liebe das Liebste: Feiern mit den Lieblingsfreunden, im Lieblingsclub, zu den uns liebsten elektronischen Beats! Eigenlob stinkt, wir wissen das, und trotzdem: Was wir für Euch vorbereitet haben, kann man - mit Verlaub - eine wahrlich schöne Bescherung nennen: Die Jungs der Südklang Crew, bekannt für Sets, die Schlüpfer in ihre Richtung fliegen lassen spielen nicht weniger als ein 7-Stunden-

169
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR Tech-House-Set. Auf Floor 2 gibt's Drum 'n' Bass von den Riders On The Storm - Ashley Aames, Jano P, Julez, Rollin G und MC Maso. Und als wär das noch nicht genug: Freier Eintritt bis 01.30 Uhr! 26. Dezember Harmonie, Theodor-Heuss-Saal The Fantastic Shadows - Die Welt der Schatten Dezember Mobilat THE HONEY TRAP PT. 2 Stille Nacht? ... Von wegen... Alle Jahre wieder...geben sich die Affen von Monkeystyle an der heiligen Nacht im Mobilat die Ehre und alle Jahre wieder gibt es eine wilde und feuchtfröhliche Achterbahnfahrt quer durch die Welt der electronischen und basslastigen Tanzmusik. Egal ob Breaks, Electro, Techno, Dubstep oder Drum&Bass, hier kommt alles auf den Teller was das Tanzbein zum schwingen bringt. In diesem Sinne, Ihr Kinderlein kommet! Einlass 22:30 Uhr, Eintritt 5 Euro Dezember Mobilat Merry Christmas - der Weihnachtsmix »Soul auf Schallplatte: suchen, sammeln, spielen. Gleich in welcher Form - ob knuspriger Funk, heiße Jazz-Breaks, originale Disco/Boogie Tunes, schmutziger Chicago House. Ohne Funk kein re:tool!, kein Brodeln im Sound, kein Kick im Rhythmus! Underground Dance Music im Mobilat seit über 12 Jahren. Free your mind and your ass will follow! Auch an diesem Abend....« Einlass 22:30 Uhr, Eintritt 5 Euro Schattentheater gibt es seit über 2.000 Jahren, aber das Publikum darf sich seit Januar 2012 auf etwas freuen, dass es in dieser Form auf deutschen Bühnen noch nicht gab und von dem selbst Johannes B. Kerner sagt: »Ich habe so etwas Schönes auf diese Art und Weise noch nie gesehen.« Die einzigartige Show bietet eine fantastische Inszenierung von Tierfiguren und menschlichen Gestalten, welche wie Fabelwesen miteinander verschmelzen und sich wie durch Zauber wieder voneinander lösen. Spielende Schatten erzählen Geschichten und laden die Zuschauer zu einem fantastischen Spaziergang durch die Menschheitsgeschichte ein. Moderne Musik und ausdrucksstarke Videoprojektionen befördern ein Mehrfach-Ereignis für die Sinne. Das Publikum erlebt Schattentheater der Extraklasse, Weltklasse-Akrobatik und eine äußerst kreative und unterhaltsame Show für alle Altersklassen. Wenn Menschen zu Pferden werden, Kamelen oder gar Fröschen, mal zu gigantischen Maschinen wie den Transformers, zu Autos oder der Freiheitsstatue sind der Phantasie einfach keine Grenzen gesetzt. Mit perfekter Illusionskunst fliegen die »Fantastic Shadows« durch die Luft, verlieren ihren Kopf und liefern »die perfekte Welle«. Auch die Inszenierung von bekannten Kinomotiven, etwa zu James Bond, Forrest Gump oder etwa Star Wars, begeistern das Publikum.  Start: 20 Uhr, Eintritt: 29,90 Euro bis 59,90 Euro 26. Dezember Mobilat 25. Dezember winklerwho sagt... »Bass, Beats & Heiterkeit« Bukowski *DEEP BASE ONE* Weil Weihnachten ein Familienfest ist, steht der 25.12. ganz im Zeichen von deep-production. Das wird heimelig und heiß, und natürlich dürft Ihr als Teil der Buko-Family da nicht fehlen! An den Reglern am ersten Feiertag: Ich & Er, System 32 und Shie. Gutes Essen als Grundlage, und dann ab in den Club, wo auch an Tagen wie diesen für günstige Drinks und beste Laune gesorgt ist. Genres are dead! Es ist an der Zeit die Schubladen durch einen Schrank zu ersetzen, und sich einzig und alleine den Klängen der Musik hinzugeben. Joe Dirt, Salomo, winklerwho BeatsBass&Heiterkeit werden durch eure Gehörgänge fließen und euch wie von selbst in Bewegung bringen. Einlass 22:30 Uhr, Eintritt 3 Euro

