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DEZ 2011 / JAN 20 1 2 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL A R MU T

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chic chic chic Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130

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E D I TO R I A L KAUM ZU GLAUBEN - IST ABER SO... Liebe Leserinnen, liebe Leser, für die meisten von uns kommen nun die ruhigen, besinnlichen Tage des Jahres. Wir überlegen, welche Geschenke wir für unsere Lieben einkaufen und erstellen selbst Wunschzettel. Zu den Feiertagen folgt ein Festmahl nach dem anderen und schon in den Wochen zuvor, mästen wir uns mit Weihnachtsplätzchen. Doch es gibt genug Menschen, denen eine große Bescherung und reich gedeckte Tische nicht vergönnt sind. Die Heilbronner Tafeln versuchen durch ihre Arbeit bedürftigen Menschen in der Region zu ermöglichen, hochwertige Lebensmittel zu sozial verträglichen Preisen anzubieten. Über 6000 Menschen nehmen inzwischen das Angebot der Heilbronner Tafeln wahr. Und die Tendenz ist weiter steigend. In unserem Monatsinterview haben wir Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach in seinem Büro im Rathaus getroffen. Dabei erwies sich das Heilbronner Stadtoberhaupt als angenehmer Gesprächspartner, der sich sogar mehr Zeit für uns nahm als vereinbart war. Wir sprachen mit dem unparteilichen Stadtpolitiker über seine Laufbahn als Berufsbürgermeister, die Entwicklungen Heilbronns in den letzten Jahren und in Zukunft, sowie über das Heilbronner Dilemma im Fußball und die überregionale Wahrnehmung der Stadt. Dabei hat uns der Chef des Rathauses verraten, dass er noch nirgends so großes bürgerliches Engagement erlebt hat, wie hier in Heilbronn. In Stuttgart haben wir den Neckarsulmer Marc C. Woehr in dessen Atelier besucht. Im Interview erzählt er uns von seinem Werdegang vom Graffiti-Writer des »Pres« zum anerkannten Urban-Art-Künstler, der auf der »Art Basel« ausstellt und für das offizielle FIFA-Kunstprojekt zur WM 2010 eine Arbeit als einer von sechs deutschen Künstlern angefertigt hat. Zum Ende ist noch zu erwähnen, dass wir nach inzwischen vier Ausgaben HANIX erfreut über die vielen positiven Reaktionen auf unser Magazin sind. Auch wir werden uns ein paar Tage zurücklehnen, um die besinnlichen Tage zu genießen. Deshalb ist diese Ausgabe eine Doppelausgabe für Dezember und Januar. In alter frische gibt es uns wieder am 27. Januar 2012. Bis dahin wünschen wir besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch. Wir sehen uns im nächsten Jahr. Die HANIX-Redaktion Urban Art: Der aus Neckarsulm stammende Künstler Marc C. Woehr erzählt über alte Zeiten am »Pres« und ein erstes Hineinschnuppern in die etablierte Kunstwelt. Gespräch mit dem Stadtoberhaupt: Helmut Himmelsbach mag Baustellen P.S.: Die alten HANIX-Ausgaben sind unter der Archivfunktion in der Menüleiste zu finden.

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beDienung Des mAgAZins DEZ 2011 / JAN 2012 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL A R M U T

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrückten rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: MAGAZINE -> UNTERHALTUNG -> MUSIK Fragt nicht warum im MusikmagazinOrdner. Wir wissen es selbst nicht.

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i n h A Lt HANIX Nº4 18 PETER »L A R RY « LIT TER E R MEINE PLATTENKISTE 50 M A RC C . WO E H R KULTURBEUTEL 58 PAT R I C I A MAYER/ I N S E L H OTEL DER KÜHLSCHRANK VON... Der Lauffener darf sich als Musik-Experte bezeichnen. Er ist Gitarrist und Sänger bei »Larry and Friends«. Wir haben in seine Plattenkiste geschaut. Vom ersten Graffiti-»Tag« mit einem Edding am »Pres« in Heilbronn bis hin zur Teilnahme auf der Art Basel in Miami erzählt Marc C. Woehr von seinem Werdegang. Das INSEL ist das erste Hotel am Platz. Wir trafen Hausherrin Patricia Mayer auf einen Blick ins hoteleigene Kühlaggregat. 36 LORENA & HAGEN SINGLES DES MONATS 44 T H O M A S M EY E R MUSIKKOFFER 60 FA S H I O N S KIZZEN KUNSTREGION Wir haben uns mit Lorena und Hagen übers Tanzen und Handball unterhalten. Thomas Meyer ist Chorleiter und Organist an der Jakobuskirche in Auenstein. Ein Gespräch über MP3Player, den Unterschied zwischen Keyboard und Klavier und Meyers Projektchor Gospel@Service. Mariana Nicole Göllner studiert in Pforzheim Modedesign. Die junge Heilbronnerin hat für uns ihr Skizzenbuch geöffnet.

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40 HEILBRONN OPEN SPORTTASCHE ANGELDUST & WEIHNACHTSMARKT STADTLEBEN / LANDLEBEN 12 & 14 Das beliebte Challenger-Turnier steht wieder vor der Tür. FACEBOOK WEISS ALLES SMS MICH MAL 68 I M GESP R ÄC H : HELM U T HIMMEL S B AC H INTERVIEW DES MONATS ABGEARSCHT! DER »DITTRICH, KLOTZ & KÖNI«-FILM HEILBRONN FUCKING ROCKS HEIMATLIEBE Ein ausführliches Gespräch über Heilbronns Stärken und Schwächen und über das leidige Thema Fußball. L I D L D E U TS C H L A N D & P O G O S N OW B OA R D S AUSBILDUNG & MACHER IM UNTERLAND 30 & 34 YOGIS & DAS FEST DER FESTE BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS QUEBEC / NEI`GSCHMECKT 124 & 126 82 ARMUT TITELTHEMA VOM LOSLASSEN OÙ L`ART DE PARTIR AROUND THE WORLD Heilbronn befindet sich in einer der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Dennoch gibt es hier Armut. Viele Menschen engagieren sich, um das zu verändern. CHIC, CHARMANT & DAUERHAFT »NEW YORK IS WHERE WE ARE« FROM NEW YORK CITY TO HEILBRONX DANZIG, 2009 VIA ARCHIV GUNTHER MERZ BERLIN CALLING SPIEGEREFLEX (94), QUIZ (122), BRIEFE/IMPR. (140), DER HISTORISCHE SCHUSS (142), DATEN (144)

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DAS HANIX TEAM WER UND WI ESO? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 33 JAHRE WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i m e d i al e Ma g a z i n f ü r d i e Region Heilbronn - f ü r L e s e r, d i e i n t e re s s i e r t , kulturell aufgeschlo s s e n u n d n e u g i e r i g a u f e i n en alternativen Blick a u f St a d t -. L a n d k re i s - u n d S zenekultur sind. WER MACHT HANIX? Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. Heilbro n n e r Me d i e n - u n d Ku l t u r s chaffende, die ihre Er f a h r u n g e n u . a . i n Be r l i n , München, Stuttgar t od e r Ha m b u r g g e s a m m e l t h a b en und nun etwas in i h re r He i m a t b e we g e n w o l l en. MARCEL KANTIMM WA S W I L L H A N I X ? HERAUSGEBER & KOORDINATION 37 JAHRE Das m u l t i m e d i al e Ma g a z i n f ü r L e u te und Gesells c h a f t d e r Re g i o n He i l b ro n n will mit spannenden , u n t e r h a l t s a m e n u n d i n f o r mativen Beiträgen die re g i o n a l e Me d i e n l a n d s c h a f t bereichern. Bier zapfen alleine macht nicht glücklich. Außerdem erstelle ich für´s Leben gerne Terminpläne, die dann hoffentlich jeder einhält.

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SEVTAP CELIK GRAFIK 25 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 27 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Heilbronn wird in den nächsten Jahren wachsen. Und dieses Magazin wird die Stadt dabei begleiten. Klar will ich dabei mitwirken! »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA PR, NETZWERK & FILM 25 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION & FILM 34 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 23 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 37 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 34 JAHRE ROBERT BEUTELSPACHER FILM & ANIMATION 24 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar - die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Mein Chef hat gesagt, wir machen jetzt ein Magazin. Jetzt mache ich das und habe auch noch Spaß dabei. Danke, Chef. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 20 JAHRE WOLFGANG FISCHER REDAKTION 61 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 37 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Weil ich noch jung genug bin. Nach knapp vier Jahrzehnten Arbeit bei Printmedien freue ich mich auf ein neues Kapitel des Journalismus. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit - und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION 36 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 28 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 41 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. STEVEN ZULEGER VIDEO 28 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 45 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 55 JAHRE Das Pergament, ist das der heil´ge Bronnen, woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt? Erquickung hast du nicht gewonnen, wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTLEBEN: DEZEMBER 2011 /JANUAR 2012 Laut rieseLt der scHnee Weißes Pulver überzieht Heilbronn. Schnee schon Anfang Dezember? - Ungewöhnlich. Was man in Heilbronn sonst nur bei reger Nachtschwärmerei erleben darf ist nun auch dem Ottonormalverbraucher nicht mehr vorenthalten. Immer wieder finden unbescholtene Bürger kleine, durchsichtige Päckchen mit der Aufschrift »Angeldust«. Ob auf offener Straße, im Parkhaus des Wollhauses oder in verschiedenen Läden der Innenstadt finden sich die dubiosen, mit weißem Pulver gefüllten Päckchen. Nun tauchten auch Fotos einer Art Drogenlabors mit Unmengen dieser Päckchen auf der Plattform eines sozialen Netzwerkes auf. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen, die Polizei scheint Bescheid zu wissen und die restliche Presse unserer beschaulichen Stadt voller Engel hält sich bisher noch gekonnt aus der Sache heraus. Es wurde Licht. Denn was wir nun wissen: Die Quelle sitzt im Wollhaus Heilbronn. Im Untergeschoss konnten unsere Mitarbeiter sowohl Personen beim Abpacken von »Angeldust«-Päckchen beobachten, als auch die Annahme einer Lieferung von mehreren Europaletten an schwarz einfolierten Fernsehern. Ist hier ein Drogenschiebering beheimatet? Aber warum befinden sich so viele Päckchen im Umlauf und liegen auf offener Straße herum? Zum anfixen? Und die Fernseher? Wird in denen der Stoff geschmuggelt? Handelt es sich hier um eine Hehlerbande? Oder um eine kriminelle Organisation? Wir bleiben dran. STAT I ST I K AMT Im Jahr 2006 gab es Arbeitssuchende. 2010 zählte die Stadt insgesamt 8.723 Menschen ohne Job. 9.717 An einem Samstagabend, gegen 23 Uhr, an der S-Bahn-Haltestelle Rathaus. Eine junge Frau telefoniert lautstark: »Ich bin deprimiert! Meine Schuhe und ich sind viel zu geil, um an einem Samstagabend zu dieser Uhrzeit schon nach Hause zu fahren, nüchtern. Wo ist der Sex and the City-Lifestyle, den ich immer wollte?«

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H A S S L I E B E Z U M B E S O N D E R E N O B J E K T: D E M KO N T R A B A S S Hassliebe zu besonderem Objekt, dem Kontrabass Hassliebe, exakt so, kann man die Beziehung zwischen dem Orchestermusiker und seinem Instrument, dem Kontrabass, bezeichnen. Schon das erste Hörbeispiel ist dem Musiker Beleg und Beweis genug - der Kontrabass ist das wichtigste Instrument des Orchesters. Auf den Dirigenten könne man getrost verzichten, nicht aber auf die Bässe. Sie bilden schließlich das Fundament, auf dem die Klangwelt fußt, erklärt er aufgeregt und hält seinen Enthusiasmus mit reichlich Bier in Fluss. Doch je länger er über seinen hölzernen Weggefährten sinniert, desto deutlicher tritt dessen Kehrseite zutage. Sperrig ist das Ding, schwer und empfindlich. Und es steht ihm im Weg und verhindert jedes Fortkommen, egal ob beruflich oder privat. Schlimmer noch, der Musiker fühlt sich von seinem Instrument regelrecht beobachtet. Schnell wandelt sich die Begeisterung in erbitterte Hassliebe, der ein hervorragender Benjamin Hille mit großen Emotionen zu begegnen versteht. In ihm fand Regisseur Wolfgang Garczol eine ideale Besetzung für Patrick Süskinds tragischen Einakter, »der Kontrabass«. Aufgeführt wird das Stück am 26.01.2012 ab 20.00 Uhr im Kaffeehaus Hagen. Karten gibt es im Vorverkauf für 15 EUR.

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L ANDLEBEN: DEZEMBER 2011 /JANUAR 2012 A LT D E U T S C H E R WEIHNACHTSMARKT BAD WIMPFEN Ein De ze m b e r o h n e We i h n a c h t e n wäre w i e Ba d Wi m p f e n o h n e d e n Weihn a c h t s m a rk t . Vö l l i g u n vo r stellba r ! Darum öffnet die Stadt auch dieses Jahr wieder seine Tore und lädt ein, zu einem der schönsten und ältesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Mit ihren schmalen, liebevoll geschmückten Gassen und den über 130 Büdchen, dem hell erleuchteten Tannenbaum und dem waschechten Nikolaus versprüht die historische Altstadt einen ganz besonderen Charme. Der süße Duft von Glühwein, Tannenzweigen und Lebkuchen erinnert jeden Besucher daran, dass Weihnachten, das Fest der Liebe, vor der Tür steht. Neben den zahlreichen Weihnachtskonzerten in der Stadtkirche und der Krippenausstellung im Rathaus, können die Besucher auch einen Abstecher ins " Skandinavische Weihnachtsdorf" machen und sich mit Lachs, Beerenwein und anderen Leckereien verwöhnen lassen. In diesem Sinne, allen eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit! STATISTIK A M T Ei n M ä d c h e n e r z ä hlt ihrer Freundin in der Bad Rappenauer I n n e n s t a d t : » M eine Mutter hat mich gestern gefragt, ob m e i n B r u d e r s i c h über eine Zimmerpflanze für seine neue Wo h n u n g f re u e n w ürde? Oh Mama, dacht ich mir nur, wenn m a n s i e e ss e n o d e r rauchen kann, dann freut er sich best i m m t . « Im Jahr 2006 gab es 13.371 Arbeitssuchende im Heilbronner Landkreis. 2010 zählte man im Landkreis insgesamt 11.905 Menschen ohne Job.

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STOP FÜR ROTNEUE RICHTLINIEN FÜR U M W E LT P L A K E T T E N In Baden-Württemberg wurden bereits zum 1. März 2008 die ersten Umweltzonen zur Reduzierung der hohen Feinstaubbelastung ausgewiesen. Diese durften nur von Fahrzeugen mit entsprechenden Umweltplaketten befahren werden. Bestimmte Fahrzeuge durften nach der Kennzeichnungsverordnung generell ohne Plakette einfahren. Dies sind: zwei - und dreirädrige Kraftfahrzeuge, Krankenwagen, Fahrzeuge der Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr und des Katastrophenschutzes und Oldtimer mit H - Kennzeichen. Verstöße gegen diese Vorschrift werden mit einem Bußgeld in Höhe von 40 Euro und einem Punkt im Verkehrszentralregister des Kraftfahrtbundesamtes geahndet. Im Landkreis Heilbronn sind lediglich der Kernort von Ilsfeld, sowie einige Teile der Stadt Heilbronn als Umweltzonen ausgewiesen. Ab dem 1. Januar 2012 dürfen nur noch Fahrzeuge mit gelber und grüner Plakette in die Umweltzonen in Ilsfeld und Heilbronn einfahren, ein Jahr später, nur noch Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette. Daher: Obacht, liebe Autofahrer, welche Farbe der Kreis an eurer Windschutzscheibe hat!

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sm s m i c h m A L ! UNGEWOLLT LITERARISCHES IN CA. 160 ZEICHEN MIT UNTERSTÜTZUNG VON WWW.SMSVONGESTERNNACHT.DE Wi e w a r d i e Pa r t y g e s t e rn noch so? Ac h n e i n , s a g n i c h t s , Fa c e b o o k we i ß B e s c h e i d ! Neugierig tippte der Interessent die SMS in sein LG Optimus Speed. ZEICHEN We i ß Fa c e b o o k a u c h , w i e i c h n a c h Ha u s e g e k o m m e n b i n ? FACTS 20.11.2011 DATUM 13:07 UHRZEIT Früher schickte man Brieftauben, Flaschenpost und s c h r i e b Ta S w n s e o e o in Kumpel a rtete von e m Sony Eric n Xperia Ne n i s o t. gebücher, heute gibt es Facebook, Twitter und Co.. Wi r l e b e n i m 21. Technologie-Jahrhunder t . Das haben nicht nur un s e re z we i par ty wütigen Jungs erkannt, sondern auch wir vom H a n i x- M a gazin und deshalb gibt es uns auch nur online. ZEICHEN

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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TEXT & FOTOS: WOLFGANG FISCHER PETER »LARRY« LITTERER: VON HARDROCK BIS BACH

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MEINE PL ATTENKISTE: PETER »L ARRY« LITTERER DIE TOP 6 VON PE T E R L I T T E R E R : 1. Deep Purple, »Smoke on the Water« (Peter Litterer: »Wenn man selbst Gitarrist ist, 18 Jahre alt, dann sind diese drei Riffs am Anfang von Smoke on the Water einfach zum Ausflippen«) 2. Dire Straits, »Sultans of Swing« (»Es war ein gan z n e u e r G i t a r r e n sound den Mark K n o p f l e r m i t D i r e Straits präsenti e r t e « ) 3. Robbie Willia m s , » A n g e l « (»Ich sah Willia m s a u f d e r P o p Com in Köln und d a w a r e r s c h l e c h t bis peinlich und d a n n w u n d e r t e i c h mich wenig späte r ü b e r s e i n e s t a r ke Solo-CD mit d i e s e m S o f t s o n g « ) 4. Styx, »Babe« ( » E i n u r a l t e r Song, der in die Z e i t d e s e r s t e n Mal verliebt sei n f i e l « ) 5. Johann Sebast i a n B a c h , » A i r « (»Es war ein seh r t r a u r i g e r A n l a ß , der mich zu Bach u n d d e r K l a s s i k führte. "Air" ha t m i c h d a m a l s u m gehauen und seit h e r w a r a u c h K l a s sik ein Thema fü r m i c h « ) Die Vorliebe für Beat, Rock, Hardrock und Pop schließt die Anerkennung von Klassik nicht aus. Im Gegenteil, wer sich als Musikliebhaber und Kenner bezeichnet, muss für alle Richtungen offen sein. Peter "Larry" Litterer aus Lauffen darf sich als Experte bezeichnen. Er ist Gitarrist und Sänger bei "Larry and Friends", arbeitete viele Jahre im Organisations- und PR-Team der Bietigheimer Gruppe "Pur". Von seinen großen Erfahrungen profitieren jetzt regionale Künstler und Bands. Und er hat noch eine zweite Berufung: Er ist Tennisspieler. Er schlug in der Bundesliga auf, fördert Talente, genauso wie er ehrgeizige Seniorinnen in der Liga betreut. Als enger Freund ist er eine rechte Hand von Uli Eimüllner, dem Direktor des ATP-Hallenchallengerturniers "HeilbronnOpen". Mit ihm entwickelte er vor über drei Jahrzehnten die Idee für einen internationalen Tennis-Wettbewerb in Talheim. "Larry and Friends" covert vor allem Klassiker aus der Zeit des Rock`n`Roll bis in die 90er Jahre. Das kommt an bei Parties, lockt jüngere wie ältere Semester auf die Tanzfläche. Litterer singt, spielt E- und Akkustikgitarre. An seiner Seite unter anderem sein langjähriger Begleiter in der Band und im Beruf, Charly Rothenburg. Ein ebenso exzellenter Gitarrist. So ist es eben logisch, dass Litterer (und Rothenburg) gerne über die großen Kollegen sprechen - Mark Knopfler (Dire Straits), Eric Clapton, Ritchie Blackmore (Deep Purple) oder Robert Page (Yardbirds / Led Zeppelin). Die erste nachhaltige Begegnung mit Bach und klassischer Musik hatte Litterer bei einer Beerdigung eines guten Freundes. "Der Orgelspieler und der Geiger waren großartig, ich war hin und weg damals; ich heulte Rotz und Wasser" erinnert er sich. Neben aktuellen Rock-CD`s reihten sich nun auch Etliche der großen Meister Bach, Mozart und Beethoven, "und das just in der Phase, als Hardrock Anfang der 70er Jahre auf die erfolgreichste Zeit zusteuerte".

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D I T T R I C H , K L O T Z & K Ö N I ! Di t t r i c h , K l o tz & Köni drehen lustige Filme. Sk e t c h e z u m Beispiel. So auch an dieser Stelle. Ei n Video über die Armut. De r Na m e des Films: ABGEARSCHT! D I T T R I C H , KLOTZ & KÖNI SIND BUCHBAR! K ONTAKT: 0176/99053371 D E RDRANGZUMKLANG@WEB.DE W WW.LISAMARIAKLOTZ.DE

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MEHMET FILIZ & ROBERT MUCHA

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Beatsteaks in der Harmonie: Punk-Rock in der Heilbronner Harmonie. Die Beatsteaks aus Berlin brachten den Boden sprichwörtlich zum Beben. Dafür Daumen hoch! Doppeldaumen runter hingegen für die Organisation des Bierausschanks. Mit Verlaub: aber drei Zapfhähne für 2500 bierdurstige Rock-Fans war ein ganz schlechter Witz. Die Schlange blieb über das Konzert hinweg bei konstant über 50 Metern. Gähnende Leere hingegen an der Softdrink-Theke. Es waren kaum Fanta-Trinker da.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Heilbronner Grau: Der Nebel hielt sich im November zäh in unserer Region. Hier nicht zu sehen: der alte Neckararm. Trotzdem novembrig romantisch!

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Stagedive im Mobilat: Als Materia 1999 bei einer Reise nach New York City von einem Modelscout entdeckt wurde, nahm er von dort aus Modelaufträge in der ganzen Welt an. Er arbeitete unter anderem für Diesel und Hugo Boss. Danach stieg er aus der Modelwelt aus und kam zurück nach Rostock, um fortan seine Rap-Karriere zu verfolgen. Mit Erfolg. Im November ließ Materia im Mobilat den Schweiß von der Decke triefen. Schmutzig muss eine gute Party sein! Diese war es. Mehr davon.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Boxen: Der Neckarsulmer Dominik Britsch musste in der Ludwigsburger Arena erstmals in seiner Profikarriere über die volle Erwachsenen-Länge, zwölf Runden, gehen, ehe er einen schmeichelhaften Punktsieg gegen den Amerikaner Billy Lyell zugesprochen bekam.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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A U S B I L D U N G U N T E R L A N D : SCHU LE TRIFFT UNTERNEHMEN: ASG-NECKARSULM & LIDL In e i n e m i n d e r Re g i o n e i n maligen Projekt kooperier t das Neckarsulmer A l b e r t - S c h we i ze r - Gy mnasium mit dem Handelsriesen LIDL. In v i e r w i r t s c h a f t l i c h o r i entier ten Themenschwerpunkten, dozieren L I D L - Fü h r u n g s k r ä f t e ü b e r zwei Jahre an der Schule über die Praxis. Un d n a t ü r l i c h s c h a u e n d i e Schüler auch direkt bei LIDL vor Or t nach. Di e s m a l i m L I D L Logistikzentr um in Waldenburg.

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Full S Agentu ervice Web 2.0 ? ?Filmt & Produkte rung ?Prin rsubventionie Gründe Salzstr.27 o 74076 Heilbronn www.kk-media.de

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"Geredet wurde schon viel, jetzt was für die rechte Gehirnhälfte"

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M A C H E R U N T E R L A N D : P O G O S N O W B O A R D S Pü n k t l i c h z u r Wi n t e r s a i s on haben wir die Snowboard-Manufaktur vo n P O G O i n Hö ß l i n s ülz besucht. Die Boards werden in einer t r ad i t i o n e l l e n vo n Ha nd montier ten Sandwichbauweise mit A B S - Se i t e n w a n g e n h e r gestellt. Der Holzkern besteht aus eine r Mi s c h u n g vo n e u ro p ä i s c her Pappel und Esche. Mehr zu den Jungs vo m R a n d e d e r L öwensteiner Berge gibt es im Film.

