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Content:
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Nº 37 APR 2015 IM GESPRÄCH: RALPH MUNZ ANFANG APRIL STARTET RALPH MUNZ EIN NEUES CLUBPROJEKT FÜR HEILBRONN: THE ROOMS CLUB. EIN GESPRÄCH ÜBER DIE NEUE FEIERLOCATION UND WELCHE INTENTION MUNZ UND SEINE PARTNER MIT THE ROOMS CLUB HABEN. AUSSERDEM: SISSI PERLINGER IM INTERVIEW, MONDAY JAMSESSION, BLACKSHEEP BANDCONTEST, FOTOSTRECKE AUS VENEDIG, ZEPHYR – RAUM FÜR FOTOGRAFIE, VATERKOLUMNE, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS ANATOLIEN, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE U. V. M.

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2011 M R Z 2012 2012 2013 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE 2011 2012 2012 2013 2011 2012 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KUNSTREGION: DESIGN IKONEN 9. MAI HANIX PRÄSENTIIERT »MASHED POTATOES« IM MOBILAT: LIVEBANDS, LESUNG & DJ MIT KAÉLA, WUNDERBARE KATZE, NICOLAI KÖPPEL & ASHLEY AAMES aktuelle Informationen zum Kometen Ison 2013 2011 2012 JULI 2012 2012 2013 JUNI JULI 2013 IM GESPRÄCH: POLIZEICHEF ROLAND EISELE ÜBER DEN POLIZISTENMORD VOM APRIL 2007 UND DEN NAHENDEN NSU-PROZESS BRIEF AN DIE HEIMAT: ÜBER DAS ARBEITEN FÜR DIE KANADISCHE ÖLINDUSTRIE BEI -40 GRAD KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. 2013 2012 2012 2013 2013 „FOREVER YOUNG“ ALPHAVILLE Nº1 E N E R G I E DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR Nº2 B I L D U N G BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST Nº1 Nº2 teilt, eilt, Nº3 IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN weilt, heilt. Z E I T VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANT- WORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN Nº4 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBER- BÜRGERMEISTER EXKLUSIV IM INTERVIEW: HELMUT HIMMELSBACH 1899 HOFFENHEIM-COACH IM GROSSEN INTERVIEW HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND URBAN-ART: KÜHE MELKEN. DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR GEFÄHRLICHER EINSATZ: SORGT MIT SEINER DER HEILBRONNER URBANEN KUNST FÜR MATTHIAS MARQUART HAT AUFMERKSAMKEIT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES DER KÜHLSCHRANK VON...: LAND VORGEFUNDEN. PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. A R M U T R E B E L L I O N Nº3 Nº4 Nº5 Nº5 Nº6 Nº7 Nº4 Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WOR- AUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPER- TEN AUS UNTERGRUPPENBACH INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE Ausländerä Nº6 Nº7 Nº8 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIK- MUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº8 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VER- ANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHS- VOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. Nº9 JUNI FUSSBALL HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATE- BOARD-DOWNHILL- MEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜD- AFRIKA IN DIE LÖWEN- STEINER BERGE ZURÜCK Nº9 Nº10 Nº10 KINDER Nº11 KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUS- STELLUNG. ESSEN & TRINKEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT Nº11 Nº12 KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNG- SOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK SCHAFFE, SCHAFFE HÄUSLE BAUE! Nº12 Nº13 2012 Nº14 Nº15 IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION Nº13 IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAM- KEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT IM GESPRÄCH: AXEL VORNAM TED BAUER KENNT SEIN DER HEILBRONNER VERTRITT ERFOLGSGEHEIMNIS JAMES GILL, EINEN DER NICHT GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT WIRTSCHAFT JUGEND PIERRE GATTINGER BABEL WORLD: ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE DES MOBILAT-CLUB STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS Nº14 Nº15 Nº16 MÄRZ IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT HANDARBEIT AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK Nº16 Nº21 Nº17 APRIL IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZ- WEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER WOHLFÜHLEN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPEL ERINNERT SICH AN SEINE ERSTEN TANZSCHRITTE ZURÜCK Nº17 Nº22 Nº18 Nº18 IM GESPRÄCH: TOMISLAV MARIC ÜBER SEIN CO-TRAINER DASEIN BEIM VFB STUTTGART, DEN UNSINN IM FUSSBALL ZU PLANEN UND BERUFSVERKEHR AUF DER A81 KUNSTREGION: HEILBRONNER MUSEEN IM ZEICHEN DES TURMES Nº23 HIMMEL FOTOSTRECKE: CANCUN MEXICO - AM RANDE DES TOURISMUS Nº23 Nº19 AUTO Nº19 Nº20 Nº20 NECKAR: MIT TEXTEN VON MARK TWAIN UND HANS CHRISTIAN ANDERSEN IM GESPRÄCH: STEFAN KUNTZ ÜBER DAS DFB-POKALSPIEL DES 1. FC KAISERSLAUTERN GEGEN NECKARSULM KUNSTREGION: STREET ART AUS BERLIN UND SHAOLIN MÖNCHE Nº24 IM GESPRÄCH: EX-GREENPEACE-CHEF GERD LEIPOLD UND SCHAUSPIELR WALTER SITTLER ÜBER IHR BUCH "ZEIT, SICH EINZUMISCHEN" MEINE PLATTENKISTE: SARAH HORNSBY MAG ES ROCKIG, FOLKIG UND MELAN- CHOLISCH BRIEF AN DIE HEIMAT: DIESMAL AUS KOPENHAGEN Nº24 Nº25

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IM GESPRÄCH: BÜRGERMEISTERIN AGNES CHRISTNER ÜBER DIE LUST AM VERWALTEN, SOZIALE GROSSAUFGABEN, DIE FREIE KULTUR-SZENE HEILBRONNS UND WANN IHR STUTTGART FEHLT AUSSERDEM: MÄNNER DIE MIT PLASTIK SPIELEN, KUNSTHALLE VOGELMANN, DIGITALE DEMENZ, NEUER KULTURVEREIN ACH SO! E. V., TEUREN SEX MIT LISA FELLER, TIPPS FÜR GUERILLA GARDENING, DEM BRIEF AN DIE HEIMAT U. V. M. MÄRZ 2014 2014 MÄRZ 2015 IM GESPRÄCH: EX-PROFI ANKE HUBER IST SPORTLI- CHE LEITERIN DES PORSCHE TENNIS GRAND PRIX IN STUTTGART. WIR TRAFEN DIE EHEMALIGE NUMMER 4 DER WELT, UND SPRACHEN ÜBER EXTRAVAGANTES INTERIEUR IHRES ERSTEN PORSCHE, DIE LUSTLOSIG- KEIT INTERVIEWS ZU GEBEN UND WIE SIE DIE AKTUELLEN SPIELERINNEN DOCH DAZU ÜBERREDET. APRIL 2014 2014 AUSSERDEM: WHO THE FUCK SIND "WHO THE FUCK"?, STREETPHOTOGRAPHY AUS NEW YORK, EINE STEILGEHENDE HEILBRONNER FACEBOOK- GRUPPE, GLOCKEN-GIESSEN, EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS AUSTRALIEN, EINE HEILBRONNER ABITURKLASSE VON 1922 UND VIELEM MEHR … 2014 2014 DEZ 2014 JAN 2015 Nº26 Nº27 Nº28 Nº29 JUN/JUL IM GESPRÄCH: TV-MODERATORIN UND AUTORIN KATRIN BAUERFEIND ÜBER ZEUGEN JEHOVAS, SCHWÄBISCHE LIEBLINGS- WÖRTER UND RAUCHERCAFÉS IN HEILBRONN STADTOBERHAUPT KULTURBEUTEL: RALPH UND ALEXANDRA MUNZ ÜBER DIE BEVORSTEHENDE SCHLIESSUNG DES HIP ISLAND, STECKER ZIEHENDE BÜRGER- MEISTER UND IHRE STRANDBAR ALS WAHLKAMPFTHEMA MUSIKKOFFER: ROCKSTAR UND FUSSBALLFAN THEES UHLMANN ÜBER SEINE LIEBE ZU ST. PAULI, EINEN GUTEN RUF IN SCHLECHTEN KREISEN UND OMAS AN DER SUPERMARKTKASSE Studieren t HEMEn SCHWERPunkt: Marketing IM GESPRÄCH: DIE WaHlHaMbuRGERIn CÄtHE touRt ab FEbRuaR DuRCH DEutSCHlanD. WIR SPRaCHEn voRab MIt DER SÄnGERIn übER SCHIzo- PHREnIE, anStREnGEnDEn PERFEktIonISMuS unD DaS anGEkoMMEnSEIn auSSERDEM: lECkERE buRGER, EInblICk In EInE MoSCHEE, FotoauS- StEllunG von lauREnz bERGES, MEtIn FRoGt naCH, HEIlbRonnER FIFFIS, EIn bRIEF auS MExICo, knoRR- FuHRPaRk von 1905 unD vIElEM MEHR Nº26 Nº 31 IM GESPRÄCH: AUSSERDEM: UNSER HEILBRONNER FORMULA STUDENT AM LIEBLINGSKÜNSTLER STEFAN HOCKENHEIMRING, KRIMI- DITTRICH IST NACH BERLIN AUTORIN HENRIKE SPOHR, GEZOGEN, UM SEIN GLÜCK BURGER 53, BRIEF AN DIE ZU FINDEN – SEINE FREUNDIN HEIMAT AUS GEORGIEN, SPRACH MIT IHM FÜR UNS NICOLAI KÖPPELS VATER- ÜBER SEINE BRANDNEUE KOLUMNE, JUNGWINZERN, SOLO-CD DEM BIERKRUG, U. V. M. Nº31 Nº27 Nº28 Nº29 Nº 32 Nº 34 HEILBRONN AUF DEN 2. BLICK IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: DIE WAHLHAMBURGERIN CÄTHE TOURT AB FEBRUAR DURCH DEUTSCHLAND. WIR SPRACHEN VORAB MIT DER SÄNGERIN ÜBER SCHIZO- PHRENIE, ANSTRENGENDEN PERFEKTIONISMUS UND DAS ANGEKOMMENSEIN IM GESPRÄCH: TON STEINE SCHERBEN »SCHERBEN«-MASTERMIND R.P.S. LANRUE HAT DIE ORIGINAL »SCHERBEN« WIEDER ZUM LEBEN ERWECKT. DER MUSIKER SPRACH MIT UNS ÜBER DIE REUNION DER KULTBAND. Nº32 Nº33 Nº34 AUSSERDEM: HANDMADE SOUL, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE, BULLING ENTERTAINMENT, MARC C. WOEHR, WOHNUNGS- BESICHTIGUNGEN, ROBERT AN DER BRÜGGE, APOLLO 19, VATERKOLUMNE, HEILBRONNER STUDI, BACHMAIER, U. V. M. Nº30 Nº35 Nº 36 Nº36

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Ab jetzt erhältlich BEST OFFF INTERVIEWS Die zweite Best Offf-Ausgabe. Wieder offfline!

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EDITORIAL »Ich glaube das Fahrradfahren hat mehr für die Emanzipation der Frauen getan als alles andere. Es gibt Frauen ein Gefühl der Freiheit und der Selbstbestimmtheit.« (Susan B. Anthony, US-amerikanische Frauenrechtlerin) Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Temperaturen werden milder, es gab sogar schon die ersten frühlingshaften Tage in der Region. Allerhöchste Zeit also, sein Zweirad, ob motorisiert oder mit Pedalantrieb, auf Hochglanz zu polieren, alle Schrauben nachzuziehen und die ersten Runden in diesem Jahr damit zu drehen. Unser Themenschwerpunkt Zweirad, passend und fristgerecht zur neuen Saison. Jeden ersten Freitag eines Monats treffen sich um 19 Uhr am Heilbronner Götzenturm zig Fahrradfahrer, um für mehr Bewusstsein für deren Spezies im Straßenverkehr zu demonstrieren. Dann wird gemeinsam als großer Fahrradknäuel durch die Stadt geradelt. Mehrere Dutzend Radfahrer werden einfach besser wahrgenommen als Einzelne. Das Ganze nennt sich dann Critical Mass. Mitmachen kann jeder. Wir bekamen von sieben Teilnehmern Besuch in unserer Redaktion und haben mit allen über ihre Liebe zum Velo und den jeweils persönlichen Beweggründen auf dem Drahtesel zu demonstrieren gesprochen. Darüber hinaus wurden wir von Museumsleiterin Natalie Scheerle-Walz durchs Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm geführt. Wir haben die aktuelle Sonderausstellung zum DDR-Kultroller »Schwalbe« in Sinsheim besichtigt und waren mit dem kommunalen Ordnungsdienst auf dem Segway in Heilbronn unterwegs. Heilbronn bekommt endlich einen neuen Club, der die hiesige Vielfalt in der schon lange etwas eingefahrenen Clublandschaft befeuern wird. Wir haben die Clubbaustelle vorab besucht und besichtigt und können uns gut vorstellen, im neuen The Rooms Club zu tanzen und Cocktails zu schlürfen. Der erste visuelle Eindruck war jedenfalls vielversprechend. Was uns Macher Ralph Munz dazu zu erzählen hatte, macht ebenfalls Lust darauf, den neuen Club zu besuchen. Nicht nur wegen der sehr amtlichen Soundanlage, die in der Stadt ihresgleichen vergeblich suchen wird. Und Munz hat uns versichert, dass bis zum Eröffnungstermin am 2. April alles fertig sein wird. Wir freuen uns und drücken die Daumen für einen erfolgreichen Start. Und schließlich haben wir, wie jedes Mal, einen bunten Strauß an interessanten Geschichten im Magazin. Sei es Nicolai Köppels neue Vaterkolumne, ein umfangreiches Interview mit Kabarett-Diva Sissi Perlinger, die im April in Heilbronn auftreten wird, oder einem Brief an die Heimat aus Anatolien, wo Börnie Brenner auf einer Verlobung zu Gast war. Wir wünschen viel Spaß und euch allen beim Zweiradfahren, dass ihr immer sicher am Ziel ankommen mögt. Fahrt vorsichtig! Die HANIX-Redaktion PROBESITZEN: Bei einer Führung von Museumsleiterin Natalie Scheerle-Walz durch das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum durfte HANIX- Chefredakteur Mucha auf einem imposanten Hochgeschwindigkeitsmotorrad probesitzen. NEUER CLUB FÜR HEILBRONN: Anfang April wird The Rooms Club in Heilbronn eröffnen. Wir haben vorab die Baustelle im Weipertzentrum besucht und mit Macher Ralph Munz über sein neues Projekt geplaudert.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº 37 APR 2015 IM GESPRÄCH: RALPH MUNZ ANFANG APRIL STARTET RALPH MUNZ EIN NEUES CLUBPROJEKT FÜR HEILBRONN: THE ROOMS CLUB. EIN GESPRÄCH ÜBER DIE NEUE FEIERLOCATION UND WELCHE INTENTION MUNZ UND SEINE PARTNER MIT THE ROOMS CLUB HABEN. AUSSERDEM: SISSI PERLINGER IM INTERVIEW, MONDAY JAMSESSION, BLACKSHEEP BANDCONTEST, FOTOSTRECKE AUS VENEDIG, ZEPHYR – RAUM FÜR FOTOGRAFIE, VATERKOLUMNE, BRIEF AN DIE HEIMAT AUS ANATOLIEN, FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE U. V. M.

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Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon, ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis. Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrückten rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser Download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen "keosk"-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: SHOP -> MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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INHALT HANIX Nº37 HOLGER SCHNEIDEREIT MEINE PLATTENKISTE PAULA KIESSL HEILBRONNER STUDIS STILLGELEGTER BAHNTUNNEL HEIMATLIEBE Das Mitglied der Heilbronner HNX BIKE CREW mag es hauptsächlich rockig beim Motorradfahren. Aber auch gegen guten Hip-Hop hat er nichts einzuwenden. Paula Kießl aus Darmstadt findet gefallen an Heilbronn. Die Studentin meint: »Wer sagt, dass Heilbronn hässlich ist, soll sich Darmstadt ansehen.« Wir zeigen fotografische Liebesgrüße an und aus unserer Heimatregion. Diesmal mit stillgelegten Bahnstrecken, Töpferkunst, dem Botanischen Obstgarten und Bart Simpson. ROOMS CLUB MUSIKKOFFER MARTIN KOLLAR: FIELD TRIP KUNSTREGION IM GESPRÄCH: SISSI PERLINGER INTERVIEW DES MONATS Heilbronn bekommt einen neuen Club serviert. Hinter The Rooms Club steckt Ralph Munz. Wir philosophierten mit ihm über die Gedanken, die hinter dem Rooms Club stehen. ZEPHYR zeigt die erste Einzelausstellung von Martin Kollar in Deutschland. Für sein Fotoprojekt »Field Trip« erhielt er 2014 den renommierten »Leica Oskar Barnack Preis«. Sissi Perlinger ist im April mit ihrer neuen Bühnenshow im Theater Heilbronn zu sehen. Grund genug, uns mit ihr über Schamanismus, Entspannung und deutsche Comedy zu unterhalten.

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10 & 12 MONDAY JAMSESSION & BLACKSHEEP BANDCONTEST STADTLEBEN / LANDLEBEN 64 – 88 ZWEIRAD TITELTHEMA »Sieh an, wie ein Zweirad in Bewegung und Fahrt gesetzt wird. Wenn du deinen Willen so in Bewegung und Fahrt zu versetzen vermagst, so wirst du nach einigen Schwankungen wie ein Meister im Sattel sitzen.« (Christian Morgenstern; deutscher Dichter, Schriftsteller und Übersetzer) NACH DEM KINDERGARTEN VATERKOLUMNE EPISODE 4: BESCHAFFUNGSKRIMINALITÄT »GANZ KURZ NOCH«-PODCAST NABATIAN @ INNOVATIONSFABRIK MITTAGSTISCHTEST VENEDIG – WIE ZUCKER IM TEE SPIEGELREFLEX TÜRKISCHE VERLOBUNG BRIEF AN DIE HEIMAT LESERBRIEFE & IMPRESSUM ÜBER UNS RASENDER REPORTER, 1950 HISTORISCHER SCHUSS VERANSTALTUNGEN APRIL VERANSTALTUNGSKALENDER

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STADTLEBEN: APRIL 2015 »MONTAGS? JAMSESSION!« THE AMERICAN DREAM OF MUSIC IN HEILBRONN ERLEBEN Ein neuer Lifestyle ist in Heilbronn zu spüren. Inspiriert von der Musik aus aller Welt starten die Künstlerinnen Cheri Lyn und Ani Dita in ihrer Heimat eine neue Ära. Zum vierten Mal laden sie am 20. April zur Monday JamSession ein. Mit Talenten aus dem Heilbronner Raum und Special-Guests aus den USA wird diesmal unter dem Motto »live the American dream & be a star« zu American Soul, Funk, Rock, Pop, Jazz and Blues gejammt. Die Interpreten nehmen das Publikum mit durch die Musikgeschichte und begeistern mit ihrer Leidenschaft zum Mitrocken. Geboren in einer Musikerfamilie sind die Cousinen Cheri Lyn und Ani Dita mit Musik und Tanz aufgewachsen. Schon im frühen Kindesalter schrieben sie eigene Songtexte, komponierten Melodien und studierten Choreografien ein. Später eröffnete sich ihnen die Möglichkeit, durch Auslandsreisen verschiedenste Künstler weltweit kennenzulernen und auf internationalen Bühnen aufzutreten. Mit der Gründung des Labels »TotalRoyal« vermarkten die Jungunternehmerinnen bald erstmalig ihre selbst produzierten Songs, die bei den JamSessions Live- Premiere feiern. Heilbronns Urgastronom Aby unterstützt sie dabei und eröffnet in seiner Va Sempre Minibar die Bühne, auf der jeder willkommen ist, nach Herz und Seele Musik zu leben. Die gemeinsame Idee Heilbronner Nachwuchskünstlern und Profimusikern einen kreativen Schauplatz direkt an der Neckarpromenade zu bieten, entstand am selben Abend, als sich die Initiatoren vor wenigen Monaten kennenlernten. Einmal im Monat wird die JamSession stattfinden und ihre Gäste mit neuem Genre überraschen. Am 20. April bringen Cheri Lyn und Ani Dita die Träume ihrer Tour durch die USA mit nach Hause und veranstalten die vierte JamSession um die Stars of Heilbronn City mit neuem Spirit aufleben zu lassen.

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Ganz gleich, ob zwei oder vier Räder: Unterm Strich zählt allein die Performance. Der neue 911 GT3 RS. Ab sofort im Porsche Zentrum Heilbronn bestellbar. Porsche Zentrum Heilbronn PZ Sportwagen Vertriebs-GmbH Stuttgarter Straße 111 74074 Heilbronn Tel.: +49 7131 5034-200 Fax: +49 7131 5034-220 E-Mail: info@porsche-heilbronn.de www.porsche-heilbronn.de Porsche 911 GT3 RS · Kraftstoffverbrauch (in l/100 km): innerorts 19,2 · außerorts 8,9 · kombiniert 12,7; CO 2 -Emissionen: 296 g/km

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LANDLEBEN: APRIL 2015 2. BLACKSHEEP BANDCONTEST Der blacksheep Bandcontest um den Förch Nachwuchsförderpreis powered by Canton wird am Samstag, 25. April, ab 16 Uhr in der Bislandhalle in Bonfeld ausgetragen. Drei regionale und drei nationale Bands spielen um die Teilnahme am 2. blacksheep Festival, das vom 25. bis 27. Juni stattfindet. Um den Festival-Auftritt spielen Bloodmother, Planet Zero, The Emma Projekt, MAS, MONTONE und Drive Darling. Die Kulturinitiative blacksheep veranstaltet zum zweiten Mal einen Contest für Nachwuchsmusiker, der von den Firmen Förch und Canton gefördert und vom Junior- Team der Kulturinitiative organisiert und durchgeführt wird. Der erste Contest wurde im Zuge des 1. blacksheep Festivals 2014 mit nationalen Nachwuchsbands durchgeführt. Vielbeachtete Siegerband war die Gruppe Katinka. 2015 werden nun also drei nationale und drei regionale Bands um den Förch Nachwuchsförderpreis, powered by Canton spielen. Eine fachkundige Jury wählt zusammen mit dem Publikum einen regionalen und einen nationalen Sieger. Beiden winkt ein Auftritt beim 2. blacksheep Festival – live im Bonfelder Schlosshof. Die Bewerberfrist für Nachwuchsbands läuft. Die Teilnahme ist kostenfrei. Zugelassen sind selbst komponierte und getextete Songs aus den Kategorien Rock, Pop, Country, Folk, Akustik und Blues. Des Weiteren dürfen die Bandmitglieder den Altersdurchschnitt von 27 Jahren nicht überschreiten. WEITERE INFORMATIONEN GIBT ES ONLINE UNTER WWW.BLACKSHEEP-KULTUR.DE/BANDCONTEST. LOS GEHTS AM SAMSTAG, 25. APRIL, AB 16 UHR IN DER BISLANDHALLE BONFELD.

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..... hier gehts direkt zum GrillGott

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PROTOKOLL: ROBERT MUCHA FOTO: ULLA KÜHNLE HOLGER SCHNEIDEREIT: DAS MITGLIED DER HNX BIKE CREW MAG ES HAUPTSÄCHLICH ROCKIG UND HIPHOPPIG Der 27-jährige Motorradfanatiker ist Gründungsmitglied der HNX Bike Crew und hat auch sein Hobby zum Beruf gemacht. Der Heilbronner arbeitet in der Motorrad-Ecke in der Neckarsulmer Straße und berät seine Kunden in Sachen sichere Motorradkleidung. Offiziell gibt es die Heilbronner Motorradenthusiasten seit 2011, wobei die Gruppe kein MC oder Chapter ist und auch keine Gebietsansprüche hegt. Vielmehr vereinigen sich in der HNX Bike Crew Kumpels, die gerne zusammen ihr Hobby ausleben und an Motorrädern schrauben, sie gemeinsam putzen und natürlich zusammen touren und ab und an auch auf Rennstrecken herausfinden, was die Maschinen zu leisten im Stande sind. Deshalb wird auch wenig zusammen getrunken, da sonst am kommenden Tag die Motorradtour ins Wasser fallen würde. Das Motto könnte also lauten: Lieber biken als saufen! Am besten mit Rockmusik.

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MEINE PLATTENKISTE: HOLGER SCHNEIDEREIT VOLBEAT, BEYOND HELL / ABOVE HEAVEN, 2010 »Beyond Hell / Above Heaven« ist das vierte Studioalbum der dänischen Metal-Band Volbeat. Es erreichte Platz eins der dänischen, finnischen und schwedischen Albumcharts. Mir gefällt das ganze Album, wobei mein Lieblingstrack »Heaven nor Hell« ist. Durch einen guten Freund, Emrah von Lausbub Tattoo, bin ich auf die Band und die Platte gestoßen. Ich war sogar auf einem Konzert in Stuttgart in der Schleyerhalle. DISTURBED, THE SICKNESS, 2000 »The Sickness« ist das Debütalbum der US-amerikanischen Alternative-Metal-Band Disturbed. Aufmerksam wurde ich 2006 auf das Album. Es war also schon ein paar Jahre draußen, bevor ich es für mich entdeckt habe. Mit dieser Band und dem Album verbinde ich ziemlich viel mit meiner Motorradfahrerei, da ich zeitgleich mit der Entdeckung des Albums angefangen habe, Motorrad zu fahren. Die Musik läuft auch heute noch häufiger unter meinem Motorradhelm, wenn ich unterwegs bin. Der Song »Down with the Sickness« ist darüber hinaus das am siebthäufigsten heruntergeladene Lied der 2000er- Jahre in den USA. BULLET FOR MY VALENTINE, THE POISON, 2005 »The Poison« ist das 2005 erschienene Debütalbum der walisischen Metalcore-Band Bullet for My Valentine. Ich hatte ein Video der Band zufällig im Fernsehen gesehen und mir sofort das Album angehört und es schließlich auch gekauft. Auch hier geht es wieder ins rockige Genre, das mir schon sehr zuspricht. Wobei es eine ganz andere Art von Rockmusik ist, als die beiden zuerst genannten Alben. Erklären kann ich die Andersartigkeit leider nicht. Das Album schafft es jedenfalls seit Jahren immer wieder – bis heute – in meine Playlist. BUSTA RHYMES, GENISIS, 2001 Jetzt wird es zur Abwechslung auch etwas hiphoppiger. Zunächst haben mir nur ein, zwei Lieder des Albums sehr gut gefallen. Mein Lieblingslied ist klar »As I come back«. Einfach ein Track, der gute Laune macht, den ich schon sehr lange kenne und mich daran immer noch nicht totgehört habe. Insgesamt würde ich inzwischen auch behaupten, dass Busta Rhymes mit »Genesis« einfach ein Meisterwerk gelungen ist! Ich rappe ab und an unter dem Helm sogar mit. DMX, … AND THEN THERE WAS X, 1999 Von DMX gefallen mir mehrere Alben. Ich habe exemplarisch »… And Then There Was X« herausgepickt. Es ist sein drittes Album und sein hardcore East-Coast-Style und seine aggressive lyrische Performance ist auf allen Stücken des Albums präsent. Auf diesem Album ist allerdings nicht sein bekannter Motorrad-Track »Ruff Ryder’s Anthem« drauf. Jeder von uns findet den Song und das Video cool. Seine Alben verleiten mich immer wieder zum Hören. Sie motivieren mich auch zum Motorradfahren, klar.

