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Content:
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Kostenloses Mitnahme-Exemplar Titelthema: 100 Gründe fürs Kommen und Bleiben Teil 1: 1 – 50 Nr. 54 April/Mai 2018 Geht hier nicht weg!

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WÜRTH OPEN AIR 2018 Carmen Würth Forum • Künzelsau-Gaisbach • www.wuerth-open-air.de Karten erhalten Sie bei allen eventim-Vorverkaufsstellen und online unter www.eventim.de 07–04 Fritz Kalkbrenner Max Giesinger Glasperlenspiel Johannes Oerding Tom Gregory SAMSTAG, 23. JUNI SONNTAG, 24. JUNI Sunrise Avenue

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LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, Hanix Nr. 54 endlich kommt er, der Frühling. Zeit, sich schöne Gedanken um die Stadt und Region zu machen. Jetzt, wenn die Natur in der Region und die Stadt mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ihre neuen Lebensgeister zeigen. Es war in Heilbronn aber auch grau und nasskalt in den letzten Monaten, nicht nur auf das Wetter bezogen. Gründe zum Meckern gab es scheinbar genug: Angefangen bei der subjektiv empfundenen Sicherheit und der objektiven Aufenthaltsqualität in der Innenstadt bis hin zur prekären Wohnsituation in Heilbronn. Und das Winter-Grau hat auch aufs Gemüt der Menschen geschlagen. Ist denn diese kleine Welt rund um Heilbronn verrückt geworden, lautete oft die Frage in der Redaktion: Wutfahrt mit dem Auto durch die Heilbronner Fußgängerzone, in Eppingen stecken Karnevalisten eine Besucherin des Faschingsumzuges in einen Kessel mit brühwarmem Wasser, an der Kilianskirche werden Menschen politisch motiviert mit einem Messer attackiert, das Soli-Ticket für den HNV wird gestrichen und gegen einen Heilbronner Erzieher besteht der dringende Tatverdacht des schweren sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Er sitzt mittlerweile – viel zu spät – in Untersuchungshaft. Unser Themenschwerpunkt, um all das Depressive der letzten Monate abzustreifen, lautet deshalb dieses und nächstes Mal »100 Gründe fürs Kommen und Bleiben«. Aufgeteilt in zwei Ausgaben. Die ersten 50 Gründe, weshalb es hier wirklich lebenswert ist, in einer Landschaft, die uns an das von Tolkien beschriebene Auenland erinnert, servieren wir in dieser Ausgabe. Viele Punkte sind dabei gar nicht überraschend. Aber vielleicht muss man sie deshalb benennen. Man wird so schnell »betriebsblind« für die eigene Stadt und Region. Um uns diesbezüglich wieder EDITORIAL etwas »sehender« zu machen, baten wir den aus Heilbronn stammenden Literaten RAINER MORITZ, uns einen Text zu schreiben, der die Stadt und Region umarmt. Er tat es gern, beklagte sich nur über zu wenig Platz. Doch schlussendlich sah er ein: »Es muss in einer wohldosierten Liebeserklärung Lücken geben. Wahre Liebe hat ihre Geheimnisse.« Besonders gefreut haben wir uns über den hohen Andrang beim Forum »Schwarmstadt Heilbronn«, zu dem wir gemeinsam mit der DHBW Heilbronn eingeladen hatten. Es ging dabei Ende Februar drei Stunden lang um die Potenziale innovativer Stadtentwicklung. Am Ende der Veranstaltung haben sich fast alle 80 Teilnehmer in die ausgelegte Liste eingetragen und ihr Interesse an einer »Interessengemeinschaft Innovative Stadtentwicklung« bekundet. Für das Interview des Monats haben wir mit dem ehemaligen Wissenschaftsminister Baden- Württembergs, PROF. PETER FRANKENBERG, in Ilvesheim gesprochen. Es wurde ein ausgedehntes und anregendes Gespräch über die Zukunft Heilbronns. Diese liegt dem passionierten Mannheimer als Gesellschafter und Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung der Dieter Schwarz Stiftung am Herzen. So sehr, dass sogar Mannheim darunter »leiden« muss. Alles Weitere in Hanix#54 ist zum selbst Entdecken. Heilbronn, a nice place to be at! Viel Vergnügen mit dieser Ausgabe.

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IMPRESSUM VERLAG / HERAUSGEBER HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn USt.-ID: DE 271248199 Vertreten durch: Marcel Kantimm Robert Mucha CHEFREDAKTEUR Robert Mucha (V.i.S.d.P.) REDAKTION Friedemann Orths, Lea Pomocnik REDAKTIONELLE MITARBEITER Dr. Bernhard Stumpfhaus, Leonore Welzin, Brigitte Fritz-Kador, Matthias Marquart AUTOREN UND MITARBEITER Nicolai Köppel, Mares Baudewijns, Sibel Taylan, Thomas Aurich, Ralph Munz, Oliver Maria Schmitt, Annette Geisler, Sarah Baudenbacher, Bernhard Winkler, Maike Endresz, Rainer Moritz ARTDIREKTION Raimar Schurmann LAYOUT Raimar Schurmann (Leitung), Florian Geiger FOTOGRAFEN UND ILLUSTRATORINNEN Meli Dikta, Memo Filiz, Ulla Kühnle, Nico Kurth, Kathrin Leisterer, Lisa Maria Klotz LEKTORAT Friedemann Orths, Udo Völker VERMARKTUNG & SALES Maike Endresz (verantw.) VERLAGSKOORDINATION / ADMINISTRATION / SOCIAL MEDIA Marcel Kantimm DRUCK Druckerei Ziegler GmbH & Co. KG Auwiesen 1 74924 Neckarbischofsheim VERTRIEB Auslage an ca. 1.000 Stellen im Großraum Heilbronn KONTAKTE info@hanix-magazin.de Maike Endresz: maike.endresz@hanix-magazin.de Marcel Kantimm: marcel.kantimm@hanix-magazin.de Robert Mucha: robert.mucha@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Die Meinungsäußerungen in diesem Magazin liegen in der alleinigen Verantwortung der jeweiligen Autoren und geben nicht zwingend die Meinung des Verlages und der Redaktion wieder. COPYRIGHT 2018 Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Kein Teil dieses Magazins darf ohne schriftliche Genehmigung des Verlages in irgendeiner Form, gleich welcher Art, reproduziert werden. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. 6 Hin- & Weggucker Der Bildvergleich Diesmal: BUGA-Pavillon vs. A6 8 Stadt-, Land- und Metroleben Unsere Veranstaltungstipps für April und Mai 14 Streifzug durch die Region Diesmal: Interview mit Bernd Billek, das »m-Buch« & Upcycling Store reanimiert 16 Smalltalk Dinge, die Heilbronner nicht sagen, Thekenphilosophen & #ashtag #eilbronn 18 600 Sekunden KÖPPELS ZEHN MINUTEN HEILBRONN Es ist ein Dschungel da draußen 20 Taschenkontrolle Bei Mirjam Weber, Marketingleiterin BUGA2019 22 Mein Lieblingsding HEILBRONNER ZEIGEN IHR LIEBSTES STÜCK Diesmal: Patricia Mayer aus dem insel-hotel 24 ABENTEUER UM DIE ECKE Ausreiten in Horkheim 26 Politik Politiker-Nachwuchs in der Region INHALT Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 34 Gesellschaft Forum »Schwarmstadt Heilbronn« – Potenziale innovativer Stadtentwicklung 38 Kultur blacksheep Festival & Tanz! Heilbronn 40 Sport Die Wiederbelebung des VfR Heilbronn? 42 Wirtschaft Laden ein – eine Neuenstädterin hilft, das erste stationäre Restaurant-Sharing-Restaurant erfolgreich zu machen 44 Kunst Kunstverein Heilbronn & Hermann Bader 46 Film Arthaus-Tipp »Lady Bird« & »Isle of Dogs – Ataris Reise«. Dazu weitere Filmstarts 50 Interview des Monats Prof. Peter Frankenberg war Minister für Wissenschaft in Baden-Württemberg. Der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Dieter Schwarz Stiftung sprach angeregt über das Scheitern der Uni Mannheim und den FC-Bayern-Faktor der TU München. HANIX NR. 54 100 GRÜNDE FÜRS KOMMEN UND BLEIBEN TEIL 1: 50/100 56 Titelthema Unser Fazit zu Heilbronn und der umliegenden Region lautet: Leider geil! Dazu eine wohldosierte Liebeserklärung an die Stadt von Rainer Moritz. 78 Heilbronn – A Nice Place To Come From DIE OLIVER MARIA SCHMITT- KOLUMNE Ran an die Rohre in der Durchdrehcity! 80 Brief an die Heimat Von den Kapverden 84 Historischer Schuss Franziska Schmidt, 1957 86 .jpg BILDERGALERIE U. a. Forum »Schwarmstadt Heilbronn« & Buntes aus der Region. 90 Veranstaltungskalender Gute Termine für April und 98 Tiere ab 18 Von Lisa Maria Klotz Diesmal: das Steifenhörnchen

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DONNERSTAG, 25. JANUAR 2018, 11:09 UHR NECKARBOGEN, HEILBRONN Die Bundesgartenschau Heilbronn 2019 geht neue Wege: Weltweit einzigartige bionische Pavillons als Leichtbaukonstruktionen sind in Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart geplant. Als größter Fördermittelgeber nimmt auch das Land Baden-Württemberg auf der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 einen prominenten Platz ein. Mit der Finanzierung von zwei Pavillonbauten auf der Sommerinsel – einer zentral gelegenen, hügelig modellierten Blumen- und Erholungslandschaft zwischen zwei neu angelegten Seen auf dem Gelände – präsentiert Baden-Württemberg inmitten der Natur zwei hochinnovative Leichtbaukonstruktionen aus den Materialien Holz und Kohlefaser. Mit jeweils 500 Quadratmeter Fläche sind beide als komplett digital geplante und gefertigte Pavillons weltweit einzigartig. Zwei Institute der Universität Stuttgart wurden mit dem Bau der experimentellen Pavillons beauftragt: Das Institute for Computational Design and Construction unter der Leitung von Prof. Achim Menges und das Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen unter der Leitung von Prof. Jan Knippers. Hanix Nr. 54 Illustration: Bundesgartenschau Heilbronn 2019 HINGUCKER

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Hanix Nr. 54 MONTAG, 11. JANUAR 2018, 0:17 UHR AUTOBAHN 6 (A6), BEI HEILBRONN Schwere Unfälle auf der chronisch überlasteten A6 haben dramatisch zugenommen. Fast im Wochentakt muss man über Todesfälle nach schweren Verkehrsunfällen lesen. Die Verkehrssituation wird sich dabei weiter verschärfen. Der Güterverkehr mit dem Laster nimmt nach einer Prognose des Bundesverkehrsministeriums bis 2030 um 39 Prozent zu. Polizei und Feuerwehr sind am 11. Januar bei Heilbronn auf der Autobahn 6 (A6) an einer Unfallstelle im Einsatz. Bei einem schweren Unfall sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach ersten Ermittlungen stand der Schwertransporter an der Einfahrt zu einem Parkplatz. Das Begleitfahrzeug sicherte ihn dahinter ab. Ein Auto ist dann aus noch ungeklärter Ursache ungebremst in den Begleitwagen gerast. Dieser wurde auf den Schwertransporter, der einen Bagger geladen hatte, geschoben. In dem Auto verbrannte eine Person bis zur Unkenntlichkeit, wie Polizeisprecher Achim Küller sagte. Im Begleitfahrzeug verbrannte die Beifahrerin. Die Fahrerin wurde durch die Wucht des Aufpralls aus dem Wagen geschleudert und lebensgefährlich verletzt. Foto: Picture Alliance/Kohls/SDMG/dpa WEGGUCKER

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TIPPS FÜR HEILBRONN Open Call-Ausstellung Ab sofort EINHUNDERTUNDELF Künstlerhaus Heilbronn e.V. im ZIGARRE Kunst- und KulturWerkHaus e.V., Heilbronn Am 6. Juli 2018 jährt sich Frida Kahlos Geburtstag zum einhundertundelften Mal. Das Künstlerhaus Heilbronn ruft zur Gruppenausstellung mit genau einhundertundelf Arbeiten zu Frida auf. Du bist freischaffender Künstler, Fotografin, Bildhauer, Pixelschubserin, Hobby- Scherenschnittler oder Schulmädchen? Dann beteilige Dich mit einer Arbeit an der Ausschreibung und trage zu einer vielschichtigen Werkschau bei. Keine Jury, keine Einschränkungen, viel kreatives Potenzial! Die ersten einhundertelf eingereichten Arbeiten werden im Kunst- und Kulturwerkhaus Zigarre ausgestellt. Pro Teilnehmer/in wird eine Arbeit akzeptiert. Weitere Infos zur Ausschreibung und den konkreten Teilnahmebedingungen gibt es unter zigarre-heilbronn.de/einhundertundelf oder auf Facebook. Craftbeer-Messe 06. & 07. April ARTBRAU Süddeutsches Eisenbahnmuseum, Heilbronn Jedes Jahr im April verwandelt sich das Süddeutsche Eisenbahnmuseum Heilbronn in eine Bühne für kreative Braukunst. Rund 15 Brauereien präsentieren mehr als 80 verschiedene Craft-Beer-Spezialitäten. Mal etwas andere Biere probieren, die Hersteller mit Fragen löchern und/oder einfach außergewöhnliche Atmosphäre genießen. Eine bunte Auswahl an Streetfood rundet einen genussvollen Besuch ab. Floh- und Tauschmarkt 14. April FLOH-/TAUSCHMARKT @ DATA77112 Data77112 - MusikCaféBar, Heilbronn Das Data77112-Betreiber-Duo Dominic und Sibel (u. a. Thekenphilosophin) machen wieder ihren Floh- und Tauschmarkt in der Heilbronner Schulgasse. Dazu gibts typisch-herzliche Data-Atmosphäre on top. Natürlich auch Drinks, Kaffee, Mukke, Data-Radler … Tische und Straßenkreide sind zur Ausstattung und Verzierung der Schulgasse bestellt. Anmeldung für einen Flohmarkt- oder Tauschstand via Facebook, Briefkasten oder – noch besser – direkt an der Bar. Weinfest 13. bis 15. April WEINFEST IN DEN FRÜHLING Weingut Drautz, Heilbronn Das Motto des Weinguts Drautz »Wir machen Weine mit Vergnügen« trifft auch auf deren Weinfest zu und so geben sich die Gastgeber große Mühe, Besuchern Genuss und eine schöne Zeit zu bereiten. Dazu gehören immer feine Weine für jeden Geschmack und leckeres Essen, dieses Jahr aus dem Smoker. Im Smoker-Grill werden Fleisch und fleischlose Speisen schonend bei ca 80 °C gegart. Zum Knistern des Feuers und der wärmenden Glut wird eine vielseitige Auswahl an Drautz- Weinen ausgeschenkt. Frischer Riesling, fülliger Grauburgunder oder ein fruchtiger Trollinger zum Einstieg und ein stoffiger Lemberger oder Acolon danach erfreuen die Weingenießer. Wissen 11. Mai DEEP SKY – IN DEN TIEFEN DES WELTALLS Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn Jenseits der Grenzen des Sonnensystems wartet das Universum – der tiefe Himmel mit all seinen Sternen, Nebeln und Galaxien. In einer klaren Nacht lassen sich mit bloßen Augen rund 3000 Sterne am Himmelszelt erkennen. Im Sommer und am winterlichen Sternenhimmel zieht sich das zart schimmernde Band der Milchstraße quer über den Himmel. Ein Streifzug durch unsere Heimatgalaxie ist dann besonders lohnenswert. Je nach Jahreszeit hält der Himmel die verschiedensten Deep-Sky- Objekte bereit. Neben einem informativen Vortrag bildet die praktische Beobachtung bei klarem Himmel einen wesentlichen Bestandteil dieser Veranstaltung. Open-Air-Party 31. Mai SONNENTANZ 2018 MIT FELIX KRÖCHER, PAPPENHEIMER U.V.M. Hip Island, Heilbronn Der Sommer liegt in der Luft! Zeit, die Open- Air-Partysaison auszurufen! Was bietet sich da besser an als der Sonnentanz? Um die heiße Partyzeit standesgemäß einzuläuten, wurde ein Line-Up geschnürt, das sich gewaschen hat: Sechs Main Acts kommen auf den Strand, um mit Euch bis tief in die Nacht zu feiern! Ein perfektes Date also für Sonnenanbeter und Nachtschwärmer! STADTLEBEN Hanix Nr. 54

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DIE TIPPS FÜR REGION Kabarett 07. April GANKINO CIRCUS – DIE LETZ- TEN IHRER ART Kulturforum, Brackenheim Als »Die Letzten ihrer Art« fackeln die fränkischen Künstler auf der Bühne ein furioses Feuerwerk ab, das seinesgleichen sucht: rasante Melodien, schräger Humor und charmanter Unfug sind die zentralen Zutaten ihres Konzertkabaretts – ein Genre, das die vier Teufelskerle ganz nebenbei erfunden und mittlerweile zur kultverdächtigen Kunstform erhoben haben. Und mal ehrlich: Handgemachte Musik, ein hinreißend verqueres Bühnengeschehen und eine große Portion provinzieller Wahnsinn – wo gibts das heute noch? Kunst und Kulinarik 14. April ART & STREETFOOD WEEKEND 2018 Gutshof, Ladenburg Das Art & Streetfood Weekend steht für die Begegnung von Kunst, Lifestyle und der bewegten Esskultur. Freuen können Besucher sich auf Künstler und Designer aus den Bereichen Malerei, Illustration, Graffiti, Unikatschmuck, innovative Streetart, abstrakte Kunstfotografie und experimentelle Mobile-Art. Alle Objekte können direkt vor Ort erworben werden! Aus der Welt des Genusses wird das Pendant geboten: hervorragendes Streetfood. Von saftigen Pulled-Pork-Burgern über indochinesisches Ghang Deng Gai, vegane Nudelkreationen, Burritos, Frisches aus der Küche Sri Lankas bis hin zu leckeren Strudeln und deepfried-Spezialitäten – schlemmen durch eine geballte Vielfalt. Moderierte Lesung 19. April ANKE ENGELKE & DEVID STRIESOW - MORE LETTERS OF NOTE Audi Forum, Neckarsulm Anke Engelke und Devid Striesow lieben Briefe. Aus diesem Grund lesen die Komödiantin und der Schauspieler ergreifende Liebesgeständnisse, hochkomische Korrespondenz oder skurrile Schriftstücke vor. Mit dabei sind u.a. Richard Burtons Abschiedsbrief an Elisabeth Taylor, Virginia Woolfs Abschiedsbrief an ihren Mann oder der Protestbrief von Marge Simpson an die frühere First Lady Barbara Bush. Ein Abend, der beweist, dass Briefe sowohl großartige Literatur als auch hinreißender Kitsch sein können. Durch den Abend führt Jörg Thadeusz. Kunst- und Kulturevent 05. Mai LANGE KUNSTNACHT Bad Wimpfen Die Stadt wird durch unterschiedlichste künstlerische Aktionen belebt: Von Kunstausstellungen verschiedenster Art über Lesungen, musikalischen Darbietungen bis hin zu Theateraufführungen wird alles geboten. Die Altstadt selbst, mit ihrer einzigartigen Architektur, wird auf phantasievolle, manchmal skurrile und mystische Weise illuminiert. Auch im 14. Jahr werden wieder Stelzenläufer in den Gassen unterwegs sein und eine Feuer- Tanz-Show erhellt den nächtlichen Himmel über Bad Wimpfen. Ein Bummel mit Rast an unterschiedlichen Orten, die an normalen Tagen nicht zugängig sind, zeigt Wimpfen in einem ganz besonderen Licht. Fußball-Bundesliga 12. Mai TSG HOFFENHEIM VS. BORUSSIA DORTMUND Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim Letzter Spieltag in der Bundesliga. Spannung, Tragik und großer Sport sind vorprogrammiert. Ist es das Abschiedsspiel von Julian Nagelsmann? Erreicht »Hoffe« doch noch Europa? Schafft es Marco Reus unverletzt in die WM-Vorbereitung? Viele Fragen, die sich alle nach diesem 12. Mai beantworten lassen. Sicher ist heute nur: der FC Bayern wird wieder Meister und der HSV kann endlich die leidige Bundesliga- Uhr abstellen. Musikfestival 18. bis 20. Mai INTERNATIONALES STRASSENMUSIKFESTIVAL 2018 Blühendes Barock, Ludwigsburg Wie jedes Jahr findet auch 2018 bereits zum 15. Mal das Internationale Straßenmusikfestival statt: vom 18.- 20. Mai. Wieder ist es Zeit für gute Musik inmitten der spektakulären Festivalkulisse des Blühenden Barocks. Ein musikalisches Crossover-Spektakel, das es so nicht alle Tage zu sehen gibt: Musik, so vielfältig wie die Welt, von Pop bis Indie und von Klassik bis Folk. Dazu internationale Künstler, die in keine Schublade passen und gerade deshalb viel Spaß machen. LANDLEBEN Hanix Nr. 54

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KUNST- HIGHLIGHT 2018 EMIL NOLDE. FARBENZAUBER EINE RETROSPEKTIVE AUF PAPIER 17.03.–17.06.2018 >> KUNSTHALLE VOGELMANN Emil Nolde, Mädchen mit rotem Hut, o. D., Aquarell, © Nolde Stiftung Seebüll Kooperationspartner Hauptförderer Medien- und Mobilitätspartner

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DIE TIPPS FÜR S, MA, HD & KA Messe 05. bis 08. April FUTURE FASHION – MESSE FAIR HANDELN Messe, Stuttgart Mangelnde Arbeitsschutzstandards, ungerechte Wertschöpfungsketten, unzureichender Umweltschutz, Nachrichten wie der Einsturz von Textilfabriken, Unfälle oder eingenähte Hilferufe in Kleidungsstücken begünstigen den Trend zu Slow Fashion. Die Menschen möchten wissen, woher ihre Kleidung kommt und wie diese hergestellt wird. Der Bereich Future Fashion zeigt, dass nachhaltig produzierte Mode modern, schick und trendbewusst ist. Seine Ziele sind es, das Bewusstsein für die textile Wertschöpfungskette und den nachhaltigen Textilkonsum zu schaffen, Angebote und praktische Handlungsoptionen im ganzheitlich transparenten, nachhaltigen und ökologischen Textilbereich aufzuzeigen sowie das Bündnis für nachhaltige Textilien bekannt zu machen. Vortrag 26. April RICHARD DAVID PRECHT – ERKENNE DICH SELBST Stadthalle, Heidelberg Richard David Precht entführt uns in seinem Vortrag in die Gedankenwelt der Renaissance und der Aufklärung. Spannend und anschaulich vermittelt er die zentralen Konzepte und Ideen der abendländischen Philosophie und beleuchtet sie vor den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Hintergründen ihrer Zeit. Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Clubbing 28. und 29. April HAFENFESTIVAL 2018 Hafen49, Mannheim Der Hafen Mannheim und die Crew von Hafen 49 präsentieren zusammen an zwei Tagen das ganze Spektrum der elektronischen Musik. Der Kapitän lichtet die Anker: Mit seinen Freunden vom Hafen Mannheim lässt er eine richtig ordentliche Fete vom Stapel. Die Premiere des Hafenfestivals im letzten Jahr hat uns gezeigt: Das Hafenfestival ist gekommen, um zu bleiben! Der Mannheimer Hafen gehört an diesem Wochenende euch. Es ist wieder an der Zeit, den Ort zu feiern, der den Charme und die Wirkung der Partys ausmacht: das Ambiente des Mannheimer Hafens. Die Neckarvorlandbrücke, der Verbindungskanal, die Schienen, Gleise und die Lastkräne. All das ist Teil des großen Abenteuers. Lese-Show 8. Mai WORST OF CHEFKOCH Tollhaus, Karlsruhe »Es war ein Abend für humorvolle, aber auch nachdenkliche Schleckermäulchen«, schrieb die Rheinische Post nach der Premiere der Worst of Chefkoch-Leseshow in Düsseldorf. Lukas Diestel und Jonathan Löffelbein, die Macher von »Worst of Chefkoch«, dem Foodblog des Jahres 2017, wagen den Schritt in die Offline-Welt. Neben einigen der skurrilen Rezepte des Blogs, die live zubereitet und verköstigt werden, haben sie dabei auch andere eigene Texte im Gepäck. Teils humorvoll, teils nachdenklich, mit typischen Worst of Chefkoch-Kommentaren, ganzen Kochanleitungen, aber auch Texten, die mit dem Blog nichts zu tun haben: Kurzgeschichten, idiotische Gedichte, alles Mögliche. Ausstellung 18. Mai AM GEFRIERPUNKT DER MALEREI ZKM, Karlsruhe Die Ausstellung »Am Gefrierpunkt der Malerei. Herbert Zangs Verweißungen« soll neue Perspektiven auf jene beiden Zeitabschnitte eröffnen, in denen Herbert Zangs die Entwicklungen der europäischen Kunst mit herausragenden Objekten bereicherte: Gezeigt werden wichtige Arbeiten aus den 1950er-Jahren. Darüber hinaus wird erstmals sein performatives Schaffen aus den 1970er-Jahren näher beleuchtet. Filmfestival 30. Mai bis 03. Juni DOKKA – DOKUMENTAR- FILMFESTIVAL ZKM, Karlsruhe Die Dokumentation steht im Fokus des deutschlandweit einzigartigen dokKa-Festivals. Entgegen den üblichen Dokumentarfilmfestivals widmet sich dokKa der Vielfalt von Dokumentationen. Die Kombination von filmischen und akustischen Arbeiten stellt ein Novum in der deutschen Festivallandschaft dar – damit positioniert sich das Karlsruher Dokumentarfestival als Grenzgänger und öffnet sich vor allem experimentellen und neuen Formen. METROLEBEN Hanix Nr. 54

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Standortfaktor Leistungssport. Der neue 718 Boxster GTS. Bestellbar bei uns im Porsche Zentrum Heilbronn. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Hanix Nr. 54 Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel. 07131 5034-200 www.porsche-heilbronn.de Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 12,3–10,9 · außerorts 7,0–6,6 · kombiniert 9,0–8,2; CO 2 -Emissionen kombiniert 205–186 g/km

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»DIE AUFENTHALTSBEREICHE DIENEN ALS KOMMUNIKATIONSPLATTFORMEN« Die Innovationsfabrik ist seit 1999 das Gründer- und Technologiezentrum in der Region. Schon viele technologieorientierte Start-Up-Unternehmen legten in der IFH die Grundbausteine für ihren heutigen Erfolg. Dabei werden die Jungunternehmen unterstützt und zum kreativen Denken angeregt. Wir haben mit BERND BILLEK von der Stadtsiedlung Heilbronn über neue Arbeitsformen gesprochen und darüber, wie wichtig eine abwechslungsreiche Umgebung für die Arbeit ist. Von Lea Pomocnik, Foto: Ulla Kühnle Hanix: Die Innovationsfabrik ist eines der größten Gründer- und Technologiezentren in der Region Heilbronn-Franken. Ein Ort, an dem Start-Ups, Kreative und Existenzgründer aufeinandertreffen. Was ist die IFH für Sie? Bernd Billek: Die Innovationsfabrik bietet ein unheimlich kreatives Umfeld in einer Atmosphäre, die dank des historischen Fabrikgebäudes aus dem Jahr 1905 für Heilbronn einmalig ist. In der IFH haben ganz viele innovative Unternehmen, seien es Start-Ups oder etablierte Unternehmen, die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen; entweder, weil sie hier Büromieter sind und sich zum Beispiel in der Teeküche treffen oder weil sie Schulungen oder Innovations- und Strategieworkshops durchführen. Sie haben hier einfach ein spannendes Arbeitsumfeld. Die IFH hat seit November letzten Jahres neue Aufenthaltsbereiche. Welche Atmosphäre soll den Arbeitenden in der Innovationsfabrik geboten werden? Wir wollen ein hochwertiges und kreatives Umfeld bieten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Firma sollen einerseits die Möglichkeit haben konzentriert arbeiten zu können, was durch die eigenen Räume ermöglicht wird. Gleichzeitig sollen sie in den Gemeinschaftsflächen wie im Loungebereich, in der Chillzone oder in der »Cantina Nabatian« die Möglichkeit haben, sich auszutauschen oder auch einfach mal an gar nichts zu denken. Denn genau dadurch kommen erfahrungsgemäß die besten Ideen. Gibt es Start-Ups, die mit ihrer Arbeit in der IFH angefangen haben, sich dort weiterentwickelt haben und es durch u.a. Coaching und Beratungen geschafft haben, sich zu verwirklichen? Wie werden die Start-Ups unterstützt? Fünf Unternehmen aus dem IT-Bereich, die heute im Zukunftspark Wohlgelegen sitzen, der auch von uns gemanagt wird, sind aus der Innovationsfabrik. Das sind Ambiel IT, als IT- Service und Netzdienstleister, Phalanx-IT, die bundesweit erfolgreich im Bereich IT-Sicherheit sind, IB Solution und DeConHR mit Tochterfirma, die im SAP-Umfeld aktiv sind. Die Unternehmen konnten in der IFH flexibel wachsen. Zudem vermieten wir in der IFH zu fairen Preisen, was für junge Unternehmen ein großer Vorteil ist, wenn sie noch am Anfang stehen. Wir bieten Start-Ups in Kooperation mit dem venture forum neckar kostenlose Orientierungsberatungen an, in welchen man mit kompetenten Gesprächspartnern über seine Idee sprechen kann, und machen Netzwerkveranstaltungen wie »Best-of Heilbronn«. Co-Working ist eine andere und offene Art zu arbeiten. Auch in der IFH gibt es die Möglichkeit, sich einen Co-Working-Platz zu mieten. Wie wirkt sich solch eine Arbeitsatmosphäre und Umgebung auf die Produktivität aus? Durch Flexibilität und Austausch ermöglichen wir eine Basis für die Unternehmen, die sie selbst nutzen müssen. Die Aufenthaltsbereiche und unsere Co-Working-Plätze sind nicht nur aus optischen Gründen da, sondern dienen vielmehr als Kommunikationsplattform. Die Arbeitenden kommen dadurch untereinander ins Gespräch und merken dabei, dass es ganz viele neue und spannende Ansätze gibt. Die Offenheit ist ganz wichtig dabei und trägt zum Arbeitserfolg bei. Die Gründung der IFH begann mit einer bestimmten Grundidee. Wie unterscheidet sich diese zu dem, was die IFH heute ist? Heute ist man wieder in der Situation, in der man vor fast 20 Jahren schon einmal war. Damals war alles sehr stark getrieben vom Neuen Markt, Start-Ups und Technologien. Das ist dann in der Zwischenzeit ein bisschen abgeflacht. Ich bin der Meinung, dass seit zwei, drei Jahren das ganze Start-Up-Thema wieder brandaktuell ist und auch die IT mit dem Digitalisierungsthema in der Breite angekommen ist. Die damalige Zielstellung war es, neue Technologien heranzuzüchten, und genau in der Phase sind wir wieder. Dafür spricht auch, dass wir de facto vollvermietet sind. Glauben Sie, der klassische nine-to-five-Job wird in Zukunft von neuen Arbeitsformen abgelöst werden? Ich vermute, dass in Zukunft verschiedene Lebensmodelle und Trends ineinanderlaufen werden. Flexibilität, Globalisierung und der Innovationsdruck in den Unternehmen steigt, somit auch der Leistungsdruck bei der Arbeit. Um für Fach- und Führungskräfte attraktiv zu sein, müssen die Unternehmen berücksichtigen, dass die Work-Life-Balance von bestimmten Generationen immer mehr wertgeschätzt wird. Das Pendel wird nicht vom einen Bereich in den anderen gehen, man wird eher weitere Aufsplitterungen der Arbeitsmodelle brauchen. Der Bedarf an flexiblen Arbeitsmöglichkeiten wird wachsen, denn es wird immer wichtiger, von überall aus, standortunabhängig, arbeiten zu können. ◆ Hanix Nr. 54 14 STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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DAS »m-BUCH« 46 ausgewählte Projekte aus 28 Jahren müller.architekten REANIMIERT – UPCYCLING STORE Wieder zum Leben erweckt – jedes einzelne Produkt ist ein Unikat. Hanix Nr. 54 Schon seit 1989 gibt es das Architekturbüro müller.architekten in der Wilhelmstraße in Heilbronn. Matthias Müller hat seither viele Projekte geplant und realisiert, darunter waren einige ganz besonders spannend, anspruchsvoll und herausfordernd. Anlässlich seines 60. Geburtstages vergangenen Jahres erschien das »m-Buch«. Es war ein Wunsch, sein Leben in Form eines Buches Revue passieren zu lassen. Wesentliche Projekte und das Erlebte wollte er zusammentragen und mit Bildern und Texten darstellen. Durch das »m-Buch« erfüllte sich Müller diesen Wunsch. 46 ausgewählte Projekte in der Zeit von 1989 bis 2017 werden auf 380 Seiten vorgestellt. Derzeit gibt es 330 Exemplare des m-Buches. Zwischen Grundrissen und Fotos der Bauobjekte finden sich darin Geschichten von Matthias Müller wieder. Auf einigen Seiten erzählt er von seinen Ideen und was ihn inspiriert. Bauherren kommen zu Wort und erlauben so einen Einblick in das Innenleben ihrer Häuser. Außerdem werden verschiedene Veröffentlichungen gezeigt. Während der Realisierungsphase des Buches hat die selbstständige Grafikdesignerin Sonja Knoblauch Dipl.-Ing. Sabine Schulz-Müller vom Team müller.architekten unterstützt, die Ideen umzusetzen. Gemeinsam wurden Zeichnungen und Texte bearbeitet und das Buch schließlich finalisiert. Ulla Kühnle von freiraum-photos, die auch aus dem Hanix-Magazin bekannt ist, wirkte ebenfalls mit Innenaufnahmen des Büros müller.architekten am »m-Buch« mit. Neben dem Kilianshaus Heilbronn, Gebäudeteilen der Hochschule Heilbronn und dem Kaisers-Turm realisierte Matthias Müller mit seinem Team viele spannende Projekte. Eines, auf welches er besonders stolz ist, war das Gebäude für channoine cosmetics im Fürstentum Liechtenstein, welches die Form eines Parfum-Flakons hat. Inspiriert durch die bizarren Felsen, die das Rheintal umgeben, drängte sich der Eindruck von Eiskristallen auf. Eine weitere Inspirationsquelle waren Parfum-Flakons, die wie geschliffene Kristalle grundsätzlich Wertigkeit ausstrahlen. Beide Assoziationen wurden in die architektonische Sprache übersetzt und hatten die Fassade mit kristalliner Struktur zu Folge. ◆ (lep) Erhältlich über www.architekten-online.com Genau dort, wo sich früher der multimono Kaufladen befand, gibt es nun den Upcycling-Store »reanimiert«. Schon seit mehr als zehn Jahren fertigt Christine Trefz in ihrer Freizeit die unterschiedlichsten Produkte aus scheinbar nutzlosem Abfallmaterial an. Die Inhaberin hat sich mit ihrem eigenen Laden einen Traum verwirklicht – drei Tage pro Woche hat er geöffnet. Beim Upcycling wird mit Stoffen und Materialien gearbeitet, die bereits gebraucht sind und nicht mehr verwendet werden, z. B. alte Feuerwehr- und Fahrradschläuche, Stoffreste oder Bauklötze. All diese Gegenstände verwendet Christine und macht daraus neue Produkte wie Taschen, Geldbörsen oder Gürtel. Kein alter Stofffetzen und kein gebrauchter Kaffeesack gleicht dem anderen. Jedes Produkt, das von Christine hergestellt wird, ist ein Einzelstück. Im liebevoll eingerichteten Laden mit zwei großen Nähmaschinen werden die neuen Produkte hergestellt. Christine verkauft nicht nur ihr Selbstgemachtes: Sie ist immer auf der Suche nach besonderen Gegenständen, sei es eine Vintage-Lampe oder ein alter Holztisch, die sie in ihrem Laden verkauft. Den Namen ihres Ladens und ihrer Marke »reanimiert« hat Christine nicht einfach so gewählt; hauptberuflich arbeitet sie als Krankenschwester. Die handwerkliche Beschäftigung sieht sie als Ausgleich zu ihrer Festanstellung. Hier kann sie ihre Ideen verwirklichen und kreativ ausleben. Wer eine Lieblingslederjacke hat, die nicht mehr passt oder sich von seiner ausgetragenen Jeans nicht trennen kann – Christine näht aus dem Stoff ein gewünschtes Produkt. »Oft kommen Kunden und Kundinnen mit ihren alten Lieblingsstoffen zu mir und fragen, ob ich daraus etwas Neues machen kann. Erst vor Kurzem habe ich in einer Frau eine Clutch genäht«, erzählt sie. Ideen und Inspiration für neue Produkte bekommt Christine durch ihren Alltag. Wenn sie etwas umsetzen möchte, weiß sie sofort, welche Materialien gebraucht werden und wo sie diese herbekommt. Künftig wird im »reanimiert«-Laden also weiter viel geschnitten, genäht, wiederverwertet – und wertlose Gegenstände werden in einen neuen Kontext gesetzt. ◆ (lep) Infos: www.reanimiert-upcycling.de STREIFZUG DURCH STADT, LAND UND REGION

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Dinge, die Heilbronner nicht sagen »Innovative Stadtentwicklung interessiert mich nicht!« THEKENPHILOSOPHEN In jeder Ausgabe stellen wir unseren vier Thekenphilosophen eine knifflige Frage aus dem Leben. Das Szenario: Der Gast sitzt an der Theke, weiß nicht weiter und fragt den Wirt nach dem richtungsweisenden Ratschlag. UNSER THEKENSZENARIO DIESMAL: Immer mehr junge Menschen ziehen nach Heilbronn, um am Bildungscampus oder der HHN zu studieren; ab Herbst wird auch die TU München eine Außen-stelle in der Käthchenstadt eröffnen. Gleichzeitig wird die Wohnungsknappheit immer bedenklicher, Vermieter rufen horrende Preise für ihre Wohnungen auf, die sie als Wohngemeinschaften an Studenten vermieten wollen. Das alles zum Nachteil für »normale Bürger«, die auf dem Markt kaum noch bezahlbare Wohnungen finden. Ist das studentische Wachstum noch verträglich für Heilbronn? Protokoll: Friedemann Orths Fotos: Ulla Kühnle Sibel Taylan, Data 77112 So gut kenne ich mich da nicht aus, aber es ist wohl eine Menge Geld, das Hausbesitzer abdrücken müssen: hier eine Steuer, da eine Steuer, allgemeine Kostenerhöhungen, laufende Instandhaltungskosten etc. Ja mei und jetzt? Die Studenten kommen halt! Das Geld ist bei einigen von ihnen ja vorhanden. Aber was ist denn verträglich? Kommt das von vertragen? Ertragen? Wer er-trägt was? wer »v-erträgt« sich hier eigentlich gerade in unserer Nächstenliebe-baufälligen, egoistischen Ellenbogengesellschaft? Wer denkt an andere als nur an sich selbst? Leider noch eine Minderheit, die dann oftmals als Träumer abgestempelt wird! Aber solange es das Gewissen der Vermieter zulässt, einen Hunni oder mehr als nötig zu verlangen … was soll ich dazu sagen? Karma! Dabei stehen doch so viele Gebäude leer! Der alte Krauss, das Wollhaus … mit ein bisschen Kreativität und helfenden Händen könnte man dort bestimmt ein paar schöne Zimmerchen zum Wohnen umgestalten! Thomas Aurich, u. a. Winterdorf Als Prof. Dr. Christian Buer vor Jahren anregte, neben den Wohnheimen des Landes zusätzliche Stuwos zu bauen, nahm man den Hinweis nicht ernst. Jetzt bauen alle, aber viel zu spät. Grundstücke gibt es auch keine mehr. Man muss nur auf die hören, die Engpässe kommen sehen, dann kann man Zukunft gestalten und muss nicht die Zahl der Studienplätze infrage stellen. Ich hatte ein Wohnwagenhotel auf dem ehemaligen Trampolinogelände angeregt. Abgelehnt. »Wenn das ewige Eis schmilzt, müssen auch wir uns verändern«, meine ich. Mares Baudewijns, Eckstein Verträglich denke ich schon. Fakt ist, viele Wohnungseigentümer riechen den Braten und nutzen es gnadenlos aus. Der Urinstinkt, die Gier, schlägt hier zu. Warum regulär vermieten, wenn man einen schönen Reibach mit den Studenten machen kann und für ein möbliertes IKEA-Zimmer bis zu ca. 450 € ausruft. Das ganze mal zwei, drei usw.: Halleluja, da klingelt es aber in der Kasse! Alles ermöglicht durch eine großzügigere Unterstützung des Elternhauses als je zuvor und Studenten, die auch schon einem Hauptjob nachgehen und genügend eigenes Geld haben. Geld regiert die Welt! Simple as that. Ralph Munz, u. a. The Rooms Club Die Geister, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los. Nach Lockrufen mit Fahrrad-Prämien kommt jetzt das große Erwachen? Warum denn, läuft doch alles? Diejenigen, die nur nach Prestige in der Öffentlichkeit schauen, wurden reichlich belohnt. Sie haben etwas Großes für Heilbronns Zukunft gemacht, Studenten sind doch der wichtige Antrieb für eine junge Stadt, in der dann wieder mehr Geld in die Gastronomie und Hotellerie fließt. Dann gibt es doch auch die, die einen Haufen Geld mit Wohnungen und Infrastruktur verdient haben. Denen geht es doch wie immer am Arsch vorbei, wie es anderen geht. Da wird einfach nur das Ziel fokussiert; Augen zu und durch. Jetzt, nachdem sich die Probleme mit dem Wohnungsmangel zeigen, sucht man wie immer und überall zuerst nach Schuldigen und dann nach Lösungen. Wobei, wenn sich alle mal vorher an der Nase gefasst hätten und die Schattenseiten anderer Uni-Städte genauer angeschaut hätten … aber warum auch, hat doch jeder seine Schäfchen wieder in die trockene Garage gebracht. Das ist doch der Sinn des Wachstums. In diesem Sinne ein frohes Prösterchen an alle Vierteles-Schlotzer. SMALLTALK Hanix Nr. 54