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TEXT: RAFAELA CARRIJO | FOTOS: MEHMET FILIZ LO r e n A r i b e i rO sÁ L o re n a i s t e i n e t emperamentvolle junge Frau. Durch d i e Ad e r n d e r j u ngen Mutter fließt brasilianisches Bl u t . K l a r, d a s s Sie entsprechend leidenschaftlich i s t . Ne b e n i h re m kleinen Sohn Matheus spielt ihr St u d i u m a n d e r Heilbronner Hochschule momentan d i e g rö ß t e Ro l l e in ihrem Leben. Doch trotz der viel e n Ve r p f l i c h t u n gen ist noch ein Platz an ihrer Seite f re i . Fü r d e n r i c htigen Mann.

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SINGLE DES MONATS (W): LORENA RIBEIRO SÁ steckbrief A l t e r : 24 B e ru f u n g : S o h n M a t h e u s Kinder: 1 Ti e re : 0 B e s t e r Tr i p : J e d e s m a l i n B ra s i l i e n Lorena sieht aus wie eine Brasilianerin aus dem Bilderbuch. Kakaobraune Haut, lange dunkle Haare, Feuer in Augen, ein gigantisches Lachen mit ihren schönen weißen Zähnen und volle Lippen. Eine perfekte Figur und viel Charme runden das brasilianische Powerpaket ab. »Ich fühle mich sexy«, sagt sie selbstbewusst. Lorena ist eine Traumfrau für viele Männer aber nicht jeder kann ihr Herz gewinnen. Der Mann ihres Herzens muss etwas spezielles haben. Lorena kann auf den Richtigen warten. Denn einen kleinen Mann gibt es schon in Lorenas Leben und er ist ihre größte Liebe. Matheus heisst der vierzehnmonatige kleine Mann, der Lorenas Tagesablauf bestimmt. Der kleine ist mit seinem Lockenkopf so hübsch und temperamentvoll wie seine Mama. Die beiden sind ein richtig gutes Paar. Das sieht man wenn die beiden Samba zusammen tanzen. Ein Mann, der Lorenas Liebe gewinnen will, muss auch Matheus akzeptieren und lieben. Aber dass ist eine tolle Aufgabe. Der kleine Latino ist einfach bezaubernd. Nichtsdestotrotz will Lorena wieder lieben und geliebt werden - und dass mit viel Leidenschaft. Typisch brasilianisch eben. Lorena ist schon als kleines Mädchen nach Deutschland gekommen und spricht natürlich perfektes Deutsch. Das muss die Studentin der Wirtschaftsinformatik auch. Sie absolviert ihr Studium an der Heilbronner Hochschule und will danach in diesem Feld beruflich Fuß fassen. Davor will Lorena aber noch ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren. Helfen ist Lorena eine Herzensangelegenheit. Sie hat einen sehr ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit. Und sie kann Situationen frei von persönlicher Meinung und Gefühlen beurteilen. Lorena mag hingegen keine Leute, die ständig nur meckern und unzufrieden sind. Dass Intoleranz und Egoismus ein großer Bestandteil von uns Menschen ist, stört die Gerechtigkeitsfanatikerin extrem. Lorenas Traumpartner muss ein Mann sein, den sie bewundern kann. Er muss einen starken Charakter haben. Dazu soll er rücksichtsvoll, kommunikativ und humorvoll aber nicht exzentrisch sein. Ihr Partner soll ein neugieriges Gemüt haben, lebensbejahend auftreten, vielseitig interessiert sein und wissen, was er will. Lorena mag die Momente der inneren Ruhe und ist gerne draußen in der Natur. Sie liebt Aufmerksamkeit und mag es verwöhnt zu werden. Und sie findet die Ehe toll. Eine Hochzeit ist für sie die Krönung einer erfüllten Beziehung.

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TEXT: RAFAELA CARRIJO | FOTOS: MEHMET FILIZ h Ag e n LeibFrieD Ha g e n l i e b t Ha n d b a l l . Das müssen Frauen wissen, denn er i n ve s t i e r t v i e l Ze i t i n sein Hobby. Dafür ist er aber auch e n t s p re chend durchtrainier t. We n n d e r St u d e n t e i nmal nicht Bücher wälzt oder Bälle w i r f t , e n t s p a n n t e r g e r n e bei einer DVD oder er zieht spontan m i t s e i n e n Ju n g s l o s . Di e se Freiheit schätzt er. Er wäre aber auc h b e re i t , s i e mit einer Frau zu teilen.

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SINGLE DES MONATS (M): HAGEN LEIBFRIED steckbrief A l t e r : 27 Ber u f u n g : H a n d b a l l Kinder: 0 Ti e re : 0 Motto: »Das L e b e n i s t ke i n Po n y h o f. « Hagen ist ein gutaussehender junger Mann, der, obwohl etwas schüchtern, einiges zu bieten hat. Der leidenschaftliche Handballspieler und Fitnesstrainer geht selbstredend mit einer sportlich durchtrainierten Figur durch sein Leben. Wer jetzt denkt, das Hagen ein typischer Muckibuden-Typ ist, hat sich aber getäuscht. Hagen hat nicht nur einen attraktiven Körper sondern auch etwas im Kopf. Der 27-jährige Neckarsulmer studiert Sport und Pädagogik. Wenn er seinen Abschluss hat, möchte er am liebsten mit behinderten Kindern und Jugendlichen arbeiten. In seiner Freizeit, wenn er sie aufgrund seiner vielen sportlichen Aktivitäten denn mal hat, entspannt er gerne bei einem guten Film oder einer Serie. Und er liebt Magazine. Ob »11 Freunde«, das »Vice-Magazin« oder »blonde«. In einem Magazin kann er sich zeitweise verlieren. Hagen ist bescheiden und braucht nicht viel, um zufrieden zu sein. Wer in Zukunft in der Behindertenpädagogik arbeiten möchte muss geduldig und gutmütig sein. Beide Eigenschaften vereint Hagen in sich. Er strebt seine Ziele schrittweise an. Es muss bei Hagen nicht im Hau-Ruck-Verfahren voran gehen. Sein größter Traum ist es, etwas zu schaffen, woran man sich erinnert. Etwas nachhaltiges und bleibendes. Womit der gläubige Student überhaupt nicht zurechtkommt, ist Ignoranz, Schubladendenken und früh aufzustehen. Wenn er dann aber mal wach ist, ist Hagen gerne spontan. Und auch eine Weltreise steht noch auf seiner To-Do-Liste. Da Hagen ein sehr aktiver Mensch ist, darf seine Herzensdame kein Couchpotato sein. Seine Traumfrau ist durchtrainiert, hat ihr eigenes Leben und sie muss sein bester Kumpel sein. Noch ist ihm diese Dame nicht über den Weg gelaufen, aber das macht auch nichts, denn Hagen genießt die Freiheit seines Single-Daseins. »Doch diese Freiheit kann man auch zu zweit genießen«, weiß Hagen.

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HeiLbronn open - "made in taLHeim" text & fotos WoLfgang fiscHer

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SP ORTTASCHE: HEILBRONN OPEN Gro ße Ereignisse wer fen ihre Schatten voraus: Die 29. HeilbronnOpen von 21. bis 29. Januar 2012 präsentieren nicht nur, wie alle Jahre, Spit zentennis, sondern werden diesmal auch durch ein revolutionäres Bodenkonzept geprägt . "Rot war gestern - blau ist morgen!" lautet die Devise von Turnierdirektor Uli Eimüllner, der mit dem neuen Bodenbelag wichtige Auflagen der ATP und auch die Wünsche der Profis erfüllt . »Für die Spieler tun wir fast alles«, erklär t er. Künftig finden die Tennis-Cracks also auf allen Plätzen im Tennis Center Talheim den blauen PlexiPave vor und damit exakt denselben Untergrund wie in Melbourne bei den Australian Open. Eigentlich könnte man analog zum deutschen Wertsiegel, "Made in Germany" für das ATP-Hallenchallengerturnier "HeilbronnOpen" das Prädikat "Made in Talheim" vergeben. Zum 29. Mal wird das Herrenturnier in der letzten Januar-Woche (21. - 29.1.2012) im Tennis-Center Talheim ausgetragen. Qualität bewährt sich. Diese Intersport HeilbronnOpen sind, vom Umsatzvolumen und der Bedeutung bewertet, das wichtigste Sportevent zwischen Stuttgart, Tauberbischofsheim, Crailsheim, Schwäbisch Hall und Karlsruhe. Beachtlich ist der Fortbe41 stand auch unter dem Aspekt, dass Tennis nach dem Hype ab Mitte der 80er-Jahre bis Mitte der 90erJahre - dank Boris Becker, Michael Stich und Steffi Graf - in Deutschland an Bedeutung verloren hat. Die Zahl der Turniere reduzierte sich, die damals in Millionen (Mark) gerechneten Etats und Preisgelder, halbierten sich nicht nur währungstechnisch. Konträr zu dieser Entwicklung gelang es Turnierschöpfer und Turnierdirektor Uli Eimüllner das Preisgeld von einst 25.000 US-Dollar auf heute 125.000 US-Dollar zu

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SP ORTTASCHE : HEILBRONN OPEN Zügel im Griff: Der sportliche Leiter der Heilbronn Open, Dr. Dirk Schwarzer Internationales Teilnehmerfeld: Der Spanier Ivan Navarro

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SP ORTTASCHE : HEILBRONN OPEN erhöhen. Wider allen Wirtschaftsund Finanzkrisen sichert ein treuer Sponsorenstamm Jahr für Jahr diese Summe. Der Grund für den erfolgreichen Fortbestand ist: Eimüllner und sein qualifiziertes, sachkundiges Team erkannten von Anfang an, dass Sport allein nicht genügt. Es muss ein "Event" sein! Es müssen mehr als "Returns", "Serve und Volley" und Asse geboten werden. So wird das Tennis-Center Talheim für eine Woche gleichbedeutender Treffpunkt für Wirtschafts- und Industrie-Bosse der Region, an mehreren Abenden Party-Treffpunkt ("sehen und gesehen werden") sowie natürlich Sportarena. Absolut Hintergrund hat und Wahrheit ist der Turnierslogan, "Mit uns an die Spitze"! Viele Tennisspieler, die sich in den vergangenen 28 Jahren in der Weltrangliste nach vorne kämpften, schlugen auch in Talheim auf und der eine oder andere sammelte wichtige Weltranglistenpunkte. Zwei markante Akteure sind zu erwähnen. Roger Federer machte als 18-Jähriger erstmals mit seiner Halbfinal-Teilnahme in Talheim auf sich aufmerksam. Tennis-Experten meinten sofort, "das wird en ganz Großer". In der Tat bestimmte der Schweizer in den folgenden Jahren das Herrenfeld. Beispiel zwei: Nach einer längeren Verletzungspause startete der Kroate Goran Ivanisevic in Talheim sein Comeback. Einige Monate später gewann er das WimbledonTurnier. Die HeilbronnOpen sind dabei offen für Spieler ab Weltranglistenposition 50. Trotz anhaltendem guten Zuschauerzuspruch müssen die Organisatoren einen ansteigenden Altersdurchschnitt feststellen. An manchem Nachmittagen überwiegen Senioren bei den Zuschauern. Die Besucher-Struktur bedarf einer Verjüngungskur. Ideen sind dringend gefragt.

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INTERVIEW: FLORIAN GEIGER | FOTOS: ULLA KÜHNLE T H O M A S M E Y E R Thom a s Me ye r i s t s e i t 1 9 9 6 Or g anist und Chorleiter des Auensteiner Kirchenchores . Au c h a l s Sä n g e r i s t e r i m mer wieder bei Sonntagsgottesdiensten und Konzer ten z u h ö re n . Au ß e rd e m h a t e r noch ein besonderes Steckenpferd: der von ihm i n i t i i e r t e Pro jektchor »Gospel@Ser vice«.

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MUSIKKOFFER: THOMAS MEYER HANIX -- Herr Meyer, Sie repräsentieren eine andere Art von Musiker. Erzählen Sie unseren Lesern am besten gleich einmal, wer genau Sie sind. und Datenbanken und diverse Anwendungen, die darauf laufen. HANIX -- Sie wohnen in Marbach, was bekanntlich nicht der Nachbarort von Auenstein ist. Wieso hauen Sie in Auenstein in die Tasten der Kirchenorgel und nicht in Marbach? Ja gerne: ich gehöre hier definitiv zu den »Reingeschmeckten«, da ich als gebürtiger Franke aus dem schönen Städtchen Coburg komme. Dort habe ich ein musisches Gymnasium besucht und dann, auf dem Weg zu einem technischen Beruf, Elektrotechnik an der Fachhochschule studiert, mit dem Studienschwerpunkt Informationstechnik, also so etwas Ähnliches wie Informatik. Im Bereich der IT habe ich dann eine Anstellung gefunden, die mich an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach geführt hat. Dort arbeite ich als Systemadministrator, kümmere mich um Betriebssysteme THOMAS MEYER -- dafür, dass es mich nach Auenstein verschlagen hat. Auenstein ist in der Tat der letzte »Zipfel« im Dekanat Marbach, und gehört ja landkreistechnisch bekanntlich schon zu Heilbronn. HANIX -- Heutzutage lernen immer weniger Menschen ein Instrument. Welches Instrument spielen Sie? Marbach habe ich zusammen mit meiner Frau und unseren vier Kindern eine Bleibe gefunden, und ich genieße die kurzen Wege zwischen Wohnung und Arbeit, was auch täglich viel Zeit spart. Direkt in Marbach gibt es einen hauptberuflichen Organisten, unseren Bezirkskantor Toursel. Hier darf ich üben und helfe gelegentlich gerne an der Orgel aus. Herr Toursel hat mir damals auch die vakant werdende Kantorenstelle in Auenstein genannt, und das ist der Grund THOMAS MEYER -- In habe zwar Anläufe unternommen, die Instrumente Querflöte, Cello und Geige zu lernen, bin aber letztlich immer wieder bei den Tasten von Klavier und Orgel gelandet. Außerdem singe ich sehr gerne. HANIX -- Welches Instrument würden Sie abgesehen von Orgel und Klavier noch gerne spielen können und warum? THOMAS MEYER -- Ich gesagt, das mit der Geige hat nicht recht klap- THOMAS MEYER -- Wie

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MUSIKKOFFER: THOMAS MEYER mit der Geige hat nicht recht klappen wollen. Das Problem ist ja, dass man als Anfänger auf der Geige schon recht grauslich klingt, und meine Geschwister haben wohl damals so lautstark protestiert, dass ich es habe bleiben lassen - naja, ich war einfach nicht konsequent genug im Üben. HANIX -- Viele glauben, dass es keinen Unterschied zwischen Orgel, Klavier und Keyboard gibt. Trifft wissen. das zu? Sie müssen es ja erNun, rein optisch mag es da ja einige Parallelen geben, auch wenn bei der orgel auch noch die Pedale mit den Füßen bedient werden wollen. Klanglich sind die Unterschiede enorm, wie jeder feststellen wird, der eine orgel im Kirchenraum klingend erlebt. Die e-Pianos, die man heute kaufen kann, sind schon ein annehmbarer Kompromiss, wenn man kein echtes Klavier hat, und in vielen Kirchen mit ihren schwankenden Temperaturen oft auch die bessere Wahl. Keyboards haben oft nicht die 88 oder mehr Tasten, die man vom Klavier her gewohnt ist, und oft auch keine vergleichbare mechanik, mit der man fein auf den Klang einfluss nehmen könnte. Wer Klavier lernen möchte, sollte also von Keyboards besser die Finger lassen. HANIX -- Sie sind nicht nur der Organist der Auensteiner Kirche sondern auch Chorleiter, erzählen Sie uns davon. THomAs meyer -- Die 1996 Chorleiter und betreibe das als eine Art Nebenberuf. Ähnlich dem Übungsleiter beim sport, habe ich die Verantwortung für meine »Truppe« und sehe, dass ich meinen sängern in jedem »Training«, unsere Proben, etwas beibringen kann. Die über 40 sängerinnen und sänger, die wir in Auenstein haben kommen ja nach einem in der regel anstrengenden Tag von Arbeit oder im Haushalt in die Chorprobe. Da ist es sehr wichtig, Freude am singen zu vermitteln. Das ist vielleicht der Kern der Arbeit: Freude am dort auch noch besser aufgehoben als im Konzert. Diesen Projektchor, der regelmäßig um die 50 sängerinnen und sänger hat, habe ich darum auch "Gospel@service" genannt Gospels in und für den Gottesdienst. HANIX -- Die meisten kennen die Bibel nur aus Erzählungen oder aus diversen Filmen. Die Bibel ist das meist verkaufte Buch der Welt, dicht gefolgt von Harry Potter. Haben Sie irgendeine Lieblingsstelle oder einen Psalm den man sich mal genauer anschauen sollte? E inen besonderen Projektschwerpunkt hat die Chorarbeit in Auenstein n och durc h die Gospelprojekte, die wir seit 2002 jährlic h a nbieten. gibt viele stellen, die ich lieb gewonnen habe: man hört ja als Kirchenmusiker in seinem Leben sehr viele Lesungen und Predigten mit. Besonders gerne habe ich die Bergpredigt und die darin die seligpreisungen (matthäus 5,3-12). Auch der Psalm 139 bedeutet mir viel: »Nähme ich Flügel der morgenröte und bliebe am äußersten meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine rechte mich halten...« HANIX -- Angenommen die Welt würde unter gehen: gibt es einen THomAs meyer -- es Chorleiterei in Auenstein ist eigentlich sogar die Hauptsache: ich probe dort fast jeden montag, während ich in Auenstein nur zwei mal im monat die orgel spiele. Ich bin schon seit THomAs meyer -- Die musizieren und Freude am singen zu vermitteln und diese Freude hat bei der Kirchenmusik letztlich Ihren Urgrund in der frohem Botschaft, dem evangelium. einen besonderen Projektschwerpunkt hat die Chorarbeit in Auenstein noch durch die Gospelprojekte, die wir seit 2002 jährlich anbieten: im rahmen der Chorarbeit lädt der Chor zu sechs Proben ein, die für Gäste offen sind. Bei diesen Proben wird an Gospels und spirituals gearbeitet. Am ende steht dann immer das singen in Gottesdiensten - in Auenstein oder in der Umgebung. Ich sehe die Gospels Ort an dem Sie dann gerne während wären? Vielleicht an der Kirchenorgel? würde ich freilich gerne mit meiner Familie zusammen sein. Aber hoffen wir, dass die nächste und künftige Generation noch mehr für die erhaltung der schöpfung tut als unsere, so dass ich den Weltuntergang nicht erleben muss. HANIX -- Sie leben und lieben die Musik. Könnten Sie sich ein Leben ohne Noten und Gesang überhaupt noch vorstellen? THomAs meyer -- musik THomAs meyer -- Da ist ein Teil

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MUSIKKOFFER: THOMAS MEYER

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MUSIKKOFFER: THOMAS MEYER Durch die Musik treffe ich auch viele Freunde, etwa wenn ich im Maulbronner Kammerchor mitsinge. Ansonsten schätze ich aber auch die Ruhe und die Abwesenheit jeder Musik, etwa wenn ich mit der Familie im Garten bin. HANIX -- Viele Menschen betrinken sich sinnlos an Weihnachten und Silvester. Wie haben Sie vor, dieses Jahr Weihnachten und Silvester zu verbringen? HANIX - Gibt es noch etwas was Sie zum Abschluss gerne sagen würden? Abend ist der Tag für die Familie im engeren Sinn. Am ersten Weihnachtstag wird dann noch die Orgel gespielt, und dann geht es flugs nach Coburg, wo meine Frau und ich viele Verwandte haben. Silvester verbringen wir dann wieder zu Hause, und ein Glas Sekt gibt es dann gewiss auch. THOMAS MEYER -- Heilig ich habe zu danken, dass ich die Gelegenheit dieses Interviews angeboten bekommen habe. Ich kann nur dazu ermuntern, das Musizieren nicht auf die Bedienung des MP3-Players zu beschränken. Das Erlernen eines Instrumentes erschließt einem eine ganz neue Welt, und Gleiches gilt für das Singen. Ich hoffe, dass das Singen in Chören wieder in Mode kommt und die Menschen erfahren dürfen, dass das eine wunderbare Möglichkeit ist, Menschen zu treffen und gemeinsam zu musizieren. HANIX -- Herzlichen Dank für das interessante Gespräch. THOMAS MEYER -- Ja,

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K i n o s t a r t He r b s t 2 012 Spende jetzt und unterstütze uns unter: www.thisaintcalifornia.de

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INTERVIEW: ROBERT MUCHA | FOTOS: MEHMET FILIZ | VIDEO: ACHIM KERN M A RC WO E H R Marc C . Wo eh r h a t i n d e n 8 0 e r und 90er Jahren seine Graffitis an guten Stellen im Un t e r l a n d , Sü d d e u t s c h l a n d und der Schweiz angebracht. Heute arbeitet er als f re i s c h a f f e n d e r Kü n s t l e r. Se i ne Urban Ar t sorgt inzwischen auch au f großen Ku n s t messen für Aufsehen.

