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Nr. 66 April/Mai 2020 Titelthema: Hanix Meilensteine 2010 – 2020

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volksbank-heilbronn.de Die Zukunft kann keiner vorhersehen, aber jeder kann sie wagen.

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 66 dieses 66. Hanix ist ein Besonderes. Denn es ist das letzte Heft, das von beiden Gründern zusammen herausgebracht wurde. Hanix-Namensgeber und Chefredakteur Robert wird danach etwas anderes machen. Hanix-Co-Gründer Marcel wird in Zukunft das Kommando auf der Brücke haben, neuer Chefredakteur wird Dr. Bernhard Stumpfhaus. Deshalb blicken wir in dieser Ausgabe auf die vergangenen zehn Jahre unserer eigenen Ge-schichte und Entwicklung zurück, um uns bewusst zu machen, was wir zusammen geschafft haben. Was für eine verrückte, anstrengende, schöne, nervenaufreibende, erfüllende Abenteuerreise durch Heilbronn und die Region bis hier hin! Die Reise wird weitergehen! Als letzten Interviewpartner wünschte sich Chefredakteur Mucha Heilbronns Häuptling, Oberbürgermeister HARRY MERGEL, als Gesprächspartner. Dem Charme seiner Anfrage konnte sich der OB nicht entziehen. Im dritten Hanix-Interview – damit ist der SPD-ler Hanix- Rekordhalter, mit niemandem haben wir öfter gesprochen – wurde Mergel unter anderem eine Wette angeboten. Es geht in diesem Heft auch um »Transformation«, eine Lieblingsvokabel von OB Harry Mergel. Sie steht für die Herausforderung, vor der die Stadt, ihre Wirtschaft, Unternehmen, ihre Menschen stehen, also für ihre Zukunft. Sichtbar wird das an den Ortseingängen, wo die Ortsschilder seit kurzem den Zusatz »Universitätsstadt« tragen. Wir waren außerdem im Kaffeehaus Hagen und haben nachgeschaut, wie es dort mit dem Generationenwechsel klappt. In Obersulm hat Gründer MATHIAS SCHICK den Musegear, einen Sachenfinder, der per App gesteuert wird, entwickelt. Wir haben uns die Idee dazu erklären lassen. Außerdem verrät Hanix-Co-Gründer EDITORIAL Mucha, was sein Lieblingsding ist, Hanix- Fotografin Meli Dikta leert ihre Tasche aus und Hanix-Autorin Leonore Welzin hat ein überragendes Interview mit dem Heilbronner Musikwissenschaftler LOTHAR HEINLE geführt. Auch uns hat das Coronavirus während dieser Heftproduktion in Bann gehalten. Wir haben uns entschieden, die Veranstaltungstipps und den Veranstaltungskalender im Heft zu lassen – auch wenn wahrscheinlich nicht eine einzige Party, Aufführung, kein Konzert, kein Festival, keine Ausstellung stattfinden wird. Wie viel Kultur, Tanz, Zerstreuung und Inspiration und vieles mehr uns durch dieses Arschloch-Virus genommen wird, ist beispiellos. Doch es ist ganz simpel: Zuhause bleiben rettet Leben! Ihr könnt trotzdem so viel tun. Arbeitet, lest Bücher, spielt Videospiele, schaut Filme, spielt mit euren Kindern, malt Bilder, denkt nach, schreibt, kocht, schlaft, macht Musik, tanzt in eurem Wohnzimmer, hört Musik, telefoniert mit alten Freunden, tut nichts, außer … BLEIBT ZUHAUSE! Auf die Gesundheit: Eure Virologen aus der Südstadt. Noch nie war Leben retten so einfach! Illustration: Mathieu Persan 3

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IMPRESSUM VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Dr. Bernhard Stumpfhaus, Lilja von Mannstein AUTOREN UND MITARBEITER Gunter Haug, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Maria Maroge, Maike Endresz, Sarah Baudenbacher, Georg Oyen ARTDIREKTION & GRAFIK Raimar Schurmann FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATOREN Meli Dikta, Ulla Kühnle, Nico Kurth, Lisa Maria Klotz, Mathieu Persan, Raimar Schurmann, Natalis Lorenz, Kathrin Leisterer-Miskovic, Claudia Wagner LEKTORAT Marcel Kantimm & Udo Völker VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.), Lilja von Mannstein VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Mobil 0151 62653996 Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Mobil 0160 97580387 Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2020 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: Käthchen-Selfie vs. Käthchen-Trauerkranz 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für April und Mai 14 Streifzug durch die Region Diesmal: Interview mit Start-up Gründer Mathias Schick, blacksheep Festival & Debütroman »Hawaii« von Cihan Acar 16 Notizen aus der Provinz DIE GUNTER HAUG KOLUMNE Die Paragrafenreiter! 18 Taschenkontrolle bei Meli Dikta, blickboutique- Fotografin 20 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Hanix-Gründer Robert Mucha 22 Abenteuer um die Ecke The Game in Heilbronn 24 Gesellschaft »Transformation« – die Herausforderung vor der die Stadt, ihre Wirtschaft, Unternehmen und ihre Menschen stehen. Hanix Nr. 66 4 INHALT

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Hanix Nr. 66 28 Gesellschaft II Fünf Fragen zur »Transformation« an OB Harry Mergel 30 Kultur In memorian Dr. Jürgen Stein – Zum Tod des Heilbronner Literaturwissenschaftlers 32 Kultur II Butoh, Tanztheater und Tanz!HN – ein Monat voller Bewegung. 34 Musik Musikwissenschaftler Lothar Heinle über elektronische Musik 38 Wirtschaft Antonia Hagen-Kettemann leitet in dritter Generation das Kaffeehaus Hagen 40 Kunst An den Grenzen Heilbronns I & II 42 Film Arthaus-Tipps »Königin« & »Morgen gehört uns«. Dazu weitere Filmstarts 46 Interview des Monats Oberbürgermeister Harry Mergel hat mit seiner Verwaltung ein erfolgreiches Heilbronner Jahrhundertjahr hinter sich gebracht. Im Interview spricht das Stadtoberhaupt u. a. über die weitere Entwicklung der Neckarstadt, Gentrifizierung, den Wohnungsmarkt, die AfD im Gemeinderat und ein Wettangebot von uns. HANIX NR. 66 HANIX MEILENSTEINE 2010 – 2020 52 Titelthema Was für eine verrückte, anstrengende, schöne, nervenaufreibende, erfüllende Abenteuerreise durch Heilbronn und die Region bis hier hin! Die Reise wird weitergehen! 82 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Braunsoßen-Pipeline und Gehirnauswurf 84 Brief an die Heimat WKO-Musiker Georg Oyen aus Hongkong 88 Historischer Schuss Gegen die freie Presse, 1933 90 .jpg BILDERGALERIE U. a. Hanix-Party, Jägerstube, Möhren, Fleiner Feldweg u. v. m. 94 Veranstaltungskalender Gute Termine für April und Mai 102 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: Die Aktschnecke 5

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FREITAG, 14. FEBRUAR 2020, 11:15 UHR FISCHERGASSE, HEILBRONN Der Käthchen-Skulptur wurden durch einen Unfall die Fußgelenke zerrissen. Für die Reparatur werden Gussformen benötigt. Es wäre schön, wenn die Stadt, das Museum oder das Marketing einen Wettbewerb für einen Neuguss der Fußfesseln ausriefe. Wer hat die schönsten ›Käthchen-Beine‹? Vielleicht gibt das Malheur um die Skulptur die Möglichkeit, Käthchen neu zu denken. Immerhin hat der Künstler den schwebenden Schritt seiner Plastik der damals sehr aktuellen Übertragung der ersten Mondlandung entnommen, dem schwebenden Sprung der Astronauten. Vielleicht heute ein Aufbruch mit Selfie-Handy? Hanix Nr. 66 Foto: Ulla Kühnle 6 HINGUCKER

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DONNERSTAG, 13. FEBRUAR 2020, 13:00 UHR FISCHERGASSE, HEILBRONN Am 12. Februar beschrieb die »Heilbronner Stimme« das Missgeschick, dass ein rangierender Kleinlaster die Käthchen-Skulptur von Dieter Läpple umgefahren habe, mit dramatischen Worten; spricht von »Bestürzung« »Schicksalsschlag« »Tatort«. Der rhetorische Effekt: starke Emotionalisierung (Bestürzung, Trauer). Darauf wollte das »Heilbronner Büro für kulturelle Weiterentwicklung« durch seine absichtlich übertriebene Kranzniederlegung aufmerksam machen. Müssen wir uns denn täglich in den Sozialenwie in den Nachrichten-Medien derart emotional aufputschen? Hanix Nr. 66 Foto: Ulla Kühnle WEGGUCKER 7

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DIE TIPPS FÜR HEILBRONN ACHTUNG! Aufgrund der aktuellen Ereignisse können abgebildete Veranstaltungen entfallen oder verschoben werden. Bitte informiert euch über die jeweiligen Internetseiten. Fachsymposium 21. & 22. April RETAIL INNOVATION DAYS Bildungscampus Neue Aula, Heilbronn Die Retail Innovation Days, das jährlich stattfindende Fachsymposium der DHBW Heilbronn, versammelt regelmäßig Experten und Praktiker der Retail-Branche, um die neuesten Geschäftsmodelle und -strategien im Handel zu präsentieren und zu diskutieren. Die Sessions in diesem Jahr drehen sich um die Themen Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, Start-up- Challenge, Influencer Marketing und Personalmanagement. Im Anschluss an die Retail Innovation Days findet die Pitching Veranstaltung des venture forum neckar statt. 8 Tanzfestival 18. & 19. April MONKEY SWING FESTIVAL Großer Saal Tanzschule Brenner, Heilbronn Lindy Hop ist ein Swingtanz, der seine Ursprünge in den New Yorker Ballsälen der 20er bis 40er hat, auf tolle Swingmusik getanzt wird und Technik, Freiheit, Individualität, Kreativität und Freude in einem Tanz verbindet. Besucher tauchen beim Festival in die Welt des Swingtanzens ein und lassen sich von der getanzten Lebensfreude anstecken. Geboten werden beim Festival Kurse bei internationalen Tanzlehrern und Livemusik – und natürlich Lindy Hop, bis die Sohlen durchgetanzt sind. Bandcontest 25. April BLACKSHEEP BANDCONTEST Mobilat, Heilbronn Zum nunmehr siebenten Mal veranstaltet die blacksheep Kulturinitiative ihren Bandcontest um den Förch Nachwuchsförderpreis. Der wird heuer im Heilbronner Club Mobi-lat ausgetragen. Vier Bands spielen um ein attraktives Preisgeld und einen Auftritt beim blacksheep am Festival-Samstag. Zugelassen sind nur selbst komponierte und getextete Songs in den Genres Rock, Pop, Country, Folk, Akustik und/oder Blues. Eine Jury aus Bookern, Musikern und Fachjournalisten wählt zusammen mit dem Publikum den Sieger aus. Poetry Slam 08. Mai HEILBRONNER POETRY SLAM - CHAMPIONS SPECIAL Unter der Pyramide, Heilbronn Das Popbüro Heilbronn präsentiert in Kooperation mit der Kreissparkasse Heilbronn wieder die Crème de la Crème der deutschsprachigen Poetry Slam Szene. Beim »Champions Special« werden sich ausschließlich National- und Landesmeister- Innen in einer Dichterschlacht der Superlative messen. Tennisturnier 11. bis 17. Mai 7. HEILBRONNER NECKARCUP TC Heilbronn am Trappensee, Heilbronn Der zum weltbesten Challenger gekürte Heilbronner Neckarcup bietet spannende Matche, ausgetragen von hochkarätigen Tennisspielern, kombiniert mit Party und Kultur! Die Spieler der Challenger Tour gehören zur ATP Tour und haben die Qualifikation, Teil der Tenniselite zu werden. Tennisinteressierte als auch Partylustige können bis in die Abendstunden großes Tennis hautnah miterleben und sich anschließend im Eventzelt vergnügen und Feunde treffen. STADTLEBEN Hanix Nr. 66

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Kaffee – handmade in Heilbronn DE-ÖKO-001 Nicht-EU-Landwirtschaft Willy Hagen GmbH · Christophstr. 13 · 74076 Heilbronn · Tel. 07131 15554-0 · Mo.–Fr. 8.30-18.00 Uhr, Sa. 8.30–16.00 Uhr · www.hagenkaffee.de

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DIE TIPPS FÜR DIE REGION ACHTUNG! Aufgrund der aktuellen Ereignisse können abgebildete Veranstaltungen entfallen oder verschoben werden. Bitte informiert euch über die jeweiligen Internetseiten. Poetry Slam 09. April DAS FEUERWERK DER WORTE Audi Forum, Neckarsulm Die Kunst der Wortspielerei kommt ins Audi Forum. Fünf Slammer und ein Special Act – bei diesem Gefecht der Wortakrobaten ist Abwechslung, Emotion und Spaß garantiert. Coole Reime, nachdenkliche Texte, scharfsinnige Statements – die Poeten performen ihre eigenen Werke mit viel Leidenschaft und dann kommt das Publikum ins Spiel. Nach dem verbalen Spektakel entscheiden die Zuhörer, wer der Sieger des Abends ist. 10 Kurzfilmabend 24. April INTERNATIONALES LOW & NO BUDGET KURZFILMFESTIVAL »FILM-SHARING« Wartesaal, Besigheim Das internationale low & no budget Kurzfilmfestival gibt es bereits seit 2004. Damals lief es unter dem Titel »Ohne Kohle« in Wien. 2007 fand es zum ersten Mal im Kulturzentrum Merlin in Stuttgart statt und hat sich hier inzwischen etabliert. Diesmal werden im Wartesaal Kurzfilme vorgestellt, die 2019 in Stuttgart und Heilbronn beim 16. internationalen low & no budget Filmsharing Kurzfilmfestival gezeigt wurden. Konzert 25. April DOTA – »DIE FREIHEIT«-TOUR Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim So abwechslungsreich, ja geradezu gegensätzlich war Dota noch nie. Die Faszination, die von ihr ausgeht, beschrieb Sebastian Krämer in seiner Laudatio anlässlich der Verleihung des renommierten Fred-Jay- Preises für Textdichter wie folgt: »Überall, wo Sänger gelobt werden, fallen die Vokabeln Authentizität und Natürlichkeit. Und dann hört man Dota und denkt: Ach so! Ich nehme das mit der Natürlichkeit und Authentizität im Bezug auf alle anderen zurück.« Kultur-Festival 20. bis 31. Mai 5. BRACKENHEIMER KULTUR-SPIEGEL-ZELT Kultur-SPIEGEL-Zelt, Brackenheim Das Kulturforum und die Stadt Brackenheim präsentieren Kultur-SPIEGEL-Zelt 2020. Erneut wird für das außergewöhnliche Festival ein spektakuläres Spiegelzelt aufgebaut, das mit seinem nostalgischen Ambiente an glamouröse Kabarett- und Varieté-Veranstaltungen des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Musikalisch mitwirken werden der kubanische Star Mayito Rivera, bayerische Senkrechtstarter Dreiviertelblut und die Rhythm & Blues Legende Dr. Feelgood. Kabarett und Comedy gibt es mit Jochen Malmsheimer, Tino Bomelino und Lisa Eckhart. Party 23. Mai HANIX-PARTY IM MUSEUM »ALTES RATHAUS« Altes Rathaus, Leingarten In Kooperation mit dem Kulturmarkt des Heimatvereins Leingarten feiern wir im Rahmen der Ausstellung »Bizarr« von Barbara Bucher die Eröffnung des neuen Museumsanbaus. Wie immer werdet ihr von unserem Barpersonal mit tollen Drinks verwöhnt, für kulinarische Snacks ist ebenfalls gesorgt. Feinste Musik gibt es das erste Mal von DJ MusicGuru. Es werden kostenlose Führungen durch das Museum angeboten. Als kleines Schmankerl wird vor Beginn der Party um 16 Uhr die Skulptur »Grosser weiblicher Torso« von Karl-Heinrich Lumpp feierlich enthüllt. Der Eintritt ist frei. LANDLEBEN Hanix Nr. 66

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ALVARO SOLER SIDO WANDA UND WEITERE KÜNSTLER 09.–12.07.2020 MERCEDES-BENZ MUSEUM TICKETS UNTER: WWW.KONZERTSOMMER.COM CRITICAL ZONES. HORIZONTE EINER NEUEN ERDPOLITIK 9. Mai – 11. Oktober 2020 Eröffnung: 8. Mai 2020 Frédérique Aït-Touati, Alexandra Arènes, Axelle Grégoire, The Soil Map (detail), Terra Forma, manuel de cartographies potentielles, 2019. © the artists. 11

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA ACHTUNG! Aufgrund der aktuellen Ereignisse können abgebildete Veranstaltungen entfallen oder verschoben werden. Bitte informiert euch über die jeweiligen Internetseiten. Techno-Festival 04. April TIME WARP DE Maimarkthalle, Mannheim Die Time Warp DE ist zweifelsfrei das ursprünglichste Techno-Festival Europas, wenn nicht sogar der Welt. Die Party steigt in der Techno-Hochburg Mannheim, das der Feier bereits seit über 25 Jahren ein Zuhause bietet – und ein Ende ist längst noch nicht in Sicht. Für ihre 26. Ausgabe kommen wieder einmal die besten DJs und Produzent*innen der Welt für eine euphorische Feier des 12 Techno zusammen. Tausende von Raver *innen strömen in die Maimarkthalle, um ganze 19 Stunden lang an sechs Bühnen begleitet von einem innovativen Sound- und Bühnendesign ausgelassen zu feiern. Stand-Up 14. April CHARLOTTE ROCHE - TESTOSTERON STAND-UP TOUR 2020 Renitenztheater, Stuttgart Zuletzt war Charlotte Roche mit ihren Büchern auf Tour und bot den Fans Lesungen mit anschließender Fragerunde. Nun soll es 2020 für die Moderatorin und Autorin im Rahmen einer Stand-Up Tour durch das Land gehen. Was den Zuschauer da erwartet, ist noch nicht ganz klar. Weder auf Charlottes Instagram Page noch auf sonstigen online Kanälen gibt es Informationen, was den Fan genau erwartet. Spätestens seit »Schoßgebete« weiß man ja, dass es bei Charlotte Roche auch gern mal ein wenig »schlüpfriger« zugeht. Stand-Up 20. Mai JOHN CLEESE - LAST TIME TO SEE ME BEFORE I DIE Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, Stuttgart John Cleese beschreibt sich selbst als »Autor, Schauspieler und große Person« und ist einer der berühmtesten britischen Komödianten aller Zeiten. Bekannt wurde er für sein Engagement bei der Comedy- Truppe Monty Python und bei Filmen wie »Das Leben des Brian«, »Ritter der Kokosnuss« oder »Ein Fisch namens Wanda«. Jetzt steht er mit einem eigenen Solo-Programm auf der Bühne. Laut eigener Aussage ist es die letzte Chance, ihn vor seinem Ableben live zu sehen. Das Programm trägt daher den passenden Titel »Last Time to See Me Before I Die«. Hip Hop Jam 23. Mai KOOL SAVAS & MEHR – 26 JAHRE 360° RECORDS JAM halle02, Heidelberg Zig Artists feiern 26 Jahre Hip Hop in Heidelberg! Seid gespannt auf ein Jam der besonderen Art! 360Records zelebrieren über ein Vierteljahrhundert voller Beats, Raps, Mixtapes und Sets. Eingeladen haben die zwei Mitbegründer des Labels Torch und Toni L.! Mit u. a. Kool Savas, W.U.T - Wort und Totschlag (Bremen), 2rapperlikeboomshit (HD), 360° DJ's: Soundtrax/Mikileaks/Formphunk, Host: Toni L. ... stay tuned! Ausstellung 08. Mai bis 11. Oktober CRITICAL ZONES – HORIZONTE EINER NEUEN ERDPOLITIK ZKM, Karlsruhe Lange blieben die Reaktionen der Erde auf unser menschliches Handeln unbeachtet, doch spätestens mit der Protestbewegung Fridays for Future ist die Klimakrise in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Die Gedankenausstellung »Critical Zones« lädt dazu ein, sich mit der kritischen Lage der Erde auf vielfältige Art und Weise zu befassen und neue Modi des Zusammenlebens zwischen allen Lebensformen zu erkunden. METROLEBEN Hanix Nr. 66

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TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN JETZT AUCH IN HEILBRONN HIER BEKOMMST DU DAS BESTE AUS WIRTSCHAFTS-, INGENIEUR- UND NATURWISSEN- SCHAFTEN IN EINEM STUDIENGANG! wi.tum.de/bachelor-hn BACHELOR IN MANAGEMENT & TECHNOLOGY SICHERE DIR DEINEN STUDIENPLATZ IN HEILBRONN VOM 15. MAI BIS 15. JULI 2020 wer fliegen mut will, muss den haben, den boden zu Alle Kinder und Jugendlichen nutzen ihre Bildungschancen. Das ist unsere Vision! Daher sind Fort- und Weiterbildungen unser Kerngeschäft, insbesondere für Krippe, Kindergarten, Schule, Ausbildung und Studium. verlassen! Walter Ludin *1945, Schweizer Journalist, Buchautor und Mitglied des franziskanischen Ordnes der Kapuziner www.aim-akademie.org

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DER SACHENFINDER MATHIAS SCHICK (34) aus Obersulm ist seit ein paar Jahren mit dem Startup Musegear aktiv. Mit dem Bluetooth-basierten Sachenfinder hilft der Informatiker via App nicht nur Familienvätern oder Haustierbesitzern beim Finden des Autoschlüssels oder der Mieze, die sich versteckt hat. Auch Unternehmen geben den kleinen und nützlichen Alltagshelfer gerne als Giveaway her. Das Ende der Reise von Musegear soll dabei noch lange nicht in Sicht sein. Von Robert Mucha, Foto: Meli Dikta Hanix: Mathias, Du bist Sachenfinder. Oder anders gesagt: Du bist Gründer und Erfinder des Musegear und der Musgear-finder App. Wie kams dazu? Mathias Schick: Ich bin zunächst nach der Schule nach Berlin gegangen und habe mir da eine Zeit lang neben dem Studium ein wenig Geld verdient und auch in Startups mitgearbeitet. 2010 bin ich wieder zurückgekommen und habe hauptberuflich bei Bechtle angefangen. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es mir Spaß machen würde, nebenbei zu gründen. Weil ich gerne noch ein paar Sachen ausprobieren wollte. Hast du sofort selbst entwickelt und designt? Ursprünglich war es ein fertiges System, das ich von einem Systemlieferanten, der von der Hardware bis zur App alles gemacht hat, übernommen habe. Ich habe das System allerdings von Anfang an weiter entwickelt. 2018 habe ich einen Switch auf meine eigene App vollzogen. Die wird von einem Partner entwickelt, mit dem ich kooperiere. Jetzt sind wir im dritten Jahr und ziemlich erfolgreich. Was hat dich an dem digitalen Findertool fasziniert? Ich bin, wie wahrscheinlich viele Familienväter: Immer mal wieder auf der Suche nach irgendwas. Ein digital gesteuerter Finder war also ein Produkt, dass mir im Alltag helfen würde. Es gab verschiedene Anbieter im Markt. Aber Datenschutz wurde nirgends großgeschrieben. Oder die Apps waren schwer bedienbar, was der Idee des Zeitsparens mithilfe des finders zuwiderlief. Das hat mich gestört und mir kam der Gedanke: Das muss besser gehen, wenn man die Produktentwicklung selber steuern kann. Und deswegen hat mich das angesprochen. And the magic happens in the App? Die App ist komplett selber entwickelt und komplett unser Eigentum und mit dem 100 %-Fokus auf Datenschutz auch das Unterscheidungsmerkmal zu allen Marktbegleitern. Wir verarbeiten als einziger Anbieter keinerlei personenbezogene Daten, die Nutzung erfolgt ohne Account. Wie funktioniert das Ding und was kann die App? Unser System funktioniert mit Bluetooth und hat bis zu 90 Meter Reichweite. Man kann in der App einstellen, ob man benachrichtigt werden will, wenn die Verbindung abreißt. Sie zeigt dem Nutzer auch die Entfernung an, in der das gesuchte Item zu finden ist. Anders herum kann man mithilfe des Musegear finders auch das Handy klingeln lassen, selbst wenn es stumm geschaltet ist. Aber man muss den Musegear finder an dem Objekt, das man nicht verlieren möchte, festmachen? Man kann es ganz leicht an einen Schlüsselbund dranmachen. Oder man klebt es mit dem Klebepad an Gegenständen fest. Da geht Verschiedenes. Unsere Kunden nutzen es für alles Mögliche. Unglaublich, was wir da für Geschichten mitbekommen. Der Musegear finder wird zum Beispiel in Kuscheltieren von Kindern eingelegt, damit im Kinderzimmer keine Dramen entstehen. Auch an Halsbändern von Haustieren – besonders bei Katzen, die sich gerne verstecken – kommt er oft zum Einsatz. Viele Kunden nutzen ihn primär, um ihr Handy zu finden. Wo soll die unternehmerische Reise hingehen? Hast du Visionen, die du preisgeben kannst? Oder lebst du von Woche zu Woche und schaust, was passiert? Also der Hauptwettbewerber aus den USA hat ca. zwanzig Millionen Einheiten verkauft. Wir stehen aktuell bei ca. 50.000. Das ist ordentlich. Aber klar, da ist eine Riesendifferenz dazwischen. Was kostet so ein Musegear-Set? Die App ist kostenlos. Ein Musegear finder 2, unser Hauptprodukt, liegt bei 25 Euro und natürlich gibt es Mengenrabatt. (lacht) Da braucht man aber viele Katzen, um ein paar Prozente zu bekommen … Wir haben auch Unternehmenskunden wie Bosch, Daimler oder BMW, die den Musegear finder gern als Giveaway ordern. Auch mit ein paar local heroes aus dem Heilbronner Land sind wir in Kontakt. Das funktioniert ganz gut. Für Endkunden gibt es bisher digitale Vertriebskanäle wie unseren eigenen Shop, Amazon, Ebay oder Real. Was mir für die Zukunft wichtig ist, dass wir uns im stationären Handel ausbreiten, damit wir demnächst auch bei Saturn, Conrad und Co gelistet werden. Da haben wir jetzt einen Distributor ausfindig gemacht, der uns dabei hilft. Mein Ziel ist, dass wir unabhängiger werden von den Online Vertriebskanälen und, dass wir uns diversifizieren. Da haben wir noch viel vor. Würdest Du dich Investoren gegenüber gesprächsbereit zeigen? Wenn es da draußen strategische Investoren gibt, die besonders interessante Zugänge zu Vertriebskanälen haben oder die den Musegear finder in ihr Produkt integrieren wollen: Ich bin offen für jedes Gespräch. ◆ Hanix Nr. 66 14 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Hanix Nr. 66 BLACKSHEEP FESTIVAL Nach dem erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte hat die »Blacksheep«-Kulturinitiative auch 2020 rund um den Schlosspark in Bonfeld einiges zu bieten. Schon zum siebten Mal lockt das atmosphärische Festival unter dem Motto »Talents meet Legends« vom 18. bis 20. Juni bekannte und unbekannte Künstler an. Headliner am Eröffnungstag wird Stefanie Heinzmann sein. Die Schweizerin war bereits 2018 in Bonfeld und hat blackksheep-Erfahrung. Die Blasmusikanten von »LaBrassBanda« (Foto) sind am Freitagabend das Highlight und werden den Schlosspark zum Beben bringen. Der Gewinner des Nachwuchs-Bandcontests, der am 25. April erstmals nicht in Bonfeld, sondern im Club »Mobilat« in Heilbronn stattfindet, fehlt noch. »Wir suchen nach Wegen, jüngere Leute zu erreichen«, erklärte Vereinsvorsitzender Ulrich Schneider bei der Vorstellung des Jahresprogramms. Da ist der Umzug nach Heilbronn nur konsequent. Aber auch für Fans von Legenden ist auf dem blacksheep gesorgt. Neben Ray Wilson unter anderem mit »Fischer-Z«, die mit den »Dire Straits« und »The Police« auf Tour waren, ist auch »Alphaville« (Big in Japan) für Bonfeld gebucht. ◆ HAWAII – BEEINDRUCKENDES ROMANDEBÜT Dem Heilbronner Cihan Acar ist ein beeindruckender Debütroman gelungen, wie sich die Literaturkritiker aller großen Gazetten, Rundfunk- und Medienhäuser des Landes einig sind. Oder anders: »Ein rauschhafter Trip durch Heilbronn, der den Leser sofort in seinen Bann zieht.« Rezensentin Stefanie Wirsching ist ebenfalls schwer angetan. Welch ein lässiges Romandebüt! Cihan Acar schreibt über einen jungen Profifußballer, der den Jaguar und die Karriere an die Wand gefahren hat, sich nun durch ein überraschend wildes Leben in seiner Heimatstadt treiben lässt. Es gibt Bücher, die sind eine einzige Überraschung. Andere Pfade, andere Protagonisten, anderer Ton. Wobei: Heilbronn, da war man ja vielleicht mal, aber doch noch nie im Hawaii. Jenem Stadtviertel, das titelgebend ist für das Debüt von Cihan Acar. Über das er schreibt: »Wenn man sich ein bisschen auskennt, weiß man, wem man lieber aus dem Weg gehen sollte. Und wer sich nicht auskennt, kommt gar nicht erst her.« Kemal war schon mal weg aus diesem Viertel, in dem vor allem Migranten wohnen, nun ist er wieder da: Die Profikarriere in der Türkei beendet durch einen selbst verschuldeten Autounfall, der Ruhm flattert wie ein zerfasertes Band hinter ihm her: »Sag mal, bisch du net der Fußballer.« Vier Tage, drei Nächte lässt Acar, Jahrgang 1986, seinen Icherzähler durch die Stadt laufen, drückende Hitze liegt über Heilbronn, Hundstage, es braut sich etwas zusammen: Die Bürgerwehr »Heilbronn Wach Auf« macht mobil – »hoffentlich hatten sie genug Sonnencreme auf den Glatzen« –, die Kankas, Gang aus dem Hawaii, wollen zurückschlagen. Und dazwischen, Kemal, der seine Freundin zurückgewinnen möchte, mit alten Freunden abhängt, sein Geld verzockt, mit dem demolierten Jaguar Gespräche führt … Dem nichts mehr gehört, der auch nirgends mehr so richtig dazugehört. Schnoddriger Ton, vielschichtige Milieustudie, feinsinnige Personenzeichnung. In Fußballdeutsch: ein Buch wie ein lässiger Schlenzer. Direkt ins Kreuzeck! ◆ Nachhaltigkeit mit STYLE. App öffnen. Mo buchen. Unterwegs sein. Mehr Infos unter www.zeag-energie.de/carsharing STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION 15