170
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR 28. Dezember 31. Dezember Esszimmer Horkheim Jahresendmenü Bukowski *HNX ALLSTARS - SILVESTER* Zum Ausklang des Jahres lädt Monika Hinterer 2012 ein letztes Mal in ihr Esszimmer in Horkheim. Auch diesmal kredenzt die leidenschaftliche Köchin ein vier-GängeMenü. 31. Dezember Theaterschiff Suche impotenten Mann fürs Leben Die Männer wollen immer nur das eine und sind dabei auf diesem Gebiet meist auch keine Überflieger, denkt Carmen. Carmen hat genug vom »rumexperimentieren« und gibt eine Anzeige auf: »Suche impotenten Mann fürs Leben«. Ihr Wunsch: Eine Beziehung voller Nähe, Zärtlichkeit und Gemeinsamkeit - ohne Sex. Es muss doch einen geben, der Spaß am Leben hat, und nicht nur immer an das eine denkt. Ein schwieriges Unternehmen, denn es melden sich schräge Typen, mit durchaus größeren Macken. Doch dann erscheint der Traummann - ist aber nicht impotent ... und so nimmt die Geschichte einen anderen Lauf wie ursprünglich geplant. Eine herrliche Komödie von Florian Battermann nach Gaby Hauptmanns Bestseller. Start: 21:45 Uhr, Eintritt: 19 Euro, ermäßigt 16 Euro Silvester im Bukowski - was es früher gar nicht gab, ist in den letzten paar Jahren, in denen wir geöffnet hatten, zum legendären Termin geworden. Mit Ausnahmestimmung und Ausnahmefülle, bis 10:00 Uhr morgens und trotzdem freiem Eintritt bis 01:00 Uhr! Wo sonst gibt's das an Silvester? Wir packen noch ein Riesen-Line-Up Heilbronner Lokalmatadoren auf 2 Floors dazu, denn das ist unsere Art, DANKE zu sagen! Für Eure Treue und ein weiteres Jahr, in dem Ihr mit uns getanzt habt, als ob es das letzte wäre! Guten Rutsch! 2. Januar Jazzclub Cave 61 Konzert & Jam Session: Joachim Keck Quartett Die vier Musiker aus dem südlichen Landkreis (Joachim Keck, Altsaxofon, Willi Rath, Piano, Chris Brinkschmidt, Kontrabass, Martin Renninge, Drums) sind jazzerprobt und in vielen Bands zu finden. Sie spielen einen grundsoliden Mainstream-Jazz der 50er und 60er Jahre, bevorzugt Latin und Hardbop - eine ideale Einstiegsband für die Session!  Start: 20 Uhr, Eintritt frei. 4. Januar Ebene 3 im Kulturforum K3 Hip Hop Ataris & Schwobeland Die beiden Interpreten Superior und Heikouality trafen bereits 1989 musikalisch zusammen. Danach machten beide lange Zeit ihre eigenen Erfahrungen, um 2012 wieder zusammen zu finden. Zusammen veröffentlichen sie als »Hip Hop Ataris« im Mai 2012 ihre gleichnamige erste gemeinsame Single. Die hatte innerhalb von nur drei Wochen über 100.000 YouTube Klicks. Was passiert, wenn man Leidenschaft mit Mundart paart, das ganze in Musik hüllt und es in charmanter Art und Weise darbietet? Man bekommt 100 % Schwobeland. Steigt ein in den Schwa170

171
