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Content:
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Nº1 7 APRIL 2013 IM GESPRÄCH: SCHAUSPIELERIN ALEXANDRA KAMP ÜBER BEKNACKTE SONGTEXTE, OHRWÜRMER UND BERLIN KUNSTREGION: WUNDERBARE SCHWARZWEISS FOTOGRAFIEN VON ROBERT HÄUSSER WOHL FÜHL EN HERRENWAHL: NICOLAI KÖPPELS KURZGESCHICHTE ÜBER ERSTE TANZSCHRITTE

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Nº4 DAS UNTERLAND AUS DER VOGELPERSPEKTIVE: EIN RUNDFLUG ÜBER UNSERE HEIMAT Nº2 OKT 201 1 DEZ 2011 / JAN 2 01 2 Nº 1 SEP 2011 HEILBRONNER ANSICHTEN: EIN FOTOGRAFISCHER STREIFZUG IM GESPRÄCH: REINHOLD GALL INNENMINISTER VON BADEN-WÜRTTEMBERG DER KÜHLSCHRANK VON...: FALKEN-KAPITÄN LUIGI CALCE DAS LÄNGSTE INTERVIEW HEILBRONNS: OLIVER MARIA SCHMITT, AUTOR DES »BESTEN ROMANS ALLER ZEITEN«, ÜBER HEILBRONN UND MEHR t e i lt , e i l t , Nº3 NOV 20 11 IM GESPRÄCH: HEILBRONNS OBERBÜRGERMEISTER HELMUT HIMMELSBACH IM GROSSEN INTERVIEW URBAN-ART: DER NECKARSULMER MARC C. WOEHR SORGT MIT SEINER URBANEN KUNST FÜR AUFMERKSAMKEIT DER KÜHLSCHRANK VON...: PATRICIA MAYER UND DEM INSEL HOTEL IM GESPRÄCH: DIE BEATSTEAKS VOR IHREM KONZERT IN HEILBRONN VOLKSABSTIMMUNG ZU STUTTGART 21: REINHOLD GALL BEANTWORTET DIE WICHTIGSTEN FRAGEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SKULPTUREN-IKONE: FRANZ ERHARD WALTHER ÜBER SEINE AUSSTELLUNG IN DER KUNSTHALLE VOGELMANN weilt, BILDUNG E N ERGIE BIKEPOLO IM OLGA-COURT: EIN ACTIONVIDEO ÜBER EINE SPORTART, DIE IN HEILBRONN IM KOMMEN IST heilt. Z E IT ARM UT Nº1 Nº 5 FEB 2012 Nº2 Nº 6 MRZ 2012 Nº3 Nº7 APR 2012 Nº4 Nº4 INTERVIEW DES MONATS: DER SCHWÄBISCHE KABARETTIST CHRSITOPH SONNTAG FÜLLT INZWISCHEN DIE PORSCHE-ARENA. EIN GESPRÄCH ÜBER ALTE UND NEUE ZEITEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. Nº8 MAI 2012 EXKLUSIV IM INTERVIEW: 1899 HOFFENHEIM-COACH HOLGER STANISLAWSKI ÜBER BADISCHEN DIALEKT UND KÜHE MELKEN. GEFÄHRLICHER EINSATZ: DER HEILBRONNER MATTHIAS MARQUART HAT IN AFGHANISTAN EIN DURCH UND DURCH KORRUPTES LAND VORGEFUNDEN. FASCHING! FASCHING! FASCHING!: DIE NARREN SIND WIEDER LOS. AUSBILDUNG IM UNTERLAND: EIN BESUCH BEI GETRAG, DEN GETRIEBE- UND ZAHNRADEXPERTEN AUS UNTERGRUPPENBACH Gesundheit INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT HERBERT FEUERSTEIN, DEM EHEMALIGEN SIDEKICK VON HARALD SCHMIDT MUSIKKOFFER: EIN GESPRÄCH MIT Ö(ZKAN) ÜBER TÜRKISCHE FOLKLORE, HIP-HOP & ROCKMUSIK HIER SIND DIE INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT DEN BULLINGS, DEN MACHERN DES ALTEN THEATERS MAROKKO – GLOBETROTTER PATRICK ORTWEIN WEISS JETZT: MAN WEISS NIE WORAUF MAN SICH EINLÄSST AUSSTELLUNG IN DER ZIGARRE: ARTBASEL HEAR ME RIGHT HERE – MIT MALEREI, TAGS, GRAFFITI, ZEICHNUNGEN UND PERFORMANCE* FUSSBALL: EIN GESPRÄCH ZUR FUSIONSIDEE IM HEILBRONNER FUSSBALL – MIT HARRY MERGEL, GERD KEMPF & WERNER MENOLD REBELLION Ausl än ä KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS TECHNIKMUSEUM SINSHEIM DEM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. Nº5 Nº 9 INTERVIEW DES MONATS: IM GESPRÄCH MIT STEFFEN MÖLLER. ER IST IN POLEN EIN STAR. WIR SPRACHEN VOR DER EM MIT DEM MULTITALENT ÜBER TIPPS FÜR POLENREISENDE UND PILZESAMMELN. MUSIKKOFFER: BARONS UP! FELIX VON RACKNITZ VERANSTALTET IM SCHLOSS HEINSHEIM ANSPRUCHSVOLLE KONZERTE UND STEHT IN JAGSTHAUSEN BEI DEN BURGFESTSPIELEN AUF DER BÜHNE. JUNI / JULI 2012 Nº6 Nº10 AUG 2012 Nº7 Nº11 SEP 2012 Nº8 N º1 2 OKT 2012 HÄLDENRENNEN BEI BRETZFELD: DIE OFFIZIELLE SKATEBOARD-DOWNHILLMEISTERSCHAFT IN EINDRUCKSVOLLEN FOTOGRAFIEN INTERVIEW DES MONATS: MUSEUMSDIREKTOR DR. MARC GUNDEL IM GESPRÄCH BRIEF AN DIE HEIMAT: AUSWANDERER MICHAEL MÜLLER KEHRT AUS SÜDAFRIKA IN DIE LÖWENSTEINER BERGE ZURÜCK KULTURBEUTEL: EIN SNEAKER-FACHGEPLÄNKEL MIT MÄNNERN, DIE MEHR SCHUHE ALS IHRE FRAUEN BESITZEN. KULTURBEUTEL: POETRY SLAM IN HEILBRONN. WIR TRAFEN UNTER ANDEREM DEN DEUTSCHSPRACHIGEN MEISTER IM CAFÉ WILHELM. KUNSTREGION: VESPA-KULT IN SINSHEIM. ZUM 66. GEBURTSTAG DES SCHICKEN ITALIENERS WIDMET DAS ECHNIKMUSEUM SINSHEIM EM ROLLER EINE SONDERAUSSTELLUNG. INTERVIEW DES MONATS: THOMAS STROBL ÜBER SEINEN SCHWIEGERVATER, JUNGSOZIALISTEN UND ELEKTROBEATS KUNSTREGION: DAS »FALSCHE HASENMAHL« & DIE »TO BE SUPPOSED TO DO SOMETHING«-AUSSTELLUNG IM FOTOGRAFISCHEN RÜCKBLICK HIER GEHT‘S ZUM QUIZ! FUSSBALL MACHER IM UNTERLAND: MARIJO MARIC WIRD NICHT NUR TRAINER DES NEUGEGRÜNDETEN FC UNION HEILBRONN. ER BETREIBT AUCH EINE FUSSBALLSCHULE. KINDER ESSEN & T RIN KEN WELTREISE: ZWEI HEILBRONNER WOLLEN OHNE FLUGZEUG UM DIE WELT SCHA F F E , SCHA F F E HÄ US L E BAUE ! Nº9 Nº13 NOV 2012 Nº10 N º 14 DEZ 2012 / JAN 2013 Nº11 Nº15 FEB 2013 Nº12 N º1 6 MÄRZ 2013 IM GESPRÄCH: OTTFRIED FISCHER DER PRACHTBAYER ERZÄHLT DEN UNTERSCHIED ZWISCHEN FANS DES FC BAYERN UND 1860 MÜNCHEN UND ERKLÄRT WIESO BAD TÖLZ NICHT ZU ÖSTERREICH GEHÖRT, WIE ES HEC-FANS IMMER MEINEN EIN BRIEF AN DIE HEIMAT AUS COSTA RICA SEGELFLIEGEN IN DER REGION IM GESPRÄCH: ULRICH KIENZLE DER JOURNALIST A. D. ÜBER SEIN INTERVIEW MIT SADDAM HUSSEIN UND DIE GEMEINSAMKEITEN VON SCHWABEN UND ARABERN STUTTGART STAMMHEIM: EINE FOTOSTRECKE HINTER GITTERN HEILBRONNS THEATERINTENDANT AXEL VORNAM KENNT SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS NICHT IM GESPRÄCH: TED BAUER DER HEILBRONNER VERTRITT JAMES GILL, EINEN DER GRÖSSTEN POP-ART-KÜNSTLER UNSERER ZEIT AU S „ F O R E V E R YO U N G “ A L P H AV I L L E IM GESPRÄCH: HEC-KAPITÄN LUIGI CALCE ÜBER SEINE DEUTSCHLAND-TOUR, ERNST RUPP UND VERLETZUNGEN MUSIKKOFFER: YEN STEHEN VOR DEM DURCHBRUCH - EIN BAND-PORTRAIT RIDERS ON THE STORM: DJ ASHLEY AAMES VERANSTALTET DIE BESTEN DRUM´N´BASS-PARTYS DER STADT W IRTSC HAF T PIERRE GATTINGER ERZÄHLT DIE GESCHICHTE DES MOBILAT-CLUB JU G E N D BABEL WORLD: DER CHINESE DU ZEHNJUN STELLT BABELARTIGE STADTLANDSCHAFTEN IM ZKM-KARLSRUHE AUS H A N DA R B E I T AROUND THE WORLD: DER HEILBRONNER PATRICK ORTWEIN BLICKT AUF ÜBER EIN JAHR WELTREISE ZURÜCK Nº13 Nº14 Nº15 Nº16

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E D I TO R I A L »Nur eiNs beglückt zu jeder Frist: schaFFeN, wozu maN geschaFFeN ist.« Liebe Leserinnen, liebe Leser, es ist grau draußen vor der Türe. Seit Monaten. Das schlägt aufs Gemüt. Wir alle sehnen uns nach ein paar Tagen Sonne am Stück. Wir wollen uns wohlfühlen, doch das fällt in diesen Tagen schwer. Zu kalt, zu wenig Sonnenlicht, zu viele Gesichter, denen die graue Wettersuppe auf den Geist geht. Wie soll da gute Laune aufkommen? Um dem ein wenig entgegenzuwirken, behandeln wir diesesmal das Thema »Wohlfühlen« schwerpunktmäßig. Der Besuch in einem Spa ist eine gute Möglichkeit, das eigene Wohlbefinden aufzupimpen. Kurz hinter Öhringen liegt das Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe mit angeschlossenem Spabereich. Zweimal hintereinander ist der 4400 Quadratmeter große Wohlfühlbereich zum besten Spa Deutschlands gekürt worden. Verantwortlich für die Lorbeeren ist ein Schweizer. Thomas Zimmermann ist seit 2008 der Spamanager in Friedrichsruhe. Wir sprachen mit dem Eidgenossen. Im orientalischen Raum heisst Spa Hamam. Doch um sich orientalische Wohlfühlstunden zu gönnen, muss man nicht in den Flieger steigen. In der Heilbronner Karlstraße hat Ali Koca sein Pascha-Hamam liebevoll aufgebaut. Unsere Reporterin Maria Sanders hat einen Blick hineingeworfen. Übrigens verlosen wir sowohl für den Spabereich in Friedrichsruhe als auch für das Heilbronner Hamam Eintrittskarten in unserem Quiz auf den Seiten 112 und 113. Wir haben auch Dr. Peter Ruef, den Direktor der Heilbronner Kinderklinik getroffen, um mit ihm über das Projekt »Leuchtturm Kinderonkologie« zu sprechen. Denn die Kinderklinik versucht aktuell Gelder zusammen zu sammeln, um den Bereich der Kinderonkologie umzubauen und zu optimieren, damit sich die Betroffenen mit der schweren Krankheit etwas wohler fühlen können. Zum Beispiel weil ein Wohnraumbereich für Familienangehörige geschaffen werden soll, in dem gemeinsam gekocht werden kann oder kleine Events stattfinden können. Unser Kolumnist Joshua nennt es sein »Lollygefühl«, wenn er sich gut und wohlfühlt. Wann er das mit wem tut, ist in seinem Beitrag nachzulesen. Am 14. April ist Schauspielerin Alexandra Kamp im Neckarsulmer Audi Forum zu sehen. Aktuell tourt sie durchs Ländle und stellt auf der Bühne Songtexte bei der »SWR3 Live-Lyrix«-Tour dar. Für unser Interview des Monats sprachen wir mit der Wahl-Berlinerin. Und es gab sogar ein Lob von Alexandra Kamp: »Ihr habt wirklich ein schönes Magazin übrigens! Grüße an das ganze Team!« Ist hiermit geschehen, Frau Kamp! Zu guter Letzt möchten wir hier auf den kleinen Brillenträger rechts auf dem Foto hinweisen. Das ist unser Lieblingsautor Nicolai Köppel beim Abschlussball seines Tanzkurses anno dazumal. In seiner Kurzgeschichte »Herrenwahl« schreibt er über die ersten Gehversuche beim Tanzkurs. Diese Geschichten und viele mehr gibt es in dieser Ausgabe zum Nachlesen, Hören und Sehen.  Wir wünschen bei der Lektüre ein wunderbares »Lollygefühl«. Euer HANIX-Team! Die Kamp spielt Live-Lyrix: Alexandra Kamp tourt momentan durch den »Wilden Süden« und schauspielert auf der »SWR3-LiveLyrix«-Tour zu guten und schlechten Songtexten. Wir unterhielten uns mit der gebürtigen Badenerin und Wahl-Berlinerin. Darf ich bitten?: Unser Lieblingsautor Nicolai Köppel erzählt in seiner wahnsinnig launigen Kurzgeschichte »Herrenwahl« über die ersten »Gehversuche« beim Tanzkurs. Auf dem Foto oben ist der junge Köppel auf seinem AbschlussballGruppenfoto zu sehen. Mit Krawatte und allem zugehörigen Schnickschnack.

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BEDIENUNG DES MAGAZINS Nº 17 APRIL 2013 IM GE SPR ÄC H: SC HAUS PIE LER IN ALE XA ND RA KA MP ÜB ER BEK NACKTE SO NGTEXTE, OH RW ÜR ME R UN D BER LIN KU NS TRE GIO N: ZWU ND ERB AR E SC HWAR TO GR AFI EN VO N WE ISS FO RO BERT HÄ US SER WOHLFÜHLEN HE RR EN WA HL: ERT SIC H AN SEI NE NICOL AI KÖ PPE L ERI NN RÜ CK ERS TEN TAN ZSC HR ITT E ZU

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Über dem Magazin befindet sich eine Funktionsleiste. Das Briefsymbol ermöglicht Weiterempfehlungen auf diversen sozialen Netzwerken Wir mögen unser Bildergalerie-Feature. Hinter diesem Fotos-Icon, das auf den entsprechenden Seiten einfliegt und blinkt, verbergen sich weitere Fotos. Einfach draufklicken. Wenn dieses Icon hereinfliegt und blinkt, weist es darauf hin, dass bei einem Klick auf das Film-Icon der auf der Seite hinterlegte Film startet. Ab und an werden vorgelesene Texte oder O-Töne aus Interviews ins Magazin integriert. Das Ton-Icon steht hierfür. Wie immer startet die Funktion bei einem Klick auf das Icon. Eigentlich selbsterklärend. Blinkt und leuchtet dieses Icon ist davon auszugehen, dass sich dahinter gute Musik verbirgt Wem die Vollbildansicht nicht ausreicht, kann in der oberen Funktionsleiste über die Vergrößerungslupe noch weiter ins Magazin hinein zoomen. Mit der Schlagwortsuche lassen sich gesuchte Artikel leicht finden. Das gesuchte Wort muss aus mindestens drei Buchstaben bestehen. Mit einem Klick auf dieses Icon gelangt man direkt zum Inhaltsverzeichnis.Dieses Icon ist jeweils auf der ersten Seite eines Beitrages zu finden. Jeweils an beiden Seitenrändern sind die Navigationspfeile. Einfach drauf klicken, um umzublättern. Per Doppelklick auf eine Seite wird ebenfalls umgeblättert. Oder man zieht mit der gedrücktem rechten Maustaste die Seiten von außen nach innen um einen animierten Blättereffekt zu erhalten. Unser Magazin lässt sich nur mit der jeweils aktuellsten Version des Flash-Players genießen. Kostenloser download hier: http://get.adobe.com/de/flashplayer/ Uns auf der kostenlosen »keosk«-App zu finden ist, zugegeben, nicht ganz einfach. Hinterlegt ist HANIX im Keosk hier: MAGAZINE -> LIFESTYLE -> ALTERNATIV

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I N H A LT HANIX Nº17 16 M A RIA H A L LER MEINE PLATTENKISTE 34 O L AF M E T ZE L KULTURBEUTEL 52 H E R R E N WA HL KÖPPELS KURZGESCHICHTEN Cantienica-Trainerin Maria Haller zeigt uns ihre Plattenkiste und nimmt uns mit auf ihre ganz persönliche musikalische Zeitreise. »Aus der Kurve« heisst die aktuelle Aus- Unser Lieblingsautor Nicolai Köppel stellung von Olaf Metzel in der Kunst- erzählt in einer wahnsinnig launigen halle Vogelmann. Wir sprachen den Kurzgeschichte über die ersten »GehWahl-Münchener vor der Vernissage. versuche« beim Tanzkurs. AX EL VO N D E R H ER B E RG MACHER IM UNTERLAND 42 RO B E RT H ÄU S S E R - I M AU F T R AG KUNSTREGION 66 I M G E S P RÄCH: AL E XA NDRA K AM P INTERVIEW DES MONATS Als einziger Hersteller bietet die AH STUCK GmbH für die Prozesskette vom Steinbruch bis zum Point of Sale umfangreiche Optimierungslösungen an. Wir haben mit unserem Filmteam vorbeigeschaut. Das Forum Internationale Photogra- Schauspielerin Alexandra Kamp tourt momentan durch den »Wilden Süphie der Reiss-Engelhorn-Museen präsentiert die Ausstellung »Robert den« und präsentiert auf der »SWR3Häusser – Im Auftrag… Fotografien Live-Lyrix«-Tour gute und schlechte aus Handwerk und Industrie«. Wir Songtexte. Wir unterhielten uns mit der gebürtigen Badenerin und Wahlzeigen eine Auswahl der beeindruBerlinerin. ckenden schwarz-weiss Fotografien. .

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72 WO H L F Ü H L E N TITELTHEMA 12 & 14 RU S S I S C H E K I N O K U LT U R & PA P S T I S T H Ö L D E R L I N - FA N STADTLEBEN / LANDLEBEN »Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: man muß lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt.« * Zitat aus einem Brief an seine geliebte Frau Emilie (1887) von Theodor Fontane (deutscher Schriftsteller). H E I M S PI E L EIN KURZFILM VON NICOLAI KÖPPEL V E R S TO S S E N E R T E D D Y HEIMATLIEBE VO LT I N O MITTAGSTISCHTEST G EW I N N M A L W I E D E R ! 1 14 M ARCE L R EHD ER BRIEF AN DIE HEIMAT AUS MUMBAI QUIZ MÜNCHEN, 2012 VIA ARCHIV Marcel Rehder ist mit seiner Freundin Kathrin auf Weltreise. Ihre erste Station führte beide als Couchsurfer nach Mumbai. Ein Brief an die Heimat aud Indien. LESERBRIEFE / IMPRESSUM LESER UND MITARBEITER 62 H A NDM A D E M U SI C MUSIKUSS PLATTENKRITIK HERRENBADEN 1910ER JAHRE HISTORISCHER SCHUSS Uwe Gramlich ist sozusagen ein »Dr. Musik«. Der ehemalige Inhaber des Musikuss-Plattenladens stellt außergewöhnliche Musik weit ab des Mainstreams vor. Diesmal: Handgemachte Mucke. V E R A N S TA LT U N G E N A P R I L VERANSTALTUNGSKALENDER

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DAS HANIX TEAM W ER UND W I ES O ? EINE VORSTELLUNG MIT BEWEGGRÜNDEN ROBERT MUCHA HERAUSGEBER & REDAKTION 34 JAHRE Es war mein lang gehegter Kindheitstraum, auf die Frage nach meiner Tätigkeit, guten Gewissens »HANIX« antworten zu können. WA S I S T H A N I X ? Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r d i e Re gio n He ilb ronn – für Le ser, d i e i n t eres s ier t , k ulture ll aufg e schl osse n un d n eu g ier i g a u f ei n en alte rnative n Blick a uf St adt - . L a n d k reis - u n d S ze ne k ultur s ind . WER MACHT HANIX? He ilbron n e r Me d ien - u n d Ku l t u r s c h affe nd e , d ie i hre Er fah r u n g en u . a . in Ber l in , Münch e n, Stuttg ar t o de r Hamb u r g g es a m m el t h a b e n und nun e twas in i h re r He im a t b e weg en w o l l e n. WA S W I L L H A N I X ? MARCEL KANTIMM HERAUSGEBER & KOORDINATION & SOCIAL MEDIA 38 JAHRE Das m u l t i me di a l e Ma g a z i n f ü r L eute und Ge se llsc h aft de r Reg i o n Heil b ro n n will m it s panne nde n , u n t e r h a l t s a m en u n d in f o r mative n Be iträg e n d i e re g i on ale Med ien l a n d s c ha f t be re ich e rn. Heilbronn ist besser als sein Ruf und hat deshalb dieses Magazin verdient.

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JESSICA ZIPPAN VERMARKTUNG/ANZEIGENVERKAUF 23 JAHRE MARIA SANDERS REDAKTION & MODERATION 28 JAHRE FLORIAN GEIGER GRAFIK & REDAKTION 22 JAHRE Der Vogel kämpft sich aus dem Ei und wir sind mit dabei! Die Werbeagentur Hettenbach freut sich auf die Zusammenarbeit. »HANIX« zeigt unsere Region aus einer neuen Perspektive und kombiniert originelle Ideen mit kompetenter Schreibe. Das hat mir gefallen. Ein neues Magazin ist immer eine großartige Sache, aber live mitzubekommen, wie es heranwächst ist einfach fantastisch! PHILIPP KIONKA FILM & IDEE 26 JAHRE RAFAELA JECKLE REDAKTION 35 JAHRE MEHMET FILIZ FOTO 24 JAHRE So haben die geguckt als ich sagte »Lasst es uns digital machen!« Dann haben wir es getan. Wieso ich mitmache? Ganz einfach: Ich liebe diese Idee! Für mich ist dieses Magazin eine Leidenschaft. Ich wurde entführt, gefesselt, gefoltert und gezwungen mit den schnieckesten Menschen der Stadt zusammen zu arbeiten. Danke dafür!

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RAIMAR SCHURMANN ART DIREKTION 39 Jahre KATHRIN LEISTERER ILLUSTRATION 35 JAHRE LISA HOFMANN GRAFIK 21 JAHRE Ich liebe Magazine und fand das Konzept super. Und klar – die Herausgeber sind gute Freunde! Alles cool! Konfuzius sagt: »Die Zeit war reif. Ein epochales Magazin für Heilbronn.« Kathrin sagt: »Ich bin dabei!« Ich liebe diese Stadt und bei allem was Heilbronn schöner macht bin ich dabei. SARAH FISCHER FILM & SCHNITT 21 JAHRE JOSHUA ENDRESZ KOLUMNIST 9 JAHRE LEO VOLLAND ILLUSTRATION 38 JAHRE Ich bin der Überzeugung, dass man neues ausprobieren sollte. Ich war sofort Fan der »HANIX«-Idee. Es macht Spaß, dabei mitzuwirken. Ich schreibe für's HANIX weil ich jedem meine Meinung sagen will. Ja, ich empfinde so etwas wie Heimatverbundenheit – und deshalb finde ich toll, wenn in Heilbronn interessante Dinge passieren.

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SASCHA WARTHA REDAKTION 37 JAHRE PHILIPP SEITZ SOUND 30 JAHRE ULLA KÜHNLE FOTO 42 JAHRE Ich bin sehr stolz, an diesem Projekt mitwirken zu dürfen. Darüber hinaus möchte ich dabei sein, Geschichte(n) zu schreiben. Ein multimediales Magazin muss nicht nur gut aussehen und interessant sein sondern auch gut klingen. Die Zeit für so ein Projekt ist in Heilbronn gekommen. Neue Impulse tun der Stadt und der Region gut. Und mir auch. KRIS RAMPMAIER VIDEO 23 JAHRE MAVINGA PETRASCH NEW YORK VIDEO 46 JAHRE HARALD RIEGG REDAKTION 57 JAHRE Videos zu machen ist keine Zauberei, sondern meine Leidenschaft. Ist doch klar, dass New York City dabei sein muss, wenn Heilbronx ein neues Magazin bekommt. Ich bin kein Philosoph! Ich bin ein Kurzgeschichten Schreiber.

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STADTL EBEN: APRIL 2013 R U S S I S C H E K I N O K U LT U R In diesem Jahr findet das Festival »II. Russische Kulturtage« im Rahmen des Russlandjahres in Deutschland statt und wird vom 25. April bis zum 8. Mai in Baden-Baden und weiteren Städten, wie Badenweiler, Darmstadt, Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt, Heidelberg, Heilbronn, Stuttgart, Straßburg und Wiesbaden durchgeführt. Das Programm des kommenden Festivals umfasst Veranstaltungen unter Teilnahme führender russischer Künstler der Genres Musik, Theater und Film. In Heilbronn werden im Rahmen des Festivals zum ersten Mal Veranstaltungen stattfinden. Am 27., 28. und 29. April werden russische Kinoklassiker sowie neue Werke der russischen Kinematographie persönlich von den Regisseuren im Heilbronner Arthaus Kino jeweils um 20 Uhr dem Publikum vorgestellt. Es werden Kinoklassiker wie »Es leben die Seekadetten!«, von der Regisseurin, Svetlana Druzhinina sowie neuere Werke, wie »Der Doktor«, vom Regisseur, Vladimir Pankov, und »Der Neid der Götter«, ein Film mit Gérard Depardieu, der vom russischen Regisseur, Vladimir Menschov, präsentiert, im Universum Arthaus Kino dem Heilbronner Publikum vorgestellt. Alle Filme sind in Originalsprache mit deutschen Untertiteln. Herzlich eingeladen sind alle Heilbronner, die sich für die russische Kultur und Kinematographie interessieren! 27. april, 20 uhr – uNiversum arthaus kiNo leben Seekadetten! der Film wird voN der regisseuriN, svetlaNa druzhiNiNa, dem publikum vorgestellt. auF russisch, mit deutscheN uNtertitelN. 28. april, 20 uhr – uNiversum arthaus kiNo Doktor der Film wird vom regisseur, vladimir paNkov (Foto), dem publikum vorgestellt. auF russisch, mit deutscheN uNtertitelN. 29. april, 20 uhr – uNiversum arthaus kiNo Neid Götter der Film wird vom regisseur, vladimir meNschov, dem publikum vorgestellt. auF russisch, mit deutscheN uNtertitelN.

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Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130 raimar.schurmann@hotmail.de

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L ANDLEBEN: APRIL 2013 N E U E R PA P S T S T E H T AU F LY R I K AU S D E M U N T E R L A N D Der »Dichter der Dichter«, Johann Christian Friedrich Hölderlin, welcher am 20. März 1770 in Lauffen am Neckar geboren wurde, ist einer der bedeutendsten Lyriker Deutschlands und seine Werke gehören zu den Texten, die am häufigsten in andere Sprachen übersetzt wurden. Hölderlin wurde protestantisch erzogen und schrieb während seines Theologiestudiums einige theologische Texte und beschäftigte sich intensiv mit Philosophie und Dichtkunst. Gegen den Wunsch seiner Mutter entschied sich Hölderlin Schriftsteller zu werden und nicht Pfarrer. Unter seinen Werken sind Gedichte, ein Roman, Übersetzungen und ein Dramenfragment zu finden, die sich hauptsächlich mit dem Leben der Menschen und deren Beziehung untereinander und der Natur beschäftigen. Aber seine schriftlichen Ergüsse handeln auch von Schiller, Dichterbünden und Geschehnissen, die von der damaligen Zeit geprägt wurden. Friedrich Hölderlin starb am 7. Juni 1843 in Tübingen. Obwohl die Themen seiner Werke seine selbstständige, kritische Stellung aufzeigen und nach seinem Studium auch nicht mehr theologisch waren, gehört Hölderlin anscheinend zu den Lieblingsschriftstellern des neuen Bischofs in Rom, Jorge Mario Bergoglio. Dieser wurde am 13. März 2013 zum Papst gewählt und entschied sich für den Namen Franziskus. Auch die HölderlinGesellschaft aus Tübingen unter der Leitung von Valérie Lawitschka ist auf diese Vorliebe aufmerksam geworden und nun ist ein Brief aus der schwäbischen Studentenstadt nach Rom unterwegs, um dies genauer beim Papst zu hinterfragen. Lawitschkas Vermutung ist, dass der neue Chefkatholik eine lyrische Ader habe und somit auf Hölderlin gestoßen sei, der ihrer Meinung nach zu den genialsten Lyrikern Deutschlands gehört. Für Eva Ehrenfeld vom Museum im Klosterhof in Lauffen könnte auch die private Lebensgeschichte des neuen Papstes ein Grund für seine Vorliebe für Hölderlin sein, aber bisher weiß man dazu auch in Lauffen noch zu wenig. Valérie Lawitschka sowie Eva Ehrenfeld schließen jedoch nicht aus, dass es für den neuen Papst eine Verbindung zwischen den Texten Hölderlins und Franz von Assisi gibt, nach dem sich der Bischof von Rom benannte. Diese könnte durch die Spiritualität, aber auch durch die Liebe zu Natur, Schöpfung und den Menschen erklärt werden. 