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Notizen aus der Provinz Kultur ist, wenn mans trotzdem macht Es war einmal ein schwäbisches Mundart-, Lieder- und Geschichtenhaus, das hieß das »Café Bricklebrit«. Gegründet worden ist es im November 2016 von zwei hoffnungsvollen schwäbischen Idealisten, die ihrem kulturellen Goldeselchen in wochenlanger Arbeit ein wunderbares Zuhause in der Alten Kelter inmitten von Walheim am Neckar gezimmert haben. Und alle haben sich gefreut, dass die Kleinkunstwüste der Region neu bewässert würde, die nach dem Ende so manch legendärer Kulturoase, wie dem »Schlupfwinkel« in Cleebronn, entstanden war. So kräftig, dass das kleine Café schon im zarten Alter von nur drei Jahren kein Geheimtipp mehr gewesen ist, sondern annähernd 100 voll besetzte Veranstaltungen pro Jahr gestemmt hat. Das hat es nur dank seines glasklaren Erziehungsauftrags schaffen können, den ihm seine Paten in die Wiege gelegt haben, die dafür extra einen Verein gegründet haben, dessen wichtigster Grundsatz lautet, dass das »Bricklebrit« niemals dem schwäbischen Verdooferles Mainstream eine Bühne bereiten dürfe, sondern vielmehr solchen Künstlern eine Chance geben solle, »die, obwohl sie über eine überdurchschnittliche Qualität verfügen, kaum Möglichkeiten erhalten, sich zu präsentieren«. Und so sind sie auf einmal scharenweise nach Walheim geströmt, wo bisher abends der Hund begraben war, ins »Bricklebrit«, um bei der schwäbischen, sehr erfolgreichen Version einer Jam-Session namens »Aufspielen beim Wirt« mitzuklampfen, den »Vinylabend« mit eigenen Vorschlägen und mitgebrachten Schallplatten zu be- 16 reichern, Kabarett, Lesungen, Minitheater und Mitsingabende zu genießen. Ratzfatz ist das kleine »Bricklebrit« in der ganzen Region zum Begriff geworden. Dafür haben sie dort gerne und ohne jegliche Gewinnerzielungsabsicht gearbeitet, nix und niemandem verpflichtet, außer der (gerne auch schwäbisch schwätzen dürfenden) Kulturarbeit. Subventionen? Fehlanzeige! Der wackre Schwabe als solcher konnte sich nicht genug darüber verwundern, wo die Kunscht doch üblicherweise entweder a) sauteuer ist, siehe Opernhaussanierung in Stuttgart oder aber b) im Ausstrahlungsbereich des öffentlich-rechtlichen Spätzlessenders gemeinhin mit der Mäulesmühle gleichgesetzt wird. Und jetzt kommen da plötzlich welche daher, die behaupten, sie würden auch Kultur machen, aber nix damit verdienen wollen. Ha no! Das alles war höggschd verdächtig, weswegen der Amtsschimmel erst beunruhigt mit den Hufen gescharrt und danach hurtig seine Paragrafenreiter in Bewegung gesetzt hat, die bereits nach kurzer Klärung der ungeheuerlichen Sachlage behördlicherseits die Ärmelschoner aufgezogen und mit unerbittlicher Konsequenz dem Märchenhaus von einem Tag auf den anderen die Tür zugesperrt haben. Es gibt dafür ja ein bewährtes Instrument, das jegliche weitere Diskussion bereits im Ansatz zu ersticken vermag: den Brandschutz. Schon ein bisschen atemberaubend freilich, denn die Alte Kelter hatte vor dem »Bricklebrit« als Feuerwehrhaus gedient. Egal – plötzlich war da auf einen Schlag alles brandgefährlich geworden, ein Umbau genauso sauteuer wie nicht finanzierbar. Ein allzuschönes Kulturmärchen und sein jähes Ende? Von wegen! Denn zum guten Glück sprangen nun die Mitglieder des örtlichen Kleintierzuchtvereins zur Seite und gewährten dem »Bricklebrit« für ein paar Veranstaltungen Unterschlupf in ihrem Vereinsheim. Das erwies sich als so gut geeignet, dass man gerne dauerhaft dageblieben wäre. Den Kleintierzüchtern wars recht und schon ging es an den »Bricklebrit«-kompatiblen Umbau des neuen Domizils, an dem brandschutzrechtlich nichts zu bemäkeln war. Doch für den Fall des Falles ist da noch der heilige St. Bürokratius, der schon wenig später seine Truppen in Gestalt von Landratsamt und Rathaus neuerlich hat aufmarschieren lassen und der Zweitauflage des »Bricklebrit« in nie zuvor erlebter Einfalt wieder ein Stoppschild vor die Tür hat hängen können. Dieses Mal wegen möglicher Ruhestörung der Anwohner. Dabei handelt es sich (im krassen Gegensatz zum alten Standort mitten im Ortskern) zwar nur um zwei Häuser an der viel befahrenen Bundesstraße, aber Paragraf ist halt Paragraf. Damit war in Walheim endgültig Schluss, denn die »Bricklebrit«-Macher hatten nicht den geringsten Bock auf einen dritten Frust. Was aber tun, nachdem das Programm teilweise schon festgezurrt war? Beispielsweise der Auftritt von Liedermacher Thomas Felder, dem schwäbischen Bob Dylan, zu seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum. Einfach absagen? Auf gar keinen Fall! Aber wohin? Und siehe da: Eine Solidaritätswelle sondergleichen rollte über das »Bricklebrit« hinweg. Erst die Einladung von Kurt Sartorius vom Bönnigheimer Schnapsmuseum zu einer kostenlosen Schnapsprobe für alle und dann das Angebot der Gastwirtsfamilie Ahner vom »Grünen Baum« in Erligheim, ihnen gerne im Saal des legendären »Boom« Kultur-Asyl zu gewähren. Inzwischen hat das »Bricklebrit« in Erligheim sogar ein neues Domizil gefunden, wo es »für immer« bleiben möchte. Und damit das auch so werden kann, bitten wir dich, oh heiliger St. Bürokratius, sehr herzlich: Hau dem Amtsschimmel (allen tierschützerischen Bedenken zum Trotz) so heftig, wie du kannst, die Sporen in den Allerwertesten und lasse ihn mit seiner bürokratischen Monsterlast auf dem Buckel weit, weit weg galoppieren. Ganz weit weg. Damit das Märchen weitergehen kann. ◆ GUNTER HAUG-KOLUMNE – FOLGE 5 Hanix Nr. 66

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MELI DIKTA kennen viele in Heilbronn, wegen ihrer individuellen Fotografien oder als Bedienung bei Pfeffer Lebensmittel. Die 42-Jährige fällt auch durch ihren extravaganten Stil und ihre eindrucksvollen Körpertattoos auf. Vermutet man zunächst eine extrovertierte Frau, berührt bei näherer Betrachtung ihr zurückhaltendes Wesen. Ihr Lebensgefährte Robert Mucha sei »so wunderbar stark und laut in seiner stillen Art und Weise«, was sie von Anfang an sehr anziehend fand, sagt sie. Ihr Leben ist alles andere als schwarz-weiß, sondern »bunt und hell, leise und schön«. Die siebenjährige Tochter Bo Alma ist das Konfetti in beider Leben – und ihre zwei Hunde. Von Maria Maroge, Fotos: Nico Kurth Dem Ruf des Herzens folgen und Emotionen wecken Meli Diktas Tascheninhalt ist so vielseitig und bunt wie ihr Leben selbst. Ihre Kamera trägt sie immer bei sich. Mit ihren Fotografien könnte sie Ausstellungen füllen, doch sie steht nicht gern im Vordergrund. Und so füllt sie lieber Dutzende private Foto-Bände – mit ihren Erlebnissen, Reisen und Lieblingsmenschen. »Ich habe schon immer gern fotografiert, aber als Bo auf die Welt kam, hatte ich so ein wundervolles Lieblingsmotiv.« Sie kaufte sich eine gute Kamera, probierte viel aus und eignete sich technisches Know-how an. Die jahrelange Arbeit für das Hanix-Magazin habe sie sehr geprägt und ihr ein gutes Selbstbewusstsein für ihre Fotografie gegeben. Ihre Bildersprache beschreibt sie als echt und emotional, manchmal mit einem Hauch ins Künstlerische. »Ich fotografiere gern Familien, weil in dieser intimen Atmosphäre die Liebe zum Kind so spürbar ist. Sie liebe außerdem die Reisefotografie sehr. Hanix verdankte sie vor acht Jahren auch die Begegnung mit Robert Mucha. Was folgte, war ein kleines Gefühlschaos mit Happy End und dickem Bauch. Sie verreiste zunächst zwei Monate lang für ein soziales Projekt nach Nepal. »Ich hatte keine Sorge wegen der Schwangerschaft. Ich wusste, dieses Baby ist gekommen, um zu bleiben.« Dort konnte sie sich sortieren und gleichzeitig anderen Menschen helfen. Bos selbstgemalte Bilder trägt sie stets bei sich, ebenso wie die »Wundermurmel«. »Bo erklärte mir, dass diese Kugel sehr wertvoll sei und ich mir in Zeiten der Nöte damit alles kaufen könne.« Sie lacht herzlich. »Ja, ich bin ein sehr emotionaler Mensch und total gerne Mama.« Außerdem habe sie ein großes Herz für Tiere und würde am liebsten viele retten, wenn sie einen Riesenbauernhof hätte. Vor allem Schweine, die mag sie besonders gern. Aber die Wohnung in Heilbronn ist bereits mit zwei Hunden gut besetzt. Bulldogge Osse ist seit sieben Jahren an Bos Seite groß geworden. Vor einem Jahr kam dann ein weiteres Familienmitglied spontan dazu. »Wir waren auf Mallorca in einem Tierheim. Die Mischlingshündin Helene rührte mich so sehr mit ihrer unaufdringlichen, ruhigen Art. Ich musste sie mitnehmen!« Melis soziale Ader begleitet sie in allem, was sie tut. Auch beruflich sucht sie die Nähe von Menschen, um ihnen Gutes zu tun. Darum bedient sie seit Jahren bei Pfeffer. Menschen zu helfen war auch der Antrieb, warum sie jahrelang als Physiotherapeutin gearbeitet hatte. Und vor dieser Ausbildung wiederum wollte sie Grundschullehrerin werden, aber nach zwei Jahren Studium in München zog es sie wieder in die Heimat. Meli ist in Schwaigern geboren und aufgewachsen: »Meine Eltern haben meine Geschwister und mich offen, tolerant und genügsam erzogen.« Das Verhältnis sei sehr wertschätzend. Doch beruflich ist sie dem Ruf ihres Herzens gefolgt. ◆ BERUF: Fotografin und Bedienung bei Pfeffer Lebensmittel JAHRGANG: 1977 BERUFUNG: 18 Ein Herz für Tiere TASCHENKONTROLLE Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 MELANIE DIKTA LEERT IHRE TASCHE 19

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In Heilbronn gab es einmal eine Zeit … eine Zeit, in der alle stolz auf eine einzige Mannschaft waren: die A-Jugend des VfR Heilbronn. Straßensperrung, Autocorsos. La-Olas, DFB-Pokal. Solche Menschen-Schlangen vor den Stadiontoren, dass der Anpfiff um 15 Minuten nach hinten verlegt werden musste, sodass auch ja alle Zuschauer bei Anpfiff im Stadion sind. Titelseite, Radio. Die Berichterstattung der Heilbronner Stimme hatte nur ein Thema, was den Sport angeht. Der VfR Heilbronn hatte einen Lauf! Ein Jahr lang wurde kein Spiel verloren. Sie waren die Fußballhelden der Stadt und ich war zwar nicht dabei, kann den Lokalpatriotismus aber noch bis hierher riechen. Mittlerweile ist der Jugendfußball in Heilbronn in der Versenkung verschwunden. Doch da gibt es noch ein Trikot in einem Heilbronner Kleiderschrank, das Fußballromantiker ROBERT MUCHA mit allem was dazu gehört an diese Zeit erinnert. In seiner letzten Ausgabe als Chefredakteur zeigt Hanix-Gründer sein schwarzweißes Lieblingsding. Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta Matchworn VfR-Jersey Was ist dein Lieblingsding, Robert? Mein Fußballtrikot, mein Altes. Vom VfR Heilbronn. Hast du da mal gekickt? Ich hab da mal gespielt. Ich kicke aber aus Prinzip seit Jahren nicht mehr. Was heißt aus Prinzip? Ich hab mir mal geschworen, dass ich nur bei Fußballspielen mitmache, bei denen auch richtige Linienrichter mit dabei sind und 20 nicht nur ein unmotivierter Schiri. Aber das Trikot erinnert mich auf jeden Fall an eine tolle Jugendzeit. Wie oft hast du das schon durchgeschwitzt? 60 bis 70 Spiele habe ich es bestimmt übergestreift. Ich war 17-, 18-Jahre alt, als ich das getragen habe. Es ist also »Matchworn«, wie Trikotsammler sagen. Warum war das Shirt schwarz-weiß? Das sind die Vereinsfarben des VfR Heilbronn. Ich fand damals cool, dass es ein Adidas-Trikot war und wir nicht mit einer Billo-Marke auflaufen mussten. Adidas-Trikots wurden auch von den Profis, die man im Fernsehen gesehen hat, getragen. Man wollte schon gut ausgestattet sein. Warum ist das Trikot so besonders für dich? In diesem Trikot haben wir 1996 den Deutschen Pokal gewonnen! Mit der A-Jugend des VfR Heilbronn vor 8.000 Zuschauern im Frankenstadion. Das hab ich angehabt im Endspiel. 6:1 gegen Energie Cottbus. Das war der größte Erfolg im Fußball in Heilbronn überhaupt, zum 100. Vereinsjubiläum. Keine Heilbronner Fußballmannschaft hat je einen nationalen Titel gewonnen, außer die, bei der ich dabei sein durfte. Und als Fußballromantiker, der ich bin, hängen schöne Erinnerungen an dem Trikot und an der Zeit. Was war das Beste damals? Wir waren 18 bis 20 Jungs, die alle hier aus der Stadt oder dem Landkreis kamen. Bei den guten Mannschaften werden Talente inzwischen von überall aus der Welt geholt. Wir haben damals mit dieser Regionalauswahl in der höchsten Liga gespielt und auch die Jugendmannschaften von Bundesligisten regelmäßig geschlagen. Die Mannschaft war mit Sicherheit unter den Top-fünf Teams in unserer Altersklasse in Deutschland. Am Ende könnte man einen »Coming of Age«-Film aus der Geschichte machen. 20 Kumpels an der Schwelle zum Erwachsenwerden, die durch Fußballdeutschland fräsen und jeden Gegner wegballern. Wenn das hier jemand liest, der Filme dreht, der soll auf mich zukommen und wir schreiben das Drehbuch dazu. Wird ´n Kassenschlager! Is geil ey! Wir haben Mannschaften besiegt, die wurden später Deutscher Meister. Also waren wir quasi Deutscher Meister. (lacht) Wir haben regelmäßig gegen die Jugendmannschaften von Profvereinen gespielt und oft wussten wir schon vor den Spielen, dass wir MEIN LIEBLINGSDING Hanix Nr. 66

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NAME: Robert Mucha ALTER: 41 Jahre BERUF: Journalist BERUFUNG: Journalist WÜRDE IHR LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: Würde sein Lieblingsding tauschen gegen: Eine lebenslange Dauerkarte für Anfield Hanix Nr. 66 gewinnen werden. Da war so ein besonderes Selbstbewusstsein in der Mannschaft. Nach dem Finale um den DFB-Pokal gabs Cabrio-Corso in der Stadt, die Polizei hat Straßen abgesperrt, dass wir da durchfahren und den Pokal in den Heilbronner Himmel halten können, wir durften uns ins Goldene Buch der Stadt eintragen … Was ist das Goldene Buch der Stadt? Verdienstvolle Personen um die Stadt dürfen sich ins Goldene Buch Heilbronns eintragen und da durften wir auch unsere Autogramme reinschreiben. Alle schon leicht angetrunken! Es hat sich aber niemand ins Goldene Buch erbrochen. Das klingt nach einer richtig geilen Zeit und einem anderen Leben. Wir waren z. B. auf Turnieren in Österreich und mussten Autogramme geben an die Tiroler Kids da. Das war schon witzig, weil wir da kurz mal reinschnuppern konnten, wie es denn so als Fußballprofi sein kann. Wie kam es damals dazu, dass du für das Fußballmagazin »11 Freunde« in Berlin geschrieben hast? Ich bin durch ein ausgeschriebenes Praktikum dorthin gekommen und war irgendwann auch mehr als ein Praktikant und bin statt sechs Monaten sechs Jahre geblieben. Zu der Zeit habe ich in Leipzig studiert und bin dann für den Job nach Berlin gezogen. Zwischen 2004 und 2010 hatte ich natürlich tolle Fußballerlebnisse gehabt – als Sportjournalist aber auch als Fußballkulturarbeiter. Es TANZ!HEILBRONN 27.Mai – 1. Juni 2020 gab die WM 2006 in Deutschland. Wir waren mitten in Berlin und eben auch ein Akteur in diesem Fußballsommermärchen. Ich habe in dem Zuge z. B. Klaus Wowereit bei unserem Public Viewing vor ein paar Tausend Leuten auf der Bühne live interviewt oder zwei Jahre später mit Frank-Walter Steinmeier zusammen in Kreuzberg das EM-Halbfinale Deutschland gegen die Türkei geschaut. Mein journalistisches Stahlbad hatte ich allerdings in Leipzig. Dort wurde ich von Eduard Geyer, das war der letzte Nationaltrainer der DDR, mal nach allen Regeln der Kunst zusammengeschissen, weil er der Meinung war, ich hätte einen Termin falsch abgespeichert. Ich widersprach ihm, was ein Fehler war! Er hat mich noch auf der Pressekonferenz vor versammelter Journallie in Breitem sächsisch zusammen geschissen. »Isch mach keene Fehler! Des wor gestern gewesen der Termin! S gibt keen Interview heute, isch hab keene Zeit jetzt hier!« Ein Journalist von der Leipziger Volkszeitung, Ex-Profi und Jürgen-Klopp-Kumpel Guido Schaefer, der sich das Drama anhören musste, hat mir den Arsch gerettet. Er hat beschwichtigend auf Eduard Geyer eingeredet: »Herr Geyer, jetzt lassen Sie den jungen Mann doch hier nicht so auflaufen und seine Arbeit machen. Vielleicht gehts ja nach dem Training?« Und nach dem Training gings dann tatsächlich auch. Du hast ihn noch interviewt? Wir saßen eine Stunde in seinem kleinen Trainerkabuff im Leipziger Alfred-Kunze-Sportpark. Ich glaube, er hatte einfach kein Bock gehabt, vor dem Training noch ein Interview zu geben. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort – und habe »Ede« widersprochen. Aber am Ende hat alles geklappt. Würdest du dein Lieblingsding gegen irgendetwas tauschen? Es gibt in München vielleicht die beste Fußballkneipe Deutschlands: das Stadion an der Schleißheimer Straße. Die haben ihre Wände mit Trikots tapeziert und über »11 Freunde« habe ich die Macher kennengelernt. Ich hatte tatsächlich überlegt, es dem »Stadion« zu stiften und dahin zu geben. Denn die Kneipe ist auch eine Art Fußballmuseum. Dann wars mir aber doch zu schade. Irgendwann gibt es den Laden nicht mehr und dann verschwindet das Trikot irgendwo in einem Münchener Keller. Nein! Und wenn das Heilbronner Haus der Stadtgeschichte es haben will …? Ich kann mir vorstellen, das gute Stück an ein Museum zu stiften, wenn ich die Gewissheit hätte, dass es da für sehr lange Zeit hängen würde. Aber sonst, nee. Eher nehme ich es mit ins Grab. Falls mir aber jemand für die historische Textilie eine lebenslange Dauerkarte für Anfield in Liverpool bieten würde, wäre das Trikkot noch am selben Tag per Expresspost unterwegs. ◆ 27. MAI _ SOUL CHAIN _ TANZMAINZ 28. MAI / 29. MAI _ COSMIC A* / LA NUIT _ CHARLIE PRINCE / NACERA BELAZA 29. MAI _ TORUS _ HUMANHOOD 30. MAI _ CIRCLE TIME DABKE _ KREISTANZ ZUM MITMACHEN 30. MAI _ KIRINA _ FASO DANSE THÉÂTRE 31. MAI / 1. JUNI _ ONCE UPON A TIME IN HEILBRONN _ BARBARA BUCK 1. JUNI _ QUEEN BLOOD _ OUSMANE SY WORKSHOPS · KONZERTE FÜR ALLE SUZANNS WWW.THEATER-HEILBRONN.DE FLAMENCO-SCHUHE 21

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Maike Endresz, Fotos: Ulla Kühnle Hanix Nr. 66 The Game Herausforderungen! Viele. Beginnend mit der Überlegung, welche Menschen ich mitnehme. Ach Mumpitz, gar nicht wahr. Da habe ich doch die weltbesten Kinder und die lustigste Schwiegerfamilie des Universums. Haken dran. Next: Einen Termin für alle plus Fotografin finden. Naja, schlimmer vorgestellt, dann auch recht schnell gemacht. Aber jetzt: Wie schreibe ich über ein Abenteuer, das uns alle echt vom Hocker gehauen hat, ohne schon zu viel zu verraten? Denn auch davon lebt The Game: ohne vorab genau zu wissen, was eigentlich passiert, an den Start zu gehen. Vor lauter »oh-daswar-so-gut!« mag ich von allem erzählen. Aber nicht zu viel vorwegnehmen. Meeting-Point Austraße 34. Das ist das Gebäude, das so vollgestopft ist mit lauter spannenden, kreativen Unternehmen. Eingang D führt uns zur massiven Tür von »The Game«. Wir sind zu sechst, bestehend aus drei Generationen: Margit und Bernie als Ältestenrat, Carolin und Maike als deren 22 Nachfolger und Generation Z bilden meine feinen Teenage-Ableger Lili und Joshua. Das hab ich mir bewusst so überlegt, um direkt für Euch zu prüfen, ob das Ding für alle taugt. Gleich vorweg: Taugt! Steffen, der heute moderiert, ist zusammen mit Michael Ursprungserfinder der ganzen Geschichte. Seit Januar 2019 sind sie damit am Start und werden es wohl noch lange bleiben, denn die Nummer läuft wie geschnitten Brot. Kleine und große Gruppen melden sich an, Firmen nutzen den Spaß, um ihre Teams zu verfestigen, Freunde und die, die es noch werden wollen, füllen hier ihre Freizeit, Gameshow-Liebhaber, die es noch nicht in die Glotze geschafft haben, machen sich fit für ihren großen Auftritt. Ich sage: Schulklassen sollten das auch auf dem Schirm haben! Im Loungebereich können sich die Teilnehmer schon mal warm kickern, die Heizung demolieren (das ist allerdings nicht das Ziel), den Getränkekühlschrank leer trinken und an Geschicklichkeitsspielen verzweifeln. Wir bilden zwei Teams und entscheiden uns, aus jeder Generation einen in jedes Team zu stopfen und die Jungs auch gerecht aufzuteilen. Team Bonnie ist blau, Team Hanix rot. Durch einen Vorhang gehts in den ersten Raum, zur »Quizzeit«. Und: Yes(!), es gibt Buzzer. Ich liebe Buzzer. Zu unserer Schande muss ich gestehen, dass wir nicht übermäßig oft in den Buzzer-Genuss kommen, da wir ganz offensichtlich echt doof sind. Wenn ihr das mal macht, dann seht ihr mal, wie doof wir sind, es ist nämlich eigentlich nicht schwer. Natürlich kann ich jetzt keine der Quizinhalte verraten, sonst lernt ihr vor und dann stehen wir noch dümmer da. Memo an mich selbst: Allgemeinwissen auffrischen. Dringend! Im nächsten Raum sind unsere Sinne gefragt. Ich habe eine feine Ausrede, hier unser Team nicht nach vorne zu bringen, da mein Tastsinn derzeit eingeschränkt ist, ABENTEUER UM DIE ECKE

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Hanix Nr. 66 kann also nichts dafür, dass wir unseren Vorsprung nicht halten können. Ist aber egal, es ist so lustig! Außerdem ist es eine scheinheilige Ausrede, da ich ja nichts an der Nase habe. WG-Feeling ist das Motto, als wir durch die nächste Tür schreiten. Ich wähne mich klar im Vorteil, da ich in England in einer Zwölfer-WG gelebt habe und auch in Bremen nie allein wohnen wollte. Und ja, wir sind absolut fabelhaft und holen uns die Pole-Position zurück. Und das, obwohl auch hier Fingerspitzengefühl gefragt ist. Diesen Raum küre ich zu meinem All-time-Favorite, nicht nur, weil Team Hanix hier so unschlagbar gut ist, sondern weil die Stimmung an dieser Stelle fast überkocht. Alle komplett außer Rand und Band. Die letzte Etappe ... ja, was geb ich da preis? Es gibt zwar regelmäßig neue Spiele, aber trotzdem setze ich heute auf mysteriös und undurchschaubar. Hier gibt es runde Sachen und lange. Und Löcher. Und Gold. Und uns. Und so viel zu lachen, fast hatte ich bisschen Pipi in der Bux. So lass ich das jetzt stehen. Und dann: schon vorbei. Eine Stunde kann so unfassbar schnell vergehen. Team Hanix gewinnt mit 57 Punkten, Team Bonnie ganz knapp auf dem zweiten Platz mit 44. Noch schnell die Wanderpokale (die halt leider nur vom Schrank zu den Teams und wieder zurückwandern) und Teilnehmer vor der Wall-of-Fame fotografiert und schon ist The Game Teil unserer besten Erinnerungen. Alle (!) hatten eine großartige Zeit. I highly recommend! Fazit: Hochgradig entertaining! Für jedes Alter! ◆ DAUER: 1 Stunde ORT: Austraße 34, 74076 Heilbronn ZEITEN: Di – Fr 16-21:30 Uhr Sa/So 10-21:30 Uhr KOSTEN: ab 30 € für 2 Personen TIPP: Fragt nicht rum, ob jemand weiß, was da passiert. Geht einfach! INFOS: www.thegame-hn.de WUNSCHHAUS – BAUPARTNER AUF AUGENHÖHE. wunschhaus.de Kapitel „Wunschhaus“ ist nicht nur ein Name. „Wunschhaus“ ist eine Philosophie. Seit 27 Jahren erfüllen wir die Wünsche unserer Kunden nach individuellen Familienwohnsitzen und renditestarken Anlageobjekten. 23