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HEILBRONNER STUDIS Paula Kießl aus dem hessischen Darmstadt ist noch relativ neu in der Stadt, findet aber großen gefallen an Heilbronn. Die Lehrbedingungen sind phänomenal, die Dozenten sind super, der Kurs toll und der Studiengangsleiter kompetent. Sie wohnt mit zwei Kommilitoninnen in einer WG in Heilbronn. Die Innenstadt findet sie recht urig und teilweise sogar prunkvoll. Auch das Angebot für Studenten lässt sie nicht meckern, wie zum Beispiel in der chouchou- Boutique oder im Veranda. Allerdings hat sie aufgrund einer privaten Haussanierung in ihrer Heimat noch kein Wochenende in Heilbronn verbringen können. Im Vergleich zu Darmstadt schneidet Heilbronn deutlich besser ab. In jeglicher Hinsicht. Der Neckar, der durch die Heilbronner Innenstadt fließt, hat es ihr angetan. An seinem Ufer will sie im Sommer viele Stunden verbringen. FOTOS: MEMO FILIZ »WER SAGT, DASS HEILBRONN HÄSSLICH IST, SOLL SICH MAL DARMSTADT ANSEHEN« Name: Paula Kießl aus Darmstadt Alter: 22 Jahre Hochschule: DHBW Heilbronn Studiengang: Konsumgüterhandel im 1. Semester für Lidl

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»MEIN HEILBRONN« PRÄSENTIERT HEILBRONNER STUDIS: PAULA KIEßL »Mein Heilbronn« spendiert jedem teilnehmenden Studenten einen Einkaufsgutschein der Stadtinitiative im Wert von 50 Euro. Du willst mehr über Heilbronn wissen? www.mein-heilbronn.de

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FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION H E I M A T L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA & SANDRA CHMIELOWSKI

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION AUFFORDERUNG Dieses zerbrochene Schild fordert still und leise zur Passivität auf.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION IN DIE JAHRE GEKOMMEN Das Gartenhäuschen im Osten Heilbronns hat seine besten Tage auch schon hinter sich gebracht und befindet sich noch im Winterschlaf.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION LIEBLICHER FUSEL Man kann nur vermuten, dass es sich beim Inhalt dieser mazedonischen Weinflasche, die unweit des Marktplatzes ihrem Schicksal überlassen wurde, um billigen Fusel gehandelt hat, der hohes Kopfschmerzpotenzial hatte.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION BARTMAN Dieses Throw-up unter einer Bahnbrücke war sicherlich einer der ersten Versuche des unbekannten Künstlers, sich mit der Sprühdose zu versuchen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SONNTAGSRUHE Nicht weit entfernt von der Stadtbahnhaltestelle Pfühlpark entstehen bald neue, schicke Wohnungen. Doch sonntags herrscht auch auf dieser Baustelle zum Glück Ruhe und die Baumaschinen sind bis Montag früh verlassen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION MAUERBLÜMCHEN Das leerstehende Haus mit zugehörigem Ladengeschäft wartet auf neue Mieter. Ein Mauerblümchen sprießt dennoch empor.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION RÄDER WEG Für Radfahrer kann es kein größeres Ärgernis geben. Das Fahrrad ordnungsgemäß abgeschlossen – und dann sind trotzdem beide Reifen weg.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION FRÜHLINGSBOTEN Die ersten Krokusse sprießen in den Stadtparks aus der Erde und verwandeln langsam aber sicher tristes Wintergrau in eine bunte Blumenwiese.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION TÖPFERHANDWERK Beim Tag der offenen Tür in einer Erlenbacher Töpferei durften interessierte Besucher den Kunsthandwerkern während der Arbeit über die Schulter schauen.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION STEINBANK VOR BAUM Im Botanischen Obstgarten gibt es unter jedem Baum ein Plätzchen zum Verweilen und Ausruhen. Unter diesem sogar eine von der Jugendkunstschule erschaffene Steinbank.

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Erleben Sie lesen w w w . c r o s s m e d i a e x p e r t s . d e

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION GARTENHÜTTE Diese kleine Fachwerkhütte im Botanischen Obstgarten bildet einen schönen Kontrast zu den relativ neuen Bauten, die um den Obstgarten herum entstanden sind.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION TOR INS ABENTEUER Dieser stillgelegte Bahntunnel ist im Heilbronner Gemingstal zu finden. Wer sich traut und hineingeht, erlebt sicherlich großartige Abenteuer. Zumindest im Kopf.

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HEIMATLIEBE: FOTOGRAFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION SEEFAHRER IN DER INNENSTADT Als edler Seefahrer aus der Vergangenheit verkleidet, versuchte dieser Straßenkünstler den Passanten ein paar Groschen zu entlocken.

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NACH DEM KINDERGARTEN Unser Vaterkolumnist macht es wieder mal allen recht. TEXT: NICOLAI KÖPPEL Der Kleine nervt. Wenn man der Erzieherin im Kindergarten glauben darf, hat er das den ganzen Vormittag durchgezogen, was schon morgens beim Frühstück begann. »Ich will ein Brot mit dem Käse mit dem Löwen drauf!« »So?«, hatte ich gefragt, »der hat dir aber nicht geschmeckt, du hast das Brot letztes Mal stehen lassen, dehalb hab ich ihn nicht mehr gekauft.« Er überhört das nur scheinbar: »Du hast gesagt, manche Sachen schmecken beim ersten Mal noch nicht, weil man sie noch nicht kennt. Ich kenn den Käse jetzt und ich will ein Brot mit dem.« »Okay«, sage ich, »beim nächsten Mal kauf ich ihn wieder.« Er, ausrastend: »ICH WILL ABER JETZT EIN BROT MIT DEM!« Ich, sanft, aber entschieden: »IST NICHT DA DENK DIR WAS ANDERES AUS!« Blick zur Gattin. Die stillt selig das kleinere von den beiden Kindern, ein Zustand, in dem sie so ansprechbar ist, als hätte sie schalldichte Kopfhörer mit Wohlfühlmusik auf. Ich bin alleine. Ich schmuggle ein Salamibrot in seine Vesperbox und trage ihn zum Anziehen ins Kinderzimmer. »DER PULLI MIT DEM ELEFANTEN DRAUF!« »Der ist dir zu klein. Du bist schon ganz groß geworden«, sage ich möglichst aufmunternd. Aber er ist ja schon aufgemuntert. Ich lerns nicht. »ICH WILL DEN PULLI MIT DEM ELEFANTEN UND WENN DER ZU KLEIN IST MACH IHN GRÖSSER!« »Geht nicht. Das kann ich nicht.« »HOL DIE MAMA DIE KANN DAS!« »Kann sie nicht«, sage ich und rufe in meiner Not in Richtung Küche: »Liebste, kannst du das?« »Nei-hein!«, moduliert die Liebste zurück. Ich bin also doch nicht allein. Der Kleine tobt, und während er sich tränenblind auf dem Boden rollt, verpasse ich ihm einen Pulli mit Rennwagen drauf und hoffe, dass er sich bereits was anderes zum Ausflippen ausgesucht hat, wenn er den Rennwagen bemerkt. Inzwischen bringe ich ihn zum Kindergarten. »ICH WILL IM AUTO DAS LIED VON DEM MANN HÖREN!« »Welchem Mann?« »DER DAS LIED SINGT!« »Ich brauchs genauer. Kannst du es vorsingen?« »MACH DAS LIED DER MANN KANN ES VORSIN- GEN!« Ich beschalle ihn mit David Bowie. Das ist zwar ganz offensichtlich der falsche Mann, aber ich drehe ordentlich auf. Auf der Sitzbank vor seiner Kindergartengruppe ist er verdächtig ruhig und lässt sich anstandslos die Hausschuhe anziehen. Man nimmt ihn in Empfang. Ob er gleich ein Bild malen wolle? »NEIN ICH WILL EIN BILD MALEN IM GARTEN MIT DEN WASSERFARBEN AN DEM TISCH AUF DAS PAPIER MIT DEM PINSEL IN DEM GLAS MIT DEM RAND MIT DEN BLUMEN UND DEM GEL- BEN WASSER DRIN!« »Viel Spaß«, sage ich zu der Erzieherin, »das geht schon den ganzen Morgen so.« Sie nickt und lächelt mich an. »Das ist vielleicht eine Phase. Wird schon werden.« Auf dem Rückweg nach Hause höre ich den Bowie zu Ende und überlege, wie sich die Berlin-Phase von Bowie (Low/

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DIE VATERKOLUMNE: NACH DEM KINDERGARTEN Heroes/Lodger) wohl auf den Medikamenten anhört, die die Erzieherin eigentlich nehmen muss, um so gelassen drauf zu sein. Kann auch sein, sie ist ein Ausnahmetalent wie Bowie. Ich frage mich weiterhin, wie Bowie meine Kinder erziehen würde und komme zu keinem Schluss, weil ich den Mann ja noch weniger gut kenne als die Erzieherin. Ich kenne sie aber doch gut genug, um beim Abholen zu merken, dass sich heute im Lauf des Vormittags in der Phasenbewältigung meines Sohnes wenig getan hat. Er nölt und fordert weiterhin. Ich trage ihn ins Auto, schließe die Türen möglichst schalldicht und frage ihn: »Was willst du machen? Wir machen, was du willst« – und noch bevor er vorschnell irgendwas antwortet wie »ICH WILL NACH HAUSE«, betone ich die Essenz meines Angebots: »Alles. Was du willst. Überleg dir das gut. Wir machen es. Jetzt sofort.« Das scheint auf den ersten Blick ein gewagtes Spiel zu sein. Aber ich habe nachgedacht. Ich habe nichts zu verlieren. Er schon. Das wird ihm klar, ich sehe es im Rückspiegel. Der Chauffeur hat gefragt, wo es hingehen soll. Wo geht es also hin? »Pommes«, sagt er schließlich. »Ich will Pommes.« »Wo?«, frage ich, denn er kennt mindestens fünf verschiedene Orte, wo man Pommes essen kann, und ich will ihm nichts unterjubeln. »Da wo das grüne Hühnchen auf dem Fenster ist.« »Sehr gut. Schnall dich an, es geht los.« »Du hast mich schon angeschnallt«, sagt er noch, aber seine Worte gehen im Aufheulen des zweiten Gangs unter. Wir bestellen Pommes. Er will eine Cola. Kriegt er. Er will ein Eis. Kriegt er. Er will im Kaufhaus auf das Wackelauto. Wir fahren in die Tiefgarage, parken, latschen drei Treppen hoch ins Kaufhaus. Er will auf die Schultern. Machen wir. Er will neue Turnschuhe. Kriegt er. Er hat das Wackelauto vergessen. Ich erinnere ihn. Er will ins Hallenbad. Wir kaufen zwei Badehosen und ein Handtuch und machen es einfach. Er will vom Dreier springen. Ich gehe mit ihm auf den Turm. Er traut sich nicht alleine. Ich biete ihm an, dass er auf meinem Arm sitzen kann, während ich springe. Wir springen. Er erschreckt und verschluckt sich und heult. Großes Eis. Haarewaschen ist doof? Dann kommt das natürlich nicht in Frage. Nicht nach Hause, sondern in den Spielzeugladen? Klare Sache. Eine Wasserpumpgun? Ist ein sehr sinnvolles Geschenk. Noch eine große Tüte Gummibärchen? Hier ist sie. »Papa, können wir alles machen?« »Alles, mein Sohn.« »Dann will ich nach Hause.« »Und was machen wir da?« »Ist schon Abend?« »Fast. Wir können ins Kino gehen.« »Nein, nach Hause. Ich bin müde.« »Müde? Aber wir können alles machen.« »Ich will ins Bett.« »Wir können in ein Hotel gehen und die ganze Nacht fernsehen.« Er schweigt. Dann: »Papa?« »Ja?« »Was ist los?« »Was soll los sein?« »Ist was mit Mama?« »Ich wüßte nicht, ich glaube, der geht es gut. Warum?« »Ich will nach Hause.« »Na, wie du willst. Sollen wir auf dem Heimweg im Auto das Lied von dem Mann hören?« »Welcher Mann?« Als ich auf dem mp3-Player von David Bowie endlich das Lied mit der Zeile »We can be heroes, just for one day« gefunden habe, ist er im Kindersitz eingeschlafen. Ich halte noch kurz beim Supermarkt und kaufe den Käse mit dem Löwen drauf. Die Liebste zuhause fragt mich, während ich das ratzende Bündel ins Bett lege, ohne ihm die Zähne zu putzen, wie es war. Hätte nicht besser laufen können, sage ich und denke dabei: nicht besser, aber billiger. Am nächsten Morgen liegt das Brot mit dem Wunschkäse schon auf seinem Brettchen, als er mit den neuen Turnschuhen an seinen Füßen auf seinen Stuhl klettert. »Den Käse will ich nicht«, sagt er. »Ich will ein Salamibrot.« Das Salamibrot kommt und wird gegessen. Die Liebste und ich sehen uns an. Für heute sind wir einigermaßen safe. Keiner weiß, was morgen ist. Zum Beispiel nach dem Kindergarten.

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»GANZ KURZ NOCH«-PODCAST »GANZ KURZ NOCH« EPISODE 4 Thema des Monats: Sammelleidenschaft und die (möglichen) daraus resultierenden Problematiken im finanziellen und sozialen Bereich in Verbindung mit Beschaffungskriminalität. Spendenkonto: folgt … Der nächste »Ganz Kurz Noch«-Livepodcast findet am 23. April in der Bar Daneben (Complex23) statt. Start ist gegen 20:30 Uhr!

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Natur- wissenschaft & Technik ... zum Anfassen! Auch für Hipster – nicht nur für Nerds. Die lern- und erlebniswelt für Jung & alt ÖFFNUNGSZEITEN: Montag bis Freitag 9:00 – 18:00 Uhr Samstag, Sonntag, Feiertage 10:00 – 19:00 Uhr experimenta gGmbH Kranenstr. 14 · 74072 Heilbronn Telefon 07131 / 887950 www.experimenta-heilbronn.de

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MITTAGS- TISCHTEST TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ Wer kennt das Problem nicht: Mittagspause – aber wohin zum Essen. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, einen regionalen Mittagstisch-Test zu starten. Diesmal waren wir in der Nabatian Cantina in der Innovationsfabrik Heilbronn. Getestet wurde neben dem Geschmack auch die Geschwindigkeit, die Freundlichkeit des Service-Personals, natürlich der Preis und auch die individuellen Eigenheiten der Lokalität. Im Test haben wir uns für das umgekehrte Schulnoten-System entschieden. Somit ist die 6,0 die Bestnote.

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MITTAGSTISCHTEST: NABATANIAN CANTINA NABATANIAN CANTINA WEIPERTSTRASSE 8-10 | 74076 HN T 07131 / 7907179 Service 4,0 Preise 5,90 - 9,90 EUR Geschmack 4,5 Geschwindigkeit 2 Minuten Apfelschorlen-Index (0,3 l) 1,35 EUR Individualität donnerstags persisch

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THE ROOMS CLUB: »UNSERE ›FUNCTION ONE-SOUND- ANLAGE‹ IST EINE RICHTIGE ANSAGE!« INTERVIEW: ASHLEY AAMES FOTOS: ULLA KÜHNLE & MEMO FILIZ Hört, hört! Heilbronn bekommt nach längerer Zeit wieder einmal einen neuen Club serviert. Hinter dem neuen Projekt The Rooms Club steckt kein geringerer als Ralph Munz, seines Zeichens einer der top Szene-Gastronomen der Stadt. Grund genug uns mit ihm in den alten und aufwendig umgebauten Räumen des ehemaligen Manhatten auf dem Gelände des Weipertzentrums zu treffen und über erfolgreiche Gastrokonzepte, die Lust auf ein forderndes Publikum und die Gedanken, die hinter dem Rooms Club stehen, zu philosophieren.

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MUSIKKOFFER: THE ROOMS CLUB HANIX - War nach dem Aus der Neckarlust klar, ein neues Clubprojekt in Angriff nehmen zu wollen? RALPH MUNZ — Nie und nimmer. Grundsätzlich hatten alle Beteiligten die Schnauze voll. Die ganze Entwicklungsarbeit und das oftmals aufwendige Buchen von guten DJs und im Gegenzug so wenig Dankbarkeit dafür zu erfahren, hat mich schon beschäftigt. Die Leute haben das ganze Ding dann mit der Zeit immer weniger zu schätzen gewusst. Der Laden wurde ja zum Ende hin erst zu diesem Dreckloch, das er dann war, gemacht. Die Neckarlust wurde vollgekritzelt, die Toiletten auseinander geschlagen. Wir hatten ursprünglich auch ein ganz anderes Konzept dafür geplant, das dann aber leider nicht angenommen wurde. Irgendwann hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht. HANIX - Wie kam es jetzt dazu, dass du dir mit dem Rooms Club ein solch anspruchsvolles, neues Clubprojekt angelacht hast? RALPH MUNZ — Der ausschlaggebende Punkt war mein Partner bei dieser ganzen Geschichte, der unmissverständlich klar gemacht hat, diese Gelegenheit beim Schopf packen zu müssen. Begünstigend kam hinzu, dass ich die Räumlichkeiten des ehemaligen Manhatten schon seit jeher als sehr reizvoll empfand. Für mich war schon immer ein Clubprojekt, wie es das Mach1 in Nürnberg betreibt, das einzig Wahre. Kurz zusammengefasst bietet dieser Club mit seinen Räumlichkeiten, nämlich Lounge, Club 1 und Club 2 große Flexibilität in puncto Größe. Man ist immer in der Lage das Ding groß oder klein zu halten und dadurch auf den sogenannten Gusto der Menschen die kommen einzugehen. In Heilbronn empfand ich diese Räumlichkeiten als am ähnlichsten und passendsten, um ein solches Konzept durchzuführen. Mein erster Besuch im Mach1 war einfach nur »Wow«. Du kommst rein und kriegst durch den Loungebereich nicht direkt das Clubbrett vor den Kopf geschlagen. Man kann sich ordentlich unterhalten und dazu entspannt etwas trinken. Wenn es dann ans Feiern geht, pilgert man in den Clubraum rüber. Großer DJ, großer Club und kleiner DJ, kleiner Club. Damit lässt sich unendlich spielen. HANIX - Damit erklärt sich der Name The Rooms Club quasi von selbst. RALPH MUNZ — Der Prozess der Namensfindung hat ursprünglich auch einiges an Zeit für sich beansprucht. In Gedanken befanden wir uns damit etwas im Clinch, befassten uns anfangs auch mit deutschen Namen so, wie es zum Beispiel in Berlin gang und gäbe ist. Davon wichen wir aber wieder ab, da Heilbronn einfach nicht Berlin ist. Ich persönlich wollte mich eher am »New York«-Stil orientieren, da auch in unserer Location dieser Loftstil prägend ist. Und so gab es mitunter Gedankenspiele zur Thematik Studio54 und wie die wohl ihre Konzepte entwickelt und umgesetzt haben. Wir bieten mit der Lounge, unserem großen Club, sowie dem hoffentlich Ende des Jahres nutzbaren zweiten Club, mehrere Räume mit verschiedenen Inhalten. Somit macht der Name The Rooms Club schon am meisten Sinn. HANIX - Gäste beschäftigt im Vorfeld durchaus auch eine, wenn vorhandene, Türpolitik. Wird es eine geben? RALPH MUNZ — Selbstverständlich hat die Türe die Aufgabe zu selektieren. Das betrifft weniger den Dresscode, den es in unserer heutigen Zeit kaum noch gibt und der auch nicht mehr zeitgemäß wirkt. Aber wir möchten unseren Gästen schon eine Wohlfühloase schaffen. Das schaffst du nicht, wenn du keinen Einfluss auf den zu erwartenden Charakter deines Publikums nimmst. Oder anders formuliert: Wir dulden keinen Stress in unserem Laden. HANIX - Ist es an der Zeit, dass Heilbronn einen neuen Club braucht? RALPH MUNZ — Eigentlich müsste man da die Gäste fragen, ob es denn tatsächlich so ist. Meiner Meinung nach braucht eine Stadt immer mal wieder neue Dinge, neue Läden, an denen man sich orientieren kann. Im Grunde bringt jeder neue Club auch neue Menschen mit in die Stadt oder aktiviert altes Publikum, das sich plötzlich wieder motivieren kann, aus dem Haus zu gehen. Als Konsument wirst du doch der Routine der immer gleich bleibenden Clublandschaft irgendwann überdrüssig. Dazu nehmen wir eine mögliche Rolle als Initiatoren zur Veränderung der bestehenden Läden gerne an. Es ist doch so: Kommt etwas Neues, bewegen sich in der Regel die anderen Clubs etwas mit. Und genau diese Veränderung innerhalb der Club- oder Gastroszene einer Stadt brauchen wir.