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR benexpress und genießt den Streifzug durchs Ländle. Fürschd Renjay, s Gselzbärle und Nafdalin erwarten euch und heißen alle herzlich willkommen bei Schwobeland.  Start: 20:30 Uhr, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 7 Euro 11. Januar Theaterschiff Ekel Alfred - Ein Herz und eine Seele Januar Jazzclub Cave 61 Captain Overdrive Sie sind eines der großen musikalischen Aushängeschilder Mittelhessens. Seit einigen Jahren sind die vier Musiker ihrem individuellen Stil treu, auf Deutschlands Bühnen sehr erfolgreich unterwegs und können einige Musikpreise ihr Eigen nennen. Das Erfolgsrezept dieser Band: Groove, energiegeladene Riffs und fesselnde Melodien. Bands wie z. B. Defunkt oder Slickaphonics haben einst den Anfang gemacht, die Grenzen zwischen Funk- und Rockelementen (sofern diese je existierten) aufzuheben. Captain Overdrive katapultierten diese Idee mit dem entsprechenden musikalischen Sound in die heutige Zeit. Start: 21 Uhr, Eintritt: 10 Euro Vorverkauf, 15 Euro Abendkasse Der Begriff »Kult« war noch nicht erfunden war, aber die 1973 vom WDR gestartete Serie »Ein Herz und eine Seele« war es bereits! Ekel Alfred, seine Frau Else, die »dusselige Kuh«, der »langhaarige Kommunisten-Schwiegersohn« Michael und Tochter Rita, die »alberne Gans«. Sie sind DIE deutsche Familie der Bundesrepublik in den 70er Jahren. Wolfgang Menges Fernsehserie hat bereits Generationen von Zuschauern Bauchschmerzen vor Lachen beschert, denn nie hat politische Inkorrektheit mehr Spaß gemacht, nie waren die Sprüche flotter. Alfred Tetzlaff kann man nicht beschreiben - man muss ihn erlebt haben. Nichts wurde modernisiert - Sie sehen 100 Prozent Ekel Alfred auf dem Theaterschiff. Start: 20 Uhr, Eintritt: 19 Euro, ermäßigt 16 Euro Ab 12. Januar Komödienhaus des Theaters Heilbronn Comedy-und Kabarett-Stars Januar Kulturkeller Arnim Töpel »Die Schorle-Peda« - KabarettBlues Wer ist dieser verschrobene, geheimnisumwobene Typ? Wohnt in einer heruntergekommenen Villa, erhält scharenweise Besuch, spielt Kurpfälzer Blues und scheint aller Welt nur bekannt zu sein unter seinem seltsamen Spitznamen. Besser gesagt: wer war de Schorle-Peda? Denn eines Tages machen seine Nachbarn eine unerfreuliche Entdeckung. Ein Fall für Mister Nochdenkerles. Töpel goes Krimi. Tschief-Ermittler: sein alter ego, de Günda. Ein dreisprachiger Abend: hochdeutsch, kurpfälzisch und immer musikalisch. Dass Mundart nicht immer dumpfe Blödelei sein muss, stellt der gebürtige Heidelberger mit Berliner Eltern in seinen außergewöhnlichen Mundartprogrammen unter Beweis.  Start: 20 Uhr, Eintritt: 17 Euro, ermäßigt 15 Euro Bereits zum sechsten Mal lädt das Theater Heilbronn von Januar 2013 bis April 2013 zur Reihe »Theater Spezial« ins Komödienhaus ein, dem Muss für alle Freunde von Kabarett und Comedy. Gäste sind Georg Schramm, Alfons, High Five, Mathias Tretter, Malediva, Ohne Rolf und Jochen Malmsheimer.  Los geht es am 12. Januar 2013 mit Deutschlands jüngster professioneller A-Capella-Band »High Five« und ihrem Programm »Mundesjungendspiele«.  Mit einem Songmix von Rock'n Roll bis Pop, Heavy Metal bis Volksmusik und Schlager bis House beleuchten die fünf jungen Männer den ganz normalen Alltag zwischen Speed-Dating, Metrosexualität und shoppingwütigen Freundinnen. Am 20. Januar 2013 kommt Matthias Tretter, Mitglied des ersten Deutschen Zwangsensembles, mit seinem Soloprogramm »Nachgetrettert - Die kabarettistische Jahresrevanche«.  Ein Abend für alle Freunde des politischen Kabaretts, an dem die Highlights des Jahres 2012 satirisch aufgearbeitet werden.