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Ein Wort, fünf Silben, fünfzehn Buchstaben – und eine neue Welt. Es geht um »Trans-forma-ti-on«. Es ist das Wort auf der Zunge aller, die (glauben) etwas zu sagen haben und es ist die Lieblingsvokabel von OB Harry Mergel. Es steht ja für die Herausforderung vor der die Stadt, ihre Wirtschaft, Unternehmen, ihre Menschen stehen, also für ihre Zukunft. Sichtbar wird das an den Ortseingängen, wo die Ortsschilder seit dem 1. Februar 2020 den Zusatz »Universitätsstadt« tragen. Für manche Anlass zum Spötteln von oben herab, für andere die Herausforderung des neuen Jahrzehntes. Man wird sehen, wer recht behält und es wird darauf ankommen, wer dieser »man« ist und was dieser »man« macht. Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: École 42 & Nico Kurth Trans–for–ma–ti–on Die Zukunft von Heilbronn ist rosig, so sah es bei der Bürgerversammlung zum Jahresbeginn aus, dank des dominanten Pink, das die Buga-Freunde trugen. Wenn, noch dazu an einem Feiertag, an die 2.000 Bürger in die Harmonie kommen, ist das genauso beachtenswert wie die 13.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden eben jener Bugafreunde, auf und für die Buga und damit auch für Heilbronn. Daraus lässt sich was machen, das weiß nicht nur der OB. Aber nun hat ein neues Jahrzehnt begonnen und die neue Zeitrechnung »nach der Buga«. Was von ihrem so oft beschworenen »Spirit« bleiben, was davon ausgehen und wie es weitergehen soll, das muss angegangen werden, bevor er sich verflüchtigt. Es gibt viel zu tun und viele Baustellen. W-Lan im Großen und im Kleinen Ratssaal ist noch Glückssache, Heilbronn ist nicht gerade Vorreiter in der Digitalisierung, die Prozesse sind mühsam, vor genau einem Jahr hat der Gemeinderat die Strategie der Stadt für die Digitalisierung verabschiedet. »Vision Digitale Stadt Heilbronn 2030« nennt sie sich – und zeigt: Zur »Smart City« wird man nicht von heute auf morgen, mit dem Ausbau der digitalen Breitbandinfrastruktur, der Vernetzung der städtischen Infrastruktur, dem Ausbau des digitalen Leistungsangebotes (im Bürgeramt funktioniert schon viel davon), mit auch ganz neuen Angeboten bis hin zum digitalen Verkehrsmanagement. Die »Grüne Welle« Hanix Nr. 66 Die private IT-Schule »École 42« kommt nach Heilbronn: Studieren ohne Professoren, 24 Vorlesungen, Noten, Anwesenheitspflicht dafür mit Leveln statt Semestern. POLITIK & GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 66 auf der Weinsberger Straße ist immer noch nur ein Versprechen, in Heidelberg z. B. gibt es schon ein eigenes Verkehrsschild dafür. Reallabore sollen die Digitalisierung erlebbar machen, in »besonders dafür geeigneten Arealen im Stadtgebiet« erprobt werden, um die Digitalisierung erlebbar zu machen, der Mehrwert für die Bürgerschaft und lokale Unternehmen demonstriert werden.« So steht es im Strategiepapier. Aber was soll sich der Bürger darunter vorstellen? Wenn sich solche Ankündigungen scheinbar im Irrealen bewegen, wären reale, konkrete, nachvollziehbare Vorschläge und deren Kommunikation notwendig. Eine App für jede Lebenslage und jede Lebensfrage für Bürger einer Stadt, so zu handhaben, dass man die Gebrauchsanweisung auch ohne Studium versteht, das wäre doch was! Es ist so viel von der Spaltung der Gesellschaft die Rede, im Digitalen wird sie besonders spürbar. Ihre Herausforderung ist, die Lebensqualität für die Bürger auch so zu transformieren, dass aktive Teilhabe in allen Lebensbereichen ermöglicht wird, ob man das dann »Smart City« nennt oder auch nicht. Die Stadtkonzeption 2030 zeigt dafür vier Handlungsfelder auf: Bildungs- und Wissensstadt, Teilhabe an der Stadtgesellschaft, zukunftsfähige Mobilität – digitale Stadt. Aber da fehlt auch was, nämlich ein Konzept, das Hürden abbaut, den individuell nachvollziehbaren Wert der Digitalisierung daran zeigt, wie sie der Alterseinsamkeit ebenso entgegenwirken kann wie der gerade hergezogenen Studentin über die App erklärt, dass hierzulande das Wort »Besen« auch fürs Teekesselraten taugt. In unserer von Schlagworten bestimmten Zeit – man nehme als Beispiel nur das Wort »Nachhaltigkeit« – könnte auch dem Wort Transformation dieses Schicksal drohen, es kommt auf die Inhalte an. Goethe lässt seinen Faust sagen: »Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.« Ist »Aufbruchstimmung« etwa auch so ein Wort – oder wird es zum Begriff? In besagter Bürgerversammlung sagte der OB, es werde »keine Ruhepause« geben. Ein Begriff geworden ist die »Bildungsund Wissensstadt«. Ein Wort, das oft in diesem Zusammenhang fällt, ist das der »Bildungsgerechtigkeit«, wohl auch um »Schulgeld« zu umgehen, wie in der Debatte des Gemeinderates um die jetzt in Angriff genommene Josef-Schwarz-Schule im Neckarbogen, für die die Stadt Grund und Boden zur Verfügung stellt. Ehrlicher und zutreffender wäre gewesen, auszusprechen, was nur SPD-Mann Rainer Hinderer über die Lippen kam, nämlich dass es sich um eine Schule der »Elitenbildung« handelt. Wer »Elite« per se als unanständiges Wort sieht, sollte vielleicht bedenken, dass Pluralität in der Schulbildung, ob man nun für oder gegen weltanschaulich ausgerichtete Schulen ist, solche, die der Wirtschaft, den schönen Künsten und Musen oder der sozialen Gesellschaft den Nachwuchs liefern, zum Großstadtangebot gehört, auch Voraussetzungen und Bestandteil einer Transformation auf dem Bildungssektor ist. Mergel hat noch weitere Standortbestimmungen für die Transformation der Stadt vorgenommen, den »Telefunkenpark«, den »Zukunftspark Wohlgelgen«, die »Campus Founders« auf dem Bildungscampus. Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Schwarz Stiftung, sagt dazu, Forschung sei nun einmal die Grundvoraussetzung für Entwicklung, also auch die Transformation einer Stadt, eben aus diesem Grund habe man die TU München geholt. Dass im Geleitzug renommierte Forschungsinstitute hinzukamen, derzeit haben zehn Institutionen den gemeinsamen Campus-Standort, ist logisch. Die hier gebotenen Lehr- und Lernbedingungen, die allgemein zugängliche Bibliothek, Kommunikationsorte wie die neue Mensa, ausgestattet, wie es sich der Staat nicht leisten zu können glaubt, das macht »lebenslanges Lernen«, das Mantra der Stiftung, nicht nur attraktiv, es wird sicher auch zum Beschleunigungsfaktor der Transformation. Vermutlich wird man erst in der Rückschau die Dimensionen beurteilen können. Aber: Eine Stadt ist, wie ein Mensch, auch eine Ganzheit. So betrachtet gehören auch Geisteswissenschaften dazu. Wir haben doch gerade nicht nur »250 Jahre Hölderlin«, sondern auch die seines Studienkollegen Hegel. Den Dualismus von Natur- und Geisteswissenschaften, nicht nur in seinem Sinne, zu einer »Synthese« zu führen, das würde dem Bildungscampus die Horizonte öffnen, die in dem Wort »Universitätsstadt« ausgesprochen sind. Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaft stehen, gerade wegen ihrer Schnittstellen zur künstlichen Intelligenz, da an neuen Herausforderungen und Verantwortlichkeiten. Algorithmen haben kein Gewissen, Menschen schon, selbst dann, wenn sich inzwischen auch Moral programmieren lässt. Denn was wird, wenn diese eine Fragwürdige ist oder eine politisch missbrauchte? In den Entwicklungszentren für autonomes Fahren, mehr noch in den (Drohnen-) Waffenschmieden der Nationen, kalkuliert man ein, dass diese Transformation auch zu menschlichen Funktionsbestien führen kann. Die Hochschule Heilbronn (HHN) hat sich des Themas schon seit einiger Zeit angenommen. Letztes Jahr, am symbolträchtigen 4. Dezember, veranstaltete sie auf dem Bildungscampus die Tagung zu Ökonomie und Ethik; »Nachhaltigkeit 2020ff: (wie) sind wir noch zu retten?« mit Armin Grunwald, u. a. Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Professor für Philosophie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und des Büros für Technikabfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag. Auch als Autor beschäftigt er sich zu den Fragen, die sich in der Nanotechnologie, Raumfahrt, Energietechnik und den Entwicklungen in der Medizin durch den technischen Fortschritt ergeben. Alle diese Felder werden auch in Heilbronn »beackert«. TRANSFORMATION Geschäftsführer der Campus Founders Oliver Hanisch: Von der San Francisco Bay nach Heilbronn – diesen »Karrieresprung« hat er sich zugetraut. 25

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Workspace bei den Campus Founders: Die Transparenz der Räume, wie geschaffen für kreative Window-Viewer, die kleinen »Zellen« für intimes und intensives Arbeiten. Mit dabei war auch Isabell Steidel, Studentin der HHN, seit letztem Jahr für die Grünen im Heilbronner Gemeinderat, mit einem Impulsvortrag zu »Verantwortung übernehmen: aber wie?« Oliver Lenzen, Rektor der HHN, macht keinen Hehl daraus, wie sehr ihn diese Thematik beschäftigt, dass er die größte Hochschule des Landes für angewandte Wissenschaften auch hier in der Pflicht sieht. Seit zwei Jahren ist Prof. Dr. Roland Pfennig (Logistik, Wirtschaftinformatik, Verkehrsbetriebswirtschaft) »Ethikbeauftragter« der HHN. Das damals begründete interdisziplinäre Zentrum für Maschinelles Lernen (ZML) bietet inzwischen ein breites Angebot zu maschinellen Lernverfahren, ist seit November 2019 »In-Institut« der Hochschule mit mehr als 120 Lernenden, die in den »ZML Schools« qualifiziert wurden, ein Format, das auch in regionalen Industrie etabliert hat. Eines der beiden derzeitigen Forschungsprojekte am »ZML« ist »PrositNG - Big-Data-Modelle zur gesundheitsökonomischen Evaluation von Erkrankungen« (also zur Digitalisierung im Gesundheitswesen, zu Datenbanken und deren anonymen Datenexport). Wenn Datenströme intelligent fließen, kann das Leben retten. Leben retten oder verbessern kann auch, was die im Zukunftspark Wohlgelegen vorhandene Kompentenz in der Medizintechnik betrifft. Was hier mit privatem Kapital gestartet wurde, war, genau betrachtet, der erste und entscheidende Schritt in die Transformation, ohne die Vokabel zu strapazieren, hat man schon sehr früh zielgerichtet auf Branchen gesetzt wie etwa »Biotech«, als das für manche noch als abenteuerlich galt. »Aus grün wird gold« lautet die Titelzeile des Editorials der jüngsten IHK-News, kürzer und zutreffender kann man es nicht sagen. Wenn die einst in Heilbronn so unglaublich erfolgreiche Gründerzeit eine ebensolche Neuauflage erfahren könnte, dafür noch ein paar mehr Business-Angels nicht vom Himmel fallen, aber aus der Deckung begeben würden, könnte auch aus einer Eigendynamik heraus die Transformation in Heilbronn gelingen. Reinhold Geilsdörfer macht deutlich, dass bei all dem, was an der HHN und an der TU schon läuft, gerade auch die Grundlagenforschung, noch erweitert werden muss, auch durch Forschungsinstitute, von denen das Fraunhofer-Institut und das Steinbeis-Institut schon da sind. Zu den Spekulationen, dass das Max-Planck-Institut hinzukommen werde, sagt er, es gebe dazu keine konkreten Neuigkeiten, aber man wisse ja, dass dieses Institut mit der TU München sehr eng zusammenarbeite. Die Folgerung ist simpel: Grundlagenforschung als Voraussetzung für Transformation ist unbestritten und damit auch Grundlage für das, wie sich Heilbronn entwickeln wird und muss. Und wie ist das mit der »Autostadt Heilbronn, ihrer Zukunft und der ihrer Zulieferer? Kaum ein anderer Industriebereich ist so sehr in Transformation begriffen. Wird die Brennstoffzelle für den Zukunftsmotor auch eine solche für Heilbronn als Industriestandort werden? Die Brennstoffzellenforschung von Audi wird zunächst im Telefunkenpark mit bis zu 1.400 Mitarbeitern stattfinden. Für »H-tron« und dem Ziel »Premiummobilität 2025« gibt sich der Konzern fünf Jahre. Beim Aufbruch in die emissionsfreie Technikzukunft dabei zu sein, das ist doch etwas. »Wasserstoff« als Energiequelle – das ist hier nicht nur der Neckar, aber es ergibt ein schönes Bild. Schon der alte Grieche Heraklit wusste: »panta rhei«, also »alles fließt«. Nichts bleibt, wie es ist. Dafür steht ja auch der »Telefunkenpark«. Was hatte doch der Name »Telefunken« einst für einen Klang, um dann doch auch unterzugehen und in Heilbronn doch noch ein Begriff zu bleiben, der mit seiner Funktechnik, dem Farbfernsehen und über 20.000 Patenten für den Start ins Kommunikationszeitalter steht. Im Heilbronner Telefunken-Halbleiterwerk von 1959 arbeiteten noch bis in die 70er Jahre an die 2.500 Menschen. Ihm machte die »technische Transformation« ein Ende, aber, auch dank Transformation, nur ein vorläufiges. Inzwischen steht dieser bis hin zu seiner Architektur bemerkenswerte »Telefunkenpark« wieder für technische Innovation. »Azur Space Heilbronn«, hier Hanix Nr. 66 26 TRANSFORMATION

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angesiedelt, ist ein stiller Sieger, Kraft macht nicht immer Lärm, ein Global Player und Weltmarktführer in der Fotovoltaik, die hier entwickelten Technologien für die Raumfahrt, könnte man euphorisch so umschreiben: Von Heilbronn ins Universum. Damit das keine gesellschaftlich Bauchlandung wird, muss auch die soziale Transformation der Stadt parallel laufen. Auch wenn das dann ein anderes Kapitel ist, die Dinge greifen immer mehr auf ganz neue Weise ineinander. Abzulesen etwa an der Frage, ob künstliche Intelligenz das Bienensterben beenden kann? Ja, sie kann es, davon ist man in Heilbronn bei den »Campus Founders« überzeugt. Hier hat man ein Verfahren dafür entwickelt, kranke Bienen mittels künstlicher Intelligenz anzusaugen, sie dann in eine Art »Heilbad« zu schicken, um sie »kuriert« wieder in den heimatlichen Bienenstock zurückzuschicken. Beim Bürgerempfang sagte OB Mergel u. a. auch, dass er beim wirtschaftlichen Wandel der Stadt ganz besonders auch auf die Campus Founders setze. Oliver Hanisch holt tief Luft, als er mit dieser ihm bislang nicht bekannten Aussage des OB konfrontiert wird. Von der San Francisco Bay nach Heilbronn – diesen »Karrieresprung« hat er sich zugetraut. Der gebürtige Schwabe ist letztes Jahr nach 14 Jahren in Silicon Valley wieder in die alte Heimat zurückgekehrt, steht als Geschäftsführer der Campus Founders vor der Aufgabe, sie so aufzustellen, wie es die sie finanzierende Schwarz Stiftung und eben auch der OB erwarten, wie es die Nähe zu TU, Hochschule und die Forschungseinrichtungen auf dem Campus auch ermöglichen. Hanisch hat so angefangen, wie es jetzt seine »Klientel« tut, 2005 mit seiner kleinen Firma (Projekt Consulting) und einem großen Kunden: die Siemens AG, die sich nicht nur für ihn, sondern dann auch für seine Firma interessierte. Was man am Pazifik als »think big« lernt, lässt sich auch am Neckar umsetzen, auf dem Bildungscampus als Schnittstelle von Forschung und Entwicklung und Start ups. »Wer nicht gründet, ist ein Feigling«, liest man auf der Homepage. Noch residiert man im ersten Stock des Forums, das Wort ist angemessen, für einen spektakulären Neubau sind die Weichen gestellt. Man sollte sich von der gut möblierten Chilling-Atmosphäre nicht täuschen lassen, auch nicht davon, dass es nicht nach Arbeit riecht. Die Transparenz der Räume, wie geschaffen für kreative Window-Viewer ist das eine, die kleinen »Zellen« für intimes und intensives Arbeiten das andere. Spielplatz für Kreative oder Arbeitsplatz fürs Konkrete? Hanisch spricht am liebsten von einem »Öko-System«, vom Geben und Nehmen, davon, dass man gerade bei Start-ups nicht »Scheitern« sagen sollte, sondern »Lernen und Erfahrungen« sammeln. Das muss man sich aber auch leisten können, neben einem langen Atem braucht man wohl auch eine Fähigkeit, über die Hanisch im ganz besonderen Maß verfügt: übers Produkt, seine Vermarktung, die Ideen und Ziele der junge Starter noch hinaus zu denken. Darin liegt maximales Potenzial, ebenso auch, weil man nicht darauf fixiert ist, dass sich Ergebnisse sogleich rechnen müssen. Aus Gemeinnützigkeit kann auch ein »gemein«-samer Nutzen entstehen. Wenn sich diese Denkweise mehr und mehr durchsetzen soll, dann können auch das die Campus Founders erreichen. ◆ → Auf Seite 28 stellen wir Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel fünf Fragen zum Thema »Transformation«. Kommen Sie zu uns ins Team! Wir arbeiten nach dem infans- Konzept in offenen Gruppen und bieten Fach beratung, Fortbildungen, Supervision und ein tolles Umfeld. Interesse geweckt? Dann melden Sie sich unter 07131 56-2603, weitere Infos unter www.heilbronn.de/karriere Was wäre Heilbronn ohne Erzieher*innen? Wir suchen pädagogische Fachkräfte! Kapitel 27

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Fünf Fragen zum Thema »Transformation« an OB Harry Mergel In Ihrem Sprachgebrauch, vor allem der letzten Monate, taucht immer häufiger das Wort »Transformation« auf, besonders im Hinblick darauf, wie sich Heilbronn wirtschaftlich und wissenschaftlich für die Zukunft aufstellen soll – können Sie diese Vorstellung konkretisieren? Traditionell ist Heilbronn eine Industriestadt, sie muss sich dabei auch immer wieder aktuellen Anforderungen stellen. Das meine ich mit dem Begriff der »Transformation«: Die Bedeutung der »alten« Industrie wird geringer, die Industrie rund um die Themen Auto, Mobilität, Maschinenbau, Zulieferer ist gehörig unter Druck. Wir müssen uns daher breiter aufstellen und eine neue Industrie »zaubern«: Die Bereiche Life Science, IT, Bio-Technologie und Medizintechnik sind hier noch unterentwickelt, sind aber allesamt Zukunftsindustrien. Für diese Industriezweige haben wir das Gewerbegebiet Wohlgelegen neu aufgestellt. Können Sie sich in dem Zusammenhang »Universitätsstadt – Bildungsstadt – Wissensstadt« evtl. auch »Forschungsstadt« und »Weinstadt« Heilbronn noch weitere inhaltlich zutreffende Titulierungen vorstellen oder anstreben? Heilbronn ist auch Einkaufsstadt, Wirtschaftsstandort, Oberzentrum der Region, Freizeitstadt, Sportstadt und Musikstadt. Transformation kann nur gelingen, wenn die Menschen, die man dafür braucht, hier nicht nur ausgebildet werden sondern dann auch bleiben. Was will man ihnen bieten, das sie über den Arbeitsplatz hinaus hier hält, auch im Wettbewerb mit anderen Städten? Die Angebote sind je nach Altersgruppe unterschiedlich, es kommt doch stark auf das Lebensgefühl an. Ist Heilbronn eine Stadt, in der man gut arbeiten und leben kann? Wir meinen natürlich »Ja«, denn Heilbronn hat eine hohe Lebens- und Freizeitqualität. Der Bestand ist schon einmal gut, und wenn Neues dazukommt, dann ändert sich auch das Bestehende. So bietet Heilbronn alles. Demnächst kommt die »Ecole 42« nach Heilbronn, der Bildungscampus ist zugebaut, wo hat die Stadt noch Reserven? Oder anders gefragt: Warum gibt es in Heilbronn für alles und jedes einen »Masterplan«, aber nicht für das Industriegebiet mit seinen Brachflächen? Die Reserven der Stadt liegen vor allem im neuen Gewerbegebiet Steinäcker zwischen Böllinger Höfen und Neckargartach. Hier hat gerade die innere Erschließungsplanung begonnen. Was das alte Industriegebiet angeht, so darf ich darauf verweisen, dass es bis 2003 Sanierungsgebiet war – das seinerzeit größte im Land! Damals wurden – auch mit Sanierungsmitteln – die Grundlagen für die Innovationsfabrik, den Handwerkerhof sowie den Rückbau und die Neuerschließung des seinerzeitigen Solvay-Areals (heute: Wohlgelegen) gelegt. Es gab zudem viele Abbrüche und Aufwertungen durch Grünflächen. Es gibt in Heilbronn zwei Entwicklungslinien, die immer mehr auseinanderlaufen. Einmal die im Bereich Wissen, Bildung, Forschung, von der Schwarz-Stiftung vorgegeben, und eine zweite, die das soziale und kulturelle Leben in der Stadt betrifft. Während die eine Linie ansteigt, trifft das auf Letztere weniger zu, z. B. die Innenstadtattraktivität. Wäre hier »Transformation« nicht auch angesagt, nachdem bisherige Ansätze nicht so richtig »durchschlagen? Oder anders gefragt: Wird die City zur Fressmeile – und wo bleiben hier die Sichtbarkeit, Angebote und Aktionsräume für Kultur und soziales Leben? Von zwei Entwicklungslinien zu sprechen trifft aus meiner Sicht nicht den Kern der Wirklichkeit. Richtig ist, dass die Entwicklungen am Bildungscampus als äußerst erfreulich zu bewerten sind. Sie haben beispielsweise mit der Ansiedlung der Technischen Universität München dazu geführt, dass Heilbronn heute Universitätsstadt ist. Die steigende Anzahl Studierender in Heilbronn führt nicht nur zu einer erfreulichen Steigerung von Frequenz in der Innenstadt, sondern auch zu vielen neuen Impulsen und Ideen von Menschen, die Heilbronn im ersten Moment »von außen« betrachten. Dass die von der Stadtverwaltung und ihren Unterstützern entwickelten Maßnahmen weniger Wirkung zeigten, kann ich nicht nachvollziehen. Ganz im Gegenteil: Besucher von außen bekräftigen jedes Mal, dass Heilbronn auch als Einkaufsstadt attraktiv ist. Und wenn ich die zuletzt erfolgten Ansiedlungen von neuen Innenstadtakteuren wie z. B. das Haushaltswarengeschäft Tritschler, Decathlon und Rossmann im K3, den Juwelier Hofmann oder Hallhuber ansehe, dann bin ich der Überzeugung, dass wir viele Dinge richtig machen. ◆ Hanix Nr. 66 28 TRANSFORMATION

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Trenne dich von deinem Kameraden Auf dem Bahnhof, Gehe am Morgen in die Stadt Mit zugeknöpfter Jacke, Suche dir ein Quartier Und wenn dein Kamerad anklopft: Öffne, o öffne die Tür nicht Sondern Verwisch die Spuren … In memorian Dr. Jürgen Stein Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Archiv Das sind die ersten Zeilen aus dem sehr, sehr langen Gedicht »Lesebuch für Städtebewohner«, das Bertolt Brecht von 1926 schrieb und das auf besondere, fast prophetische Weise umschreibt, wie es dem Heilbronner Literaturwissenschaftler Jürgen Stein ergangen ist, zu dessen Schicksal Bert Brecht geworden ist. Vor allem aber sein Stück »Mann ist Mann«, das in etwa zur gleich Zeit entstand wie dieses Gedicht. In Heilbronn 1943 geboren und aufgewachsen, wo man ihn nur »Ede« nannte und auch so kannte (übrigens auch als Gründungsmitglied des Jazzclub »Cave« und Womanizer), war er schon, in den frühen 60er Jahren einer, der so etwas wie den intellektuellen Führungsanspruch der damals so genannten »zornigen jungen Männer« vor allem auf sich bezog. Dieser so betitelte deutsche Spielfilm von 1960 thematisierte und artikulierte schon früh eine Systemkritik an der Adenauerschen Bundesrepublik (am Beispiel eines Lebensmittelskandals!), die sich im Laufe der nächsten Jahre noch verstärken sollte und am Ende in den Gewalttaten der RAF mündete. Da war Jürgen Stein aber schon stadtflüchtig geworden – zugunsten einer noch größeren. Nach einer Banklehre bei der »Handelsbank« (heute BW-Bank) ging er nach Wien, um hier seine Matura (Abi) zu machen. In einem Gespräch Anfang der 2000er Jahre nannte er seine Gründe dafür: »Bewegt von der Vergangenheit, Schuld und Verdrängung, auch in Heilbronn und nachdem 1968 das alte Stadttheater gesprengt worden war, beschloss ich, Heilbronn zu verlassen.« Seine lebenslange Leidenschaft und seine späterem Studien galten dem Theater. Er erzählte, dass er 1969 in den USA, New 30 York, im »Judenviertel« wohnte, beschäftigt bei der deutschen UN-Botschaft (Kultur/ Ausstellungen), involviert in den Besuch des Bundeskanzlers Kiesinger ebenso wie in das erste aufsehenerregende Gastspiel des Stuttgarter Balletts mit John Cranko. Hier lernte er in den Kreisen deutsch-jüdischer Emigranten u. a. die Witwe von Bertolt Brechts Bühnenbildner Erwin Piscator kennen, der in New York den »Dramatic Workshop an der New School for Social Research« gegründet hatte, zu dem u. a. die Schriftsteller Carl Zuckmayer und Kurt Pinthus, die Musiker Hanns Eisler, Erich Leinsdorf, George Szell zählten, aber auch der berühmte Schauspiellehrer Lee Strasberg, aus der Stars wie Marlon Brando, Tony Curtis, Harry Belafonte und Tennessee Williams hervorgingen. Von der Piscator-Witwe erhielt Stein den Auftrag, an der Southern Illinois University of Carbondale dessen Nachlass zu ordnen. In den fünf Jahren hier lernte er u. a. auch, »Handschriften richtig zu lesen« und »einzuordnen«, was noch von Bedeutung sein würde. 1973 promovierte er in Wien in Theaterwissenschaft und stand vor der Frage: »Was dann? Will ich in den Archiven wie Marbach verstauben?« Lieber ging er Anfang der 80er Jahre wieder in die USA, wohnte in der Nachbarschaft des Malers George Grosz und lernt dabei die Witwe von Alfred Brooks kennen, einem geradezu besessenen Sammler zur deutschen Exil-Literatur. Sie bewahrte den Nachlass ihres Mannes vollkommen ungeordnet in Kleiderschränken und Kisten auf und verkaufte daraus, wenn sie Geld braucht. Stein erwarb von ihr Nachlassbestände von Max Reinhardt, die Brooks u. a. von der Frau Reinhardts, Helene Thimig und dem Sohn Gottfried »eingekauft« hatte. Helene Thimig, eine der Schauspiel-Legenden der Wiener Bühnen, war übrigens zu einem Theatergastspiel des Kulturrings in Heilbronn! Behilflich war ihm dabei sein früherer Heilbronner Arbeitgeber, die BW-Bank, ihr Direktor Peter Hahn gewährte ihm dafür ein sehr hohes Darlehen. Der Kauf wurde notariell beglaubigt. Nach einer Bestandsaufnahme durch Sotheby`s bezifferte das Auktionshaus den Wert auf 13,8 Millionen Ö-Schilling. Dieser Nachlass ist zu 70 Prozent in einem Nachlass-Verzeichnis erfasst, dem von Hugo Wetscherek (Inlibris-Verlag, Wien) edierten Buch »Max Reinhardt – Manuskript, Briefe, Dokumente, Katalog der Sammlung Dr. J. Stein.« Weiter gehörten zu dem Nachlass auch 178 Regiebücher von Max Reinhardt, Brooks hatte, so erzählte Stein, damit seine Villa dekoriert. Diese erwarb 1952 Marilyn Monroe für 1.335 Dollar, als amerikanische »Strohfrau« im Zwischenhandel«. Die ganze Geschichte dieses theaterwissenschaftlich so bedeutenden Archivs und wie es, dank Stein, schließlich nach Europa kam, ist eine Anreihung anekdotischer Vorfälle, der schönste davon spielt sich beim Zoll in Heilbronn ab. Deklariert als eine Sendung vor allem von alten Kochbüchern konnte sie der Bruder von Jürgen Stein problemlos für 28,70 DM auslösen. In Wien bezahlte man für diese 5.602 Dokumente umfassende Sammlung 2002 75.000 Euro, sie ist jetzt in der Wien-Bibliothek im Rathaus beheimatet. Weil von »nationaler Bedeutung«, hatte man zuvor ein Ausfuhrverbot darüber verhängt. Die BW-Bank bekam ihr Geld wieder. KULTUR Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 Das Brooks-Archiv enthielt u. a. auch Material zu Brecht und ein großes Konvolut von Arbeiten der Bühnenbildner Caspar Neher und Erwin Piscator, wunderbare Skizzen und Entwürfe zu Bühnenbildern und Kostümen, aber auch Schriften und Korrespondenzen von Bert Brecht. An dieser Stelle beginnt der zweite Teil der Geschichte von Jürgen Stein und dem Dichter. Denn nun folgte ein jahrzehntelanger Kampf um die Anerkennung, dass er in dem Besitz des ersten und originalen Typoscripts des Brecht-Stückes »Mann ist Mann« ist. Dieses Typoskript, verfertigt von Brechts Mitarbeiterin und Sekretärin Elisabeth Hauptmann, ist mit vielen handschriftlichen Anmerkungen versehen, Stein war immer felsenfest davon überzeugt, dass sie von Brecht selber stammen und: »Ich glaube, ich habe die Urfassung von 1926«. Die rote Kladde trägt handschriftlich den Titel »Mann ist Mann« mit Verfasserangabe »Berthold Brecht.« Die ursprüngliche Schreibweise seines Vornamens hat Brecht erst später so gut wie nie mehr benutzt. Stein forschte dafür die kleinsten Details und Vergleiche aus, um die Authentizität nachzuweisen, schrieb Archive und Literaturwissenschaftler an, deren Antworten mitunter zustimmend, aber auch erkennbar davon geprägt waren, dass man am Brecht-Erbe weniger Interesse habe oder nur das solche, das von seinen Erbinnen vertreten wurde. Unterstützung und Bestätigung bekam er u. a. von dem Literaturwissenschaftler und Brecht-Experten Prof. Jan Knopf in Karlsruhe. OB Harry Mergel, damals noch Kulturbürgermeister, versprach, sich für eine Aufführung am Theater Heilbronn einzusetzen. Die Ablehnung durch Intendant Axel Vornam, der lieber den eigenwilligen und umstrittenen Brecht-Erbinnen nahe steht, fiel harsch und überheblich aus. Stein hatte vorgeschlagen, das Stück in der ihm vorliegenden Version (viel »lustiger« als die spätere, gedruckte) am Theater Heilbronn zu zeigen. In einem Interview der »Berliner Zeitung« mit DR. JÜRGEN STEIN Manfred Karge, der das Stück 2006 für das Berliner Ensemble (also das Brecht-Ensemble) inszenierte, antwortet er auf die Frage was der Titel »Mann ist Mann« bedeute so: »Der einzelne Mensch, seine Persönlichkeit, oder wie es im Stück heißt, ›der Charakterkopf‹ wird infrage gestellt. Individualität verliert sich in der Masse, wenn der Einzelne in ihr aufgeht. Dann ist einer wie der andere: Mann ist Mann. Es ist Brechts einziges Stück, das er »Lustspiel« nennt. Mit Recht. Es ist ein lustvolles Spiel, eine Komödie. Sie lebt aus der Spielfreude der Schauspieler und ist für das Publikum ein Vergnügen. Ein wunderbares Stück. Ich habe selten ein Stück gefunden, das so viel Humor hat, auch hintergründigen Humor. ›Mann ist Mann‹ ist ein sprachlich virtuos durchkomponiertes Meisterwerk, das auch seinen beängstigenden politischen Themen gerecht wird. ( …). Die deutsche Literatur ist ja mit Komödien nicht gerade reich gesegnet. Es gibt nur eine Handvoll. Brechts ›Mann ist Mann‹ gehört dazu und ist ein Juwel. Allein deshalb muss man das Stück spielen.« Jürgen Stein hat nie aufgehört, um die Anerkennung »seines« Manuskriptes zu kämpfen und als penibler Archivar alles und jeden Schriftwechsel dokumentiert. Das ist ein Stück deutscher Literaturgeschichte geworden. Es ist zu hoffen, dass sein Nachlass in Wien die gebührende Aufmerksamkeit und Würdigung findet. Der Ende Januar in Wien Verstorbene hatte aber auch noch eine ganz andere Seite und diese hat ihm in Wien zu großer Popularität verholfen. Dank seiner Tatkraft und Initiativen wurde aus dem heruntergekommenen »Spittelberg«, das Viertel liegt gleich hinter dem Museumsquartier, ein Szeneort mit Cafés, Galerien, Märkten, vor allem der von ihm initiierte Weihnachtsmarkt gilt als der schönste in Wien. Der Spittelberg ist ein Paradebeispiel dafür, was z. B. aus der Bahnhofsvorstadt werden könnte. Sein letzter großer Wunsch war, nicht nur Wien, sondern auch seine Heimatstadt literarisch zu bereichern. Sein Elternhaus in der Kirchbrunnenstraße sollte das »Literaturhaus« von Heilbronn werden, ein renommierter Wiener Architekt hatte überzeugende Ideenskizzen dazu gefertigt, die zeigten, dass hier sehr viel mehr Raum und Nähe für Besucher, die Arbeit und das Kleist-Archiv Sembdner geboten gewesen wäre als im Trappensee-Schlösschen. Vielleicht hätte er darum weitergekämpft, wenn es ihm seine schwere Erkrankung erlaubt hätte. Aber es heißt ja auch nicht zu Unrecht: »Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande!« ◆ 31