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A C C E B I J S S O R E S Obere Neckarstraße 8 74072 Heilbronn T 07131 2046130

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MEINE PL ATTENKISTE: MARIA HALLER PROTOKOLL:ROBERT MUCHA FOTO: ULLA KUEHNLE MARIA HALLER: WINEHOUSE, HOOKER & LISZT – EINE MUSIKALISCHE W E LT R E I S E Mar i a Hal l er f ü h r t s ei t z wei Jah re n A m Wo llh aus 18 d as e rs te und bi sla ng e i n zi g e C an t i en ic a - St u d io i n He ilbro nn. Dabe i ge h t e s um e ine g anzhei tli c h e Ausr i c h t u n g d es Kö r p er s und d e s Ge s ich te s um Ge s und h e it, Wohlb ef in d en a b er a u c h kö rpe rlich e Sch ö nh e it h e r zus te lle n. Wi r tr afe n d i e g eb ü r t ig e Un g a rin in ih re m Stud io , um e ine n Blick in i hre Pl a t te nk is te zu we r fe n.

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MEINE PL ATTENKISTE: MARIA HALLER Auf einem guten 5. Platz liegt bei mir Amy Winehouse. Ihre Musik habe ich in den Jahren 2008 und 2009 immer auf meinen Fahrten nach Zürich gehört, wo ich als Cantienica-Therapeutin ausgebildet wurde. Ich war von ihrer Ausstrahlung, ihrem Aussehen und natürlich ihrer Stimme fasziniert. Immer, wenn ich ihr Album »Back to Black« höre, erinnere ich mich gerne an die Fahrten nach Zürich zurück. Jahre mit meinem Mann gemacht habe. Wir sind damals sechs Wochen durch Kalifornien gereist. In unserem Auto lief nur ein Radiosender, der durchweg Blues gespielt hat. Seit dieser Zeit gehört John Lee Hookers Album »Mr. Lucky« zu meinen absoluten Lieblingsscheiben. Den 2. Platz in meiner persönlichen Bestenliste belegt Bob Dylan mit seinem Album »Blood on the Tracks«. Ich mag ihn sehr wegen meines Mannes Atila. Als wir uns Mitte der Achtziger kennenlernten, haben wir nächtelang Bob Dylan gehört und mein Mann hat mir auf seiner Gitarre Dylan-Songs vorgespielt. Das war sehr romantisch und ich war natürlich sehr verliebt. Kommen wir zu Platz vier. Es ist das Album »When I look in your eyes« von Diana Krall. Ihre Musik lässt mich in guten alten Schuemli-Zeiten schwelgen. Ich habe das Schuemli zwölf Jahre lang geführt, und während dieser Zeit enorm viel gearbeitet und sehr viel Stress gehabt. Aber es war gleichzeitig die beste Zeit meines Lebens, da ich in dieser Zeit auch sehr viele liebe Menschen kennengelernt habe. Jedenfalls hat mich ihr wunderschönes, jazzige Pianospiel und ihre bezaubernde Stimme damals in dieser arbeitsintensiven Zeit nach Feierabend sehr beruhigt. Natürlich muss ein Ungar auf Platz eins in meiner Bestenliste stehen. Liszt Ferencz, wie er im Ungarischen heisst, oder Franz Liszt, wie man hier sagt. Als vierjähriges Mädchen habe ich damals noch in Ungarn erstmals klassische Musik von Liszt im Ballettunterricht gehört und war sofort verzaubert. Ich liebe seine Kompositionen wie beispielsweise seine »Ungarische Rhapsodien«. Bei Musik von Liszt Ferencz fühle ich mich sofort in meine Kindheit und meine Heimat zurückversetzt. Die Bronzemedaille erhält bei mir John Lee Hooker. Ich liebe seine Musik sehr und erinnere mich beim Hören an eine wunderbare Reise, die ich Anfang der Neunziger

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H E I M S P I E L ! » Heim s p i el « i s t e in Kur zfilm vo n Nico lai Kö ppe l n a c h ein er s e ine r Le s e büh ne nge s ch ich te n. Mit St ef a n Dit t r ic h , Lis a Maria K lo tz, Be n So m m e r fe ld , Til l Ma us h ak e und Till Sch m id t. Mu s i k vo n Se a + A ir und B o ris (o f C anad a). Ged reh t a n a c ht Heilbro nne r So m m e r tage n 2011 m it d e r Pa n a s o n i c Lu m i x GH 2 und e ine m Vo igtländ e r-Obj e k tiv. www.Nicolaikoeppel.de

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FotograFische Liebesgrüsse aN Die regioN H E I M AT L I E B E FOTOGRAFIEN VON MELI DIKTA & ROBERT MUCHA

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Der Kiliansplatz ist das Zentrum der Heilbronner Innenstadt. Das städtische Wahrzeichen erträgt in diesen Tagen stoisch die winterliche Kälte. Die Kilianskirche ist eine gotische Hallenkirche aus Heilbronner Sandstein, deren Ursprung mindestens bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Ihr Westturm von Hans Schweiner gilt als eines der ersten bedeutenden Renaissancebauwerke nördlich der Alpen. In der Kirche befindet sich der Altar von Hans Seyfer aus dem Jahre 1498, der als Meisterleistung der Schnitzkunst der deutschen Spätgotik gilt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Vor ser einem NATO-kritischen Tag nimmt dieTourist das Heilbronner Wahrzeichen, die Kilianskirche in den Fokus.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Das Heilbronner Perückenstudio in der Kilianstraße 15 gehört zum innerstädtischen Einzelhandelsinventar.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Seit Monaten liegt dieser weggeworfene Plüschteddy mit dem »I love you«-Herz in den Pfoten am Ende der Schillerstraße hinter einem Zaun und wartet auf Verwesung. Oder einen Plüschtierliebhaber, der dem Teddy ein neues Zuhause gibt.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION In der Schubartstraße steht ein Haus, dessen Fassadenfarbe vor lauter Efeubewachs nur geraten werden kann. Ein Paradies für Insekten und Kleinvögel. Und die Bundesfahne im Vorgarten weht stolz im kalten Heilbronner Märzwind.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Bei der »Langen Nacht der Museen« in Stuttgart wurde im Kunstmuseum der Landeshauptstadt eifrig Charleston getanzt. Momentan ist dort eine große Otto-DixAusstellung zu sehen. Der Maler und Grafiker war leidenschaftlicher Swingtänzer.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Nach der Gründung des REV Heilbronn im Jahre 1934 wurde schon fünf Jahre später im Jahre 1939 die vereinseigene Rollschuhbahn auf der damaligen Schaeuffelen'schen Insel eröffnet. Durch den Bombenangriff auf die Stadt Heilbronn am 4. Dezember 1944 wurde das Clubhaus und Teile der damals noch unüberdachten Rollschuhbahn beschädigt. Durch die Ernennung zum Landesleistungszentrum für Rollsport wurde es im Jahre 1971 möglich, eine umfangreiche Anlage mit Überdachung der Rollschuhbahn inklusive Kabinentrakt zu bauen. Die Zuschauerkapazität des Rollsport-Stadions am Europaplatz beträgt circa 450 Zuschauer.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION Rund um das Wollhaus wird momentan kräftig gebaut. Die Tiefgarage wird modernisiert, was wahnwitzige Verkehrsführung über den Busbahnhof vor dem Einkaufszentrum verlangt. Selbst bei einem Blick gen Himmel zeugen improvisiert gespannte Stromkabel von den Baumaßnahmen am und unter dem Grund.

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HEIMATLIEBE: FOTOGR AFISCHE LIEBESGRÜSSE AN DIE REGION In der Goethestraße sieht man an einem 70er-Jahre-Bau das Wohnhaus vor lauter Balkonen kaum. Bei der Kälte hat es aber noch kein Bewohner gewagt, seine Blumenkästen zu drapieren.

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IM GESPRÄCH MIT OLAF METZEL » D e r Pa P s t i n t e r e s s i e r t mich nicht« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ULLA KUEHNLE Der in München lebende und in Berlin geborene Künstler Olaf Metzel stellt aktuell in den Räumlichkeiten der Kunsthalle Vogelmann und des Kunstvereins Heilbronn aus. Bei einigen Zigaretten sprachen wir einen Tag vor der Vernissage mit dem Bildhauer unter anderem über den italienischen Fußballnationalspieler Mario Balotelli, Unterhaltungen mit BILD-Chefredakteur Kai Diekmann und Kaffee, Zeitung und Zigaretten am Morgen.

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KULTURBEUTEL: OL AF METZEL HANIX — Guten Tag Herr Metzel, wie kommt es, dass sie in Heilbronn ausstellen? Ich hatte Frau Dr. Löbke vom Heilbronner Kunstverein vor ein paar Jahren bei einer Veranstaltung kennengelernt. Wir kamen so allgemein ins Gespräch und trafen uns wieder. Irgendwann fragte sie mich, ob ich eventuell an einer Ausstellung in Heilbronn Interesse hätte und natürlich sagte ich: Ja, warum nicht? Damals war die Kunsthalle allerdings noch im Bau, weswegen sich das Ganze noch ein wenig verzögert hat. Als der Bau fertig war, habe ich mir die Räume angesehen und wir entwickelten ein Konzept. Parallel zur Ausstellung wollten wir einen Katalog mit neuen, noch nicht publizierten Arbeiten herausbringen und entschieden uns dabei für einen Themenschwerpunkt: die Arbeiten, die sich mit Zeitungen befassen. Zwei der Texte des Katalogs wurden außerdem von Journalisten verfasst – so ist das Buch etwas Eigenständiges neben der Ausstellung und trägt deshalb auch einen anderen Titel: »Kaffee, Zeitung und Zigaretten«. OLAF METZEL — HANIX — Wenn Sie selbst die Werbetrommel für ihre Ausstellung in Heilbronn rühren müssten, wie würde ihr Slogan lauten und wieso sollen die Menschen ihre Ausstellung »Aus der Kurve« besuchen? Was erwartet die Besucher hier? Es gibt unterschiedliche und spannende Installationen und Skulpturen zu sehen. Außerdem denke ich, dass schon allein der Titel »Aus der Kurve« die Menschen animiert, zu kommen. Man kann ja bekannterweise aus der Kurve fliegen oder getragen werden. Es können aber auch Gegenstände wie Feuerzeuge oder Münzen aus der Kurve im Fanblock fliegen. Der Titel ist darüber hinaus ein Anknüpfungspunkt zu früheren Arbeiten und Themen, die ich schon in der Vergangenheit angesprochen habe. Ein Werk aus den 90er Jahren heißt zum Beispiel: »Erst rechts, dann links und dann immer geradeaus«, eine Umschreibung für den Kreisverkehr, was damals fast niemand verstanden hat. Insofern kann man den jetzigen Ausstellungstitel auch als eine Art Verlängerung oder Variante davon sehen, es gibt allerdings auch eine Arbeit mit diesem Titel in der aktuellen Schau. Hier in Heilbronn zeige ich jedenfalls auch ältere Arbeiten, die OLAF METZEL — selbst ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Von daher freue ich mich sehr, diese Werke zeigen zu dürfen. Ich habe die älteren Arbeiten in einem Parcours mit neuen, zum ersten Mal zu sehenden Werken, kombiniert. Das in allen Arbeiten durchgängige Thema sind die Medien und ihr Einfluss auf unsere gesellschaftliche Situation. Das heißt nicht, dass es hier explizit politische Arbeiten zu sehen gibt, sondern einfach nur gute Kunst. HANIX — Sie haben einmal gesagt, dass einem, wenn man weiß, was Kunst nicht ist, die Welt offen steht. Also: Was ist Kunst nicht? Da muss ich korrigieren. Dieses Zitat stammt nicht von mir, sondern von dem wunderbaren Künstler Bill Copley. Ihm ging es, wenn ich das so interpretieren darf, um die Frische, die Neugier und das Risiko und nicht um irgendwelche abgelegten Hüte. OLAF METZEL — HANIX — Sie selbst sagen, dass Sie mit ihrer Kunst nichts ausdrücken oder aussagen, sondern einfach gute Kunst machen wollen. Wie definieren Sie gute Kunst? habe einmal gesagt, dass jeder Künstler einen anderen Beruf hat und insofern entscheidet auch jeder für sich selbst, was gute Kunst ist. Natürlich gibt es Momente, in denen man im Atelier sitzt und sich fragt, ob OLAF METZEL — Ich

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KULTURBEUTEL: OL AF METZEL HANIX — Welche Zeitungen lesen sie? Ich lese eigentlich querbeet. Wenn man in einem Café sitzt, liest man das, was da ist. Oft lese ich den Spiegel oder die Zeit. Aber auch die Süddeutsche Zeitung, die TAZ und die FAZ. Für meine Arbeit über Amy Winehouse habe ich auch gezielt Illustrierte wie die Bunte oder Gala gelesen. OLAF METZEL — HANIX — Und wie geht es dann weiter? OLAF METZEL — Hat man dann einmal die Überlegung über das Motiv abgeschlossen, kommt der nächste Schritt: Das Bedrucken der Platten, die circa 250 cm auf 220 cm groß sind. Erst dann fängt die eigentliche Arbeit an, das Zerknautschen des Aluminiums. Aluminium hat die Eigenschaft, nach dem dritten Biegen ziemlich biegesteif zu werden. Trotzdem machen wir das alles von Hand. Ich sage »wir«, da ich natürlich im Atelier von Mitarbeitern unterstützt werde. HANIX — Warum ist eigentlich Amy Winehouse mit dabei? dieser oder jener Versuch funktioniert. Man muss nicht nur die eigene Situation, sondern auch die gesellschaftliche ständig hinterfragen. HANIX — In Heilbronn sind neben den zerknüllten Zeitungsseiten auch Werke von ihnen zu sehen, die Sie in den letzten 25 Jahren geschaffen haben. Uns interessiert, nach welchen Kriterien Sie die Zeitungsausschnitte ausgewählt haben, die dann letztendlich auf die riesigen Aluminiumplatten gedruckt wurden? Amy Winehouse ist es einfach so, dass ich ihre Musik klasse finde. Leider war beinahe absehbar, wie es mit ihr enden würde und trotzdem waren dann alle geschockt. So ging es auch mir und daraufhin habe ich beschlossen, eine Art Portrait von ihr zu erschaffen. HANIX — Wir vermissen unter den Exponaten die Seite eins der Bildzeitung vom 20. April 2005. Wissen Sie, mit welcher Schlagzeile die Bild damals aufgemacht hat? Es war die Schlagzeile »Wir sind Papst«! OLAF METZEL — Bei habe natürlich ein sehr großes Archiv, lese noch dazu gerne Zeitungen, aus denen ich manche Artikel rausschneide. Der Tag fängt bei mir – wie der Katalogtitel sagt - mit Kaffee, Zeitung und einer Zigarette an. Das kann man leider in Deutschland nicht mehr machen, aber in österreichischen Cafés ist es noch erlaubt. Dabei kommen einem die Motive geradezu entgegen, egal aus welcher Rubrik. Ein gutes Beispiel ist das Werk mit Mario Balotelli. Als ich das Foto sah, wie er da stand in seiner Pose, war klar, dass dies eines der Fotos des Jahres 2012 werden wird und ich damit etwas machen muss. Natürlich auch wegen des Ereignisses: Schließlich hat er die Deutschen abgeschossen! Auf der Rückseite der BalotelliArbeit ist übrigens das 4:4 der Deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden abgebildet. OLAF METZEL — Ich Ach herrje, nein, hierüber habe ich tatsächlich nichts gemacht, weil es mich ehrlich gesagt nicht interessiert. Aber ich hatte in der Vergangenheit Gespräche mit Herrn Diekmann von der Bild und seiner Redaktion, habe bereits eine Arbeit gemacht, für die ich die originalen Matrizen der Bildzeitung erhielt, was sehr spannend war. Die Arbeit heißt »Aus!«. Das war die Schlagzeile, als Ex-Bundespräsident Christian Wulff damals zurücktrat. OLAF METZEL — HANIX — Sie haben lange experimentieren müssen, um die Faltungen der Aluminiumplatten derart hinzubekommen, dass Sie tatsächlich aussehen, wie zerknülltes Zeitungspapier. Worin lag die größte Schwierigkeit? Es ging nicht nur um die Faltung, sondern auch um die Technik. Als Allererstes galt es einen Weg zu finden, beide Seiten bedrucken zu können, ohne dabei die Platten zu beschädigen. Da mussten wir lange OLAF METZEL —

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KULTURBEUTEL: OL AF METZEL mit der Druckerei experimentieren. Die Arbeiten hätten einen ganz anderen Effekt, mit der silbrigen Farbe des Aluminiums auf der Rückseite. HANIX — Ihre Zeitungsknäuel aus Aluminium sind nach eigener Aussage Bildhauerei in anderer Form. Erklären sie das bitte mal für Kunstlaien? HANIX — Sprechen wir über die große Skulptur, vor der wir sie fotografiert haben. Wie lange müssen hierfür vier Leute biegen, bis das gewünschte Ergebnis zustande kommt? Ich arbeite ja nicht nur mit Aluminium, sondern auch mit Stoffen wie Bronze, Beton, Holz oder Wachs, um nur ein paar Beispiele zu nennen, und versuche diese Materialien adäquat einzusetzen. So benutze ich immer diejenigen Materialien, die zu meiner Absicht passen. Ich modelliere außerdem unterlebensgroß nach Modell, da ich nichts Staatsbejahendes oder Majestätisches erschaffen möchte. Ein Beispiel, das auch in Heilbronn zu sehen ist, ist »Turkish Delight«, eine klassische Frauenfigur, die abwesend und in sich versunken wirkt. Zu diesem Eindruck passt Bronze aus meiner Sicht am besten. Bei den Zeitungsarbeiten geht es unter anderem darum, dass das Medium Zeitung endlich ist – es wird irgendwann ausgedient haben. Vor diesem Hintergrund hat zum Beispiel meine Arbeit »Il Balletto della crisi« von 1988 heute einen gewissen Archiv-Charakter, denn sie besteht aus ausgedienten Zeitungsmatrizen, die nicht mehr verwendet werden. Das heißt aber nicht, dass ich archivarisch arbeite, sondern immer mit den Mitteln der Bildhauerei. OLAF METZEL — lange. Dies ist harte körperliche Arbeit, bei der man sich auf ständige Änderungen einlässt, die sich durch den Widerstand des Materials ergeben. Genau das ist es, was ich meine, wenn ich von Bildhauerei spreche. Es hat nicht nur mit inhaltlichen Fragen, sondern auch mit formalen Qualitäten zu tun. Diese stecken auch im Material selbst. So fand ich beispielsweise die Drehbücher von Fassbinder sehr spannend, als ich diese einmal in die Hand bekam. Die Bücher waren alle noch mit Schreibmaschine geschrieben und mit handschriftlichen Anmerkungen versehen, ein ganz anderes Erscheinungsbild von Schrift und ein eigener Umgang mit Texten. Ich fand immer, dass Fassbinder ein ganz großartiger Künstler war, und es war mir ein großes Anliegen, etwas im Zusammenhang mit ihm zu machen - auch wenn ich nur Fragmente seines großen Schaffens darstellen kann. HANIX — Und was sind ihre Zeitungsknäuel nun? Sind es Malereien, Reliefs, Collagen oder etwas anderes? OLAF METZEL — Sehr Die Frage »Was ist es eigentlich?« sollte man immer den Kunsthistorikern stellen. Letztendlich OLAF METZEL —

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KULTURBEUTEL: OL AF METZEL haben einige meiner skulpturalen Arbeiten auch malerische Qualitäten, beispielsweise »Utopia«, ein Werk zur Occupy-Bewegung, das Steine schmeißende Demonstranten zeigt, und in seinem Aufbau und der Farbigkeit einem Gemälde ähnelt. Andererseits können auch collageartige Arbeiten entstehen, zusammengesetzt aus den Schnipsels verschiedener Zeitungen. Diese unglaubliche Vielfalt des Mediums Zeitung mit seinen unendlichen Möglichkeiten ist das, was mich fasziniert, und womit ich gern arbeite. HANIX — Fritz Pleitgen hat gesagt, sie setzen sich mit den Problemen der Gesellschaft auf sehr herausfordernde, gar provozierende Art auseinander. Wie könnte er das aus ihrer Sicht gemeint haben? hoffe in allererster Linie, dass die Besucher Spaß haben. Ich habe versucht, meine Werke in einer Art Parcours zu inszenieren. Von außen sieht man zum Beispiel »Amy Winehouse« und »Milieufragen«, dann öffnet sich der Raum, die neuen Arbeiten werden gezeigt, anschließend wird er mit »Basisarbeit« wieder verdichtet. Dann folgen Arbeiten, die viel Raum benötigen, hier möchte ich Luft zum Atmen geben, die Farben und die Materialität wirken lassen. HANIX — Taugen die Räume der Heilbronner Kunsthalle Vogelmann und des Kunstvereins Heilbronn für ihren eben formulierten Anspruch? Oder war es eine größere Herausforderung als in anderen Kunsthallen? OLAF METZEL — Ich Da müssen sie ihn am besten selbst fragen, das war sein persönlicher Eindruck meiner Arbeiten. Mir geht es einerseits immer um die gesellschaftliche Situation, darum, mit und aus der Zeit heraus, ein Bild zu entwickeln, andererseits habe ich die Zeit natürlich nicht erfunden. Sie ist mein Material, mit dem ich mich nun seit über 30 Jahren beschäftige und hierzu gehört natürlich auch die Gewalt, vor allem die Ästhetik der Gewalt. Nehmen sie zum Beispiel den Film »Uhrwerk Orange« von Stanley Kubrick. Als ich diesen Film gesehen habe, war ich fasziniert davon, wie man solch ein Thema rüberbringen kann, ohne dabei auszurutschen. OLAF METZEL — HANIX — Wie sollen sich Menschen in ihren Ausstellungen bewegen? Das kann ich ganz klar mit Ja beantworten, denn ansonsten hätte ich hier nicht ausgestellt. Die fünf großen Säle und der kleine Saal dazu sind allerdings schon eine Herausforderung, man muss aufpassen, alles so zu installieren und formulieren, dass nicht der Eindruck »dicht an dicht« beziehungsweise einer russischen Hängung entsteht. OLAF METZEL — HANIX — Wie gefällt Ihnen die Architektur? Da schweigt des Sängers Höflichkeit ... Wissen Sie, ich habe ja nicht umsonst zwei Motive von Architekten installiert. Eines von Oscar Niemeyer und ein Zweites von Carlo Mollino ... OLAF METZEL —

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TITELTHEMA: HANDARBEIT

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M IT TAGST I Sc H T E ST TEXT: ROBERT MUCHA & PHILIPP KIONKA FOTOS: ROBERT MUCHA We r ke n n t da s Pro b l em n i c ht : Mittags paus e - abe r wo h in zum E s s e n. Desha lb haben w i r u n s d a z u en t s c hl o s s en , e ine n re gio nale n Mittag s tis ch -Te s t zu sta r ten. Die s m al w are n w ir i m Vo l t in o , d e m ö ffe ntlich e n Be trie bs re s taurant d e r ZEAG. Ge te s te t w u rde n eb en d em Ges c h m ack auch d ie Ge s ch wind ig k e it, d ie Freundli chk e it d e s Se r vi ce- Per s o n a l s , n a t ü r l i ch d e r Pre is und auch d ie ind ivid ue llen Ei genhe ite n de r Lok a l it ä t . Im Tes t h a b e n wir uns für d as um ge k e h r te Sch ulnoten-Sy st e m e nt s c h ied en . Da s b ede ute t, d as s d ie 6,0 d ie Hö ch s tno te is t .

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RO B E RT H ÄU S S E R: IM AUFTRAG ... F oTo G R A F I e n A U s HAndweRk Und IndUsTRIe 24. Mär z 2013 bis 12. JANUAr 2014 Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Forum Internationale Photographie Museum Zeughaus C5 Das Forum Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn-Museen präsentiert die Ausstellung »Robert Häusser – Im Auftrag… Fotografien aus Handwerk und Industrie«. Eine Auswahl von über 100 Aufnahmen dokumentiert in der Schau Auftragsarbeiten, die Robert Häusser für verschiedene Berufs- und Industriebranchen ausgeführt hat. Gegliedert sind sie in die Themenschwerpunkte »Industriearchitektur – Fotografien als optisches Phänomen« und »Der Mensch bei der Arbeit«. Robert Häusser gilt als ein Wegbereiter der zeitgenössischen Fotografie. Er gehört zu den wenigen international anerkannten deutschen Fotografen der Nachkriegszeit, die eine unverwechselbare Handschrift entwickelt haben. Ein Großteil der Aufnahmen, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind in den 1950er bis 1970er Jahren für Unternehmen in Mannheim und der Region entstanden. Zu dieser Zeit hatte sich Häusser bereits einen Namen als Fotograf in der Kunstszene gemacht. Bereits ab den 1950er und 1960er Jahren wurden seine Bilder in Galerien und Museen ausgestellt. Wirtschaftsunternehmen wie das Chemieunternehmen BASF wurden auf ihn aufmerksam und konnten den späteren Hasselblad-Preisträger (1995) für Auftragsarbeiten gewinnen. Rund ein Viertel der in der Ausstellung präsentierten Bilder widmen sich Standorten oder Arbeitern der BASF, für die Robert Häusser die ganze Welt bereiste und an Standorten weltweit arbeitete. So entstanden wichtige Zeitdokumente, die jedoch durch die konsequente Formsprache autonome Kunstwerke darstellen, geprägt von der strengen, oft symmetrischen Tektonik der Schwarz-Weiß-Fotografie Häussers. Davon zeugen die Industriearchitekturbilder, die in einer meisterlichen Schwarz-Weiß-Komposition umgesetzt sind und eine klare Rhythmik aus helldunklen Kontrasten und seriell repetierenden Formen zeigen. Die zur Gruppe »Mensch bei der Arbeit« zusammengefassten Fotografien überraschen den Betrachter mit ungewöhnlichen Perspektiven: Der Mensch steht im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Häusser gelingt es, in seinen Bildern den »entscheidenden Moment« von Haltung und Geste des Arbeitenden in seinem Arbeitsumfeld festzuhalten. Das Forum Internationale Photographie der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim hat es sich zur Aufgabe gemacht, in regelmäßigen Szenenwechseln die unterschiedlichen Aspekte aus dem Werk Robert Häussers vorzustellen. Mit der Ausstellung »Robert Häusser – Im Auftrag...« rückt es die dokumentarische Fotografie des Künstlers in den Mittelpunkt, die durch die unverkennbare Ausdrucksweise Häussers Eingang in sein künstlerisches Oeuvre fand und zugleich den Menschen hinter der Kamera zeigt.