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MUSIKKOFFER: THE ROOMS CLUB HANIX - Was kann das Heilbronner Publikum vom Rooms Club erwarten? RALPH MUNZ — Das Thema Wohlfühlen steht dabei ganz oben auf der Liste. Diese Räumlichkeiten sowie das Konzept mit Loungebereich und abgetrenntem Club lassen jedem Besucher selbst die Wahl, wie er den Abend verbringen möchte. Für diejenigen, die sich nicht den Vollalarm an Musik geben möchten, dient die Lounge im amerikanischen Loftstil der 50er, 60er oder 70er mit großen Bildern an der Wand und jeder Menge guter Cocktails als perfekter Aufenthaltsort. Sehr gemütlich gehalten das Ganze. Und diejenigen, die ihren Spaß am Tanzen haben, gehen rüber in den Club. Wenn wir, wie angedacht, zum Ende dieses Jahres den zweiten Floor eröffnen dürfen, bieten wir unseren Gästen eine mögliche Auswahl an Partys an. Dazu kommt, dass wir auf eine Location mit richtigen Laufwegen Lust hatten. Der Weg von der Bar hin zur Toilette beträgt ungefähr 25 Meter. Das heißt hin und zurück musst du 50 Meter Laufstrecke zurücklegen. Da triffst du mit Sicherheit jede Menge Leute. HANIX - Welche Zeitspanne wird benötigt, um die Räume für euer Konzept umzubauen? RALPH MUNZ — Interessant wurde es vergangenes Jahr im Oktober. Da eröffnete sich uns die Möglichkeit, diese Räumlichkeiten zu übernehmen. Dann ging das noch eine ganze Weile hin und her nach dem Motto: Machen wir es oder machen wir es nicht. Ich für meinen Teil habe da natürlich nicht sofort zugesagt. Ich war mit meinen Neckarlust-Erfahrungen ein wenig in meiner eigenen Gedankenwelt und skeptisch mit der Frage ob, oder ob nicht, beschäftigt. Das hat seine Zeit gebraucht. Im Januar wurden dann letztendlich die Verträge unterschrieben, doch die Geschichte mit den Baugenehmigungen zog sich noch etwas. Mit den vielen geplanten Umbauten kamen natürlich einige neue Auflagen seitens der Ämter, die es zu berücksichtigen gilt, ins Spiel. Mittlerweile sind die Arbeiten in vollem Gang, es wurden Wände gezogen und der Laden ausgestattet. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, bis zur Eröffnung am Osterwochenende mit allem durch zu sein. HANIX - Du bist ein sehr erfahrener Gastronom und hast schon an vielen erfolgreichen Projekten mitgewirkt. Gibt es deiner Meinung nach ein Erfolgsrezept beim Konzeptionieren und Führen eines Clubs? RALPH MUNZ — Eventuell ernte ich für die folgende Aussage Gelächter. Aber im Grunde denken wir in erster Linie schon lange nicht mehr an einen möglichen Profit. Im Vordergrund unserer Gedanken stehen die Gäste und der Spaß, den sie in unserem Laden und mit unserem Konzept haben sollen. Es schadet nicht, sich über das Verhalten der Gäste Gedanken zu machen, denn wenn die sich wohlfühlen, kommt das Geld in der Regel von alleine. Denke nicht an das Geld, das ist für uns wirklich wichtig. Dieser Gedanke wird verbannt. Und seitdem wir so verfahren, geht es uns auch viel besser. Investitionen wie Lust, Liebe und Leidenschaft bemerkt der Gast und honoriert das im Idealfall. HANIX - Wie verhält sich das mit dem angebotenen Programm? Denkst du, es ist erforderlich selbst zu veranstalten oder wird der Erfolgsquotient höher, indem man sich bereits erfolgreiche Veranstalter und deren Konzepte mit ins Boot holt? RALPH MUNZ — Im Grunde beides. Die Kontrolle über dein Programm komplett aus den Händen zu geben gewährleistet auch nicht zwingend Erfolg. Jedoch kann ich mich und mein Verständnis für das, was die jungen Menschen, auf Musik bezogen, haben möchten, ganz gut einschätzen. Diesbezüglich habe ich nicht den Anspruch an mich selbst ständig »up to date« zu sein. Das sollen dann Leute entscheiden, die voll in der aktuellen Thematik drin

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MUSIKKOFFER: THE ROOMS CLUB sind. Das können die besser als ich. Wir haben hier gerade im elektronischen Bereich erfahrene Leute verpflichtet, die die Musik Leben und motiviert sind, hochwertige Künstler zu verpflichten. HANIX - Gerüchten zufolge soll die Soundanlage sehr hochwertig und im süddeutschen Raum einzigartig sein. Kannst du uns dazu mehr Informationen geben? RALPH MUNZ — In Süddeutschland ist uns aktuell nur die Halle 02 in Heidelberg mit dem gleichen Function One- Soundsystem bekannt. Man sollte den Gedanken, eine Clubgastronomie zu führen, immer ganz zu Ende denken. Dabei ist selbstverständlich die Soundperformance ein immens wichtiger Baustein. Lieferst du in diesem Bereich deinen Gästen schlechte oder inakzeptable Qualität, macht sich das in der Regel innerhalb kürzester Zeit bei deinen Besucherzahlen bemerkbar. Das Ganze kostet zwar einen unwahrscheinlich hohen Preis, für den sich andere lieber schöne Autos kaufen. Für uns stand allerdings sehr schnell fest, dass, wenn wir etwas Neues machen, dann auch in diesem Segment eine richtige »Ansage« gemacht werden muss. Läden auf der ganzen Welt, die mit dieser Anlage beschallt werden, genießen ein sehr hohes Ansehen. Vielleicht gehören wir da auch irgendwann einmal

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MUSIKKOFFER: THE ROOMS CLUB dazu. Dazu kommt, dass solch eine Anlage auch als Maßstab für viele international erfolgreiche DJs gilt. Wenn die hören, dass ein Function One-System im Club steht, kommen die auch gerne mal zu uns nach Heilbronn, obwohl Sie die Stadt nicht unbedingt kennen oder als besonders reizvoll empfinden. HANIX - Nun zum eigentlichen Programm. Welche Genres werden im Rooms Club vertreten sein? RALPH MUNZ — Den Freitag haben wir für elektronische Musik eingeplant. Hierfür haben wir einige bekannte Heilbronner DJs und Veranstalter, die die Szene sehr genau kennen und wissen, was hier gehört wird. Sie haben sich explizit Gedanken über diverse Konzepte gemacht. Heilbronn hat sicherlich einen ganz eigenen Musikgeschmack, den es zu berücksichtigen gilt. Dazu wurden jetzt schon einige sehr interessante Bookings mit größeren Namen bestätigt. Samstags hingegen liegt der Fokus auf abwechslungsreicher und anspruchsvoller Musik, zum Beispiel in Form von vocallastigem Soul oder auch Hip- Hop, ohne uns jetzt nur auf diese beiden Genres festlegen zu wollen. Es wird sehr vielseitig mit einem hohen Maß an Qualität. Wir hoffen, dass für jeden etwas dabei ist. HANIX - Jetzt bist du abseits des Rooms Club auch verantwortlich für das Heilbronner Hip Island 2.0, das im Zuge der umfangreichen BUGA unter anderem im Heilbronner Oberbürgermeisterwahlkampf thematisiert und leider auch instrumentalisiert wurde. Wie ist dort der Stand der Dinge? RALPH MUNZ — Dank unseres Oberbürgermeisters Harry Mergel haben wir unseren Standort um ein Jahr verlängert bekommen und sind darüber auch sehr froh. Leider haben sich die dort ansässigen Anwohner vehement und erfolgreich gegen unseren ersten Standortvorschlag zur Wehr gesetzt. Wir sind jetzt einfach mal gespannt, welche neuen Möglichkeiten sich in den folgenden Monaten ergeben. Stand heute ist eine bestimmte Örtlichkeit etwas in den Fokus gerutscht. Aber es ist noch lange nichts unter Dach und Fach und wir warten mit einem positiven Gefühl die Entwicklung ab. Im Endeffekt entscheidet das ja die Stadt Heilbronn, wo sie uns unterbringen möchte und vor allem kann. HANIX - Mit welchen Wünschen hinsichtlich der bevorstehenden Eröffnung eures Rooms Club beschäftigst du dich? RALPH MUNZ — Wir wünschen uns vor allem, dass sich unsere Gäste bei uns wohlfühlen. Wir wünschen uns auch, dass unsere Mitarbeiter Spaß haben, an diesem Projekt mitzuarbeiten. Das ist ganz wichtig. Wir wünschen uns motivierte Acts, die ihren Beitrag zu möglichst unvergesslichen Partynächten leisten. Wir wünschen uns, dass alles friedlich bleibt und unsere Gäste achtsam miteinander umgehen. Und zu allerletzt wünschen wir uns, dass die Wünsche unserer Gäste niemals verfliegen werden und dass sie uns damit fordern. Uns mitteilen, was sie gerne hätten und man zusammen interagiert und somit am Leben bleibt. Lasst uns gemeinsam feiern, wir sind eine Stadt. Wir sind einfach nur – Heilbronx.

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MARTIN KOLLAR: »FIELD TRIP« MIT DER AUSSTELLUNG »FIELD TRIP« ZEIGT ZEPHYR – RAUM FÜR FOTOGRAFIE DER REISS-ENGEL- HORN-MUSEEN AB 22. MÄRZ 2015 DIE ERSTE EINZELAUSSTELLUNG DES SLOWAKISCHEN FOTOGRA- FEN MARTIN KOLLAR IN DEUTSCHLAND. MIT RUND 50 WERKEN IST ES DIE BISHER UMFASSENDSTE PRÄSENTATION SEINES GLEICHNAMIGEN PROJEKTS, FÜR DAS ER 2014 DEN RENOMMIERTEN »LEICA OSKAR BARNACK PREIS« ERHIELT. BIS 31. MAI 2015 IM ZEPHYR – RAUM FÜR FOTOGRAFIE DER REISS-ENGELHORN-MUSEEN, MANNHEIM Zwischen November 2009 und Januar 2011 lebte und arbeitete Martin Kollar immer wieder über längere Zeiträume in Israel. Die dabei entstandenen Aufnahmen bilden eine starke, oft humorvolle aber auch komplexe Fotoreportage über die vermutlich meist umstrittene Region der Gegenwart. Der Titel »Field Trip« bezieht sich eng auf seine persönliche Annäherung an das Land: Es ist der Bericht einer investigativen Exkursion. Kollar beobachtet, versucht dabei aber weder zu urteilen noch Lösungen anzubieten. In rätselhaften Bildern gewährt der Fotograf ungeahnte neue Perspektiven auf das Land Israel. Unter anderem suchte er Orte auf, die selbst der israelischen Zivilbevölkerung nicht ohne weiteres zugänglich sind: militärische Übungsplätze, Forschungsstationen oder wissenschaftliche Institute. In diesen Aufnahmen zeigt Kollar eine Gesellschaft, die sich aktiv auf mögliche Zukunftsszenarien vorbereitet. Ohne dieses Hintergrundwissen wirken die Motive jedoch wie Kulissen eines Science-Fiction-Films. Kollars im kalten Licht fotografierte Bilder scheinen sich stets zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu bewegen. Dabei geht von den Bildern ein leises, schwer zu beschreibendes und subtiles Unbehagen aus. Martin Kollar wurde 1971 in Zilina, Tschechoslowakei (heute Slowakische Republik) geboren. Seit Ab- schluss seines Studiums an der Akademie der darstellenden Künste in Bratislava arbeitet er als freischaffender Fotograf und Kameramann. Er hat zahlreiche bedeutende Fotografie-Preise gewonnen und ist für den diesjährigen Prix Elysée nominiert. INFO: ZEPHYR – RAUM FÜR FOTOGRAFIE! IST EINER DER WENIGEN ÖFFENTLICHEN AUSSTELLUNGSRÄUME FÜR ZEITGENÖSSISCHE FOTOGRAFIE IN DEUTSCHLAND. SO KANN EIN PROGRAMM GESTALTET WERDEN, DAS SICH NICHT NUR AN DER MERKAN- TILITÄT DES KUNSTMARKTES ORIENTIERT, SONDERN AUCH VERNACHLÄSSIGTE UND SPANNENDE TENDENZEN DES MEDIUMS FOTOGRAFIE HERVORHEBT. Getragen wird ZEPHYR von den Reiss-Engelhorn-Museen (rem gGmbH) und dem Kulturamt der Stadt Mannheim. Seit Frühjahr 2005 realisiert ZEPHYR sein vielseitiges Programm internationaler Gegenwartskunst in zahlreichen Einzel-, Gruppen sowie Themenschauen in den eigenen und anderen Räumen der Reiss-Engelhorn-Museen. Im Oktober 2010 konnte ZEPHYR seine neuen Räume im »Museum Bassermann-Haus für Musik und Kunst« beziehen.

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KUNSTREGION: MARTIN KOLLAR – FIELD TRIP

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KUNSTREGION: MARTIN KOLLAR – FIELD TRIP

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KUNSTREGION: MARTIN KOLLAR – FIELD TRIP

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KUNSTREGION: MARTIN KOLLAR – FIELD TRIP

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KUNSTREGION: MARTIN KOLLAR – FIELD TRIP

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KUNSTREGION: MARTIN KOLLAR – FIELD TRIP

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RAIMAR SCHURMANN DESIGN G raphic f or s ale OBERE NECKARSTR. 8 74072 HEILBRONN T 07131 2046130 RAIMAR.SCHURMANN@HOTMAIL.DE

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»ICH ERFÜLLE MEINE BERUFUNG« – SISSI PERLINGER IM INTERVIEW INTERVIEW: FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: PR

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INTERVIEW DES MONATS: SISSI PERLINGER Sissi Perlinger gilt als eine der bekanntesten und besten deutschen Kabarett-Künstlerinnen. Im April ist sie mit ihrer Bühnenshow »Gönn dir ne Auszeit – geh zur Perlinger!« im Theater Heilbronn zu sehen. Grund genug, uns mit ihr über Schamanismus, Entspannung und deutsche Comedy zu unterhalten. HANIX - Frau Perlinger, Sie sind nun schon seit 30 Jahren eine erfolgreiche Kabarettistin, Schauspielerin und Autorin. Werden die ständigen Auftritte und der Erfolg nicht irgendwann langweilig? SISSI PERLINGER — Im Gegenteil! Ich komme in meiner Arbeit immer mehr an die Essenz dessen, was ich wirklich sagen möchte. Ich erfülle sozusagen meine Berufung. Außerdem bin ich ja nicht ständig auf Tournee, sondern nehme mir genügend Auszeit, um kreativ weiter wachsen zu können. HANIX - In Ihrer beeindruckenden Kurzvita bezeichnen Sie sich auch als »Bühnenschamanin« und »Skurril-Entertainerin«. Was kann man sich darunter vorstellen? SISSI PERLINGER — So ein Abend könnte auch verglichen werden mit einem kollektiv durchgeführten Ritual. Man bekommt als Publikum den Spiegel vorgehalten und kann zwei Stunden lang herzlich ablachen über Dinge, die einem sonst eher über den Kopf wachsen. HANIX - Am 17. April sind Sie in Heilbronn im Komödienhaus des Theaters mit Ihrem Programm »Gönn dir ne Auszeit – geh zur Perlinger!« zu Gast. Was können die Gäste von Ihnen dort erwarten? SISSI PERLINGER — Es ist eine extrem lustige Show mit viel Tanz, Gesang und bunten Kostümen zu einem ernsten Thema, das uns alle betrifft. HANIX - Was macht eine gute Pointe aus? SISSI PERLINGER — Erst mal braucht man ne gute Exposition, das heißt eine gemeinsame Realität, die alle teilen, und dann muss eine überraschende Wende eintreten, die möglichst an einem Tabu kratzt. HANIX - Nachdem Sie aufgrund Ihrer Karriere einen schweren Tinnitus erlitten, von dem Sie glücklicherweise vollständig genesen sind, schrieben Sie das zu Ihrer Show gehörende Buch »Auszeit! Der Perlinger-Weg ins Glück«. In Buch und Show geben Sie auf humorvolle Art Tipps, wie man dem Burn-out- Syndrom entkommen kann. War der Schreibprozess eine Selbstheilungsmaßnahme? SISSI PERLINGER — Nein, geheilt hatte ich mich lange vorher. Erst wenn man mindestens sieben Jahre verstreichen lässt, hat man den nötigen Abstand, um den Katastrophen ihre lustigen Seiten zu entlocken. Und jeder guten Komödie liegt immer eine Tragödie zugrunde. HANIX - Sie haben Wohnsitze in Deutschland, Spanien und Indien; Auftritte, Reisen, Termine: Wie

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INTERVIEW DES MONATS: SISSI PERLINGER gönnt man sich so eine Auszeit? Lassen sich stressiger Tourneealltag und geruhsames Entspannen überhaupt verbinden? SISSI PERLINGER — Ich habe mein Leben aufgeteilt in Auszeit, in der ich im Sommer und Winter schreibe und Applauszeit im Frühling und Herbst, in der ich auf Tour bin und quasi jeden Abend woanders auftrete. HANIX - Wie erholen Sie sich privat von Ihrem sicherlich anstrengenden Alltag? SISSI PERLINGER — Auf Tournee schlafe ich unendlich viel und den Rest der Zeit mache ich autogenes Training, so habe ich alle Kraft um abends zwei Stunden lang richtig Vollgas geben zu können. HANIX - Wie lebt es sich als Bayer in Indien? Schließlich haben die meisten Bayern schon in anderen Bundesländern Verständigungsprobleme … SISSI PERLINGER — Ich liebe Indien zutiefst und die Inder lieben mich! HANIX - Sie sind ein wahres Allround-Talent. Neben unzähligen Auftritten bei Ihren eigenen Shows sind Sie als Musikern, Autorin, Schauspielerin, Tänzerin und Komödiantin erfolgreich. Gibt es denn eine Sparte, die Sie am liebsten bedienen? SISSI PERLINGER — Nein, es ist ja grade schön all das in eine Show einfließen zu lassen, so wird es keine Sekunde langweilig und am Ende ist wirklich jeder begeistert. HANIX - Nach Ihrem Abitur wanderten Sie nach Frankreich aus, um sich dort das Geld für Ihre Gesangsund Tanzausbildung selbst auf der Straße zu »ertanzen und ersingen«. Für ein junges Mädchen sicher keine leichte Aufgabe … SISSI PERLINGER — Für mich war der Schulabschluss als hätte man endlich die Türe zu meinem Käfig geöffnet. HANIX - Sie haben es sozusagen »von der Straße« bis zur Grimme-Preisträgerin geschafft. Haben Sie ein Erfolgskonzept? SISSI PERLINGER — Immer weiter lernen und sich jedem Projekt mit ganzer Liebe und Hingabe widmen. Ich bin damals krank geworden weil ich nicht mehr die Zeit hatte, jedes Ding so zu gestalten, wie es optimal gewesen wäre. HANIX - Ihr Programm ist mit den Jahren noch politischer und gesellschaftskritischer geworden. Wie beurteilen Sie die deutsche Comedy in dieser Hinsicht? SISSI PERLINGER — Ich finde wir haben inzwischen wirklich tolle Sachen, grade »Die Anstalt« zum Beispiel finde ich teilweise unfassbar gut und es freut mich auch, dass ich meinen amerikanischen und englischen Freunden jetzt erzählen kann, dass es inzwischen sogar in Deutschland gute Comedy und gutes Kabarett gibt. HANIX - Als Expertin fürs Erholen haben Sie sicherlich schon einen Plan für Ihren Lebensabend: Indien, Spanien oder doch Bayern? SISSI PERLINGER — Ich glaube, das Pendeln liegt mir im Blut. Ich werde wohl immer ein Zugvogel bleiben, der sich seine jeweiligen Wohnorte nach den dort vorherrschenden Gegebenheiten aussucht.