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KULTURBEUTEL: MARC C. WOEHR HANIX -- Marc, du warst Mitte der 80er in Heilbronn ein Teil einer damals neuen und aufstrebenden Jugendkultur. Die HipHop- und Skateboard-Welle schwappte aus den USA herüber bis ins Unterland. Ihr habt euch damals immer auf dem Kiliansplatz neben dem ehemals dort angesiedelten Eiscafe Presutti getroffen. Der selbstorganisierte Jugendtreff mitten in der Stadt war allen als »Pres« geläufig. Dort hingen die coolsten Leute und besten Mädels ab. Du warst mit dabei. dann im Stadtbus von Flein an den »Pres« gefahren. Der Busfahrer hat nicht mal komisch geguckt. Am »Pres« haben wir dann unsere Rampe aufgestellt und unsere Sprünge rausgepowert. Das hat uns damals natürlich geflasht. HANIX -- Am »Pres« war also was los. schwerten Writer-Tagen. Wo habt ihr Ende der 80er gemalt und gab es damals bei den Behörden schon ein Bewusstsein dafür, dass da etwas Illegales geschieht. das waren geile Zeiten. Die möchte ich nicht missen. Bei mir hat alles mit dem Skaten angefangen. Ich stamme aus Neckarsulm. Wir waren eine Hand voll Skater und da in Neckarsulm nicht viel ging, sind wir nach Heilbronn gefahren. In Heilbronn gab es ein paar mehr Jungs. Paddy war am Start, Pappe, Pyttlik, Lars, Chris, Alf und einige andere. Wir sind dann zusammen rumgedüst, haben die Stadt unsicher gemacht. Das waren die besten, weil unbeschwertesten Jahre. HANIX -- Skateboarden war damals relativ neu in Deutschland, zumindest war es neu in Heilbronn. Wie haben die Leute auf euch reagiert? MARC C.WOEHR -- Ja, wurde immer größer. Mit den Skatern hat es angefangen. Dann kamen die Scooter-Boys und die HipHopper dazu. Die Passanten in der Fußgängerzone haben gar nicht kapiert, was da abgegangen ist. Es war ja auch alles so neu.Die HipHopper hingen wie gesagt auch am »Pres« ab. Filme wie »Beat Street« und »Style Wars« waren logischerweise auch im Umlauf. Die Filme spielten in der Bronx. Ist ja klar, dass wir aus Heilbronx waren. Dieser Name hat auch Identität gestiftet. HANIX -- Wie bist Du konkret zu Graffiti gekommen? MARC C.WOEHR -- Es ersten, zu denen ich Kontakt gefasst hatte, waren Oviedo, Pappe, Kai, Don und Nico. Am helllichten Tag wurde in der Theater-Unterführung gemalt. Mit Dosen! Es hat einfach niemanden gejuckt, weil es neu war und niemand Graffiti kannte. Nach den Vorführungen im Theater sind die Gäste durch die Unterführung gelaufen und haben interessiert geguckt. Es gab in den Anfangszeiten kaum Ärger. HANIX -- Weiterentwicklungen und neue Styles im Graffiti wurden hauptsächlich durch kleine Graffiti-Fanzines unter die Leute gebracht. Oder wenn man selbst auf HipHop-Reise war. MARC C.WOEHR -- Die konnten eigentlich alles machen, was wir wollten. Ich kann mich erinnern, dass wir uns eine Mini-QuaterRamp gebaut haben. Die haben wir MARC C.WOEHR -- Wir hatte einer der Skater einen Edding dabei und hat angefangen zu taggen. Ich hab mir dann auch so einen Stift besorgt. Ich fand das ziemlich cool und faszinierend. Ich habe nicht groß darüber nachgedacht, sondern es auch einfach gemacht. Ich habe aber recht schnell gemerkt, dass taggen nicht so mein Ding war. Ich wollte große Bilder an guten Stellen malen. Frei nach dem Motto "Go big or go home". HANIX -- Das klingt nach unbe- MARC C.WOEHR -- Irgendwann stimmt. Durch die Magazine (wie das FCKW-Magazin von Michael) haben wir mitbekommen, was in anderen Städten oder in der Schweiz so abging. Don war auch einer der ersten, der in anderen Städten unterwegs war und Kontakte geknüpft hat. Es gab parallel dazu die Heilbronner Rapper. Nico, Ingo und Bülent fallen mir da ein. Daraus ist die Retarded-Youth-Posse mit Paul an den 12-10ern entstanden. Ein verrückter Haufen, der auch auf Jams gefahren ist. Es war klar, dass wir, wie es eben MARC C.WOEHR -- Das

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gute HipHop-Gepflogenheit war, Heilbronx entsprechend repräsentieren mussten. Also sind wir geballt auf Jams in andere Städten gefahren. Heidelberg, Stuttgart, später auch nach Basel. TSF oder KDS waren Crews, die damals mit am Start waren. Es ging auch recht zügig damit los, dass in Heilbronn der erste Stress unter den Gruppen los ging. Klar, jede Posse war der Meinung, die coolste zu sein. HANIX -- Die Heilbronner HipHopper hatten nicht unbedingt ein Schmuse-Image. Wie seid ihr auf auswärtigen Jams wahrgenommen worden? ob es Kunst ist. Hattest Du damals schon über das »Writing for Fun« hinaus künstlerische Ambitionen? ger zu malen und habe die ganze Geschichte etwas ernsthafter betrieben. HANIX - Dich hat es, bezogen auf das Malen, aus Heilbronn weggezogen. Ist hier diesbezüglich nichts mehr passiert? überhaupt nicht, obwohl ich schon als Kind davon geträumt habe, mal Künstler zu werden. Ich bin nicht stundenlang über meinem Blackbook gehangen. Skaten war damals immer noch meine Nummer Eins. Graffiti habe ich wirklich nur aus Spaß betrieben. Mir war eine gute Stelle wichtig, auf der ich meinen Namen präsentieren konnte. Außerdem habe ich damals MARC C.WOEHR -- Nein, doch. Heilbronn war nicht tot. Jüngere Writer kamen nach. In Heilbronn gab es die CN-Crew, die sich um Boe herum einen guten Namen gemacht hatten. Die Jungs haben in Silber und mit neuen Styles gut was weggeballert. HANIX -- 1996 bist Du endgültig aus Heilbronn weggezogen. Wieso hat es dich nach Mainz getrieben? MARC C.WOEHR -- Doch, (lacht) Ich denke, dass sich HipHop aus Heilbronn recht schnell einen Namen gemacht hat. Zunächst wegen den Rappern, weil die Jungs einfach gut waren. Ingo und Bülent hatten einfach eine gute Performance, waren in ihren Texten kritisch und haben keinen Schmuse-HipHop abgeliefert. Wenn die beiden auf der Bühne standen, ging es nach vorne! Sie waren einfach unschlagbar. Auf den Jams werden natürlich auch Kontakte geknüpft. Und so sind wir dann auch nach Basel gekommen. Die Baseler waren schon länger am Malen als wir und hatten paradiesische Bedingungen. Eine riesen »Line«. Beleuchtet. Nicht so wie bei uns, wo alles im Dunkeln passieren musste. In Basel habe ich auch DARE kennengelernt. Damals schon eine Legende des Graffiti. Zu ihm habe ich auch eine Freundschaft gepflegt, die bis zu seinem Tod bestand hatte. Rest in peace, Dare, we never forget you! HANIX -- Es wird seit Anbeginn des Graffiti darüber diskutiert, MARC C.WOEHR -- Laut. In Heilbronn hatte sich Anfang der Neunziger auch die Tech no-Szene mit ihren illegalen Par tys entwickelt . Und der OM-Keller war legendär. Heilbronn hatte sich Anfang der Neunziger auch die Techno-Szene mit ihren illegalen Partys entwickelt. Der OM-Keller war legendär. Irgendwann musste aber eine Veränderung her. Um nicht zu versumpfen, musste ich einen Schnitt machen. So ergab meine Motivation, eine Zivi-Stelle in Mainz anzutreten. Mainz hatte damals in der Szene übrigens auch schon einen guten Ruf und war für Graffiti bekannt. HANIX -- Das Rhein-Main-Gebiet war ein Graffiti-Mekka mit der Hall of Fame auf dem Wiesbadener Schlachthof-Areal. Das muss sehr inspirierend und unglaublich auf einen Writer aus Heilbronn gewirkt haben? MARC C.WOEHR -- In eine Ausbildung gemacht und hatte einfach auch keine Zeit dazu, mich zu perfektionieren. Der Hauptaspekt des Malens und Skatens lag für mich also darin, mit meinen Freunden eine gute Zeit zu verbringen. HANIX -- Irgendwann ist aber der Zeitpunkt gekommen, ab dem Du das Writing ernsthafter betrieben hast. der 90er ist die Stuttgarter HWS-Crew um Henks und Nero herum entstanden. Das war auch in Heilbronn eine bekannte Crew. Ab dann habe ich angefangen, konstanter und aufwändi52 MARC C.WOEHR -- Anfang war ein gutes Pflaster mit seinen Oldschoolern wie Zebster, New, Cat und Can2. Obwohl ich niemanden im Mainz kannte, knüpfte ich durch das Skaten schnell neue Kontakte. Ich habe mich wohl gefühlt und Freunde für's Leben gefunden. In Wiesbaden konnte ich auf dem Schlachthof-Ge- MARC C.WOEHR -- Mainz

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KULTURBEUTEL: MARC C. WOEHR lände legal malen. Das war schlicht der Hammer. Ich kannte so etwas vorher nicht. So viele Hallen. Alle waren bemalt. Das war urbanes Feeling pur in einer ganz konservativen Stadt. Es fand das erste WallstreetMeeting statt. Graffiti-Künstler aus der ganzen Welt kamen und ich war mittendrin. Ich habe das richtig in mich aufgesogen. Ab diesem Zeitpunkt intensivierte sich auch mein Kontakt zu international anerkannten Graffiti-Künstlern. HANIX -- Aber dort hast Du immer noch aus Spaß und nicht aus einem künstlerischen Aspekt heraus gemalt? hatte mich immer wieder mit dem Medium Leinwand beschäftigt. Aber zu Hause, nur für mich. Wobei ich schon MARC C.WOEHR -- Ich ein paar kleinere Ausstellungen in Heilbronn und Mainz hatte, zum Beispiel bei Heiko Schweitzer im Plattenladen oder im Caipirinha. Das waren ganz einfache Geschichten, die aber Spaß gemacht haben und cool waren. Aber ich habe noch nicht daran gedacht, etwas für Galerien zu produzieren. Ich war auch noch gar nicht so weit. Wobei, wie ich schon erwähnte, der Traum des Künstlerdaseins schon immer bei mir da war. Ich ging zu diesem Zeitpunkt aber noch immer meinem normalen Job in Mainz nach und hatte nicht die Zeit, die notwendig gewesen wäre, um ernsthaft künstlerisch tätig zu sein. Dieser Konflikt, dass ich aufgrund meines Jobs in meinem künstlerischen Wirken nicht besser werden konnte, weil die Zeit fehlte, dauerte vier Jahre an. 2000 habe ich dann beschlossen, aus meiner Begabung einen Beruf zu machen und habe eine Ausbildung zum Mediengestalter in Stuttgart gemacht. Mit Oli »Watson« haben wir 2004 die Agentur MFG - muster für gestaltung gegründet. Oli kannte ich noch aus meinen alten Graffiti-Zeiten. Die Zusammenarbeit haben wir mittlerweile aufgelöst. Aber ich führe die Agentur heute noch weiter und setze Elemente aus der Street- und UrbanArt für namhafte Kunden um. HANIX -- Du betreibst deine Agentur inzwischen aber nur noch nebenbei und arbeitest hauptsächlich als freischaffender Künstler. MARC C.WOEHR -- Das Problem mit

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KULTUR BEUTEL: MARC C. WOEHR dar, FRERK und mich auf der ART Basel in Miami Beach beim Primary Flight mitwirken zu lassen. Die 40 x 4 Meter große Fassade, die wir zum Gestalten erhielten, war direkt neben derjenigen von OBEY (Shepard Fairy), Mr. Brainwash und WK. Das sind die bekanntesten Leute der Urban-Art-Szene weltweit. Das hat auch Aufmerksamkeit auf unser Bild gezogen. Shepard Fairy hat mit seinem Hope-Poster, das er für den Obama-Wahlkampf gestaltet hat, ein Bild für die Ewigkeit geschaffen. HANIX -- Du hast durch diese zwei Kunstmessen ein wenig Einblick in die Welt der Kunstwirtschaft erhalten. Wie schmeckt dir das, was du mitbe- der Agentur war, dass sie soviel Zeit in Anspruch genommen hat, dass ich wieder meiner Kunst nicht die Aufmerksamkeit schenken konnte, wie ich es eigentlich wollte. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die Agentur-Jobs etwas runter zu fahren und deutlich mehr Zeit ins Malen zu investieren. 2008 kamen dann die ersten Erfolge als Künstler. HANIX -- Das hat ziemlich schnell funktioniert. Du hattest schon immer die Fähigkeit, dich gut zu verkaufen. Wie kam es dazu, dass Du als damals unbekannter Künstler auf zwei großen, prominenten Kunstmessen zeigen konntest, was Du machst? kommen hast? terhält, entstehen neue Kontakte, aus denen sich etwas ergeben kann. 2008 habe ich FRERK kennengelernt. Wir waren uns sofort sympathisch. Er hat mir die Augen geöffnet und mich frei gemacht von diesem sturen Graffiti-Gedanken. Mit FRERK, der eine Anfrage von MODART bekam, habe ich dann zusammen auf der Art Basel ausgestellt. Unser gemeinsam entstandenes Bild war nach kürzester Zeit verkauft. Parallel dazu kam die Carhartt-Galerie auf mich zu und ich hatte zeitgleich zur Art Basel eine Ausstellungsfläche, die ich mit meinen Arbeiten bespielen konnte. Das war ein gigantischer Abend. HANIX -- So ein Einstieg erhöht die Motivation. muss ich meine Arbeiten beschreiben und das Konzept dahinter erläutern. Meine Arbeiten werden kritisiert und werden zum Teil auch richtig auseinandergenommen. Andererseits bekomme ich auch Lob und Zuspruch. HANIX -- Dann beschreib uns einmal deine Kunst. Welche Motive findet man auf deinen Werken? Mit welchen Materialien arbeitest Du? Woher nimmst Du deine Inspiration? Was beeinflusst dein künstlerisches Arbeiten? MARC C.WOEHR -- Plötzlich stimmt. Mir ist es schon immer leicht gefallen auf Menschen zuzugehen. Ich habe keine Berührungsängste und kann Smalltalk halten. Ich war schon immer ein Verfechter von Netzwerken. Fast überall wo ich hinkomme, kenne ich jemanden, was sich heute auszahlt. Wenn man sich mit Menschen un54 MARC C.WOEHR -- Das Dazu kommt, dass in Folge dessen viele meiner Bilder verkauft wurden, was mir wiederum die Möglichkeit gegeben hat, in neue Arbeitsmaterialien zu investieren. Der nächste Schritt stellte die Anfrage von MODART MARC C.WOEHR -- Logisch. sind sehr maskuline Arbeiten. Mit harten Kanten und Linien. Wenig Farben, starke Kontraste. Architektur spielt darin eine Rolle, da mich die verschiedenen Perspektiven und Winkel interessieren. Ich erschaffe mir meine eigenen Welten. Das ist spannend. Nachtszenarien kommen in meinen Werken konstant vor. Ich mag die Energie, die von der Nacht ausgeht. Ich arbeite mit einem Mix aus Öl- MARC C.WOEHR -- Es

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KULTURBEUTEL: MARC C. WOEHR und Acrylfarbe. Die Sprühdose spielt eine große Rolle, aber auch Kreide, Bleistift, Spachtelmasse oder Kleister, um Strukturen zu schaffen. Metall, Holz, Karton, Eisenpulver sind auch Materialien, mit denen ich gerne arbeite. Am meisten reizt mich dabei, die verschiedenen Materialien und Techniken zu mixen und miteinander zu verbinden. HANIX -- Ein Bilderrahmen bedeutet für dich auch nicht automatisch die Begrenzung für dein Bild zu sein. zum Fallen gebracht wurden. Wie bist Du an diese Projekte gekommen? und der Geschichte, die dahinter steckt, bin ich ganz besonders stolz. HANIX -AKTUELL KANN MAN IN STUTTGART DEINE AUSSTELLUNG »SOLO« SEHEN. WAS GIBT ES DORT ZU SEHEN. überhaupt nicht. Ein Bilderrahmen kann eine gute Begrenzung für ein Bild sein oder eine gute Ergänzung. Aber er muss das nicht zwangsläufig sein. Ein Bild kann verrissen sein, über den Rahmen hinaus gehen und sich nicht an Normen halten. HANIX -- Welche unangenehmen Seiten des Kunstbusiness musstest Du schon kennenlernen? MARC C.WOEHR -- Nein, gibt Galeristen, die versuchen den Künstler in eine bestimmte Richtung zu drängen. Darauf darf man sich nicht einlassen. Was ich auch schon erfahren habe, ist, dass man aus einer Galerie schnell rausfliegen kann, wenn man nicht liefert, was gefällt und gerade Mainstream ist. Aber auch das sollte nicht beeinflussen. Man muss ja schließlich selber hinter dem stehen, was man malt und ausstellt. HANIX -- 2010 durftest du als Künstler Deutschland beim offiziellen FIFA Kunstprojekt »Fine Art« vertreten und zum 20. Jahrestag des Mauerfalls hast Du auch übergroße Dominosteine gestaltet, die dann symbolisch für den Mauerfall auf einer Strecke durch die Hauptstadt MARC C.WOEHR -- Es ehrlich: Ich habe Glück gehabt. Eastpak kam auf mich zu und fragte mich, ob ich in Zusammenarbeit mit Kreuzberger Schülern Dominosteine gestalten wollte. Ich habe dann mit zehn Schülern zwei Steine im Zuge eines Workshops gestaltet. Zwei weitere Steine habe ich selbst übernommen. Die Steine gingen auf Reise durch verschiedene Länder. Dadurch wurden andere Leute auf mich aufmerksam. Dank dieser Teilnahme konnte ich also meinen Künstlernamen »Marc C. Woehr« auf eine höhere Ebene hieven. Mein Bekanntheitsgrad ist gestiegen. Ich habe das unter anderem an der Anzahl von Klicks auf meiner Homepage festmachen können. Beim FIFA-Kunstprojekt habe ich mir die Teilnahme durch Eigeninitiative erkämpft. Ich bin auf das Projekt aufmerksam geworden, bei dem aus jedem Teilnehmerland der WM verschiedene Künstler, Arbeiten beigesteuert haben. Aus Deutschland stand bereits die Künstlercrew fest. Dennoch haben sie mir eine Chance gegeben und mich dazu aufgefordert, eine Arbeit anzufertigen. Ich bin mir treu geblieben und habe als einziger Künstler weltweit eine Urban-Art-Arbeit abgeliefert. Das kam gut an und ich wurde aufgenommen. Das zeigt nicht nur, dass man sich seine Ziele erarbeiten kann sondern auch, dass diese moderne Kunstrichtung mittlerweile in der Gesellschaft angekommen ist. Und meine Kunst selbstverständlich auch. Plötzlich kamen Anfragen aus der ganzen Welt. Auf dieses Bild MARC C.WOEHR -- Ganz war wichtig zu zeigen, was ich in den letzten beiden Jahren geschaffen habe und wie vielfältig ich mittlerweile geworden bin. Die Ausstellung ist nach sechs Themenräumen gegliedert. Im Eingangsbereich läuft man an einer Installation aus Kartons vorbei, um in den Flur zu gelangen, in dem meine Städte zu sehen sind. In einem Raum befinden sich meine Siebdruckarbeiten und Dioramas; in einem anderen meine Städte in Silber. Die typographischen Arbeiten, Klavierlackarbeiten und Playgrounds werden in einem jeweils separaten Raum gezeigt. Schließlich gibt es einen FIFA-Raum mit einer Lichtinstallation. Die Ausstellung läuft übrigens noch bis Ende Januar. Ich stehe sehr gerne auf Anfrage für Führungen zur Verfügung. HANIX - HAST DU DIR ALS KÜNSTLER ZIELE GESTECKT? MARC C.WOEHR -- Mir We n n i c h ehrlich bin, wü rd e i c h m i c h schon sehr dar ü b e r f re u e n , z u Lebzeiten in ein e m Mu s e u m ausgestellt zu werden. Welche r Kü n s t l e r träumt schließli c h n i c h t d a von? MARC C . WO E H R -- Weitere Infos zu Marc C. Woehr unter: MARC C. WOEHR | BIO

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ART FAIRS 2010 The Creative Industries Art Show / ART.FAIR21 BLOOOM / Die Kunstagentin / Köln 2009 ART WHINO Gallery / ART BASEL / Miami 2008 Primary flight MODART / Miami ART BASEL / Miami MODART- Creative Boat Party, ART BASEL / Basel Selected GROUP SHOWS 2011 Rebel Goes Berlin - Exhibition / Berlin dirty works volume II / 30works Galerie/ Köln 2010 International Fine Art Collection / Germany, China, Denmark, USA, Honduras, New Zealand and South Africa G40: The Summit / ART WHINO / Washington DC

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KULTURBEUTEL: MARC C. WOEHR 2009 Old Skoolin for the Children / ART WHINO / Washington DC FRERK & Marc C. Woehr / Carmichael Gallery / LOS ANGELES Inked Souls / ART WHINO / Washington DC 2009 2008 Exhibition for Urban Arts, Carhartt Gallery / Weil am Rhein/ Germany 2010 Selected SHOWS 25 Years ROCK AM RING/ Rebel Media Exhibition / Eifel 20 Years Fall of the Berlin Wall »Domino Aktion« / Berlin EASTPAK / Mercedes-Benz, Fashion Week / Berlin HEINRICH FRIEDRICH FÜGER (1751-1818) >> 03.12.2011 -11.03.2012 Damenbildnis, um 1812, © Städtische Museen Heilbronn www.museen-heilbronn.de Öffnungszeiten: Di-So, Feiertag 11-17 Uhr VOGELMANN >> KUNSTHALLE Städtische Museen Heilbronn

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DER KÜHLSCHRANK VON...: PAT R I C I A M AY E R / I N S E L H OT E L FOTOS: MEHMET FILIZ VIDEO: ROBERT BEUTELSBACHER TON: SARAH FISCHER & PHILIPP SEITZ

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DER KÜHLSCHR ANK VON...: PATRICIA MAYER / INSEL HOTEL

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FA S H I O N - S K E TC H E S M A R I A N A N I C O L E G Ö L L N E R ACADEMIC COURSES PHOTOGRAPHY // FASHIONJOURNALISM // FASHIONILLUSTRATION // DRAPING / Tamotsu Kondo // PATTERN MAKING // MATERIAL SCIENCE // MATERIAL TECHNOLOGY // KNITTING // HISTORY OF FASHION and ANALYSIS OF FASHION / Prof. Dr. Ingrid Loschek // HISTORY OF DESIGN // SEMIOTICS // AESTHETICS // BUSINESS STUDIES // MANAGMENT AND DESIGN / Prof. Thomas Gerlach // THEORY OF PERCEPTION // PAINTING / Prof. Erich Reiling // NUDEDRAWING // SCULPTURE // PROJECT 1 / Prof. Sibylle Klose // PROJECT 2 / Prof. Pekny // PROJECT 3 / Prof. Johann Stockhammer // PROJECT 4 / Prof. Claudia Throm // PROJECT 5 / Prof. Johann Stockhammer WORK EXPIRIENCE H&M Heilbronn/ Pforzheim // salesman / visual merchendising since 2008 // Mercedes Benz Fashionweek Berlin 2009 // dresser / sewer for Kilian Kerner // Organisation of fashionshows// INTERNATIONAL SHOW // WORKING BUNKA FASHION COLLEGE TOKYO // invitation for presentation of own works at fashionshow/ 2010 // MOSCOW STATE TEXTILE UNIVERSITY ,A.N. Kosygin'// 2 weeks intensive drawning course // LANGUAGES GERMAN // mothertongue ENGLISH // fluently / speaking and writing skills ROMANIAN // mothertongue SKILLS PHOTOSHOP / CS3 / CS5 // photoediting ILLUSTRATOR / CS3 // workdrawings / prints INDESIGN / CS3/ CS5 // lookbooks TREND RESERCH // moodboards / conceptboards SEWING // KNITTING / industrial machine/ handmade DRAPING // DRAWING // ILLUSTRATION // PHOTOGRAPHY PATTERNMAKING / CAD-assyst / handmade //

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KUNSTREGION: MARIANA NICOLE GÖLLNER

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IM GESPRÄCH MIT HELMUT HIMMELSBACH O B E R B Ü RG E R M E I S T E R H I M M E L S B AC H INTERVIEW: ROBERT MUCHA / FOTOS: MEHMET FILIZ

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH He l m u t Hi m m elsbach ist seit 1975 Bürgermeister. Wi r s p r a c h e n m i t d e m Heilbronner Stadtoberhaupt über seine Un p a r t e i l i c h k e i t , d i e Misere des Heilbronner Fußballs und wieso e r He i l b ro n n m i t seinen vielen Baustellen schön findet. H A N I X -- Herr Himmelsbach, uns interessiert, wie man überhaupt Berufsbürgermeister wird. Sie waren Bürgermeister in Bietigheim-Bissingen, Heidenheim und sind nun seit zwölf Jahren Oberbürgermeister in Heilbronn. Seit 1975 sind Sie durchweg als Stadtoberhaupt tätig. Eine geplante Karriere? Oberbürgermeister unabhängig in seiner Argumentation verhalten kann. H A N I X -- Lothar Späth war übrigens auf dem Heilbronner Robert-Mayer-Gymnasium. Hatten Sie während der Zusammenarbeit mit Späth in Bietigheim-Bissingen schon Kontakte nach Heilbronn? bin ich inzwischen einer der dienstältesten Bürgermeister. Ich wollte tatsächlich schon in jungen Jahren Bürgermeister werden. Schon als Schüler haben mich politische und gesellschaftliche Themen interessiert. Im Alter von 29 Jahren hatte ich dann in Bietigheim-Bissingen die Chance dazu, Bürgermeister zu werden. Übrigens: wenn ich heutzutage Einstellungsgespräche führe, erinnere ich mich immer wieder selbst daran, dass auch mir damals in einem jungen Alter Vertrauen geschenkt wurde. H A N I X -- Hat es Sie nie in die Landes- oder gar Bundespolitik gezogen? Immerhin haben Sie in den siebziger Jahren sehr eng mit Lothar Späth zusammengearbeitet. Sie waren sein Stadtkämmerer in Bietigheim-Bissingen als Späth dort ihr Vorgänger als Bürgermeister war. Hat er Sie nicht nach Stuttgart mitnehmen wollen? H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich gehöre ganz bewusst keiner Partei an. Ich wollte das immer so für mich haben. In die Landes- oder Bundespolitik schafft man es aber nur mit Parteibuch. Deshalb hat sich die Frage für mich nie gestellt. Sicher gab es immer wieder Anfragen. Ob von Späth, Teufel oder Oettinger. Ich bin auch der Ansicht, dass mir der Umstand, in keiner Partei Mitglied zu sein, eher genützt hat. Viele Bürger schätzen es, wenn sich ein H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Natürlich kannte ein paar wenige Leute hier. Den ehemaligen Bürgermeister Erwin Fuchs beispielsweise über die Kulturszene oder den bekannten Schriftsteller Otto Rombach. Ab und an kam ich auch zum Einkaufen nach Heilbronn. Darüber hinaus gab es damals zu Heilbronn wenig Berührungspunkte. H A N I X -- Sie sind gebürtiger Oberndorfer. Der Ort gehört zum Regierungsbezirk Freiburg und Fasnacht hat dort einen ähnlichen Status wie Weihnachten. Damit kann Heilbronn nicht dienen.  H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich stamme aus einer alemannischen Fasnachtshochburg. Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich in den letzten 45 Jahren an Fasnachtsdienstag in Oberndorf gefehlt habe. Wenn man mit dieser Tradition, die es hier so ausgeprägt nicht gibt, groß geworden ist, muss man einfach dabei sein. Hier in Heilbronn kennen die Bürger diese mittelalterliche, gewachsene Fasnachtstradition nicht. H A N I X -- Sie waren während ihrer Laufbahn im Norden und im Süden unseres Bundeslandes tätig. Konnten Sie Mentalitätsunterschiede bei den Menschen festmachen?  H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich denke besonders im Heidenheimer Raum hat die landschaftliche Kargheit die Menschen geprägt. Die raue Alb mit dem dazugehörigen H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH harten Klima prägt die Leute. In Weinbaugebieten sind die Menschen offener, lockerer und etwas lebensbejahender. Man kommt hier im Heilbronner Land schneller mit Menschen ins gesellige Gespräch als beispielsweise in Heidenheim. H A N I X -- Der Heilbronner Kultwirt Lothar Hesser » I n We i n baugebieten sind die M e n s c h e n offener, lockerer und e t wa s l e bensbejahender. Man ko m m t h i er im Heilbronner Land s c h n e l l e r mit Menschen ins gesell i g e G e s p räch als beispielsweise i n Heidenheim.« ist der Meinung, dass Heilbronn nach Manfred Weinmann unbedingt ein Stadtoberhaupt gebraucht hat, das nicht von hier kommt. Wieso denken Sie, ist er dieser Meinung? hängt sicher damit zusammen, dass die Beziehungsgeflechte von einer auswärtigen Person anders sind. Ich will nicht sagen, ob besser oder schlechter. Sie sind einfach anders. Ein Einheimischer hat natürlich viele Freunde und Bekannte hier und unterliegt meiner Meinung nach deshalb mehr Abhängigkeiten. Ich bin auch heute noch mit niemandem aus dem Gemeinderat per Du. Eine gewisse Distanzierung tut dem Amt gut. Ich bin als Oberbürgermeister nicht der Kumpeltyp, aber Bürgernähe ist mir trotzdem sehr wichtig. Das habe ich schon immer so gepflegt. H A N I X -- Bevor Sie 1999 Oberbürgermeister Heilbronns wurden, mussten auch Sie, wie in der Po- H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Das