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#ASHTAG #EILBRONN Unsere Social-Media-Rückschau zu Heilbronn. Mal spannend und unterhaltsam, oft langweilig und öde. Wir schlagen uns für euch durchs Heilbronner Twitterund Facebook-Dickicht und scrollen auch da, wo es wehtut. Ficki-Ficki-Eklat: Badewelt Sinsheim »ramponiert sich selbst ihr Image« Die Klage der Badewelt Sinsheim GmbH (BSG) gegen ein junges Heilbronner Paar wegen angeblichem Sex in der Umkleidekabine wird in der Kommentarspalte auf rnz.de nach deren Berichterstattung heiß diskutiert. User »Online« bezweifelt, dass die BSG die Vorwürfe vor Gericht belegen kann: »Entweder es gibt hier doch versteckte Kameras oder das ›geschulte Sicherheitspersonal‹ erlaubt sich, den Kopf unter die Kabinentür zu stecken, um zu sehen, was sich in der Kabine abspielt.« Auch für Facebook-User Philipp H. sind die Vorwürfe gegen das Heilbronner Paar reine Spekulation. »Und selbst wenn: Hat sich ein Badegast gestört gefühlt? Der Ruf dieses Bades leidet sicher mehr unter der eigenen Spießigkeit als unter einem verliebten Pärchen.« Dümmer als die Polizei erlaubt: Keine Fleischtomaten, sondern Marihuanapflanzen Dumm gelaufen ist ein Sonntagabend für einen Heilbronner. Der 30-Jährige meldete der Polizei gegen 18 Uhr, dass er aus seinem Zimmerfenster beobachten könne, wie ein Kind im Hinterhof zwei Männer unsittlich berühre. Als die Beamten bei dem Anrufer eintrafen, stellten sie rasch fest, dass dieser deutlich unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen stand. Zur Vernehmung und zum Überprüfen der Blickmöglichkeiten aus dem erwähnten Zimmerfenster betraten die Polizisten die Wohnung des 30-Jährigen. Dort standen auf dem Tisch zehn Pflanzensprösslinge. Laut dem Bewohner soll es sich um Fleischtomaten handeln. Mit so einer Erklärung war er aber bei den Beamten an den Falschen, denn die erkannten sofort, dass es sich eindeutig nicht um Tomaten, sondern um Marihuanapflanzen handelte. Wir schaffen Verbindungen und sind Ihr Wegbereiter. Vorbereiten für Industrieanlage Bodenständig und heimatverbunden – sind das Begriffe für die Zukunft? Unsere Umgebung ist unser Gut. Wir achten und respektieren sie. Für die aktuelle Generation und die in Zukunft Folgenden. Schneider Bau GmbH & Co. KG 74076 Heilbronn · Hans-Rießer-Straße 18 Telefon 0 71 31 / 94 43 - 0 www.IhrWegbereiter.de http://www.facebook.com/IhrWegbereiter

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Von Nicolai Köppel Foto: Ulla Kühnle »Es ist ein Dschungel da draußen« (Tarzan) Ich liege morgens im Bett und versuche, mit geschlossenen Augen herauszubekommen, ob mich die Grippewelle inzwischen nicht auch erwischt haben könnte, da höre ich ein splitterndes Geräusch auf dem Flachdach nebenan und weiß sofort: Da ist wieder eine gefrorene Meise vom Baum gefallen. Die meisten Tiere haben es nicht gut. Entweder sie haben natürliche Fressfeinde oder sind davon abhängig, selbst regelmäßig Beute zu machen. Kann ich mir für mich nicht vorstellen, und wenn ich beim Vorstellungsgespräch gefragt würde, wo ich mich in fünf Jahren sehe, dann bestimmt nicht in so einer Lage, wie sie die meisten Tiere als Lebensgrundlage akzeptieren müssen. Deshalb haben sie oft Angst, sind hungrig oder es ist ihnen zu kalt oder zu warm oder alles zusammen. Manche sind vom Aussterben bedroht, ohne es zu wissen wahrscheinlich – aber wenn Tiere Ereignisse wie Erdbeben oder sowas spüren können, bevor wir Menschen sie spüren, kann mir keiner erzählen, das Mammut hat im Vorfeld von gar nix was mitgekriegt. Man merkt doch, wenn die Herde kleiner wird. So im Sinne von »Och Oma, die meisten meiner Freunde haben ein Smartphone!« – »Ach ja? Die meisten meiner Freunde sind tot!« Manche Tiere haben es gut. Die in der Streichwurst zählen nicht dazu. Neulich beobachtete ich einen Freund in München dabei, wie er einen gemeinsamen Freund beim Currywurstverzehr beobachtete: »Da ist nicht mal die heilige Inquisition draufgekommen: lasst uns diesen Ungläubigen hier kleinhacken und dann stopfen wir ihn in seinen eigenen Darm, das wird ihm eine Lehre sein!« – aber es gibt doch Tiere, deren Leben okay ist. Ein Hund, der kein Dosenfutter kennt, weil ihm sein Chef immer was kocht, eine Katze, die alles darf (vor allem raus). Aber ich glaube, das wars auch schon. Tier sein ist fast schon kategorisch ein bisschen scheiße, wenn man gewisse Ansprüche hat. Und wenn man an die karmisch geprägte Form der Wiedergeburtsmaschinerie glaubt und dann bedenkt, dass wir Menschen davon ausgehen, uns hochgearbeitet zu haben und wie viele unfassbar dämliche Arschlöcher es unter uns gibt (»Zehn Prozent!« – »Und die Dunkelziffer?« – »Oh, die ist höher!«), dann kriegt man diesen Satz kaum zu Ende. Karma is a bitch. Wie soll es denn eine Schnecke schaffen, etwas anderes zu werden als eine Schnecke? Meine Mutter ist ja sogar überzeugt, dass Schnecken sogenannte Gruppenseelen sind, d. h. viele Schnecken teilen sich eine Seele. Das ist ja noch schlimmer! Da reißt man sich zusammen, und dann knabbert Ewald den Salat des Nachbarn an und Ida schleimt den Weg voll, und zack: wieder nix mit den Aufstiegschancen. Immerhin haben Schnecken als natürliche Zwitterwesen das mit der Genderei schon hinter sich gebracht und jeder darf sein, was er will. Wenn der Märtyrer hübsch brav ist, wird ihm das später angerechnet. Zum Glück sind Tiere nicht religiös oder sonst wie ideologisch geprägt oder vernagelt oder gar fanatisch. Das Horrorgenre hat die fiesen Viecher vor Jahren schon durchgehabt (Riesenspinnen, wildgewordene Vögel und Schlangen), aber nur beim Weißen Hai (für unsere gebildeteren Leser: beim weißen Wal) hatte ich den Eindruck, das ist mal ein Tier mit schier zu viel Charakter, das einfach keine Menschen mag. Ist da ein Zusammenhang? Haben Tiere eine Seele? Was hat mehr Seele: Zombies oder Tiere? Zombies stehen ja bei einigen Popkulturgelehrten für die verdrängten Kriegstoten im Vietnamkrieg, aber die handeln ja auch nur mit irgendwie vereinten Kräften, weil sie nicht anders können. Ich suche schon seit Jahren nach dem »Fachbegriff« für die These, dass wenn z. B. ein Meerschweinchen was lernt – also wirklich lernt, kapiert, begreift, sich was Neues erschließt und quasi darüber erfolgreich nachgedacht hat – dass das dann alle anderen Meerschweinchen automatisch auch lernen. Die These gibts. Hab ich mal gelesen. Das Phänomen des erfolgreichen Lernvorgangs kommt halt – nicht nur bei Meerschweinchen – äußerst selten vor. Also wenn jemand das Wort dafür weiß, bitte die Redaktion benachrichtigen. Die müssen mir das dann aber schon noch weitersagen. Glaube ich zumindest. Und wie passt jetzt Heilbronn da rein in das ganze Geviech? Heilbronn hat keine natürlichen Fressfeinde (und wenn, schicken wir sie einfach zu Dieter Schwarz, die können das dann unter sich ausmachen), Heilbronn hat die Grippewelle überlebt, ist auch sonst nicht vom Aussterben bedroht und mit Smartphones hinreichend versorgt, steht als Ganzes nicht auf Inquisitionslisten und liegt höchstens knapp unter neunzig Prozent okayer Bewohner (Quelle: die okayen Bewohner). In Heilbronn kriegt man lecker gekocht, wenn man weiß, wo man hingehen muss (Hesser, heim oder die neue Pizzeria bei mir um die Ecke – schmeißt das Netz an, da gibts nur eine). Der Heilbronner an sich neigt weniger zum Märtyrer als zum Mehrtürer und steht auch gruppenseelenmäßig nicht unter Zombieverdacht, wennschon das Handeln mit vereinten Kräften, weil man eben nicht anders kann, schon immer wieder abguckenswert wäre. Aber habt ihr mal gesehen, was diese Zombies immer rumrennen müssen und wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Angriffen durch echte Menschen in freier Wildbahn ist? Unter diesen Umständen ist Kulturarbeit natürlich ähnlich hart wie die gefrorene Meise auf Nachbars Flachdach. Tiere sind jetzt nicht so das Hauptaugenmerk der Stadt. Tiere pfleglich behandeln, als wären es Leute, ist ein Kulturgut und ein Zeichen für hochstehende Zivilisation. Wo hochgezüchtete Hündchen verhätschelt werden, wird auch arte geguckt. In nächster Zeit wird man in der BUGA-Stadt Heilbronn auch eher auf Pflanzen als auf Tiere gucken. Aber wartet nur! Im Blumenhumus schlummern die Käfer, und manche von denen verbringen bis zu 90 % ihres Lebens z. B. im Larvenstadium und kommen als Käfer nur ganz am Schluss ans Licht, um sich bewundern zu lassen, sich nach Kräften zu paaren und dann wieder in die karmische Rotation zu verschwinden. Jedem Tierchen sein Plaisirchen – was für ein Plaisirchen hätte denn der erdverbundene Heilbronner gern? ◆ Hanix Nr. 54 Nicolai Köppel denkt sich diese Kolumne »600 Sekunden« nicht aus, sondern lässt sie jedes Mal extra passieren. Mehr gibt’s hier: www.nicolaikoeppel.de 600 SEKUNDEN – DIE STADTKOLUMNE

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Geschmack trifft Frische. Rhabarber und Spargel im Frühling, Beeren im Sommer oder Kürbis im Herbst: Was gerade frisch in Deutschland geerntet wird, landet direkt in unserer Obst- und Gemüseabteilung. Dabei setzen wir auf regionale Vertragsbauern. So haben Sie immer die leckerste Auswahl, die die Saison zu bieten hat. Und weil Qualität unser tägliches Brot ist, genießen Sie auch bei unserem Frischebäcker zu jeder Tageszeit absolute Frische. Denn wir backen unsere Brot- und Brötchenauswahl mehrmals täglich frisch für Sie.

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Die Vorbereitungen der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 waren schon in vollem Gange, als MIRJAM WEBER im Oktober letzten Jahres Marketingleiterin wird. Studiert hat sie Tourismus-BWL mit Schwerpunkt Marketing an der Hochschule in Heilbronn, groß geworden ist sie in der Wirtschaft. Durch ihren Beruf gab es in ihrem Leben schon viele Stationen – sie arbeitete u. a. ein Jahr lang bei Walt Disney World in Florida als Representative für Deutschland. Doch ihre Verbindung zu Heilbronn, der Stadt am Neckar, lässt sie wieder hier her zurückkehren. Von Lea Pomocnik, Fotos: Ulla Kühnle Kommunikationsbegeistert mit Liebe zu gelben Gegenständen »Am liebsten Bio« sagt Mirjam Weber lächelnd und holt eine Zitrone aus ihrer knallgelben Handtasche. Jeden Morgen trinkt sie ein Glas Wasser mit einer frisch gepressten Zitrone. Sie erzählt uns, dass das gefühlt schon immer so sei. Gerne reibt sie sich auch mal die Schale der Zitrone beim Backen in den Kuchenteig. »Die vielfältige Frucht hat neben ihrer wunderbaren Farbe einen hohen Gehalt an Vitamin C, welches wichtig für die Gesundheit ist. Der Start in den Tag fällt so überraschend leicht.« Mit der Farbe gelb assoziiert Mirjam Weber die Sonne, etwas Frisches und Auffälliges. Gerade im Bereich Marketing sei es wichtig, erkannt zu werden und aufzufallen, erzählt sie uns, während wir auf ihre gelbe Strumpfhose und die Handtasche schauen. Mirjam Weber kocht außerdem sehr gerne, am liebsten ohne Geschmacksverstärker und mit natürlichen Zutaten. Neben asiatischem Essen mag sie ganz besonders die schwäbische Küche. Die Spätzle werden natürlich selbst gemacht. Wir werfen einen weiteren Blick in die ordentliche Handtasche und die Farbe der Verpackung ihrer Handcreme verrät, dass sich die Farbe gelb wie ein roter Faden durch Mirjam Webers Alltag zieht. Ein Eau de Toilette aus Frankreich, das nach Zitrone duftet, ist immer in ihrer Tasche. Natürlichkeit steht nicht nur beim Kochen, sondern auch bei ihren Pflegeprodukten an erster Stelle. Mirjam Weber erzählt uns über ihre Leidenschaft zu Frankreich. »Die Menschen dort sind einfach sympathisch, offen und sehr zugänglich. Das mag ich sehr.« Ein Lied aus den Achtzigern, zu welchem sie eine besondere Verbindung hat, nennt sich »Voyage, Voyage«. Es begleitet sie schon ihr ganzes Leben und beschreibt ihre Reise zu den verschiedensten Stationen. Wir fragen Mirjam Weber nach ihren Tätigkeiten für die BUGA 2019 in Heilbronn. Selbstbewusst zieht sie eine grüne Postkarte aus ihrer Handtasche, auf der »Obergärtnerin« steht. »Die lag an meinem ersten Arbeitstag auf meinem Schreibtisch«. Begeistert erzählt sie uns von ihrem Team und der Zusammenarbeit mit ihren Kollegen. »Jeder brennt für das Projekt und arbeitet hochmotiviert für ein einmaliges Besuchserlebnis«. Auch Mirjam Weber brennt für ihren Job und die BUGA, erstmalig im neuen Format mit einer Garten- und Stadtausstellung. Für sie ist die BUGA der Motor der Stadtentwicklung, Stadt geht nicht ohne Garten und Blumen – und das möchte sie nach außen tragen. Mit ihren zwei wissbegierigen Kindern geht sie gerne in die experimenta, wo es viel zu entdecken gibt: »Forschen und Erleben stehen hier im Vordergrund.« Den Doppelaufschlag der neuen experimenta und der BUGA sieht sie als große Chance für Heilbronns Zukunft. Auch wird bei der Planung der BUGA auf die Jüngeren eingegangen. Schüler sollen mit ihren Lehrern die Möglichkeit bekommen, das Thema Garten näher zu erkunden. Das Projekt des »Bunten Klassenzimmers« setzt diese Idee künftig auf dem Gelände der BUGA um. Auf dem Tisch mit dem Tascheninhalt entdecken wir zwei kleine, weiße und gewölbte Gegenstände. Mirjam Weber erzählt uns, dass das Minimodelle von zwei bionischen Pavillons für die BUGA sind, welche aus einem Verbund von Glas- und Kohlestoffasern sowie aus Holzplatten gefertigt werden. »Vorbild sind biologische Strukturen«, erklärt sie. Die BUGA wird zukunftsnah sein und es wird mit nachhaltigen Materialen gearbeitet. Mit ihrer Kamera ausgestattet geht sie auf Motivsuche, Tulpen fotografiert sie am liebsten. Nicht nur durch ihren Beruf bedingt, sondern auch privat ist die 41-Jährige gerne in der Natur. »Dort ist alles bunt und überraschend vielfältig. Genau wie die BUGA.« ◆ BERUF: Marketingmanagerin JAHRGANG: 1977 Weitere Infos unter: www.BUGA2019.de BERUFUNG: Zeigen, dass die BUGA neben 20 Garten auch Stadt kann TASCHENKONTROLLE

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MIRJAM WEBER LEERT IHRE TASCHE

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Im Herzen Heilbronns führt PATRICIA MAYER in dritter Generation das Lebenswerk ihres Großvaters Willy Mayer weiter und uns in einem herzigen Interview zu ihrem liebsten Ding durch das insel-hotel. Vorbei an den »Stillen Wächtern«, rauf in die »Captain Suite«, in der einst Udo Jürgens gerne eincheckte, bis hinunter zum molligen Hotelschwimmbad. Das Ganze endete in einem anregenden Gespräch im umgestalteten altehrwürdigen Insel-Café Willys. Interview: Sarah Baudenbacher Fotos: Meli Dikta Stille Wächter aller Schritte Hanix: Hey liebe Patricia, ganz klassisch die erste Frage: Was ist dein Lieblingsding? Patricia Mayer: Mein Lieblingsding, mein Lieblingsding ... was ist denn nun mein Lieblingsding? Wohl dieser geschlechtslose Palasthund, eine Statue, die mich mein Leben hindurch begleitet. Himmel! Und wir sitzen hier direkt vor den beiden. Es sind eigentlich zwei. Wie sind die hierhergekommen? Die stammen aus den 70ern und kommen aus Florenz und sind damals durch unseren Architekten, der zu der Zeit die Erweiterung des insel-hotels geplant hat, einschließlich meiner Eltern von dort hier her nach Heilbronn gekommen. Seitdem bewachte dieser Hund die Kindheit von uns und ist weder weggelaufen noch gestohlen worden. Und vor allen Dingen: Er hat immer noch alle Beine und den Kopf. Er ist und war als Spielzeug für alle folgenden Kinder der Familie ein beliebtes Objekt. Das ist ja auch das Tolle bei so alten Sachen: Ein gewisser Teil überlebt immer die nächsten Dekaden. Daher ist die Hunde-Statue mein Lieblingsding. Das hängt damit zusammen, dass egal wo ich mal war, bin oder weiterhin sein werde, die Statue etwas ist, was ich gerne mitnehmen möchte. Das spricht ja auch für so ein Lieblingsding. Heißt, wenn es das hier so nicht mehr geben würde, müssen die beiden mit? Oder nur einer von beiden? Das wäre genau das Thema. Ich würde sagen, wir verteilen das dann unter den Schwestern. Es ist ja jede von uns mal auf dem Hund draufgesessen. Was ist die früheste Erinnerung, die du mit dem Hund verbindest? Die früheste Erinnerung war, dass er mir als Kleinkind immer so groß vorkam wie ein Pony. Weil der Hund dann doch schon so ein bisschen größer ist. Wir haben immer an dem rumgestreichelt, bis dann der echte Hund irgendwann in die Familie kam und dann wurde der malträtiert. Also er hier hat es nicht so mitbekommen, aber der Echthund dann schon. Unser Basset Hound – sinnigerweise eine britische Hunderasse – hat dann tatsächlich im Kinderwagen gelegen und den Schoppen von uns bekommen. Er hatte auf jeden Fall ein lustiges Leben hier im Haus. Das ganze Gold auf seinem Kopf ist auch schon weg. Weil so viele Leute ihn berühren? Der hat richtig Patina. Im Sinne von: Nicht Patina dran, sondern Patina weg. Anfassen bringt vielleicht Glück. Wer weiß, muss ich direkt auch mal probieren ... Die Statue ist der Insel-Glücksritter! Weißt du, woraus die beiden gemacht sind? (In dem Moment kommt Patricias Mutter mit dem aktuellen »Insel-Echthund« Lotte den Gang entlang auf uns zu und beantwortet bestimmt die Frage; Anm. d. Red.) Das ist Terrakotta. Terrakotta überzogen mit Gold, ist leider abgegriffen. Solche Lieblingsdinger haben ja meist für jeden keinen materiellen Wert, sondern einen emotionalen. Was bedeutet der Hund dir? Ich denke, so ein Lieblingsding ist immer ein Stück Kindheit. Für mich ist der Hund mit Erinnerungen verbunden. Er gehört natürlich zu meinem Leben dazu. Ich bin hier in diesem großen Haus aufgewachsen und er hat mich begleitet ... Stehen die beiden immer hier? Also der Teil des Hotels hier ist jetzt aus den 70ern und seitdem stehen die hier. Die haben schon ziemlich viel gesehen ... die stillen Wächter aller Schritte der Gäste, die hier so durchs Haus schlendern. Zurück zu deiner Kindheit. Wie war das hier früher für dich als Kind? Man muss dazu fragen, wie wächst man in der Gastronomie oder Hotellerie auf? Wir sind drei Schwestern mit einer Nachzüglerin. Hanix Nr. 54 MEIN LIEBLINGSDING

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Sa., 14. April 14 Uhr Floh- und Tauschmarkt Hanix Nr. 54 NAME: Patricia Mayer ALTER: 50 BERUF: Hotelfachfrau BERUFUNG: Freigeistige Gastgeberin WÜRDE IHR LIEBLINGSDING TAUSCHEN GEGEN: No way! Daher waren wir hier quasi erstmal zu zweit. Wir sind hier im Hotel groß geworden. Für uns war das hier immer ein riesiger Spielplatz. Wir waren also Bestandteil des großen Hauses einschließlich der Gäste. Das Tolle ist, dass man den Bezug zu den Mitarbeitern hatte und dass viele dann auch plötzlich Tanten und Onkels waren. Eine nette Geschichte ist z. B., dass der Küchenchef unser Kindermädchen geheiratet hat. Das klingt jetzt alles ein bisschen nach England und Schloss, aber ohne Kindermädchen ging das damals hier nicht. Unsere Eltern mussten organisieren, dass wir als Kinder groß werden, aber unter Aufsicht waren. Denn abends ist hier Ramba-Zamba gewesen. Und durch die tolle Begegnung des Küchenchefs und unseres Kindermädchens haben wir quasi Neueltern bekommen. Wir haben dann noch eine Zusatzfamilie bekommen, was das Ganze auch ein bisschen ausmacht. Familie heißt ja nicht unbedingt verwandt zu sein, sondern Familie ist dieses ganz große Leben in einem Haus. Das prägt alles. Ich vergleiche das hier immer mit dem Theater. »Vorhang auf, die Gäste kommen: Vorstellung.« Eine eigene kleine Welt ... Ja, es ist spannend. Natürlich ist viel Flexibilität nötig. Die trage ich in mir, da ich es nicht anders kenne, weil jeder Tag hier völlig anders ist. Immer kommen neue Menschen dazu, finden neue Begegnungen statt. Und der Hund hat ja schon so viele Begegnungen gesehen, steht immer noch hier und wacht nach wie vor über die Begegnungen und Geschichten im Haus. Das wäre das Spannendste für mich: Welche Geschichten so ein Lieblingsding erzählen würde. Sitzt du manchmal hier auf dem Sofa, schaust dir die Hunde an und denkst über Vergangenes nach? Nein, das gibts jetzt wirklich nicht. Zu viel Pathos tragen wir nicht mit uns herum, dafür haben wir keine Zeit. ◆ PATRICIA MAYER Do 20 - 23 Uhr Fr + Sa 20 01 Uhr Schulgasse 15 74072 Heilbronn

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Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in und um Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Von Maike Endresz, Fotos: Meli Dikta Heute habe ich jemanden betrogen. Er ist ein älterer Herr und hört das sicherlich nicht gern. Darum bitte ich um Stillschweigen bezüglich dieses Abenteuers. Danke. Ich habe nämlich einen Ausritt auf einem fremden Pferd gewagt. Mein Baci möge es mir verzeihen ... Ich komme also mit der Hanix-Fotografin um kurz vor 9 Uhr in Horkheim am Reitclub an. Meli ist überrascht, dass sich so viel verändert hat, denn sie war schon mal hier. In den letzten fünf Jahren ist hier ein wirklich ansehnliches Fleckchen Reiterparadies entstanden. Zwei Reithallen, ein Offenstall, der mich begeistert, und viele hübsche Paddockboxen. Außerdem eine Gaststätte mit Biergarten. Und sie bauen unermüdlich weiter in Horkheim. Im Moment entsteht ein Außenreitplatz, der schon jetzt viel Fachwissen erahnen lässt. Wir treffen Stephanie, ihres Zeichens Betriebsleiterin und Julia, Reitlehrerin, Ausreiten in Horkheim die sich heute mit mir und insgesamt drei kombinierten PS über Talheim Richtung Lauffen bewegen wollen. Der Reitclub Horkheim bietet eine Menge Buntes an und somit stehen hier derzeit 45 Pferde, 30 davon gehören zum Schulbetrieb. In der unfassbar sauberen Sattelkammer hängt gepflegtes Zaumzeug in Reih und Glied, Namensschilder der Pferde führen den Unwissenden ans Ziel. Laura. Sie ist heute meine Kumpanin bei meinem Fremdgang. Nachdem wir alles zusammenhaben, führt Julia mich zum Offenstall, wo Laura gerade mehr Interesse am neuen Halleneinstreu zeigt als an mir. Und – Himmel – so saubere Offenstallpferde habe ich noch nie gesehen! Baci, mein geliebtes Ross, irgendwas läuft bei uns schief. Alle, die einen Ausritt gebucht haben, richten ihr Pferd also ganz eigenständig und komplett am supersauberen Putzplatz. An dieser Stelle mag der Leser erkennen, dass Ausritte dieser Art also nichts für Pferdefrischlinge sind. Klar, Sicherheit geht vor, Menschen, die dieses Abenteuer bestreiten möchten, müssen zwingend Reiterfahrung mitbringen. Dann aber kann man sich sonntags zum Ausritt in wunderschöner Natur anmelden. Es ist wahrlich nicht mein erster Ausritt, aber landschaftlich bestimmt einer der bezauberndsten. Am Neckar entlang wird getrabt, bis wir nach einer Weile die atemberaubende Kulisse des Naturschutzgebietes an den Neckarterrassen entlang reiten. Fuchsstute Laura geht ganz gern voran, gefolgt von Schimmel Ragazzo. Der Jüngste im Bunde ist Tinkermix Nico, der gern mal zur Pipipause verweilt und Tiefenentspannung verkörpert. Während wir reiten, erfahre ich eine ganze Menge über den Reitclub. Natürlich gibt es Reitunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene, es wird aber auch Reit- und Hundetherapie angeboten. Außerdem im Programm: Ferienfreizeiten, Themenaus- ABENTEUER UM DIE ECKE Hanix Nr. 54 Das Hanix »Abenteuer um die Ecke« wird präsentiert von

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neue Kulisse ausprobieren möchten. Der Reitclub Horkheim hat ein sehr vielfältiges Angebot und ist allein deshalb einen Besuch wert! Wer sich nicht gleich ans Pferd herantraut, kann vom Wirtshaus aus erste Blicke riskieren. ◆ ritte mit Schatzsuche oder Kriminalfall, Kindergeburtstage, Ponywanderungen, diverse Seminare und Lehrgänge im Bereich Pferd und Hund, ein Ponyclub für Kinder ab 3 Jahren (!) ... unfassbar breit und vielseitig ist das Angebot in Horkheim. Auf der Internetseite findet der interessierte Leser alle weiteren Infos. So drehen wir also unsere Runde, die, wenn man sie offiziell bucht, 1,5 Stunden dauert und wirklich ein Augenschmaus ist. Laura, die auch als Therapiepferd »arbeitet«, hält nicht so viel vom Modelbusiness, möchte nicht stehen bleiben und posen, sondern lieber laufen. Kenn ich irgendwie und fühlt sich daher für mich ganz normal an. Im Normalfall rennt einem ja auch keine Fotografin hinterher. Zurück am Reitstall entlasse ich Laura in ihre wohlverdiente Freiheit und merke dann: Ich hab nicht mal eine Möhre dabei! Muss sie also mit nem Kuss vorlieb nehmen. Fazit: Ein Ausritt dort ist wunderbar und ganz bestimmt grandios für alle, die kein eigenes Pferd haben oder einfach mal eine SCHWIERIGKEITSGRAD: Für geübte Reiter leicht, vielleicht tut der Popo danach weh DAUER: 1,5 Stunden plus 30 Minuten Putz- und Sattelzeit ORT: Reitclub Horkheim, Kelterweg 41, 74081 Heilbronn KOSTEN: 45 € für Externe TIPP: Mal hinfahren! INFOS: www.reitclub-horkheim.de Was ist schöner als eilbronn? www.heilbronn-marketing.de facebook: heilbronn erleben Kapitel

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2. März 2018: Es ist der Tag, an dem die SPD-Wähler mehrheitlich der Bildung einer großen Koalition zustimmen. Wenige Minuten, nachdem das Abstimmungsergebnis bekannt ist, geht es um die Personalien, also wer Minister wird. Die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, Tina Hassel, fragt ihren Gesprächspartner, ob man sich jetzt bei der SPD in die Hinterzimmer zum Mauscheln zurückziehen werde. Eine gestandene Journalistin, die, unabhängig davon, um welche Partei es sich handelt, eine solche Frage in den Raum stellt, ist nicht die Lösung des Problems, sondern Teil dessen. Sie bedient mit dieser Sprachwahl – und es ist zu unterstellen, dass man in dieser Position immer weiß, was man sagt – genau die Vorurteile, die die Stammtische lieben, derer sich jene Populisten, die von sich überzeugt sind, immer die einfachen Antworten auf die dümmsten und intelligentesten Fragen zu haben, so gerne bedienen und die jetzt mit einem Stimmanteil von 66 Prozent am Anfang der Ursachenkette für den Mitgliederentscheid der SPD stehen. Wollen wir, sollen wir uns das gefallen lassen? Junge Politiker braucht das Land! Aber wo sind sie? Zum Beispiel in Heilbronn und der Region? Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos Nico Kurth & Meli Dikta Jung – intelligent – (un)politisch? Hanix Nr. 54 Wenn die vergangenen Wahlen und deren schwieriges Ergebnis ein Gutes hatten, sie haben den Generationenwechsel beschleunigt – und dazu muss man nicht nur nach Berlin schauen, das haben wir hier auch. Josip Juratovic, SPD-MdB und gerade in den Fraktionsvorstand gewählt, war der Erste, der seine Parteifunktionen an einen Jüngeren abgab: an Markus Herrera Torrez. Sein CDU-Kollege Alexander Throm hat es ihm nachgetan und auch bei der FDP, obwohl hier die Parteiführungsgremien gewiss nicht überaltert sind, sorgt mit Michael Link der dritte Bundestagsabgeordnete, den der Wahlkreis 267 nach Berlin entsendet, ebenfalls dafür, dass der Parteiennachwuchs langsam in die Ämter hineinwächst, die einmal Start und Basis dafür sein können, es ebenfalls so weit – oder auch weiter – zu bringen wie ihre Mentoren. Auch Susanne Bay (Grüne) gehört, nachdem sie auch für sie selbst überraschend,in den Landtag gewählte wurde, zu jenen, die dem Nachwuchs hilfreich zur Seite stehen. Ein viertes Bundestagsmandat für den Wahlkreis hat Franziska Gminder von der AfD inne, aber diese lässt sich bekanntlich weder öffentlich sehen noch in die Karten blicken. Alt gegen jung, diese Schlagzeile hat Dauerkonjunktur in Heilbronn und in der Region scheint man diesen Konflikt zu beherrschen. Grundlage für diesen Hanix-Text waren Gespräche, in denen sich eben jene genannten etablierten Politik-Profis zusammen mit einer »Nachwuchshoffnung« zu deren Chancen und Bedingungen äußerten. Und eines war, gleich welcher Couleur, bei allen gleich: Der 26 POLITIK UND GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 54 große gegenseitige Respekt und auch die Augenhöhe, mit der die Abgeordneten, die es schon zu »etwas gebracht haben«, mit jenen umgingen, die das noch vor sich haben. Die Gesprächstermine mit Susanne Bay (Grüne), Josip Juratovic (SPD), Michael Link (FDP) und Alexander Throm (CDU) zusammen mit Benedikt Seyb (Junge Grüne), Markus Herrara Torrez (SPD/Jusos), Alexander Hampo (Junge Liberale/FDP) und Markus Beil (Junge Union/CDU) können allein durch ihren Verlauf schon den Glauben an die Zukunft der Demokratie vermitteln – so wie auch jener im letzten Jahr in der Stadtbibliothek. Hier kam Cem Özdemir, damals noch Parteivorstand der Grünen, zu »Mann liest vor«. Vor zwei Schulklassen im Teenie-Alter las er aus seinen Jugenderinnerungen, die seine Menschwerdung als homo politicus lebensnah beschreiben. Anschließend diskutierte er mit den Schülern auf Augenhöhe und so engagiert, dass er seinen Terminkalender fast darüber vergaß. Diese Schüler sind aus dieser Veranstaltung mit einer neuen Offenheit für das Zeitgeschehen zurück auf die Schulbank gegangen. Markus Herrera Torrez strahlt fast, wenn er von seinem Geschichtslehrer am Lauffener Hölderlin-Gymnasium erzählt und wie ihn dieser, neben seinem Elternhaus, auch politisch prägte. Eine andere Schülerin dieses Lehrers, heute selber Lehrerin in leitender Funktion, erzählt, dass seine Schilderungen des Unrechts im Dritten Reich den Schülern die Tränen in die Augen getrieben hätten. Alle vier Jungpolitiker haben sich schon in ihrer Schulzeit der Politik zugewandt, wenn auch mit unterschiedlichen Erfahrungen, was auch am »Klima« der jeweiligen Anstalt gelegen hat. Das Theodor-Heuss-Gymnasium erfüllt einen besonderen Anspruch. Man kann nicht Griechisch und Latein unterrichten, ohne nicht auch dem Humanismus der Geschichte in besonderem Maße verpflichtet zu sein. Das bedeutet nicht, Politik vorzudenken, aber das Attachment zu ihr ist gegeben, in allen Alterstufen, sagt Barbara Magin, die, wie auch Jürgen Heilig, Geschichte unterrichtet – und: »Schüler sind generell neugierig und wollen weiter denken!« Das beinhalte, so erlebe sie es, auch Neugierde auf Politik. Nachdem in den Lehrplänen (G8!) Geschichte »zusammengestrichen« wurde, fehle aber oft die Zeit, die Dinge zu vertiefen, Fragen nachzugehen wie etwa »woher komme ich und wohin gehe ich« oder auch große Themen wie »Freiheit«oder Humanismus« so zu vermitteln, dass sie nicht nur abstrakt bleiben. Ein gute Geschichtsstunde ende aber immer damit, dass man aktuelle Entwicklungen und Themen mit dem Lehrstoff verknüpfe, denn »das gibt dann mündige Bürger!« Jürgen Heilig erlebt seine Schüler unterschiedlich, manche seien einfach nur desinteressiert oder auch übersättigt und überfordert durch die medialen Angebote, vielleicht auch zu jung, aber es gebe eben auch sehr viele »aufgeschlossene, ganz tolle und engagierte Schüler“, so wie jene, die jetzt zusammen mit der Schülermitverwaltung das Projekt »Schule gegen Rassismus« vorbereiten. Beide Lehrer sind mit anderen Kollegen und ihren Schülern dabei, als 350 Heilbronner Gymnasiasten zeigen, was sie von der AfD und deren Jugendorganisation »Junge Alternative« halten. Sie begleiten deren jämmerliche Kundgebung, bei der sie »Grundwerte der Demokratie vermitteln wollen« mit einem Pfeifkonzert, tragen Plakate, die sich gegen deren Rassismus wenden und skandieren: »Olé, olé, olé – zusammen gegen die AfD!« Landtagsabgeordneter Nico Weinmann (FDP) sagt auf die Frage nach dem Einfluss von Schule und Elternhaus, und ob er hier Defizite bei den Lehrern oder im Erscheinungsbild von Parteien sieht: »Wenn es etwas Positives gibt am Brexit, an Trump, am plumpen Populismus, dann doch das, dass sich junge Menschen wieder verstärkt für Politik interessieren. Dabei muss die Politik versuchen, komplexe Sachverhalte nachvollziehbar zu vermitteln, REGIONALER POLITNACHWUCHS Bei gutem Wetter ab 28. März geöffnet Wieder WM auf Grossleinwand

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die Zusammenhänge erklären. Aber auch, dass die vermeintlich einfachen Lösungen in unserer vernetzten Welt keine Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit liefern. Natürlich spielen die Eltern und die Schulen bei der Vermittlung eine große Rolle. Ich sehe aber bei den vielen Schulbesuchen und Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern eine erfreuliche Tiefe und ein großes Interesse. Den Parteien fällt es jedoch bisweilen schwer, das gestiegene Interesse mit einer jugendlichen Leichtigkeit und den neuen Kommunikationswegen für sich zu nutzen.« Der Spiegel hat sich vor der Bundestagswahl 2017 in einer großen Umfrage der Frage angenommen: »Interessieren sich junge Erwachsene einfach nicht für Politik? Oder fühlen sie sich von den Parteien nicht ernst genommen? Und wer oder was beeinflusst ihre Wahlentscheidung?« Dies vor dem Hintergrund, dass bei den letzten sieben (!) Bundestagswahlen die Wahlbeteiligung in der Altersklasse der 60- bis 70-Jährigen (Wahl 2013, also in Vor-AfD- Zeiten) mit 80 Prozent jeweils am höchsten war, wogegen sich von den 18- bis 21-Jährigen nur 64 Prozent, von den 21- bis 25-Jährigen sogar nur 60 Prozent an der Wahl beteiligten – also ihre Zukunft den anderen überließen. Vielleicht liegt eine Antwort darauf in diesem Ergebnis, das man auch als dringendste Aufforderung an die Parteien lesen muss: 67,5 Prozent dieser jungen Wählergruppen waren der Ansicht, dass sich die Parteien nicht ausreichend mit den Themen ihrer Generation befassen, mit »ja« haben nur 17,6 Prozent diese Frage beantwortet, 14,9 Prozent waren unentschieden. Auf die Frage, welche Personen im Umfeld die politische Meinung am stärksten geprägt haben, sagten 40,4 Prozent, es sei die Familie, nur 18 Prozent nannten dafür Freunde. Das Fazit des Spiegel: »Die Ergebnisse sind repräsentativ und sie zeigen: Junge Erwachsene interessieren sich durchaus für Politik.« Der 12. Januar 2018 ist ein kalter Tag – auch in der Gemeindehalle Frankenbach ist am Nachmittag noch nicht so richtig eingeheizt, das wird sich im Laufe des Abends noch ändern. Parteimitglieder und Jusos sind mit Rolltransparenten, Körben von Brezeln und Berlinern und Kisten von Sprudel gekommen und bereiten die nicht alltägliche »offene Mitgliederversammlung« vor, bei der es um viel gehen wird, nämlich das »Ja« oder das »Nein« der SPD zur GroKo. Mit rund 100 Teilnehmern hat Tanja Sagasser-Beil gerechnet, gekommen sind fast doppelt so viele, es müssen weitere Stühle aufgestellt werden. Ein Blick auf die Teilnehmer zeigt, dass auch erstaunlich viele Junge gekommen sind. Der Abend ist auch die Stunde von Markus Herrera Torrez, den man inzwischen auch landesweit als einen der Hoffnungsträger der SPD sieht, der hier sozusagen den Laden zusammenhalten muss. Er steht gerade am Ende eines halbjährlichen Brüssel-Aufenthaltes, wohin er von der IG Metall an den Europäischen Gewerkschaftsbund entsandt wurde. Beim Hanix-Gespräch zuvor mit ihm und Josip Juratovic aber merkt man ihm an, dass ihn die nachfolgende Veranstaltung ein wenig nervös macht. Nachdem Juratovic wenige Tage später wieder in den Fraktionsvorstand seiner Partei gewählt wurde, sagte er dazu: »Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir meine Fraktionskolleginnen und -kollegen entgegengebracht haben. Mit meinem Arbeiterhintergrund und als Integrationsbeauftragter sind die Belange der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie eine gelingende Integration für mich zwei Herzensthemen, zu denen ich mich gerne verstärkt einbringen werde.« Diese Aussage steht hier, weil sie einen parteiübergreifenden Subtext hat: Seht her, was man werden kann, auch ohne privilegierte Herkunft und Bildungshintergrund. Zwar waren beim politischen Speed-Dating des Jugendgemeinderates vor der Bundestagswahl im Waiblinger Haus Kandidaten aller Parteien vor Ort bei einer sehr munteren Debatte, aber so explizit wie Juratovic sprach keiner sonst die Nachwuchswähler an. Dass er es mit ihnen ernst meint, zeigte auch sein Verzicht auf den Kreisvorstand der SPD zugunsten von Markus Herrera Torrez (MHT). Wenige Tage später kommen entsprechende Nachrichten auch von Alexander Throm. Der mühsame Marsch durch die Institutionen und den langen Atem, den man braucht, um in der Parteienhierarchie nach oben zu kommen, um es dann, wenn man schon bei Delegiertenwahlen durchs Raster gefallen ist, wieder zu versuchen, sieht er als völlig normal an. Beim Parteitag der SPD am 12. Dezember, als man Martin Schulz noch mal mit über 80 Prozent zum Bundesvorsitzenden wählte, wird »MHT« von Phoenix interviewt. Man sieht: Rhetorische Begabung ist gewiss kein Hindernis auf dem Weg nach oben. Wie er dann im Hanix-Gespräch und in der Frankenbacher Halle vor so vielen Genossen erklärt, warum es von der Juso-Position gegen die GroKo – er war bis vor Kurzem deren Landesvorsitzender – abweicht und dafür stimmen wird, als das Ergebnis eines Denkprozesses darlegt, das hat schon was. Dennoch ist es erfrischend zu sehen, wie sein Nachfolger im Stadt- und Kreisverband, An Tang, für seine Position gegenargumentiert. Markus Herrera Torrez wird seinen Weg nach oben machen, dafür hat er auch einen Vertrauensvorschuss erhalten, als ihn 72 von 87 Delegierten als Kreisvorstand wählten. Und auch im Hanix Nr. 54 linkes Bild (von links): Alexander Throm (CDU), Mitglied des Bundestages und Markus Beil (Junge Union/CDU) rechts Bild (von links): Michael Link (FDP, Mitglied des 28 Bundestages und Alexander Hampo (Junge Liberale/FDP) REGIONALER POLITNACHWUCHS