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Butoh, Tanztheater und Tanz!HN – ein Monat voller Bewegung. Von Leonore Welzin, Fotos: Theater Heilbronn Der Mai ist gekommen, die Beine schlagen aus … Hanix Nr. 66 Schwungvoll fliegt das gestreckte Spielbein einer Ballerina bis an den Kopf, fachsprachlich nennt man das »Grand Battement«. Das »große Schlagen« ist eine von vielen Varianten: Ein Battement kann groß oder klein, es kann eingewickelt (enveloppé), ausgewickelt (developpé), geklopft (frappé), gesteckt (tendu), gestreckt geworfen (tendu jeté), ja sogar geschmolzen (fondu) sein. Es wird einzeln oder in Serie ausgeführt, dann ist es eine Batterie. Auch Begriffe wie chassé (jagen), échappé (entkommen), fouetté (peitschen) oder piqué (stechen) erinnern an die Herkunft des klassisch-akademischen Tanzes aus Kadettenschulen. Als Inszenierungskunst vom Feinsten hat sich der höfische Tanz für die Bühne über drei Jahrhunderte zur Hochform entwickelt. Nach wie vor ist der Spitzentanz stilbildend, selbst wenn er, wie Anfang des 20. Jahrhunderts, der Avantgarde dazu diente, sich davon abzugrenzen: Statt in Spitzenschuhen wurde nun barfuß getanzt. Statt körperbetonter Kleidung und Knotenfrisur flatterten offene Haare und Tücher. Statt feudalherrschaftlich steiler Hierarchien – von den Eleven bis zum Tanzmeister alter Schule, die der armierten Bewegungskunst Anmut und Grazie verleihen, entstehen zur Jahrhundertwende Künstlerkolonien, in denen sich Sinn- und Wahrheitssucher (z. B. auf dem Monte Vérita) auf Augenhöhe austauschen und den 32 Rhythmus als verbindendes Element zwischen Musik, Malerei und Tanz neu entdecken. Analog zum Expressionismus (in der Bildenden Kunst) entspringt der Ausdruckstanz der Aufbruchstimmung des Interbellum nach dem Ersten Weltkrieg. Weltweit macht der Expressionistische Tanz, (auch: Neuer Tanz oder German Dance genannt) Furore. Mit Gründung der »Folkwangschule für Musik, Tanz und Sprechen« 1927 durch den Bühnenbildner Hein Heckroth (1901 - 1970) und den Choreografen Kurt Jooss (1901 - 1979) geht der pädagogische Anspruch einher, in den Künsten interdisziplinär und spartenübergreifend auszubilden. Ein ideengeschichtlicher Ansatz, der nach dem Zweiten Weltkrieg unterschiedliche Strömungen der Tanzmoderne hervorbringt: in Deutschland das Tanztheater à la Pina Bausch (1938 - 2009) und in Japan den Butoh des Gründer-Duos Tatsumi Hijikata (1928 - 1986) / Kazuo Ohno (1906 - 2010). Im Butoh wird, vereinfacht gesagt, das Trauma der A-Bomben (die 1945 Hiroshima und Nagasaki zerstörten) unter Einfluss des Ausdruckstanzes und mittels Rückbindung an schamanistische Praktiken verarbeitet. Zwei Tanzereignisse im Mai präsentieren in Stuttgart und Heilbronn/Ludwigsburg Paradebeispiele von Butoh und Tanztheater. Ein außergewöhnliches Projekt ist die multimediale KULTUR

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Hanix Nr. 66 Performance »Peenemünde Compassion«, das die Künstlerin Sibylle Duhm-Arnaudov im Theaterhaus am Samstag, 23. Mai vorstellt. An kaum einer anderen historischen Stätte sind Nutzen (»Wiege der Weltraumfahrt«) und Risiken (»Hitlers geheime Raketenschmiede«) des technischen Fortschritts offensichtlicher miteinander verwoben als im Norden der Ostseeinsel Usedom. Aus der Heeresversuchsanstalt wurde während des Kalten Krieges ein Militärstützpunkt, schließlich erklärte man das Areal zum denkmalgeschützten Weltkulturerbe. Ausgehend von der bewegten Geschichte befasst sich »Peenemünde Compassion« mit der Ambivalenz von Forschung und Fortschritt einerseits und Zerstörungswahnsinn andererseits. Duhm-Arnaudov, geboren in Walheim am Neckar, lebt heute in Stuttgart. Mit dem japanischen Butoh-Tänzer Seiji Tanaka (Schüler des Butoh-Vaters Kazuo Ohno), der japanischen Sopranistin Yasuko Kozaki (ehemaliges Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart) sowie dem Filmer Günther Raupp erkundete Sibylle Duhm-Arnaudov 2019 in den Bauruinen vor Ort die Grenze zwischen menschlichem Forscherdrang und den Abgründen und Folgen menschlicher Zerstörungswut. In einer Neuauflage mit dem Pianisten Noam Sivan wird das Projekt »Peenemünde Compassion« im Stuttgarter Theaterhaus zu erleben sein. »Ich tanze, also bin ich« paraphrasierte Kazuo Ohno einst René Descartes (1596 - 1650) berühmtes Dictum »Ich denke, also bin ich.« Den Rationalismus überwinden, ohne Irrationalismen anheimzufallen, ist Ziel des Tanzes. Einem Ausnahme-Tänzer wie Kazuo Ohno war das vergönnt. Die Choreografin Pina Bausch verehrte den japanischen Altmeister des metaphysischen Tanzes und lud ihn sogar in ihre Homebase Wuppertal ein. Ihr Credo ist ein Appell: »Tanzt, tanzt, sonst sind wir verloren!« – Der Tanz als Wunderwaffe? Der Filmemacher Wim Wenders hat dem Tanztheater Wuppertal mit »Pina« ein filmisches Denkmal gesetzt, in dem besonders eine Produktion einen prominenten Raum einnimmt: »Vollmond«. Die magische Faszination der Nächte, in denen der Mond in seiner vollen Pracht zu sehen ist – sie ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst – hat auch Pina Bausch zu einem eigenen Stück inspiriert: Ein riesiger Felsen, eine silbrig glänzende Landschaft und sprühender Regen werden zum Mittelpunkt der Choreografie. »Vollmond« ist eines ihrer Meisterwerke. Dank einer neuen Kooperation mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen ist dieses legendäre Stück Teil und Höhepunkt des Festival Tanz!Heilbronn. Zu sehen an drei Tagen (Do. 28., Fr. 29. und Sa. 30. Mai jeweils um 20 Uhr) im Forum am Schlosspark in Ludwigsburg. Am Sonntag 31. Mai wartet das Festival Tanz!Heilbronn, das fast ausschließlich mit Gastspielen bestückt ist, mit einer Eigenproduktion auf. Geleitet wird das Tanztheaterprojekt »Once upon a time in Heilbronn« von der Haus-Choreografin und Tanzpädagogin Barbara Buck sowie dem Chef-Dramaturgen Andreas Frane. Das Projekt wirft einen Blick zurück in die Zeit der amerikanischen Besatzung, befragt Zeitzeugen und erkundet Dokumente, die das Verhältnis der Heilbronnerinnen und Heilbronner zu den bis 1992 hier stationierten US-Amerikanern unter die Lupe nimmt. ◆ TANZ!HN Paula Modersohn-Becker, Bäuerin zwischen Birken, 1904/1905, Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart VOM BLAUEN REITER ZU DEN JUNGEN WILDEN EXPRESSIVE MALEREI AUS EINER UNBEKANNTEN PRIVATSAMMLUNG 29.02.– 28.06.2020 →→ KUNSTHALLE VOGELMANN 74072 Heilbronn, Allee 28, Di–So, Feiertag 11-17 Uhr, Do 11-19 Uhr, www.museen-heilbronn.de 33

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Üppiges Oeuvre, interessante Konzepte, gute Kritiken – LOTHAR HEINLE, geboren 1965 in Heilbronn, leitet seit zehn Jahren die Konzertreihe »Perspektiven Heilbronn«. Inhaltlicher Schwerpunkt der Perspektiven- Konzerte ist die moderne und experimentelle Musik des 20. und 21.Jahrhunderts. »Wenn Technik im Spiel ist, muss man auf Überraschungen gefasst sein«, sagt der Experte, dessen langjähriges Interesse für die Geschichte und Entwicklung der elektronischen und elektroakustischen Musik verschiedene Facetten zeitigt. Von Leonore Welzin Fotos: Nico Kurth Hanix Nr. 66 Die Klänge zwischen den Klängen 34 Hanix: Herr Heinle, Sie sind Musikwissenschaftler, Komponist, Klangregisseur, Sänger und Musikkritiker – habe ich etwas übersehen? Lothar Heinle: Nein (schmunzelt). Wie verhalten sich diese Be-Rufe zueinander? Sie bedingen einander alle irgendwie. Wenn ich beispielsweise als Musikkritiker auf Termin gehe und z. B. Gastchöre oder andere zeitgenössische Musik höre, dann kommen immer sofort Ideen und Inspirationen. Der Komponist fängt an, mitzudenken, und es ist manchmal recht schwierig, sich dann wieder auf die eigentliche Rolle als »Berichterstatter« zu konzentrieren. Als Musikwissenschaftler bin ich breit aufgestellt und interessiert. MUSIK

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Hanix Nr. 66 Mein Homo fugit (2016) für Chor und Cello hätte ich ohne die einmal erlernten Kenntnisse über die Vokalmusik des 15. und 16. Jahrhunderts nicht so schreiben können. Das war damals beim Studium in Tübingen ein wichtiger Schwerpunkt. Diese Musik fasziniert mich bis heute, und es ist erstaunlich, wie wagemutig Komponisten wie Josquin Desprez (1450 - 1521), Jacob Obrecht (1457 - 1505) oder Jacob Clement (1510 - 1556) zu ihrer Zeit waren. Einer meiner Schwerpunkte ist das Interesse für die Zusammenhänge zwischen Musik und Medien sowie zwischen Musik und Memorialkultur. Wie erinnern Komponisten? Gerade im 20. Jahrhundert gibt es dafür eindrückliche Beispiele, die sich thematisch z. B. mit Dresden, Guernica, Katyn oder Lidice befassen. Oder mit verschiedenen Aspekten der Shoa. Der österreichische Keyboarder Joe Zawinul (1932 - 2007) hat ein großartiges Album über Mauthausen mit dem treffenden Titel »...vom großen Sterben hören« gemacht. Das alles ist ungeheuer inspirierend. In diese Kategorie fällt vermutlich auch Ihre Komposition Okka, die unlängst beim Perspektivenkonzert im März in den Städtischen Museen im Deutschhof vom Stuttgarter Kontrabassisten Benedikt Büscher uraufgeführt wurde. Können Sie etwas zur Entstehung und Umsetzung sagen? Okka sind drei Fragmente für Kontrabass. Die Komposition fußt auf Notizen des jüdischen Kaufmanns Marcel Nadjari, der 1944 von Athen nach Auschwitz deportiert wurde. Es gelang ihm, über seine Arbeit im gefürchteten Sonderkommando schriftliche Aufzeichnungen zu hinterlassen. Erst vor wenigen Jahren wurden diese Texte in griechischer Sprache bei Grabungen nahe dem ehemaligen Krematorium III gefunden. Sie befanden sich in einer verstöpselten Thermosflasche, die in eine Ledertasche gewickelt war. Nadjari berichtet darin unter anderem, dass von einem Menschen nur etwa »ein halbes Okka Asche« übrigbleibt, das entspricht rund 600 g. Auf die Geschichte bin ich im Spiegel (7/2017) gestoßen. Die drei Fragmente, bruchstückhaft kurz, flüchtig, verwehen sie wie Asche im Wind, erinnern an kurze Lebensfunken, an erstickten Aufschrei. Es gilt ein möglichst ruhiges Zeitmaß, um alle Aktionen gut hörbar werden zu lassen. Falls es die Konzertsituation erlaubt, können die grafisch notierten Aktionen des dritten Fragments elektroakustisch verstärkt und mit Effekten belegt werden. Für die Wiedergabe wird keine aufwendige Anlage benötigt. Es genügt ein Aktivlautsprecher oder -monitor, der möglichst vom Publikum abgewandt oder »versteckt« aufgestellt sein soll. Zurück zur wechselseitigen Beeinflussung Ihrer unterschiedlichen Professionen… Beim Komponieren meldet sich auch der ausübende Musikkritiker, nämlich in der Frage: Wie erreiche ich ein Publikum? Allzu oft ist in der Geschichte der Neuen Musik am Publikum vorbeikomponiert worden. Mit Musik aus dem akademischen Elfenbein-Turm, die nur für Ausgewählte ist und viele verschreckt, damit kann man niemand überzeugen – zumal hier, in der musikalisch-akademischen Provinz, ich meine das ganz positiv. Für wen schreibe ich, was will ich erreichen? Daher orientiere ich mich in allen Stücken – egal ob elektronisch oder instrumental – gerne an außermusikalischen Inspirationen. Ein Text, ein Gedicht, ein Anlass, ein bildendes Kunstwerk, eine plastische Arbeit, eine Installation. Man sollte dem Hörer etwas LOTHAR HEINLE an die Hand geben. Auch die sprachliche Vermittlung Neuer Musik ist wichtig. Veranstaltungen wie das Gesprächskonzert am 9. Februar in der Christuskirche können da sehr helfen. Auch Räume können entscheidend sein, Kirchen zumal. Aber auch Räume, die nicht ursprünglich für Musik gemacht sind – aktuell gerne in der Kunsthalle Vogelmann oder den Städtischen Museen im Deutschhof. Mit Wehmut denke ich an die Galerie von Manfred Rieker an der Inselspitze. In den Räumen unter der Brücke konnte man tolle Sachen machen. Ihr Vorgänger der Perspektivenkonzerte, Helmuth Flammer (1949) hat das lakonisch und schön provokant zugespitzt: »Elektronik hat mit Musik nichts zu tun, Musik atmet, das kann Elektronik nicht«. Zum einen hat er recht, dann aber auch wieder nicht. Leider ist Helmuth zu wenig in den technischen Gegebenheiten und Entwicklungen heutiger elektronischer Musik drin, die ein sehr weites Feld ist. Natürlich kann sie nicht atmen, so wie ein Instrumentalist ein Stück mitatmet. Das könnte die Elektronik nur im Falle einer Echtzeit-Bearbeitung instrumentaler Klänge. Reine akusmatische Musik hat per se einen definierten Ablauf in der Zeit, daher ist es auch »music for tape« bzw. für heutige Tonträger. Alle kompositorischen Entscheidungen müssen im Studio, am Computer etc. getroffen werden, nicht in der Live-Situation. Sie haben mal gesagt, Sie suchen »die Klänge zwischen den Klängen«. Es sei »interessant, der Präzision der Elektronik ein Schnippchen zu schlagen, Unschärfen und Nichtlinearität zu schaffen« Das sollte ein Ziel meiner Arbeit sein. Ich arbeite nicht mit synchronisierten Signalen, ich erzeuge keine rhytmischen grids wie in der EDM (Electronic Dance Music), wo alles exakt übereinander passen muss. Substanz sollte frei fließen können, es ist (im akusmatischen Bereich) die experimentelle Suche nach Klangkonstellationen, die a) zueinander passen und b) nichts auf den ersten Blick Wiedererkennbares haben. Ein Teil meiner Inspiration liegt auch in den sogenannten Krautrock-Elektronikern Klaus Schulze (1947) und Tangerine Dream – die alte Formation mit Edgar Froese (1944 - 2015) und deren experimentelle Alben von 1969 bis 1975. Da wurde mit Klängen experimentiert, die Synthesizer waren noch keine geglätteten Preset-Maschinen, von denen man möglichst naturgetreue Piano- oder Bläsersounds erwartete. Dazu wurden sie ursprünglich auch nicht gebaut. Was sind die Verdienste von Froese und Schulze – und sind beider Nonkonformismus ein typisches Phänomen der 1970er Jahre? Beide Musiker haben – erst gemeinsam, ab 1972 dann getrennt – neue elektroakustische und elektronische Klangmöglichkeiten 35

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aufgezeigt. Zunächst ging es darum, sich im besten Geist der 68er zu befreien, und zwar vom Konsumformat der 45rpm- Pop-Single. Gerade mal drei Minuten oder so, dann war Ende. Schulze und Froese – dann später auch Gruppen wie Can oder Faust – haben Stücke gemacht, die 10 oder 15 Minuten lang waren, sogar eine ganze Schallplattenseite lang dauerten, also etwa 24 Minuten. Alles irgendwo zwischen Freak-out und Experiment, man schielte auch mit einem Auge zur Elektronischen Musik à la WDR Köln, den Tondbandarbeiten eines Karlheinz Stockhausen, György Ligeti oder Klaus Michael Koenig. Tangerine Dream ist im November 1972 mit einer »Klangwald«-Performance auch im Sendesaal des WDR aufgetreten, ganz selbstverständlich wurde die Klais-Orgel klanglich integriert. Bei früheren Live-Auftritten konnte es schon mal vorkommen, dass man zu den per Kontaktmikrofon verstärkten Geräuschen von Flipper-Automaten improvisiert hat. Froeses Lust am ungezügelten Experiment war auch Frust, beispielsweise am akademischen Establishment. An der Universität wurde Froeses Promotion des kategorischen Imperativs von Kant abgelehnt, weil sie mit der akademischen Denkweise nicht konform war. Froese verließ das Kolleg mit der Bemerkung: »Der Staub der Universitäten liegt wie ein Leichentuch über der Wahrheit.« Interessanterweise waren aber sowohl Schulze als auch Froese mit der Gruppe Tangerine Dream nur bis etwa 1975 »nonkonformistisch«. Dann beherrschten alle ihre Instrumente besser, es kamen neue Synthesizer dazu, mit denen man auf einmal auch Sounds besser speichern und mehrstimmig spielen konnte. Rhythmusgeräte kamen hinzu usw., auch lukrativere Plattenverträge. Die Musik der einstigen »Berliner Schule« wurde rhythmischer, auch kommerzieller. Aber es gibt immer noch interessante Alben, auch aus den späten 36 70er und 1980er Jahren. Leider hat das dann auf der anderen Seite auch den experimentellen Zug rausgenommen, es fehlte der Mut zum Klang-Risiko. Das haben dann Strömungen und Einflüsse wie »Industrial« in England etc. weitergeführt. Klaus Schulze hat eine Zeitlang mit dem Cellisten Wolfgang Tiepold zusammengearbeitet. Da entstand mit Audentity (1983) dann ein Doppelalbum, das wieder etwas zum experimentellen Charme der Frühzeit zurückkehrte. Aktuell mag ich auch Musiker wie die französische Klangbildnerin Bérangère Maximin (1976), die ein »klassisches« Studium der elektronischen Musik bei Denis Dufour (1953) absolviert hat und heute einen Mix aus musique concrète und aktuellem Ambient-Sound macht. Da treffen viele Spielarten zusammen, von aufgenommenen Klängen aus ihrer Umwelt über elektroakustischen Spielereien mit Effektpedalen bis zum Computer. Nochmal zurück zu den Unschärfen. Kann man solche Unschärfen an einem Klangbeispiel aus Ihrem Werk erläutern? Konkret z. B. das elektronische Zuspiel für incontri... ferne… II (2014). Es ist unabhängig von der Violin-Stimme entstanden, aber ich wusste, es würden sich »Annäherungen«, »Begegnungen« und »Entfernungen« zwischen Live-Instrument und Zuspiel ergeben, ganz organisch. Dieses Werk hat eine interessante Entstehungsgeschichte. Es wurde ja schon dreimal aufgeführt, zuerst im Oktober 2015 von Nanna Koch als Stück für Solo-Violine, dann am 11. März 2016, zum Gedenken von »Fünf Jahre Fukushima« als akusmatische Musik und schließlich im Mai 2019 in der erwähnten Version Solo-Violine mit Zuspiel. Das bringt mich zur nächsten Frage: Sie gliedern Ihr Œuvre in Vokalmusik, Werke für Ensemble, Solo-Instrumente, Instrument und Elektronik sowie akusmatische Musik, die Kategorie, die mit 23 Stücken am umfänglichsten ist. Was versteht man, bzw. was verstehen Sie unter Akusmatik? Den Begriff hat mir der 2019 verstorbene ostdeutsche Komponist Georg Katzer (*1935) nahegebracht. In den Philosophenschulen der Antike gab es bevorzugte Schüler, die um den jeweiligen Meister herumsitzen und ihn so direkt hören konnten. Andere konnten den Meister nur hören, aber nicht sehen – sie standen hinter einer Leinwand. Das waren die akusmatikoi. Bei akusmatischer Musik ist die Leinwand die Membran des Lautsprechers – die Zuhörer sehen und wissen nicht, was sich hinter der Membran abspielt. Beim Gesprächskonzert zur Uraufführung der Lichtlinien III für Orgel & Elektronik am 9. Februar 2020 in der Christuskirche Heilbronn mit Hans-Martin Braunwarth an der Orgel hatten Sie erwähnt, dass Elektronische Musik für Sie »die andere Seite« sei, als Gegenpol zur akustischen Instrumental- und Vokalmusik. Als Bild dafür führe ich immer gerne den Disney-Kurzfilm Thru The Mirror (1936) an. Mickey Mouse träumt darin, er könne die Fläche eines großen Spiegels durchschreiten und befindet sich auf einmal im anderen »Raum«, also dem spiegelverkehrten Zimmer. Entsprechend »Alice-In-Wonderland«-mäßig verhalten sich darin aber auch alle spiegelverkehrten Möbel und Gegenstände in diesem »Traumraum«… Stellt man zwei Spiegel einander gegenüber, so pflanzt sich in ihnen ein Spiegelbild bis ins abzählbar Unendliche fort. Auch dieser Effekt hat mich immer fasziniert, schon als Kind am großen dreiteiligen Spiegel des Frisiertisches meiner Mutter - in der 1960er und 70er Jahren hatte man so etwas… Die Flügelspiegel konnte man einander so gegenüberstellen, dass sie den beschriebenen Effekt ergaben. Arbeiten Sie auch mal für die Schublade, wenn Sie für normale akustische Instrumente schreiben? LOTHAR HEINLE Hanix Nr. 66

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Nein, eigentlich nie. Wohlmeinende Kollegen kommen zu mir und sagen: »Schreib‘ doch mal ein Streichquartett.« Einfach so. Aber wozu? Das ist eine Menge Arbeit mit ungewissem Ausgang. Ich bevorzuge es, für einen konkreten Anlass bzw. einen konkreten Interpreten zu schreiben. Das motiviert auch mehr. Ich schreibe Noten immer noch ganz konventionell von Hand mit Bleistift auf Papier. Da muss man vorher viel überlegen. Ich gehe lange mit einem Stück im Kopfe schwanger, bevor überhaupt mal der Stift aufs Papier kommt. »Monty Python«-Mitbegründer John Cleese hat einmal festgestellt, dass es heute so wenig Kreativität gibt, weil keiner mehr zur Ruhe findet. Die ist aber nötig. Man kann Kreativität nicht erzwingen. Sie kommt aus dem Unterbewusstsein. Ich habe z. B. viele Ideen auf Fahrten mit dem Stadtbus. Oder an der Bar im »Enchilada« (lacht). Man sitzt einfach da, der Geist kann sich entfalten, man muss gerade mal nicht konzentriert aufs Handy schauen oder dringend irgendwas machen. Man ist nicht abgelenkt. Seit zehn Jahren leiten Sie die Reihe Perspektiven-Konzerte. Was ist Ihre Bilanz? Mein Anliegen war es von Anfang an, eine stilistische Vielfalt abzubilden, möglichst gemischte Positionen – im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten. Konzerte mit Programmen für oft nur einen Solo-Interpreten mögen von anderer Seite als Mangel empfunden werden. Aber bei mir haben die Interpreten die Chance, auch mal ihre solistischen zeitgenössischen Stücke zu zeigen. Das ist bei anderen Veranstaltern oft nur schwer möglich. Unsere Zuhörerzahl ist konstant, und ich höre immer wieder von weit gereisten und erfahrenen Interpreten, wie aufmerksam unser Publikum hier ist – anders als in manchen Großstädten und »Zentren« der Neuen Musik. Durch mich hat natürlich die GONZALES & FAUSER Sparte der Elektronik stärker Eingang gefunden. Aber auch hier muss man dosieren. Wie gesagt, ich bin hier in erster Linie Programmmacher. Ich muss an mein Publikum denken. Ich habe keinen Sendungsauftrag, ich will hier keinen Kulturkampf machen. Das hat in Heilbronn auch wenig Sinn. Sie müssen hier immer erst einmal überzeugen. Das schaffen Sie nicht, wenn Sie von Anfang an ein Publikum gegen sich aufbringen. Was wären Ziele für die nächste Dekade? Ich wünsche mir vor allem eine weiterhin konstante Finanzierung! Ich will nicht unbedingt mehr Mittel, ich kann mit dem arbeiten, was zur Verfügung steht. Ich möchte auch nicht mehr Konzerte machen. Es ist schon schwer genug, vier Konzerte in der Saison zu platzieren, wenn man genau darauf achten will, dass es keine Überschneidungen mit anderen Reihen gibt. Und ich würde mir dringend eine Verjüngung des Publikums wünschen. Der »professionelle« Musikhörer bürgerlichen Zuschnitts stirbt allmählich aus. An jüngerem Publikum kommt leider zu wenig nach. Es gab in der Vergangenheit unter meinem Vorgänger Versuche der Zusammenarbeit mit Schulen, aber das kann man heute nicht mehr auf good-will-Basis mit den Musikern machen. Zudem kam bei großem Aufwand wenig herum, es hat einfach nichts gebracht. Umgekehrt freue ich mich natürlich, dass schon junge Instrumentalisten heute bei »Jugend musiziert« ganz selbstverständlich auch Zeitgenössisches spielen und damit Preise erlangen. Somit sieht zumindest die Zukunft für den Nachwuchs ausübender Interpreten bei zeitgenössischer Musik nicht schlecht aus. ◆ 37