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH »Auc h v i e l e m e iner auswär tigen Kollegen stellen fest, das Heilbronn in den letzt e n J a h re n i n d er überregionalen Presse im positiven Sinne stärker Berücksichtigung findet.« litik üblich, Bündnisse und Verbündete für sich gewinnen. Sie waren schließlich ein Unbekannter von außerhalb. Wie haben Sie das angestellt? habe tatsächlich bei der Stunde Null angefangen. Das war zunächst ein großes Problem für meinen Wahlkampf, das kann ich im Nachhinein zugeben. Ich kannte hier fast niemanden, war parteiungebunden und musste zunächst viel von Heidenheim aus agieren, wo ich noch Oberbürgermeister war. Dazu kam die Größe Heilbronns. Das war insgesamt eine enorme Herausforderung für mich. Aber ich war kein Wahlkampfneuling und habe über einen gewissen Erfahrungsschatz und Routine verfügt. Es waren im Vorfeld meiner Kandidatur natürlich viele Gespräche notwendig. Ich habe mit den Parteien geredet, Pressegespräche geführt, bin auf die Vereine zugegangen. Die CDU, die FDP und die Freien Wähler haben meine Kandidatur dann unterstützt. So ist das damals Ende 1998 angelaufen. Als klar war, das ich kandidieren würde, habe ich den Wahlkampf intensiv geführt. Ich bin fast täglich nach meinem Dienstschluss in Heidenheim nach Heilbronn gefahren. Ich erinnere mich, einem ständigen Schlafdefizit hinterhergerannt zu sein. Zweimal hat mich nachts fast der Sekundenschlaf auf dem Rückweg nach Heidenheim übermannt. Das war eine sehr arbeitsintensive Zeit und ein aufwändiger Wahlkampf. H A N I X -- Heilbronn und das Heilbronner Land hat wunderschöne Ecken, die man vielleicht auch nicht auf den ersten, flüchtigen Blick entdeckt. Haben Sie einen Platz hier in Heilbronn und Umgebung, den Sie erst auf den zweiten Blick für sich entdeckt haben? H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich alles bunt ist. Ich persönlich finde auch das Deutschhof Areal oder das Kirchhausener Schloss wundervoll. Es gibt in der Tat viele schöne Ecken hier in der Stadt und den Stadtteilen. H A N I X -- Herr Oberbürgermeister, nervt es Sie, dass es Heilbronn fast ausschließlich durch unangenehme Themen in die überregionale Presse schafft? viele meiner auswärtigen Kollegen stellen fest, das Heilbronn in den letzten Jahren in der überregionalen Presse im positiven Sinne stärker Berücksichtigung findet. Der Polizistenmord hat die Stadt, ohne unser Zutun, deutschlandweit in die Schlagzeilen gebracht. Ich bin viel unterwegs und viele Leute verbinden mit Heilbronn den Polizistenmord. Auch wenn das aus Sicht der Stadt beispielsweise eine ganz andere Kategorie darstellt als das Drama bei der Duisburger Loveparade. Solche Schlagzeilen bleiben durch die Medienpräsenz des Themas in den Köpfen der Menschen haften. Auf der anderen Seite gab es wie erwähnt viele positive Schlagzeilen. Heilbronn war die erste Großstadt, die Kindergartengebühren abgeschafft hat. Das hat von Flensburg bis Garmisch für Medienresonanz gesorgt. Auch durch das Wirken der Dieter Schwarz Stiftung wird die Stadt überregional immer mehr wahrgenommen. H A N I X -- Aktuell ist der Mord an der Polizistin Michelle Kiesewetter wieder in allen nationalen Medien präsent, darüber hinaus hat er atemberaubende Wendungen erfahren. Inzwischen heißt es, die rechte Terrorgruppierung NSU sei für den Heilbronner Polizistenmord verantwortlich. Sicher auch unglücklich für die Nachbargemeinde Neckarsulm. Dieser Tag war einer der bedrückendsten in der Heilbronner Nachkriegsgeschichte? H E L M U T H I M M E L S B A C H -- An H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Auch finde den Wartberg sehr schön. Sonntags jogge ich dort gerne. Der Blick von oben auf die Stadt ist einfach schön, besonders im Herbst, wenn H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich diesen 25. April 2007

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH kann ich mich noch genau erinnern. Ich war in Karlsruhe als ich die Nachricht erhielt. Ich kam an diesem Tag gerade noch in die Stadt rein. Kurz darauf war Heilbronn quasi hermetisch abgeriegelt. Stundenlang sind Hubschrauber über der Stadt gekreist. Das war für alle Heilbronner ein beklemmender Tag. H A N I X -- Lassen Sie uns auf das nun zu Ende gehende Jahr zurückblicken. Wie lautet ihr Resümee für 2011? H E L M U T H I M M E L S B A C H -- So viele Erfolge und positive Ereignisse in der Stadtentwicklung hat es hier noch nicht gegeben. Wir haben den BildungsH A N I X -- Die Armut in Heilbronn campus eingeweiht, der Ausbau der und dem Heilbronner Land wächst »Es war hier nach dem Stadtbahn-Linie Nord hat ebenfalls wie überall im Land merklich. begonnen, wir bauen den ZukunftsInzwischen müssen ungefähr 6000 zweiten Weltkrieg bis 2008 park, einen Hochtechnologie-Park Menschen aus der Region auf das auf dem Wohlgelegen-Areal, extrem Angebot der »Tafeln« zurückgreinie der Fall, dass die aus. Die SLK-Kliniken werden fen. Was tut die Stadt, um dem für insgesamt 300 Millionen Euro entgegenzuwirken? Automobilindustrie und der ausgebaut. Das betrifft die Kliniken H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Wenn im Plattenwald und Gesundbrunman unseren Sozialhaushalt anschaut, Expor t gleichzeitig eine Talnen. Aus meiner Sicht ist das ein wird man erkennen, dass er in den Riesenwurf für das Gesundheitsletzten Jahren stetig angestiegen ist. sohle durch schritten. « wesen des Stadt- und Landkreises Obwohl wir eine Region sind, die Heilbronn. Der Wettbewerb zur eine der geringsten ArbeitslosenBundesgartenschau ist ebenfalls quoten hat. Aber eine Großstadt mit tollen Entwürfen zu Ende gegangen. Das kann sich wie Heilbronn hat natürlich auch mit der Problematik durchaus sehen lassen. Das registrieren auch meine Amtsder Langzeitarbeitslosigkeit, Trinkerszenen und Obdachkollegen aus Baden-Württemberg. Ich freue mich immer, losigkeit zu kämpfen. Großstädte ziehen nun mal diese wenn Kräne in einer Stadt stehen. Das bedeutet, dass sich Menschen mehr an als das flache Land. Aus meiner Sicht etwas bewegt und die Stadt sich weiterentwickelt. tun wir für diese Menschen als Kommune relativ viel. Ich muss aber auch akzeptieren, dass ich die Gesellschaft nicht H A N I X -- Das kommende Jahr wird, dafür muss man ändern kann. kein Prophet sein, weiter von der Verschuldungskrise, die uns seit Monaten tagtäglich verfolgt, bestimmt werden. Beeinflusst die globale Vernetzung auch ihre regionale Arbeit und mit welchen Schwierigkeiten wird Heilbronn diesbezüglich konfrontiert werden? H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Das bemerkt man schon, sicher. Wir als Stadt Heilbronn bewegen uns natürlich auch in Finanzverbünden. Bund, Länder und Gemeinden hängen zusammen. Wenn es dem Bund schlecht geht, geht es den Gemeinden in der Regel auch nicht blendend, weil es da große Abhängigkeiten gibt. Das verhält sich bei der Industrie ebenso. Heilbronn nahm 2007 100 Millionen Euro an Gewerbesteuer ein. Ein Jahr später waren H A N I X -- Können Sie bei der undurchsichtigen Finanzkrise und Themen wie Stuttgart21 den Politfrust und die Protestwilligkeit der Bürger nachvollziehen? es nur noch 49 Millionen Euro. Wir hatten zum Glück Rücklagen, aber über mehrere Jahre hätte Heilbronn das nicht durchhalten können. Heilbronn ist wie der gesamte Norden Baden-Württembergs geprägt von der Automobilindustrie und vom Export. Darin lagen die Gründe, dass Heilbronn über viele Jahre hinweg eine wohlhabende Stadt war. Es war hier nach dem zweiten Weltkrieg bis 2008 aber nie der Fall, dass beide Zweige - die Automobilindustrie und der Export - gleichzeitig eine Talsohle zu durchschreiten hatten. Deshalb hat es uns bei der letzten Finanzkrise auch so sehr gebeutelt. denke, dass die Politikverdrossenheit hauptsächlich mit Arbeitslosigkeit zusammenhängt und fehlender wirtschaftlicher Prosperität. Es schmerzt natürlich, wenn man die Quoten bei der Jugendarbeitslosigkeit sieht. Obwohl wir hier in Deutschland noch relativ gut aufgestellt sind. Wenn ich mir die ernüchternden Zahlen aus Spanien oder Griechenland ansehe, will man sich gar nicht vorstellen, was dort abläuft. Das junge, gebildete Menschen frustriert sind, weil sie wenig H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH Aussichten auf gute Jobs haben, kann ich nachvollziehen. Leider kommt immer mehr Härte in die Auseinandersetzung. Das ist ein Phänomen dieser Zeit. Auf Heilbronn trifft das aber weniger zu. Das liegt an der Struktur der Stadt. Wir sind Gott sei dank eine Zuwachsstadt, da es hier Arbeit gibt. Und es fehlen hier in Heilbronn die klassischen Protestthemen, im letzten Jahrzehnt hat eigentlich nur der Bau des ECE-Einkaufzentrums für größeren Wirbel gesorgt. Im Zuge der Bundesgartenschau haben wir schon vor fünf Jahren eine Bürgerbefragung gemacht, die wir nächstes Jahr wiederholen werden. Damals gab es eine über 80-prozentige Zustimmung in der Bevölkerung, darauf können wir bauen und wir werden diese Befragung 2012 auch wiederholen Die Bürger heute haben ein anderes Anspruchsdenken. Sie wollen informiert und aufgeklärt werden. Das ist anders als vor 20 Jahren. Darauf haben wir uns eingestellt. H A N I X -- 2012 findet in Heilbronn das Landesturnfest statt. Dafür wird das Frankenstadion momentan teilsaniert. Haben Sie noch Hoffnung, dass es im Heilbronner Frankenstadion in Zukunft auch regelmäßig Spitzensport zu sehen geben wird? Oder ist diesbezüglich Hopfen und Malz verloren? »Das junge, gebildete Mensc h e n frustrier t sind, weil sie wen i g Aussichten auf gute Jobs hab e n , kann ich nachvollziehen. Lei d e r kommt immer mehr Här te in d i e Auseinandersetzung. Das ist ein Phänomen dieser Ze i t . Auf Heilbronn trifft das ab e r weniger zu. Das liegt an de r Struktur der Stadt .« würde mir wünschen, dass Heilbronn gerade im Fußball wieder rosigere Zeiten erleben wird. Ich habe Hoffnung, dass die Vereine vielleicht durch Fusionen ihre Kräfte konzentrieren und ausloten, wie es möglich ist, sich zu verbessern. Aber es gibt hier die Falken im Eishockey und Horkheim ist im Handball auch wieder im Kommen. Ich habe mich auch für die Einrichtung einer Handball-Akademie eingesetzt. Auch im Rudern hat Heilbronn einiges im Leistungssport zu bieten. H A N I X -- Die Stadt fokussiert sich auf den Breitensport und fördert diesen. Ist Spitzensport, auch als Marketing- und Werbeinstrument, für Heilbronn uninteressant? Ihre ehemalige Heimatstadt Heidenheim sorgt in der 3. Liga gerade deutschlandweit für Fußballfurore. Sicherlich auch, weil die Unterstützung der Stadt da ist. H E L M U T H I M M E L S B A C H --Ich aber nicht anders als in allen anderen Lebensbereichen. Es muss Vertrauen da sein. Natürlich haben wir auch öfters schon erklärt, dass wir als Stadt gerade wenn es um Bereitstellungen von Infrastruktur für den Trainingsbetrieb geht, helfen wollen. Das geht natürlich besser wenn der Stadtsäckel voll ist, das ist auch klar. Aber zunächst müssen die Fußballvereine ihre Kräfte bündeln und sich zusammenschließen. H A N I X -- Die BUGA 2019 ist in der Stadt ein viel diskutiertes Thema. Welchen Effekt kann die BUGA für Heilbronn haben? ich mitbekomme, was gerade in Heidenheim los ist, erkenne ich einen großen Imagegewinn für die Stadt. Das Heilbronn nur Achtklassig ist, tut schon weh. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass die 8. Liga für eine Stadt wie Heilbronn in Ordnung ist. Es ist nicht in Ordnung! Es ist im Fußball H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Wenn verweise gerne auf Koblenz. Ich war inzwischen zweimal in Koblenz auf der BUGA. Die Bundesgartenschau hat Koblenz positiv verändert. Das wird auch in Heilbronn so sein, genauso wie der H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH Wertwiesenpark ein Erbe der Landesgartenschau 1985 ist. Und die BUGA wird in Heilbronn die Begleitmusik für den neuen Stadtteil »Neckarbogen« sein. Das ist ein ganz wichtiges Potential für Heilbronn. Das FruchtschuppenAreal war ein vergessenes Gelände mitten in der Stadt. Dieses Gelände wird eine extreme Aufwertung erfahren und die Stadtteile links und rechts vom Neckar verbinden. Der Bekanntheitsgrad Heilbronns wird steigen. Dadurch hat die Stadt die Chance, sich ein Image aufzubauen, von dem lange Zeit gezehrt werden kann. H A N I X -- In den letzten Jahren ist in Heilbronn viel Positives passiert. Ob kulturell durch die Kunsthalle Vogelmann oder im Bildungsbereich durch den Bildungscampus und die »experimenta«. Auch viele kreative Jungunternehmer versuchen bewusst hier in ihrer Heimatstadt etwas zu reißen. Wie will es die Stadt schaffen, diese »Wertsteigerung« des Standorts überregional publik zu machen, was sicherlich ein Ziel sein muss? Schließlich konkurrieren die regionalen Arbeitgeber mit attraktiven Großstädten um kompetente Arbeitskräfte und Akademiker. den ersten Blick mag Heilbronn im Vergleich zu vielen anderen Großstädten nicht attraktiver erscheinen. Ich pflege viele Unternehmerkontakte und bin in einem ständigen Austausch. Die Heilbronner Unternehmen und wir als Stadt müssen es schaffen, den Leuten die Vorzüge unserer Region zu erklären. Wir können natürlich nicht mit der Attraktivität Münchens oder Berlins konkurrieren oder mit dem studentischen Flair Tübingens oder Heidelbergs. Das wissen wir auch. Aber Sie haben erwähnt, dass Heilbronn auf H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Auf

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH den zweiten Blick viel zu bieten hat. Wir müssen Menschen, die überlegen, sich in unserer Stadt niederzulassen, zu den vielen Vorzügen unserer Region hinführen. Der Aufwand, den die Stadt Heilbronn aber auch Heilbronner Unternehmen betreiben müssen, um Kompetenz hierher zu holen, ist sicher höher als in klassischen Universitäts-, Kunst- und Kulturstädten. Das merken wir beispielsweise, wenn wir versuchen Chefärzte anzuwerben. Einige kennen Heilbronn nur vom Vorbeifahren auf der Autobahn. Das versetzt mir als Oberbürgermeister Heilbronns natürlich zunächst einen Stich. Aber damit muss ich leben. Die Wirtschaftsförderung Heilbronn-Franken betreibt seit Jahren Fachkräfteakquise. Dabei werden mit allen Hochschulen Deutschlands enge Kontakte gepflegt. Unsere Leute gehen an die Hochschulen, halten Vorträge, stellen die Region vor, laden Studenten und Professoren hierher zu Workshops ein. Und immer wieder und immer öfter blei76 ben diese gut ausgebildeten Fachkräfte hier hängen. Weil es einfach sehr attraktive Jobs und Unternehmen hier gibt und weil die Lebensqualität im Heilbronner Land sehr hoch ist. Wir müssen heute aber ganz anders werben als früher. In diesem Bereich können wir auch noch mehr tun und unsere Region verstärkt als den Standort der Weltmarktführer propagieren. Es ist aber auch wichtig, jungen Leuten aus der Region mehr Möglichkeiten zum Studium in der Region zu bieten, um sie für das weitere Berufsleben in der Region zu halten. Während meiner Amtszeit ist es gelungen, die Anzahl der Studenten hier in Heilbronn zu verdoppeln. Im kommenden Jahr werden 6000 junge Leute hier studieren. Der Ausbau der Hochschulplätze in Heilbronn ist sehr wichtig für uns.. H A N I X -- Hauptsächlich werden neue Studiengänge aus dem Wirtschaftsbereich angeboten. Haben Sie keine Angst, dass in Heilbronn zwar die Wirt-

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INTERVIEW DES MONATS: HELMUT HIMMELSBACH » I c h kann nicht ausschließen, dass manche Studenten hier in Heilbronn ke i n e Wurzeln schlagen werden. Aber selbst dann ist es mir lieber, dass diese M e n s c h e n h i e r ausgebildet werden und wenigstens eine Zeit lang in Heilbronn ge l e b t h a b e n a l s dass sie gar nicht hier gewesen sind. Wer hier studier t, baut automa t i s c h e i n e B e ziehung zu Heilbronn auf.« schaftsgenies der Zukunft hochgezüchtet werden, die nach ihrem Studium die Stadt schnell Richtung München, Stuttgart, Köln, Hamburg oder Berlin verlassen werden? verschafft hat. Und auch das Gaffenbergfestival ist schon lange nicht mehr das größte baden-württembergische Festival dieser Art? kann nicht ausschließen, dass manche Studenten hier in Heilbronn keine Wurzeln schlagen werden. Aber selbst dann ist es mir lieber, dass diese Menschen hier ausgebildet werden und wenigstens eine Zeit lang in Heilbronn gelebt haben als dass sie gar nicht hier gewesen sind. Wer hier studiert, baut automatisch eine Beziehung zu Heilbronn auf. H A N I X -- Die bald 6000 Studenten wollen auch ein ansprechendes kulturelles Angebot in der Studienstadt ihrer Wahl wahrnehmen können. Welchen Impuls erhoffen Sie sich von den Studenten die in Zukunft in der Innenstadt Wohngemeinschaften bilden werden? H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich haben recht. Das Gaffenberg-Festival war eine kulturelle Größe in Baden-Württemberg. Es soll auch wieder zur ursprünglichen Größe zurückgeführt werden, allerdings mit einem überarbeitetem Konzept. Die Macher und Unterstützer haben ja nicht aufgegeben.  H A N I X -- Abschließend: Welchen Wunsch haben Sie für Heilbronn 2012? H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Sie bin glücklich darüber, dass wir es nun geschafft haben, die Hochschule innenstadtnah zu beheimaten. In der Nähe der zwei neuen Standorte werden Studentenwohnheime gebaut. Wenn die Studenten in der Innenstadt wohnen, werden sie sich auch abends im Stadtzentrum aufhalten. Ich verspreche mir mittelfristig eine Veränderung der Kneipen- und Clubkultur und denke, dass diese etwas bunter wird. HANIX - Können Sie nachvollziehen, dass bei vielen Bürgern, trotz Kunsthalle, ein kultureller Frust einsetzt? Das wunderbare Neckarfest gibt es nur noch im Fünfjahresrhythmus. Übrigens ein Fest, das der Stadt eine mehrstündige TV-Liveübertragung H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Ich der BUGA, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und die weiter vorangetrieben werden soll und dem Ausbau der Kliniken, erhoffe ich mir, dass das bürgerschaftliche Engagement in Heilbronn weiter auf einem solch hohen Niveau bleibt, wie in den vergangenen Jahren. Das Mäzenatentum ist in Heilbronn sehr ausgeprägt. Ich komme ja viel im Land herum. In einer ähnlichen Qualität und Breite habe ich das sonst noch nicht erlebt. Auf diesem Parkett ist Heilbronn einzigartig. Selbstverständlich auch wegen Dieter Schwarz und seiner Stiftung, aber auch durch viele andere engagierte Bürger und Heilbronner Familien. Ein spektakuläres Projekt ist beispielsweise auch der Zukunftspark, den wir auch dem privat getragenen Zukunftsfonds Heilbronn zu verdanken haben. Dadurch siedeln sich Branchen in Heilbronn an, die ich sonst nie in unsere Stadt locken könnte. Nächstes Jahr werden dort 450 neue, hochmoderne und zukunftsträchtige Arbeitsplätze geschaffen. Ein guter Anfang, wie ich finde. H E L M U T H I M M E L S B A C H -- Neben

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A R M U T Die Heilbronner Tafeln Über 6000 Menschen in der Region sind auf die Lebensmittelangebote der Tafeln angewiesen. Ein Ortsbesuch. Mit Peaceworkers auf der Mülldeponie in Rumänien Ein Heilbronner Film- und Fotografen-Team begleitete die Hilfsorganisation nach Rumänien und sah erschütternde Armut mitten in der EU. Hilfe zur Selbsthilfe für die 3. Welt aus Heilbronn Der Heilbronner Entwicklungshilfeverein »Selbsthilfe 3. Welt e. V.« gibt Menschen in Bolivien und Burkina Faso Hilfestellung zur Selbsthilfe

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TEXT: KATHARINA VOOS / FOTOS: ULLA KUEHNLE REICH GEDECKTE TA F E L F Ü R B E D Ü R F T I G E