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Gespräch mit ihm wird klar: Da ist einer, der will Politik machen, will gestalten. Warum er das in der SPD tut, erklärt sich aus seinem Lebenslauf: Sein Elternhaus war in der ehemaligen DDR, er hat mit ihnen aber auch einige Zeit in Südamerika verbracht. Hier lernte man zwangsläufig, was eine Klassengesellschaft, eine nur bedingt funktionierende oder gar abwesende Demokratie bedeutet. Der Eindruck täuscht sicher nicht, dass Josip Juratovic für ihn mehr ist als nur ein Mentor, fast schon Vaterfigur. Bei allen weiteren Gesprächen zeigt sich, dass auch die anderen, die »Gestandenen«, diese Hinwendung zu ihren späteren Nachfolgern durchaus haben und diese auch als hilfreich angenommen wird. Allerdings, die klassische Vorbildfigur in der Politik scheint man nicht mehr zu suchen, dabei müsste man doch gerade hier nicht weit gehen: Theodor Heuss oder Erhard Eppler fallen einem da ein oder auch der knorrig-schlaue Egon Susset, der es als Weingärtner so manchem Akademiker gezeigt hat. Kevin Kühnert, der Juso-Bundesvorsitzende, hat es gezeigt: Ein kluger, unabhängiger – auch von innerparteilichen Denkvorgaben – und mutiger Kopf kann eine ganze Republik aufmischen. Er kommt ja auch nicht aus dem Nichts, auch wenn er wie der Gegenentwurf zu den »Smarties« Sebastian Kurz in Österreich und Emmanuel Macron in Frankreich wirkt. Die Jungpolitiker-Riege vor Ort ist auch nicht unattraktiv, vor allem aber sympathisch. Man muss in diesem Geschäft auch als Person etwas »Gewinnendes« haben – ein Attribut, das man z. B. Benedikt Seyb zuschreiben kann. Womit er Mitmacher gewinnen will, hört sich so an: »Wenn ihr eure Zukunft mitgestalten wollt, seid ihr in Parteien gut aufgehoben«, auch wenn es nicht populär sei, sich zu binden oder zu verpflichten. Er wird mit dieser Erfahrung nicht alleine sein: Am Anfang steht Plakate kleben, sie nach den Wahlen zu entsorgen, sich dabei auch mal beschimpfen zu lassen und eine »Ortsbindung« zu haben. Ein guter Ratschlag: Thomas Strobl hat, solange es rechtlich möglich war, sein Gemeinderatsmandat nicht aufgegeben, Michael Link pendelte zwischen Berlin, Warschau, anderen Hauptstädten und Heilbronn. Dass der Spagat zwischen Berlin und Heilbronn nicht einfach ist, weiß auch der MdB Alexander Throm, dessen Weg nach Berlin zeigt: Nicht alles ist planbar, der Karriereknick nach dem Verlust des Landtagsmandates war nun doch keiner. Aus Berlin ist gerade der Weinsberger Alexander Hampo in das Bürgerbüro der FDP gekommen. Es liegt nicht, wie es für manche naheliegend wäre, im feinen Osten Heilbronns, sondern in Böckingen. Er passt gut in die stylish eingerichteten Räume, die Michael Link u. a. mit Heuss-Porträts ausgestattet hat. Hampo, gerade wiedergewählter Kreisvorstand der FDP, hat seine Lektion Liberalismus nicht nur gelernt, sondern so richtig intus. Mit ihm und Michael Link entspinnt sich ein interessanter Dialog zum Thema »Ideologie oder Werte«. Denn man fragt sich schon: Ist »Ideologie« so ganz aus der Mode gekommen, dafür – und nicht für Werte – gingen doch Generationen vor ihnen noch auf die Straße? Und können Werte, gerade weil sie auch stets einem »Wertewandel« unterworfen sind, das Gerüst ersetzen, das eine gemeinsame ideelle oder eben auch ideologische Basis gibt? Zur Messerattacke auf den syrischen Asylbewerber vor dem Kiliansplatz posteten die Julis auf ihrer Homepage diesen Satz: »Wir, als liberale Organisation, glauben an die Werte des Grundgesetzes und das Prinzip des Rechtsstaates. Es ist jedes Bürgers Pflicht, die Unantastbarkeit der Menschenwürde zu achten. Egal ob deutsch oder nicht: Gewalt muss mit den Mitteln des Rechtsstaates geahndet werden.« Es ist ein Satz, den jeder demokratisch gesinnte Mensch unterschreiben kann. Hampo fragt sich aber auch: »Wie bekommen wir Werte Spenden Sie für kranke Kinder in der Region! Kunst-, Musik- und Reittherapie Erfüllung von Träumen Besuchsdienst und Vorlesepaten Finanzielle Hilfe Kindgerechte Krebsbehandlung Patienten- und Familienbegleitung Einfühlsame Freude Familienhilfe zuhause Betreuung von Geschwistern Verbindung zur Schule www.grosse-hilfe.de Gestaltung: www.hettenbach.de Spendenkonten: Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE 84 6205 0000 0000 0074 43 BIC: HEISDE66XXX Volksbank Heilbronn IBAN: DE13 6209 0100 0390 3900 03 BIC: GENODES1VHN Kapitel 29

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zurück?«, und Michael Link hat schon allein deshalb etwas gegen den Begriff »Ideologie«, weil dieser ein »geschlossenes Weltbild« voraussetzt. Man müsse aber, von der Wirklichkeit ausgehend, ein festes Wertefundament haben. Vielleicht ist der Begriff »Ideologie« auch deshalb nicht mehr en vogue, weil er eben auch Begriffen wie »Nazi« problemlos angehängt werden kann. Dennoch, eine solche Diskussion wäre mit Josip Juratovic und Markus Herrera Torrez anders verlaufen, in der Sozialdemokratie ist die Ideologie des »Sozialismus« das einigende Band, vor allem in ihren klassischen Milieus, und es waren auch ideologische Gegensätze in der Partei, die zur Abspaltung und Gründung neuer Parteien führten. Auch in der Abwägung solcher Begriffe und eben auch Werte können sich junge Menschen definieren und ihren Platz finden. Michael Link lobt bei den Julis deren »ausgeprägte Diskussionskultur«. Die hat er sich in seinen hochrangigen Ämtern natürlich längst angeeignet, sie half wohl auch, als auch über ihn der Shitstorm nach dem Ende der Jamaika-Verhandlungen niederging. Für ein paar Ämter sei die FDP aber nicht billig zu haben gewesen, meinte er. Es klingt bedauernd, wenn er sagt, man hätte auch manche Gemeinsamkeit mit den Grünen wie auch mit der SPD gehabt, z. B. auch für die Legalisierung von Cannabis eintreten können. Beim besagten Speed-Dating war das ein wichtiges Thema. Ein anderes übrigens: Wie man Mobbing auch gesetzlich besser begegnen könne. Der eindringliche Appell der damaligen Jugendgemeinderätin Rita Agirman dazu aber scheint verhallt. Sich dieser Anliegen anzunehmen wäre auch ein Weg, auf dem man junge Menschen für ein politisches Engagement gewinnen könnte. Für Benedikt Seyb war es selbstverständlich, sich bei den Grünen zu engagieren, weil er schon im Elternhaus über grüne Themen diskutierte. Das hat ihn so gestärkt, dass er sich jetzt als »einer von drei Grünen in Cleebronn« nicht so fühlt wie »Kevin allein zu Haus«. Interessant auch, wie es gehen kann, wenn man Nico Weinmann danach fragt, der ja nicht der Partei angehört, die die politische Heimat seines Vaters war: »Mein Vater war überzeugt von der Sozialen Marktwirtschaft und leidenschaftlicher Europäer. Ideale, die ich damals wie heute uneingeschränkt teile. Dennoch wollte ich nach dem Ende seiner Amtszeit als Oberbürgermeister bei der Gemeinderatswahl 1999 nicht in seine parteipolitischen Fußstapfen treten, vielmehr meinen eigenen Weg suchen und finden. Einen Generationenkonflikt habe ich dabei nicht ausgemacht, auch wenn klar war, dass die Interessen, Vorstellungen und Prioritäten unterschiedlich gewertet wurden. Das erachte ich aber durchaus für normal. Kandidiert habe ich dann »neutral« bei den Freien Wählern, um mich dann 2006 für die Freien Demokraten zu entscheiden.« Bei Alexander Hampo war die Initialzündung ein Auftritt von Guido Westerwelle in Heilbronn vor einigen Jahren (im Haus der Zeag), der hatte da als Redner tatsächlich eine Sternstunde. Ein Thema im politschen Diskurs – und nicht nur wenn es um Renten geht – ist ja das »Jung gegen Alt« in der Politik. Dabei bedeutet »jung« noch lange nicht fortschrittlich. Politiker wie Sebastian Kurz in Österreich oder Jens Spahn in Deutschland stehen wieder für einen Konservatismus, den man sich vor zwei Jahrzehnten noch nicht einmal zu formulieren getraut hätte. Der Front National hat bei der Frankreichwahl einen ähnlich hohen Prozentsatz bei Jungwählern errungen wie Sebastian Kurz für die ÖVP. Die europakritische und eher rechte Fünf-Sterne-Partei in Italien hat bei der gerade stattgefundenen Wahl mit 32 Prozent alle anderen hinter sich gelassen, sie ist eine genauso »junge« Bewegung wie Podemos in Spanien, wo besonders deutlich wurde, wie satt die Jungen die Alten haben. Beim Brexit in England stimmten 70 Prozent der Jungen für den Verbleib in der EU, er kam aber, weil nur 36 Prozent von den 18- bis 24-jährigen zur Abstimmung gingen. In Deutschland hatte die AfD bei den jungen Wählern einen Anteil von elf Prozent, also nicht gerade einen großen Stich gemacht – in den alten Bundesländern waren es sieben, in den neuen satte 17 Prozent. »Das Sein bestimmt das Bewusstsein«, das wusste schon Karl Marx. Und wäre es nach den Jungwählern gegangen, wäre die FDP drittstärkste Partei geworden. Mitentscheidend waren der »junge« Wahlkampf von Christian Lindner mit den coolen Schwarz-Weiß-Fotos und auch dessen Präsenz und Auftritt in den sozialen Medien. Die Erklärung für diesen Erfolg der FDP bei den unter 30-Jährigen sieht der Politologe Prof. Dr. Stefan Marschall von der Universität Düsseldorf darin, dass sich die Partei in ihrem Wahlkampf speziell an junge Leute gerichtet hat: »Die FDP hat sich einen jugendlichen Anstrich gegeben. Nicht nur mit der modernen Optik der Wahlwerbung, sondern auch mit dem Thema der Digitalisierung. Die jungen Menschen hätten das Gefühl gehabt, dass hier über die Zukunft verhandelt wird und nicht über die Vergangenheit.« Das Fazit daraus kann ja nur heißen: Junge Menschen bestimmen mit, die Ausrede, dass »die Alten« sowieso alles unter sich ausmachen, trifft es nicht. Man kann gespannt sein, wie das in Heilbronn laufen wird, wenn im nächsten Jahr hier nicht nur die BUGA stattfindet, sondern auch Kommunalwahlen sind. OB Harry Mergel hatte 2014 einen Teil seines Wahlkampfes schon über Facebook und Internet bestritten. Sein Gegenkandidat Martin Diepgen war zwar auch im Netz präsent, aber mit seinem eher bieder-verlässlichen Auftritt erreichte er die Social Media-Nutzer kaum. Josip Juratovic war bei der Bundestagswahl 2017 der einzige Kandidat, der eine gezielte Ansprache auch an die Jungwähler richtete, mit einem Foto von sich im ersten Wahlalter, aber in einem Land, wo es keine freien Wahlen gab. OB Mergel sagte unmittelbar nach seiner Wahl zum OB, dass ihn die geringe Wahlbeteiligung nicht nur als solche (39 Prozent), sondern vor allem auch die der Erst- und Jungwähler betroffen gemacht habe und dass er das als Herausforderung sehe. Aber was ist seither geschehen? Kann man nur darauf setzen, dass z. B. jetzt junge Nachwuchspolitiker auf den Listen von jungen Wählern – wenn es bei dieser Wahlbeteiligung bleibt – genügend Stimmen erhalten, um angemessen im Gemeinderat vertreten zu sein? Kommunalpolitik ist nicht nur die Hanix Nr. 54 Von links: Susanne Bay (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied 30 des Landtages und Benedikt Seyb (Grüne Jugend) REGIONALER POLITNACHWUCHS

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Übungswiese für spätere größere Aufgaben, sie ist die Politik, die sich am meisten, am direktesten und am spürbarsten auf das Leben jedes Einzelnen auswirkt – man sagt, mit einem Anteil von 80 Prozent, bezogen auf alle politischen Entscheidungen. Hier lernt man die Notwendigkeit der Bürgernähe, das kleine Einmaleins des Durchsetzens und der Kompromisse wie auch die Folgen von Entscheidungen. Wenn jetzt im Herbst die Parteien ihre Listen für die Gemeinderatswahl aufstellen, steht vor allem bei CDU- und der SPD-Fraktion ein Generationenwechsel an – mit der Frage: Erfahrung gegen jugendlichen Schwung, Machbarkeit gegen Utopie? Und mit welcher Transparenz wird das geschehen? Wenn das Wort von den »Hinterzimmern, in denen gemauschelt wird« den Anschein von Berechtigung hat, dann leider immer noch für die Aufstellung der Kandidatenlisten. Hier haben die Parteien unterschiedliche Verfahren, da geht es auch um Proporz, um Stadtteilzugehörigkeit, Standing in der Partei und es menschelt auch. Erst wenn diese Kandidatenauswahl feststeht, werden die Listenplätze – und damit die Chancen – im Wahlverfahren vergeben. Benedikt Seyb, Alexander Hampo und Markus Beil können sich eine Kandidatur für die Gemeinderäte ihres Wohnortes durchaus vorstellen. Markus Beil wird, davon ist auszugehen, einen guten Listenplatz bei der hiesigen CDU bekommen. Die Ambitionen von Markus Herrero Torrez sind eher andere. Dabei sei daran erinnert, dass Thomas Strobl, von dem man seit seiner Zeit in der Schülerunion schon ahnte, dass er Berufspolitiker werden wollte und würde, erst im dritten Anlauf (noch als Mitglied der Jungen Union) in den Gemeinderat kam, dessen »Stimmenkönig« er dann wurde. Auch Alexander Throm und etlichen weiteren gelang nicht auf Anhieb der Einzug ins Rathaus. Auch hier gilt: Der lange Marsch durch die Institutionen muss akzeptiert werden, man braucht in der Politik nicht nur ein Rückgrat und Standvermögen, sondern auch Sitzfleisch als eine der Grundvoraussetzungen für ein anständiges Weiterkommen. »Wir brauchen die Herausforderung der jungen Generation, sonst würden uns die Füße einschlafen« – dieses Zitat von Willy Brandt hat sich Markus Herrera Torrez angeeignet. Die frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis, fügte noch eine andere notwendige Eigenschaft für Frauen in der Politik hinzu: »Eine starke Blase!« Aber ein dickes Fell braucht man manchmal doch. Sehr gut weiß das Susanne Bay, die eine ziemlich rasche Karriere gemacht hat. Der Preis dafür sei, oft bis an die Grenzen der physischen Belastbarkeit zu gehen – und auch der psychischen, z. B. wenn wegen einer Diätenerhöhung mal wieder ein Shitstorm über die Parlamentarier hereinbricht, so wie ihn die Grünen im letzten Jahr erlebten. Dabei ist noch keiner, auch nicht die Bundeskanzlerin oder ein Bundespräsident in der Politik reich geworden (manche aber danach!). Die Aufwandsentschädigungen, die man z. B. als Gemeinderat in Heilbronn erhält, sind so ausgestattet, dass sie, legt man den Zeitaufwand zugrunde, beim Putzen ein Vielfaches verdienen würden und das dann auch neidlos. Es ist klar, finanzielle Absicherung ist kein Motiv für ein Engagement oder den Gang in die Politik. Alexander Hampo studiert im zweiten Semester Jura in Würzburg, Markus Beil hat nach dem Abi am RMG (2010) ebenfalls in Würzburg Jura studiert und dort mit dem 1. Staatsexamen abgeschlossen. Das sieht fast so aus, als sei ein solches Studium nicht nur wirtschaftliche Absicherung, sondern Voraussetzung für ein Politikerdasein, dafür stehen Namen wie Strobl, Throm, Kapitel 31

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Weinmann. Ist aber nicht so. Genauso »hilfreich« ist es, wenn man Sprachen studiert hat wie Michael Link oder wie SPD-MdL Rainer Hinderer und Susanne Bay aus dem Sozialbereich kommt. Sie leitete lange vor dem Gang in die Politik die Verwaltung der Offenen Hilfe, einer ambulanten Hilfe für Menschen mit geistigem Handicap – auch als Mutter zweier Töchter. Marcus Herrera Torrez hat sein Abitur 2007 am Hölderlin-Gymnasium in Lauffen gemacht (wurde schon ein Jahr zuvor Mitglied der Jusos), 2011 folgte der Bachelor in Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Mannheim und gleichzeitig dann auch der Master in Geschichte und Öffentlichkeitsarbeit. Er, wie auch Benedikt Seyb und Alexander Hampo konnten im »learning by doing« als studentische Mitarbeiter ihrer Abgeordneten Erfahrungen sammeln, die keine Uni vermittelt. Wie Markus Beil seine Motivation für ein politisches Engagement beschreibt, das klingt sehr ähnlich wie bei Seyb, Hampo und Herrero Torrez: Verantwortung übernehmen, etwas gestalten, etwas bewegen. Die Junge Union sei bis zum Mauerfall noch auf den Ost-West- und den Rechts-Links-Konflikt thematisch festgelegt gewesen, das sei jetzt anders geworden. Tatsächlich gibt es ein breiteres gemeinsames Wertefundament, als der Tagesdiskurs vermuten lässt. Benedikt Seyb lobt da z. B. »Rede und Gegenrede« als »politisches Prinzip«, wie es das sonst so bei keiner anderen Partei gebe, dazu den Mut, auch unpopuläre Vorschläge zu machen. Er hat seine Partei als eine erfahren, die Platz biete für jedes Talent. Diesen Anspruch werden wohl auch die anderen für sich reklamieren, so wie umgekehrt das, was Alexander Hampo meint, wenn er sagt, es gehe ihm darum, das politische System der Bundesrepublik aufrecht zu erhalten – es gibt ja nicht wenige, die die Demokratie als überlebt sehen, die Parteien als vom Grundgesetz bestimmte Träger des politischen Willens gerne ablösen würden durch Bürgerinitiativen und -befragungen – oder noch schlimmer, durch »Bewegungen« ungeachtet des Stellenwertes, den dieser Begriff in der deutschen Geschichte seit der Nazizeit hat. Michael Link drückt das so aus: Das Spektrum der Parteien sei groß genug, damit sich jeder darin wiederfinden könne, es gebe genug Alternativen für Demokraten, eine Alternative für Deutschland brauche man nicht. Man kann auch die jungen Politiker daran messen, wie sie den Verlockungen des Populismus widerstehen werden. In diesen Tagen ist in Heilbronn ein frisch gewählter Jugendgemeinderat für zwei Jahre verpflichtet worden. Für die 20 Sitze haben 43 junge Schülerinnen und Schüler kandidiert (beim letzten Mal waren es noch 53). Stimmberechtigt waren 4.856 Schüler von 29 Schulen, die Wahlbeteiligung lag bei knapp 55 Prozent. Geändert hat sich ein bisher ausgewogenes Geschlechterverhältnis: 15 Mädchen sind jetzt Jugendgemeinderätinnen. Die meisten Stimmen erhielt Mehmet Can (1.401) gefolgt von Afranur Polat (1.178), Albina Hebibi (1.129), Antonia Bauer (1.042) und Besarta Hajra (1.023). Die Namen zeigen: Ein großer Anteil der zwanzig hat einen Migrationshintergrund. Wenn sie zusammen mit dem Gemeinderat tagen oder hier Bericht erstatten, dann fällt auf, wie sehr sie sich an Formen und ans Protokoll halten und damit gegenüber dem Gemeinderat ein gutes Beispiel abgeben. Dessen immer mehr zunehmendere Geschwätzigkeit, die jede Debatte mit einem Klangteppich von Gemurmel »garniert«, setzen sie das Zuhören entgegen. Immer wieder trifft man auf junge Gemeinderäte, deren politisches Talent unübersehbar ist wie z. B. bei Jakob Dongus oder Rita Agirman oder Lisa Roth, die gerade wiedergewählt wurde. Für die CDU-Fraktion ist Stadtrat Thomas Aurich der Ansprechpartner für den Jugendgemeinderat. Er sagt: »Die Jugend ist die Zukunft unserer Stadt. Sie müssen diese zu der ihren machen und sich einbringen, das wünschen wir uns. Was sie durchsetzen, macht uns auch als Hochschulstadt attraktiv. Die Themen der jungen Räte sind auch Themen der Studierenden. Kultur, Sport, Neckar, Gastronomie u. a. Die Zahl der Studienbewerber geht zurück. Der Studierende von heute fragt Lebensqualität außerhalb des Studiums nach. Ich bin seit 1998 dabei, begleite Anträge und unterstütze sie, wo ich kann, z. B. auch durch die Zuarbeit unserer Studenten wie beim Nachtbus, der Aktion ›Sicheres Nightlife und sichere Gastronomie‹.« Seine Erfahrungen sieht er so: »Für junge Menschen ist die Situation zwischen Schule und Ehrenamt nicht einfach. Ich denke, da gibt es zeitliche Engpässe und Hemmschwellen. Letztere abzubauen ist auch Aufgabe von uns älteren Räten.« Als Erfolge des Jugendgemeinderates zählt er den neuen Standort für das Hip Island, das Basketballfeld und die Integration von Flüchtlingen auf der BUGA. Wäre es da nicht sinnvoll, dem Jugendgemeinderat mehr Kompetenzen und Einfluss zu geben oder ist er nur die »Spielwiese« der Kommunalpolitik? Aurich sagt, Kompetenzen gäben Verwaltung und Gemeinderat sehr wohl. Wichtig sei es, dass der Jugendgemeinderat immer mit seinem kompletten Vorstand auftrete und Themen einfordere. Fraktionsübergreifend sei seine Wahrnehmung, dass dann auch Anträge der Gemeinderäte zur Unterstützung der jungen Räte folgen: »Dieses Instrument kann viel besser bespielt werden.« Aurich nimmt aber auch ein sinkendes Interesse wahr: »Freizeit, Freunde und Leben haben heute einen höheren Stellenwert als noch unter Lena Mareike Carius, Yvonne Sobotko, Jakob Dongus, Laura Zuric, Osman Cakir oder Patrick Kuhn, um nur einige exemplarisch zu nennen«. Sein Fazit: »Die Jungen laufen schneller, die Alten kennen die Abkürzungen. Gemeinsam können wir ein Heilbronn gestalten, dass die Stadt nach dem Studium zur Rückkehr einlädt oder Studierende an den Standort Heilbronn bringt. Wer, wenn nicht der Jugendgemeinderat, soll uns den Weg aufzeigen? Das Instrument Jugendgemeinderat hält uns zukunftsfähig.« Und dann erzählt er eine Anekdote, die einen guten Schlusspunkt setzt: »Innenminister Thomas Strobl hatte mir einmal erzählt, dass er als JU-Vorsitzender die Schilder ›Willkommen in Baden-Württemberg‹ an den Autobahnen durchsetzte und er freue sich bis heute, wenn er daran vorbeifährt.« Dinge, einmal durchgesetzt, sind auch Denkmale der eigenen Arbeit.◆ Hanix Nr. 54 Von links: Josip Juratovic (SPD), Mitglied des 32 Bundestages und Markus Herrara Torrez (Jusos/SPD) REGIONALER POLITNACHWUCHS

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Hanix Nr. 54 Kapitel 33

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Wenn sich Macher und Meinungsführer in so großer Anzahl Zeit nehmen, um sich am selben Ort einzufinden und sich über ein Thema zu informieren, muss es sich um eines handeln, das weit über die Tagesaktualität hinausgeht. Allein die Teilnehmerliste am »Forum Schwarmstadt Heilbronn – Potenziale und Impulse durch innovative Stadtentwicklung«, zu dem die DHBW Heilbronn und Hanix eingeladen hatten, liest sich wie ein Who-is-Who von Heilbronn. Hat sie am Ende der Schrecken hergetrieben? War es die schiere Schulnote »3,2«, die auf dem Titel der 52. Hanix-Ausgabe prangte? Sagte doch einer der Teilnehmer zu einem anderen: »Wenn wir die Zahlen nicht vorher gekannt hätten, wären wir jetzt böse erschrocken!« Von Brigitte Fritz-Kador, Fotos: Ulla Kühnle Zielstellung: Mindestens eine 2,0 für Heilbronn Macher und Ermöglicher des Forums »Schwarmstadt Heilbronn«: V. l. n. r.: Prof. Dr. Nicole Graf (Rektorin DHBW Heilbronn), Initiator Robert Mucha (Hanix-Magazin), Studienleiterin Prof. Dr. Yvonne Zajontz ( DHBW Heilbronn), Moderatorin Susan Barth (Hochschule Heilbronn) und Prof. Dr. Reinhold Geilsdörfer (Geschäftsführer Dieter Schwarz Stiftung) Hanix Nr. 54 Um zwei Dinge vorwegzunehmen – erstens: Die Gender-Gerechtigkeit gebietet zu erwähnen, dass sich die Zahl der Teilnehmer ziemlich »gerecht« durch beide Geschlechter teilen lässt – und zweitens: Die Stimmung war klasse, Erkenntnisprozesse müssen nicht zwangsläufig wehtun. Sie sollen und müssen gut tun. Die Intention, Heilbronn zur Schwarmstadt zu machen (alles dazu in Hanix-Ausgabe Nr. 52!) setzt u. a. voraus, dafür erst mal das Terrain zu sondieren. Zur Erinnerung: Im Rahmen eines kooperativen Forschungsprojekts zwischen Hanix und der DHBW Heilbronn unter Prof. Dr. Yvonne Zajontz, Studiengangsleiterin der DHBW Heilbronn und »Marktforscherin aus Leidenschaft«, wurden 1089 Heilbronner und Bewohner des Landkreises detailliert dazu befragt, wie sie Heilbronn sehen, was ihnen gefällt, was ihnen mißfällt, was sie von der Stadt erwarten, um hier zu bleiben. Es war ein wissenschaftlich fundiert ausgearbeiteter Fragenkatalog, aus dem sich – benotet, wie in der Schule – eine Bewertung von 3,2 ergab. »Eine Durchschnittsnote bezogen auf die Gesamtzufriedenheit mit der Stadt von 3,2 hält keine Absolventen mit einem Schnitt von 1,0 in Heilbronn und man wird sich auch schwertun, die 1,0-Professoren nach Heilbronn zu lotsen«, sagt dazu Robert Mucha, Chefredakteur des Hanix-Magazins, Anreger der Studie und Mitveranstalter bei der Vorstellung der Ergebnisse. 34 POLITIK UND GESELLSCHAFT

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Hanix Nr. 54 Manchen ist dieses Mittelmaß mit Ansage gehörig in die Knochen gefahren, andere wollen es nicht wahrhaben, bzw. sich ihre Sicht auf Heilbronn dadurch nicht eintrüben lassen. Viele aber sahen sich gerade dadurch motiviert. Zugehört haben rund 80 Vertreter der Stadtverwaltung, des Gemeinderats, der Wirtschaft, der Bildung und der Bürgerschaft. Ja, es kamen auch Zahlen auf den Tisch, die das Zeug zum Aufreger haben – aber auch das Potenzial, die Aufgaben umzusetzen, die hinter den Ergebnissen zum Vorschein kommen. Man muss Heilbronn nicht auf die Beine bringen, aber vielleicht doch zum Fliegen, bzw. zum »Schwärmen«, um die jungen Menschen anzulocken und dann nicht zu verlieren, ohne deren Potenzial sich die Stadt von ihrer Zukunft verabschieden würde. Sollte das die kollektive Erkenntnis der Anwesenden gewesen sein, ist viel gewonnen und eines steht auch schon fest: Prof. Yvonne Zajontz von der DHBW Heilbronn und Robert Mucha mit Hanix bleiben nicht bei der Diagnose, und dass »Wahrheit eine bittere Medizin ist«, wie das Stichwort sagt. Ihnen geht es darum, mit der Therapie zu beginnen, damit die Besserung eintritt. Yvonne Zajontz verspricht: »Das Projekt geht weiter. Auf unserer Liste (der Interessierten am Fortgang für die »Schwarmstadt Heilbronn«) haben sich viele der Teilnehmer eingetragen.« Und auch Mucha ist optimistisch: »Es gibt viele Ansatzpunkte, Programme zu entwickeln«. Für den Moment wünscht er sich mehr Begegnungsstätten, unkompliziertere Prozesse und vor allem mehr Anerkennung für die Kreativen der Stadt. Das gemeinsame Ziel: »Mindestens eine 2,0 für Heilbronn.« Was die Aufmerksamen, die Kreativen, diejenigen, die die Liebe zu Heilbronn nicht blind macht, schon verinnerlicht haben: Heilbronn hat Lücken, Nachholbedarf, es fehlen Räume und Formate für ein pulsierendes Stadtleben. Wenn man bedenkt, wie lange es von der Vision der »Gastromeile« am Neckar bis zu ihrer Realisierung gedauert hat – annähernd zwei Jahrzehnte – könnte einem bange werden. Für deren Antreiber, Thomas Aurich, muss es »ein innerer Reichsparteitag« gewesen sein, so eine Teilnehmerin, als diese beispielhaft für das genannt wurde, was sich junge Menschen u. a. an Aufenthaltsqualität wünschen – und was am Ende auch in Heilbronn möglich ist. Käme dann noch die in etlichen Köpfen vorhandene Vision einer Kulturachse vom Bildungscampus über die experimenta bis hin zum Theater hinzu oder eine Achse wie das von Mucha vorgeschlagene Szene- und Alternativviertel aus Kneipen, Unterhaltung, Musik in der Bahnhofsvorstadt (da gibt es ja schon mehr als nur hoffnungsvolle Ansätze und auch das städtebauliche Umfeld), dann würde das den Notendurchschnitt schon erheblich erhöhen. Reinhold Geilsdörfer, Geschäftsführer der Dieter-Schwarz- Stiftung, sagte bei der Begrüßung der Gäste, die DSS habe die Studie mitgetragen, nicht nur, weil man Yvonne Zajontz ja sowieso nichts abschlagen könne, es gehe vor allem auch darum, Heilbronn zukunftsfest zu machen. Dazu gehörten auch die Faktoren Kultur und kreative Dienstleistungen. Geilsdörfer nannte sie in diesem Zusammenhang auch für die künftige Nutzung der dem Bildungscampus benachbarten Wagenhallen als Start-up-Zentrum nach dem Muster der TU München, die ab nächstem Semester eine »Filiale« auf dem Bildungscampus haben wird. Zukunft, Dynamik, Niveau einer Stadt verbunden mit überregionaler Imagesteigerung zählte er als Voraussetzungen auf – und: »Das Projekt Schwarmstadt ist für Heilbronn von ganz großer Bedeutung«. Vielleicht muss man in gewisser Zeit dann auch nicht mehr neidisch werden auf das, was Mannheim vorgelebt und vorgetan hat? Dr. Matthias Rauch, Leiter der kulturellen Stadtentwicklung von Mannheim, schilderte in seinem Impulsvortrag deren diesbezügliche Entwicklung als einen langfristigen Prozess, schon 2001 eingeleitet. Gut, dass es dafür keine Vergleichsparameter mit Heilbronn gibt, man mag sich die Zeugnisnote hierfür lieber nicht vorstellen. Als man in Mannheim am Anfang des Prozesses in dem nämlichen Jahr als erste Stadt einen »Rock-und-Pop-Beauftragten« einsetzte, wurde man zunächst belächelt, auch noch zwei Jahre später, als es in Mannheim die »Pop Academy« mit anfangs 30 Master- und 60 Bachelorstudenten gab. So ein Unterfangen zu starten, in einer für gerade diese Branche (Musikwirtschaft) so schwierigen Zeit? Die geradezu beispielhafte Aufwärtsentwicklung mit Start-ups im Musikgeschäft begann auf von der Stadt zur Verfügung gestellten 28.000 Quadratmetern – Voraussetzung auch für Networking und Clusterbildung war die angesiedelte Gastronomie. Spätestens ab 2007 konnte sich Mannheim als kulturell-kreative Stadt definieren, auch – und dies betonte Rauch mehrfach – weil man dafür die unbedingte unterstützende Mitwirkung des OB hatte. Heute steht keine Stadt in Deutschland so explizit und anerkannt für die Musikwirtschaft wie Mannheim, mit einer Internationalisierung, die Kreative von immer weiter her anzieht und neue Felder erobert, z. B. bis in die Mode oder mit Forschungsprojekten im Bereich Medizin zusammen mit der Universität und dem Frauenhofer Ins- Kapitel 35

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titut. Welche Wirkung hat Musik in der onkologischen Ambulanz oder im OP, wie lässt sie sich hier positiv einsetzen? Und wie kann man u. a. mit ihrer Hilfe und am Anfang mit nur einem einzigen Instrument in prekären Stadtbezirken ein soziales und klassenloses Miteinander herstellen? Es sind die Mannheimer, die dann auch mal zu 30.000 an einem »kulturellen Nachtwandel« teilnehmen. Auf Nachfrage sagt Matthias Rauch, dass von Anfang an bis heute etwa 50 bis 60 Millionen Euro in diese Projekte geflossen sind. Die Stadt Mannheim hat das nicht arm gemacht, ein signifikanter Teil wurde über Drittmittel, z. B. über EU-Programme generiert. Warum war es Musik in Mannheim? Susan Barth (Gründungsund Innovationskultur Hochschule Heilbronn), die die Veranstaltung klug moderierte, erinnerte an die Musiktradition der Stadt. Sie war ja schon »Schwarmstadt« zu Mozarts Zeiten, der kam in die Kurpfalz, angezogen von den Komponisten der »Mannheimer Schule«, um zu lernen. Dass er da auch seine Frau(en) fand, tat dem Aufenthalt keinen Abbruch. Es hat keiner der Anwesenden gesagt, aber gedacht haben es manche: Allein ein Zurückdenken in der Heilbronner Industriegeschichte zeigte Potenziale genug, damit sich Heilbronn auch so aufstellen könnte. Aber die Strecke wird lang. Voraussetzung ist aber, sich überhaupt auf den Weg zu machen, zusammen mit der DHBW, Hanix und den Mitstreitern, von der Schwarz-Stiftung bis hinein in die freie Szene und den Bildungsinstitutionen und vor allem auch auf dem Rathaus. Prof. Nicole Graf, Rektorin der DHBW, hatte sich bei der Begrüßung ja schon gefreut: »Man könnte hier und jetzt eine Gemeinderatssitzung abhalten.« Zahlreich waren Mitglieder des Gemeinderates anwesend. Die DHBW Heilbronn sei seit ihrer Gründung Motor für Veränderungen: Das Forum »Schwarmstadt Heilbronn« bilde den Höhepunkt in einer langen Reihe von Projekten von »Heilbronn 2023« bis hin zu Themen wie Sport, Integration, Weindorf usw.: »Kultur und Kreativität sind kein Luxus für eine Stadt, sondern notwendig, um Führungsnachwuchs an Heilbronn zu binden«, so Graf. Die Zauberworte dafür hatte der Mannheimer Rauch schon am Anfang genannt: Interdisziplinäre Kooperationen und die »Notwendigkeit des Subversiven«. Rauch bezeichnet sich und seinen Job als Vermittler zwischen den einzelnen Akteuren, als jemand, der immer wieder das Silo-Denken aufbricht und neue Ufer sucht. Er hat es dabei einfacher als z. B. Karin Schüttler, Leiterin des Schul-, Kultur und Sportamts in Heilbronn. Rauch stehen über 15 Mitarbeiter zur Seite, die sich, gebündelt in einer Stabstelle, ausschließlich um die Optimierung der Förderstrukturen und die Förderung der Kulturund Kreativwirtschaft und deren Akteure kümmert. In Heilbronn sind es insgesamt 3,5 Stellen bei der Wirtschaftsförderung und im Kulturamt. Immerhin gibt es auch etwas Grund für Optimismus: Die Stadt erarbeitet gerade eine neue Kulturkonzeption und die wird nicht dazu dienen, den Status quo zu festigen. Aber wie viel von den Erkenntnissen und den Anregungen aus der Studie wird da mit einfließen? Dr. Yvonne Pröbstle, deren Agentur Kulturgold die Konzeption erarbeitet, konnte ihren Vortrag – es war die Grippe – dazu, was in Heilbronn noch alles möglich ist, nicht halten, aber sicher wird man davon hören. Zu Beginn der Veranstaltung hatte es Yvonne Zajontz dem Auditorium nicht erspart, die Abfrageergebnisse mit den definierten Mankos ebenso im Detail aufzuzeigen wie auch Pluspunkte und Ansatzpunkte: Sei es beim Nahverkehr, bei der Wohnsituation oder beim Stadtbild. Ohne dieses Zahlenwerk sollte man die Zukunft Heilbronns nicht planen, in den Amtstuben nicht und auch nicht in der Wirtschaft. Ungefähr 2.000 Jugendliche und junge Erwachsene verlassen nach ihrem (Hoch-)Schulabschluss Heilbronn. Das sind zu viele. Sie zu halten wird auch dem besten Bildungsangebot der »Universitätsstadt Heilbronn« und dem Angebot an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen im Gewerbe, Handel und Industrie allein nicht gelingen. Sie wollen, was die Studie bestätigte und die Kreativwirtschaft schon lange ahnte: ein pulsierendes Stadtleben mit individuellen Treffpunkten, Läden und Gastro-Betrieben, einem auch auf sie abgestimmten Kultur- und Freizeitangebot. Dafür müsse man »Energie raustragen (!)« sagt Yvonne Zajontz und dafür lohne es sich »Herz, Hirn und Geld zu investieren«. ◆ Teilnehmerliste (Auszug): Prof. Dr. Tomás Bayón (GGS), Daniel Schütt (Popbüro Heilbronn- Franken), Dr. Matthia Löbke (Kunstverein Heilbronn), Karin Schüttler (Schul-, Kultur- und Sportamt), Thomas Aurich (Gastrotreuhand), Susanne Villinger (Agentur Nordstadt ), Axel Krauss (Venture Forum Neckar), Steffen Schoch (Heilbronn Marketing GmbH), Thomas Schick (Heilbronn Bürgerstiftung), Prof. Dr. Joachim Cyran (Stadtrat CDU), Birgit Brenner (Stadträtin Bunte Liste), Tanja Sagassar-Beil (Stadträtin SPD), Karl-Heinz Kimmerle (Stadtrat Bündis 90/DIE GRÜNEN), Heiner Dörner (Stadtrat Freie Wähler), Nico Weinmann (MdL FDP), Silke Lohmiller (Dieter Schwarz Stiftung), Prof. Reinhold Geilsdörfer (Dieter Schwarz Stiftung), Florian Baasch (Stabsstelle Strategieentwicklung und Zukunftsfragen), Stefan Ernesti (Leitung Stabsstelle Wirtschaftsförderung), Bernd Billek (Stadtsiedlung Heilbronn), Nadja Höckel (Porsche Zentrum Heilbronn), Hartmut Seitz-Bay (Offene Hilfen Heilbronn), Philipp Konstantin Kionka (Wohnraum Heilbronn), Dr. Anton Knittel (Pressestelle der Stadt Heilbronn), Rainer Hinderer (MdL SPD), Carsten Lohmüller (Delta Medien Service), Ralf Klenk (Große Hilfe für kleine Helden), Prof. Dr.-Ing. Oliver Lenzen (Hochschule Heilbronn), Micha Andree (andree. gesellschaft für kommunikation und design), Prof. Dr. Nicole Graf (DHBW Heilbronn), Bärbel Kistner (Heilbronner Stimme) Hanix Nr. 54 36 FORUM SCHWARMSTADT