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KUNSTREGION: ROBERT HÄUSSER Porträt ©Robert von Robert Häusser Häusser

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KUNSTR EGION: ROBERT HÄUSSER

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KUNSTREGION: ROBERT HÄUSSER Eierkontrolle Robert Häusser, 1963 Zur Lebensmittelüberwachung gehört auch die Kontrolle von Eiern in Bezug auf Größe, Farbe und Makellosigkeit. ©Robert Häusser Der Koch Vicco Torriani Robert Häusser, Basel, 1962 Der Sänger und Schauspieler Vicco Torriani (19201998) betrieb als professioneller Koch erfolgreich ein Gourmetrestaurant, die »Bonne Auberge« am Spalenring in Basel. ©Robert Häusser

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KUNSTR EGION: ROBERT HÄUSSER Puppenherstellung Robert Häusser, 1960er Jahre Die Firma Schildkröt wurde 1873 in Mannheim gegründet. Das Warenzeichen auf den dort hergestellten Puppen war eine klein reliefierte Schildkröte. Es war im Kaiserlichen Patentamt in Berlin eingetragen. Das bekannteste Material, aus dem die ersten Puppen um 1896 hergestellt wurden war Celluloid, bruchfest, abwaschbar, farbecht und hygienisch. ©Robert Häusser

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KUNSTREGION: ROBERT HÄUSSER Spinnereimaschinen, Anderson, BASF Robert Häusser, USA, 1968 Man kennt hauptsächlich zwei Verfahren: Das Ringund das Rotorspinnen. Am weitesten verbreitet ist das Ringspinnen, bei dem die Lunte etwa um den Faktor 40-50 gestreckt wird. Das Rotorspinnen ist insgesamt wesentlich schneller und damit kostengünstiger. ©Robert Häusser

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KUNSTR EGION: ROBERT HÄUSSER South Kearny, BASF Robert Häusser, 1974 Im Hintergrund das World Trade Center mit den Zwillingstürmen/Twin Towers in New York. ©Robert Häusser

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KUNSTREGION: ROBERT HÄUSSER Röhre, U-Bahnbau Robert Häusser, München, 1965 Aus verschiedenen Tunnelteilen und -abschnitten setzt sich das Streckennetz der Untergrundbahn zusammen, vorwiegend elektrisch betriebene Schienenfahrzeuge sind dort eingesetzt. Die Münchner U-Bahn wurde am 19. Oktober 1971 eröffnet und befährt ein Streckennetz von 103,1 km mit 100 Bahnhöfen. ©Robert Häusser

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KUNSTR EGION: ROBERT HÄUSSER Großanlage im Chemiewerk, BASF Robert Häusser, Ludwigshafen, 1963 Luftzuleitungen zu den Flüssigphasen-Oxydationsreaktoren bei der Herstellung von Phthalsäureanhydrid (organische Verbindung von Kunstharzen, Kunstfasern, Farbstoffen oder Farbpigmenten). Ein großer Teil der in der BASF gewonnenen Phthalsäure dient der Herstellung von Weichmachern (Palatinolen) für Kunststoffe. ©Robert Häusser

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Olaf Metzel Aus der Kurve 16. März – 23. Juni 2013 Kunsthalle Vogelmann Kunstverein Heilbronn Allee 28 kunstverein-heilbronn.de

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H E RRE N WA H L TEXT: NICOLAI KÖPPEL FOTOS: ARCHIV

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL Nicolai Köppel schreibt zwar schon lange nicht mehr mit der Hand, aber kann sich noch gut an seine ersten tänzerischen Schritte erinnern (siehe Editorial). Mit seiner Kurzgeschichte »Herrenwahl« verarbeitet Köppel wunderbar schreckliche Engtanzabende. www.Nicolaikoeppel.de »Denn das Leben ist ein Durcheinander, in dem man sich von Zeit zu Zeit auf ausgewählte Dinge beschränken und den Rest einfach ausblenden und in ihnen schweben darf. Denn wir alle wollen nur schweben, nicht wahr? Und wie geht das? Mit anderen nicht zusammenrempeln, immer in Bewegung bleiben, lächeln weil’s besser aussieht – und irgendwer guckt immer, egal ob man gerade Zeit hat zu gucken, ob einer guckt, auch wenn’s gequält aussieht, die Absicht zählt auch und die sieht man dann ja, der Rest ist Übung – das Kreuz gerade halten, dem Gegenüber nicht auf die Füße treten, und wenn man der Mann ist, sollte man führen. Ja Sie kichern, aber das ist nicht matscho oder anti-Emanze, oder wie Sie das nennen könnten, meine Damen, weiß ich nicht, der Herr führt eben nun mal, das ist kulturelle Tradition, eine andere haben wir nicht, also ich kenn keine, und Sie wollen ja schließlich die mitteleuropäischen Standardtänze lernen, nicht wahr?« Großartig dachte ich, unser Tanzlehrer ist ein Philosoph. Es war 1986, ich war eben erst mit Piti und Hella vom Rauchen gekommen und hatte den Beginn der Ansprache verpasst, wir kamen gerade recht, uns mit den anderen 26 Halbwüchsigen in zustimmendes Murmeln einzureihen. Im Ernst, welcher Vierzehnjährige will tanzen lernen? Nein, anders. Welcher 14jährige träumt davon, es zu können? Ich meine nicht die coolen Bewegungen in der Disco, in die wir ab übernächstes Jahr bis 22 Uhr durften, sondern Cha-cha und langsamer Walzer. Die Antwort: Sozialdruck, Hormonstau und ein Mangel an Alternativen. Im Zuge eines vorgetäuschten Tanzenlernversuchs Mädchen in der Hüftgegend berühren zu können, oft minutenlang, oft zum ersten Mal, das zog uns an. Beziehungsweise der Umstand, dass wenn ausgerechnet Piti, Hella und ich, also wenn wir nicht hingingen, würden doch die anderen in der Klasse all das tun. Quasi für uns. Statt uns. Und dann so tun, als hätten sie uns was voraus. Und recht haben. Piti war der Sohn von Getränke-Bolzmann, ein kleingeratener Derwisch. Sein Vater ließ ihn nach der Schule bis zum Abendessen Leergut stapeln, er durfte sogar schon selber Ware annehmen, wenn Lieferanten kamen, und seit dem Stimmbruch auch den Telefonhörer abnehmen. Irgendwann in unvorstellbar ferner, aber gewisser Zukunft würde Piti selber Getränke-Bolzmann sein. Das machte ihn stolz und gab ihm ungeheure Freiheit, fand ich, deshalb war Piti auch so Verbrecher-scheißegal-das-klappt-schon-mäßigdrauf. Er kam auch gut an Bier ran. Hella war mehr der bullige Typ. Er hieß beziehungsweise heißt eigentlich Jürgen und hatte seinen Spitznamen weg, seit er mal im Sommerkino seine Sonnenbrille vergessen hatte abzunehmen und mehrmals »Machdochmal HELLA!« rufen musste, bis es sich aufklärte. Hella war im Tanzkurs, weil Birgit hier war. Er wollte ihr zeigen, dass es ihm Wurst war, dass sie mit ihm Schluss gemacht hatte. Wenn es nötig war, würde er, um das rüberzubringen, sogar ein anderes Mädchen küssen, wenn sie zusah. Welches Mädchen wusste er noch nicht. Er schwankte überhaupt noch, was diesen Punkt anging. Wir drei hatten uns gesagt, dass wir nur zusammen in den

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL Tanzkurs gehen würden, zu dritt oder gar nicht, aber das war klarer Quatsch, wir wären jeder für sich hingegangen, nur um eine Ausrede ärmer. Zentrale Figur auf dem Parkett war Manfred Briefle. Seine Tanzschule hatte 1986 gerade 20jähriges Jubiläum, er hatte viele wie uns gesehen. Schon unsere Eltern hätten bei Briefle tanzen lernen können, aber wir wohnten alle im selben Neubaugebiet, von irgendwoher zugezogen. Kann sein, dass wir ungerecht zu ihm waren, wenn er uns spanisch vorkam, kann sein, dass für einen 14jährigen jeder sonnengebräunte Erwachsene mit schwarzgelockter Fönfrisur, der auf Fotos gern seinen weißen Anzug trägt und im Tanzunterricht Dinge sagt wie »drei .. vier .. Wech-sel-schritt!« seltsam rüberkommt. Aber komisch war’s schon: Denn immerhin gab es eine Frau Briefle. Sie war unaussprechlich dick und trug immer einen bauschigen Rock, der so dicht über dem Boden endete, dass man nur selten ihre Füße sah. Auf den im Eingangsbereich gerahmt hängenden alten Abschlussballfotos standen Herr und Frau Briefle stets Arm in Arm. Von unseren Eltern kannten wir derlei Eintracht nicht, und keiner unserer Väter hatte Fönfrisur. Also nicht so jedenfalls. Und keiner sprach so schwungvoll wie Herr Briefle, er tanzte mit der Sprache. Und er führte dabei. Dazu klatschte er immer wieder in die erhobenen Hände, was ihn noch spanischer aussehen ließ. »Der Ablauf ist festgelegt: Sechs Tänze werden wir erlernen, zwei bis drei abendliche Doppelstunden jedem Einzelnen widmen, angefangen mit den simplen hin zu den anspruchsvolleren. An jedem der 18 Abende werden auch alle bisherigen Tänze wiederholt, damit die Schrittfolgen sich in ihren Gehirnen festsetzen können. Ich werde den Herren assistieren, Frau Briefle den Damen. Tanzen Sie bitte immer weiter, auch wenn sie einen Fehler machen, wir kommen dann zu ihnen. Sollten wir ihre vollständige Verwirrung nicht bemerken, tanzen sie bitte einfach weiter, bis wir sie bemerken, und wenn selbst das nicht mehr möglich sein sollte, lassen sie sich einfach sanft auf den Boden gleiten und fangen an zu heulen. O-kaj? Das war jetzt Ironie. Hier lernt man was! Und eins-zwei-.. eins-zwei.« Jeden Abend dasselbe: Briefle griff sich ein Pärchen, das heißt er suchte sich einen Jungen und ein Mädchen, die er zusammen tanzen sehen wollte, er paarte also ein Pärchen und zeigte ihnen die Grundschritte, und der Rest musste zuschauen und aufpassen. Frau Briefle ergänzte manchmal mit leiser Stimme etwas, aber er ging nie darauf ein, und ich stand immer zu weit hinten, um sie zu verstehen. Dann ging Frau Briefle die Musik lauter machen, die restlichen Paare fanden sich (es ging nicht ganz auf, dazu aber später), und wir rumpelten los, und ich hatte oft ein Mädchen im Arm, das ich noch nicht kannte. Herr Briefle durchmaß den Saal mit der Ruhe des Zeremonienmeisters, ein kabelloses Mikrofon in der Hand, und korrigierte im Takt, was ihm nicht gefiel. Seine Stimme lag über der Musik aus den Boxen. »sie-ben, acht! Das Kreuz durch. Eins, zwo, nicht so schnell, drei, vier, heb die Hand hoch, fünf, sechs, sehr schön, sieben, acht, gleich weiter und!« - das konnte so eine gute Viertelstunde am Stück gehen, ohne dass er sich nennenswert wiederholte, denn wenn er einen Tänzer korrigierte, erging die Meldung an alle, und alle folgten seiner Anweisung, bevor er ihren Rundrücken überhaupt gesehen hatte. Ein engmaschiges sozial zweckgebundenes Kommandonetz, halbwegs militärisch, mit Foxtrotbegleitung und geputzten Schuhen. Wie ein Soldat im Smoking, wie Alfred Biolek, der sich von Freddie Mercury das Rhythmusgefühl und von Freddy Quinn die Solariumsdauerkarte geborgt hat. Frau Briefle bewegte sich auch durch die tanzenden Paare und machte Bemerkungen, aber sie hatte kein Mikrofon. Es war wohl Konsens, dass den Mädchen die Anmut quasi angeboren war und sie nicht so viele Fehler machten. Oder stimmt es vielmehr, dass Männer auf öffentliche Zurechtweisung mit gesteigerter Ambition, Frauen aber eher verletzt reagieren? War die Tanzstunde aus dem Hause Briefle ein gruppendynamisches Meisterwerk? Möglich, aber das Beste waren die Pausen. Herr Briefle rauchte SlimLine-Zigaretten, die er zwischen Daumen und Zeigefinger hielt, und er hatte nichts dagegen, wenn wir in der Pause Cola für eine Mark an seiner Getränkebar kauften und dabei auch rauchten, denn in der Pause wurde sowieso gelüftet. Tanzschuldunst lag im Raum, ein Gemisch aus Parfüm und süßem Schweiß. Briefle stand neben uns an der Bar oder dahinter, aber man sprach nicht mit ihm, und er sprach nicht mit uns. Man sprach jedoch, sobald er außer Sicht war, über ihn. »Möchte mal wissen, wo er die Getränke kauft. Also ganz sicher nicht bei uns«, bemerkte Piti, »selber schuld, wir sind die besten, Getränke-Bolzmann, guten Tag!« »Jaja«, sagte Hella, »ihr habt die beste Cola, du Depp. Die schmeckt doch überall gleich.« »Warst du schon mal im Sommer bei Rewe? Da stehen die Paletten stundenlang in der Sonne, bevor sie ins Lager kommen.« »Und so was schmeckst du?«

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL »Ich? Ich trink doch keine Cola vom Rewe! Getränke Bolzmann, immer dazusagen, wenn‘s schmeckt!« Ich unterbrach die beiden. »Schaut mal, ich glaub, Katja Stähle trägt keinen BH.« »Ich weiß«, sagte Hella, »aber ich schau da nicht hin, wenn die Birgit das sieht, denkt sie noch, ich will was von der.« »Jaja, die Katja, die hat ja«, raunte Piti, »das sind ein paar gute Handvoll, aber ich bin ja schwere Arbeit gewöhnt. Bei der Herrenwahl hol ich sie mir gleich mal für den Tango. Die leg ich so in die Kurve, die macht gleich mit mir Abschlussball!« Walzer, Tango und Polka konnten wir schon. Rumba, Disco-Fox, langsamer Walzer und Cha-Cha-Cha fehlten noch. Der Zwischenball näherte sich, und keiner konnte mehr der Frage ausweichen, mit wem man denn Zwischen- und infolgedessen auch Abschlussball machen wollte. Wer einen fragte, wen man fragen sollte, bei wem man eine Chance hatte, wer bei einem nicht. Den sogenannten Herren wurde traditionell zugemutet, sich um eine Dame zu bemühen. Ein Gutes hatte die Ausgangslage in unserem Kurs: es gab zu wenig Herren, und wer von den Damen übrig blieb, musste mit einem Gastherren vorlieb nehmen. Das waren Jungs, die Herr Briefle dann auftrieb, die den Abschlussball schon hinter sich hatten, die hatten schon F-Kurs oder sogar Bronze, Silber gar, und waren älter, aber nix von wegen Mädchenschwarm und schon ein eigenes Moped und so. Ein allzu stolzes Mädchen, das drei Zwischenballanträge vermeintlich unwürdiger Buben ablehnte, konnte sich am Tag der Abschlussballs unter Beobachtung ihrer Verwandten in den Armen eines Briefmarken sammelnden PhysikLKlers mit Überbiss wiederfinden, wenn sie Pech hatte. Und für immer mit ihm auf dem Abschlussballfoto sein. Wen traute man sich zu fragen? Man musste geschickt vorgehen. Nicht zu hoch pokern, nicht zu tief stapeln. Richtig

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL liegen bei den Vermutungen und dem aufs HörensagenHören, welche Deals in der Gruppe schon gemacht waren und wie viele überhaupt, quasi prozentual. Den richtigen Zeitpunkt wählen. Es durfte nicht so wirken, als sei die angefragte Dame zweite Wahl, auch wenn sie dritte oder vierte war, man durfte aber auch nicht zu früh fragen, denn auflösen ließ sich eine durch Zusage einmal geschlossene Verbindung nur schwer. Nur: Längst hatte man noch nicht alle Mädels durchgetanzt. Wer konnte ahnen, ob sich nicht beim ständigen Wechsel der Übungspartnerinnen, der von den Briefles gefordert wurde, nicht doch noch eine finden ließ, die sich besser anfühlte, die besser tanzte, nicht so viel Quatsch redete und die man vielleicht sogar zum Lachen bringen konnte? Wusste man nicht. Aber man kann auch nicht ewig suchen. Bei mir war’s simpel: Ich kriegte Steffi, wie immer. Wir waren alte Kindergartenkumpels, unsere Väter waren zusammen im SPD-Gesangverein. Wenn wir zusammen Abschlussball machten, interessierte das keinen besonders, nicht mal unsere Eltern. Und wenn wir eines Tages heira56 teten, würden sie nur kurz hochschauen und vermutlich wortlos Sekt aus dem Keller holen. Steffi war nur ihrer Freundinnen wegen hier, das sagte sie ganz offen, ich zwar auch, aber das Rattenrennen um die Abschlussballmädels wollte ich nicht mitmachen. Es war perfekt mit Steffi. Und Fotos mit uns beiden drauf gab es schon mehr als genug. Also alles ganz zwanglos. Super. Piti hatte das Feld bald abgesteckt: Alle kamen infrage außer Katja, die ihm eine gescheuert hatte, als er sie beim Tango gefragt hatte, ob sie sich vorstellen könnte, zu Tangomusik und Kerzenschein auch Sex mit ihm zu haben, Getränke aller Art wären frei. Und Birgit fiel auch aus. Denn wer Birgit fragte, ob sie mit ihm Abschlussball machte, bekam es mit Hella zu tun. Das wusste Piti, das wusste bald sogar Birgit. Und Hella sorgte außerdem irgendwie dafür, dass es alle Jungs im Tanzkurs wussten und keiner Birgit fragte. Piti damals unterzukriegen war nicht leicht, er war einen Kopf kleiner als die allermeisten und hatte kein Talent im mitteleuropäischen Paartanz. Auch die, die ihn nur oberflächlich kannten, und das waren die meisten, denn Piti

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL war und ist oberflächlich, wussten zwei Dinge von ihm: Er erzählte von jeher dreckige Witze auf eine Art, die seinen Zuhörern bis heute peinlich ist, und er war der Sohn von Getränke Bolzmann bzw. ist heute selber Getränke Bolzmann. Das reichte nicht. Das reichte nur für Svenja Pietsch, die ein bisschen blöd war und selber nicht tanzen konnte. Heike hatte Svenja angeblich vor Piti gewarnt: Pass auf, der will nur fummeln, aber Svenja hatte nur gelacht. Angeblich. Und zwar nicht so Das-soll-der-Drecksack-malbei-mir-versuchen-mäßig, sondern eher so: hömhöm. »Fest-an-den-Hän-den-hal-ten, drei, vier und-Seit-VorWech-sel-schritt!« Der Zwischenball nahte. Hella tanzte wahllos mit allen Damen und bekam für den Abend eine Dame zugeteilt, die mit Birgit in der Klasse war. Piti und Svenja kamen gut miteinander aus. »Die ist reif«, sagte er, »die Svenja schnapp ich mir. Vorgestern waren wir in ‚Jenseits von Afrika‘, und sie hat mir im Dunkeln wohin gefasst. Am Zwischenball ist die fällig. Ich sag nur: Quietsch die Pietsch, hehehe.« Sprach’s und ging sich ne Cola holen. Ich schätze, Hella und ich sahen ihm nach, ganz ohne Neid: Sollte er unseretwegen ruhig die Fälligkeit von Svenja Pietsch einlösen, aber warum war bei Piti immer alles so einfach? Steffi wollte nicht, dass ich ihr Kleid vor dem Abend des Zwischenballs sah. Und dass sie sich ne Dauerwelle machen lassen würde, erzählte sie auch nicht. Es kann schon sein, dass man sich gewisse Dinge nicht mehr sagen muss, wenn man sich lange kennt, aber dass ich an dem bewussten Abend vor der Mehrzweckhalle zuerst an ihr vorbeiging, ohne sie zu erkennen, passte ihr dann auch nicht. Hella und Birgit tanzten mit welchen, die sie extra doof fanden, nur um es dem anderen zu zeigen. Piti und Svenja Pietsch waren die meiste Zeit verschwunden und tauchten nur zu einigen Tänzen auf, sie mit geröteten Bäckchen, was mir gar nicht aufgefallen wäre, aber Piti wies mich extra darauf hin: »Hast du gesehen, wie rot die im Gesicht ist?«, fragte er mich, als Svenja sich gerade mit Steffi über das Kleid von Franka lustig machte, »Ich sag dir, ich versteh die Erwachsenen nicht. Die können das die ganze Zeit machen und sind trotzdem immer so schlecht drauf. Geht nicht in meinen Kopf. Ist doch nicht verboten!« Wenn er überhaupt da war, viel Zeit zum Reden hatte er nicht. Immer wieder piekte ihn Svenja in die Seite und zog ihn kichernd irgendwohin, auch auf die Tanzfläche, wenn gerade Polka oder Chacha dran waren. Oder einer der Gastherren sprach ihn an. Piti war bekannt. Verboten war nämlich das Mitbringen eigener Getränke. Trotzdem hatte Piti eine Flasche Wodka dabei, an der er uns nippen ließ, und eine Zweite, die er einem der Gastherren für dreißig Mark verkaufte, Tankstellenpreis nannte er das, und dass einer was dabei hatte, machte schnell die Runde. Hella nippte einmal zuviel und saß den Rest des Abends in der Ecke. Er beobachtete Birgit, wenn sie nicht guckte, und umgekehrt. Steffi und ich saßen beieinander, aber zu reden gab es nichts. Was sie bewegte, waren Dinge wie ihre Bionoten, und die kannte ich ja, weil wir in derselben Klasse waren. Wenn es da noch was anderes gab, hatte ich keine Ahnung davon, und wenn nicht, auch nicht. Sie kam mir in ihrem gestreiften Tüllkleid vor wie ein aufwendig verpacktes Geschenk, das offenkundig nicht für mich bestimmt war, und geschminkt hatte ich sie auch noch nie gesehen. Sie sog am Strohhalm ihres Maracujasafts und holte sich einen neuen, wenn er leer war. Sie sah aus wie die Teilnehmerin einer Mini-Playback-Show, die überlegt, wie sie ihre Nummer aufziehen soll. In der Woche danach ging es los. Die Fassade der Tanzschule wurde in der Nacht des Zwischenballs beschmiert, wie das damals hieß, vollgesprayt. >Schwule Sau< hieß es dort jetzt. Ein paar Tage später dann das Haus der Briefles. Jemand erzählte davon, wir kriegten so erstmals mit, wo Briefles überhaupt wohnten, fuhren auf den Fahrrädern hin. Tatsächlich, da stand, quer über beide Seiten, die man von der Straße einsehen konnte, »Freddi Briefle lutscht Schw- hier war die der Straße zugewandte Hausecke – änze und lässt sich ficken«, stand da, und wir dachten: Boah, echt jetzt? Bildlich vorgestellt hatten wir uns so was noch nie, Hella und ich. Wer weiß, was Piti dachte. Piti hatte andere Probleme, aber das vordergründigste erledigte sich von selbst: Svenja kam nicht mehr in den Tanzschulunterricht und in die Schule auch nicht. Piti hatte also keine Abschlussballpartnerin mehr, und weil nicht sie, sondern immer ihre Eltern ans Telefon gingen, wenn er anrief (dreimal hat er’s probiert und mir danach davon erzählt, das dürfte also Minimum sein), und die immer auflegten, hatte er wohl auch keine Freundin mehr. »Miststück«, sagte er schließlich, »die vögelt bestimmt mit nem anderen rum.« Er trank eine Weile lang mehr als das eine abendliche Bier, das wir von ihm gewohnt waren. Als diese Weile vorbei war, waren wir älter und tranken mit. Svenja kam gar nicht mehr zurück in die Schule, sie wiederholte die Klasse, nachdem sie drei Monate lang gefehlt hatte und wechselte auf die

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL Realschule. Piti ging nach der zehnten Klasse vom Gymnasium ab. Wozu brauchte Getränke Bolzmann Abitur? Der Abschlussball fiel aus, weil sieben Elternpaare ihre Kinder nach den Schmierereien aus dem briefleschen Unterricht nahmen. Und elf Wochen nach dem Zwischenball schloss die Tanzschule ganz, um nie wieder aufzumachen, zwei Wochen, nachdem sich der Schmierer gestellt hatte. Ein junger Mann von einundzwanzig Jahren, einer der Gastherren bei unserem Zwischenball, und erst ab da ging es richtig bergab. Plötzlich hatten so manche schon immer was gewusst, aber nie was gesagt, und es kam zu unschönen Szenen, etwa als Frau Briefle beim Bäcker einfach überhaupt nicht mehr dran kam und der Ortsfriseur das Porträtbild von Herrn Briefle mit seiner frischen Dauerwelle aus dem Schaukasten nahm. Die meisten jedoch nahmen es ihm übel, dass er ein Geheimnis gehabt hatte. Nicht was für eins, das kam in der Beurteilung später, vielleicht auch mal früher, wenn man ein spezielles Problem damit hatte, aber sonst war das erst mal egal. Auch wenn es was Großes war. Gerade wenn es was Großes war, und man machte ein Geheimnis aus etwas Großem. Dann war ja der ganze Mensch nicht wahr, sondern gespielt. Über gut gespielt gab es nichts Schlechtes zu sagen. Aber wer schaut einem Tänzer zu, der immer gelacht hat und plötzlich nicht mehr, das macht ja schlechte Laune, das braucht kein Mensch, und Brot kann man ja auch woanders kaufen, wo man die Menschen nicht in ihrem Vertrauen gekränkt hat. Beim letzten Tanzschultermin leitete uns Frau Briefle über das Mikrofon durch den langsamsten Walzer, an den ich mich erinnern kann. Birgit fasste sich ein Herz und fragte Hella, ob sie mit ihm Abschlussball machen wolle. Er sagte Nein. Dann fingen sie beiden an zu heulen und gingen. Seitdem sind sie zusammen und haben heute drei Kinder, die aus dem Tanzschulalter alle schon raus sind. Am Tag darauf war die Tanzschule geschlossen, und da sie nie wieder geöffnet wurde, kann das als Erklärung herhalten, warum ich nicht tanzen kann. Die folgenden Jahrgänge mussten in die nächstgrößere Stadt, um die Rumba zu erlernen. Steffi und einer der Gastherren vom Zwischenball feierten beispielsweise im darauffolgenden Jahr zusammen dort Abschlussball. Keine Ahnung, was sie heute macht. Also überhaupt, meine ich. Dafür hab ich Svenja letztes Jahr getroffen, als wir unsere Väter von einem SPD-Fest abholten. War witzig, wir beide zufällig in der Stadt, standen mit den Autos nachts vor dem alten Schützenhaus und warteten auf sozialdemokratisch alkoholisierte Erzeuger. Ob ich noch Kontakt zu Peter hätte? Zu wem? fragte ich erst, weil ich wirklich nicht verstand, kein einziges Mal hatte ich Piti Peter genannt, und sie winkte ab, ich solle es vergessen, es sei nicht so wichtig, und in diesem Moment sah ich sie wieder vor mir, die Svenja von damals, erleichtert, aber auch enttäuscht. Da kam der erste Vater angewackelt, zufällig ihrer, wir warfen unsere Kippen weg und gaben uns die frei gewordenen Hände, und sie fragte mich, was ich denn eigentlich so mache jetzt. Ich antwortete so gut es ging und fragte selbst. »Ich hab nen Kindergarten«, sagte sie, »macht Spaß, das hält jung im Kopf. Zu jung manchmal«, und kicherte fast wie früher. »Eigene auch?« »Nein, geht nicht«, sagte sie, drehte sich zu ihrem Vater um. Der hatte gerade nochmal meinen getroffen und jetzt redeten die auch. Svenja steckte sich nochmal eine Kippe an und fuhr fort: »Da ist was schiefgelaufen, bei ner Operation, als ich noch jung war. Wenn der Arsch«, sie nickte zu unseren Vätern und meinte ihren, »sich nicht durchgesetzt hätte, könnte er sich heute von seinem Enkel heimfahren lassen. Und von Amsterdam hab ich damals auch nichts gesehen.« Ich sah sie ernst an, aber sie winkte ab. »Sag ihm nichts, dem Piti, der reimt sich das sonst zusammen.« Ich versicherte ihr, wenn es einen Menschen auf Erden oder auch nur in dieser kleinen Stadt gäbe, der sich mit beinahe schon religiösem Eifer nichts, aber auch gar nichts im Leben zusammenreimte, dann sei das Piti, und sie lachte, weil sie wusste, dass ich es nicht böse meinte, denn es stimmte ja. Sie stieg ins Auto ein und wartete darauf, dass ihr Vater den Griff der Beifahrertür von selbst fand. Drei Jahre lang blieb Herr Briefle damals verschwunden, die Tanzschule wurde nicht verkauft und unter anderem Namen wiedereröffnet oder so was, das ganze Gebäude blieb einfach leer, eine Schande, mitten in der Innenstadt, meinte mein Vater am Frühstückstisch, der nicht nur am Frühstückstisch, sondern auch im Stadtrat saß. Frau Briefle zog angeblich nach Norddeutschland, jedenfalls war sie weg, und auch Herr Briefle verschwand kurz danach, war dann aber nach drei Jahren plötzlich wieder da. Ich sah ihn am Tag meiner Führerscheinprüfung, als Piti und ich einen Sixpack frisch vom Lkw des Lieferanten knackten und meine neu erworbene Mobilität feiern wollten. Herr Briefle stand am Stehausschank vor Getränke Bolzmann, ich erkannte ihn kaum, weil er seine Haare nicht mehr färbte,

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL und weil er schlampig angezogen, unrasiert und betrunken war. Ich sprach Piti auf den einsamen Kunden an. »Klar«, sagte Piti, »der kommt seit ein paar Tagen am frühen Nachmittag, säuft sich einen an und zieht ab, solange es noch geht. Keine Ahnung, was das für ’n Typ ist« »Das ist Herr Briefle!«, klärte ich auf, »unser alter Tanzschullehrer.« »Echt?«, fragte Piti ungläubig, »hab ich nicht erkannt. Weiß ich nicht mehr. So was blende ich aus.« »Wie geht’s dem, was glaubst du?« Piti wedelte mit einer Hand vor seinem Gesicht herum. »Meschugge. Quatscht meistens mit sich selbst, der hat sogar schon ein paar normale Kunden verjagt, weil er so superschlau rumpalavert. Gestern sagt er zu einem, dass das Leben ein Durcheinander ist. Original so. Kann man ja mal denken, aber bevor ich mir den Satz zum Sagen ausdenk, trink ich doch lieber noch ’n Bier und halt mein Maul. Dafür gibt’s das doch, das Bier.« »Das mein ich nicht«, sagte ich, »bekloppt sind viele.« »Die meisten«, grinste Piti, »hab ich Glück gehabt, da kann ich behaupten, ich pass mich nur an.« Wir kletterten auf die obersten Kästen der Leergutpyramide, setzten uns in die brutzelnde Sonne und schwiegen. »Ich meine, wie geht’s ihm?«, sagte ich endlich und nickte Richtung Stehausschank. »Da drüben steht er«, Piti zuckte die Schultern, »frag ihn.« »Nee«, sagte ich. Wir schwiegen wieder. Briefle stand in einiger Entfernung im Schatten des Stehausschanks. Wir sahen, dass er halblaut mit jemandem redete, es war nur keiner da. Piti fand das nicht so spannend, er beaufsichtigte lieber den Kundenparkplatz. »Hast du Hella in letzter Zeit mal gesehen?«, fragte er plötzlich. »Nee«, sagte ich noch mal. »Dann guck nach links«, sagte Piti. Und tatsächlich, gerade setzte Hella eine leere Mineralwasserkiste aus dem Kofferraum, ließ die Heckklappe zufallen und kam winkend auf uns zu. Hella hatte den Führerschein schon über ein Jahr, er war ja auch älter wegen Sitzenbleiben. Sitzenbleiben machte älter. »Warte mal«, Piti stand auf und stieg die Leergutpyramide herunter, so behände, wie es nur der Sohn des Getränkemarktbesitzers kann, »bleib sitzen. Ich hab ne Idee.« Er war schon unten und boxte Hella in die Schulter, flüsterte mit ihm und stellte seine Kiste in die Pyramide. Ich verstand nicht, was sie redeten. Dann drehten sie sich beide mir zu, Piti trat einen Schritt vor und brüllte mit der Grandezza des Hausherrn in spe über den ganzen Parkplatz hinweg: »Zur Feier des Tages und in Erinnerung an alte Tage präsentieren Jürgen Amslinger und Peter Christian Bolzmann die nun folgende Darbietung.« Und sie nahmen Aufstellung. Ich wusste irgendwie sofort,

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KÖPPELS KUR ZGESCHICHTEN: HERRENWAHL was sie da taten. Hella fasste Piti um die Hüfte, der legte seinen Arm auf Hellas Oberarm, die andere Hand in Hellas Hand. Eine weihevolle Pause entstand, und obwohl ich unmöglich hören konnte, was Piti sagte, wenn er dort unten etwas sagte und nicht brüllte, sah ich ihn doch sich zu Hella beugen und glaubte deutlich zu hören, wie er einzählte, eins-zwei-drei, und daraufhin setzten sie sich in Bewegung. Hella und Piti tanzten. Langsamen Walzer, wenn ich richtig sah, oder besser: richtigen, den einfacheren Walzer, aber eben sehr langsam. Hella führte, der schmächtigere Piti stolperte anfangs eher nach rückwärts, aber Hella hielt ihn fest und hob ihn sogar etwas vom Boden an. Ich sah von oben zu. Der Kreis ihrer Tanzspur führte vom Leergut weg und direkt in Briefles Sichtfeld, der sich von Pitis Gebrülle nicht hatte aufschrecken lassen. Aber jetzt kriegte er mit, was da um ihn herum vorging, und reagierte prompt. Als wäre seine Stimme immer mit einer Soundanlage verbunden, hörte ich ihn laut wie damals, ein paar Jahre zuvor. »Mehr Gefühl! Die Arme locker, lo-cker! Vor, seit, ran, vor, seit, ran – das muss noch flüssiger werden. Flüssiger!« Briefle folgte Piti und Hella mit dem Kopf, malte Kreise in die Luft vor sich. Aber plötzlich verstummte er, hielt inne und drehte sich weg. Er nahm seine Flasche so locker am Hals, dass klar war, dass sie leer war, so schräg, wie er sie hielt. Er ging auf das Hauptgebäude von Getränke Bolzmann zu. Ich konnte unmöglich hören, was er vor sich hinmurmelte, aber vielleicht sagte er ja: »Apropos flüssig.« Piti und Hella tanzten weiter, sie brachen ihre Darbietung nicht ab. Sie tanzten schließlich für mich. Sie tanzten immer noch, als Briefle wenige Sekunden später wieder aus dem Laden kam und direkt zum anderen Ausgang des Parkplatzes ging, eine volle Flasche in der Hand, die er um den Bauch fasste. Er drehte sich um und rief uns zu »Haltung! Wenn die Haltung stimmt, könnt ihr machen, was ihr wollt!« Eigentlich hätte ich klatschen müssen, als Hella und Piti jetzt anhielten. Aber wie hätte sich das angehört, so ein einzelnes Klatschen von einem Einmannpublikum? Denn Herr Briefle hätte weder mitgeklatscht noch war er überhaupt noch da. Piti erzählte später, er sei nie wieder gekommen, und meine Mutter setzte mir nach ein paar Wochen den Klatsch zusammen. Herr Briefle war in der Stadt gewesen, weil seine Schwester in Norddeutschland gestorben war. Frau Briefle war nicht seine Frau, sondern seine Schwester gewesen. Das war nie rausgekommen. Das nahm man nicht übel. Jetzt war sie tot und vorbei auch der offenbar lange Streit, was mit der Tanzschule geschehen sollte. Das Haus hatte beiden zu gleichen Teilen gehört. Kinder hatten sie keine. Das Haus wurde jetzt, erzählte mein Vater, endlich und endlich verkauft, an eine Unternehmensberatung, die in den Hauptsaal der ehemaligen Tanzschule Wände einziehen ließ. Aber das hielt auch nicht lang. Als die Unternehmensberatung pleiteging, wurde der nur zweistöckige Bau ganz eingerissen und an der Stelle ein sechsstöckiges Haus gebaut. Erst da habe ich gemerkt, dass man über dem niedrigen Dach die Bäume des Parks hatte sehen können, sodass gegenüber der Tanzschule früher oft ein dicker Streifen Sonne an der Wand schwebte.