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TITELTHEMA: ARMUT In He i l b ro n n h e rrscht keine Armut! Ein Tr ugschluss. Wi r h a b e n Ma t t h i a s We i ler, Abteilungsleiter der Heilbronner Tafeln, i m Ze n t r a l l a g e r und in einem der Tafelläden besucht. Er h a t Gegenteiliges zu berichten. In Deutschland leben Millionen Menschen in Armut oder sind unmittelbar von ihr bedroht. Dazu zählen vor allem Arbeitslose, Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner. Wenn das Geld zum Monatsende knapp wird, sparen viele Menschen bei der täglichen Ernährung - zu Lasten ihrer Gesundheit. Gleichzeitig fallen täglich bei Lebensmittelproduzenten, in Supermärkten, Restaurants oder auf Wochenmärkten große Mengen von Nahrungsmitteln an, die, obwohl qualitativ einwandfrei, im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verkauft werden können. Was nicht mehr verkauft werden kann, landet oft im Müll. Dazu zählen Lebensmittel mit kurz vor Ablauf stehendem Mindesthaltbarkeitsdatum, Backwaren vom Vortag, Produkte die überproduziert wurden, falsch verpackte Ware oder Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern. Die Tafeln schaffen einen Ausgleich: sie sammeln diese überschüssige Ware, kontrollieren und sortieren sie, und verteilen sie anschließend in den Tafelläden an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen, kostenlos oder gegen einen symbolischen Betrag. Neben den normalen Tafelläden, die wie klassische Supermärkte strukturiert sind, gibt es auch die sogenannten Fahrtafeln. Dass sind Busse, die mit Lebensmitteln beladen durch die Region fahren, um die Bedürftigen zu erreichen, die aus gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Zwängen nicht zu den Tafelläden gelangen würden. »Das Geld ist sehr knapp, da können sich viele, die nicht direkt in Heilbronn wohnen, die Fahrtkosten nicht leisten. Um diesen Menschen zu helfen, kommen wir mit unseren Bussen zu ihnen«, so Matthias Weiler. Neben den Tafelläden gibt es auch zahlreiche Second-Hand-Läden, die günstige, gebrauchte Kleidung im Angebot haben und viele Therapie- und Beratungsstellen. »Wir versuchen zu helfen, wo wir nur können und freuen uns über jeden Erfolg, den wir erzielen«, so Matthias Weiler. Die Tafeln finanzieren sich ausschließlich durch Spenden. Ob es sich um gespendete Lebensmittel der Händler, Sachspenden von Privatpersonen oder eben reine Geldzuwendungen handelt, spielt keine Rolle. »Wir freuen uns über jede Art von Zuschüssen«, erklärt Weiler. Eine Idee, von der alle Beteiligten profitieren, sollte man meinen. Doch dem ist nicht so, wie Matthias Weiler anschließend erzählt. »Natürlich sind die Lebensmittelhändler froh, dass wir ihnen die überschüssige Ware abnehmen und sie weiter verwerten. Dadurch sparen diese sich einen Teil der Entsorgungskosten. Die Bedürftigen sind wiederum froh, dass sie zu für sie erschwinglichen Preisen qualitativ hochwertige Lebensmittel bekommen«, erklärt der Heilbronner

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TITELTHEMA: ARMUT Abteilungsleiter der Tafeln. Doch es gibt auch genügend Kritiker, auch aus Teilen der Stadtverwaltung. Die Tafeln seien eine Hilfe in der Not und nicht eine Hilfe aus der Not, lautet der Vorwurf. Matthias Weiler kann diese Kritik schwer nachvollziehen. Er sieht täglich viel unverschuldete Armut. Zu hören, dass die Tafeln dazu dienen, die Leute faul zu halten, schmerzt ihn. Der Tafelladen in der Cäcilienstraße ist wie ein kleiner Einkaufsladen. Über Obst und Gemüse, bis hin zu Nudeln, Babynahrung und Waschmittel findet man dort mit ein wenig Glück alles. Frau Aslan nutzt das Angebot der Tafeln. Die Mutter von acht Kindern, erzählt, dass ihr Mann zwar Vollzeit arbeite, dass Geld aber trotzdem vorne und hinten nicht ausreiche: »Ohne das Angebot der Tafeln wüsste ich nicht, wie ich meine Familie ernähren sollte. Ich bin froh, dass es solche Einrichtungen gibt.« Eine andere Tafelladen-Kundin schlägt in die selbe Kerbe: »Durch die Hilfe der Tafeln, ist es für mich einfacher im Monat über die Runden zu kommen. Seit dem ich aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig wurde, bin ich dankbar um jede Hilfe, die ich bekomme.« Neben den beiden Frauen nehmen rund 6000 weitere Personen aus dem Raum Heilbronn die Hilfe der Tafeln in Anspruch. So auch Martin. Er wohnt in Besigheim und kommt alle zwei Wochen nach Heilbronn, um im Tafelladen einzukaufen. »Als ich arbeitslos wurde, merkte ich recht schnell, dass ich mit dem »HarzVI«Geld nicht über den Monat komme. Bekannte erzählten mir von den Tafeln. Anfangs hatte ich Probleme hierher zu kommen, da ich mich schäm86 te, aber heute bin ich froh, dass es die Tafeln gibt. Hier bekomme ich gute Lebensmittel zu einem sehr günstigen Preis, und das was fehlt, kaufe ich im Discounter dazu«, schildert Martin seine Situation. Durch das Angebot des Tafelladens haben Menschen wie Martin die Chance, ihr Geld besser einzuteilen und dadurch ganz gut über die Runden zu kommen. Der Arbeitslose fährt fort: »Außerdem finde ich es toll, dass die Tafeln den Überfluss der Einen zu Gunsten der Schwachen nutzen.« Matthias Weiler hat einen gut dotierten Job in der Wirtschaft für die Tätigkeit bei den Tafeln für die Heilbronner Diakonie aufgegeben. Wenn er sieht, dass er Menschen wie Frau Aslan und Martin durch sein wirken etwas weiterhilft, ist er schon zufrieden. Doch der gläubige Christ weiß nicht, wie lange solche Institutionen wie die Tafeln in Zukunft existieren können: »Die Kluft zwischen arm und reich wird immer größer. Ich fürchte, dass wir bald vor einem riesigen Problem stehen werden. Die Zahl derer, die von Armut betroffen sind, wächst von Jahr zu Jahr. Jedoch geht die Zahl derer, die sich in diesem Bereich engagieren möchten immer mehr zurück. Hinzu kommt, dass nun auch der Zivildienst abgeschafft wurde, dass sind einige hilfreiche Hände, die uns jedes Jahr fehlen. Deshalb empfangen wir jeden, der uns unterstützen möchte, mit offenen Armen und freuen uns über jede Unterstützung.«

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TEXT: ANNA WEBER FOTOS: HANNES BUCHWALD

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RU M Ä N I E N D O K U M E N TAT I O N D E R PE AC E WO R K E R S P RO J E K T E - E I N R E I S E B E R I C H T auch Altmetallsammler, kümmert sich aber mittlerweile um den Verkauf des gesammelten Guts und tritt, wie er meint, für die Gemeinschaft ein und kümmert sich um Den Mittwoch haben wir mit einem Besuch in der deren Bedürfnisse. Dann sind wir nach oben zur RamSchule Scoala Cu Clasele I - VIII "Traian Dârjan" in pe gefahren. Dort arbeiten und leben Eltern mit ihren Cluj-Napoca begonnen. Ioan-Florin Tala, der Schulrat Kindern unter unvorstellbaren, mehr als menschenunund Vermittler, hat uns herumgeführt und die Orgawürdigen Bedingungen. nisation der Schule und ihre Philosophie erklärt. Es ist Der Staat Rumänien hat angeblich keine Gelder, um eine der wenigen fortschrittlichen Schulen, die auch Grund für diese Menschen zu kaufen und sie umzusieca. 60 Roma-Kinder unterrichtet, obwohl die Gleichdeln. Der meiste Boden sei angeblich in Privatbesitz. Aber heit der Kinder auf Druck der EU eigentlich vom ohne dass der Staat involviert ist, wird Staat Rumänien gesichert ist. Die Der Staat Rumänien hat auch Hilfe für diese Menschen nur Schule engagiert sich sehr und tut sehr schwer realisierbar sein. Sie müssen deutlich mehr für die Kinder als vorher nichts getan, obwohl irgendwo leben, brauchen Bildung, müsvorgeschrieben. Regelmäßig wersen an die Hand genommen den traditionelle, außerschulische, dieses Ressor t nur ein werden. ,Gib dem Mensch einen Fisch kulturelle Feste und Veranstaltunund er ernährt sich einen Tag lang - gen realisiert. Die Integration der Beispiel von vielen in bring ihm das Fischen bei und er kann Kinder ist jedoch sehr schwierig, da sich ein Leben lang ernähren.' Dinge wie Kosten für SchulmateriRumänien ist, an denen Der Staat Rumänien hat auch vorher al finanziell für die meisten Romaschon nichts getan, obwohl dieses ResFamilien gar nicht realisierbar sind. Menschen unter schlimmsten sort nur ein Beispiel von vielen Orten Dann haben wir uns auf den Weg in Rumänien ist, an denen Menschen zum "Ressort Dallas" gemacht. Bedingungen wohnen. unter schlimmeren Bedingungen als Das Ressort lebt von dem auf der Tiere wohnen. Jetzt nimmt er die Müllhalde oberhalb der Ansiedlung Wirtschaftskrise als Entschuldigung. gesammelten, verkaufbaren Müll. Aber in einem angeblich sozialen Staat, kann es nicht Wir haben ein kurzes Gespräch mit Jopa George, dem sein, dass die Roma keine Rechte, keine Stimme und kein Vertreter der ansässigen Roma, geführt. Er selbst ist Mittwoch, 26.05.2010 - Scoala Cu Clasele I VIII »Traian Dârjan« / »Ressor t Dallas« 89

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TITELTHEMA: ARMUT Sprachrohr haben und weder Anerkennung, noch Respekt bekommen. Sie werden vom Staat Rumänien einfach nicht als Landsleute anerkannt und werden komplett ausgegrenzt. Die Eltern in ,Dallas' wünschen sich für ihre Kinder ein besseres Leben. Und genau da muss der Ansatz sein. Bei den Älteren wird eine Umstrukturierung kaum noch möglich sein. Aber den Kindern muss eine Zukunft gegeben werden. Sie wirken glücklich, spielen, lachen mit uns, aber wenn man genau hinsieht, kann man in ihren großen Augen das Leid und die Perspektivlosigkeit erkennen: Auf dem Rückweg sind wir zum Heim ,Maria Gabriel' gefahren, haben bei den Mädchen gegessen und danach mit ihnen ein Teehaus in Cluj besucht Donnerstag, 27.5.2010 - Behindertenheim in der Nähe von Cluj Ella Barna und Pino Fusaro arbeiten nunmehr seit zehn Jahren zusammen und sind seitdem auch eng befreundet. Begonnen hat es mit der Organisation der Überführung von Hilfsgütern der Peaceworkers von Deutschland nach Rumänien, wobei Ella unterstützend zur Seite stand, da die gebürtige Rumänin und ihr Mann durch ihre Sprachund Landeskenntnisse die bürokratischen Hürden zu meistern wussten. In den folgenden Jahren begleitete das Ehepaar Barna weiterhin Projekte der Peaceworkers, wie beispielsweise den Umbau des Heimes Maria Gabriel. Wir fuhren mit Ella zu einem Heim fünfzehn Kilometer außerhalb von Cluj. Dort leben derzeit sechs körperlich und geistig behinderte Menschen, die keinerlei Perspektiven haben. Denn in staatlichen Heimen werden sie aufgrund ihres Alters nicht aufgenommen bzw. verstoßen, auf die Straße gesetzt und ihrem Schicksal überlassen. Die staatlichen Gelder, die ihnen monatlich zur Verfügung stehen, decken nicht einmal die medizinischen Kosten ab und lassen ihnen keine Möglichkeit zur Finanzierung einer Unterkunft. Auf Zureden des Ehepaars Barna überließ der Bürgermeister diesen Menschen ein Haus, indem sie seit einem Jahr leben. Das Gebäude befindet sich allerdings in einem baufälligen und gesundheitlich bedenklichen Zustand: Das Dach ist weder isoliert noch intakt, sodass immer wieder Wasserschäden entstehen, die Schimmelpilzen Nährboden liefern. Würde man es ausbauen, liefere es Räumlichkeiten für fünf bis sechs weitere Menschen. Im Badezimmer liegt die Elektrik offen, in der provisorischen Dusche hängen die Kabel aus den Wänden. Die Duschwanne hat einen zu hohen Rand, sodass keiner der Rollstuhlfahrer diese selbstständig nutzen kann, überall im Haus befinden sich derartige Hürden. Die Toilette ist nicht mehr funktionsfähig und der Abflussschlauch der Waschmaschine mündet in einem großen Loch im Boden. Schockiert waren wir über die Heizungssituation im Haus. Denn in den Schlafzimmern, die von je zwei bis drei Personen genutzt werden, wurden Kaminöfen eingebaut, die an keinen Schornstein angeschlossen sind und sämtlichen Rauch direkt in die Zimmer leiten. Es wird zwar versucht durch Unterstützung der Nachbarn das Haus zu renovieren, dennoch sind die Gegebenheiten katastrophal. Giani, der seit seiner Kindheit an Knochenschwund leidet, erzählte uns in fließendem Englisch seine Geschichte, von seinem Leben in diesem Heim und den Missständen des Landes. Er dozierte Mathematik, verlor aufgrund der Wirtschaftskrise und wahrscheinlich auch seiner Erkrankung seine Arbeit und landete auf der Straße, wie auch Atilla der in einem Photolabor arbeitete. Nun leben sie fernab der Stadt und haben keinerlei Chance auf eine Anstellung oder geistige Beschäftigung, was sie zermürbt. Sie würden gerne Freunde besuchen. Die einzige Möglichkeit wären öffentliche Verkehrsmittel. Diese zu erreichen ist zu weit und zu teuer. Das Geld ist schließlich schon für Lebensmittel zu knapp. Ein weiterer Tag an dem wir mit den Missständen Rumäniens konfrontiert wurden und an dem unser Unverständnis über das nicht existente soziale Netzwerk und die Ignoranz weiter wächst. Um so schöner war danach unser gemeinsames Essen mit den Mädchen von Maria Gabriel, die uns jeden Tag so viel Freude über unsere Besuche entgegen bringen und uns zeigen, was eine Organisation wie Peaceworkers bewirken kann. Sei es durch finanzielle Unterstützung, als auch durch regelmäßige Besuche und die Zeit, die man mit ihnen gerne verbringt. Freitag, 28.5.2010 - Besuch bei Jasmina und Familien in Cluj Unser Team wurde wieder kleiner. Neben Anna, die bereits am Vortag in Luncani blieb um Julians Fortschritte an der dort entstehenden World Peace Wall zu dokumentieren und ihn bei seiner Arbeit zu unterstützen, half nun auch Dan mit um die Wand bis zum Abend fertig zu stellen. Wir fuhren am Vormittag zu Jasminas Familie. Die Fünfjährige wurde vor zwei Monaten im Uniklinikum Großhadern am Herzen operiert, denn Jasmina wurde mit mehreren Herzfehlern geboren und hatte in Rumänien

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Kreativzentr Heilbronn Kreativzentrum Heilbronn

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TITELTHEMA :ARMUT keine Überlebenschance, denn die Familie, die in einem Roma-Slum zwischen Luncani und Cluj lebt, hatte kein Geld eine Operation zu bezahlen noch fühlten sich die Ärzte vor Ort dazu in der Lage eine solche durchzuführen. Dank der Johanniter und Peaceworkers und vor allen Dingen durch Pinos Engagement wurde der Eingriff in München ermöglicht und Jasmina ist nun wieder bei ihrer Familie, ihren Eltern und ihren Geschwistern Maria und Luciano. Sie befindet sich auf dem Weg der Besserung und steht unter Beobachtung der Ärzte des örtlichen Krankenhauses. Während ihres Klinikaufenthaltes in Deutschland hat Gerhard Spitzer mit seinen Jugendlichen ihr Haus umgebaut, für einen befestigten und betonierten Boden und Möbel gesorgt und auch die hygienischen Zustände eminent verbessert um eine Umgebung für Jasmina zu schaffen in der sie nach der Operation Aussicht auf Genesung hat. Wir brachten gespendetes Spielzeug und Seifenblasen mit, was uns von den vielen Kindern, die uns umringten, förmlich aus den Händen gerissen wurde. Überall waren Seifenblasen und die Kinder bezogen uns in ihr Spiel mit ein. Wie viel Freude man diesen Kindern mit Kleinigkeiten in ihr sonst hartes Leben bringen kann, wurde uns bewusst. Kreischende lachende Kinderstimmen und die herzlichen Umarmungen dieser Kinder drücken mehr Dankbarkeit aus, als es jedes Wort vermag. Es war schön für uns, die wir Jasminas Geschichte kennen, sie mit den Nachbarskindern, ihren Freunden und ihren Geschwistern spielen zu sehen und die Veränderungen innerhalb der ganzen Familie durch die Unterstützung, die ihnen zuteil wurde, festzustellen. In Cluj besuchten wir Familien, die zwar unter besseren Umständen, als die Roma, aber dennoch am Existenzminimum leben. Pino kennt sie schon seit Jahren und somit ihre Probleme, Ängste und Sorgen. Sie zeigten uns ihre Wohnungen die aus ein oder zwei Räumen bestehen in denen sich ihr ganzes Leben abspielt und schilderten uns ihre Lebenssituation. Als wir die Familien verließen und weiterfuhren, wurde uns ein weiteres Mal erschreckend bewusst, welch große Kluft in diesem Land zwischen arm und reich besteht, denn kurz darauf erreichten wir den Stadtkern, der durch seine wunderschönen Gebäude besticht und daran erinnert, dass wir uns nach wie vor in der EU befinden und in keinem Entwicklungsland. Es ist fast unvorstellbar, dass Zustände, wie wir sie sahen, inmitten dessen existieren und vom Staat ignoriert werden. Die Mädchen von Maria Gabriel fingen auch an diesem Tag unsere schwermütigen Gedanken auf und zeigten uns, was durch ein bisschen Hilfe und Zuwendung ermöglicht werden kann.

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www.facebook.com/memografie

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re sO rt DA L L As EIN FOTOSTRECKE MIT BILDERN VON HANNES BUCHWALD

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TITELTHEMA: ARMUT TEXT: KATHARINA VOOS & ROBERT MUCHA FOTOS: MEHMET FILIZ, HANNES BUCHWALD Die mÜL LKinD e r VOn DAL L As »Ich habe mich auf die Reise nicht vorbereitet, nichts über die Müll-Kinder gelesen oder recherchiert. Ich wollte es einfach auf mich zukommen lassen und mir mein eigenes Bild davon machen«, erzählt Hannes Buchwald von seinen Reisevorbereitungen. Der Heilbronner war schon mit einigen Hilfsorganisationen unterwegs gewesen, so zum Beispiel auch in den Slums von Indien und Ägypten, und trotzdem sei es jedesmal eine neue, harte Erfahrung. »Das sind keine gestellten Bilder, die ich in Rumänien gemacht habe. Das ist das wahre Leben dieser Menschen«, so der Fotograf. Es wirkt wie eine kleine Stadt am Rande der Mülldeponie. Die Kinder leben mit ihrem Eltern in selbstgebauten Hütten, meistens alle zusammen in einem Raum. Jeden Morgen bringt das Müllauto Tonnen »frischer« Ware. Ätzend stinkender Qualm vermischt

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TITELTHEMA: ARMUT sich mit dem Geruch der Müllhalde. Es herrscht Konkurrenzkampf zwischen den Familien. Daher gibt es einen sogenannten Boss, der dafür sorgen soll, dass der Müll fair aufgeteilt wird. Im Winter, wenn die Arbeitsbedingungen und das Leben härter werden, verleiht der Müll-Boss Geld an die Familien. Er nutzt deren Not aus und lässt sie in seiner Schuld stehen. Mit bloßen Händen suchen die Menschen nach Verwertbarem, wie Lebensmitteln, Spielzeug, Kleidung und Plastikflaschen. Sie leben von dem, was sie finden. Für ein Kilo Plastikflaschen bekommen sie umgerechnet 1 Cent, für 100 kg Plastik 1 Euro. Sie brauchen das Geld, um beispielsweise Brot zu kaufen. Doch oft müssen sich die Familien von dem ernähren, was sie auf der Müllkippe finden. Essensreste, die jemand anderes weggeworfen hat. Der Abfall ist nicht nur dreckig und stinkt, er ist auch giftig. Neben organischem, chemischem und toxischem Müll findet man auf manchen Müllhalden sogar die Entsorgungen der nahegelegenen Krankenhäuser. Obwohl die EU es fordert, haben viele Mülldeponien in Rumänien keine Sickergruben. Das Gewicht des Abfalls drückt die toxischen Rückstände des Mülls heraus und die Abwässer versickern im Boden oder fliesen in die nahegelegenen Flüsse. Das Wasser der Flüsse ist dreckig und vergiftet. Die Müllhalde ist ein Paradies für Ratten und Straßenhunde, doch sie ist auch der Ort, an dem Säuglinge groß werden und Kleinkinder spielen. Sobald diese Kinder alt genug sind, arbeiten sie mit. Viele von ihnen haben noch nie eine Schule von innen gesehen, jeder dritte ist Analphabet. Da erübrigt sich die Frage bezüglich der Zukunftsperspektive sofort. »Die Kinder sind schmutzig und immer hungrig. Sie und

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TITELTHEMA: ARMUT

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TITELTHEMA: ARMUT ihre Eltern haben mit Rassismus und Ausgrenzung zu kämpfen«, erzählt Hannes Buchwald. Tatsächlich fordern rumänische Politiker gesonderte Ghettos oder die Ausweisung solcher Familien. Ein Minister schlug sogar die Abschiebung in die Wüste vor. Schätzungen nach, leben etwa zwei bis drei Millionen Menschen in Rumänien unter solchen Umständen. »Diese Menschen sind unerwünscht, lästig, so wie Ratten. Oft haben die Familien das Problem, dass sie auf staatlichem Gebiet leben. Sie werden somit nur geduldet, können aber jederzeit vertrieben werden«, weiß Hannes Buchwald. Was ihn an der ganzen Geschichte besonders schockiert, ist, dass Rumänien und Deutschland gemeinsam zur Europäischen Union gehören. »Wir sollen eine Einheit darstellen, dabei trennen uns Welten. Wir leben hier im größten Luxus und diese rumänischen Familien leben im Müll. Mitten in Europa!« Mit seinen Bildern will Hannes Buchwald langfristig etwas bewegen. Er will nicht irgendetwas zeigen, sondern die Realität. Mit all ihrem Leid und Elend. Man müsse die Augen öffnen und die Realität akzeptieren, und wenn man soweit sei, müsse man versuchen sie zum positiven zu ändern, so der Fotograf.

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TEXT: REGINE WEIMAR FOTOS: PRIVAT » S E L B S T H I L F E 3 . W E LT E . V. « HILFE ZUR SELBSTHILFE AUS HEILBRONN

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TITELTHEMA: ARMUT TITELTHEMA: ARMUT Se i t De zember 1990 leistet der Verein »Selbsthilfe 3. Welt e . V. « a ktive Hilfe für Projekte in der sogenannten »Dritt e n We l t«. Den Impuls hier für gaben die persönlichen Er l e b n i sse der Entwicklungshelfer-Familie Wozniak. Fam i l i e Wozniak erlebte die miserable medizinische Versorg u n g a u f dem Lande in Bolivien und handelte. In Burkina Fa s o ( Westafrika) engagier t sich der Verein inzwischen seit 1 9 9 5 a ktiv. Der »Selbsthilfe 3. Welt e. V.« besteht aus Förd e r m i t g liedern und einem kleinen Kreis von Aktiven. Mit re g e l m ä ßigen Beiträgen ermöglichen die Fördermitglieder e i n e k o ntinuierliche und lang fristig projektierbare Hilfe. Se l b s t re dend kommen auch die Projekte des »Selbsthilfe 3 . We l t e. V.« nicht ohne Geld aus. Der Unterschied zu v i e l e n a nderen Hilfsorganisationen: es steht kein teurer Ve r w a l t ungsapparat, der durch Spenden finanzier t werden m u s s , h inter dem Verein. Somit fliessen anver traute Geldm i t t e l d irekt in die Projekte. Die Vereinsver waltung wird e h re n a mtlich geleistet und im Vordergr und steht vor allem d i e g e m einsame Arbeit, wie beispielsweise bei der jährlichen Veranstaltung des Vereins, der »Fiesta Corinna«. Sie ist eine wichtige Spendeneinnahmequelle, die ohne persönlichen hohen Zeitaufwand und einem Hauptsponsor aus der Lebensmittelbranche nicht möglich wäre. De r A n satz des gemeinnützigen Vereins: er möchte helfen, o h n e Abhängigkeiten zu er zeugen. Die Organisation will k e i n e A lmosen ver teilen, sondern wahrhaftig helfen. Das b e d e u t e t, dass die Arbeit nicht auf kur zfristige Er folge s o n d e r n nachhaltige Verbesser ungen ausgerichtet ist. Ziel i s t e s , d ass die Ärmsten der Armen in Selbstorganisation i h re n L ebensunterhalt aufbessern.