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„Ich habe heute schon ein wildes Biest gezähmt!“ Moritz (26), Student Hanix Nr. 54 ALLES IST MÖGLICH. IM TEAM DER EXPERIMENTA! Bewerben Sie sich jetzt für einen Job auf 450-Euro- Basis für unseren Besucherservice. Werden Sie Teil von Deutschlands größtem Science Center. www.alles-ist-moeglich.science Kapitel 37

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»Bands von überall und das auf’m Dorf! In Bonfeld! Das find ich einfach genial!« Fernanda Pereira kommt aus Nordheim. Die gebürtige Portugiesin ist Stammgast beim blacksheep- Festival und wie Fans und teilnehmende Künstler überzeugt: blacksheep trägt das Prädikat »best festival ever« absolut zu Recht. Für das 5. blacksheep-Festival von 7. bis 9. Juni, bei dem 19 national wie international erfolgreiche Bands erwartet werden, hat der Vorverkauf begonnen. Von Leonore Welzin, Foto: Michaela Keicher Blacksheep geht in die fünfte Runde Große Namen wie Passenger aka Mike Rosenberg, Frontm3n, Wishbone Ash, Stefanie Heinzmann, die Levellers, die Oysterband, Gotthard und Mighty Oaks treffen auf große Talente wie Hanne Kah, The Band of Heathens, das Sean-Koch- Trio, Brother Dege oder Marc Broussard. Keywest, der Publikumsliebling von 2016, kommt zurück. Beliebte Festivalbands wie Django3000 oder Mrs. Greenbird sorgen an drei frühsommerlichen Tagen für Partystimmung. Das Programm ist jünger als bisher. Es wird abgerundet durch einen Kids- und Juniorclub und durch ein bezauberndes Rahmenprogramm. Zu den Trümpfen des blacksheep-Festivals gehört das wunderschöne Gelände samt Park und Schloss ebenso wie drei Bühnen, die deftige Bewirtung und ein buntes Völkchen, das zu handgemachtem Folk, Pop und Rock gerne mitsingt, klatscht und tanzt – oder entspannt. Insgesamt bietet Bonfeld eine tolle Atmosphäre, die bei Regen einen Hauch von Woodstock vermittelt und bei sommerlichem Wetter ein Open-Air-Eldorado ist, auch für Fotografen. Neu in diesem Jahr ist eine Chill-Zone, die Villa Habana, im Schlosspark. Wie der Name vermuten lässt, lädt dieser Bereich mit karibischem Flair zum Relaxen ein. Neben einem Premium-Angebot an Zigarren wird es dort Rum aus aller Welt, leckere Cocktails, Burger, Weine und ganz besondere Biere geben. Unter anderem das exklusive blacksheep Stout und das Bundaberg, Ginger Brew, ein neues alkoholfreies Ingwer-Getränk aus Australien. Die größte Veränderung in diesem Jahr ist die Verlegung des Festival-Donnerstags von der Innenhof- auf die Kornspeicherbühne. Mit Frontm3n hat das Festival eine Legende, die derzeit, egal wo sie auftritt, für ausverkaufte Häuser sorgt. »Wir bringen vor der Kornspeicherbühne mehr Leute unter und können dort für diesen ruhigeren Act Sitzplätze anbieten«, so Ulrike Plapp-Schirmer, Pressereferentin der Kulturinitiative blacksheep. Jedes Jahr stemmt ein Teil der 260 Ehrenamtlichen der Kulturinitiative dieses Riesenprojekt. »Veranstaltungen wie die Organisation des Festivals fordern seinen Tribut. Und so zieht sich der Spiritus Rektor Franz Koroknay nach 18 großartigen Festivals zurück. Das Booking übernehmen künftig Janina Zeller sowie Julia Schneider, zwei junge Frauen, die mit Folk im Schlosshof und blacksheep groß geworden sind, und schon heute über ein beneidenswertes Know-how und gute Kontakte zur Musikszene verfügen«, erklärt Plapp-Schirmer. Selbstverständlich bleibt Franz Koroknay aktives Mitglied. Seine Aufgaben wurden auf sieben einzelne Bereichsleiter umgelegt. Altersbedingt werden in Zukunft weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausscheiden. »Die Verjüngung im Team bleibt also Dauerthema«, sagt Plapp-Schirmer: »Jeder ist gefordert, nach Mitstreitern Ausschau zu halten. Wir verstehen uns als eine offene Initiative, bei der man sich engagieren kann. Allerdings darf man die Aufgabe nicht unterschätzen. Mit einmal Bier zapfen ist es nicht getan«. Das Gelände soll 2018 noch stimmungsvoller ausgeleuchtet werden und die Zahl der Food-Stände soll erhöht werden. Die Vorfreude der Musiker auf das Festival ist so groß, dass die eine oder andere Band plant, Special Guests mit nach Bonfeld zu bringen. »Wir mussten schon einige Zimmer nachordern und es sieht so aus, als ob Überraschungsgäste auftauchen werden«, verrät Janina Zeller, die fürs Booking zuständig ist. ◆ Alles Weitere auf www.blacksheep-kultur.de KULTUR Hanix Nr. 54

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»Tanz! Heilbronn« heißt es vom 16. bis 21. Mai zum zehnten Mal. Im Großen Haus des Theaters eröffnet das Tanz-Festival mit »Out of joint«, einer bemerkenswerten Koproduktion zweier Choreografen: Helge Letonja aus Bremen und Gregory Maqoma aus Johannesburg. Von Leonore Welzin, Foto: Marianne Menke Hanix Nr. 54 Die Zeit ist aus den Fugen »If you poison me, I will die! If I kiss you ... If you touch me ...« rufen sich Tänzerinnen und Tänzer zu. Der Tanz ist mündig geworden. Das dokumentiert in besonderer Weise das Tanzprojekt »Out of joint«. Angelehnt an Shakespeares Hamlet-Zitat »time is out of joint«, »Die Zeit ist aus den Fugen«, treffen drei Tänzer aus Deutschlands Norden auf drei Tänzer aus Südafrika. Quasi ein Partnertausch, bei dem die beiden Choreografen mit der Gruppe des jeweils anderen proben, um die Arbeitsergebnisse schließlich zu einem Ganzen zusammenzufügen. Der Choreograf, Tänzer und Festivalkurator Helge Letonja studiert Ballett und zeitgenössischen Tanz in Amsterdam und New York. Er tanzt u. a. an der Oper Graz, bei Jan Fabre in Belgien, dem Montréal Danse und am Tanztheater Bremen. 1996 gründet er das Steptext Dance Project, dessen künstlerischer Leiter er ist. Gregory Maqoma aus Soweto beginnt seine Tanzausbildung in Südafrika. Er vertieft und erweitert sie mit einem Stipendium in Belgien, bei den renommierten Performing Arts Research and Training Studios (P.A.R.T.S.) unter Anne Teresa de Keersmaeker. 1999 gründet er das Vuyani Dance Theatre in Johannesburg, das seit 2003 feste Spielstätte, Produktions- und KULTUR Ausbildungszentrum für professionellen zeitgenössischen Tanz ist. Letonja und Maqoma haben sich beim Festival Africtions (2014) kennengelernt. »Out of joint« ist ihre erste Kollaboration. Sie nimmt zu politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen Stellung. Dabei werden innerhalb tänzerischer Formen und Ausdrucksweisen Grenzen ausgelotet und »der Tanz in Facetten, Räumen und Formen außerhalb üblicher Sehgewohnheiten erlebbar – das alles auf hohem Niveau«, lobt die Kritik und feiert »Out of Joint« als »getanzte transkulturelle Konfrontation«, die provoziert, prickelt und auf erfrischend lustvolle Weise den Diskurs anregt. Das sind keine leeren Worte, denn nach der Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit Helge Letonja und dem Ensemble statt. Die Verwandtschaft des zeitgenössischen Tanzes mit dem politischen Tanztheater à la Johann Kresnik, ein Pionier der Tanzentwicklung im 20. Jahrhundert, wird durch die Wahl des Komponisten deutlich: Serge Weber. Der Schweizer Komponist, geboren 1951 in Paris, ist Konzertpianist. Er zieht nach Deutschland, um Orgelbau zu erlernen und er studiert Komposition, Kirchenmusik und Dirigieren. Schließlich landet er in Bremen, wo seine Karriere am Theater am Goetheplatz als Musiker, Produzent, Regisseur und vorrangig als Komponist Tempo aufnimmt. Mittlerweile hat er über 400 Werke für Film, Fernsehen, Hörfunk sowie für Theater- und Tanzproduktionen (bundesweit für die renommiertesten Bühnen und das Burgtheater Wien) komponiert. Für Kresnik schuf er u. a. die Musik für »Ulrike Meinhof« (Theater Bremen) und »Rosa Luxemburg« (Volksbühne Berlin). Der Soundtrack für »Out of joint« wird von Kritikern als »herausforderndes Klanggewitter« und »bahnbrechender Aufschrei des Menschen« beschrieben. Mit diesem Auftakt verspricht das sechstägige Festival »Tanz! Heilbronn« im Spannungsfeld der Kontinente ein Forum für innovative Tanzkunst, lebendige Begegnungen, Diskurse und Reflexionen zu werden. ◆

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Der VfR Heilbronn hat Erfolg und Misserfolg erlebt – zuletzt eher Letzteres. Saisons in den zweithöchsten Klassen und Spiele vor 18.000 Zuschauern in den Siebzigern steht ein tiefer Fall in die zweitniedrigste Spielklasse gegenüber, seit einigen Jahren dümpelt der Nachfolgeverein, FC Union Heilbronn, ganz unten in der Kreisklasse herum. ONUR CELIK, Ex-Spieler des VfR und Teil des legendären Teams, das den DFB-Jugend-Kicker-Pokal 1996 gewann, hat sich nun dem Schicksal des Clubs angenommen. Von Friedemann Orths, Fotos: Meli Dikta Die Wiedergeburt des VfR Heilbronn? Onur Celik liegt der VfR am Herzen. In seiner Jugend spielte er für die erste und zweite Mannschaft des Fußballvereins und war am größten Erfolg der Clubgeschichte beteiligt. 1996 besiegten die A-Junioren in einem furiosen Finale um den DFB-Jugend-Kicker-Pokal Energie Cottbus mit 6:1. Auf dem Weg zum Regionalliga-Aufstieg und dem Pokalsieg konnten dabei namhafte Gegner und Titelfavoriten wie der VfB Stuttgart, Karlsruher SC oder 1860 München geschlagen werden. »Als Neuenstädter zum großen VfR zu gehören – das war natürlich eine ganz andere Dimension«, schwärmt Celik. »Ich habe zum VfR aufgeschaut, weil er der Stadtverein war, der immer in der höchsten Spielklasse unterwegs war. Dass ich dann selbst einmal dort spielen würde, hatte ich mir nicht vorstellen können.« Doch seit dem Finalsieg der A-Junioren ließen sportliche Erfolge auf sich warten, reihte sich Misserfolg an Misserfolg. Eigentlich befindet sich der Verein schon seit dem Abstieg aus der 2. Liga 1975 in einer Abwärtsspirale, die sich mal schneller, mal langsamer drehte. Der Club spielt nach Fusionen (ein wiederkehrender Fixpunkt) aufgrund finanzieller Probleme momentan als FC Union Heilbronn in der Kreisklasse A, der zweitniedrigsten Klasse. Doch eins nach dem anderen. Das vorerst letzte Kapitel unter dem Titel »VfR« schreibt der Verein 2003, als der Club Insolvenz anmeldet und nach langem Leidensweg in der Unterklassigkeit schließlich mit der Heilbronner Spielvereinigung zum FC Heilbronn fusioniert und somit seinen alten Namen abgibt. Die erfolgreichen Jahre In der neueren Geschichte, nachdem der Club während des Nationalsozialismus gleichgeschaltet worden war und zwischenzeitlich SV Heilbronn 96 hieß, konnte der Verein seine größten Erfolge feiern und insgesamt acht Jahre in den zweithöchsten Klassen spielen. 1951 qualifizierte sich der Club für die 1. Amateurliga Württemberg, in der er 1956 auch Meister wurde und in die Zweite Liga Süd aufstieg. Auch die Spielzeit 1962/63 verbrachte man in der zweithöchsten Spielklasse; 1969 stieg man in die Regionalliga Süd (damals zweitklassig) auf. Die folgende Saison 1969/70 sorgte für einen Rekordzuschauerschnitt von 10.000 Besuchern. Während der »goldenen Zeiten« (Heilbronner Stimme) kamen zu den großen Spielen gegen solch illustre Gegner wie 1860 München, den 1. FC Nürnberg oder den FC Augsburg auch mal 18.000 Zuschauer ins Stadion. Im Pokal konnte am 12. Dezember 1970 der amtierende Pokalsieger Kickers Offenbach 2:0 besiegt werden, erst gegen Schalke war im Achtelfinale Schluss. Der Niedergang Bis 1974/75 spielte der VfR in der Regionalliga Süd. Aufgrund von Geldproblemen musste der Verein jedoch seine beiden besten Spieler (Bernd Hoffmann und Martin Kübler) an den Karlsruher SC verkaufen, der im nächsten Jahr sogar in die Bundesliga aufstieg. Der VfR hingegen stieg wieder in die Amateurliga ab und spielte seitdem, abgesehen von ein paar Spielzeiten in der Oberliga, nicht mehr höherklassig. Geldprobleme durch Altschulden, Insolvenzen und weitere Fusionen, die keine Besserung brachten, beutelten den Verein immer schlimmer. Der Tiefpunkt wurde im Sommer des letzten Jahres erreicht, als man von der Bezirksliga in die Kreisklasse A (9. Liga) abstieg. »Der VfR gehört zu Heilbronn« Den langen Leidensweg »seines« VfR konnte Onur Celik schließlich nicht mehr mit ansehen. Eine Bindung zum Club war bei ihm durch Freundschaften mit und Kontakt zu ehemaligen Teamkameraden sowieso immer vorhanden. Seine Ideen zur Neugründung konkretisierten sich im letzten Jahr: »Ich kam jedoch schnell ins Grübeln: ›Soll und will ich das wirklich machen?‹«, war die zentrale Frage, die ihm durch den Kopf ging. Doch für Celik war SPORT Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 immer klar: »Der VfR gehört zu Heilbronn.« Keine Frage, schließlich sind Vereine oftmals Aushängeschilder einer Stadt oder gar Region, sind regelrechte Identifikations-Fixpunkte für die Bevölkerung und bieten Jugendlichen aber auch Erwachsenen eine Anlaufstelle und oftmals Halt, jedes verdammte Wochenende. Die Fusionen mit anderen Vereinen sorgten dafür, dass viele Fans, die den Club seit Kindertagen begleiteten, plötzlich ein Stück Heimat verloren. »Gerade die Menschen, die mit dem VfR durch dick und dünn gegangen sind, haben es verdient, dass man für sie wieder etwas erschafft, auf das sie auch stolz sein können«, erklärt Celik voller Leidenschaft. »Nicht reden – sondern machen!« Stolz konnten viele nämlich auch bei bestem Willen kaum noch sein auf den Verein. Wut, Trauer und Enttäuschung waren die Gefühle für den VfR, die jedem entgegen schlugen, der sich im Umfeld umhörte. Zu oft scheiterte der Club in der Vergangenheit. »Manche sagten, ich solle meine Energie lieber in einen anderen Verein stecken.« Doch das wäre überhaupt keine Option für Celik. Sein Herz schlägt für den VfR. Und er bekam auch durchaus Positives zu hören: Respekt für seinen Mut und seine Leidenschaft, die Mission »Wiederaufbau VfR« zu beginnen. Blauäugig ist er dabei nicht: »Dass es Rückschläge geben wird, ist mir auch klar«, analysiert er. »Wichtig ist aber erst mal, dass überhaupt etwas gemacht wird!«, sagt er trotzig. »Permanent am Tisch über die Vergangenheit reden: schön und gut – aber nur durch reden bewegst du eben nichts.« Konkret stehen zu Redaktionsschluss erstmal die Gründerversammlung und Wahl der Positionen innerhalb des neuen Vereins an. Der Spielbetrieb soll dann im nächsten Jahr aufgenommen werden, in der Kreisklasse B. Somit hätte man auch nur eine Spielklasse »Rückstand« auf den FC Union – viel verlieren kann man also nicht. Schritt für Schritt von Spiel zu Spiel Bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs wird dann eine Menge Arbeit auf die frischgebackenen Vereinsoberen zukommen. Celik erläutert: »Wir benötigen eine Spielstätte und möchten eventuell schon zu Beginn des Spielbetriebs auch eine A- und B-Jugend stellen.« Ebenso wird die Suche nach und Gewinnung von Sponsoren zu einer großen Herausforderung werden. Er ist für alle Vorschläge offen und möchte jedem die Chance geben, sich einzubringen, sobald der Verein wieder steht. Welche Gefahren sieht Onur Celik bei der Neugründung, welche Fehler gilt es zu vermeiden? »Wenn du eins nicht machen darfst in Heilbronn, dann den Mund zu voll zu nehmen«, sagt er und lacht. »Die Umsetzung muss immer realisierbar sein.« So steigt die Glaubwürdigkeit, kann im Gegenzug aber auch rapide sinken. Deshalb sagt Celik seinen Mitstreitern, dass sie vorsichtig sein müssen bei dem, was sie sagen: »Emotionen sind wichtig, man kann sich dadurch aber allzu oft um Kopf und Kragen reden.« Dasselbe gilt für die Reaktion auf mögliche Kritik. »Hier dürfen wir nicht sensibel sein. Wir müssen darauf eingehen und nachfragen, warum diejenigen so denken.« Denn gerade beim sensiblen Thema VfR ist es leicht, etwas in den »falschen Hals« zu bekommen. Und Onur Celik weiß, dass die Fans des VfR in der Vergangenheit eben wenig zu lachen hatten. Deshalb plädiert er für Offenheit und Transparenz, möchte klipp und klar formulieren, was der Verein vorhat, »Schritt für Schritt«. Als Fußballer denkt er eben von Spiel zu Spiel. »Das ist in dieser Anfangsphase auch das einzig richtige«, sagt er. Und auch bei Rückschlägen will sich Onur Celik nicht unterkriegen lassen, zur Not die Suppe auslöffeln: »Am wichtigsten ist doch, dass man dahinter steht und die Konsequenzen am Ende trägt – positive wie negative.« »Sympathie, Empathie, Herzblut« Für die nächsten Monate steht die Etablierung eines ruhigen Umfelds und eines konstanten Spielbetriebs im Vordergrund. »Positive Schlagzeilen sind jetzt wichtig. Die Vergangenheit prägt einen so traditionsreichen Verein wie den VfR natürlich,« stellt Celik fest, »allerdings darf uns die Vergangenheit in unseren Handlungen nicht negativ beeinflussen!« Ein weiterer wichtiger Schritt wird sein, dass ein Gemeinschaftsgefühl im Verein entsteht und jeder am gleichen Strang zieht. Jeder, der sich engagieren möchte, ist willkommen – »vorausgesetzt, er macht es aus Sympathie sowie mit Empathie und Herzblut. Es darf nicht passieren, dass Spieler, Vorstand und Fans ihre eigenen Dinger drehen«, erklärt Celik. »Denn am wichtigsten ist doch, dass der Fan aus Liebe und nicht notgedrungen zu seinem Verein geht!« Und ebendiese Liebe will Onur Celik dem neuen VfR Heilbronn wieder einhauchen. ◆ NEUGIERIG IN DER AUSSTELLUNG & KREATIV IN DER WERKSTATT Museum für junge Einsteiger Angebote für Kinder ab 3 Jahren JUNGES MUSEUM CHRISTOPH REINWALD Termine und weitere Informationen unter www.junges-museum.de Telefon 07131/56 2889 Mit Oma oder Opa im Museum / gemeinsam entdecken + gestalten! / mittwochs / 3-6 Jahre / kostenfrei Kinder + Kunst x 2 / 1 Thema, 2 Termine! / vielseitig + intensiv / donnerstags / 5-9 Jahre / kostenfrei KunstWerkLabor / experimentell handwerklich / samstags / 6-10 Jahre / kostenfrei Ferienwerkstatt / Kunst oder Kulturgeschichte mit ganz viel Spaß! / wochentags / ab 5 Jahre Kindergeburtstag / bunt + kreativ / Di–So / ab 5 Jahre Alle Angebote der CHRISTOPH REINWALD STIFTUNG in Kooperation mit den STÄDTISCHEN MUSEEN HEILBRONN 74072 Heilbronn, Deutschhofstr. 6 www.museen-heilbronn.de

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Sie will Genuss in Szene setzen. Und das gelingt LUISA ZELTNER. Ob Kochbuch oder Speisekarte, Rezeptentwicklung oder Fotografie – die 27-jährige Wahlkölnerin hat noch viel vor. Von Matthias Marquart Fotos: Ulla Kühnle Die Konstante ist der Wechsel Hanix Nr. 54 Im beschaulichen Buchhof bei Neuenstadt am Kocher ist ihr Zuhause. Dort muss – beziehungsweise darf – auch die Familie als erster Kritiker oft herhalten, wenn es ums Essen geht. Denn das ist ihr Metier. »Essen« in all seiner Vielfalt und all seinen unterschiedlichen Ausprägungen. Nach ihrem Studium der Wirtschaft und Kulturwissenschaften in Mannheim absolvierte Luisa Zeltner ein »folgenschweres« Praktikum beim Hölker Verlag, einem Verlag, der unter anderem auch auf Kochbücher spezialisiert ist. Die täglichen Auseinandersetzungen mit dem Thema Essen und das Durchblättern von inspirierenden Kochbüchern waren schließlich der Anstoß für Luisa Zeltner, sich mit Essen, Nahrungsmitteln und dem Kochen intensiver auseinanderzusetzen. Mit Erfolg. Denn – nachdem sie ihr Praktikum mehrfach verlängerte – bot man ihr an, ihre Ideen doch in einem Kochbuch zu verwirklichen. So entstand in Kooperation mit dem Verlag das bis heute erfolgreiche Kochbuch »Pause im Glas«. Zeltner: »Die Idee war, ein Kochbuch mit Rezepten zu entwickeln, die es ermöglichen, schnelles und gesundes Essen in der Mittagspause oder unterwegs zu genießen – als echte Alternative zu langweilig belegten Brötchen oder Fastfood.« Dabei war die Rezeptentwicklung für das Buch in ihrer Hand und spätestens von diesem Zeitpunkt an war Luisa Zeltner angesteckt vom Thema Essen, Fotografie und Layout. Kreative Gastro-Plattform Und da kam die sich damals am Anfang befindliche Restaurantidee von Vincent Schmidt und Till Riekenbrauk mit ihrem LADEN EIN im Kölner Agnesviertel gerade richtig. Zeltner: »Innovative Food- Konzepte und Pop-up-Gastronomie war immer auch mein Ding und da hat sich dann einfach alles zusammengefügt.« LADEN EIN ist das erste stationäre Restaurant-Sharing-Restaurant. Ein Begegnungsort, der nie langweilig wird. Ob koreanisch, japanisch, indisch oder regionale Gerichte – hier wechselt alle 14 Tage die Speisekarte. Ein Restaurant, das alle zwei Wochen sein Gesicht – sprich den »Gastgeber« und zeitweiligen »Betreiber« wechselt. Die einzigen Konstanten sind das Team vom LADEN EIN. Sie stellen Räumlichkeiten, Equipment sowie professionelle Unterstützung mit Küchenchef Max Trompetter zur Verfügung. Alle zwei Wochen wechseln die Gastgeber in diesem Sharing-Restaurant. Und für die Gäste bedeutet LADEN EIN Abwechslung pur. Die Gastgeber können Hobby-Köche sein, kommen aber häufig aus der Street- WIRTSCHAFT

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Food-Szene und können hier ihr Konzept vor der Existenzgründung testen. Aber auch bereits in der Gastronomie etablierte Akteure erhalten die Möglichkeit, einen neuen Markt zu testen. Doch nicht jeder wird als Gastgeber angenommen. Es gilt, bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen und einzuhalten. Zum Einen müssen die Speisen in der offenen Küche transparent und für die Gäste frisch zubereitet werden, zum Anderen sind convenience, das heißt vorgefertigte Produkte, tabu. Zeltner: »Zuerst gibt es Vorgespräche, ein Vorkochen und die Einigung auf gemeinsame Standards. Das geht von der Produktbehandlung bis hin zur Arbeitsorganisation.« Immer wieder alles auf neu Für Luisa Zeltner bedeutet das, dass ihr die Arbeit nie ausgeht und diese ständig »neu erfunden« werden muss. Zeltner: »Alle zwei Wochen muss eine neue Karte mit neuen Gerichten und Produkten gestaltet werden, die ansprechen soll. Ich will mit meiner Arbeit, der ›Food-Fotografie‹ und der textlichen Umsetzung die Gerichte so in Szene setzen, dass die Gäste einfach nur Lust darauf bekommen sie auszuprobieren. Ich will damit auch ein neues Gespür für die Wertigkeit von Nahrungsmitteln vermitteln.« Auf die Frage, ob ein derartiges Konzept auch in Heilbronn funktionieren könnte, reagiert Zeltner eher skeptisch: »In Heilbronn hat sich zwar viel getan – beispielsweise mit dem Velo –, doch damit ein Konzept wie unseres nachhaltig funktionieren kann, sind Qualität und Vielfalt nötig. Um beides über mehrere Jahre anzubieten und dem Gast die größtmögliche Abwechslung im Zweiwochenrhythmus zu garantieren, benötigt es einen sehr großen Pool an guten, innovativen Konzepten. Derzeit glaube ich deshalb nicht, dass so etwas in Heilbronn langfristig Zukunft hätte.« Lieber weiterentwickeln, statt sich im Kreis drehen? INNOVATIONCAMP Pläne Ein eigenes Kochbuch, Gastro-Erfahrung, die sich permanent erweitert und entwickelt, die Lust am Kochen und das Entwickeln von Gastronomie-Experimenten – da liegt die Frage nahe, ob ein Sprung in die Selbstständigkeit, ein eigenes Restaurant oder dergleichen nicht ein Ziel der quirligen und ideenreichen »Gastro-Start-up-Spezialistin« sein könnte. Doch darauf angesprochen winkt Luisa Zeltner ab: »Den Traum habe ich zwar schon mal geträumt, doch ich weiß mittlerweile, welch extreme Belastung so etwas mit sich bringt und meine Stärken liegen eher in der konzeptionellen Beratung. Ich denke, dass die Zeit im LADEN EIN für alle temporären Anbieter eine gute Möglichkeit bietet, Erfahrungen zu sammeln. Der Schritt, ein eigenes Restaurant aufzumachen, ist eine riesige Entscheidung und keine, die man leichtfertig treffen sollte. LADEN EIN bietet hier die perfekte Plattform, um sich vor diesem Schritt auszuprobieren. Es ist sehr schön zu sehen, wenn jemand sich nach der Zeit im LADEN EIN entscheidet, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, aber genauso ist es auch sehr spannend zu sehen, wenn sich jemand dagegen entscheidet, weil er gemerkt hat, dass die Herausforderung doch zu groß ist. Außerdem bietet mir mein Job in einem tollen Team so viele Chancen, dass ich das unbedingt nutzen möchte, um bei all den spannenden Entwicklungen dabei zu sein.« Noch ist also mit der Gastronomin und Gastro-Designerin Luisa Zeltner nicht zu rechnen – noch nicht. ◆ Weitere Infos unter: www.luisazeltner.de www.laden-ein.com Wir suchen Mitgestalter. Werden Sie Teil eines internationalen Handelsunternehmens, das auf Leistung, Dynamik und Fairness setzt. Starten Sie gemeinsam mit uns in eine erfolgreiche Zukunft. Sie stehen an Ihrem beruflichen Anfang oder bringen bereits mehrjährige Erfahrung im Arbeitsleben mit? Ob Ausbildung, Duales Studium, Traineeprogramm oder Direkteinstieg – bei uns finden Sie Ihre passende Einstiegsmöglichkeit. Entdecken Sie mehr auf kaufland.de/karriere

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Bernhard Stumpfhaus KOMMUNI- ZIERENDE RÖHRE: KUNSTVEREIN HEILBRONN Einer der Gründe, in Heilbronn zu bleiben, ist unbedingt der hiesige Kunstverein. Es liegt zwar einige Meter treppauf über der Bushaltestelle Harmonie, aber, wer hier Zeit hat oder sich genötigt sieht zu warten, sollte unbedingt diesen Aufstieg auf sich nehmen und seine Zeit zwischen den Kunstwerken des Kunstvereins verbringen. Jeder ist eingeladen zu kommen, der Eintritt ist frei. Der Kunstverein stellt zunächst eine Schnittstelle dar zwischen der genuinen Heilbronner Kunstszene und dem internationalen Kunstgeschehen. Einmal im Jahr werden unter einem bestimmten Motto – das vergangene war passend zu den Olympischen Spielen: Gold und Silber – Künstler der Stadt und der Region kuratiert ausgestellt. Zudem hat es sich die Ausstellungsleiterin des Vereins, Dr. Matthia Löbke, zur Aufgabe gemacht, die verschiedenen Kunstorte, Künstler und Werke regelmäßig zu besuchen, um nicht nur auf dem Laufenden zu bleiben, sondern auch mit den Künstlern und Kunstinteressierten hier ins Gespräch zu kommen, welche Sichtweisen und Erfahrungen es mit der Kunst gibt. Das ist keine unwesentliche Kleinigkeit, ist es doch ihre Aufgabe, in Heilbronn und für Heilbronn die Augen offenzuhalten, welche Themen und ästhetischen Positionen aktuell von Belang sind. Denn es gehört zum Ehrgeiz des Kunstvereins, junge und relevante Kunst zu zeigen. Dazu reist Löbke durch die Republik, um dort Ausschau zu halten nicht nur nach imageträchtigen Namen wie etwa dem bekannten Objektkünstler Olaf Metzel, der das ganze Haus an der Harmonie bespielen durfte, oder dem Neuen Wilden Markus Lüpertz mit seinen poetischen Architekturträumen. Sie hält das Auge auch offen für junge Künstler wie Christian Rosa mit seinen reduktionistischen Farbgesten oder Thomas Feuerstein mit seinen psychoprosaischen Laborgefäßen. Dabei sind die Ausstellungen thematisch durchaus informativ, auch wenn die Namen der Künstler Normalsterblichen nicht gleich bekannt sind. Bei Carl Ostendarp beispielsweise konnte man viel über die heutigen Weisen lernen, wie über Bildkommunikationen vielschichtig Bedeutungen aufgebaut und vermittelt werden; für jeden, der online unterwegs ist, eine inspirierende Bereicherung. Oder man konnte bei Martin Creed nachvollziehen, dass auch Künstler algorithmisch zu denken und gestalten in der Lage sind. Nicht nur, dass der Heilbronner Kunstverein von auswärts Künstler nach Heilbronn holt, es ist auch umgekehrt so, dass in den jeweiligen Szenen, in Berlin etwa, in Köln, die Arbeit des Vereins sehr geschätzt, sogar bewundert wird. Dabei geschieht die Aufsuche junger Talente nicht allein heuristisch, sondern sie folgt durchaus einer gewissen Programmatik. Es wird in Vereinssitzungen gemeinsam festgelegt, was in welchem Jahr gezeigt wird, welche inhaltlichen Themen, politische, naturwissenschaftliche, kommunikationstechnische oder formale, malerische oder skulpturale einen Jahresschwerpunkt bilden sollen. Diese Planungen sind durchaus abgestimmt mit den Projekten der Heilbronner Museen, sieht man sich in einem Haus doch nicht als Konkurrenz-Veranstaltungen, etwa bei der Präsentation moderner Kunst, sondern vielmehr auch als gemeinsame Partner. Die Ausstellungen im Kunstverein werden entweder kontrovers, ergänzend oder weiterführend mit den Heilbronner Museen konzipiert. Ein vergleichender Durchgang, gleichsam Cross-Over, durch die gleichzeitigen Ausstellungen erweitert damit den Blick auf die jeweilige Kunst vermittels der Inspirationen durch die Nachbar-Institution. Es stellt sich für den Kunstverein oft ein beinahe traumwandlerisches Timing ein: Bedenkt man die planerische Vorlaufzeit, so ist es erstaunlich, dass Rosa just zu dem Zeitpunkt in Heilbronn war, als er am Markt besonders diskutiert wurde. Oder jetzt gerade, da in den aktuell gezeigten poetischen Video-Arbeiten von Charlotte Dumas der Umgang des Menschen mit der Natur reflektiert wird, wird in Gestalt des Bestsellers von Andrea Wulf über die poetisch-naturwissenschaftliche, ganzheitliche Sicht auf eine globale Natur durch Alexander Humboldt gesprochen; eine Angelegenheit, die im Kunstverein übrigens durch die wissenschaftlichen Versuchsanordnungen und künstlerischen Arbeiten von Andreas Greiner ab April dieses Jahres fortgesetzt wird. Insofern verbinden die im Kunstverein gezeigten Arbeiten unsere Stadt mit vielen aktuell relevanten Themen inspirierend in Gestalt von Kunst. Zu den kommunikativen Qualitäten des Kunstvereins, Heilbronn mit der Kunstwelt zu verknüpfen, tragen auch die Vernissagen mit nachfolgendem Empfang bei. Die Leiterin des Kunstvereins, Maria Heitlinger, ihres Zeichens zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens Würth, weiß als Gastgeberin eine Atmosphäre zu erzeugen, welche die Gäste mit den Künstlern und Galeristen aus allen Städten der Republik in zwanglosen Gesprächen zusammenführt. Es ist durchaus immer wieder ein besonderes Ereignis, wie die jeweiligen Galeristen ihre Sicht auf den Kunstmarkt und seine Vertreter mit Künstlern engagiert diskutieren. In der nächsten Ausstellung wird Andreas Greiner vorgestellt, vom 21. April bis 8. Juli 2018. ◆ www.kunstverein-heilbronn.de Hanix Nr. 54 © Andreas Greiner und Tyler Friedman, Studies of an Alien Skin, 2016, Kamera: Paul Rohlfs © Heilbronner Kunstverein KUNST

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Hanix Nr. 54 HERMANN BADER AUF DER BURG HORKHEIM Horkheim ist neben seinem Handball vor allem durch die Burg mit ihrem umliegenden Bauensemble bekannt. Obwohl die Burg unter Denkmalschutz steht, ist die sonstige historische Bausubstanz im Stadtplan vor allem für Neubauten vorgesehen. Der 1988 gegründete »Kulturtreff Burg Horkheim e.V.« macht sich stark, diese Planungen zu verhindern und das gesamte Gebiet als buntes Baugewächs im Vergleich zum rasterförmigen, gleichfarbigen Einerlei der Investorenarchitektur unserer Tage zu erhalten und zu pflegen. Zu diesem Zweck finden hier Kulturveranstaltungen statt, deren Erlös der Finanzierung der Kulturstiftung zugutekommt. Musiker des Württembergischen Kammerorchesters etwa oder das Hohenloher Streichquartett treten hier auf wie normale Musikschüler. KUNST Hermann Bader gehört zu den Anlaufstationen des Kulturtreffs. Er wohnt und arbeitet in der Burg. Erhalt und bedeutungsvolles Umwidmen von Abgelegtem, Sammeln von Bruchstücken, die Kombination von Einfachem und Erhabenen gehören zu den Basismethoden des Designers, Fotografen und Künstlers. Dabei leitet ihn das Grundkonzept der Collage, der Assemblage; ohne allerdings Objekte und Bildfragmente auf einer Unterlage bleibend zu fixieren. Professionell kennengelernt hat er dieses Prinzip interessanterweise weniger dort, wo man es erwarten könnte, bei den Surrealisten, als eher bei einem Auftrag als archäologischer Fotograf in der namhaften Ausgrabungsstätte Pergamon 1968. Hier lernte er, dass man in der Erde Fragmente, Reste, gar Abfall vergangener Epochen ausgräbt, wertschätzt, mühevoll zusammensetzt, ihren Sinn rekonstruiert und damit Bedeutung für unsere heutige Welt generiert. Bekannt war ihm dieses Prinzip jedoch auch schon aus der Familie von der vielbewunderten Schwester der Mutter. Sie hob alles auf, sortierte nach eigener Ordnung alles, was sie im Haushalt fand, selbst kaputte Glühbirnen, und versah sie mit Zettelchen, worauf sie Hinweise zum jeweiligen Objekt notierte. Es war dem Knaben Hermann Bader wohl immer ein großes Staunen, die Schubladen seiner Tante zu öffnen und die ungewöhnlichen Sammlungen darin zu entdecken. Es bedarf der künstlerischen Intelligenz zu erkennen, dass beide Formen des Umgangs mit den Überlieferungen der Vergangenheit keine Frage von alt und noch älter, von privat und professionell sind, von gesellschaftlichen Wertigkeiten, high and low – wie man in den 1960ern und -70ern zu sagen pflegte –, von wissenschaftlich und dilettantisch, sondern dass beide Formen kategorial das Gleiche sind, insofern sie diese Spuren und Relikte eines vergangenen Alltags wertschätzen und in eine – wie auch immer geartete – Ordnung bringen. Allein © Hermann Bader Brüchige Sachen, 2017 die dem Sammeln und Erschließen nachfolgenden Denk- und Wertsysteme sind verschieden. So ist es allerdings ein Weg, sich von alten Sachen inspirieren zu lassen, ein anderer, sie archäologisch-wissenschaftlich aufzubereiten. Beide Wege sind getrennt möglich, aber immer wieder durchdringen sie sich einander. Beiden gemeinsam ist das Lebendig-Halten des Überlieferten, mit oder ohne Nostalgie. Jedenfalls halten beide Wege Alternativen offen zu dem, was uns Alltagsnorm ist. Dieses alternative Denken zwischen freier Assoziation und organisiertem Komponieren prägt wohl den gesamten Lebensweg von Bader, welcher an der Aka Stuttgart unter dem Maler und Buchgrafiker Walter Brudi das freie Gestalten studierte, in München eher an den Prämissen von Bauhaus orientiert war. Und vielleicht entspricht das Motto: »Mehr Kontrast!«, unter dem er bei seinen eigenen Studenten – heute namhafte Fotografen – bekannt geworden ist, genau dieser Doppelorientierung. Dabei gehen die Denkwege von Bader über das bloße Sammeln und Bewahren hinaus. Die Kombinatorik, der Bader folgt, lässt sich durchaus in den Vorgehensweisen um den Erhalt der Burg nachvollziehen. Auch seine eigenen Arbeiten, seine Fotografien, Sammlungen und Ausstellungen fragmentiert der Künstler, setzt sie neu zusammen und wirkt so ständig weiter; wie man es bei einem Besuch in der Burg leicht nachvollziehen kann. Hier gibt es in einem großen Raum der Burg Reminiszenzen seiner Ausstellungen und seines fotografischen Arbeitens in immer wieder neuen Formen der gemeinsamen Präsentation zu sehen. Dabei sind nicht allein die Dinge und ihre Wechselwirkungen in den Sammlungen von Bedeutung, sondern auch ihre Funktion, ihre ästhetische Erscheinung, ihre Textur. Man kann assoziativ diesen verschiedenen Strängen folgen. So entstehen gedankliche Arabesken, imaginäre Geschichten, die ihre Wege haben, welche die Zweckordnungen des Berufes und der orientierten Alltagsroutinen unterlaufen und befruchten. Es sind also die gewundenen Wege, die zur Entdeckung und Inspiration einladen, weniger die schnurgeraden Prachtalleen von hier nach dort. Und so ist es wohl nicht von ungefähr, wenn die Ankündigungsseite des Kulturtreffs ausdrücklich kritisch gegenüber der Stadtplanung darauf aufmerksam macht: »In Horkheim muss man nicht Wege, die es noch nie gab, neu erfinden. Dagegen werden historische Wege … im Plan wenig beachtet und ignoriert.« ◆