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prä s e n t i e r t d s 5 he e 9 as to ta M o P Cl ub M ob t la i , ei H l A o rtp p h n te nt U e rm a n lu g 13 0 nn o br it c Br ges che / K is rf- urz re u al a b ), S , K sik l er u e nd (liv ppe , M u ö s W éla i K me Ka ola Aa c Ni hley As z at , e) op p c hi Mit f re u n dlic h e r Un t er s t ü t z u n g v o n Einlass 20 Uhr Beginn 21 Uhr Kulturbeitrag 5 Euro

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»HANDMADE MUSIC» TEXT: UWE GRAMLICH Ha l l o l ieb e Fre und e d e r g ute n Mus ik ! Eige nt l i c h h ätt e d ies er Bei t r a g s c ho n in d e r le tzte n Aus g abe e rs ch e ine n sollen. Da de r S c h re i b e r a b er d en Red a k t io ns s ch lus s ve rpas s t h at, fo lg e n nun, Be z ug nehme nd zu r Mär z - Au s g a b e, d i e d a s Th e m a » Hand arbe it« zum Sch we rpunkt ha tte, n a c ht r ä g l ic h d i es e K ritik e n. Lie be r s pät als nie ...! Hand m ad e m us ic! Handg e mac h t e Mu s i k b eg a n n f ü r m ich , als d ie » e rs te n« Me ns ch e n d urc h Benutzung ve r sc h i e den s t er Ma t er i a l ien und Sto ffe , Ge räus ch e , Tö ne und K länge er zeugte n od e r v i e l l e i c h t ei n f a c h n u r i n d ie Händ e k lats ch te n. Im Laufe d e r Zei t entwi cke lt e de r Me n s c h s ei n e m u s i k a l i s ch e n Fäh igk e ite n, um im m e r m e h r ve r f ei ner te und k omp l e xe re Mu s ik z u s p i el en, d ie s ich d ann in ih re r g rand io s e n Vielf a lt wi de r sp i e g e l t u n d s ic h d u rc h d i e ve rg ange ne n Jah rh und e r te als Ze itd o kument manife sti e r t h a t , u m s ic h i n d er h e utig e n Ze it in e ine r s ch ie r unübe rs cha uba ren Bandb re i te zu pr ä s en t ieren . L ei d er is t e s nich t m ö glich alle n Küns tle rn gerecht zu we rd en d a d ie Au s wah l be s ch ränk t ble ibe n m us s . So rr y!

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MUSIKUSS: PL ATTEN FERNAB DES MAINSTREAMS AMAZING BLONDEL england / 1972 Enstanden aus einer Rockband namens »Methuselah« spielten Amazing Blondel ausschließlich eigene Songs, die sich sehr eigenwillig der traditionellen altenglischen Musik der höfischen Welt des Elisabethanischen Zeitalters bedient. Die drei Musiker waren Multi-Instrumentalisten und spielten so ungewöhnliche Instrumente wie Laute, Krummhorn, Zither, Pfeifenorgel oder Harmonium, getragen vom Zusammenspiel zweier akustischer Gitarren und einem ausgefeilten Harmoniegesang und alles ohne Schlaginstrumente. Perfektioniert wurden diese Elemente auf dem 1972 veröffentlichten vierten Album »England«. Leider erreichten Amazing Blondel mit ihren ausgefeilten und differenzierten Klängen nie die große Masse. Pure Magie. BILL FAY life is peole / 2012 Bereits 1970 und 1971 veröffentlichte der Engländer Bill Fay zwei hochgelobte Singer/Songwriter Meisterwerke, welche jedoch nie über einen Kultstatus hinauskamen. Jetzt, nach über 4 Jahrzehnten, erfreut erneut ein fulminanter Geniestreich unsere Gehörgänge. Zeitlos und doch den alten Zeiten verbunden, zelebriert Bill Fay hier ein Album voll schlichter, ergreifender, tiefsinniger und betörender Klangperlen, die berühren und immer wieder gehört werden wollen. Emotional, intensiv und spirituell. BRUCE SPRINGSTEEN nebraska / 1982 Sein sechstes Studioalbum nahm Bruce Springsteen auf einem Vierspur-Recorder im heimischen Wohnzimmer auf. Dabei verzichtete er auf jede weitere Begleitung und beschränkte sich nur auf seine Stimme, Gitarre und Mundharmonika. Auf den zehn eingespielten Titeln, die eine ruhige bis melancholische Grundstimmung ausstrahlen, geht es textlich um persönliche Erinnerungen Springsteens, aber auch um Schicksalsschläge und Verzweiflungshandlungen anderer Menschen. Intensiv und eindringlich. CROSBY STILLS 4 way street / NASH 1970 YOUNG Nach nur einem Studioalbum ließ das Quartett von der Westküste der USA, ein fantastisches, live eingespieltes, Doppelalbum folgen. Mitgeschnitten in NY, LA und Chicago bewiesen die Vier ihre außergewöhnliche LiveQualitäten dadurch, das es ihnen gelang ihre komplexen und intensiven Gitarrenimprovisationen und diffizilen Harmoniegesänge absolut brillant wiederzugeben. Einerlei, ob auf akustischen oder elektrischen Gitarren, gelangen ihnen »emotionale Höhenflüge in inspirierender Atmosphäre«. Absolute Höhepunkte dieses Albums sind »Southern Man« in 13´15 min. und »Carry On« in 13´06 min. Ein perfekter Meilenstein des Countryrock.

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MUSIKUSS: PL ATTEN FERNAB DES MAINSTREAMS THE DRUMMERS OF BURUNDI / 1987 drummers of burundi Begonnen hat alles in den 1960er Jahren in Burundi. Ihre Auftritte sind Teil verschiedener Zeremonien wie Geburten, Beerdigungen oder Krönungen von Stammeshäuptlingen. Ihre Trommeln sind heilig und werden aus ausgehöhlten Baumstämmen, die mit Fellen bezogen werden, hergestellt und zugleich sind sie auch ein Symbol für die Fruchtbarkeit und Lebensdauer. Ihre Auftritte sind ein Spektakel, ursprünglich, mitreißend, impulsiv und voll Lebensfreude. Diese Musik setzt sich aus 41 verschiedenen Rhythmen zusammen und jedem Rhythmus kommt eine Bedeutung zu, wie z.B. Frieden, Respekt, Einheit oder Fortschritt. 30 Minuten donnernde, kraftvolle, präzise Ritual-Percussion, die den Hörer magisch in den Bann ziehen. Existenziell. HABIB KOITE & ERIC brothers in bamako BIBB / 2012 Habib Koité ist im Senegal geboren und lebt nun in Bamako in Mali. Eric Bibb ist im Raum New York mit Blues & Folk aufgewachsen. Kennengelernt haben sich die beiden Sänger/Gitarristen bei Aufnahmen für einen Sampler für Putumayo vor über zehn Jahren. 2012 trafen sich die beiden charismatischen Musiker in Bamako, um gemeinsam den Wurzeln des Blues nachzugehen. So entstanden sehr leise und intensive, aber umso eindringlichere Aufnahmen aus den beiden Seiten, des afrikanischen und amerikanischen Blues. Sich gegenseitig unterstützend oder im perfekten Zusammenspiel zeigen sich die beiden außergewöhnlichen Musiker auf dem Zenit ihres Könnens. Authentisch und harmonisch. INCREDIBLE STRING u / 1970 BAND Das 1970 veröffentlichte Doppelalbum beinhaltet eine Art Zusammenfassung des musikalischen Kosmos der ISB, die ihre Musik bisher schon ausgezeichnet hat. Bereits auf ihren ersten Veröffentlichungen mischten sie keltische Mystik mit indischer Ragamusik, afrikanische Rhythmen mit traditionellem Blues und Pop. Dazu gesellte sich ein dem Minnelied ähnlicher Gesangsstil, der durch teilweise surreale Geschichten aus einer Fantasywelt und psychedelischen Drogenfantasien unterstützt wurde. Gleichzeitig war dieses Album die musikalische Version des Pantomimen-Stückes gleichen Namens. Geprägt wurde ihr Sound durch recht exotische Instrumente wie Wasserharfe, Panflöte, Cembalo, Sitar oder Hammondorgel. Zerbrechlich, zart und lyrisch und schon damals einzigartig. JACKSON BROWNE solo acoustic I & II / 2005/08 Geboren in Deutschland und ab dem 3. Lebensjahr in Amerika lebend, war er in den 1970er Jahren einer der bedeutendsten US Singer/Songwriter, neben James Tayor oder Joni Mitchell. Nach seinem ersten Live-Album »Running on Empty« das bereits 1977 erschien, folgte nach 28 Jahren eine weitere Live-Aufnahme. Nur mit Klavier und Gitarre begleitet sich Browne zu seiner melancholischen Stimme und haucht damit seinen über Jahrzehnten erprobten Klassikern neues Leben ein. Völlig entspannt nutzt der Künstler die Liveatmosphäre, um mit seinem Publikum zu kommunizieren und eine sehr persönliche und fast familiäre Stimmung zu erzeugen. Alles in allem eine hervorragend gelungene Werkschau seiner langjährigen Karriere.

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JAKE BUGG jake bugg / 2013 Debütalbum des britischen Singer/Songwriters, der jetzt schon von diversen Medien mit Bob Dylan verglichen wird. Ist das nun gut oder schlecht? Gitarre, Bass und Schlagzeug unterstützen seine 2-3 min kurzen Songs, die sehr in den good old days (60er) verwurzelt sind. Nicht unbedingt etwas neues, alles irgendwo schon einmal gehört. Wieder nur ein englischer Hype oder steckt mehr dahinter? Abwarten und Tee trinken. SHU-DE voices from the distant steppe / 1994 Im Herzen Asiens, zwischen Sibirien und der Mongolei, liegt die kleine Republik Tuva, bewohnt von den Tuvinern. Ihre Verbundenheit zur Natur ist zugleich die Inspiration ihrer Musikkultur. Sie entwickelten und perfektionierten eine Kehlkopfakrobatik, die es einem Menschen erlaubt mit zwei Stimmen gleichzeitig zu singen. Bezeichnet als Oberton oder Kehlkopfgesang lässt sich dieser Gesang bis ins achte Jahrhundert historisch zurückverfolgen. Shu-De ist eine Gruppe von fünf Musikern, die uns mit ausgesuchten Stücken in die Welt des Obertongesangs einführen. Mit und ohne musikalische Begleitung, die auf solche exotische Instrumente wie Pferdekopfgeigen oder Maultrommel zurückgreift, entführen diese Töne Ohr und Seele in die Weite tuvinischer Landschaften. Magisch. TIM BUCKLEY greetings from l.a. / 1972 Tim Buckley gehört ohne Frage zu den tragischen Erscheinungen der Musikgeschichte. Von den Kritikern geliebt und gefeiert, blieben seine Meisterwerke dem breiten Publikum verschlossen und wurden erst nach seinem Tod im Jahre 1975 entsprechend gewürdigt. Dies 1972 veröffentliche siebte Studioalbum des US-Singer/Songwriters entstand nach einer kreativen Pause von fast 2 Jahren und vereint seine ganze musikalische Genialität. Es ist eine Gradwanderung zwischen Harmonie und Atonalität, eine Abkehr der traditionellen Songstrukturen, hin zu gewagten Fusionen von Blues, Folk und Jazz, die durch seine experimentelle Tenorstimme eine zusätzliche Faszination erhielten. Eigenwillig und ungewöhnlich. TIM HARDIN the best of / 1969 Geboren 1941 in Oregon wuchs er in einer äußerst musikalischen Familie auf, die ihn für sein weiteres Leben beeinflusste. Er entwickelte schon in jungen Jahren eine Vorliebe für Blues, Folk und Jazz. Mit seiner markanten Stimme prägte er seine anspruchsvollen, intensiven Folkballaden. 1966 würde sein Debüt veröffentlicht, dem bis 1969 weitere 3 Studio-Alben folgen sollten. Das hier vorliegende Album zeigt einen repräsentativen Querschnitt des Singer/Songwriters, der solch großartige Songs wie »Reason to believe«, »If i were an carpenter«, »Hang on to a dream« oder »Lady came from Baltimore« komponierte, die sich im Lauf der Jahrzehnte zu Klassikern der Pop/Rock Geschichte entwickelten. 1980 verstarb der Künstler 39-jährig an einer Überdosis Heroin.

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IM GESPRÄCH MIT ALEXANDRA KAMP »Je schlechter die songtexte, desto komischer ist unsere inszenierung« INTERVIEW: ROBERT MUCHA FOTOS: ANDREAS KLEHM, TINO CRISO, KIRSTEN KARNOWSKI & BJÖRN PADOS FÜR SWR3 CLUBMAGAZIN Alexandra Kamp tourt momentan durch den »Wilden Süden«. Dabei wird die aus Film und Fernsehen bekannte Schauspielerin bei den SWR3-Live-Lyrix Musiktexte bekannter Hits auf der Bühne präsentieren. Wir unterhielten uns mit der gebürtigen Badenerin und Wahl-Berlinerin über Ohr würmer, beknackte Songtexte und den Berliner Schwabenhass. HANIX — Frau Kamp, in den kommenden Wochen touren Sie im Zuge der »Live-Lyrix«-Tour des SWR3 durch ihr Heimat-Bundesland. Sind Sie als Wahl-Hauptstädterin noch oft im Ländle zu Besuch? rausforderung. Irgendetwas scheinen Ronald Spiess, mein Bühnenkollege, und ich richtig zu machen, denn erfreulicherweise rennen die Zuschauer und Hörer uns die Bude ein (lacht schon wieder). HANIX — Können Sie auch schon ein paar der Songs verraten, die Sie vor der sehr reduzierten Bühnenkulisse schauspielerisch umsetzen werden? Da meine Familie noch in BadenWürttemberg lebt, verbringe ich schon noch sehr viel Zeit in Baden-Baden, meiner Heimatstadt. ALEXANDRA KAMP — HANIX — Was vermissen Sie eigentlich am meisten im großen Berlin, bezogen auf ihre Heimat? Meinen Heimatdialekt (lacht). Schwäbisch hört man an allen Ecken in Berlin, aber leider kaum badisch. ALEXANDRA KAMP — HANIX — Bei den »Live-Lyrix« des SWR3 werden berühmte Songs auf einer Schauspielbühne begreifbar gemacht. Im Pressetext heisst es: »Es geht darum, die Aussage eines Songs in seinen Tiefen zu entdecken und seine Bedeutung zu fühlen: von Gänsehaut, Tränen und Hoffnung bis zu Zynismus, Wut und Witz.« Ist es schwer, einen Song zu präsentieren? ALEXANDRA KAMP — Songs von Pink Floyd, Prince oder John Legends Titelmelodie aus »Django Unchained« werden genauso mit dabei sein wie Songs von Pink, Robbie Williams, den Boomtownrats, Lenka, Taylor Swift oder Aerosmith. Besonders freuen können sich die Zuschauer auf ein Medley der besten »James Bond«-Songs der letzten 50 Jahre! ALEXANDRA KAMP — HANIX — Welchen Song, der es nicht ins Programm geschafft hat, würden Sie persönlich gerne auf der Bühne präsentieren? Und wieso gerade diesen Song? ALEXANDRA KAMP — Ich liebe das Lied »Sometimes it snows Ja (lacht)! Und genau das ist die He67 in April« von Prince. Ein Song, der mich sehr berührt, mit fantastischen ernsten Liedzeilen. Dieses Stück würde

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INTERVIEW DES MONATS: ALEXANDR A K AMP ich sofort schauspielerisch auf einer Bühne umsetzen. HANIX — Und welches Lied würden Sie im Gegensatz dazu nicht schauspielerisch umsetzen wollen? ALEXANDRA KAMP — Wir haben schon einige Quatschsongs Text lernen und habe prinzipiell ein gutes Timinggefühl. Nach fünfmaligem Hören ist ein Text eigentlich schon im Ohr. HANIX — Ohrwürmer bei der Vorbereitung lassen sich sicher kaum vermeiden ... von Lady Gaga und den gruseligen brasilianischen Hit »Ai Se Eu Te Pego«, vielen besser bekannt unter »Nossa Nossa« von Michel Teló, schauspielerisch umsetzen können. Es gilt: Je schlechter die Songtexte, desto komischer ist unsere Inszenierung derselben. Das bringt natürlich einen Heidenspass! Sowohl dem Zuschauer als auch mir als Schauspielerin! Es gibt also keinen Song, dem wir nicht gewachsen wären (lacht). HANIX — Wie bereiten Sie sich eigentlich auf die bevorstehende Tour vor? Sie leben in Berlin, ihre Bühnen-Kollegen Ronald Spiess und SWR3-Moderator Ben Streubel sind hier im Ländle beheimatet. Klingt kompliziert ... ALEXANDRA KAMP — Zu Beginn haben wir öfters geskyped, um uns abzustimmen. Danach probten wir tatsächlich vier 15-stundenlange Tage. Dafür bin ich dann immer extra nach Baden-Baden gereist. HANIX — Wie oft haben Sie die einzelnen Lieder in den Wochen der Vorbereitung eigentlich gehört, beziehungsweise hören müssen? ALEXANDRA KAMP — Es war schon interessant festzustellen, wie mir ein anfänglich nichtssagender Song spätestens nach der Premiere gefallen hat. Ich verrate jetzt aber nicht, um welchen Song es sich handelt. ALEXANDRA KAMP — HANIX — Bekommen die Gäste der »Live-Lyrix« eigentlich auch Musik auf die Ohren oder ist es die erste musikalische Veranstaltung ganz ohne Musik? Wie bitte?!? Die Frage meinen Sie nicht ernst, oder? Der Originalsong läuft natürlich im Hintergrund und der Sound ist brillant, so dass nichts dem eigenen Kopfkino im Wege steht. ALEXANDRA KAMP — HANIX — Hören Sie, seit Sie für die »Live-Lyrix« engagiert wurden, Musik inzwischen anders als zuvor? Hören Sie nun besser hin oder haben die Texte schon immer eine große Rolle für Sie beim Musikhören gespielt? Ich bin zum Glück sehr schnell im Ich höre tatsächlich heute anders Musik als früher und achte inzwischen bewusster auf die Texte. Dadurch kann mir leider auch ein anfänglich eingängiger Song ganz plötzlich nicht mehr gefallen, wenn ALEXANDRA KAMP —

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MIT TAG S T IS CH Z U M W OH LF Ü H LE N ERÖFFNUNG 13. APRIL 2013 – AB 12 UHR Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 11.30 - 15 Uhr Samstagsbrunch 9 - 12 Uhr Frankfurter Straße 16/1 (ehem. Pfeffers Tagbar) T. 07131/1334166 www.imJetztundHier.de 74072 Heilbronn Barkultur Fr. 17 - 2 Uhr

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INTERVIEW DES MONATS: ALEXANDR A K AMP HANIX — Abschließend nochmals eine Frage zu den »Live-Lyrix«: Welche Songzeile hat ihnen als Schauspielerin am meisten Spaß gemacht? Aus der aktuellen Show: Die Frage »Tell me why i dont like mondays ...« Die Antwort wird Gänsehaut erzeugen, versprochen! ALEXANDRA KAMP — HANIX — Frau Kamp, lieben Dank für das Gespräch und viel Erfolg auf der »Live-Lyrix«-Tour! Zur PerSon der Text beknackt ist, wie zum Beispiel »Blow my whistle« von Flo Rida. HANIX — Die »Live-Lyrix«-Tour endet im Sommer. Welche Projekte stehen für die Zeit danach in ihrem Terminkalender? Ich freue mich auf den Hamburger Sommer, denn ich werde dort von Juni bis Ende Juli an den Hamburger Kammerspielen zu sehen sein. ALEXANDRA KAMP — HANIX — Wir haben es ja bereits erwähnt: Sie sind Wahl-Berlinerin. Immer wieder hört man vom Schwabenhass der Hauptstädter. Wie nehmen Sie diese Abneigung wahr? Gibt es die wirklich? Alexandra Kamp gewann bereits im Alter von elf Jahren einen nationalen Vorlese-Wettbewerb. Nach dem Abitur studierte die gebürtige Baden-Badenerin an der Schauspielschule »Les Cours Florent« in Paris und arbeitete international als Model für Designer wie Christian Dior und Calvin Klein. Ihr Kinodebüt feierte Alexandra Kamp 1998 an der Seite von Claudia Cardinale in dem französischen Arthouse-Kinofilm »Riches, Belles et Cruelles«. Ihr belgischer Dogmafilm »Vampires« gewann im April 2010 den Publikumspreis beim »International Fantastic Filmfestival« in Brüssel. Außerdem war sie Jurymitglied des Filmfestivals von Monte Carlo und für »The International Emmy Awards« 2010. Neben ihren Film- und Theaterprojekten hat sie eine große Vorliebe für Literatur. Sie verlieh der HörbuchVersion von Henry Millers »Sexus« ihre Stimme und nahm damit erfolgreich beim internationalen Literaturfestival in Berlin und beim internationalen Theaterfestival in Bielefeld teil. Ab Juni 2013 wird sie an den Hamburger Kammerspielen in dem Theaterstück »Die Geiselnahme« zu sehen sein. Ich wohne nicht im Prenzlberg, wo tatsächlich die meisten Schwaben leben. Ich bekomme das also nicht mit! Und meinen badischen Dialekt kann ich in Berlin sehr gut im Zaum halten. ALEXANDRA KAMP — HANIX — Sie sind gebürtige Badenerin. Schlägt ihnen in der Hauptstadt auch Abneigung aufgrund ihrer süddeutschen Herkunft entgegen? Oder können Sie vielmehr als »Gelbfüßlerin« die Abneigung gegenüber Schwaben sogar sehr gut nachvollziehen und unterstützen die Berliner sogar in deren Antipathie gegen Linsen, Spätzle und Saitenwürschtle? Ach, so ein Quatsch! Ich sage: »Lebe und lebe lasse. Herrgottsack!« Ich lebe jedenfalls wunderbar in Berlin. ALEXANDRA KAMP —

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info@memografie.com 0175-5629515 SHOOTING KEIN CENT BILLIGER* EURO *That shit cray.

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»Ich fühle mIch hIer pudelwohl« Der S c hwei zer Th o m as Zim m e rm ann is t Spa Manager i m hoh en l o his c hen Frie d rich s r uh e . De r ak tue ll be s te Spa Ma na ger Deu t s c h l a n d s im be s te n Spa in De uts ch land e m pfing uns i n s ein en Wo hl f ü h lh alle n zum Inte r vie w. Wir s prach e n mi t dem Wel l n es s f a c h m ann übe r d ie Fre ud e m it Zah le n zu j ongli eren, d ie l a n g j ä h r ige War te ze it für Me ns ch e n, d ie e ine Jahresmi tg l ied s c h a f t in Frie d rich s r uh e e r we rbe n wo lle n, m o unta i nbi ken in d en Wa l d enburg e r Be rge n und wie s o e r s ich als S chwei zer im S c h wä b is c he n s ch ne ll zure ch tg e fund e n h at.