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TITELTHEMA: ARMUT CORIPATA / BOLIVIEN Wenn man, von La Paz kommend, den »La Cumbre« mit seinen 4650 Metern Höhe überfahren hat, eröffnet sich mit jedem weiteren Kilometer die Reichhaltigkeit subtropischer Botanik Boliviens. Im Städtchen Coripata, liegen die Anfänge des »Selbsthilfe 3. Welt e. V.«. Die letzte Wegstrecke bis zum Ziel führt über 70 Kilometer unasphaltierter Strasse. Die Reisezeit für diese Strecke liegt zwischen sechs und 20 Stunden, je nach Witterungsverhältnissen. Manchmal geht auch nichts mehr auf der »Strasse des Todes«, die sich auch weiterhin jedes Jahr bis zu 300 Opfer in ihre Schluchten holt. Hat man es dann endlich geschafft wird man von dem Ort, der mit seinen knapp 3000 Einwohnern auf einer Höhe von 1700 Metern liegt, sofort in den Bann gezogen. Coripata ist das Zentrum eines 2000 Quadratkilometer grossen Gebiets, in dem bis zu 15 000 Einwohner, meist Indios, leben. Hier war in den End-80-er Jahren das Ehepaar Wozniak aus Stein am Kocher für den deutschen Entwicklungsdienst tätig. Aus einer Serie von Unzulänglichkeiten und persönlichen Erfahrungen, entstand der Wunsch, neben der beruflichen Tätigkeit, auch im medizinischen Bereich eine Veränderung bei der indigenen Bevölkerung zu erwirken. Das ehemals vorhandene »Krankenhaus« zerfiel, der einzige junge Arzt vor Ort, vergleichbar mit einem Arzt im Praktikum, zeigte wenig Interesse an der Bevölkerung und war mit seiner Aufgabe weit überfordert. Auf einem Heimaturlaub fiel bei Familie Wozniak der Entschluss, einen Verein zur Unterstützung des »Projektes Coripata« zu gründen. Im November 1989 fiel im Hinterzimmer des »Eulenspiegel« der Startschuss hierfür. Erste Projekte waren die sinnvolle Renovierung und Einrichtung des neuen Krankenhauses. Erst dann wurde es auch möglich eine bolivianische Ärztin zu finden, die bereit war, in der Abgeschiedenheit Coripatas zu wirken. In Zusammenarbeit und unter Kontrolle von Familie Wozniak und einer Nonne der Kirche vor Ort, machte das Projekt sehr schnelle Fortschritte. Nächste Schritte waren die Finanzierung des Pflegepersonals. Mit Mit118 teln des Vereins konnten zwei Krankenschwestern und Mitte der neunziger Jahre der erste Agrartechniker eingestellt werden. Da die meisten Indigenas, wie die Ureinwohner genannt werden, bis zu einigen Tagesmärschen vom Hospital entfernt leben, wurde in Zusammenarbeit mit Miserior ein geländegängiger Jeep angeschafft, um auch die Siedlungen und einzelnen abgeschiedenen Gehöfte zu erreichen. Mit der Gründung des Projektes »Coripata Familia Sana« wurde dem Gedanken der Selbsthilfe und der Nachhaltigkeit mehr Gewicht eingeräumt. So stand ab sofort nicht mehr die akute medizinische Versorgung im Vordergrund, sondern immer mehr die Prävention von Krankheiten. Das Team informierte über Hygiene, Säuglingspflege, Geburt- und Geburtenkontrolle, die Versorgung und Einschätzung von Verletzungen und vielem mehr. Hierfür waren die Schwestern teils tagelang unter schwersten Bedingungen unterwegs. Zusätzlich wurden auch in Schulen Gärten angelegt und so über die Kinder ein Zugang zu den Eltern geschaffen. Veränderung und Verbesserungen der Anbaumethoden führen seitdem zu größeren Erträgen in der Landwirtschaft und einer besseren Haltung und Population bei der Aufzucht von Kleintieren. Das Projekt hat sich nach seiner Entfaltung zu einem vollen Erfolg entwickelt. Um das Erreichte zu verfestigen war es jedoch unerlässlich geworden auch in den weit entfernten Siedlungen Personen zu haben die präventiv und notfallmedizinisch aktiv werden konnten. Hierfür wurden von den Schwestern sogenannte Ersthelfer ausgebildet. Ein besonderer Schwerpunkt lag hierbei in dem Einsatz von Naturheilkundeverfahren und der Herstellung eigener Medizin. All diese Maßnahmen wurden in den letzten 20 Jahren vom »Selbsthilfe 3. Welt e. V.« finanziert und inhaltlich unterstützt. Fast alle Bereiche der Vereinsarbeit werden heute von der Gemeinde oder dem Staat Bolivien übernommen. Das Projekt in seiner Zielsetzung wird heute mit einem Teil der Mitarbeiter in der Nähe von Cochabamba neu aufgebaut.

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TITELTHEMA: ARMUT ERFAHRUNGSBERICHT VON EVA-MARIE LINDENMAIER STUDENTIN AN DER HOCHSCHULE LUDWIGSBURG Die Provinz »Villa Real de Tapacarí«, was auf Quechua »Männernest« bedeutet, befindet sich westlich von Cochabamba, umfasst eine Fläche von 1538 Quadratkilometer und hat eine sehr unebene Topographie mit einer Vielfalt an ökologischen Böden, die bis zur Spitze des Gebietes, der Stirnseite der Täler reicht. Die Bevölkerung Tapacarís beträgt 25 919 Einwohner. Die Institution, die sich vor Ort um Bildungsangebote kümmert, heißt »Mohns Angel Gelee« und ist nach dem Ex-Bischof, Auxiliar von Cochabamba benannt. Das Internat ist für Kinder gedacht, die aus den unterschiedlichsten, fernliegenden Comunidades (die Red.: Gemeinschaften) dieser Region kommen. Hier haben die Kinder die Chance auf Bildung, Unterstützung und eine bessere Ernährung. Die Kinder und Jugendlichen erhalten Lernhilfe, sie werden gefördert, sie bekommen warme Mahlzeiten und teilen gemeinsam den Alltag, wobei ihnen viel Selbstständigkeit abverlangt wird. Durch die Arbeit im Internat wurde ich unheimlich bereichert. Mit den Kindern den Alltag zu verbringen, mit ihnen aufzustehen, sie zu begleiten und motivieren, zu diskutieren, zu streiten, zu lachen, zu lernen, zu sprechen, zu toben, Probleme zu lösen, zu singen, zu waschen und sie abends ins Bett zu bringen gab mir die Möglichkeit, das Leben anders zu betrachten. Die so andere Lebens-und Denkweise öffnete mir die Augen für viele wesentliche Dinge des Lebens. Meine größte Erkenntnis gewann ich durch die Fähigkeiten der Kinder, wenn wir mit ihnen gemeinsam Gartenarbeiten und Handarbeiten erledigten, Holz sammelten, die Kinder morgens ihre Aufgaben ausführten und man sie beobachten konnte, wie sie mit den bloßen Händen, Kartoffeln schälten, schneller wie jeder Profikoch. Hier wurde mir klar, wie geschickt die Kinder sind, wie viel Ausdauer und Kondition sie bei körperlichen- und Handarbeiten haben. Ich kam also für mich zu dem

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TITELTHEMA: ARMUT Resultat, dass die Talente, die Fähigkeiten, die Bildung die die Kinder besitzen, unterbewertet und die Schulbildung überbewertet wird, sei es in Bolivien oder anderswo in der Welt. Denn all diese praktischen Fähigkeiten, die wir früher besaßen, gingen bei uns verloren, weil wir es durch die Entwicklung des Landes nicht mehr nötig hatten, diese Fähigkeiten beizubehalten. Technisches Wissen (Häuser mit bloßen Händen zu bauen, Brücken über den Fluss zu bauen), praktisches Können (Tiere schlachten, Holz sammeln), Kenntnisse der Natur (Wetter (Meteorologie), Uhrzeit je nach Stand der Sonne, Pflanzen und Tierkenntnisse, handwerkliches Geschick (stricken, Armbänder flechten, häkeln), körperliche Ausdauer ( bis zu 9h nach Hause laufen, Holz sammeln und transportieren). All dieses Wissen, ist für sie notwendig, um überleben zu können und sollte nicht unterschätzt werden. In Bolivien gibt es jedoch keine Verpflichtung zur Schulbildung. In europäischen oder anderen Ländern ist es unmöglich, ohne schulische Bildung ein annehmbares Leben zu führen. Hier im reichen Westen leben wir in einer Welt, in der wir ohne schulische Bildung untergehen würden. Doch in Tapacarí besitzen die Menschen andere Arten von Bildung, die sie auf dem Land in Bolivien brauchen und die ich für sehr wertvoll halte. Natürlich ist es von großer Bedeutung, dass die Kinder gleichermaßen eine Schulbildung erhalten, lesen, schreiben und rechnen lernen, über die Welt Kenntnisse erlangen, zum Schutz und zur Hilfe für sich selbst, um ihre Rechte zu kennen. Doch die meisten werden dennoch die Tradition ihrer Eltern weiterführen und in der Comunidad Gemüse anpflanzen, Tiere halten und ihre Hand- und körperlichen Arbeiten fortsetzen, da es einfach an finanziellen Mitteln und Allgemeinbildung fehlt. Sie haben aber auch nur wenig Interesse, etwas an ihrem Leben zu ändern, auch weil sie nicht wissen, wie es ist, ein anderes Leben zu führen. Durch die fehlende schulische Bildung, durch die Unwissenheit über ihre Rechte und die Art und Weise, ein anders Leben zu führen, haben sie Angst ihr Leben zu verändern. Ob sie ihre Kultur, ihr einfaches Leben für ein konsumreicheres Leben aufgeben würden, wäre für mich eine außerordentlich interessante Befragung gewesen, die ich sehr gerne in der Comunidad, die ich besucht habe, durchgeführt hätte, leider aber keine Möglichkeit dazu hatte. Ich denke jedoch, dass sie auf Grund der oben genannten Aspekte zufrieden sind, nicht auf der Suche nach mehr und mehr sind. Die Menschen dort leben bescheiden und dennoch glücklich auf ihre Art und Weise. Das Leben ist also nicht wertloser als unser Dasein, nur weil es den Menschen hier an Materiellem und Bildung fehlt. Ich habe für mich herausgefunden, dass das Leben in der bolivianischen Einsamkeit auch viele Vorteile mit sich bringt, die sich viele in den industriellen Staaten wünschen würden. Sei es die Abgeschiedenheit von der Außenwelt, den Medien oder dem Druck, den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen.

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TITELTHEMA: ARMUT KOLLO / BURKINA FASO Die Gemeinde liegt im wasserarmen Binnenland nordöstlich von Burkina Faso. In direkter Zusammenarbeit mit der AMK (Assosiation Manegre de Kollo) werden die Hilfen koordiniert und Spenden an den »Selbsthilfe 3. Welt e. V.« unbürokratisch eingesetzt. Eine Schule gibt es nur dann, wenn die Kommune ein Gebäude stellt in dem der Unterricht stattfinden kann. Auf dem weiten Land fehlen dafür die Mittel, dort leben die Menschen weitestgehend als Selbstversorger. Da Bildung einen wichtigen Grundstein für die Hilfe zur Selbsthilfe darstellt, hat der Unterländer Verein als erstes Projekt in Kollo ein Schulgebäude mit Lehrerunterkünften aus eigenen Mitteln finanziert. Diesem Schulhaus, das von Anfang an zu klein für den Bedarf war, folgte ein weiterer Bau von Schul- und Lehrerhäusern, unterstützt von den Spendengeldern des Vereins und öffentlichen Mitteln. Heute steht in Kollo eine Grundschule mit Brunnen, Schulgarten und Kantine. Etwa 450 Schüler besuchen täglich den Unterricht. Zu dem Schuldirektor Francoise Dinderee besteht ein enger Kontakt so dass ein reger Informationsaustausch stattfindet und die Heilbronner Vereinsmitglieder immer auf dem neuesten Stand sind, was ihr Projekt betrifft. Auf Initiative einer Frauengruppe in Kollo wurde eine motorbetriebene Getreidemühle im Dorf gebaut, Gemüsegärten angelegt, Brunnen gebohrt und als letztes Projekt eine Bewässerungs-Anlage installiert. Die benötigten Gelder kamen aus Spenden und mühsam beantragten Fördergeldern des Landes Baden-Württemberg. Weiter wurde ein Patenschaftsprojekt in der Provinzhauptstadt Koudougou aufgebaut. Durch das Engagement von Pateneltern können heute 50 Kinder mittels einer Spende von jährlich 100 Euro die üblichen Schulgebühren für eine weiterführende Schule finanziert werden. Ohne Ihre Hilfe wären, so schrieb Camille Ramde, der Projektpartner vor Ort, viele dieser Schüler heute Straßenkinder.

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QUI Z D IC H GL ÜCKLI C H FRAGE: WIE WURDE DER SKATER-, WRITER-, SCOOTERUND HIP-HOP-TREFPUNKT AUF DEM HEILBRONNER KILIANSPLATZ MITTE DER ACHTZIGER BIS MITTE DER NEUNZIGER JAHRE UNTER DEN JUGENDLICHEN GENANNT? ALS DIE SKATEBOARD- UND HIP-HOP-WELLE AUS DEN USA HEILBRONN ERREICHTE, MAUSERTE SICH UNTER DEN AKTIVISTEN UND IHRER ANHÄNGSEL EINE TREPPE ZUM ANGESAGTESTEN SUBKULTURELLEN TREFFPUNKT MITTEN IN DER FUSSGÄNGERZONE. DORT WURDEN JACKEN ABGEZOGEN UND KICKFLIPS GEZEIGT. TIPP: DER NAMENSGEBER IST EIN EISVERKÄUFER AUS DER STADT. WER MEINT, dIE LöSUNG zU KENNEN, SCHICKT dIESE pER MAIL AN: qUIz@HANIX-MAGAzIN.dE; BETREff: HO-HO-HO! EINSENdESCHLUSS IST dER 13. JANUAR 2012. dER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERdEN SCHRIfTLICH BENACHRICHTIGT UNd NAMENTLICH vERöffENTLICHT. dIE RICHTIGE ANTWORT AUf dIE fRAGE dES vORANGEGANGENEN qUIz LAUTET: MR. BUBBLE B. GEWINNER: KATHRIN LEHR (JAILERS-TASCHE), LYdIA EIBER (SUBTILES SKULL-LEd-SET), SARAH SINN (BEATSTEAKS-TICKETS) ANdREAS HEBER & JASMIN pIONTEK (CASH fOR CLUNKERS fAN-pAKET) 122 BIGAIR STUTTGART 3 X 2 EINTRITTSKARTEN Am 16. und 17. Dezember 2011 werden im Stuttgarter Neckarpark wieder die besten Rider der internationalen Snowboard-Szene an den Start gehen. Die Kombination aus der spektakulären, 36 Meter hohen Bigair-Rampe und dem Staircase ist bei einem In-City-Event einzigartig. Wir verlosen 3 x 2 Eintrittskarten. www.bigair-stuttgart.com DER-ZUCKERBAECKER.DE 6 X »10 EUR«-BESTELLGUTSCHEIN Die süßesten Geschenke zu Weihnachten bekommst Du nur vom Zuckerbäcker. Keine ollen Socken mehr, nur feinste Süßigkeiten für die Liebsten. Der-Zuckerbaecker.de verlost sechs süße Gutscheine im Wert von je 10 EUR. Lecker! www.der-zuckerbaecker.de

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº4 POGO SNOWBOARDS 1 X SNOWBOARDTASCHE KUNSTHALLE VOGELMANN JAILERS PFEFFER LEBENSMITTEL 3 x 1 FÜGER-KUNSTKATALOG 1 x JAILERS-TASCHE 1 X KORB GIN & TONIC Die KUNSTHALLE VOGELMANN verlost 3 x 1 Kataloge zur aktuellen Ausstellung "Heinrich Friedrich Füger (1751-1818) - Zwischen Genie und Akademie". 220 Seiten, ca. 90 S. farbiger Katalogteil, wissenschaftliche grundlegendeTexte namhafter Autoren, erschienen im Hirmer-Verlag, München. www.museen-heilbronn.de In der Heilbronner JVA hat sich ein kleines aber feines Label gegründet. Produziert werden diverse Taschen aus LKW-Plane oder Leder und Kaffeesäcken. Der Clou bei den Taschen: der MiniHandschellen-Verschluss. www.jailers.de Von den Pfeffer Brüdern gibt es einen Korb voll Gin und Tonic. Der »Monkey 47« aus dem Schwarzwald wurde dieses Jahr in London, der Heimat des London Dry Gin, zum Besten Gin der Welt gekürt. Das ist wie ein deutscher Sieg im Wembley-Stadion!!! www.pfeffer-lebensmittel.de Von den Snowboardmachern aus Hößlinsülz gibt es eine Snowboardtasche für die kommende Wintersaison in den Bergen. Die Tasche ist 180 cm lang, hat Raum für zwei Boards mit Bindung. Logisch, dass das Bag sehr stabil, dick gepolstert und mit Schultertrageriemen versehen ist. www.pogo.biz EXPERIMENTA 5 X 2 KINDER-EINTRITTSKARTEN SUBTIL BURNSIDESHOP.DE BIKES Die experimenta Heilbronn verlost 5 x 2 Kinder-Eintrittskarten für die aktuelle Sonderausstellung zum Thema »Zeit - Expedition in die vierte Dimension«. www.experimenta-heilbronn.de 1 X ZWEITEILIGES SET AUS SUBTILEN FAHRRADTEILEN & SUBTILES T-SHIRT KAFFEEHAUS HAGEN 1 X BIERFLASCHENProtect YOUR STYLE SKATEBOARD 1 x ADIDAS Mütze + »20 EUR«-GUTSCHEIN Passend zur kalten Jahreszeit verlosen die Jungs von Protect Your Style eine superwarme und stilvolle Wintermütze von adidas. Obendrauf gibt es einen herzerwärmenden »20 EUR«-Gutschein für den nächsten Einkauf. www.protectyourstyle.com burnsideshop.de verlost den Deathwish 12OZ Team Cruiser. Schon beim Anblick auf den lässigen BierPrint bekommt man Lust auf ein kühles Bierchen. Somit cruist man vorerst nur optisch erfrischt und entspannt seiner nächsten Erfrischung entgegen. Cheers! w w w. b u r n s i d e s h o p. d e Punkrock ist garantiert. FRÜHSTÜCKSGUTSCHEIN FÜR ZWEI PERSONEN + KAFFEE-PRÄSENT Subtil-Frontmann Jens Lange stiftet aus den Lagerräumen seines neuen Fahrradladens in Böckingen für die Sicherheit eures Rades ein »Knog Straight Jacket Skinny Kettenschloss«, für den Style Subtil Käppchen + Spacer Set und für euren Look ein Subtil-BikesShirt. www.subtil-bikes.de/ Das Kaffeehaus Hagen verlost den Frühstücksgutschein für zwei Personen »Hast Du etwas Zeit für mich« und ein hochwertiges Kaffee-Präsent mit erlesenen Kaffeesorten für Kaffeegenuß daheim. www.hagenkaffee.de

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L I E B E H E I M AT, EIN BRIEF AUS ST. ETTIENNE DE BOLTON VON ROBERTO BAGLIO jetzt bin ich schon fast zwei Monate in der kanadischen Wildnis und endlich schaffe ich es, Dir zu schreiben. Nicht, dass ich es nicht vermissen würde durch deine Fußgängerzone zu schlendern, wenn gerade mal nicht so viele Leute im Konsumrausch sind, oder in einem der Cafe´s bei viel zu lauter Musik die Zeit verbringen. Hier habe ich das genaue Gegenteil: absolute Ruhe und Abgeschiedenheit. Ich lebe und arbeite gerade in einem Yogaseminarhaus in der Nähe des idyllischen Städchens St. Ettienne de Bolton und um mich herum sind nur Bäume, Berge und Seen. Der nächste Nachbar lebt ungefähr einen Kilometer entfernt und zum nächsten Supermarkt sind es acht Kilometer. Ansonsten nur Wildnis, Wildnis und Wildnis. Einmal in der Woche gehen meine Mitbewohner, Stephano und Eric, zwei waschechte Kanadier und ich zum Einkaufen in die nächstgelegene Stadt Magog. Magog ist ein Touristenort der an einem riesigen See liegt, dem Memphremagog. Das Gewässer ist ein kanadischer Bilderbuchsee, das sich bis in die USA erstreckt. Bei gutem Wetter kann man das amerikanische Ufer sogar sehen. Aber das US-Ufer des Memphremagog interessiert mich nicht so sehr. Mich hat schon immer die kanadische Weite und das freie Leben hier in Kanada fasziniert. Wer Jack Londons »Ruf der Wildnis« gelesen hat wird mich sicher verstehen können. Das Seminarhaus liegt am Rande eines kleinen Waldes und ein kleiner See befindet sich auch auf dem Gelände. Während der Woche ist es hier sehr ruhig und ich und meine Mitbewohner kümmern uns um die kleineren Arbeiten, die hier so anfallen, wie zum Beispiel das Haus in Ordung halten oder Reparaturen ausführen. Hier ist nämlich immer irgendwas kaputt. Am Wochenende ist schon einiges mehr los. Häufig kommen Gruppen zu uns, um Seminare abzuhalten, wie Yoga, alternatives Heilen, Traumabewaeltigung und ähnliches. Man glaubt gar nicht mit was sich die Leute so beschäftigen. Nicht alles ist nur »esoterischer Quatsch« aber ab und an kann man nur den Kopf schütteln. Unglaublich, was den Menschen so alles näher gebracht wird. Die Menschen hier haben auch ein anderes Verständnis von Distanzen. Ich biete zweimal die Woche Hatha-Yoga-Stunden an, da ich im Moment der einzige Yogalehrer hier bin. Man glaubt es kaum, es kommen wirklich Leute zu uns in die Botanik. Manche fahren bis zu 30 Kilometer. Als ich einmal einen Teilnehmer von mir deswegen befragt habe, meinte er: »In Kanada ist das wie um die Ecke. Man ist eben gewohnt längere Distanzen zu überbrücken«. Ohne Auto ist man in dieser Gegend auf jeden Fall aufgeschmis-

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS ST. ETTIENNE DE BOLTON sen. Das ist wie zuhause im Heilbronner Land. Aus dem Zabergäu kommt man ohne Auto auch schlecht weg. Und wer denkt Kanada sei bilingual, wird schnell ernüchtert. Das Seminarhaus in dem ich arbeite, liegt im frankokanadischen Teil Quebec und es ist nicht immer leicht mit englisch voranzukommen. Am Anfang war es in den Yogastunden gar nicht einfach den Leuten begreiflich zu machen, was ich von ihnen wollte: »auf den Rücken legen, die Arme ausstrecken, tief atmen et cetera«. Leider ist mein französisch auch nicht so gut. Mit Händen, Füßen und durch Vormachen klappt es aber doch immer. Und viele Frankokanadier verstehen dann doch mehr englisch, als sie denken. Die Kanadier sind meist nette Menschen und wenn man aus Europa kommt hat man sowieso gute Chancen, freundlich behandelt zu werden. In Kanada gehört es zum guten Ton, wenigstens einmal im Leben in Europa, meist Frankreich, dem Land der »Vorväter« gewesen zu sein. Wenn ich den Kanadiern erzähle, dass ich aus Deutschland komme, sind sie oft total entzückt. Dann heißt es: »Deutschland ist ja so schön, München, Berlin und der Schwarzwald...« Spätestens dann ist das Eis zwischen den Kanadiern und mir gebrochen und eventuelle Verständigungsprobleme werden geduldig ertragen. Doch trotz all der netten Menschen und der wohltuenden Ruhe hier freue ich mich doch im Februar wieder nach Heilbronn zurückzukommen und durch die überlaufene Fußgängerzone zu schlendern um in den viel zu lauten Cafe´s einen Espresso zu trinken. Also, liebe Heimat: a' bien tot. Dein Roberto steckbrief A l t e r : 41 J a h re B e r u f : Yo g a - L e h re r H e r k u n f t : H e i l b ro n n Wo h n o r t : S t . E t t i e n n e d e B olton I n Ka n a d a s e i t : 9/2 0 1 1