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Wer gerne entspannt, eine gute Tasse Kaffee genießt, und das Ganze dann in einem Ambiente macht, das dem eines Wiener Kaffeehauses gleicht, der ist in der Heilbronner Christophstraße 13 richtig. Doch das Kaffeehaus Hagen im ehemals berüchtigten »Hawaii«hat noch weit mehr zu bieten – und das seit über 85 Jahren. Von Matthias Marquart Fotos: Ulla Kühnle Ein Hauch Wien Als Willy Hagen das Familienunternehmen 1934 gründete, hatte die Rösterei gerade einmal fünf Mitarbeiter und befand sich auf einem Gelände in der Größenordnung von etwa 100 m 2 . Schon damals drehte sich alles um das Kernprodukt Kaffee – vom jeweiligen Ursprungsland und Anbaugebiet über den Einkauf, die Auswahl, Mischung und Röstung bis hin zur Zubereitung und den Vertrieb. Daran hat sich bis zum heutigen Tag auch nichts geändert. Was sich aber ansonsten in den vergangenen Jahren im Unternehmen getan hat, ist enorm. So arbeiten mittlerweile 50 Mitarbeiter aus zehn Nationen auf dem Anfang der 1990er Jahre bezogenen und nun über 1.500 m 2 umfassenden Firmengelände. Jährlich werden heute 200 bis 300 Tonnen Spezialitätenkaffee von 45 Kaffeesorten aus 18 Ländern geröstet. 1989 übernahm Hanspeter Hagen das Geschäft, der, nachdem zuvor Kaffee, Tee und Gewürze nur im Großhandel vertrieben wurden, den Ladenverkauf einführte. Außer den Verkaufsräumen für Kaffee, Tee und Gewürze, kam das Kaffeehaus und Restaurant – das ursprünglich als Kantine genutzt wurde –, Wohnaccessoires, Kaffeemaschinen und Damenmode sowie Kaffee- und Tee-Seminare und ein umfassendes Kulturprogramm mit Musik, Theater und Kleinkunst hinzu. Und seit 2016 teilt sich mit Tochter Antonia Hagen-Kettemann nun die dritte Generation die Geschäftsführung des Traditionsunternehmens mit ihrem Vater. Familie 1987 in Heilbronn geboren, machte Hagen-Kettemann am Mönchseegymnasium ihr Abitur, studierte in Konstanz Volkswirtschaftslehre und stieg anschließend mit 24 Jahren ins Geschäft ein. Hagen-Kettemann: »Bei mir lief immer alles sehr ›straight‹, ich hab mir keine Pausen gegönnt. Nur einmal während eines sechsmonatigen Auslandsaufenthaltes in Rom. Da wollte ich einfach nur die Sprache, das Land und die Kaffeelandschaft kennenlernen.« Und mit einem Grinsen fügt sie hinzu: »Da hat mein Vater dann gleich meine Mutter nach Rom geschickt, um mich zu fragen, ob ich in die Geschäftsführung einsteigen will.« Zu überlegen gab es da für sie nicht viel. »Ich bin mit dem Geschäft schließlich groß geworden. Zuhause gab es bei uns immer nur zwei Themen: die Firma und Politik. Wenn ich meinen Vater sehen wollte, ging das meist nur in der Firma, weshalb ich dort von klein auf viel Zeit verbracht habe.« Und da ihr Bruder Maximilian, der auch schon seit 15 Jahren im elterlichen Betrieb arbeitet, keine Ambitionen hat, in eine Führungsrolle zu wechseln, gab es auch unter den Geschwistern keine Probleme, was die Unternehmensnachfolge anbelangt. In der Geschäftsleitung unterstützt werden Vater und Tochter außerdem von den als Prokuristen tätigen Michael Day und Hagen-Kettemanns Mutter Sibylle Mösse-Hagen. Dass es bei soviel familiärer Nähe nicht immer reibungslos abläuft, liegt auf der Hand. Hagen-Kettemann: »Wir pflegen eine ausgeprägte Streitkultur. Da kracht es auch immer mal wieder richtig, doch letztendlich ist es auch das, was uns weiterbringt. Keiner kann stehen bleiben, jeder muss sich und seine Ideen oder Entscheidungen für die Firma ständig überprüfen und rechtfertigen – das bringt Dynamik, aber auch Kontrolle.« Philosophie Bei all dem stand und steht Qualität bei all den Produkten und Dienstleistungen, die das Unternehmen bietet, an erster Stelle. Hagen-Kettemann: „Mein Vater wollte schon immer, dass Menschen guten Kaffee trinken und mittlerweile hat sich auch eine immer bessere Kaffeekultur in Deutschland entwickelt. Wir haben dabei aber auch immer darauf geachtet, dass wir mit all unseren Partnern – vom Pflücker bis zum Verpacker – in unserem Unternehmen fair umgehen.“ So gibt es »im Hagen« zwar auch Kaffee aus dem konventionellen Bereich, doch schon seit den 90er Jahren wird im Unternehmen viel Wert auf den Fair-Trade-Bereich gelegt. Hagen-Kettemann: »Wir pflegen persönliche Kontakte zu unseren Anbauern, unterstützen soziale Projekte in den Anbauländern, wissen genau, woher unsere Produkte kommen, lassen uns ständig zertifizieren und schicken immer wieder Mitarbeiter vor Ort, um sicherzustellen, dass »Fair-Trade« bei uns nicht nur ein hüllenloses Siegel bleibt. Für die Kaffeebauern muss das Geschäft lohnend sein – bei uns ist es das, und das zeigt sich auch in der sich ständig steigernden Qualität.« Hanix Nr. 66 38 WIRTSCHAFT

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Ab in die Zukunft So hat Hagen-Kettemann ein nicht ganz einfaches Erbe angenommen. Doch auch da setzt sich die Familientradition fort: es wird gestritten. Hagen-Kettemann: »Mein Vater hat stark expandiert. Ich möchte diese Basis jetzt erst einmal stabilisieren und die Strukturen festigen. Außerdem gilt es auch der Digitalisierung Rechnung zu tragen. Wir treiben den Online-Handel, der derzeit Zuwächse im zweistelligen Bereich verzeichnet. Und obwohl wir sehr auf gute Beratung und persönlichen Service bedacht sind, bietet gerade der Online-Handel auch die Chance, zusätzliche Kundengruppen in großer räumlicher Distanz zu gewinnen.« In die Zukunft sieht sie aber positiv: »Kleine Röstereien liegen im Trend und wir haben keine wirkliche Konkurrenz. Der Markt ist groß genug und ich möchte das Unternehmen jetzt erst einmal auch betriebswirtschaftlich und für unsere Mitarbeiter optimieren. So haben wir dort, wo früher noch viel von Hand gearbeitet werden musste, nun beispielsweise eine neue Verpackungsmaschine eingeführt, die vieles vereinfacht.« Ein Problem sieht Hagen-Kettemann allerdings: Fachkräfte. „Ob im gastronomischen Bereich, der Rösterei oder in der Produktion – es wird immer schwieriger, guten Nachwuchs zu gewinnen. Ausbildungsplätze in krisensicheren Bereichen haben wir – allein geeignete Bewerber fehlen.“ Und so wünscht sie sich einfach ein paar junge Idealisten, gediegene Fachkräfte oder einfach nur neue Mitarbeiter, die sich daran freuen können, wenn ihre Kunden mit einem Lächeln gehen oder auch wiederkommen und sagen: »Seitdem wir hier Kaffee getrunken haben, wollen wir keinen anderen mehr.« Kunden, die ihn in ihrer Tasse gespürt haben: den Hauch eines Wiener Kaffeehauses, einen Hauch Wien. ◆ www.einfachkaufen.hn Das Vorteils programm der Sparkasse! Tolle Rabatte bei über 150 Partnern | Einfach mit der Sparkassen-Card * zahlen | Geld zurück aufs Girokonto *Debitkarte shoppen | zahlen | geld zurück Kapitel 39

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Von Dr. Bernhard Stumpfhaus Der Kulturkreis Sulzfeld. Kunst im Bürgerhaus. An den Grenzen zu Heilbronn I Jonathan Pfettscher Kulturkreis Sulzfeld Die fünftausend Einwohner umfassende Gemeinde Sulzfeld, knapp hinter der äußersten Grenze des Heilbronner Landkreises, an der B 293 Richtung Karlsruhe gelegen, beherbergt eine unglaubliche Ausstellungsmöglichkeit für die Bildende Kunst. In einem alten Schulgebäude, gebaut Ende des 19. Jahrhunderts, stellt der Kulturkreis Sulzfeld unter der Leitung von Jonathan Pfettscher insgesamt über 250 qm Fläche Künstlern für die Präsentation ihrer Arbeiten zur Verfügung. Neben dem großzügigen Foyer gibt es drei ehemalige Schulräume à 60 qm, mit einer Deckenhöhe von 3,50 m. Es sind weniger die riesigen Dimensionen, die es jedem Künstler ermöglichen, umfangreich das eigene Werk zu inszenieren, vielmehr ist es vor allem die Atmosphäre der Klassenzimmer, ausgestattet mit Parkettböden im Fischgrätenmuster, kassettierten Wandtäfelungen, den originalen Türen samt Schlössern, welche den Ausstellungen eine besondere Feierlichkeit verleiht. Es herrscht eine konzentrierte Ruhe in den Räumen, deren Wände und Decken weiß gestrichen und mit modernen Licht-Spots versehen sind, so wie man es von White-Cube-Galerien her kennt. Geht man von Bild zu Bild oder umschreitet Objekte im Raum, so knackt der Boden bedächtig und vermittelt dem Schritt des Betrachters eine gewisse Gravität und Würde, so als käme es darauf an, dass es dieser Betrachter, diese Besucherin ist 40 und niemand anders. Es gibt weit und breit für Künstler kaum eine bessere Gelegenheit, sich, die eigenen Arbeiten in ernst zu nehmender Weise auszuprobieren. Kein Wunder, dass es einen ziemlichen Ansturm auf diese Räumlichkeiten gibt. Der Kulturkreis richtet pro Jahr fünf Ausstellungen aus. Und es ist üblich, dass jedes Jahr von den Mitgliedern ein Berg an Bewerbungsmappen durchzusehen und zu kuratieren ist, wer wann im Bürgerhaus ausstellen darf. Hinzukommen oftmals Anregungen von Mitgliedern oder Eingaben aus dem mittlerweile weitverzweigten Netzwerk an Galerien aus der ganzen Republik. Der Kulturkreis Sulzfeld bespielt diesen Ort als Kulturstätte nun bereits seit 1990 erfolgreich mit Ausstellungen von Künstlern der Region, wie etwa dem Maler und Skulpteur Willi Gilli, vor allem aber aus entfernten Metropolen wie Frankfurt am Main, Leipzig oder Berlin. So haben bereits Künstler wie Matthias Weischer, Christoph Ruckhäberle oder David Schnell ihre Arbeiten hier gezeigt, alle drei Vertreter der ›Neuen Leipziger Schule‹ und international bekannt; und das, obwohl der Kulturkreis nicht mit üppigen Geldern gesegnet ist. So werden zwar die Transport- und Reisekosten übernommen, auch wohl die Einladungen gedruckt und versendet und die stets gut besuchten Vernissagen gestaltet, aber für eine zusätzliche Honorierung der Künstler reicht es zum allgemeinen Bedauern nicht. Denn im Wesentlichen finanziert sich der Kulturkreis aus dem Haushalt der Gemeinde, wobei mit dem zugeteilten Budget nicht allein die laufenden Kosten der Ausstellungen bestritten werden, sondern auch die aufwendige Unterhaltung des Gebäudes. Gelegentlich kommen Drittmittel hinzu. Wirtschaftliche Aspekte stehen also nicht im Vordergrund. Vielmehr hat es sich der Kreis zur Aufgabe gemacht, zeitgenössische, akademische Kunst in hoher Qualität der Gemeinde und dem Umland zu präsentieren und kann mit dieser Zielsetzung und seiner Arbeit auf die Unterstützung des Gemeinderates zählen. An persönlichem Engagement und intensivem Einsatz der Mitglieder des Kulturkreises mangelt es also keineswegs – selbstverständlich ist das nicht, da andere Gemeinden sich oft damit bescheiden, einen schönen Ausstellungsraum zu haben, ihre Künstler ansonsten allein lassen. Die Mitgliedschaft im Kulturkreis ist völlig freiwillig und eine ehrenamtliche Tätigkeit. Es fehlen die Strukturen und Aufgabenzuweisungen eines Vereins. Anders formuliert: Alles, was der Kulturkreis Sulzfeld seit seiner Gründung im August 1988 geleistet hat, beruht auf der leidenschaftlichen Mitarbeit seiner Mitglieder. Einige kümmern sich um die Künstler, andere übernehmen die Öffentlichkeitsarbeit, wieder andere organisieren die Vernissage und einige machen auch alles. Es ist den Mitgliedern durchaus ein persönliches Anliegen, dass auf einem erreichbar hohen Niveau die Ausstellungen durchgeführt und betreut werden. Nicht zuletzt aus dieser Haltung erklärt sich, dass auch hochkarätige Künstler sich wohlfühlen: nicht allein wegen der üppigen Ausstellungsfläche, sondern auch eben wegen der familiären Atmosphäre. Jonathan Pfettscher spricht hier von flexibler Gastfreundschaft, insofern die Künstler durchaus auch einmal nicht im Hotel, sondern im Heim eines der Mitglieder ihre Unterkunft für den Aufbau der eigenen Show finden. Geplant ist vom 03. bis 24. Mai im Bürgerhaus drei figurative Maler aus Leipzig auszustellen: Heinrich Mauersberger, Jonathan Kraus, Robert Rudat. Die Vernissage wäre dann am Sonntag, den 03. Mai, um 11 Uhr. ◆ Kontakt: www.kulturkreis-sulzfeld.de www.facebook.de/kulturkreissulzfeld KUNST Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 Sammlung Zander. Noch im Stadionschen Schloss, Bönnigheim. An den Grenzen zu Heilbronn II An einer anderen Landesgrenze zu Heilbronn, in Bönnigheim, hat seit 1996 im dortigen Schloss die Sammlung Charlotte Zander ihre Herberge gefunden. Leider endet diese Epoche Ende Mai des Jahres. Es ist ein herber Verlust. Zum einen verliert die Region eine wichtige kommunizierende Röhre von Moderner Kunst zu Outsider-Art und Art Brut. Es gibt kaum einen Ort in unserer direkten Umgebung, an dem der Bezug Max Ernsts oder André Bretons, Pablo Picassos, Paul Klees oder mancher Expressionisten zu jenen eher vernachlässigten Kunstrichtungen deutlicher wird als hier. Das Besondere dieser Sammlung liegt daran, dass sie keinen Unterschied macht zwischen Naiver Malerei, Volkskunst oder Outsider-Art und dass sie in stillem Stolz diese Kunst mit jener allseits bekannten als gleichwertig darstellt. Zum anderen konnten wir hier großartige Werke bewundern, etwa vom legendären Maler Henri Rousseau (1844–1910); so sein simples Rosenbouquet, das in seiner ornamentalen Dichte die Lebenswucht aufblühender Knospen, selbst noch abgeschnitten im Glas, spürbar macht; oder sein Flussufer, das in den verschlossenen Fensterläden und halbverdeckten Häuschen die unbehagliche Wortlosigkeit Simenon‘scher Krimis ausstrahlt. Oder auch Werke einer Ikone des Art Brut, von Adolf Wölfli (1864-1930), sind zu bewundern, etwa die heraldische Phantasmagorie in Blau-Grau, die in ihrer suggestiven Perspektivität der Fantasie KUNST den Marsch bläst. Oder das immense Ölgemälde von Augustine Lesage (1876–1954), dessen kleinteiliges, überwältigend geometrisch-buntes Muster eher der Träumerei einer KI gleichkommt. Oder Zeichnungen von Louis Soutter (1871–1942), die einen Vergleich mit Grafiken Ernst Ludwig Kirchners nicht zu scheuen brauchen. Oder auch die märchenhaften Glasmalereien ehemals jugoslawischer Volkskünstler, die gleichsam bestätigen, dass unsere Vorstellungen, die wir uns vom Aussehen des Personals gemacht haben, welche die am Kinderbett vorgelesenen Nachtgeschichten bevölkern, tatsächlich wahr sind. Die Qualität dieser Sammlung ist etwas Besonderes. So kamen nicht nur Studenten und Studentinnen der Freien Kunstakademie Nürtingen, um sich inspirieren zu lassen. Vor hier aus ist es aber auch verständlich, dass die Sammlung ihr immobiles Ende nicht in Bönnigheim finden kann. Die heutige Leiterin der Sammlung, Susanne Zander, Tochter der 2014 verstorbenen Charlotte Zander, hat beschlossen, den Ort zu verlassen und die über 4.500 Arbeiten unter neuen Perspektiven zu erschließen, in neuen Kontexten weltweit zu mobilisieren. Zum Auszug aus dem Bönnigheimer Schloss ist eine letzte Ausstellung unter dem Titel ›REWIND//Zurück zum Anfang‹ konzipiert. Diese Präsentation zeigt den Beginn der Sammlung, also jene Arbeiten, mit denen Charlotte Zander den Grundstock ihrer Tätigkeit als Liebhaberin solcher Kunst Ivan Rabuzin, Frühlingslandschaft mit drei Hügeln, 1971 © Sammlung Zander seit den 1950er Jahren legte. Zu sehen sind Zeichnungen, Gemälde, Glasmalereien und verschiedene Objekte – wobei unter Objekten nicht allein geschnitzte Holzskulpturen zu verstehen sind, sondern auch Bilder in ihrer heiklen Materialität. Neben Arbeiten der naiven Kunst, der Outsider-Art, treten auch Werke unbekannter Künstler auf oder solcher, die nur ungenau der Volkskunst zuzuordnen sind. So kommt es zu Vergleichen etwa eines in englischen oder amerikanischen Häfen traditionell so beliebten Schiffsporträts mit den geometrisch angelegten maritimen Kompositionen Alfred Wallis, von dem der russische Konstruktivist Naom Gabor aussagte, Wallis sei einer der wenigen Künstler, der die Gabe habe, nicht zu wissen, dass er Künstler sei. Oder es kommt zu Begegnungen namenloser naiver religiöser Votivmalereien, Bilder, die gestiftet wurden aus Dankbarkeit für geschehene Wunder, mit Gemälden von Nikifor oder Gérard Valcin, welche Wunder und biblische Geschichten zu gesellschaftlichen Ereignissen umdeuten. Beeindruckend auch die ›Konvolut-Studien‹ von Max Raffler, die an die botanischen Studien etwa eines Georg Hofnagel oder einer Maria Sibylla Merian erinnern. Deutlich wird an dieser Ausstellung vor allem eines: Eine Quelle der Kunst ist mitnichten in den Akademien oder am Kunstmarkt zu suchen, auch nicht in bestimmten technischen Fertigkeiten oder der Rezeption großartiger Themen und auch nicht in glitzernd glänzenden Inszenierungen materieller Wertigkeit. Die Kunst hier entspringt dem Namenlosen, quillt auf in dem persönlichen Interesse an sich und dem Umfeld, der Freude an eigenwilliger Gestaltung von Formen und Farben, und verfestigt sich schließlich im hartnäckigen Festhalten an den eigenen Obsessionen. Ich wüsste nicht, wo der Unterschied liegt zwischen den Manifestationen dieser Künstler hier und der Haltung eines Gerhard Richters, für den das Malen ein Arbeiten gegen den Strom ist, oder mit Armin Zweite gesagt: »Das Denken ist beim Malen das Malen«. Das Verrückte dieser synästhetischen Identifikation gilt zweifellos auch für die Künstler in der Sammlung Zander. ◆ Ausstellung: REWIND//Zurück zum Anfang, 5. April – 31. Mai, Bönnigheim Kontakt: www.sammlung-zander.de 41

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KÖNIGIN MORGEN GEHÖRT UNS Mit dem erotischen Drama »Königin« schafft es Regisseurin May el-Toukhy (TV-Serien »Die Wege des Herrn«, »Die Erbschaft«) die Geschichte einer leidenschaftlichen Beziehung, die nicht sein darf, so spannend zu erzählen, dass sie dem Kinopublikum den Atem raubt, nicht zuletzt dank einer schauspielerischen Tour de Force seiner Hauptdarstellerin Trine Dyrholm (»Astrid«, »Love is all you need«). Für diese Rolle wurde sie auf den Film-Festivals von Zürich und Göteborg als »Beste Schauspielerin« ausgezeichnet und zudem für den Europäischen Filmpreis nominiert. »Weg vom Wohlfühlkino, weg von Versöhnlichkeit und Hätscheln der Blase. Wenn uns May el-Toukhy anhand der Figur der Anne etwas vorführt, dann den gewaltigen, aber nicht immer direkt sichtbaren Unterschied zwischen Aufrichtigkeit und Symbolpolitik.« (kino-zeit.de) Einer der aufregendsten Kinofilme des Jahres! In den Arthaus-Kinos ab ab 9. April Dänemark 2019 Länge: 128 Minuten Regie: May el-Toukhy Darsteller: Trine Dyrholm, Gustav Lindh, Magnus Krepper, Diem Camille Gbogou, u.v.a Dänemarks Oscar-Beitrag 2020 erzählt von Macht, Verrat und Leidenschaft: Die erfolgreiche Rechtsanwältin Anne (Trine Dyrholm) lebt ein perfektes Leben. Gemeinsam mit ihrem Mann Peter (Magnus Krepper) – einem erfolgreichen Arzt – und ihren beiden Töchtern wohnt sie in einem wunderschönen Haus. Als Peter eines Tages beschließt, seinen 16-jährigen Sohn Gustav (Gustav Lindh) bei sich aufzunehmen, der bislang bei seiner Ex- Frau lebte, will Anne dem rebellischen Teenager ein liebevolles Zuhause bieten. Doch schon bald empfindet sie mehr für Gustav als nur mütterliche Gefühle. Was als spielerischer Flirt beginnt, wird schon bald zu einer leidenschaftlichen Beziehung, die droht, alles zu zerstören, was Anne und Peter sich aufgebaut haben ... ◆ Der Dokumentarfilm von Gilles de Maistre stellt Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Ländern vor, die Menschen in Not helfen und gesellschaftliche Missstände nicht länger hinnehmen wollen. Zu ihnen zählen der Gründer einer Ökobank für Schüler in Peru, eine afrikanische Aktivistin gegen die Kinderehe, eine indische Gegnerin der Kinderarbeit, bolivianische Kinderarbeiter, die sich gewerkschaftlich organisieren, Minderjährige, die Sachen an Obdachlose verteilen. Diese engagierten jungen Menschen in Aktion zu erleben und erzählen zu hören stimmt optimistisch. Manchmal schränkt der Film sein Blickfeld jedoch unvorteilhaft ein, wenn er sich allzu sehr bemüht, die Erfolgsbotschaft zu verkünden, die er in diesen Beispielen findet. In den Arthaus-Kinos ab 28. Mai Frankreich 2019 Länge: 84 Minuten Regie: Gilles de Maistre Darsteller: Mit José Adolfo, Arthur, Aïssatou, Heena, Kevin, Jocelyn, Peter, Khloe, Hunter, Micah Aïssatou, Arthur, Heena, Jocelyn, José Adolfo, Kevin, Khloe und Peter kommen aus Guinea, Frankreich, Indien, Bolivien, Peru und den USA. Und so unterschiedlich Herkunft und Alltag der 10- bis 13-Jährigen auch sein mögen – vieles haben sie von klein auf gemeinsam: eine hohe Sensibilität, ein ausgeprägtes Gespür für Ungerechtigkeit und Missstände, viel Mut und die Entschlossenheit, die Welt durch konkrete Taten ein wenig zu verbessern. »Demain est à nous – Morgen gehört uns« ist eine geradezu »ansteckende« Weltreise zu diesen jungen Held*innen. Der 13-jährige José Adolfo aus Peru gewinnt im Jahr 2018 den "Children‘s Climate Prize" in Stockholm. Er hat in seiner Heimatstadt Arequipa schon mit sieben Jahren eine Umweltbank gegründet. In den USA verteilt die elfjährige Khloe kleine Aufmerksamkeiten an Obdachlose. In Guinea, Afrika, kämpft die 12-jährige Aïssatou gegen die Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen. Im indischen Neu-Delhi gibt die elfjährige Heena eine Zeitung heraus, deren Artikel von Straßenkindern geschrieben sind und von ihnen berichten. In Bolivien haben Kinder, die aus Armut arbeiten müssen, eine Gewerkschaft gegründet, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzt ... ◆ Hanix Nr. 66 42 ARTHAUS-KINOTIPP

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AUSSERDEM IM KINO Downhill Start: 09. April Als eine scheinbar perfekte Familie im Skiurlaub nur ganz knapp einem Lawinenunglück entgeht, findet ein Umdenken innerhalb der Angehörigen statt. Nach dem fast tödlichen Erlebnis sind die Familienmitglieder gezwungen, das Leben aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und sich ihrer wahren Gefühle füreinander bewusst zu werden. US-Remake des schwedischen Dramas »Höhere Gewalt«. Mit Will Ferrell, Julia Louis-Dreyfus, Miranda Otto. Der wunderbare Mr. Rogers Start: 16. April Biopic über den populären Fernsehmoderator Fred Rogers (Tom Hanks), der vor allem mit seiner Kinderserie ›Mr. Rogers Neighborhood‹ Berühmtheit erlangte. Im Film wird der mürrische Esquire-Journalist Lloyd Vogel (Matthew Rhys), der eigentlich nur daran interessiert ist, Karriere zu machen, damit beauftragt, ein Porträt über den legendären Kinder-Entertainer zu schreiben. Zunächst ist er von dem Auftrag nicht begeistert, hofft aber auf Zuspruch nach der Veröffentlichung des Artikels. Auf der Suche nach Leichen in Rogers Keller oder Unstimmigkeiten in seiner Biographie muss der Reporter feststellen, dass der Fernsehstar ein wirklich guter Mensch ist. Greyhound Start: 07. Mai Commander Ernest Krause (Tom Hanks) ist ein Marine-Offizier zur Zeit des Zweiten Weltkriegs, der unbedingt Karriere machen will und seine Chance gekommen sieht, nur wenige Tage, nachdem sich die Vereinigten Staaten ins Geschehen einmischten. Er führt einen internationalen Konvoy aus 37 Alliierten-Schiffen an und überquert damit den tückischen Nordatlantik. Als Krause, der außerdem Kommandant des Navy-Zerstörer »Greyhound« ist, jedoch eine Flotte von deutschen U-Booten auf den Fersen ist, sieht er sich schon bald nicht nur mit dem Feind konfrontiert, sondern auch mit den Selbstzweifeln, die ihn plagen. The Woman in the Window Start: 14. Mai Weil die New Yorkerin Dr. Anna Fox (Amy Adams) allein in ihrem Haus lebt, am liebsten (viel) Wein trinkt und alte Filme schaut, gilt sie unter ihren Nachbarn als Einzelgängerin. Sie hat aber noch ein anderes Hobby: Anna liebt es, ihre Nachbarschaft auszuspionieren. Eines Tages zieht mit Alistair Russell (Gary Oldman) und Jane Russell (Julianne Moore) eine wahre Vorzeigefamilie in die Gegend. Sie wohnen direkt gegenüber Annas Haus und als sie mal wieder rein zufällig aus dem Fenster schaut, wird sie dabei Zeugin eines verstörenden Gewaltaktes. Nur Beobachterin des Verbrechens zu sein reicht der Polizei aber nicht als Beweis! Die neugierige Nachbarin muss belegen, dass das, was sie beobachtet hat, auch wirklich geschehen ist. WIR STEHEN FÜR MOBILITÄT UND SIND IHR WEGBEREITER. Wir bauen ganz bewusst – für die Region Heilbronn-Franken, in der unsere Mitarbeiter verwurzelt sind. Wie schafft ihr eine stabile Basis für die Mobilität? SCHNEIDER BAU GmbH & Co. KG Hans-Rießer-Str. 18 74076 Heilbronn Tel. 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de Mit unserem modernen Maschinenpark können wir zukunftstauglichen Asphaltbau umsetzen. Lassen Sie uns gemeinsam Mobilität gestalten. immer mittwochs, 14-tägig, 10 – 16 Uhr, auf der BUGA 2019 Heilbronn im Pavillon der Handwerkskammer. 43

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»Handseifen- und Deoregal« nach Hamsterkäufen bei EDEKA Ueltzhöfer in Heilbronn, 12. März 2020 Foto: Robert Mucha 44 Kapitel Hanix Nr. 40

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Hanix Nr. 40 Kapitel 45

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Hanix Nr. 66 Attraktiver Hotspot für junge Menschen mit Gründergeist 46 INTERVIEW DES MONATS

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Oberbürgermeister HARRY MERGEL hat mit seiner Verwaltung ein erfolgreiches Heilbronner Jahrhundertjahr hinter sich gebracht. Im Interview mit Hanix-Chefredakteur Robert Mucha spricht das Stadtoberhaupt über die weitere Entwicklung der Neckarstadt, die Gentrifizierung samt des angespannten Wohnungsmarkts, das Coronavirus, die AfD im Gemeinderat und ein Wettangebot von uns – das er aus Befangenheit ausschlagen muss. Von Robert Mucha Fotos: Nico Kurth Hanix Nr. 66 Hanix: Herr Mergel, wie viele Wetten haben Sie bezüglich der Besucherzahl der Buga gewonnen? Wir hätten dagegen gehalten und verloren. Sie haben die 2,2 Millionen Besucher frühzeitig prognostiziert. Schlussendlich wurde die Zahl sogar übertroffen … Harry Mergel: Schade, dass Hanix mir die Wette nicht angeboten hat. Ich wette aus Prinzip nur dann, wenn ich ganz sicher bin, dass ich gewinne. Und ich war einfach von diesem Konzept, das wir hatten – mit den drei Säulen Gartenschau, Stadtausstellung und buntes Kulturfestival – von Anfang an überzeugt. Waren Sie auch überrascht davon, wie sehr die Leute hier aus der Stadt und Region die Buga angenommen haben? Es wurden 96.000 Dauerkarten verkauft, kalkuliert wurde im Vorfeld mit 36.000 verkauften Dauerkarten. Harry Mergel: Es war in der Tat zu spüren, wie die Heilbronner stolz sind auf ihre Stadt, auf das, was hier gerade geboren wird. Ich habe Menschen erlebt, die zum ersten Mal stolz darauf waren, Heilbronner zu sein. Die hohe Identifikation mit der Buga war für mich das Erfreulichste im vergangenen Jahr. Ihr Sidekick der letzten Jahre, Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas, stand Hunderte Male bei diversen Anlässen und Presseterminen an ihrer Seite. Wie kommen Sie ohne ihn klar? Fehlt er ihnen? Wir hatten wirklich eine sehr intensive, einmalige und erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich habe viel von ihm gelernt. Er ist eine großartige Persönlichkeit, ein begnadeter Gartenschaumacher. Man kann HARRY MERGEL zusammenfassend sagen, die Buga ist vorbei, aber – und das ist das Schöne – die Freundschaft bleibt. Nach dem Heilbronner Jahrhundertjahr mit zig Höhepunkten im Wochentakt ist Ihnen und Ihrer Verwaltung bei »Business as usual« nicht etwas öde? Ich bin schon einige Jahre im Rathaus und kann sagen: Mir war es noch keinen Tag langweilig. Hier begegnet einem täglich das pralle Leben in ganz vielen Bereichen und Facetten. Eine Stadt ist nie fertig, man muss permanent weiterarbeiten, jeden Tag versuchen, Dinge, die nicht optimal sind, zu verbessern oder auch neue Impulse zu setzen. Insofern kann ich nicht feststellen, dass es weniger Arbeit geworden ist im Vergleich zum vergangenen Jahr. Aber das letzte Jahr war schon ein Besonderes … Ja, das war es. Ich bin mir teilweise vorgekommen wie in einem Film. Man kann schon sagen, dass die Buga ein fast berauschendes Erlebnis war. Die 173 Tage gingen wie im Flug vorbei. Neu wird 2020 das Neckarfestival. Was erwarten Sie sich von dem Event? Wir wollen an die Buga anknüpfen, an dieses Erlebnis von Leichtigkeit, von Lebensfreude – blühendes Leben eben. Wir wollen die Stadt von ihrer schönsten Seite präsentieren. Wir wollen die Menschen glücklich machen und ihnen zeigen: Hier lässt es sich wunderbar leben und feiern. Gab es bezogen auf die Örtlichkeit des Festes Konkurrenten für 47