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LADY BIRD Bissig, temperamentvoll und durchdrungen von den Wehwehchen und dem Vergnügen, die Kindheit hinter sich zu lassen, ist Lady Bird ein scharfsinniges Solo-Erstlingswerk der Schauspielerin, Autorin und Regisseurin Greta Gerwig. Der Film ist reich an detaillierten Einsichten in den Hunger seiner leicht rebellischen Heldin, die Beschränkungen der katholischen Schule zu überwinden und sich in ein unabhängiges Leben zu stürzen, und dies mit einer Fülle von genau beobachteten Details. Bescheiden skaliert, aber kreativ ambitioniert, gelingt es Lady Bird sich zu eigenen Bedingungen als pikanter Publikumsliebling zu zeigen. Ein starker Film übers Erwachsenwerden – mit einem absolut herausragenden Porträt einer Tochter- Mutter-Beziehung als emotionalem Kern. In den Arthaus-Kinos ab 19. April 2018 USA, 2017 Länge: 94 Minuten Genre: Drama, Komödie Regie: Greta Gerwig Darsteller: Saoirse Ronan, Laurie Metcalf, Tracy Letts, u.v.m. Christine McPherson (Saoirse Ronan) steht seit früher Kindheit im Schatten ihrer ehrgeizigen und durchsetzungsstarken Mutter Marion (Laurie Metcalf). Aus diesem Grund und weil sie genervt ist von ihrer konservativen katholischen High-School und den Einschränkungen des Lebens in einer Kleinstadt, versucht Christine, die sich selbst den Namen Lady Bird gegeben hat, ihrer nordkalifornischen Heimatstadt Sacramento zu entfliehen. Ein College an der Ostküste soll es sein, dort wo die Künstler und Intellektuellen leben, doch dafür hat ihre Familie eigentlich nicht genug Geld und ihre Noten sind zu schlecht. Innerhalb eines sehr prägenden Jahres verbringt sie viel Zeit mit ihrer besten Freundin Julie (Beanie Feldstein) und lernt gleich zwei junge Männer kennen, zu denen sie sich stark hingezogen fühlt: Den musikalischen, aus gutem Hause stammenden Danny (Lucas Hedges) und den betont coolen Rebellen Kyle (Timothée Chalamet). ◆ ISLE OF DOGS – ATARIS REISE 101 Minuten reinster Wes Anderson – Fans des exzentrischen Autors kommen also voll auf ihre Kosten, während der Film für einen harmlosen Animationsfilmnachmittag mit der Familie eher weniger geeignet ist. Andersons zweiter Stop- Motion-Film »Isle Of Dogs – Ataris Reise«, mit dem er nach 2014, als er »Grand Budapest Hotel« präsentierte, bereits zum zweiten Mal die Filmfestspiele in Berlin eröffnet, ist nun der allererste Film, bei dem Anderson nicht nur Regie führt, sondern zu dem er auch allein und ohne Vorlage das Drehbuch verfasst hat. In den Arthaus-Kinos ab 10. Mai 2018 Deutschland, Großbritannien 2017 Länge: 101 Minuten Genre: Animation, Abenteuer Regie: Wes Anderson In naher Zukunft ist die Hundepopulation in Japan explodiert. Als dann auch noch die sogenannte Hundegrippe ausbricht und die Menschen um ihre Gesundheit fürchten, werden alle Hunde aus Megasaki City verbannt und auf die abgelegene Insel Trash Island verfrachtet, die nur aus Müll besteht. Das gefällt den Vierbeinern Boss (Stimme: Bill Murray), Chief (Bryan Cranston), Rex (Edward Norton), Duke (Jeff Goldblum) und King (Bob Balaban) gar nicht. Sie sind stolze Alphahunde und sollen jetzt Müll fressen? Also schließen sie einen Pakt und machen sich auf die Suche nach besserem Futter. Als jedoch der zwölfjährige Atari Kobayashi (Koyu Rankin) mit einem gekaperten Flugzeug auf der Insel landet und verzweifelt sein Haustier Spots sucht, beschließt die Alphahunde-Einheit, ihre Mission zu ändern und dem Jungen bei der Suche zu helfen. ◆ ARTHAUS-KINOTIPP Hanix Nr. 54

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AUSSERDEM IM KINO Das Zeiträtsel Start: 5. April Seit ihr Vater, der Wissenschaftler Dr. Alex Murry (Chris Pine), spurlos verschwunden ist, besteht die Familie der jungen Meg (Storm Reid) nur noch aus ihrer Mutter Kate (Gugu Mbatha- Raw), die ebenfalls Wissenschaftlerin ist, sowie ihrem jüngeren Bruder Charles Wallace (Deric McCabe). Gemeinsam treffen sie schließlich auf drei mysteriöse Wesen, Mrs. Soundso (Reese Witherspoon), Mrs. Wer (Mindy Kaling) und Mrs. Welche (Oprah Winfrey), die ihnen die Wahrheit sagen: Megs Vater ist noch am Leben, wird aber von einer bösartigen Macht gefangen gehalten – und nur Meg kann ihn retten … A Beautiful Day Start: 26. April Kriegsveteran und Ex-FBI-Agent Joe (Joaquin Phoenix) haut beruflich Mädchenhändlern auf die Schnauze. Wie eine unaufhaltsame Ein-Mann-Armee fällt er in die Verstecke der Kriminellen ein und drischt diese tot, sollten sie versuchen, ihn aufzuhalten. Privat zieht Joe allerdings ganz andere Saiten auf. Der Schläger kümmert sich hingebungsvoll um seine senile Mutter, die er so gut es geht betreut und mit der er zusammenwohnt. Seine nächste Mission lautet, Nina (Ekaterina Samsonov), die Tochter des mitten im Wahlkampf steckenden Senators Votto (Alex Manette), aus den Klauen der Menschenschieber zu befreien. Doch der Auftrag läuft aus dem Ruder und schon bald deutet sich eine Verschwörung im Hintergrund an ... Avengers 3: Infinity War Start: 26. April Während die Avengers immer wieder damit beschäftigt waren, die Welt vor Gefahren zu beschützen, mit denen ein einzelner Held alleine nicht fertig wird, ahnten sie nicht, dass im Schatten des Alls jemand die Strippen zog. Doch nun tritt dieser intergalaktische Despot ans Licht: Thanos (Josh Brolin) hat das Ziel, alle sechs Infinity-Steine zu sammeln. Diese Artefakte würden ihm unglaubliche Macht verleihen und die Realität nachhaltig verändern. Iron (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans), Thor (Chris Hemsworth) und ihre Mitstreiter müssen erkennen, dass alles, wofür sie bislang gekämpft haben, in Gefahr ist. Deadpool 2 Start: 17. Mai Fortsetzung zum selbstironischen Superhelden-Actioner »Deadpool«, in dem erzählt wurde, wie der Söldner Wade Wilson (Ryan Reynolds) sich nach einer Krebsdiagnose einer gefährlichen Prozedur unterzieht und dadurch zu einem Mutanten mit unglaublichen Selbstheilungskräften wird. Wie bereits in der Post- Credit-Szene des ersten Teils angedeutet, mischt in »Deadpool 2« Fan-Liebling Nathan Summers alias Cable (gespielt von Josh Brolin) mit. Cable ist ein mächtiger Telepath, kann durch die Zeit reisen und wurde als Kind von einem techno-organischen Virus infiziert, der ihn in einen Cyborg verwandelte. mahnen · erinnern · denken Spenden Sie bitte für die Erschließung des Theresienturms. Spendenkonten: Volksbank Heilbronn IBAN: DE28 6209 0100 0350 0000 00 Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE68 6205 0000 0000 0020 08 Die Erschließung des Theresienturms mahnen · erinnern · denken Eine Aktion der Heilbronner Bürgerstiftung. Weitere Informationen unter www.theresienturm.de

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Mädchen-Flohmarkt in der Zigarre, 3. Februar 2018, 13:37 Uhr (Foto: Meli Dikta) 48 Kapitel Hanix Nr. 40

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Hanix Nr. 40 Kapitel 49

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In Ilvesheim, im Haus der Heinrich-Vetter-Stiftung, trafen wir PROF. DR. PETER FRANKENBERG. Er war Rektor der Universität Mannheim und von 2001 bis 2011 Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Seit 2013 ist Frankenberg Gesellschafter und in- zwischen Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Dieter Schwarz Stiftung (DSS). Zusammen mit Prof. Reinhold Geilsdörfer hat er den Deal mit der Technischen Universität München (TUM) eingefädelt, die in Heilbronn eine Dependance eröffnen wird. Diese in der deutschen Hochschullandschaft einzigartige Kooperation kann der Gamechanger für Heilbronn werden. Wir unterhielten uns angeregt mit dem passionierten Mannheimer über das Scheitern der Uni Mannheim bei den Verhandlungen mit der DSS, den FC-Bayern-Faktor der TUM und die Rolle von Kreativen für die Entwicklung des Bildungscampus und Heilbronns. Von Robert Mucha Fotos: Meli Dikta Hanix Nr. 54 INTERVIEW DES MONATS

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»HIER SOLL ETWAS ENTSTEHEN, AN DAS HEUTE NOCH NIEMAND DENKT« Hanix Nr. 54 Hanix: Sie waren von Oktober 1994 bis 2001 Rektor der Uni Mannheim, die lange Zeit auch als Kooperationspartner der DSS im Gespräch war. Wie haben die Mannheimer aufgefasst, dass die Kooperation nun mit der TUM zustande kam? Können Sie sich an der Uni Mannheim noch sehen lassen? Prof. Frankenberg: Gestern war ich noch in der Uni Mannheim; habe auch den Rektor getroffen. Die Uni weiß, dass sie nicht in der Lage war, der DSS einen akzeptablen Plan vorzulegen. Wenn wir beispielsweise an die Zukunftsfelder wie Industrie 4.0 oder digitale Durchdringung denken, kann die TUM einfach mehr bieten als die Universität Mannheim. Die Verbindung zwischen BWL und Technik existiert auf diesem Top-Niveau nur bei der TUM. Es gab also kein böses Blut. Ihr Herz ist in der Mannheimer Region verankert, gab es da einen inneren Zwist oder trennen Sie das strikt? Wir hatten lange gehofft, gemeinsam mit Mannheim eine Konzeption zu finden. Wenn man jedoch feststellt, dass sowohl Konzeption als auch Umsetzung schwierig sind, ist es meine Hauptverantwortung als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der DSS, das Optimale zu bewirken. Da darf man nicht an die eigene Vergangenheit oder das eigene Herz denken. Sie haben den Kontakt zur TUM vermittelt: Wie kamen Sie auf die Idee? Ich überlegte mir, wer ein idealer Partner wäre. Da die TUM als eine der renommiertesten Unis in allen drei Kategorien des deutschen Hochschulrankings in den Top 2 und auch in internationalen Rankings immer ganz vorne mit dabei ist, fiel die Entscheidung nicht schwer. Zusätzlich kenne ich Herrn Herrmann seit 1995, seit er Präsident der TUM ist. Also habe ich ihn einfach kontaktiert und gefragt, ob Interesse besteht, und habe ihm in einem Brief eine Konzeption vorgelegt. Das war um Weihnachten 2016. Wie reagierte er auf Ihren Vorschlag? Die Reaktion war, dass die TUM dies gründlich durchdenken muss. Denn wenn sie sich auf Gespräche einlässt, dann muss sich die TUM auch sicher sein, dass das alles funktioniert. Was mir besonders gefiel, war, dass man sich die Region und den Bildungscampus vorher anschauen wollte, da die TUM unternehmensbezogen ist. Denn wir möchten eben auch etwas für den Wirtschaftsstandort Heilbronn erreichen. Danach sprachen Herr Geilsdörfer und ich mit ihm und es wurde schnell klar, dass das Interesse groß war. Anschließend setzten wir eine Deadline, auch für Mannheim, für eine Grundkonzeption. Die Konzeption der TUM erreichte uns sehr schnell und überzeugte uns, weshalb wir uns dann auch für München entschieden. Uns beeindruckt gerade die Schnelligkeit, mit der die Kooperation durchgezogen und etabliert wurde. Etwas Besonderes? PROF. DR. PETER FRANKENBERG Das ist durchaus beeindruckend. Noch beeindruckender war für mich jedoch, dass für unsere Grundvorstellungen, die besagen, dass wir für die Zukunft der Wirtschaftsregion Heilbronn- Franken in der universitären Spitze Bereiche brauchen, die für die ortsansässigen Unternehmen in ihrer Zukunftsstrategie entscheidend sind, schon nach zwei bis drei Monaten eine solide Konzeption vorgelegt wurde. Wie sah es im rechtlichen Bereich aus, z. B. bei der Ausarbeitung des Vertrags? Die Vertragsverhandlungen haben natürlich länger gedauert, schließlich gab es in der deutschen Geschichte bis jetzt noch nie eine Kooperation, bei der eine Stiftung über 30 Jahre Professuren bereitstellt. Die rechtlichen Fragen dazu haben dann länger gedauert, was ganz normal ist. Insgesamt ist aber auch hier sehr zügig gearbeitet worden. Ich bin mir sicher, dass die Umsetzung jetzt ebenso mit Tempo erfolgt. Schon bald werden die drei Buchstaben TUM in Heilbronn sichtbar sein! Was sind Ihre Aufgaben als Mitgesellschafter der DSS? Die Gesellschafterversammlung ist das beschließende Organ. Das betrifft das Budget sowie die Projekte. Dahinter steckt der Traum von Herrn Schwarz, einen Bildungsstandort Heilbronn zu entwickeln, der von der Kita bis zur Promotion reicht. Wegen meiner Erkenntnisse als Rektor und Minister hat er mich in die Gesellschafterversammlung geholt, sodass ich meinen Teil zu diesem Projekt beitragen kann. In der Gesellschafterversammlung und auch an der Spitze müssen wir alles durchdenken, da wir letztendlich entscheiden und so die Verantwortung tragen. Was fasziniert Sie persönlich am Thema Bildung? Mein gesamtes berufliches Leben ist davon geprägt. Ich bin den »normalen« Weg der Promotion und Habilitation gegangen und hatte eigentlich vor, Wissenschaftler zu bleiben, bevor ich dann zuerst Dekan in Mannheim wurde und man mich später fragte, ob ich auch Rektor werden wollen würde. Dann war ich eine lange Zeit Wissenschaftsminister. Bildung ist sozusagen mein Lebensinhalt, neben dem, was ich in der Stiftung mache. Ich bin begeistert vom Engagement der Stiftung, das sich ja auch in der experimenta zeigt. Das Ziel der Stiftung ist schließlich, dieser Region eine Zukunft zu bieten. Wo würde die Region ohne die Stiftung stehen? Die Zukunft der Unternehmen wird sich angesichts schwächer werdender Jahrgangszahlen entscheiden: Wird es genügend qualifizierte Menschen geben, die in dieser Region bei den Unternehmen arbeiten wollen? Die Qualifikationsanforderungen werden immer höher, weshalb man also immer mehr höhere Bildungsangebote braucht. Wenn Sie sich also den Bildungscampus wegdenken, wäre die Zukunft der hochinnovativen Unternehmen in Heilbronn gefährdet. Deshalb ist unser Ziel, möglichst viele junge Menschen schon für das Studium nach Heilbronn zu holen, in der Hoffnung, dass sie dann auch hier bleiben.

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ZUR PERSON: Prof. Dr. Peter Frankenberg ist Geograph und Politiker (CDU). Er war Rektor der Universität Mannheim und zehn Jahre Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg. Er studierte an der Universität Bonn Geschichte, Geographie und Geologie und danach Botanik. Er promovierte und war anschließend wissenschaftlicher Assistent am Geographischen Institut der Universität Bonn. Er habilitierte 1982 an der Universität Bonn. Danach lehrte er an der Universität Eichstätt, ab 1986 an der Universität Mannheim. Frankenberg war daneben von Oktober 1994 bis 2001 Rektor der Universität Mannheim und engagierte sich als solcher in verschiedenen überuniversitären Gremien in Fragen der Hochschulentwicklung. Er wurde Mitglied im Beirat des Centrums für Hochschulentwicklung und Beauftragter des Landes Baden-Württemberg für die internationale Andrássy Universität Budapest. Außerdem engagierte er sich als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands des Vereins »Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar«, im Aufsichtsrat der Gips-Schüle- Stiftung und im Stiftungsrat der Schader-Stiftung. 2011 wurde er Vorsitzender der Heinrich-Vetter-Stiftung und des Museumsvereins für Technik und Arbeit. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Freunde der Universität Mannheim und Mitglied im Kuratorium des Verbands der Privaten Hochschulen (VPH). Seit 2013 ist Frankenberg Gesellschafter und inzwischen Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Dieter Schwarz Stiftung. 2017 wurde er Vorstandsvorsitzender der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer. Sie haben das große Engagement der Stiftung schon angesprochen, in unserem Interview mit Prof. Friedl, Dekan an der TUM, sprachen wir vom »Neymar-Deal« im universitären Bereich. Halten Sie das für einen guten Vergleich? Nun ja, der Neymar-Deal ist natürlich unsicherer! Ist er beispielsweise verletzt, platzt der Deal. Wir sind im Gegensatz dazu nicht von einzelnen Personen abhängig, sondern bei uns geht es um die TUM. Und im Angesicht einer Kooperation von 30 Jahren werden von diesem Deal noch viele Generationen profitieren. Aber in der Einzigartigkeit des Volumens kann man schon sagen, dass man ein Starensemble nach Heilbronn geholt hat. Welches Feedback haben Sie von anderen Universitäten, die nichts mit der Region Heilbronn-Franken zu tun haben, erhalten? Ich habe noch viel Kontakt zu den baden-württembergischen Universitäten und dem Wissenschaftsministerium. Ich habe der Bildungsministerin Frau Bauer auch erläutert, warum wir zu dieser Entscheidung gekommen sind, da sich das einfach so gehört. Durch die Kooperation haben wir nun eine technisch orientierte Universität, die eine Business School hat. Das gibt es an keiner Uni in Baden-Württemberg. Die anderen Unis, die hier infrage gekommen wären, konnten einfach nicht das bieten, was München uns bietet. Das war den Unis aber auch klar, es gab Verständnis. Die haben dann gesagt – womit wir wieder beim Fußball wären – dass das wie bei Bayern München ist: Die gewinnen immer; allerdings ist es auch hart erarbeitet. Die Lehre, die die anderen Unis daraus ziehen können, ist, dass man in der heutigen Zeit, in der sich alles nur noch um EDV dreht, BWL eigentlich nur noch gemeinsam mit einer starken technischen Komponente betreiben kann. Welche Bedeutung hat die Kooperation für Heilbronn und die Region? Vielen Einheimischen ist sicher noch gar nicht bewusst, was dadurch hier alles angestoßen werden kann. Heilbronn muss ein hochqualifizierter Standort für hochqualifizierte jüngere Leute sein, die in den Unternehmen wichtige Positionen besetzen und Forschung und Entwicklung der Unternehmen voranbringen. Mir sagte einmal jemand, dass es schwer ist, einen Absolventen des Karlsruher Technischen Instituts (KIT) in die Ostalb zu bringen, da es einfach nicht genügend Absolventen gibt. Das bedeutet, dass man am Standort selbst ein Forschungs-, Entwicklungs- und Bildungsangebot bis zur Promotion haben muss, damit die Kräfte dorthin kommen. Es erhöht die Attraktivität von Stadt und Region ungemein. Aber sind Heilbronn und die Region attraktiv genug, um diese Topabsolventen auch zu halten? Wenn ich die Stadt jetzt betrachte, dann hat sie sich durchaus gemacht. Da gibt es Städte, auch in der näheren Umgebung, die deutlich zurückgeblieben sind. Heilbronn bietet gute Wohnstandorte um die Stadt herum, kaum jemand denkt daran, dass man hier quasi innerhalb der Weinberge wohnen kann. Ich glaube, daran mangelt es nicht. Das kulturelle Angebot ist gut und für Studenten aus beispielsweise den USA oder Indien ist die Oper in Stuttgart oder das Nationaltheater in Mannheim nicht weit weg. Gerade weil der öffentliche Nahverkehr hier besser als in den USA ist. Außerdem bietet Heilbronn viel für Kinder, was auch ein wichtiger Faktor ist. Denken Sie nur an die Initiativen der AIM und DSS, dass wir eine internationale Schule haben. Oder die experimenta, die für (potenzielle) Eltern ein wichtiger Attraktionspunkt ist. Schließlich muss man auch sehen, wie es mit und nach der BUGA aussehen wird, was sicherlich auch die Attraktivität steigern wird. Neben der Tatsache, dass man an der TUM studiert, wird Heilbronn ein Standort sein, an dem man gut zurechtkommen wird. Hanix Nr. 54 INTERVIEW DES MONATS

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Wird diese Kooperation TUM/DSS für Deutschland stilprägend sein? Also ein Aufbruch in ein neues Zeitalter, über Ländergrenzen hinweg? Die Frage muss sein, ob man eine solche Stiftung wie die DSS findet, die so selbstlos bzw. nicht aus Eigeninteresse handelt. Jemanden wie Dieter Schwarz zu finden ist sehr schwer, denn private Investoren haben sich bisher immer gescheut, in staatliche Universitäten zu investieren. Ich habe mich immer gefragt, warum das so ist. Denn privat etwas aufzubauen und Renommee zu erwirtschaften kostet doch viel mehr und hat einen wesentlich unsichereren Ausgang, als wenn das gleiche Geld in eine gute staatliche Universität investiert wird. Viele Private haben eben die Angst vor dem Staat. Und diese Angst hat die DSS mit der Dualen Hochschule und der Hochschule Heilbronn überhaupt nicht. Allerdings merkt man, dass die Kooperation jetzt mehr Aufmerksamkeit bekommt; so hat das Manager Magazin zuletzt einen Beitrag dazu veröffentlicht. Wenn anderen Sponsoren nun klar wird, dass es funktioniert, könnte es durchaus sein, dass auch andere unseren Weg nachvollziehen. Also ist die DSS sehr visionär, was diesen Bereich angeht? Ja, einen Bildungscampus wie in Heilbronn, getragen von einer Stiftung, gibt es in Deutschland nicht. Die Münchener waren positiv überrascht, als sie den Bildungscampus kennenlernten, was sicher auch ein Argument für die Kooperation war. Sie waren nicht nur Wissenschaftsminister, sondern zeitgleich auch Minister für Kunst. Wie wichtig ist die kulturelle und innovative Stadtentwicklung, wie sie beispielsweise Mannheim seit 15 Jahren betreibt? Für junge Leute, die sich überlegen, in welcher Stadt sie studieren und später auch leben und arbeiten wollen, spielt das natürlich eine große Rolle. Dabei geht es immer um ein sehr breites Angebot; Mannheim hat eine Szene durch die Popakademie, aber eben auch ein Nationaltheater. Diese künstlerische Welt erzeugt Kreativität, weshalb sie ein integraler Bestandteil von Stadtentwicklung sein muss. Mannheim und Heilbronn liegen geografisch nicht weit voneinander, so gehört Sinsheim noch zur Metropolregion Rhein-Neckar. Jetzt muss man betrachten, was derzeit in Heilbronn entsteht. Es geht ja nicht nur um den TUM-Campus, sondern die Stadt wird ein enormes Zentrum für Unternehmensgründungen und Entrepreneurship sein, mit allen Chancen. Hier könnten die beiden Städte also mehr kooperieren: Heilbronn mit seiner wirtschaftlichen, Mannheim mit seiner kulturellen Stärke. Dass die TUM nun vor die Tore Mannheims kommt, kann eine Chance für beide Städte sein, vorausgesetzt, man sieht das nicht als Konkurrenzsituation, sondern als Ergänzung. Wenn die A6 irgendwann wieder befahrbarer wird und man den Nahverkehr noch etwas verbessert, kann man ja in 45 Minuten in Mannheim bzw. Heilbronn sein. Für die neuen, internationalen Studenten wird es vermutlich keine Strecke sein. Denn fairerweise muss man sagen, dass man beispielsweise vom Wedding nach Schöneberg auch eine Stunde braucht. Dennoch glauben wir, dass diese Strecke für viele Heilbronner noch zu weit ist. Denken Sie, dass das Bewusstsein der Heilbronner durch die »neuen« Studenten und Professoren hierfür geschärft werden wird? Wenn man mit Herrn Schwarz spricht, ist er begeistert von dem belebten Campus; plötzlich laufen hier eine Menge Studenten herum. Jetzt kommen auch noch die TUM-Studenten, die internationaler sein werden. Etliche der Studenten werden hier promovieren, also eine ganz andere Einstellung zu Wissenschaft mitbringen, neue Kooperationen werden entstehen. All das wird 100 Gründe nach Heilbronn zu kommen? Hier sind die ersten 3: www.Jubelbrand.de In Heilbronn u. a. erhältlich bei: Edeka Ueltzhöfer; Winery Heilbronn, Lise-Meitner-Str. 11; Weinhandlung Kirchner, Karlstr. 109; Tourist-Info, Kaiserstr. 17 10 Jahre TANZ!HEILBRONN 16. – 21. Mai 2018 KARTEN: 07131. 56 30 01 · WWW.THEATER-HEILBRONN.DE 43 53

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die Stadt prägen, Heilbronn wird zu einer Universitätsstadt werden und sich zu einer Art Wissenschaftszentrum entwickeln – also zu etwas anderem, als einer reinen Industriestadt werden. Aktuell findet das studentische Leben – wenn überhaupt – nur hinter verschlossenen Türen statt. Es gibt keine Geisteswissenschaften oder kreativen Studiengänge, Gastronomen fragen sich, wo die Studenten sind; man sieht sie im Stadtbild nicht. Aber DAS studentische Leben gibt es doch so gar nicht mehr bzw. hat es sich stark reduziert. Durch Bachelor und Master ist alles so verdichtet, übrigens auch die Programme der Geisteswissenschaften, dass kein Student mehr die Zeit hat, in den Szenekneipen abzuhängen oder jeden Film, der im Kino anläuft, zu sehen. Ich hoffe, dass sich das studentische Leben nicht noch weiter reduziert, denn wir müssen im Studium genügend Freiheiten lassen. Mit der Einführung des Bachelors ist gerade in Baden-Württemberg zu viel verschult worden (was jedoch wieder geändert wurde), was den Studierenden aber auch Lehrenden die Zeit, die ja durchaus für Kreatives gebraucht werden kann, genommen hat. Ich glaube, ein bisschen Studentenleben gehört einfach zum Erwachsenwerden dazu. Und vielleicht sind die Studenten, die dann aus Mannheim und München kommen, etwas wirtshauserprobter! Muss ein solches studentisches Leben gefördert werden oder meinen Sie, dass sich so etwas von ganz alleine entwickeln wird, wenn erst die internationalen Studenten da sind? Zum einen wird es eine neue Mensa für alle Hochschulen geben und auch das Bibliothekswesen wird zusammengefasst, sodass sich die Studenten untereinander begegnen. Wir möchten eben keine drei Hochschulen, die miteinander nichts zu tun haben wollen. Auf dem Campus wird sich also mehr entwickeln. Ich glaube allerdings nicht, dass wir als Stiftung eine Szene aufbauen können. Da kann die Stadt etwas tun – die Frage ist nur was und wie. Was wir vielleicht auch als Stiftung tun können, ist dafür zu sorgen, dass sich hier Studentenvereinigungen niederlassen, die das Leben hier befeuern könnten. Hier müssen wir gemeinsam überlegen, wie wir solche Gruppierungen unterstützen können – oftmals ist es gar nicht viel, was man dazu braucht. Momentan kann der Eindruck entstehen, dass man sich im Rathaus nur um die Leuchttürme kümmert, aber wenig auf die kleinen Mosaiksteine einer städtischen Identität achtet. Wäre das eine gefährliche Einstellung oder muss eine Stadtverwaltung, die diese diversen Großprojekte managt, so handeln? Betrachtet man die Größe Heilbronns und die Projekte, die die Stadt derzeit stemmt, ist es schon erstaunlich, dass Heilbronn das alles überhaupt schafft. Ich kenne auch keine andere Stadt, die derzeit so viel schaffen muss. Insofern muss man sehen, dass man das alternativ hinbekommt. Hier wären Gesprächskreise zwischen Stadt, Hochschulen und Stiftung sinnvoll. Die Stadtverwaltung kann nicht noch ein Konzept »Szenestadt Heilbronn« o. Ä. stemmen. Die neue Säule der DSS ist Innovation und Entrepreneurship – das noch fehlende Mosaiksteinchen, um das Förderkonzept der DSS rundzumachen? Ja, wobei ich aufgrund der Kreativität der Stiftung nicht sagen würde, dass kein neuer Stein mehr kommt! Wir denken schon wieder weiter. Aber schaut man sich große Innovationen wie z. B. Google oder Facebook an, dann wurden die eben nicht von Hewlett-Packard oder IBM erfunden, sondern von kleinen Start- Ups. Dort liegt die Innovation und die gilt es zu fördern. Was das angeht, ist die TUM mit ihrem Gründercampus die erfolgreichste deutsche Universität – das fehlt uns noch in Heilbronn. Dort sind zwar viele Familienunternehmen dabei, die auch wichtig für die Entwicklung sind, aber für die Zukunftsideen sind die Unternehmensgründungen ganz entscheidend. Hat jemand eine gute Idee und präsentiert die in einem großen Unternehmen, dann kommt er im besten Fall in die Forschungsabteilung – dort bekommt man dann oft zu hören, dass die Idee, wenn sie denn gut wäre, der Abteilung doch schon längst eingefallen wäre. Junge, kreative Start-Ups brauchen wirtschaftliche Förderung, die wir ihnen hier geben könnten. Denken Sie nur an die Medizintechnik, was den Leuten dort alles einfallen könnte! Deshalb halte ich den Mosaikstein Innovation und Entrepreneurship für einen ganz entscheidenden. Wir gehen davon aus, dass es sich hier um technische Innovationen handelt? Was wir den Heilbronnern anbieten, hat eine starke betriebswirtschaftliche Komponente – was in der Zukunft aber ohne Technik nicht funktionieren wird. Das wiederum deckt auch das Feld der Dienstleistungen ab. Schließlich erwirtschaften die meisten modernen technischen Unternehmen den Großteil ihres Umsatzes über Dienstleistungen und nicht über die Produktion. Beispiel Automobilindustrie: Heute verkaufen Ihnen die Konzerne Finanz- und Softwaredienstleistungen und Ihr Auto ist ein Entertainment-Gerät. Alles fließt ineinander. Wichtig für uns ist, dass sich Techniker und Betriebswirte (und auch alle anderen) in einem universitären Umfeld begegnen und sich austauschen. Das Startup-Center in den Wagenhallen soll im Herbst 2019 an den Start gehen. Wie viele Arbeitsplätze können dort zur Verfügung gestellt werden? Wir sind froh, wenn wir die Grenzen, die wir uns finanziell gesetzt haben, voll ausloten können. Sollte es mehr junge Hanix Nr. 54 54 INTERVIEW DES MONATS

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Hanix Nr. 54 Menschen mit tollen Ideen geben, dann soll es daran auch nicht scheitern. Wir brauchen die Leute! Wer soll sich dort einmieten, Kreativschaffende? Gerade die Mischung kann dort sehr wichtig sein. Das Konzept der TUM ist schließlich, diese Unternehmensgründer in Seminaren zusammenzubringen. Ein Beispiel aus München: eine Unkrautvernichtungsmaschine, die via Kamera GPS-gesteuert Unkraut aus den Feldern entfernt, und dabei Herbizide einspart. Jemand, der Landmaschinen baut, kommt auf so eine Idee gar nicht. Für die Entwicklung solcher Ideen und deren Umsetzung braucht man einfach die verschiedensten Fachkräfte – auch aus der kreativen Szene. Oftmals sind es eben auch die Kreativen, die einen anderen Blickwinkel auf die Sachverhalte bieten können … Richtig. Ein Beispiel: Bei der Gips-Schüler-Stiftung, bei der ich auch im Aufsichtsrat tätig bin, habe ich mir kürzlich die Papiere zu einer Verleihung eines Nachwuchspreises durchgelesen. Da hat jemand herausgefunden, dass HIV-Viren bei einer unheilbaren, letalen Form des Hirntumors für das Absterben der Krebszellen sorgen können. 30 Jahre kam die Wissenschaft da nicht weiter. Jetzt gibt es schon Experimente an Tieren, die das beweisen. Hätte man Ihnen das erzählt, hätten Sie das doch für eine völlig schräge Idee gehalten. Wie kommt jemand überhaupt auf eine solche Idee? Wäre sie in einem Seminar geäußert worden, hätte der Professor den Studenten wahrscheinlich ausgelacht. Wir brauchen solche Ideen, bei denen jeder »normale« Mensch erst mal ins Stocken kommt! Wird es auch mal kreative Studiengänge in Heilbronn geben? Gut, dass Sie das ansprechen. Die Kunst der Hochschulen ist schließlich, sich zu fragen, was wir in Zukunft brauchen werden. Die noch höhere Kunst ist vielleicht, sich zu überlegen, welche Studiengänge man einstellt – schließlich kann man nicht alles PROF. DR. PETER FRANKENBERG finanzieren. Meine Philosophie war immer, den Hochschulen Autonomie zu geben. Um Neues aufzubauen, muss Altes geschlossen werden: Dazu müssen Hochschulen in der Lage sein. Ich hoffe, dass in Zukunft etwas entstehen wird, an das wir heute noch gar nicht denken. Was ist Ihre Vision für den Bildungscampus im Jahr 2030 … Ich denke, dass sich der duale Teil des Bildungscampus’ ausweiten wird, da es eine Akademisierungstendenz gibt; wir immer höherqualifiziertere Arbeitskräfte brauchen werden – immer in Verbindung mit der Berufsorientierung. Die Hochschule wird in Kooperation mit der TUM neue Entwicklungen gehen, hier sehe ich zum Beispiel ein gemeinsames Graduiertenkolleg. Die TUM wird sich weit über das, was wir gerade begonnen haben, selbstständig weiterentwickeln. Ich glaube auch, dass wir einen herausragenden, international hochattraktiven Standort einer Business School haben werden. Dann muss man sehen, was aus den sogenannten Ausgründungen, also den neu entstandenen Unternehmen aus dem Bildungscampus, werden wird, die sicherlich wieder Rückkopplungen mit den Hochschulen haben werden. Dort entwickelt sich eine Art Hefeteig. … und Ihre Vision 2030 für Heilbronn selbst? Heilbronn wird mit dem Campus zur universitären Hochschulstadt und ich glaube auch, dass sich dann – gerade in Verbindung mit dem Stichwort Wirtschaft 4.0 – auch die Kreativwirtschaft hier ansiedeln wird. Ich denke da an die Design-, vielleicht sogar die Musikszene, da sich alles immer mehr verschränkt. Dabei geht es auch nicht um die Frage, wer das zahlt, sondern das wird von sich aus entstehen. Das Land wäre gut beraten, diese Entwicklung auch weiterhin zu fördern. ◆ vor dem habe ich doch keine ANGST, HASE! www.zahnarzt-merkle.de 55 43

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Titelthema: [S. 58–77] 100 GRÜNDE FÜRS BLEIBEN UND KOMMEN TEIL 1: 1 – 50 »Meine Heimat ist klein. Geht von Ort zu Ort. Nimmt mein Herz mir fort. Gibt mir Weh, gibt mir Ruh. Meine Heimat bist du.« Hermann Hesse Schriftsteller, Dichter und Maler (1877 – 1962) Artwork: Kathrin Leisterer-Miskovic Hanix Nr. 54 RAINER MORITZ’ WOHLDOSIERTE LIEBESERKLÄRUNG AN HEILBRONN → S. 58 Teil 1: 100 Gründe fürs Kommen und Bleiben → S. 62

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Eine wohldosierte Liebeserklärung an Heilbronn. Von Rainer Moritz, Fotos: Meli Dikta Wasserbüffel und Erzengel Oberlehrer W. hieß der Mann im weißen, kreidestaubigen Kittel, der an der Heilbronner Gerhart-Hauptmann-Grundschule unterrichtete. In Erinnerung geblieben sind mir sein braunstichiges, nikotingetränktes Gebiss und der Handfeger, mit dem er ihm unangenehm aufgefallenen Schülern im Klassenzimmer den Hintern versohlte. Oberlehrer W. lehrte »Heimatkunde«, ein Fach, das heute aus allen Lehrplänen, aber noch nicht aus dem Duden verschwunden ist. Die Schönheit des Mainhardter Walds, des Zabergäus und der Löwensteiner Berge versuchte er uns nahezubringen – und natürlich die Geschichte der bedeutenden Heilbronner Baudenkmäler, des Rathauses und der Kilianskirche zum Beispiel. Oberlehrer W.s Art machte mir den Heimatbegriff suspekt. War es wirklich notwendig, seine Herkunft mit Glanz und Gloria zu versehen, dem Wort »Heimat« eine hoch emotionale, ja spirituelle Aura auf den Weg zu geben? Und niemand von uns Grundschülern kam es in den Sinn, Oberlehrer W. danach zu fragen, was er in seiner Jugend – während des Nationalsozialismus – wohl mit »Heimat« verbunden hatte. Heimatscholle? Heimaterde? Ja, Heimat war lange ein verdorbener, dumpfer Begriff. Heute jedoch ist mir fast wohlig dabei zumute, über Heimat, über meine Heimat nachzusinnen, und ich denke nicht daran, das Wort Ewig- oder Neugestrigen vom sehr rechten Rand unserer Gesellschaft zu überlassen. Selbst das Lehrfach »Heimatkunde« erscheint mir trotz seines altbackenen Klanges nahezu sympathisch. Seine Heimat zu kennen, zu wissen, was auf einem Flecken Erde vor Jahrzehnten und Jahrhunderten geschah, tröstet, beruhigt und schafft Abstand zu dem, was die Gegenwart Tag für Tag an Globalisierungsanforderungen stellt. Heimat, das ist für mich eine Empfindung von Vertrautem. Sie stellt sich ein, wenn ich am Weinsberger Kreuz die Autobahn verlasse, den Weinsberger Sattel überquere und sich plötzlich das Stadtbild Heilbronns vor mir auftut – mit seinen Weinbergen, der Augustinuskirche, den Kraftwerkstürmen in der Ferne. Dann geht mein Herz ganz selbstverständlich für ein paar Augenblicke auf, und ich weiß, was mir Heimat bedeutet. Melancholie schwingt mit, ein Aufgehen im Hier und Jetzt, ein Sich-Versenken. So ist Heimat für mich gebunden an das, was ich als Kind sah und was heute oft nur noch in meiner Erinnerung existiert. Heimat ist für mich ohne diesen transzendenten Beiklang nicht denkbar. Vielleicht hat sogar – das ist nicht ganz auszuschließen – Oberlehrer W. Ähnliches empfunden, als er uns mit grimmiger Miene Lektionen in Heimatkunde erteilte. »Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will«, hat der niederländische Schriftsteller Cees Nooteboom einmal geschrieben, und so streune ich bei meinen gelegentlichen »Heimatbesuchen« gern durch die Stadt, danach ausschauend, was sich verändert und was sich nicht verändert hat. An manchen Ecken tut sich wenig, an anderen viel. Städteplaner, Kaufleute und Politiker erzählen gern davon, dass ohne Wachstum und Fortschritt keine vernünftige Entwicklung unserer Gesellschaft möglich sei. Das mag sein, doch im Übereifer, für Wachstum und Fortschritt zu sorgen, bleiben ästhetische und historische Argumente oft auf der Strecke. Der Schreckenstag der Lokalgeschichte, der 4. Dezember 1944, als Tausende Bürger bei englischen Luftangriffen umkamen und die Altstadt zu einem Trümmerfeld wurde, blockierte die Stadt für lange Zeit. Ganz auf den Wiederaufbau im Zeichen des Wirtschaftswunders konzentriert, zeigten die Heilbronner kaum historisches Selbstbewusstsein. Wie andernorts entstanden Gebäude, die den Berufsstand der Architekten nicht zierten, und Hanix Nr. 54 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hanix Nr. 54 selbst zu einer Zeit, als man es hätte besser wissen müssen, zog man Bauten hoch, für die ich mich schäme, wenn ich an ihnen vorübergehe. Die 2008 eröffnete, dem wunderbaren Deutschhof gefährlich naherückende Stadtgalerie zum Beispiel ist für mich so ein beklemmendes architektonisches Ungetüm, das sich wie ein gestrandeter Buckelwal Richtung Fleiner Straße wirft, und außer merkantilen Anreizen keine weiteren hat. Oder – um das Schlimmste abzuhaken – das unfasslich misslungene Theaterforum K3, wohin, was meinen Schmerz steigert, vor vielen Jahren meine innig geliebte Stadtbibliothek umziehen musste. Je näher man dem K3 von der Sülmerstraße kommt, desto schäbiger die Atmosphäre, desto größer die Überwindung, das gesichtslose Etwas zu betreten. Und auf der anderen Seite, von der Paulinenstraße her, hat man den Eindruck, es sei bei der Planung darum gegangen, die Innenstadt auf möglichst abschreckende Weise abzuriegeln. Vielleicht hatte man sich seinerzeit das Ziel gesteckt, das 1974 mit Pomp eingeweihte Wollhauszentrum an Betonscheußlichkeit zu übertreffen. Die – einst Metzingen zugedachten – Verse des Dichters Robert Gernhardt »Hässliches, du hast so was Verlässliches« gelten auch für die unschönen Seiten Heilbronns, doch es tut sich offenkundig etwas in der Stadt, es scheint so, als bräche sie zu neuen Ufern auf. Heilbronn ist nicht mehr die gesichtslose »Stadt der Krämerseelen« (Paul Hegelmaier), ist nicht mehr das württembergische Pendant zu den gern genannten Symbolen bundesdeutscher Ödnis, zu – sagen wir – Bielefeld oder Wolfsburg. Die Bundesgartenschau wird die Stadt durcheinanderwirbeln, Besucher anziehen, die Heilbronn zuvor allenfalls von Autobahnschildern und von Heinrich von Kleists »Käthchen von Heilbronn« her kannten. Vorausgesetzt, diese Heilbronn-Novizen lassen sich nicht durch die weiterhin schmachvolle Bahnanbindung der Stadt entmutigen. Dieses Zittern im ICE, wenn man von Hannover oder Hamburg Heilbronn ansteuert, sieben, acht Minuten Umsteigezeit im abgetakelten Würzburger Bahnhof hat ... und dann der sich um ICEs nicht scherenden Regionalbahn nach Stuttgart (die sich in elend langer Fahrt über Lauda, Osterburken, Möckmühl & Co. Richtung Heilbronn quält) hinterherschaut ... Heilbronns Campusehrgeiz lässt – Mäzene machen’s möglich – das vormals brave Fachhochschulimage verblassen und macht die Stadt auf kleinen bayerischen Umwegen inzwischen sogar zur Universitätsstadt. Und wie erfreulich ist es, dass Heilbronn sich endlich den Neckar angeeignet hat. Zu meiner Schulzeit spielte der Fluss keine markante Rolle. Es gab ihn, ja, man überquerte ihn auf dem Weg zum Bahnhof, sah ihn aus den Augenwinkeln, wenn es mit dem Rad ins Freibad Neckarhalde ging, und lernte bei Oberlehrer W., wo er entsprang und wohin er mündete. Zur Innenstadt hin freilich war der Neckar abgeschottet, als sei es touristisch nicht sichergestellt, dass Wasser jeder Art Städte (und deren Bewohner) liebenswerter machen. Inzwischen zieht sich eine Flaniermeile am Neckarufer entlang, könnte man an lauen Sommerabenden auf den Gedanken kommen, Heilbronn gar für eine südliche Stadt zu halten. Nicht auszuhalten, wenn irgendwann – sagen wir: in zwanzig Jahren – auch noch die Fußballstadt Heilbronn zu neuem oder altem Leben erwacht. Denn ich hatte das unermessliche Glück, in einer Zeit aufzuwachsen, die die beste Zeit des VfR Heilbronn war, und wer ein solches Glück je erfahren hat, träumt von seiner Wiederkehr. Ich war dabei, das steht fest, damals im Dezember 1970. Einer unter 18.000 entfesselten Zuschauern im Stadion an der Badstraße. Als der Verein für Rasenspiele Heilbronn einen Pokalcoup landete und die Offenbacher Kickers mit ihrem RAINER MORITZ LIEST