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN TexT: ROBeRT MUCHA FOTOs: ULLA KUeHNLe & PR H A N I X - Herr Zimmermann, zuerst einmal kurz zu ihrer Person. erzählen sie uns kurz etwas über sich! ich dann eher draußen in der Natur und wie eben erwähnt, meistens mit dem Mountainbike unterwegs. H A N I X - sie sind beim »european HeALTH & spa«Award, dem wichtigsten Wettbewerb ihrer Branche, als bester spamanager Deutschlands ausgezeichnet worden und im kontinentalen Vergleich in europa auf Platz drei gelandet. Was macht sie so gut? Ich bin 45 Jahre alt und seit dem April 2008 in diesem Haus tätig. Im November 2008 hat der Spa-Bereich eröffnet. Ich bin somit ein halbes Jahr vor eröffnung dazu gekommen und habe mich dann um sämtliche Bereiche, wie beispielsweise rekrutierung von Mitarbeitern, Konzeptentwicklung und Markenaufbau gekümmert. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X - Wann haben sie das letzte Mal etwas für ihr Wohlbefinden getan? Heute Morgen um 7 Uhr war ich eine Weile im Fitnessstudio. Dies mache ich circa vierbis fünfmal pro Woche. Meine zweite Leidenschaft ist das Mountain-Bike-Fahren. Mit meinem rad flitze ich dann in aller regel durch die hiesigen Wälder. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X - Was macht für sie aus persönlicher Wahrnehmung einen spabesuch zu einem besonderen erlebnis und wo haben sie bisher ihr bestes spa-erlebnis erfahren? Das Team macht mich so gut. Das Wichtigste sind für mich die Mitarbeiter. Sie müssen funktionieren und, ganz wichtig, vor allen Dingen harmonieren. Natürlich gebe ich gewisse richtlinien vor, aber die Arbeit am Gast liegt in der Verantwortung des Teams und somit kann ich die Lorbeeren auch nur an dieses weitergeben. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X - sind die Menschen, die hier arbeiten hauptsächlich aus der Region oder aus ganz Deutschland und vielleicht sogar europa? In allererster Linie ist es wichtig, dass die Gäste genügend Zeit mitbringen. Ich würde behaupten, dass man sechs bis acht Stunden einplanen sollte. Mein persönlich schönstes Spa-erlebnis ist schwierig zu bestimmen. Was mir aber mit Sicherheit für immer in erinnerung bleibt, ist ein Spa auf den Malediven, da dort einfach das Ambiente beeindruckend war und das Ganze noch unter freiem Himmel stattgefunden hat. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X - Besuchen sie privat auch spa-Anlagen oder nur aus beruflichen Gründen? Wir suchen gezielt Menschen aus der region, da diese einfach die Gegend kennen und die Kenntnisse an die Gäste weitergeben können. ein weiterer Vorteil ist, dass mit einheimischen Mitarbeitern die Fluktuation gering gehalten wird. es ist in aller regel auch so, dass Spas, die erfolgreich sind und bleiben möchten, genau diesen Weg gehen, da die Identifizierung der Mitarbeiter mit ihrer region enorm wichtig ist. Hauptsächlich bekommen wir unsere Mitarbeiter von der sehr guten Sportschule Waldenburg. Das Berufskolleg Waldenburg ist eine der führenden, staatlich anerkannten Ausbildungsstätten und Fortbildungseinrichtungen für Sport-, Gymnastiklehrer und Physiotherapeuten THoMAS ZIMMerMANN H A N I X - Bis zum spamanager in Friedrichsruhe ist es sicher ein weiter Weg. Wie sah ihre Ausbildung aus, Generell besuche ich diese Anlagen natürlich aus beruflichem Hintergrund. Privat bin THoMAS ZIMMerMANN -

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN dass sie an diesen begehrten Job gekommen sind? Ursprünglich bin ich gelernter Koch und habe in diesem Beruf sechs Jahre lang auf einem guten Niveau gearbeitet. Anschließend habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht: Ich wurde Fitnesstrainer und habe einige Fitnesscenter in der Schweiz geführt. Dann bin ich eher durch Zufall in den Wellnessbereich geraten, weil ich hier eine leitende Funktion in einem Thermalbad übernommen hatte. Daraufhin habe ich mich immer mehr weitergebildet und, was mir sehr wichtig war, auch kaufmännische einblicke erhalten, was mir unglaublichen Spaß bereitet hat. Ich könnte also einige Behandlungen an unseren Gästen selbst durchführen aber ehrlich gesagt sind die Zahlen eher meine Welt. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X - Die Konkurrenz im spa-Bereich ist groß. Wie hebt sich Ihr spa vom üblichen Markt ab und was zeichnet einen erfolgreichen spamanager aus? T H o M A S Z I M M e r M A N N - Was uns zuerst mal von anderen unterscheidet, ist die große Fläche. Unser Spa-Bereich umfasst 4400 m². Außerdem regulieren wir auch die Gästezahlen. Das heisst, dass wir je nach Auslastung des Hotels nur eine bestimmte Anzahl an Tagesgästen dazu nehmen. Für uns ist Qualität und nicht Quantität entscheidend. Weiterhin hebt uns unser Angebot von anderen ab. Wir haben ein authentisches und regionales Angebot. Und unsere klassischen Massagen und Gesichtsbehandlungen bieten wir auf einem sehr hohen Niveau an. Um auf ihre Frage, was einen erfolgreichen Spamanager auszeichnet, zurückzukommen: Ich bin der Meinung, dass man eine gewisse ruhe mit sich bringen muss, vor allen Dingen, wenn es mal hektisch zugeht. eine hohe Sozialkompetenz ist ebenfalls nötig, da Mitarbeiter eines Spas anders zu führen sind als klassische Hotelmitarbeiter. Spa-Mitarbeiter sind einfach sensibler und feinfühliger. H A N I X - Und was wird abseits der üblichen, genannten Dinge angeboten? Ich möchte es mal so sagen: Wir haben die Arroganz keine exotischen Behandlungen, wie beispielsweise Ayurveda, anzubieten, da es einfach nicht zu uns passt. Besonders machen uns einfach die Mitarbeiter und auch der ort Friedrichsruhe, eben ein ort des Friedens und der ruhe. THoMAS ZIMMerMANN: H A N I X - Als spa- und Wellness-Laie kann man sich schwer vorstellen, worin ihre Tätigkeiten genau liegen. sie selbst werden wahrscheinlich nicht Hand an ihre Gäste anlegen, obwohl sie es, wie erwähnt, könnten. Welche Tätigkeit üben sie tagtäglich aus und welche Hauptaufgaben ergeben sich daraus? In der regel fange ich zwischen 7:30 Uhr und 8 Uhr an, zu arbeiten. Meine erste THoMAS ZIMMerMANN -

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Aufgabe ist dann ein Kontrollgang durch alle Abteilungen und die gesamte Anlage. Anschließend checke ich meine Mails und schaue mir die Buchungssituation der nächsten zwei Tage aber auch der nächsten Wochen an. Das tue ich immer unter dem Aspekt und im Zusammenhang mit der Hotelauslastung. Danach kommen dann die klassischen Aufgaben wie Marketing, Controlling und Bestellungen. Mehrmals am Tag laufe ich durch den gesamten Spa-Bereich und unterhalte mich mit Gästen, um auch ein Feedback zu erhalten. H A N I X – Wie lange muss in der Regel gewartet werden, wenn man als Tagesgast kommen möchte, um einen Termin zu erhalten? Zeit von Montag bis Donnerstag 48 euro. Wenn eine Behandlung dazu gebucht wird, erhält man zehn Prozent ermäßigung auf den eintrittspreis. Die Preise für die Behandlungen liegen zwischen 40 und 200 euro. H A N I X - Wir haben bei der Recherche über sie gelesen, dass ihr Motto einen mathematischen Hintergrund hat. Von Ihnen soll der satz stammen: »Zahlen sind keine trockene Materie, sondern eine äußerst spannende und spaßige Angelegenheit«. Haben sie spaß beim Kalkulieren und Zahlen jonglieren? – Unter der Woche ist dies immer kurzfristig möglich. An den Wochenenden sind wir in der regel drei bis vier Wochen im Voraus ausgebucht. Natürlich führen wir auch Wartelisten, und falls ein bereits gebuchter Termin abgesagt wird, werden die Gäste auf den Wartelisten angerufen. Unter der Woche lassen wir in der regel 40 bis 50 Tagesgäste in den Spabereich und am Wochenende zwischen 30 und 40 Gästen. Wir haben 56 Prozent Tagesgäste, 30 Prozent Hotelgäste und 14 Prozent der Gäste sind unsere Member, sprich die Jahreskarteninhaber. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X – Was kostet denn eine Tageskarte hier? THoMAS ZIMMerMANN – Das Zahlenwerk macht mir, wie schon erwähnt, unheimlich Spaß. Vor allen Dingen sich mit anderen zu messen und Benchmarks, ein noch nicht so ganz ausgeprägter Bereich im Spa, zu erstellen und zu vergleichen. Zahlen lügen eben nicht, und wenn man richtig mit ihnen umgeht, weiß man genau, wo man steht. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X – Ist ihre erfahrung, dass sich andere spamanager schwerer mit Zahlen tun? – eine Tageskarte kostet in der – Ich denke ein großer Vorteil, den ich habe, ist, dass ich meine Zahlen selbst aus dem System ziehen kann. Viele Spamanager, die ich kenne, erhalten leider keine Zahlen. Man muss aber auch sagen, dass einige meiner Kollegen dies auch gar nicht wollen sondern lieber massieren. Wir haben hier in Friedrichsruhe schon eine gewisse Vorreiterrolle in diesem Bereich übernommen. THoMAS ZIMMerMANN

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN HANIX – Worin liegen aus ihrer persönlichen sicht die größten Herausforderungen für einen spamanager? – Ganz klar in der Mitarbeiterführung. Auch das macht mir natürlich sehr viel Spaß, selbst wenn es manchmal ein bisschen zäh werden kann. H A N I X – Wie viele Mitarbeiter aus welchen WohlTHoMAS ZIMMerMANN fühl-Disziplinen sorgen dafür, dass sich Gäste in ihrem spa rundum wohlfühlen können? T H o M A S Z I M M e r M A N N – Insgesamt beschäftigen wir hier 28 Mitarbeiter, darunter sind fünf Männer. Unsere Mitarbeiter arbeiten in den »Disziplinen« Kosmetik, Massage, Sport, Spa-Desk und Poolaufsicht. H A N I X – Wieso sind nur so wenig Männer in ihrem Team? denke, in den ersten sechs Monaten nach Inbetriebnahme haben wir uns einen guten ruf erarbeitet. Unsere Gäste kommen mittlerweile auch aus Stuttgart, Mannheim, Nürnberg oder Frankfurt. ein Jahreskartenbesitzer kommt sogar aus Hamburg und eine Basis-Mitgliedschaft kostet immerhin 1490 euro und geht hoch bis ungefähr 2100 euro. Allerdings verkaufen wir momentan keine Mitgliedschaften mehr, da wir schon circa 200 Mitglieder haben. Allerdings stehen auf der Warteliste weitere 85 Personen, die gerne Mitglied werden möchten. Hier muss man aber eine Wartezeit von drei bis vier Jahren veranschlagen. Die Quote des Bleibens, die sogenannte erneuerungsquote, liegt bei uns bei fantastischen 98 Prozent, was unsere Arbeitsweise natürlich auch bestätigt. H A N I X – Welche spa-Angebote werden bei Ihnen am häufigsten gebucht? – Ich denke, dass Männer nicht so oft ihren Beruf in der Wellnessbranche suchen, außer bei den Physiotherapeuten und Masseuren. Außerdem werden, vor allen Dingen von unseren internationalen Gästen, eher Frauen als Männer nachgefragt. H A N I X – Nach welchen Kriterien wählen sie Ihre spaTHoMAS ZIMMerMANN mitarbeiter aus? Thomas Zimmermann – Am meisten werden die klassischen Teil- und Ganzkörpermassagen und die klassischen Gesichtsbehandlungen gebucht. Dies ist bei fast allen Spas der Fall. H A N I X – Welche zukünftigen entwicklungen erwarten sie in Ihrer Branche? Wo gibt es Herausforderungen, wo aber auch Wachstumspotentiale? – Neben der Qualifikation sind für mich das Auftreten, die Sozialkompetenz und das Verhalten des Mitarbeiters sehr wichtig. ob derjenige nur Bestnoten im Diplom oder Zeugnis hat, interessiert mich weniger. es geht wirklich darum, wie der Mitarbeiter am Gast arbeitet. Das bedeutet für mich: Wie kann er oder sie massieren und wie ist das Handfeeling. Daher kommen die meisten Mitarbeiter in spe zunächst auch zu einem Schnuppertag zu uns, an dem die potenziellen Kandidaten in der regel die Vorgesetzten massieren. H A N I X – Das Wald- und schlosshotel FriedrichsruTHoMAS ZIMMerMANN he war bereits beides: Hotel und spa des Jahres in Deutschland. Welche Philosophie steckt hinter ihrem so erfolgreichen Tun? – Am meisten beeindrucken das Natürliche und die natürlichen Mitarbeiter. In vielen großen Hotelanlangen oder auch bei Hotelketten wird das Lächeln der Mitarbeiter vorgeschrieben, bei uns kommt das Lächeln der Belegschaft tatsächlich von innen, da wir authentisch und bodenständig sind. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X – Ihre Tagesgäste kommen sicher nicht nur aus der Region Heilbronn-Franken. Können sie festmachen, seit welchem Zeitpunkt ihr spa auch überregionale strahlkraft entwickelt hat? THoMAS ZIMMerMANN – – Ich denke, es sind immer wieder Trends zu erkennen, die man aber nicht alle mitgehen muss, da ein Trend auch wieder schnell vorbei gehen kann. Wachstums- oder auch Zukunftsperspektiven sind, dass man, speziell im Spa-Bereich, international unterwegs sein kann. Das größte Potenzial liegt meiner Ansicht nach in der Weiterentwicklung der betriebswirtschaftlichen Zahlen. Ich höre auch von Headhuntern, die Spamanager suchen und vermitteln, dass dies noch viel zu wenig ausgeprägt ist und es viele Spamanager gibt, die keinerlei betriebswirtschaftlichen Hintergrund haben. Gute Spamanager werden momentan von Dubai bis in die USA händeringend gesucht, somit sind natürlich die Job-Möglichkeiten unendlich vielfältig. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X – Was hält sie davon ab nach Dubai oder in die UsA zu gehen, sondern hier im beschaulichen Hohenlohe zu bleiben? Mir gefällt es hier sehr und ich habe es nicht weit in die Schweiz um eltern und Freunde zu besuchen. Dann kommt das gute Verhältnis mit meinem Arbeitgeber, der mir viele Freiheiten lässt, dazu. THoMAS ZIMMerMANN – H A N I X – In einem Interview haben sie gesagt, dass »social skills« Ihrer Mitarbeiter immer wichtiger Das ging relativ schnell. Ich

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN werden, da Gäste immer anspruchsvoller werden. Wie meinen sie das und woran machen sie das gesteigerte Anspruchsdenken Ihrer Gäste fest? Die Gäste wollen heutzutage keine »normale« Massage mehr, sondern die Gäste wollen davon einen Nutzen beziehungsweise eine Wirkung haben. Die Gäste lassen sich nicht mehr durch wohlklingende Namen beeinflussen, sondern wollen einfach was ehrliches, das ihnen gut tut. THoMAS ZIMMerMANN H A N I X – Waren ihre persönlichen »social skills« auch notwendig, um als schweizer, der sie sind, sich hier im schwäbischen Hohenlohe einzufinden? Oder anders gefragt: Kamen sie schnell mit der schwäbischen Mentalität zurecht oder hat es seine Zeit gebraucht, bis sie hier warm mit den Menschen geworden sind? Ich glaube, dass die Schwaben und die Schweizer gar nicht so unterschiedlich sind, von daher fand ich es ehrlich gesagt sehr einfach mich hier einzuleben. Wenn ich beispielsweise die Deutschen höre, die in der Schweiz leben, merkt man, dass sie sich nicht so richtig wohl und angenommen in der Schweiz fühlen. Umgekehrt, sprich als Schweizer in Deutschland, wird man sehr gut und respektvoll angenommen und man hat irgendwie automatisch einen hohen Stellenwert. Im Übrigen verstehe ich auch nicht, warum so viele Deutsche in die Schweiz gehen, denn in Deutschland ist es genauso schön. Man spricht zwar immer von den hohen Verdienstmöglichkeiten in der Schweiz, aber dafür ist das Leben dort um ein Vielfaches teurer. Wenn ich zum Beispiel sehe, was in der Schweiz ein normales Haus kostet, denke ich, dass man für diesen Preis in Deutschland einen Palast bekommt. Also nochmal: Ich fühle mich hier pudelwohl. THoMAS ZIMMerMANN – H A N I X – Wo und wie relaxen sie privat hier in der Region am liebsten und besten? – Am liebsten auf dem Fahrrad irgendwo in den Waldenburger Wäldern und natürlich mit meiner Partnerin bei einem schönen Abendessen in einem guten restaurant. THoMAS ZIMMerMANN

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» DE R ER H A LT D ER K IN D E RO NKO LO GI E IN H E ILB RON N MAcH T S I N N « TEXT: ROBERT MUCHA FOTOS: MEHMET FILIZ FOTO-ATELIER SENGHAAS SIMON HOLLAY

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Die Ki n de rkreb s s t a t io n a m Hei lbro nne r Ge s und br unne n m uß d ringe n d an de n St a n d a rd ver g l ei c hbare r Ze ntre n ang e paßt we rd e n. Hie r fü r w u rd e d a s Pro j ek t » L eu ch tturm K ind e ro nk o lo gie « ins Le be n ge r u fe n . Bi s So m m er w il l d i e Stiftung » Gro ße Hilfe für k le ine He ld e n « e i n e h alb e Mil l io n Eu ro a n Spe nd e nge ld e rn s am m e ln, um d ie no twe n di g e n Um b a u m a ß n a hm en re alis ie re n zu k ö nne n und d e n K ind e ro n kol og i e- St a n d o r t Hei l b ro nn zu e rh alte n. Wir s prach e n m it d e m Dire ktor de r K i n d erk l i n i k , P D Dr. m e d Pe te r Rue f, übe r Stand ard s in d e r Be h an d l u n g vo n j u n g en Kre bs patie nte n, wie s o e in » Mark tplatz d e r Stati on « s o wic h t i g is t u n d ü be r d as ge s ch nür te » Mark e ting pak e t« fü r das Pro j ek t » L eu c h t t u r m K ind e ro nk o lo g ie « . H A N I X — Herr Dr. Ruef, Sie als Direktor der Kinderklinik in Heilbronn müssen es genau wissen: Wieso ist die Kinderonkologie ihr aktuelles »Leuchtturmprojekt« und weshalb ist die nun dafür initiierte Spendenaktion so wichtig? Hier an der Kinderklinik in Heilbronn wird die Kinderonkologie schon die ganze Zeit betrieben. Unser großer Wunsch und unser Interesse ist es, dass dies auch weiterhin in einer sehr guten Qualität weiterbetrieben werden kann. In den letzten zehn Jahren hat sich in der Kinderonkologie vieles verändert und bewegt, so dass die Tendenz sich dahin entwickelt, die Kinderonkologie nur noch an sehr großen, wenn möglich universitären Standorten, abzubilden. D R . P E T E R RU E F — H A N I X — Worin liegt der Grund für diese Entwicklung, junge Krebspatienten nur noch an großen Standorten zu behandeln? on mit den vielen Abteilungen als hervorragend an, da wir zum Beispiel eine sehr gute Radiologie mit der angeschlossenen Strahlenklinik betreiben. Zum anderen hat sich in der Kinderonkologie aber über die Jahre sehr viel verändert, da man hin zum optimalen Behandlungsablauf strebt. Die Entwicklung in den letzten Jahrzehnten ist wirklich bemerkenswert, ob es nun beispielsweise das Outcome oder die Prognose betrifft. Es werden alle kinderonkologisch behandelten Patienten in sogenannten Therapieoptimierungsstudien behandelt. Wir können und dürfen hierfür kein eigenes Konzept entwickeln, was auch gut ist. Denn es bedeutet, dass alle Patienten von Flensburg bis GarmischPartenkirchen in gleicher Weise behandelt werden. H A N I X — Es gibt also einen bundeseinheitlichen Behandlungsplan für an Krebs erkrankte Kinder? Zum einen liegt es daran, dass wirklich sehr viele Leistungen vorgehalten werden müssen, um Kinderonkologie überhaupt betreiben zu können. Hier sehen wir die Bedingungen in den SLK-Kliniken in der RegiD R . P E T E R RU E F — Richtig. Es wird auch kontrolliert, ob dieser Standard eingehalten wird. Einmal über die Studienzentren aber auch über die Referenzzentren und -labors der Radiologien und Pathologien. Das heisst, dass wenn Knochenmark- oder Tumormaterial aber auch Bildgebungen erhoben werden, diese an die Referenzzentren weitergeD R . P E T E R RU E F —

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN len und umzusetzen, fällt den kleinen und mittleren Kliniken sicher nicht ganz so einfach, wie den Großstadt- und Universitätskliniken? S i me on käm pft t ap fe r ge g en s e i ne Kran k h e it ! reicht werden, um eine zweite und dritte Meinung für die Diagnose einzuholen. So kann die Therapie für die Patienten optimal ausgerichtet werden. H A N I X — Bei einer Behandlung von kinderonkologischen Erkrankungen geht es aber nicht nur um die reine, harte medizinische Behandlung. Vieles davon haben wir hier in Heilbronn schon umgesetzt. Das wäre allerdings nicht ohne die Hilfe der Stiftung »Große Hilfe für kleine Helden« möglich. Beispiele hierfür sind unter anderem die Klinikclowns oder Kunst- und Musiktherapien. Wichtig ist auch die Geschwisterkindbetreuung, da viele Geschwisterkinder während der erkrankung ihres Bruders oder der Schwester untergehen, da der fokus der eltern natürlich beim erkrankten Kind liegt. es gibt viele Projekte, die zum teil auch außergewöhnlich in Heilbronn laufen. In einigen Bereichen entsprechen unsere Angebote aber noch nicht ganz dem angestrebten Standard und Optimum. Hier möchte ich zum Beispiel die Aufenthaltsbereiche mit Begegnungsmöglichkeiten für eltern der erkrankten Kinder nennen. Diese Aufenthaltsbereiche sollen keinen Wartezimmercharme verbreiten, sondern eine Wohnraumatmosphäre vermitteln. Auch eine Küche für die eltern gehört dazu, damit gemeinsam gekocht werden kann. ebenso gehört ein Spielbereich für Kinder zum absoluten Standard. ein großer Wunsch der Patienten und von deren familien ist die Möglichkeit des gegenseitigen Kennenlernens und des Austausches. Der angesprochene »Wohnraumbereich« wird an Kliniken, die über solche räumlichkeiten verfügen, als »Marktplatz der Station« bezeichnet. Dort finden kleinere events, wie Aufführungen der Klinikclowns, für die Patienten statt und es besteht die Möglichkeit, dass auch Kinder, die ans Bett oder einen rollstuhl gebunden sind, sich dort aufhalten können, da die räume dementsprechend großzügig gestaltet sind. D r . P e t e r ru e f — H A N I X — Gibt es auch Bereiche, in denen die kleineren Kliniken Vorteile gegenüber den großen Zentren haben? eine weitere entwicklung der letzten Jahre ist, dass neben der rein medizinischen Therapie, wie beispielsweise der Chemotherapie, ein ganzheitlicher Ansatz notwendig ist, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Die Kinder, wie auch deren familienmitglieder müssen ganzheitlich sozialmedizinisch betreut werden. für diese entwicklungen sind hauptsächlich die elternvereinigungen verantwortlich. Aufgrund deren harter erfahrungen, da die Behandlungen meist lange dauern und damit natürlich auch Sorgen und Ängste einhergehen, wurde der sozialmedizinische Betreuungsbedarf verlautbart. D r . P e t e r ru e f — H A N I X — Einen solchen Standard mit Leben zu fül- es hat sich gezeigt, dass es von Vorteil ist, wenn die Patienten möglichst auch bei der ambulanten Versorgung vom selben medizinischen team betreut und behandelt werden, damit nicht ständig neues Vertrauen aufgebaut und geschaffen werden muss. Hier sind kleinere Kliniken natürlich im Vorteil, da dort keine große Personalfluktuation vorherrscht. D r . P e t e r ru e f — H A N I X — Mit dem Projekt »Leuchtturm Kinderonkologie« wird also angestrebt, durch das Einsammeln

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN von Spendengeldern an den gelebten und gewünschten Standard heranzukommen, richtig? kologie-Standort Heilbronn gehalten werden kann? Das Klinikum selbst kann den Betrieb der Kinderonkologie, so wie er aktuell betrieben wird, aufrechterhalten. Allerdings können die notwendigen Erweiterungen, um dem aktuellen Standard gerecht zu werden, nicht durch Klinikmittel erreicht werden. Das kann nur über Initiativen, wie den »Leuchtturm Kinderonkologie« erreicht werden. D R . P E T E R RU E F — H A N I X — Es besteht also die reale Gefahr, dass die Kinderonkologie in Heilbronn aufgegeben werden müsste, wenn nicht genügend Geldmittel aktiviert werden könnten, um die von Ihnen skizzierten Standards durch Umbaumaßnahmen und Erweiterungen zu erreichen? D R . P E T E R RU E F — Leider würde diese Gefahr bestehen,. Der Betrag ist hoch. Wir benötigen 500 000 Euro, um die aufwendigen Umbaumaßnahmen und Umstrukturierungen mit den dafür notwendigen Umplanungen umsetzen zu können. Nicht nur die Wege für das medizinische Personal wären nach den Umbauten kürzer und effizienter, da beispielsweise der Ambulanzraum auf die Station gelegt würde, sondern auch Hygiene- und Sicherheitsaspekte wären natürlich berücksichtigt. Zum Beispiel durch neue, separate Eingänge, die für die infektanfälligen Krebspatienten geschaffen würden. Der diagnostische Eingriffsraum auf der Station würde deutlich vergrößert werden und auch der Pflegestützpunkt würde erweitert werden. Dazu könnte der so wichtige und bereits angesprochene »Marktplatz der Station«, sprich der WohnKüchen-Spielraum, gestaltet und realisiert werden. D R . P E T E R RU E F — H A N I X — Sicher haben Sie Ideen und Maßnahmen, um die Bürgerschaft der Region dazu zu animieren, für H A N I X — Um welchen Geldbetrag handelt es sich, der zusammengesammelt werden muss, damit der Kinderon-

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN die Kinderonkologie und den Erhalt des Standortes in Heilbron zu spenden? das Prestige der Klinik gut. Auch für die Betroffenen Kinder und deren Familien wäre es eine erhebliche Erleichterung. Natürlich versuchen wir, in den kommenden Monaten medial präsent zu sein. Deshalb spreche ich beispielsweise mit ihnen. Es gibt eine groß angelegte Medienpartnerschaft mit der Heilbronner Stimme. Als Auftaktveranstaltung gab es ein großes Konzert im Audi Forum in Neckarsulm. Darüber hinaus sind beispielsweise Sportevents geplant und viele weitere Veranstaltungen, bei denen wir den Menschen vor Ort erklären, wieso es sich lohnt, zu spenden und was hinter dem Projekt steht. Das Projekt »Leuchtturm Kinderonkologie« wird von Kundenmagazinen aufgegriffen, dazu startet in Kürze eine Plakataktion. Ich würde behaupten, wir haben ein schönes Marketingpaket zusammengeschnürt, um unser Ziel, den benötigten Betrag bis zum Sommer dieses Jahres zusammenzusammeln, zu erreichen. D R . P E T E R RU E F — H A N I X — Sollte es ihnen gelingen, die Kinderonkologie in Heilbronn zu halten, ist das nicht nur für Es würde den Betroffenen natürlich weite Wege ersparen. Denn man muss wissen, dass ein Behandlungsplan für zum Beispiel die akute lymphatische Leukämie 104 Wochen umfasst. Das bedeutet nicht einen konstanten zweijährigen Klinikaufenthalt, aber es bedeutet, dass über einen Zeitraum von zwei Jahren behandelt werden muss. Nach dieser Zeit folgen mehrere Jahre ambulante Kontrollen. Die Patienten sind dann bis zu zehn Jahren in ambulanter Kontrolle – natürlich immer in der Sorge, dass ein Rezidiv entstehen kann. Das wäre für die Betroffenen ein riesen Aufwand, wenn sie über diesen Zeitraum nach Heidelberg, Stuttgart oder Tübingen fahren müssten. Durch das große Heilbronner Einzugsgebiet und die behandelten Zahlen an Patienten ist es wichtig und macht es Sinn, den Standort der Kinderonkologie in Heilbronn zu erhalten. D R . P E T E R RU E F —

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN wann haben Sie es sich das letzte Mal so richtig gut gehen lassen? Es liegt schon eine weile zurück? das ist schade, denn Heilbronn bietet viele orte der Erholung. das „Pascha Hamam“ ist eines davon. Eine versteckte oase im Herzen der Stadt. Ali Koca ist der Inhaber des wellnessTempels. Von ihm erfahren wir die Besonderheit eines Hamams und wie es ihn ins schöne ländle verschlagen hat. TEXT & FOTOS: MARIA SANDERS 40 Grad zeigt das Thermometer. Eine unvorstellbare Hitze, wenn man im Hamam arbeitet. „Für mich die optimale Temperatur“, sagt Ali Koca glücklich und stützt sich auf seinen Knien ab. Mit einem langen, weißen Tuch rührt er schnell das aus Zitronenseife, Olivenöl, Honig und Wasser angereicherte Gemisch durch. Dann nimmt er das Tuch aus dem Eimer, faltet es auseinander, dreht es wieder zusammen und streift den entstandenen Schaum über den Körper seines Badegastes. In einer riesigen Schaumwolke eingebettet liegt Lena Jadidi. Ihr Gesichtsausdruck ist entspannt und auf ihren Lippen ein leichtes Lächeln zu sehen. Das arabische Wort „Hamam“ bedeutet frei übersetzt „wärmen“, wobei es ein Ort der Geselligkeit ist, ebenso wie der Stille. Besonders in den islamischen Ländern, wie dem Iran, der Türkei und im arabischen Raum, ist das Hamam ein selbstverständlicher Bestandteil der Badekultur. Ursprünglich wurde das türkische Bad als Reinigungszeremonie vor dem eigentlichen Gebet vollzogen. Heute ist es für viele Menschen in östlichen, wie auch westlichen Ländern mehr als das: Die ganzheitliche Entspannung steht im Vordergrund. Das heißt Erholung von Körper, Geist und Seele sollen zu einem ausgeglichenen Wohlbefinden führen. In Berlin geboren, mit zwölf Jahren in die Türkei gegangen, kam Ali Koca der Liebe wegen wieder nach Deutschland. Als ausgebildeter Tellak, also Masseur und Hamam-Meister, arbeitete Koca zunächst in verschiedenen Hamams in der Türkei, bis er 2002 endgültig nach Deutschland zog. „Meine Frau lebte im Allgäu und hatte eine gute Stelle“, sagt der 41-Jährige. Doch bereits nach einem Jahr stand der nächste Umzug an. „Die Berge sind wirklich schön“, beschreibt der Hamam-Meister aus Antalya, „aber die Kälte ist nicht jedermanns Sache.“ Nach einem Besuch bei Freunden und Verwandten in Heilbronn kam Koca auf eine Idee: „Die Menschen sind so fleißig“, dachte er über die Heilbronner, „sie brauchen unbedingt Erholung.“ Gesagt, getan. Und so eröffnete er im Februar 2005 sein eigenes Hamam in der Karlstraße. Doch es ist ziemlich gut versteckt. Von der Hauptstraße führt der Weg in einen Hinterhof. Noch ein paar Stufen die Treppe hinauf und es ist geschafft. „Das hatte ich nicht erwartet“, spricht Hamam-Gast Lena Jadidi offen über ihren ersten Eindruck. Es ist sehr sauber und orientalisch eingerichtet und der Duft von Lemongras und Rosmarin streichen einem um die Nase. „Ich habe mich gleich wohlgefühlt“, beschreibt sie die angenehme Atmosphäre im Pascha Hamam. Die 31-Jährige hat sich sehr auf ihren heutigen Wellness-Tag gefreut. Vor fünf Monaten ist sie zum ersten Mal Mutter geworden und hatte wenig Zeit für sich. Selbst vor der Geburt ihrer Tochter hat sie zehn Jahre lang in einer anspruchsvollen Führungsposition gearbeitet. 50 bis 60 Arbeitsstunden die Woche waren selbstverständlich. „Der Alltagstrott hält uns oft davon ab, uns auch mal etwas Gutes tun.“ Deswegen findet sie es sehr wichtig, sich auch kleine Auszeiten zu gönnen. Mit sich im Einklang zu sein und sich wohl zu fühlen ist essenziell. „Davon hängt alles ab.“ Mit drei bis zehn Kilogramm Gewicht