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RAFAELA CARRIJO Wei h n Ac h t i n br As i L i e n R afaela C a r r i j o stamm t a u s Br a s i l i e n und er z ä h l t u n s h i e r von We i h n a c h t e n am Str a n d . Ih re n Satzba u b e l a s s e n w i r dabei u n ve r ä n d e r t . Ich bin der Meinung, dass Deutschland das schönste Weihnachtsfest der Welt hat, und es jeder einmal im Leben gesehen haben sollte. Wir in Brasilien haben zwar den größten Karneval der Welt aber die Deutschen haben den schönsten Weg, die Geburt des Christkindes zu feiern. Die Brasilianer haben sich von der deutschen Tradition aber schon einiges abgeschaut. Über 90 Prozent der Brasilianer sind römisch-katholisch. Brasilien hat sogar die größte römisch-katholische Gemeinde der Welt. Deswegen feiern die Menschen am Zuckerhut die Geburt Jesus ähnlich wie in Deutschland. Klar, dass auch für Brasilianer Weihnachten das wichtigste religiöse Fest ist. Der größte Unterschied ist, dass die Menschen in Brasilien an Weihnachten am Strand sind. Da Brasilien auf der Südhalbkugel liegt, ist dort im Dezember Hochsommer. Im Meer werden dann die bösen Geister - ein bisschen Voodoo spielt in Brasilien immer mit hinein - weggewaschen. Weihnachtsbäume haben wir in Brasilien fast nur künstliche. Nadelbäumen ist es in Brasilien einfach zu warm. Der brasilianische Glaube an den Weihnachtsmann ähnelt dem der Europäer und Nordamerikaner. Die meisten Kinder glauben, dass der Weihnachtsmann - Papai Noel - an Heiligabend überall auf der Welt Geschenke verteilt. Er kommt durch ein offenes Fenster, legt die Geschenke in die geputzten Schuhe, die auf dem Boden oder am Fenster stehen. Er trägt einen roten Anzug und reist in einem von einem Elch gezogenen Schlitten. Aber unser Weihnachtsmann kommt nicht durch Kamine in die Wohnungen, da es kaum Schornsteine bei uns gibt. Wir haben auch nicht ein Adventskalender, dass

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NEIG´SCHMECKT: WEIHNACHTEN IN BR ASILIEN habe ich nur in Deutschland gesehen. In Brasilien würde es nie funktioniert, die brasilianischen Kinder würden nie warten können, jeden Tag nur ein Fenster zu öffnen. Wir haben keine Geduld oder Disziplin dazu. Ein Kalender ist eine unwichtige Sache bei uns, da alles so spontan läuft und die Leute immer machen, was Freude bringt. Und es bringt mehr Freude, die Schokolade auf einmal zu essen. So würden das meine Landsleute jedenfalls sehen. Das Abendessen am Heiligen Abend ist ein bisschen anderes als hier in Deutschland. In den Familien kommen verschiedene Nüsse und getrocknete Früchte wie Feigen, Maronen und Datteln auf den Tisch. Das Hauptgericht besteht meist aus einem Truthahn, Rabanada (eine Art französischer Toast) und einem kleinen aber ganzen Schwein. Die moderne Form des Weihnachtsfestes in Brasilien wurde von deutschen Einwanderern geprägt, die den Weihnachtsbaum, das Schenken und den Weihnachtsmann einführten. Der kommerzialisierte KaufhausNikolaus unterstützt diesen Trend. In den Grossstädten Brasiliens stehen riesige geschmückte Weihnachtsbäume und in einigen ganz auf das Weihnachtsgeschäft speziali127 sierten Strassenzügen, wird der Hang zum eher kitschigen Plastik-Weihnachten deutlich. Aber unsere privaten Feiern sind nicht so kommerziell wie in Deutschland. Geschenke spielen nicht dieselbe große Rolle, wie hier in Deutschland. Ein Aspekt des Weihnachtsfestes ist Nächstenliebe, die Mittel und Oberschichten spenden viel zu dieser Zeit des Jahres. Man würde aber aus solch einem christlichen Land wie Brasilien vermuten, dass die Gotteshäuser voll sind zur Weihnachtszeit. Aber nur wenige Menschen gehen an Heilig Abend in die Kirche. Das gefällt mir hier in Deutschland besser. Die Menschen besinnen sich hier auch gemeinsam in der Kirche und beten für eine bessere Welt. Dafür gehen viele Katholiken in der Weihnachtsnacht in Brasilien auf die Straße, um Kleidung und Essen zu verteilen. Da es in Brasilien leider noch so viel Armut gibt, ist Weihnachten auch die gefährlichste Zeit des Jahres. Die Diebstahlquote und der Vandalismus steigen in dieser Zeit. Dennoch ist Weihnachten, wie überall auf der Welt und auch in meinem Heimatland die schönste Zeit des Jahres. Fröhliche Weihnachten, oder wie man in meinem Heimatland sagt: Um Feliz Natal!

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AROUND THE WORLD MIT PATRICK ORTWEIN & PAUL HOCK VO M LO S L A S S E N - O Ù L ´ A RT D E PA RT I R TEXT: Patrick Ortwein FOTOS: Privat Die He i l b ro n n e r Pa t r i c k Or t we i n und Paul Hock wollten nach dem Abi nicht sofo r t l o s s t u d i e re n . A l s o e n t s c h l ossen sie sich ihre beiden Hobbys, Reisen und Klett e r n , z u ve r b i n d e n u n d o h n e Flugzeug um die Welt zu reisen und dabei neue Klett e r f e l s e n u n d L e b e n s e r f a h r u ngen zu sammeln. Den Zeitpunkt der Rückkehr lassen Pa u l u n d Pa t r i c k d a b e i vö l l i g offen. An dieser Stelle schreiben sie uns regelm ä ß i g ihre Reiseberichte. Sonntag morgen. Paul steht in der Mitte des Busses. Ein 2005er Transit, mit eingebauter Küchennische, Bett, Gewürzschrank. Eine Ausstattung die ein gemütliches Wohnzimmerflair suggeriert und erahnen lässt, dass dies unser Zuhause für die kommenden Monate sein wird. Sein Blick schweift ein letztes Mal, in stoischer Ruhe den Inhalt prüfend, umher. Alles ist an seinem Platz. Den Moment der Abfahrt bereits Wochen zuvor durchdacht und somit keinerlei Überraschung ausgesetzt, können wir die letzten Minuten mit Freunden und Familie die Sonnenstrahlen durch die Farbenpracht der lichten Herbstbäume genießen und... STOPP! So hätte, wenn auch nicht in solch übermäßigem Kitsch umschrieben, mein Eindruck bei der Abfahrt festgehalten werden können. Wird er allerdings nicht! Warum?! Nun, zum einen möchte ich mit der Schilderung der visuellen Eindrücke beim Leser keinen Brechreiz hervorrufen. Diesbezüglich dürfte Charlotte Roche mit ihrem Bestseller "Feuchtgebiete" die Reizschwelle jedoch enorm angehoben haben, sodass man mir den Einführungssatz verzeihen mag. Desweiteren, und damit komme ich zum Kern der Aussage, wäre das Leben nicht eben jenes, wenn man es genauestens planen und strukturieren könnte. Man selbst fühlt sich dabei dann auch schon mal wie der Protagonist einer

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ARO UND THE WORLD: PATRICK ORTWEIN & PAUL HOCK tragischen Komödie der von einem Akt in den nächsten geschubst wird - zur Belustigung der Zuschauer versteht sich. Im Prinzip entsprach letztlich nichts unserem (naiv anmaßenden) Plan. Erste Lektion: Das Leben ist nicht planbar! FREI SEIN, AUF EINEM BEIN Kurz gesagt entfaltete sich das Schicksal vor unseren Augen in seiner ganzen polemischen Herrlichkeit. Während ich, voller Euphorie, den letzten Arbeitstag erwartete, um endlich dem vagabundierenden Treiben nachzugehen das vor mir lag, hatte das Leben andere Pläne mit uns gemacht. Nachdem wir eine Woche Klettern, Sonnenschein und pure Freiheit in Fontainebleau hatten, durfte ich mich direkt einer Fuß-OP unterziehen. Das gab Paul genug Zeit sich selbst ebenfalls eine Verletzung am Knie zuzuziehen und seinem Bus, einen Schaden am Radlager. Zweite Lektion: "la vie, c´est une pochade" - Das Leben ist eine Farce! Man kann so frei sein wie man will, physisch eingeschränkt, auf einem Bein, kommt man eben nicht weit. Die Abreise verzögerte sich. Schließlich wurde aus Oktober November, aus Sonntag Mittwoch und aus Mittwoch wurde Freitag. Nun kann man in Selbstmitleid vor sich

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AROUND THE WORLD: PATRICK ORTWEIN & PAUL HOCK » Man sollte keine Angst vor dem Reisen hab e n und den Menschen nicht mit einer skeptis c hen Grundeinstellung begegnen. Ich denke, s o kann man sich viele schöne Er fahrungen ve rbauen. Wenn dann eben mal was passier t... n a ja, shit happens!« hin vegetieren, oder aber die Zeit sinnvoll nutzen... Und so wurde aus einer Abschiedsparty fünf, aus fünf Abschiedsbier... sagen wir einfach viele! Und aus dem Kater danach, (metaphorisch gesprochen) ein Tiger. DIE REISE VOR DER REISE Wenn eine Verzögerung die Abreise verhindert verspürt man eine innere Unruhe und ein bedrückendes Gefühl von außen. Längst hat man mit allem abgeschlossen, sich verabschiedet. Man ist bereit zu gehen. Wenn man jedoch nicht loskommt, wird das ambivalente Gefühl aus Trauer und Vorfreude zur Last und die Reise zur Flucht - das ist fatal! Bewusst und im Reinen abzuschließen lässt uns Reflexionen über das bisherige Leben anstellen und ermöglicht eine besondere Wertschätzung unserer Umgebung, von Familie und Freunden oder schönen Orten derer man sich erst zum Ende bewusst erfreut. Flüchten würde bedeuten nicht gerne zum Ursprung zurückzukehren und das ist bei mir nicht der Fall. Mir gab die Verzögerung der Reise die Möglichkeit Freunde, quer über Deutschland verteilt, zu besuchen, vor dem asketischen Leben in den Bergen nochmals zu feiern und vor allem mein eigenes Land neu zu entdecken. Eine gute Idee war sicherlich in Berlin zu starten, denn mit der Stadt, die dich schluckt und in einer anderen Ecke wieder ausspuckt, macht man besser keine exakten Abreisepläne! Diese Vorstellung von Berlin entspringt sicherlich aus einer gewissen Affinität des dort gebotenen, exzessiven Lebensstils und meinem persönlichen Hang zu einem ausgelassenen Hedonismus, aber ich denke dass

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AROUND THE WORLD: PATRICK ORTWEIN & PAUL HOCK jeder Mensch zwei Antipoden in sich trägt, die Frage ist nur wie viel Raum man ihnen gewährt. Dritte Lektion: Feiern ist gut für das Seelenwohl! Nach 6 oder 7 Tagen (wer weiß das schon so genau), geht es weiter nach Köln. Eine abenteuerliche Mitfahrgelegenheit und 6 Stunden Britney Spears Dauerbelästigung später komme ich irgendwann abends in Köln an. Das Zeitgefühl (und -Interesse) habe ich vermutlich in einem "Späti" liegen lassen, im Gegensatz zum Fahrer jedoch zumindest noch meinen Sinn für Musik bei mir. Ein nächtlicher Spaziergang weckte zuerst Sehnsucht nach dem fantastisch chaotischen Berlin beim Anblick der sterilen Straßen. Doch Köln besticht durch eine andere Form der Romantik, tausenden kleinen Schlössern die vom Mond beleuchtet über dem Rhein ein Lichterspiel zurück auf die Stadt werfen. Man könnte es beinahe einen Kulturschock nennen die echten, evidenten Berliner Alltagsprobleme, den teils existenziellen Notstand in Kontrast zu kommunalen Debatten über Ästhetik der Liebesschlösser zu setzen. Welche Ironie - man muss eben doch nicht um die Welt reisen um soziale Disparitäten zu erfahren! Köln´s wahre Vorzüge: schöne Cafés, nette Menschen und Kölsch! Auf dem Rückweg noch ein Abstecher in Frankfurt, eine Stadt die weit mehr zu bieten hat als eine Silhouette von Banken. Im Zwielicht der großen Finanzhäuser befinden sich seit Jahrzehnten besetzte Häuser, die nicht nur der angehenden "occupy-Bewegung", sondern auch als Partylocation dienen - das multikuturelle Umfeld und das dort suggerierte Gefühl einer Protestbewegung von der europäischen Jugend ausgehend, welche auch an Deutschland nicht ganz spurlos vorbeigeht, machen Frankfurt zum Pflichtprogramm! LE DÉPART Und plötzlich geht es los. Sartre sagte in bezug auf sein Stück "Das Spiel ist aus": "Der Mensch stirbt entweder zu früh oder zu spät..." Mit der Abreise verhält es sich genauso, man erwischt nie einen perfekten Zeitpunkt, irgendwann ist man plötzlich unterwegs und es beginnt ein innerer Konflikt. Man setzt sich zu Beginn mit der Tatsache auseinander, dass man nun tatsächlich für lange Zeit unterwegs sein wird und kann es kaum glauben. Dann beginnt man mit der Adaption an einen Lebensstil der sich gänzlich von dem bisherigen unterscheidet, oder zumindest sollte er es! In unserem Fall beginnt dieser Prozess in Céüse, Südfrankreich, ca 780 km entfernt von Heilbronn. Auf 2000 Meter Höhe ist das größte Anpassungsproblem jedoch eher temperaturbedingt. Dennoch haben wir uns mit gesamter Kletterausrüstung, Schlafsack, Grundnahrungsmittel auf den Weg zu dem imposanten Felsmassiv (siehe Bilder) gemacht, mit der Idee dort unser Lager aufzuschlagen und den luxuriösen Bus einige Tage leer stehen zu lassen. In minimalistischer Dekadenz (ein Paradoxon das unseren Lebensstil wohl am besten umschreibt) haben wir 3 Tage direkt am Fels, unter einem überhängenden Massiv schlafend, unter einem Wasserfall duschend, die Tage mit Klettern zugebracht. Wir haben festgestellt dass man keinen Glücksratgeber, wie es sie zu Genüge gibt, benötigt, sondern lediglich einen Kletterführer. Sachlich, faktisch, formal geschrieben weist er den Weg zu Felsen, gibt Aus-

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AROUND THE WORLD: PATRICK ORTWEIN & PAUL HOCK kunft über bestehende Routen und ermöglicht uns beiläufig hier in den Alpenausläufen traumhafte Sonnenauf- und Sonnenuntergänge zu sehen und uns auf das Wesentliche zu besinnen (denn ein Feuer am Abend hat einen anderen Unterhaltungsfaktor als ein Fernseher). Doch was hat uns zurück ins Tal getrieben, an den "Fuß des Glücks" wenn man so will. Nun lieber Leser, ich will niemanden unnötig hinhalten und sinnlos ausschweifen, zumal die Schönheit in der Trivialität der Sache selbst liegt, die irdischer nicht sein könnte uns ging schlichtweg das Klopapier aus. PS: Herzlichen Dank an Markus und seine Data Bar für den "Kasten Heimat", der uns den Abend versüßt und (zumindest zu Beginn) vor dem miserablen französischen Bier bewahrt hat! PPS: Liebe Charlotte Roche, ich hoffe Sie nehmen sich meine "subtile Kritik" an ihrem Buch nicht zu sehr zu Herzen, selbstverständlich ist es ein Meisterwerk das in den Kanon der ganz Großen aufgenommen werden sollte und selbst Goethe hätte in Sachen Liebeslyrik von Ihnen noch etwas lernen können!

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KLEINANZEIGEN Telefon / Fax (0 7131) 798 181 E-Mail: schuhmacherei@jvaheilbronn.justiz.bwl.de

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F R O M N E W Y O R K T O H E I L B R O N X He i l b ro n x . De r Na m e soll der Legende nach von Ne w Yorker G Is , d i e h i e r s t a t i o nier t waren, geprägt worden sein. Un s e re Mi t a r b e i t e r i n Ma vinga Petrasch schickt uns jeden Monat Vi d e o gr üße aus Ne w York. Di e sm a l : C h i c , C h a r m ant und Dauerhaft - CCD war eine der k re a t i v s t e n u n d e r g ro u n d Mode-Cre ws im Ostberlin der 80er Jah re. 2 5 Ja h re s p ä t e r e r f ü l l t e n sich CCD-Mitbegr ünder Sabine von Oett i n g e n u n d Jü r g e n Ho h m uth einen Traum und zeigten dem Publik u m i m Bi g Ap p l e i h re Fashion-Kunst mit der Ausstellung » N EW YO RK IS WHERE WE ARE«

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AUS DEM VIA ARCHIV pinnboard VIA GRAFIK Das Kollektiv Via Grafik gründete sich 1998 um freie künstlerische Projekte zu realisieren. Nach der Gründung des Via Grafik Gestaltungsbüros 2002 wodurch der Beschluss gefasst wurde, sich professionell zu organisieren, erlangte die Arbeit des Kollektivs in den darauffolgenden Jahren sowohl in der »Urban Art« als auch in der Designszene europaweit große Beachtung. 2005 erschien bei Pyramide Edition, Frankreich, eine erste Monografie über Via Grafik, die unterstreicht, dass die Arbeit des Kollektivs zum Beginn der 2000erJahre als Pionierleistung betrachtet wird. Galt das künstlerische Interesse von Via Grafik in den ersten Jahren vornehmlich der Zusammenführung von Gestaltungsgattungen und der Pflege des irritierenden chaotischen Moments, der dem Geist von Graffiti und Streetart innewohnt, so hat sich ihre Auseinandersetzung mit Fragestellungen, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen freier Kunst und kalkulierter Verwendung künstlerischer Mittel zu einem bestimmten Zweck generieren, stark vertieft und in den letzten Jahren dahingehend weiterentwickelt, Orts- und Kontextspezifische Konzepte zu entwickeln, deren Form sich aus der jeweiligen Idee ableitet. Als wichtige Arbeit in der jüngeren Entwicklung des Kollektivs kann die Umsetzung von Wandgrafiken im Neubau des UNESCO Weltnaturerbe Grube Messel (2010) in Darmstadt betrachtet werden. Graffest Danzig, Festival 2009 Man hatte uns fürs Frühjahr 2009 eingeladen, am Graffest Festival in Danzig teilzunehmen, das direkt auf dem legendären Werftgelände stattfand. Nachdem wir unsere Hauptarbeit in einem Raum des Galeriebunkers abgeschlossen und auch die wilden Feiern zur Eröffnung der Ausstellung mit jeder Menge abstrakter Beats heil überstanden hatten, durften wir noch bei zarter Frühfrühlingssonne diese tolle Wand Leo VoLLand anmalen. Einfach nur Formen und Buchstaben - normal und wie früher. In unserem Rücken malten Blu, Zedz und Esher. Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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gunther merZ EIN HAUSBESUCH VON JOHANNES LINDENLAUB Unweit vo m Vo l k s p a rk Fr i e d r i c h s h ain lebt und arbeitet Filmemacher Gunther Mer z i n e i n e r s c h ö n s a n i e r t e n A l t bauwohnung, mit hohen Decken, Holzdielen - und s e i n e r Fre u n d i n A s t r i d . L e t z tere sagt nach Beendigung unseres Inter vie ws promp t e t w a s s e h r b e m e rk e n s we r t es über das Verhältnis von Schwaben und Berlinern. Be i d e w ü rd e n e i n a n d e r n i c h t mögen, meint sie, weil sie sich in ein em Punkt so ähn l i c h s e i e n : " Si e s i n d e x t re m kleinlich - nirgendwo sonst habe ich es mit ähnlich v i e l e n s e l b s t e r n a n n t e n Ha usmeistern zu tun." Und das, fähr t sie for t, sei auch d e r Gr u n d d a f ü r, w a r u m s o v iele Schwaben nach Berlin zögen: "Weil sie ihre Spießi g k e i t h i e r w i e d e r f i n d e n , d i e se aber gleichzeitig hinter einer coolen Berliner Fassad e ve r s t e c k e n k ö n n e n . "

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BERLIN CALLING: GUNTHER MER Z steckbrief A l t e r : 33 Beruf(ung): Filmemacher K i n d e r : n o c h ke i n e H a u s t i e re : 0 M i t b ewo h n e r I n n e n : 1 In Berlin seit: 2009 H e i l b ro n n b e s u c h e p. A . : g e n u g B e r l i n e r L i e b l i n g s o r t : Ti l s i t e r L i c h t s p i e l e - h u n d e r t J a h re a l t e s Pro g ra m m k i n o m i t K n e i p e . HAN I X -- W a r u m b i s t d u n a c h B e r l i n gekommen? GM -- Den Entschluss habe ich gemeinsam mit meiner Freundin gefasst. Wir studierten in Ludwigsburg an der Filmhochschule und Berlin war dann einfach sehr naheliegend - mich hat die Stadt gereizt, und Astrid hat als Jugendliche bereits hier gewohnt. Dann saßen wir noch eine gewisse Zeit auf gepackten Koffern, weil ein paar spannende Dokumentarfilmprojekte dazwischen gekommen sind, die den Umzug immer wieder verzögert haben. Müsste ich es mit einem Wort beschreiben, würde ich sagen: Die Atmosphäre. Berlins Gebäude atmen geradezu Geschichte. Es wurde zwar ähnlich zerbombt wie Heilbronn, aber offenbar ist hier noch genug übrig geblieben. Oder es wurde einfach besser wieder aufgebaut. Ein reiner Freizeitkick, aber einmal im Jahr gibt's das große Fußballturnier der Filmhochschulen - da sind wir dieses Jahr sogar "Weltmeister" geworden! HANIX -- Was nervt dich an Berlin so richtig? Weil ich wegen meiner Filmprojekte so viel unterwegs bin, habe ich zu viel Distanz zu dieser Stadt, als dass mich hier wirklich etwas nerven könnte. Aber ich kann dir sagen, was meine Freundin hier nervt: Die zu jeder Tageszeit von biertinkenden, partygeilen Menschen völlig überfüllten Straßenbahnen. GM -- HANIX -- Was sagst du zum berühmten Berliner Schwabenhass? GM -- HAN I X -- Was ist das Tolle an Berlin? GM -- HAN I X -- Was könnte Berlin von Heilbronn lernen? und Verlässlichkeit - daran mangelt es mir in Berlin etwas. Ob man das nun mag oder nicht, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. HAN I X -- Und was könnte Heilbronn von Berlin lernen? GM -- GM -- Verbindlichkeit Den kann ich in gewisser Weise verstehen. Tatsache ist natürlich, dass viele Schwaben herziehen und so auch mit dafür verantwortlich sind, dass die Mieten steigen. Gleichzeitig ist der Schwabenhass natürlich völlig schizophren, weil diejenigen, die am lautesten brüllen, im selben Atemzug von einer Welt ohne Rassismus faseln. HANIX -- Kannst du dir vorstellen, zurückzukehren? GM -- Dynamik. Neben Toleranz und Offenheit. HANIX -- Wo trifft man dich hier in deiner Freizeit? GM -- Ich kann mir vieles vorstellen. Ich bin ja nun auch nicht unbedingt mit jemandem vergleichbar, der es aus der Dritten Welt nach Europa geschafft hat. Aber es ist schon charakteristisch, dass ich mit der Heilbronner Natur hier etwas vermisse, das eben nicht vom Menschen beeinflusst ist. Hmmm... ich habe hier zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, irgendwo angekommen zu sein. Im Kreuzberger Wrangelkiez auf 'm Platz. Das schöne ist: Auf der Filmakademie in Ludwigsburg hatten wir eine Fußballmannschaft, die jetzt nach und nach fast komplett nach Berlin übergesiedelt ist. HANIX -- Hat Berlin dich verändert? GM --

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L E SERBRIEFE Hallo HANIXE, das Interview mit Beatsteaks habe ich mit Genuß gelesen. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Jungs im Gespräch mit euch sehr wohl gefühlt haben. Das Konzert war dann auch sehr amtlich. Nur das mit der Bierversorgung.... Heike Hartmann, tübingen Leute, ihr habt mit WoFi und Robert Mucha ja durchaus Fußballkompetenz im Team. Wie wäre es mit einem Titelthema Fußball in einer eurer kommenden Ausgaben. Die fußballerische Situation hier in unserer Region ist nämlich - gelinde gesagt - bescheiden. torben scHneider, HeiLbronn Liebe Redaktion! Ich mag euer Magazin sehr. Wäre es nicht mal Zeit für euch im Heilbronner Tierheim vorbei zu schauen um über die Situation der bemitleidenswerten Kreaturen zu berichten. Eure hervorragenden Fotografen könnten sicherlich beeindruckende Aufnahmen machen. b e r t r a m W e b e r t, bad Wimpfen Hey ihr Magazin-Macher! Grundsätzlich ein großes Lob für alle Beteiligten. Was ihr da auf die Beine stellt, verdient Hochachtung. Solch ein Magazin aus einer Stadt wie Heilbronn überrascht schon. Nun zur Kritik: Was zum Henker soll diese unsinnige SMSRubrik. Beim nächsten Kehraus bitte ab in den Müll damit. Lisa müLLer, HeiLbronn Hallo HANIX-Team! Ich bin auf euch über einen Radiobeitrag aufmerksam geworden. Neugierig habe ich HANIX aufgerufen und war wirklich baff. Kreative Jungunternehmer aus der Region, die ich noch nicht kannte, sind ebenso Thema, wie Landespolitik, Trendsport oder Kultur und alles aus der Region. Behaltet diesen Mix bei. Er macht dieses Magazin so lesenswert. Und bis dahin: weitermachen! s e b a st i a n s i e g m u n d, berLin Ihr Lieben, endlich funktioniert Eure Archivfunktion. Da habe ich über die Feiertage genug Lesestoff, um nicht das fiese Weihnachts-TVProgramm ertragen zu müssen. Weiterhin viel Erfolg. saskia meuscHke, br ackenHeim Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe leider keinen Highspeed-Rechner mit großem Arbeitsspeicher. Da das Magazin so umfangreich ist, ruckelt es manchmal bei der Navigation merklich. Könnt ihr das Magazin nicht kleiner rechnen? kL aus menterLe, neckarsuLm

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IMP R E S S U M Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Salzstraße 27 74076 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Carrijo, Wolfgang Fischer, Johannes Lindenlaub (Berlin), Katharina Voos, Patrick Ortwein, Paul Hock, Florian Geiger, Mariana Nicole Göllner, Anna Weber, Regine Weimar, Eva-Marie Lindenmaier, Leo Volland Videoredaktion Philipp Kionka (Leitung), Robert Beutelsbacher, Rafaela Carrijo, Sarah Fischer, Matthias Bitsch, Mavinga Petrasch (New York), Lisa Herdon, Stefan Dittrich, Lisa Maria Klotz, Köni, Nicolai Köppel, Achim Kern, Fabian Rehder Bildredaktion Mehmet Filiz, Ulla Kühnle, Hannes Buchwald Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Sevtap Celik, Kathrin Leisterer, Via Grafik Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) PR & Netzwerk Philipp Kionka (KK Media / www.kk-media.de), Florian Hettenbach Technischer Ansprechpartner: info@kk-media.de Marketing & Sales Robert Mucha E-Mail: anzeigen@hanix-magazin.de Verlagskoordination & Administration Marcel Kantimm E-Mail: anzeigen@hanix-magazin.de Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 1/Juli. 2011 Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen. E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de 74ELF GbR UST.-ID: DE271248199 Geschäftsführende Gesellschafter: Marcel Kantimm, Robert Mucha für unterWegs HANIX gibts auch für iPhone oder iPad über die kostenlose »keosk«-App im Appstore.