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den Neckar? Hätte es auch das Weinberg-Festival werden können oder war schnell klar, dass dieses neue Festival unbedingt am Fluss stattfinden muss? Wir haben in den letzten Jahren etwas geschaffen, woran viele Generationen vor uns gearbeitet, vielleicht auch davon geträumt haben, aber es nicht verwirklicht bekamen: Nämlich die Stadt konsequent an den Neckar heranzuführen. Insofern war für mich klar, dass wir den Neckar zur zentralen Großbühne bei dieser Veranstaltung machen müssen. Zumal wir mit dem Neckarbogen, aber auch mit der neuen Experimenta sehr attraktive Bereiche am Neckar haben. Können Sie schon Highlights des Festivals preisgeben? Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Einen kleinen Blick durchs Schlüsselloch kann ich aber gewähren: Es wird eine spektakuläre Lasershow rund um die Experimenta geben. Da werden sich viele Menschen an die Wassershow auf der Bundesgartenschau zurückerinnern. Die Wassershow auf der Buga hat für ein historisches Ereignis gesorgt. Noch nie musste eine Buga wegen Überfüllung geschlossen werden. Dieser Tag ist einer der emotionalsten der Bundesgartenschau gewesen. 50.000 Besucher auf dem Gelände zu sehen war beeindruckend. Und 2021 kommt dann das internationale Hochsprungmeeting, das von Eberstadt nach Heilbronn auf den Marktplatz umzieht. Macht ein weiteres Sportevent in der Innenstadt Sinn? Mit dem Trollinger Marathon, der Triathlon-Challenge und z. B. dem Firmenlauf ist reichlich sportliche Aktivität in der City am Start. Außerdem kommt auch der U17 Bundesligacup ins Heilbronner Frankenstadion und präsentiert internationalen Jugendfußball der Spitzenklasse. Sport bringt Menschen zusammen, Sport macht Spaß und macht Freude. Nicht nur den Aktiven, sondern auch den Besuchern. Zudem haben wir eine traumhafte Kulisse hier vor dem Rathaus. Und hinter diesem Vorhaben steckt eine außerordentlich sympathische, leidenschaftliche Truppe junger Sportler, die das Erbe von Peter Schramm und Harry Brunnet fortführen wollen. Wir als Stadt tun alles 48 im Rahmen unserer Möglichkeiten, um dieses attraktive Sportereignis zu ermöglichen. Aber letztendlich sind wir da auf die Kompetenz und auch den Erfolg dieser Vorbereitungsgruppe angewiesen. Schauen Sie etwas neidisch nach Ludwigsburg mit deren Multifunktionshalle, der MHP Arena? Dort finden neben Basketball- und Handballbundesligaspielen vor oft ausverkauftem Haus mit 5.000 Zuschauern auch große Konzerte oder Events wie die Körperwelten-Ausstellung statt. Ludwigsburg profitiert in der Außen- und Innenwirkung von der Halle und den Veranstaltungen. So eine kleine Großarena in Heilbronn wäre doch schick – und für das Image der Stadt und deren Entwicklung das nächste Puzzleteil? Neid ist mir in jeder Form fremd. Aber ich schaue mit Respekt nach Ludwigsburg, was dort geleistet wird in dem Bereich, ist großartig. Jede Stadt hat ihre eigene Entwicklung und ihre eigenen Stärken. Im Bereich des Sports ist es so, dass wir im Moment eine Halle mit 4.000 Plätzen haben. Aktuell besuchen durchschnittlich 2.000 Menschen ein Heimspiel der Heilbronner Falken. Da ist noch Luft nach oben. Ich bin allerdings überzeugt, wenn die sportliche Entwicklung der Falken so weitergeht und vor allem auch ihr professionelles Management so weitergeführt werden kann, dann ist das Ende der Entwicklung nicht erreicht. Meine Fantasie lässt hier durchaus bauliche Optionen zu. Um als OB die Heilbronner Falken in der DEL in der neuen multifunktionalen Großarena zu erleben, müssten Sie aber noch mal für eine weitere Amtszeit ran … Das ist ein sehr sympathischer Versuch, mir eine Aussage zu einer weiteren Amtszeit zu entlocken. Ich will mich bezüglich der Halle zeitlich nicht festlegen. Also gut, anders gefragt: Ab wann denken Sie konkret drüber nach, ob Sie noch mal antreten werden? Die Entscheidung, wann ich mich entscheide, habe ich schon längst getroffen. Und zwar wird es nach der Sommerpause 2021 sein. Sollten Sie wider Erwarten nicht bei der kommenden OB-Wahl für eine zweite Amtszeit antreten: Haben Sie schon einen passenden Nachfolger oder eine passende Nachfolgerin im Blick? INTERVIEW DES MONATS Hanix Nr. 66

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Ich bin sicher, wenn sich die Frage nach meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin stellen wird, werden die Heilbronnerinnen und Heilbronner eine gute Entscheidung treffen. Relativ frisch ist auch die Zusammensetzung des Gemeinderats, der letztes Jahr gewählt wurde. Wie arbeitet es sich mit der neuen Runde? Ich habe jetzt ein halbes Jahr, nachdem wir ihn eingesetzt haben, das gute Gefühl, das ich immer schon hatte. Nämlich dass in Heilbronn gilt: Zuerst kommt die Stadt und dann die Partei. Das ist quer durch alle Fraktionen und Gruppierungen zu spüren. Das ist ein Erfolgsgeheimnis der Stadt und deren Entwicklung der letzten Jahre. Uns interessiert auch die Blutauffrischung im Großen Ratsaal. Wie nehmen Sie Isabell Steidel, Heilbronns jüngste Gemeinderätin, wahr? Ich kenne Isabell Steidel als talentierte Jugendgemeinderätin. Außerdem hat sie – wie ich – eine Gaffenberg-Geschichte. Das spricht für ihre Qualität. (lacht) Ich bin ein Fan von ihr, ihrem großen Potenzial und ihrem Engagement. Uns ist wichtig, dass die Anliegen und die Wünsche der jungen Generation im Gemeinderat vertreten werden. Und die alten grau melierten Männer im Gemeinderat: Nehmen die eine junge Politikerin ernst? Ich glaube, in dem Punkt sind wir hoch entwickelt. Und zwar unabhängig von der Haarfarbe. Ich habe das Gefühl, dass das Gros der Kolleginnen und Kollegen im Gemeinderat respektvoll und anständig miteinander umgehen. Bezahlbarer Wohnraum ist ein Thema, mit dem sich der Gemeinderat in den kommenden Jahren intensiv auseinandersetzen muss. Wer einen normalen Job hat, wird nur schwer eine neue Wohnung in Heilbronn finden … HARRY MERGEL Hier betreten wir ein ganz vielschichtiges Feld. Wir müssen zum einen unterscheiden zwischen Neubauwohnungen und den Bestandswohnungen. Und tatsächlich registrieren auch wir: Die Preise für Neubauwohnungen sind exorbitant gestiegen. Bei den Bestandswohnungen spüren wir kaum Bewegung. Wir arbeiten im Moment am ehrgeizigsten Wohnungsbauprogramm, das die Stadt seit Jahrzehnten aufgelegt hat. Alleine im letzten Jahr haben wir ca. 1.000 Wohnungen gebaut. Der Durchschnitt der vorhergehenden Jahre lag zwischen 200 und 400 Wohnungen. Wenn ich das mal zusammenzähle und richtig gerechnet habe, komme ich auf 2.400 Wohnungen und Wohneinheiten, die aktuell in der Planung und Umsetzung sind. Aber ich sage auch, die Wohnraumproblematik kann nicht in den großen Städten gelöst werden. Es gibt viele Wohnleerstände im ländlichen Raum. Wir müssen in der Zukunft interkommunal planen. Da muss auch das Land umsteuern. Und natürlich ist wichtig, dass die Logistik stimmt, dass die Menschen mit dem öffentlichen Personennahverkehr zu ihrer Arbeit kommen. Aber das scheint mir allemal, auch wenn das nicht einfach ist, sinnvoller zu sein, als die Städte bis an den Rand vollzustopfen. Da brauchen wir intelligente Lösungen in den nächsten Jahren. Wir tun unseren Teil und haben die möglichen negativen Entwicklungen im Auge. Und natürlich haben wir das Glück, dass wir mit der Stadtsiedlung tatsächlich ein strategisches Instrument haben, das gewährleistet, dass wir im mittleren Preissegment auch in Zukunft attraktive Angebote machen können. Aber eine Gentrifizierung findet statt. Ist sie aus ihrer Sicht mehr Fluch oder eher Segen? Gentrifizierung heißt ja, dass die traditionelle Bewohnerschaft zurückgedrängt wird durch einkommensstarke, hochgebildete Schichten. Das können wir in Heilbronn im Moment nicht beobachten. Wir sind gespannt, wie sich die Bahnhofsvorstadt in den nächsten Jahren 49

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entwickelt, aber aktuell sind uns keine negativen Tendenzen in der Hinsicht bekannt. Die Entwicklung im Hochschul- und Forschungsbereich ist für mich die nachhaltigste, die sich in Heilbronn vollzieht. Das wird auch dazu beitragen, dass wir die größte Herausforderung, nämlich Innovation und Transformation am Wirtschaftsstandort Heil-bronn zu etablieren, meistern werden. Wir müssen diese starke Abhängigkeit von den klassischen Wirtschaftsbereichen Automobil, Maschinenbau, Chemie, Logistik reduzieren. Wenn man sieht, welche Studenten jetzt hierher kommen – auch im Bereich von Start Ups – dann sind das traumhafte Strukturen, die auch noch gut hinterlegt sind mit finanziellen Möglichkeiten. Ich glaube, Heilbronn wird einer der attraktivsten Hotspots für junge Menschen, die sich den Traum vom Gründen verwirklichen wollen. Da stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung. Zum Jahreswechsel wollten Sie nichts zur Entwicklung rund um das Wollhaus sagen außer: »Jede öffentliche Äußerung führt dazu, dass das Projekt schwieriger wird.« Hatte die PARTEI Heilbronn bei all den bisherigen Schwierigkeiten – ganz ironiefrei – den bisher besten Vorschlag zum grauen Klotz mit ihrem Wahlkampfslogan: »Wollhaus in die Luft sprengen!«? Ich halte nichts davon, Probleme in die Luft zu bomben. Aber in der Tat haben wir es hier mit einem negativen Aspekt einer freien Marktwirtschaft zu tun. Wir haben als Kommune leider ganz wenig Möglichkeiten, einzugreifen. Es geht darum, dass Menschen ihr Eigentum möglichst rentabel verwerten wollen. Ich habe allerdings das Gefühl, dass hier die Zeit für uns spielt. Aber ich bleibe dabei: Jede Äußerung oder jede Einmischung der öffentlichen Hand führt dazu, das Projekt zu erschweren oder zu verteuern. Dann wollen wir das Projekt Wollhaus mit weiteren Fragen nicht noch komplizierter machen. Aber zum angedachten soziokulturellen Zentrum können Sie Auskunft geben? Wie sieht es da aus? Wir haben mehr oder weniger drei soziokulturelle Zentren. Nämlich die Zigarre, das Olga-Zentrum und das Wilhelm-Waiblinger-Haus in der Bahnhofsvorstadt. Ich glaube, wenn die drei Standorte sich konzeptionell zusammenschließen – und das ist das, was hinter diesem neuen Ansatz steckt – sie ihre Stärken noch besser herausarbeiten und sich stärker profilieren werden. Das gilt für jede einzelne Einrichtung. Dann können wir wirklich ein magisches Kulturdreieck in der Bahnhofsvorstadt entwickeln. Die Welt hält gerade ihren Blick gebannt nach Wuhan in China, wo das Coronavirus wütet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus aus China zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Das bedeutet, dass die mehr als 190 Mitgliedsländer von der WHO empfohlene Krisenmaßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung untereinander koordinieren. Eine Pandemie droht. Hat bei ihnen jemand aus Genf oder Berlin angerufen, um abzufragen, ob Heilbronn und die SLK-Kliniken vorbereitet sind? Hanix Nr. 66 #HauS gmacHt nehmen Sie ihre energieversorgung selbst in die Hand! als teil der Heilbronner energiegenossenschaft energeno eg erzeugen Sie in gemeinschaftsanlagen Solarstrom, mit dem Sie sich selbst versorgen können. lust auf energiewende in bürgerhand und echten Ökostrom aus Heilbronn? Sprechen Sie uns an www.egHf.de wir macHen Heilbronn zur SonnenStadt! Jetzt Solar- Strom von Heilbronner ScHuldäcHern bezieHen 50 HARRY MERGEL

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Hanix Nr. 66 Wir haben gewisse Hierarchien im Staatsaufbau und wir werden, wenn Sie so wollen, vom Gesundheitsministerium des Landes betreut. Und da kommen regelmäßig aktuelle Informationen zu Coronafällen. Natürlich sind wir auf alles vorbereitet. Es betrifft insbesondere die SLK-Kliniken, aber auch das Gesundheitsamt der Stadt Heilbronn. Während die Welt sorgenvoll nach China und das Virus blickt, sorgen die ehemals etablierten Parteien im Thüringer Landtag dafür, sich selbst die demokratische Luft zum Atmen zu nehmen – als wären sie bereits am Virus erkrankt. Nur die AfD scheint immun zu sein. Wachsende Politikverdrossenheit ist ihr Treibstoff. Diese Frage beschäftigt mich wirklich. Was ist da in Thüringen passiert? Ich verstehe das Entsetzen und den Ärger über dieses Vorgehen, aber gleichzeitig wundert mich die Art und Weise, die Hysterie, wie über diesen Vorgang berichtet wird. Ich behaupte, dass die Dummheit, die in Thüringen begangen wurde, keine Auswirkungen auf das reale Leben der Menschen haben wird – weder in Thüringen noch in der restlichen Republik. Man bekommt das Gefühl vermittelt, wir stünden am Abgrund. Und das kann ich nicht nachvollziehen. Wie sieht es mit der Relevanz der AfD im Heilbronner Gemeinderat aus? Eine relevante Wählerschaft hat die Partei in der Stadt bei der letzten Wahl nachgewiesen. Und mit dem Wechsel von Pro-Stadtrat Alfred Dagenbach zur AfD-Fraktion ist sie nun mit fünf Mandaten nach CDU (9 Sitze), Grünen und SPD (je 8) zur viertstärksten politischen Kraft im Rathaus geworden. Im Heilbronner Gemeinderat gibt es 41 Stimmen, 40 Gemeinderäte und Gemeinderätinnen plus OB. Ist die Heilbronner AfD also noch in einem Bereich, der nicht relevant ist oder muss man ein Auge drauf haben und sich fragen: Was können wir tun, dass es im nächsten Gemeinderat weniger AfD-Mitglieder sind? Wir versuchen permanent zu verstehen, warum oder was die Menschen stört, was man besser machen könnte. Es wird uns nie gänzlich gelingen. Und deswegen wird es immer Menschen geben, die bei Extremen Hilfe suchen, die sie dann aber nicht finden. Denn die von dort suggerierten einfachen Lösungen, die gibt es heute nicht mehr. Da es sich bei den AfD-Wählern in der Regel um Menschen handelt, die unzufrieden sind mit dem, was sie vorfinden, die sich ungerecht behandelt fühlen, zu kurz gekommen fühlen, ist es unsere Aufgabe zu versuchen, dieses Gefühl bei den Menschen zu verändern. Das kann uns gelingen. Eine Sicherheit dafür habe ich aber auch nicht. Thüringens AfD-Frontmann Björn Höcke darf, das hat ein Gericht entschieden, als Faschist bezeichnet werden. Gibt es ähnliche Figuren hier in der Heilbronner AfD oder würden Sie soweit noch nicht gehen? Dazu kenne ich die AfD-Mitglieder zu wenig. Ich kenne sie durch die Arbeit im Gemeinderat und da kann ich faschistische Tendenzen oder Personen im Moment nicht erkennen. Zum Abschluss eine Wette? Die erste zur Buga hätten wir verloren, wenn es sie gegeben hätte. Diesmal sind wir uns sicher, dass wir gewinnen! Wir wetten, dass Sie noch mal als OB-Kandidat zur Wahl antreten werden. Sollten wir gewinnen, laden Sie uns zum Hasenmahl ein. Sollten Sie gewinnen, übergeben wir Ihnen für eine Ausgabe die Chefredaktion. Hand drauf? Also sagen wir so: Chefredakteur ist schon die zweitschönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann. Insofern würde ich das natürlich liebend gerne machen. Aber was ich jetzt schon zusagen kann, dass ich Sie, der sich große Verdienste um die Stadtentwicklung erworben hat – vor allem als kritischer Geist, der uns im dialektischen Sinn weiter entwickelt hat – zum nächsten Hasenmahl einladen werde. Aber eine Wette muss ich hier in diesem Fall wegen Befangenheit leider ablehnen. Das müssen wir so akzeptieren. Vielen Dank für die Einladung und das Gespräch. Nichts zu danken. Hat Spaß gemacht. ◆ Das Interview mit Harry Mergel fand noch weit vor der Corona-Krise am 13. Februar 2020 statt. Als größte Rehabilitationseinrichtung für psychisch kranke Menschen in der Region betreuen wir über 450 Rehabilitanden im Bereich Gesundheit, Arbeit und Wohnen. 51

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Titelthema in drei Kapiteln: HANIX MEILENSTEINE 2010 – 2020 »Eines der erstaunlichsten regionalen Magazine kommt aus Heilbronn.«* 52 Hanix Nr. 66

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[S. 54–81] Hanix Nr. 66 (*Deutscher Journalisten Verband) 53

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Kapitel 1: IDEE & ONLINE-MAGAZIN 2010–2015 Unnützes Wissen → Entwicklungszeit: 1 Jahr → Interviews: 125 → Seiten: 5.396 → Fotos: Circa 6.636 → Mitstreiter: Über 50 → Autoren, Kameraleute, Grafiker, Fotografen, Cutter, Toningenieure, Sprecher, Komponisten, Regisseure, …) → Ausgaben: 38 → Filme: 42 → Büros: 4 Hanix Nr. 66 54 HANIX MEILENSTEINE

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Alle 65 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf- Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online-Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App. DESIGN 55 Foto: Meli Dikta

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Hanix wird geboren! Magazin-Konzepte entwickeln sich. Unser »Test-Magazin« vor dem Launch von Hanix war der »Pausentee«, das Stadionmagazin des FC Heilbronn. Entstanden in unserem ersten Büro, dem FC-Stüble im Heilbronner Frankenstadion. Es war das beste Stadionmagazin der Lanndesliga Württemberg Staffel 1. Eine erste Magazinskizze von H-Nixvon Chefredakteur Robert Mucha – wie zu sehen ist, ist Mucha kein begnadeter Editorial-Designer. Das andere Stadt, Kultur- & Leute-Magazin für Heilbronn und Umgebung Zwo Euro www.h-nix.de H-NiX#1 Street Art HNX Eine Tour am hellichten Tag mit Kleistereimer, Leiter und Besen Hanix Nr. 66 Ausbildung im Unterland Spannende Job- Chancen in der Region Mobilat & Co. KG So funktioniert Heilbronns Subkulturelles Kleinod. Ein Blick hinter die Kulissen! MIT GROßEM PARTY-PLANER & MUSIK-DOWNLOAD 56 HANIX MEILENSTEINE

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Hanix Nr. 66 HANIX Was ist HANIX überhaupt? Das neue Multimedia-Mag für interessierte, kulturell aufgeschlossene und kritische Leserschaft, die neugierig auf einen alternativen Blick auf Stadt- und Szenekultur ist. Wer macht HANIX? Heilbronner Medienschaffende, die ihre Erfahrungen in Berlin, München oder Hamburg gemacht haben und nun etwas in ihrer Heimat bewegen wollen. Was kann und will HANIX? Das neue Multimedia-Mag für interessierte, kulturell aufgeschlossene und kritische Leserschaft, die neugierig auf einen alternativen Blick auf Stadt- und Szenekultur ist Die schon konkretere erste Projektbeschreibung von »Grafikkpraktikant« Mucha kam schon etwas gediegener daher. HANIX MEILENSTEINE 57

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Hanix findet Mitmacher! Die Idee überzeugt viele. Florian Geiger Grafik Marcel Kantimm Gründer & Administration Philipp Kionka Video & Ideen Kathrin Leisterer-Miskovic Illustration Maria Sanders Redaktion Rafaela Carrijo Jeckle Redaktion & Video Leo Volland Grafik & Illustration Memo Filiz Fotografie Raimar Schurmann Art Direktion Hanix Nr. 66 58 HANIX MEILENSTEINE

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Hanix Nr. 66 Robert Beutelsbacher Video Sascha Wartha Redaktion Robert Mucha Gründer & Redaktion Sevtap Celik Grafik Sarah Fischer Video Wolfgang Fischer Redaktion HANIX MEILENSTEINE 59

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Hanix ist live! Am 26. August 2011 um 23:56 Uhr geht die 1. Ausgabe online. Nº1 SEP 2011 ENERGIE HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE Hanix Nr. 66 Nach einem Jahr Entwicklungszeit und Suche nach motivierten Mit-Machern war es Ende August 2011 soweit: Die erste Ausgabe von Hanix wurde veröffentlicht. Mit Superman auf dem Cover und mit einem extra schönen Plakat zum Bewerben unserer Sache. 60 GESELLSCHAFTSMAGAZIN FÜR LEUTE DER REGION HEILBRONN JETZT ONLINE! www.hanix-magazin.de HANIX gibt‘s auch für iphone oder ipad über die kostenlose keosk app im app store. HANIX MEILENSTEINE

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Hanix Nr. 66 Legenden vergisst man nicht. Erfüllen Sie sich Ihren Traum vom perfekten Sportwagen. Jeder Tag ist dafür da, das Beste aus ihm herauszuholen. Unsere 911 Modelle stehen für Sie bereit. Entdecken Sie die faszinierende Sportwagenikone bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Str. 111 74074 Heilbronn Tel. +49 7131 5034-200 Fax +49 7131 5034-220 www.porsche-heilbronn.de FRIDAYS FOR FUTURE 61

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Kapitel 2: BEST OFFF KATALOGE 2014-2015 Unnützes Wissen → Ausgaben:3 → Auflage insgesamt: 30.000 → Verteilstellen Stadt- und Landkreis: ca. 500 → Leser: ca. 75.000 → Remittenten insgesamt: 388 → Steigerung des Anzeigenumsatz im Vgl. zu Online: 1000 % Hanix Nr. 66 62 HANIX MEILENSTEINE

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STADTLUFT HISTORISCH 63

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Hanix kreiert gute Inhalte ohne Ende! Nach 25. Online-Ausgaben analog werden? Nach 25. Online-Ausgaben analog werden! Hanix Nr. 66 Aufmacher unserer Themenschwerpunkte (v. l. n. r.): Titelthema »Energie«, Strickblitz / Titelthema »Armut«, leerer Einkaufswagen / Titelthema »Gesundheit«, Verbandsmull-Typo auf Pflaster / Titelthema »Zeit«, Digitaluhr-Typo / Titelthema »Medien«, Zeitungskiosk auf Platine / Titelthema »Tiere«, Stricktiere Artwork: Kathrin Leisterer-Miskovic 64 HANIX MEILENSTEINE

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1.000 FRAGEN AN DIE ZUKUNFT Nr. 61 WIE RASANT KANN ZUKUNFT SEIN? Die Zukunft kommt schneller als man denkt. Wir bereiten Ihre IT schon heute vor auf das, was morgen wichtig wird. Denn mit der Zukunft kennen wir uns aus: Ob Digitalisierung, Cloud, Mobility oder IT-Security – Bechtle begleitet Sie auf Ihrem Weg zu noch mehr Erfolg. Als größtes deutsches IT-Systemhaus und IT-Zu kunftspartner in Ihrer Nähe. bechtle.com KATHRIN LEISTERER-MIŠKOVIĆ 65

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Hanix testet Drucksachen! Anfang April 2014 erschien der erste gedruckte Hanix-Best-offf-Katalog mit den besten Inhalten der ersten 25 Online-Magazine. Das gute Stück kam mit einem schwarzen und einem weißen Cover und Logo-Prägung daher. Weil der erste Hanix-Katalog so gut ankam, haben wir ein knappes halbes Jahr später Teil zwei der Best-offf-Trilogie herausgebracht – mit den besten Interviews aus 32 Ausgaben. Auch hier zwei unterschiedliche Coverfarben – diesmal rot und weiß. 66 HANIX MEILENSTEINE Hanix Nr. 66

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Drei Testballons »Print« mit »Best offf«-Katalogen. Eine Trilogie ist erst mit dem dritten Teil komplett. Das Beste aus unseren bis dato erschienenen 35 Themennschwerpunkten erschien im Frühjahr 2015. Danach waren wir uns einig: Wir drucken in Zukunft regelmäßig! Hanix Nr. 66 HANIX MEILENSTEINE 67

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Kapitel 3: PRINTMAGAZIN & MEHR 2015-2020 Unnützes Wissen → Gedruckte Hefte: 420.000 → Foren zur Stadtentwicklung: 4 → Partygäste: Ca. 15.000 → Hanix-People pro Party: Über 1.000 → Bücher: 1 → Umfragen: 2 → Kunden: Ca. 250 Hanix Nr. 66 68 HANIX MEILENSTEINE

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Für Freunde, Familie, Neuankömmlinge, Alteingesessene und Abgewanderte. Für nen schlappen 40er gibts sechs Mal Hanix in den Briefkasten. SCHENKE EIN MAGAZIN! Bestellen unter: → abo@hanix-magazin.de → shop.hanix-magazin.de/shop 69

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Hanix will ein Printmagazin werden! Hanix Nr. 66 70 HANIX MEILENSTEINE

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Print isn´t dead! Entwicklung eines der besten Stadtmagazine Deutschlands – gedruckt und gegen den Trend. Hanix Nr. 66 Im Frühling 2015 begannen wir mit der Entwicklung des Magazin-Relaunches vom Online-Magazin zum Printmagazin. Art Direktor Raimar Schurmann entwickelte u. a. ein neues Cover-Konzept. HANIX MEILENSTEINE 71

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Hanix wird ausgezeichnet. Und stirbt – fast! Hanix Nr. 66 Im Mai 2017, wenige Monate vor dem Erscheinen unserer 50. Jubiläumsausgabe, wurden wir mit dem gelben Ideenstark-Preis Baden-Württemberg (gelbes Dreieck) für unsere Ideen zur kreativen Stadtentwicklung ausgezeichnet. Im August 2017 stand Hanix mit der 50. Ausgabe kurz vor dem Aus. Doch Leser und Kunden haben das Magazin in einer beispiellosen Unterstützungswelle und einer für uns unvergesslichen Support- Party gerettet. 72 HANIX MEILENSTEINE

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Auszeichnung mit dem »Ideenstark-Preis« Baden-Württemberg und Hanix-People retten das Magazin. Hanix Nr. 66 HANIX MEILENSTEINE 73

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Hanix entwickelt die (Schwarm)-Stadt Repräsentative Umfrage in Heilbronn zur Lebensqualität. Antwort: So 3,2! Hanix Nr. 66 74 Zum Jahreswechsel 2017/18 veröffentlichten wir die Umfrageergebnisse zur Lebensqualität in Heilbronn aus dem kooperativen Forschungsprojekt »Schwarmstadt Heilbronn«, das wir zusammen mit der DHBW Heilbronn und Prof. Yvonne Zajontz initiiert haben. HANIX MEILENSTEINE

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Impuls und diverse Veranstaltungen und Projekte zur innovativen, kreativen Stadtentwicklung. Hanix Nr. 66 HANIX MEILENSTEINE Wir baten den Heilbronner Illustrator Natalis Lorenz darum, uns eine lebenswertere Heilbronner Bahnnhofsvorstadt zu visualisieren. Eine seiner Illustrationen in Ausgabe 56 war der Kiez-Kultur-Kiosk anstelle eines Wettbüros. 75

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Hanix ist Podcaster! Launch des Video- und Audio- Podcast »Originalteile« – mit insgesamt über 40.000 Hörern und Sehern. Seit Juni 2019 sind wir Podcaster. Zusammen mit den Hagelauers vom gleichnamigen Autozentrum haben wir den Podcast »Originalteile« gestartet. Einmal im Monat fährt ein Gesprächsgast im eGolf mit Robert Mucha durch die Stadt und Region und erzählt von seinem Leben. Zu hören auf Apple Podcasts, Spotify, Google Play, Deezer und Soundcloud. Zu sehen auf Youtube. Hanix Nr. 66 76 HANIX MEILENSTEINE

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Der Leute Podcast aus Heilbronn & Region! Hanix Nr. 66 Podcast powered by: Podcast Feeling Live erleben – bei deiner persönlichen e-Probefahrt im VW eGolf! Jetzt Termin vereinbaren beim Autozentrum Hagelauer: Tel.:07131/6234-9011 www.hagelauer.de/eProbe eprobe@hagelauer.de 77