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN ist die Haut das größte Organ des Menschen. Vielen Umwelteinflüssen muss sie standhalten. Seien es Abgase, Staub, UV-Licht oder Stress. Daher bietet die Erholung und Reinigung nach orientalischer Art eine gelungene Alternative zur Sauna. Im Gegensatz zum heißen Schwitzbad mit bis zu 100 Grad, ist das Hamam etwa 30 bis 40 Grad warm. Weitere Annehmlichkeiten sind neben den Waschungen, auch Peelings und Massagen. Ein ausgiebiger Hamam-Besuch kann daher bis zu drei Stunden dauern. Bei angenehmer Wärme und gedimmten Licht wird der Alltagsstress mit viel Wasser und Seifenschaum regelrecht davon gespült. Außerdem werden abgestorbene Hautzellen durch den Peeling-Handschuh entfernt, das Bindegewebe der Haut besser durchblutet und der Muskeltonus positiv beeinflusst. Vorgewärmte Pflegeöle versorgen die Haut mit Nährstoffen und die Spannkraft und Elastizität des Gewebes verbessern sich. Der Hamam-Meister lacht: „Meine Frau ist wieder da.“ Sein Blick verläuft in ihre Richtung. Eine 1,60 Meter große Dame, modern gekleidet, elegant geschminkt und mit frechem Kurzhaarschnitt kommt gerade zur Tür herein. Sofort legt sie los und macht Ordnung, obwohl schon alles perfekt erscheint. Flink läuft sie von einem Ende des Ruheraumes, zum anderen. Sie schiebt ein Teelicht und ein Schälchen mit süßen Kichererbsen zueinander. Die danebenliegende Anleitung, was „Hamam“ eigentlich ist, dreht sie in die Blickrichtung zum Gast. Dann ist auch schon alles fertig. „Gefällt es Ihnen“, fragt Ehefrau Reziye Aktas-Kocas und drapiert noch ein paar blau-weiß und rot-weiß karierte Tücher auf der Sultans-Couch. „Ich liebe Dekoration“, sagt sie voller Begeisterung und zupft die Tücher noch etwas zu recht. Mit viel Liebe zum Detail hat sie den Erholungsraum ausgestattet, ebenso wie den Eingangs- und Massagebereich. Dunkelrote Samtschäle mit glitzernden Applikationen hängen über den Sitzpolstern, der Boden ist gefliest und mit kleinen Perser-Teppichen ausgelegt. Rot- und goldschimmernde Kissen mit orientalischen Mustern zieren die Riesencouch. Nebendran Palmen, gedimmte Lichter und ein Brunnen, der lieblich vor sich hin plätschert. „Es soll gemütlich sein“, sagt Ehefrau Reziye Aktas-Kocas. Die 49-Jährige kümmert sich hauptsächlich um die Inneneinrichtung sowie die Sauberkeit im Haus. Das Ehepaar bemüht sich sehr, ihren Kunden den Wünschen von den Augen abzulesen. „Sie sollen sich völlig erholen“, sagt die gute Seele des Hauses und erinnert sich an eine Situation, als ein Gast eingeschlafen ist und laut zu Schnarchen begonnen hat, so entspannt war er. Viel mehr gibt sie aber nicht preis, aus Respekt gegenüber ihren Kunden. Seit neun Jahren führen die Kocas ihr Hamam-Paradies. Es hat lange gedauert, bis sich der Erholungstempel in der Karlstraße herumgesprochen hat. „Die ersten Jahre waren hart“, beschreibt sie die Anfangszeit. „Wir waren fremd und nicht akzeptiert.“ Heute sind sie in Heilbronn nicht nur akzeptiert, sondern auch etabliert. Der Großteil ihrer Kunden sind Deutsche und wissen die Anwendungen zu schätzen. Diese sind mit unterschiedlichen Namensbändern gekennzeichnet, wie „Sultan“, „Orient“ oder „Pascha“. Je nach dem welche Anwendung ein Gast gebucht hat, erhält er oder sie am Empfang das jeweilige Armband mit der entsprechenden Bezeichnung. Auf diese Weise können sich die Gäste frei in der Oase bewegen und werden der Reihe nach behandelt. Das Pascha Hamam kann bei Bedarf auch gemietet werden. Bis zu 20 Personen haben Platz im warmen Gewöl-

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TITELTHEMA: HANDARBEIT

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN bekeller, der zu einem orientalischen Bad umgebaut wurde. Eine drei mal zwei Meter große Steinfläche bildet das Zentrum des Kellers. Hier ruhen sich die Gäste aus, bevor sie auf den weißen Marmorsteinen hinter einem weißen Vorhang behandelt werden. Der direkte Hautkontakt mit den warmen Steinem ist ideal zur Entspannung, aber keine Bedingung. „Die Gäste müssen nicht nackt sein“, erklärt Ali Koca weiter. Ein Hamam-Besuch ist ähnlich, wie der einer Sauna. Nach Belieben können sich Gäste mit oder ohne Tuch bedecken. Im gesellschaftlichen Leben spielte das türkische Dampfbad eine besondere Rolle. Gattin Aktas-Kocas erinnert sich an Erzählungen ihrer Mutter und Großmutter: Wenn eine Mutter für ihre Tochter auf der Suche nach einem Ehemann war, hat sie anderen Müttern diskret davon erzählt. Sobald sie fündig wurden, trafen sich die Mütter mit der potenziellen Schwiegertochter im Hamam, um sie auf Herz und Nieren zu prüfen. Sie haben Seife fallen lassen, um zu beobachten, wie sich die junge Frau bewegt. Oder man habe sie Nüsse essen lassen, um zu prüfen, wie intakt ihre Zähne sind. „Endlich Hamam-Tag, sagten wir immer“, erinnert sich Reziye Aktas-Kocas. Dieser Tag, meistens ein Sonntag, war nur den Frauen bestimmt. Sie sind mit den Kindern ins Hamam gegangen und brauchten weder waschen, noch putzen oder aufräumen. Noch ein Tipp vom Experten: Die reinigende Wirkung der Hamam-Anwendung kann durch Seifen, Crèmes oder Duschgel beeinträchtigt werden. Daher ist es empfehlenswert, sich mit jenen Kosmetika zwei Tage vor einem Hamam-Besuch nicht mehr einzucremen.

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Auf der kostenlosen »keosk«-App im iTunes Store findet ihr HANIX hier: MAGAZINE > LIFESTYLE > ALTERNATIV GEHTS

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JOSHI S M EINU N G unser Kolumnist Joshua ist neun Jahre alt. Er schreibt und illustriert diesmal über das Thema wohlfühlen. wenn Joshi sich wohl fühlt, nennt er das sein »lollygefühl«.

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Zum Thema WOHLFÜHLEN hab ich mir Folgendes gedacht … Wohlfühlen ist bei mir das »Lollygefühl«, weil es so süß und klebrig ist, wie ein Lolly. Wohlfühlen ist wichtig fürs Leben, weil es besteht aus Vertrauen, weil man sich nur dort wohlfühlt, wo man sich sicher fühlt. Also machen Menschen, denen man vertraut, einem das Lollygefühl. Man kann sich bei seinen Freunden wohlfühlen und bei der Familie, also bei Menschen, die man mag oder liebt und die einen zurück mögen oder lieben. Beim Wohlfühlen wird mir warm und hell ums Herz, wie bei einem extra bequemen Sessel bei extra Beleuchtung. Also ist dieses Gefühl GUT. Sogar so gut, dass ich mich bei den Menschen, bei denen ich mich wohlfühle, auf dem Boden lege und male, besonders schön ist es dann, wenn ich dazu noch was Leckeres zu Essen gemacht kriege. Dann wird man VERSORGT mit: Trinken, Essen und Liebe … und versorgt werden hat auch ganz viel mit Wohlfühlen zu tun. Ich fühl mich besonders wohl, wenn ich mupfeln kann. Mupfeln ist bei mir kuscheln, das kommt daher, dass wir zuhause immer eine „große Kuschelmuschel“ machen, dann kuscheln wir uns zusammen und alles ist gut. Ein besonderes Lollygefühl habe ich auch dann, wenn ich jemanden lange nicht gesehen habe und sie dann wieder treffen kann. Für Erwachsene ist Wohlfühlen, glaub ich dann, wenn sie traurig sind und ihre Kinder sie trösten. Aber auch wenn sie fröhlich sind, fühlen sich die Erwachsenen mit viel Spaß und auch mit Quatschmacherei wohl. Ich finde, dass man sich als Kind bei seinen Eltern am wohlsten fühlt. Aber ich habe mal gelesen, dass auch Freunde sozusagen Medizin sind, weil wenn du krank bist und deine Freunde bei dir sind, wirst du meistens viiiiiiiiiiiieeeeeeeeeel schneller wieder gesund. Auch mein Hund Elmar fühlt sich bei mir wohl, das merke ich. Weil Tiere können sich ja auch wohlfühlen. Also kann ich sagen, dass Wohlfühlen ein besonderes, ein gutes und wichtiges Gefühl ist, für Kinder, Erwachsene und Tiere. Dann hat das Thema es auch mal verdient, ein Hanix-Titelthema zu sein!

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cOLO U P LE AS

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UR OF SU R E wir sind an einem der raren Sonnentage dieses Jahres durch die Heilbronner Innenstadt gezogen und haben bei Einzelhändlern und Gastronomen nachgefragt, welches ihre wohlfühlfarbe sei. Zu unserer überraschung gab es bei der farbwahl keine dopplungen. Eine bunte Portraitstrecke von ulla Kuehnle.

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» ich fü h l e m i ch am wohlst en , we n n i ch i m U rl aUb mi t m ei n em f r eU nd d i e s eele baU meln l ass en k an n . «

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Romina Consagra, 30 Jahre aus Heilbronn, Inhaberin der chouchou Boutique

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN » IcH f üH l E M I cH I N MEINEM G EB urTS l AN d ScHwEdE N AM woH l S T EN. IcH lI EB E SToc KHo lM. w EN N I cH dorT Zu B ESu cH B I N , wI ll Ic H NIcHT M EH r wE G. «

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Filip Besara, 30 Jahre aus Leingarten, Inhaber von snygg - shoes and fashion

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN »I cH fü Hl E M I cH I N ME IN E M l AdEN AM woH l S TEN. »dIE wolKE « I ST So G E STAlT E T uN d E I N G E r I c H T E T, dASS E S M E I N wo H l f ü H lo rT I ST. «

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Christine Ahl, 57 Jahre aus Heilbronn, Inhaberin von Die Wolke - Textil- und Wollfachgeschäft

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN » ich fü h l e m i ch mi t meinem soh n am all e r wohlst en . we n n i ch m e i n » k l e i n e s b a by« u m mich habe , g e h t e s m ir e i n fac h g u t. «

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Marlies Konnerth, 24 Jahre aus Heilbronn, Mitarbeiterin bei size11 - shoes │ fashion │ bags

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN »wENN Ic H N Ac H fE I E r ABENd E I N Sc H wI P ScHwAP TrI N KEN K AN N, f ü HlE I c H M I cH AM woHlSTEN . ScH wI P ScHwAP TrI N KE I cH ScHo N S EI T M EI N EN KINdHEI TSTAG E N AM lIE B STEN . «

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Jonas Rall, 24 Jahre aus Lehrensteinsfeld, Mitarbeiter bei Burnside

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN »wenn ich m i t fre un de n ein gu t e s g l as wei n t rinken k an n , füh le ich mich am woh l ste n . d ie versc h i eden e n g e sc hmacks n uan c en und d er alko h ol sorg e n f ür woh l b e fi n de n . «

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Alen Mahmutovic, 42 Jahre aus Ludwigsburg, Inhaber von LOOM

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TITELTH EMA: WOHLFÜHLEN »w ENN Ic H Z uSAM M EN M I T MEIN EN frE uN dEN Auf MEINE M BAl KoN SI TZE N K ANN uN d dAS wE TT E r G u T I ST, f ü H l E I c H M IcH AM woH lSTEN . «

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN Anja Michlmann, 27 Jahre aus Flein, Mitarbeiterin bei Pfeffer Lebensmittel

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TEXT: RAFAELA JECKLE FOTO: PRIVAT WOHLFÜ H L E N Ich glaube, dass alle Menschen, von überall auf der Welt, ob nun aus Heilbronn, aus Brasilien oder China, mit ähnlichen Wünschen durchs Leben schreiten. Der erste Wunsch ist das Geheimnis der menschlichen Existenz zu entdecken und das Leben und den Tod zu verstehen. Deswegen gibt es Religionen und die Spiritualität. Der zweite Wunsch ist das Streben nach Glück. Denn jeder Mensch will sich gut fühlen. Jeder will glücklich und integriert sein. Alle wollen sich wohlfühlen und zufrieden sein. Ich komme aus einer wunderschönen Stadt am Meer, wo die Natur selbst eine Einladung zum Wohlfühlen ist. Aber manchmal kann sogar der schönste Platz der Erde keine Zufriedenheit bescheren. Denn das wahrhaftige Glück findest du nicht in der Außenwelt, sondern in dir selbst. Denn das wahre Glück kommt von innen! Es gibt viele externe Aspekte, die einer Person ein gutes Gefühl bringen können. Die Schönheit der Natur, Liebe zu erfahren, das Leben zu genießen, sich Produkte oder Vergnügung zu leisten. Aber du kannst nur das echte gute Gefühl erhalten, wenn du in der Tat dieses Glück in dir selbst, im ei110 genen Inneren, entdecken kannst. Es ist in dir, in deinem Kopf und deiner Seele. Dort wo die wichtigen Dinge passieren. Was ist eigentlich besser: Schön zu sein oder sich schön zu fühlen? Ich finde, dass die zweite Option der bessere Deal ist. So, wie du dich fühlst, wirst du auch sein. Wenn man sich mit sich selbst gut fühlen und das eigene Gleichgewicht finden kann, dann kann man unabhängig von den Einstellungen von anderen sein. Man ist nicht mehr so betroffen von äußeren Einflüssen und reagiert ruhig auf Probleme. Natürlich gibt es herausfordernde Momente des Lebens, schwierige Situationen, die uns nach unten bringen, und sogar wir fröhlichen Brasilianer können traurig werden. Aber wenn etwas Schlechtes passiert muss man wissen, wie man sich selbst helfen kann. Als ich in Bahia lebte, direkt am Meer, war die wichtigste Strategie, um mich glücklich und friedlich durch schlechte Zeiten zu kommen, an der Küste zu spazieren, am Strand zu meditieren und das Meer zu beobachten. Der Ozean hat mir unendlich viel Energie gebracht. Hier in Heilbronn setze ich mich an das Neckarufer, um das

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TITELTHEMA: WOHLFÜHLEN ruhige Leben von Enten zu beobachten, wenn es mir schlecht geht. Ich finde es sehr wichtig um mich gut zu fühlen, mich mit den Quellen zu verbinden. Das bedeutet für mich, in Kontakt mit Gott zu treten. Für mich ist es wichtig eine Spiritualität hervorzurufen, deswegen finde ich esoterisches Denken interessant. Mir ist wichtig in meiner Art und Weise in Kontakt mit der Schönheit der Schöpfung zu sein und dass kann ich auf verschiedenen Wegen machen. Ruhig einatmen und ausatmen ist ein Weg, Tanzen zu hypnotisierenden Trommelklängen ist ein weiterer Weg, der mir hilft. Ich denke, jeder sollte seinen besonderen Weg zum Wohlfühlen finden. Ich habe meine eigenen Rezepte für Balance und Glück und meine unfehlbaren Rituale, die mir helfen ein gutes Gefühl zu haben. Natürlich ist es in Situationen der Trauer, Krankheit, finanzieller Probleme oder Liebeskummer keine Selbstverständlichkeit, dass einen ein gutes Gefühl magisch von jetzt auf nachher überkommt. Aber wenn man weiß, dass selbst in den schlimmsten Momenten das Glück eine Wahl ist, hat man den größten Schritt, sein eigenes Wohlbefinden zurück zu erlangen bereits getan. Wir können auf jede Begebenheit, und mag sie noch so schmerzvoll sein, anders und positiv reagieren. Um das zu tun, brauchen wir unseren Willen und Energie, dass um einen positiven Zustand der Emotionen aufzubauen. Man muss sich Zeit für sich selbst nehmen, sich selbst zuhören. Probiere mit der Natur zu integrieren, schäme dich nicht, dich im Gras zu rollen oder im Sand zu spielen, Bäume zu umarmen, Blumen zu riechen. Wir kamen aus der Erde und das ist auch der Ort, an den wir wieder zurückkehren. Meine Erfahrung: Die Erde gibt uns Kraft. Hier in der Umgebung gibt es so schöne Wälder. Unternehmt öfters Spaziergänge. Lacht, Smile, Sorria! In dem Ort wo ich herkomme, Bahia in Brasilien, gibt es ein Slogan, der sagt: »Lächel, du bist in Bahia!« Auf portugiesisch heisst das Sprichwort: »Sorria, você está na Bahia!« Wir Brasilianer sind ein lachendes, glückliches Volk. Lachen ist unser natürliches Medikament. Durch Lachen kann der Körper eine unglaubliche Dosis an Endorphinen freisetzen. Eine weiterer Rat: Lerne zu lieben. Verliere nicht Zeit damit, schlecht gelaunt zu sein und probiere Liebe zu geben. Denn dann bekommst du auch automatisch Liebe zurück. Liebe ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Kuchens des Glücks! Desweiteren: Pass auf deine Worte auf, beobachte was du sagst und was du denkst. Denn Worte haben eine unglaubliche Macht. Also probiere Dinge, die die dich motivieren, laut zu artikulieren. Aber all das bedeutet nicht, immer gut gelaunt sein zu müssen. Du hast das Recht, traurig und sauer zu sein. Es ist menschlich und gesund. Sei ehrlich mit deinen Gefühlen, du hast das Recht jede Art von Gefühl zu haben, denn du bist ein Mensch. Ärger, Eifersucht und alle Todsünden zu fühlen, ist ganz normal. Aber bitte: Verabschiede dich schnell von den negativen Emotionen. Lerne, dir selbst und anderen zu vergeben. Verschwende keine Zeit mit unsinnigem Stolz, denn das Leben ist zu kurz dafür. Carpe Diem! Achte auf das Gleichgewicht zwischen Körper, Geist und Seele. Iss lecker aber ausgewogen. Trinke mindestens zwei Liter Wasser am Tag. Beweg dich, betätige dich körperlich. Finde einen Weg, 20 Minuten pro Tag aktiv zu sein und du wirst automatisch beginnen, dich besser in deiner Haut zu fühlen. Das Gehirn ist ein Gerät, man muss es trainieren, damit es zu deinen Gunsten arbeiten kann. Benutze deinen Verstand. Lese und lerne jeden Tag ein wenig. Du wirst sehen, deine Kreativität wird Funken schlagen. Integriere Kunst in deinem Leben: Gute Musik, Gemälde, Bücher, Theater, Film und Tanz können dich inspirieren zu denken. Kunst ist eine Quelle der Freude und Nahrung für den Geist. Meditation ist nach meiner Ansicht der größte Schatz, um sich unseren Verstand zu kümmern. Neben der Betreuung deines Körpers und Gehirns solltest du dich um deinen Geist kümmern. Wenn du keiner Religion folgst, erstelle deine ganz eigenen Rituale, oder suche eine Heiltherapie, damit jemand deine Chakren ausgleichen und deine Aura reinigen kann. Sei verantwortlich für dich selbst. Probiere dich als Mensch zu verbessern! Achte auf kleine Details, lerne Verantwortung für deine Entscheidungen zu haben und erinnere dich, dass jede Wahl auch ein Ausschluss ist. Und nun mein letzter Tipp: Lerne eine SchmetterlingSeele zu haben. Das Leben ist ein Wechselzyklus, es ist voller Phasen des Wandels. Das Leben ist antagonistisch, es ist wie ein Rad, das sich dreht. Man muss Geduld haben, wenn man das traurige Gesicht des Lebens sehen muss. Bald wird sich sicherlich das schöne, lustige, fröhliche Gesicht sich zeigen. Das Leben ist so. Ein bisschen Yin, ein bisschen Yang. Aber das Leben ist deine einzige und fantastische Möglichkeit, diese Welt zu genießen! Also, lebe in vollen Zügen und lache so viel wie möglich!

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QUIZ DIcH GL Ü c KLIcH !

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EINE FR AGE: QUIZ HANIX Nº17 frAGE: wIE HEISST dEr BESTE SPAMANAGEr dEuTScHlANdS uNd AuS wElcHEM lANd STAMMT Er? dEr SPABErEIcH IN frIEdrIcHSruHE wurdE BErEITS MEHrMAlS ZuM BESTEN SPA IN dEuTScHlANd GEwäHlT. dIES lIEGT ZuM EINEN AM GroSSZüGIGEN PlATZANGEBoT MIT 4400 quAdrATMETErN ENTSPANNuNGSfläcHE uNd dEM ANSPrucHSVollEN AMBIENTE, ABEr AucH AM HErVorrAGENdEN PErSoNAl uNd dEM lEITEr dES SPABErEIcHS. THIS AIN´T CALIFORNIA PASCHA-HAMAM CHOUCHOU SPA FRIEDRICHSRUHE 3 x DVD 2 x Eintrittskarten 3 x 20-EURO-Gutschein 2 x Tageskarte Der Skaterfilm mit Ostalgiefaktor hat viele Preise auf nationalen und internationalen Filmfestivals abgeräumt. Nun gibt es das Werk auch auf DVD. Wir verlosen den sehenswerten Film über Skater in der DDR dreimal. In der Karlstraße kann man sich auf türkische Art und Weise entspannen. Im Pascha-Hamam sorgen Ali Koca und sein Team für orientalische Wohlfühlstunden. Wir verlosen zwei Eintrittskarten. Französischer Chic und Coolness in Heilbronn. chouchou, die kleine aber feine Boutique in der Oberen Neckarstraße hinter der Stadtgalerie verlost drei Gutscheine im Wert von je 20 Euro. Wo, wenn nicht im besten SPA Deutschlands kann man die Seele baumeln lassen und sich tiefenentspannen. Wir verlosen zwei Tageskarten, um HighEnd-Entspannung genießen zu können. WER MEINT, DIE LÖSUNG ZU KENNEN, SCHICKT DIESE PER MAIL AN: QUIZ@HANIX-MAGAZIN.DE; BETREFF: TIEFENENTSPANNT EINSENDESCHLUSS IST DER 20. APRIL 2013. DER RECHTSWEG IST AUSGESCHLOSSEN. ALLE GEWINNER WERDEN SCHRIFTLICH BENACHRICHTIGT. DIE RICHTIGE ANTWORT AUF DIE FRAGE DES VORANGEGANGENEN QUIZ LAUTET: ACHT JAHRE

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EIN BRIEF VON MARCEL REHDER GELESEN VON: NICOLAI KÖPPEL L I E B E H E I M AT, der Start in unseren Trip um den Globus startete doch recht holprig, wie du selbst miterlebt hast. Nachdem Kathrin kurz vor dem endgültigen Auszug aufwachte und aussah wie ein einseitig gieriger Hamster, hofften wir bereits darauf, dass dies das einzige Startproblem sei. Wir sollten uns täuschen. Die dicke Backe war eine Speicheldrüsenentzündung. Nun waren Antibiotika und Hoffnung auf schnelle Genesung angesagt. Aber das war noch nicht alles. Wir lebten seit zwei Wochen wie die Heroinabhängigen in Trainspotting in einer kahlen Wohnung. Eine Matratze auf dem Boden und eine Glühbirne an der Decke. Bis dieser klägliche Rest aber dann verpackt war, waren das nebst sperrigen Dingen auch gleich noch mal fünf Umzugskartons und dauerte mit putzen doch den ganzen Tag. So blieb etwa das Abholen meines geliebten Fahrrads, das mich bis dato jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit brachte, auf der Strecke und musste von meinem Vater abgeholt werden. Für die Erledigung solcher Dinge und noch Vielem mehr waren wir vor der Reise froh unsere Familie an der Seite zu haben. Wir wären wohl nie rechtzeitig fertig geworden ohne sie. Irgendwann waren wir dann soweit. Besser gesagt, die Uhr sagte uns, dass wir nun so weit sind. Also gingen wir noch schnell unsere Papiere und Unterlagen durch. Wir waren uns sicher, dass alles da ist, aber sicher ist sicher. Alles da. Bis auf ... Ja, wo sind die PINs für die Kreditkarten hin? Panik machte sich breit. Eine Kreditkarte mit PIN ist da, aber wo sind die PINs für die Zweite und die Ersatzkarte? Alles durchsucht, was noch da war. Nix. Letzte Chance, das Altpapier mit persönlichen Daten für den Schredder. Das hatten wir nämlich auch nicht mehr geschafft. Nach verzweifeltem Suchen fand sich dann wenigstens die PIN für die Ersatzkarte. Schnell noch das Kreditlimit hoch setzen lassen und weiter zu meinen Eltern. Für ein kleines Nickerchen war es nun eh zu spät, wenn die Fahrt um zwei Uhr nachts Richtung Frankfurt Flughafen gehen sollte. Nach der Verabschiedung ging es dann zum Flughafen. Wir waren erleichtert, als wir endlich dort waren und eingecheckt hatten. Unser gesamtes Zuhause für die nächsten Monate auf 15 Kilo eingedampft und nun geradewegs über ein Gepäckband in den Rumpf eines Flugzeuges unterwegs. Auf dem Weg zum Boarding lagen ein paar junge Japaner noch schlafend auf Bänken rum. Wann wir wohl das erste Mal am Flughafen schlafen werden? Wir waren froh, als wir endlich im Flieger waren. Der ganze Stress fiel von uns ab. Es hat sich super angefühlt. Sowohl im Flug nach Paris als auch nach Jedda hatten wir Sitze am Notausgang. Perfekt für meine langen Haxen. Es konnte also nur noch besser werden. Jetzt fragt man sich vielleicht wieso Paris? Es sollte schließlich gen Osten gehen? Das lag daran, dass unser Flug geändert wurde. Wir wollten aber aus organisatorischen Gründen weder früher noch später

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS MUMBAI abfliegen. Also haben wir in den sauren Apfel gebissen und mussten so zweimal umsteigen. Aber das war uns egal, wir hatten ja Zeit. Bereits im Flug von Paris nach Jedda waren wir schon eine der wenigen Westler. Jedda liegt unweit von Mekka, was den Flughafen zu dem Ausgangsort für Pilgerer macht. Im Transitbereich kamen wir uns dann zum ersten Mal etwas fremd vor zwischen all den offensichtlich tiefgläubigen Pilgerern. Mehrere Hundert davon kamen und gingen in den circa sechs Stunden Aufenthalt, die wir dort hatten. Aufgrund der langen Wartezeit bekamen wir ein kostenloses Abendessen, das wir uns bei einem arabischen Fußballspiel reinschaufelten. »Fußball ist eins der wenigen Dinge, die man sich in jeder Sprache anschauen kann und sich nicht langweilt. Vorausgesetzt, es wird nicht nur Mist gespielt«, philosophierte ich, obwohl ich eigentlich keine Ahnung von Fußball habe, geschweige denn von der Liga in SaudiArabien. Wer da gespielt hat? Keine Ahnung. Der Kommentator kam auf Arabisch daher. Egal. Die Blauen spielten gegen die Gelben. Es war unterhaltsam. Offenbar auch für das Sicherheitspersonal, das lieber dort rumsaß und Fußball schaute. Auch der malaysische Pilgerer, der gerade mit seiner Familie aus Mekka kam, konnte uns nicht sagen, wie die Mannschaften hiessen. Wir unterhielten uns noch eine Weile mit ihm und seiner Frau, bis es für ihre Familie Zeit wurde, in den Flieger nach Kuala Lumpur zusteigen. Eine Unterhaltung mit Westlern war eh nicht möglich. Es waren schlichtweg kaum welche unter den mehreren Hundert Pilgerern. Im Flugzeug nach Jedda waren wir neben einer französischen Familie dann auch wirklich die einzigen Westler. So ging es in unmittelbarer Nähe eines ständig würgenden und jammernden Passagiers mit Flugangst nach Mumbai. In Mumbai lief alles wie geschmiert bei der Einreise. Keine langen Schlangen oder Gedränge am Gepäckband. Dafür ein einziges Gewusel und aufgeregtes Gequake. Es kamen die ersten Gepäckstücke an. Danach folgte eine schier endlose Menge an roten Kartons. Nach den ersten zerrissenen und aufgeplatzten Kartonresten nebst leeren Kanistern war klar, das muss eine Flüssigkeit sein. Später fanden wir heraus, dass es heiliges Wasser aus Mekka war. Viel Tamtam um Zamzam. So nennt sich das Wasser, von dem jeder Pilgerer ein bis zwei Kanister mit nach Hause schleifte. STEcKBrIEf N a m e : Ma rce l Re h d e r a l t e r : 27 J a h re h e r k u N F t : S chwa i g e r n a k t u e l l e r a u F e N t h a l t s o rt: M u m b a i i N m u m b a i s e i t : 02/20 1 3 l i e b l i N g s o r t i N m u m b a i : B ei A m eya z u h a u s e a u f d e ss e n C o u ch Dann stand auf einmal eine Dame von Saudi Airlines da und sagte, dass Kathrins Gepäck nicht kommen wird. Was? Wie? Wird nicht kommen? Naja, da sei was schief gelaufen und es sei noch in Paris. Kommt aber noch in der gleichen Nacht mit Air France. Na toll. Das kann doch alles nicht wahr sein? Wir dachten, dass wir das Unglück in Deutschland gelassen haben. Also warteten wir auf meinen Rucksack. Dann muss Kathrin eben meine Sachen solange mitbenutzen. Davon lassen wir uns nicht weiter unterkriegen. Erstmal kamen noch weitere Kamelladungen Zamzam, bis wieder Gepäckstücke folgten. Ich hoffte inständigst, dass meine Sachen nicht aus Versehen geheiligt wurden und nass ankommen würden. Leider warteten wir vergebens.