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DER HISTORISCHE SCHUSS Text von Wolfgang Fischer/ Wikipedia Foto: Privat Der historische Schuss: Der Hefenweiler am Neckar Während der jüngeren Generation von Heilbronn der Name "Hefenweiler" kaum ein Begriff ist, kennen die Seniorinnen und Senioren das Areal noch sehr gut als aktives Industriegebiet. Im alten Neckar gelegen, an der Südspitze von der Friedrich-Ebert-Brücke überspannt, thront jetzt auf dem "Hefenweiler" mit dem Insel-Hotel eines der repräsentativsten, elegantesten Bauwerke der Stadt. Das Foto mit der aktuellen Ansicht des Insel-Hotels auf dem "Hefenweilser" wurde vom ersten Stock des Neckarturms aufgenommen. Ein erstes Foto vom "Hefenweiler" gibt es im Stadtarchiv aus dem Jahr 1554. Erwähnt wird das Gewerbegebiet aber bereits 1482, als Brennereien wegen Feuergefahr aus der Stadt ausgesiedelt wurden. Wichtig auf dem "Hefenweiler" war noch ein Kran für die Entladung der Fuhrwerke und später der Neckarschiffe. Der Aus- und Umbau zum Industriegebiet vollzog sich im Laufe der Jahrhunderte. So folgten im Mittelalter Mühlen, wofür der Neckar in mehrere Nebenarme geteilt wurde. Im 20. Jahrhundert zeigte sich das Areal als lebendiges Industriegebiet bis der verheerende Bombenangriff auf Heilbronn am 4. Dezember 1944 die meisten Bauwerke zerstörte. Lediglich der in den 30er Jahren gebaute "Hagenbucher"Silo und das Neckar-Kraftwerk blieben als letzte Relikte übrig. Es gab keinen Wiederaufbau und so vollzog sich eine neuerliche gravierende Veränderung des "Hefenweilers". Ab 1952 wuchs Schritt für Schritt das Insel-Hotel, Anfang des neuen Jahrtausend wurde am Neckarsee der HagenbucherBiergarten eingerichtet, dann das Lichterfest initiiert und schließlich mit dem Bau von zwei Fussgängerbrücken ein kleines, aber feines Naherholungsgebiet am Rand der City erschlossen. Das Tüpfelchen auf dem i war der Um- und Ausbau des alten "Hagenbucher"-Silo zur "experimenta", einer bereits im zweiten Jahr des Bestehens europaweit beachteten wissenschaftlichen Erlebniswelt für Kinder und Jugendliche. Informationen: »Wikipedia« / »Die Heilbronner Straßennamen«, G. Schwinghammer / R. Makowski Bilder: Privat / WoFi

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V E R A N S TA LT U N G E N I M D E Z E M B E R & J A N UA R Öffnungszeiten Dienstag-Sonntag, Feiertag 11-17 Uhr, Gruppen / Schulklassen nach Vereinb. ab 10 Uhr, Abendöffnungen / Arrangements nach Vereinbarung; 24.12., 25.12. und 31.12.2011 geschlossen, 26.12.2011, 1.1., und 6.1.2012 geöffnet Eintritt (inkl. Museum im Deutschhof) 6 Euro ermäßigter Eintritt (SWR2 Kulturkarte) 4 Euro Schulklassen: freier Eintritt (Dank der Ernst Franz Vogelmann-Stiftung) Familienkarte: 12 Euro Dauerkarte: 20 Euro Führungsgebühr 2 Euro pro Person Schulklassen: 1,50 Euro pro Person Workshop inkl. Führung: 3 Euro pro Person Gruppen: 50 / 70 Euro Führungsbuchungen: Tel. 07131/564542 oder per E-Mail: museum.paedagogik@stadt-heilbronn.de ray lemon Bar / Café Telefon 07131/2647804 Dienstag-Sonntag, Feiertag 11-17 Uhr, sowie Do-Sa ab 19 Uhr Parken / Anreise Tiefgarage / Haltestelle Harmonie Abbildungsnachweis Titel: Damenbildnis (Tochter des Künstlers?), um 1812 Innen links: Selbstbildnis in schwarzem Rock, 1777/78, © Albertina, Wien Innen rechts (von oben nach unten): Josepha Hortensia Füger, um 1795, © Belvedere, Wien; Der Messias, 9. Illustration, 1797; Venturia fordert Coriolan auf, die Stadt zu verschonen, 1805 Klappseite: Heinrich Adam Füger, Sohn des Künstlers, um 1796, © Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien Übrige Abbildungen: © Städtische Museen Heilbronn Kurator Dr. Marc Gundel mit Gastkurator Dr. Wolf Eiermann, Stuttgart Wissenschaftliche Assistenz Christina Eiber M.A. Begleitprogramm Das Begleitprogramm ist einem gesonderten Prospekt zu entnehmen Städtische Museen Heilbronn >> Kunsthalle Vogelmann Direktor: Dr. Marc Gundel Allee 28, 74072 Heilbronn Tel. 07131/564420, Fax 07131/563194 www.museen-heilbronn.de >> KUNSTHALLE VOGELMANN Städtische Museen Heilbronn fs tr ofstr aße rs tr Allee MUSEUM IM DEUTSCHHOF AN DER HARMONIE Gestaltung: gruppe sepia, Heilbronn Marktplatz KUNSTHALLE VOGELMANN Deut schh HEINRICH FRIEDRICH FÜGER >> 03.12.2011 -11.03.2012 > IN HEILBRONN AN DER HARMONIE Heinrich Friedrich Füger und (1751 1818): Zwischen Genie Akademie 03.12.2011- 10.03.2012 Kunsthalle Vogelmann Das 01.12.2012 Ballhaus Theater HN Beginn: 19:30 Ein Spiel ohne Worte - das klingt nach schwarz-weißer Pantomime oder einem jener Kunst-Events, die sehr viel wollen und noch mehr bedeuten. Im Fall von »Das Ballhaus« handelt es sich tatsächlich um ein wortloses, wenn auch sehr sprachmächtiges Vergnügen. Denn obwohl kein Wort gesprochen wird, erleben die Zuschauer eine Geschichte, die neben den Augen auf beide Ohren zielt und die das angeborene Rhythmusgefühl herausfordert "Die Verlieberin" von Franziska Feinäugle In seiner Heimatstadt Heilbronn kann der Maler, Zeichner und Akademiedirektor Heinrich Friedrich Füger neu entdeckt werden. Die erste umfassende und grundlegende Retrospektive spannt mit rund 80 Werken den Bogen von virtuosen, vom Rokoko inspirierten Porträtminiaturen über großformatige klassizistische Historienbilder bis zu den frührealistischen Selbst- und Familienbildnissen Fügers. Dadurch wird eine schillernde Persönlichkeit greifbar, die von der Zeit der Aufklärung maßgeblich geprägt wurde. Das bunte Begleitprogramm zur Ausstellung unterstreicht die einzelnen Facetten in Fügers vielgestaltigem Werk und seiner Epoche. Passend zur Adventszeit lädt die KUNSTHALLE VOGELMANN in der Mittagspause zum Adventskalender ein... Adventskalender Di bis Fr jeweils von 12.15-12.45 Uhr 02.12.2011 Beginn: 20:15 Kaffeehaus Hagen Eintritt: 15 EUR Viel zu selten gibt es sie, diese kleinen lyrischen Momente, zum Innehalten und Verweilen. Ein kleiner Lichtstrahl, der die scheinbar unbedeutenden Dinge, die winzigen Gesten und flüchtigen Stimmungen beleuchtet. Ein Zeitraffer, der die vorbeiziehenden Bilder vor dem inneren Auge verlangsamt und mit verträumten Reflexionen und liebevollen Erinnerungen vermischt und sie für viel zu kurze Zeit ins Bewusstsein der Leser rückt. 52 kurze Texte, die den Lauf der Jahreszeiten nachbilden und den Leser durch das Jahr begleiten sollen - in der Hoffnung, ihm ein wenig Leben, Poesie und Farbe in den grauen Alltag zu bringen. Heilbronner Persönlichkeiten stellen Heinrich Friedrich Füger und seine Zeit vor. U. a.: Mi | 07.12. Umbruch und gesellschaftlicher Wandel um 1800 in Heilbronn - Prof. Dr. Christhard Schrenk, Direktor des Stadtarchivs Heilbronn Di, 13.12. Farbrausch - Andrea Golowin, Dipl. Kommunikations-Designerin Do | 22.12. Katholiken und Protestanten in Heilbronn - Karl Friedrich Bretz, Geschäftsführer Diakonie Heilbronn

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VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER 2011 & JANUAR 2012 Fr | 23.12. Literarischer Ausklang mit Friedrich Gottlieb Klopstock: "Der Messias",1748 - Kerstin Müller, Schauspielerin und Rezitatorin SLEEPWALKER 02.12.2011 Mobilat RIDERS STORM Wirbelwind, mal verspielt-melancholische Einlagen, dann wieder wunderschöne, hinreißende Melodien und eine unglaubliche Ausstrahlung, mit der er jedes Publikum im Sturm erobert. "Playground" heißt seine neueste CD, eingespielt in dem von ihm bevorzugten Trioformat mit Omar Rodriguez am Bass und Schlagzeuger Owen Hart jr. Einlass 22 Uhr Eintritt 3 Euro Alle Freunde der Trommeln und des Basses können mit auf eine Reise wenn es wieder heißt - get deep, dark & liquid and let`s all together ride the fucking snake. Next Stop Frankfurt- Live Edition Mirja Boes: Erwachsen werde ich nächste 03.12.2011 Neckarlust HN Fahrzeit und Fahrkosten gesparrt, denn die Frankfurt DJs kommen direkt zu dir in die Neckarlust. WAS WIRD GESPIELT? "Es ist kein David Guetta und auch kein Gebretter" ! Elektronische Musik mit Gefühl, zum tanzen und genießen! Zeit für Neues in Heilbronn!Zeit für neue Musik! Zeit für NEXT STOP FRANKFURT! Woche!! 04.12.2011 Beginn: 19:00 Schlosskeller Marbach Mirja Boes hat sich viel vorgenommen: Nach ihrem umjubelten ersten Bühnenprogramm "Morgen mach' ich Schluß! ...Wahrscheinlich!?" packt sie ihre alten KinderTagebücher weg und wird erwachsen. Aber Vorsicht: "Erwachsen" heißt bei Mirja alles andere als "langweilig"! Denn schließlich bietet auch das Leben als Mittdreißigerin hervorragendes Rohmaterial für feinste Bühnenunterhaltung. Nussknacker Traumhaftes die ganze Weihnachtsballet Familie 06.12.2011 Beginn: 19:30 Kurhaus Bad Rappenau Ramon 03.12.2011 Valle Trio Eintritt: 15 EUR Beginn: 21:00 Cave 61 Ramon Valle ist mit Sicherheit einer der international interessantesten Pianisten, die derzeit im Bereich Modern Jazz zu finden sind. Mal temperamentvoller Traumhaftes Weihnachtsballett für die ganze Familie. Die Geschichte führt den Zuschauer in das Zauberreich, wo das Gute und das Schöne herrschen und wohin man auch als Erwachsener immer wieder zurückkehren möchte. Mit Anmut, Schönheit und Eleganz, mit unglaublicher Leichtigkeit und höchster technischer Präzision wird das Publikum in eine Welt der Schwerelosigkeit und Poesie entführt.

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VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER 2011 & JANUAR 2012 Boppin' B 10.12.2011 Beginn: 20:30 Landespavillion Stuttgart Was 1985 als einmaliges Projekt für ein Schulfest begonnen hatte, vermeldet nun den Vollzug von "20 Years Of Rockin'". Gegen Ende des Jahres veröffentlichten die fünf Aschaffenburger das Album "Bop Around The Pop", auf dem sie sich mit viel Stil vor ihrem Förderer verneigen. Denn Boppin' B nehmen sich Sashas altes Repertoire zur Brust und möbeln es kräftig im Rock'n'Roll-Modus auf STERLING M.O.T.O & Cash For Mr. Clunkers Bubble B) (Punkrock ,Ex Classic goes Clubbing Heilbronn 15.12.2011 Beginn: 20:30 Creme 21 HN Donnerstag 8 Dez Beginn: 21 UHR Red River Heilbronn Masters of the Obvious (more commonly known as M.O.T.O. or MOTO), is a New Orleans-based garage punk band. Formed in 1981 by Paul Caporino(www.myspace.com/moto) Local Heros »Cash For Clunkers« kochen sehr gut Käsespätzle und stehen für feinsten Punkrock (http:// soundcloud.com/cash-for-clunkers/sets/cash-for-clunkers/) Eintritt 7 EUR erm 5,- (Schüler & Studenten) Red River Heilbronn Neckarsulmer Str 40 presented by adesignforlife Inspiriert von 5 Jahrhunderten Musikgeschichte "VON MOZART BIS MADONNA" interpretieren die Energiebündel aus Südafrika, den Einsatz klassischer Musikinstrumente völlig neu. Erleben Sie ein unvergleichbares Quartett, dessen Mitglieder durch außergewöhnliches Talent, mitreißende Bühnenpräsenz und faszinierendem Charme, die Herzen von Publikum, Medien und Kritikern der ganzen Welt bereits im Sturm eroberten. Brüber Schwestern Nacht 09.12.2011 Bukowski HN Sandra Gold aus München steht in ihrer Heimat für tanzbare Partymusik in höchster Vollendung. Ihr treibender Sound von Tech-House bis Techno begeistert die Anhänger elektronischen Musik im gesamten süddeutschen Raum. Marcel Fuchs dürfte dem ein oder anderen schon als Muxx oder Marcel Steil bekannt sein, hat sich soundmäßig aber verändert und trägt dieser Neuausrichtung in langsamere BPM-Bereiche mit der Namensänderung Rechnung Relentless Bigair Stuttgart 16. und 17. Dezember 2011 im Stuttgarter Neckarpark Nun geht »Relentless BIGAIR Stuttgart presented by Quiksilver« in die zweite Runde: Am 16. und 17. Dezember 2011 werden im Stuttgarter Neckarpark wieder die besten Rider der internationalen Snowboard-Szene an den Start gehen und um insgesamt 50.000 US-Dollar Preisgeld und 850 TTR-Weltranglistenpunkte kämpfen.

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VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER 2011 & JANUAR 2012 Mit seinen Wettbewerbsbedingungen hebt sich BIGAIR Stuttgart übrigens auch diesmal wieder deutlich von anderen Snowboard-Contests ab - die Kombination aus der spektakulären, 36 Meter hohen Bigair-Rampe und dem Staircase, einer Kombination aus Treppenstufen und Metallgeländer, ist bei einem In-City-Event weltweit einzigartig. Silvester 2011/12 Insel 31.12.2011 Insel Hotel Mit dem Sextett »Sid Kucera" & Band« anlässlich der Gala Dinner Party im Dachgarten des Insel Hotels. Jana's Tanzband spielt dazu tanzbare Musik jeglichen Genre's im Festsaal Bellevue. »Sid Kucera« begleitet das Insel Hotel bereits über Jahre. Allerbeste Swing & Jazz- Unterhaltung im Stil von Rat Pack, Frank Sinatra, Dean Martin oder Sammy Davis jr. erwartet die Gäste. Die 22.12.2011 Fantastischen Vier Beginn: 20:00 Hans-Martin-Schleyer-Halle & Hello 2012 HNX Electronic 31.12.2011 Bukowski HN Silvester Porsche Arena Stuttgart Die 'Für Dich Immer Noch Fanta Sie Tour', die in Zürich am 9. November begann und am 28. November in Würzburg ihren vorläufigen Abschluss fand, wird im nächsten Jahr fortgesetzt. Im Dezember 2011 werden die 'Gladiatoren der Rap-Arena' (freiepresse.de) weitere acht Konzerte in Deutschland und Österreich spielen. Mit der gleichen Bühne, den gleichen Light- und LED-Effekten und der gleichen Energie. Denn - 'Besser geht's nicht.' Was haben wir Schwein: Silvester 2011 fällt auf einen Samstag und Neujahr bringt somit keinen extra freien Tag. Doch hält uns das von der Party des Jahres ab? Sicher nicht...! Im Gegenteil, wir ballern nicht nur um Mitternacht, sondern Euch ein Line-Up um die Ohren, das sich gewaschen hat - und dem Anlass seeeehr gerecht wird. Christmas Carol Theater HN 23.12.2011 Beginn:19:30 Die Aufführungen von "A Christmas Carol - Ein Weihnachtslied" nach Charles Dickens im Palais im Großen Garten haben mittlerweile weit über Dresden hinaus Kultstatus erlangt. Eine Geschichte über Materialismus und Momente des Weihnachtszaubers. "Der 23.12.2011 Messias Kommt! Kaffeehaus Hagen Beginn: 19:00 Kartenvorverkauf: 15 EUR Das etwas andere Krippenspiel. Eine liebevolle musikalische Weihnachtssatiere. Blues Brothers: vom Originalproduktion West End Londoner 08.01.2012 Beginn: 19:00 Harmonie HN Elektronisches 24.12.2011 Freudenfest Bukowski HN Kulinarische Schlemmerei, - um nicht zu sagen Völlerei -, ist an Weihnachten bekanntlich Pflicht. Deshalb esst an Heilig Abend erstmal Eure Gans, und dann auf ins Buko. Dort treibt Euch 212 Fahrenheit, inzwischen Wahlberliner und dort fleißig am Produzieren, wie sein Name schon sagt, an den Siedepunkt. Die Blues Brothers sind Kult. Zwei Männer in schwarzen Anzügen, schwarzen Hüten und Sonnenbrillen haben mit ihrer Band und der Neuerfindung der Soul- und Rhythm&Blues-Musik einen Neuanfang gewagt. Dieses komische und verrückte Musik-Duo hat eine Legende geschaffen. Die Show "The Blues Brothers" mit allen Hits wie "Everybyody Needs Somebody", "Jailhouse Rock" und "Sweet Home Chicago" lief auch mit großem Erfolg lange Zeit am Londoner West End.

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VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER 2011 & JANUAR 2012 Macho 13.01.2012 Martin Schneider: Lach oder 24.01.2012 Beginn: 20:00 Stirb Theaterschiff Heilbronn Altes Theater HN Tickets: 17,00 EUR Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden - und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er -Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen... Maddin kommt aus Burgholzhausen, einem Ort "zwische Köbbern unn Obäär-Ärlebach", wie er berichtet. Ja, Maddin ist Hesse und ja, er legt Wert darauf, dass man das merkt. In seiner aktuellen Show berichtet er von einem Horrorszenario der besonderen Art. Als Maddin die Toilette eines abgelegenen Ferienhäuschens aufsucht, fällt die Klinke ab - er ist im stillen Örtchen gefangen, ein Ort der Besinnung, wie er bald herausfindet. Lach oder Stirb! - eine dritte Möglichkeit bietet sich nicht. Und da Maddin noch nicht bereit ist, den Löffel abzugeben, wird er nachdenklich und lässt sein Leben Revue passieren. Premiere: Der goldene Drache Schauspiel von Roland Schimmelpfenning 14.01.2012 Beginn: 19:30 Theater HN Willkommen im Restaurant »Der goldene Drache«, dem zentralen Spielort von Schimmelpfennigs hochtouriger, rabenschwarzer Komödie. In ihrem Zentrum steht ein chinesisches Geschwisterpaar. Beide sind als illegale Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa gekommen: zuerst die jüngere Schwester - als die ver-schwand, folgte ihr der besorgte Bruder. Er heuert im Schnellrestaurant »Goldener Drache« an und nimmt die Suche nach ihr auf. Doch der Traum vom Glück in der globalisierten Welt verkehrt sich in einen Albtraum, die erhofften Segnungen des Goldenen Westens entpuppen sich als veritables Horrorkabinett... Evgeny Ring Quartett 28.01.2012 Schwanensee - Russisches 21.01.2012 Beginn: 19:00 Staatsballett Cave 61 Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle Stuttgart Es zählt weltweit zu den Top 3 der Tournee-BallettEnsembles und wird geleitet vom ehemaligen Direktor des weltberühmten Bolschoi-Theaters: Das Russische Staatsballett. Das Top-Ensemble zeigt "Schwanensee". Dieser Klassiker ist seit dem hoch gelobten Kinoerfolg "Black Swan" erneut im Fokus. Jetzt live auf der Bühne in einer sensationellen Aufführung - Spitzentanz in Perfektion Das "Evgeny Ring Quartet" ist eine der interessantesten Entdeckungen der letzten Jahre in der deutschen Jazzszene.Evgeny Ring, gerade einmal 23 Jahre alt, zählt zu den bedeutendsten Nachwuchstalenten in Russland. Die Band spielt überwiegend Eigenkompositionen, die zwischen moderner Improvisation und Jazztradition angesiedelt und von Spielfreude, Interaktion und Humor geprägt sind. Das "Evgeny Ring Quartet" ermöglicht nicht nur eine musikalische Symbiose der vier Musiker, sondern auch den Austausch und das Verbinden von russischer und deutscher Kultur.

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VER ANSTALTUNGEN: DEZEMBER 2011 / JANUAR 2012

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D i e n ä c h st e Au sgA b e h A n i x e r sc h e i n t Am 27. JAn uAr 2 0 1 2