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CRITICAL MASS – MIT DEM BIKE DURCH HEILBRONN TEXT & INTERVIEWS: FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: MEMO FILIZ & CRITICAL MASS Jeden Monat treffen sich in Heilbronn die Jungs und Mädels von Critical Mass, um für mehr Rücksicht und Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu werben. Bei ihrer Rundfahrt durch die Käthchenstadt wollen die Biker zeigen, dass Fahrradfahrer ein Teil des Verkehrs sind, auf den es zu achten gilt.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD Critical Mass ist eine Aktionsform des Straßenprotests, die ihre Wurzeln in San Francisco hat. 1992 trafen sich dort zum ersten Mal Fahrradfahrer zu einem gemeinsamen Ausritt, um auf die Probleme, mit denen sie sich tagtäglich im Straßenverkehr konfrontiert sahen, aufmerksam zu machen. Im Pulk radelten die Biker durch die Großstadt an der US-Westküste und machten den Autofahrern der Metropole klar, dass auch die schwächeren Zweiräder ein Recht haben, die Straßen zu nutzen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten sind bekannterweise auch den Größen der Autos (oder eher Off-Road-Panzer, kurz SUV genannt) keine Grenzen gesetzt. Nur logisch, dass sich da ein Radler auf seinem winzigen Drahtesel wie ein Fohlen gegen einen stählernen Tyrannosaurus-Rex vorkommt und Angst hat, vom brüllenden (hupenden) Ungetüm von der Straße gejagt zu werden. Kritisierende Masse Critical Mass, zu deutsch »kritische Masse«, ist eigentlich ein Begriff aus der Kernphysik, der die nötige Mindestmasse an spaltbaren Stoffen für eine Kettenreaktion bezeichnet. Und wie in der Physik verhält es sich auch bei der Protestform der Biker: Mit der Aktion wird versucht, eine möglichst große Masse an Radfahrern zusammenzubekommen, damit man im Straßenverkehr auf die Probleme und Belange der Radler aufmerksam machen kann. Critical Mass kritisiert also in Massen und hofft auf eine Kettenreaktion. Und diese Masse trifft sich an jedem ersten Freitag des Monats um 19 Uhr am Götzenturm in Heilbronn. Natürlich ist jeder willkommen. 2013 fand das erste Treffen statt und seitdem radeln bei gutem Wetter teilweise 100 Fahrradenthusiasten mit ihren Rädern durch die Straßen der Heilbronner Innenstadt. Dabei geht es allerdings nicht darum, durch den Protest den Verkehrsfluss zu behindern, sondern zu zeigen, dass man selbst zum Verkehr gehört. Das Motto der Gruppe lautet »We are not blocking traffic, we are traffic!« – »Wir behindern den Verkehr nicht, wir sind der Verkehr!« Und die StVo gibt den Aktivisten recht, denn ab 16 Fahrern gilt die Gruppe als Verband, der die Straße zu zweit nebeneinander befahren darf. Selbstverständlich sollen die Ausfahrten keine Provokation für Autofahrer sein, eher sieht man die Vierradfahrer als Freunde, denen man seine Situation erklären möchte. Pöbeleien sind deshalb absolut tabu, lieber sucht man den freundlichen Dialog und bittet um Verständnis und Rücksichtnahme. Wird man doch einmal unfreundlich von einem Autofahrer angehupt, so lädt man ihn einfach auf die nächste Tour ein. Neben dem amerikanischen Vorbild orientieren sich die Heilbronner an den anderen deutschen Critical- Mass-Aktionsformen. Die Webseite der Bewegung, die übrigens keine Verantwortlichen hat, listet über 35 Städte, in denen es eine solche Protestform gibt. Dabei kommt Critical Mass ganz ohne hierarchische Strukturen aus; jeder der Teilnehmer hat gleich viel zu sagen und ist gleich wichtig. Mehr als eine Party auf Rädern Und das Protestieren hat noch einen schönen Nebeneffekt: Man lernt Gleichgesinnte kennen, ist an der frischen Luft und trainiert dabei noch die Beine. Oder ist doch eher der Protest der Nebeneffekt der Party auf Rädern? Der Spaß steht bei allen im Vordergrund und lässt sich prima mit dem Aufmerksammachen verbinden. Neben den Belangen der Radler macht Critical Mass jedoch auch auf weitere Probleme der deutschen Großstädte aufmerksam: Es gibt zu wenig Radwege, die Innenstädte sind durch Staus verstopft und Abgaswolken und dröhnender Motorenlärm machen das Leben und Spazieren an einer befahrenen Straße zur Hölle. Und die Städte haben reagiert: Heilbronn will die Fahrradkultur fördern und so hat der Heilbronner Gemeinderat Gelder bereitgestellt, mit denen die Infrastruktur verbessert werden soll. So erhofft man sich, dass sich immer mehr Bürger aufs Fahrrad setzen, um etwas für die eigene Gesundheit und das Klima ihrer Stadt zu tun. In Zeiten der Privatisierung des öffentlichen Raums, in denen sich viele Bürger meistens benachteiligt und im Stich gelassen fühlen, bieten die Fahrradfahrer also ein wertvolles Gegenstück zum kalten Antlitz der Städte. CRITICAL MASS TRIFFT SICH AN JEDEM ERSTEN FREITAG DES MONATS UM 19 UHR AM GÖTZENTURM. JEDER IST HERZLICH ZU EINER KLEINEN ABENDAUS- FAHRT DURCH DIE KÄTHCHENSTADT EINGELADEN.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD OTCHE HANIX: Was ist für dich das Schönste am Fahrradfahren? OTCHE: Die Natur genießen zu können und im Freien ein paar Kilometer runterzuschrauben. Man kann für sich sein oder mit einer Gruppe irgendwo hinfahren – kein Auto vonnöten! HANIX: Warum machst du bei Critical Mass mit? OTCHE: Wir wollen von den Autofahrern beachtet werden, damit sie wissen, dass es hier auch Radfahrer gibt. Wir wollen niemanden ausbremsen, sondern zeigen, dass wir genauso zum Verkehr gehören. Das missachten viele Autofahrer oftmals und fahren mit zehn Zentimetern Abstand an einem Radfahrer vorbei. Das geht nicht. HANIX: Was muss sich in Heilbronn ändern, damit die Stadt radfreundlicher wird? ALTER: 36 JAHRE BERUF: LAGERIST BEI CRITICAL MASS SEIT: … DER ERSTEN, 2013 FAHRRAD: BONANZARAD, FIXIE SINGLESPEED RENNRAD KILOMETER PRO WOCHE: IM SOMMER 150 LIEBLINGSSTRECKE: VARIIERT, DIE NECKARRADWEGE SIND ALLE RECHT GEIL OTCHE: Mittlerweile hat sich viel getan, beispielsweise der Radweg nach Sontheim. Der totale Nonsens sind allerdings die Radstraßen (z. B. Stein- und Badstraße), die es hier gibt. Das sind Strecken, die von Radlern kaum frequentiert werden. Beim Bau der Allee wurden die Biker total vergessen, hier muss sich etwas tun. Genauso sind viele Radwege im Winter gar nicht geräumt oder gestreut. Dort fahren mehr Leute, als die Stadt denkt. HANIX: Welche Fahrradaccessoires sind ein Muss, welche ein absolutes No-Go? OTCHE: Bei einem Bonanzarad darf natürlich der Fuchsschwanz nicht fehlen! HANIX: Wann hattest du das letzte Mal Stress mit Autofahrern? Was war der Grund? OTCHE: Immer wieder. Am schlimmsten ist es auf der Allee. Die wurde neu geplant und schön gemacht, an die Fahrradfahrer wurde dabei aber nicht gedacht. Dort blockiert man als Radfahrer ungewollt die Autofahrer. Da kommt es öfter vor, dass die wild gestikulieren, um es freundlich auszudrücken. Dann gibt man denen einen kleinen Klaps auf die Motorhaube und damit ist es erledigt.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD ANJA HAGEN HANIX: Was ist für dich das Schönste am Fahrradfahren? ANJA HAGEN: An der frischen Luft in der Natur den Kopf freizubekommen. HANIX: Warum machst du bei Critical Mass mit? ANJA HAGEN: Um für Akzeptanz der Fahrradfahrer in Heilbronn zu werben und Freunde zu treffen. Ich habe viele alte Bekannte, die ich über die Jahre aus den Augen verloren hatte, dort wiedergetroffen. HANIX: Was muss sich in Heilbronn ändern, damit die Stadt radfreundlicher wird? ANJA HAGEN: Es braucht definitiv mehr Radwege und nachts eine bessere Beleuchtung. Es ist auf manchen Strecken so dunkel, dass ich nur ungern nachts allein nach Hause fahre. HANIX: Welche Fahrradaccessoires sind ein Muss, welche ein absolutes No-Go? ANJA HAGEN: Lichter sind ein Muss. Ein No-Go ist ein Elektromotor. ALTER: 33 JAHRE BERUF: IMMOBILIENFACHWIRTIN BEI CRITICAL MASS SEIT: … DER ZWEITEN, 2013 FAHRRAD: SUBTIL SINGLESPEED KILOMETER PRO WOCHE: JAHRESZEITABHÄNGIG, 0 – 100 LIEBLINGSSTRECKE: NECKARRADWEG NACH BAD FRIEDRICHSHALL/BAD WIMPFEN UND ZURÜCK. EINMAL BIN ICH MIT PHILIPP NACH STRASSBURG GEFAHREN, WAS EIN RICHTIG GEILER WEG IST. HANIX: Wann hattest du das letzte Mal Stress mit Autofahrern? Was war der Grund? ANJA HAGEN: Ich habe keinen Stress mit Autofahrern. Einmal wäre ich fast über den Haufen gefahren worden, aber die Autofahrerin sah es sofort ein.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD MARCUS JOHN HANIX: Was ist für dich das Schönste am Fahrradfahren? MARCUS JOHN: Man kann überall hinkommen, wo man will und hat keine Parkplatznöte. Und für die Fitness tut man auch noch was. HANIX: Warum machst du bei Critical Mass mit? MARCUS JOHN: Um Präsenz zu zeigen. Wir steuern sicher auf den Verkehrskollaps zu und müssen auf Alternativen umsteigen, gerade weil die meisten gefahrenen Kilometer mit dem Auto nur Kurzstrecken sind. Der öffentliche Nahverkehr ist eine Alternative, aber er ist für viele einfach nicht komfortabel und schnell genug. Neben Critical Mass habe ich mich bei der Kommunalwahl für die Radfahrer stark gemacht und bin jetzt per Votum der achtbeliebteste Linke in Heilbronn! (lacht) HANIX: Was muss sich in Heilbronn ändern, damit die Stadt radfreundlicher wird? MARCUS JOHN: Ich würde mich darüber freuen, wenn ALTER: GEBOREN 1968 BERUF: AUDITOR FÜR QUALITÄT UND UMWELT, FACHKRAFT FÜR ARBEITSSICHERHEIT. ZUSÄTZLICH SPRECHER DER ÖKOLOGISCHEN PLATTFORM BA-WÜ BEI DER LINKEN. BEI CRITICAL MASS SEIT: … VON ANFANG AN, 2013 FAHRRAD: RENNRAD, MOUNTAINBIKE, HOLLANDRAD DAS ÄLTER IST ALS ER, SEIT JANUAR EIN ELEKTRISCHER RÜCKENWIND KILOMETER PRO WOCHE: 120 – 140 LIEBLINGSSTRECKE: EBEN, DA IMMER MIT HUND NERO (DER SCHNELLSTE HEILBRONNS) IM ANHÄNGER UNTERWEGS wir eine Art Fahrradautobahn in Heilbronn hätten, die alle Tangenten, Ost und West sowie Nord und Süd, miteinander verbindet. Das Fahrrad braucht mehr Platz in der Stadt. HANIX: Welche Fahrradaccessoires sind ein Muss, welche ein absolutes No-Go? MARCUS JOHN: Gar keine Frage: Licht und Reflektoren sind ein Muss! Schreibunte Klamotten gehen hingegen gar nicht. Und ich habe Nero als eigene Bioklingel. HANIX: Wann hattest du das letzte Mal Stress mit Autofahrern? Was war der Grund? MARCUS JOHN: Auf dem Weg hierher. Mir wurde klassisch die Vorfahrt genommen.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD PHILIPP KINDEL HANIX: Was ist für dich das Schönste am Fahrradfahren? PHILIPP KINDEL: Das Fahren an der frischen Luft und das Fortbewegen durch die eigene Muskelkraft. Auch alleine Musik hören dabei ist schön. HANIX: Warum machst du bei Critical Mass mit? PHILIPP KINDEL: Grund Nummer eins ist, Akzeptanz im Verkehr zu erreichen. Alleine auf dem Radweg ist es ziemlich schwer, auf sich aufmerksam zu machen. Durch Critical Mass bekommen die Leute mit, dass es mittlerweile eine Radkultur in Heilbronn gibt. HANIX: Was muss sich in Heilbronn ändern, damit die Stadt radfreundlicher wird? PHILIPP KINDEL: Die Menschen. Die Leute kennen es einfach nicht, dass ein Radfahrer auf der Straße fährt und schauen einen dumm an. Für die meisten gehören Fahrradfahrer auf den Gehweg, was natürlich Schwachsinn ist, da man das gar nicht darf. ALTER: 31 JAHRE BERUF: SPEDITIONSKAUFMANN BEI CRITICAL MASS SEIT: … VON ANFANG AN, 2013 FAHRRAD: SUBTIL BIKESCOUT KILOMETER PRO WOCHE: SCHWER ZU SAGEN, 0 – 100 LIEBLINGSSTRECKE: DER GANZE NECKARRADWEG HANIX: Welche Fahrradaccessoires sind ein Muss, welche ein absolutes No-Go? PHILIPP KINDEL: Das kommt aufs Rad an, deshalb gibt es keine No-Gos. Ein Fahrrad mit Motor ist allerdings kein Fahrrad mehr. HANIX: Wann hattest du das letzte Mal Stress mit Autofahrern? Was war der Grund? PHILIPP KINDEL: Wirklich Stress gibt es nicht. Manchmal zeigt man sich gegenseitig den Vogel, aber das wars dann auch schon. Das gibts ja auch beim Autofahren.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD ANNA BOHN & FRANZI BERTHOLD ANNA: ALTER: 33 JAHRE BERUF: INGENIEURIN BEI CRITICAL MASS SEIT: … DER ERSTEN, 2013 FAHRRAD: FIXIE (MIT VIELEN BUNTEN AUFKLEBERN, IN SAN FRANCISCO GEKAUFT) KILOMETER PRO WOCHE: ZWISCHEN 0 UND NACH OBEN OFFEN LIEBLINGSSTRECKE: BERGAB Anna und Franzi haben sich auf einer Critical Mass in Heilbronn kennengelernt und sind seitdem richtig gute Freundinnen. Franzi zog im Oktober 2013 aufgrund ihres Jobs in die Käthchenstadt und kannte hier noch niemanden. Da ihr das Konzept schon aus ihrer Heimatstadt Dresden bekannt war sie und dort öfter mitfuhr, informierte sie sich auf facebook und ging gleich zum nächsten Treffen der Truppe. Da bei Critical Mass sowieso alle nett und offen sind, lernte sie schnell Anna, Anja und den Rest der Gruppe kennen. Jeder wird freundlich aufgenommen, weshalb sich prima Freunde und Anschluss in einer fremden Stadt finden lassen. Anna, die ursprünglich aus Berlin stammt, freut sich auch, dass sie durch Critical Mass eine neue Freundin gefunden hat, mit der sie im letzten Sommer eine Tour um den Bodensee unternommen hat. Neben weiteren gemeinsamen Radtouren haben die Damen sogar schon bei einem Triathlon teilgenommen. »Freunde und Sport – Was will das Radlerherz mehr?« fügen die beiden Fahrradbegeisterten lachend hinzu.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD FRANZI: ALTER: 27 JAHRE BERUF: IM SPORTBUSINESS BEI CRITICAL MASS SEIT: NOVEMBER 2013 FAHRRAD: ALTER STAHLRENNER, INDIVIDUALISIERT KILOMETER PRO WOCHE: 0 – WHATEVER LIEBLINGSSTRECKE: ALLES MIT SCHÖNEN AUSSICHTEN HANIX: Was ist für euch das Schönste am Fahrradfahren? ANNA & FRANZI: Man ist schnell überall. Und es macht Spaß und man hat Freiheit! HANIX: Warum macht ihr bei Critical Mass mit? ANNA & FRANZI: Heilbronn ist dermaßen fahrradunfreundlich, dass wir hoffen, durch Critical Mass die Awareness zu erhöhen. Fahrradfahrer haben genauso Rechte wie Autofahrer. Im Straßenverkehr muss man aufeinander aufpassen. HANIX: Was muss sich in Heilbronn ändern, damit die Stadt radfreundlicher wird? ANNA & FRANZI: Man sieht, dass sich in den letzten Jahren was getan hat, beispielsweise an den neuen Radwegen. Deshalb sollten mehr Heilbronner Rad fahren. HANIX: Welche Fahrradaccessoires sind ein Muss, welche ein absolutes No-Go? ANNA & FRANZI: Jeder wie er will! Und Licht im Dunkeln! HANIX: Wann hattet ihr das letzte Mal Stress mit Autofahrern? Was war der Grund? ANNA & FRANZI: Gerade eben auf der Fahrradstraße! Da wird man angehupt, weil man mit dem Fahrrad keine 50 fährt.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD VOLKER TEICHERT ALTER: IM 78. LEBENSJAHR BERUF: INGENIEUR IM RUHESTAND BEI CRITICAL MASS SEIT: … ANFANG AN, 2013 FAHRRAD: VSF OHNE AUFKLEBER WEGEN DER REKLAME KILOMETER PRO WOCHE: UNTERSCHIEDLICH, MEISTENS 20 PRO TAG LIEBLINGSSTRECKE: HEILBRONN – STUTTGART UND ZURÜCK ÜBER BERG UND TAL, CA. 70 KM HANIX: Was ist für dich das Schönste am Fahrradfahren? VOLKER TEICHERT: Radfahren ist eine Art Selbstbefriedigung. Und man merkt, dass man etwas geleistet hat. Es fördert die Gesundheit! HANIX: Warum machst du bei Critical Mass mit? VOLKER TEICHERT: Sie ist für mich ein Vergnügen. Wir zeigen, dass wir Verkehrsteilnehmer wie alle anderen auch und zu respektieren sind. Dabei sind wir aber nicht darauf aus, die anderen Verkehrsteilnehmer zu stören. Von manchen Autofahrern bekommt man jedoch richtigen Hass zu spüren, wenn sie mit Vollgas an uns vorbeibrausen. HANIX: Was muss sich in Heilbronn ändern, damit die Stadt radfreundlicher wird? VOLKER TEICHERT: Die Banner von der Stadt, auf denen steht, dass Heilbronn fahrradfreundlich sei, nützen nichts. Ebenso die Fahrradstraßen. Der Stadt fehlen Konzepte und die Stadtverwaltung sowie die Gemeinderäte halten nichts von den Fahrradfahrern. Das sieht man besonders deutlich an der Situation am Marrahaus: Entlang der Uferpromenade dort soll eine Außengastronomie eingerichtet werden, die den eingetragenen Neckartalradweg blockieren würde. Ein Abschnitt des Weges von Stuttgart bis Heidelberg wäre also nicht normal befahrbar. So wird den Heilbronnern (und nebenbei den Touristen oder Fußgängern, die die Promenade nutzen wollen) öffentlicher Raum, der ja durch uns Bürger bezahlt wurde, durch Investoren weggenommen. Das ist der falsche Weg und darf so nicht sein. Wer uns hierbei unterstützen möchte, der kann eine Petition unter https://weact.campact.de/petitions/uferpromenadeschutzen unterzeichnen. HANIX: Welche Fahrradaccessoires sind ein Muss, welche ein absolutes No-Go? VOLKER TEICHERT: Das, was technisch notwendig ist, mehr nicht. HANIX: Wann hattest du das letzte Mal Stress mit Autofahrern? Was war der Grund? VOLKER TEICHERT: Ständig. An jeder Aus- und Einfahrt müssen wir Fahrradfahrer für die Autofahrer mitdenken. Ich kann aber auch mal sprinten und hole den Autofahrer ein, der sich dann wundert, warum ich plötzlich wieder hinter ihm auftauche. Und dann teile ich ihnen mit, was sie falsch gemacht haben. In der Regel reagieren die Leute aber sehr freundlich darauf. Soweit ich weiß, gilt in Holland das Recht des langsameren, schwächeren Verkehrsteilnehmers, was bei uns nicht so ist. Wenn das hier auch so im Bewusstsein der Autofahrer wäre, gäbe es deutlich weniger Probleme.

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rolls royce oF motorcycles Made by George Brough, Haydn Road, Nottingham Bis zum 11. okt 2015 Biker- und Fahrradträume – ein erleBnis Für die ganze Familie erleben sie im deutschen zweirad- und nsu-museum neckarsulm einen faszinierenden streifzug durch die Fahrrad- und motorradgeschichte. mit über 400 exponaten ist dies die größte historische sammlung von zweirädern in deutschland. 74172 Neckarsulm · Urbanstraße 11 · Tel. 07132/35 271 www.zweirad-museum.de · Öffnungszeiten: Di. bis So., Feiertag 9-17 Uhr, Do 9-19 Uhr

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»WIR HABEN 350 MÄNNERTRÄUME IM HAUS« Mit seit 2012 zwei komplett neu konzipierten Ausstellungsräumen will das Deutsche Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm neue Besuchergruppen gewinnen. Wir sprachen mit Museumsleiterin Natalie Scheerle-Walz über den Erfolg des neuen Konzeptes, Männerträume und den gesteigerten Testosterongehalt der Museumsbesucher beim Verlassen der Ausstellungsräumlichkeiten.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: MEMO FILIZ HANIX: Frau Scheerle-Walz, wir sind neidisch auf Ihren Dienstwagen, einen NSU Ro 80, die legendäre Limousine mit dem Wankel-Motor von 1967. Haben Sie auch ein historisches Dienst-Zweirad, mit dem Sie zur Arbeit fahren können? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Das Museum hat mehrere historische Zweiräder die noch unterwegs sind, darunter eine wunderschöne, knallrote Hirth, Baujahr 1924 und eine NSU 500 SS aus den 30ern, die regelmäßig von uns auf dem Hockenheimring gefahren wird. HANIX: Besitzen Sie denn einen Motorradführerschein? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Das darf ich jetzt eigentlich gar nicht sagen, aber ich habe keinen. (lacht) HANIX: Unglaublich, der gehört doch für die Leiterin des Deutschen Zweirad- und NSU-Museums eigentlich obligatorisch dazu! Wollen Sie denn wenigstens noch einen machen? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Ja, eigentlich gehört das dazu. Ich überlege auch regelmäßig, aber eigentlich bin ich leidenschaftliche Fahrradfahrerin. Motorisiert nur mit E- Bike. (lacht) HANIX: Das Motorrad wird dieses Jahr 130 Jahre alt, das Fahrrad, bzw. der Vorgänger, die Draisine feiert in zwei Jahren den 200. Geburtstag und das Patent für den Pedalantrieb feiert nächstes Jahr 150. Jahrestag. Sicherlich ereignisreiche Jahre für ihr Haus. Sind in diesem Jahr, 2016 und 2017 Besonderheiten aufgrund der Jubiläen geplant? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Für nächstes Jahr ist unser 60-jähriges Hausjubiläum geplant; dazu wird es eine schöne NSU-Ausstellung geben. Zu den anderen Jubiläen haben wir schon permanente Ausstellungsstücke in unserem Haus. Es gibt immer Hinweise, dass ein bestimmtes Jubiläum stattfindet, aber große Sonderausstellungen brauchen wir dazu keine. Wir versuchen aktuelle Themen immer in unsere Präsentationen aufzunehmen. HANIX: Mit zwei neu konzipierten Ausstellungsräumen will die städtische Kultureinrichtung seit drei Jahren neue Besuchergruppen gewinnen. Motorradfans kommen im Forum mit Erlebniskino, das im Erdgeschoss eingerichtet wurde, auf ihre Kosten. Vornehmlich an junge Besucher und Schüler richtet sich der neu gestaltete Fahrradraum im ersten Obergeschoss. Sind die Umgestaltung und das neue Konzept schon abgeschlossen oder wird in nächster Zeit noch Einiges passieren? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Wir haben unser NSU-Museum kürzlich saniert und in diesem Zuge manche Bereiche neu konzipiert und die Präsentation geändert. Mit dem Kinoforum haben wir jetzt einen Raum, in dem wir Gruppen empfangen oder eine Veranstaltung machen können. Der Fahrradausstellungsraum ist neu und unser Sonderausstellungsraum wird jedes Jahr komplett neu bespielt. Für dieses Jahr ist eine Optimierung der Beschilderung geplant, es passiert also immer etwas. HANIX: Ernten Sie inzwischen die Früchte in Form neu generierter Besuchergruppen, die durch die Umgestaltung und neue museumspädagogische Ansätze gesät wurden? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Ja, wir merken eine klare Veränderung. Im letzten Jahr hatten wir schon zwölf Prozent mehr Besucher. Durch die Harley- und davor die Maico- Ausstellung haben wir neue Besuchergruppen erschlossen. Als ich 2009 hier angefangen habe, dachten viele Gäste, dass sich hier nicht viel ändern würde. Inzwischen wissen die Leute aber, dass sich unser Angebot immer wieder ändert und sich mehrere Besuche lohnen. HANIX: Zu ihren Angestellten gehört auch eine Museumspädagogin NATALIE SCHEERLE-WALZ: Diese Stelle ist sehr wichtig für uns, da sie das gesamte Schulklassensegment abdeckt, aber auch Events im Haus mitplant. Mit dem Zweiradmuseum sind wir als außerschulischer Bildungsort etabliert

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TITELTHEMA: ZWEIRAD und eng mit den Schulen vernetzt, da hier auch ein Teil der Fahrradprüfung für die Schüler abgelegt werden kann. Neben der eigentlichen Fahrprüfung soll nämlich auch die Geschichte des Fahrrads präsentiert werden. Und wer ist dazu besser geeignet als wir? Unsere Pädagogin kümmert sich darum und das zeigt sich an den Zahlen. HANIX: Wie müssen die Angebote aus Ihrer Erfahrung gestrickt werden, damit auch jüngere Leute das Museum besuchen? Schließlich bietet das Museum spannende Themen, gerade für junge Menschen. NATALIE SCHEERLE-WALZ: Für ein technisches Museum ist Edutainment ein wichtiger Faktor. Deshalb haben wir jetzt einen kostenfreien Audioguide und das Kinoforum für unsere Besucher. Der Audioguide zeigt den Gästen, dass es neben den technischen Details unserer Ausstellungsstücke auch Geschichten um die Technik herum gibt. Über die Motorräder kann man viel mehr als nur die Technik erzählen. Unser Anspruch ist, das in einer modernen Präsentation deutlich zu machen, die auf die Bedürfnisse der Besucher eingeht. Wir wollen noch mehr Medien einsetzen, ohne dabei einen Overkill zu haben. Das Medium muss die Ausstellung unterstützen und die Faszination am Motorrad aufrechterhalten. Wir haben rund 350 Männerträume im Haus, die aber nicht nur für Männer, sondern auch für deren Frauen interessant sind. HANIX: Verlässt man das Haus also testosterongeschwängerter, als man es betreten hat? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Das will ich doch schwer hoffen! (lacht) HANIX: Wie viele Sonderausstellungen gibt es bei ihnen pro Jahr zu bewundern? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Wir haben eine große Sonderausstellung pro Jahr, die immer zum Start der Motorradsaison im April startet und bis Januar andauert. Parallel dazu haben wir mehrere kleinere Ausstellungen, die ein spezielles Thema abdecken. Seit diesem Jahr gibt es eine weitere kleine Ausstellungsfläche, auf der wir ganz exklusive Themen präsentieren. Momentan zeigen wir dort Modelle von Brough Superior, dem »Rolls Royce of Motorcycle«. Darauf sind wir besonders stolz, da es einmalig ist, dass acht Stück auf einmal gezeigt werden. Das gab es noch nie! HANIX: Fällt es Ihnen schwer, diese besonderen Angebote zu kommunizieren? Was wird unternommen, damit es wahrgenommen wird? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Wir haben natürlich mit einem städtischen Etat zu arbeiten, was die Werbemaßnahmen angeht. Wir werben über Printanzeigen und Pressearbeit mit Motorradzeitschriften. So erreicht man zumindest ein Fachpublikum. Auch auf regionalen Messen und Oldtimertreffen sind wir vertreten. Auf dem Hockenheimring sind wir beispielsweise immer in der klassischen Vettelbox zu finden, und wenn wir dort mit unseren Modellen fahren, ist das ein großes Spektakel. HANIX: Jetzt haben sie ebenfalls die Chance, Werbung zu machen: Welche Erlebnisangebote können die Besucher in Ihrem Museum wahrnehmen? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Wir bieten auf über 2000 Quadratmetern Deutschlands größte Zweiradsammlung. Für jeden Besucher ist etwas dabei: Sei es Design, Technik oder Geschichte. Für Kinder bieten wir eine Museumsrallye an, durch die unser Maskottchen Brumm führt. Im Kinoforum gibt es die Möglichkeit, auf Motorrädern zu sitzen und einen Film zu genießen, der erlebbar macht, was Motorradfahren bedeutet, egal, in welchem Alter man ist. Durch unsere Zweiradausstellung wollen wir außerdem zeigen, dass es eine schöne Alternative zum Auto gibt. HANIX: Im Internet ist jede Information, im besten Fall mit zugehöriger Animation, einen Mausklick entfernt. Auch den Sound der Maschinen kann man sich in Sekundenschnelle anhören. Machen es die Neuen Medien dem Haus schwer, junge Besucher zu ziehen? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Natürlich erwarten die Besucher heutzutage bestimmte Dinge. Ich denke, die erfüllen

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wir mit den uns gegebenen Möglichkeiten. Das Gefühl auf einem Motorrad zu sitzen und dabei den Sound zu hören, kann man hier erleben. Außerdem sieht man an einem Motorrad noch die Technik im Vergleich zu einem Auto. Wenn ich dort die Motorhaube öffne, sehe ich nur einen Block, an den ein Laptop angeschlossen wird. An unseren Motorrädern kann man noch den Erfindergeist sehen. HANIX: Werden bei Ihnen auch Spielfilme, beispielsweise Easy Rider, gezeigt? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Ja, das hatten wir auch schon, genauso wie Theaternächte, die sogenannten »Mords-Museums-Nächte«, die wir bald wieder aufleben lassen wollen. Wir versuchen immer, Crossover-Veranstaltungen zu machen, um Menschen, die nicht motorradaffin sind, zu begeistern. Unser Museum zeigt die technischen Wurzeln Neckarsulms und die Entwicklung der Region. HANIX: Zumindest das Fahrrad ist zum trendigen und hochpreisigen Lifestyle-Accessoire geworden, es gehört zum guten umweltbewussten und urbanen Ton. Jeder urbane Mensch, der etwas auf sich hält, besitzt ein stylisches Velo. Sei es ein Fixie, ein geländefähiges Downhill-Bike, ein Bullit, um Größeres und Sperriges transportieren zu können, oder ein modernes E-Bike. Spüren Sie ein Interesse bei den Leuten, die sich gerade für viel Geld ein Trendrad ohne Gangschaltung und Bremse zugelegt haben? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Bisher leider noch nicht. Ich denke aber, dass sich das noch entwickeln wird. Gerade weil der urbane Mensch durchaus designaffin ist, was ein großes Thema bei uns ist. Zusätzlich sind wir eine Fahrradservicestation des Neckarradwegs, der im Sommer von vielen Touristen befahren wird, die wir als Besucher gewinnen möchten. HANIX: Gerade im Zusammenhang mit Umweltbewusstsein und Verkehrspolitik rückt das Fahrradfahren immer mehr in den Vordergrund. Macht es aus Ihrer Sicht Sinn, sich auch in dieser Richtung – beispielsweise der Fahrradprotestform Critical Mass, die für Rechte der Radler im Straßenverkehr eintritt – vermehrt zu präsentieren? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Ein interessanter Ansatz, der sicherlich eine Überlegung wert ist. Danke für den Hinweis! Dieses Jahr werden wir uns beispielsweise auf der großen Veranstaltung beim Landestag zur Verkehrssicherheit der Polizei in Heilbronn präsentieren. HANIX: Haben Sie Ihr »fliegendes Haus« noch, durch das Sie temporäre Museumsfilialen in anderen Städten eröffnen können? Und erklären Sie doch kurz, worum es sich bei diesem Konzept handelt. NATALIE SCHEERLE-WALZ: Unser »fliegendes Haus« wurde bisher zweimal eingesetzt. Es wurde von einem Designer, Peter Keilbach, entworfen und bietet Platz für verschiedene Motorräder. Es ist das kleinste Motorradmuseum der Welt. Wir würden es natürlich gerne öfter einsetzen, aber die Finanzen machen uns leider einen Strich durch die Rechnung. Durch die BUGA erhoffen wir uns aber mehr Aufmerksamkeit für das Projekt. HANIX: Zum Abschluss noch die Frage nach Ihren Traumexponaten, die Sie gerne hier im Haus ausstellen würden: Gehört das Rennrad des Dopers Lance Armstong dazu? NATALIE SCHEERLE-WALZ: Das wäre sicher schön, allerdings würde ich wohl doch eher ein Motorrad nehmen. Vielleicht das von Arnold Schwarzenegger aus Terminator? (lacht) Auf jeden Fall muss es eine Geschichte erzählen.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD »SIMSON SCHWALBE & CO.« DIE KULTMOTORROLLER AUS DER DDR Ostalgie im Kraichgau: Bis zum 10. Januar 2016 zeigt das Auto- & Technik- Museum Sinsheim eine Sonderausstellung zu den Kult-Motorrädern des DDR-Zweiradherstellers Simson. Wir haben das Museum besucht. TEXT: FRIEDEMANN ORTHS FOTOS: AUTO- & TECHNIKMUSEUM Sobald man Halle 2 des Auto- & Technik-Museums betritt, springt einem sofort ein großer Holzkäfig ins Auge, daran angebracht ein rotes Warnschild: »Erster ›Simson-Vogel‹ Bitte nicht füttern!« Vögel in einem Technik-Museum? Ganz richtig, denn im Käfig steht das erste Modell der sogenannten Vogelreihe aus dem Hause des Motorradherstellers Simson, die Schwalbe. Seit Januar diesen Jahres läuft die Sonderausstellung »SIMSON Schwalbe & Co. – von AWO bis zur SIMSON 125« in Sinsheim. Über 50 originale und originelle Umbauten des kultigen Rollers wurden hierfür mit Unterstützung des Fahrzeugmuseums Suhl und der MZA GmbH in den Kraichgau verfrachtet, um sie den Besuchern des Auto- & Technik-Museums zu präsentieren. Die Firma Simson wurde im Jahre 1856 von den gleichnamigen Brüdern Löb und Moses im thüringischen Suhl gegründet und spezialisierte sich auf die Herstellung von Waffen. Ab 1896 wurden jedoch auch Fahrräder ins Sortiment des Unternehmens aufgenommen und schnell entwickelte sich der Betrieb zu einem der größten Fahrradhersteller Deutschlands. 1911 wurde der erste Kleinwagen Simson A produziert, der sich aufgrund seiner geringen Motorleistung jedoch schlecht verkaufte. Auf diesen Erfahrungen aufbauend wurde nach dem Ersten Weltkrieg die Serienproduktion von Luxuswägen gestartet; darunter auch der Simson Supra, der Erfolge im Rennsport nachweisen konnte. 1935 wurden die Besitzer des Unternehmens von den Nazis enteignet, während des Kriegs produzierte die Firma weiterhin Waffen. Nach Kriegsende wurde das Werk größtenteils demontiert und seine Maschinen gingen als Reparationen an die Sowjetunion. Auch die meisten Produktionsgüter (Kinderwägen, Fahrräder und Jagdwaffen) wurden an die UDSSR geliefert. 1947 wurde der Betrieb in die sowjetische Aktiengesellschaft AWO eingegliedert und erhielt kurz darauf den Befehl, ein 250-cm�-Moped, die spätere AWO 425, zu bauen. Von 1950 bis 1961 liefen bereits 210 000 Stück vom Band, weshalb die Fahrradproduktion eingestellt

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TITELTHEMA: ZWEIRAD wurde. Im Jahre 1964 schließlich begann der Siegeszug der Simson-Vogelreihe mit den Modellen Schwalbe, Spatz, Star, Sperber und Habicht. Die Schwalbe bot 3,4 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h dank ihres neuentwickelten und selbstproduzierten 50m3-Zweitaktmotors. Auch Platz für zwei Personen war auf dem robusten Vogel. Bis 1986 liefen sage und schreibe fünf Millionen Modelle vom Band, von denen heute noch circa 500 000 auf den Straßen unterwegs sind. Zur Wende schrumpfte die Nachfrage nach den Zweirädern schlagartig, da PKW nun leichter zu bekommen waren. Dies führte zum Niedergang des Unternehmens, dessen Rest- und Lagerbestände 2003 schließlich von der Meyer Zweiradtechnik Ahnatal GmbH (MZA) aufgekauft wurden. Dennoch erfreuen sich die Motorräder auch heute noch einer großen Beliebtheit unter Szenekennern. Die Mopeds haben eine Fangemeinde, die die Vögel restauriert, umbaut und instand hält. In der Ausstellung sind einige Highlights dieser Umbauten und Spezialanfertigungen zu finden: ein handgefertigter Prototyp namens »Supra«, die Einzelanfertigung »ADSC« (Alternativer Deutscher Schwalben-Club, eine Persiflage auf den ADAC) oder ein Simson Mini-Bike für Kinder ab 10 Jahren (für den Mini-Bike-Sport). Ersatzteile sind leicht zu bekommen, die Zweiräder sind robust und zuverlässig. Und wer Schwalbe fährt, hat einen weiteren Vorteil: Aufgrund des Einigungsvertrags bei der Wiedervereinigung werden Simson-Roller als Mopeds eingestuft und dürfen 60 km/h anstatt der sonst erlaubten 45 km/h fahren. Somit benötigt man nur einen Führerschein der Klasse AM (also keinen Motorradführerschein) und ein Versicherungskennzeichen, um mit der »Vespa des Ostens« durch die Gegend zu düsen. Für Fans der DDR-Kultmotorräder und Interessierte hat das Auto- & Technik-Museum Sinsheim jeden Tag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Zu weiteren Highlights der Ausstellung gehören einige imposante Umbauten, darunter eine Harley-Davidson-Schwalbe, ein Jägermeister-Modell und zahlreiche Simson-Spezialanfertigungen aus dem Rennsport. Die Sonderausstellung »SIMSON Schwalbe & Co. – von AWO bis zur SIMSON 125« ist Teil der gesamten Museumsausstellung und noch bis zum 10. Januar nächsten Jahres für 14 € zu sehen. Als besonderes Schmankerl findet für Fans alter DDR-Marken im Rahmen der Ausstellung am 13. Juni ein »Ostalgie«-Treffen unter dem Motto »Trabbi, Lada, Simson & Co.« statt.