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS MUMBAI Der Mann, der sich darum kümmerte, dass das klapprige Gepäckband immer weiter lief, wenn es mal blockierte, sagte uns »No more luggage! Finish!« Das Gepäckstück von mir war nun auch weg. Mit dem Unterschied, dass darüber keinerlei Meldung vorlag und niemand wusste, wo es war. Unsere Kinnladen schlugen abermals auf dem mit Kartonfetzen übersäten Boden auf. Da stand auch schon Reshma da, die Dame von Saudi Airlines und versuchte zu klären, was mit dem Rucksack ist. Aber keine Chance. Er blieb verschwunden. So bestand unsere erste Tat in Indien darin Formulare für verlorene Gepäckstücke auszufüllen und uns erklären zu lassen, wie nun weiter vorzugehen war. Reshma war sehr bemüht und freundlich. Sie gab uns zur Sicherheit noch ihre Handynummer, für den Fall, dass es Unklarheiten bei Ihren Kollegen geben sollte und sie nicht da ist. So entließ sie uns nur mit unserem Handgepäck in die Hitze Mumbais. Die erste Nacht in Mumbai brachten wir in den Sachen rum, die wir anhatten und holten am nächsten Tag den Rucksack von Kathrin mit der Rikscha vom Flughafen ab. Leider tauchte mein Rucksack noch immer nicht auf und wir machten uns auf zu unserem Couchsurfing Kontakt im Stadtteil Chembur. Wir hatten das noch kurz vor Abreise organisiert und waren nun darauf gespannt, wie es werden wird. Ameya begrüßte uns freundlich und offen. Er führte uns zu dem Mehrfamilienhaus, in dem er jetzt wieder nach seinem vierjährigen Studium in London mit seinen Eltern lebt. Der Eingangsbereich war ein größerer Raum, in dem auch der Schrein mit den Hare-Krishna-Figuren stand und Platz bot, um Besucher zu empfangen. Er überließ uns großzügig sein Zimmer und schlief während unseres Besuchs im Zimmer seiner Eltern. Wir verstanden uns großartig mit der herzlichen Familie und fühlten uns sofort heimisch. Abhay der Vater und Vrishali, die Mutter versorgten uns wie ihre eigenen Kinder und alle standen uns Rede und Antwort zu sämtlichen Themen. Abhay arbeitete vor seiner Rente als Zollbeamter und beruhigte uns, dass der Rucksack sicher wieder auftauchen wird. Abhay ist übrigens eine Art Ehrenbürger und lokaler Held. Im März 1993 gab es mehrere Explosionen in Mumbai, bei denen 257 Menschen ums Leben kamen und 713 verletzt wurden. Es waren die schlimmsten Bombenanschläge, die Mumbai bis heute erlebte. Bei seinem Job als Leiter eines Zöllnerteams machte er einen immensen Sprengstofffund auf einem Schiff, das aus dem Mittleren Osten kam. Die Menge des Sprengstoffs war noch größer als die vermutete Menge aus den besagten Anschlägen wenige Monate zuvor. Trotz Drohungen und Bestechungsversuchen ließ er sich nicht beirren und stoppte den Transport. Dies bedeutete eine Jahre lang andauernde Odyssee, in der sich die Familie kaum frei bewegen konnte und ständig in der Angst lebte, hinterhältig ermordet zu werden. Einige Male waren Vater, Mutter, Sohn und Tochter trotz mit automatischen Schnellfeuerwaffen ausgestattetem Polizeischutz in brenzligen Situationen, denen Sie nur knapp oder verletzt entkommen konnten. Sichtbare Narben sieht die Familie heute noch regelmäßig im Spiegel. Die Gastfreundschaft war jedenfalls überragend. Wir besorgten mit Abhay noch Notfallbekleidung, wurden zum Essen im Cricket Club eingeladen und fielen dann todmüde ins Bett. Leider blieb der Rucksack aber auch am folgenden Tag verschwunden und keiner konnte was zum Verbleib sagen. Wir gingen trotzdem auf Sightseeingtour und genossen den Sonnenuntergang am »Marine Drive«. Ich wurde krank und wachte mit leichtem Fieber auf. Somit war der Tag auch gelaufen und wir dazu verdammt zuhause zu bleiben. Am Abend ging es mir besser und wir gingen mit Ameya zum spirituellen Treffen der Hare Krishna. Die Familie ist Mitglied der Hare-Krishna-Bewegung, einer hinduistischen Glaubensrichtung. Als wir ankamen, wurde bereits getanzt

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS MUMBAI und gesungen. Der normale Ablauf bei diesen Treffen sieht zunächst eine kurze Gesprächsrunde mit philosophischem Charakter vor, gefolgt von transzendentalem Sprechgesang und Tanz. Es dauerte nicht lang und Kathrin fand sich wieder unter den tanzenden Frauen. Uns wurden Priester, Freunde, Verwandte und Nachbarn vorgestellt und wir aßen hinterher alle zusammen. Auch das Essen spielt eine spirituelle Rolle. Zum einen ist es lactovegetarisch und zum anderen wurde es zuvor Gott präsentiert und angeboten. Danach erst werden die Reste gegessen. Dies soll die Dankbarkeit ausdrücken, für das was man hat. Das Essen spielt eine wichtige Rolle. So ist das Töten und dann auch noch Essen von Tierkörpern für sie eine Undenkbarkeit. Auch die Zubereitung ist für sie von Wichtigkeit. So überträgt sich die positive Energie einer liebevoll zubereiteten Mahlzeit auch auf die Person, die es isst. Es war ein schöner Abend, wie wir ihn noch nicht kannten. Nicht nur an diesem Abend, auch an sämtlichen anderen Tagen, hörten wir immer wieder neue und interessante Dinge, die wir ohne diese Couchsurfing-Erfahrung vielleicht nie erfahren hätten. Wir fühlten uns sehr zu Hause. Wenn da die Sache mit meinem Rucksack nicht noch offen wäre. An diesem Abend jedoch bekamen wir einen Anruf und es wurde uns mitgeteilt, dass der Rucksack in Paris gefunden wurde. Was für ein Gefühl! Auf einmal war meine Erkältung für kurze Zeit wie weggeblasen. Nach drei Tagen wusste endlich jemand, wo der über ein halbes Jahr mühsam bestückte Rucksack überhaupt ist. Er sollte wie der andere Rucksack zuvor auch schon mit Air France in der Nacht in Mumbai ankommen. Nun konnten wir auch endlich festlegen, wann es nach Goa gehen sollte. Ameya rief noch einen Goa-erfahrenen Freund an und fragte nach Tipps. Bingo! Er teilte Ameya mit, dass er und eine Freundin ebenfalls am Donnerstag mit einem Nachtbus nach Goa fahren wollen und hat ohne zu zögern seine Hilfe angeboten. Vielleicht beginnt ja nun unsere Glückssträhne? Es muss ja nun mal gut sein mit dem Pech, oder? Nach kurzer Absprache hat er dann für uns im gleichen Bus eine Doppelschlafkabine reserviert und ein Hotelzimmer für vier Personen für die ersten zwei Nächte organisiert. Der letzte Tag versprach also, frei von Sorgen zu sein. Das Erste, was ich gleich nach der dicken, indischen Ratte im Lagerraum für verlorenes Gepäck erspäht hatte, war mein Rucksack. Wiedersehen macht einfach Freude. Eingepackt in einem Plastikgewebesack zum Schutz. Ziemlich dreckig war der Sack und auf den zweiten Blick hatte er ein überfaustgroßes Loch. Das war vorher noch nicht. Die Rucksackschnalle, die darunter hervorguckte, hatte auch gelitten, war aber sicher noch in Ordnung. Das Gepäckstück sah aus, als wäre es auf dem Rollfeld vom Gepäcktransporter gefallen. Das würde dann auch das Loch und die groben Kratzer an Schnalle und Gurt erklären. Auch die aufgeplatzte Zahnpastatube wies darauf hin. Saudi Airways konnte mir logischerweise nichts dazu sagen, da sie das Gepäckstück ja eigentlich nie befördert haben. Egal. Der Rucksack war da. Am nächsten Tag fuhren wir mit Abhay und Ameya noch zum Radhagopinath-Tempel der Hare Krishna. Als wir den Gebetsraum betraten, war gerade ein Priester zugange und reinigte den bunt dekorierten Altar mit gesegnetem Feuer. Dabei rappte er Mantras. Dies wurde untermalt von immer schneller werdendem Gesang und der Musik einer »Mridanga«-Trommel, den »Karatals« und eines »Harmonium«. Traditionelle indische Instrumente, wie sie oft hier verwendet werden. Es wurde Mittagszeit. Wir saßen dort zusammen mit den Mönchen auf dem Boden im Speisesaal und genossen das leckere vegetarische Essen. Es wird in Indien sehr wenig Fleisch gegessen, was uns gerade recht kommt. Dann wurde es Zeit, den Rucksack zu packen und Mumbai zu verlassen. Die Zeit bei der Familie war schön und wir waren froh, dass wir dort sein durften. Wir haben uns wie zu Hause gefühlt und eigentlich auch wie Familienmit-

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BRIEFE AN DIE HEIMAT: AUS MUMBAI glieder. Um einen nächsten Besuch wurden wir ausdrücklichst gebeten. Mit der Bitte mehr Zeit mitzubringen. Irgendwann tauchten dann auch Raj und Sakshi auf. Mit ihnen warteten wir auf die Abfahrt des Busses und wurden ein letztes Mal königlich von Ameyas Mutter bekocht. Ein letztes Gruppenfoto mit der Familie und dann ging es ans Verabschieden. Abhay ließ es sich nicht nehmen uns zusammen mit Ameya an die Bushaltestelle zu bringen und dort auch noch die einstündige Verspätung abzuwarten, bis wir im Bus saßen und weg waren. Liebe Heimat, wir möchten dich mit langweiligen Aufzählungen von Sehenswürdigkeiten verschonen. Auch, weil Mumbai an sich nicht all zu viele Sehenswürdigkeiten wie beispielsweise Delhi bietet. Das wurde uns auch von Ameya und Raj bestätigt. Daher haben wir es dir erspart irgendwas über das Gate of India, das Museum oder solche Dinge zu schreiben. Es war sehenswert und interessant, nicht mehr und nicht weniger. Auch die scheinbar unendlich weit geöffnete Schere zwischen Arm und Reich ist allgegenwärtig. Ganze Familien mit Kindern und Babys schlafen nachts einfach auf dem Gehweg, Mädchen im Kleinkinderalter mit nacktem, schmutzigen Säugling auf dem Arm sitzen zwischen den Menschenschlangen am Bahnschalter und betteln oder man findet Einkaufszentren mit europäischen Preisen und Produkten, die an einen Slum grenzen. Was dennoch atemberaubend war und sicher auf ewig in Erinnerung bleibt, war das Eintauchen in die indische Kultur einer Familie in Mumbai. Nicht nur in dieser Familie haben wir Freundlichkeit erfahren. Selbst auf der Straße war es nicht schwierig den freundlichen und hilfsbereiten Menschen ein herzliches Lächeln abzuringen. Und ja, auf diesen Straßen sind verdammt viele Menschen unterwegs. Vieles unterscheidet sich aber auch kein Stück zu einer Familie in Deutschland. Auch hier stöhnt der Sohn, wenn der Vater sich mal wieder irgendwo einmischt. Denn am Ende sind wir doch alle Menschen. Egal welches Land, Religion oder Stand. Machs gut, Dein Marcel

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AUS DEM VIA ARCHIV PINNBoArd VIA GRAFIK Im letzten Jahr waren wir in München auf der Messe eingeladen, nicht um auszustellen und zu verkaufen, aber um drei Räume zu gestalten. Wir fanden es spannend, die schrammelige Umgebung mit Konsequenz und Farbe zu kontrastieren. In jedem Raum eine Wand. Mehr davon kann man bald auf unserer neuen Website sehen. lEo VollANd Stroke Artfair, München, 2012 Leo Volland, Mitgründer von Via Grafik, ist in Heilbronn aufgewachsen ehe er nach dem Abi zum Malen, Studieren und Leben nach Wiesbaden gezogen ist.

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LESER B R IEFE Guten Tag, nachdem ich in ihrer Rubrik »Kunstregion« Exponate der neuen Ausstellung in der Kunsthalle Vogelmann gesehen habe, hatte ich mich dazu entschlossen, zur Vernissage zu gehen. Wirklich beeindruckende Arbeiten des Kunstprofessors aus München. Ich habe mir auch den wunderbaren Katalog zu seiner Ausstellung gekauft und kann nur jedem empfehlen, sich die Ausstellung zu Gemüte zu führen. Toll war auch der Brief an die Heimat aus Hawaii. Es scheint tatsächlich so, dass die Verfasserin des Briefes ihr Paradies gefunden hat. Ich bin sogar ein wenig neidisch geworden. K at h a r i n a i n g e l f i n g e r , l auffen Lob für eure Arbeit auszusprechen. Wirklich eine Respektable Leistung, die ihr da jeden Monat aufs Neue vollbringt. Davor ziehe ich, ganz ehrlich, meinen Hut! Weitermachen. marlene Kamm, heilBronn Liebe HANIX-Redaktion! Ich bin junge Mutti und habe mit großem Interesse das Interview mit der »Leebelle« gelesen. Ich fand so toll, dass sie als junge Mutter zur Nähmaschine gegriffen hat, dass ich das auch ausprobiert habe. Ich habe früher nämlich auch viel genäht. Und siehe da: Ich kann es noch einigermaßen und es hat mir Spaß gemacht. Also danke für die Inspiration. saBine müller, gronau Liebe Redaktion, vielen Dank für das interessante Interview mit Falken-Kapitän Luigi Calce. Einen kleinen Tadel muss ich euch dennoch erteilen. Ich habt geschrieben, dass Falken-Manager Ernst Rupp eine Art Franz Beckenbauer des Heilbronner Eishockeys sei. Das kann doch nicht wirklich euer Ernst gewesen sein, oder? K l a u s e g g w o l f f, Bietigheim Hallo Leute! Ich war nun zum zweiten Mal auf eurer Release-Feier im Pearls and Diamond. Livemusik im Gewölbekeller hat schon was. Beim letzten Mal wurde am Ende sogar etwas getanzt. Ich komme wieder! Peter radic, heilBronn Hallo ihr Lieben! Ich verfolge das Magazin nun schon seit Ausgabe #1 und habe mich nun endlich dazu entschlossen, euch ein

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I MP R E SS UM Verlag und Redaktion 74ELF Marcel Kantimm & Robert Mucha GbR Kastanienweg 12 74080 Heilbronn E-Mail: info@hanix-magazin.de Herausgeber Marcel Kantimm Robert Mucha Chefredakteur Robert Mucha (V.i.S.d.P.) Redaktionelle Mitarbeiter Rafaela Jeckle, Maria Sanders, Marcel Rehder, Leo Volland, Peter Wanner (Stadtarchiv Heilbronn), Joshua, Nicolai Köppel, Valerie Grübele, Uwe Gramlich, Leo Volland, Philipp Kionka E-Mail: redaktion@hanix-magazin.de Videoredaktion Philipp Kionka (Leitung), Sarah Fischer, Stefan Dittrich, Kris Rampmaier, Ben Sommerfeld, Lisa Marie Klotz, Nicolai Köppel, Till Mauschke, Till Schmidt Bildredaktion & Fotografen Mehmet Filiz, Ulla Kühnle, Meli Dikta, Lisa Bürg, Robert Häusser, Björn Pados, Tino Criso, Andreas Klehm, Kirsten Karnowski, Simon Hollay, Fotoatelier Senghaas, Foto © istock.com/ Mark Rose Artdirektion Raimar Schurmann Grafik & Illustration Lisa Hofmann, Florian Geiger, Kathrin Leisterer, Via Grafik Audio Philipp Seitz (ANT Studio) IT-Support Martin Riemer (Easy NetworX / www.easy-networx.de) Vermarktung & Sales HETTENBACH GMBH & CO KG WERBEAGENTUR GWA Werderstraße 134 74074 Heilbronn: Jessica Zippan Telefon: 07131 - 79 30 121 Fax: 07131 - 79 30 229 Mail: zippan@hettenbach.de www.hettenbach.de www.hanix-mediadaten.de Verlagskoordination / Administration / Social Media Marcel Kantimm Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion wieder. Für die Richtigkeit von Angaben, Daten, Behauptungen etc. in den Beiträgen kann der Herausgeber bzw. die Redaktion keine Verantwortung übernehmen. Haftung für Links: Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller gelinkten Seiten auf unserer Homepage und machen uns diese Inhalte nicht zu eigen. Diese Erklärung gilt für alle auf www.hanix-magazin.de angebrachten Links. Herausgeber und Redaktion übernehmen keinerlei Haftung für die hier angebotenen Informationen.

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DER HISTORISCHE SCHUSS TEXT UND FOTO: STADTARCHIV HEILBRONN Bereits vor mehr als 220 Jahren befasste sich der in Heilbronn lebende Arzt Melchior Adam Weikard mit der Frage, wie man sein Wohlbefinden mit „natürlichen Mitteln“ verbessern könnte. Sein Ergebnis: Körperhygiene – also etwas öfter baden und sich waschen als seinerzeit im Rokoko üblich –, Bewegung und Geselligkeit tragen erheblich dazu bei, dass man sich besser fühlt. Bewegung und Wasser zugleich – und das ganz wetterunabhängig – war in Heilbronn seit 1892 möglich: Damals eröffnete das Stadtbad, das eines der ersten Hallenbäder in Württemberg war. Auch in seinen Heißluft- und Dampfbädern konnte man sich Gutes tun; ein Massage- und zwei Ruheräume ergänzten das WohlfühlAngebot. Zusätzliche Geselligkeit bot seit 1898 der Schwimmverein, der zwar zunächst nur den Männern offenstand – aber immerhin schon 1903 etablierte sich die „Damenabteilung“. Das Foto, um 1910 aufgenommen, zeigt einen der wenigen Einblicke in das Innere des Stadtbads vor seiner Zerstörung am 4. Dezember 1944. War das Äußere des Gebäudes von einem gewissen Stil-Durcheinander geprägt, zeugte das „luftige Interieur“ von „formschöner Zweckmäßigkeit“, wie es in den Reiseführern der Zeit heißt. In den Nachkriegsjahren wurde das Bad schnell in etwas einfacherer Form wieder aufgebaut und war weiterhin bei den Heilbronnern sehr beliebt. Seine Sprengung im Februar 1972 wurde von vielen als Verlust empfunden. Der Text und das Bild wurden vom Stadtarchiv Heilbronn zur Verfügung gestellt. Weitere Einblicke in die Geschichte der Stadt gibt es auf www. stadtarchiv-heilbronn.de und im neuen Haus der Stadtgeschichte (Otto Rettenmaier Haus, Eichgasse 1).

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Eine Oase des Wohlbefindens – das Stadtbad, um 1910

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V E R A N S TA LT U N G E N IM APRIL Sonntag, April 2013 u. a. 4. April Galerie Rieker Theater Heilbronn »Das Apartment« - Musical von Neil Simon und Burt Bacharach Ausstellung »Flora Flora« Die Galerie präsentiert in dieser Ausstellung Bilder und Skulpturen von Barbara Armbruster, Heinrich Brummack, Hermann Försterling, Albert Hien, Georg Mühleck, Peter Riek, Stefan Soravia und Jo Winter. bis Sonntag, 23. Juni 2013 Kunsthalle Vogelmann Ausstellung »Aus der Kurve« Erstmals bespielt der Kunstverein Heilbronn mit einer Sonderausstellung im Rahmen der Kooperation mit den Städtischen Museen Heilbronn auch deren Räume in der Kunsthalle Vogelmann. Zu sehen ist von Olaf Metzel, Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, überhaupt zum ersten Mal in einer breit gefächerten Auswahl die neueste Werkgruppe der »Zeitungsarbeiten«, bei denen der Künstler monumentale Größe mit äußerster Fragilität verbindet. Als hätte ein Leser verärgert die morgendliche Zeitung zusammengeknüllt und weggeworfen oder ein Fischhändler seine Ware eingepackt, wie Peter Richter im Katalog zur Ausstellung schreibt, faltet, knickt und knüllt Olaf Metzel riesige Aluminiumplatten, die trotz überdimensionalem Format ihren bunten Vorbildern zum Verwechseln ähnlich sehen. Chuck Baxter ist ein kleiner Angestellter in einer großen Versicherung, der davon träumt, mehr zu sein als eine "halbautomatische Additionsmaschine" auf der untersten Stufe der Karriereleiter. Die Chefs nehmen ihn kaum wahr. Nur wenige sehen, was wirklich in ihm steckt. Die wahnsinnig attraktive Fran Kubelik aus der Kantine zum Beispiel. Weil Chuck niemandem etwas abschlagen kann, stellt er gewissen verheirateten Kollegen sein JunggesellenApartment für Schäferstündchen mit jungen Damen zur Verfügung. Deshalb muss er sich die Feierabendzeit immer öfter draußen vertreiben. Sein Nachbar, der Arzt Dr. Dreyfuss, hält ihn wegen des Treibens in seiner Wohnung für einen schlimmen Schwerenöter. Eines Tages bittet ihn der Personalleiter Mr. Sheldrake, der bisher jede junge Frau aus der Firma in sein Bett gelockt hat, um den Schlüssel für das Apartment – ausgerechnet für ein Rendezvous mit Chucks heimlicher Liebe Fran Kubelik. Chuck betrinkt sich, nimmt sich aus Verzweiflung eine junge Dame mit nach Hause und findet dort Fran Kubelik – mehr tot als lebendig. Als sie erfahren hat, dass Sheldrake sich nie von seiner Frau trennen wird, hat sie aus Liebeskummer eine Überdosis Schlaftabletten geschluckt. Jetzt beschließt Chuck, dem Treiben in seinem Apartment endlich ein Ende zu setzen. April Jazzclub Cave 61 Konzert & Jam-Session mit der Gruppe Jatzt 6. April 2010 vom Ludwigshafener Schlagzeuger Tobias Frohnhöfer ins Leben gerufen, spielt das Trio Eigenkompositionen der Bandmitglieder und moderne Jazzstandards. Data Bar JenZ & Phil proudly present: »Sorry we were born in the 80s« Have the time of our life … Nur die besten Hits aus

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL unserer Kindheit & Jugend! Wer in 80er Outfit kommt hat mehr Spaß! Eintritt frei! mit hervorragenden und erfahrenen Musikern der badenwürttembergischen Jazzszene besetzt. 5. April 5. April Kulturkeller Szenische Lesung mit Ruth Weipert und Volkmar Köhler »Wie ich Dich liebe Rätselleben …« Bukowski KLANG DER BEWEGUNG Winterthur in der Schweiz hat seinen Charakter als alte Industriestadt weitgehend bewahrt und ist die Heimat von unserem ersten Gast im April: Silvision. Etliche Fabrikareale des frühen 20. Jahrhunderts prägen auch heute noch das Erscheinungsbild der Stadt unweit von Zürich. Diese Herkunft, vermischt mit der Leidenschaft für Sounds aus Detroit der ersten Stunde oder Labels wie „Drumcode“, ist für die technoide Ader in Silvisions Sound mitverantwortlich. Dazu kam der Kontakt mit elektronischer Musik bereits in der frühen Jugend: „Als ich in den 90ern meine erste Underground Resistance-Platte erstand oder Leute wie Adam Beyer spielen hörte, war meine Begeisterung entfacht.“ Wir sind sicher, Silvision, Joachim Spieth, Ridick, Plasmiq und Pravi Lopov werden Euch bei dieser Ausgabe von „Klang der Bewegung“ ebenfalls begeistern! Sie war Wegbegleiterin von Friedrich Nietzsche, leidenschaftliche Geliebte, lebenslange Freundin von Rainer Maria Rilke und Schülerin von Siegmund Freud – und war viel mehr als deren Muse. Schon zu ihren Lebzeiten war Lou Andreas Salomé (1861-1937) ihren Zeitgenossen ein faszinierendes Rätsel. Nicht nur ihre Schönheit und schillernde Persönlichkeit war Anziehungspunkt vieler berühmter Männer und Frauen – auch ihre Intelligenz und ihre Unabhängigkeit im Leben und im Denken brachte ihr deren ebenbürtige Anerkennung und Bewunderung ein. Als Schriftstellerin und Psychoanalytikerin war sie überaus erfolgreich. Nach ihrem Tod ist sie zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Ein Abend über eine einzigartige Frau und ihr außergewöhnliches Leben. u. a. 6. April 5. April Theater Heilbronn »Einsame Menschen« Drama von Gerhart Hauptmann Mobilat The Paisley Club ( 5 Years Anniversary ! ) Vor 5 Jahren erblickte der Paisley Club das Club-Licht der Heilbronner Nachtwelt, inzwischen sind die Gastgeber nach Berlin ausgewandert und kehren pünktlich zum Geburtstag der besten Sixties Party im schwäbischen Raum zurück! Als Geburtstagsgeschenk für die ersten 45 Gäste gibt es eine Mix-CD mit den beliebtesten Songs der letzten 5 Jahre und ein paar neuen Ausgrabungen! April Ebene 3 im Kulturforum K3 Common Sense men's first choice Der Großteil der Musiker der CommonSenseBand, allesamt in den 70ern aufgewachsen, spielen selten gespielte Titel wie z.B. Starsky&Hutch, Attica oder Datune. Druckvolle Arrangements, powervolle Bläsersätze und die bedingungslose Hingabe zum Groove und das perfekte Zusammenspiel der Band, ist hier Programm! Die Band ist Wie unerträglich kann es sein, sich im Kreis seiner engsten Bezugspersonen unverstanden zu fühlen. Auf die Dauer macht das sprachlos und unendlich einsam. Dabei scheint bei dieser Familie auf den ersten Blick alles zu stimmen. Der junge Wissenschaftler Johannes Vockerat und seine Frau Käthe leben in einem zauberhaften Haus am Müggelsee und feiern die Taufe ihres ersten Kindes. Die Eltern von Johannes und ein Freund der Familie, der Maler Braun, sind angereist. Die alte Frau Vockerat wird nach der Taufe noch ein bisschen bleiben, um Käthe bei der Versorgung des Babys zur Seite zu stehen. Doch auf den zweiten Blick sieht man, dass vieles nicht in Ordnung ist. Die junge Mutter ist von der Geburt noch sehr geschwächt und vermag es kaum, sich richtig zu freuen. Nicht ganz schuldlos daran ist auch das Verhalten ihres Mannes, der sich mit seiner neuen Rolle als Vater überhaupt nicht abfinden kann und mit launenhaftem Verhalten seine Frau ängstigt. Seine wissenschaftliche Arbeit, mit

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL der er nicht so recht vorankommt, spukt ihm im Kopf herum. Mit den Thesen, die er verfolgt, und die alle gültigen Werte in Frage stellen, brüskiert er seine gottesfürchtigen Eltern. In dieser Situation steht plötzlich eine junge Frau vor der Tür: die Studentin Anna Mahr, die auf der Durchreise nach Zürich Johannes’ Freund Braun besuchen will. Johannes ist sofort hingerissen von der intelligenten, selbstbewussten jungen Frau und lädt sie ein, für ein paar Wochen bei ihm und seiner Familie zu leben. Er findet in Anna erstmals einen Menschen, der ihm intellektuell ebenbürtig ist, mit dem er diskutieren und philosophieren kann. Beide fühlen sich immer stärker zueinander hingezogen. Käthe, der durch ihre Mutterschaft vorerst alle Wege verstellt sind, leidet und fühlt sich der klugen Anna hoffnungslos unterlegen. Johannes’ Mutter beobachtet mit zunehmender Sorge, wie vertraut ihr Sohn und die Fremde miteinander umgehen … chen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt ... Nach dem gleichnamigen Bestseller von Moritz Netenjakob. 6. April Gewölbekeller im Pearls and Diamond HANIX-Release-Feier Wir feiern mit Freunden, Mitarbeitern und jedem der dabei sein will unsere 17. Ausgabe mit dem Themenschwerpunkt »Wohlfühlen«. Gute Musik, leckere Drinks und entspannte Leute. Ein Abend zum Wohlfühlen. Eintritt frei! 6. April Jazzclub Cave 61 Jeff Cascaro & Band (D) April Mobilat Dubwars pres. Raiden & Kamikaze Space Programme Im April haben wir das unendlich große Vergnügen Euch an diesem Abend sowohl RAIDEN auf dem DUBWARS Floor als auch KAMIKAZE SPACE PROGRAMME auf dem SUB:SCAPES Floor präsentieren zu dürfen – das Besondere dabei ist, dass es sich hierbei um die zwei Persönlichkeiten eines DJs und Produzenten handelt. April Wenn in Deutschland der Begriff »Soul« fällt, ist ein Name untrennbar damit verbunden: Jeff Cascaro. Mit seiner facettenreichen Stimme ist der Weimarer Hochschulprofessor deutschlandweit einer der wenigen Großen im Bereich Soul und Black Music. Mit seinem neuen Album »The Other Man« begibt sich Cascaro auf die Suche nach den Ursprüngen schwarzer Musik in den USA und lässt den Südstaaten-Groove der legendären »Beale Street« wieder auferstehen. Zudem zollt Jeff Cascaro Jazzgrößen wie Charles Mingus und Ray Brown Tribut. Jeff Cascaro tourte beispielsweise mit den Fantastischen Vier und Jazz-Trompeter Till Brönner. 1968 in Bochum geboren gewann er mit 18 Jahren den bundesweiten Wettbewerb »Jugend jazzt« und startete danach seine Karriere als SoulMusiker. Theaterschiff Macho Man Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden - und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er–Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen. Er fliegt in die Türkei. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Daniel schwebt im siebten Himmel. Wird aber sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsa129 9. April experimenta Heilbronn Robert Mayer Lecture: Wie kommt die Rakete ins All? Raketentriebwerke und Treibstoffe im Test Im Institut für Raumfahrtantriebe des DLR werden die Antriebe der europäischen Raketen getestet und weiterentwickelt. Anja Frank, DLR, Lampoldshausen ist Leiterin der Abteilung Versuchsanlagen und wurde kürzlich als "Übermorgenmacherin" sowie als eine der 25 einflussreichsten deutschen Ingenieurinnen ausgezeichnet. Sie gibt einen Einblick in den Forschungsalltag des Instituts.