172
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR 18. Januar Kaffeehaus Hagen Le Café-Théatre: »Liebe, verhasste Mama« - Komödie Sheldon Levine hat sich von seiner Mutter losgesagt, weil er ihr die Schuld am Scheitern seiner Ehe gibt, und ist nach Kalifornien verschwunden. Doch vor der Mutterliebe gibt es kein Entrinnen: Hartnäckig verfolgt die Witwe ihren Sohn mit Briefen, bis ihre Korrespondenz zu einem Dialog der Abrechnung wird. Doch als Sheldon wochenlang nichts mehr von seiner Mutter hört, beginnt er sich Sorgen zu machen. Dass sie ihn endlich loslassen und ihren Guru heiraten will, ist wiederum ihm nicht geheuer. Sheldon droht heimzukommen, das Spiel beginnt neu mit getauschten Rollen ... Mrs. Sheldon wandelt sich von der braven Hausfrau zur Köchin im tibetanischen Kloster, bis sie schließlich ihre eigene TV-Show hat und ihr Tanzlehrer bei ihr einzieht - nur Sheldon, kommt nicht voran, bis er nach einem Nervenzusammenbruch endlich seine wahre Berufung findet und Psychotherapeut wird. Zuletzt liegt Mrs. Levine bei ihrem Sohn auf der Couch...  »Liebe verhasste Mama« ist eine herrlich überdrehte Mutter-SohnGroteske: sehr amerikanisch, sehr bissig und vor allem sehr komisch! Start: 20:15 Uhr, Eintritt: 15 Euro Steeb, der 1986 und 1987 die HeilbronnOpen gewann, sind weitere Namen.  2002 wurde Turnierdirektor Uli Eimüllner in Paris für das weltbeste ATP-Challenger von mehr als 150 Freiluft und Hallenturnieren ausgezeichnet, zweimal war Heilbronn danach noch weltbestes HallenChallenger. Heute wird die Auszeichnung in dieser Form nicht mehr vergeben. Gefeiert wird der 30. Geburtstag mit einem »Jubiläumsabend« am 21. Januar 2013. Unter dem Motto »30 Jahre - eine sportliche Zeitreise« wird den Zuschauern ein unterhaltsames Programm präsentiert, unter anderem mit ehemaligen und aktuellen Tennis-Cracks. 23. Januar Buchhandlung Dichtung & Wahrheit Literatur live: Das Nibelungenlied »Uns ist in alten maeren wunders vil geseit ...« So beginnt das »Nibelungenlied« von unbekanntem Verfasser, entstanden vermutlich um 1200. Von dem Heldenepos, das lange Zeit als »deutsche Ilias« galt, hat wohl jeder schon gehört. Jetzt haben Sie die Möglichkeit, die Sage um Siegfried den Drachentöter und den Hort des Nibelungen, an drei Abenden in einer heutigen Prosafassung kennen zu lernen: Die abenteuerliche und märchenhafte Geschichte um den Helden Siegfried, der im Blut des Drachen badet und dem Nibelungen Alberich die Tarnkappe entwindet, die prunkvolle Doppelhochzeit von Siegfried und Kriemhild und Gunther und Brunhild am Wormser Hof ... Die Schauspielerin Kathrin Becker wird Sie an drei Abenden in die Welt einer Sage aus vergangenen Zeiten mitnehmen, die - wie jede Sage und jedes Märchen - gleichzeitig von heute erzählt.  Start: 19:30 Uhr, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro Januar Januar Tennis-Center Talheim 30. Intersport HeilbronnOpen In diesem Jahr feiern die Intersport HeilbronnOpen ihren 30. Geburtstag! Aus »Mit uns nach oben!« wurde im Laufe der Jahre »Mit uns an die Spitze!« - zahlreiche junge Tennis-Profis zogen tatsächlich vom Tennis Center Talheim in die (Tennis-)Welt hinaus. Die Liste der Spieler, die hier antraten und später für Furore sorgten, ist lang und beeindruckend. 1999 scheiterte ein junger Schweizer namens Roger Federer im Talheimer Halbfinale, kletterte später in der Weltrangliste bis an die Spitze und dominierte jahrelang das Tennisgeschehen. Rafael Nadal schlug vor den Toren Heilbronns einige Bälle - und wurde ebenfalls der Beste der Welt. Michael Stich gewann 1989 die HeilbronnOpen, und zwei Jahre später triumphierte er in Wimbledon gegen Boris Becker. Auch der Schwede Magnus Larsson (Talheim-Sieger 2000) oder Carl-Uwe 25. Januar Mobilat RIDERS ON THE STORM : BLACK BUTTERFLY