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u l l a k ü h n l e f r e i r a u m p h o t o s p o r t r a i t f r e i r a u m p h o t o s m o d e r e p o r t a g e p r o d u k t s c h a u e n s i e e i n f a c h m a l v o r b e i … h i s t o r i s c h e n f l e i s c h h a u s k r a m s t r a ß e 1 7 4 0 7 2 h e i l b r o n n 2 . s t o c k w w w . f r e i r a u m - p h o t o s . d e 0 7 1 3 1 6 1 8 9 1 1 3 - 0

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LIKE IT – BIKE IT: JUGENDLICHE SEHEN FAHRRAD ALS TOR ZUR FREIHEIT Die Kampagne »Like it – Bike it« motiviert Jugendliche durch einen Filmwettbewerb, ein neues, positives Fahrradimage zu schaffen. Mit bewegten Bildern und den Kommunikationsmöglichkeiten des Web 2.0 gestalten Jugendliche ihre eigene Werbekampagne für das Radfahren. Bei »Like it – Bike it« drehen sie selbst Filme, die ihren eigenen Blick auf das Rad zeigen, veröffentlichen diese über YouTube und nehmen so am Wettbewerb teil. Über Online-Communities streuen sie ihre Filme unter Bekannten und Freunden, um Stimmen (Klicks) zu akquirieren. Darüber gewinnen sie nicht nur neue Teilnehmer für den Wettbewerb, sondern promoten vor allem das positive Image des Rads.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD TEXT: MAREIKE SCHIFFELS FOTOS: PR Kinder und Jugendliche sind nicht nur die Verkehrsteilnehmer von heute, sie sind vor allem die von morgen und damit potenzielle Gestalter einer nachhaltigen Mobilität. Die Erhöhung des Radverkehrsanteils am gesamten Verkehrsaufkommen ist mittel- und langfristig nur mit ihnen möglich. Die Potenziale der Fahrradnutzung der Kinder und Jugendlichen sind jedoch bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Nur etwa jeder fünfte Weg wird mit dem Rad bestritten, das Eltern-Taxi steht nach wie vor hoch im Kurs. Um den Radverkehrsanteil in Deutschland zu steigern, müssen Kinder und Jugendliche über eine innovative, zielgruppengerechte Mobilitätserziehung für eine nachhaltige Mobilität gewonnen werden und in den Fokus von Fahrradimagekampagnen rücken. Denn neben der lokalen Infrastruktur und dem rationalen Wissen über die Vorteile des Radfahrens entscheidet bei dieser Zielgruppe insbesondere das Image des Fahrrades darüber, ob es als Alltagsverkehrsmittel akzeptiert und genutzt wird. Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich: Am 20. März 2015 kamen die Gewinnerinnen und Gewinner des Kurzfilmwettbewerbs »Like it – Bike it« nach Berlin, um ihre Preise entgegenzunehmen. Von Mai bis November 2014 konnten Jugendliche ihre Filme rund ums Thema »Radfahren – Die große Freiheit« einreichen. »Die jungen Filmemacher haben das Thema Freiheit ganz unterschiedlich interpretiert, aber immer kreativ und anspruchsvoll«, sagt 5-Freunde-Regisseur Mike Marzuk, der in der Jury saß. So nimmt der Gewinnerfilm in der Gruppe der 15- bis 18-Jährigen »Bin ich auf dem richtigen Weg?« das Thema »Abitur – und was dann?« auf, dass diese Altersgruppe umtreibt. Die Gewinnerfilme »No limits« und »Endlich frei«, die in der Gruppe der 11- bis 14-Jährigen überzeugten, zeigen, wie einfach und umfassend Jugendliche mit dem Rad in der Stadt mobil sein können. »Der Filmwettbewerb soll Jugendliche dazu bringen, sich mit dem Fahrrad als nachhaltiges Alltagsverkehrsmittel auseinanderzusetzen und ihre Altersgenossen per Video auf YouTube und in anderen Social Media-Kanälen mit ihrer Begeisterung anzustecken«, erklärt die Projektleiterin Michaela Mohrhardt von der Agentur tippingpoints, die den Wettbewerb mit Förderung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur entwickelt und umgesetzt hat. Der Kurzfilmwettbewerb wurde 2014 bereits zum zweiten Mal mit großem Erfolg durchgeführt. »Wir haben über die Verbreitung des Wettbewerbs, aber vor allem über die Verbreitung der Filme im Internet, eine ganz neue Zielgruppe erreicht und ihr Interesse für das Thema Fahrradfahren geweckt«, sagt Michael Adler, Geschäftsführer von tippingpoints. DIE GEWINNER-FILME: IN DER ALTERSGRUPPE 11 – 14 JAHRE: 1. PLATZ: NO LIMITS / 2. PLATZ: ENDLICH FREI / 3. PLATZ: ZEIT IST GELD / GRUPPENPREIS: TOTAL FREEDOM IN DER ALTERSGRUPPE 15 – 18 JAHRE: 1. PLATZ: BIN ICH AUF DEM RICHTIGEN WEG / 2. PLATZ: MACH MAL ’NEN AUSFLUG / 3. PLATZ: DER TRAUM VON FREI- HEIT / GRUPPENPREIS: REMEMBER ME

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TITELTHEMA: ZWEIRAD »WIR STEHEN STUNDENLANG AUF EINEM FLECK« Alexander Bürck (51) und Margit Fröhlich (42) vom komunalen Ordnungsdienst sind bei milden Temperaturen mit ihren Dienstsegways auf Streife. Für uns haben die beiden Heilbronner Ordnungskräfte die Zweiräder auch bei niedrigen Temperaturen aus dem Winterquartier geholt und sind damit eine Runde durch die Stadt gefahren. INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KÜHNLE HANIX: Im privaten Bereich haben sich Segways nicht durchgesetzt und sind eher Ladenhüter. Aber im öffentlichen Dienst gehören sie inzwischen zum guten Ton jeder Komune. Seit wann sind Sie hier in Heilbronn mit dem akkubetriebenen Gefährt auf Streife? ALEXANDER BÜRCK: Seit wir als komunaler Ordnungsdienst unterwegs sind – vorher war es der Vollzugsdienst – gehören die Segways zu unserer Ausrüstung dazu. Also seit Sommer 2012. HANIX: Für Menschen, die noch nie auf einem Segway standen, sieht es etwas wackelig aus. Sicher haben Sie zumindest eine Einweisung bekommen. Oder mussten Sie sogar eine Führerscheinprüfung ablegen, um Segways im öffentlichen Raum fahren zu dürfen? ALEXANDER BÜRCK: Es gab eine Schulung bei der Firma TED in Ellhofen. Die ging über einen halben Tag und zog einen Führerschein nach sich. MARGIT FRÖHLICH: Es gab mehr oder weniger eine umfangreiche Einweisung, damit man das neue Gefährt kennenlernt und versteht, wie es funktioniert. HANIX: Und nach wenigen Stunden Fahrtraining darf man schon auf die Menschheit los? ALEXANDER BÜRCK: Segway zu fahren ist nicht so schwer, wenn man über ein wenig Körpergefühl verfügt. Nach der Einweisung und Schulung ist man schon einigermaßen sicher unterwegs. Klar ist jeder von uns beim nachträglichen Üben auch mal vom Segway gefallen, beispielsweise bei den ersten Versuchen Bordsteine hoch und runter zu fahren. Es ist aber nie etwas schlimmes passiert, verletzt hat sich niemand von uns. Dennoch gilt: Übermut tut selten gut. HANIX: Der Besitzer des Unternehmens, das Segways produziert ist offenbar beim Segwayfahren tödlich verunglückt. Ganz ungefährlich ist es also nicht. ALEXANDER BÜRCK: Ich habe gehört, dass er nicht beim Segwayfahren tödlich verunglückt ist. Es soll eine Mär sein, eine Zeitungsente. HANIX: Welche Vorteile gibt es auf Segway-Streife? MARGIT FRÖHLICH: Man ist flexibler, mobiler und man hat einen besseren Überblick durch die erhöhte Position auf dem Segway. Wir können auch ein größeres Gebiet abfahren, als es zu Fuß möglich wäre. Man ist einfach schneller. HANIX: Wie waren die Reaktionen der Heilbronner Bürger auf ihre »Streifzüge« auf Segways? ALEXANDER BÜRCK: Nach meinem subjektiven Empfinden ist die Zahl der Befürworter größer. HANIX: Welche Nachteile hat ein Segway? ALEXANDER BÜRCK: Es ist sehr ermüdend, man steht die ganze Zeit, also mehrere Stunden, auf einem Fleck.

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TITELTHEMA: ZWEIRAD JOSHIS MEINUNG ZUM THEMA ZWEIRAD Zweiräder können Fahrräder, Motorräder oder Mopeds sein, doch sie haben alle, wie der Name schon sagt, ZWEI Räder. Naja, außer man hat Stützräder dran, dann hat man… ach ja, genau ein VIERRAD. Wenn man ein Dreirad hat, dann ist man raus, dann ist es kein Zweirad, außer man verliert ein Rad, dann sind es nur noch zwei und man ist wieder drin im Thema. Ich hab auch ein Zweirad, nämlich ein Fahrrad. Natürlich kein Motorrad oder Moped, falls ihr das jetzt gedacht habt, ich bin doch noch nicht erwachsen! Mit meinem Fahrrad radel ich jeden Morgen zur Schule und nachmittags wieder zurück. Es ist ein bisschen alt, deshalb denkt man leider die ganze Zeit, es fällt gleich auseinander. Das klappert nämlich ganz doll. Aber immerhin: Es fährt. Der Schulweg ist auch nicht grade der beste, also zumindest mal der Rückweg. Auf dem Hinweg fahre ich den nervigen Teil nur runter, das geht ja noch, und danach geht es ziemlich steil bergauf, aber auf dem Rückweg muss ich den nervigen Teil halt HOCH. Da geht es auch steil bergauf und zusätzlich sind noch Stufen drin. Total bescheuert und anstregend. Das ist ein neuer Schulweg, weil ich grad ganz freiwillig die Schule gewechselt habe. Jetzt bin ich auf der Fritz-Ulrich-Schule, eine ganz, ganz tolle Schule, die ich weiterempfehlen würde, nein, sogar WILL. Dafüre nehme ich sogar den blöden Schulweg in Kauf. Es gibt da einige Unterschiede zwischen Fahrrad und Motorrad, das Gewicht und der Preis zum Beispiel und ab wann man damit fahren darf. Das Fahrrad wird von der ganz eigenen Kraft angetrieben, das Motorrad durch einen Motor. Daher wohl auch der Name. Das bedeutet also, Fahrrad fahren ist anstrengender, aber auch gesünder. Es gibt natürlich noch viel mehr Unterschiede. Überlegt aber auch mal selber, was es noch für Zweiräder gibt, ihr habt ja bestimmt auch selber eins. Vielleicht was ganz besonderes, was sonst keiner hat? Ich kenn noch ein Zweirad, an das ihr jetzt nicht denkt, oder etwa doch? Im alten Rom gab es auch Zweiräder, die streitigsten aller Wagen, nämlich den Streitwagen! Der hat zwar auch nur zwei Räder, wird aber von Pferden fortbewegt. Deshalb zählt das aus meiner Sicht nicht so zu den Rädern, sondern zu den Beinen – natürlich nur, wenn die Pferde auch Beine haben. Aber das ist Quatsch, ohne Beine geht ein Pferd ja gar nicht. Und mir fällt neben dem Fahrrad noch das Rennrad ein, das Mountainbike, Riesenrad, dann alte und neue Fahrräder, Spaß-Fahrräder mit verschiedenen Rädern oder so eckigen Reifen, die dann so eierig fahren. Kennt ihr das aus dem Freizeitpark? Fahrt ihr oft Fahrrad? Oder nur wenn das Wetter schön ist? Schaut mal raus und wenn die Sonne scheint, schwingt euch aufs Rad! Viel Spaß dabei. Bis zum nächsten Mal im HANIX-Magazin, euer Joshi!

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Spenden Sie für kranke Kinder in der Region! Familienhilfe zuhause Erfüllung von Träumen Besuchsdienst und Vorlesepaten www.grosse-hilfe.de Patienten- und Familienbegleitung Kunst-, Musik- und Reittherapie Finanzielle Hilfe Verbindung zur Schule Einfühlsame Freude Betreuung von Geschwistern LeuchtturmKinderonkologie Kindgerechte Krebsbehandlung Gestaltung: www.hettenbach.de Spendenkonten: Kreissparkasse Heilbronn IBAN: DE 84 6205 0000 0000 0074 43 BIC: HEISDE66XXX Volksbank Heilbronn IBAN: DE13 6209 0100 0390 3900 03 BIC: GENODES1VHN

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VENEDIG – WIE EIN STÜCK ZUCKER IM TEE FOTOS: SANDRA CHMIELOWSKI »Ja, Venedig schmilzt wie ein Stück Zucker im Tee. Vielleicht wird es deshalb so oft fotografiert, weil wir seine Schönheit festhalten wollen. Als ließe sich Schönheit wirklich festhalten… und doch rühren uns Photos von dieser Stadt mehr an als Bilder anderer Städte. Da ist so viel Himmel, so viel Wasser, da sind die Silhouetten der Brücken, da verschwimmen die Vorstellungen, die wir von einer Stadt haben, und ein Traum nimmt Formen an, ein Traum, in dem wir uns verlieren. Das Leben spielt sich auf Plätzen, Brücken, Gassen ab, aber was hinter den Fassaden der palazzi passiert, können wir nur ahnen. Wir gehören nicht dazu. Wir sind Besucher. Wir dürfen die Schönheit anschauen und müssen wieder abreisen und haben August von Platens Verse im Herzen: ›Wer die Schönheit angeschaut mit Augen, ist dem Tode schon anheimgegeben.‹ (Elke Heidenreich) Unsere Fotografin Sandra Chmielowski ist ebenfalls dem Reiz Venedigs erlegen.

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SIE BIETEN DEN AUSBILDUNGSPLATZ? WIR DEN AZUBI-FILM! Interesse? azubifilm@formatfilm.tv Ihre Ausbildungsplätze werden von uns in einem Film dargestellt und Ihre Botschaften so direkt den Azubis von Morgen präsentiert. Nach dem Erscheinen im Magazin, gehen die Nutzungsrechte zur Zweitverwertung (facebook, Messe-Display etc.) an Sie über. Mehr Infos unter www.formatfilm.tv

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EIN BRIEF VON BÖRNIE BRENNER GELESEN VON: MARIA SANDERS TON: PHILIPP SEITZ LIEBE HEIMAT der Mensch liebt Klischees. Sie werden oft gelebt und weitergetragen. Diese Erfahrung habe ich tatsächlich gemacht. Und es war toll. Die Menschen in der Türkei heiraten und verloben sich gerne auf kitschige Weise, sie sind dauerhafte Schwarztee- Trinker und packen ihre Koffer immer viel zu voll, sodass sie sie mit zusätzlichen Schnüren vor einer Explosion schützen müssen. Ich habe mich in einem Land voller Klischees wiedergefunden, mitten in der Türkei, in einer Stadt namens Kayseri. Noch nie gehört? So ging’s mir auch. Kayseri liegt mitten in Anatolien am Fuße eines erloschenen Vulkans, dem knapp 4 000 Meter hohen Erciyes Dağı. Heute leben rund 700 000 Menschen dort. Doch wie hat es mich aus unserer schönen Heimat dort hin verschlagen? Durch die Verlobungsfeier von der Schwester meiner Freundin Meryem. Aber noch einmal zurück zum Anfang. Ich war ja noch

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BRIEF AN DIE HEIMAT: BÖRNIE BRENNER, TÜRKEI nicht in Kayseri angekommen. Wir starteten zu viert in Stuttgart. Nach einem Zwischenstopp in Ismir, kamen wir in Kayseri an. Dort begrüßten uns 30 Menschen mit Küsschen links und rechts. Von Kontaktscheue keine Spur. Ich fand’s super! Und als ich Meryem fragte, wer eigentlich all die Menschen wären, grinste sie nur und flüsterte: »Ich habe keine Ahnung.« Vom Flughafen aus, waren wir bei Meryems Tante angekommen. Wieder warteten dort Menschen auf uns. Und wieder begrüßten sie uns ausgesprochen herzlich, als würden wir uns schon seit Jahren kennen. Bei einer Verlobungsfeier kommen immer viele Menschen zusammen. Nicht nur die Familienmitglieder des zukünftigen Brautpaares, sondern auch die Familie der Familie und deren Freunde und Verwandte und Bekannte. Mit Schwarztee und Baklava in der Hand und vielen neuen türkischen Wörtern im Ohr ging der Abend zu Ende. Wir schliefen im Wohnzimmer. Mich beeindruckte, dass scheinbar jede türkische Wohnung perfekt auf Besuch ausgerichtet war. Ihr Lieben in der Heimat glaubt mir: So viel bunte Bettwäsche auf einmal habt ihr noch nie gesehen. Die Sofas wurden zu Schlaflagern umgebaut. Die erste Nacht waren wir zu viert, dann kamen immer mehr Zimmergenossen dazu. Wobei die Frauen immer unter sich blieben. Der Ausblick am nächsten Morgen aus dem Fenster war wunderschön mit direktem Blick auf den Vulkan. Es folgte ein ausgiebiges Frühstück mit Schwarztee und Honig. Der Honig ist eine Spezialität aus der Region und enthält noch die Bienenwaben, die sich nach dem Essen gerne in den hinteren Backenzähnen verstecken. Aber, sehr lecker! Ich fand es toll, wie die ganze Familie zusammenhält und sich gegenseitig hilft. Sogar Meryems Uroma wohnt in der Wohnung und wird mit versorgt. Die Altersspanne der Bewohner war daher, mit zweieinhalb bis 94 Jahren, ganz schön hoch. Das ist ein Mehrgenerationenhaushalt par excellence, würde ich sagen. Nach dem Frühstück ging es in die Stadt. Denn es war unsere Aufgabe ein Kleid für die zukünftige Braut, passend zum bevorstehenden Hennaabend, zu finden. Wir waren auf dem Bazar mitten in der Stadt. Kleider so weit das Auge reicht. Wir suchten ein sogenanntes »Bindalli«. Ein Kleid, das ausschließlich während dieser Zeremonie getragen wird. Bei dieser riesigen Auswahl fanden wir schnell eines. Pompös, rosa mit viel Spitze und Tüll, war es ein Traum aus tausendundeiner Nacht.

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BRIEF AN DIE HEIMAT: BÖRNIE BRENNER, TÜRKEI Tanzsaal begleitet. Das Paar eröffnete tanzend das Fest im Regen eines Sprühfeuers. Auch danach wurde viel getanzt, während das Brautpaar in einem Zelt die Glückwünsche zur bevorstehenden Hochzeit empfing. Der Tag ging mit jeder Menge romantischem Kitsch und Schwarztee zu Ende. Am dritten Tag marschierten wir noch auf den erloschenen Vulkan, um dort zu boarden. Eine Moschee im Schnee direkt auf dem Gipfel mit einer angrenzenden, perfekt präparierten Abfahrt – sowas sieht man wirklich nicht alle Tage. Dann ging es ans Kofferpacken. Am nächsten Morgen reisten wir nämlich ab. Und ich war erstaunt, was viele Menschen auf einem Koffer so alles erreichen konnten. Unsere letzte Nacht verbrachten wir zu acht im Wohnzimmer. Mein Resümee für diese Reise? Ich hab‘ mich in diese Kultur verliebt. Das familiäre und liebevolle Miteinander, der türkische Honig zwischen meinem Zähnen und der leckere Schwarztee zu jeder Tages- und Nachtzeit, gefallen mir. Am meisten aber die vorurteilsfreie und offene Art dieser Menschen dort. Es war eine Bereicherung, die neue Kultur zu erleben. Jeder, der von euch die Chance dazu hat, sollte sie kennenlernen und in vollen Zügen genießen. Die Türkei ist ein wunderbares Land. Alles Liebe, deine Börnie Bevor wir abends auf die Verlobungsfeier gingen, haben wir einem türkischen Friseursalon noch einen Besuch abgestattet. Ich glaube, sie mögen Haarspray ganz arg. Die Friseurinnen haben unsere Haare so stark mit dem Spray fixiert – man hätten später meinen können, dass unsere Frisuren aus Zement seien. An der Verlobungsfeier trug die Braut aber ein Kopftuch, das traditionell vernäht war. 300 Gäste warteten bereits auf das Brautpaar, als wir bei der Verlobungsfeier ankamen. Es war aufregend. Braut und Bräutigam wurden von Fackelläufern und romantischer Musik über einen roten Teppich hinweg in einen großen

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LESERBRIEFE Liebe Redaktion, vielen Dank, dass ihr den »Ganz kurz noch«-Podcast vorgestellt habt. Eine richtig coole Sache, werde den beiden Scherzkeksen sicher öfter zuhören. Ansonsten wie immer eine tolle Ausgabe! Viele Grüße, Steffen Heimel, Heilbronn Servus HANIX! Dass es mit der Förderung der freien Kulturszene in Heilbronn nicht allzu gut aussieht, war mir ja schon bekannt. Deshalb danke für das interessante Interview mit der Kulturbürgermeisterin und die Fragen, die ihr zu den Problemen gestellt habt. Vielleicht tut sich ja mal was! Hoffnungsvoll, Mareike Dobner Hey Ho! Mit Gärtnern hab ich zwar nix am Hut, trotzdem war das Titelthema gut zu lesen. Urban Gardening werde ich in naher Zukunft vermutlich auch nicht betreiben, aber zumindest die Schrebergärten haben mir ja schonmal ein paar Ideen für meinen noch weit entfernten Ruhestand gegeben. Muss ich wohl doch nicht den ganzen Tag Pfand sammeln! Unbekannt An HANIX: Wieder mal eine echt tolle Vaterkolumne. Bin nun auch seit ein paar Jährchen mit Kind und erkenne so manche Problematiken wieder. Vater zu sein ist einfach das Beste, was es gibt! Macht weiter so: Volker Reh, Leingarten Liebe HANIX-Redaktion, ihr macht einfach ein klasse Magazin. Sicher ist nicht jeden Monat was für mich dabei, aber zumindest einmal blättere ich mich durch euer Heft. Keep the good quality up! Cheers, Leonie Jung, Heilbronn

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IMPRESSUM Verlag und Redaktion HANIX MEDIA Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Wilhelmstraße 56 74074 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Telefon: +49 7131 1216500 Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Cherilyn Hehl, Lena Weilbacher, Annette Geisler (Stadtarchiv Heilbronn), Ashley Aames, Joshua Endresz, Nicolai Köppel, Friedemann Orths, Börnie Brenner, Steven Zuleger, Dominik Brell, Maria Sanders, Mareike Schiffels Fotografen Meli Dikta, Sandra Chmielowski, Ulla Kühnle, Memo Filiz, Marie Munkelberg, Martin Kollar Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Florian Geiger, Kathrin Leisterer Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales Maike Endresz (verantw.) maike.endresz @ HANIX-magazin.de Marcel Kantimm marcel.kantimm @ HANIX-magazin.de Robert Mucha robert.mucha @ HANIX-magazin.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.HANIX-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Das Motorrad, auf dem diese beiden jungen Männer sitzen, ist eine Zündapp DB 200. Die soliden, zuverlässigen Zweiräder der Nürnberger Firma gab es in Heilbronn seit 1949 bei Werner Kritter – zunächst in einem kleinen Laden Ecke Mannheimer- und Paulinenstraße. Im Nachkriegsdeutschland boomten Moped und Motorrad – sie standen für finanzierbare Mobilität und das Gefühl von wiedergewonnener Freiheit. Und so konnte 1954 in der Paulinenstraße 3 das Motorradhaus Kritter eröffnet werden (ab 1960 in der Neckarsulmer Straße 91). Werner Kritter machte sich auch als Motorrad-Rennfahrer einen Namen – auf Zündapp- Maschinen natürlich und mit Ehefrau Zita als Beifahrerin. 1955, 1956 und 1958 wurde er Deutscher Geländemeister der schweren Gespannklasse. Zumindest der junge Mann auf unserem Foto rechts benötigte das Motorrad auch aus beruflichen Gründen: Es ist der Journalist Curt Albert Müller, der seit 1947 zur jungen Garde der »rasenden Lokalreporter« gehörte, die für die noch junge Lokalzeitung Heilbronner Stimme arbeiteten. 1952 übernahm der damals 27-jährige Müller das Heilbronner Büro der Stuttgarter Zeitung. Fortan begleitete und kommentierte er kritisch und hintergründig den Wiederaufbau Heilbronns und den Weg hin zur Großstadt. Angst, anzuecken – das hatte »der Meister der spitzen Feder« nicht, wie Uwe Jacobi einmal über den Journalisten-Kollegen schrieb. C. A. Müller starb schon 1975 im Alter von 51 Jahren. Ein Teil seines Nachlasses liegt im Stadtarchiv Heilbronn, das wieder Text und Bild für diesen Historischen Schuss lieferte.