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Trainer Riegel-Rudi Gutendorf abfertigte ... und wie ich jubelte beim Schlusspfiff, nachdem Harry Griesbeck und Hans Mayer die entscheidenden Tore zum 2:0-Sieg erzielt hatten. Über die aktuelle sportliche Situation des VfR Heilbronn, der schon lange nicht mehr VfR Heilbronn, sondern FC Union Heilbronn heißt, möchte ich nicht sprechen. »Eine Stadt. Ein Verein. Ein Ziel!«, heißt es auf der Homepage des trostlos kickenden, mit Niederhofen und Massenbach um Punkte kämpfenden Clubs ... So wandelt sich mein Heilbronn-Bild alle Jahre wieder. Das mag mit zunehmendem Alter zu tun haben, welches mich freilich, so hoffe ich, davor schützt, grundlos sentimental und nostalgisch auf die Stadt zu blicken. Immerhin käme ich nicht mehr auf die Idee, sie – wie vor gut zwanzig Jahren – als »stadtgewordenen Rudolf Scharping« zu bezeichnen. Die Formulierung saß damals und ist bis heute einigen geläufig. Dass sie allmählich vergessen wird, hat nicht nur mit dem Aufschwung Heilbronns zu tun, sondern auch damit, dass der wackere, unglückselige SPD-Mann gleichfalls in Vergessenheit geraten ist und man Jüngeren mühsam erläutern muss, was es mit dem bärtigen Parteiführer Scharping auf sich hatte. Zu sehr freilich sollte sich mein Heilbronn-Bild gar nicht ändern. Was ich an der Stadt und seinem Umland mag, ist oft das Gleichgebliebene, das nicht reizvoll genug war, städtebaulich attackiert zu werden, das sein darf, was es war. Beispiele gefällig? Wenn man sich im Osten etwa dem Pfühlpark nähert, am Eingang Fasanenstraße nicht dem Hauptweg folgt und in den wie verzaubert wirkenden Rosengarten einbiegt, dann steht die Zeit still. Kein prunkendes Rosarium, aber doch eine überschaubare, klassisch gegliederte Anlage, die dazu einlädt, es sich auf einer der Bänke bequem zu machen, sich vom gleichförmigen Wasserstrahl des achteckigen Springbrunnens besänftigen zu lassen, im Sommer die Hitze und den betörenden Rosenduft aufzusaugen und die beiden steinernen Musikanten zu studieren, deren vom Wind untermalte Melodien der Fantasie freien Lauf lassen. Unter der Woche herrscht hier eine verführerische Ruhe, und selbst die Gänseblümchen auf dem Rasen werden geduldet. Von da gehe ich weiter zu den Pfühlparkwiesen, auf denen ich als Schüler nachmittags, was das Zeug hielt, einen Torschuss nach dem anderen abfeuerte, und über die Richard-Becker-Straße, die früher passender Linnéstraße hieß, zum See, auf dem ich mich, höchst untalentiert in dieser Disziplin, ein einziges Mal auf Schlittschuhe stellte. Heilbronn ist für mich ohne diese Plätze der Stille nicht denkbar, nicht aushaltbar. Und ohne den Köpfer schon gar nicht. Denn einen idyllischeren Weg gibt es in Heilbronn wohl nicht: Vom Trappensee aus ist man eine halbe Stunde im »dunklen Waldtal Köpfer« (Ludwig Uhland) unterwegs, bis man seinen Brunnen, eine Einsiedlerklause und einen Musikpavillon erreicht. Der sich schlängelnde Pfad führt am Köpferbach entlang, vorbei am Licht-Luft-Bad, das nach einem Brand im Dezember 2015 zum Glück wiederaufgebaut wurde, und an einem Stausee, der 1935 angelegt wurde, um dem Hochwasser Herr zu werden. Eschen, Eichen, Weißbuchen und Erlen spenden Schatten und machen den Köpfer selbst an heißen Tagen zu einem luftigen Ort. Eine unheimliche, mich als Kind ängstigende Legende, dass der Köpfer Köpfer heiße, weil er vormals Schauplatz von Hinrichtungen war, ist wohl ein gut ausgedachtes Schauermärchen. Vermutlich sind es die Weinberge, die mein Heilbronn-Bild am stärksten prägen. Die Randweg-Spaziergänge am Jägerhaus, der Aufstieg mit meinen Eltern zur Heuchelberger Warte und der Blick von der Weibertreu – das gehört wie kaum etwas anderes zu Heilbronn und zum Unterland. Vor allem die rebenumspielte Burgruine Weibertreu hat es mir seit jeher angetan – natürlich weil an ihrem Fuß der Dichterarzt Justinus Kerner, eine wunderbar kauzige, lebensechte Gestalt des 19. Jahrhunderts, wohnte und Geistesgrößen unterschiedlichster Couleur empfing, weil ich in der angrenzenden Hildthalle für den TTC Heilbronn mich wacker an der Tischtennisplatte schlug, weil der Name Weibertreu eine so schöne Geschichte von treuen, aufopferungsvollen Frauen erzählt, die man sofort glauben möchte, und weil es oben auf der Ruine oft so still ist, dass man meint, den Klang der Äolsharfen zu hören. Wenn ich in diesem Leben nur noch einen einzigen Ausflug Hanix Nr. 54 Literat Rainer Moritz triit immer wieder in seiner Heimatstadt auf, zuletzt las er im Februar 2018 auf dem Theaterschiff Heilbronn RAINER MORITZ LIEST

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machen dürfte, würde ich den Weg zur Weibertreu einschlagen – mit ein wenig Distanz zu Heilbronn und der Stadt doch ganz nah. Die sanft abfallenden Weinberge rund um Heilbronn haben meine Sympathie aus vielen Gründen – nicht zuletzt wegen der Trauben, die sie tragen. Württemberger Weine wurden zwar schon immer von »Kennern« getrunken, doch ihr Ansehen unter wirklichen Connaisseuren hielt sich lange Zeit in Grenzen. Inzwischen jedoch genießen nicht nur die trockenen Rieslinge Anerkennung, sondern auch die Rotweine haben Boden gutgemacht. Fänden sich in meinem überschaubar bestückten Hamburger Weinkeller keine Weine aus Württemberg, wäre mir unwohl. Wann immer ich mit dem Auto unterwegs bin, belade ich den Kofferraum mit Lemberger-trocken-Kistchen und mit dem an Wertschätzung gewinnenden Trollinger, Alte Reben. Bin ich nicht mit dem Auto unterwegs, rühme und preise ich das Internet und bestelle auf diesem Wege, beim Weingut Kistenmacher-Hengerer in Heilbronn, bei Zipf in Löwenstein oder beim Grafen Neipperg. So kommt in Hamburg, das mir auch nach über zwanzig Jahren immer noch zu nördlich liegt, mein prachtvolles, auf keinen Fall mit geschmacklosen Weinlaubgravuren verunstaltetes Henkelesglas optimal zur Geltung. Herrlich diese Momente, aber keine Sorge, wenn ich so in Alsternähe ein Viertele Trollinger trinke, höre ich keine schwäbischen Volkslieder, keine alten Häberle-und-Pfleiderer-Aufnahmen und auch keine Andrea-Berg-CD – so weit ist es noch nicht; man muss nicht übertreiben, um eine gewisse Fernliebe zu empfinden. Dürfte dieser Text länger sein, gäbe es noch viel zu erzählen, würde ich meinen – ebenfalls aus Heilbronn stammenden – Kollegen Oliver Maria Schmitt zitieren, der herrliche Sätze zum Ruhme der »Hessersbeck«-Lokalität geschrieben hat. Dann würde ich vom Alten Friedhof, von Cleebronn und seinem Michaelsberg erzählen, der einen Ausblick bietet wie ... wie ... die Worte würden mir an dieser Stelle fehlen. Cleversulzbach hätte ich dann erwähnt, mit seinem Mörike-Museum und dem Friedhof, auf dem gleich zwei Dichtermütter, die von Schiller und die von Mörike, ruhen. Ach ja, wenn wir schon bei Friedhöfen sind: Gleich nach der Weibertreu steht auf meiner persönlichen Rangliste der Löwensteiner Waldfriedhof an oberster Stelle. Von der Ortsmitte, wo meine Eltern nach den Sonntagswanderungen Halt machten und uns ein Eis kauften, sind es dreihundert Meter Fußweg zum Friedhof. Mit windschiefen Obstbäumen bestandene Wiesen fallen steil hinab und säumen den Weg dorthin. Weit erstreckt sich der Blick ins Weinberger Tal, Hößlinsülz (was für ein Name!) zur Linken und der Breitenauer See zur Rechten. An diesem Platz, denkt man unwillkürlich, möchte man begraben sein und, wenn es die denn gibt, seine letzte Ruhe finden. Der Tierdichter Manfred Kyber läge neben einem. Und natürlich Justinus Kerners berühmteste Patientin, die 1829 in Löwenstein jung verstorbene Friederike Hauffe, die »Seherin von Prevorst«. Ihr Grabsockel trägt ein Goldkreuz, das im Abendlicht weit ins Tal leuchtet. Eine der Sockelinschriften preist die Gaben der seinerzeit von vielen Geistesgrößen besuchten Prevorster Försterstochter: »Du hast zunichte gemacht die Weisheit der Weisen.« Über all das hätte ich gern ausführlich geschrieben, wenn dieser »Heimatkunde«-Essay hätte länger ausfallen dürfen. Aber es muss in einer wohldosierten Liebeserklärung Lücken geben. Wahre Liebe hat ihre Geheimnisse. ◆

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Man hört es oft: Heilbronn ist besser als sein Ruf. Und in Zeiten einer gefühlt aufkommenden Meckerstimmung, die sich mal mehr, mal weniger subtil in der Stadt breitmacht, dachten wir: Stimmt. Heilbronn und seine Region sind viel besser als wir »betriebsblinden« Bewohner in unserem Alltag oft wahrnehmen. Bei all dem Optimierungswahn und der Dynamik hier in der Gegend und dem gelebten Motto »Nicht gemeckert, ist gelobt genug«. Und natürlich gibt es ausreichend Potenziale, die hier noch nicht entfaltet sind. Dennoch lautet unser Fazit zu Heilbronn und der umliegenden Region: Leider geil! Hier also die erste Hälfte unserer subjektiven und trotzdem gar nicht so überraschenden Top 100. 100 Gründe fürs Kommen und Bleiben Teil 1 1 – 50 Urgemütliche Weinkultur – Besenwirtschaften und Weinausschänke Am Hauseingang hängt ein Reisigbesen. Nein, es ist kein Hexenhaus, sondern eine der urgemütlichen Besenwirtschaften, wo den Besucher ein gutes Viertele und ein kleines Vesper erwarten. Im aktuellen »Besenführer Heilbronn« sind 139 Besenwirtschaften und Weinausschänke in der Stadt und Region gelistet. Der traditionelle »Besen«, so der Ausdruck der urgemütlichen Wirtschaft mit stimmungsvoller Atmosphäre, darf im Jahr nur 16 Wochen geöffnet haben. So dürfen nicht mehr als 40 Sitzplätze angeboten werden und es gibt nur einfachere Speisen. Da ist die Kochkunst der Besenwirte gefragt. Vom selbstgebackenen Brot über Salzfleisch mit Kraut bis hin zur Schlachtplatte, aus eigener Schlachtung versteht sich. Im Besen heißt es die Gelegenheit nutzen und eine winterliche »Hocketse« mit Gleichgesinnten erleben. Platzreservierungen sind meist unüblich. Normal ist, dass zusammengerückt wird, bis auch der letzte Zwischenraum gefüllt ist. Oder der Gast wartet stehend mit voll-gefülltem Glas … Wer Durst und Laune hat auf ein heimisches Tröpfle, sollte sich aber nicht einfach auf den Weg machen, denn die Öffnungszeiten schwanken in den gemütlichen Weinwirtschaften. Deshalb der Tipp für Besenwirtschaftsbesucher, vorher einfach kurz anrufen, ob der Besen geöffnet hat. → Heilbronner Land Stadt der jungen Dichter – Heilbronner Poetry-Slam Seit nunmehr neun Jahren veranstaltet das hiesige Popbüro den Heilbronner Poetry-Slam. Angefangen hat alles – wie so oft in der freien Kulturszene – durch die Zusammenkunft einiger kreativer Köpfe und einer Prise Zufall. Beim jährlich stattfindenden Helferfest des Popbüros gibt es traditionell eine offene Bühne im Café Wilhelm, die von allen anwesenden Ehrenamtlichen improvisierend bespielt wird. Nicolas »Nigges« Groschke verlas zu diesem Anlass einen Slam-Text und daraus entstand die Idee, im Café Wilhelm versuchsweise einen Poetry-Slam zu starten. Im April 2009 kamen dann zum ersten Heilbronner Poetry-Slam 30 Zuhörer ins kleine Café Wilhelm. Ende 2009 platzte das Café Wilhelm bei der fünften Ausgabe dann bereits aus allen Nähten. Durch regelmäßige Umzüge in größere Locations oder die Veranstaltung des Open-Air-Poetry-Slams im Rahmen des »Viel & Draußen«-Festivals, gelang es nach und nach immer wieder, die Zuschauerkapazität zu vervielfachen. Dennoch finden bis heute Veranstaltungen im Café Wilhelm, der Wiege des Heilbronner Poetry-Slams, statt. Moderiert werden die Slams seit jeher von Nicolas »Nigges« Groschke und Nektarios Vlachopoulos. Seit 2011 bereichert Philipp Herold das Moderatorenteam – auch um die monatliche Frequenz des Heilbronner Poetry-Slams zu garantieren. Ebenfalls seit 2011 fördert das Heilbronner Popbüro durch regelmäßige Workshops an Schulen und Schul- Slams den literarischen Nachwuchs in Heilbronn Hanix Nr. 54 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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und Umgebung. Die Ausrichtung des BWSLAM16 in Heilbronn stellte einen weiteren Höhepunkt der Heilbronner Poetry-Slam-Geschichte dar. → Schützenstraße 16, 74072 Heilbronn sucht ihresgleichen. Über 140 Teesorten machen das Hagen laut Feinschmeckermagazin zu einem der 10 besten Teeläden Deutschlands. → Christophstraße 13, 74076 Heilbronn Einer der zehn besten Teeläden Deutschlands – Kaffeehaus Hagen Ein Besuch im Hagen lohnt sich, allein wegen des herrlichen Duftes von frisch geröstetem Kaffee, der die Nase umweht, sobald man das Ladengeschäft in der Christophstraße im Heilbronner Industriegebiet betritt. Kaffee war, ist und bleibt das Kernprodukt dieses Unternehmens. Das Haus bietet alles, was der Kaffeeliebhaber sucht. Die besten Bohnen, frisch geröstet und für jeden Geschmack, die jeweils passenden Kaffeemaschinen. Stillstand gibt es in diesem Unternehmen nicht. Nach monatelangem Umbau, bei laufendem Betrieb, fand nun die Rösterei eine optimierte, modernisierte Unterbringung in der Verlängerung des Firmengebäudes. Die Produktion und der Versand sind nun noch näher zusammengerückt, Prozesse und Arbeitsbedingungen wurden optimiert. Die Kaffeemaschinenausstellung, antik und modern, wurde ausgebaut und angereichert durch eine Stehbar im Erdgeschoss, nach italienischem Vorbild. Im Ladengeschäft besticht das Angebot von über 60 Einzelsorten und Mischungen sowie zwölf Espressi. Aber auch die Teeabteilung GENIESSEN SIE DIESE HERB-FRISCHE, UNFILTRIERTE BIERSPEZIALITÄT JETZT AUCH ZUHAUSE. FAMILIENBRAUEREI-DINKELACKER.DE Speisen, Wohnen & Relaxen wie Könige – Wald und Schlosshotel Friedrichsruhe Das Wald & Schlosshotel Friedrichsruhe ist ein Mekka für Freunde der gehobenen Dienstleistung, Kulinarik und Atmosphäre: Das Spa wurde mehrfach zum besten Spa Deutschlands ausgezeichnet, in der Gourmetküche kreiert 2-Sterne- Küchenchef Boris Rommel feine Gerichte und das Hotel gehört zu den Small Luxury Hotels of the World. On top: Nur 100 Meter vom Hotel entfernt befindet sich die 27-Loch-Anlage des Golf-Clubs Heilbronn-Hohenlohe e.V. Wir behaupten: eine einzigartige Kombination in Europa. → Kärcherstr. 11, 74639 Zweiflingen HEILBRONNER EINZELHANDEL

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Wissenschaft zum Ausprobieren und Erleben – experimenta I + II Ab Frühjahr 2019 wird man die experimenta Heilbronn in neuer Dimension erleben: Mit einem umgebauten Bestandsgebäude und einem spektakulären Neubau wird sie als Deutschlands größtes Science Center neue Maßstäbe setzen. Im Mittelpunkt des nun im Rohbau fertiggestellten Neubaus steht dann unter anderem der Science Dome mit einer technisch hochwertig ausgestatteten Showbühne, einem 700 Quadratmeter großen Kuppelscreen sowie einem drehbaren Zuschauerraum. Vier Ausstellungswelten mit über 270 interaktiven Exponaten, gläserne Kreativräume im Atrium des Gebäudes (die sog. Talentschmieden), eine Sternwarte sowie drei Sonderausstellungsflächen werden das Raumprogramm des Neubaus bilden und ein umfangreiches und interdisziplinär angelegtes Experimentier- bzw. Mitmach-Angebot für nahezu alle Altersgruppen ermöglichen. Auch das Bestandsgebäude wird umgebaut; es verfügt künftig über neun Labore mit neuester Ausstattung sowie über ein Schülerforschungszentrum und einen Science Maker Space für junge innovative Macher. → Kranenstraße 14, 74072 Heilbronn Marra-Hauses können Schiffe und Boote anlegen, Passagiere aussteigen und direkt die Innenstadt begehen. Der Schlüssel für den städtischen Steg kann im »Mangold« abgeholt werden. Inzwischen wird der Neckar auch als Naherholungsfluss in der City angenommen und für die persönliche Fitnesseinheit beim Rudern oder Paddeln genutzt oder für eine gemütliche Tour mit dem Tretboot. → Zwischen Bollwerksturm und Wertwiesenpark, Heilbronner Kernstadt Beim Cäsar – Aussichtsplattformen Limes-Blicke Der Limes zog sich – mit der Besonderheit, dass er schnurgerade über 80 km verlief – von Schöntal bis Mainhardt durch Hohenlohe. Um den schnurgeraden Verlauf des UNESCO-Welterbes Limes in der Region Hohenlohe erlebbar zu machen, haben die Kommunen Zweiflingen, Öhringen und Pfedelbach das gemeinsame und am Limes einmalige Projekt »Limes-Blicke« ins Leben gerufen. In allen drei Gemeinden wurde ein »Limes-Blick« und damit eine Limesplattform errichtet, die im Zusammenspiel eine Blickbeziehung vom Pfahldöbel bei Zweiflingen quer über das Öhringer Becken bis zu einer Hangkante im Wald bei Pfedelbach-Gleichen möglich machen. Zusammen mit der mittelfristig geplanten Markierung des Limes im Gelände, z. B. durch Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und anderen Landmarken, können dann von den Plattformen aus fast 11,5 km des Obergermanisch-Rätischen Limes mit bloßem Auge erfasst werden. → Zweiflingen, Öhringen und Pfedelbach Hanix Nr. 54 Wanderlust – Jagsttal-Wiesen-Wanderung Die Jagsttal-Wiesen-Wanderung findet jährlich zur Zeit der Wiesenblüte im Jagsttal statt. Von Langenburg-Bächlingen bis Krautheim-Gommersdorf zieht sich die Wanderstrecke durch herrliche Landschaftsbilder. An der Strecke gibt es regionale Köstlichkeiten und Begleitprogramme. Ganz nach dem Motto: »Wiesen riechen – Landschaft schmecken« → Jagsttal Stadt am Fluss – Heilbronner Alt-Neckar Die Neckarmeile ist laut GMA die größte Gastromeile am Fluss in Süddeutschland. Auf 700 Metern finden sich 20 gastronomische Betriebe, Shops und zwei Hotels. Mit seinem grünen Uferstreifen ist der Neckar ein beliebter Anziehungspunkt für Heilbronner und Gäste. An den Promenaden entlang dem Alten Neckar hat man Platz zum Flanieren, Radwandern oder Inlineskaten. Restaurants, Biergärten und zahlreiche Sitzmöglichkeiten geben Gelegenheit zum Entspannen – inklusive Blick auf den beschaulich fließenden Neckar. Am Bootsanleger auf Höhe des Grünes Kleinod – Botanischer Obstgarten Der zwei Hektar große Botanische Obstgarten liegt als grünes Kleinod in der Heilbronner Nordstadt. Zu seinen botanischen Besonderheiten gehören regionale Obstgehölze und Sträucher, Schul- und Schaugärten sowie vielfältige Staudenpflanzungen. Seinen besonderen Charme verdankt die Anlage unterhalb des Wartbergs einer Vielzahl historischer Gartenhäuser. Gelände und ehemalige Obstlagerhalle werden für Märkte, Feste, Lesungen, Seminare und sonstige Aktionen genutzt; die Nebengebäude dienen als Werkstätten. Das 64 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hauptgebäude ist Sitz der Jugendkunstschule. Von Mai bis September öffnen freitags und samstags Hofladen und »Pestalozzicafé« ihre Pforten. → Ecke Erlenbacherstraße / Im Breitenloch, 74076 Heilbronn einer gemeinsamen Gartennutzung. Die jungen Vermieter bieten jeden Monat Ausflüge ins Heilbronner Nachtleben an, bei welchen sie für freien Eintritt oder Freigetränke sorgen, um »ihren« Bewohnern die Stadt näher zu bringen. Seit 2016 bietet Wohnraum über eine Kooperation mit den Offenen Hilfen Heilbronn auch Inklusions-WGs an. Sie möchten dies noch ausbauen, um Jugendlichen mit leichten Behinderungen die Möglichkeit zu geben, mit anderen Jugendlichen in einem normalen Wohnumfeld zu leben. → Werderstraße 138, 74074 Heilbronn WGs in alter Bausubstanz – Wohnraum Heilbronn GbR Zwei junge Heilbronner Unternehmer vermieten über 60 einzelne WG-Zimmer in momentan 14 Wohnungen in neun Altbauhäusern in der Heilbronner Kernstadt. Die Wohnungen und Häuser wurden durch die beiden und deren Partner saniert. Dabei achten sie besonders auf Sozialräume und Vernetzung unter den Mietern, den Wiederaufbau der alten Bausubstanz und des Charmes von alten Dielenböden und geschliffenem und geöltem Gebälk. Dazu gibts Designlampen, neue Küchen und Bäder. Die Zimmerpreise bewegen sich bei durchschnittlich 300 Euro kalt bei Räumen von durchschnittlich 18 qm. Für Heilbronner Marktverhältnisse durchaus moderat. In den meisten Häusern gibt es Balkone und/oder Möglichkeiten Prädikat: Genussvoll – Weinparadies Hohenlohe Die Genießerregion Hohenlohe ist auch ein Land der Weine und Destillate – Weinberge und Streuobstwiesen prägen die Kulturlandschaft. Längst hat sich herumgesprochen, dass die im Nordosten von Baden-Württemberg gelegene Ferienregion auch eine attraktive Hochburg der Weine und Hochprozenter ist. Ein kleines und gastliches Weinparadies, in dem der Genuss ein gutes Leben führt. Die Auszeichnung »Empfohlenes Weinhotel Baden-Württemberg« erhalten Betriebe, die über hohe Weinkompetenz verfügen. In Hohenlohe sind es mittlerweile fünf Betriebe, die mit diesem vom Landestourismus verliehenen Prädikat werben dürfen. → Hohenlohe WAS ZÄHLT SIND AUSDRUCK, IDEEN UND SIE. Bodo Linkohr Bürokonzepte Fischeräcker 14, 74223 Flein Tel. 07131/58 20 50 linkohr@linkohr-buerokonzepte.de www.linkohr-buerokonzepte.de

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Gute Filme sehen – Arthauskino Nach dem kürzlichen Umzug aus den Universum-Kino-Räumen in der Allee ins neue Marrahaus bieten die Arthaus-Kinos mit 400 Sitzplätzen ihr außergewöhnliches Kino-Programm abseits des Mainstreams an. Das Marrahaus war eines von ganz wenigen Projekten deutschlandweit, in denen Arthaus-Kinos neu gebaut werden. »Wie bisher in den Universum Arthaus-Kinos wird auch in dem neuen Kino der Schwerpunkt auf dem Filmprogramm liegen«, erzählte also Kinostar-Geschäftsführer Michael Roesch, »Ein Arthaus-Programm mit einem breiten Spektrum an Filmkunst aus aller Welt.« Die vier neuen Kinos im Marrahaus sind auf perfektes Bild und Ton optimiert, wie es nur in einem Neubau möglich ist. Die Akustik in den vier Sälen wurde von dem bekannten Berliner Akustik-Experten Professor Ahnert berechnet. Schließlich sollen Bild und Ton genau so wiedergegeben werden, wie es sich der Regisseur vorgestellt hat, sollen so klingen und aussehen wie bei der Premiere in Cannes oder Berlin. Die Technik ist auf dem neuesten Stand: Durchweg wurden 2k-Digitalprojektoren eingebaut, im großen Saal sogar ein 4K-Digitalprojektor und für den Sound wurde das ganze Kino mit Dolby 7.1-Sound ausgestattet. → Kirchbrunnenstraße 3, 74072 Heilbronn Ein Stück Frankreich in Böckingen – Rebstock la petite Provence Wir selbst haben bei Koch Dominique Champroux schon einen Kochkurs belegt und können deshalb auch unterstreichen, was die Süddeutsche Zeitung Ende 2017 über das Böckinger Restaurant feststellte: »Manche mögen Heilbronn-Böckingen eher mit Pizza oder Pommes in Verbindung bringen. Dabei gibt es hier ein geradezu weltstädtisches Lokal. Heilbronns Arbeitergegend Böckingen steht nicht gerade für Haute Cuisine. Der Restaurantkritiker aber verließ das Viertel in der Gewissheit, in einer Weltstadt gespeist zu haben. Im Restaurant Rebstock kocht Dominique Champroux klassisch und modern, bodenständig und fein zugleich. Seine Ente in sieben Gängen (und allen Aggregatzuständen) ist ein wahres Fest.« → Eppinger Str. 43, 74080 Heilbronn Ökologisch wertvoll – Naturschutzgebiet Köpfertal Ein innenstadtnahes Naturidyll ist »der Köpfer«. Das Naturschutzgebiet Köpfertal mit einer Fläche von über 32 ha umfasst das Tal des Köpferbaches im Osten der Stadt Heilbronn. Eingebettet in das große Landschaftsschutzgebiet Galgenberg-Schweinsberg-Staufenberg stellt es ein Bindeglied zwischen den städtischen Grünzügen und ökologisch wertvollen Flächen der Umgebung dar: einerseits für die ruhige Erholung, andererseits für den Schutz naturnaher Lebensräume mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt. Im unteren Köpfertal wechseln sich Wiesen, Feuchtgebiete und Wald ab, der Oberlauf des Köpferbaches liegt ausschließlich im Wald. Das Naturschutzgebiet Köpfertal wurde 1985 ausgewiesen. Schutzzweck ist die Erhaltung des Köpfertales mit mehreren Feuchtgebieten und naturnahem Schluchtwald sowie einer Felsklinge aus faunistischen und vegetationskundlichen Gründen. → 74074 Heilbronn Laufen in Deutschlands größter Rotweinregion – Trollinger-Marathon Der Trollinger-Marathon in Heilbronn ist ein kombinierter Stadt- und Landschaftslauf durch Deutschlands Rotweinregion Nr. 1. Der Rundkurs des Trollinger-Marathons führt durch die herrliche Landschaft sowie durch die stimmungsvolle Atmosphäre der anliegenden Weinbaustädte und -gemeinden. Über 7.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer können auch am 6. Mai 2018 wieder die tolle Stimmung an den verschiedenen Strecken des Trollinger-Marathons genießen. Die Strecke des Marathons ist dem Thema Wein entsprechend profiliert. Jeder Teilnehmer erhält eine Flasche Trollinger als Präsent, und ebenso wie beim Marathon Deutsche Weinstraße und dem Médoc- Marathon wird an den Verpflegungsstellen neben den üblichen Getränken für Sportler Wein ausgeschenkt. → Heilbronner Land Bald ein pulsierender Kiez – Bahnhofsvorstadt In der Bahnhofsvorstadt kann man jetzt schon ein gepflegtes Bar-Hopping durch inhabergeführte Gastronomie betreiben. Hartmans, Jäkbar, Eckstein, Mythos, Piano Wine Bar, k2acht, La Taverna, Herr von Ribbeck … da geht schon einiges. Wenn man nun durch den Kiez läuft, kann das weitere Potenzial des Viertels kaum über- Hanix Nr. 54 66 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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sehen werden. Hier wird bald noch mehr gehen, wir sind uns sicher. → Bahnhofsvorstadt, Heilbronn Heimatköche – Landgasthof & Hotel Jagstmühle Die beiden Köche Markus Reinauer und Hubert Retzbach sind Heimatköche und bekennende Slow Fooder. Ihre Küche ist traditionell und regional. Sie verwenden Fleisch vom Limpurger Rind, das direkt vor der Jagstmühle grast. Jahrhundertelang trugen die Bauern aus der Umgebung ihr Korn zum Mahlen in die Jagstmühle. Heute liefern sie die Grundlage für die Küche der Heimatköche, frisch mit saisonalen Produkten aus der Region. Somit sind die guten Geister der Mühle nicht nur Köche und Kellner, sondern eben auch Bauern, Schäfer, Züchter oder Winzer – eben die Erzeuger der Region. → Jagstmühlenweg 10, 74673 Mulfingen Design – Think – Publish Hanix Nr. 54 Stadtentwicklung zusehen – Bundesgartenschau 2019 / Stadtausstellung Neckarbogen In einem neuen Parkgelände wird Heilbronn für die Heilbronner und Gäste aus dem In- und Ausland große Gartenkunst präsentieren. Nach der Landesgartenschau im Jahr 1985 und dem Erfolg bei der Entente florale im Jahr 2000, bei der Heilbronn mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, stellt sich die Stadt damit einer weiteren »grünen« Herausforderung. Doch: Es geht nicht allein um eine sechsmonatige Demonstration gärtnerischen Könnens. Denn die BUGA 2019 bietet Heilbronn die Chance, Teile des Stadtgebiets um- und neuzugestalten. So kommt der BUGA auch eine Bedeutung als Motor der Stadtentwicklung zu. Eines der Hauptziele ist es, die Stadtteile westlich und östlich des Neckars besser miteinander zu verbinden und den Fluss erlebbarer zu machen. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei dem Areal zwischen altem Neckar und Neckarkanal zu, auf dem der BUGA-Park erblühen und Zug um Zug ein ganz neues Stadtquartier entstehen soll, das nach einem Bürgerwettbewerb den Namen »Neckarbogen« trägt. Bis zur BUGA sollen bereits die ersten Modellbauten stehen, die sogenannte Stadtausstellung Neckarbogen. → Neckarbogen, Heilbronn 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Ahoi an der Neckarmeile – Pier 58 Flammkuchenhaus Eine Flammerie, die sich auf herzhafte Flammkuchen, belegt mit den feinsten Zutaten aus der Region, spezialisiert hat. Ziel ist es, Gästen einen Platz zu schaffen, wo sie sich wohlfühlen, entspannen dürfen und vor allem hochwertige Produkte genießen sollen. Ob Produkte vom Kleinbauern vor Ort, frisch vom Heilbronner Markt oder beim Reisen um die Welt, mit selbst importiertem Kaffee oder Tee, geht es dem Team des Pier 58 um hohe Qualität, aber vor allem um Nachhaltigkeit, gerechte Gegebenheiten und die Menschen dahinter. Live-Musik, Kaffee-Mission, Streetfood-Catering & vieles mehr runden das Angebot ab. → Untere Neckarstraße 10, 74072 Heilbronn Der Gamechanger – TU München Campus Heilbronn Die Technische Universität München (TUM) und die Dieter Schwarz Stiftung haben Anfang 2018 das umfangreiche Vertragswerk über eine der bedeutendsten Stiftungen in der deutschen Hochschulgeschichte unterzeichnet: Die Stiftung finanziert dauerhaft 20 neue wirtschaftswissenschaftliche Professuren mit kompletter Ausstattung und Infrastruktur. Den thematischen Horizont bildet der Wandel durch Digitalisierung, Familienunternehmen und Unternehmensgründungen. 13 Professuren werden auf dem neuen TUM Campus Heilbronn angesiedelt, wo künftig die Nachwuchskräfte des Managements in einer der innovativsten Hightech-Regionen Europas studieren können; sieben Professuren verstärken die TUM School of Management in München. Die Kooperation zwischen der Stiftung und der TUM ist in vielfacher Hinsicht beispiellos: Die Stiftung finanziert die 20 Stiftungsprofessuren für zunächst 30 Jahre, einschließlich Ausstattungs- und Betriebsaufwand sowie Gebäude-Infrastruktur auf dem Heilbronner Bildungscampus; die High-Tech-Region Heilbronn erhält eine universitäre Einrichtung, mit deren Markenprodukt »TUM-BWL« sie zu einer der ersten Adressen für die Management-Ausbildung aufsteigt; die »Triple Crown«-akkreditierte TUM School of Management wird durch die Zustiftung die mit Abstand größte BWL-Fakultät Deutschlands – nur 16 Jahre nach ihrer Gründung; mit dem TUM Campus Heilbronn engagiert sich erstmals eine deutsche Universität mit einem eigenen Standort in einem anderen Bundesland; die inhaltlichen Schwerpunkte des TUM Campus Heilbronn zählen zu den wichtigsten Themen für die Zukunft des Wirtschaftens und Arbeitens in Deutschland: Wie können Unternehmen den tiefgreifenden und rasanten Wandel im digitalen Zeitalter gestalten? Vor welchen Herausforderungen stehen Familienunternehmen als Rückgrat der deutschen Wirtschaft? Unter welchen Bedingungen können Start-ups rasch wachsen und nachhaltig erfolgreich sein? → Bildungscampus, Heilbronn Erfinder der Kult-Jeans – Mustang Museum Aus dem Obergeschoss einer repräsentativen Villa in der Austraße 10 in Künzelsau hörte man sechs Nähmaschinen rattern. Luise Hermann, eine patente und stattliche 1,77 Meter große Frau, legte damit den wahrhaft großartigen Grundstein für eine einzigartige Unternehmensgeschichte. Was damals noch niemand ahnen konnte: Dies war die Geburtsstunde der Firma Mustang, die Jeansgeschichte schreiben sollte. Im Gründerhaus, welches heute das Mustang Museum beherbergt, kann man sich auf spannende und multimedial inszenierte Spurensuche begeben. Es zeigt die Geschichte der ersten europäischen Jeansmarke, die Anfänge der Produktion und die Vielfalt der Jeans. → Austr. 10, 74653 Künzelsau Eleganter Kubus – Kunsthalle Vogelmann Die 2011 eröffnete Kunsthalle Vogelmann ist nicht nur ein Signal für das kulturelle Leben der Stadt Heilbronn, sondern auch ein architektonischer Leckerbissen. Die Städtischen Museen und der Kunstverein Heilbronn verfolgen darin eine »dialogische Ausstellungsstrategie«. Jährlich drei größere Ausstellungen aus dem Bereich der Klassischen Moderne treten in Dialog mit drei bis sechs Expositionen der zeitgenössischen Kunst. → Allee 28, 74072 Heilbronn Schlemmerweg – Kochertaler Genießertour Die Kochertaler Genießertour ist längst kein Geheimtipp mehr. Jährlich wandern tausende Genießer und Weinfreunde im August durchs Kochertal. Die Weinberge im Kochertal zwischen Künzelsau und Forchtenberg sind der verbindende Rahmen für die Tour. Die insgesamt 18 Kilometer Hanix Nr. 54 68 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hanix Nr. 54 lange Wanderstrecke durch die Kulturlandschaft Hohenlohes bietet sehenswerte Ausblicke in das Kochertal. Die ausgeschilderte Wanderroute verläuft durch die Städte bzw. Gemeinden Ingelfingen, Criesbach, Sattelhof, Niedernhall, Weißbach, Büschelhof und Forchtenberg. An elf Stationen laden Gastronomen und die Hohenloher Weinwirtschaft mit regionalen Weinen und Speisen zum Verweilen ein. → Kochertal Heilbronner Original – Seifen-Reinhardt Alles begann im Jahr 1893 - der Seifensieder Robert Bessmer meldete in Stuttgart seine selbst hergestellten Seifen und Waschpulver unter dem Namen »Schneehaase« beim Patentamt an. In den folgenden Jahren florierte sein Geschäft, bis er es 1908 an David Reinhardt in Stuttgart verkaufte. 1920 bot David Reinhardt seinem Bruder Daniel die Zusammenarbeit für »Schneehaase« im Unterland an. Daniel gründete in Heilbronn seine eigene Firma »Daniel Reinhardt - Schneehaase - Erzeugnisse seit 1893«. Am Anfang besuchten Daniel Reinhardt und einige Außendienstmitarbeiter vor allem Privatkunden im Raum Heilbronn. Die Auslieferung übernahm Daniel Reinhardt selbst in einem Pferdefuhrwerk. Später schaffte er sich dann einen »Brenabor LKW« an, damals eine kleine Sensation. In Heilbronn florierte das Geschäft: Erich Reinhardt kümmerte sich um den Laden in der Bismarckstraße, der inzwischen ein Sortiment mit über 5000 Artikeln führte. Sein Bruder Ernst war anfangs mit einem alten Mercedes-Bus, ab 1975 mit dem »Rollenden Kaufhaus« im Heilbronner Landkreis unterwegs. Dort bot er neben Schneehaase-Artikeln auch Körbe, Besen, Haushaltsartikel aller Art, aber auch Spielzeug an. Seifen-Reinhardt wurde weiter von Bazlen mit den Schneehaase-Artikeln beliefert und ist bis heute der letzte verbleibende Vertriebspartner für diese Produkte. 1993 wurde das »Rollende Kaufhaus« sesshaft, nachdem der inzwischen 80-jährige Ernst Reinhardt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf Tour gehen konnte. Das Ladengeschäft unter der Leitung von Erich Reinhardt und seinem Sohn Hans, der praktisch im Laden aufgewachsen war, wurde in bewährter Weise weitergeführt. 1995 feierte Seifen-Reinhardt sein 75-jähriges Bestehen. Mit seinen 86 Jahren war Erich Reinhardt stets inmitten des Trubels zu finden. Nach seinem Tod 1999 führt sein Sohn Hans, unterstützt von mehreren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, das Geschäft in bewährter Weise weiter. Bis heute erfreut sich Seifen-Reinhardt mit seinem reichhaltigen Angebot und seiner individuellen Beratung großer Beliebtheit bei Alt und Jung. → Bismarckstraße 72/2, 74074 Heilbronn