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.jpg Eine 78 fotografische und illustratorische Reise durch die Hanix-Historie (2011-2019) [1] Goldener Ballon-50 über Support-Poster, Hanix-Retter-Party vor der Kunsthalle Vogelmann, Heilbronn, 2017 [2] Graphic-Recording-Plakat von Larissa Bertonasco, Innovationcamp für die Gesundheitsbranche im insel Hotel, Heilbronn, 2017 [3] Team Hanix auf Couch von Ulrik Neumann (rechts) gefotobombt, Party bei »Die Medientrainerin«, Heilbronn, 2015 [4] Dexter an den Turntables, »Hanix @ Buga«-Party am Neckarbeach, Heilbronn, 2019 [5] Open Minded, Illustration von Leo Volland für Hanix 45 »Kultur- und Kreativwirtschaft«, Heilbronn, 2016 [6] Gruppenfoto »Schwarmstadt Heilbronn«, 1. »Forum Schwarmstadt« an der DHBW, Heilbronn, 2018 Fotos & Illustration: Meli Dikta, Ulla Kühnle, DHBW Heilbronn, Erich Benz, Leo Volland .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 [1] Eheleute Alexandra und Ralph Munz im Kühlschrank, Dreh zum Video-Format »Der Kühlschrank von …«, Heilbronn, 2012 [2] Preisverleihung, Hanix wird vom Land Baden-Württemberg mit dem Ideenstark-Preis ausgezeichnet, Reutlingen, 2017 Fotos: Meli Dikta, Memo Filiz .JPG – BILDERGALERIE Frühlingsbote. Im Handel und auf dem Stuttgarter Frühlingsfest erhältlich. eilbronner Im Wert von 10, 25, 35, 44 und 50 € Wünsche erfüllen ... EINKAUFSGUTSCHEIN www.mein-heilbronn.de Ein Gutschein – viele Möglichkeiten! www.mein-heilbronn.de ... in über 80 Geschäften Gutschei

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.jpg Eine 80 fotografische und illustratorische Reise durch die Hanix-Historie (2011-2019) [1] Hanix-Kolumnist Oliver Maria Schmitt (rechts) und sein Lieblignswirt Lothar Hesser, After-Work-Drinking nach einem Interview beim Hesser-Wirt, 2011 [2] »Hanix-Superheroes« Robert, Maike & Marcel (v. l. n. r.), Illustration von Claudia Wagner, Heilbronn, 2019 [3] Selfie mit »Kloppo« (hinten links) in Melwood, Robert Mucha hat die TSG Hoffenheim in der Champions League begleitet, Liverpool, 2017 [4] Alles Gute Hanix, Illustration von Larissa Bertonasco zur 50. Ausgabe, Hamburg, 2017 [5] Großplakate in Heilbronn (hier von Sascha Simm). Sechs Heilbronner Grafiker/innen haben Plakat-Motive mit Neujahrswünschen gestaltet, Heilbronn, 2019 [6] Release-Party im Gewölbekeller, jede Online-Ausgabe wurde mit einer Releaseparty befeiert (hier im Pearls and Diamond), Heilbronn, 2012 Fotos & Illustrationen: Ulla Kühnle, Claudia Wagner, Robert Mucha, Larissa Bertonasco, Meli Dikta .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 [1] Falscher Hase unter goldenem Hasen, zur »Langen Nacht der Kunst« haben wir das »Falsche Hasenmahl« im insel Hotel veranstaltet und die unwichtigsten Heilbronner geladen und geehrt – auf der Speisekarte stand »Falscher Hase«, Heilbronn, 2012 [2] Hanix-People, auf unseren Partys versammeln sich regelmäßig die über 1.000 schnieksten Leute aus Stadt und Region (hier Hanix-Retterparty, Heilbronn, 2017 Fotos: Memo Filiz, Meli Dikta .JPG – BILDERGALERIE UNSERE „ESEL“ BRAUCHEN „NUR“ MUSKELKRAFT UND EVTL. STROM DAZU. ● Große Auswahl von Transporträdern ● Vor Ort Probefahren ● Montage & Service aus Meisterhand BIKE ARENA BENDER Fahrradhaus Bender GmbH Koepffstr. 7-13 74076 Heilbronn T: +49 7131 96150 M: info@bikearena-bender.de www.bikearena-bender.de

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82 Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Braunsoßen-Pipeline und Gehirnauswurf Warum Rettung in größter Not für Heilbronner kein Problem ist Das erste Opfer des Krieges, so heißt es, sei die Wahrheit. Das erste Opfer der Seuche aber ist der Verstand. Ende Februar schien die westliche Welt, von einigen Vorerkrankungen abgesehen, noch halbwegs gesund: An den EU-Außengrenzen zur Türkei werden Erwachsene und Kinder ausgeraubt, verprügelt und mit Tränengas beschossen – von der griechischen EU-Polizei; im weit entfernten China wird der oder das Coronavirus gerade mit den umfangreichsten Verteidigungs- und Abschottungsmaßnahmen der Zivilisationsgeschichte bekämpft; im beschaulichen deutschen Südwesten indes verharren die Fallzahlen der neuartigen Seuche noch im unteren einstelligen Bereich; Beschäftigung und Bäuche sind voll; alles scheint sicher und ruhig. Doch kaum merklich steigt die Nervosität. Die ungeschützten Köpfe sind bereits infiziert. Das Monatsende kulminiert in einem historischen Schalttag und fällt mit dem traditionellen Wochenendeinkauf zusammen. Da rüstet sich der Heilbronner Stadt- und Landbewohner entschlossen zum groß angelegten Rettungseinsatz. Es geht um nichts Geringeres als die Rettung der wichtigsten Sache, die der Heilbronner und freilich auch die Heilbronnerin kennt: sich selbst. Also auf zum Hamsterkauf! Foto: Ulla Kühnle Vor den Filialen von Lidl und Kaufland, vor Penny und Netto sind die Parkplätze ausgebucht. Im Innern der Großmärkte spielen sich erschreckende Szenen ab. Konserven und Komestibilien werden zigtonnenweise über Scanner gezogen und in Autos verstaut. Die Kassen klingeln heller und schriller als an Weihnachten und Ostern zusammen. Die Resultate der entfesselten Konsumorgie – Bilder leer gefegter Regale – wandern ins Netz und werden verwundert geteilt (und dann auch ganzseitig von der verwunderten Heilbronner Stimme präsentiert). Und während ich an diesem Samstag gerade in einem ruhigen, menschenleeren und regalvollen Frankfurter Supermarkt stehe, sehe ich auf meinem Handy die leeren, verwüsteten Regale in Heilbronn. Sofort erkenne ich den Ernst der Lage und setze auf Facebook einen Hilferuf ab, der sich in Windeseile verteilt und vervielfacht: »Bitte helft, helft, helft! Der oder das Corona-Virus wütet viel schlimmer als erwartet – vor allem in meiner alten Heimatstadt Heilbronn. Er hat die Gehirne der dort lebenden, ohnehin spätzlesatt vollgefressenen Menschen verflüssigt und verdampfen lassen. Unerbittlich zwingt er sie immer wieder hinein in die bereits leergeräuberten Lidl- und Kauflandfilialen. Verzweiflung. Hungerpanik! Bitte schickt oder mailt oder twittert Lebensmittel nach Heilbronn, vor allem Mehl, Fettzucker, Südmilchpulver und ganz viel Soße – schnell, die Zeit drängt! Auch Brezelabwürfe können Leben retten – gerade heute, am Kehrwochensamstag, da gehen die kaputtgefegten Leut vor Hunger ein wie die Fliegen. Bitte beeilt euch, jedes Gramm hilft!« Und da mein virtueller Freundeskreis hauptsächlich aus krisengestählten Humanisten mit Helfersyndrom besteht, lassen die Rettungsangebote auch nicht lange auf sich warten: »Okay, Chef«, schreibt Joe Bauer aus Stuttgart, »wir legen umgehend eine Braunsoßen-Pipeline.« Roy Siegfried aus Wiesbaden schlägt vor: »Ich könnte ein paar deftige Auf's-Maul-Taschen beisteuern.« Und Deana Sulzberger, die ehemalige Wirtin der Gaststätte »Eulenspiegel« fragt, ob sie eine Ladung Care-Pakete an OB Harry Mergel fertig machen solle. »Nein!« antworte ich entsetzt, »der Harry hat den Keller schon voll!« Schließlich sitzt der Mann direkt überm Ratskeller – und der ist, wie man weiß, durch Tiefbohrungen direkt an die ergiebigsten Spätzleflöze Süddeutschlands angebunden. Und während ich im Minutentakt von Kaufland- und Lidl-Mitarbeitern beschimpft werde (»Die Bilder sind gefälscht, bei uns ist alles da!«), posten andere ebenfalls Fotos von leergerafften Regalen in Supermärkten der Umgebung. Einer kommentiert: »Bei uns ähnliche Bilder. Menschen, die mit 1-2 überfüllten Einkaufswagen zu Kasse eilen. Auf meine Frage an einen Mitarbeiter, ob denn Lieferungen nicht angekommen seien oder die Leute irre wären, sagte er nur: »Irre!« Insgesamt werden die Discounter und Großmärkte ihren Umsatz um gute vierzig Prozent steigern, wie später die FAZ vermeldet – sie sind die klaren Gewinner der Coronakrise. Interessanterweise fallen der ersten, noch reichlich planlosen Hamsterwelle hauptsächlich die immer noch sogenannten Grundnahrungsmittel zum Opfer – neben Doseneintöpfen vor allem Bohnen, Zucker und Mehl –, obwohl ja kaum noch jemand weiß, was man damit eigentlich anstellen soll. Oder wollen die kurz vor dem sicheren Untergang alle noch mal schnell Weihnachtsplätzchen mit Bohnengeschmack backen? Und während Die PARTEI per Plakat zur gemeinsamen Aktion aufruft (»Hand in Hand gegen das Coronavirus: Menschenkette am 30. 2. !«), führt die Hysterie auf Facebook zu bizarren Diskussionen: Wo man denn noch Mehl kaufen könne, fragt OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE Hanix Nr. 66

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eine Dame aufgelöst, sie habe schon acht Supermärkte abgeklappert, nirgendwo gebe es Mehl. »Kennt jemand von euch einen Supermarkt, der noch Mehl verkauft? Oder hat jemand zwei Kilo Mehl zuhause, die ich abkaufen könnte?« Schwarzmarktdiskussionen auf dem Kriegsschauplatz Deutschland. Und Heilbronn endlich mal vorne dran, leere Regale vor allen anderen. Meine Vermutung: Die schnellen Dummen kaufen einfach das weg, was die langsameren Dummen dann auch haben wollen, und zwar deswegen, weil’s die schnelleren Dummen schon haben. Erst in einer zweiten, ca. eine Woche später einsetzenden Nachhysterie verschwinden dann auch sämtliche Klopapiervorräte vom Markt. Es gilt halt noch immer, was Bertolt Brecht (oder eine seiner Frauen) gesagt hat. »Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.« Und dann das Scheißen, wie wir hier auf gut heilbronnerisch anmerken dürfen. Kein Wunder also, dass mich schon wenig später dieser Hilferuf aus der alten Heimat ereilt, abgesetzt von einem gewissen Bernhard Stumpfhaus, und aus seinen Worten klingt und klang und kreischte die schiere, nackte Not: »HILFE!! Wir brauchen jetzt vor allem Klopapier hier in HN. Klopapier ist ausverkauft!!! (Wahrscheinlich nach zu viel Fettzucker-Verzehr!!!)« Kein Problem, schon wenige Ausrufezeichen später verspreche ich Rettung: »Haltet durch! Ich faxe gleich ne Rolle!« Unverdrossen spuckt der Katastrophenticker Facebook neue Meldungen aus: Eine Kundin berichtet, dass ihr während des Einkaufs, als sie ihren Wagen für einen Moment unbeobachtet ließ, drei Packungen »Mirácoli« aus dem Wagen geklaut wurden. Das merkte sie erst beim Bezahlen, als sie ihre Einkäufe aufs Band legte. Neue Packungen konnte sie nicht auftreiben, es waren keine mehr da. Als sie dies der Kassendame schildert, erhält sie obendrein und völlig gratis auch noch einen Anschiss: Ja, was sie denn glaube, was hier los sei! Und dass die »Mirácoli« nun weg seien, daran sei sie nur selber schuld! Es sei doch in diesen Zeiten sträflicher Leichtsinn, etwas so Wertvolles unbeaufsichtigt im Einkaufswagen liegen zu lassen! Eine andere Dame berichtet entnervt: »Es kann ja jeder Hamstern, wie er möchte. Wenn ich aber einen normalen Einkauf mit meinen drei kleinen Kindern mache und mein Sohn beim Kampf um den vordersten Platz am Regal zur Seite gestoßen wird mit den Worten: ›Geh weg, du hässliches, dummes Kind‹, dann muss ich mich doch fragen, was schlimmer ist: ein Virus oder die Menschheit!!!« Wenn die Menschheit im vollversorgten, spätzlesatten Süden jetzt schon anfängt, Kinder zu schubsen und sich gegenseitig die Nudeln vom Teller zu ziehen – wo soll dann eigentlich die jetzt so viel beschworene Solidarität mit den Kranken, Alten und Schwachen herkommen? Wenn die Krankenhäuser erst mal voll sind und die Alten einsam zu Hause hungern? Kein Zweifel, es werden herrliche Zeiten werden, wenn der Corona-Notstand weiter wütet. Als zwei Wochen später Heilbronn tatsächlich mal vorne dran ist und vor vielen anderen Ländern und Gemeinden das einzig Richtige unternimmt, nämlich Veranstaltungen und Versammlungen von über 200 Personen verbietet – da schimpfen die Heilbronner im Netz wie die Rohrspatzen. Und eine Nancy schreibt: »Aber Hauptsache die Grenzen für die nächsten gewaltbereiten jungen Männer bleiben offen und uns Veranstaltungen VER- BIETEN.« Zehn Kotz-Smileys beschließen Nancys Gehirnauswurf. Freilich – es gibt nichts Belebenderes als Gier, Hass und Habsucht. Erst beim Raffen ist der Unterlandinsasse so ganz bei sich selbst und kann ungestört seine beiden absoluten Lieblingsbeschäftigungen ausleben: Meckern und Konsumieren. Während er satt und feist das Auto bis obenhin mit »Mirácoli«, Mehl und Klopapier bepackt, wirft er anderen vor, vor Bombenkrieg und Hungerelend zu fliehen. Corona sei Dank. Da wundert es nicht, dass es mal wieder einem Heilbronner vorbehalten ist, in größter Not für Rettung zu sorgen. Am 4. März meldet Spiegel Online, dass der Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) angeboten habe, Polizisten aus Baden-Württemberg nach Griechenland zu schicken. »Uns allen muss klar sein: Die griechisch-türkische Grenze ist derzeit auch die deutsche Außengrenze«, sagt der gelernte Hinterbänkler und schickt mal wieder die anderen vor. Denn unsere Hamsterkäufe, das weiß der Schwabe, werden auch an der deutschen Außengrenze vor der Türkei verteidigt. Mahlzeit, bleiben Sie gesund! ◆ P. S. Für die ruhige, veranstaltungsfreie Zeit bis zur nächsten Kolumne empfehle ich den gerade erschienenen fantastischen Heilbronn-Roman »Hawaii« des jungen Schriftstellers Cihan Acar. Doch davon später mehr. WIR FREUEN UNS AUF SOMMER FOLGE 27 WWW.HEILBRONNER-BAEDER.DE 83

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Impressionen von der Hongkong-Reise des Württembergischen Kammerorchesters im November 2019 Berlin, Heilbronn und die ganze Welt Die Flugroute ist uns nicht fremd: Nach einer quälend langen Nacht über Sibirien und der Mongolei sind wir bei Tagesanbruch bereits über chinesischem Territorium, genau wie vor 9 Monaten, zu Beginn der letzten China-Tournee des Württembergischen Kammerorchesters. – Nun also geht es nach Hongkong, und von oben wirkt bereits alles vertraut. Beim Landeanflug erkennen wir sogar den extravaganten Konzertsaal von Zhuhai wieder (hier haben wir im März noch konzertiert), gegenüber des neuen Hongkonger Flughafens auf eine der zahlreichen Inseln gebaut, bevor wir zur Landung ansetzen. Heute fühle ich mich besonders sicher, denn der Flugkapitän Rolf Adebahr ist nicht nur ein Freund und Celloschüler von mir, sondern auch seit seiner Kindheit Heilbronner, und „der wird sich schon Mühe geben, mit seinem Kammerorchester“. - Und ob! In Hongkong werden wir drei Konzerte eines Festivals bestreiten, welches den Titel „Projekt Berlin“ trägt, in Erinnerung an 30 Jahre Mauerfall. Veranstaltet wird es vom Kulturzentrum „Tai Kwun“ in der alten Innenstadt der britischen Kronkolonie und findet im historischen Gebäudekomplex der Polizeikommandatur statt;- „open air“, denn das Novemberwetter hier am 22. Breitengrad ist stabil spätsommerlich und trocken, was die Attraktivität der Reise einmal mehr steigert;- und den Neid der „Lieben daheim“ auch! Im Vorfeld ging es natürlich auch um die Massenproteste, man wurde nicht müde, uns zu versichern, dass 99 % Hongkongs friedlich und gewaltfrei seien. Dennoch werden wir vorsichtshalber in einem Hotel weit außerhalb der „Hotspots“ untergebracht. Tatsächlich ist zunächst von den Ausschreitungen nichts zu sehen, zu spüren ist die Ausnahmesituation aber schon: am eingeschränkten abendlichen U-Bahn-Verkehr beispielsweise, und dem damit verbundenen schlechten Konzertbesuch, was uns für das hochambitionierte Veranstalter-Team besonders leid tut ! Polizei und Absperr-Elemente sind allgegenwärtig. Schließlich lässt die allgemeine Atmosphäre die für Südchina sonst so typische Lebensfreude vermissen. Und das, obwohl das Ambiente der von sanften Hügeln umkränzten Kowloon Bay, das abendliche Lichtermeer der 8-Millionen-Stadt und die palmenbestandenen Promenaden von schier unfassbarer, paradiesischer Schönheit sind! Viermal war ich bereits musizierenderweise in China. Aber Hongkong ist anders! Die Exotik ist durch die lange Kolonialzeit verblasst, das Englische omnipräsent, Straßen und Plätze gesäumt von den international auswechselbaren Attributen einer Mega-Metropole: Glitzernde Konsumtempel, deren marmorne Außenhaut mir vermittelt, dass es für mich als Orchestermusiker hier nichts zu kaufen gibt. Gleiches gilt für die eintönigen Fensterfronten und Speisekarten internationaler Fastfood-Ketten. Um traditionelles chinesisches Leben zu sehen, muss man schon ein wenig laufen, bis hinter 84 BRIEF AN DIE HEIMAT Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 den alten „Western Market“ etwa, wo man sich noch in den unzähligen Gassen verliert, und wo das Angebot an Luftgetrocknetem wenig Auskunft darüber gibt, ob es sich um ein Lebensmittelgeschäft, eine Apotheke oder einen Sexshop handelt. Was uns Musikern besonders fehlt sind die für China so typischen, unzähligen Straßenrestaurants, in denen für ein paar Yuan wunderbare Genüsse zubereitet werden, auch wenn man nie erfahren wird, was alles genau da in den Kochtopf wandert. – Hongkongs Gaumen steht dagegen zur Zeit auf - italienisch ! Dafür hätte man allerdings nicht so weit reisen müssen! Aber wir sind ja nicht aus kulinarischen Gründen hier, sondern zum Musikmachen. Jedoch hat die Thematik Berlin – Mauerfall durch die aktuellen Entwicklungen inzwischen auch eine hochbrisante, politische Komponente bekommen. Dies gilt besonders für die im Rahmen des Festivals gezeigten Filme: Die sind der chinesischen Administration mehr als ein Dorn im Auge. Musik ist da zum Glück etwas unverfänglicher, und man lässt uns gewähren: Beim Eröffnungskonzert mit Chefdirigent Case Scaglione spielen wir Mendelssohn und Richard Strauss. Anschließend gibt es zwei Programme mit Musik von Johann Sebastian und Carl Phillip Emmanuel Bach sowie eine Komposition Friedrichs des Zweiten, unter Leitung und solistischer Mitwirkung des russisch-ungarischen Geigers Sergey Malov . Das Festival ist gigantisch inszeniert, der „Prison Yard“ wurde dafür von Berliner Lichtkünstlern in eine dreidimensionale Leinwand verzaubert. Alles ist perfekt organisiert, teilweise zu perfekt, und es beschleicht mich der Eindruck, dass sich das dafür zuständige Personal nicht selten gegenseitig im Weg steht. (Dass das WKO einzig mit Orchestermanagerin Franziska Vivaldi angereist ist, die sich –erfolgreich- um alle Belange kümmert, erntet unter den heimischen Organisatoren nur ungläubiges Kopfschütteln.) Ein Beispiel: Da ich als Continuo-Cellist länger proben muss, wird mir für den Weg zurück ins Hotel – selbstverständlich- eine Limousine mit Chauffeur zur Verfügung gestellt. Die hängt dann aber in einem immensen Stau fest. An der nächsten U-Bahn-Station bitte ich, die Bahn nehmen zu dürfen (mit ihr wäre ich in 5 Minuten am Ziel), das geht aber gar nicht, der Fahrer fühlt sich in seiner Berufsehre gekränkt, und ich ernte ein beleidigtes : „It’s my job!“ – Etwa 40 Minuten später ist dieser dann endlich erledigt. Na ja. Unsere drei Konzerte sind ein großer Erfolg, die chinesischen Veranstalter und Künstleragent Harold Clarkson sind begeistert, (was uns hoffentlich Anschluss-Engagements einbringt,) und das Orchester verabschiedet sich nach nur fünf Tagen wieder von Hongkong. Vier WKO-Mitglieder bleiben aber noch, denn zum Gesamtkonzept des Festivals gehören auch zwei Meisterkurse an hiesigen Musikhochschulen. Wir sollen Unterricht erteilen. Und dann werden wir doch noch hineingezogen, in die Gewalt auf der Straße: Die Universitäten waren ja von Beginn an Zentrum des Widerstands. Am Abend zuvor gab es dort erneut Straßenschlachten, so stellt man uns – um unsere Sicherheit besorgt - frei, den Unterricht abzusagen, zumal zahlreiche Studenten nicht kommen könnten „aus verkehrstechnischen Gründen“, wie es heißt. Wir lehnen ab. Normalität zu praktizieren, sei das Gebot der Stunde, finden wir übereinstimmend, und gehen hin. Das Innere der „Baptist University“ ähnelt der Einsatzzentrale für eine Guerilla-Truppe. Ein wenig mulmig wird 2020 18 / 19 / 20 JUNI 3 TAGE • 3 BÜHNEN • 17 BANDS WWW.BLACKSHEEP-FESTIVAL.DE DAS WKO AUS HONGKONG LA BRASS BANDA RAY WILSON & GENESIS CLASSIC STEFANIE HEINZMANN STEVE‘N‘SEAGULLS WALKING ON CARS FISCHER-Z ALPHAVILLE u.v.m. Tickets gibt es in ausgewählten Vorverkaufsstellen in der Region Heilbronn, allen Reservix- Vorverkaufsstellen und über www.reservix.de als print@home. 85

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uns schon, während wir von nervösen Professoren durch Hintertüren zur Musikabteilung geleitet werden. Aber am Ende sind unsere Studenten dann doch fast alle da, haben sich mutig mit Geigen- und Cellokästen an den Polizeiposten vorbeigestohlen, sind ein viel größeres Risiko eingegangen als wir: Musik machen, trotz Gewalt, oder vielleicht gerade deshalb;- bewundernswert! Im direkten Kontakt mit den Jugendlichen bekommen wir dann eine Ahnung davon, wie allgegenwärtig Angst und Wut darüber sind, in einen neuen Kolonialismus hineingezogen zu werden, ohne je über die eigene Zukunft mitentscheiden zu dürfen. Und das ist die vielleicht wertvollste Einsicht dieser Tage in Hongkong: Uniformität ist nicht genetisch bedingt. Die Hongkonger sind Chinesen durch und durch, aber sie unterscheiden sich maßgeblich von ihren Landsleuten jenseits der wenige Kilometer entfernten Grenze, da sie in Freiheit aufgewachsen sind. Frei sein schafft Individualität, dieser Prozess ist unumkehrbar! – Als „Wessi“, der in seiner Jugend Kontakte zu Deutschen in der DDR hatte, kommt mir dies alles noch sehr vertraut vor. - Projekt Berlin ! Der zweite Unterrichtstag muss dann allerdings ausfallen: Die Polizei hat das Areal der „Chinese University“ komplett abgeriegelt, niemand kommt herein oder hinaus. Tage später, wir sind wieder daheim, sieht die Welt zu, wie sich eben dort Dutzende Studenten den Besatzern ergeben müssen und mit der Aussicht auf lange Haftstrafen ins Gefängnis wandern. Der Vorlesungsbetrieb wird für den Rest des Semesters eingestellt! Dann brennt in Australien der Busch, und die Studenten von Hongkong sind vergessen. So ist das mit dem medialen Interesse. Der ungeplant freie letzte Tag entwickelt sich schließlich doch noch zum Highlight. Wir sind beim deutschen Botschafter-Ehepaar Lamlé eingeladen! Ließ die Förmlichkeit des Einladungsschreibens noch einen steifen Stehempfang erwarten, so sind wir nun überrascht und erfreut über die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die man uns in der überfüllten Botschaft entgegenbringt. Die Konsulatsräume, die gleichzeitig auch Wohnung der Gastgeber sind, befinden sich in den oberen Stockwerken eines Hochhauses oberhalb des Zentrums mit fantastischem Blick über Stadt und Bucht von Hongkong.- Hier lässt es sich leben! Geladen sind die Künstler des Festivals, sowie zahlreiche Mitglieder der örtlichen German Society, überwiegend Geschäftsleute und Botschaftspersonal. Es sind Menschen mit spannenden Lebensgeschichten, teilweise seit Jahrzehnten in Hongkong zuhause, aber immer noch höchst interessiert an Klatsch und Tratsch aus der Heimat. Gekocht wird deutsch, chinesisch und – natürlich- italienisch! Mit Verspätung gelandet erscheint der Ehrengast des Empfangs: Klaus Wowereit, ehemaliger regierender Bürgermeister von Berlin und Freund der Botschafter-Familie. Sein „Was macht Heilbronn?“ beim Händeschütteln mit uns WKO-Musikern werte ich zunächst als unbeholfenen Small- Talk-Versuch, aber schnell stellt sich heraus, dass „Wowi“ (wie man ihn hier nennt) unsere Heimatstadt sehr gut kennt: Sein Lebensgefährte stammt nämlich aus Mosbach, und Familienfeiern führen häufig nach Heilbronn, besonders gern übrigens ins „Kaffeehaus Hagen“, wie wir erfahren. So klein ist die Welt; - und Heilbronn ist mittendrin! Zumindest klingt es so, wenn Wowereit seine geschliffen professionelle Ansprache damit schließt, wie gern er nach Hongkong gekommen sei, und wie sehr er dieses Fest genieße, „zusammen mit Künstlern aus Berlin, Heilbronn und der ganzen Welt.“ – Diese Aufzählung können wir ruhig gelten lassen! Georg Oyen 86 BRIEF AN DIE HEIMAT Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 Ziegler DAS WKO AUS HONGKONG 87 WERBEARTIKEL PREISLISTEN PRINT-ON-DEMAND SCHNITTSTELLE ZU ERP-SYSTEM BESTELLPROZESS SHOP WEB-TO-PRINT BROSCHÜREN DRUCK FLYER VISITENKARTEN FREIGABEPROZESS CI-KONFORM DRUCKVORLAGEN ZEITERSPARNIS TRANSPARENT BROWSERBASIERT KLEINSTAUFLAGEN VERSANDSCHNITTSTELLE LOGISTIK LAGERHALTUNGSKOSTEN PROZESS PERSONALISIERBAR PRODUKTPREIS AUTOMATISIERT PLATTFORM DIGITAL PUBLIKATIONSVERFAHREN KOSTENERSPARNIS EISBERGEFFEKT BLATTSAMMLUNG SIE HABEN viele wiederkehrende Druckjobs und möchten für Einkauf und Abwicklung zusätzliche Zeit sparen? WIR BIETEN eine schlanke, transparente und einfache Lösung. Komplett digital – von der Bestellung bis zum Versand! Dazu eine perfekte, moderne und ausfallsichere Druckproduktion. Lassen sie uns gemeinsam das bestmögliche System für ihre Belange finden! Ihr Ansprechpartner: Florian Mitzenheim Telefon: 07263/20986-24 f.mitzenheim@zieglerdruck.de www.crossmediaexperts.de info@zieglerdruck.de | Telefon: 07263 20986-0

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Gegen die freie Presse 12. März 1933 Foto: Stadtarchiv Heilbronn Hanix Nr. 66 Die Aufnahmen links und rechts auf dieser Albumseite zeigen die Besetzung der SPD-nahen Vereinsdruckerei durch die SA. Hier, in einem modernen Verlagsgebäude an der Allee 40, erschien die sozialdemokratische Tageszeitung Neckar-Echo, die damals als das erfolgreichste deutsche SPD-Blatt galt. Deshalb war es den örtlichen NS-Machthabern besonders verhasst. Bereits am 7. März 1933 wurde das Neckar-Echo verboten. Im Juni 1907 hatte sich die »Vereinsdruckerei« gegründet. Auf genossenschaftlicher Basis sollte für die SPD von Heilbronn und Umgebung eine eigene Zeitung ins Leben gerufen werden – und dies gelang. Ab Februar 1908 erschien das Neckar-Echo als »Tageszeitung fürs werktätige Volk« und war so erfolgreich, dass die Vereinsdruckerei 1925 an der Allee 40 ein Verlagsgebäude für die Redaktion und den Druck des Neckar-Echos errichten konnte. Unser Albumblatt stammt aus dem sogenannten Roten Album, das die »Machtergreifung« der Heilbronner Nationalsozialisten von März bis Mai 1933 dokumentiert. Die darin erhaltenen Aufnahmen zeigen den »Triumpf« des NS-Regimes über das demokratisch gesinnte Heilbronn. Dazu gehört auch das Foto in der Mitte mit dem von SA-Posten besetzten Eingang der Polizeidirektion in der Wilhelmstraße – Polizeigewalt und Presse waren ab März 1933 in der Hand der neuen Herren. Denn auch die anderen Heilbronner Tageszeitungen wurden ausgeschaltet und es gab nur das Heilbronner Tagblatt. Dieses hetzerische Sprachrohr der Heilbronner NSDAP wurde wenige Wochen nach der »Übernahme« der Vereinsdruckerei dort geschrieben und produziert, wo bisher das Neckar-Echo seine Heimat gehabt hatte. Das Rote Album, dem der rote Einband den Namen gab, wurde 1999 dankenswerterweise dem Heilbronner Stadtarchiv übergeben. In der Dauerausstellung »Heilbronn-historisch!« ist das Album – auszugsweise und kommentiert – als Faksimile zum darin Blättern und Lesen bereitgestellt (auch virtuell unter http://www.stadtgeschichte-heilbronn.de Näheres zur Heilbronner Geschichte unter 88 www.stadtarchiv.heilbronn.de DER HISTORISCHE SCHUSS