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL 10. April Theaterschiff Lizzy Aumeier - Kontrabass Klassik - Kabarett den Angelsachen, Kelten, Wikingern und den Germanenvölkern eine Welt, in der Schamanen, Elben, Zwerge und Drachen zu Hause waren. Sie gilt als die Entdeckung des bayerischen Musikkabaretts der letzten Jahre. Lizzy Aumeier bekannt aus Otti's Schlachthof und Kabarett aus Franken, ausgezeichnet mit fünf Kabarett- und zwei Kulturpreisen, zeigt an diesem Abend exklusiv Highlights aus ihren zwei Erfolgsprogrammen »AufBassd« und »Boxenluder«. 11. April Kaffeehaus Hagen Theaterfreispiel: Völlig Ausgebucht April Theater Heilbronn Dantons Tod - Drama von Georg Büchner Er war erst 21 Jahre alt, als Georg Büchner 1835 dieses faszinierende Revolutionsdrama schrieb. Gelungen ist ihm ein geschichtliches Gemälde über eines der bahnbrechendsten Ereignisse der europäischen Moderne, das anhand vieler eingearbeiteter Originaldokumente einen entscheidenden Abschnitt der französischen Revolution beleuchtet. Mit seiner Sprachgewalt, der Schärfe seiner dialektischen Betrachtung und seiner philosophischen Tiefe steht dieses Schauspiel an herausragender Position in der deutschen Literatur- und Theatergeschichte. Die Klarheit seiner Analyse besticht noch heute durch ihre Gültigkeit. Sami, arbeitsloser Schauspieler mit Diplom, der sich seinen Lebensunterhalt in der telefonischen Reservierungsannahme eines Promi-Restaurants verdient, muss wissen, wer keinen und wer einen Tisch bekommt. Die feine Gesellschaft ist es, die hier unter die Lupe und gleichwohl auf den Arm genommen wird. Für den Telefonterror, den er durch Sonderwünsche von Wolfgang Joop (Keine weibliche Bedienung!), oder Cornelia Fischmeyer-Eckel (Tisch 31!) aushalten muss, bemitleidet man ihn von Herzen. Arrogante Tussis, Mafia-Liebchen, die schon mal reichlich was für gute Plätze springen lassen, sehr ernste Sekretärinnen, ahnungslose Provinzler, die in prominenter Umgebung gabeln wollen. Alles ist vorhanden. Dazu dringen noch nervende Drangsalierungen des AusbeuterChefs und Horrornachrichten aus dem Restaurant über zwei Sprechanlagen ins Souterrain, wo sich Sami in der Telekom-Zange windet. Der Pfiff des Stücks: Ein einziger Schauspieler muss nicht nur Sami, den Reservierungsmenschen, sondern auch sämtliche Anrufer(innen) spielen, die ihm telefonisch auf den Leib rücken. April 12. April Stadtbibliothek Vortrag und Ausstellungseröffnung »Die wirkliche Mittelerde. Tolkiens Mythologie und ihre Wurzeln im Mittelalter« Kaffeehaus Hagen Le Café-Théatre: »Liebe, verhasste Mama« Komödie J.R.R. Tolkien entführt in den Romanen »Der Herr der Ringe« und »Der Hobbit« die Leser nach Mittelerde – eine mit Hobbits, Elben, Zwergen und Orks bevölkerte Fantasiewelt. Damit schuf er eine eigene Mythologie, die das Fantasy-Genre bis heute prägt. Tolkien hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass in seinem Werk Motive der altgermanischen oder altnordischen Mythologie nachklingen. Denn Mittelerde gab es als mythologischen Ort schon vor anderthalbtausend Jahren im Norden Europas bei den Germanen und Kelten. Ausgehend von Tolkiens Mittelerde sucht der Germanist Arnulf Krause nun nach dessen Vorbildern im frühen Mittelalter und findet bei Sheldon Levine hat sich von seiner Mutter losgesagt, weil er ihr die Schuld am Scheitern seiner Ehe gibt, und ist nach Kalifornien verschwunden. Doch vor der Mutterliebe gibt es kein Entrinnen: Hartnäckig verfolgt die Witwe ihren Sohn mit Briefen, bis ihre Korrespondenz zu einem Dialog der Abrechnung wird. Doch als Sheldon wochenlang nichts mehr von seiner Mutter hört, beginnt er sich Sorgen zu machen. Dass sie ihn endlich loslassen und ihren Guru heiraten will, ist wiederum ihm nicht geheuer. Sheldon droht heimzukommen, das Spiel beginnt neu mit getauschten Rollen ... Mrs. Sheldon wandelt sich von der braven Hausfrau zur Köchin im tibetanischen Kloster, bis

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KLEINANZEIGEN

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL sie schließlich ihre eigene TV-Show hat und ihr Tanzlehrer bei ihr einzieht - nur Sheldon, kommt nicht voran, bis er nach einem Nervenzusammenbruch endlich seine wahre Berufung findet und Psychotherapeut wird. Zuletzt liegt Mrs. Levine bei ihrem Sohn auf der Couch ... »Liebe verhasste Mama« ist eine herrlich überdrehte Mutter-SohnGroteske: sehr amerikanisch, sehr bissig und vor allem sehr komisch! sagenumwobene Nebelgebirge nach Tolkiens eigenen Vorstellungen ausgesehen haben. Gezeigt werden ausgewählte Reproduktionen (Zeichnungen, Buchkunst und farbige Grafiken) aus dem Band »Die Kunst des Hobbit«, das im Verlag Klett-Cotta erschienen ist. 12. April Theater Heilbronn Theater Radelrutsch: »Die Kinder aus Buller12. April bü« nach Astrid Lindgren Bukowski SCHEMA KA: KOLLEKTIVES AUSFLIPPEN Freier Eintritt bis 01:30 Uhr, Longdrinks im gleichen Zeitfenster für 2,50 €, Wassereis für lau, bevor die Stimmung überkocht, dazu die Jungs von der Südklang Crew, Fred Moody und T-WATCH. Freiheit vom Arbeitsalltag, freie Musikwahl, freie Entfaltung, kein Verstellen oder Garderobenzwang, aber manchmal BHs und Slips im freien Flug Richtung DJ. Freitag eben, im Bukowski. Macht Euch frei und seid dabei... Nirgends ist das Kindsein schöner als in Bullerbü. Denn dort haben Kinder alles, was sie zum Glücklichsein brauchen – Freiheit und Geborgenheit. Die Geschichten erzählen von dem mutigen Lasse, der mit dem Wassergeist kämpft und die Mädchen beschützt oder vom Piraten Lasse, der zu viel Salzwasser soff und von den Mädchen gerettet werden muss. Sie erzählen von Freundschaft und Mut, Angst und Selbstbehauptung und davon, dass Jungs auch manchmal "Nieten ziehen" und in "die Klemme geraten" ... und Mädchen auch! 13. April 12. April Kulturkeller Helene Mierscheid "Ein Tritt frei" - Kabarett Mobilat Nachdem knapp ein Jahr vergangen ist müssen wir tun, was wir tun müssen! Waltha Himmel und Twist back to back/all Night /Vinyl only/ von Freunden für Freunde. April Stadtbibliothek Ausstellung »Die Kunst des Hobbit. Bilder von J.R.R. Tolkien« Als Tolkien sein wunderbares Buch »Der Hobbit« schuf, hielt er seine Vorstellungen, noch während das Manuskript entstand, in faszinierenden Bildern und Zeichnungen fest. Die Erstausgabe war bereits mit zehn Schwarz-Weiß-Bildern und zwei Karten versehen, sowie der von Tolkien selbst gemalten Illustration für den Schutzumschlag. Leser in aller Welt kennen die Figuren und Schauplätze aus dem Hobbit und haben sie in ihr Herz geschlossen. Diese Ausstellung gibt einen Einblick, wie Bilbo Beutlin, der Drache Smaug, Beutelsend, das Helene Mierscheid ist Lebensberaterin von Beruf. Früher war sie Politikberaterin – diesen Job hat sie wegen erwiesener Sinnlosigkeit aufgegeben. Denn Politiker beraten, das ist wie mit Eunuchen über Sex reden – theoretisch kann man es machen, aber es bleibt immer unbefriedigend. Hinter dem Pseudonym Helene Mierscheid verbirgt sich die Kabarettistin und Autorin Barbara Friedl-Stocks. Sie kommt wirklich aus der Politik und hat im Parlament zehn Jahre hinter Bundestagsabgeordneten hergeräumt - bis sie sich entschloss, nur noch freiwillig Kabarett zu machen. Ihre Pointen kommen mitten aus dem Regierungsviertel und sie schlagen dort auch wieder ein; wie Humorbomben, gegen die sich kein Innenminister wehren kann. 13. April Kulturbühne Kapelle im Schloss Brackenheim Bob Margolin & Mike Sponza Band – Chicago

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL Blues 14. April Hochklassiger Chicago-Blues mit Soul und Rock’n Roll Elementen erwartet das Publikum, wenn am Samstag, 13. April mit Bob Margolin einer der markantesten Gitarristen der Chicagoer Bluesszene in die Brackenheimer Schlosskapelle kommt. Das italienische Trio Mike Sponza Band, das mit ihm neben einer gemeinsamen EuropaTour auch sein aktuelles Album "Blues Around the World" eingespielt hatte, sorgt dabei auch live für vollen Drive. Die Tatsache, dass Bob Margolin der letzten Band von Muddy Waters angehörte, ist zwar eine beeindruckende Facette dieses Musikers, wird aber allein seiner Würdigung nicht gerecht. Bob Margolin ist ebenso verlässlicher Begleitmusiker wie beeindruckender Bandleader und kann gleich auf 2 Auszeichnungen im Form des Blues Music Awards verweisen. Er zählt zu den markantesten Gitarristen der Chicagoer Bluesszene, dessen abwechslungsreiches Spiel von der Musik-Kritik hoch geschätzt wird. Audi Forum Neckarsulm SWR3 Live-Lyrix Tour 2013 mit neuen Songs! Handy zwischen Schulter und Ohr, das Smartphone in der Hand, Netbook auf den Knien: »Hast Du schon gehört? Nee, oder?!« Alexandra Kamp ist Adele, mimt ihren Hit »Rumor has it«, streut hektisch über alle Kanäle die wildesten Gerüchte. Nur eines von so vielen A-ha-Erlebnissen für die Zuschauer der »SWR3 Live-Lyrix« – darum geht es also in diesem Song! Die Hits aus dem Radio auf der Bühne begreifbar machen, das will das Team der »SWR3 Live-Lyrix«. Nonchalant führt Ben Streubel, SWR3-Live-Lyrix-Mann und SWR3-Moderator, durch einen Abend voller Highlights und auch mit einigen neuen Songs in diesem Jahr. Die »SWR3 Live-Lyrix«, das ist Musik und Schauspiel zum Fühlen und Anschauen, zum Lachen, Innehalten, Schaudern, Staunen, Schluchzen, Aufhorchen, Aufatmen, Verstehen – und immer wieder für eine neue Überraschung gut. April Jazzclub Cave 61 AMC Trio (SLO) 17. April Die Musik des AMC Trio wird aus der Mannigfaltigkeit und den eleganten Melodien der präsentierten Themen geschöpft, die von der Pop- und nicht zu zuletzt der ostslowakischen Volksmusik inspiriert werden. Seit 2007 arbeitet das Trio u.a. zusammen mit dem Gitarrenvirtuosen Ulf Wakenius. Mit dem ehemaligen Mitglied des Oscar Peterson Quartetts wurden zwei CDs aufgenommen. 2011 begann das AMC Trio eine Kooperation mit dem legendären Trompeter Randy Brecker. Altes Theater Heilbronn Michael Fitz »Wenn I schaug« April Kaffeehaus Hagen Le Café-Théatre: »Die Verlieberin« von Franziska Feinäugle Cornelia Bielfeldt und Nikolas Kemmer (Klavier) bringen eine literarisch-musikalische Collage auf die Bühne, mit Musik von Claude Debussy, Erik Satie und Déodat de Séverac. Sie kennen ihn alle: den Tatort-Kommisar Carlo Menzinger – aber Michael Fitz ist ebenso erfolgreich als Musiker und Sänger. Spannend, auf- und anregend und zudem noch unterhaltend, ist das allemal, was der 53-jährige Schauspieler, Songpoet und Gitarrist in gut zwei Stunden und in der ihm eigenen bayerischen Mundart über sein persönliches - aber auch über das Leben an sich - zu sagen und zu singen hat. Fitz nähert sich in »Wenn I schaug …« dem, was Männer und Frauen verbindet oder trennt. Den Fallstricken, den Untiefen, den Widerständen aber auch den Vorzügen von zwischenmenschlicher Beziehung oder einfach nur Liebe. Was lenkt uns ab? Wo schlagen wir Haken ins Unverbindliche, um uns nicht schonungslos mit der ganzen, gemeinsamen Wirklichkeit zu konfrontieren? Lassen Sie sich ein auf eine gemeinsame Reise mit Michael Fitz wenn er über das Leben, die Menschen und die Liebe philosophiert.

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Kreativzentr Heilbronn „Wir halten kreative Köpfe in Heilbronn und fördern junge Unternehmer/innen und Ideen“ (Philipp Kionka / FormatFilm) Räume zu vermieten Unser Kontakt Kreativzentrum Heilbronn Salzstrasse 27 • 74072 Heilbronn • www.kreativzentrum-heilbronn.de • kionka@formatfilm.tv Kreativzentrum Heilbronn

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL 17. April experimenta Heilbronn Kinderuni Heilbronn: Freunde finden im Internet? Vom Mobben und Bloggen! Koffer, den er dem Zauberer Blaubart bringen soll. Eine zauberhafte Kindergeschichte vom Suchen, Finden und Sein. Voller Überraschungen, lustigen und spannenden Momenten. Über Schüler-VZ und Facebook kommunizieren heute immer mehr Kinder und Jugendliche. Mit möglichst vielen Freunden Kontakt zu halten, informiert zu sein, wo welche Aktion geplant ist – das empfinden viele als Vorteil. Aber: Was dürfen andere über mich wissen? Wie kann ich mich gegen Mobbing wehren? Referent: Prof. Dr. Bernd Trocholepczy, Uni Frankfurt 19. April Bukowski DANCIN 2NITE April Altes Theater Heilbronn Guido Cantz »Cantz schön clever« »Ich weiß, dass ich nichts weiß«. Das berühmte Zitat des griechischen Philosophen Platon trifft auf jeden von uns zu – natürlich auch auf Top-Comedian Guido Cantz. Aber der »Verstehen Sie Spaß«-Moderator tut alles dafür, damit das nicht so bleibt. Für sein aktuelles Programm durchkämmte er monatelang das gesammelte Weltwissen und förderte verblüffende Fakten zutage, die er auf gewohnt komische Weise präsentiert. Lernen und Lachen – hier werden diese beiden vermeintlichen Gegensätze auf höchst unterhaltsame Art vereint! In seiner neuen, interaktiven Comedy-Bühnen-Show fordert Guido Cantz sein Publikum heraus, wie es vor ihm noch niemand getan hat. Es geht unter anderem darum, wie man mit einer Banane eine Flasche Bier öffnet, was ein Metronym ist oder wo der einzige Unterwasserfriedhof der Welt ist. Ob »Cantz schön clever – live!« Deutschlands lustigste Lehrstunde oder Deutschlands lehrreichstes Comedy-Programm oder gar beides ist, lassen Sie sich überraschen! Auf die Zuschauer wartet in jedem Fall ein höchst unterhaltsamer, interaktiver Comedy-Abend, wie es ihn so noch nie gegeben hat! Dass im Rhein-Neckar-Delta gute elektronische Musik produziert wird, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Dabei ist man darauf bedacht, dass aktuelle Trends nicht einfach nur ausgeschlachtet, sondern vielmehr mit eigener Note versehen weiterentwickelt werden. Genau in dieser Tradition steht auch Sascha Kasper. Seit Mitte der 90er Jahre verschaffte er sich zunächst als DJ Sasha Caspar Gehör. Um seine eigenen Vorstellungen, vor allem in den Bereichen Tech- und Deephouse, umsetzen zu können und dabei nicht nur auf „fremde“ Tracks angewiesen zu sein, entdeckte Caspar auch schnell das Track-Producing für sich. Um 2003 herum begann er, sein eigenes Studio auf- und auszubauen. Mittlerweile kann er sowohl als Solokünstler als auch in Zusammenarbeit mit Freund und Wegbegleiter Sasch BBC auf eine durchaus ansehnliche Reihe von Releases zurückblicken. Diese blieben selbst DJ-Szenegrößen wie Marco Carola, Johnny D, Nick Curly und vielen anderen nicht verborgen. Inzwischen erfährt jeder neue Caspar-Track gehörigen Support durch die DJ-Oberliga, und heute Nacht auch durch die Drum Poets, System32 und die Buko-Crowd! 19. April Mobilat KRUX – THE NETLABEL SHOWCASE presents: CRAZY LANGUAGE NETLABEL. April Trappensee-Gaststätte Känguruh. Kulturinitiative für Kinder: Doris Batzler »Der Zwerg aus dem Märchenland« Rudi ist einer der sieben Zwerge aus dem Märchenland. Von dem Leben dort erzählt seine Geschichte. Vom verschwundenen Schneewittchen und dem geheimnisvollen Music is a language used all around the world. Transcending cultural and lingual barriers, this universal code is finding its way even into the most remote corners of the planet. Via the internet, music is connecting people who otherwise would never have got to know each other: Bridging the social context consisting of different cultural backgrounds and languages, music makes us feel united, which is somewhat crazy – music is a CRAZY LANGUAGE.

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL 20. April 20. April Altes Theater Heilbronn Ausbilder Schmidt »Happy Birthday du Lusche« Mobilat Going Underground 10 Jahre Ausbilder Schmidt! Happy Birthday du Lusche! Wer hätte gedacht, dass dieser Stinkstiefel so lange überlebt?! Und so schaut Holger Müller, der Erfinder und Darsteller von Ausbilder Schmidt, in seinem 5. Programm kurz zurück - und dann wieder weit nach vorne! Er freut sich, wenn nach gut zwei Stunden Programm die Zuschauer den »Glanz in den Augen« haben und das Publikum bekommt, wonach es gierig verlangt! Nicht nur der Giftschrank wird geöffnet. Da verstecken sich noch einige wunderbar »politisch unkorrekte« Nummern, die heute kerniger sind als je zuvor. Und so bringt der Ausbilder in seinem neuen Programm locker die »Top 10« der gemeinsten Sprüche aus vier Live-Programmen unter! Dystopisch hallende Gitarrenklänge, hochmütige SynthieHarmonien, kraftvolle Bass-Lines und bohrende Vocals: Der Ésprit von Postpunk und Coldwave klingt bei XTR Human frisch und ungetrübt. Hypnotisch und heroisch zelebriert das Trio einen individuellen musikalischen Nihilismus, irgendwo zwischen postdemokratischem Verdruss und kreativer Selbstentfremdung. 24. April Jazzclub Cave 61 Mezzoforte (IS) April Intersport Veranstaltungscenter redblue redblue meets Klassik: »Chill Out Konzert« mit Denis Patkovic Lernen Sie das Akkordeon von einer neuen, ungeahnten Seite kennen: modern, sehnsüchtig und virtuos! Denis Patkovic entlockt dem traditionsreichen Tasteninstrument Klänge der ganz besonderen Art, die sich mit den Streichertönen des WKO aufs Wunderbarste verbinden! Mezzoforte ist eine Funk-Fusion-Band aus Island. Gegründet 1977 in Reykjavík wurde die Gruppe 1983 durch das Instrumentalstück Garden Party bekannt. Der deutsche Schlagzeuger Wolfgang Haffner weckte das Quartett im Frühjahr 2004 aus seinem Dornröschenschlaf. 2008 kam die Band erneut ins internationale Rampenlicht zurück und tourt seitdem auch wieder gemeinsam. Bis auf Karlsson sind noch alle Gründungsmitglieder dabei, neu hinzugekommen sind Oskar Gudjonsson (Saxophon), Thomas Dyani (Percussion), Sebastian Studnitzky (Trompete & Keyboards) und der Kölner Gitarrist Bruno Müller. 25. April 20. April Theaterschiff Götz Frittrang »Wahnvorstellung. Kabarett am Rande des Nervenzusammenbruchs« Audi Forum Neckarsulm Tanzgala Publikumstanz & Showblöcke des 1. TC Ludwigsburg Die Tanzgala vereint Stilrichtungen: Latein- und Standardformationen sowie Einzeltanz, Rock’n Roll, Jazz & Modern Dance und Rollstuhltanz. Mit dem Kooperationspartner 1. TC Ludwigsburg sind Darbietungen auf Weltklasse-Niveau garantiert. Das einmalige Programm aus unterschiedlichsten Showacts, Tanzflächen und Workshops soll die Tanzfreunde begeistern – vom Laien bis zum Tänzer der Topleistungsklasse. Götz Frittrang, Gewinner des Passauer Scharfrichterbeils 2010, des Kabarett Kaktus München und vieler anderer Auszeichnungen, wird ihnen erklären, warum Katzen die Todfeinde der Menschheit sind, wieso man das Kleinkindabteil im Zug besser nur mit Kotletthammer betritt und wieso manche Männer lieber ihren Nachbarn aufessen um ins Gefängnis zu kommen, anstatt mit Mama Hosen kaufen gehen zu müssen. Mit seinen Geschichten kratzt er am Tellerrand der Gesellschaft - und sein Suppenlöffel ist schmutzig.

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL April Bukowski GEH MAL FEIERN Wer braucht eigentlich Sport, Diät, Q10 und Botox, wenn er einfach nur regelmäßig ein gepflegtes Workout im Bukowski absolvieren muss, um sich jung, lebendig und rundum wohl zu fühlen? Nicht umsonst heißt es doch: Untergrund ist sehr gesund! Ob als Intensiv-Kur drei Tage am Stück oder an einem einzelnen Tag wie diesem Freitag mit Marius Lehnert, Daniel Calisee und Strompunkt – im Buko verjüngen sich Seele und Körper! Der Gast vom Stuttgarter Discotronic-Collective und die beiden Hafenstraße-Homies bestimmen am 26.04. den Takt der Nacht und sorgen für die körperliche Leibesertüchtigung auf der Tanzfläche. Und wenn das Tageslicht über Heilbronn hereinbricht, entdeckt es eine erschöpfte Crowd mit glücksseligem Grinsen in den Gesichtern... Deshalb ist das Gras im Garten nebenan immer viel grüner. Und andere Menschen haben immer mehr Glück, mehr Geld und die lustigeren Apps auf dem iPhone. Weil schön immer woanders ist, rennen alle dem Glück hinterher, aber das Glück hat nun mal das schnellere E-Bike. Und alle Frauen, die endlich Mutter geworden sind, merken schnell: Kinder sind ein Geschenk, aber man kann‘s leider nicht umtauschen. ZU ZWEIT lassen die Stimmbänder schwingen und machen sich auf alles einen Reim. Ihre Songs und Geschichten haben immer die Kraft der zwei Herzen. Sie glauben an Humor oberhalb der Gürtellinie und wirken wie ein Befreiungsschlag aus der EndlosPointenschleife der Comedians: Eine Wundertüte für alle, die sich mal einen Abend witzefrei nehmen möchten, um wirklich Spaß zu haben. 27. April Mobilat 26. April Wortsport Lounge Ebene 3 im Kulturforum K3 Kabarett GAUwahnen: EUROPiraten Die Piraten kapern nicht nur Schiffe, sondern entern sogar Parlamente. Deshalb verfolgen die GAUwahnen ihren Kurs und stellen sich die Frage: Wird Euro Bond als Geheimagent eingesetzt, um den finanziellen Kollaps der Euro-Staaten abzuwenden? Mit seinem aktuellen Programm geht das Heilbronner Ensemble (Alexandra Müller-Kilgus, Eva Schwindt-Läpple, Niklas Albrecht und Erhard Jöst) auf Kaperfahrt, bis auf die Zähne bewaffnet mit rasanten Sketchen und scharfen Pointen. firstFloor: Psaiko.Dino [Cro | Chimperator] Steve Unique [Wortsport] secondFloor: Macadamya Sound [Konstanz] Yardstyle Sound [Buss Di Dance] 27. April Kulturbühne Kapelle im Schloss Brackenheim Hans Krüger – Brachial Komik April Mobilat Ultra brutal production präsentiert: »SYMPOSIUM« Klang und Musik mit Dj Tollschock April Kulturkeller Zu Zweit »Umtausch ausgeschlossen« - Kabarett mit Tina Häussermann und Fabian Schläper 137 Absurdes körperbetontes Objekttheater mit undeutlicher Aussprache und deutlich gebrauchtem Wanderschuh – Hans Krüger, Multikabarettist, Shantysänger, Flieger und mechanischer Holzfeuerwerker bringt furiose Brachial-Komik ins Zabergäu. Am Samstag, 27. April ist sein Programm »Heinz Krüger Nationalpark« in der Kapelle im Schloss Brackenheim zu erleben. Alles beginnt mit einer verschimmelten Badehose und einem Strauß Fliegerbrillen. Ein Schnürsenkel wird zum Propeller und steuert im selbstgebastelten Flugzeug auf satte 8000 Meter zu. Vom sprühenden Lispeln zum vibrierenden Tremolo gurgelt und pfeift der legendäre Hans Krüger, bis der Kasten auseinander fliegt. War eben doch zu wenig Kittifix. Mittenmang fliegt eine junge ayurvedische Barschfamilie. Gleich zum Beginn des Abends das finale grande. Mechanische Pyrotechnik wird abgefackelt. Wiederverwendbar.

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VER ANSTALTUNGEN: APRIL Was fürs ganze Leben. Der Pawlowsche Reflex wird auch veranschaulicht und als Zugabe gibt es schweinische Lieder zur Quetschkommode. Hans Krüger ist Schauspieler, Puppenspieler, Komiker, Puppenspieldozent an der Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« in Berlin, war der Lehrer von Rainald Grebe, ist Flieger, körperbetont, eine Art Shantysänger. Aber vor allem ist er ein Knaller, meisterlich im Erzählen. 28. April Zigarre - Kunst- und KulturWerkHaus Märchenwirkstatt Sternenweg: Der weiße Schwan Die Märchenspiele - kindgerecht und traumversponnen. Sie finden im Erdgeschoss der "Zigarre" statt. Jahreszeitliche Lieder, Verse und Rhythmen stimmen die Kinder auf das Puppenspiel ein. Stehpuppen, Bühnenbild (überwiegend aus Seide und Wolle), Erzählweise und musikalische Begleitung sind dezent gehalten und lassen so der kindlichen Fantasie genügend Freiraum zur inneren Ausgestaltung. April Harmonie Marek Fis »Ein Pole legal in Deutschland« 30. April Marek Fis wurde in dem kleinen ostpolnischen Ort Ostrowiec Swietokrzynski Pomorski als Sohn einer Fleischereifachverkäuferin und eines Holzfällers geboren. Er war zu dick fürs Töpfchen, aß seinem Bruder Wladek immer alles vom Teller und beim jährlichen Karneval brach er sich mindestens immer ein Körperteil. Der ostpolnische Marek Fis begeistert seit jeher mit einem außergewöhnlichen Humor, der durch Schärfe und Würze besticht und jeden Zuschauer zum Lachen und Staunen bringt. Marek spielt mit dem Publikum, bezieht die Menschen in sein Realityprogramm mit ein und plaudert aus seinem Leben. Jeder bekommt sein Fett weg. Mobilat April Universum Arthaus Kinos II. Russische Kulturtage In diesem Jahr findet das Festival »II. Russische Kulturtage« im Rahmen des Russlandjahres in Deutschland statt und werden vom 25. April bis zum 8. Mai in BadenBaden und weiteren Städten, wie Badenweiler, Darmstadt, Karlsruhe, Mannheim, Frankfurt, Heidelberg, Heilbronn, Stuttgart, Straßburg und Wiesbaden durchgeführt. Das Programm des kommenden Festivals umfasst Veranstaltungen unter Teilnahme führender russischer Künstler der Genres Musik, Theater und Film. In Heilbronn werden im Rahmen des Festivals zum ersten Mal Veranstaltungen stattfinden. Am 27., 28. und 29. April werden russische Kinoklassiker sowie neue Werke der russischen Kinematographie persönlich von den Regisseuren im Heilbronner Kinostar jeweils um 20:00 Uhr dem Publikum vorgestellt. Tanz in den Mai mit Duo Synchron & Noize Generation Dass Duo Synchron einen Club rocken können, haben sie bereits mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mittlerweile in Berlin ansässig, haben sich Florian Czok und Tobias Klose, ursprünglich aus Heilbronn stammend, in den letzten Jahren mit zahlreichen Gigs in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Namen gemacht. Mit ihrem Projekt Duo Synchron verfolgen sie die Philosophie: Alles lauter, härter und knarziger, aber gleichzeitig doch verspielt, fröhlich und tanzbar. Dafür kombinieren sie Progressive- und Electro-House in vielschichtigen und überraschenden Sets und liefern Tanzdruck die ganze Nacht. Am 30.04. in Kombination mit Noize Generation. Jewgeni Grischbowski aka Noize Generation aus München verzeichnete seinen ersten großen Erfolg bereits nach wenigen Monaten, als er den Remixcontest für Zombie Nation's Track »The Mind Of Many« gewann. Kurze Zeit später erreichte das Junge OMGITM Mitglied mit seiner Single »Get The Fuck Up« Platz 4 der deutschen Dance Charts. Mittlerweile produziert der gebürtige Ukrainer Remixe für Größen wie Haezer, F.O.O.L oder Dirty Disco Youth. Seid bereit für ein 'Ghetto Rave' der Extraklasse. Let's kill die Walpurgisnacht!

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