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Lecker ohne tierische Produkte – Velo »Meine Familie, das Velo, mein Hund, Joggen und Musik«, so fasst die gebürtige Hamburgerin Tanja Calce das Wichtigste in ihrem Leben zusammen. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort eröffnete Tanja das Velo, als 2011 eine vegane Welle über das Land kam und in Heilbronn solch ein gastronomisches Konzept fehlte. Ihre Kreativität in der Küche ist faszinierend. Und schmecken tut Tanjas vegane Küche sogar Fleischessern richtig gut. → Eichgasse 14, 74072 Heilbronn Ab ins Sommer-Abenteuer-Land – Kinderfreizeiten Gaffenberg und Haigern Alljährlich zieht es Kinder und Jugendliche aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn in den Sommerferien auf den Gaffenberg oder den Haigern, um gemeinsam Spaß zu haben und Gemeinschaft pur zu erleben. Während den zwei Freizeiten ermöglicht die evangelische und katholische Kirche fast 3.000 jungen Teilnehmern dieses unvergessliche Ferienerlebnis in der Natur. → Gaffenberg, 74074 Heilbronn → Haigern 3, 74388 Talheim Genie und Wahnsinn – Hessersbeck Gaststätte Kernerhöhe Es ist die Szene-Gaststätte in Heilbronn, die aber in Wahrheit »Gaststätte Kernerhöhe« heißt. Mit einem Wirt zwischen Genie und Wahnsinn, mit Gästen von alt bis jung, groß und klein, unbekannt und berühmt. Und mit einem Montags-Stammtisch an Tisch 5 (fünf), wo Dünne und Dicke, Schwarze und Rote, echte Schwaben, Billerbecker, zweisternige Trüffelwender, auch Bayern, sogar Frauen, gar belgische, zusammenkommen. Der weltoffene und friedliche Charakter dieser Umgebung wird dadurch unterstrichen, dass der Heilbronner Friedensrat seine regelmäßigen Sitzungen im Nebenzimmer abhält. Der Wegbereiter der traditionellen Erlebnisgastronomie, also der Wirt Lothar Hesser, erfreut sich größter Wertschätzung bei allen Bevölkerungsschichten und dem Rest der Menschheit. Lothar, der eine sichere Karriere durch die Chefbüros bundesrepublikanischer Rathäuser zugunsten der Pflege des elterlichen Betriebes aufgegeben hat, wird in Internetforen gefeiert als einzigartige Persönlichkeit. → Wollhausstraße 111, 74074 Heilbronn Hanix Nr. 54 Unter Trauerweiden entspannen – Kaffeebucht Direkt am alten Neckararm inmitten von Trauerweiden ist die Kaffeebucht sicher an einem der schönsten Plätze Heilbronns gelegen. Kein Wunder also, dass die Kaffeebucht zu den besten Orten in Heilbronn gehört, um in ungezwungener Atmosphäre zu entspannen und gemütlich am Neckar etwas zu trinken und beispielsweise einen Flammkuchen zu essen. → Neckarhalde 8/1, 74074 Heilbronn Institution in der Clublandschaft – Mobilat Club Der Mobliat Club im alten Industriegebiet von Heilbronn ist ein Muss für jeden Szenegänger. Eigentlich gibts keine Musikrichtung, die nicht im Mobilat gespielt wird. Von Drum & Bass-Partys über Hip-Hop- und Funk-Sessions, House/ Techhouse und Elektroveranstaltungen bis hin zu Bücherlesungen bietet das abwechslungsreiche Programm eigentlich für jeden Partygänger etwas Ansprechendes. Der urige und kleine Keller sorgt stets für ausgelassene Stimmung. Im Sommer kann auch an der frischen Luft gechillt werden und man kann auf einem 2. Floor einer anderen Musik lauschen. → Salzstraße 27, 74076 Heilbronn Tun als wäre es Thun – Pfeffer Lebensmittel Bei Pfeffer Lebensmittel bekommen Gäste Feinkost aus dem Land südlich der Alpen und auch aus Frankreich. Das Angebot reicht von erlesenen Weinen und feinem Champagner über hausgemachte, frische Pasta bis hin zu hochwertigen Olivenölen und Kochzutaten. Besonders beliebt sind die 70 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Kollektionen an Käse und Schinken. Man kann im Historischen Fleischhaus nicht nur einkaufen und zu Hause genießen, sondern die meisten der Spezialitäten auch direkt vor Ort probieren. Am Morgen kommen Gäste zum ausgedehnten Frühstück oder um einen Espresso an der Bar zu trinken. Mittags ist das Lokal für seinen Businesslunch bekannt, wobei die Gerichte frisch zubereitet werden und sich an saisonalen Angeboten orientieren. Gäste können aus einem kompletten Menü oder schnellem Hauptgericht wählen. Am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen, am Abend Kleinigkeiten und Salate zusammen mit Prosecco oder Wein. → Kramstraße 1, 74072 Heilbronn Bodensee. Und kaum drei Stunden gefahren, ist man in den Alpen oder mitten in Lothringen. Wochenendausflügler, was willst du mehr? → Ab Autobahnauffahrten der A6 und A81 Optimal gelegen für Kurz- und Wochenendausflüge – Heilbronn Heilbronn liegt günstig, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheinen mag. Aber im Umkreis von drei Autostunden gibt es einiges zu entdecken und zu erreichen. Nicht nur ist man innerhalb einer Stunde in Stuttgart, Mannheim, Heidelberg, Tübingen oder Karlsruhe. Eine halbe Stunde länger gefahren und schon hat man Frankfurt, Nürnberg oder Würzburg erreicht. Oder man ist mitten im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb. 30 Minuten draufgepackt und man erreicht Straßburg, das Allgäu, den Don’t worry, be Hippie – Hip Island Strandbar Das Hip Island – Während man sich in Indien mit Farbbeuteln bewirft, in Tibet bunte Gebetsfahnen im Wind wehen, in San Francisco bunte Häuser das Stadtbild prägen und in Afrika bunt bemalte Körper tanzen, ist das Hip Island sozusagen die Zusammenkunft aller positiven Vibrations in Heilbronn. Für die Macher und das Team hinter allen Hip-Island-Aktivitäten ist der Begriff auch eine Denkweise, eine Überzeugung und eine Botschaft. → Hafenstraße 17, 74076 Heilbronn Funktionsbekleidung Wanderschuhe Rucksäcke Dicke Luft? Nix wie weg! Edisonstr. 3 | 74076 Heilbronn | Tel. 07131-87055

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Typisch Hohenlohe – Winklers Weinstube Frank Molle Winkler ist der Sänger der Mundartband »Annâweech« und Vollblutgastronom. Seine Weinstube und die Küche seiner Frau sind weithin bekannt. Vor Jahren hat die Touristikgemeinschaft Hohenlohe danach gefragt, was typisch für die Region sei? Ergebnis: »Der Hohenloher ist einer, der auf Traditionen hält. Zu seinen Lieblingsritualen gehört auch der Donnerstagsstammtisch. Und wenns an diesem Abend in Winklers Weinstube proppenvoll ist, darf das keinen wundern. Denn laut TG-Fragebogen ist die Weinstube das ultimative Lieblingslokal des typischen Hohenlohers. Nicht nur, weil Wirt Fank Molle Winkler ihr Lieblingsgetränk ausschenkt: Wein – aus Hohenlohe versteht sich. Die Weinstube liegt auch noch am Rand von Forchtenberg, dem allertypischsten Städtchen der ganzen Gegend – nach Hohenloher Ansicht. Frank Molle Winkler wurde dabei zum typischen Hohenloher gekürt – noch vor Reinhold Würth. → Bahnhofstr. 25, 74670 Forchtenberg Velo Love – Kocher-Jagst-Radweg Der Kocher-Jagst-Radweg ist einer der beliebtesten Radwege in Deutschland und vom ADFC mit 4 Sternen ausgezeichnet. Der Rundkurs über 332 km verläuft meistens am Flusslauf von Kocher und Jagst und bietet vor allem Naturgenuss. Einen Fluss hinunter und den Zwillingsfluss wieder hinauf, mit wenigen Steigungen, größtenteils abseits der Straßen durch eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Nur wenige Kilometer voneinander entfernt entspringen der Kocher und die Jagst dicht beieinander in der Nähe von Aalen im Ostalbkreis und münden fast nebeneinander bei Bad Friedrichshall in den Neckar. Der Radweg führt durch Hohenlohe und das Heilbronner Land entlang an Weinhängen und durch Wiesen und Wälder. Oft im Blick: die namensgebenden Flüsse. Hübsche Dörfer und historische Altstädte laden während der Radtour zum Verweilen ein. → Parallel zu Kocher und Jagst Hanix Nr. 54 Heilbronns Großstadtbar – Data 77112 Wir sagen es am besten mit den Worten von Yelp-Userin Lucy H. aus Brooklyn, NY, die auf Yelp.com eine kurze Bewertung über das Data verfasst hat: »I discovered this super cool cafe/bar on my recent trip to Germany. It got a nice and cozy vibe. They serve beer/wine and playing great lounge music. I came here twice and had good time. I would highly recommend it place.« → Schulgasse 15, 74072 Heilbronn Haus der Baden-Württemberger Weine – Wein Villa Die Wein Villa am Rande der Heilbronner Innenstadt ist ein Zusammenschluss von 16 namenhaften Weingütern Heilbronns und der Genossenschaftskellerei Heilbronn - Erlenbach - Weinsberg e.G. Die Winzer bieten ein reichhaltiges Sortiment mit saisonalem Wechsel für jeden Geschmack an. Ob klassischer Württemberger wie Trollinger, Lemberger oder Clevner als auch Exoten wie Sauvignon Blanc, Cabernet und Merlot. Die Weine werden stets zum Listenpreis der Weingüter angeboten für den Weinkeller zuhause oder auch gerne als Geschenk. Unter den Heilbronner Weingütern der Wein Villa finden sich neben bekannten Heilbronner Winzerfamilien wie Heinrich und Drauz auch zwei Mitglieder des Verbands deutscher Prädikatsweingüter (VDP), das Haus Drautz-Able und Kistenmacher- Hengerer. Der ökologische Weinbau wird vertreten durch die Häuser Andreas Stutz und dem Weingut Schäfer-Heinrich. Das breitgefächerte Sortiment wird dadurch facettenreicher und durch die verschiedenen Lagen, die von Gundelsheim bis nach Lauffen am Neckar reichen, wird eine große Sortenvielfalt geboten. Das Team der Wein Villa serviert den Gästen dienstags bis samstags am Mittag und am Abend eine anspruchsvolle 72 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Speisekarte, saisonale und regionale Gerichte und das täglich wechselnde Mittags-Mahl. → Cäcilienstraße 66, 74072 Heilbronn Cuisine Electronique – Bukowski Das Bukowski versorgt alle Nachtschwärmer mit dem Besten, was die »Cuisine Electronique« momentan zu bieten hat. Es gibt wohl bald niemanden mehr, der aus Heilbronn und Umgebung nicht schon etliches an Schweiß und Kalorien in einer der heiß durchtanzten Partynächte in der Hafenstraße verloren hat. Das Musikspektrum ist offen gehalten und bedient somit jeden, dessen Klangrezeptoren sensitiv auf elektronische Musik reagieren. Das Buko-Team organisiert alles mit größtem Herzblut und lässt es sich nicht nehmen, am Wochenende dem abfahrtbereiten Besucher unvergessliche Nächte zu bescheren. Dieses Engagement spiegelt sich natürlich auch im feierwütigen Publikum und bei den abgefahrenen Bookings wider. Im Bukowski wird jedes Wochenende (ohne Sperrzeit) bis mindestens 8:30 Uhr gefeiert! → Hafenstraße 36, 74076 Heilbronn Hanix Nr. 54 Schmiede für Food-Experten – Der duale Studiengang BWL- Food Management Das Thema Essen ist in aller Munde. Was wir und wie wir essen, bestimmt unsere Zukunft. Die neuen Food-Experten Deutschlands kommen von der DHBW Heilbronn: Hier gibt es den deutschlandweit einzigartigen dualen Studiengang BWL-Food Management. Food Management ist ein interdisziplinärer Studiengang, der Ökonomie, Ökologie, Soziologie und Warenwirtschaft miteinander verbindet. Er begleitet den Weg der Nahrung vom Acker bis auf den Teller – das spiegelt sich auch in der Vielfältigkeit der Dualen Partner: Gastronomen und Weingüter sind genauso dabei wie Caterer, Erzeugergemeinschaften, Händler und Feinkosthersteller. Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis kann man in diesem Studiengang fühlen, riechen und schmecken: Im hochmodernen Laborzentrum DHBW Sensoricum werden z. B. neue Produkte in der Hightech-Küche entwickelt und Lebensmittel in Sensorik-Kabinen verkostet. → Bildungscampus 5, 74076 Heilbronn 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Basic-Camping – Freibad & Campingplatz Neudenau Freibad und Camping am Jagstufer. Der Campingplatz mit einer Fläche von knapp drei Hektar liegt zwischen Neudenau und Siglingen im schönen Jagsttal inmitten der Natur. Das Campen ist einfach, ohne Luxus, aber deshalb so gut. Ein Ort, der entschleunigt. Natürlichkeit und Ruhe, dazu keine Einteilung in nummerierte und parzellierte Abschnitte gehören zu den Vorzügen dieses naturbelassenen Campingplatzes. Jeder Gast kann individuell auswählen, wo er sich niederlassen möchte. Umgeben von frischer Luft, fließendem Wasser und alten Baumbeständen tut man hier der Seele Gutes. Familien mit Kindern werden sich freuen, dass der Platz für Fußball und andere Sportarten ausreichend Fläche bietet. Im vom Verein »Freibadfreunde Neudenau« renovierten Freibad, welches direkt oberhalb des Platzes liegt, ist der Eintritt in den Gebühren, die für die Übernachtungen auf dem Campingplatz anfallen, inbegriffen. Des Weiteren verfügt die moderne Freibadanlage über eine 35-Meter-Edelstahlrutsche, Sprungbretter, Startblöcke, ein Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten und vieles mehr. Im Freibad wird ein Kiosk mit Biergarten betrieben. Fazit: unbeheizt, aber wunderschön. Die sanitären Anlagen mit Warmduschen und Toiletten für die Camper befinden sich im Freibadbereich. Abends kann man am Lagerfeuer den Tag ausklingen lassen. → Deitingen 8, Neudenau den verschiedenen beruflichen Stationen, den Ländern, in denen er gelebt hat und dem Essen, mit dem er in seiner Familie aufgewachsen ist. Er kreiert ein Spektrum von internationaler Cuisine mit einem starken Bezug zur Region und dem Fokus auf Verwendung von saisonalen und nachhaltigen Zutaten. In regelmäßigen Abständen veranstaltet er den »Fine Friday«, ein gesetztes Dinner in seiner Küchenwerkstatt, gerne aber auch mal an ganz ungewöhnlichen Orten als Guerilla-Dinner. Bei Peter von Ribbeck können Gäste fantastische After-Work-Kochkurse besuchen oder ihn für die Küche zuhause, oder wo man gerade Lust hat zu essen, buchen. → Frankfurter Str. 16/1, 74072 Heilbronn Kunst von Welt – Würth Museen Die Würth Museen begeistern durch international bekannte Künstler und die »Sammlung Würth«. Jedes Museum hat ein eigenes Konzept und ist weithin bekannt. Die Kunstsammlung, deren Grundstein von Reinhold Würth in den 1960er Jahren gelegt wurde, umfasst heute 18.000 Kunstwerke. Die Akzente der Sammlung liegen auf Skulpturen, Malerei und Grafiken vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Die Kunsthalle Würth wurde auf dem ehemaligen Areal der Haller Löwenbräu inmitten der Schwäbisch Haller Altstadt errichtet und im Jahre 2001 eröffnet. Die Konzeption des dreigeschossigen Gebäudes ist durch die Anpassung an den Standort in der einzigartigen historischen Umgebung bedingt. Die Hirschwirtscheuer wurde als Wohnhaus mit Scheune im Jahre 1760 durch den Hohenlohischen Hofmaurer Johann Georg Scharpf (1726- 1785) erbaut. Später wurde sie nur noch als Scheune benutzt und befand sich vor 1986 in nicht mehr erhaltungsfähigem Zustand. 1988/89 wurde deshalb auf dem historischen Kellergewölbe ein neues Gebäude nach alten Plänen errichtet, das heute in Künzelsau als Kunstmuseum der Öffentlichkeit zugänglich ist. Im Herbst 2008 wurde eine mehrjährige Generalsanierung der Johanniterkirche, eines säkularisierten Kirchengebäudes aus dem 12. Jahrhundert, abgeschlossen. Das Gebäude zählt zu den herausragenden Kulturdenkmalen der Stadt Schwäbisch Hall. → Museum Würth, Gaisbach, Reinhold-Würth-Str. 15, 74653 Künzelsau → Hirschwirtscheuer – Museum für die Künstlerfamilie Sommer, Scharfengasse 12, 74653 Künzelsau → Kunsthalle Würth, Lange Str. 35, 74523 Schwäbisch Hall → Johanniterkirche/Kunsthalle Würth, Im Weiler 1, 74523 Schwäbisch Hall Hanix Nr. 54 Ein Koch aus Fontanes Gedicht – Herr von Ribbeck Ausgebildet und tätig in der ganzen Welt, glaubt Peter von Ribbeck, dass der Stil und die Küche eines Kochs stark beeinflusst werden von seinen Reisen, 74 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Hanix Nr. 54 Ein verwirklichter Traum – Piano Wine Bar Ein neues Land, eine nicht vertraute Sprache und fremde Mentalität – die junge Ioana Radulescu ließ vor zwei Jahren Freunde, Familie und sicheren Job in Rumänien hinter sich und zog nach Heilbronn. Die studierte Marketing- Fachfrau nutzte den neuen Lebensabschnitt, um persönliche Träume zu realisieren: Eine eigene Piano Wine Bar in Heilbronn eröffnen, die Kulturliebhaber, Kunstschaffende, Live-Musik und Weingenuss zusammenführen soll. Der Weg bis in die Frankfurter Str. 36 lohnt sich wirklich. Die Weinbar ist mit viel Liebe eingerichtet und überzeugt auch durch eine gut komponierte Weinkarte. Besonders die rumänischen Weine sind neben den klassischen internationalen Tropfen eine interessante Abwechslung. Auch lokale Weine sind vertreten, sodass jeder etwas findet. Eine Auswahl an Begleitern und Hauptgerichten zum Wein gibt es auch. → Frankfurter Str. 36, 74072 Heilbronn Idyllischer Biergarten am Waldrand – Licht Luft Bad Im idyllisch gelegenen Köpfertal begrüßen Marianne und Fabrizio mit ihrem Team die Gäste im Licht Luft Bad. Der nah zur Stadt gelegene Biergarten ist vor allem in den Sommermonaten ein echter Geheimtipp in Heilbronn. Große Bäume, Sonnenschirme und Pergolen spenden an heißen Tagen Schatten. Die Karte bietet eine reichhaltige Auswahl an deftigen Gerichten wie Schnitzel, Currywust oder Hamburger, aber auch knackig-frische Salate und vegetarische Leckereien. Eine große Kuchenauswahl lädt zu Nachmittagskaffee ein. Wichtig ist zu wissen, dass es aufgrund der Lage in einem Naturschutzgebiet, abends – auch im Sommer – recht kühl werden kann. Eine wärmende Jacke ist Pflicht. → Im Hörnlis, 74074 Heilbronn Tortilla und Kunst – Jäkbar / Mojäk Galerie Wer erinnert sich nicht noch an das Mojo in der Eichgasse, dort, wo heute das gefeierte Velo untergekommen ist? Das Mojo, ein zweistöckiges Café, wo man oben, im ersten Stock, lange, sehr bequem sitzen konnte. An den Wänden hingen Zeichnungen, Gemälde oder Fotografien von jungen Heilbronner Künstlern und Designern. Das Mojo schloss zwischenzeitlich, Serpil und Francisco lebten längere Zeit in Istanbul und kamen zurück nach Heilbronn. Mitte des vergangenen Dezembers eröffneten sie nun die Jäkbar mit Mojäk-Galerie und Shop. Anders als im Mojo, in dem sich Kaffeebetrieb und Ausstellung mischten, haben hier Galerie und Bistro getrennte Bereiche. Im Bistro gibt es vegane Getränke und vom Publikum sehr geschätzte Tapas de Tortilla. Im hinteren Bereich schließt sich dem Bistro der Shop an; auch das ein Unterschied zum Mojo. Im Shop werden neben Schmuck, den u. a. Serpil selbst gefertigt hat, Zines, Kunstbücher, Vinyl-Schallplatten und Designerobjekte zum Kauf angeboten. → Frankfurter Str. 20, 74072 Heilbronn ...wir haben ÜBER 100 GUTE GRÜNDE nach Heilbronn zu kommen! www.h3nv.de HISTORISCHER EINKAUFSBUMMEL

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Künstlerische Vielseitigkeit und sinnliche Klangkultur – Württembergisches Kammerorchester Heilbronn Das Württembergische Kammerorchester Heilbronn (WKO) setzt mit stilsicherer künstlerischer Vielfalt und dem gelebten Ideal kammermusikalischen Musizierens Maßstäbe. Seine emotionale und sinnliche Klangkultur besticht im Ausreizen einer reichen Farbpalette von ätherischer Transparenz bis hin zum leidenschaftlich-romantischen Klang. Als musikalischer Partner überzeugt das Orchester mit starker Wandlungsfähigkeit und der Kunst des musikalischen Dialogs auf Augenhöhe. Damit hat sich das WKO als eines der gefragtesten Kammerorchester etabliert. → Moltkestraße 11, 74072 Heilbronn Schöne ist, es kommt bei der Bevölkerung an. Besser geht es nicht! Mittlerweile kein Geheimtipp mehr, stehen die Menschen beispielsweise während der Mittagspause zur Türe raus geduldig in der Schlange und warten, bis sie ihre Backware bestellen dürfen. Das ist wahrlich manchmal eine Meisterleistung des Eitel-Teams, dass Kunden fast immer bekommen, was sie möchten. Denn es wird einfach nur so viel gebacken, wie vermutlich auch verkauft werden kann. Dem allbekannten Verschwendungswahnsinn wirkt Steffen Eitel damit ganz bewusst entgegen. Sein Motto lautet auch deshalb »Traditionelle Handwerkskunst mit einer guten Prise Revolution«. → Kirchbrunnenstraße 37, 74072 Heilbronn Pariser Flair – Liberté Im 2013 neu eröffneten Café Liberté weht ein Hauch französischen Flairs in Heilbronn am Marktplatz. Das Rauchercafé mit Pariser Flair ist gemütlich, bietet hausgemachte Kuchen und Champagner von Perrier-Jouet, für besondere Angelegenheiten auch in der Sechs-Liter-Flasche. An der Wand ein Auszug des Gemäldes »La Liberté guidant le peuple« von Eugène Delacroix – 1830, die Theke aus handgearbeitetem Zinn, an der Decke Pariser Stuck im Stile Louis XV und dazu ornamentreiche, große Pendelleuchten. In diesem Café ist alles mit viel Liebe zum Detail entstanden. Ergänzt durch farblich passende Wandleuchten und indirektem LED-Farbwechsel wird im Liberté ein besonderer Charme erzeugt, der in Heilbronn bis dato gefehlt hatte. → Marktplatz 11, 74072 Heilbronn Hanix Nr. 54 Übernachten im Baumhaus und Schäferwagen – Natur-Resort & Freizeitpark Tripsdrill Ob mitten im Grünen, umgeben von klappernden Störchen und grasenden Schafen oder hoch oben in den Wipfeln der Bäume – eine Übernachtung im Natur-Resort Tripsdrill in Cleebronn ist ein wahres Abenteuer für Familien und Paare! Nach einem ereignisreichen Tag im Erlebnispark oder Wildparadies können die Übernachtungsgäste in komfortablen Schäferwagen und Baumhäusern das Erlebte Revue passieren lassen – und sich auf einen weiteren Tag inmitten der Natur freuen. In der Idylle aus Weinbergen und Wäldern ist stilvolles Glamping (glamouröses Camping) im komfortablen Schäferwagen ebenso möglich wie eine urige Nacht im Baumhaus. → 74389 Cleebronn Tradition und Revolution in der Backstube – Bäckerei Eitel Inmitten der Wüste der Backshops mit industriell gefertigten Backwaren gibt es eine Insel des traditionellen Handwerks. Dort werden verschiedene Brote, Brötchen, Kuchen und kleine Imbisse zu 100% von Hand gefertigt. Und was das Der Schweineflüsterer – Hofmetzgerei Fritz Hack Fritz Hack wird auch der »Schweineflüsterer vom Lindelberg« genannt. Er ist Vollblutmetzger, produziert alles selbst. Er legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und ethische Aspekte. Besonderheiten: Vollmondsalami, Schinken wie aus Italien. Oder wie es das Onlineportal www.geniesserregion-hohenlohe.de schreibt: »Schaffer, Schweine-Flüsterer und Schinken-Streichler, Vollblut- und Vollmondmetzger, Traditionalist und innovativer Tüftler, von allem etwas und noch ein bisschen mehr. Auch wenn Friedrich Hack viele Facetten hat, für den Slow-Food-Regio- 76 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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nalvertreter Bernulf Schlauch ›ist er einfach der beste Metzger Hohenlohes, weil er alte Tradition mit neuen Ideen verbindet.‹ Mit Leidenschaft ist er Metzger und Genuss-Handwerker. Was Hack macht, muss rund sein, ›einen Kreislauf schließen‹ und Sinn machen. Dann ist ihm ›kein Aufwand zu viel‹, keine Zeit zu lang.« → Lindelberg, 74629 Pfedelbach Alles erreichen mit guter Bildung! Hanix Nr. 54 Alles was man überblickt ist fruchtbar – Weinberge und Wartberg Der Wartberg mit Aussichtsturm und dem sechs Kilometer langen »Freilichtmuseum« Weinpanoramaweg ist beliebtes Ausflugsziel inmitten der typischen Heilbronner Rebenlandschaft. 1797, an seinem 48. Geburtstag am 28. August, zog es Johann Wolfgang von Goethe bei einem Besuch in Heilbronn auf den Wartberg. In seinem Tagebuch notierte er: »Alles was man übersieht ist fruchtbar; das nächste sind Weinberge, und die Stadt selbst liegt in einer großen grünen Masse von Gärten. Es giebt den Anblick von einem ruhigen breiten hinreichenden Genuß.« Auch heute zählt der Blick vom Wartberg noch zur schönsten Aussicht auf Heilbronn. Der südlichste Punkt des Wartbergs ist das sogenannte Rebstöckle. Hier bietet ein hölzerner Aussichtspavillon einen Blick zum Neckartal und zu den Bergen des Zabergäus. Der östlichste Punkt des Wartbergs ist die sogenannte Lemppruhe, benannt nach Oberförster Lempp, der am Ende des 19. Jahrhunderts dem Verschönerungsverein vorstand. Sie bietet dem Besucher dann ein herrliches Panorama über das Weinsberger Tal. 1902 wurde der Aussichtspunkt vom Verschönerungsverein erbaut, verfiel jedoch über die Jahre. → 74076 Heilbronn Schulabschlüsse Kfm. BK Fremdsprachen Kfm. BK Wirtschaftsinformatik Sozialwissenschaftliches Gymnasium Berufskolleg Fachhochschulreife Abendgymnasium Weiterbildungen Sozialwirt/-in Fachwirt/-in im Erziehungswesen Vorlesungsreihe, Kulturen der Welt Kolping-Bildungszentrum Heilbronn Bahnhofstraße 8, 11, 19-23, Kilianstr.11 Berufsausbildungen Grafik-Designer/-in Foto-Medientechniker/-in Wirtschaftsassistent/-in Altenpfleger/-in, Altenpflegehelfer/-in Ausbildungsförderung AsA Assistierte Ausbildung VAB-O www.kbz-hn.de Tel. 07131 88864-0 74072 Heilbronn Teil 2 51 – 100 In der nächsten Hanix-Ausgabe! 50 GRÜNDE PRO HEILBRONN

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Die Oliver Maria Schmitt-Kolumne Heilbronn – A Nice Place To Come From Ran an die Rohre in der Durchdrehcity! Wie die Stadt Heilbronn wieder friedlich werden und ihrem Namen alle Ehre machen könnte. Wut und Rage allenthalben: Ende Januar meldete das Skandalblatt Heilbronner Stimme: »Fußgängerzone Heilbronn: Autofahrer rastet aus.« Was war geschehen? Ein 32-Jähriger hatte wohl die Faxen dicke, schnappte sich kurzerhand einen Kastenwagen und bretterte wütend durch die Sülmerstraße. Menschen erwischte er zum Glück keine, er pflügte nur durch Tische und Stühle, die vor dem Dönerladen Foto: Ulla Kühnle seines Vaters standen. Abschließend parkte er den Wagen knirschend in einer engen Einfahrt. Die Polizei sprach später von »Famillienstreit«, die Familie hingegen von »Mafia«. Tage später platzte einem besoffenen Wutbürger die Hutschnur, der Siebzigjährige wollte Rot sehen und mal so richtig irgendwen abstechen. »Messerattacke auf Flüchtlinge – mutmaßlicher Täter handelte wohl aus Wut«, textete Spiegel Online und berichtete, wie der Suff-Opa mit einem Messer auf Ausländer losging, die zufällig vor der Kilianskirche herumhingen. Einen jungen Syrer und einen jungen Afghanen verletzte er leicht und einen 25-Jährigen Iraker schwer. Nach guter deutscher Tradition wurde der Messerstecher schon nach kurzer Zeit wieder freigelassen, da ihm keine Tötungsabsicht, sondern lediglich gefährliche Körperverletzung unterstellt wurde. Wenn einer der drei draufgegangen wäre, dann hätte der halt Pech gehabt – was stellt er sich auch so an mit einer Körperverletzung. Warum nur diese Wut? Warum immer gleich durchdrehen? Hat das im gemütlichen Südwesten schon Tradition? Bei der letzten Bundestagswahl holte die Wutbürgerbewegung AfD ausgerechnet im Wahlkreis Heilbronn ihr bestes Ergebnis: 16,4 Prozent der Zweitstimmen waren der höchste Wert im Land. Und das in der ehemaligen Hochburg der CDU! Haben wir das alles etwa den Russen zu verdanken? Rund drei Millionen Aussiedler kamen seit 1987 aus der ehemaligen Sowjetunion und Osteuropa nach Deutschland, Helmut Kohl hatte sie großzügig eingekauft und übers Land verteilt. Lange Zeit als kriminelle Säufer abgetan, haben sich die Spätaussiedler jedoch vorbildlich integriert: Die Russen wählen heute AfD und hassen Ausländer – was nicht einer gewissen pikanten Ironie entbehrt. In Neckarsulm-Amorbach waren es bis zu 38,4 Prozent, in Bad Friedrichshall-Plattenwald 38,1 Prozent, und im Öhringer Zwetschgenwäldle sogar über 40 Prozent. Aber um Nazis zu wählen, dafür braucht man gar nicht unbedingt Russen – das können wir auch so: In den Weiten der schwäbischen Tundra rund um Heilbronn räumte die Wutbürgerpartei auch sonst ordentlich ab: In Möckmühl hat keine Partei besser abgeschnitten als die AfD mit 24,3 Prozent, in Zaberfeld waren’s sogar noch mehr. Diese Wutbürger können nicht fassen, dass andere alles, aber auch alles bezahlt kriegen und sie selbst rein gar nichts, dass die Brezel früher mal zwanzig Pfennig gekostet hat und jetzt mehr als das OLIVER MARIA SCHMITT-KOLUMNE – FOLGE 16 Hanix Nr. 54

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Fünffache, dass man abends nicht mehr rausgehen kann, obwohl es in Heilbronn und erst recht in Möckmühl noch nie einen Grund gab, abends rauszugehen. Werden jetzt alle immer wütender? Wie soll das weitergehen? Wird als nächstes der komplette Heilbronner Gemeinderat Zeter und Mordio schreiend über den Marktplatz paradieren? Wird sich Oberbürgermeister Harry Mergel ein Megaphon schnappen und unablässig brüllen: »Ihr Deppen! Ihr Unterländer Arschgeigen!« Wird sodann die Heilbronner Feuerwehr mit großem Gerät durch die Fußgängerzone walzen, aus Wut, weil ihre Schläuche zu kurz und die Helme zu klein sind? Werden die Eisdielenbesitzer ihre Läden in die Luft jagen, weil der Winter viel zu lange geht? Werden Unzufriedene, Nullperformer und Zu-kurz-Gekommene das Internet bevölkern, um geifernd und schimpfend ihren Meinungsmüll zu verbreiten? Wie – das tun sie längst? Schöne Schande. Woran kann das nur liegen? Am Wetter? Am Trinkwasser? Ist da vielleicht was drin? Nein, da ist eben nichts drin! Ja, genau, das scheint mir das Problem zu sein – da muss was rein! Im Jahr 1994 hatte der legendäre Heilbronner Winzer Adolf Heinrich vom Weingut GA Heinrich die Idee, am Wasserhochbehälter oben am Wartberg einen Brunnen installieren zu lassen, der nicht nur Wasser, sondern auch Trollinger ausgab. Viele Menschen kamen von nah und fern, um das Kanaan-Wunder von Heilbronn zu bestaunen: Wein statt Wasser, Trollingerlaune statt nüchterner Realität! Wäre das nicht der richtige Ansatz? Also bitte ran an die Rohre: Kippt einfach ordentlich Wein ins Leitungswasser: Trollinger macht die Menschen friedlich und gemütlich, und aller Groll verpufft wie schlechte Luft. Schon durch leichte Gabe von Trollinger steigt der gesamtgesellschaftliche Chill-Faktor um mindestens hunderttausend Prozent. Die nahrhafte Schwabenmilch ist bekömmlich und bindet sämtliche im Körper umherschwirrenden freien Radikale. Wo immer ein Wasserhahn in der Nähe ist, setzt man sich zusammen und treibt ein Schwätzle voran, anstatt sich anzufahren oder mit Messern aufeinander loszugehen. Trollinger, ohnehin schon eine höhere Form des Wassers, macht nicht betrunken, sondern nur grenzenlos heiter, denn als Wein ist er ein flüssiger Witz. So könnte man Heilbronn nachhaltig durchdrehunfreundlicher machen und außerdem die kurrente Überproduktion abbauen. Aus dem Siebenröhrenbrunnen käme endlich wieder eine genießbare Flüssigkeit, Touristen hätten was zum Bestaunen und die alte Heilbrunnenstadt Heilbronn würde zu guter Letzt ihrem Namen tatsächlich alle Ehre machen. Adolf Heinrich sei Dank! ◆ Oliver Maria Schmitt, Jahrgang 1966, ist Romancier und Journalist. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Henri-Nannen-Preis 2009. Ein Jahr lang sechs Ausgaben Hanix in deinen Briefkasten für 40 EUR Deine Vorteile: - Hanix vor allen anderen lesen - Bequeme kostenfreie Zustellung der Hefte per Post - Pluspunkte auf deinem Karma-Konto - Dein gutes Gefühl etwas Wichtiges für die Stadt(entwicklung) zu tun - Du sorgst für Medienvielfalt in der Region Gleich bestellen! shop.hanix-magazin.de oder abo@hanix-magazin.de oder 07131 / 1216500

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Ein Brief mit Fotos von den Kapverden von ULLA KÜHNLE und BERNHARD WINKLER Liebe Heimat, die WhatsApp-Sprachnachricht aus der Redaktion kam am 25. Januar gegen 14 Uhr an. Ungefähr sieben Stunden, nachdem Ulla und ich in Stuttgart eine Boing 747 bestiegen hatten, um den deutschen Winter hinter uns zu lassen. Ob wir Lust hätten, einen Brief an die Heimat für die kommende Ausgabe über die Kapverdischen Inseln zu schreiben, wurden wir gefragt. Aufgabenteilung wie folgt: Ulla soll mit der Kamera für die Berichtsbebilderung zuständig sein. Ich war als Geschichtenerzähler angedacht, Ressort Reiseberichterstattung. Nach einem kurzen Austausch kritischer Blicke und Anmerkungen, dass so ein Bericht ordentlich Druck, Stress und Verantwortung bedeute, und wir ja schließlich zur Erholung weggeflogen seien – ich war immer noch etwas verstimmt, weil ich direkt bei der Ankunft eine meiner besseren Wolljacken im Flughafentaxi habe liegen lassen – haben wir direkt zugesagt. Um die Katze endlich aus dem Sack zu lassen: Wir schreiben aus Boa Vista, was, aus dem Portugiesischen übersetzt, »schöne Aussicht« bedeutet. Boa Vista ist die östlichste und drittgrößte Insel der Kapverden. Sie gehört zu den Inseln »über dem Winde« – ein Terminus, der die östlichen Inseln verschiedener Inselgruppen ihrer Windzugewandtheit wegen meint. Bezogen auf die Kapverden im westlichen Zentralatlantik ist Boa Vista als östlichste Insel am ehesten im Einflussbereich des Nordostpassats gelegen. Bedeutet: viel Wind und damit ideale Voraussetzungen für Kiter – für geübte. Die Luft auf der Insel ist einzigartig. Frisch und salzhaltig und in dieser Intensität nie gerochen. Das Licht mangels Feinstaub und Abgasen intensiv, der Himmel also blauer als dem mitteleuropäischen Auge vertraut und die Sonne kräftiger. Die Hauptstadt der Insel, Sal Rei, in deren Zentrum wir in einer privaten Pension gewohnt haben, wirkte auf Anhieb recht überschaubar, sodass wir direkt guter Orientierung waren. Der Marktplatz war vom Balkon aus zu sehen, ebenso wie der Strand, der direkt vor der Stadt liegt. Wie in der Literatur beschrieben, bietet die Insel wenig Grün. Sal Rei ist also von Wüstensand BRIEF AN DIE HEIMAT Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 und Geröll umgeben. Neben einem Moskito, über dessen tatsächliche Existenz wir uns im Nachhinein unsicher waren, den wir aber meinten surren zu hören, exakt, als wir thematisierten, dass es auf der Insel ja nicht einmal Moskitos zu geben scheint, ging unsere laienhaft infantile Theorie vollends auf: Keine Flora bedeutet keine Fauna, was Boa Vista zu allem anderen als zu einem toten Ort macht. Die Atmosphäre, die uns in Empfang nahm und uns begleiten sollte, war eine sehr lebendige. Und eine laute. Ich war meinen Lebtag noch nie non-stop einem solchen Geräuschpegel ausgesetzt. Aber: Der Krach war ein netter und nicht zu vergleichen mit Großstadtlärm, wie man ihn allenthalben kennt. Also weder Polizeisirenen – Polizei gibt es zwar und die Polizisten tragen schicke weiße Uniformen, im lärmenden Einsatz haben wir sie nicht erlebt – noch Martinshörner waren hörbar. Zwar existiert ein Krankenhaus auf der Insel, aber Ärzte sind so gut wie nie anwesend. Also, und da scheint man pragmatisch auf Boa Vista, wo keine Ärzte, da werden auch keine Krankenwagen mit lärmendem Sirenengehäul gebraucht. Neben den akustischen Reizen, die wir buchstäblich auf die Ohren kriegten, boten sich unzählige andere, unsere Sinnesorgane ausgiebig zu triggern. In olfaktorischer (auch Riechwahrnehmung, Geruchssinn; Anm. d. Red.) Hinsicht sorgte nicht nur die gute Luft für Befriedigung und freie Atemwege. Die Straßen hatten einen eigenen, fast erdigen Geruch und die Stadt roch gut nach einem Gemisch aus Küchendämpfen, der einfachen, aber sehr gepflegten Häusern wie auch Restaurants entstieg, nach auf den Straßen zum Verkauf angebotenem Obst, Gemüse und Fisch und nach frischem Zigarettenrauch. Rauchen ist auf den Kapverden nicht verpönt, das sei verraten. Das Essen, auf das wir uns beschränkten, war einfach, aber qualitativ hochwertig. Fisch- und pastalastig könnte man sagen. Nicht in Ermangelung von Alternativen. Uns war einfach danach. Bei allen Mahlzeiten hatte man das Gefühl, ernteoder fangfrisch zu essen. Vollmundig. Gut gewürzt und harmonisch abgerundet, die Gewürze immer nur adjuvant (unterstützend; Anm. d. Red.) in Linie zu dem, was es zu würzen galt, nie laut und dominant. Eigentümlich fremd, aber ehrlich im Geschmack und auf den Punkt gegart. Und jedes Essen ein Hingucker. In visueller Hinsicht blieb unseren Augen der Kürze der Reise geschuldet sicherlich einiges verschlossen. Das Gesehene war jedoch in jeder Hinsicht sehenswert. Der Himmel, wie eingangs beschrieben, blauer als blau. Das Wasser in Strandnähe bot Schattierungen, die von leuchtendem Kobaltblau ins Neongrüne zu changieren schienen. Weiter draußen freilich wirkte das Meer dunkel. Die Gewänder der Frauen waren häufig westlich geprägt, fanden aber auch traditionell auf grellbunten und gemusterten Stoffen Ausdruck. Die Adilette – ich spreche von der dreigestreiften Badelatsche – machte neben Flip-Flops hauptsächlich die Fußbekleidung des Mannes aus und schien zu jedem Anlass, ob tags oder zur Nacht passend und damit gesellschaftlich arriviert. Auf den Köpfen Dreadlocks oder Rastazöpfe, wo man hinschaut – bei den Frauen turmartig in die blauen Himmel gebaut, bei Männern gerne blondiert und einhergehend mit einer Nackenrasur, die bis zum Hinterhauptsbein reichend die ausgeprägten Kopfformen akzentuiert, die zuweilen an altägyptische Königshäupter erinnert haben. Mir sticht ein schöner Hinterkopf prompt ins Auge – fehlt meiner aufgrund einer genetischen Disposition doch quasi komplett – und ich gönne ihn einem jeden, der einen hat. Ich kam aus dem Gönnen also kaum mehr raus. Köpfe. Und Hinterköpfe. Ich kann Euch sagen. Womit wir bei den Menschen angekommen sind. Die waren schön. Äußerlich. Und auf eine seltsam anrührende Art auch dort, wo die inneren Werte zuhause sind. Und so kommen wir zu den Begegnungen, ULLA UND BERNHARD VON DEN KAPVERDEN IB Berufliche Schulen Heilbronn Finde Deinen Weg: Mit den IB Beruflichen Schulen Heilbronn Abitur (SG) FH-Reife (BK I+II) Mittlere Reife (BFSW) Hauptschulabschluss (VAB/O) Ausbildung Kinderpflege Infoabende: Mittwoch, 16.05.2018 Donnerstag, 05.07.2018 Beginn 18:30 Uhr IHK Bildungsmesse: 28. - 30.06.2018 IB Berufliche Schulen Heilbronn Knorrstr. 8, 74074 Heilbronn Tel.: 07131 / 7809 - 0 schulen-heilbronn@ internationaler-bund.de facebook.com/ibheilbronn ib-heilbronn.de Finde Deinen Weg 65 JAHRE FAHRRADHAUS BENDER BIKE ARENA BENDER Fahrradhaus Bender GmbH Koepffstr. 7-13 74076 Heilbronn T: +49 7131 96150 M: info@bikearena-bender.de www.bikearena-bender.de