173
VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER/JANUAR 27. Januar Trommeln und Bass. Die Renaissance des längst verstorben geglaubten Drum & Bass wird auch im neuen Jahr bei SLEEPWALKER DnBs RIDERS ON THE STORM abgefeiert. Unter dem Motto BLACK BUTTERFLY versammelt sich die Selbsthilfegruppe erneut, um zum Rhythmus die angestaute Lust auf die Erde zu schmettern. Als therapeutischer Beistand dienen neben ASHLEY AAMES ( SLEEPWALKER DnB ) und den RIDERS ON THE STORM Residents JULEZ ( ME2YOU CREW ), JANO P ( ME2YOU CREW ), ROLLIN G ( ME2YOU CREW ) und MC MASO ( ME2YOU CREW ) die aus Karlsruhe stammende SHOKRHYME CREW sowie DJ RADIX ( WOODBASS / SINSHEIM ). Abfahrt ist ab 23.00 Uhr und die Praxisgebühr beträgt 6 EUR. Altes Theater Heilbronn Reinhold Beckmann & Band »... verrenkter Geist, verrenkte Glieder« Ein musikalisches Programm über den verrückten Charme der kleinen Dinge. Über die Macken und Merkwürdigkeiten von uns Zeitgenossen. Melancholische Momente oder Gedanken, die sich einfach eingenistet haben. Die Liebe oder das, was manchmal von ihr übrig bleibt. Dabei zeigen sich Reinhold Beckmann & Band musikalisch vielseitig, schräge Rumba-Klänge finden sich in ihrem Repertoire ebenso wie sentimentale Jazz-Balladen. Jedes Lied ist eine Miniatur, eine Flaschenpost des Alltags. Mal versponnen, mal skurril, mal heiter ironisch - und immer sehr gefühlvoll.  Start: 20 Uhr, Eintritt: 26 Euro Januar Ebene 3 im Kulturforum K3 Kabarett GAUwahnen - Jubiläumsgala Im Januar 1988 gründete Erhard Jöst das Heilbronner Kabarett GAUwahnen. Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums lädt das Ensemble zu einer GAUwahnen-Gala ein. Die Kabarettisten werden die Höhepunkte aus verschiedenen Programmen präsentieren. Die Elly-Jazzband spielt unter der Leitung von Andreas Benz als Geburtstagsständchen eine Facebook-Suite.  Start: 20 Uhr, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 8 Euro 29. Januar Stadtbibliothek Martin von Arndt »Oktoberplatz« - Lesung Der neue Roman von Martin von Arndt spielt im Weißrussland des 21. Jahrhunderts: Präsident Lukaschenko regiert mit harter Hand, Zeitungen sind verboten und oppositionelle Politiker verschwinden. Die Bevölkerung ertrinkt in einer Mischung aus Wodka und Fatalismus. Wasil, der Held des Romans, will sich seiner Tante Alezja entledigen - für immer! Der Roman erzählt von der persönlichen und politischen Frustration, die Wasil in Betrügereien, Inzest und Mord treibt. Aufwühlend und eindrücklich geht es um Liebe, Träume, Macht und Missbrauch. Zugleich aber ist es auch ein Buch über eine Diktatur in Europa und kapitalistische, wie auch sozialistische Verirrungen. Für die Arbeit an seinem Roman lebte und recherchierte der Autor Martin von Arndt über mehrere Monate im Milieu weißrussischer Oppositioneller in Minsk.  Start: 20 Uhr, Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro Januar Esszimmer Horkheim Themenmenü »Schokolade« Das erste Themenmenü des Jahres dreht sich rund um das Thema Schokolade. Ab dem 31. Januar wird das Esszimmer neben dem obligatorischen Freitag auch donnerstags geöffnet sein. Lecker!

174
D I E NÄ C H ST E AU SGA BE H A N I X ER SC H E I N T A M 31. JAN UA R 2 0 1 3