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Rasender Reporter, 1950

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VERANSTALTUNGEN APRIL 2. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN OUT OF THE DARK Musikrichtung: Gothic, Dark Wave, EBM, Industrial, Dark Electro, Mittelalter, 80ies, Batcave, Electronics, Neofolk und Minimal. 2. APRIL KARLSTORBAHNHOF, HEIDELBERG NNEKA Nneka, geboren als Tochter nigerianisch-deutscher Eltern in Warri im Niger-Delta und die letzten Jahre in Hamburg lebend, tourte bereits mit Patrice, Seeed und Sean Paul noch bevor 2005 ihr Debütalbum »Victim of Truth« erschien. Mit inhaltlich scharfem Blick schaut Nneka auf ihre Heimat Nigeria und verarbeitet in ihren Songtexten die dort oft verdrängten sozialen Missstände. 2., 4., 6., 10., 11., 15., 16., 22. & 26. APRIL THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS DIE NERVENSÄGE Alles ist perfekt vorbereitet. Ralph, ein Auftragskiller, hat ein Hotelzimmer direkt gegenüber dem Justizpalast gemietet. Hier legt er sich auf die Lauer, um den Kronzeugen eines brisanten Prozesses zu erschießen, der, wenn er auspackte, eine Menge Leute auffliegen lassen würde. Gerade als er die Waffe zusammenschrauben will, dringen merkwürdige Geräusche durch die Verbindungstür zum Nebenzimmer. Darin hat sich Pignon, ein Fotograf, einquartiert – mit dem festen Entschluss sich umzubringen. Seine Frau Louise ist mit ihrem Psychiater durchgebrannt und will nichts mehr von ihm wissen. Also knüpft Pignon ein Seil um das Wasserrohr im Bad – das aber unter seinem Gewicht zusammenbricht. Fast bewusstlos stürzt der Lebensmüde dem Killer vor die Füße, als der nachschauen will, was da so poltert. Völlig entsetzt über die Geschehnisse will der herbeigeeilte Hotelboy die Polizei rufen. Doch das kann Ralph gar nicht gebrauchen, denn jeden Moment kann der Kronzeuge in den Justizpalast geführt werden. Das ist seine einzige Chance, ihn zu erwischen. Also überzeugt er den Hotelboy, dass keine Polizei gebraucht wird, weil er sich um den Unglücksraben Pignon kümmern wird. Allerdings ahnt er nicht, was er sich damit einbrockt. Der trottelige Pignon ist nämlich eine fürchterliche Nervensäge. Mit seinen unaufhörlichen Quengeleien gefährdet er nicht nur Ralphs Auftrag, sondern treibt den eiskalten Killer langsam aber sicher in den Wahnsinn. Unterdessen rückt die Ankunft des Kronzeugen immer näher. 1970 fand in Paris die Uraufführung von Francis Vebers Komödie, damals noch unter dem Titel »Der Kontrakt«, statt. Das Stück wurde ein Welterfolg. Die deutschsprachige Erstaufführung fand 1971 in der Komödie am Kurfürstendamm statt und wurde seither von vielen Bühnen in Deutschland nachgespielt. Die Verfilmung mit Lino Ventura und Jacques Brel füllte weltweit ebenso die Kinokassen wie das einige Jahre später gedrehte Remake, in dem Walter Matthau und Jack Lemmon die Hauptrollen spielten. Francis Veber hat 2005 seine Komödie vollständig überarbeitet. Diese Neufassung lief unter dem Titel »L’emmerdeur« (»Die Nervensäge«) fast anderthalb Jahre mit Riesenerfolg im Pariser Théâtre de la Porte St. Martin. Dieter Hallervorden übersetzte die Neufassung ins Deutsche. 2. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN KOMM MAL TANZEN Vor zehn Jahren beschloss Carmen Bernabé die Scheiben selbst in die Hand zu nehmen, bei Daniel Calisse ist es noch ein paar Tage länger her. Da gingen manche von euch vielleicht noch nicht ins Bukowski, sondern in die Grundschule, aber Spielplatz ist Spielplatz und die Hauptsache ist doch: Es wurde getanzt! Am Gründonnerstag leiten wir das lange Wochenende ein und laden euch mit Carmen, Daniel Martin Kainer & Shie gleich vier Osterpräsente an die Decks. Und weil ihr die nichtmal suchen müsst, könnt ihr euch direkt auf die Tanzfläche begeben …

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VERANSTALTUNGEN: APRIL 4., 16. & 22. APRIL THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS COSI FAN TUTTE In der Liebe gibt es keine Garantie. Das müssen zwei junge Paare in dieser zeitlosen Geschichte aus dem 18. Jahrhundert bitter erkennen. Dabei scheint zunächst alles in schönster Ordnung zu sein: Dorabella liebt Ferrando und Fiordiligi liebt Guglielmo. Doch eine kleine, grausame Wette bringt alles ins Schwanken. Als die beiden Männer gegenüber ihrem Lehrer, dem Philosophen Alfonso, allzu sehr von der Schönheit und Beständigkeit ihrer Geliebten schwärmen, behauptet der, dass Frauen nicht treu sein können. Es werde den Männern ein Leichtes sein, die Liebste des jeweils anderen zu verführen. Derart aufgestachelt, beschließen Ferrando und Guglielmo die Treue ihrer Herzensdamen auf die Probe zu stellen. Unter dem Vorwand, in den Krieg ziehen zu müssen, verlassen sie die Frauen. Bald kehren sie verkleidet zurück und setzen nun alle Energie daran, die Geliebte des jeweils anderen zu verführen. Und es kommt, wie es kommen muss. Nach langem Widerstand werden die Frauen schwach. Die Freunde sind verzweifelt und schwören Rache. Alle stehen vor den Scherbenhaufen ihrer vermeintlich so glücklichen Beziehungen. Doch Alfonso tröstet sie: »Così fan tutte« (So machen’s alle). Den Ausruf »Così fan tutte« hat Mozart selbst in das Libretto von Lorenzo da Ponte eingefügt. Mozart-Biograf Wolfgang Hildesheimer ver mutet, dass diese Aussage den Erfahrungen des Komponisten entsprach, die ihn wahrscheinlich seine Constanze gelehrt hatte. Schön, dass er sie zu so einer wunderbaren Oper verarbeitet hat. Seine Musik sprüht nur so vor melodischen Ideen und detailverliebten Instrumentierungen. In dieser Oper sind ein atemloser Lebensrhythmus, prickelnde Erotik und große Gefühle musikalisch vereint. 4. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN 10 JAHRE PHONK Kaum zu glauben, aber »PHONK. der Reporter« wird dieser Tage bereits 10 Jahre alt – das sind immerhin ungefähr drei Lothar-Matthäus-Ehen. Da ist es nur angebracht, das Mobilat für eine Geburtstagsparty der Extraklasse komplett in Beschlag zu nehmen. Im Obergeschoss geht die Südklang-Crew an den Start und hat neben ihren treibenden Deephouse-Sets niemand geringeren als Waltha Himmel im Gepäck. Zusammen werden die Jungs ohne Frage dafür sorgen, dass Freunde der elektronischen Tanzmusik auf ihre Kosten kommen. Wer es hingegen etwas urbaner mag, ist im Keller bestens aufgehoben: hier geben DJ RoccZ & Cal Caprice ein Basement-Soul-Heimspiel und kredenzen das Beste, was die Plattenkiste zwischen Funk, Soul und Hip Hop so hergibt. 4. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN ELEKTRONISCHE NATUR: INGO BOSS Mit der »Transistor EP«, 2003 auf Cocoon Recordings erschienen, hat Ingo Boss seinen Durchbruch gemacht. Den Gänsehaut-Track »Little Eternity« daraus nahm Sven Väth in seine Mix-CD »Sound of the Fourth Season« auf und der Ritterschlag kündigte sich an: Wenig später gab Ingo an Svens Seite seinen Einstand im Cocoonclub und hostete in der Folge mit Chris Tietjen seinen eigenen Abend. 2006 produzierte er zusammen mit REBOOT den erfolgreichen Remix des Technoklassikers »Quo Vadis« von G-Man und seit 2009 ist Ingo Teil des Cocoon-Booking-Rosters. Mehrere Artist- und Remix-Alben später und nach fast einem Jahr Pause ist Ingo endlich wieder im Buko zu Gast. Stefan Mint und Josh.tek sind außerdem gelistet! 5. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX JEKYLL & HYDE Nach dem großen Erfolg des Live-Hörspiels »Dracula«, das über vier Spielzeiten das Publikum gleichermaßen amüsierte und wohlig gruselte, kommt jetzt ein ebenbürtiger Nachfolger auf die Bühne: das Live-Hörspiel »Jekyll & Hyde« nach der Novelle von Robert Louis Stevenson. Premiere dieses Horrorklassikers ist am 3. Mai um 20 Uhr in den Kammerspielen. Wieder wird Eike Hannemann, der schon »Dracula« umsetzte, für die Stückfassung und die Regie verantwortlich sein. Die Schauspieler Oliver Firit und Raik Singer werden nicht nur alle Rollen spielen, sondern mit einem Riesenarsenal an Alltags-Gegenständen die entsprechende Geräuschkulisse erzeugen. 1886 erschien diese Erzählung von Robert Louis Stevenson in einer preiswerten Ausgabe als »shilling shocker« und erfreute sich von Beginn an größter Beliebtheit. Angeblich soll Stevenson sie im Jahr zuvor nach einem heftigen Albtraum niedergeschrieben haben: Beunruhigende Dinge ereignen sich in London. Prostituierte verschwinden und werden ermordet aufgefunden. Ein Kind wird niedergetrampelt. Der Täter, ein Mr. Hyde,

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VERANSTALTUNGEN: APRIL entschädigt die Familie des Kindes mit einem von Dr. Jekyll unterschriebenen Scheck. Wenig später wird ein angesehener Bürger ermordet und auch in seiner Nähe wurde der ominöse Mr. Hyde gesehen. Wieder gibt es eine Verbindung zu Dr. Jekyll: Das mutmaßliche Tatwerkzeug war sein Spazierstock. Was hat der allseits beliebte Arzt Dr. Jekyll mit diesem Unmenschen Mr. Hyde zu tun? Niemand ahnt, dass die Experimentierlust des Doktors weit über die Erforschung von Medikamenten hinausgeht. Er hat ein Elixier entwickelt, mit man das Böse im Menschen vom Guten abspalten kann. Und er hat es an sich selbst ausprobiert. Tagsüber ist er der rechtschaffene Dr. Jekyll und in der Nacht das personifizierte Böse in der Gestalt von Mr. Hyde. Doch bald hat er sein Experiment nicht mehr im Griff … Die Geschichte über die Erkenntnis, dass Gut und Böse zwei Seiten einer Persönlichkeit sind, löste bei Generationen von Lesern Schauer des Grusels aus. Dass das Böse nicht irgendwo da draußen, sondern möglicherweise ein Teil von jedem Selbst sein könnte, beunruhigt und fasziniert noch heute. Die Herausforderung für Eike Hannemann und sein Team besteht nicht nur darin, aus diesem spannenden Stoff eine Hörspielfassung zu schreiben, sondern in einem spannenden Probenprozess für jedes Geräusch, ob Dielenknarren, Pferdekutschenfahrten, das Blubbern beim Herstellen von Elixieren, die schmerzhafte Verwandlung von Dr. Jekyll in Mr. Hyde oder eine veritable Kneipenschlägerei nach dem perfekten Ton zu suchen, der dann bei jeder Vorstellung mit den absonderlichsten Mitteln live produziert wird. So arbeiten sie für »Jekyll & Hyde« mit einem ganz merkwürdigen, dreispaltigen während der Proben fortlaufend entwickelten Arbeitsbuch: Auf der linken Seite werden die von Oliver Firit erzeugten Geräusche festgeschrieben, in der Mitte steht der Sprech- Text mit der Rollenverteilung, auf der rechten Seite sind die Geräusche, für die Raik Singer verantwortlich ist, fixiert: Auftritt Dr. Jekyll mit einem »Das muss sein«, während Oliver Firit Sprudelwasser auf Brausetabletten tröpfeln lässt und Raik Singer Reis von einem Reagenzglas ins andere schüttet ... Welche besondere Einsatzmöglichkeiten sich für Erbsen, Chicorée oder anderes Gemüse finden lassen, darauf würde man sicherlich nicht so ohne Weiteres kommen. Das Publikum hat nicht nur seinen Spaß an der schauerlich-spannenden Geschichte, sondern vor allem auch am Live-Erlebnis, denn hier kommt nichts aus der Konserve. Das »Kino für die Ohren« ist handgemacht und entsteht an jedem Vorstellungsabend aufs Neue. 5. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN RIDERS ON THE STORM: SUNDAY.RITUAL.INSTINCT Nach dem Valentinstag 2015 haben wir mit diesem Ostersonntag erneut einen Feiertag erwischt, der uns exzellent zu Gesicht steht. RIDERS ON THE STORM, des Käthchenstädtles Drum and Bass Movement an einem Sonntag! Das wird es mit Sicherheit nicht allzu oft geben. Zu dieser Episode vier der fünften Staffel möchten wir mit euch RIDERS auf den oberen Floor umziehen. Und zu diesem Anlass mit Gästen, die mit ihrem musikalischen Schaffen für höchste Qualität in puncto Drum and Bass stehen. Unsere heutigen Künstler featuren GOODLOOKING RECORDS, SOUL DEEP RECORDS, SUBPORT, QUAKE, DUBWARS, BASSKANTINE und natürlich Heilbronns Nummer eins DnB-Export, die ME2YOU CREW. Der untere Floor dient zusätzlich zur Party auf dem oberen Main-Floor als CHILL OUT AREA. 5. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN OSTERMARSCH MIT DAG Techno, so dachte man vor langer Zeit, sei reichlich monoton. »Keine Musik« oder allenfalls Musik für Verpillte und Verpeilte. Musik ohne Seele – ein reines DJ-Tool. Knallt wie nix und füllt die Tanzfläche in dunklen Kellern. Manch einer wußte es schon immer besser und lachte sich leise ins Fäustchen, als Techno Mitte der 90iger anfing, die Massen zu bewegen: DJ Dag ist einer derer, die den echten Sound of Frankfurt prägten. Bekanntgeworden u. a. über seine Sets in der Kultsendung HR3-Clubnight und in den Clubs, die man rückblickend guten Gewissens als Halls of Fame bezeichnen darf – Omen, Dorian Gray, U60311 und Cocoon. Zusammen mit Jam El Mar bildete Dag das Projekt Dance 2 Trance und räumte mit dem Titel »Power of American Natives« eine Goldene Schallplatte ab. Und das bedeutete 1993 über 250 000 Einheiten, soll heißen: Platten oder CDs! Oliver Groß und Maurice gibt’s noch dazu – am Ostersonntag darf man schon mal klotzen … 7. & 19. APRIL THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS DON KARLOS - INFANT VON SPANIEN Karlos, der Infant von Spanien, liebt seine Stiefmutter Elisabeth. Früher war sie mit ihm verlobt, wurde aber aus machtpolitischen Interessen von Philipp, dem König von Spanien

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VERANSTALTUNGEN: APRIL und Vater von Karlos, geheiratet. Der Schmerz quält Karlos sehr. So sehr, dass er kaum dem Drängen seines Freundes Marquis Posa folgen kann, der ihn für den Freiheitskampf der Niederlande gewinnen will. Dort wütet blutig der von König Philipp eingesetzte Herzog Alba … Karlos gibt sich ganz seinem Liebeskummer hin und sucht jede Gelegenheit, um sich Elisabeth zu nähern. Fälschlicherweise fühlt sich von seinen sehnsüchtigen Blicken Prinzessin Eboli, die Hofdame der Königin, angesprochen, deren Herz für den Infanten schlägt. König Philipp wiederum möchte die anmutige Eboli zu seiner heimlichen Geliebten machen. Diese Liebesverwirrungen sind für Herzog Alba und seine Verbündeten eine willkommene Gelegenheit, um durch gezielte Indiskretionen ein Netz aus Intrigen um Karlos zu spinnen. Als sich die Schlinge zuzuziehen droht, opfert sich Marquis Posa für seinen Freund und verliert sein Leben. Durch diesen Tod erwacht Karlos endlich aus seinem Liebesleid und will in den niederländischen Freiheitskampf ziehen. Doch das wird König Philipp, dessen Macht auf dem Spiel steht, nicht dulden. Ein höfisches Intrigen- und Eifersuchtsstück, ein politischer Kriminalfall, ein historisches Ideendrama – »Don Karlos« ist alles in einem. Zwei Jahre vor der Französischen Revolution entwickelt Schiller das Ideal von Freiheit und Selbstbestimmung. Seine jugendlichen Helden scheitern an ihren Idealen. Was sie auch tun, sie stoßen (wie jeder Idealist heute) an ihre Grenzen und müssen ihre Erfahrungen teuer bezahlen. Selbst Philipp ist ein Gefangener seines eigenen Macht apparates. Freiheit – was ist das eigentlich? Wieweit muss man sich verbiegen, auf welcher Position auch immer, um im Leben zurechtzukommen? 8. APRIL COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN KONZERT: ESPAÑA CIRCO ESTE Die sechsköpfige Band aus Italien tourt seit einigen Jahren den Kontinent hoch und runter. Sie haben als Straßenmusiker begonnen und spielen mittlerweile aber auch in großen Hallen. Trotzdem haben sie ihre Originalität, ihre Begeisterung für die Musik und ihre Sympathie behalten. Die Band besteht aus zwei Argentiniern, drei Italienern und einem Franzosen. Sie bezeichnen ihre Musik selbst als Tango Punk. Es ist ein Weltmusikmix aus vielen verschiedenen Stilen inklusive Ska, Reggae, Chansons moderne, Tarantella, Patchanka, Balkanmusik und vielen mehr, der perfekt dargeboten wird. Und die Band verleitet zum Tanzen und verbreitet gute Laune immer und überall. Das neue Album der Band ist im Januar 2015 erscheinen. 9, 17. & 18. APRIL THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS ANTIGONE Fast 2500 Jahre kennt die Menschheit den Mythos von Antigone, der Tochter des Ödipus. Drei große Dichter der griechischen Antike: Sophokles, Euripides und Aischylos, haben ihn in ihrem Werk verarbeitet. Und noch immer fasziniert uns dieser unauflösbare Konflikt zwischen Recht und Gewissen, dieses Aufeinanderprallen zweier gleichberechtigter Positionen und bietet die Folie für zeitlose gesellschaftspolitische Diskussionen. »In diesen alten Texten sind unglaubliche Kräfte gespeichert: ein Wissen über den Menschen, seine Situation in der Welt, seine Fragilität…«, sagt John von Düffel, einer der wichtigsten Theaterautoren unserer Tage und Autor der Heilbronner Antigone-Fassung. Johanna Schall bringt die »Antigone« in Heilbronn auf die Bühne. Die Regisseurin hat sich nicht für eine der bekannten Bearbeitungen des antiken Stoffes entschieden, die von Hölderlin über Anouilh und Brecht bis Walter Jens reichen. Sondern sie hat den Autor und Dramaturgen John von Düffel gebeten, eine eigene Fassung zu erarbeiten, welche die Hintergründe des Konfliktes mit erzählt und szenisch auf die Bühne bringt. »Denn Ereignisse sind nicht plötzlich da, sondern sie haben eine Vorgeschichte«, sagt die Regisseurin. Außerdem wollte sie auf diese Weise die Gleichberechtigung der sich im tödlichen Widerstreit befindlichen Positionen von Kreon und Antigone deutlich machen. Es gibt kein Gut und Böse, kein richtig und falsch, wohl aber Ursache und Wirkung, die den Lauf der Ereignisse bedingen. John von Düffel hat für seine Fassung die Werke der drei großen griechischen Tragödienautoren herangezogen und kombiniert: von Aischylos »Sieben gegen Theben«, von Sophokles »Antigone« und von Euripides »Die Phönizierinnen«. Antigone stammt aus einer verfluchten Familie. Ihr Vater Ödipus ist jener König von Theben, der zunächst unwissend seinen eigenen Vater umbrachte und dann ebenso nichtsahnend der Gatte seiner eigenen Mutter Iokaste wurde und vier Kinder mit ihr zeugte. Neben Antigone und ihrer Schwester Ismene sind das auch die Brüder Polyneikes und Eteokles. Als Ödipus von diesem ungeheuren Frevel erfuhr, blendete er sich und verließ das Land. Seine Kinder übergab Ödipus an Iokastes Bruder Kreon. Die Herrschaft über Theben sollten sich

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VERANSTALTUNGEN: APRIL seine Söhne Polyneikes und Eteokles teilen und immer im Wechsel das Land führen. Doch Eteokles, der als Erstes über Theben herrscht, kann sich von der Macht nicht trennen und vertreibt Polyneikes. Wütend versammelt der ein Heer und zieht gegen Theben. Die Stadt wird gerettet, weil Menoikeus, Kreons jüngster Sohn, sich selbst opfert. Kreons Trauer ist grenzenlos. Im Kampf Bruder gegen Bruder töten sich Eteokles und Polyneikes gegenseitig – wie es Odipus in seinem Fluch vorhergesagt hat. Und hier beginnt die Tragödie der »Antigone«. Kreon, der bisherige Ratgeber der Herrscher, wird nun seinerseits König von Theben und ordnet, um Stärke als neuer Machthaber zu beweisen, an, nur Eteokles, der für Theben gekämpft hatte, die Ehre eines Begräbnisses zu erweisen. Der Leichnam von Polyneikes hingegen, der gegen Theben in den Krieg gezogen war, soll den wilden Tieren und Vögeln als Fraß vorgeworfen werden. Kreon droht jedem mit dem Tode, der sich diesem Willen widersetzt. Doch Antigone trauert nicht nur um beide Brüder gleichermaßen, sondern hält es auch für ein göttliches Gesetz, die Toten zu bestatten. Sie möchte ihre Schwester Ismene überzeugen, mit ihr gemeinsam Polyneikes zu beerdigen. Aber Ismene wagt es nicht, sich dem Willen des Herrschers zu widersetzen. Antigone schert sich nicht darum und tut das, was sie für richtig hält. Kreon lässt sie bei lebendigem Leib einmauern. Nichts kann ihn davon abhalten. Weder Antigones Appelle, noch die Versuche seines Sohnes Haimon, des Verlobten Antigones, der Kreon warnt, dass er damit das Volk gegen sich aufbringt. Erst der blinde Seher Teiresias, der ihm eine schreckliche Rache der Götter prophezeit, bringt Kreon zum Einlenken. Doch die Tragödie nimmt ihren Lauf … Kreon ist eigentlich ein pflichtbewusster Herrscher, der als früherer Ratgeber klug entschieden hat und dessen oberstes Interesse als neuer Machthaber nun die Wiederherstellung der Ordnung nach dem Krieg ist – deshalb auch die Weisung, den Staatsfeind nicht zu bestatten. Er verfolgt das vermeintliche Staatsinteresse bis zum Äußersten und ist gegen jeden Widerspruch und gegen jede kritische Nachfrage resistent. Antigone macht nicht mit und meint die herrschende Macht sei zu weit gegangen und setze sich über Familienrecht und Götterspruch hinweg. Was für Antigone Gewissensnotwendigkeit ist, ist für Kreon Aufruhr und gefährlich in der instabilen Situation seines Staates. Keine der beiden Seiten kann zurück und so dreht sich die Spirale der Gewalt immer weiter. Am Ende gibt es nur Verlierer. Die Geschichte kennt viele ähnliche Konstellationen – bis heute. 10. & 29. APRIL THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS DAS FEST Familienpatriarch Helge feiert seinen 60. Geburtstag und lädt Familie, Freunde und Kollegen in sein Landhotel ein. Auch seine erwachsenen Kinder Helene, Christian und Michael mit seiner Frau Mette und den zwei Kindern sind angereist. Angespannt ist die Situation nicht nur wegen der Rivalitäten unter den Geschwistern, sondern auch wegen des erst kurze Zeit zurückliegenden Selbstmordes von Linda, der Zwillingsschwester von Christian. Doch weg mit den unangenehmen Gedanken! Heute soll es ein schöner Tag werden! Schließlich feiert man nicht alle Tage einen runden Geburtstag. Ein wahres Festessen ist vorbereitet. Und Loblieder auf den Jubilar werden gesungen. Auch Helges ältester Sohn Christian hat eine Rede vorbereitet, genauer gesagt, zwei. Der Vater darf wählen: den grünen oder den gelben Zettel? Helge nimmt den grünen. Eine gute Wahl findet Christian. Es ist die »Wahrheitsrede«, sagt er. Ihre Überschrift: »Wenn Vater ins Bad wollte.« Was zunächst klingt wie eine fröhliche Geschichte aus der Kindheit, ist ein dunkles Geheimnis, das an diesem Abend endlich ans Licht gezerrt wird. Gegen alle Widerstände der Partygäste, die doch nur lustig sein und in keine familiären Abgründe schauen wollen, obwohl einige von ihnen mehr als eine Ahnung von den Ereignissen hatten, lässt Christian nicht locker. Die Verhöhnung durch seinen Vater, die Bitten von Schwester Helene, doch zu schweigen, die Ablenkungsversuche seiner Mutter und selbst die gewalttätigen Anfeindungen seines Bruders können ihn nicht stoppen, bis endlich die ganze Geburtstagsgesellschaft begreift, was an diesen Tagen geschah, »wenn Vater ins Bad wollte«. Er wolle zeigen, was die Menschen voreinander verbergen: Geheimnisse, streng gehütet, verdrängt, manchmal mit brutalen Mechanismen unterdrückt, erklärte Thomas Vinterberg. Sein Film »Das Fest«, der erste nach den Dogma-Regeln gedrehte Streifen, eroberte nach seiner Premiere 1998 die Kinoleinwände. Das lag nicht nur an der so schlichten wie schönen Ästhetik des Filmes, sondern auch an der Kraft und Dichte der erzählten Geschichte. Schon kurze Zeit später begann der Stoff als Theaterstück auf vielen Schauspielbühnen Erfolge zu feiern. »Das Fest« – inzwischen so etwas wie ein moderner Klassiker – ist nicht zuletzt ein Fest für Schauspieler.