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HEILBRONN? BESCHDE! 89

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.jpg Hanix-Party@Arkus, 90 Heilbronn, 08.02.2020 19:00 Uhr bis 04:00 Uhr Zum ersten Mal durften wir im Februar die Hallen der Arkus befeiern. Für den Sound waren erstmals Soul Connection, Ulrik Neumann und Aames verantwortlich – und sie haben es sehr gut gemacht. Besucherzahl wieder vierstellig. Gespräche wieder tief. Atmosphäre wieder einzigartig. Beine wieder müde getanzt. Danke allen, die dabei waren! Fotos: Ulla Kühnle .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 66

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[1] Barbeschilderung, Saarbrückener Straße, Heilbronn, 19.01.2020, 15:01 Uhr [2] Vorhang mit Topfpflanze, San Remo, Heilbronn, 01.02.2020, 19:03 Uhr [3] Frankenbacher Skyline, B39, Heilbronn, 19.01.2020, 17:28 Uhr [4] Möhrenstrauß, Autorückbank, Heilbronn, 19.01.2020, 19:51 Uhr [5] Gemälde in Restaurant, Jägerstube, Friedrichsruhe, 18.01.2020, 22:03 Uhr [6] Feldweg, Kreuzung Fügerstraße/Gottlieb-Daimler-Straße, Heilbronn, 04.02.2020, 16:05 Uhr Fotos: Meli Dikta Hanix Nr. 66 92 .JPG – BILDERGALERIE

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Hanix Nr. 66 [1] Schaufenster, Charivari, Heilbronn, 19.01.2020, 20:37 Uhr [2] Umkleidekabine, unbekannte Boutique, Stuttgart, 06.03.2020, 12:53 Uhr Fotos: Meli Dikta .JPG – BILDERGALERIE f r e i r a u m - p h o t o s . d e

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Theater HN April & Mai 2020 Großes Haus Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute (Schauspiel) 01.04., 02.04., 03.04., 13.05., 14.05., 15.05. BOXX Die Darstellung der Shoah in der Kinder- und Jugendliteratur (Vortrag) 01.04. Großes Haus Die lustige Witwe (Operette) 01.04., 03.04., 11.04., 25.04., 03.05. Komödienhaus Bella Figura (Komödie) 01.04., 03.04., 04.04.,11.04., 16.04., 18.04., 24.04. Großes Haus Born to be wild (Musikalische Revue) 02.04., 04.04., 14.04., 17.04., 18.04., 24.04., 05.05., 13.05., 15.05. Kinostar Arthaus-Kino Kästner und der kleine Dienstag (Film) 03.04. Termine April 2020 ACHTUNG! Aufgrund der aktuellen Ereignisse können abgebildete Veranstaltungen entfallen oder verschoben werden. Bitte informiert euch über die jeweiligen Internetseiten. 94 Kinostar Arthaus-Kino Der Nationalsozialismus im Kinder- und Jugendfilm. Mit Kästner und wie Kästner vermitteln. (Vortrag) 03.04. BOXX Das Traumfresserchen (Schauspiel) 05.04., 06.05. Großes Haus Mit der Faust in die Welt schlagen (Schauspiel) 08.04., 09.04., 19.04., 09.05., 19.05. Großes Haus Faust. Der Tragödie erster Teil (Schauspiel) 15.04. BOXX Nachtgeknister (Schauspiel) 19.04., 18.05., 19.05. Kinostar Arthaus-Kino Vaterlandsverräter (Film) 20.04. BOXX Netboy (Schauspiel) 21.04., 25.05., 26.05. Komödienhaus Alfons »Le Best of« (Theater Spezial) 23.04. Mi 01. Mobilat Club, Heilbronn Theaterlabor Stilbruch »The Orange Moon« (Technotheater) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Kaffee und ich - Mit Herz und Verstand (Seminar) La Boheme, Heilbronn Lindy Hop (Tanzabend) VHS, Heilbronn Michael Lüders »Neueste Entwicklungen in Nahost (Vortrag und Gespräch) BOXX Die lächerliche Finsternis (Schauspiel) 25.04., 28.04., 06.05., 12.05., 16.05. BOXX Emil und die Detektive (Schauspiel) 27.04., 28.04., 07.05., 10.05., 11.05., 12.05., 20.05. BOXX Tigermilch (Schauspiel) 29.04., 30.04. Großes Haus Biedermann und die Brandstifter (Schauspiel) 02.05., 06.05., 07.05., 12.05., 17.05., BOXX Der König des Krautfelds (Gastspiel) 03.05. BOXX Wild! (Schauspiel) 04.05., 05.05. Komödienhaus Männer (Musical) 08.05., 12.05., 14.05., 16.05., 20.05., 22.05., 23.05., 24.05. Komödienhaus Horst Schroth »Schlusskurve« (Theater Spezial) 09.05. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Selbsthilfe) Im Wizemann, Stuttgart Lea Porcelain 2020 (Konzert) Do 02. Mobilat Club, Heilbronn Theaterlabor Stilbruch »The Orange Moon« (Technotheater) Genossenschaftskellerei Heilbronn eG, Heilbronn Weintreff - von der Wiege bis ins Glas - der Ursprung des Weines (Weinprobe) BOXX »Trauma Treuhand« (Podiumsdiskussion) 11.05. Komödienhaus Helene Bockhorst »Die fabelhafte Welt der Therapie« (Theater Spezial) 13.05. Großes Haus La Traviata (Oper) 14.05., 16.05. Großes Haus Bodo Wartke »König Ödipus« (Theater Spezial) 18.05. Großes Haus Company (Musical) 22.05., 23.05., 24.05., 25.05. Kinostar Arthaus-Kino »Spur der Steine« (Film) 25.05. Großes Haus Tanz! Heilbronn (Internationales Tanzfestival) 27.05., 28.05., 29.05., 30.05., 31.05. Kultura, Öhringen Ein Strauß roter Rosen (Schlager- und Volksmusik) Im Wizemann, Stuttgart Best Of Poetry Slam (Poetry Slam) SAP Arena, Mannheim The Australian Pink Floyd Show (Konzert) Fr 03. Kulturkeller, Heilbronn Geiler Titel (Kabarett) Theaterschiff, Heilbronn Gatte Gegrillt (Theater) 01. – 03.04.2020 Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 Ebene 3, Heilbronn »The Chain« - A Tribute to Fleetwood Mac! (Konzert) Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn Galaxien im Löwe (Sternführung) Hanns Martin Schleyer Halle, Stuttgart James Blunt (Konzert) Substage, Karlsruhe Living Theory - Linkin Park Tribute (Konzert) Sa 04. Theaterschiff, Heilbronn Gatte Gegrillt (Theater) Burg Stettenfels, Untergruppenbach 10. Internationale Bogensport-, Messermacher- und Outdoor-Messe (Messe) Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim Nektarios Vlachopoulos »Ein ganz klares Jein« (Kabarett) Wartesaal, Besigheim Tucholsky-Abend »Du musst es ertragen: Ungesichertes Leben« (Literarisch-musikalische Reise zu Kurt Tucholsky) Maimarkthalle, Mannheim Time Warp Germany 2020 (Elektro Festival) Liederhalle, Stuttgart Best of Classics 2020 (Konzert) So 05. Atelier für Zeichnung und Design, Heilbronn Acrylmalerei ausprobieren (Kreativ-Workshop) 03. – 10.04.2020 Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Veganes 3-Gänge-Menü (Guter Zweck) Vellberg, Vellberg Mittelalterlicher Frühlingsmarkt (Markt) Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Nichts geht mehr 2020 (Tanzspektakel) Theaterhaus, Stuttgart Forever Amy - A Celebration of the Music of Amy Winehouse (Konzertshow) Mo 06. Swingmonkeys, Heilbronn Lindy Physis - Partnertanz Special (Specialkurs) Theaterhaus, Stuttgart Annett Louisan - Kleine große Liebe Live 2020 (Konzert) Rosengarten, Mannheim Elvis – Das Musical (Musical) Di 07. Harmonie, Heilbronn Die Prinzen (Konzert) Liederhalle, Stuttgart Giant Rocks (Konzert) Mi 08. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Selbsthilfe) Harmonie, Heilbronn The Bar at Buena Vista (Musikshow) Im Wizemann, Stuttgart Plusmacher »Ich kiffe und jetzt?« (Konzert) Veranstaltungen 2020 AUSSTELLUNG: Barbara Bucher „BIZARR“ ......................................................................................26.04.2020 - 28.06.2020 Ausstellungseröffnung, 26.04.2020 um 11 Uhr TAG DER OFFENEN TÜR: Eröffnung Museumsanbau ............................................................................................. 26.04.2020 von 11 Uhr bis 17 Uhr AUSSTELLUNG: Stephan Rückert „Rundes im Quadrat“ ....................................... 03.05.2020 - 07.06.2020 Ausstellungseröffnung, 03.05.2020 um 11 Uhr PRÄSENTATION: “Großer weiblicher Torso“ von Karl-Heinrich Lumpp .............................. 23.05.2020 ab 16 Uhr HANIX PARTY: "BIZARR" DJ Music Guru David Sansi ......................................................................................................23.05.2020 ab 17 Uhr bis 24 Uhr • Lange Museumsnacht AUSSTELLUNG: Walter Weinreuter Landmaschinenmodelle ................05.07.2020 - 02.08.2020 Ausstellungseröffnung, 05.07.2020 um 11 Uhr AUSSTELLUNG: „Nicht mehr ganz frisch“ .............................................................................................04.10.2020 - 15.11.2020 Stefanie Koehler & Vinzenz Wyser Ausstellungseröffnung, 04.10.2020 um 11 Uhr VORSITZ: Wolfgang Kretschmann & Gunter Haug ..........................................................................................................18.10.2020 ab 17 Uhr • Dias und Geschichten KONZERT: Blues Nacht Spezial .....................................................................................................................................................................................20.11.2020 mit Ignaz Netzer • Werner Acker • Mojo Kilian • Bernd Simon ab 20 Uhr AUSSTELLUNG: Daudert Schüler stellen aus ..............................................................................29.11.2020 - 28.02.2021 Ausstellungseröffnung, 29.11.2020 um 11 Uhr Hildegard Sieke • Reinhard Sieke • Bernd Altenstein • Karl-Heinrich Lumpp VeranstaltungsORT: Museum Altes Rathaus • Eppinger Str. 150 • Leingarten • ✆ 07131 900173 Endner Wohnideen • Maybachstr. 7 • Leingarten Do 09. Emma 23, Heilbronn Powder for Pigeons + Der Film (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart 33. Theaterhaus Jazztage (Konzertreihe) Fr 10. Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Freitag Abend (Austausch-Abend) Bahnhof Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall Auf dem Jakobsweg von Hall nach Murrhardt (Ü30-Wanderung)

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Theaterhaus, Stuttgart ACT JazzNights: The Art of the Duo (Konzert) Halle 02, Heidelberg Impro Against Humanity (Comedy-Impro-Show) Sa 11. Heilbronn, Heilbronn Neon Festival Heilbronn 2020 Opening (Neon Party) Stadthalle »Alte Keller«, Besigheim Bibi Blocksberg »Alles wie verhext« - Das Musical (Kinder Musical) Liederhalle, Stuttgart Star Wars in Concert - Die Rückkehr der Jedi Ritter (Kinofilm mit Live-Orchester) Capitol, Mannheim Devil's Exorcist - Theatre Of Horror (Horror-Show) So 12. Doris Hill, Heilbronn Club Connect Heilbronn am Vorfeiertag! (Party) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Osterausstellung (Kunstausstellung) Theaterhaus, Stuttgart 33.Theaterhaus Jazztage Boum Percussion »Mix Between« (Konzert) Mo 13. Liederhalle, Stuttgart Simply The Best - Die Tina Turner Story (Musical Konzert) 96 Capitol, Mannheim Das Mannheimer Dschungelbuch (Familienmusical) Di 14. Renitenztheater, Stuttgart Charlotte Roche - Testosteron Stand Up Tour 2020 (Comedy) Mi 15. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Selbsthilfe) MHP Arena, Ludwigsburg MHP RIESEN Ludwigsburg vs. SYNTAINICS MBC (Basketballbundesliga) Karlstorbahnhof, Heidelberg Lea Porcelain (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Kafvka · FDW-Tour (Konzert) Do 16. Messe Stuttgart, Stuttgart Kreativ 2020 (Frühjahrsmesse) Alte Feuerwache, Mannheim Helene Bockhorst – Die fabelhafte Welt der Therapie (Stand-up Comedy) Fr 17. Kaffeehaus 3Modul, Weinsberg »Was macht Karl eigentlich jetzt?« (Vernissage) Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn Arktur, Spica, Regulus - Das Frühlingsdreieck (Vortrag und Sternenschau) Emma 23, Heilbronn Klangvorhang16 Live: Rimojeki (ISR) & Hallelujah Mother Helpers (CH) (Konzert) Messe, Stuttgart Kreativ 2020 (Frühjahrsmesse) Tollhaus, Karlsruhe Simon & Jan - Alles wird gut (Musik-Kabarett) Sa 18. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Moonwalk« (Liederabend) Theaterschiff, Heilbronn Heinz Erhardt Abend - von der Pampelmuse geküsst. (Theater) Capitol, Mannheim Forever Amy– featuring Amy's original Band (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Hundreds – the Current Tour (Konzert) Cannstatter Wasen, Stuttgart 82. Stuttgarter Frühlingsfest (Volksfest vom 18.04.-10.05.) So 19. Swingmonkeys, Heilbronn Monkey Swing Festival 2020 (Tanzfestival) Blühendes Barock, Ludwigsburg Frühlingswerwachen 2020 (Frühlingsausstellung) MHP Arena, Ludwigsburg MHP RIESEN Ludwigsburg vs. s.Oliver Würzburg (Basketballbundesliga) Karlstorbahnhof, Heidelberg Hundreds – The Current Tour (Konzert) Mo 20. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Seminar 3: Mein Kaffee und ich - Klein, schwarz und sexy (Seminar) Di 21. »Unter der Pyramide« Kreissparkasse Heilbronn, Heilbronn Kammermusikreihe – In Memoriam (Konzert) Halle 02, Heidelberg Stimming x Lambert »off spring« (Konzert) Alte Feuerwache, Mannheim Axel Hacke (Lesung) Im Wizemann, Stuttgart Christian Löffler Live (Konzert) Mi 22. Bildungscampus Aula, Heilbronn Retail Innovation Days DHBW - Pitching Veranstaltung des venture forum neckar e. V. (Start-ups Präsentationen) Stadtbibliothek im K3, Heilbronn Alice Hasters: »Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten« (Lesung und Gespräch) Rosengarten, Mannheim Breakin' Mozart (Breakdance Show) Do 23. Theaterschiff, Heilbronn Weiber (Theater) Ebene 3, Heilbronn Tomi Salesvuo East Funk Attack - Heilbronn - Surreal! (Konzert) 10. – 23.04.2020 Hanix Nr. 66

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VHS Heilbronn, Heilbronn EXXpedition: Frauen segeln um die Welt für den Meeresschutz (Guter Zweck) Tollhaus, Karlsruhe Axel Hacke liest und erzählt (Lesung) Fr 24. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels (Wettbewerb) Theaterschiff, Heilbronn Weiber (Theater) Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim Dota (D) »Die Freiheit«-Tour (Konzert) Di 28. Ligner.Werk2, Heilbronn Zukunftszeichen #13 (Meetup Kommunikation) Halle 02, Heidelberg Das Lumpenpack – »eine herbe Enttäuschung« (Konzert) Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! Hanix Nr. 66 Kaffeehaus Hagen, Heilbronn mundArtmonika »Vier Stimmen und vier Männer« (A Capella Band) Theaterschiff, Heilbronn Weiber (Theater) Kulturkeller, Heilbronn Die Heinz Erhardt Show (in Kooperation mit dem Alten Theater) (Kabarett) Wartesaal, Besigheim Filme vom 16. internationalen low & no budget Filmsharing Kurzfilmfestival (Kurzfilmabend) Kultura, Öhringen Night of Music Öhringen (Musiknacht) Hauptbahnhof, Mannheim Blues Night (Konzertnacht) Sa 25. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Simply The Best (Konzert) Württemberger Weingüter e.V., Heilbronn Heilbronner Tag der offenen Weingüter (Weinverkostung) Emma 23, Heilbronn Klangvorhang17 Live: Los Banditos (J) & The Surfventils (WBG) (Konzert) Mobilat, Heilbronn 7. Blacksheep Bandcontest (Bandcontest) 23. – 30.04.2020 So 26. Württemberger Weingüter e.V., Heilbronn Heilbronner Tag der offenen Weingüter (Weinverkostung) Kulturkeller, Heilbronn Ende der Bescheidenheit (Kabarett) Kreatif, Neckarsulm Tierisch. Gut. Drauf. - Kreatif Musical 2020 – Premiere (Musical) Museum Altes Rathaus, Leingarten »Bizarr« von Barbara Bucher (Vernissage) Museum Altes Rathaus, Leingarten Eröffnung Museumsanbau (Fest) Mo 27. MHP Arena, Ludwigsburg The Harlem Globetrotters (Basketballshow) Liederhalle, Stuttgart Johannes Oerding (Konzert) SAP Arena, Mannheim Santiano - MTV Unplugged Live 2020 (Konzert) Mi 29. Osiander, Heilbronn Wolfgang Schorlau & Claudio Caiolo »Der freie Hund« (Lesung) experimenta – Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Hilfe zur Selbsthilfe) Harmonie, Heilbronn WKO Heilbronner Konzert – Feuergeister (Konzert) Do 30. Theaterschiff, Heilbronn Heinz Erhardt Abend – von der Pampelmuse geküsst (Theater) Harmonie, Heilbronn Salut Salon - Die Magie der Träume (Klassikkonzert) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Mittelalterliches Burgfest (Burgfest) Blühendes Barock, Ludwigsburg Barocke Gartentage 2020 (Verkaufsausstellung) Capitol, Mannheim Bodo Wartke – Klaviersdelikte (Konzert) abo@hanix-magazin.de 97

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Termine Mai 2020 ACHTUNG! Aufgrund der aktuellen Ereignisse können abgebildete Veranstaltungen entfallen oder verschoben werden. Bitte informiert euch über die jeweiligen Internetseiten. Fr 01. Stadt Heilbronn, Heilbronn »Heilbronn leuchtet« (Laternen Festival) Gleis 3, Neckarsulm Tierisch Gut Drauf – Das Kreatif-Musical (Musical) Schwarzwaldhalle, Karlsruhe Konstantin Wecker – Weltenbrand 2020 (Konzert) Sa 02. Kulturkeller, Heilbronn Hauptsache es knallt (Kabarett) Frankenstadion Heilbronn, Heilbronn VfR Heilbronn vs. VfL Obereisesheim (Fußball) 98 Intersport redblue, Heilbronn Chris Tall - Schönheit braucht Platz (Stand-up Comedy) Stadt Bad Wimpfen, Bad Wimpfen Lange KunstNacht (Stadtfest) MHP Arena, Ludwigsburg MHP RIESEN Ludwigsburg vs. BG Göttingen (Basketballbundesliga) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Böhse Onkelz Tour 2020 (Konzert) So 03. Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Veganes 3-Gänge-menü (Guter Zweck) Museum Altes Rathaus, Leingarten »Rundes im Quadrat« von Stephan Rückert (Vernissage) Scala, Ludwigsburg Olli Schulz (Konzert) Hockenheimring, Hockenheim GRIP (Automobilevent) Mo 04. Altes Theater, Heilbronn Das 10. Heilbronner Rudelsingen (Kultformat zum Mitsingen) Harmonie, Heilbronn 10cc- In Concert (Rockkonzert) Im Wizemann, Stuttgart Adam Green (Konzert) Di 05. Ebene 3 im K3, Heilbronn Russland und Deutschland – zwischen Faszination und Feindbild (Vortrag und Diskussion) Innenstadtkinos Stuttgart, Stuttgart Internationales Trickfilm- Festival (Filmfestival) SAP Arena, Mannheim Eishockey-Länderspiel Deutschland – USA (Eishockeyspiel) Mi 06. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Hilfe zur Selbsthilfe) DAI, Heidelberg Der tanzende Direktor - Lernen in der besten Schule der Welt (Vortrag) Do 07. Unter der Pyramide Kreissparkasse Heilbronn, Heilbronn RAMPENlicht – Comedyclub (Stand-up Comedy) Kulturkeller, Heilbronn Bossa Nova, Flamenco y mas (Konzert) Kulturhaus Würth mit Bibliothek, Künzelsau Christian Duda liest »Milchgesicht« (Autorenlesung) LKA Longhorn, Stuttgart Ligabue (Rockkonzert) Fr. 08. Unter der Pyramide Kreissparkasse Heilbronn, Heilbronn Heilbronner Poetry Slam – Champions Spezial (Poetry Slam) Kulturkeller, Heilbronn Kabarett - »echt jetzt« HG Butzko (Kabarett) Hochschule Heilbronn, Heilbronn HCK HNX 2020 (Hackathon) Gleis 3; Neckarsulm Tierisch Gut Drauf – Das Kreatief-Musical 2020 (Musical) Wagenhallen, Stuttgart 5. Stuttgarter Craft Beer Festival (Food Festival) Alte Feuerwache, Mannheim 16. Mannheimer Science Slam (Science Slam) ZKM, Karlsruhe Bis 11. Oktober: »Critical Zones – Horizonte einer neuen Erdpolitik« (Ausstellungseröffnung) Sa 09. Zigarre, Heilbronn Lucia's Island : Show Me How To Burlesque (Tanz) Emma 23, Heilbronn Diese Nacht – Dornenkönig/ Erzengel/ Nevermind (Konzert) K3 Komödienhaus, Heilbronn Horst Schroth – Schlusskurve (Comedy) Porsche-Arena, Stuttgart Manche Mögens Heiss – Henssler Live (Live Kochshow) So 10. Burg Stettenfels, Untergruppenbach »Klassik meets Gipsy« (Muttertagskonzert) Carmen Würth Forum, Künzelsau Würth Philharmoniker (Familienkonzert) Porsche-Arena, Stuttgart Pet Shop Boys (Konzert) 01. – 10.05.2020 Hanix Nr. 66

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Hanix Nr. 66 Mo 11. Trappensee, Heilbronn 7. Heilbronner Neckarcup (11.-17.05.20) (Sportevent) Capitol, Mannheim Sascha im Quadrat (Konzert) Di 12. Alte Feuerwache, Mannheim Thorsten Nagelschmidt (Nagel) (Lesung) Im Wizemann, Stuttgart Alexa Feser – A! Tour 2020 (Konzert) Mi 13. experimenta – Das Science Center, Heilbronn Reparier Café (Hilfe zur Selbsthilfe) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Kaffee und ich - Mit Herz und Verstand (Seminar) Harmonie, Heilbronn 9. Heilbronner Konzert: Geniestreiche (WKO Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Ein Abend für den Wald - Peter Wohlleben Live (Edutainment) Do 14. Scala, Ludwigsburg BW Slam 2020 U20 Halbfinale (Poetry Slam Festival vom 14.-16.05.) Halle 02, Heidelberg Mirja Boes – Auf Wiedersehen (Stand-up Comedy) 11. – 21.05.2020 Fr. 15. Kultgenuss, Heilbronn Wohlfühltage mit Yoga in den Sommer (15.-17.05.) (Wochenendkurs) VHS Böckingen, Heilbronn Menschliche Figuren im Alltag skizzieren (Kreativ-Workshop) Scala, Ludwigsburg BW Slam 2020 U20 Halbfinale (Poetry Slam Festival) Capitol, Mannheim Alain Frei »Grenzenlos« (Stand-up Comedy) Sa 16. Frankenstadion, Heilbronn 16. Heilbronner MiniTrolli (Kinder- & Jugendlauf) Burg Stettenfels, Untergruppenbach Kunst und Garten (Kunsthandwerk-& Garten- Event) Scala, Ludwigsburg BW Slam 2020 U20 Finale (Poetry Slam Festival) Wagenhallen, Stuttgart 5. Lange Nacht der Weine & Wein-Matinee (Wine & Food Festival) So. 17. Frankenstadion, Heilbronn 20. Heilbronner Trollinger Marathon (Sportveranstaltung) Atelier für Zeichnung und Design, Heilbronn Kettenanhänger aus Beton gestalten (Kreativ-Workshop) Bärenwiese und Rathaushof, Ludwigsburg 252. Ludwigsburger Pferdemarkt (Stadtfest) ZKM, Karlsruhe Ein_Blick durch »Critical Zones« (Führung) Mo. 18. Im Wizemann, Stuttgart Schimmerling: Bock Tour 2020 (Konzert) Di. 19. KOHI-Kulturraum, Karlsruhe Leisure Tank (Konzert) Mi. 20. Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim 5. Brackenheimer Kultur- SPIEGEL-Zelt 2020: Mayito Rivera & Sons of Cuba (Konzert) Liederhalle, Stuttgart John Cleese - Last Time To See Me Before I Die (Stand Up) Tollhaus, Karlsruhe Dreiviertelblut (Konzert) Do. 21. Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim 5. Brackenheimer Kultur- SPIEGEL-Zelt 2020: Dreiviertelblut - Diskothek Maria Elend (Konzert) 99

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Im Wizemann, Stuttgart Umse: »Guck ma einer an«-Tour (Konzert) Fr. 22. Harmonie, Heilbronn Kaya Yanar LIVE! »Ausrasten für Anfänger« (Comedy) Gleis 3, Neckarsulm Tierisch Gut Drauf - Das Kreatief-Musical (Musical) Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim 5. Brackenheimer Kultur- SPIEGEL-Zelt 2020: Jochen Malmsheimer - »Dogensuppe Herzogin - ein Austopf mit Einlage« (Kabarett) Sa. 23. Museum Altes Rathaus, Leingarten Hanix-Party »Bizarr« Ebene 3, Heilbronn Sell & Jenes (Konzert) Pfläumli - der Live Club, Heilbronn From the Attic (Konzert) Gleis 3, Neckarsulm Tierisch Gut Drauf - Das Kreatief-Musical (Musical) Scala, Ludwigsburg Sebastian Lehmann: Andere Kinder haben auch schöne Eltern (Kabarett) Alte Feuerwache, Mannheim Too Manny Zooz (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Harry G – Hoamboy (Comedy) halle02, Heidelberg Kool Savas & mehr – 26 Jahre 360° Records (Konzert) 100 So. 24. Kulturkeller, Heilbronn Lioba Albus - Hitzewallungen (Kabarett) Gleis 3, Neckarsulm Tierisch Gut Drauf - Das Kreatief-Musical (Musical) Capitol, Mannheim Sebastian Lehmann: Andere Kinder haben auch schöne Eltern (Kabarett) Mo. 25. Karlstorbahnhof, Heidelberg Lido Pimienta (Konzert) Di. 26. Im Wizemann, Stuttgart The Church - 40 Years Tour (Konzert) Porsche-Arena, Stuttgart Whitesnake (Konzert) Mi. 27. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Seminar 1: Mein Kaffee und ich - Liebe auf den ersten Blick (Seminar) Do. 28. Im Wizemann, Stuttgart Lgoony – »Go Green«-Tour 2020 (Konzert) Porsche-Arena, Stuttgart Tim Bendzko - »Jetzt bin ich ja hier«-Tour (Konzert) Fr. 29. Gleis 3, Neckarsulm Tierisch Gut Drauf - Das Kreatief-Musical (Musical) Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim 5. Brackenheimer Kultur- SPIEGEL-Zelt 2020: Tino Bomelino - »Man muss die Dinge nur zu Ende« (Stand-up Comedy) Schlossplatz, Stuttgart Die große SWR Tatort Premiere (SWR Sommerfestival) Karlstorbahnhof, Heidelberg Black Belt Eagle Scout (Konzert) Substage, Karlsruhe Christian Steiffen - »Gott Of Schlager«-Tour (Konzert) Sa. 30. Kulturbühne Kapelle im Schloss, Brackenheim 5. Brackenheimer Kultur- SPIEGEL-Zelt 2020: Lisa Eckhart - »Die Vorteile des Lasters« (Kabarett) Gleis 3, Neckarsulm Tierisch Gut Drauf - Das Kreatief-Musical (Musical) Im Wizemann, Stuttgart Dr. Leon Winscheid: Altes Hirn, neue Welt (Wissenschafts-Unterhaltung) halle02, Heidelberg Drab Majesty (Konzert) So. 31. Hip Island, Heilbronn Beach of Love (Clubing) Gleis 3, Neckarsulm Tierisch Gut Drauf - Das Kreatief-Musical (Musical) 21. – 31.05.2020 Die Juni/Juli- Ausgabe von Hanix erscheint Ende Mai 2020 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin Hanix Nr. 66

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Tiere ab 18 Als (fast) moderne Frau ist sie mit ihren Tieren jetzt auch auf Instagram zu finden: lizandtheanimalz Schaut mal rein! Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 66 102 TIERE AB 18

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