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die einen Urlaub rundmachen: Nette Begegnungen mit ein paar Menschen, mit denen wir einiges unternehmen durften und die ausnahmslos kapverdischer Herkunft waren. Menschen, die uns das ohnehin flüchtige Zeitgut noch kurzweiliger haben erscheinen lassen, weil die Momente, die wir mit ihnen verbringen durften, schön und intensiv waren. Es kam zu guten Unterhaltungen über Gott und die Welt, bei denen Essen und Trinken geteilt wurde, wie es Familienmitglieder oder Freunde tun, wie auch zu Abenden, die Partycharakter zu haben schienen oder in ihrem Verlauf durchaus abenteuerlich waren. In manchen Situationen fühlten wir uns fast wieder wie 20. Wir trafen also Leute, mit denen man Dinge tut, die man tut, wenn man sich gegenseitig gerne hat. Es entstand nicht einmal das Gefühl, während einer Unterhaltung nur zu konversieren, weil man das doch so macht, wenn man Leute trifft. Auch herrschte nicht der gegenseitig sich befeuernde Drang, nach Möglichkeit besonders viel von sich zu erzählen, um in irgendeiner Art und Weise zu punkten. Vielmehr entstand für uns der Eindruck, dass auf allen Seiten eine unausgesprochene Bereitschaft herrschte, das Gegenwärtige in der Gegenwart zu belassen und es damit intensiver lebbar zu machen. Natürlich gab es auch die Begegnungen, auf die man gerne verzichten möchte. Ich schreibs ja ungern: die mit anderen Touristen. Konkreter: die mit anderen deutschen Touristen. Noch konkreter: Es ist die Rede von einem Ehepärchen, das einen Narren an uns gefressen zu haben schien und überall dort aufschlug, wo wir gewohnt waren, aufzuschlagen. Alles, was die eben erwähnten Begegnungen mit der Handvoll Einheimischer für uns so schätzenswert ausmachte, war hier auf eine eklatante Art und Weise nicht vorhanden. Mit dem Ehepärchen waren auch die Ratschläge da, um die wir nicht gebeten hatten. Weltumspannende Ratschläge, in ihren banalen Kernaussagen nicht zu überbieten, zum Davonlaufen also. Hausfrauentipps und schlüpfrige Vertreterwitze, von denen uns die Ohren zu bluten drohten. Viel gesundes Halbwissen zu allem und jedem Sujet, bereit, mit jedermann geteilt zu werden. Nicht intelligent. Nicht unterhaltsam. Und schon überhaupt nicht witzig. Mit der hartnäckigen Anhänglichkeit dieses Ehepärchens zogen kurzfristig dunkle Wolken am ansonsten so ungetrübt blauen Urlaubsfirmament für uns auf. Beschäftigte uns doch zunehmend die Frage, wie wir die beiden am besten wieder loswerden könnten, denn neben uns schlossen sie ebenso enthusiastisch unsere Urlaubsbekanntschaften ins Herz. Zur allgemeinen Befremdung wurden nicht Hanix Nr. 54 BRIEF AN DIE HEIMAT

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Hanix Nr. 54 nur wir zur Begrüßung geknuddelt, geherzt und gebusselt, sondern auch alle, die im Radius von zwei Metern um uns herum standen – uns zugehörig oder auch nicht. Es bestand also Handlungsbedarf. Wir setzten auf Ignoranz. In ihrer ausgeprägtesten passiv-aggressivsten Art und Weise. Eine zugegebenermaßen unhöfliche Form, sich ungebetenen Gästen zu entledigen, und obschon nicht unser Stil, die einzig für uns gangbare, denn von insgesamt 14 Urlaubstagen waren die beiden drauf und dran, uns ein gutes Viertel zu versauen. Und eine waschechte Szene zu machen, hierzu war irgendwie, so hübsch unterhaltsam das auch hätte werden können, nicht das Forum, denn das Inselmotto, wenn nicht sogar das kapverdische Motto überhaupt, lautet »no stress«. Unsere Ignoranz war so ostentativ, dass sie bei den Adressaten ankam und zwei Tage später waren die beiden wie vom Erdboden verschluckt. Prima Sache. Gleichzeitig etwas kurios, da Sal Rei, wie gesagt, eine kleine, nicht touristische Stadt ist, in der man sich kaum ausweichen kann. In diesem Fall waren wir jedoch meilenweit entfernt davon, zu hinterfragen, wo die beiden abgeblieben sind. Neben den Bekanntschaften, den netten und den weniger netten, bildeten Gastronomen und Supermarktverkäufer die Peripherie unserer Inselsozialisation. Auch hier war der Umgang ein netter. Anfänglich distanziert aber freundlich ging es hurtig vertrauter zu, als klar war, wir werden so etwas wie Stammkunden. Der Leser, der nach den ersten Zeilen nicht direkt weitergeblättert oder das Heft gar in die Ecke geschmissen hat, wird sich spätestens jetzt fragen, wo denn der aussagefähige Reisebericht über Land und Leute, Brauchtümer, sehenswerte Locations und gastronomische Geheimtipps bleibt. Fehlanzeige. Es gibt keinen. Hierzu fehlen schlicht die berichtenswerten Reiseerlebnisse, die den Reisebericht eben zum Reisebericht machen. Ausbaufähig und von einem gewissen Unterhaltungswert wäre vielleicht die Geschichte rund ums Kitesurfen gewesen, das nicht, wie ursprünglich geplant, im glasklaren, seichten und strandnahen Gewässer stattfand, sondern der schlechten böigen Windverhältnisse in Strandnähe wegen auf die offene See verlagert wurde. Da Ulla aber fast ersoffen ist und ich mit Sicherheit fast von einem Hai gefressen worden wäre, wenn man mich nicht rechtzeitig aus dem Wasser gezogen hätte (genau lässt sich das nicht sagen, da das Wasser unter uns pechschwarz war, aber ich schwöre, ich hab da was Großes unter mir gesehen), möchte ich hiervon Abstand nehmen. Da wir mit der Kite-Thematik jedoch noch nicht ganz durch sind, in diesem Bericht zwar schon, aber nicht für alle Zukunft gesprochen, wird da vielleicht mal an anderer Stelle eine Geschichte draus, wenn nicht sogar ein ganzer Ratgeber, so rund um den Wassersport halt. Was wir hatten, war eine gute Zeit, die uns bescherte, wonach uns war: intensive Sonne in einer entspannten Atmosphäre mit nach Möglichkeit herrlicher Meerluft. Raum, Dinge neu zu denken. Ruhe, um auf den Punkt zu kommen. Die räumliche Distanz, die es manches Mal braucht, Dinge abzuschließen oder von einer anderen Seite anzupacken. Nicht schnell und lösungsorientiert von A nach B denken zu müssen, sondern das Gedankengut frei flottieren zu lassen, auf dass es von selber wieder zusammenfindet. Zeit zu haben. Für Gespräche oder für gemeinsames Schweigen, für Sense und Nonsens. Neuen Mut finden, um weiter zu gehen. Nach den Eindrücken, die beide Wochen hinterlassen haben, wird im Ansatz nachvollziehbar, was Caesaria Evora meint, wenn sie über die Kaperden singt: Petit pays je t'aime beaucoup. Bis bald, Bernhard und Ulla ULLA UND BERNHARD VON DEN KAPVERDEN

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Franziska Schmidt 1957 Fotograf unbekannt, Stadtarchiv Heilbronn Hanix Nr. 54 Zu den Personen, die Heilbronn zu ihrer Wahlheimat erkoren hatten, gehört auch Franziska Schmidt. Sie stammte aus Mannheim und war dort 1927 als 28-Jährige in die SPD eingetreten. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlor sie ihre Arbeitsstelle, sie fand jedoch eine neue in der Verwaltung bei der Reederei Schwaben. Als die Reederei 1938 ihren Sitz nach Heilbronn verlegte, kam Franziska Schmidt mit. 1946 begann ihre bemerkenswerte Karriere. Zunächst wurde sie Schriftleiterin bei der neugegründeten »Heilbronner Stimme«, wechselte jedoch 1949 als verantwortliche Lokalredakteurin an die wieder zugelassene SPD-Tageszeitung »Neckar-Echo«. Vor allem aber gehörte Franziska Schmidt in der Nachkriegszeit zu den wenigen Frauen in Heilbronn, die politisch wirken wollten. So wurde sie 1946 in die Verfassunggebende Landesversammlung von Württemberg-Baden gewählt und anschließend (bis 1952) in den Landtag. 1947 kandidierte die 48-Jährige für den Heilbronner Gemeinderat – 23 Jahre lang gehörte sie für die SPD dem Gremium an. Sie setzte sich für die Gleichberechtigung von Frauen ein, für eine Stärkung der Kindergärten, für den Bau der Frauenklinik, für Bildung und Kultur. Bis 1969 saß sie im Vorstand des 1953 gegründeten Kreisverbands der Europa-Union, sie engagierte sich tatkräftig für die Heilbronner Verbraucherberatung und für den Tierschutzverein. Franziska Schmidt lebte bis zu ihrem Tod 1979 in der Sülmerstraße Nr. 8 – mitten im Herzen der Stadt, mitten in ihrem Heilbronn. Das Foto, 1957 im Heilbronner Rathaus aufgenommen, zeigt Franziska Schmidt zusammen mit dem ehemaligen baden-württembergischen Innenminister und Heilbronner Ehrenbürger Fritz Ulrich und dem Bürgermeister für Kultur und Soziales Friedrich Hanser. Näheres unter www.stadtarchiv-heilronn.de 84 DER HISTORISCHE SCHUSS

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DIGITAL PUBLISHING Bringen Sie Ihre digitalen Publikationen zur richtigen Zeit auf dem richtigen Endgerät zu Ihrer Zielgruppe. PRINT2PAPER Highend Offsetdruck Highend Digitaldruck für Ihre Produkte wie z.B.: Bücher, Magazine, Kataloge, Geschäftsberichte, Verpackungen, Codekarten, Gutscheinkarten IHRE PROJEKTE. UNSERE LÖSUNG. IHR ERFOLG! www.crossmediaexperts.de info@zieglerdruck.de | Telefon: 07263 20986-0

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.jpg FORUM »SCHWARMSTADT HEILBRONN«, Bildungscampus, Heilbronn 27.02.2018, 10 Uhr bis 13 Uhr Fotos: Ulla Kühnle Eine Initialzündung für kulturelle Stadtentwicklung!? Die DHBW Heilbronn und das Hanix-Magazin haben eingeladen zum ersten Forum »Schwarmstadt Heilbronn – Potenziale innovativer Stadtentwicklung für Heilbronn«. Wie wird Heilbronn eine Stadt, in der sich der Schwarm junger Menschen nicht nur zum Studium, sondern dauerhaft niederlässt? Eine Frage, die viele umtreibt, wie man am hochrangigen Publikum und dem gut gefüllten Saal erkennen konnte. Der Anfang ist nun gemacht. Prof. Yvonne Zajontz, Studiengangsleiterin der DHBW Heilbronn und Marktforscherin aus Leidenschaft, freut sich: »Das Projekt geht weiter. Auf unserer Liste am Ausgang haben sich viele der Teilnehmer eingetragen.« .JPG – BILDERGALERIE Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 Auch Robert Mucha, Mitbegründer des Hanix- Magazins, ist optimistisch: »Es gibt viele Ansatzpunkte, Programme zu entwickeln«. Für den Moment wünscht er sich mehr Begegnungsstätten, unkompliziertere Prozesse und vor allem mehr Anerkennung für die Kreativen der Stadt. Sein Ziel? »Mindestens eine 2,0 für Heilbronn.« .JPG – BILDERGALERIE f r e i r a u m - p h o t o s . d e

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Fotos: Meli Dikta [1] Golden Retriever, Waldheide, Heilbronn, 25.01.2018, 10:26 Uhr [2] Einkauf, Wochenmarkt, Heilbronn, 06.02.2018, 10:36 Uhr [3] Lolli, Kernerstraße, Heilbronn, 25.02.2018, 15:44 Uhr [4] Schaufenster, Modehaus Peter Hahn, Heilbronn, 06.02.2018, 10:04 Uhr [5] Blumenblüte, Köpfertal, Heilbronn, 09.02.2017, 10:51 Uhr [6] Wirsing, Heilbronn, 06.02.2018, 10:37 Uhr Hanix Nr. 54 88 .JPG – BILDERGALERIE

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Hanix Nr. 54 Fotos: Meli Dikta [1] Straßenlaterne, Leintalstraße, Heilbronn, 21.01.2018, 18:42 Uhr [2] Luftballon, Pferdemarkt, Heilbronn, 24.02.2018, 12:57 Uhr [3] Wäsche, Faschingsdekoration, Bad Wimpfen, 13.02.2018, 15:35 Uhr .JPG – BILDERGALERIE ringringwedddings.com

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Theater Heilbronn April & Mai 2018 Großes Haus Taxi Taxi (Komödie) 01.04., 15.04., 26.04. & 10.05. BOXX Klopf, Klopf (Kindertheater) 02.04., 18.04., 19.04. & 20.04. Großes Haus Zwei hoffnungslos verdorbene Schurken (Musical) 02.04., 04.04., 07.04., 10.04., 13.04., 20.04., 22.04., 08.05. & 26.05. Komödienhaus Bandscheibenvorfall – ein Abend für Leute mit Haltungsschäden (Schauspiel) 03.04., 06.04., 07.04., 08.04., 12.04. & 13.04. BOXX Emil und die Detektive (Schauspiel für Kinder) 08.04., 10.04., 11.04., 12.04., 25.04., 26.04., 27.04., 29.04., 30.04., 02.05., 03.05., 15.05. & 16.05. Termine April 2018 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Komödienhaus The Cast (Opernband) 10.04. Großes Haus Unterwerfung (Schauspiel) 11.04., 14.04. & 11.05. BOXX Anders (Theater) 13.04., 15.04., 16.04. & 17.04. Großes Haus La Cenerentola – Aschenputtel (Oper) 19.04. & 21.04. Großes Haus »Berühren – Berührt werden – Berührt sein« (Workshop) 21.04., 22.04., 19.05., 20.05. & 21.05. BOXX Heut’ ist ein schöner Tag (Theater) 22.04., 23.04. & 24.04. BOXX Das kunstseidene Mädchen (Schauspiel) 24.04. & 14.05. Großes Haus Josef Hader – Hader spielt Hader (Theaterabend) 27.04. Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar So 01. Mobilat Club, Heilbronn Riders on the Storm Eating Koi w/ Danee B (Clubbing) Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Veganes 3-Gänge-Menü (Verkostung) Bukowski, Heilbronn Oster Rave (Clubbing) Komödienhaus Die Kaktusblüte (Komödie) 28.04., 02.05., 04.05., 05.05. & 12.05. BOXX Krieg – Stell dir vor, er wäre hier (Theaterpädagogik) 03.05. & 04.05. Großes Haus Ein Volksfeind (Schauspiel) 05.05., 12.05., 13.05., 22.05, 25.05 & 30.05. BOXX Kotzmotz, der Zauberer oder »Mondarosadella« (Kindertheater) 06.05. 07.05. & 08.05. Großes Haus Eure Mütter (Comedy) 09.05. Großes Haus Out of Joint (Tanz) 16.05. Komödienhaus Die Choreonauten – eine Deutsch-Afrikanische Tanz-Navigation (Tanzabend) 17.05. Mo 02. Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Frauen Café (Gesprächsrunde) Di 03. Hochschule Heilbronn Studieren probieren in den Osterferien – Schnuppertage an der Hochschule Heilbronn (Bildung) Großes Haus »Dialogue du corps« (Workshop) 18.05. 19.05. & 20.05. Großes Haus Horses in the sky (Tanz) 18.05. & 19.05. Großes Haus »Grundlagen der Contact Improvisation« (Workshop) 18.05., 19.05. & 20.05. BOXX Almost Alive (Tanz) 18.05. Großes Haus Mai – N Tanz (Tanz-Jubiläum) 19.05. & 20.05. Komödienhaus Somewhere at the beginning (Tanz) 20.05. Großes Haus The way you look (at me) tonight (Tanz) 21.05. Mi 04. Hochschule Heilbronn Studieren probieren in den Osterferien – Schnuppertage an der Hochschule Heilbronn (Bildung) KoKi, Heilbronn KoKi-Film Mapplethorpe: Look At The Pictures (Film) Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle, Stuttgart Wanda – Niente Tour (Konzert) 01. – 04.04.2018 Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 Do 05. Hochschule Heilbronn Studieren probieren in den Osterferien – Schnuppertage an der Hochschule (Bildung) Intersport RedBlue, Heilbronn Babykonzert mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn (Konzert) Zigarre, Heilbronn Jazz Session mit HI5 (Konzert) Messe, Stuttgart Yogaworld (Messe) Messe, Stuttgart Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe (Messe) Messe, Stuttgart Future Fashion – Fair Handeln (Messe) Fr 06. Eisenbahnmuseum, Heilbronn Artbrau (Craft-Beer-Festival) ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) Ebene 3, Heilbronn The Mercy Rebels – Rockabilly (Konzert) Messe, Stuttgart Yogaworld (Messe) Messe, Stuttgart Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe (Messe) Messe, Stuttgart Future Fashion – Fair Handeln (Messe) 05. – 12.04.2018 Sa 07. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Simply the Best« – Potpourri der größten Hits von weltberühmten Songwritern (Konzert) Eisenbahnmuseum, Heilbronn Artbrau (Craft-Beer-Festival) Mobilat Club, Heilbronn DickesB (Clubbing) Festhalle, Nordheim Second Fashion Lounge Frauenflohmarkt (Flohmarkt) Kulturforum, Brackenheim Gankino Circus - »Die letzten ihrer Art« (Konzertkabarett) Bislandhalle, Bonfeld blacksheep Bandcontest 2018 (Musikwettbewerb) Maimarkthalle, Mannheim Time Warp 2018 (Clubbing) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Metallica (Konzert) Messe, Stuttgart Yogaworld (Messe) Messe, Stuttgart Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe (Messe) Messe, Stuttgart Future Fashion – Fair Handeln (Messe) Im Wizemann, Stuttgart Im Autokino – Late Night Show (Live-Podcast) So 08. Theaterhaus, Stuttgart Tocotronic (Konzert) Messe, Stuttgart Yogaworld (Messe) Messe, Stuttgart Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe (Messe) Messe, Stuttgart Future Fashion – Fair Handeln (Messe) Mo 09. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Kaffee und ich – klein, schwarz und sexy (Kaffeeseminar) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Metallica (Konzert) Di 10. Komödienhaus, Theater Heilbronn The Cast (Oper) Kreissparkasse, Heilbronn KSK Kammermusikreihe »Frühlingsgefühle« (Konzert) Mi 11. Ebene 3, Heilbronn Philip Bölter (Voice of Germany) – Grunge-Folk (Konzert) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Kaffee und ich – mit Herz und Verstand (Kaffeeseminar) Mercedes-Benz-Museum, Stuttgart Mercedes-Benz Social Media Night (Vortrag und Diskussion) Capitol, Mannheim Nutten, Koks und frische Erdbeeren (Musikkabarett) Do 12. Würzburg Eröffnung der Landesgartenschau Würzburg 2018 (LAGA-Eröffnung) Weingut Bauer, Heilbronn- Sontheim Herr von Ribbeck – Fine Catering und Weingut Bauer (Verkostung) Theaterhaus, Stuttgart Nutten, Koks und frische Erdbeeren (Musikkabarett) Goldmark’s, Stuttgart Live: Dÿse (Konzert) Rosenau Lokalität & Bühne, Stuttgart ArtNight: Frida Kahlo (Kunst) LL.M. Jura für Nichtjuristen – der berufsbegleitende Master in Wirtschaftsrecht! Informiere dich jetzt zum Studienstart im Oktober! ONLINE-INFOABEND Donnerstag, 12.04.2018, 19:00-20:15 Uhr Anmeldung unter www.ggs.de/infoabend LL.M. FOR A DAY Inkl. Schnuppervorlesung und Austausch mit Studierenden Freitag, 27.04.2018, 13:30-18:30 Uhr Anmeldung unter www.ggs.de/llm-for-a-day

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Fr 13. ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) ARKUS, Heilbronn Nicolas Kemmer singt Chansons in französischer Sprache (Konzert) Bukowski, Heilbronn Andere Welt Opening 2018 (Clubbing) Theaterschiff, Heilbronn Kleine Eheverbrechen (Krimi-Theater) Mobilat Club, Heilbronn A.T.Z. (Clubbing) Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Street Food Meile (Street-Food-Festival) Weingut Drautz, Heilbronn Weinfest in den Frühling (Weinfest) Piano Wine Bar, Heilbronn Ioana Radulescu Jazz (Konzert) K2acht Zigarre, Heilbronn Vernissage: »Jamsession« Fotografien von Claus - Peter Malek und Klaus Schaeffer (Ausstellung) Rosenau Lokalität & Bühne, Stuttgart Jazzrausch Bigband mit »Moebius Strip / Live House & Techno« (Konzert) Sa 14. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Soul-Café« - Soul Connection unplugged (Konzert) Theaterschiff, Heilbronn Kleine Eheverbrechen (Krimi-Theater) Mobilat Club, Heilbronn Breaking Ground (Clubbing) Ebene 3, Heilbronn Local Heroes / Die kleine Rockbühne (Konzert) Data 77112 , Heilbronn Floh- und Tauschmarkt (Flohmarkt, Drinks & Musik) Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Street Food Meile (Street-Food-Festival) Weingut Drautz, Heilbronn Frühlings-Weinfest (Weinfest) Kulturforum, Brackenheim Hazel Brugger (Kabarett) Gutshof Ladenburg Art und Streetfood Weekend 2018 (Kunst, Food und Lifestyle) Rosenau Lokalität & Bühne, Stuttgart Moritz Neumeier: Hurra. (Comedy) Merlin Kulturzentrum, Stuttgart Nachdenkliche Sprüche mit Bilder (Comedy) Alte Feuerwache, Mannheim LMBN – Sebastian 23, Sulaiman Masomi, Jan P. Zymny & Andy Strauß (Slam-Kabarett) Geschichtenwerkstatt Altes Volksbad, Mannheim Wo ist zu Hause DJ // Chris Whap-a-dang »Telegramm aus Germany« (Clubbing) So 15. Theresienwiese, Heilbronn Heilbronner Street Food Meile (Street-Food-Festival) Weingut Drautz, Heilbronn Weinfest in den Frühling (Weinfest) Gutshof Ladenburg Art und Streetfood Weekend 2018 (Kunst, Food und Lifestyle) Mo 16. ZEPHYR, Raum für Fotografie Mannheim Wolfskinder. A Post-War Story (Vortrag) Di 17. Alter Schlachthof, Karlsruhe Hallo.digital – Convention für digitale Tranformation (Digitale Convention) C-HUB, Mannheim Seminar: Grundlagen des Kulturmarketings (Workshop) Alte Feuerwache, Mannheim DJ Krush (Clubbing) Mi 18. Im Wizemann, Stuttgart Marvin Game – Allzeit Tour 2018 (Konzert) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Kaffe und ich – Liebe auf den ersten Blick (Kaffeeseminar) Piano Wine Bar, Heilbronn Vernissage Gemäldeausstellung Heidi Karle (Ausstellung) Dachgeschoss Wasserschloss, Bad Rappenau Bad Rappenau liest: Gestatten, Heinrich von Kleist (Lesung) Alte Feuerwache, Mannheim Lizz Wright (Konzert) Festhalle, Frankfurt Arcade Fire (Konzert) 13. – 18.04.2018 Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 Rosenau Lokalität & Bühne, Stuttgart Özcan Cosar spielt Non Stop Stand Up (Comedy) Do 19. Hochschule, Heilbronn MINT-EC-Forum Automobiltechnik der Zukunft (Workshop) Harmonie, Heilbronn Chris Tall – Und jetzt ist Papa dran! (Comedy) Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Just The Ticket« - Komödie von Peter Quilter (Theater) BOXX, Theater Heilbronn Heilbronner Poetry Slam – U20 Stadtmeisterschaft (Poetryslam) ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) Fr 20. Kulturkeller, Heilbronn Werner Brix – Best of Brix (Comedy) Mobilat Club, Heilbronn Straight Up!(Clubbing) Freund & Kupferstecher, Stuttgart Entourage (Clubbing) Alte Feuerwache, Mannheim Mulatu Astatke (Konzert) Sa 21. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Simply the Best« – Potpourri der größten Hits von weltberühmten Songwritern (Konzert) Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn Sonne, Mond und Sterne für Kinder (Führung für Kinder) 18. – 30.04.2018 Mobilat Club, Heilbronn God Save The Queen (Clubbing) Harmonie, Heilbronn Peter Kraus – Schön war die Zeit (Konzert) So 22. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Café Diva« Chansons von Marlene Dietrich, Hildegard Knef, Edith Piaf, Juliette Gréco und Bette Midler (Konzert) aim, Heilbronn Tag der Digitalisierung (Bildungsfest) Soleo, Heilbronn 36. Hugo-Stellrecht Schwimmfest (Schwimmfest) Ristorante Bella Capri, Neckarsulm Anrollern 2018 – Vespafreunde Heilbronn (Motorsport) Burg Stettenfells, Untergruppenbach Égalité the Project by Michael Hieronymus (Vernissage) Mo 23. BOXX, Theater Heilbronn Autor im Gespräch mit Klaus Modick (Gesprächsrunde) Di 24. Karlstorbahnhof, Heidelberg Benjamin von Stuckrad-Barre (Lesung) Mi 25. Mangold, Heilbronn Welcome Center Heilbronn- Franken – Lebenslauf: Übersicht und Praxistipps (Workshop) Harmonie, Heilbronn 8. Heilbronner Konzert – Klangwelt des Nordens (Konzert) Do 26. Piano Wine Bar Heilbronn Weinprobe rumänische Raritäten und Gourmet Leckereien mit Sommeliere Stelian Stefan (Verkostung) Metzgerstadl-Sonnenwirt, Neuenstadt-Stein Dixielanders (Jazzkonzert) Popakademie Baden-Württemberg, Mannheim Future Music Camp 2018 (Musik) Im Wizemann, Stuttgart Vincent Pfäfflin – Nicht mehr ganz so dicht (Comedy) Fr 27. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn »Just The Ticket« - Komödie von Peter Quilter (Theater) Kulturkeller, Heilbronn Daniel Helfrich – Eigentlich bin ich ja Tänzer (Kabarett) Großes Haus, Theater Heilbronn Josef Hader – Hader spielt Hader (Theatercomedy) ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) Flina Kulturhalle, Flein Celtic Night (Konzert) Sa 28. Mangold, Heilbronn »Biere aus aller Welt« (Braukurs) Mobilat Club, Heilbronn Wortsport Lounge (Clubbing) Weingut Bihlmayer, Löwenstein Frühjahrsverkostung (Weinverkostung) So 29. Weingut Schönbrunn, Erlenbach Weinfestival – offene Weinverkostung (Verkostung) Innenstadt, Heilbronn Magie der Stimmen (Konzert) Mo 30. Mobilat Club, Heilbronn Later (Clubbing) Comedy King, Stuttgart Comedy King Show (Comedy) Offene Weinverkostung 29. April 2018 ab 12 Uhr in der Weingalerie und dem wettergeschützten Innenhof Probieren Sie über 35 Weine an der Verkostungsmeile! Passend zum Weingenuss verwöhnt Sie das Team von BuonAPEtito mit ausgewählten Antipasti-Variationen, direkt serviert vom kultigen Ape-Mobil. Zudem backen wir für Sie wieder ofenfrische Pizzaspezialitäten sowie hausgemachten Kuchen und Kaffee. Preis Weinverkostung 10 € Wird beim Einkauf ab 50 € verrechnet. Petersrain 1 | 74235 Erlenbach www.weingut-schoenbrunn.de

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Termine Mai 2018 Unsere Lieblings-Clubs & -Bars, Heilbronn Irgendwas geht immer (Clubbing & Barkultur) Da zu Redaktionsschluss die (Wochenend-)Programme der Heilbronner Bars und Clubs meist nicht feststehen, bitte auf den Facebook- und Webseiten folgender Lokalitäten über Programmdetails informieren: Mobilat, The Rooms Club, Bukowski, Data77112 – Musik Café Bar, Hip Island, Kaffeebucht, Veranda 8, Flavour & Jäkbar Di 01. Karlstorbahnhof, Heidelberg Queer Festival – Kele Okereke (Konzert) SAP-Arena, Mannheim Ludovico Einaudi (Konzert) Mi 02. Scala-Kino, Neckarsulm Manchester by the sea (Kinofilm) Im Wizemann, Stuttgart Wirtz (Konzert) Tollhaus, Karlsruhe Ladies Night – Ganz oder gar nicht (Theaterkomödie) Do 03. Forum am Schlosspark, Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Eröffnungskonzert – Maurice Ravel und Anton Bruckner (Konzert) Fr 04. Mangold, Heilbronn Whisky-Seminar (Verkostung) ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) Dachgeschoss Wasserschloss, Bad-Rappenau Konzert mit Autoharp-Singer Alexandre Zindel (Konzert) Hockenheimring, Baden- Württemberg DTM Hockenheim 2018 (Fahrzeugrennen) Alte Feuerwache, Mannheim Emil Bulls – Kill Your Demons Tour Part II (Konzert) Tollhaus, Karlsruhe Alfons – »jetzt noch deutscherer« (Kabarett) Sa 05. Kulturkeller, Heilbronn Lisa Catena – Grenzwertig (Kabarett) Piano Wine Bar, Heilbronn Robert Kaiser Blues (Konzert) Hohenloher Freilandmuseum, Wackershofen Süddeutscher Käsemarkt (Markt) Scala Theater, Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Teitur, Nico Muhly & Holland Baroque: Confessions (Konzert) Altstadt, Bad Wimpfen Lange KunstNacht (Kultur) Kulturhaus Forum Fränkischer Hof Kaninografie – Tiere vor der Kamera, Ausstellung von Cilli Siedl bis 10. Juni (Ausstellung) Im Wizemann, Stuttgart Minikri – Das Shop Up Festival für schöne Babyund Kinderdinge (Markt) SSB-Gelände, Stuttgart- Möhringen Tram-EM 2018 in Stuttgart (Straßenbahner-EM) ZKM, Karlsruhe ReCoder: Love, Drugs, Music, Art in the times of digital control (Film-Performance mit Lesung) So 06. Heilbronn und Region 18. Heilbronner Trollinger Marathon und Halbmarathon (Sport) Mo 07. Soziales Zentrum Käthe, Heilbronn Frauen Café (Gesprächsrunde) Piano Wine Bar, Heilbronn Lindy Hop Tanz Abend mit kostenloser Schnupperstunde (Tanzabend) Di 08. Kreissparkasse, Heilbronn KSK Kammermusikreihe – Die Kunst der Fuge (Konzert) 01. – 08.05.2018 Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 Mi 09. Großes Haus, Theater Heilbronn Eure Mütter (Comedy) Mobilat Club, Heilbronn Ritual Digital (Clubbing) Scala-Kino, Neckarsulm Manchester by the sea (Kinofilm) Wiesental, Brackenheim Kultur-Spiegel-Zelt bis 20. Mai (Tanz und Musik) Kulturforum, Brackenheim Mixed Show – Gala moderiert von Bernd Kohlhepp mit GlasBlasSing, Ikenna & Nektarios Vlachopoulos (Show) Theaterhaus, Stuttgart Die Kunst des Geräuschemachens – ein LiveFeature von und mit Andrea Kilian und Max Bauer (Livefeature) Im Wizemann, Stuttgart Olexesh (Konzert) halle02, Heidelberg LTJ Bukem & MC Mike Romeo (Clubbing) Do 10. Intersport redblue, Heilbronn Risktakers – Open Door Jugendtag 2018 (Jugendtag) Kulturforum, Brackenheim Max Uthoff – Gegendarstellung (Kabarett) Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Nemanja Radulović & Les Trilles du Diable (Konzert) Schwarzwaldhalle, Karlsruhe Beginner (Konzert) 09. – 14.05.2018 Fr 11. ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn Deep Sky – In den Tiefen des Weltalls (Vortrag) Kulturforum, Brackenheim Maybebop – Sistemfelder (Konzert) Stadtmitte, Bad Rappenau kulinarissimo – Kulinarisches, Musik und Einkauf (Fest) Universum, Stuttgart Ahzumjot (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Pawel Popolski: Außer der Rand und der Band (Comey) Sa 12. Mobilat Club, Heilbronn Buss Di Dance w/ Yardstyle Sound (Clubbing) Stadtmitte, Bad Rappenau kulinarissimo – Kulinarisches, Musik und Einkauf (Fest) Kulturforum, Brackenheim Stacie Collins – Roll the Dice Tour 2018 (Konzert) ZKM, Karlsruhe #bebeethoven: Robert Lippok & Kaan Bulak (Konzert) Im Wizemann, Stuttgart Lange Nacht der Weine – Wine, Food & Music (Verkostung) Karlstorbahnhof, Heidelberg Queer Festival - Girl Ray (Konzert) So 13. Stadtmitte, Bad Rappenau kulinarissimo – Kulinarisches, Musik und Einkauf (Fest) Im Wizemann, Stuttgart SOHN (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart Miras Sternenreise (Kindertheater) Mo 14. Im Wizemann, Stuttgart Querbeat – Randale & Hurra Tour 2018 (Konzert) Theaterhaus, Stuttgart 11FREUNDE Saisonrückblick (Show) DHBW BEWERBERNACHT 4. MAI 2018 16 – 21 UHR BILDUNGSCAMPUS Beratung durch Duale Partner · Speed Dating · Bewerbungstipps von Personalmanagern · Infos und Schnuppervorlesungen zum dualen Studium · Food Truck und Live Band Kunst Nacht Bad Wimpfen 5. Mai 2018

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Di 15. Kaffeehaus Hagen, Heilbronn Mein Tee und ich – Reiner Genuss (Teeseminar) Mi 16. Großes Haus, Theater Heilbronn Out of Joint (Tanz) IB Berufliche Schulen, Heilbronn Finde deinen Weg (Infoabend) Harmonie, Heilbronn 9. Heilbronner Konzert – Sternstunden (Konzert) Piano Wine Bar, Heilbronn Vernissage Gemäldeausstellung Marlies Wilhelm (Ausstellung) Scala-Kino, Neckarsulm Ein Mann namens Ove (Kinofilm) Dachgeschoss Wasserschloss, Bad Rappenau Kabarettabend mit »Frauengold« (Kabarett) Do 17. Komödienhaus, Theater Heilbronn Die Choreonauten – Eine Deutsch-Afrikanische Tanz- Navigation (Tanz) AudiForum, Neckarsulm After-Work meets Fußballfieber (Fußball-WarmUp) Fr 18. BOXX, Theater Heilbronn Almost Alive (Tanz) Mobilat Club, Heilbronn Dynamite! w/ Conscious Hifi (Clubbing) Harmonie, Heilbronn Alte Bekannte Konzert in Heilbronn (Konzert) Robert-Mayer-Sternwarte, Heilbronn Sternwarten der Welt – von den Steinkreisen zu den Riesenteleskopen (Vortrag) ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) Schlossplatz, Stuttgart SWR3 Sommerfestival 2018 (Musikfestival) halle02, Heidelberg Sarah Lesch (Konzert) ZKM, Karlsruhe Ausstellungseröffnung – Am Gefrierpunkt der Malerei (Ausstellungseröffnung) Sa 19. Großes Haus, Theater Heilbronn Mai – n Tanz (Jubiläumsfeier) Mobilat Club, Heilbronn Hip Hop ain't Dead (Clubbing) Historischer Keller, Bietigheim Ludwigsburger Schlossfestspiele: Sierra Hull &Ethan Jodziewicz (Konzert) Kulturforum, Brackenheim NightWash live (Comedy) Schlossplatz, Stuttgart SWR3 Sommerfestival 2018 (Musikfestival) JUZ, Mannheim Pfingstfest 2018 – Punk & Hardcore Festival (Musikfestival) Substagecafé, Karlsruhe New Bands Festival (Musikfestival) So 20. Großes Haus, Theater Heilbronn Mai – n Tanz (Jubiläumsfeier) Hip Island, Heilbronn Beach of Love (Clubbing) Kulturforum, Brackenheim Albert Hammond – Songbook-Tour 2018 (Konzert) Schlossplatz, Stuttgart SWR3 Sommerfestival 2018 (Musikfestival) Mo 21. Schlossplatz, Stuttgart SWR3 Sommerfestival 2018 (Musikfestival) Di 22. Wein-Moment, Stuttgart ArtNight: Abstrakt Neon (Kunstworkshop) Founders Club, Frankfurt Founders Club Gründersession (Gesprächsrunde) Mi 23. Mangold, Heilbronn Welcome Center Heilbronn- Franken – Anschreiben und Initiativbewerbung (Workshop) Scala-Kino, Neckarsulm Ein Mann namens Ove (Kinofilm) Do 24. Harmonie, Heilbronn Die Amigos (Konzert) halle02, Heidelberg MC Bomber (Konzert) Piano Wine Bar, Heilbronn Weinprobe mit Weingärtnern aus Stromberg-Zaberhgäu (Verkostung) Fr 25. ZEAG Energie Standort, Heilbronn Ausstellung »Gedankensturm« (Kunstausstellung) Karlstorbahnhof, Heidelberg Snookee (Konzert) Keller Klub, Stuttgart Scenic Route to Alaska (Konzert) Sa 26. Mobilat Club, Heilbronn Wortsport Lounge (Clubbing) Ordenssaal, Residenzschloss Ludwigsburg Ludwigsburger Schlossfestspiele: Danish String Quartet (Konzert) Rosenau Lokalität & Bühne, Stuttgart Django 3000 – Unplugged Tour (Konzert) So 27. halle02, Heidelberg Vona (Konzert) Mo 28. AudiForum, Neckarsulm Werkstatt für Junge Meister R8-Kids (Workshop für Kinder) 15. – 28.05.2018 Hanix Nr. 54

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Hanix Nr. 54 Tanz- und Theaterwerkstatt, Ludwigsburg Afrikanisches Trommeln aus Ghana (Musik) Di 29. Gaffenberg, Heilbronn KidsCamp 2018 Distrikt 1830. Bis 03. Juni (Kinderferienprogramm) AudiForum, Neckarsulm Werkstatt für junge Meister R8-Junior-Ingenieure (Workshop) Hanns-Martin-Schleyer-Halle, Stuttgart Vocatium – Fachmesse für Ausbildung und Studium (Messe) Mi 30. Mobilat Club, Heilbronn Südklang X Basement Soul (Clubbing) Scala Kino, Neckarsulm Zwischen den Jahren (Kinofilm) Kinemathek, Karlsruhe DokKa 5 (Dokufilmfestival) Do 31. Hip Island, Heilbronn Sonnentanz 2018 mit Felix Kröcher und Pappenheimer (Clubbing) Kinemathek, Karlsruhe DokKa 5 (Dokumentarfilmfestival) Mainaustraße, Würzburg International Africa Festival bis 03. Juni (Fest) Jetzt im Hanix Shop dich und uns glücklich kaufen! Hanix Support-Abo Jetzt Unterstützer werden! Hanix-Support-Sticker-Set (5 Stück) 5 Euro Hanix-Support-Poster (DIN A1) 15 Euro Jetzt NEU! Hanix Shop Juni/Juli- Ausgabe Hanix erscheint Ende 2018 Interesse an einem Hanix-Abo? Dann mailt uns! Ein Jahr lang sechs Ausgaben Hanix in deinen Briefkasten für 40 EUR. Deine Vorteile: - Hanix vor allen anderen lesen - Bequeme kostenfreie Zustellung der Hefte per Post - Pluspunkte auf deinem Karma-Konto Hanix-Support-Turnbeutel (black) Hanix-Support-T-Shirt - 20 Dein Euro gutes Gefühl etwas (sportygrey; Wichtiges XS - XL) für die Stadt(entwicklung) den Briefkasten; 6 Hefte) 30 Euro 40 Euro zu tun - Du sorgst für Medienvielfalt in der Region Hanix-Support-Bundle (Sticker-Set, Poster, Turnbeutel, T-Shirt) Gleich 70 Euro bestellen! shop.hanix-magazin.de oder abo@hanix-magazin.de oder 07131 / 1216500 shop.hanix-magazin.de Das Kaufhaus für den Hanix-Support! Hanix-Support-Bundle + Hanix-Support-Abo (Sticker-Set, Poster, Turnbeutel, T-Shirt + Abo) 110 Euro Hanix-Support-Abo (Ein Jahr Hanix in abo@hanix-magazin.de www.hanix-magazin.de facebook.com/hanix.magazin 28. – 31.05.2018

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Tiere ab 18 Lisa Maria Klotz kam wahrscheinlich durch Geburt zur Welt. Seitdem zeichnet, malt und spielt sie am liebsten Quatsch. Zur Beruhigung backt Lisa Pfannkuchen und ihr animalisches Buch »Tiere ab 18« soll man sich und anderen gefälligst in großer Stückzahl bestellen! Check da Shit out: www.tiereab18.de Mehr zu Lisa gibt’s hier: www.lisamariaklotz.de Hanix Nr. 54 TIERE AB 18

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Alle 53 bisher erschienenen Ausgaben sowie die drei Best Offf- Magazine von Hanix findet ihr in unserem Online-Archiv unter www.hanix-magazin.de. Für Smartphones und Tablets gibts Hanix über die kostenlose »keosk.«-App.

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