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VERANSTALTUNGEN: APRIL 10. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN IT’S A TRAP Trap / Glitch / HipHop / UK Bass Music 10. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN TOTALLY CONNECTED Mit reichlich Deepness und Know-how im Gepäck reist heute Stefano Libelle aus Mannheim an. Mit Gigs im legendären Milk begann dort in den 90ern seine Karriere als DJ, und dort hat er neben Gastgigs in der ganzen Republik auch bereits auf der großen Bühne der Time Warp gestanden, zusammen mit dem inzwischen zum Globetrotter mutierten Nick Curly eine mehrjährige Partyreihe »The Clash« gehostet und einmal über den Rhein, in Ludwigshafen, über 10 Jahre lang das Ludwigshafener Loft als Resident beschallt. Veröffentlicht hat er in all den Jahren auch, darunter auf 8Bit, Cécille, Sonique und vielen mehr. Etwas jünger, aber genauso leidenschaftlich bei der Sache ist SHDW aus Stuttgart, der für seine Reihe »From Another Mind« Techno-Artists abseits des Mainstreams ins Romy S. holt. Der Dritte im Bunde ist KLSR, den der ein oder andere vielleicht schon im Mobilat gehört hat – im Buko aber gibt er seine Premiere! beginnen, fährt Maiks Mutter wieder in die als Beautyfarm getarnte Alkoholentzugsklinik und sein Vater mit der jungen Assistentin auf Geschäftsreise. Der Junge soll es sich zu Hause gemütlich machen, 200 Euro liegen für ihn bereit … Da steht Tschick mit einem geborgten Lada vor Maiks Tür und will mit ihm in den Urlaub fahren. Es beginnt die aufregendste und tollste Woche ihres Lebens, in der Maik nicht nur die faszinierende Isa kennenlernt, sondern in der er immer weniger versteht, warum sein Vater ständig sagt: »Die Welt ist schlecht und der Mensch ist schlecht.« »Vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.« »TSCHICK sei eine Geschichte, die man gar nicht oft genug erzählen kann«, schrieb die FAZ. Es ist ein wilder, romantischer Abenteuertrip, für den Wolfgang Herrndorf 2011 mit dem Clemens- Brentano-Preis der Stadt Heidelberg ausgezeichnet wurde. In seinem großartigen, für den Leipziger Buchpreis nominierten Roman erzählt der 1965 in Hamburg geborene und 2013 in Berlin verstorbene Autor vom aufregenden Sommer des Erwachsenwerdens, von der Schönheit und den Schmerzen der ersten Liebe, von riesiger Abenteuerlust und großer Dummheit und von tollen Menschen in der deutschen Provinz. 11., 12., 28. & 29. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX TSCHIK Wenn man keinen Spitznamen hat, ist man entweder wahnsinnig langweilig oder man hat keinen Freund, glaubt der 14-jährige Maik Klingenberg und schlussfolgert, dass auf ihn wohl beides zutrifft. Er lebt mit seinen Eltern in einer teuren Villa, aber sie streiten sich nur und interessieren sich nicht für ihn. Fast als einziger ist er nicht zum »Ereignis des Jahres« eingeladen, der Party bei der schönen Tatjana, in die Maik heimlich verknallt ist. »Da war die Scheißschule, und da war das Scheißmädchenthema, da gab es keinen Ausweg. Dachte ich jedenfalls immer, bis ich Tschick kennenlernte.« Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russlanddeutscher und kam vor vier Jahren ohne ein Wort Deutsch zu können nach Deutschland. Zunächst auf die Förderschule, dann die Hauptschule, dann auf die Realschule, und jetzt hat er es sogar aufs Gymnasium geschafft. Tschick ist auch Außenseiter, aber es scheint ihm nichts auszumachen. Als die Sommerferien 11. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN WHO THE FUCK IS XDB Eine Woche nach Ostern begrüßen wir den Metrolux Labelhoncho und DJ Kosta Athanassiadisa, besser bekannt als XDB, im Mobilat. Kosta, welcher in Göttingen zuhause ist, war noch nie ein Typ, der es aufs Rampenlicht abgesehen hat – wobei seine Selektion und sein Mixing absolute Weltklasse sind. Der Mann versteht sein Handwerk einfach – als einer der Wenigen verzichtet er während seiner Sets komplett auf digitale Komponenten wie USB Sticks oder CDs – er bedient sich zu 100 % an Schallplatten. Seine Produktionen finden sich neben den Veröffentlichungen auf seinem eigenen Label Metrolux Music, auf Imprints wie Diamonds & Pearls Music, Echocord, Dolly oder Patrice Scotts Sistrum Recordings wieder. Wen könnte man sich an seiner Seite besser vorstellen als unsere lebende Discogslibrary Candy Pollard. Cheerio!

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VERANSTALTUNGEN: APRIL 11. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN DETRIOT FOR LOVERS: HERON Heron hat in den vergangenen Jahren bei seinen raren Besuchen im Bukowski jedes Mal richtig abgeräumt. Der DJ, Producer und Labelowner, der nebenbei – ja, ihr hört richtig: Landschaftsökologie studiert – bekam seinen Ritterschlag 2008, als Richie Hawtin auf der Time Warp alle drei Tracks seiner Retro EP gespielt hat. Es versteht sich wohl von selbst, dass die danach wegging wie warme Semmeln! Inzwischen hat der Mann aus Münster die halbe Welt betourt und veröffentlicht auf KMS, dem Label von Detroit- Legende Kevin Saunderson. Wir freuen uns auf eine Lektion in Sachen Detroit Techno, auf Drum and Bass von der Me2You Crew und auf unseren Homie Pravie Lopov. 11. APRIL COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG: VI†IUM Kai Fischer (*1977) lebt und arbeitet in Stuttgart. Er studierte an der Freien Fotoschule Stuttgart und ist Freier Fotograf und Videokünstler. Die Ausstellung vi†ium zeigt eine Auswahl des Fotografen Kai Fischer aus den Werken der letzten drei Jahre. Sein Stil zeichnet sich durch Sachlichkeit, Reduktion und durch würdevolle Tristesse aus. Die Still-Lifes erinnern an Produktfotografie, wobei jedoch der eigentliche Sinn der Verkaufsförderung negiert und stattdessen die Schnelllebigkeit von Gebrauchsgütern und/oder die Ästhetik des schleichenden Verfalls vor Augen geführt wird. Er erzeugt ein kryptisches Gefüge aus düsterer Pop-Art und zeitgenössischen Vanitas-Motiven und lässt dem Betrachter Spielraum für eigene Interpretation. Complex23/Triangel_Ausstellungsflächen, Öffnungszeiten Do. bis Sa. 19:00 bis 01:00 / Ausstellungsdauer: 11.04. bis 25.05.2015 / Gefördert von der Stadt Heilbronn 13. APRIL KARLSTORBAHNHOF, HEIDELBERG TIM BENDZKO: »AM SEIDENEN FADEN«-TOUR Wo andere Musiker sich monatelang zurückziehen und an exotische Orte reisen, um Inspiration für neue Musik zu finden, hat Tim Bendzko für »Am seidenen Faden« den entgegengesetzten Weg genommen. Er ist in Berlin geblieben. Er hat sich selbst eine Deadline gesetzt. Und zusätzlich zu Gitarre und Klavier hat er Beats von deutschen Hip- Hop-Produzenten dabei. Die vermeintliche Einschränkung bietet einen Raum, einen Kanal für seine Kreativität. Es entsteht ein Spielfeld und Rahmen zugleich für Spontanität und Unberechenbarkeit – und die Summe dieser Teile wird zu seinen neuen Songs. Diese klingen rhythmus- und beatbetonter denn je, dennoch spürt man in ihnen das Herz des Singer-Songwriters deutlich schlagen. 13. APRIL COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN KAFFEEKLATSCH MIT KIND Alle Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkel und Tanten sind herzlich willkommen zum Kaffee trinken und Kuchen essen in gemütlicher Atmosphäre. Damit die Erwachsenen den Kuchen auch entsprechend genießen können, gibt es für die Kleinen eine gemütliche Spielecke zum Toben, Spielen und Lesen. 14. APRIL COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN SHABAN & WÆLDER LIVE, VISUALS BY VJ PATHFINDER Shaban mag Bass. Und komplizierte Beats. Und die Schönheit eigenartiger oder hässlicher, kleiner Sounds. Und eine gute Komposition. Dazwischen versucht er, Musik zu machen. Zum Beispiel mit Käpt’n Peng und den Tentakeln von Delphi. Aber auch solo. Sein 2014 erschienenes Album »apto machinam« begeisterte sogar manchen Kritiker. Heut und hier stellt er es uns vor. WÆLDER sind Jan Preißler und Moritz Nahold aus Wien. Sie machen musikalische Live-Experimente irgendwo zwischen Noise, Ambient und Pop, unabhängig vom festen Raum. Clever vereinen sie dabei analoge und digitale Klänge mit raren Gesangselementen zu einem Spannungsfeld, in dem höchste Konzentration und tiefe Entspannung koexistieren. VJ Pathfinder bezeichnet sich selbst nicht als Video-Künstler. Zuerst beschäftigte er sich mit Malerei und Bildhauerei, fand die Arbeiten aber bald zu statisch, worauf er anfing, mit bewegten Bildern zu experimentieren. Sein heutiges Schaffen versucht eine Brücke zu schlagen zwischen diesen scheinbar verschiedenen Arten des Abbildens. 16., 21., 24. & 30. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX ANNE UND ZEF Was gibt es im Alter von 15 Jahren Schöneres, als mit Freunden zusammen zu sein, die Liebe zu entdecken und die Welt für sich zu erobern? Unvorstellbar, wie es ist, wenn

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VERANSTALTUNGEN: APRIL man sich in diesem Alter verstecken muss und das Haus nicht verlassen darf. Zef Bunga lebt in Albanien und ist seit zwei Jahren in seinem Haus eingesperrt, weil in seiner Heimat das Gesetz der Blutrache herrscht und seine Familie seit zehn Jahren in Blutfehde mit einer früher befreundeten Nachbarsfamilie lebt. Sobald er das Haus verlässt, schwebt er in Lebensgefahr. Während Zefs Vater aus diesem Wahnsinn aussteigen will, beugt sich seine Mutter bedingungslos dem alten, mündlich überlieferten Gesetz des Kanun, das seit dem Mittelalter das Zusammenleben der Menschen in Albanien regelt. Jeder Tod wird mit einem neuen Mord gerächt, es hört nie auf: »Blut um Blut«. Als Zef es in seiner Isolation nicht mehr aushält und er das Haus verlässt, erschießt ihn der Nachbarssohn, der früher sein bester Freund war. Nach seinem Tod trifft er auf ein Mädchen, das ihn bezaubert und ihm merkwürdig bekannt vorkommt. Ja natürlich, es ist Anne Frank, deren Tagebücher er in seiner eigenen Gefangenschaft gelesen hat – mit immer größerer Faszination, weil sie in ihrem Versteck in einem Amsterdamer Hinterhaus ähnliche Erfahrungen beschrieben hat, wie er sie erlebte. Auch sie war zwei Jahre lang eingesperrt, bevor ihr Versteck verraten wurde und die Familie ins Konzentrationslager kam, wo Anne Frank an Typhus starb. Die beiden sind Schicksalsgenossen. Sie erzählen sich ihre Geschichten, entwickeln Vertrauen zueinander und verlieben sich. Der niederländische Autor Ad de Bont kombiniert das durch ihr Tagebuch weltberühmt gewordene Schicksal von Anne Frank mit dem eines der vielen Jungen aus Albanien, die sich jahrelang wegen Blutrachefehden ihrer Familien versteckt halten müssen – rund 20 000 junge Männer sollen betroffen sein. Für »Anne und Zef« erhielt Ad de Bont im März 2010 den 12. Niederländisch-deutschen Kinderund Jugenddramatikerpreis. 17. APRIL THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS SISSI PERLINGER - GÖNN’ DIR NE AUSZEIT Unverwechselbar! Fetzig! Witzig! Sexy und dennoch klug! Der ›Allround Derwisch‹ hat wieder zugeschlagen! Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und den großen Pointen unserer Zeit nimmt die ›Bühnenzauberin Perlinger‹ das sich schräg lachende Publikum mit auf eine rasante Reise von den unheilvollen Tiefen eines schweren Tinnitus (den sie vollständig heilen konnte), bis in die höchste Höhe des beständigen Glücks. Die ›Kult Diva‹ ist ihrem unverwechselbaren und selbst kreierten Stil einer ›Hohepriesterin der gehobenen Lachkultur‹ treu geblieben, aber sozialkritischer und reifer geworden. Das Publikum bekommt Seelennahrung, die den Verstand fordert, die Sinne erfreut und die Lachmuskeln trainiert. ›Gönn’ dir ne Auszeit‹ ist ein irrsinnig komischer Rundumschlag gegen alle Denkgewohnheiten, die sich nach näherer Betrachtung als kontraproduktiv erweisen. In einem Pointen-Feuerwerk schlüpft ›die Kaiserin der Comedy‹ in diverse Rollen, singt und tanzt. Auch entwickelt sich Sissi Perlinger zur Vollblut-Musikerin, die gekonnt mit Gitarre, Schlagzeug und Djembee ihre eigenen Songs begleitet. Ein wahrer Augenschmaus sind Kostüme, Choreografien und die kunstvoll ausgefeilte Lichtregie. 17. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN GOD SAVE THE QUEEN Britpop & Indie. An den Turntables Andrew und Thilo. 17. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX 34. HEILBRONNER POETRY SLAM Der Heilbronner Poetry Slam gastiert am 17.04.2015 in der BOXX! In einer einzigartigen Best-of-Show präsentieren wir in Kooperation mit dem Popbüro Heilbronn junge Bühnenliteratur der Extraklasse. Seit sechs Jahren schlagen sich beim Heilbronner Poetry Slam jetzt schon Rampensäue und Hobbydichter in den Gemäuern des Wilhelm- Waiblinger-Hauses die Punchlines um die Ohren. Es wird Zeit, die Besten der Besten zu würdigen. Die Best-of-Show vereint die erfolgreichsten Poeten der Heilbronner Slamhistorie zum epischen Showdown in der BOXX. Mit dabei: Sylvie le Bonheur (Mannheim), Dominique Crisand (Mannheim), Jule Weber (Darmstadt), Dalibor Markovic (Frankfurt) u. v. m. 17. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN REDUCTION TO THE BEAT Während sich Deutsche und Griechen auf anderer Ebene derzeit nicht immer einig sind, konzentrieren wir uns auf das Wesentliche – fette Beats – und laden unseren Lieblingsgriechen I-Kie aus Thessaloniki ins Bukowski ein. T-WATCH übernimmt als Außenminister, Kanzler und Präsident die Betreuung des Staatsbesuchs und Klangagent rollt einen roten Teppich aus satten Klängen aus. Stellt schonmal den Ouzo kalt!

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GEHTS Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV

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VERANSTALTUNGEN: APRIL 18. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHER »Nein, ich betrüge mich nicht. Ich lese in ihren Augen wahre Teilnehmung an mir und meinem Schicksale. Ja ich fühle, und darin darf ich meinem Herzen trauen, dass sie – o darf ich, kann ich den Himmel in diesen Worten aussprechen? – dass sie mich liebt?« Jeden Blick, jede Geste seiner Angebeteten deutet der junge Werther. Seit er sie zum ersten Mal sah, ist er heftig in Lotte, die Tochter des Amtmanns, verliebt. Das Mädchen ist jedoch einem anderen versprochen. Albert, ihr zukünftiger Mann, ist nur gerade geschäftlich unterwegs. Lotte ist gern mit Werther zusammen, fühlt sich ihm seelenverwandt. Doch an ihrer künftigen Verbindung mit Albert lässt sie keinen Zweifel. Auch als Albert von seinen Geschäften zurückkehrt, weilt Werther oft bei den beiden. Seine Liebe wird immer verzweifelter und stärker, je mehr er erkennt, dass Lotte für ihn unerreichbar ist. Auch eine selbstauferlegte räumliche Trennung kann ihn von seinem Schmerz nicht heilen, und er kehrt wieder zurück. Wie ein Wahnsinniger stürzt er sich bedingungslos in diese Liebe, nichts anderes ist ihm mehr wichtig. Wenn er Lotte nicht haben kann, dann ist ihm das Leben nichts mehr wert. Goethes erster Roman, entstanden 1774, wurde ein echter Bestseller und ließ den Autor über Nacht berühmt werden. Er hat seine eigene unglückliche Liebe zu Charlotte Buff, die mit einem anderen verlobt war, darin verarbeitet. Von den Konservativen seiner Zeit wurde die Werther-Figur als Störer des Ehefriedens, als Rebell und Freigeist heftig angegriffen. Unter den Jugendlichen hingegen brach ein regelrechtes Werther-Fieber aus. Sie kleideten sich so wie die Romanfigur, Szenen seines Lebens zierten Geschirr und Keksdosen, und es gab auch einige, die sein Schicksal nachahmten. Und heute? Wer kennt sie nicht, die Krankheit der Jugend: Liebe, die so heftig ist, dass sie schmerzt? Unglückliche Liebe, die keine Erfüllung findet? Auch die brennende Frage, vor der Werther am Ende steht – wofür sollen wir leben? – gehört wohl zum Erwachsenwerden dazu. Spielarten des Reggae, die oft zu kurz kommen, stehen hier im Mittelpunkt! Hier erlebt Ihr Soundsystem-Kultur im Stil der digitalen Ära, Anfang der 80ies in Jamaika, mit Original-Vinyl und Dub-Versions. Roots-Reggae aus den 70ies kommt natürlich auch auf die Plattenteller, aber auch neue Aufnahmen von Roots bis Steppers. Wir freuen uns auf eine Nacht der Offbeats und deepen Basslines, wie immer mit unserer Echo-Station, Dubsirens und Effects! We run it, strictly Vinyl. Roots, Love and Unity – support your local community! 18. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN TECHNO YOU: EVE SCHWARZ Keine Art von Musik hat der zwischen Keyboards, Gitarren und Mikrofonen aufgewachsenen Eve Schwarz je ein größeres Gefühl von Freiheit und emotionaler Beflügelung gegeben als die infektiösen Beats des elektronischen Undergrounds im Hessen der 90er Jahre. Im Stammheim, Airport und U60311 entwickelte sie eine Vorliebe für klar definierte, minimale Beats mit tragender Tiefe oder rohem Drive, der das Publikum bis zum Morgen und länger zum Tanzen treibt. Während eines Sommers auf Ibiza hatte sie auch schonmal wöchentliche Spielzeiten in Carl Cox Strandbar »SANDS« und verschiedene Gigs bei den offiziellen Pre- Partys fürs Amnesia, Space oder Ushuaia. Heute feiert sie ihre Buko-Premiere zusammen mit Plasmiq und France Ari an den Decks. 18. APRIL ALTE FEUERWACHE, MANNHEIM WLADIMIR KAMINER LIEST: WO DER RUSSISCHE BÄR FAHR- RAD FÄHRT Im Anschluss RussenDisko Esperanto mit Wladimir Kaminer und dem »Un Poquito Soundsystem«. 1967 in Moskau geboren, lebt seit 1990 in Berlin Prenzlauer Berg (direkt am Mauerpark). Privat ein Russe, beruflich ein deutscher Schriftsteller, ist Wladimir Kaminer die meiste Zeit unterwegs mit Lesungen und Vorträgen. 18. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN RIDDIM CORNER Heilbronn ist eine Dancehall-Hochburg und schon mit einigen hochkarätigen Events und Live-Gigs gesegnet. Riddim Corner steht für Foundation, Roots und Dub. 18. APRIL SUBSTAGE, KARLSRUHE FIVA Arbeit ist ja nur das halbe Leben! Unter dem Motto »Rebel Grrrls Dance Queer« widmen wir diesen Abend im doppelten Sinn der anderen Hälfte und nehmen Musikerinnen

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VERANSTALTUNGEN: APRIL aus unterschiedlichen Szenen in den Fokus. Den Anfang machen BIESTIG mit ihrem Girl-Speed-Punk aus Karlsruhe. Ein Duo mit Haltung und einem Hang zu ekstatischen Bühnenperformances; dann FIVA aus München, Tausendsassa und Gretel-Dampf in allen Gassen: Rapperin, Musikerin, Spoken-Word-Poetin und Moderatorin. In ihren Texten behandelt sie die Themen ihrer Generation: Beziehungen, Alltag, Politik, Gesellschaft. Ihr neuestes Werk »Das Beste ist noch nicht vorbei« vereint klassischen Pop und Jazz auf einem Fundament aus souligem Live-Hip-Hop und elektronischen Beats. In ihren Lyrics übt sich Fiva in der großen Kunst, die kleinen Momente zu beobachten. Vor allem das Schlachtfeld Alltag und seine Nebenschauplätze werden von Fiva in ihren Songs wortreich und pointiert berappt und besungen (Letzteres erledigen mitunter auch recht prominente Gäste – mehr wird noch nicht verraten). Mit Fivas jahrelangem Weggefährten Sebastian Schwarz aka DJ Radrum an den Turntables wird die Band komplettiert. Das Fazit fällt dabei vorsichtig optimistisch aus: »Das Beste«, meint Fiva in der im Mai erscheinenden ersten Single, »ist noch nicht vorbei«. Wort drauf! Und »Das Beste« ist auch noch lang nicht vorbei: Denn jetzt heißt es mit den DJanes von Holla die Waldfee »hamster yourself queer!« LE FRIK und Support laden zu ihren alternativen Tönen von Indie bis Electro ein. Etwas abseits der Tanzfläche könnt ihr die Nacht neu erfinden und in kleinen Workshops Cut-Ups erstellen, die sich bald in das Partygeflüster einschreiben. Also: Raus aus den Schränken, Fächern und Schubladen! 19. APRIL COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN FRIEDELS SCHATZ Ein Theaterstück für Menschen ab 4 Jahren von und mit Denis Fink. Herr F. hatte einen anstrengenden Tag, er hat immer viel zu tun! Nun kann er endlich ins Bett gehen. Ruhe findet er aber nicht! Denn die Träume der letzten Nacht wollen wieder geträumt werden, neue aber auch! Am liebsten mit Schiffen und Nixen und Piraten und Ungeheuer! Einfühlsames, spannendes Objekt-Figuren-Clown- Sinn-Theater. Gefördert von der Stadt Heilbronn. 19. APRIL THEATER HEILBRONN, KOMÖDIENHAUS THOMAS QUASTHOFF & MICHAEL FROWIN – KEINE KUNST 2009 sagte Brigitte Fassbaender bei der Verleihung des Ehrentitels »Kammersänger« an Thomas Quasthoff: »Du bist ein toller Liedersänger, ein Jazzsänger von hohen Gnaden und ein umwerfender Parodist! Du wärest sicher ein glänzender Kabarettist geworden!« Gesagt, getan! Seit Herbst 2013 steht Thomas Quasthoff zusammen mit dem Kabarettisten und Autor Michael Frowin – und Jochen Kilian am Flügel – auf der Kabarett-Bühne. Das passt genau zur Biografie des weltweit gefeierten Bassbaritons. Quasthoff kennt die Konzertsäle von New York bis Tokyo, von Kapstadt bis Reykjavik, sein neuer Kompagnon Frowin die Kleinkunstbühnen von Zwiesel bis Zinnowitz und von Castrop-Rauxel bis Ottendorf-Okrilla. Als Kabarettist, Autor und Regisseur hat er in den besten Ensembles der Republik gearbeitet, hat mit zahlreichen Kollegen Programme entwickelt und eine regelmäßige Fernsehsendung mit »Kanzleramt Pforte D« im MDR. Gemeinsam schauen sie dem Volk aufs Maul, nehmen Kunst und Kultur, Gesellschaft und Zeitgeschehen, Typen und Thesen unter die kabarettistische Lupe. Ein Abend, der scheinbar harmlos daherkommt, sich aber in seinen bissigen Beobachtungen satirisch zuspitzt. Urkomisch sind beide sowieso. Harmlos bestimmt nicht. Und gesungen wird auch. 20. & 26. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX NUR EIN TAG Was, wenn man nur einen einzigen Tag zu leben hätte? Als Wildschwein und Fuchs der Eintagsfliege beim Schlüpfen zusehen, ahnen sie schon, dass es besser wäre, gleich abzuhauen. Was nämlich, wenn die Fliege bezaubernd ist? Dann wird man sich anfreunden und sich vielleicht sogar verlieben und es bleibt doch nur ein einziger Tag Zeit. Natürlich kommt es, wie es kommen muss. Die Fliege ist besonders niedlich, weiß nichts von ihrem Schicksal und hat jede Menge vor: einen Beruf ergreifen, heiraten, alt werden, ein paar Sprachen lernen … Wer soll ihr die Wahrheit sagen? Aber die süße Fliege merkt sofort, dass etwas nicht stimmt. Warum sind Wildschwein und Fuchs so traurig? Die beiden stammeln sich mühsam aus der Affäre und erfinden eine Notlüge: Der Fuchs – wie bedauernswert – würde den heutigen Tag nicht überleben. Denn Füchse leben hierzulande nur einen Tag. Die Fliege ist ehrlich betroffen, aber sie zögert nicht lange: Wenn man nur einen Tag hat, muss das ganze Glück eben in 24 Stunden hinein. Zuerst geht es in die Schule. Doch Multiplikation macht den Fuchs nicht glücklich. Er muss Höhlen bauen und jagen lernen. Als Nächstes soll der Fuchs unbedingt heiraten, und weil

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VERANSTALTUNGEN: APRIL so schnell keine Braut zu finden ist, muss das Wildschwein ran. Kinder soll er kriegen, das gehört zum Glücklichsein schließlich dazu, auch wenn die drei nicht so richtig wissen, wie das geht. Und Geburtstag muss gefeiert werden, ein ganzes Leben lang Geburtstag, wenn das kein Glück ist. Doch dann verplappern sie sich, dass nicht das Leben des Fuchses, sondern das der Fliege nur einen Tag währt … Wie die Tiere versuchen, alles Glück dieser Welt in einen einzigen Tag zu quetschen, ist ein unglaublicher Spaß. Aber das Stück hat auch eine berührende Tiefe, denn es geht ums Sterben und darum, seine Zeit zu nutzen. »Niemand weint über das Leben …«, sagt das Wildschwein am Anfang. Und der Fuchs entgegnet: »… und deshalb sollte auch keiner über den Tod weinen.« 20. APRIL VA SEMPRE MINIBAR, HEILBRONN MONDAY JAMSESSION Ein neuer Lifestyle ist in Heilbronn zu spüren. Inspiriert von der Musik aus aller Welt starten die Künstlerinnen Cheri Lyn und Ani Dita in ihrer Heimat eine neue Ära. Zum vierten Mal laden sie am 20. April zur Monday Jam- Session ein. Mit Talenten aus dem Heilbronner Raum und Special-Guests aus den USA wird diesmal unter dem Motto »live the American dream & be a star« zu American Soul, Funk, Rock, Pop, Jazz and Blues gejammt. Die Interpreten nehmen das Publikum mit durch die Musikgeschichte und begeistern mit ihrer Leidenschaft zum Mitrocken. 21. APRIL WAGENHALLEN, STUTTGART MARC-UWE KLING: VIEL SCHÖNES DABEI Weil man zu dritt besser Skat spielen kann als allein, gehen Marc-Uwe Kling, Michael Krebs und Julius Fischer zusammen auf Tour. Weil Poker besser ist als Skat, haben sie auch noch eine Band dabei. Die berüchtigten »Pommesgabeln des Teufels«. Diese Konzerttour wird noch vor dem sechsten Teil der Wanderhuren-Trilogie das historischste Ereignis des Jahrtausends. Die größten Hits von Kling, Krebs, Fischer und natürlich viele neue, sehr sehr gute Lieder. 22. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX DAS HERZ EINES BOXERS Jojo ist 16 Jahre alt und ein ziemlicher Loser. Um sich vor seinen Freunden interessant zu machen, nimmt er den Mopeddiebstahl eines anderen auf sich und muss jetzt dafür Strafstunden ableisten. Er soll in der geschlossenen Station eines Altersheimes das Zimmer eines alten Mannes renovieren, der geistig und körperlich völlig verfallen zu sein scheint. Großmäulig textet Jojo den alten Leo zu. Der antwortet nicht, und Jojo kann hier seine Sprüche klopfen, die ihm seine Freunde nicht mehr abnehmen. Doch plötzlich kommt Leben in Leo. Jojo erfährt, dass der seine Gebrechen nur vortäuscht, um seine Ruhe zu haben, und dass Leo früher ein sehr berühmter und erfolgreicher Boxer war. Die beiden verstehen sich immer besser. Leo sieht das wahre Wesen, das sich hinter Jojos großer Klappe versteckt. Und der Junge gewinnt immer mehr Achtung vor dem alten Mann. Schließlich fassen beide einen verrückten Plan. DAS HERZ EINES BOXERS ist ein Stück von der Kunst, sich durchs Leben zu boxen. Wenn man am Boden liegt, so sagt Leo, der alte Kämpfer, dann steht man wieder auf. Und wenn man verliert, gewinnt man beim nächsten Mal. Das Leben hat die beiden Außenseiter misstrauisch gemacht. Der eine versteckt sich hinter seiner rauen Schale, der andere hinter Schweigen. Das Vertrauen, das sie langsam zueinander gewinnen, macht sie schließlich stärker, als es jeder für sich vorher war. 22. APRIL WAGENHALLEN, STUTTGART MAX GOLDT: SCHADE UM DIE SCHÖNE VERSCHWENDUNG »Dass Max Goldts Werk sehr komisch ist, weiß ja nun jeder gute Mensch zwischen Passau und Flensburg. Dass es aber, liest man genau, zum am feinsten Gearbeiteten gehört, was unsere Literatur zu bieten hat, dass es wahre Wunder an Eleganz und Poesie enthält und dass sich hinter seinen trügerischen Gedankenfluchten die genaueste Komposition und eine blendend helle moralische Intelligenz verbergen, entgeht noch immer vielen, die nur aufs Lachen und auf Pointen aus sind. Max Goldt gehört gelesen, gerühmt und ausgezeichnet.« Daniel Kehlmann 23. APRIL KARLSTORBAHNHOF, HEIDELBERG DIE ORSONS Die Orsons sind ein Phänomen, das in Stuttgart seinen Anfang nahm und inzwischen deutschlandweit für Furore sorgt. Während Rap in Deutschland sich ab 2001 in fester Hand von Gangster-Rap befand, veröffentlichten die vier sympathischen Schwaben 2008 ihr Debütalbum und sorg-

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VERANSTALTUNGEN: APRIL ten damit für einen Eklat. Plötzlich ging es um Liebe, rappende Schweine und Tretboot-Drivebys. Die Umkehrung ungeschriebener Hip-Hop-Regeln in Verbindung mit Ironie, Fantasie und einer sehr positiven Grundeinstellung funktionierte: im Gegensatz zum aktuellen Trend benutzten die Orsons Attribute wie »süß«, »schön« oder »niedlich« und schafften es damit mehr zu provozieren als es mit jedem Schimpfwort möglich gewesen wäre. 2009 veröffentlichten die Orsons dann ihr zweites Studioalbum »Die Herrlichkeit, in Ewigkeit, Orsons«. Zeitgleich zum Album gingen sie auf ausverkaufte Deutschlandtour und schafften es mit ihrem Hit »Souljah Boy« sogar in den USA für Aufmerksamkeit zu sorgen. Kurz darauf wurde Fettes Brot auf die erste reale Boyband aufmerksam und nahm sie kurzerhand als Support mit. Beim Abschlusskonzert der Tour in Köln spielten die Orsons vor 15 000 begeisterten Fans in der Lanxess-Arena. Nach mehreren Solo-Veröffentlichungen der einzelnen Orsons erschien im September 2012 ihr drittes Studioalbum »Das Chaos und die Ordnung«, gefolgt von einer Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Aufgrund der guten Publikumsresonanz und ausverkaufter Hallen wurde diese im Februar 2013 um acht Shows erweitert. Auch im Festivalsommer 2014 sind sie wieder sehr aktiv, unter anderem beim Stuttgarter Hip-Hop Open und dem Summerjam in Köln. 23. APRIL COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN TALKRUNDE: »GANZ KURZ NOCH – LIVE PODCAST« Das Team des »Ganz kurz noch«-Podcasts lädt zur offenen Talkrunde ein. »Lasst uns gemeinsam über Filme sprechen.« Filme, die ihr liebt und Filme, die ihr hasst. Von gut bis richtig schlecht. Wir wollen eure Meinung. Setzt euch mit uns in eine gemütliche Runde und werdet zum Befürworter oder zum Kritiker. Zusammen sprechen wir über unglaubliche Momente der Filmgeschichte. Unglaublich schräg und unglaublich witzig. Unglaublich, dass sich das jemand ansieht. Genau das machen wir. Genau darüber reden wir. 24. APRIL MOBILAT CLUB, HEILBRONN BAR-ABEND Die normalen Dudes TRP, Felus und ein paar andere Leute spielen normale Musik an einem gewöhnlichen Bar- Abend. Wird nichts Besonderes, kommt aber trotzdem! 24. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN KLINGT WUNDERBAR BUKOWSKI Besuch aus der Landeshauptstadt kündigt sich an: Chris Sonaxx, Veranstalter der Partyreihen »das erbe« und »tonlab« ist mit eben diesen zum festen Bestandteil der Stuttgarter Musikszene geworden. Mit seiner energiegeladenen und aufgeschlossenen Art verkörpert er nicht nur die Liebe zur elektronischen Tanzmusik, Chris schafft damit auch einen besonderen Bezug zum Publikum, welches er mit in seine elektronische Klangwelt nimmt. Raum&Zeit ist das Projekt der Heidelberger Eric Morceau and K.H.S., das für groovy Beats und reichlich Bass steht und uns im Februar schon überzeugt hat. Der dritte Mann an den Decks heute nennt sich Advisor, und unser Rat ist: Tanzt, aber zackig. 24. APRIL ALTE FEUERWACHE, MANNHEIM 11FREUNDE: KÖSTER & KIRSCHNECK LESEN VOR UND ZEI- GEN FILME »Das beste Fußballmagazin Deutschlands«, lobt der Tagesspiegel und der Spiegel findet, »Die schönste Fußballprosa der Republik«. Beide meinen 11FREUNDE, das Magazin für Fußballkultur aus Berlin. Seit dem Jahr 2000 bereichert es die hiesige Fußballszene mit großen Reportagen und Interviews jenseits von drögen Tabellen und Statistiken. Vor allem aber hat 11FREUNDE eines: unschlagbaren Humor. Mal werden die neuesten Beziehungen von Lothar Matthäus seziert, mal das Wesen der deutschen Spielerfrau von Angela Hässler bis Claudia Effenberg nacherzählt. Und am Ende des Heftes kolumniert seit immer der feuchtfröhliche Günter Hetzer mit seinen Kumpel Delle und Waldi. Und eben dieser Humor geht seit 2005 auch auf Lesereise. Die Redakteure Philipp Köster und Jens Kirschneck bereisen mit Texten und Filmen im Gepäck das Land. Temporeich und immer auf Rasenhöhe erzählen die beiden freundlichen Fußballfanatiker von Telefonaten mit Lothar Matthäus, Besuchen beim sonntäglichen Fußballfrühschoppen »Doppelpass« und verregneten Auswärtsfahrten nach Rostock. Dazu gibt es rasante Filme, von vergurkten Interviews am Spielfeldrand und popelnden Bundestrainern. Und sie haben dabei, wie der große Theoretiker Andreas Möller es einmal formulierte, »vom Feeling her ein gutes Gefühl«.

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VERANSTALTUNGEN: APRIL 24. APRIL DISTEL LIT LOUNGE, HEILBRONN KONZERT: MUNDARTMONIKA »Vier Stimmen und vier Männer«, das ist das Motto der Neckarsulmer a cappella-Band mundARTmonika, die sich seit ihrer Gründung vor sieben Jahren weit über die Region hinaus einen Namen gemacht hat. Mit ihrem Musikstil, den sie selbst als »Vocal Pop Comedy« bezeichnen, gelingt ihnen der Spagat zwischen Gesangskunst und unterhaltsamer Bühnenshow. An diesem Freitag wird in der Sonnengasse in Heilbronn ein kulinarisch-musikalisches Feuerwerk stattfinden. Ab 19 Uhr bietet die Distel Lit Lounge-Küche ein dreigängiges Menü mit regionalen Produkten an. Ab 20:30 Uhr beginnt das Konzert von mundARTmonika. (Menü 25 €, Vorbestellung erbeten). Karten gibt es für 14 € im Vorverkauf in der Distel Lit Lounge oder unter www. mundartmonika.de/konzerte/ 25. & 26. APRIL BECHTLE AG, NECKARSULM BARCAMP HEILBRONN Bereits zum zweiten Mal findet das Barcamp powered by connect.IT in Heilbronn statt. Die Bechtle AG in Neckarsulm unterstützt das Barcamp als Platin-Sponsor und stellt zusätzlich auch noch ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Ein Barcamp ist eine sogenannte Unkonferenz. Im Gegensatz zu einer normalen Konferenz wird hier das gesamte Programm von den Teilnehmern selbst gestaltet. Das Barcamp steht allen interessierten Personen offen rund um IT, Internet, Social Media, Design, Mensch & Gesellschaft. Dank zahlreicher Sponsoren wie zum Beispiel FUJIT- SU TDS GMBH, LIDL Stiftung & Co. KG, LINGNER CONSULTING NEW MEDIA GMBH, uvm. welche dieses besondere Eventformat unterstützen, kostet ein Ticket für das komplette Wochenende nur 20€. Beide Veranstaltungstage bieten eine erstklassige Verpflegung, viel Wissensaustausch, außergewöhnlich interessante Menschen und natürlich WLAN-Zugang zum fleißigen twittern und posten. Organisiert wird das Barcamp von connect.IT Heilbronn-Franken e.V., welches sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kommunikation zwischen Unternehmen, Wissenschaft, Mitarbeitern, Studenten und Schülern zu fördern und die regionalen IT-Akteure durch innovative Veranstaltungskonzepte und Angebote zu vernetzen. Wie kann sowas funktionieren: ein ganzes Wochenende ohne vorher festgelegtes Programm? Was zuerst einmal chaotisch klingt, funktioniert in der Praxis recht gut. Denn Barcamps erfreuen sich großer Beliebtheit. Alle Teilnehmer sind aufgerufen ihre eigenen Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Ideen einzubringen. Das macht ein Barcamp so spannend. Aus diesen Themen entsteht vor Ort spontan ein Programm, das inhaltlich vollständig von den Teilnehmern festgelegt wird. Erfahrungen zeigen, dass so ein sehr intensiver Wissensaustausch und tiefgründige Diskussionen entstehen, von denen alle Teilnehmer deutlich mehr profitieren als von klassischen Veranstaltungsformaten. Weitere Infos unter http:// connect-it.hn/barcamp-heilbronn/ 25. & 30. APRIL THEATER HEILBRONN, GROSSES HAUS UNSCHULD Eine Stadt irgendwo am Meer. Zwei illegale Immigranten stehen am Strand, blicken in eine unklare Zukunft und vermissen die Wüste. Plötzlich geht eine Frau ins Wasser, immer tiefer, wedelt mit den Armen. Ruft sie um Hilfe? Aber Elisio und Fadoul, die beiden Wüstensöhne, können nicht schwimmen. Und ins Krankenhaus bringen könnten sie die Frau auch nicht, denn man würde die beiden Männer nach ihren Papieren fragen. Und dann ist die Frau im Meer versunken … An einem anderen Ort in dieser Stadt besucht Frau Habersatt die Eltern eines ermordeten Mädchens und gibt sich als Mutter des Täters aus. Sie wolle um Vergebung bitten. Dass sie aus alten Schuldgefühlen und unendlicher Einsamkeit so eine Last auf sich nimmt, wissen die Eltern des Mädchens nicht … Ein paar Straßen weiter quartiert Frau Zucker sich in der winzigen Wohnung ihrer Tochter Rosa ein. Deren Mann Franz hat endlich einen Job bei einem Bestatter bekommen. Je mehr Franz in seinem Beruf aufgeht, desto weniger interessiert er sich für Rosa. Frau Zucker indes hat keine Skrupel, sich in das Leben des jungen Paares zu drängen. Sie hat schlimmen Diabetes und Rosa soll sich gefälligst um sie kümmern … Die Philosophin Ella hat die Bücher, die sie schrieb, ihren Weltveränderungsentwurf, verbrannt. Sie glaubt nicht mehr an die Kraft der Geisteswissenschaften, und ihr Mann, der Goldschmied, ist neben ihr verstummt. Das einzige Buch, das Ella nicht ins Feuer warf, ist das Herzstück ihrer Theorien. Es heißt von »der Unzuverlässigkeit der Welt« und ist ... das Lieblingsbuch von Absolut, einem blinden Mädchen, das es aber an der Bushaltestelle verloren hat. Wenn sie nicht ihre Bücher in Braille-Schrift liest, dann tanzt sie vor

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VERANSTALTUNGEN: APRIL Männern in einer Bar. Fadoul beobachtet sie beim Suchen und spricht sie an. Er hat so eine schöne Stimme … In 19 Szenen versammelt Dea Loher eine kleine Gesellschaft von Menschen, deren Lebensläufe sich zunächst nur lose berühren und dann zu einem immer dichteren Netz verwoben werden. Es sind Geschichten von Liebe, Einsamkeit und Schuld und von den großen Menschheitsfragen, die sich in kleinen Alltäglichkeiten spiegeln. »Unschuld« ist ein farbiges Kaleidoskop aus Einzelschicksalen, das eine vielstimmige Sicht auf die Welt bietet – voll großer Traurigkeit und hell aufblitzenden Hoffnungsschimmern und in jedem Fall voll sprachlicher Schönheit und großer Kraft. 25. APRIL BISLANDHALLE, BONFELD BLACKSHEEP BANDCONTEST Der blacksheep Bandcontest um den FÖRCH-Nachwuchsförderpreis powered by CANTON wird ab 16.00 Uhr in der Bislandhalle in Bonfeld ausgetragen. Drei regionale und drei nationale Bands spielen um die Teilnahme am 2. blacksheep Festival, das vom 25. bis 27. Juni stattfindet. Wir freuen uns auf eine unvergessliche Veranstaltung mit Bloodmother, Planet Zero, The Emma Projekt, MAS, MONTONE und Drive Darling. 25. APRIL KUNDENPARKPLATZ BIKE ARENA, HEILBRONN PRIVATE GEBRAUCHTFAHRRADBÖRSE Für Verkäufer Abgabe der Räder von 9 Uhr - 10 Uhr. Ausrichter: Verein RSG Heilbronn. Der Verein erhält 10 % vom Verkaufserlös! 25. APRIL BUKOWSKI, HEILBRONN RAVE ON – BASS IM HERZ Mit Bass und Gefühl hat sich Björn Scheuermann im Januar in unser Herz geschlichen, jetzt ist der DJ, Producer und Labelbesitzer von Fassade Records zurück, um sich ein zweites Mal soundtechnisch auszutoben. Stets elektronisch, niemals kategorisierbar heißt seine Devise! Er experimentiert mit Ambient, Dub, Techno und House, weil er auf Qualität und Innovationen achtet, nicht auf Schubladen oder Stilgrenzen. Als Support stellen wir ihm Buko-Regular Strompunkt und Time-O an die Seite, einen vielversprechenden Newcomer, der heute seinen Sound an unseren Decks zelebriert! 27. & 28. APRIL THEATER HEILBRONN, BOXX TÜRKISCH GOLD Jonas hat sich verknallt – in Aynur. Sie hat lange dunkle Haare und ist für ihn das schönste Mädchen der Welt. Das kann niemals gut gehen, meint Luzia, Jonas’ beste Freundin. Denn Aynur ist Türkin. Luzia geht mit Aynur zusammen zur Schule, und behauptet, dass sie sich für deutsche Jungs überhaupt nicht interessiert. Überhaupt, was Jonas sich mit einer deutsch-türkischen Liebe einhandeln würde, sei ja wohl klar. Was ist zum Beispiel mit Aynurs Familie und besonders mit ihrem Zwillingsbruder Kerim – lassen die das überhaupt zu, dass das Mädchen mit einem Deutschen geht? Wie wird sich Jonas Spießervater verhalten? Und kann er die blöden Kommentare seiner Mitschüler aushalten? Luzia und Jonas schlüpfen in ihrem Disput in die Rollen von Aynur, Kerim und den anderen und stolpern dabei über ihre eigenen Klischees und Vorurteile. Was wissen sie eigentlich über »die Türken«? »Türkisch Gold« ist ein kluges Stück darüber, wie Vorurteile entstehen und das interkulturelle Miteinander erschweren. Es liefert einen provokanten Beitrag zur aktuellen Integrationsdebatte. Die Autorin Tina Müller, Jahrgang 1980, stammt aus Zürich und lebt jetzt in Berlin. Ihr Jugendstück »Bikini« erhielt den 2. Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreis. 30. APRIL WAGENHALLEN, STUTTGART RAINER VON VIELEN: ERDEN Für nachhaltige Zerstreuung, regenerative Euphorie und die globale Erwärmung des Weltfriedens. In Zeiten des Kulturpessimismus und der Gleichgültigkeit tritt die Allgäuer Band Rainer von Vielen für eine Erneuerung des Wertekanons der Menschheit ein. Um ihre Thesen unter das Volk zu bringen, sind Rainer von Vielen (Gesang, Programmiertes, Akkordeon), Mitsch Oko (Gitarre, Gesang), Dan le Tard (Bass, Gesang) und Sebastian Schwab (Schlagwerk, Percussion, Gesang) schon bis nach Sibirien gereist, um in ihrer Funktion als UNSL-Botschafter mit den Wölfen zu heulen. Rainer von Vielen erheben die Innovation zum ästhetischen Prinzip – US-Westcoast-Bass, Gandhi-Rap, Kingston-Akkordeon, Alhambra-Gitarre, Kilimandscharo- Drums, Himalaya-Kehlkopfgesang – die Band nennt es Bastard-Pop. Am 31. Januar 2014 erschien ihr fünftes von Jürgen Schlachter (Kinderzimmer Productions) abgemischtes und von And.Ypsilon (Die Fantastischen Vier) gemas-

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VERANSTALTUNGEN: APRIL tertes Studioalbum. »ERDEN« heißt das Werk. Entstanden ist der Großteil der 14 Titel unter revolutionärer Lagerstimmung am Staatstheater Hannover. Dort hat die Band im Jahr 2012 zusammen mit Intendant Florian Fiedler vom »Jungen Schauspiel« das zeitkritische Theaterkonzert »Mythen der Freiheit« geschrieben. Die Band fordert darin die Abschaffung der Freiheit weltweit und die Unterwerfung aller unter die Diktatur der Verantwortung. »Empört Euch!«, »Niedermauern«, »Du bist nicht allein«, »Wenn die Welt untergeht« – Titel aus dem Bühnenstück, die ohne große Worte die Stoßrichtung erkennen lassen. Die zeitkritischen, fast zynischen Texte treffen auf klassische Liebeslieder und anscheinend leichte Popsongs, mit denen sich die Welt erklären lässt. »Nicht alles, was man kann, muss man!«, sagt die Band zum digitalen Konformismus und bleibt sich lieber selber treu. Das von der katholischen Kirche verhängte Auftrittsverbot als Reaktion auf das Lied »Großer Bla« empfindet die Band als große Bestätigung. Die Initiative von Dr. Sigmund Freud, die Religion als gesellschaftliche Neurose entlarvt, wird weiterhin unterstützt. Auf ihren Tourneen verwandeln Rainer von Vielen die Konzerthallen in ihre Wohnzimmer der Emotionalität, feiern Messen der Kreativität und erteilen der Ekstase die Absolution. 30. APRIL COMPLEX23 / BAR DANEBEN, HEILBRONN »SCHLECHTE FILME BEKOMMEN DIE ROTE KARTE« Open Screenings/ Öffentliche Sichtung von Kurzfilmen für das 11. Int. low & no budget film-sharing Kurzfilmfestival 2015 Café Daneben / Complex 23 / Heilbronn. An zwei Abenden findet dieser ganz besondere Kurzfilmabend statt. Nur bei diesem Kurzfilmfestival darf das Publikum mit abstimmen, welche Filme später ins Kurzfilmfestival kommen oder nicht. Es werden circa 20 neuste internationale low & no budget Kurzfilmproduktionen gezeigt und nach jedem Film wird anhand Roter Karten basisdemokratisch abgestimmt, ob der Film ins diesjährige Festivalprogramm im Sommer kommt oder nicht. Gezeigt werden Filme bis 15 Minuten Länge. Alle Themen nur unterhaltsam, witzig, skurril und was Besonderes müssen sie sein und das sind sie, denn es wurde bereits eine Vorauswahl getroffen aus den durchschnittlich jährlich bis zu 900 Einreichungen. Hier wird alles gezeigt, vom wundervollen Liebesfilm über absurde Komödien, kunstvollen Animationen bis hin zu spannenden und dramatischen Kurzfilmen. Stimmen Sie mit ab, diskutieren Sie mit und erleben Sie einen ganz besonderen interaktiven Filmabend. Witzig und ironisch moderiert von Ingo Klopfer (Get shorties Lesebühne). Das Kurzfilmfestival gibt es dann am 31. Juli im »Open Air«- Programm des Club Mobilat zu bestaunen. Wird gefördert und unterstützt von der Stadt Heilbronn, Sparkassen-Stiftung der Kreissparkasse Heilbronn, Get Shorties Lesebühne & Maringo Verlag, MeDIA Maier, Mobilat Club und Complex23. geht sicher noch mehr

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DIE NÄCHSTE AUSGABE HANIX ERSCHEINT AM 30. APRIL 2015